Skip to content

Presse

2024

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.

21.5.2024 Im Erzbistum Bamberg führt die Universität Greifswald und die Psychologische Hochschule Berlin das Forschungsprojekt „Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Bamberg“ durch. Es soll Ende 2026 abgeschlossen sein. Quelle: Erzbistum Bamberg


21.5.2024 Der pensionierte Richter Andre Denis hat in seiner Untersuchung den Kardinal von Quebec, Gerald Cyprien Lacroix von Missbrauchsvorwürfen entlastet. Er habe kein Fehlverhalten des Kardinals gefunden. Quelle: katholisch.de 


20.5.2024 Dem Erzbischof Tadeusz Wojda, Danzig, Vorsitzender der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, werfen 46 Missbrauchsopfer vor, 2021 nachlässig mit Beschwerden zweier junger Frauen, die ein Priester sexuell missbraucht haben soll, umgegangen zu sein. Sie fordern seine Suspendierung vom Vorsitz und ein Treffen der Bischofskonferenz mit einer Delegation Betroffener. Außerdem fordern sie die baldigen Beginn der Arbeit einer unabhängigen Kommission. Anfang 2023 hatte die Bischofskonferenz eine Kommission angekündigt – bislang gibt es aber weder berufene Mitglieder noch einen Zeitplan. Das Erzbistum wies die Vorwürfe zurück. Polens Bischöfe hatten Wojda im März 2024 gewählt, obwohl die Zeitschrift Tygodnik Powszechny ihm bereits 2022 Fehlverhalten in zwei Missbrauchsfällen vorwarf. Quelle: katholisch.de


20.5.2024 Die polnische Bischofskonferenz hat Missbrauchsfälle beim kirchlichen Statistikinstitut und dem Kinderschutzzentrum abgefragt. Die Auswertung von Akten, die zwischen Januar 1990 und Juni 2018 angelegt wurden, ergaben: 284 Priester und 98 Ordensmänner sollen 625 Minderjährige missbraucht haben. 345 seien unter 15 Jahre alt gewesen, 58,4 Prozent der Opfer sindMännlich, 41,6 Prozent weiblich. Quelle: Domradio


20.5.2024 Das Erzbistum Köln hat einen Pfarrer aus dem Großraum Langenfeld-Monheim von seinen Aufgaben freigestellt wegen „mutmaßlicher Verfehlungen im Rahmen seiner Amtsausübung“. Genauere Angaben machte das Erzbistum wegen des laufenden Verfahrens nicht. Quelle: Zeit


18.5.2024 Pfarrer Matthias Eggers kritisiert das Bistum Hildesheim und sagt, Missbrauch werde nicht konsequent aufgearbeitet. Es gebe lediglich „eine verbale Fassade“. Eggers begleitet Betroffene und will einen Blog einrichten, um kritisch über das Thema Missbrauch und den kirchlichen Umgang damit zu schreiben. Das Bistum weist die Vorwürfe entschieden zurück. Quelle: Tagesschau


18.5.2024 Nach der Veröffentlichung der Priesterstudie der Bischofskonferenz sieht Matthias Katsch, Eckiger Tisch, darin die Befürchtung, dass Kirche weiterhin im Blick auf Missbrauch ein gefährlicher Ort bleibt. Quelle: Domradio


17.5.2024 In St. Ottilien, einer Benediktiner-Abtei, haben sich 25 Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch gemeldet. In sieben Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet. Bei zwei Fällen gab es Ermittlungen der Polizei. Sie wurden ohne Ergebnis eingestellt. Ein Betroffener berichtet, wie der Orden und der verstorbene Abt Notker Wolf mit ihm umgingen. Quelle: merkur.de


16.5.2024 Hans Zollner sieht, dass in den allermeisten Ländern sexuelle Gewalt „bis heute kein die Öffentlichkeit wirklich bewegendes Thema“ ist. Auch in Ländern wie Deutschland werde die Begegnung von Verantwortlichen oder Provinziälen, aber auch von einfachen Pfarrangehörigen mit Betroffenen vermieden, weil sie beunruhigend und unangenehm sei. Betroffene fühlten sich meist nicht willkommen, sagte Zollner. Ein Problem sieht er auch darin, dass Normen und Gesetze zu Aufarbeitung und Prävention von den Verantwortlichen nicht umgesetzt würden. Die Worte des Bedauerns von Kirchenverantwortlichen kämen nicht “ aus tiefer persönlicher Überzeugung“ und ihnen folgten keine entsprechenden persönlichen Konsequenzen – sie klängen hohl, wenn die Anliegen Betroffener nicht umgesetzt werden und keine systemischen Konsequenzen gezogen werden. Zollner spricht von einem „Mehltau an Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit und mangelnden Ideen“, der sich über weite Teile der Kirche gelegt habe. Dies sei ein Symptom für die Schuld und Scham und verhindere zu sehen, dass die Weitergabe der Substanz des Glaubens auf dem Spiel stehe.  Quelle: feinschwarz.net


15.4.2024 Unter den vom Bistum Aachen veröffentlichten Namen von Missbrauchstätern oder mutmaßlichen Missbrauchstätern befindet sich auch der Name des 1991 gestorbenen Priesters Leonhard M., dem sexueller Missbrauch an minderjährigen Mädchen in mehreren Fällen vorgeworfen wird. Von 1978 bis 1988 war er auch für Missio Aachen tätig. Nun überprüft Missio Achen, ob bereits in diesem Zeitraum Missbrauchsvorwürfe bekannt waren und wie damit umgegangen wurde. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Im Bistum Mecheln-Brüssel wurden in der Aufstellung für die Wahl zum Priesterrat die Namen veröffentlicht, unter ihnen drei Missbrauchstäter. Einer von ihnen stand vor Gericht, für die beiden anderen wurden V ergleiche geschlossen. Die letzte Einigung sei erst wenige Wochen her. Der sich schon lange für katholische Missbrauchsbetroffene einsetzende Priester Rik devillé machte den Vorgang öffentlich. Erzbischof Luc Terlinden, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und damit Primas der belgischen katholischen Kirche, will den Vorgang gründlich untersuchen lassen. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Bislang hat das Auswärtige Amt nicht auf die Bitte um Auskunft oder Unterstützung der Sonderermittler im Fall Dillinger reagiert. Nun will das AA doch mithelfen, mögliche weitere Taten Dillingers in Aufrika aufzudecken. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Kerstin Claus beleuchtet im Interview den Stand der Aufarbeitung und bestätigt, dass wir erst dann weiterkommen, „wenn tatsächlich eine Rückkopplung auf die gemeindliche Ebene stattfindet. Quelle: katholisch.de


14.5.2024 Nach dem Missbrauch gibt es kein Zurück ins alte Leben, sondern nur die Suche nach Lebendigkeit, sagt die französische Therapeutin und Fürsprecherin für Missbrauchsüberlebende Isabelle Chartier-Siben. Über den Prozess der Heilung, die Besonderheit kirchlichen Missbrauchs und die Notwendigkeit von Professionalität bei der Begleitung von Betroffenen spricht sie im Interview mit Radio Vatikan. Quelle: vaticannews


14.5.2024 Der Betroffenenbeirat Ost hat will eine Studie, die zu einem gelingenden Umgang mit den Folgen von Missbrauch forscht. Die Aufarbeitungskommission hat das Konzept im Januar 2024 beschlossen, eine Entscheidung der Bischöfe steht aus. Quelle: katholisch.de


14.5.2024 Die Bewerbungsfrist für den Betroffenenbeiratim Erzbistum Köln wurde von Ende März bis zum 31. Mai verlängert. Quelle: neuesruhrwort


14.5.2024 Die Opferorganisation Sapec ist enttäuscht, dass der Walliser Chorherr Gilles Roduit mit einem Hungerstreik erreicht, was er wollte: Er darf wieder Pfarrer von Saint-Maurice sein. Dabei seien die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn nicht geklärt, findet die Sapec. Quelle: kath.ch


13.5.2024 Den dunklen Seiten der Arbeit von Populist*innen im charismatischen Spektrum geht Thomas Halagan mit einem Blick auf das „Gebetshaus Augsburg“ von Johannes Hartl nach. Quelle: feinschwarz.net


13.5.2024 An der Aufarbeitung von Missbrauch besteht ein überragendes kirchliches Interesse. Die Datenschutzrechte von Beschuldigten müssen dabei zurücktreten – das hat das Interdiözesane Datenschutzgericht nun festgestellt. Quelle: katholisch.de


13.5.2024 Drei Missbrauchsbetroffene fordern vom Bistum Aachen Schmerzensgeld. Das Bistum hat Verjährung geltend gemacht und ein gerichtliches Mediationsverfahren angestrebt, dem das Gericht zustimmen muss. Das Gericht hält ein Mediationsverfahren nicht für zielführend und empfiehlt den Parteien jeweils einen Vergleich. Quelle: Kirche und Leben


13.5.2024 Der Berliner katholische Priester Johannes-Maria Poblotzki wurde zum Präsidenten der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ gewählt. Der frühere Moderator Philipp Madre wurde wegen Missbrauchs laiisiert, der Gründer der Gemeinschaft Ephraim Croissant gestand „sexuelle Beziehungen“ zu Mitgliedern der Gemeinschaft, darunter zu einer Minderjährigen; sechs Mitgliedern der Leitung wurde 2008 vorgeworfen, Übergriffe gegen Minderjährige nicht angezeigt zu haben. Quelle: katholisch.de


13.5.2024 Rückblick auf die zweite Amtszeit des Betroffenenbeirats Erzbistum Köln (2022-2024)


13.5.2024 Ein Pallottinerpater, Weingarten, erhielt wegen übergriffigen Verhaltens einen Strafbefehl und wurde kirchenrechtlich verurteilt. Die kleine Pallottiner-Gemeinschaft wird aufgelöst. Das Bistum Rottenburg wusste nichts von einer früheren Beschuldigung wegen sexuellen Missbrauchs an einer anderen Arbeitsstelle in Kanada. Das Bistum Rottenburg kritisiert, nicht vom Pallottiner-Orden über die früheren Anschuldigungen informiert worden zu sein. Quelle: katholisch.de


12.5.2024 Der erschütternde Fall 521: Bistum schützte pädophilen Pfarrer im Kreis Gießen. Quelle: giessener-allgemeine


11.5.2024 Die Jesuiten in Chile haben ihr prominentes Mitglied Felipe Barrios aus dem Orden ausgeschlossen. Ihm wird sexuelles Fehlverhalten gegenüber Mädchen und jungen Frauen vorgeworfen. Barrios ist u.a. der Gründer vieler NGO’s. Sieben Frauen meldeten Übergriffe, die zum Zeitpunkt der Taten zwischen 14 und 23 Jahre alt waren. Quellen: Domradio   bbc


11.5.2024 Der frühere Regensburger Diözesanmusikdirektor Georg Z. (1916 – 1984) wurde 1969 wegen Kindesmissbrauchs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1993 wurde in seiner Heimatgemeinde Eslarn eine Straße nach ihm benannt. Nun wurde die Straße umbenannt – nach großem Widerstand! Quelle: katholisch.de


10.5.2024 In Chile wurde ein Priester der Erzdiözese Concepcion aus dem Klerikerstand entlassen, weil er während eines Exorzismus eine Frau sexuell missbrauchte. Das Verfahren dauerte knapp zwei Jahre. Der Täter galt als Spezialist für Exorzismus und Heilungsriten und gehörte dem Bistumsgremium für Missbrauchsprävention und Begleitung der Betroffenen an. Quelle: katholisch.de


10.5.2024 Im Bistum Aachen gibt es das Projekt Das Dunkelfeld erhellen. Im Herbst 2023 wurden 53 Namen von Tätern oder mutmaßlichen Tätern veröffentlicht. Danach meldeten sich 336 Betroffene. Zuvor waren es im 2. Quartal 2023 250 bzw. im 3. Quartal 267 Betroffene, die sich meldeten. Das geht aus dem Jahresbericht 2023 – Prävention |Intervention I Ansprechpersonen hervor. Quelle: Domradio


8.5.2024 Der Vatikan hat einen spanischen Priester, Francisco José Delgado, sanktioniert. Zunächst war bericht4et worden, dass der Aufruf zu einem Gebet für den baldigen Tod des Papstes Grund für die Sanktionierung war. Inzwischen hat der Vatikan einen Bericht der argentinischen Zeitung „La Nación“ bestätigt: Die Sanktionierung erfolgte wegen Angriffen des Priesters in den sozialen Medien gegen einen mutmaßlichen Missbrauchsbetroffenen, der Zeuge in der seit dem Sommer 2023 laufenden Untersuchung gegen die Gemeinschaft „Sodalicio de Vida Cristiana“ ist. Es ist die erste kirchenrechtliche Bestrafung des Vatikans gegen einen Priester wegen Hassrede. Quelle: katholisch.de


7.5.2024 Vreni Peterer und Nicolas Betticher berichten von ihren Erfahrungen mit der katholischen Kirche in der Schweiz in Bezug auf den Umgang mit Missbrauchsfällen. Quelle: zeit


7.5.2024 Im vorläufigen Abschlussbericht zum Fall des Priesters Edmund Dillinger (1935-2022), Bistum Trier, wird öffentlich, dass Dillinger mindestens 19 Personen sexuell missbrauchte. Die Verbrechen beging er in den 57 Jahren zwischen 1961 und 2018. Elf der Opfer sind namentlich bekannt. Hinzu kommen „sehr viele Personen“, deren Zahl nicht annähernd beziffert werden könne, die Opfer sexuell motivierten Verhaltens Dillingers wurden. Die Sonderermittler gehen von einer dreistelligen Anzahl Betroffener aus. Insbesondere zwischen 1964 und 1970 unter den Bischöfen Wehr (1951 – 1966) und Stein (1967 – 1980) seien bekanntgewordene Missbrauchsfälle Dillingers vertuscht worden. In den Tätigkeitsorten Dillingers – Pfarreien, Vereine, Verbände, Verbindungen – seien Vorfälle totgeschwiegen und Hinweisen oder offenen Geheimnissen nicht nachgegangen worden. Ein Fall von 1970 wurde 2012 angezeigt und war verjährt. Erste Auffälligkeiten Dillingers geschahen nach seiner Priesterweihe 1961 in St. Johannes, Saarbrücken. Quellen: katholisch.de   tagesschau  Vorläufiger Abschlussbericht


6.5.2024 So sieht Solidarität mit Betroffenen sexueller Gewalt aus: „Diese Kirche ist auch kein guter Ort für mich, so lange sie ein Ort der Gewalt für eins meiner Geschwister ist.“ Das sagt Birgit Mattausch, Pfarrerin und Autorin. Quelle: evangelisch.de 


3.5.2024  Im Vorfeld des anstehenden Prozesses um eine weitere Schmerzensgeldklage im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch plädiert Philipp Thull für tiefgreifende Anpassungen der kirchlichen Verfahren und Anerkennungszahlungen durch die Deutschen Bischöfe. Quelle: feinschwarz.net


3.5.2024 Die Gemeinschaft der Überlebenden sexuellen Missbrauchs in Bolivien wirft dem Jesuitenorden vor, über 400 Missbrauchsfälle systematisch vertuscht zu haben. Vorgesetzte und Provinzobere seien über die Verbrechen von mindestens elf Tätern informiert gewesen. Die Jesuiten lehnen jede institutionelle Verantwortung für Missbrauchsfälle ab. Quelle: cruxnow


3.5.20245 Ein früherer Domspatz will das Bistum Regensburg verklagen. Er ruft zu Spenden auf. Quelle: regensburg-digital


2.5.2024 Interview mit Mitgliedern der Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster. Quelle: Kirche und Leben


2.5.2024 Das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch hat in den letzten zehn Jahren 50.000 Beratungsgespräche geführt, Tendenz steigend. Quelle: aerzteblatt


26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht.


26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht. 


26.4.2024 Quelle: Doris Reisinger sieht auch im Kirchenrecht Ursachen für die Verletzung geistlicher Selbstbestimmung. Als Beispiele führt sie die Sonntagspflicht und die Verpflichtung zur Beichte vor der Erstkommunion an. Würde man das Thema spirituellen Missbrauchs ernst nehmen, müssten kirchliche Normen revidiert werden. Es gebe in der katholischen Kirche „eine autoritäre, tendenziell übergriffige Traditionslinie“ und eine „freiheitliche, die das Gewissen und die Freiheit der Menschen respektiert.“ Diese beiden Linien seien inkompatibel, sagt Reisinger. Sie plädiert dafür, „möglichst alle Vorgaben, die Übergriffe in das Innenleben von Menschen normalisieren“, abzuschaffen. In der Glaubenslehre brauche es „eine klare Entscheidung für eine der beiden sich widersprechenden Traditionslinien“. Quelle: kath.ch


26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht. 


