2024
Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.
18.12.2024 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat seine zweite Amtszeit begonnen. Fünf der zwölf Mitglieder sind zum ersten Mal dabei, unter ihnen der Priester Wolfgang Rothe. Schwerpunkte der Arbeit in der zweiten Amtszeit soll eine stärkere öffentliche Sichtbarkeit und die strukturelle Vernetzung mit den Betroffenenbeiräten der Bistümer, mit den Betroffeneninitiativen und anderen Strukturen, in denen Betroffene von sexualisierter Gewalt organisiert sind. *Quellen: katholisch.de dbk
18.12.2024 Einem Vorgänger des zurückgetretenen Erzbischofs von Canterbury, George Carey (1991-2002), wird Nachlässigkeit im Umgang mit einem Missbrauchsvorfall vorgeworfen. Er soll einem wegen sexueller Übergriffe gegen Minderjährige suspendierten Priester die Rückkehr in den Beruf ermöglicht haben. Carey erklärte den Verzicht auf sein Priesteramt mit Verweis auf sein Alter, geht jedoch nicht auf die Vorwürfe ein. Auch dem amtierenden Erzbischof von York, Stephen Cottrell wird nachlässiges Vorgehen bei der Missbrauchsaufklärung vorgeworfen. Rücktrittsforderungen weist er zurück. Zugleich übernimmt Cottrell ab 6.1.2025 die Amtsgeschäfte des vor einigen Wochen zurückgetretenen Erzbischof Welby. Quelle: katholisch.de
17.12.2024 Das Arbeitsgericht Trier hat die Klage einer Frau, die umfassende Einsicht in ihre Personalakte beim Bistum Trier gefordert hatte, abgewiesen. Das Bistum Trier hat in der Personalakte der Frau auch Dokumente eingefügt, die nicht in eine Personalakte gehören. Es stellte der Klägerin eine Version zur Verfügung, in der viele Seiten komplett geschwärzt sind. Die Klägerin muss die Prozesskosten von 16.000 Euro tragen. Die Richterin begründete ihre Entscheidung damit, dass in einem Zivilverfahren die Klägerin beweisen muss, was zur Personalakte gehört und was nicht. Wie die Klägerin, die nur Einsicht in eine Personalakte mit vielen geschwärzten Seiten hat, den geforderten Beweis erbringen soll, sagte die Richterin nicht. Der Anwalt der Klägerin vermutet: „Es war offenbar nicht gewollt, dass Dinge aufgeklärt werden.“ Quelle: swr
17.12.2024 Papst Franziskus hat einen argentinischen Priester, Justo José I., aus der Erzdiözese Santísima Concepción in Tucumán, aus dem Klerikerstand entlassen. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen 1984 und 1992 mehr als 50 Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren missbraucht zu haben. Erste Vorwürfe tauchten in den 1990er-Jahren auf. 2012 wurde der Fall vor argentinischen Gerichten verhandelt. 2018 wurde der Geistliche zu 25 Jahren Haft verurteilt, legte jedoch Berufung ein. Nun liegt sein Fall beim Obersten Gerichtshof. Quelle: katholisch.de
16.12.2024 Der Erzabt der ungarischen Benediktinerabteil Pannonhalma, Cirill Hortobagyi, plädiert für einen offenen Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Er selbst habe erst durch persönliche Begegnungen mit Missbrauchsbetroffenen 2014 verstanden, wie wichtig ein empathisches Zuhören sei. Bei der Aufarbeitung müsste die Verantwortung des Täters und der Institution, die Warnsignale überhört habe und der kirchlichen Führung, die oft nicht entschieden genug gehandelt habe, in den Blick genommen werden. Dabei sei die Öffentlichkeit nicht ein Feind, sondern ein wichtiger Verbündeter in der Aufklärung. Hortobagyi erklärt, dass sexueller Missbrauch auch in der ungarischen Kirche „ein riesiges Wespennest“ sei. Quelle: katholisch.de
16.12.2024 Die Stiftung zur Unterstützung von Schwangeren im Bistum Münster wird nicht mehr nach dem früheren Bischof Tenhumberg benannt. Ihm werden schwere Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
16.12.2024 In einer Gemeindeversammlung der Gemeinde Sankt Bonifatius in Goddelau, Bistum Mainz, wurde auf Initiative der Betroffenen über die Geschehnisse und die Aufarbeitung informiert. Der Täter war bis 1988 Pfarrer in Goddelau, als er über drei Jahre hinweg die anfänglich Zwölfjährige sexuell missbrauchte. Mit Beginn seines Ruhestandes wohnte er erneut in Goddelau. Als die Betroffene ihn beim Bistum anzeigte, wurde ihm das Wohnen in Goddelau verboten und er erhielt vom Bistum ein Zelebrationsverbot. Staatsanwaltliche Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt. Bis zu seinem Tod 2017 zeigte er keine Reue, obwohl er die Verbrechen gegenüber dem Bistum gestanden hatte. Stephanie Rieth, Bevollmächtigte des Generalvikars, konstatierte, dass die damalige Bistumsleitung dem Fall nicht konsequent nachgegangen sei. Die Glaubenskongregation hat die kirchenrechtlich mögliche Aufhebung der Verjährung nicht erlaubt. Bei der Gemeindeversammlung wurde auch nach der prachtvollen Beerdigung des Täters und nach dem damaligen Täter- statt Opferschutz gefragt. Quelle: Bistum Mainz
13.12.2024 Der Gemeinderat der katholischen Gemeinde von St. Josef in Münster will keine Blutbuche zum Gedenken an die Missbrauchsopfer katholischer Kleriker pflanzen. Er begründet seine Entscheidung mit sehr bedenkenswerten Argumenten: die Missbrauchsfälle haben durch konkrete Täter an konkreten Orten stattgefunden, für die Vertuschung seien konkrete Personen und Institutionen verantwortlich. Wenn überall Blutbuchen gepflanzt werden, werde die Verantwortung verschleiert und es werde ignoriert, dass viele Opfer sich von der Kirche abgewandt haben oder noch immer für Anerkennung und Wiedergutmachung stritten. Auch die strukturellen Gründe für die Missbrauchsfälle seien nicht geändert. Eine Baumpflanz-Aktion käme also viel zu früh. Quelle: st-marien-und-st-josef
13.12.2024 Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 14.12.2024 berichtet, dass sich ein Mann mittleren Alters mit dem Verdacht gemeldet hat, er sei womöglich der Sohn von Bischof Hengsbach. Das Bistum Essen hält die Vermutung für plausibel und unterstützt den Mann bei seiner Suche. Quelle: rundschau-online
11.12.2024 Der Dritte Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Verantwortungsbereich des Bistums Trier wurde heute veröffentlicht. Für die Mitglieder der Aufarbeitungskommission ist „kaum zu begreifen, dass eine Person wie Dillinger trotz allen Wissens über seine Übergriffigkeiten und Missbrauchstaten über Jahrzehnte im Dienst der Kirche verbleiben konnte. Aktuell untersucht die Aufarbeitungskommission die Amtszeiten früherer Bischöfe – Kardinal Marx und Bischof Ackermann – zwischen 2001 und 20021. Quellen: Aufarbeitungskommission Bistum-Trier Kirche und Leben FAZ
9.12.2024 Das Bistum Essen ruft Betroffene und Zeug*innen auf, sich bei Missbrauchsvorwürfen gegen Kardinal Hengsbach (1920-1991) zu melden. Das Bistum hat das Institut für Praxisforschung und Projektberatung, München, und die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg mit einer Studie zu Hengsbach beauftragt. Ergebnisse werden im Herbst 2027 erwartet, Zwischenergebnisse schon früher. Gegen Hengsbach sind inzwischen neun Hinweise auf mögliche sexualisierte Gewalt eingegangen. Die ältesten Vorwürfe beziehen sich auf seine Zeit als Priester und Weihbischof im Erzbistum Paderborn (bis 1958). Quelle: katholisch.de
9.12.2024 In Recklinghausen, Bistum Münster wurde ein katholischer Pfarrer wegen des Besitzes von 2.500 sexualisierten Darstellungen von Kindern und Jugendlichen oder von sexualisierter Gewalt, die bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurden, zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das kirchenrechtliche Verfahren steht noch aus. Der Verurteilte war zuvor im Internet als kirchlicher Influencer aufgetreten und dort dafür geworben, den sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern in der Kirche systematisch aufzuklären. Quellen: katholisch.de domradio.de
7.12.2024 Der ehemalige Pfarrer aus Freisen, Bistum Trier, war wegen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nun wird er endgültig aus dem Klerikerstand entlassen. Quellen: tagesschau stern
5.12.2024 Kardinal Woelki, Köln, hat einen Rechtsstreit mit der Bild-Zeitung gewonnen. Die Zeitung hatte ohne Beweise behauptet, Woelki habe sich ab Ende 2014 bewusst entschieden, eine bislang versäumte Information über den Ex-Präsidenten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ an das Bistum Dresden-Meißen nachzuholen. Woelki hingegen versicherte an Eides statt, erst ab der vierten Juni-Woche 2022 mit dem Fall Pilz befasst gewesen zu sein. Quelle: katholisch.de
4.12.2024 Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne-Genf-Freiburg, wurde für drei Jahre zum Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz gewählt. Morerod war im Oktober vom Vatikan gerügt worden, weil er die vorgeschriebenen kanonischen Verfahren nicht immer eingehalten hat. Quelle: srf.ch
4.12.2024 Bischof Glettler, Innsbruck, kritisiert die wissenschaftliche Qualität der Missbrauchsstudie Demut lernen. Kindheit in konfessionellen Kinderheimen in Tirol nach 1945. Den Autoren fehlten „Fairness und größtmögliche Objektivität“. Quellen: katholisch.de Diözese Innsbruck
3.12.2024 Der ehemalige Leiter des einstigen Maristen-Internats in Mindelheim wurde nun vom Vorwurf schweren sexuellen Missbrauchs freigesprochen. In früheren Prozessen war er jeweils zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der nun verhandelte Fall sei nicht beweisbar, urteilte das Gericht. Quelle: Kirche und Leben
3.12.2024 Das Bonifatiuswerk hat eine bundesweite Nikolausaktion gestartet mit dem Schwerpunkt gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Quelle: bonifatiuswerk
3.12.2024 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke wirft den Bischöfen vor, ihren Umgang mit Klagen von Missbrauchsbetroffenen zu verschärfen. Sie legten zunehmend Verjährungseinrede ein und weisen darauf hin, die Betroffenen hätten ja auch rechtzeitig klagen können. Das Erzbistum Köln geht in dem Fall einer Pflegetochter eines wegen Missbrauchs zu zwölf Jahren Haft verurteilten Priesters einen anderen Weg: Es hat beantragt, die Klage abzuweisen mit der Begründung, der Priester habe die Taten im privaten Bereich verübt. Quelle: Kirche und Leben
3.12.2024 Spanische katholische Bischöfe verurteilen Heilungs- und Vergebungsgebete für Verstorbene, die auch in katholischen Gruppen mit Bezug zur Charismatischen Bewegung gefeiert werden, scharf. Diese Heilungsgebete sollen das Seelenheil der eigenen Eltern, Großeltern und Verwandten garantieren. Die Bischöfe weisen darauf hin, „dass niemand sich fremde Sünden zur Last legen kann“. Quelle: katholisch.de
29.11.2024 Der Deutsche Evangelische Kirchentag hat sich auch nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen Hartmut von Hentig, Gerold Becker und Helmut Kentler nicht von diesen Reformpädagogen distanziert. Inzwischen verbessert der Kirchentag sein Schutzkonzept. Quelle: evangelische-Zeitung Zur heutigen Pressekonferenz