25.4.2024 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Limburg geht davon aus, dass es noch „einige tiefgreifende Veränderungen“ braucht, obwohl zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Schwerpunktmäßig habe die Kommission 2023 eigene Aufarbeitungsprojekte initiiert und mittelbar und unmittelbar Betroffene angehört. Drei Betroffene, die nach Jahrzehnten erstmals sprachen fühlten sich gut unterstützt. In Bezug auf zwei Beschuldigte hofft die Kommission auf die Meldung weiterer Betroffener. Die bislang bekannten Taten geschahen in Frankfurt, Oestrich-Winkel und Wetzlar. Eine geplante externe Ombudsstelle wurde bislang nicht geschaffen. Neben der Arbeit an Aufarbeitungsprojekten ist eine schriftliche Befragung von Ordensgemeinschaften, die im Bistum ansässig sind, geplant. Auch eine Beauftragung einer Vorstudie zu Schulen des Bistums ist vorgesehen. Quelle: Zeit


25.4.2024 Kardinal Woelki bestreitet in einem Schmerzensgeldverfahren eines Missbrauchsopfers, dass der 2022 zu zwölf Jahren Haft verurteilte Serientäter und ehemalige Priester H.U. die Verbrechen im Kontext seiner kirchlichen Dienstpflichten begangen habe. Es gebe also keine Amtshaftung. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke wirft Woelki vor, „Aufarbeitungssabotage“ zu betreiben. Denn zu den Amtspflichten eines Priesters gehöre die „totale Verfügbarkeit“. Lüdecke wies darauf hin, dass sämtliche Bischöfe Betroffenen Entschädigungen verweigern werden, wenn das Gericht der Argumentation Woelkis folge. Damit würde „vor den Schranken der weltlichen Justiz die Flucht der Kirche vor ihrer Verantwortung im Missbrauchsskandal fortgesetzt“, sagte Lüdecke. Quellen: presseportal   kath.ch 26.4.2024


25.4.2024 Hans Zollner stellt fest, dass die katholische Kirche weltweit einen „gewaltigen Lernprozess“ zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch durchlaufen habe, an der Aufarbeitung von Verbrechen der Vergangenheit mangle es jedoch, sagt er. Safeguarding müsse „integraler Teil aller kirchlichen Aktivitäten sein und sei eine „prophetische Aufgabe“. Auch die Stimme der Betroffenen müsse gehört werden. Es brauche niederschwellige, auch spirituelle Angebote und Formen der Begleitung für sie. Da seien nicht zuletzt die Ordensgemeinschaften gefragt. Quelle: orf


25.4.2024 Das Erzbistum New Orleans muss Ermittlern alle Akten übergeben, aus denen hervorgeht, welche Priester oder Diakone des Missbrauchs beschuldigt wurden, wann die Beschwerden erstmals vorgebracht wurden und ob die Kirche die Fälle an die Polizei gemeldet hat. Die Ermittler verlangen auch die Korrespondenz des derzeitigen Erzbischofs von New Orleans, Gregory Aymond mit seinen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten im Vatikan. Anlass für die Einschaltung des Gerichts durch die Behörden waren Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester, weil das Erzbistum zunächst wichtige Informationen zurückgehalten hatte. Quelle: katholisch.de


24.4.2024 Im Bistum Osnabrück hat ein ehemaliger Leiter der katholischen Ehe- und Familienberatungsstellen in seiner Amtszeit von 1969 bis 1996 schweren Machtmissbrauch begangen. Ihm wird physische, psychische und sexuelle Gewalt vorgeworfen. Erste Meldungen eines Zeugen gab es Ende der 1990er Jahre, ein Betroffener meldete sich 2013 bei Bischof Bode, der mit dem Generalvikar Theo Paul die Fälle besprach. Eine Aufklärung leiteten Bischof und Generalvikar jedoch nicht ein. Quellen: katholisch.de   bistum-osnabrueck


24.4.2024 Zwei der drei Missbrauchsbeauftragten im Bistum Augsburg treten von ihrer Aufgabe zurück. Angelika Hauser und Rupert Membarth, beide psychologische Psychotherapeuten, sehen nicht, dass im Bistum Augsburg Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch „mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und echtem Aufklärungswillen“ betrieben werde. Bereits im August 2023 kritisierte Hauser die „Lippenbekenntnisse der Diözesanspitzen ohne handelnde Folgen“. In einem Fall habe Hauser den Versuch einer kircheninternen Vertuschung feststellen müssen. Das Bistum wies diesen Vorwurf damals zurück. Der dritte Missbrauchsbeauftragte, der Jurist Andreas Hatzung, kann die Kritik von Hauser und Membarth im Wesentlichen nachvollziehen, könne aber weiterhin seine Aufgabe wahrnehmen. Das Bistum Augsburg weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass aus Datenschutzgründen die Missbrauchsbeauftragten seit dem  1.1.2022 zwar Aktenauskunft, aber keine Akteneinsicht erhalten können. Quellen: augsburger-allgemeine   Bistum Augsburg


23.4.2024 Die Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“ hat den Entwurf der Bundesregierung für ein Anti-Missbrauchsgesetz begrüßt, fordert aber mehr Rechte für die Aufarbeitung. Sprecher Matthias Katsch erwartet die Festschreibung einer Entschädigungspflicht durch Institutionen. Außerdem müsse das Recht auf Akteneinsicht auch für Akten der Kirchen, ihren Einrichtungen und Verbänden gelten. Quelle: evangelisch.de 


23.4.2024 Die spanische Regierung will Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder im kirchlichen Umfeld entschädigen, vor allem diejenigen, deren Fälle strafrechtlich verjährt sind. Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello, macht die Beteiligung der Kirche davon abhängig, dass alle Opfer einbezogen werden, nicht nur kirchliche. Eine Entscheidung jedoch hat die spanische Bischofskonferenz noch nicht getroffen. Eine vom Parlament beauftragte Kommission geht in einer Schätzung von bis zu 440.000 kirchlichen Opfern aus. Andere sprechen von bis zu 200 000 Opfern. die katholische interne Studie hingegen geht von 2.056 minderjährigen Betroffenen in den letzten 40 Jahren aus. Quelle: Neues Ruhrwort  


23.4.2024 Der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Uni Passau sucht weitere Betroffene und Zeitzeugen zu sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt an Minderjährigen im Bistum Passau. Quelle: katholisch.de


21.4.2024 In der Anlage des St. Josephshauses in Klein-Zimmern wird mit einer Skulptur des Künstlers Karlheinz Oswald an den vielfachen körperlichen, psychischen, sexualisierten und geistlichen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Mitarbeitende des St. Josephshauses erinnert. Quelle: Bistum Mainz


18.4.2024 Eine christliche Gemeinde aus Süddeutschland fragt nach, was sie tun kann, um Betroffenen Zugehörigkeit zu signalisieren. Hier finden Sie in einem Interview von Sabine Moßbrucker mit Erika Kerstner vom 18.4.2024 einige Hinweise. Zum Video. Auf Instagram finden Sie das Interview unter kath_ehrensache. Wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie hier weitere Überlegungen.


19.4.2024 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Essen hat als ersten Arbeitsschwerpunkt die Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründungsbischof Franz Hengsbach (1010-1991) gewählt. Aufgabe der Unabhängigen Aufarbeitungskommission sei nicht, zu beweisen, dass die Vorwürfe stimmen, sondern zu prüfen, wie das Bistum mit den Vorwürfen umging. Quelle: katholisch.de


18.4.2024 Vor einem Jahr wurde der Missbrauchsbericht des Erzbistums Freiburg veröffentlicht. „Für die meisten Betroffenen hat sich in ihrer persönlichen Wahrnehmung zwölf Monate nach Veröffentlichung der Studie zu Missbrauch durch Priester und Seelsorger im Erzbistum Freiburg wenig zum Positiven verändert.“  Zu diesem Fazit kommt der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg. Quelle: katholisch.de


17.4.2024 Dr. Michael Blume: Feindseliger Dualismus. Wie Gewalt in die Religionen kommt. Quelle: youtube


17.4.2024 Der Anwalt Andreas Schulz hat eine Amtshaftungsklage eingereicht, in der ein Missbrauchsbetroffener das Bistum Essen auf angemessenes Schmerzensgeld verklagt. Der Kläger wurde von dem Priester H. missbraucht. Schulz vertritt auch einen Geschädigten des Priesters H., der das Erzbistum München und Freising vor dem Landgericht Traunstein auf Schmerzensgeld verklagt. Correctiv berichtete. Quellen: katholisch.de   www1.wdr


17.4.2024 Die Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster (UAK) hat ihre Arbeit aufgenommen. Ihr gehören acht Personen an. Unter ihnen sind drei von Betroffenen gewählte Betroffene, zwei von der Landesregierung entsandte Mitglieder und auf Vorschlag des Bistums die Religionswissenschaftlerin Regina Laudage-Kleeberg, der Kirchenrechtler Thomas Schüller und der Historiker Thomas Großbölting. Quellen: Bistum Münster    Neues Ruhrwort    Kirche und Leben


17.4.2024 In einem Förderschulinternat in der Burg Niederbach in Königswinter-Oberpleis gab es mindestens einen Missbrauchsfall in den 70er Jahren. Das meldet die Caritas im Erzbistum Köln und sucht nach weiteren Betroffenen und nach Zeitzeugen. Quelle: radiobonn


16.4.2024 Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen einen katholischen Priester der Liebfrauen-Gemeinde in Recklinghausen wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhoben. Die Anklage sei noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Gegen den Geistlichen wird seit 2023 ermittelt. Das Bistum Münster hat entschieden, dass der Pfarrer nicht mehr Pfarrer der Gemeinde in Recklinghausen sein darf. Quelle: radiovest


15.4.2024 Im Jahr 2023 wurden 18.497 Fälle von sexuellem Missbrauch polizeilich erfasst. 13.983 betrafen Mädchen, 4.514 betrafen Jungen.  Quelle: statista


13.4.2024 Folgenden Bischöfen des Bistums Rottenburg-Stuttgart wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen: Bischof Johannes Baptista Sproll (1927 – 1949) soll in vier Fällen, Bischof Carl Joseph Leiprecht (1949 – 1974) in zehn Fällen, Bischof Georg Moser (1975 bis 1988) in zwei Fällen und Bischof/Kardinal Kasper (1975 – 1988) in drei Fällen Missbrauch vertuscht haben. *Quelle: katholisch.de  


11.4.2024 Bischof Carl Joseph Leiprecht, Bischof von Rottenburg-Stuttgart von 1949 bis 1974, wird ein „schwerer Fall von Vertuschung“ vorgeworfen. Ein Pfarrer hatte zwei minderjährige Mädchen sexuell missbraucht. Weder wurde er suspendiert noch aus der Gemeinde abgezogen. Es kam zu einem weiteren Missbrauch. Auch für die Zeit von Bischof Georg Moser (1975 – 1988) und vom heutigen Kardinal Walter Kasper (1989-1999) gilt: „Verschleierung war deshalb ein Dauerzustand, bei dem die aktive Vertuschung nicht nötig wurde.“ Quelle: domradio  


11.4.2024 Beim deutschsprachigen Präventions-Fachtag erklärte Bischof Elbs, Feldkirch, er sei dankbar, dass Opferverbände, Anwaltschaft und öffentlicher Druck die Kirche kontrolliere. Quelle: katholisch.at


11.4.2024 Die katholische Kirche in Portugal kündigt an, Missbrauchsopfer von Klerikern zu entschädigen. Zwischen Juni und Dezember können Betroffene einen Antrag bei der Opfergruppe Vita oder bei der Diözesankommission stellen. Unklar ist die Zahl der Antragstellenden, da viele von ihnen inzwischen verstorben sind. Unklar ist auch die Höhe der Geldzahlungen. Im Februar 2023 zeigte der Bericht, dass seit 1950 mindestens 4815 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und die Kirche in Portugal „systematisch“ vertuscht hat. Quelle: ntv


11.4.2024 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Rottenburg-Stuttgart hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht und festgestellt, dass Missbrauchsfällen erst seit 20 Jahren nachgegangen wird. Unter Bischof Walter Kasper (1989 bis 1999), der heute Kardinal ist, war das anders. Die Kommission stellt fest: „Der Umgang mit Missbrauch im Bistum Rottenburg-Stuttgart war bis in die 1990er Jahre von ‚Dilettantismus, Überforderung und Inkompetenz, Verschleierung oder Vertuschung, Sprachlosigkeit, Befangenheit und eigene Betroffenheit durch persönliche, berufliche und vor allem geistliche Verbindungen zu den Tätern‘ geprägt.“ Kardinal Kasper war bis zur Vollendung seines 80. Lebensjahres Mitglied der Glaubenskongregation. Quellen: katholisch.de  Kirche und Leben


9.4.2024 Drei mutmaßlich Betroffene von sexueller Gewalt durch Kleriker des Bistums Aachen haben Schmerzensgeldklagen eingereicht. Sie begründen ihre Ansprüche gegen das Bistum damit, dass es von den Missbrauchstaten wusste, aber nichts dagegen unternommen habe. In einem Fall, dem Betroffenen aus Nettetal, hat das Bistum die Einrede der Verjährung geltend gemacht, dem Betroffenen zugleich jedoch ein gerichtliches Mediationsverfahren angeboten. Quelle: Domradio


9.4.2024 Das Bistum Essen hat das Beraterteam vergrößert, das Konflikte bearbeiten hilft, die nach Aufdeckung von Missbrauch durch einen Kleriker zu Spaltungen in Kirchengemeinden führen. Quelle: Domradio


9.4.2024 Das Erzbistum Köln weist den Schmerzensgeldanspruch der heute 57-jährigen Pflegetochter des Priesters U. zurück, weil die Missbrauchstaten in der Wohnung U.’s begangen wurden und kein Zusammenhang mit Dienstpflichten des Priesters ersichtlich sei. Außerdem hätten U.s Vorgesetzte keine Kontrollpflichten verletzt, weil sie keine konkreten Anhaltspunkte für Missbrauch hatten. Zudem sei die Kontrolle des Geistlichen Sache des Bonner Jugendamtes gewesen, das dem Priester das Sorgerecht über die Opfer übertragen habe. Quelle: Kirche und Leben


8.4.2024 Der Studiengang „Missbrauch und respektvoller Umgang: Zuhören, begleiten, vorbeugen“ wurde vom Katholischen Institut von Paris (ICP) 2022 ins Leben gerufen. Es entstand im Anschluss an die französische Studie der Unabhängigen Kommission für sexuellen Missbrauch in der Kirche (Ciase) und wird nun auch in der Westschweiz angeboten. Quelle: kath.ch


7.4.2024 Bischof Thomas Gumbleton starb mit 94 Jahren. Er gehörte zu den wenigen Bischöfen, die die Anliegen von Missbrauchsbetroffenen verstanden haben. Er plädierte für die Ausweitung der Verjährungsfristen. Er war selbst während seiner Highschool-Zeit in den 1940er Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester. Quellen: yahoo   international.la-croix


5.4.2024 Die polnische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Bischof von Tarnow, Andrzej Jez, erhoben, weil Jez Fälle von sexuellem Missbrauch durch zwei Geistliche seines Bistums nicht sofort den Strafverfolgungsbehörden gemeldet habe. Die Diözese wies den Vorwurf zurück und will vor Gericht beweisen, dass der Bischof gesetzeskonform gehandelt habe. Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schreibt, der Bischof habe einen der Priestertäter 2013 wegen Missbrauch bestraft, aber die Behörden erst 2020 informiert. Der Geistliche soll über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen polnischen und ukrainischen Gemeinden 95 Kindern Schaden zugefügt und sich an 77 Kindern sexuell vergangen haben. Der frühere Bischof von Tarnow und bis 2023 Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, soll bereits 2002 von den Vorwürfen gegen den Geistlichen gewusst haben, aber keine Meldung an die Behörden gemacht haben. Weil das Gesetz zur Anzeigenpflicht erst seit 2017 existiert, wurde Skworc nicht angeklagt. Quelle: katholisch.de


5.4.2024 Die für Dienstag geplante Schmerzensgeldprozess gegen das Erzbistum Köln wurde verschoben. Er findet nun erst am 4. Juni statt, wie das Landgericht Köln am Freitag mitteilte. Eine Begründung nannte das Gericht zunächst nicht. Verhandelt werden soll die Klage einer heute 57-Jährigen, die vom Erzbistum rund 850.000 Euro fordert. Quellen: katholisch.de   KStA


5.4.20254 Schwester Marie-Pasquale Reuver hat viele Jahre in der Klinikseelsorge gearbeitet und ist heute Hochschulseelsorgerin in Stuttgart. Immer wieder erlebt die Franziskanerin, dass Menschen durch religiöse Gruppierungen, Gemeinden oder spirituelle Angebote Schaden erleiden. Im Interview erzählt sie. Quelle: katholisch.de


4.4.2024 Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Datenträgern wird ein Priester des Bistums Münster angeklagt. Das Verfahren ist noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Im November 2022 wurde das Pfarrhaus in Recklinghausen von der Polizei durchsucht. Der Priester wurde umgehend suspendiert und im Februar 2023 von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Quelle: katholisch.de


4.4.2024 Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat drei neue Beschwerden gegen Marko Rupnik erhalten – nach anderen Quellen fünf neue Beschwerden. Etwa 20 Personen, zumeist ehemalige Ordensfrauen, beschuldigen ihn verschiedener Arten von Missbrauch. Quelle: orf


5.4.2024 Die polnische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Bischof von Tarnow, Andrzej Jez, erhoben, weil Jez Fälle von sexuellem Missbrauch durch zwei Geistliche seines Bistums nicht sofort den Strafverfolgungsbehöreden gemeldet habe. Die Diözese wies den Vorwurf zurück und will vor Gericht beweisen, dass der Bischof gesetzeskonform gehandelt habe. Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schreibt, der Bischof habe einen der Priestertäter 2013 wegen Missbrauch bestraft, aber die Behörden erst 2020 informiert. Der Geistliche soll über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen polnischen und ukrainischen Gemeinden 95 Kindern Schaden zugefügt und sich an 77 Kindern sexuell vergangen haben. Der frühere Bischof von Tarnow und bis 2023 Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, soll bereits 2002 von den Vorwürfen gegen den Geistlichen gewusst haben, aber keine Meldung an die Behörden gemacht haben. Weil das Gesetz zur Anzeigenpflicht erst seit 2017 existiert, wurde Skworc nicht angeklagt. Quelle: katholisch.de


5.4.2024 Die für Dienstag geplante Schmerzensgeldprozess gegen das Erzbistum Köln wurde verschoben. Er findet nun erst am 4. Juni statt, wie das Landgericht Köln am Freitag mitteilte. Eine Begründung nannte das Gericht zunächst nicht. Verhandelt werden soll die Klage einer heute 57-Jährigen, die vom Erzbistum rund 850.000 Euro fordert. Quelle: katholisch.de


5.4.20254 Schwester Marie-Pasquale Reuver hat viele Jahre in der Klinikseelsorge gearbeitet und ist heute Hochschulseelsorgerin in Stuttgart. Immer wieder erlebt die Franziskanerin, dass Menschen durch religiöse Gruppierungen, Gemeinden oder spirituelle Angebote Schaden erleiden.Im Interview erzählt sie. Quelle: katholisch.de


4.4.2024 Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Datenträgern wird ein Priester des Bistums Münster angeklagt. Das Verfahren ist noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Im November 2022 wurde das Pfarrhaus in Recklinghausen von der Polizei durchsucht. Der Priester wurde umgehend suspendiert und im Februar 2023 von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Quelle: katholisch.de


4.4.2024 Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat drei neue Beschwerden gegen Marko Rupnik erhalten. Etwa 20 Personen, zumeist ehemalige Ordensfrauen, beschuldigen ihn verschiedener Arten von Missbrauch. Quelle: orf


3.4.2024 Der Neutestamentler Gerhard Lohfink ist gestorben. Lohfink hat seine Arbeit als Ordinarius für Neues Testament an der Universität
Tübingen 1987 aufgegeben, um in der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ (KiG) in München zu leben. In dieser Gemeinde sah er die Verwirklichung
des Gemeindeideals von Jesus („Wie hat Jesus Gemeinde gewollt“). Die Gemeinde wurde 2020 von Kardinal Marx aufgelöst, weil Mitglieder von
geistlichen Manipulationen in einem System psychischer und finanzieller Abhängigkeit berichteten. Quelle: katholisch.de


3.4.2024 Der peruanische Erzbischof Jose Antonio Eguren Anselmi (67) hat seinen Rücktritt eingereicht, der von Papst Franziskus angenommen wurde. Gründe teilt der Vatikan nicht mit. Eguren leitete die Erzdiözese Piura seit 2006. Er steht der Gemeinschaft „Sodalitium Christianae Vitae“ nahe, dessen Gründer Luis Fernando Figari ebenso sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige und Erwachsene begangen haben soll wie weitere Führungspersonen der Gemeinschaft. Gegen Eguren selbst waren Vertuschungsvorwürfe laut geworden. Quellen: vaticannews   Domradio


2.4.2024  „Die Passion“ bei RTL brachte die Geschehnisse der Kar- und Ostertage in eine breite Öffentlichkeit. Regina Nagel kritisiert jedoch die zugehörige Handreichung des Bonifatiuswerks, die kontrovers diskutierte theologische Themen – Deutung des Todes Jesu – nicht als kontrovers diskutiert darstellt. Heikel sei die Formulierung, Kajaphas gäbe als „Sprecher der Juden“ den Juden den Rat, Jesus umbringen zu lassen. Verpasst worden sei die Gelegenheit, christliche Erinnerungskultur, spirituelle Selbstbestimmung Getaufter im Blick auf Annahme oder Ablehnung theologischer Deutungen zu stärken. Nagel weist darauf hin, dass die ZDF-Doku „INRI – Warum musste Jesus sterben?“ anspruchsvoller und sehenswert sei. Quelle: katholisch.de


29.3.2024 In Slowenien wurde in der katholischen Kirche bislang wenig Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Kleriker betrieben. 2013
erhielt eine Betroffene von einem Gericht 80.000 Euro, weil sie durch den slowenischen Priester Karl J. missbraucht worden war. Dabei wurde
erstmals die katholische Kirche als Arbeitgeberin für die Taten eines Geistlichen zur Verantwortung gezogen. Die Religionswissenschaftlerin
Nadja Furlan-Stante kritisiert den fehlenden Aufklärungswillen in der katholischen Kirche Sloweniens. Durch den Fall Rupnik kommt nun Bewegung
in die Aufklärung. Dass der ehemalige Jesuit Rupnik im slowenischen Bistum Koper inkardiniert wurde, hält die Forscherin Furlan-Stante für
moralisch nicht zu rechtfertigen. Sie vermutet dahinter eine kirchenpolitische Motivation, denn der Kreis um Rupnik sei stark geworden. Quelle: kath.ch


27.3.2024 Seit der Publikation der Pilotstudie über den Missbrauch am 12. September gingen im Bistum Basel 92 Meldungen zu mutmaßlichem
sexuellem Missbrauch ein. Die Täter seien mehrheitlich Männer, fast zwei Drittel der Opfer Kinder. 32 Weltpriester oder Diakone und 13
Ordensleute sind unter den Beschuldigten. Quelle: pfarreiblatt.ch


27.3.2024 Die Missbauchsstudie des Bistums Passau zeige, dass der Umgang des Bistums Passau mit diesem Thema „ein Vorbild sein“ Grüne
Landtagsabgeordnete Toni Schubert. Die Forschenden der Uni Passau haben 2400 Personalakten seit 1945 durchgeschaut und sexuelle und körperliche Gewalt in den Blick genommen. Unberücksichtigt bleiben Misshandlungen an Erwachsenen. Quelle: toni schubert


27.3.2024 Im Bistum Fulda stieg die Zahl mutmaßlicher Täter – Priester, Diakone, Ordensangehöriuge, Laien im pastoralen Dienst – von 34 auf 57. Unter ihnen sind 15 Mehrfachtäter. Die Zahl der Opfer stieg von 111 auf 119. Quelle: hessenschau


26.3.2024 Der Umgang mit Missbrauchsfällen wird im Erzbistum Köln unter Leitung von Kardinal Rainer Maria Woelki neu geregelt. Die bisher
eigenständigen Stabsstellen „Intervention“ und „Aufarbeitung“ werden zusammengelegt. Damit solle die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
dauerhaft in der Struktur des Erzbistums verankert werden. Unter der Leitung der Interventionsbeauftragten Katharina Neubauer werde sich
künftig ein achtköpfiges Team für die Interessen und den Schutz von Betroffenen einsetzen. Jochen Sautermeister kommentiert. Quelle: katholisch.de


26.3.2024 Klerikalismus und Zölibat sind katholische Risikofaktoren. Bei Protestanten zeigen sich andere Muster. Kirchenhistorikerin Regina
Heyder fordert, in der Aufarbeitung auf Erfahrungen Betroffener zu hören, um konfessionelle Probleme zu verstehen. Quelle: katholisch.de


25.3.2024 Fester Bestandteil der Erstkommunionvorbereitung ist das Sakrament der Beichte. Nun wird diskutiert, ob Kinder damit überhaupt etwas anfangen können und wie weit die Kinderbeichte sexuellen Missbrauch begünstigen kann. Quelle: katholisch.de


23.3.2024 Sexueller Missbrauch im Bistum Münster: Thomas Großbölting zu den Ergebnissen der neuen Studie. Quelle: podcast


23.3.2024 Betroffene von sexuellem Missbrauch sollen künftig Anrecht auf Akteneinsicht bei Jugendämtern und mehr Beratung und Information
erhalten. Der Gesetzentwurf steht kurz vor dem Abschluss der Ressortabstimmung. Quelle: DLF


22.3.2024 Den Legionären Christi waren im Jahr 2023 rund 170 Menschen weltweit bekannt, die durch Legionärs-Priester missbraucht wurden. Mit mehr als 60 von ihnen hat der Orden Kontakt aufgenommen. 2023 erhielten 17 Personen Hilfe, sechs mehr als 2022. Daneben begleitet eine unabhängige POrgnisation im Auftrag der Legionäre „Dutzende Geschädigte“. 2023 wurden drei neue kirchenrechtliche Verfahren eröffnet, somit ermittelt das Glaubensdikasterium derzeit gegen fünf Legionärs-Prieseter. Der Orden erlegte diesen fünf Priestern Einschränkungen in der öffentlichen Ausübung des Priesteramtes auf. Das Glaubensdikasterium schloss acht Verfahren ab. In zwei Fällen wurden die Priester aus dem Klerikerstand entlassen, einer darf sein Amt nichtmehr öffentlich ausüben. In den weiteren fünf Fällen kam das Dikasterium zu dem Schluss, dass Anschuldigungen nicht zutrafen oder kirchlich irrelevant waren. In einem noch nicht abgeschlossenen Fall geht es um mögliche Vertuschung. Zu den Legionären Christi zählen va 1.400 Mitglieder in 21 Ländern. Quellen: katholisch.de   Jahresbericht


22.3.2024 Benedikt Heider gibt einen Überblick über zehn Jahre päpstliche Kinderschutzkommission. Quelle: katholisch.de


21.3.2024  Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt nicht mehr gegen den emeritierten Augsburger Bischof Walter Mixa. Das Verfahren wegen eines Verdachts auf Nötigung eines 39-Jährigen wurde wegen Verjährung eingestellt. Über ein kirchliches Ermittlungs- oder Strafverfahren ist nichts bekannt. Quelle: katholisch.de


21.3.2024 Der ehemalige Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, ist von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen worden. 2010 gestand er den Missbrauch eines Neffen, 2011 den Missbrauch eines zweiten Neffen. 2017 beschuldigte ihn ein damals 57-jähriger Mann, Anfang der 70er Jahre als Messdiener von ihm missbraucht worden zu sein.  Die Brüsseler Nuntiatur teilte mit, dass der zuständigen vatikanischen Glaubensbehörde in den vergangenen Monaten neue schwerwiegende Informationen gemeldet wurden, die eine erneute Prüfung des Falls erforderlich machten. Auch Vangheluwe sei erneut angehört worden und seine Aussagen seien überprüft worden. Quellen: katholisch.de  neuesruhrwort    Gespräch zwischen einem Neffen und Kardinal Daneels im Jahr 2010


20.3.2024 Im Erzbistum Freiburg hat die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch und sexualisierter Gewalt neue Empfehlungen für Aufarbeitung und Prävention veröffentlicht. Quellen: Domradio   Empfehlungen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg


19.3.2024 Die Präses der evangelischen Synode plädiert für eine Dunkelfeldstudie zu Missbrauch, die gesamtgesellschaftlich angelegt sein müsse.  Quelle: Domradio


18.3.2024 Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Rahmenordnung für Exerzitien veröffentlicht. Die verbindlichen Standards sollen Missbrauch vorbeugen. Quellen: Domradio


18.3.2024 Der neue Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello, hat nach einem Treffen mit Missbrauchsbetroffenen gesagt, die Bischöfe hätten zu spät auf Missbrauch durch Kleriker reagiert und geglaubt, „dass man die schmutzige Wäsche zu Hause wäscht.“ Quelle: katholisch.de


18.3.2024 Das Bistum Fulda hat seinen zweiten Aufarbeitungsbericht veröffentlicht. Die geplante Aufarbeitung dauert voraussichtlich länger als ursprünglich geplant. Quellen: nurmitmut   domradio


18.3.2024 Nachdem die Zusammenarbeit des Bistums Würzburg und von Pro Familia beendet wurde, hat das Bistum mit Zustimmung des Betroffenenbeirats eine Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) in der Diözese als Erstinformationsstelle beschlossen, weil keine kirchenunabhängige Anlaufstelle gefunden wurde. Quelle: pow.bistum-wuerzburg


17.3.2024 Im Bad Salzdetfurther Kurpark steht deutschlandweit die erste Gedenkstele, die an das besondere Leid vieler Verschickungskinder erinnert. Quelle: hildesheimer-presse


17.3.2024 In der Pfarrkirche Edling wurde im Gottesdienst ein Aufruf der Erzdiözese München und Freising verlesen: Ein Pfarrer soll ein Kind aus der Gemeinde bis ins Jugendalter hinein sexuell missbraucht haben. In den 60er Jahren war der Geistliche dort als Kaplan tätig. 1972 wechselte er nach Schnaitsee. Auch in Eichenau hat der Beschuldigte ein Kind missbraucht. Quellen: wasserburg24   katholisch.de


16.3.2024 Jens Windel, Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz, rechnet die Angaben der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen vor: Bei den 3.493 Anträgen seit 2021 wurden insgesamt 56.982.000 Euro ausgezahlt. Durchschnittlich erhielt also jeder Betroffene knapp 16.000 Euro. Windel kritisiert das intransparente Verfahren. Quellen: Domradio   Kirche und Leben


15.3.2024 Pater Andrew Small, Oblatenmissionar, (54), zweitwichtigster Mann in der Päpstlichen Kinderschutzkommission, hat seinen Posten nicht mehr inne. Ihm wird vorgeworfen, dass er mindestens 17 Millionen Dollar von den Päpstlichen Missionsgesellschaften in eine von ihm gegründete Organisation umgeleitet habe. Neuer Sekretär der Kinderschutzkommission wird Weihbischof Luis Manuel Ali Herrera, 56, Kolumbien. Stellvertretende Sekretärin wird die US-amerikanische Polizistin und Missbrauchsexpertin Teresa Morris Kettelkamp, 72. Quelle: katholisch.de


15.3.2024 Der Tätigkeitsbericht der katholischen Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen zeigt, dass Betroffene im Jahr 2023 bis zum 31.7. durchschnittlich rund 22.140 Euro Anerkennungsleistungen erhielten. Seit dem 1. August erhielten sie durchschnittlich 33.618 Euro. Damals wurde einem Betroffenen in einer Entscheidung des Kölner Landgerichts  300.000 Euro zugesprochen.  Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat seit dem1.1.2021 rund 57 Millionen Euro ausgezahlt, das Bistum Münster zahlte mit rund 5,4 Millionen Euro die höchste Entschädigungssumme unter den Bistümern. Andere katholische Träger, z.B. Caritas, und katholische Orden zahlten bislang knapp 9,2 Millionen Euro. Quelle: evangelisch.de


15.3.2024 Die Bild-Zeitung darf nicht mehr verbreiten, dass Kardinal Woelki zum Zeitpunkt der Beförderung eines Geistlichen eine Warnung der Polizei vor dem Einsatz des Geistlichen in der Jugendarbeit und ein weiteres den Geistlichen belastendes Dokument aus dessen Personalakte gekannt habe. Die Bild-Zeitung hatte Berufung eingelegt, der 15. Zivilsenat räumte der Berufung keine Aussicht auf Erfolg ein. Quelle: Neues Ruhrwort


14.3.2024 Eine Nonne erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche: Im Kloster missbraucht, von Priester vergewaltigt. Quelle: FR


13.3.2024 Der Ausschuss für unabhängige Aufarbeitung im Bereich der Ordensgemeinschaften hat für den Zeitraum März 2023 bis Februar 2024 seinen 2. Tätigkeitsbericht vorgelegt. Er beriet im Berichtszeitraum 15 Ordensgemeinschaften. Die ursprünglich beabsichtigte Betroffenenvernetzung wird nicht fortgeführt, weil Betroffene Anliegen haben, die nicht vom Aufarbeitungsausschuss verfolgt werden können. Nun werden themenbezogene Kurzformate mit Betroffenen und Experten bevorzugt. Bislang hat nur ein Teil der Orden unabhängige Experten mit Untersuchungen beauftragt. U.a. gibt es Probleme, passende Aufarbeitungsteams zu finden. Betroffene zeigen sich sehr unzufrieden mit der Arbeit einiger unabhängiger Ansprechpersonen, sie erlebten mangelnde Empathie, fehlendes Engagement für die Anliegen Betroffener, fehlende Unabhängigkeit. Quellen: aufarbeitung-orden   katholisch.de


13.34.2024 Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen neun Chorherren der Abtei St. Maurice, Schweiz, wird die Schule verstaatlicht. Chorherren dürfen weiter als Lehrer tätig sein, wenn sie die entsprechende Ausbildung haben. Alexandre Ineichen, Chorherr der Abtei, wird wieder als Rektor eingesetzt. Die künftige Schulleitung darf nicht mehr von der Abtei gestellt werden. Quelle: kath.ch


13.3.2024 In einer repräsentativen Onlinebefragung gaben 54 % der Männer an, Gewalt in der Partnerschaft erlitten zu haben. Die Befragung wurde vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen durchgeführt. Quelle: evangelisch.de


13.3.2024 Eine Missbrauchsbetroffene in der Kirchengemeinde Oesede wirft dem Landesbischof Ralf Meister, Hannover, schwere Versäumnisse bi der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen vor und empfiehlt seinen Rücktritt. Quelle: katholisch.de


12..3.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, plant eine bundesweite Erhebung zur Häufigkeit sexualisierter Gewalt an Minderjährigen. Befragt werden sollen alle vier Jahre Schüler*innen der 9. Klasse. Ziel der Erhebung sei, eine valide Datengrundlage für die geplante Berichtspflicht gegenüber dem Bundestag. Quelle: evangelisch.de


12.3.2024 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dieser, Aachen, beklagt den „nicht ganz fairen Umgang mit der katholischen Kirche“. Sie sei bisher die einzige Institution, „an der die Gesellschaft einmal durchspielt, wie mit der Entschädigung von Missbrauchsbetroffenen umzugehen ist“, sagte er. Quelle: katholisch.de


11.3.2024 Vor dem Museum von Bad Salzdetfurth wird am Samstag eine Gedenkstele aufgestellt, die an das Leid er „Verschickungskinder“ erinnern. Etwa zwölf Millionen Jungen und Mädchen wurden in der Nachkriegszeit auf Kosten der Krankenkassen in solche Heime zur Erholung geschickt. Viele der Kinder waren unterernährt. Bislang fanden Forschende rund 20 Todesfälle in den ca 1.900 Heimen. Das Diakonische Werk in Niedersachsen stellt als Nachfolgerin der Inneren Mission die Stele auf. Quelle: evangelisch.de


9.3.2024 Der polnische Bischof Andrzej Dziuba, seit 20 Jahren Bischof von Lowicz, ist zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, Berichten über sexuelle Gewalt an Minderjährigen durch Priester nicht nachgegangen zu sein. 2020 hatte der Vatikan ein Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. In Polen gab es bereits 13 Fälle, in denen Bischöfe, emeritierte Bischöfe und ein Erzbischof vom Vatikan wegen Vertuschungsvorwürfen bestraft wurden. Häufig boten die Bischöfe ihren Rücktritt an, bevor Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben wurden. Quelle: DLF  Spiegel


9.3.2024 Die Theologin Katharina von Kellenbach stellt eine „verheerende Komplizenschaft mit den Tätern“ fest und fordert, dass es keine schnelle Vergebung geben dürfe. Vielmehr seien Strategien für Reue und Wiedergutmachung nötig. Zur Reue gehöre, dass die Gemeinschaft der Kirche die Schuldigen klar benenne. Quelle: Domradio


9.3.2024 Die Kommunität von Taizé hat ihren „Tätigkeitsbericht des Teams ‚Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen‘ für das Jahr 2023“ veröffentlicht. Insgesamt sind 54 Fälle eingereicht und geprüft worden. Zwei Taizé-Brüder und drei ehemalige Brüder werden sexueller Handlungen beschuldigt. Vier Meldungen ohne sexuellen Bezug betreffen drei Brüder. Die Meldungen sprechen von „Schwierigkeiten“ im Umgang mit Freiwilligen, von „Missverständnissen in einem seelsorglichen Gespräch“ oder um „zu häufige Besuche bei einer Person“. In diesen vier Fällen seien einvernehmliche Lösungen gefunden worden. Quelle: taize.fr


9.3.2024 Bischof Lucas Van Looy sollte Kardinal werden. Missbrauchsbetroffene protestierten dagegen, weil Looy als Bischof von Gent in Missbrauchsfällen nicht konsequent genug gegen Missbrauchstäter vorgegangen sei. Papst Franziskus wollte ihn dennoch zum Kardinal erheben. Nun blieb es bei der Übergabe des Kardinalsringes. Looy wurde nun vom Papst empfangen. Quelle: Domradio


9.3.2024 Vier Missbrauchsbetroffene aus dem Bistum Münster bewerten ein Jahr nach Veröffentlichung der Münsteraner Studie die Aufarbeitung in ihrem Bistum. Sie anerkennen positive Entwicklungen, kritisieren aber auch Bereiche, in denen es keine Fortschritte gibt. Quelle: Kirche und Leben 


8.3.2024 Kardinal John Dew, Neuseeland, wurde nach polizeilichen Ermittlungen von dem Vorwurf, ein Kind missbraucht zu haben, entlastet. Die kirchliche Untersuchung dauert an. Quelle: katholisch.de


8.3.2024 Die Staatsrechtler Stephan Rixen und  Jörg Scheinfeld vertreten die Ansicht, dass die Ablehnung außergerichtlicher Vergleichsverhandlungen durch die deutschen Bischöfe im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes stehe. Das Bundesverfassungsgericht gebe der einverständlichen Lösung durch einen Vergleich den Vorzug vor einer richterlichen Strafentscheidung. Quelle: Domradio 


8.3.2024 Das Bistum Trier sucht für ein Forschungsprojekt zu Missbrauch in der katholischen Kirche zwischen 1946 und 2021 Zeugen und Betroffene. Das Forschungsprojekt läuft seit November 2022. Quelle: saarbruecker-zeitung


8.3.2024 Das Bistum Hildesheim hat – gemeinsam mit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Nord und dem Betroffenenbeirat Nord – eine neue Aufarbeitungsstudie zur Aufdeckung sexueller Gewalt und anderer Gerwaltformen ausgeschrieben. Quelle: Bistum Hildesheim


7.3.2024 Die Schweizer Bischofskonferenz beabsichtigt, zu ihrer nächsten Versammlung Missbrauchsbetroffene einzuladen. Quelle: bischoefe.ch