29.11.2024 Beim „Tatort“ mit dem Titel „Schweigen“ am Sonntag geht es um Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Quelle: daserste
29.11.2024 Rechtsanwalt Ulrich Weber macht eine unabhängige Untersuchung zu sexuellem Missbrauch und Gewalt seit 1945 im Bistum Regensburg, die im Herbst 2027 veröffentlicht werden soll. Er berichtet, dass sich „ein paar Betroffene“ bei ihm gemeldet haben, die dem Bistum nicht bekannt seien. Quelle: katholisch.de
26.11.2024 Die Betroffenenorganisation „Eckiger Tisch“ stellt eine Deutschlandkarte mit Tatorten sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche online. Die Karte soll helfen, dass sich Opfer katholischer Kleriker melden, weil sie so erfahren, dass es andere Opfer eines Täters gibt. Quellen: katholisch de Eckiger Tisch
26.11.2024 Der Vatikan beabsichtigt, einen kirchenrechtlichen Straftatbestand für geistlichen Missbrauch und „falschen Mystizismus“ einzuführen. Quelle: katholisch.de
25.11.2024 Dem prominenten Jesuitenpater Francisco de Roux, Kolumbien, wird Missbrauchsvertuschung vorgeworfen. Er habe Meldungen über Übergriffe eines Jesuiten aus den 1970er Jahren nicht an die Behörden weitergeleitet. De Roux versichert, er habe die seinerzeit möglichen Maßnahmen ergriffen. De Roux hat sich Verdienste als Leiter einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts in Kolumbien erworben. Quelle: katholisch.de
25.11.2024 Als 1992 Sechsjährige wurde eine Messdienerin von ihrem Messdiener-Gruppenleiter (18) missbraucht. Das Erzbistum Köln habe den jungen Mann „auf die Kinder losgelassen“, sagt der Anwalt E. Luetjohann, obwohl dem Erzbistum das übergriffige Verhalten des Gruppenleiters bekannt war und es sogar ein Ermittlungsverfahren gab. Nun verklagt die Betroffene das Erzbistum Köln auf Schmerzensgeld und fordert 830.000 Euro. Das Erzbistum beantragte die Abweisung der Klage, machte jedoch keine Verjährung geltend. Quelle: katholisch.de
25.11.2024 Gewalt gegen Frauen hat auch in Deutschland zugenommen. Daran erinnern am Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen verschiedene Organisationen. Quellen: evangelisch.de unwomen
24.11.2024 In Eslarn, Oberpfalz, haben Bürger*innen beschlossen, den Namen der Georg-Zimmermann-Straße, beizubehalten. 57,7 Prozent stimmten in einem Bürgerentscheid gegen eine Umbenennung der Straße. Zimmermann war ein katholischer Priester, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Der Sprecher des Betroffenenbeirats des Bistums Regensburg kommentierte den Bürgerentscheid: „Unser Leid wurde von Argumenten wie Kosten, Bequemlichkeit und Desinteresse begraben. Felix Neumann schreibt dazu: „Es sind nicht einzelne böse Täter, die wie eine unerwartete Naturgewalt ihre Taten verüben: Es ist ein Umfeld, das Taten ermöglicht, deckt, Bequemlichkeit und guten Schein höher schätzt als die unangenehme Konfrontation mit den Taten. Quellen: stern katholisch.de
24.11.2024 Im Lyrik-Podcast sprechen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard von den Texten „Kein Vaterunser“ von Carola Moosbach und „Mein Herz, mein Löwe“ von Ricarda Huch. Quelle: creators.spotify
23.11.2024 Ein Expertengremium rät der Stadt München, historisch belastete Straßennamen auszutauschen. Dazu gehören Straßen, die nach den Kardinälen Michael von Faulhaber (1869-1952), Joseph Wendel (1901 – 1960) und Julius Döpfner (1913-1976) benannt sind. Wendel und Döpfner haben Missbrauchstäter gedeckt und das Leid von Missbrauchsopfern missachtet. Quelle: domradio
23.11.2024 Das Zentralkomitee der Katholiken fordert die deutschen Bistümer auf, bei zivilrechtlichen Klagen von Betroffenen sexueller Gewalt auf die Einrede der Verjährung zu verzichten und sich der eigenen Verantwortung zu stellen. Johannes Norpoth, Betroffenenvertreter, benennt auch die Verantwortung der Laienvertretungen, z.B. der Vermögensräte. Wenn sich die Bistümer dagegen wehren, sei dies „die nächste Stufe der moralischen Bankrotterklärung“, sagt Norpoth. Quellen: Domradio zdk
21.11.2024 Im „Fall Dillinger“, Bistum Trier, hat sich nach der Veröffentlichung des vorläufigen Abschlussberichtes im nunmehr dritten Zwischenbericht die Zahl der Betroffenen auf 20 erhöht. Quellen: aufarbeitungskommission.bistum-trier evangelisch.de
21.11.2024 Im belgischen Löwen wurde die Benediktiner-Gemeinschaft in der Abtei Keizersberg vorübergehend aufgelöst. Grund für die Auflösung der Gemeinschaft mit vier Mönchen seien Berichte über grenzüberschreitendes Verhalten von „einigen“ der Ordensmänner. Ein ca 40jähriger Belgier, der in der Abtei eine Zeit lang lebte, weil er Priester werden wollte, hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt, er sei von einem Priester der Gemeinschaft missbraucht worden. Anzeigen der Tat bei kirchlichen Stellen seien ohne Ergebnis geblieben. Quelle: katholisch.de
21.11.2024 Die (Erz-)Bistümer Köln, Paderborn, Essen, Aachen und Münster haben ihre Präventionsbemühungen seit 2010 auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen lassen. Die Studie zeigt, dass die Präventionsbemühungen wirken. Zugleich stellen die Forscher*innen fest, dass Gespräche mit Betroffenen stärker in der Präventionsarbeit bedacht werden müssten. Quellen: katholisch.de Kann Prävention wirken? – Abschlussbericht Ergebnispräsentation
20.11.2024 Johannes Baptista Sproll war von 1927 bis 1949 Bischof von Rottenburg und entschiedener Gegner der Nazis. Seit 2011 läuft ein Seligsprechungsverfahren. Der Autor Karlheinz Heiss, Mitglied der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP) weist in seinem Buch „Missbrauch … und wie war das bei Sproll?“ darauf hin, dass Sproll keine Empathie für Missbrauchsbetroffene hatte, Missbrauchspriester versetzte, anderen Diözesen anbot oder sie ins Ausland brachte, wo sie erneut Missbrauchstaten begingen. Quelle der Recherchen von Heiss war das Diözesanarchiv, das öffentlich war, da die Priester, um die es ging, meist schon länger als 30 Jahre tot sind. Sprolls Umgang mit Missbrauchstätern sei mit vollem Wissen und nach Absprache mit dem ganzen Domkapitel geschehen. Quelle: katholisch.de
20.11.2024 Missbrauchsopfer in Polens katholischer Kirche waren erstmals Gäste einer Bischofskonferenz. Sowohl Betroffene als auch Erzbischof Polak, Primas, werteten die Unterredung positiv. Quelle: Domradio
19.11.2024 Im Frankfurter Dom, Bistum Limburg, wird derzeit eine Ausstellung gezeigt, die deutlich macht, dass Betroffene sexualisierter Gewalt „mitten unter uns“ sind. 40 Holzfiguren stellen im Dom, der ca 400 Personen fasst, Betroffene sexualisierter Gewalt dar. Den Besucher*innen der Ausstellung soll damit deutlich gemacht werden, wie viele Betroffene von Kindesmissbrauch „in den eigenen Reihen“ zu finden sind. Quelle: evangelisch.de
19.11.2024 Mehrere glaubwürdige Opfer beschuldigen den Abbé Raymond Melizan, ✝2016) von 1951 bis 1997 Lehrer und Direktor eines Privatgymnasiums in Marseille, des sexuellen Missbrauchs. 2018 bereits meldeten sich zwei Betroffene und berichten von Übergriffen, die bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Der zuständige Generalvikar des Bistums Marseille berichtete, dass die Opfer ausdrücklich gewünscht hätten, dass die Öffentlichkeit nicht informiert werde. Eine andere Quelle formuliert, die Opfer hätten nicht den Wunsch geäußert, dass dies öffentlich gemacht wird. Im Oktober 2024 gingen neue Vorwürfe ein, darunter eine Tat, die sich in den 1980er Jahren ereignete. Nun sucht das Bistum weitere Opfer und Zeugen. Quellen: nachrichten.fr lefigaro.fr Diözese Marseille
19.11.2024 Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen. Quelle: BKA.de
19.11.2024 „Wir sind Kirche“ kritisiert, dass die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den 27 Diözesen nach wie vor viel zu uneinheitlich erfolgte. Dies bedeute eine „retraumatisierende Belastung für alle Betroffenen, hat aber auch eine katastrophale Öffentlichkeitswirkung, die alle anderen Leistungen der Kirche in den Hintergrund treten lässt“. Quelle: evangelisch.de
19.11.2024 Johannes Eckert, Benediktinerabt in München, sieht den Staat bei der Aufarbeitung von Missbrauch in der Pflicht. Quelle: domradio
18.11.2024 Cruxnow veröffentlicht eine Fallstudie zum Scheitern der vatikanischen Reformbemühungen bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen. Quelle: cruxnow
18.11.2024 Die internationale Betroffeneninitiative „Ending Clergy Abuse“ fordert – gemeinsam mit dem Experten für Missbrauchsschutz Hans Zollner, eine einheitliche Null-Toleranz-Regel für den Umgang mit katholischen Priester-Tätern. „Ending Clergy Abuse“ arbeitet an einem Gesetz, das bei der nächsten Krise Gelegenheit bieten könne, es einzuführen. Inzwischen haben sich im Sommer Mitglieder der Betroffeneninitiative erstmals mit Experten des römischen Safeguarding-Instituts getroffen und dabei die Regelung einer Null-Toleranz-Politik erarbeitet. Quellen: katholisch.de Evangelische Zeitung
18.11.2024 Rund 400 Menschen haben in Aachen demonstriert. Sie kritisierten, dass das Bistum Aachen in zwei Missbrauchsfällen Verjährung geltend machte. Manfred Schmitz, Betroffenenrat, appellierte an das Bistum, sich auf außergerichtliche Verhandlungen mit den MB-Opfern einzulassen. Er kritisiert, dass das Bistum eine Amtshaftung lange von sich gewiesen habe und nun sage, es sei zu spät. Bischof Dieser nahm an der Demonstration teil. Im Vorfeld hatte er darauf hingewiesen, dass er die Entscheidungen des Vermögensrates und des Konsultorenkollegiums (Domkapitels) bei Ausgaben über 100.000 Euro respektieren müsse. Ein Vertreter des Vermögensrates hatte erklärt, dass die Kläger, die in einem höheren Alter sind, ausreichend Zeit gehabt hätten, ihre Forderungen rechtzeitig geltend zu machen. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke nennt das Verhalten des Bistums „Flucht vor der Verantwortung“. Claudia Möller kommentiert: „Bischof Dieser hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt, weiterhin Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz zu sein.“ Quellen: rp-online Tagesschau rp-online Kirche und Leben
18.11.2024 Johannes Norpoth weist darauf hin, dass Gebete für Missbrauchsbetroffene wichtig sind, es jedoch eine tiefgreifende Haltungsänderung und tätige Reue brauche. Im Blick auf Verjährung sagt Norpoth, dass die Kirche in einer besonderen Situation sei, weil sie als Institution „nachhaltig dafür gesorgt hat, dass diese Taten eben nicht an die Öffentlichkeit kommen. Sie hat aktiv Vertuschung betrieben. Das ist der Skandal im Skandal.“ Quelle: domradio
18.11.2024 Heute ist der Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs.
18.11.2024 Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat sich für die Verabschiedung des Gesetzes zum besseren Schutz von Kindern vor Missbrauch noch vor den Neuwahlen ausgesprochen. Quelle: domradio
17.11.2024 Im Bistum Aachen haben sich nach einem öffentlichen Aufruf vom 18.10.2023 weitere 65 Betroffene gemeldet. Bis zum 30.9. wurden dem Bistum insgesamt 377 Betroffene namentlich bekannt. Dem Bistum sind 148 Täter, mutmaßliche Täter und Beschuldigte bekannt. Unter ihnen sind 134 Kleriker und eine Ordensschwester. Die übrigen 13 sind Nicht-Kleriker. Von den 179 Erstanträgen auf Anerkennungszahlungen seit 2011 wurden 144 inzwischen bearbeitet. Quelle: evangelisch.de
16.11.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, weist auf Mängel in den Kriterien der Anerkennungszahlungen der EKD hin. So richten sich die Zahlungen nicht nach der Schwere der Taten, sondern nach den individuellen Bedürfnissen, die Betroffene offenlegen müssten. Kriterien für die Schwere der Taten, ihre Dauern und ggf. das fehlende Handeln von Kirchenverantwortlichen fehlten. Claus kritisierte, dass nur Zahlungen geleistet würden, wenn die Taten vom strafrechtlich relevant seien. Damit würden Machtmissbrauch und das Ausnutzen seelsorgerlicher Beziehungen nicht erfasst. Quelle: katholisch.de
15.11.2024 Neu erschienen ist das Buch on Uwe Kaminsky: Pädophilie im Fokus. Zur Rolle von Hartmut von Hentig, Gerold Becker und Helmut Kentler beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Am 29.11., 10 Uhr lädt der Kirchentag zu einer digitalen Pressekonferenz. Die Pressekonferenz wird auf der Website des Kirchentags übertragen. Quellen: kirchentag evangelisch.de
14.11.2024 In Eslarn, Bistum Regensburg, wirbt die SPD für die Umbenennung der Georg-Zimmermann-Straße. Die Entscheidung soll am 24.11. fallen. Zimmermann war ein Priester des Bistums Regensburg und Musikdirektor des Bistums. Quelle: oberpfalzecho
14.11.2024 Das Bistum Speyer ruft zu Veranstaltungen am 18.11., dem Gedenktag für Menschen, die im Kontext der katholischen Kirche Missbrauch erlitten haben, auf. Im Bistum Münster werden an diesem Tag in verschiedenen Gemeinden Blut-Buchen zur Erinnerung an kirchlich Betroffene gepflanzt. In den Bänken des Doms in Limburg werden Figuren aus Holz, die menschlichen Silhouetten entsprechen, platziert. Sie erinnern daran, dass Betroffene immer schon „mitten unter uns“ sind. Quellen: mrn-news bistum-muenster
14.11.2024 Die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ und das Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen haben eine Postkartenaktion gegen die Verjährung bei Schmerzensgeldprozessen wegen Missbrauchs durch katholische Priester gestartet. Außerdem findet am 18. November um 17:30 Uhr eine Demonstration in Aachen – gemeinsam mit elf katholischen Verbänden – statt. Der 18. November ist der Gebetstag für Missbrauchsopfer. Quellen: katholisch.de eckiger tisch
14.11.2024 Rund 30 Frauen des Frauenzweigs der Laienbewegung von „Sadalicio“ klagen wegen psychischem, emotionalen, Gewissens- und Machtmissbrauchs. Sie sprechen von psychologischen Tests und Untersuchungen, ständiger Kontrolle vor allem des Aussehens und der Kleidung, gesundheitlichen Problemen, Depressionen und Angstzuständen, aber auch von sexuellem Missbrauch durch ein männliches Mitglied der Sodalicio. Quelle: katholisch.de
13.11.2024 Die EKD-Synode hat ein Zwölf-Punkte-Programm zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche beschlossen. U.a. wurde die Schaffung einer zentralen Ombudsstelle für Betroffene, eine systematische Personalaktenanalyse und einheitliche Aktenführung in den Landeskirchen verabredet. Quellen: evangelisch.de katholisch.de
13.11.2024 Eine Frau wirft einem Priester der Schönstatt-Bewegung, Doktor der Theologie und Autor mehrerer Bücher, Missbrauch vor. Quelle: katholisch.de
13.11.2024 In Rom veranstaltet die Päpstliche Kinderschutzkommission vom 13.-15.11. die Konferenz „Safeguarding in der katholischen Kirche in Europa“. Papst Franziskus sieht die Kirche in der Unterstützung von Missbrauchsbetroffenen in der Pflicht. Ziel der Konferenz ist der Aufbau eines Netzwerkes und die Etablierung bewährter Präventionspraktiken. Quelle: vaticannews
13.11.2024 Christopher Luxon, Premierminister von Neuseeland, bittet um Entschuldigung. Zwischen 1950 und 1999 waren rund 650.000 Kinder und schutzbedürftige Erwachsene in kirchlichen und staatlichen Pflegeheimen. Fast ein Drittel von ihnen wurde körperlich, sexuell, verbal oder psychisch misshandelt, viele weitere wurden ausgebeutet oder vernachlässigt. Der Anteil der Maori unter den Opfern ist unverhältnismäßig hoch. Quellen: vaticannews abuseincare
13.11.2024 Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Justin Welby (68) ist zurückgetreten. Der veröffentlichte Missbrauchsbericht zeigt, dass Welby seit 2013 von den Missbrauchstaten eines Serien-Täters, eines Kirchenjuristen, wusste und bis 2024 nichts unternommen hat. Quelle: katholisch.de
12.11.2024 Der Betroffenenbeirat im Bistum Limburg kritisiert, dass er bei der Neubesetzung der Ansprechperson und der Festsetzung der Kriterien für die Stelle nicht eingebunden war. Quelle: Zeit
12.11.2024 Ehemalige Mitglieder des Frauenzweigs des „Sodalitium Christianae Vitae (SCV) äußerten erstmals Beschwerden über psychischen, emotionalen und physischen Missbrauch sowie über Gewissens- und Autoritätsmissbrauch. Sie sprechen von sektenartigen Strukturen. Quelle: cruxnow
12.11.2024 Die anglikanische Bischöfin von Newcastle, Helen-Ann Hartley, Großbritannien, fordert den Rücktritt von Bischof Justin Welby. Ein Report zeigt, dass er jahrelang von Missbrauch innerhalb der Church of England wusste, ohne aufzuklären. Der 2018 verstorbene Kirchenjurist John Smyth soll in mehr als 40 Jahren über 100 Kinder und junge Männer sexuell, physisch und psychisch misshandelt haben. Quelle: The Guardian
11.11.2024 Die katholische Kirche in Frankreich hat seelsorgliche Kontakte in der Beichte und bei geistlicher Begleitung neu geregelt, so dass die Missbrauchsgefahr reduziert werden kann. Damit folgt sie den Empfehlungen der unabhängigen Missbrauchsaufarbeitungskommission CIASE von 2021. Quelle: Domradio
11.11.2024 In den Bänken des Frankfurter Doms werden Figuren aus Holz, die menschlichen Silhouetten entsprechen, platziert. Sie symbolisieren das unsichtbare Leid vieler Betroffener von sexualisierter Gewalt, die „mitten unter uns“ sind. Das Bistum Limburg teilte mit, dass die Kunstaktion bis zum 23. 11. zu sehen sein wird. Quellen: gegen-missbrauch.bistumlimburg evangelische Zeitung