7.3.2024 Papst Franziskus hat die päpstliche Kinderschutz-Kommission empfangen und gesagt, Kirchenverantwortliche sollten sich den Opfern zuwenden. Quelle: kath.ch


7.3.2024 Das Aloisiuskolleg und der Heliand-Bund suchen nach Opfern von Pater Alfred Stump, der als Jugendseelsorger von 1967 bis 1988 auch Leiter der ND-Gruppe Sankt Michael am Aloisiuskolleg war. Bereits im 2011 veröffentlichten Zinsmeister-Bericht wurden Missbrauchstaten öffentlich. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Stump weitere Taten imUmfeld des ND und des Heliand begangen hat. Quelle: General-Anzeiger


7.3.2024 Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, VBG, prüft derzeit, ob die Kirchen für geleistete Entschädigungen und Renten nach Fällen sexuellen Missbrauchs in Regress zu nehmen seien. Quelle: evangelisch.de


7.3.2024 Die katholische Bischofskonferenz Spaniens hat die Zahl der Missbrauchsfälle korrigiert: Seit 1940 kam es zu 1.057 dokumentierten Fällen, 251 mehr als im Bericht von Dezember 2023. 428 Fälle geschahen in den Diözsen, 613 in religiösen Orden, die übrigen in religiösen Schulen und kirchlichen Institutionen. Viele Fälle lägen weit zurück und müssten erst noch geklärt werden. Quelle: katholisch.de


7.3.2024 Der „Verband christlicher Popularmusik“ hat sich mit dem Liedgut von Männern auseinandergesetzt, die mutmaßlich oder verurteilt sexuellen Missbrauch begingen. Der Komponist Thomas Laubach und die Geistliche Begleiterin Stefanie Lübbers nehmen Stellung zur Frage, ob Lieder von mutmaßlichen oder verurteilten Missbrauchstätern (Pilz, Laudato si; Dominikaner André Gouzes) weiterhin in der Liturgie gesungen werden können. Quelle: katholisch.de


6.3.2024 Der Oberste Gerichtshof Argentiniens hat die 45-jährige Haftstrafe für Pater Horácio Corbacho Blank, einen der Priester, die zwischen 2005 und 2016 wegen zahlreicher sexueller Misshandlungen gegen Minderjährige in einer Einrichtung für gehörlose Kinder und Jugendliche in der Provinz Mendoza verurteilt wurden, bestätigt. Corbacho hatte 2019 Revision angemeldet. Quelle: cruxnow


6.3.2024 Ein katholischer Pfarrer (42) auf Sizilien, Bistum Enna, wurde wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Opfer brachte den Fall 2020 vor und berichtete von Missbrauch in den Jahren 2009 bis 2013 zur Zeit seiner Minderjährigkeit. Zunächst schrieb der Mann an Papst Franziskus, der die Glaubenskongregation informierte, die sich jedoch für unzuständig erklärte, weil der Beschuldigte zur Tatzeit noch kein Priester war. Der zuständige Bischof von Piazza Armeria, Rosario Gisano, wusste wohl von den Gewalttaten und versetzte den Beschuldigten Ende 2019 in die Diözese Ferrara mit der Begründung er sei „schwer krank“. Später wurde er dort zum Priester geweiht. Der Bischof bot der Familie des Opfers 25.000 Euro in bar aus der Caritas-Kasse als „Stipendium“ an. Das Opfer ging schließlich zur Polizei. Quellen: Badische Zeitung   ilmessaggero.it


6.3.2024 Resonanzen zur Buch-Lesung „Entstellter Himmel“ im Annahof Augsburg


6.3.2024 Die katholische Kirche der Slowakei hat einen Bericht zur seit 2018 bestehenden Kinderschutzkommission veröffentlicht. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bernard Bober, berichtet von Beschwerden gegen 68 Kirchen-Mitarbeiter, die seit 1990 im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eingegangen sind. 39 Fälle sind bestätigt und abgeschlossen, fünf wurden abgeschlossen, aber nicht bestätigt, sieben sind nicht aufklärbar, 17 Fälle werden noch untersucht. Die 39 bestätigten Fälle ereigneten sich zwischen 1990 und 2022 und betrafen 44 Opfer, 21 der Opfer sind Mädchen. In 31 Fällen waren die Täter Priester. Quelle: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2024-03/slowakei-kirche-veroeffentlicht-erstmals-kinderschutzbericht.html


5.3.2024  Am Samstag, 9. März, findet ein zweites Online-Forum zur Entwicklung von Gedenk- und Erinnerungsformaten im Bistum Hildesheim statt. Dazu sind Betroffene, Gremienangehörige, Gemeindemitglieder und andere Interessierte von 9 bis 12.30 Uhr herzlich eingeladen. Anmeldung:  aufarbeitung@bistum-hildesheim.de Quelle: BistumHildesheim


5.3.2024 Sechs Monate nach der Veröffentlichung der Pilotstudie über Missbräuche in der katholischen Kirche der Schweiz haben sich rund 160 weitere Betroffene gemeldet. Quelle: derbund.ch


4.3.2024 In Bamberg zeigen zwei Betroffene von Missbrauch durch Priester das Erlittene in einer Kunstausstellung. Quelle: evangelische Zeitung


2.3.2024 Die Vereinigungen von Points-Cœur wurden 2020 vom Vatikan wegen „schwerer und langanhaltender Unregelmäßigkeiten“ aufgelöst. Der Gründer der Vereinigung, Thierry de Roucy, war 2018 aus dem Klerikerstand entlassen worden. Ihm wurde sexueller Missbrauch und die Absolution eines „Komplizen“ vorgeworfen. Er stand unter dem Einfluss des Dominikanerpaters Thomas Philippe, der rund 30 Frauen spirituell und sexuell missbrauchte.  Points-Cœur hat in Deutschland, in Berlin, eine Niederlassung. Die Diözese Lausanne Genf Fribourg lässt nun die Beziehungen zwischen Points-Cœur – inzwischen eine NGO – und der katholischen Kirche prüfen. Quellen: kath.ch


2.3.2024 Aktueller Überblick über die Behandlung des Rupnik-Falles: Rupnik erhält weitere Aufträge, seine Mosaiken zu gestalten. Seit Sommer 2023 gehört eine Franziskanerkirche im bosnisch-herzegowinischen Mostar und eine Bischofskapelle auf der kroatischen Insel Hvar dazu. Auch Projekte in Südosteuropa vollendete Rupnik trotz der Einschränkungen seiner Reise- und Künstlertätigkeit. Quelle: katholisch.de


1.3.2024 Im Berufungsverfahren eines Priesters aus dem Bistum Augsburg wurde das ursprüngliche Urteil – acht Monate Haft ohne Bewähung – abgemildert. Nun wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: katholisch.de


1.3.2024 Mary McAleese war von 1997 bis 2011 Präsidentin der Republik Irland, zur Zeit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Sie berichtet und konstatiert: „…als der Murphy-Bericht (2009) über die Dubliner Diözese veröffentlicht wurde, zeigte sich das ganze Ausmaß des Missbrauchs und der Vertuschung. Und es wurde klar: In keinem einzigen der Tausenden von Fällen, die der Bericht untersuchte, hat das Kirchenrecht jemals einem Opfer geholfen oder es unterstützt.“ Bis heute unterstütze das Kirchenrecht nicht die Opfer. Die Päpstliche Kommission zum Schutz von Minderjährigen werde vom Vatikan und seinen Strukturen eingeschränkt und hätte „niemals die Freiheit, die Arbeit zu tun, von der der Papst der Welt gesagt hat, dass sie sie tun würden“. Quelle: kath.ch


1.3.2024 Im Bistum Mainz haben sich seit der Vorstellung der Missbrauchsstudie im März 2023 weitere 43 mutmaßlich Betroffene gemeldet. Zwei Täter zeigten sich selbst beim Bistum an. Die mutmaßlichen Täter sind Priester oder ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche. Das Bistum hat insgesamt rundc 1,7 Millionen Euro als „Anerkennungsleistungen“ an Betroffene gezahlt und für Therapien zusätzlich 280.000 Euro. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller spricht von einem „Mentalitätswandel“ im Bistum Mainz. Bischof Kohlgraf habe das Thema zur Chefsache gemacht und Stephanie Rieth, Bevollmächtigte des Generalvikars, käme ihrer Arbeit mit Sachverstand und Beharrlichkeit und Empathie nach. Auf allen Ebenen der Thematik sei das Bistum Mainz gut aufgestellt. [Es ist schön, einmal eine gute Nachricht hier zu schreiben.] Quellen:  swr   evangelische Zeitung


29.2.2024 Die Marienschwestern der Unbefleckten Empfängnis haben in einem Heim in Langweiler offenbar Kinder misshandelt, die mutmaßlichen Täterinnen sind gestorben. Nun will der Orden die Fälle untersuchen lassen. Monika Kilburg aus Wintrich war die Erste, die vor eineinhalb Jahren von den Misshandlungen erzählte und mit vielen Betroffenen gesprochen hat. Zunächst reagierte der Orden gar nicht, dann versuchte das Bistum Trier zu vermitteln und teilte einen Fall mutmaßlicher Misshandlung mit, erhielt jedoch nur eine Empfangsbestätigung. Nun informiert Sybille Koltan, Generaloberin der Kongregation der Marienschwestern, sie höre zum ersten Mal von den Vorwürfen und werde diese untersuchen lassen. Die deutsche Regionaloberin Cordula Klafki habe nicht reagiert, weil die Beschuldigten verstorben sind (dass die Opfer leben, spielte wohl keine Rolle). Inzwischen sei deutlich geworden, dass die Kongregation noch keine Meldestruktur für Betroffene habe. Der Orden beabsichtige, einen Ansprechpartner für Betroffene psychischer und physischer Gewalt einzusetzen. Quelle: swr


29.2.2024 Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder hat seine eigene Geschichte im Hinblick auf sexualisierte Gewalt untersuchen lassen. Ein wichtiges Ergebnis: Auch beim BdP stand der Schutz von Tätern und der Organisation oft an erster Stelle. Quellen: evangelisch.de  Pressekonferenz   Studie Dill|Caspari|Schubert|Könnecke|Reising: Grenzenlose Orte. Sexualisierte Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder 1976 – 2006


29.2.2024  Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, Mitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR),  lässt das Thema sexualisierte Gewalt in der Geschichte des Trägers aus der Zeit von 1950 bis in die 1970er-Jahre aufarbeiten. Beauftragt wurde der Historiker Dr. Sascha Topp. Quelle: kreuznacherdiakonie


28.2.2024 Die Slowenische Bischofskonferenz hat drei Expertengruppen eingerichtet, die Missbrauchsfälle in der Kirche untersuchen und Präventionsmaßnahmen ergreifen sollen. Kritiker zweifeln an der Unabhängigkeit der Kommissionen – sie seien kirchennah. Zuletzt war das Bistum Koper in der Presse, weil es den Priester und Künstler Marko Rupnik inkardiniert hat, dem sexueller Missbrauch von Ordensfrauen vorgeworfen wird. Quelle: Domradio


27.2.2024 Der Chorherr, der im November von seinem Amt als Dekanpfarrer von Saint-Maurice suspendiert wurde, darf nun wieder arbeiten. Der Fall sei juristisch abgeschlossen, begründet die Abtei den Entscheid. Eine Frau hatte den Chorherrn vorgeworfen, sie als Zwölfjährige missbraucht zu haben. Quelle: kath.ch


27.2.2024 Die Abtei Saint-Maurcie, Kanton Wallis, hat die Bildung einer unabhängigen Untersuchungsgruppe in Auftrag gegeben, die mutmaßliche Fälle von Missbrauch in den letzten Jahrzehnten aufarbeiten soll. Quelle: vaticannews


27.2.2024 In Polen äußern u.a. Weihbischöfe ihr Unverständnis, dass der Stettiner Erzubischof seinen Rücktritt mit seinem Gesundheitszustand begründete, obwohl der Grund in „Nachlässigkeiten“ im Umgang mitz Missbrauchsfällen liegt. Der Chefredakteur der katholischen Zeitschrift „Wiez“, Zbigniew Nosowski, warf Dziega vor, auf die „schlimmste kirchliche Art“ zurückgetreten zu sein: „ohne Wahrheit, ohne Schuldfestlegung, ohne Hinweis auf Verantwortung, ohne Strafe, ohne Klarheit, ohne Ehrlichkeit, ohne jegliche Information über das Ergebnis der gegen ihn geführten kanonischen Verfahren“. So werde die kirchliche Rechenschaftspflicht zur „Farce und Karikatur ihrer selbst“. Quelle: kathpress.at


26.2.2024 Joachim Frank weist angesichts der Einrichtung einer „Unabhängigen regionalen Aufarbeitungskommission West“ der Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe darauf hin, dass die Gefahr der Abhängigkeit von den Landeskirchen besteht und nennt die Einrichtung des Gremiums einen „Fehlstart“. Fast schon verzweifelt fragt er, ob die evangelische Kirche unfähig sei, aus den Fehlern der katholischen Kirche zu lernen. Quelle: ksta


26.2.2024 Das Schweizer Forschungsteam, das Missbrauch in der katholischen Kirche untersucht, ist weiterhin damit beschäftigt, Zugang zu den Akten der Nuntiatur in Bern zu finden. Den Forscherinnen, Monika Dommann und Marietta Meier, wurde wurde im Februar 2023 keine Akteneinsicht gewährt. Geregelt ist dies im Wiener Abkommen über diplomatische Beziehungen, das seit 1964 in der Schweiz gilt. Die Forscherinnen beabsichtigen, auch im Dikasterium für die Glaubenslehre Akteneinsicht zu fordern. Unklar scheint, wer Akteneinsicht gewähren kann. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, dass der Nuntius keine Akteneinsicht gewähren dürfe. Es werde eine Sondererlaubnis durch den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nötig sein. Quelle: kath.ch


26.2.2024 Es gibt Missbrauchsbetroffene, die die Ressourcen des christlichen Glaubens im Leben mit anhaltenden Gewaltfolgen nutzen. Quelle:  evangelische-zeitung


26.2.2024 Bischöfin Kirsten Fehrs, EKD, betont – gemeinsam mit den katholischen Bischöfen -, dass völkisch-nationale Gesinnungen und menschenverachtende Haltungen und Äußerungen mit den Grundsätzen christlichen Glaubens nicht vereinbar sind. Sie warnt vor der Wahl rechtsextremer Parteien einschließlich der AfD, weil sie Minderheiten ausgrenzen und die Demokratie gefährden. Quelle: evangelisch.de


26.2.2024 Dem Bistum Trier wurde Mitte der 1990er-Jahre bekannt, dass ein Pfarrer der Pfarrei Bassenheim (heute: Pfarrei Heilig Geist in Mülheim-Kärlich) ein Kind Anfang der 1980er-Jahre über mehrere Jahre missbraucht hat. Der Beschuldigte gestand die Taten. Er verstarb im Jahr 2000, so dass ein strafrechtlicher Prozess nicht beendet werden konnte. Eine kirchenrechtliche Untersuchung wurde nicht eingeleitet. Nun will das Bistum mögliche weitere Betroffene ermutigen, sich zu melden. *Quellen: katholisch.de   tagesschau   paulinus-bistumsnews


26.2.2024 Dem Bistum Trier wurde Mitte der 1990er-Jahre bekannt, dass ein Pfarrer der Pfarrei Bassenheim (heute: Pfarrei Heilig Geist in Mülheim-Kärlich) ein Kind Anfang der 1980er-Jahre über mehrere Jahre missbraucht hat. Der Beschuldigte gestand die Taten. Er verstarb im Jahr 2000, so dass ein strafrechtlicher Prozess nicht beendet werden konnte. Eine kirchenrechtliche Untersuchung wurde nicht eingeleitet. Nun will das Bistum mögliche weitere Betroffene ermutigen, sich zu melden. Quelle: katholisch.de   tagesschau   paulinus-bistumsnews     wort.lu


26.2.2024 Nun hat die Apostolische Nuntiatur in Polen die Gründe für die Annahme des Rücktritts von Erzbischof Andrzej Dziega mitgeteilt: Dziega habe „Nachlässigkeiten“ in der Verwaltung der Diözese und insbesondere in der Durchführung des Papstschreibens „Vos estis lux mundi“ festgestellt. D.h. Dziega ist Missbrauchsfällen nicht oder nicht vorschriftsmäßig nachgegangen. Quelle: katholisch.de


24.2.2024 Andrzej Dziega, Erzbischof von Stettin-Cammin, trat mit 71 Jahren vorzeitig von seinem Bischofsamt zurück. Gründe nannte der Vatikan nicht. Die vatikanische Bischofskongregation geht seit Januar 2021 den Vertuschungsvorwürfen nach. Quellen: Domradio    kirche-und-leben 19.5.2023


23.2.2024 Ein Report, der den Umgang mit Missbrauchsfällen in der anglikanischen Kirche von England untersuchte, empfiehlt der anglikanischen Kirche, unbedingt externe Beteiligung zuzulassen. Die Schutzmaßnahmen innerhalb der Kirche seien „mangelhaft“. Erzbischof Welby, Canterbury, und Erzbischof Cottrell, York, begrüßen die Kritik. Quelle: vaticannews


23.2.2024 Erzbischof Heße, Hamburg, erklärt, welche Konsequenzen aus der Studie zu sexueller Gewalt im Bereich der Kirche Mecklenburg gezogen wurden. Quelle: evangelische Zeitung


22.2.2024 Das Bistum Essen ermöglicht Betroffenen zur Unterstützung der individuellen Aufarbeitung Akteneinsicht. Die Kosten für Akteneinsicht und Auskünfte trägt das Bistum. Quelle: bistum-essen


22.2.2024 Nach klaren Positionierungen evangelischer Bischöfe und Bischöfinnen haben sich auch die katholischen Bischöfe Deutschlands klar gegen Rechtsextremismus und die AfD positioniert. Für Christen sei die AfD nicht wählbar. Quellen: dbk  Tagesschau


22.2.2024 Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat die Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Ordensmänner – Herz-Jesu-Missionare – wegen Verjährung eingestellt. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Verdacht sexueller Übergriffe aus den Jahren 1991 bis 1994. Die Übergriffe sollen in einem inzwischen geschlossenen Klosterinternat in Rebdorf bei Eichstätt stattgefunden haben. Ein früherer Schüler erstattete im April 2023 Anzeige. Die kirchenrechtliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Quelle: katholisch.de


22.2.2024 In ihren lehramtlichen Texten hält die Kirche die gleiche Würde von Mann und Frau hoch – doch folgen daraus nicht gleiche Rechte. Die Regensburger Pastoraltheologin Ute Leimgruber sieht darin eine zunehmende Exkulturation der Kirche. Quelle: katholisch.de


22.2.2024 In Australien wurde der frühere Bischof Christopher Saunders festgenommen. Ihm werden „sexuelle Penetration ohne Einwilligung in zwei Fällen, 14 Fälle von rechtswidriger und unanständiger Körperverletzung und drei Fälle von unanständigem Umgang mit einem Kind im Alter von 16 – 18 Jahren als Autoritätsperson“ vorgeworfen. Der Vatikan hatte im September 2023 der australischen Polizei einen Bericht übermittelt, in dem stand, dass Saunders wahrscheinlich vier sexuelle Übergriffe auf indigene Jugendliche gemacht habe und möglicherweise 687 Jugendliche und Männer „umworben“ haben soll. Die Vorwürfe beziehen sich auf 2008 und danach. Nach Zahlung einer Kaution ist Bischof Saunders wieder frei. Quellen: Spiegel   vaticannews


21.2.2024 Der Psychiater Harald Dreßing plädiert für eine deutschlandweite Dunkelfeldstudie zum Thema Missbrauch. Er erinnert daran, dass überall dort, wo sich Erwachsene professionell oder im familiären Bereich um Kinder kümmern, die Gefahr von Missbrauch besteht. Die Dunkelfeldstudie wird auch gebraucht, um die Effizienz von Schutzkonzepten beurteilen zu können. Dreßing vermisst die Unterstützung durch den Staat. Quelle: evangelisch.de


21.2.2024 Eine frühere Angehörige der Loyola-Kommunität, Gloria Branciani, eine Italierin, lernte den Jesuiten Marko Rupnik als Studentin in Rom kennen. Rupnik verhielt sich übergriffig. Als die Frau in die Kommunität eintrat, seien die Übergriffe Rupniks aggressiver geworden. Rupnik sagte, die Berührungen trügen zum spirituellen Wachstum der Ordensfrau bei. Schließlich habe Rupnik eine weitere Ordensfrau bei sexuellen Handlungen dabei haben wollen und dies mit der heiligen Dreifaltigkeit begründet. Die Ordensfrau vertraute sich schließlich Verantwortlichen der Kommunität und des Jesuitenordens an, habe jedoch kein Gehör gefunden. Ihr wurde zum Austritt aus dem Orden geraten, den sie 1994 vollzog. 2021 erinnerte sich im Zuge kirchenrechtlicher Untersuchungen der Jesuitenorden an die Anschuldigungen von Branciani. Das ehemalige Mitglied der Loyola-Gemeinschaft Mirjam Kovac, 62, berichtet von mindestens 41 Opfern Rupniks. Quellen: ORF  cruxnow


21.2.2024 Johannes Norpoth kritisiert die fehlende Unabhängigkeit der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) und schlägt vor, eine Stiftung für Aufklärung, Schadenersatz und Prävention einzurichten. Quelle: katholisch.de


21.2.2024 Der Verein der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier – MissBiT – informiert heute, 15 Uhr über mögliche Schmerzensgeldklagen von Opfern gegen das Bistum Trier. Zwei Zivilklagen von Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche seien zurzeit in Vorbereitung, teilte der Vorsitzende des Vereins der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier (Missbit) , Hermann Schell, mit. Quellen:  Pressemitteilung   Zeit


21.2.2024 Ein Jahr nach der Vorstellung der Missbrauchsstudie im Bistum Mainz sagt Bischof Kohlgraf, es liege noch viel Arbeit bei der Aufarbeitung an. Er weist darauf hin, dass die Gemeinden, in denen Pfarrer beschuldigt sind, viel Betreuung brauchen. Quelle: Zeit 


21.2.2024 Es gebe schon einige Gesetze in der Kirche, die wichtige Linien im Kampf gegen Missbrauch ziehen, sagt der Jesuit und Präventionsexperte Hans Zollner. Fünf Jahre nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan wünscht er sich ein breiteres Bewusstsein für die Problematik. Quelle: katholisch.de


20.2.2024 Nicole Winfield schaut auf die Behandlung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche weltweit. Sie berichtet, dass unter Fachleuten Konsens darüber besteht, dass die Opfer nach einer Meldung bei der Kirche häufig erneut traumatisiert werden. So rät denn auch Pater Tom Doyle, US-amerikanischer Kirchenrechtler, Betroffenen davon ab, die kirchliche Justiz zu bemühen. Quelle: crux


20.2.2024 Im Jahr 1939 wurde der katholische Priester Theodor Helten wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch das Landgericht Bonn verurteilt. 1960/62 wurde das Urteil noch einmal untersucht. Das damalige Urteil aus der NS-Zeit wurde als zutreffend eingestuft. Helten starb im Konzentrationslager und wurde nach 1945 als Katholik verehrt, der für seinen Glauben im Konzentrationslager gestorben ist. Er wurde in den ersten sieben Auflagen des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts geführt. In der achten Auflage wird er nicht mehr genannt. Das Erzbistum Köln informierte die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Ölberg und rief Betroffene und/oder Zeugen auf, sich bei einer unabhängigen Ansprechperson oder der Stabsstelle Intervention zu melden. Quelle: Domradio


19.2.2024 Als erste Diözese in Italien hat Bozen-Brixen eine externe Missbrauchsuntersuchung in Auftrag gegeben. Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl wird sie durchführen. Sie ruft Betroffene auf, sich zu melden. Quelle: vaticannews


19.2.2024 Auf das Bistum Trier können Gerichtsverfahren mit hohen Entschädigungsforderungen zukommen. Erste Klagen werden nach Aussagen eines Betroffenenvertreters derzeit vorbereitet. Quelle: katholisch.de


19.2.2024 Im März 2019, ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie beschlossen katholische Bischofskonferenz und Zentralkomittee der deutschen Katholiken, einen Synodalen Weg einzurichten. Dort sollten Reformen eingeleitet werden, um in Zukunft sexuellen und Machtmissbrauch zu verhindern oder zu reduzieren. Zur Verstetigung der Arbeit war ein Synodaler Rat vorgesehen, in dem Laien und Theologen gemeinsam mit Bischöfen volles Mitsprache- und Entscheidungsrecht haben sollten. Ein synodaler Ausschuss sollte die Gründung des Rates vorbereiten. Nun haben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Robert Prevorst, Leiter der vatikanischen Bischofsbehörde und Manuel Fernandez, Präfekt des Glaubensdikasteriums der Bischofskonferenz untersagt, die Statuten des Synodalen Ausschusses auf ihrer Vollversammlung zu verabschieden. Thomas Schüller, Kirchenrechtler, kommentiert, der Brief sei ein „Schlag in die Magengrube“ der deutschen Bischöfe. Das römische Machtwort bedeute das Ende des Synodalen Ausschusses. Die Theologin Julia Knop erinnert die katholischen Bischöfe Deutschlands, dass sie 2019 ihr Wort gegeben haben, aus systemischen Problemen im Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Kirche lernen zu wollen. Nun müssten sie klären, ob sie sich diesem Anliegen verpflichtet fühlen „oder ob sie sich von der haltlosen Unterstellung aus Rom einschüchtern lassen, sie würden die katholische Kirche in Deutschland ins Schisma führen.“ Der Vorsitzende der Bischofskonferenz sieht die Hauptsorge des Vatikans in der Autorität des Bischofsamtes,, doch: „Diese Autorität ist angezählt durch den Missbrauch. Das betrifft auch die Autorität des Papstes.“   Quellen: katholisch.de   katholisch.de   Kirche und Leben    Süddeutsche


18.2.2024 Der Historiker und Theologe Ulrich L. Lehner hat ein Buch über sexuellen Missbrauch bei den Jesuiten geschrieben. Fast alle Probleme, vor denen die Kirche in der Missbrauchskrise steht, waren bereits im 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Dem Wissenschaftler und gläubigen Katholiken Lehner ging es bei den Recherchen zeitweise „richtig dreckig“. Das Buch „Inszenierte Keuschheit. Sexualdelikte in der Gesellschaft Jesu im 17. und 18.Jahrhundert“ habe er geschrieben, weil es niemand anderes tun wollte. Quellen: kath.ch   kathpress.at


18.2.2024 Die Ermittlungen gegen Kardinal Woelki verzögern sich. Auch, weil der zuständige Staatsanwalt große Datenmengen ganz allein auswertet. Experten halten das für fragwürdig. Quelle: 1.wdr


16.2.2024 Bischof Zoltán Balog, Chef der protestantischen Reformierten Kirche Ungarns, ist zurückgetreten. Ihm wurde vorgeworfen, die inzwischen auch zurückgetretene Staatspräsidentin Katalin Novák unterstützt zu haben, als sie einen Mann begnadigte, der wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilt worden war. Quelle: Spiegel


15.2.2024 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, sieht auch fünf Jahre nach dem vatikanischen Kinderschutzgipfel weiterhin Probleme bei der Aufarbeitung von sexueller Gewalt in der Kirche. Quelle: Domradio


15.2.2024 Der Salzburger Dogmatik-Professor Hans-Joachim Sander bringt es auf den Punkt: „Die kirchliche Schuld, die nicht elementar bearbeitet wird, ist eine Gesamtblockade der kirchlich ausgerichteten christlichen Botschaft.“ Quelle: Bistum Essen


15.2.2024 Der Betroffenenbeirat in den Bistümern Limburg und Fulda sucht Menschen, die in der Kirche sexuelle Gewalt erfahren haben und im gemeinsamen Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: FR


15.2.2024 Im Jahr 2023 sind im Kanton Zürich 13.900 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Allein fast 9.000 nach dem 12. September, dem Tag der Veröffentlichung des Schweizer Missbrauchs-Gutachtens. Quelle: ref.ch


15.2.2024 Das Bistum Essen verdoppelt sein Personal auf sechs Mitarbeitende im Stabsbereich Prävention und Intervention. Die neuen Kräfte sollen Betroffene begleiten und Pfarreien, Schulen und andere Einrichtungen in der Verbesserung der Prävention unterstützen. Quelle: katholisch.de


15.2.2024 Betroffene von sexuellem und spirituellem Missbrauch durch Priester haben in Kunstwerken ihr Leid ausgedrückt. Die Werke werden im Bistumshaus Sankt Otto in Bamberg gezeigt. Quellen: katholisch.de   Bistumshaus Bamberg


14.2.2024 Papst Franziskus ist in Sachen sexueller Missbrauch an Ordensfrauen durch Geistliche mit harscher Kritik konfrontiert: Mehrere Aktivistinnen, darunter die deutsche Theologin, Buchautorin und frühere Ordensfrau Doris Reisinger, werfen ihm vor, er schütze Priester, die Ordensfrauen vergewaltigt und zur Abtreibung gezwungen hätten. Doris Reisinger konstatiert: „Während der Papst öffentlich Abtreibungen verurteilt und sie mit dem Anheuern eines Auftragsmörders vergleicht, ist er blind gegenüber Priestern, die Ordensfrauen zu Abtreibungen gezwungen haben.“ Quelle: orf


14.2.2024 In Ungarn wurde die Staatspräsidentin Novak entlassen, weil sie anlässlich eines Papstbesuchs den stellvertretenden Direktor eines Waisenhauses, der wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in dem Heim verurteilt worden war, teilweise begnadigt hat. Nun berichten ungarische Medien, dass der reformierte Bischof und Politiker Zoltan Balog der ehemaligen Staatspräsidentin Novak die Amnestie empfohlen habe. Balog weist jegliche Schuld zurück. Quelle: Domradio


14.2.2024 Der Weihbischof des Erzbistums Straßburg, Gilles Reithinger (51), ist zurückgetreten. Papst Franziskus hat den Amtsverzicht angenommen – ohne Begründung. Das Erzbistum Straßburg nennt gesundheitliche Gründe. Bekannt wurden auch Vertuschungsvorwürfe gegen den Weihbischof. Quelle: Kirche und Leben


9.2.2024 Der belgische frühere Bischof Roger Vangheluwe, Brügge, trat 2010 von seinem Bischofsamt zurück, nachdem bekannt wurde, dass er seine Neffen sexuell missbraucht hatte. Die Taten hat er eingeräumt. Der Vatikan hat zwar den Rücktritt angenommen, Vangheluwe aber ansonsten  alle Bischofsrechte belassen. Ende 2022 bat die belgische Bischofskonferenz den Vatikan, Vangheluwe zu laisieren. Im Vorfeld des Papstbesuches in Belgien bat nun der Vatikan die belgischen Bischöfe, eine neue Akte über die Missbrauchsvorwürge vorzubereiten. Neue Informationen sind jedoch nicht zu erwarten. Der belgische Justizminiter Paul Van Tigchelt erklärte, die Bundesstaatsanwaltschaft sei bereit, dem Vatikan die pornografischen Bilder zu übergeben, die 2012 bei Vangheluwe gefunden wurden. Nach belgischem Recht seien sie nicht illegal, sie könnten aber im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen. Quelle: katholisch.de   Domradio 16.2.2024


9.2.2024 Der Historiker Klaus Große Kracht hat zur Position der HuK zu Pädosexualität geforscht. Sein Fazit: „Die HuK hat Bleibendes für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft und in den Kirchen geleistet. Aber sie hat zu lang gebraucht, um sich von pädo­sexuellen Interessen- und Unterstützergruppen in aller Deutlichkeit abzugrenzen. Beides widerspricht sich und gehört doch zusammen.“ Quelle: Chrismon


9.2.2024 Die Kirchen sind nach Ansicht der Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel mit der Aufarbeitung ihres „institutionellen Versagens“ bei Missbrauchsfällen überfordert. Die Staatsregierung müsse nun eingreifen, weise aber „immer noch jede Verantwortung zur Aufarbeitung und Aufklärung“ von sich, sagte Triebel am Freitag in München. Der Staat habe eine „grundgesetzlich festgeschriebene Wächterfunktion“, das Recht auf Aufarbeitung müsse endlich „im Sinne der Betroffenen festgeschrieben werden“. Quelle: Sonntagsblatt


9.2.2024 Dr. Regina Heyder referiert über spirituelle Selbstbestimmung. Quelle: youtube


8.2.2024 Im Februar 2023 hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Verfahren gegen den Pfarrer i.R., H.C.R., Eppertshausen, wegen Missbrauchsvorwürfen, die in den 1990er Jahren geschehen sein sollen, wegen Verjährung imApril 2023 eingestellt. In der Gemeinde erklären sich Menschen solidarisch mit dem Beschuldigten. Im Dezember 2023 gibt es eine Zeugenaussage, die möglicherweise strafbare Handlungen in einem nicht verjährten Zeitraum betreffen könne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt erneut. Das Bistum Mainz hat nach der Einstellung des strafrechtlichen Verfahrens kirchenintern weiter ermittelt, diese Ermittlungen ruhen jedoch wieder, solange die staatsanwaltlichen Ermittlungen andauern. Quelle:  op-ponline


8.2.2024 Der Historiker Thomas Großbölting, der an der ForuM-Studie mitgearbeitet hat, bemerkt im Gespräch mit Christoph Fleischmann, Publik Forum, dass sexualisierte Gewalt in beiden Großkirchen ähnlich funktioniert – die Pastoralmacht sei unabhängig von theologischen Grundlegungen in beien Kirchen recht ähnlicht. Zum Streit zwischen den Landeskirchen und den Forschern meinte er, die Landeskirchen hätten die Aktensicherung wohl unterschätzt und es habe wohl auch am Willen gemangelt, sie „anzupacken“. Die nächste Aufgabe sei, über Verantwortlichkeiten zu sprechen. Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, betont, dass die Einrichtung unabhängiger regionaler Aufarbeitungskommission wichtig sei, damit Betroffene sich nicht an die Kirche wenden müssen. Quellen: evangelisch.de  katholisch.de


7.2.2024 Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg will mit einem unabhängigen Forschungsteam sexualisierte und spirituelle Gewalt innerhalb ihres Verbands aufarbeiten. Ein besonderer Fokus liege auf der Frage, inwiefern die Kultur und die Strukturen der Pfadfinder zu Machtmissbrauch beitragen. Seit 2008 wurden 64 Missbrauchsfälle bei der DPSG bekannt. Quelle: Kirche und Leben


5.2.2024 Der Psychiater Marc Graf sieht in der Kirche an sich einen Risikofaktor für Missbrauch. Quelle: katholisch.de


5.2.2024 Der Kardinalsrat im Vatikan tagt mit Papst Franziskus zur Rolle der Frau. Auf einem vom Vatikan veröffentlichten Foto ist auch der kanadische Kardinal Gerald Cyprien Lacroix zu sehen. Gegen ihn wurden jüngst Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit laut. Quelle: Kirche und Leben


4.2.2024 Nach der Studie über sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat der Europapolitiker Manfred Weber auf die staatliche Aufarbeitung in anderen Ländern hingewiesen. In Ländern, in denen staatliche Organisationen aufgeklärt haben, sei innerhalb kurzer Zeit viel Klarheit eingetreten. Quelle: katholisch.de


3.2.2024 Die Sozialpsychologin Friederike Funke bemerkt zum Thema „Entschuldigung von Organisationen“, dass Missbrauchsopfer den Kulturwandel der Organisation auch bemerken müssen und dass die Organisation wirklich verstanden haben muss, was falsch gelaufen ist. Mit einer aufrichtigen Entschuldigung müssen sich Strukturen ändern. Die Opfer müssen in den Wiedergutmachungsprozess einbezogen werden, auf Augenhöhe – wenn sie das wollen. Quelle: Sonntagsblatt


3.2.2024 Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat ein Strafverfahren gegen Walter Mixa eröffnet, den früheren Bischof von Eichstätt und Augsburg. Der Deutsche Josef Henfling wirft Mixa vor, ihn 2012 in Gossau SG sexuell belästigt zu haben. Quellen: katholisch.de blick.ch


2.2.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak sagt, dass die ForuM-Studie zeige, dass Missbrauch „ein reines Männlichkeitsphänomen und insofern nicht allein ein kirchliches Problem, sondern ein Problem der gesamten Gesellschaft“ sei. Quelle: evangelisch.de


2.2.2024 Die Bischofsweihe des neu ernannten Bischofs der englischen Diözese Plymouth, Christopher Whitehead, wurde abgesagt, weil ein „kanonisches Verfahren“ gegen Whitehead laufe. Der Grund für das Verfahren wurde nicht mitgeteilt. Whitehead zieht sich aus dem priesterlichen Dienst zurück. Quelle: katholisch.de


2.2.2024 Im Erzbistum Köln wurde im November 2023, dass Pfarrer V. aus Gladbeck Minderjährige missbrauchte. Der inzwischen verstorbene Beschuldigte war  V. zwischen 1939 und 1992 in Wülfrath, Essen-Steele-Rott, Köln-Niel und ab 1950 in drei Pfarreien in Bad Godesberg tätig. Das Erzbistum suchte nach weiteren Betroffenen. Informationen, ob sich weitere Betroffene gemeldet haben, gibt es bislang nicht. Quelle: ga


2.2.2024 Die katholische Kirche in Spanien plant eine „nationale Schlichtungskommission“, um Missbrauchsvorwürfe zu prüfen und Opfer zu entschädigen. Die Bischöfe arbeiten zudem derzeit an einem umfassenden Wiedergutmachungsplan. Ob Betroffene an den Planungen beteiligt sind, ist nicht erkennbar. Quelle: Domradio