8.11.2024 Ein Untersuchungsbericht der anglikanischen Staatskirche von England belastet die Church of England. Sie hat den 2018 verstorbenen Juristen John Smyth mehr als 40 Jahre ungehindert mehr als 100 Kinder und junge Männer sexuell, physisch und psychisch misshandeln lassen. Kirchenverantwortliche wussten von dem Missbrauch. Der Täter wurde nie zur Rechenschaft gezogen, konnte von Großbritannien nach Afrika übersiedeln, wo er weitere Taten beging. Auch das Kirchenoberhaupt Justin Welby wusste seit 2013 über den Missbrauch durch Smyth, habe aber nichts zur Aufklärung übernommen. Welby hat sich gegen seinen Rücktritt entschieden. Quellen: katholisch.de Untersuchungsbericht
8.11.2024 Im Erzbistum Paderborn gab es ein Begegnungswochenende von/mit Betroffenen sexualisierter Gewalt, vorbereitet von der Betroffenenvertretung und dem erzbischöflichen Team Intervention. Bischof Bentz nahm teil. Quelle: katholisch.de
8.11.2024 In einem Schmerzensgeldprozess wegen Missbrauchs will sich das Bistum Essen nicht auf Verjährung berufen. Der Kläger wurde vom Priester H. missbraucht, der 1980 vom Bistum Essen in das Erzbistum München und Freising versetzt wurde, das zu dieser Zeit von Joseph Ratzinger als Erzbischof geleitet wurde. Die Verhandlung wird am 4. April 2025 sein. Quelle: katholisch.de
8.11.2024 Wegen „Bedenken persönlicher Natur“ tritt Philip Moger zunächst nicht die Stelle des Bischofs der südenglischen Diözese Plymouth an. Welcher Art die „persönlichen Bedenken“ sind, wurde nicht mitgeteilt. Bereits Anfang Februar wurde die Weihe von Christopher Whitehead als Bischof von Plymouth abgesagt, weil es ein kanonisches Verfahren gab, das dann ohne kirchenrechtliche Maßnahmen zu Ende ging. Quelle: katholisch.de
8.11.2024 Der Mitgründer der geistlichen Gemeinschaft Familie Mariens, Gebhard Paul Maria Sigl, wurde wegen Amtsmissbrauch, d.h. geistlichem und psychologischem Missbrauch, von einem Kirchengericht schuldig gesprochen. Das Urteil wurde Mitte Oktober vom Papst bestätigt. In der Gemeinschaft hatte Sigl Seelsorge und Leitung der von ihm gegründeten Organisation vermischt. Sigl darf zehn Jahre lang keinen Kontakt zu den Mitgliedern der „Familie Mariens haben und keine priesterlichen Dienste ausüben. Sigl führte die Verehrung von Maria als „Frau aller Völker“ ein. Diese Frömmigkeitsform beruft sich auf angebliche Erscheinungen in Amsterdam, die nicht kirchlich anerkannt sind. Nach Beschwerden von Mitgliedern hatte der Vatikan 2021 eine Untersuchung der Gemeinschaft angeordnet. Die Gemeinschaft wurde angewiesen, auch im Priester-Zweig der Vereinigung, Werk Jesu des Hohenpriesters, einen „Weg der Läuterung“ zu gehen. Dazu gehöre „auch eine aufrichtige Konfrontation mit denjenigen innerhalb und außerhalb beider Institute, die mutmaßlich Opfer von geistlichem Missbrauch, Manipulation und dem vom Gründer errichteten Machtsystem waren“. Quelle: katholisch.de
8.11.2024 Das Gericht schlägt im Konflikt zwischen einem Betroffenen von Missbrauch und dem Bistum Hildesheim vor, dass die Parteien mit Hilfe eines Güterichters eine Einigung finden. Damit sind beide Parteien einverstanden. In der Verjährungsfrage folgte das Gericht der Argumentation der Kirche, die Verjährung geltend machte. Quellen: Zeit youtube
7.11.2024 Die evangelischen Theologinnen Christine Böckmann und Salome Lang, Doktorandinnen an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, erhalten den ökumenischen Predigtpreis für die beste Predigt in diesem Jahr. Sie haben sich in einer gemeinsamen Dialogpredigt mit einem der schwierigsten Texte der hebräischen Bibel, der drohenden Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham (Gen 22), auseinandergesetzt. Quelle: ekiba peterskirche-heidelberg peterskirche-heidelberg
7.11.2024 Johannes Norpoth, Mitglied im ZdK und im Synodalen Ausschuss, kommentiert die Einrede der Verjährung angesichts eines Betroffenen, der gegen das Bistum Hildesheim klagt. Er stellt fest, dass das Bistum auf juristischem Weg die öffentliche und verbindliche Klärung der eigenen Verantwortung verhindern wolle. Das Gericht habe zu klären, ob es sich dabei um ein „rechtsmissbräuchliches Vorgehen“ handele. Mit der Einrede zeige die Kirche, dass es ihr um Eigenschutz gehe, nicht um das Wohl Betroffener. Die Kirche sei „eine Institution, die über Jahrzehnte hinweg selbst dafür gesorgt hat, dass vertuscht und verschwiegen wurde mit dem Ergebnis, dass diese unsäglichen Gewaltexzesse eben nicht in die Öffentlichkeit gelangten, sondern schlussendlich verjährten“, sagte Norpoth und nennt die Einrede der Verjährung die „Spitze der moralischen Bankrotterklärung“. Quelle: Kirche und Leben
7.11.2024 Ein Betroffener von Gewalt und Missbrauch in Pielenhofen hat Klage gegen das Bistum Regensburg erhoben. Nun hat das Landgericht Regensburg das Bistum zu einer Stellungnahme aufgefordert. Unumstritten ist, dass das Bistum bereits 1965/66 von der Gewalttätigkeit des Priesters, der 1992 verstorben ist, wusste und nichts unternahm, um die Schüler zu schützen. Bislang verwies das Bistum darauf, dass es bereits Anerkennungsleistungen in Höhe von 50.000 Euro gezahlt habe und der Bischof mit dem Betroffenen gesprochen habe. Quelle: regensburg-digital
6.11.2024 Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ wird anlässlich der Vorwürfe wegen Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt gegen den ehemaligen Sternsingerpräsidenten Winfried Pilz einen neuen Verhaltenskodex einführen, Melde- und Beschwerdewege verbessern und die Lieder von Pilz – darunter Laudato si – in ihren Materialien nicht mehr verwenden. Tantiemen an das Kindermissionswerk aus dem Werk von Pilz werden für Kinderschutzprojekte verwendet. Quelle: katholisch.de
6.11.2024 Kardinal Pedro Barreto Jimeno, Peru, nennt die letzten Ausschlüsse mehrerer Mitglieder der katholischen Sodalicio-Bewegung einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Missbrauch. Bislang wurden 15 Mitglieder ausgeschlossen, unter ihnen der Gründer Figari. Barreto plädiert für weitere Untersuchungen, bevor die Kirche eine vollständige Auflösung in Betracht ziehen könne. Den ausgeschlossenen Mitgliedern war physischer, psychischer und sexueller Missbrauch und finanzielle Korruption vorgeworfen worden. Quelle: vaticannews
6.11.2024 Im Kinderdorf Riaumont in Liévin in Nordfrankreich wurden seit 1960 Tausende Kinder von katholischen Mönchen, Priestern und Erziehern geschlagen, zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen und sexuell missbraucht. Die Philosophie der Mönche und Priester war rechtsradikal, gepaart mit Pädophilie und Sadismus. Die Behörden kontrollierten das Kinderdorf nicht. Quelle: arte
5.11.2024 Die (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz und die Katholische Militärseelsorge planen seit Juni des Jahres eine wissenschaftliche Studie. Der Betroffenenbeirat Ost kritisiert, dass es bis heute keine Ausschreibung für die Studie gibt. Quelle: katholisch.de
5.5.11.2024 Das Bundesweite Netzwerk von Betroffenen für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend „Aus unserer Sicht“ lädt zu einem digitalen Fachtag am 30.11., 10-15 Uhr, ein. Informationen und Anmeldung finden Sie hier.
5.11.2024 Der Diözesanrat im Bistum Aachen kritisiert die mangelhafte Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum. Vor allem wendet sich der Diözesanrat dagegen, dass das Bistum, das von Bischof Dieser, dem Missbrauchsbeauftragten der DBK geleitet wird, auf der Verjährung besteht. Das Bistum weist die Vorwürfe zurück und weist darauf hin, dass bei Zahlungen über 100.000 Euro der Vermögensrat und das Konsultorenkollegium kirchenrechtlich zustimmen muss. Beide Gremien votierten dafür, die Einrede der Verjährung zu erheben. Zudem habe das Bistum zugleich Mediation angeboten, die das Aachener Gericht aus Personalgründen jedoch nicht anbieten kann. Auch den Vorwurf des Diözesanrates, das Bistum habe vier Jahre nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens zentrale Analysen des Gutachtens – die systemischen Ursachen von Missbrauch – nicht berücksichtigt. Das Bistum weist darauf hin, dass die Priesterausbildung neu ausgerichtet worden sei, Schutzkonzepte erstellt worden seien und Frauen in Schlüsselpositionen gestärkt worden seien. Der Betroffenenrat im Bistum Aachen ruft für den 18. November – den Gebetstag für Betroffene – zu einer Demonstration gegen das Bistum auf dem Aachener Münsterplatz auf. Quelle: Domradio
4.11.2024 Das geplante Anti-Missbrauchsgesetz – „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen – findet neben Zustimmung auch Kritik. Zustimmung gibt es dafür, dass das Amt der Missbrauchsbeauftragten, der Betroffenenrat und die unabhängige Aufarbeitungskommission gesetzlich abgesichert werden und ihre Kompetenzen erweitert werden. Kritik gibt es an den Begrenzungen beim Akteneinsichtsrecht für Betroffene, am Personalmangel und daran, dass keine zusätzlichen Finanzmittel vorgesehen sind. Quelle: evangelisch.de
4.11.2024 Am Buß- und Bettag, 10 Uhr am 20.November, wird es einen ARD-Fernsehgottesdienst zum Thema sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche“ geben. Quelle: evangelisch.de
4.11.2024 Der Gründer der Herolde des Evangeliums, Joao Scognamiglio Clá Dias, starb mit 85 Jahren in Franco da Rocha, Brasilien. Ihm war der sexuelle Missbrauch von Frauen des weiblichen Zweigs der Gemeinschaft, Missbrauch des Exorzismus und finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen worden. Quelle: katholisch.de
1.11.2024 Betroffene von Missbrauch in der katholischen Kirche kritisieren den ersten Bericht der Päpstlichen Kinderschutzkommission. Befragt wurden 17 Bischofskonferenzen. Anne Barret Doyle konstatiert: „Leider wissen wir aus Erfahrung, dass Bischöfe nicht immer die Wahrheit sagen.“ Auch Hans Zoller stellt fest: „Es bleibt aus nicht genannten Gründen unklar, wer die Rückmeldungen mit welcher Expertise und welchem Problembewusstsein erstellt hat.“ Quelle: Domradio
31.10.2024 Hans Zollner erklärt zum ersten Bericht der Päpstlichen Kinderschutzkommission, warum er keine Missbrauchsdaten vorlegt und warum kulturelle Unterschiede die weltweite Erfassung erschweren. Quelle: Domradio
30.10.2024 Mitglieder der päpstlichen Kinderschutzkommission weisen darauf hin, dass die Opfer sexueller Gewalt die Intransparenz, die Nicht-Information über den Stand einer Anzeige eines Missbrauchsfalles und den Ausgang des kanonischen Verfahrens als äußerst besorgniserregend oder erneut traumatisierend bezeichnen. Quelle: cruxnow
30.10.2023 Der Münchner Rechtsanwalt Ulrich Wastl und der Professor für Soziale Arbeit Martin Wazlawik stellen fest, dass es inzwischen viele Einzelstudien zu sexueller Gewalt in Institutionen gebe, jedoch keine Metastudie, die das Wissen bündele. Sie fordern eine Metastudie, um die Einschätzung und Evaluierung einzelner Studien leichter zu machen und neues Wissen zu generieren. Wastl sieht die Gefahr, „dass wir mit Studien vertröstet werden“. Zudem rät er Institutionen, sich bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch juristischen Beistand zu holen, um zu vermeiden, dass verschiedene Seiten versuchen, Publikationen zu verhindern. Er äußert den Verdacht, dass der Datenschutz bei der Ermittlung von Tätern und Betroffenen gerne bemüht werde, um eine Aufarbeitung zu verhindern. Quelle: Evangelische Zeitung
29.10.2024 Die Päpstliche Kinderschutzkommission hat ihren ersten Anti-Missbrauchsbericht vorgelegt. Der Bericht enthält Vorschläge für Verbesserungen in den Vatikanbehörden, die mit Missbrauchsfällen befasst sind, sowie in den einzelnen Regionen der weltweiten Kirche. Er kritisiert die intransparente und langsame Aufarbeitung. O’Malley, Leiter der Kommission, nennt den bisherigen Umgang der Kirche mit Missbrauch ein „großes Versagen“ und verspricht „Rechenschaft, Fürsorge und Anteilnahme für die Opfer“. Juan Carlos Cruz, Opfer von Fernando Karadima, Chile, würdigte den Bericht als wichtige Etappe. Einen ersten Überblick gibt Cruxnow. Quellen: Kirche und Leben vaticannews press.vatican Zeit
29.10.2024 Die Vorsitzende der Aufarbeitungskommission im Bistum Erfurt, Ulrike Brune, berichtet von 50 namentlich benannten Beschuldigten, 20 von ihnen sind Kleriker, sieben der Kleriker leben noch. Inzwischen wurde einer suspendiert, ein zweiter dürfe nur unter strengen Auflagen arbeiten. Die Kommission geht von weit mehr als 60 Opfern aus, überwiegend männliche Betroffene. Brune konstatierte, dass das Bistum Erfurt in der Vergangenheit in aller Regel nicht adäquat auf bekannt gewordenes Fehlverhalten reagiert habe. Die Kommission moniert die Kürzung des Jahresberichtes 2023, einen unabhängigen Internetauftritt und das Fehlen einer unabhängigen Geschäftsstelle. Die Kommission arbeitet seit Oktober 2021. In einem anderen Bericht ist die Rede von 78 Betroffenen und 54 Tätern, darunter 25 Kleriker. Die Kommission habe alle bis Oktober 2021 aktenkundigen 60 Fälle untersucht, inzwischen seien weitere 18 Taten von 14 Tätern hinzugekommen. Ein Beschuldigter sprach selbst von etwa 40 Opfern – gemeldet haben sich zehn Personen. In einem dritten Bericht ist die Rede von 64 Beschuldigten, 25 davon Geistliche. Die Kommission ist überrascht, dass viele der Betroffenen sich weiterhin als Christen verstehen. Quellen: Zeit evangelisch.de katholisch.de Tagesschau
28.10.2024 Im inzwischen geöffneten Geheimarchiv der Chorherren vom Großen St. Bernhard wurden neben den bekannten zwei Missbrauchstätern fünf weitere Täter zwischen 1955 und 1983 gefunden. Quelle: kath.ch
28.10.2024 In Fulda wurde ein ehemaliger katholischer Pfarrer des Bistums Fulda zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren wegen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt verurteilt. Die Kinder konnten nicht identifiziert werden. Der Verteidiger kündigte Revision an. Quelle: FAZ
28.10.2024 Im Juli wurden Klagen von zwei Missbrauchsbetroffenen gegen das Bistum Aachen von zwei Missbrauchsbetroffenen abgewiesen. In einem Fall hatte das Bistum erfolgreich auf Verjährung bestanden. Der Betroffenenrat im Bistum Aachen kündigte nun für den 18. November eine Protestkundgebung an, die vom Diöesanrat, mehreren Verbänden im Bistum und regionalen Katholikenräten unterstützt wird. Quelle: katholisch.de
28.10.2024 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat seinen neuen Jahresbericht veröffentlicht zu Aufklärung, Aufarbeitung, Anerkennung des Leides und Prävention von sexuellem Missbrauch. Inzwischen weiß das Bistum von 241 Beschuldigten – Klerikern, Laien, Männer und Frauen – und 454 Betroffenen im Zeitraum von 1946 bis zum 30.9.2024. Zehn Priester, die zu Tätern wurden, leben im Bistum, ihr Altersdurchschnitt beträgt knapp 63 Jahre. Sie haben Auflagen, sind im Ruhestand oder von jeder pastoralen Tätigkeit suspendiert. Drei sind in nicht-leitender Stelle in einem pastoralen Dienst tätig und werden so eingesetzt, wie es dem Bistum angesichts ihrer Bestrafung und den Taten möglich ist. Quellen: katholisch.de Stuttgarter Zeitung Jahresbericht
26.10.2024 Im Abschlussdokument der katholischen Bischofssynode fordern die Synodalen, den „Überlebenden von sexuellem, spirituellem, wirtschaftlichem, institutionellem, Macht- und Gewissensmissbrauch durch Mitglieder des Klerus oder Personen mit kirchlichen Ämtern mit besonderer Sorgfalt und Sensibilität” zuzuhören. Die Kirche müsse sich um die Opfer kümmern. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sieht im Abschlussdokument keine rechtlichen Folgen, weil der Papst zwar die Publikation erlaubte, aber die Inhalte nicht approbierte. Die Frage nach der Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche war „ausgelagert“ worden in eine Arbeitsgruppe. Quellen: Evangelische Zeitung domradio
26.10.2024 Im Frühjahr 2025 soll der Zwischenbericht zu sexuellem Missbrauch im Bistum Speyer vorliegen, der Endbericht soll 2027 veröffentlicht werden. Bischof Wiesemann. In Gesprächen mit kirchlich Betroffenen sehe er, dass „viele von ihnen trotz allem eine enge Bindung zur Kirche“ hätten. Quelle: Zeit
26.10.2024 In München haben sich 30 Missbrauchsbetroffene und Angehörige zum „3. Tag der Begegnung“ getroffen. Kardinal Marx, Erzbischof von München, sprach sich dafür aus, auch die sozialen Folgen von sexuellem Missbrauch auf einen Ort, eine Gemeinschaft, eine Familie stärker in den Blick zu nehmen. Quelle: evangelische Zeitung
26.10.2024 Ein früherer Regensburger Domspatz, heute 41 J., verklagt das Bistum Regensburg in einer Zivilklage auf 350.000 Euro Schmerzensgeld wegen körperlichen und sexuellen Missbrauchs, den er zwischen seinem achten und zehnten Lebensjahr in der Vorschule der Domspatzen in Pielenhofen erlitten hat. Von der Kirche hat er eine Anerkennungsleistung erhalten. Quelle: Domradio