1.2.2024 Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat eine umstrittene Personalentscheidung zurückgezogen. Ein Priester, dem sexuell grenzverletzendes Verhalten, das weder straf- noch kirchenrechtlich sanktioniert wurde, vorgeworfen worden war, wird anders als zunächst geplant doch nicht Pfarrer in der Gemeinde Sankt Clemens im nordrhein-westfälischen Oberhausen. Quelle: katholisch.de


1.2.2024 Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG weist erneut darauf hin, dass Betroffene sexuellen Missbrauchs in den Kirchen die Möglichkeit haben, eine Rente zu beantragen. Dies gilt für Kinder und Jugendliche, die im Kirchenchor, als Messdiener*innen, Gruppenleiter oder Konfirmanden Missbrauch erlitten haben. Quelle: katholisch.de


31.1.2024 Weil er gemeinsam mit einem Familienvater dessen beide Kinder missbraucht hatte, wurde im Schweizer Bistum Sitten ein Priester laisiert und zu Schmerzensgeld verurteilt. Da er sich nicht an die Sanktionen hielt, informierte Bischof Jean-Marie Lovey die aktiven Priester des Bistums. Bischof Lovey sagt, im Kirchenrecht gebe es keine Verjährung für Missbrauch von Minderjährigen. Quellen: vaticannews   kath.ch


31.1.2024 Die Deutsche Franziskanerprovinz mit 212 Mitgliedern hat eine Missbrauchsstudie bei dem Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in Auftrag gegeben. Ergebnisse sollen Ende 2025 vorliegen. Seit 2010 sind bei der Provinz mehr als 40 Meldungen zu Missbrauchsfällen eingegangen, die dich meist auf die Zeit von 1960 bis 1990 bezogen. Das IPP sucht Betroffene – auch solche, die sich bereits gemeldet haben – und Zeitzeug*innen. Gesucht werden auch noch betroffene Personen, die im Begleitgremium der Studie mitarbeiten. Quelle: katholisch.de


30.1.2024 Dem in Deggendorf verurteilten katholischen Pfarrer, der bis zu seiner Entpflichtung im Januar 2023 in Windeck arbeitete, war 2010 ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen auferlegt worden. Dennoch war er in Erstkommunion- und Firmvorbereitungen aktiv, nahm an Ausflügen teil, hielt Familien- und Schulgottesdienste und nahm die Beichte ab. Sein damaliger Vorgesetzter ermöglichte dem verurteilten Pfarrer diese Arbeit und das zuständige Erzbistum Köln kontrollierte die Einhaltung der Auflagen nicht. Quelle: rundschau-online


30.1.2024 In Oberhausen regt sich in der Pfarrei Sankt Clemens, Sterkrade, Widerstand gegen die Versetzung eines Priesters. Ihm war sexuell grenzverletzendes Verhalten vorgeworfen worden. Quelle: Kirche und Leben


30.1.2024 Das Bistum Aachen sucht im Fall eines Missbrauchsbetroffenen, der in den 1960er Jahren von einem Kaplan über sechs Jahre missbraucht wurde und das Bistum im Zuge der Amtshaftung auf 180.000 Euro verklagt hat, einen Weg der Einigung. Es brachte zunächst die Einrede der Verjährung vor und bot dem Betroffenen zugleich ein gerichtliches Mediationsverfahren an. Diesem Verfahren müssen sowohl das Gericht als auch der Kläger zustimmen. Das Gericht hat aber auch noch die Möglichkeit, die Einrede der Verjährung als sittenwidrig zurückweisen. Quelle: katholisch.de


29.1.2024 Der Staatsanwalt Christian Kalleder, Deggendorf, hat beim Bundesgerichtshof Revision gegen das Urteil gegen den 66-jährigen Geistlichen aus dem Bistum Köln, der während mehrerer Radtouren im Sommer 2022 an einem 15-jährigen Messdienser sexuelle Handlungen vorgenommen hat, eingelegt. Das Gericht hatte den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener nicht als erfüllt angesehen, da die Radtour in privatem Rahmen erfolgt sei. Quelle: Domradio


29.1.2024 Eine ehemalige Ordensfrau der aufgelösten Loyola-Gemeinschaft erhebt neue Vorwürfe gegen den früheren Jesuiten und Mosaikkünstler Marko Rupnik. Er habe ihr Anfang der 1990er Jahre einen Finger gebrochen und ihr ärztliche Behandlung und das Sprechen davon verboten. Kommentiert habe er die Körperverletzung mit den Worten: „Jetzt haben Sie das ewige Siegel der Gesellschaft Jesu“ und er sagte, er habe es aus Liebe getan. Die Ordensfrau berichtete, dass Rupnik der alleinige geistliche Begleiter aller Novizinnen gewesen war. In der Gemeinschaft habe sie „alle Arten von geistlichem Missbrauch, bis hin zur Anstiftung zum Selbstmord“ erlebt, berichtete die ehemalige Ordensfrau.  Zuständig für den Fall Rupnik ist nicht das Glaubensdikasterium, sondern eine andere Behörde – vermutlich die Behörde für Ordensleute, weil das Glaubensdikasterium nur für Missbrauch an Minderjährigen und geistig Behinderten zuständig ist. Quelle: katholisch.de


28.1.2024 Sexualisierte Gewalt wird es immer geben, die Kirche muss damit umgehen. Interview mit Henning Stein, der im Verbundbeirat der ForuM-Studie ist. Quelle: DLFKultur


28.1.2024 Hans Zollner, katholischer Kinderschutzexperte, rät der evangelischen Kirche, „den Betroffenen Raum zu geben, über ihre Anliegen zu sprechen“ und zu beachten, dass Vergebung erst nach der Gerechtigkeit kommt. Quelle: Domradio


28.1.2024 Der BR berichtete im November 2023 über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in der früheren Asthma-Kinderheilstätte Bad Reichenhall. Nun berichten weitere Betroffene. Die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München verspricht Aufarbeitung. Quellen:  br   br


27.1.2024 Heute ist Holocaust-Gedenktag. Marina Weisband spricht im Interview über ihre Erfahrungen. Quelle: swr


27.1.2024 Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster distanziert sich davon, dem verstorbenen Bischof Reinhard Lettmann die Ehrendoktorwürde verliehen zu haben. Grund seien Lettmanns Verfehlungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Quelle: Kirche und Leben


27.1.2024 Der Erzbischof von Quebec, Kardinal Gerald Cyprien Lacroix, zieht sich von allen Ämtern zurück und bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe – sie seien gegenstandslos. Ihm wird vorgeworfen, ein 17-jähriges Mädchen bei zwei Bibeltreffen sexuell berührt zu haben. Quelle: katholisch.de


27.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak macht auf das Offensichtliche aufmerksam: Dass die EKD-Studie gezeigt hat, dass 99 % der Beschuldigten Männer und rund drei Viertel von ihnen bei der ersten Tat verheiratet waren. Er schließt daraus, dass die Missbrauchsfälle ein Männlichkeitsphänomen sind. Sie sind auch nicht auf den Zölibat zurückzuführen. Quelle: katholisch.de


26.1.2024 Der kanadische Kardinal Gerald Cyprien Lacroix, 66 J., Primas der Kirche in Kanada und Erzbischof von Quebec, soll zwischen 1987 und 1988 während zweier Bibeltreffen ein 17-jähriges Mädchen sexuell berührt haben. Lacroix gehört dem Säkularinstitut Pius X. an. Quelle: kath.ch


26.1.2024 Der Sprecher des Betroffenenbeirates bei der Deutschen Bischofskonferenz, Johannes Norpoth, stellt fest, dass die evangelischeKirche von der katholischen Kirche nichts gelernt habe. Quelle: Domradio


26.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak konstatiert, dass die Ergebnisse der ForuM– und der MHG-Studie nur schwer miteinander vergleichen könne, weil die MHG-Studie nur Geistliche einbezogen hatte, die ForuM-Studie auch kirchliche Angestellte und Mitarbeiter untersucht hat. Dennoch sei deutlich geworden, dass die evangelische Kirche nicht besser dastehe als die katholische. Pollak erwartet, dass die Ergebnisse der ForuM-Studie zu weiteren Kirchenaustritten führen werden. Quelle: Domradio


26.1.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, spricht davon, dass man im Vergleich zur katholischen Kirche in der EKD acht Jahre verloren habe. Quelle: Zeit


26.1.2024 Thomas Großbölting, einer der Forscher der ForuM-Studie der EKD, sieht in der evangelischen Kirche andere Risikofaktoren für Missbrauch im Vergleich zur katholischen Kirche. Das bedeute jedoch nicht, dass die katholische Kirche auf die Aufarbeitung ihrer eigenen Risikofaktoren verzichten könne. In der evangelischen Kirche weist er auf die Rechtfertigungslehre hin, die den Täter mehr als die Betroffenen in den Vordergrund stelle. Für Betroffene, die Versöhnung verweigern, habe sich gezeigt, dass sie als Störenfriede wahrgenommen werden. Die Diskussion über die katholische Kirche seit 2010 sei eine Stellvertreterdiskussion. Nun sei die evangelische Kirche im Blick – aber es sei auch nötig, die Familie als Tatort in den Blick zu nehmen. Zudem müsse der Staat mehr als bisher machen. Quellen: katholisch.de   Domradio


25.1.2024 Die evangelische Kirche als Schutzraum für die Täter. Quelle: nrz


25.1.2024 Die Bundesfamilienministerin Lisa Paus, Grüne, verweist angesichts der ForuM-Studie auf das geplante Gesetz zur Stärkung des Amtes der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Quelle: vaticannews


25.1.2024 Interview mit dem Co-Autor der ForuM-Studie Fabian Kessl über die evangelische Studie. Quelle: DLF


25.1.2024 Das Machtgefälle kirchlicher Strukturen begünstigt sexuellen Missbrauch, sagt Katharina Kracht vom Betroffenenbeirat. Anlässlich der EKD-Missbrauchsstudie fordert sie besseren Rechtsschutz für Betroffene und eine unabhängige Ombudsstelle. Quelle: DLF


25.1.2024  Die EKD-Studie ForuM offenbart ähnlich schlimme Zustände wie in der katholischen Kirche: „Die Forscher der aktuellen Forum-Studie untersuchten 4282 Disziplinarakten, 780 Personalakten und 1318 weitere Unterlagen. Die katholische Kirche hatte seinerzeit mehr als 38.000 Personal- und Handakten untersucht – aus gutem Grund: Solche Dokumente können Hinweise auf Straftaten, Verdachtsmomente, aber auch mögliche Vertuschung von Sexualdelikten durch Kirchenobere geben. Dort werden Versetzungen aufgeführt, die oft Reaktion auf ein Fehlverhalten von Mitarbeitern sind.“ Und: „Erst wenn man alle vorhandenen Personalakten von Pfarrpersonen sichtet, werden 57 Prozent der Beschuldigten und rund 75 Prozent der Betroffenen erfasst. Es gibt in den anderen Landeskirchen also vermutlich eine Vielzahl unentdeckter Fälle. Hinzu kommt, dass Akten oft unsystematisch und nicht standardisiert geführt oder sogar vernichtet wurden.“ Quelle: spiegel   siehe auch: BNN,  Neues Ruhrwort,  Sonntagsblatt,  Berchtesgardener Anzeiger


25.1.2024 Die Missbrauchsstudie der evangelischen Kirche offenbart das Leid vieler Betroffener. Einige kritisieren das Vorgehen der Studie. Das ist okay, aber das Wichtigste ist: Der Anfang ist gemacht, sagt Gerd-Matthias Hoeffchen. Quelle: evangelische-zeitung


25.1.2024 Die ForuM-Studie der EKD ermittelte mindestens 2225 Betroffene und 1259 mutmaßliche Täter seit 1946. Die Forscher sagen, dies sei die „Spitze der Spitze des Eisbergs“. Martin Wazlawik, der die Studie in der Pressekonferenz vorstellte, konstatierte, dass die evangelische Kirche sich als „partizipativ, hierarchiearm und progressiv“ bezeichne, aber genau dieses Selbstverständnis habe in vielen Fällen dazu geführt, dass sie interne Fehler und die eigene Machtstruktur nicht kritisch hinterfragt habe. Erstnach 2018 – der Veröffentlichung der katholischen MHG-Studie – habe man erkannt, dass Missbrauch kein rein katholisches Problem sei. Auch in der evangelischen Kirche habe man von Betroffenen verlangt, dass sie ihren Tätern vergeben müssen. Zudem habe man Betroffene nicht als zur evangelischen Gemeinschaft Zugehörige gesehen, sondern als eine Gruppe, die der Kirche und der Diakonie gegenübersteht. Betroffene wurden diffamiert und delegitimiert. Die durch den Missbrauch verursachten seelischen Belastungen wurden gegen die Betroffenen verwendet: Die Person sei ja so traumatisiert, dass sie nicht wirklich sprachfähig sei. In den Landeskirchenämtern habe man nicht im Umfeld von Gemeinde, Heim oder Schule nach möglichen weiteren Opfern gesucht. Im Fall von Katharina Kracht ging die Kirche von einem „Einzelfall“ aus – inzwischen sind zwölf weitere Betroffene bekannt. Quelle: Süddeutsche


25.1.2024 Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Landeskirche Braunschweig, begrüßt die ForuM-Studie. In der Landeskirche Braunschweig wurden 2.500 Personalakten von Pfarrpersonen von 1939-2021 ausgewertet und brachten Hinweise auf 15 Fälle. Sieben Fälle seien unbestätigte Verdachtsfälle. Die Fälle bezogen sich vor allem auf außereheliche Beziehungen zu in den 1960er Jahren minderjährigen Frauen und auf homosexuelle Handlungen. Kindesmissbrauch oder Pädophilie sei die absolute Ausnahme, sagte der Landesbischof. Die Anerkennungskommission der Evangelischen Kirche in Niedersachsen hat in den letzten zehn Jahren acht Fälle aus der Landeskirche Braunschweig bearbeitet, fünf Fälle geschahen in Heimen und Krankenhäusern, drei in Kirchengemeinden. Quellen: Landeskirche Braunschweig    cremlingen-online


25.1.2024 Annette Langer spricht angesichts der ForuM-Studie von einem Desaster und äußert Zweifel am Aufklärungswillen der Evangelischen Kirche. Quelle: Spiegel


25.1.2024 Joachim Frank nennt die Ergebnisse der Studie ForuM der EKD einen „desaströsen Tag für die Kirche – mit Ansage“: „Unbegreiflich sind das Gezauder, das Hinhalten, die eklatanten Mängel in der Kooperation mit den Forschenden bei der Erhebung einigermaßen gesicherter Fallzahlen. Das lässt an der Ernsthaftigkeit des Aufklärungswillens zweifeln und entwertet so das Projekt im Hinblick auf die kirchliche Außenkommunikation. Schlimm ist das vor allem für die Betroffenen sexualisierter Gewalt, die wieder und wieder vor dieselben Mauern rennen, in die gleichen institutionellen Tretmühlen geraten, die gleichen Retraumatisierungen erfahren müssen.“ Quelle: FR


25.1.2024 Simone Schmollak erzählt von einer inzwischen verstorbenen Freundin, die in der damaligen DDR vom Pfarrer – genau wie ihre Schwester – missbraucht wurde. Ihren Eltern hat sie es nie erzählt, denn auch der Vater missbrauchte sie. Quelle: taz


25.1.2024 Die heute 71-jährige Ursula W. berichtet von Missbrauch durch Karl H., damals Pfarrer in Hof in Franken, den sie als Kind erlitt. Als auch andere Frauen Vorwürfe gegen H. erhoben, erkannte das Disziplinargericht der bayerischen Landeskirche dem pensionierten Oberkirchenrat 2011 alle Rechte aus seinem Kirchenamt ab, aber der Disziplinarhof der EKD kassierte zwei Jahre später den Spruch wieder – wegen des fragilen Gesundheitszustandes und des hohen Alters des Angeschuldigten und weil die Tatvorwürfe so lange zurückliegen. Quelle: FR 


25.1.2024 Detlev Zander, Mitglied des Beteiligungsforums in der EKD kritisiert die ForuM-Studie der EKD. Aus der Diakonie seien nur Fälle bis 1970 aufgenommen worden. Erschüttert ist er darüber, dass die Opfer beim ersten Übergriff elf Jahre alt waren. Die EKD habe lange vermittelt, in ihren Reihen gebe es vor allem betroffene Frauen und ältere Mädchen und nun zeige sich, dass auch viele Jungen betroffen sind. Zander bemängelt, dass kein Verantwortlicher mit Namen genannt werde. Im Blick auf die Zukunft sagt Zander: „Wer jetzt Reformen verweigert, sollte sein Bischofskreuz abgeben. Die bislang durchschnittlich bei 13.000 Euro liegenden Zahlungen an Betroffene müssten deutlich erhöht werden, sagt Zander. Quelle: Spiegel


25.1.2024 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, kritisiert die ForuM-Studie der EKD und meint, dass es wohl noch Jahre dauern werde, bis die Missbrauchsfälle in derEKD und der Diakonie aufgeklärt werden. Er fordert weiterhin staatliche Aufklärung und eine angemessene Entschädigung. Quelle: Neues Ruhrwort


25.1.2024 Der Priester, der im niederbayrischen Deggendorf verurteilt worden ist, weil er während zweier privater Radtouren sexuelle Handlungen an einem Messdiener vorgenommen hat, war bis zu seiner Entpflichtung im Januar 2023 in Windeck tätig. Schon im Jahr 2010 gab es offenbar einen begründeten Verdacht. Der Auflage, nicht mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, kam er nicht nach. Quelle: ksta



25.1.2024 Die Evangelische Kirche der Pfalz konnte für die Studie ForuM insgesamt 49 Fälle sexualisierter Gewalt zusammentragen. Es gelten davon aber nur 22 als bestätigt. Das bedeutet, dort hat die Kirche entweder selbst Disziplinarmaßnahmen eingeleitet oder die Täter wurden vor Gericht verurteilt. In ca 33 Fällen handelt es sich um Missbrauch, in einem der 22 bestätigten Fälle um eine Vergewaltigung. Neun Täter arbeiteten als pädagogische Kräfte, z.B. Erzieher, sieben Täter waren Pfarrer, einzelne Täter arbeiteten ehrenamtlich, als Kirchenmusiker oder als Kirchendiener. Mit einer Ausnahme – einer Erzieherin – waren alle Täter männlich. Quelle: swr


24.1.2024 Die Stadt Essen benennt den „Kardinal-Hengsbach-Platz“ in der Nähe des Essener Doms wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen den 1991 gestorbenen Geistlichen um. Der Platz soll künftig „Friedensplatz“ heißen. Quelle: stern


24.1.2024 Sylvia Wagner ist Pharmazie-Historikerin und war Heimkind. 2019 promovierte sie über Arzneimittelversuche in Kinderheimen. Sie ist Autorin des Buches „Arzneimittelversuche an Heimkindern zwischen 1949 und 1975“, Verlag Mabuse, 2020. Derzeit arbeitet sie in einem wissenschaftlichen Team im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen an einer Studie für das Bundesland. Im autobiografischen Roman „heimgesperrt“ hat sie zudem ihre eigene Geschichte mit ihren wissenschaftlichen Ergebnissen verwoben. Kirche+Leben hat mit ihr gesprochen. Wagner berichtet, dass der Umfang der Arzneimittelversuche schwer zu ermitteln sei. Bislang seien etwa 160 Arzneimittelprüfungen bekannt, in die etwa 3.500 Heimkinder involviert waren. Quelle: kirche-und-leben


24.1.2024 Klaus-Dieter Bach berichtet von seinen schweren Erfahrungen im Heim St. Josef-Stift, Wachtendonk, und im Franz Sales-Haus in Essen. Quelle: Kirche und Leben


24.1.2024 Die Giordano-Bruno-Stiftung will unter Beteiligung der Betroffeneninitiative imBistum Hildesheim mit zwei Kunstinstallationen auf die schleppende Missbrauchsaufarbeitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufmerksam machen. Das Protestbündnis fordert zudem den Bundestag auf, im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung eine Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission und ein Opfergenesungswerk einzurichten. Quelle: Evangelische Zeitung


24.1.2024 Die Münsteraner Theologieprofessorin Regina Elsner macht darauf aufmerksam, dass das katholische „nihil-obstat-Verfahren“ eine Form des Machtmissbrauchs ist. Quellen: katholisch.de   feinschwarz.net


24.1.2024 Die Evangelische Kirche in Mitteldeuschland (EKM) meldete als Ergebnis einer Suche in den Personalakten von 8.000 Pfarrpersonen aus den Jahren 1946 bis 2020 den Wissenschaftler:innen der Teilstudie E der ForuM-Studie insgesamt 49 Beschuldigte und 125 Betroffene. Quelle: Eulemagazin


24.1.2024 Im Jahr 2023 hat das Bistum Würzburg insgesamt 229.500 Euro Anerkennungsleistungen an Betroffene sexuellen Missbrauchs gezahlt. 15 Anträge auf Anerkennung des Leids wurden gestellt, in fünf Fällen wurde Geld gezahlt. Die Summe verteilt sich auf Anträge zwischen 2021 und 2023. 8 000 Euro davon zahlten  Ordensgemeinschaften. 2023 erhielten die Unabhängigen Ansprechpersonen sechs neue Mitteilungen. Sierichteten sich gegen zwei lebende Priester, einen verstorbenen Priester, einen verstorbenen Ordensmann, der für das Bistum tätig war, und gegen zwei ehrenamtlich tätige Personen. Quellen: Evangelische Zeitung    Bistum Würzburg


24.1.2024 Der belgische Premierminister De Croo fordert die Laisierung des ehemaligen Bischofs Roger Vangheluwe, Brügge. Vangheluwe trat 2010 zurück und räumte den Missbrauch eines Neffen ein. Im Winter 2022 hatte die Bischofskonferenz den Vatikan aufgefordert, Vangheluwe zu laisieren, jedoch keine Antwort aus dem Vatikan erhalten. Quelle: katholisch.de


24.1.2024 Das vatikanische Vorseminar Pio X. ist die einzige vatikanische Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht sind. Sie sind Messdiener im Vatikan und manchebereiten sich auf den Priesterberuf vor. Dort hat ein Mann, der später Priester wude, einen zeitweise noch minderjährigen Mitschüler von 2007 bis 2012 sexuell missbraucht. Die Ermittlungen liefen seit 2017. Im Jahr 2021 wurde der Angeklagte in erster Instanz  freigesprochen. Nun wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Es ist die erste Verurteilung wegen Missbrauchs im Vatikan. Quelle: standard.at


24.1.2024 Nur eine der 20 Landeskirchen lieferte die Daten aus Personalakten wie gewünscht, während alle anderen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) sowie die Diakonischen Werke dem Forschungsteam der Studie ForuM lediglich Details aus Disziplinarakten über Beschuldigte bereitstellten. Diese Akten geben jedoch nur Auskünfte über einen Bruchteil der Missbrauchsfälle. Geplant war, alle Personalakten zu prüfen. Als Begründung für diese Einschränkung wird Personalmangel genannt. Der Strafrechtsprofessor Stephan Rixen wies darauf hin, dass bei sexualisierter Gewalt oft gar keine Disziplinarakten angelegt worden seien. Wenn nicht auch die Personalakten den Wissenschaftler*innen vorgelegen haben, müssten sich „die Landeskirchen und die Diakonie die Frage gefallen lassen, ob sie den Missbrauch in der evangelischen Kirche wirklich umfassend aufarbeiten wollen.“  Quellen: tagesschau   Domradio


24.1.2024 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, erwartet von der ersten unabhängigen Studie über sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche und Diakonie deutlich höhere Zahlen als die bisher bekannten. Da es „kaum wirklich kirchenunabhängige Ansprechstellen“ in der evangelischen Kirche gebe, hätten viele Betroffene bisher geschwiegen. Das ARD-Magazin „Monitor“ berichtete von der Kritik der beteiligten Wissenschaftler, dass sie nicht im vollen Umfang in allen 20 Landeskirchen Zugriff auf Personalakten hatten. Quellen: Domradio


23.1.2024 Matthias Schwarz wurde ab 13 Jahren von seinem Gemeindepfarrer sexuell missbraucht. Heute hilft der Pfarrer anderen Betroffenen. Doch trotz aller Aufarbeitung bleiben offene Wunden. Quelle: evangelische Zeitung


23.1.2024 Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur hat dem im Juli vorigen Jahres verstorbenen Theologen, Autoren und Pädagogen Arnulf Zitelmann posthum den 1994 verliehenen Großen Preis wieder aberkannt. Hintergrund sind die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen Zitelmann, dessen Tochter ihn beschuldigt. 25 Jahre dauerte ihr Kampf mit der Landeskirche um die Anerkennung. Quelle: FR


22.1.2024 Der Gründer der charismatischen Bruderschaft „Eucharistein“, Nicolas Buttet, hat die Gemeinschaft verlassen. Nun ist er als Priester im französischen Bistum Fréjus-Toulon inkardiniert. Ihm wurden Machtmissbrauch und Nötigung vorgeworfen – er habe ein „pyramidales, missbräuchliches und infantilisierendes System“ in der Gemeinschaft etabliert. Die 1996 gegründete Gemeinschaft hat zwei Niederlassungen in Frankreich und eine Niederlassung in Epinassey, im Wallis. Quelle: katholisch.de


22.1.2024 Ein Betroffener von Missbrauch war im Bistum Hildesheim als Messdiener durch ein Netzwerk pädophiler Priester am Domhof in Hildesheim sexuellem Missbrauch ausgeliefert. Er war nicht das einzige Opfer und er kannte drei der 45 bekannten Täter. Heute ist er evangelischer Pfarrer in der Schweiz und hat in der Kunst einen kreativen Ausdruck für das Unsagbare und Unvorstellbare der erlittenen Verbrechen gefunden. Dass er nicht vergibt, ist für ihn eine Quelle der Kraft. Quelle: kath.ch 


22.1.2024 Eine Person aus dem Bistum Münster, die „schwersten sexuellen Missbrauch über einen längeren Zeitraum“ erlitten hat, hat 300.000 Euro Anerkennungszahlungen erhalten. Das Bistum Münster hat bisher 62 Millionen Euro an Betroffene gezahlt. Quelle: Kirche und Leben


22.1.2024 Papst Franziskus räumte vor Medienschaffenden ein, dass es Skandale in der katholischen Kirche gebe. „Er dankte den Anwesenden für den Respekt und das besondere Taktgefühl, mit dem sie über diese berichten.“ Quelle: katholisch.de


21.1.2024 Im Jahr 2023 zahlte das Bistum Augsburg 615.500 Euro an 27 Missbrauchsbetroffene im Auftrag der UKA und 246.000 Euro an 19 Betroffene als Unterstützung durch das Bistum. Insgesamt zahlte das Bistum bislang 3,7 Millionen Euro an Betroffene. Die Erzdiözese München und Freising zahlte 21 Betroffenen 339.000 Euro Anerkennungsgeld. Insgesamt zahlte die Erzdiözese 980.000 Euro an 83 Betroffene und ca 75.000 Euro
Therapiekosten für 14 Betroffene. Das Erzbistum Bamberg zahlte 354.000 Euro an 15 Betroffene – insgesamt 936.000 Euro an 77 Betroffene. Das Bistum Eichstätt zahlte fünf Betroffenen 98.000 Euro im Jahr 2023. Insgesamt wurden 356.000 Euro an 20 Betroffene gezahlt. An drei Betroffene
zahlte 2023 das Bistum Passau 65.000 Euro. Im Jahr 2023 zahlte das Bistum Regensburg 273.500 Euro an 15 Menschen. Insgesamt seien mehr als 2,9 Millionen Euro an Betroffene sexueller Gewalt geflossen.  Quelle: stern


21.1.2024 Christoph Fleischmann schreibt im Vorfeld der Evangelischen Studie ForuM über „Unbequeme Wahrheiten – Sexualisierte Gewalt in den evangelischen Kirchen“. Sein Fazit: „Denn wenn die eigenen Fehler weiter bemäntelt und verschwiegen werden müssen, um keinen Ansehensverlust zu erleiden, dann gewinnt trotz aller guten Absichten und Anstrengungen doch die nass-forsche Dreistigkeit der Täter. Ein Hoffnungszeichen gibt es: Ohne die Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren Mut zu sprechen, wäre der Missbrauchsskandal nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Tief verwundete und traumatisierte Menschen haben Worte gefunden über das Furchtbare zu sprechen. Darin liegt die Hoffnung, dass auch andere nicht sprachlos bleiben müssen angesichts des Abgründigen. Wer religiös gestimmt ist, mag darin die Bestätigung des biblischen Satzes sehen: Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. “ Quelle: ndr


21.1.2028 Im Bamberger Bistumshaus Sankt Otto stellen Betroffene von sexuellem und spirituellem Missbrauch Werke aus – sie zeigen  verstörende Geschichten. Quelle: Mainpost


21.1.2024 Als Kind wurde der reformierte Pfarrer Matthias Fischer von katholischen Priestern missbraucht. Nun klagt er sie mit seiner Kunst an. Quelle: Der Bund.ch


20.1.2024 Über die Höhe der Zahlungen an Betroffene sexualisierter Gewalt gibt es in der katholischen Kirche Meinungsverschiedenheiten. Zuletzt zeigten sie sich beim Bistum Augsburg und der Deutschen Bischofskonferenz. Johannes Norpoth sieht noch Gesprächsbedarf. Quelle: Domradio


19.1.2024 Fromme Pietisten und „freie-Liebe“-Prediger: Auch in den evangelischen Kirchen gab und gibt es Missbrauch – und Vertuschung. Die Täter agierten hier nicht nur im Umfeld einer beengenden Sexualmoral – vergleichbar mit der katholischen -, sondern auch unter dem Vorzeichen der „freien Liebe“. Das zeigen Recherchen wenige Tage vor der Publikation der Studie in Deutschland. Quelle: kath.ch


19.1.2024 Das kirchenrechtliche Verfahren gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer aus dem Bistum Trier, der wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs vor Gericht stand, ist weiterhin vorerst nicht rechtskräftig. Er hat Rekurs eingelegt. Quelle: saarbruecker-zeitung


19.1.2024 Einem Priester, der aus dem Raum Köln stammt, wird vorgeworfen, während zweier mehrtägiger Radtouren im Sommer 2022 an einem 15-jährigen Messdiener sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Nun hat das Landgericht Deggendorf ihn zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen zur Last gelegt. Die Kammer jedoch argumentierte, die Radtouren habe der Priester nicht in seiner Funktion als Priester, sondern privat mit dem Geschädigten unternommen. Der Geschädigte sei also nicht Schutzbefohlener gewesen. Der Priester zeigte sich geständig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quellen: Süddeutsche   Augsburger Allgemeine


19.1.2024 Die Landeskirche Westfalen will die Hintergründe des Siegener Verdachtsfalls auf sexuelle Gewalt, der zum Rücktritt der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus, führte. Geprüft werden sollen die rechtlichen Aspekte, soweit sie über die staatsanwaltlichen Ermittlungen hinausgehen. Quelle: katholisch.de


19.1.2024 Nancy Janz, Mitglied des Beteiligungsforums der EKD, spricht im Interview von ihren Erwartungen an die Studie ForuM: „Ich hoffe sehr, dass eine der Empfehlungen sein wird, dass die Institutionen selbst aktiver werden. So hätte es auch in meinem Fall sein sollen. Wenn ich nicht aktiv geworden wäre und mich 2022 an die Presse gewandt hätte, dann hätte meine Landeskirche Hannovers nichts unternommen. Und das höre ich auch von anderen Betroffenen. Wenn Betroffene nicht Druck machen, dann passiert oft nicht viel. Die Institution braucht den Willen zu Aufklärung und Aufarbeitung, um glaubwürdig zu sein.“ Quelle: Evangelische Zeitung


19.1.2024 Der BR schaut nach dem Stand der Aufarbeitung in den bayerischen Bistümern. Die Bistümer Augsburg, Passau und Würzburg arbeiten noch an einem Gutachten. Die Bistümer Regensburg und Eichstätt haben bislang keine Gutachten beauftragt. Im Erzbistum Bamberg soll das Gutachten „demnächst“ starten. Lediglich das Gutachten des Erzbistums München und Freising liegt vor. Quelle: BR


19.1.2024 Die (Erz-)Bischöfe Heiner Koch (Berlin) und Stefan Heße (Hamburg) sowie die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg), Ulrich Neymeyr (Erfurt), Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) und Wolfgang Ipolt (Görlitz) äußern sich zum Erhalt der Demokratie in Deutschland: „Krude Ausweisungsphantasien für Migranten und ihre Unterstützer, die Ablehnung von Schutzangeboten für Geflüchtete, die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, der alleinige Fokus auf Leistungsfähigkeit, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und die pauschale Verächtlichmachung von politischen Akteuren und Institutionen sind mit diesen Grundwerten unserer Gesellschaft unvereinbar.“ Auch der Bischof von Münster, Genn, positioniert sich eindeutig gegen rechtsradikales Gedankengut. Quellen: Domradio   Domradio   Domradio   Domradio   kirche-und-leben


18.1.2024 In der „Ansprechstelle für den Umgang mit Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ bei der Evangelischen Kirche im Rheinland wurden 301 Beratungsgespräche imJahr 2023 geführt. In der Zeit seit der Einrichtung 2011 waren esinsgesamt 220 Gespräche. Die psychologische Leiterin Juliane Arbold führt diese Zunahme u.a. auf eine ausgeprägtere Sensibilität für übergriffiges Verhalten zurück. Quelle: NRZ


18.1.2024 Die Evangelische Kirche im Rheinland hat bislang 70 erwiesene Fälle von sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen seit 1946 festgestellt. Ein Drittel der bekannten Taten seien von Pfarrerinnen und Pfarrern begangen worden, ein weiteres Drittel von anderen Kirchenmitarbeitern wie Lehrern oder Kantoren. Ebenfalls für ein Drittel seien ehrenamtliche Mitarbeitende verantwortlich. Bei der 2021 eingerichteten Meldestelle der Landeskirche gingen „bis heute“ 76 Meldungen von Verdachtsfällen ein. Diese Fälle stammen aus Gemeinden, Kirchenkreisen oder landeskirchlichen Einrichtungen. Beide Zahlen sind nicht zu addieren, da es in mindestens einem Drittel der Fälle eine Überschneidung gibt. Quelle: DLF   Pressekonferenz der Landessynode 2024


18.1.2024 Angesichts der Missbrauchsvorwürfe und Skandale im Fall Marko Ivan Rupnik hat die Universität Francisco de Vitoria (UFV) in Spanien beschlossen, sich von dem ehemaligen Jesuiten und Mosaik-Macher zu trennen. Die Universität hatte ursprünglich mit Rupnik zusammengearbeitet, um Mosaike für eine neue Kapelle auf ihrem Campus zu gestalten. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der massiven Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester geändert. Quelle: catholicnewsagency


18.1.2024 Eine Arbeitsgruppe hat für das Bistum Hildesheim Vorschläge erarbeitet, wie in der Diözese ein nachhaltiges und kollektives Bewusstsein für das Leid von Betroffenen sexualisierter Gewalt geschaffen werden kann. Die Entwicklung von Gedenkformaten soll nun unter aktiver Beteiligung von Betroffenen, Gremienangehörigen, Gemeindemitgliedern und andere Interessierten erfolgen. Quelle: Bistum Hildesheim


18.1.2024 Gegen einen katholischen Priester, wohnhaft im Dekanat Eichstätt, wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet. Ihm Wird Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Quelle: Bistum Eichstätt


18.1.2024 Eine evangelische Landeskirche hat der Tochter eines Theologen, Pfarrers und Kinderbuchautors 130.000 Euro als „Anerkennungszahlung“ für sexuellen Missbrauch durch ihren Vater gezahlt. Erste Vorwürfe gingen 1999 an die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, 2023 erhielt die Betroffene die Zahlung. 1999 informierte ein befreundeter Pfarrer den zuständigen Dekan über den Missbrauch. Eine offizielle Eingabe machte ein Freund. In beiden Fällen geschah nichts. Die Zahlung setzt sich aus 110.000 Euro für die „individuelle Situation“ der Betroffenen und 20.000 Euro „allein für das systematische Versagen der Kirche“ zusammen. Wer da genau versagt hat, wird nicht mitgeteilt. Quellen: evangelisch.de    katholisch.de   Zeit.de


17.1.2024 Am 15.2.2024, 19 Uhr, lädt die Katholische Erwachsenenbildung der Stadt Bamberg zur Vernissage der Ausstellung: „Beschädigt. Bilder nach dem spirituellen und sexuellen Missbrauch“ ein. Ort ist das Bistumshaus St. Otto. Zur Eröffnung hält Prof. Leimgrubder, Universität Regensburg, einen Vortrag zum Thema „SpirituellerMissbrauch“. Quelle: wiesentbote


17.1.2024 Markus Nolte, Chefredakteur von „Kirche und Leben“, fordert von der katholischen Kirche, „eine starke Stimme auch gegen Nazis“ zu sein. Quellen: Kirche und Leben   correctiv


17.1.2024 Das Bistum Augsburg hat weitere Diskussionen zum Thema Zahlungen für Missbrauchsbetroffene gefordert. Die Deutsche Bischofskonferenz lehnt weitere Diskussionen ab. Quelle: Kirche und Leben


17.1.2024 Der neu ernannte Bischof für die Diözese Mar del Plata, Gustavo Larrazábal, ist noch vor seiner Amtseinführung zurückgetreten. Gründe teilten weder die Diözese noch der Vatikan mit. In der vergangenen Woche waren Belästigungs- undMachtmissbrauchsvorwürfe gegen Larrzábal bekannt geworden, die den Zeitraum von 2007 bis 2013 betreffen. Im November 2023 hatte der zuvor zum Bischof von Mar del Plata ernannte José María Balina „aus gesundheitlichen Gründen“ zurückgezogen. Quelle: katholisch.de