26.10.2024 US-Präsident Joe Biden hat sich für den Umgang mit indigenen Schüler*innen zwischen 1819 und 1969 in den USA entschuldigt. Eine Studie ermittelte, dass fast 1.000 Kinder in diesen Boarding-Schulen starben. Die ca 18.000 indigenen Kinder wurden ihrer Sprache und kulturellen Identität beraubt, sie wurden geschlagen und sexuell missbraucht. Viele dieser Schulen waren in katholischer Trägerschaft. Unter den Beschuldigten seien mindestens 122 katholische Priester und Ordensleute. Quelle: Domradio
25.10.2024 Im Erzbistum Bamberg wolle Erzbischof Gössl einen Pfarrer, der in den 90er Jahren einen Jugendlichen missbraucht hat, erneut als Seelsorger im Raum Wallenfels einsetzen. Nach einer Welle der Empörung wird der Seelsorger nun doch nicht eingesetzt. Quelle: np-coburg
25.10.2024 Die Abwicklung der Schwesterngemeinschaft der Loyola-Kommunität, deren Gründer Marko Rupnik von den 1980er Jahren bis 2018 Missbräuche beging, verzögert sich wegen der „Komplexität der administrativen Fragen. Die Gelübde der Schwestern wurden zum 20.10. aufgelöst. Viele der Schwestern haben eine andere Form geistlichen Lebens gewählt. Ivanka Hosta, Gründerin der Kommunität, soll bereits in den 1980er und 1990er Jahren von Missbrauch erfahren haben, ohne etwas unternommen zu haben. Quelle: katholisch.de
23.10.2024 Das Bistum Regensburg hat an 610 Opfer körperlicher und sexueller Gewalt, an Domspatzen, z.T. über die UKA insgesamt 11.907.450 Euro in Anerkennung des Leides gezahlt. Quelle: Bistum Regensburg
23.10.2024 Bereits 2007 machte eine Journalistin Übergriffe von Abbé Pierre, dem Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, in einer Zeitschrift in Peru bekannt. Aber ihre Aussage erregte nur wenig Aufmerksamkeit. Heute sagt sie: „Er war ein geisteskranker Mensch, dem die katholische Kirche erlaubte, herumzureisen und schreckliche Dinge zu tun.“ Quelle: srf
23.10.2024 Die Justiz im Wallis hat die Untersuchung der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche eingestellt, weil die angezeigten Straftaten verjährt sind oder nicht fristgerecht eingereicht wurden. Auch gegen drei Chorherren von Saint-Maurice, unter ihnen der Abt, wird nicht mehr ermittelt. Dennoch bittet die Abtei um Vergebung und hofft, das Missbrauchs-Etikett nun loszuwerden. Quelle: kath.ch
22.10.2024 Kardinal José Cobo, Erzbischof von Madrid, versprach in einem Akt der Anerkennung und Buße Besserung der katholischen Kirche beim Umgang mit Missbrauchsfällen und Betroffenen. Betroffene berichteten vom Ausmaß ihres Leides, das nicht zuletzt durch die Vertuschung entstand. Quelle: vaticannews
22.10.,2024 Papst Franziskus hat zwei Laien – darunter den ehemaligen Generalvikar der Bewegung „Sodalitium Christianae Vitae“ – und einen Priester aus der Bewegung ausgeschlossen. Vorgeworfen werden ihnen Amts- und Machtmissbrauch, insbesondere beim Umgang mit kirchlichem Vermögen und sexualisierte Gewalt auch gegen Kinder. Quelle: katholisch.de
22.10.2024 Ein Vergleich zwischen der Klägerin „Karin Weißenfels“ (Pseudonym) und dem Bistum Trier um Einsicht in die ungeschwärzte Personalakte ist gescheitert. Der nächste Gerichtstermin ist am 26.11. Quelle: katholisch.de
21.10.2024 Ein Pfarrer aus dem Bistum Fulda steht wegen 71 Fällen von Kindesmissbrauch ohne Körperkontakt, des Verdachts des Herstellens und des Besitzes von Material mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vor Gericht. Er ist geständig. Er habe sich in einer beruflichen und privaten Stressphase in die Chats gestürzt, die Opfer nicht als Opfer, sondern als Suchende wahrgenommen. Es sei keine Manipulation, sondern Interaktion mit den Minderjährigen gewesen. Die Kinder und Jugendlichen hätten den Chat ja schließlich jederzeit verlassen können. Quelle: hessenschau
21.10.2024 Sadistische Gewalt, sektenartige Methoden und geistlicher Missbrauch wird der peruanischen Laienbewegung „Sodalicio“ vorgeworfen. Nun fordert Erzbischof Carlos Castillo Mattasoglio, Lima ihr Verbot und nennt die Laienbewegung ein „gescheitertes Experiment des Kalten Krieges in Lateinamerika“, das zur Wiederauferstehung des Faschismus in Lateinamerika führen sollte und sich gegen die Befreiungstheologie positionierte, die die Armen in den Fokus stellte. Quellen: domradio katholisch.de
21.10.2024 Bislang gab es gegen den früheren Essener Kardinal Franz Hengsbach zwei Vorwürfe. Eine 16-Jährige berichtete von sexuellem Missbrauch, eine andere Frau beschuldigte ihn eines Übergriffs. Nun wurden sieben weitere Hinweise auf sexualisierte Gewalt bekannt. Eine Untersuchung des IPP soll bis Herbst 2027 das gesamte Leben des Kardinals anschauen, dies ist ein neuer Studienansatz. Er könnte zeigen, dass Missbrauch an jedem Ort geschehen kann und Täter ihr Verhalten nach einem Ortswechsel nicht ändern. Die Studie wird von den (Erz-)Bistümern Essen und Paderborn, dem katholischen Militärbischofsamt, dem ZdK und Adveniat finanziert. Quellen: Spiegel katholisch.de katholisch.de
21.10.2024 Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage gegen einen Priester aus dem Westerwaldkreis erhoben. Ihm wird vorgeworfen, 2019 sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen zu haben. Der Priester war vom Bistum Limburg als ungeeignet für das Priesteramt befunden worden. In Liechtenstein unter Erzbischof Wolfgang Haas wurde er zum Priester geweiht. Quelle: swr
21.10.2024 Max-Josef Schuster erinnert daran, dass die Kirche Gottes Sache ist. Kein Mensch muss sie retten: „Es genügt, mit Leidenschaft, Freude und Hingabe Gott zu suchen und den Menschen zu dienen. Dann wird sich womöglich ‚Kirche‘ ereignen. Oder auch nicht. Ganz so, wie Gott es will.“ Quelle: feinschwarz.net
19.10.2024 Im Dikasterium für die Glaubenslehre ist Erzbischof John Joseph Kennedy zuständig für die Disziplinar-Abteilung, u.a. auch für Missbrauchsfälle. Er hat einen argentinischen Priester aus dem Bistum Villa de la Concepion des Rio Cuarto aus dem Klerikerstand wegen sexueller Übergriffe entfernt. Erzbischof Edgar Pena Parra aus Venezoela, Leiter der Allgemeinen Abteilung des Staatssekretariates, milderte das Urteil in einem sog. „außerordentlichen Verfahren“ ab, ohne dass er die Kompetenz hatte, in Fragen des kirchlichen Strafrechtes bei Missbrauchsfällen zu urteilen. Erzbischof Kennedy hob das Urteil von Erzbischof Pena wieder auf. Quelle: katholisch.de
18.10.2024 Der Vatikan sieht Mängel beim Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Schweiz und rüffelt sechs Bischöfe persönlich. Nach einer internen Untersuchung hatte die Schweizer Bischofskonferenz selbst um ein Schreiben gebeten. Bischof Lovey, Wallis, jedoch sieht sich vom Vatikan entlastet – er erkennt in der vatikanischen Kritik an seinen Fehlern im Kontext von sexuellem Missbrauch keine Rüge. Quellen: katholisch.de kath.ch Kommentar von Christian Maurer kath.ch kath.ch
17.10.2024 Die Schweizer Bischofskonferenz will am 18.10. über die Ergebnisse einer kircheninternen Voruntersuchung informieren, die sechs Bischöfe betreffen. Einem Abt, Jean Scarcella wird zudem sexuelle Belästigung vorgeworfen. Vier der der Vertuschung Beschuldigten sind noch im Amt. Angezeigt worden waren sie von dem Priester Nicolas Betticher. Es handelt sich um Jean-Marie Lovey, Sitten; Charles Norerod, Lausanne, Genf und Freiburg; Alain de Raemy, Lugano; Peter Bürcher und Jean-Claude Périsset. Quelle: Blick
17.10.2024 Im Wallis hat die Staatsanwaltschaft Akten zu Missbrauchsvorwürfen gegen katholische Priester geschlossen, weil die Fakten nicht beweisbar sind oder weil Verjährung eingetreten ist oder weil die Beschuldigten verstorben sind. 25 Personen hatten 32 strafbare Taten seit 1946 angezeigt, deren Opfer oder Zeugen sie waren. Quelle: bazonline.ch
17.10.2024 Der Betroffenenrat Nord, dem auch Betroffene aus demBistum Hildesheim angehören, kritisierte die Entscheidung des Bistums, Bischof Janssen in der Bischofsgruft zu belassen. Damit sei eine wichtige Chance zur tätigen Reue und zum Symbol, dass die Kirche verstanden habe, vertan. Im Juli noch hatte das Bistum demBetroffenenrat mitgeteilt, dass die Absicht bestünde, die gesamte Gruft zu räumen. Der Betroffenenrat konstatiert, dass die Perspektive der Betroffenen zwar gehört worden sei, „aber wieder einmal nicht bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt“ worden sei. Quelle: Kirche und Leben
17.10.2024 Missbrauchsbetroffene aus dem Bistum Hildesheim hatten die Umbettung von Bischof Heinrich Maria Janssen (1907-1988) gefordert. Das Bistum hat sich – gemeinsam mit den Verwandten – dagegen entschieden. Stattdessen wird die Gruft künftig nicht mehr öffentlich zugänglich und auch nicht mehr als Begräbnisstätte für Bischöfe dienen. Ein Schild soll vor der verschlossenen Gruft über die Vorwürfe gegen Janssen informieren. Janssen wird u.a. der jahrelange sexuelle Missbrauch von drei Kindern vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
17.20.2024 Das Erzbistum Los Angeles zahlt rund 810 Millionen US-Dollar an 1.353 Missbrauchsbetroffene. Seit 2014 hat das Bistum bereits 740 Millionen US-Dollar gezahlt, so dass sich die Gesamtsumme auf 1,5 Milliarden US-Dollar erhöht. Quelle: katholisch.de
16.10.2024 Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München sucht Betroffene sexualisierter Gewalt durch Mitglieder des Franziskanerordens. Seit dem Start der Studie im Januar sind 40 Meldungen beim IPP eingegangen. Nach einem weiteren Aufruf vor zwei Wochen kamen vier Meldungen dazu. Die Forscher*innen gehen von weiteren Betroffenen aus. Bislang scheint ein Schwerpunkt der Taten in den 1950er bis 1970er-Jahren zu liegen. Tatorte waren die Internate Vossenack und Großkrotzenburg. Quellen: 2024 Aufruf des IPP zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der deutschen Franziskanerprovinz radioeins
15.10.2024 Inzwischen wurden 60.000 Unterschriften gegen die Verjährung bei Schmerzensgeldprozessen in Missbrauchsfällen durch katholische Priester gesammelt. Die Initiative Eckiger Tisch hat die Petition initiiert. Sie richtet sich an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und an Vertreter der Ordensgemeinschaften in Deutschland. Quelle: evangelische zeitung zur Petition
14.10.2024 Wegen des Besitzes von kinderpornografischen Dateien wurde ein ehemaliger Pfarrer (77), der im Berchtesgadener Land im Erzbistum München arbeitete, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Quelle: chiemgau24
14.10.2024 Die Apostolische Nuntiatur schrieb bereits 1959 an die französische Bischofskonferenz, dass der Vatikan Abbé Pierre, dem Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, befohlen habe, eine Reise nach Kanada abzusagen. Dies geht aus inzwischen geöffneten kirchlichen Archiven hervor. Dort ist auch ein reger Briefwechsel zwischen französischen Bischöfen, die vor dem problematischen Verhalten des Geistlichen warnten, ohne es jedoch klar zu benennen. In dem Briefwechsel ist die Rede davon, dass Abbé Pierre „jede Kontrolle über sich verloren“ habe und dass junge Mädchen lebenslange Schäden davongetragen haben. Zudem enthält der Briefwechsel 1958 den Hinweis, dass die Kirche davon ausgehen müsse, „dass all dies bekannt werden kann und die Öffentlichkeit sich dann wundern wird, dass die katholische Hierarchie immer Vertrauen in Abbé Pierre hatte“. Quelle: orf
14.10.2024 Auf der derzeit tagenden Weltsynode erhob die Vorsitzende des Verbunds Lateinamerikanischer Ordensmitglieder CLAR, Schwester Gloria Liliana Franca Echeverri, die Forderung, dass sich die Kirche dem Thema „Schutz für Ordensfrauen vor dem Machtmissbruach durch Kleriker“ auf einen Weg der Umkehr begeben müsse. Ob das Thema im Abschlussdokument der Weltsynode erwähnt wird, ist nicht bekannt. Quelle: katholisch.de
11.10.2024 Eine britische Studie ergab, dass ein Drittel der Katholiken, die früher zur Messe gingen, aufgrund des sexuellen Missbrauchs durch katholische Kleriker ihre Teilnahme eingeschränkt oder aufgegeben hat. Ein Drittel der regelmäßigen Messbesucher sieht Missbrauch als Thema der Vergangenheit an. 79 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Kirche stark ändern müsse, wenn sie Kindesmissbrauch verhindern wolle. Quelle: katholisch.de Studie der Uni Durham
11.10.2024 Rocio Figuero, Theologin und ehemalige Oberin des Frauenzweiges der peruanischen Gemeinschaft „Sodalicio“ – marianische Gemeinschaft der Versöhnung (MCR) -, wirft der MCR vor, sie wende dieselben Methoden an wie der Männerzweig Sodalicio. Der MCR stelle die Schadensbegrenzung über die Wahrheit und manipuliere mit Halbwahrheiten. Geistlichen Missbrauch in der Gemeinschaft gebe es bis heute. Als die Theologin die ersten Missbrauchsfälle aufdeckte, wurde sie von der Gemeinschaft zum Schweigen gebracht. Erst 2010 konnte sie ihren Bericht über die Missbrauchsvorwürfe vorlegen. Derzeit laufen im Vatikan weitere Ermittlungen gegen hochrangige Mitglieder der Bewegung. Quelle: katholisch.de
10.10.2024 Drei katholische Verbände kritisieren den Umgang des Bistums Aachen mit Missbrauchsfällen. Bischof Dieser, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Aachen, hat am Landgericht Aachen die Verjährung von Missbrauchstaten geltend gemacht. Damit wurden die Klagen zweier Missbrauchsopfer abgewiesen. Der Katholikenrat der Region Heinsberg, der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden Heinsberg/Waldfeucht und Heinsberg/Oberbruch kritisiert das Vorgehen von Bischof Dieser und stellt sich hinter die Meinung der kfd, die sich vom Vorgehen des Bistums distanziert und Bischof Dieser „den Verlust der Glaubwürdigkeit, der Aufrichtigkeit und der Menschlichkeit vorwirft“. Quelle: Aachener Zeitung
10.10.2024 UNICEF hat in einer repräsentativen Umfrage eine erste globale Schätzung zu sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. In Afrika sind 22 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen bis 18 Jahre betroffen, in Ost- und Südostasien 8 Prozent, in Zentral- und Südasien 9 Prozent in Europa und Nordamerika 14 Prozent. Die meiste sexualisierte Gewalt ereignet sich während der Adoleszenz. Zwischen 14 und 17 Jahren gibt es einen deutlichen Anstieg. Etwa jeder elfte Junge erlebt in der Kindheit Vergewaltigung oder sexuelle Übergriffe. Quelle: DLF
9.10.2024 Die Betroffenen-Sprecherin des Bistums Osnabrück Ilona-Düning kritisierte, dass im Erzbistum Hamburg Tatverdächtige im Amt bleiben. Das Erzbistum Hamburg bestätigte den Vorwurf – es handele sich um zwei beschuldigte Geistliche. Die bisherige Auffassung im Erzbistum Hamburg sei, dass der priesterliche Einsatz nur dann eingeschränkt werde, wenn sie durch Beweis oder Geständnis als überführt gelten könnten. Die Zahlung der Anerkennungsleistung sei keine Aussage über eine feststehende Täterschaft. Quelle: Zeit
9.10.2024 Eine Journalistin hatte einen Eilantrag auf Akteneinsicht der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren des Missbrauchsfalls Dillinger gestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte den Antrag abgelehnt, nun lehnte auch das Verwaltungsgericht Trier ab. Quelle: stern
9.10.2024 Florian Breitmeier kommentiert die Reaktionen des Bistums Osnabrück auf den Abschlussbericht „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung: Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück“. Er sieht Schritte in die richtige Richtung – außer bei den Anerkennungszahlungen. Er sagt: „Mit Blick auf eine von Betroffenen immer wieder geforderte Reform der Anerkennungsleistungen aber bleibt das finanziell nicht auf Rosen gebettete Bistum Osnabrück ebenso hart wie reiche Diözesen. Doch wer demütig und nachhaltig aufarbeiten will, darf sich der Frage der angemessenen Entschädigung nicht verschließen.“ Quelle: tagesschau
9.10.2024 Fünf Institutionen haben eine Forschungsarbeit beim Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München in Auftrag gegeben, die die Amtszeit des Essener Kardinals Franz Hengsbach (1910-1991) untersuchen sollen. Untersucht wird die Amtszeit von Hengsbach als Bischof von Essen (1958-1990), als Erzbischof von Paderborn (bis 1958) und seine Tätigkeit als Vorsitzender von Adveniat (1961-1988), als Militärbischof (1961-1978) und seine Rolle als Generalsekretär und – assistent im ZdK (1947-1968). Quellen: katholisch.de www1.wdr
9.10.2024 Heute, 20.10 Uhr, wird im DLF ein Feature gesendet: „Der Priester und die Pflegetochter“ von Christina Zühlke und Markus Schmitz. Quelle: ksta
9.10.2024 Im November wird ein Zwischenergebnis der Aufarbeitungskommissionen aller Bistümer in Deutschland veröffentlicht werden. Quelle: katholisch.de
9.10.2024 Heute, 10 Uhr, findet die Pressekonferenz des Bistums Osnabrück statt, in der das Bistum Stellung nimmt zum Abschlussbericht „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung: Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück.“ Quelle: bistum-osnabrueck
8.10.2024 Das von Betroffenen für Betroffene entwickelte Betroffenen-Netzwerk „BeNe“ ist online. Es dient dem Austausch und der Vernetzung von Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche. Quelle: betroffenen-netzwerk
8.10.2024 Bei einem Treffen der Aufarbeitungskommissionen der 27 deutschen Bistümer zogen die Beteiligten eine erste Zwischenbilanz drei Jahre, nach der Gemeinsamen Erklärung der katholischen Bischöfe mit der Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Kerstin Claus nannte die Zwischenbilanz einen wichtigen Schritt, um die Aufarbeitung voranzubringen: „unabhängig, transparent und betroffenenorientiert“. Die Betroffenen-Vertreter Angela Marquardt und Karl Haucke betonten, dass es ohne Betroffenenbeteiligung keine glaubwürdige Aufarbeitung geben könne. Auch die Bischöfe Burger und Dieser – Fachgruppe der Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs und von Gewalterfahrungen – waren anwesend. Quelle: Domradio
8.10.2024 Die Journalisten Daniel und Debora Höly haben unter Mitgliedern freikirchlicher Gemeinden in Deutschland eine nicht repräsentative Umfrage zu sexueller Gewalt durchgeführt, derzufolge jede*r Sechste „sexualisierte Gewalt im freikirchlichen Umfeld“ erlebt hat. Quellen: kath.ch dunkhellziffer
8.10.2024 Missbrauchsbetroffene fordern die katholische Kirche auf, mehr Verantwortung für die Taten von Priestern zu übernehmen und auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, wirft der Kirche vor, sie nutze juristischen Spielraum im bürgerlichen Zivilrecht, um höhere Entschädigungszahlungen zu vermeiden. Er fordert, dass Bistümer und Ordensgemeinschaften nicht argumentieren, die Amtshaftung gelte nur für den dienstlichen Bereich. Quelle: domradio zur Petition
7.10.2024 Die Beauftragte der Bundesregierung für Kindesmissbrauch, Kerstin Claus, sagt, bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bereich der Kirchen müssten die Belange Betroffner stärker berücksichtigt werden. Sie kündigte für 2025 ein neues Bundesgesetz an. Quelle: evangelische zeitung
7.10.2024 Bislang wurden zwischen April 2022 und heute mehr als 630 Fälle sexualisierter Gewalt in beiden Großkirchen bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) gemeldet, mehr als 200 davon wurden entschieden, in über der Hälfte mit Anerkennung. Quelle: katholisch.de