16.1.2024 Tätigkeitsbericht derAufarbeitungskommission 2019-2023


16.1.2024 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, kritisiert Victor Fernández, Präfekt des Glaubensdikasteriums, weil  er „selbst in eklatanter Weise im Umgang mit einem notorischen Täter und seinen Opfern als Bischof in seiner Heimat Argentinien versagt hat“. Fernández habe, so Katsch, den Priester vor der Strafverfolgung geschützt und – nach dem Selbstmord des Priesters – bei der Beisetzung des Geistlichen den Gottesdienst geleitet und sich dabei auf die Seite des Mannes gestellt. Quelle: katholisch.de


16.1.2024 Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) arbeitet ihre Haltung zu Pädosexualität seit 1977 auf. Die Studie von Prof. Große Kracht trägt den Titel: „Pädofrage – unentschieden?“ Quelle: huk


16.1.2024 Nun zahlt das Bistum Augsburg einem Missbrauchsbetroffenen doch die von derUnabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen festgelegten 150.000 Euro aus, nachdem es zunächst die Zahlung verweigerte. Quellen:  Zeit   katholisch.de


16.1.2024 Die Evangelische Landeskirche in Bayern hat den Forschenden der ForuM-Studie 129 des Missbrauchs beschuldigte Personen, unter ihnen 56 Pfarrpersonen, gemeldet, die 226 Taten zwischen 1917 und 2020 an Minderjährigen begangen haben. In einigen Akten tauchten Hinweise zu weiteren Taten auf, so dass von 253 Taten auszugehen ist. Neben den Pfarrpersonen werden Erzieher in Heimen, ehrenamtliche Jugendleiter und Kirchenmusiker genannt. Erfasst wurden alle Fälle, in denen gegen die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen wurde, also nicht nur strafrechtlich relevante Vorgänge.  2021 gab es 24 Meldungen, 2022 waren es 39 Meldungen und 2023 gab es 32 Meldungen. Landesbischof Christian Kopp erklärt, dass die Kirche „weiterhin konsequent auch zurückliegende Taten aufklären und soweit wie möglich ahnden“ werde. Sexualisierte Gewalt sei mit dem chistlichen Glauben unvereinbar. Quellen: bayern-evangelisch   gmx


15.1.2024 Gegen einen deutschen Prälaten im Staatssekretariat des Vatikans gibt es einen Missbrauchsvorwurf. An die Öffentlichkeit kamen die Anschuldigungen des mutmaßlichen Opfers im April 2019 durch einen Bericht einer Boulevardzeitung, gegen den der Beschuldigte gerichtlich vorging. Das mutmaßliche Opfer ist ein junger Priester, der zur Zeit der Übergriffe Promotionsstudent war. Das strafrechtliche Verfahren wird am Landgericht Hamburg verhandelt. Im März soll der Beschuldigte gehört werden, sein persönliches Erscheinen wurde angeordnet. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde nun von Papst Franziskus eingeleitet. Der Beschuldigte weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: kath.ch


15.1.2024 Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) hat 64 Fälle von sexueller Gewalt zwischen 1977 und 2020 gemeldet. Bis in die 1990er Jahre hinein waren die Opfer ausschließlich männlich, ab den 2000er Jahren waren überwiegend Mädchen und junge Frauen betroffen. Das Alter der Betroffenen liegt mehrheitlich zwischen 12 und 18 Jahren, vereinzelt waren auch Kinderzwischen fünf und acht Jahren betroffen. Marlene Kowalski, Sprecherin des Beirats zur Aufarbeitung Sexualisierter Gewalt, kündigte eine wissenschaftliche Studie durch das Münchner Forschungsinstitut IPP und das Berliner Institut Dissens an, deren Ergebnisse Ende 2025 erwartet werden. Quelle: ekkw


15.1.2024 Bestrafungen durch Gott verglich Papst Franziskus mit körperlicher Züchtigung durch Eltern. Quelle: kath.ch  Kein Kommentar. 


15.1.2024 Die frühere Priorin der Tutzinger Missions-Benediktinerinnen, Ruth Schönenberger, gibt Hinweise zur Machtausübung in einem Orden. Veröffentlicht ist der Beitrag in dem Buch: B. Haslbeck / U.Leimgruber / R.Nagel / P.Rath (Hg): Selbstverlust und Gottentfremdung. Spiritueller Missbrauch an Frauen in der katholischen Kirche, 2023. Quelle: katholisch.de


14.1.2024 Ein Pallottinerpater war zu 60 Tagessätzen wegen sexueller Belästigung einer Frau im März 2023 verurteilt worden. Bischof Fürst, Rottenburg-Stuttgart hatte den Pater von allen priesterlichen Ämtern, Aufgaben und Diensten im Bistum Rottenburg-Stuttgart entbunden. Das kirchenrechtliche Strafverfahren ist nun auch beendet. Worin die Strafe besteht, wird nichtmitgeteilt. Der Pallottiner-Orden hat denPater aus Weingarten abgezogen. Quellen: vaticannews   drs


14.1.2023 Eine Initiative Betroffener sexuellen Missbrauchs durch Piusbrüder berichtet u.a. von einem mutmaßlichen Täter, der in Gabun mehr als 30 Kinder missbraucht haben soll. 2023 wurde in Frankreich ein Piusbruder zu 20 Jahren Haft wegen Missbrauchs und Übergriffen an 27 jugendlichen Betroffenen verurteilt.Journalisten berichten, dass Übergriffe in ganz Europa und der ganzen Welt stattfanden, fast von der Gründung an bis 2020. Selten habe die Bruderschaft Anzeige erstattet oder die Anzeige sei sehr spät gekommen. In der französischen Untersuchung hat die Piusbruderschaft ihre Archive nicht geöffnet. Quelle: katholisch.de


13.1.2024 Ein ehemaliger Schüler der von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geleiteten Grundschule in Econe, Wallis, hat Gewaltvorwürfe erhoben, die er in den 1980er-Jahren erlitten habe. Der Ankläger, 41, berichtet, er sei vor Mitschülern mit heruntergelassener Hose mit Stöcken geschlagen worden, als er noch keine acht Jahre alt war. Auch einem Internat in Frankreich, das den Piusbrüdern nahestehe, habe er physische, psychische und sexuelle Gewalt erlitten. Ein Kollektiv zur Unterstützung von Opfern berichtet von etwa 60 „problematischen“ Priestern. Die Bruderschaft würde alles tun, um ihre Institution zu schützen. Quellen: kath.ch   Stuttgarter Zeitung


13.1.2024 Nun verurteilen auch der Flüchtlingsbischof Stefan Heße und die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp die Überlegungen rechtsextremer Kreise zu einer umfassenden Deportation von Migrant*innen aus Deutschland. Quelle: katholisch.de


11.1.2024 Bischof Feige, Magdeburg, verurteilt scharf die Überlegungen rechtsextremer Kreise zu einer umfassenden Deportation von Migranten aus Deutschland, die das Magazin Correctiv öffentlich gemacht hatte. Die Gesprächsergebnisse des Treffens rechtsextremer Kreise erinnern Feige an „Prozesse und Entwicklungen in unserer deutschen Geschichte, die zu den Schrecken und Gräueltaten des NS-Regimes geführt haben“, sagte Feige. Andere Bischöfe äußerten sich m.W. bislang nicht. Quelle: katholisch.de


11.1.2024 Die Voruntersuchung von Bischof Bonnemain, Schweiz, gegen die Bischöfe Charles Morerod und Jean-Marie Lovey und den Abt von Saint-Maurice, Jean Scarcella verzögert sich. Sie wurde nicht wie geplant zum 31.12.2023 abgeschlossen. Eine Information der Öffentlichkeit ist nicht vorgesehen. Den beiden Bischöfen wird Vertuschung, dem Abt sexuelle Belästigung vorgeworfen. Am 12.1. wird berichet, die Voruntersuchungen seien beendet. Quellen: vaticannews   katholisch.de


11.1.2024 Das Verfahren gegen den früheren Kardinal Theodore McCarrick, 93, wurde vorläufig ausgesetzt, nachdem dem Angeklagten Verhandlungsunfähigkeit attestiert wurde. Ende 2024 soll die Entscheidung noch einmal überprüft werden. Es ist davon auszugehen, dass McCarrick keinerlei strafrechtliche Konsequenzen mehr drohen. Ihm werden sexuelle Übergriffe gegen Jungen und junge Erwachsene aus den 1970er Jahren vorgeworfen. Er wurde 2019 aus dem Klerikerstand entfernt, weil sich die Anschuldigungen erhärtet hatten. Quellen: katholisch.de   Neues Ruhrwort


11.1.2024 Nach der Aufdeckung sexuellen Missbrauchs im Kloster Saint-Maurice, Schweiz, haben mehrere Vertriebspartner beschlossen, deren Abteibiere aus ihren Regalen zu nehmen. Die Abtei ist Hauptaktionärin der Brauerei. Quelle: Domradio


10.1.2024 Die Lippische Landeskirche will zwei Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt aufklären, sagte Landessuperintendent Dietmar Arends. In beiden Fällen sei die frühere Aufarbeitung nicht ausreichend gewesen und notwendige Konsequenzen seien nicht hinreichend gezogen worden. In dem einen Fall geht es um einen bereits gestorbenen Referenten für Jugendarbeit in der damaligen Zentrale für evangelische Jugendarbeit. Ihm wird vorgeworfen, sexualisierte Gewalt gegenüber Mädchen und jungen Frauen in der Zeit von 1976 bis 1992 ausgeübt zu haben. Der zweite Fall betrifft Vorwürfe aus dem Bereich der Konfirmandenarbeit in Bad Salzuflen in den 1980er und 1990er Jahren. Bereits während des Tatzeitraums und noch einmal zu Beginn der 2000er-Jahre habe sich die Betroffene an die Kirche gewandt. Damals habe die Kirche nicht ausreichend gehandelt. Quelle: evangelisch.de


10.1.2024 Im Prozess um Schmerzensgeld für einen Betroffenen von sexuellem Missbrauch hat vor dem Landgericht Traunstein erstmals der Kläger ausgesagt. Er wirft dem Wiederholungstäter, dem Priester H. in Garching an der Alz, Missbrauch vor. In dem Prozess wird zu klären sein, ob die psychischen Probleme des Klägers auf den Missbrauch zurückzuführen sind. Ein Gutachten steht noch aus. Unter den Beklagten ist auch der frühere Papst Benedikt der XVI. bzw. dessen noch unbekannte Erben. Der Kläger berichtet, wie der damalige Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums München und Freising auf seine Vorwürfe gegen Priester H. reagierte: „Wenn ich schon einen Pornofilm anschaue mit einem Pfarrer, dann passiert so etwas.“ Quelle: FAZ


10.1.2024 Andreas Tiede, Autor der im Mai 2023 erschienen Autobiografie „Einspruch nicht vorgesehen. Eine Autobiografie zwischen klerikalem Missbrauch und Waffendienstverweigerung in der DDR„, berichtet von seinen Erfahrungen im Vorfeld von öffentlichen Lesungen, die er und seine Unterstützer machen mussten. Quelle: ndr


9.1.2024 Der polnische Priester und Kirchenrebell Tadeusz Isakowicz-Zaleski ist tot. Er war Ehrenmitglied des Vereins „Gemeinschaft und Gedenken“ in Warschau, weil er sich seit langem unter anderem für die Betroffenen von Kindesmissbrauch stark gemacht hat. Quelle: katholisch.de


9.1.2024 Der Gutachter Ulrich Wastl wirft dem Bistum Augsburg mangelnden Aufklärungswillen vor. Das Bistum wolle vor allem die Auswirkungen sexualisierter Gewalt auf Betroffene untersuchen und sich nicht mit den mutmaßlichen Tätern und Vertuschern befassen. Wastl kritisierte auch, dass Bischof Meier vor Kurzem zunächst ablehnte, einem Betroffenen die von der Kommission zugestandenen 150.000 Euro zu zahlen. Wastl berichtet, dass Erzbischof Gänswein die Aufklärung der Vorwürfe gegen den damals emeritierten Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, behindert habe. Nicht nur im Fall Benedikts habe es Einflussnahmeversuche und Drohszenarien gegeben: „Es wurde über Bande gespielt, verzögert und auf unseren Auftraggeber, die Erzdiözese München und Freising, eingewirkt.“ Auch die von der Staatsregierung eingerichtete Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch erfülle nicht im Ansatz ihren Anspruch – sie sei ein Witz. Quellen: Augsburger Allgemeine    Neues Ruhrwort


8.1.2024 In einem neuen Bericht über mutmaßlichen Missbrauch durch Geistliche in der Diözese Gaylord werden 28 Priester und Diakone beschuldigt, Minderjährige oder Erwachsene missbraucht zu haben. Die Taten reichen bis in die 1950er Jahre zurück. Drei der aufgeführten Beschuldigten mit erwachsenen Anklägern sind weiterhin im Dienst. Quelle: michiganradio


7.1.2024 Das Bistum Oakland, Kalifornien, hat Insolvenz nach Chapter 11 – einem Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht – angemeldet, weil dieses Verfahren nach Ansicht des Bistums der beste Weg sei, um ein gerechtes Ergebnis für Betroffene zu erreichen und zugleich Aktivitäten des Bistums aufrecht zu erhalten. Gegen das Bistum wurden „hunderte“ Missbrauchsklagen eingereicht. Auch die Diözesen San Diego und Sacramento, beide in Kalifornien, signalisierten, dass sie demnächst gezwungen sein könnten, Insolvenz anzumelden. Quelle: Kirche und Leben


7.1.2024 Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin lehnt das Verlangen der Forscher*innen der Universität Zürich ab, die Akten der Apostolischen Nuntiatur für die Untersuchung von Missbrauchsfällen in der Schweiz zu öffnen:  „Gemäß dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sind die Archive der Mission unverletzlich. Von daher können wir das Archiv der Nuntiatur nicht öffnen.“ Die Akten der katholischen Bistümer in der Schweiz und die Akten des vatikanischen Diasteriums für die Glaubenslehre hingegen könnten für die Forschungen geöffnet werden. Die Historikerinnen Monika Dommann und Marietta Meier jedoch wollen ein neues Gesuch stellen, weil die Korrespondenz zwischen der Schweiz, der Berner Nuntiatur und Rom zentral ist, um herauszufinden, welche Fälle tatsächlich gemeldet wurden und wie die Verfahren weiterliefen. Quellen: katholisch.de   kath.ch


6.1.2024 Johannes Norpoth kritisiert das Leitungsversagen der katholischen Kirche in der Kirche und nennt es ein „desaströses Krisenmangement“. Papst Franziskus mahne die Presse zur Wahrheit – ausgerechnet jene Journalisten, die der Wahrheit über den Missbrauch, die Vertuschung und Strafvereitelung in der katholischen Kirche unermüdlich nachspürten. Den 10-15-Sekunden-Segen für homosexuelle Paare vergleicht Norpoth damit, „wie viel Zeit Kleriker damit verbracht haben, Missbrauchstaten zu planen, zu begehen, zu vertuschen und deren Bestrafung zu vereiteln und das auch heute noch tun“. Er bemerkt, dass jede Kritik des Systems der Leid-Anerkennungszahlungen für Missbrauchsbetroffene katholischer Kleriker an den Bischöfen nahezu teflonartig abgeperlt ist. Quelle: Kirche und Leben


6.1.2024 Nun hat der Papst sowohl die Vertuschungs- als auch Missbrauchsvorwürfe gegen John Nienstedt zurückgewiesen. Zwar habe Nienstedt „unvorsichtige“ Handlungen unternommen, nicht jedoch gegen das Kirchenrecht verstoßen. Das Verbot jedes öffentlichen Amtes bleibt erhalten. Nienstedt waren sexuelle Beziehungen mit Klerikern und erwachsenen Priesteramtsanwärtern vorgeworfen worden. Er war auch beschuldigt worden, 2005 während des Kölner Weltjugendtags zwei Minderjährige in ein Hotelzimmer eingeladen zu haben und sie aufgefordert haben, sich auszuziehen. Quelle: katholisch.de     bishop-accountability


4.1.2024 Die Präsidentin der IG Missbrauchsbetroffene, Vreni Peterer, hat über die positiven Entwicklungen zum Thema kirchlicher Missbrauch in der Schweiz gesprochen. Seit der Veröffentlichung einer Pilotstudie zu Missbrauch habe ihr Verein viele Anfragen erhalten. Quelle: vaticannews


3.1.2024 Die Sozialpädagogin und Traumatherapeutin Claudia Chodzinski begleitet Missbrauchsbetroffene innerhalb der Landeskirche Hannover. Sie kritisiert Mängel in der individuellen Aufarbeitung und der Kommunikation der Landeskirche mit Betroffenen. Quelle: evangelisch.de 


3.1.2024 Neue Geistliche Gemeinschaften im Spiegel der Zeit – von Elena Hong. Quelle: DLF


2.1.2024 In Italien hat ein katholischer Priester in einer Predigt behauptet, Papst Franziskus sei nicht das rechtmäßige katholische Kirchenoberhaupt, er habe sein Amt widerrechtlich in Besitz genommen. Der Priester wurde umgehend exkommuniziert. Quelle: katholisch.de


2.1.2024 Für den neu gegründeten Sachverständigenrat zum Schutz vor sexuellem Missbrauch und Gewalterfahrungen und für den Betroffenenbeirat sucht die Deutsche Bischofskonferenz Mitarbeitende. Quelle: katholisch.de


1.1.2024 Der Kirchenhistoriker Hubertus Wolf stellt, fest, dass der Papst prinzipiell über ein großes moralisches Kapital verfüge und ergänzt: „Allerdings hat die moralische Glaubwürdigkeit der Kirche durch die Missbrauchskrise, die auch in Rom bisher nicht glaubhaft aufgearbeitet wird, stark gelitten. Das ist ein grosses Manko, auch auf der politischen und diplomatischen Ebene, wo Glaubwürdigkeit zentral ist. Die Welt wird nicht weniger kompliziert, bewaffnete Konflikte nehmen zu – ein glaubwürdiger Vatikan als Vermittler wäre wichtig. … Um Glaubwürdigkeit und moralisches Kapital zurückzugewinnen, muss die Missbrauchsgeschichte sauber aufgearbeitet werden. Das heißt, dass all diejenigen, auch die Bischöfe und Kardinäle, die von Missbräuchen gewusst und nicht gehandelt haben, zurücktreten müssen. Erfolgreiche Glaubensverkündigung und Friedensvermittlung basiert auf Glaubwürdigkeit. Und ein Papst und seine Kirche können nur dann überzeugend zu den brennenden Themen der Welt – von Krieg bis Umwelt – etwas sagen, wenn sie glaubwürdig sind. Ohne Glaubwürdigkeit funktioniert das nicht.“ Quelle: kath.ch