7.10.2024 Vor dem Treffen der Kommissionen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den 27 Bistümern kritisiert die Bundeskonferenz der Betroffenen-Verbände, dass mehr Transparenz, eine Begründungspflicht der Anerkennungsbescheide und eine sensible Erinnerungskultur nötig sei. Sie fordern, dass das Handeln der Aufarbeitungskommissionen und der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen nachvollziehbarer und die Teilhabe Betroffener möglich sein müsse. Der Zugang zu relevanten Dokumenten müsse möglich sein. Quelle: katholisch.de
2.10.2024 Der Bericht über Gewalt in SOS-Kinderdörfern liegt vor: Unabhängige Kommission zur Anerkennung und Aufarbeitung erlittenen Unrechts beim SOS-Kinderdorf e.V.: Der Aufarbeitung verpflichtet. Die Vorwürfe reichen von Vernachlässigung grundlegender Bedürfnisse bis hin zu Vergewaltigungen. Von 226 Fällen unterschiedlicher Schwere wird berichtet. Die Schwere der Fälle habe seit den sechziger und siebziger Jahren abgenommen, aber Fehlverhalten gab es auch in den letzten zwei Jahrzehnten. Überlastung und Überforderungen der Mitarbeiter*innen, mangelnde Qualifikation und Sensibilisierung gehörten zu den tatbegünstigenden Strukturen. Quelle: taz
2.10.2024 Der Betroffene Karl Haucke, Mitglied der Steuerungsgruppe des Osnabrücker Forschungsprojektes zur Aufarbeitung und Sozialwissenschaftler, konstatiert, dass zu wenig Konsequenzen aus Forschungsergebnissen gezogen werden. Er beklagt, dass die Bischofskonferenz noch immer von 3677 Betroffenen aus der MHG-Studie von 2018 ausgehe. Gesamtgesellschaftlich müsse von ganz anderen Zahlen ausgegangen werden. Haucke erinnert an die Schätzung von Jörg Fegert, Ulm, der mit 114.000 kirchlich Betroffenen rechnet. Quelle: Domradio
2.10.2024 Im Bericht aus dem Bistum Osnabrück sollen 122 Priester und Diakone sexualisierte Gewalt an Schutzbefohlenen seit 1945 begangen haben. Betroffen sind 349 Menschen, zu weiteren 60 Personen liegen konkrete Hinweise vor. Bei allen 409 Personen ist die Betroffenheit von sexualisierter Gewalt sicher anzunehmen. Darüber hinaus gehen die Forschenden zusätzlich von einem hohen Dunkelfeld aus. Quellen: Zeit uni-osnabrueck Gesamtdokument Erste Stellungnahme von Bischof Dominicus
2.10.2024 Vorstellung des Berichtes aus dem Bistum Osnabrück – Livestream. Das Bistum Osnabrück schaltet eine Hotline, Tel. Nr. 0541/318795, die heute von 11-19 Uhr, am Donnerstag und Freitag, von 9-19 Uhr erreichbar ist. Am 9.10. wird die Bistumsleitung Stellung zum Bericht nehmen. Auch am 9. und 10.10. ist die Hotline geschaltet. Quelle: domradio
2.10.2024 Für den Vorabend der Weltsynode der katholischen Kirche hat Papst Franziskus einen ungewöhnlichen Akt angeordnet. Spitzenvertreter der Kirche bekannten öffentlich ihre Schuld in Bezug auf unterschiedliche Verhaltensweisen. Auch das Thema der sexualisierten Gewalt wurde genannt. Kardinal O’Malley formulierte: „Ich bitte um Vergebung und schäme mich für all die Zeiten, in denen wir den Zustand des geweihten Dienstes und des geweihten Lebens benutzt haben, um diese schreckliche Sünde zu begehen, indem wir uns sicher und geschützt fühlten, während wir teuflisch von den Kleinen und Armen profitierten.“ Der Eckige Tisch hatte im Vorfeld kritisiert, dass der Bußgottesdienst ohne Mitwirkung von Betroffenen geplant worden war. Quellen: Domradio Spiegel
1.10.2024 In der Eucharistischen Jugendbewegung (MEG) Italiens gibt es begründete und plausible Berichte über sexuellen Missbrauch durch einen 2012 verstorbenen Jesuiten, der die Jugendbewegung von 1967 bis 1998 leitete. Zwischen 2010 und März 2023 gaben fünf Frauen Hinweise auf Missbrauch, den sie erlitten, als sie 14 bis 16 Jahre alt waren. Der aktuelle Nationaldirektor der Jesuiten in Italien, Renato Colizzi, kündigte Aufklärung und eine „Reise der Wahrheit“ an. Quelle: vaticannews
1.10.2024 Ein Priester des Erzbistums Madrid soll mehrere Frauen während unterschiedlicher Exorzismen missbraucht haben. Der Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo Cano, hat gegen den populären Priester Konsequenzen gezogen. Der Priester darf zehn Jahre lang nicht predigen, keine Beichte hören, Exorzismen durchführen oder Gläubige geistlich begleiten. Das zuständige Glaubensdikasterium in Rom hat keinen kirchenrechtlichen Prozess zugelassen. Quelle: katholisch.de
30.9.2024 Jahrzehnte lang wurden die Fälle sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche auch in Sachsen vertuscht – eine Kommission aus Staat und Bistümern soll die Taten seit knapp anderthalb Jahren untersuchen. Die Betroffenen fühlen sich weiter übergangen. Eine wissenschaftliche Studie verzögert sich. Inzwischen sind dem Bistum Dresden-Meißen 63 Betroffene (September 2023: 56) und 20 beschuldigte Priester bekannt. Quelle: MDR
30.9.2024 Der deutsche Franziskanerordnen bzw. das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München suchen weitere Interviewpartner für eine laufende wissenschaftliche Untersuchung von Missbrauch. Quellen: katholisch.de IPP
29.9.2024 In Peru droht der Vatikan zwei Laien der Sodalitium Christianae Vita (SCV) mit Exkommunikation, weil sie Anklage wegen Geheimnisverrat durch die päpstlichen Sonderermittler erhoben haben. Quelle: domradio
29.9.2024 Papst Franziskus hat am letzten Tag seiner Reise nach Luxemburg und Belgien die Bischöfe aufgerufen, Missbrauchsfälle nicht zu verschweigen, sondern sie öffentlich zu machen und die Täter zu bestrafen. Quelle: katholisch.de
27.9.2024 Papst Franziskus hat in Belgien 17 Personen getroffen, die Opfer von Missbrauch durch Geistliche geworden sind. Quelle: vaticannews
27.9.2024 Zeitgleich mit dem Besuch des Papstes in Belgien hat das Parlament in Brüssel einen neuen Untersuchungsausschuss zu kirchlichen Missbrauchsfällen beschlossen. Der Ausschuss soll klären, ob es im Rahmen der „Operation Kelch“ zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Quelle: vaticannews
27.9.2024 Wenige Tage vor einer Papstmesse im größten Stadion in Brüssel wurde bekannt, dass es sich bei dem Komponisten eines Liedes um einen vor zwei Wochen verstorbenen Priester handelte, der beschuldigt wurde, junge Frauen sexuell belästigt zu haben. Das Lied wurde aus dem Gottesdienstablauf durch eine andere Komposition ersetzt, aber es stand weiterhin im offiziellen Magnificat-Heft, das in der Kürze der Zeit nicht neu gedruckt werden konnte, weil die Anzahl der benötigten Exemplare zu groß war. Quelle: apnews
27.9.2024 Unter dem Titel „“TRANSPARENZ“ findet in Bocholt und in Rhede vom 28.9. bis 24.11. eine Ausstellung statt, die dazu einlädt, über die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der Kirche nachzudenken. Die Künstlerin Christa Maria Prein und der Sprecher der Selbsthilfe Rhede Martin Schmitz haben dazu sieben Stelen konzipiert mit Worten, die innere Reaktionen auf Missbrauch beschreiben. *Quelle: Liebfrauen
27.9.2024 Bei seinem Besuch in Belgien bedauert Papst Franziskus die Missbrauchsfälle und Zwangsadoptionen unehelich geborener Kinder. Der belgische Premierminister sagte zum Papst: „Die Opfer müssen gehört werden. Sie sollten im Mittelpunkt stehen. Sie haben ein Recht auf die Wahrheit. Die Untaten müssen anerkannt werden. Und Gerechtigkeit muss herrschen.“ König Philippe forderte die Kirche auf, „unermüdlich“ daran zu arbeiten, für ihre Verbrechen Wiedergutmachung zu leisten und den Opfern bei der Heilung zu helfen. Quellen: katholisch.de politico.eu
26.9.2024 Eine kirchliche Mitarbeiterin des Bistums Trier klagt auf umfassende Einsicht in ihre Personalakte. Sie hatte von geistlichem Missbrauch und sexuellen Übergriffen eines Priesters von den 1980er bis zu den 2000er Jahren berichtet und war von zwei Priestern zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt worden. Quelle: Domradio
27.9.2024 Unter dem Titel „“TRANSPARENZ“ findet in Bocholt und in Rhede vom 28.9. bis 24.11. eine Ausstellung statt, die dazu einlädt, über die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der Kirche nachzudenken. Die Künstlerin Christa Maria Prein und der Sprecher der Selbsthilfe Rhede Martin Schmitz haben dazu sieben Stelen konzipiert mit Worten, die innere Reaktionen auf Missbrauch beschreiben. Quelle: Liebfrauen
27.9.2024 Bei seinem Besuch in Belgien bedauert Papst Franziskus die Missbrauchsfälle und Zwangsadoptionen unehelich geborener Kinder. Der belgische Premierminister sagte zum Papst: „Die Opfer müssen gehört werden. Sie sollten im Mittelpunkt stehen. Sie haben ein Recht auf die Wahrheit. Die Untaten müssen anerkannt werden. Und Gerechtigkeit muss herrschen.“ König Philippe forderte die Kirche auf, „unermüdlich“ daran zu arbeiten, für ihre Verbrechen Wiedergutmachung zu leisten und den Opfern bei der Heilung zu helfen. Quellen: katholisch.de politico.eu
26.9.2024 Eine kirchliche Mitarbeiterin des Bistums Trier klagt auf umfassende Einsicht in ihre Personalakte. Sie hatte von geistlichem Missbrauch und sexuellen Übergriffen eines Priesters von den 1980er bis zu den 2000er Jahren berichtet und war von zwei Priestern zum Schwangerschaftsabbruch gedrängt worden. Quelle: Domradio
26.9.2024 Papst Franziskus hat einen Bischof – Jose Antonio Eguren, Erzbischof von Piura in Peru – und neun weitere Mitglieder aus der Führungsriege der Neuen Geistlichen Gemeinschaft Sodalitium Christianae Vita (SCV) aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ihnen wird Missbrauch, das Einhacken in die persönliche Kommunikation von Mitgliedern der Gemeinschaft, körperlicher Missbrauch, Sadismus, Gewalt, Bedrohung, geistlicher Missbrauch und Machtmissbrauch vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
26.9.2024 Bei ihrer Herbstversammlung haben die katholischen deutschen Bischöfe beschlossen, trotz Kritik am System der Anerkennungsleistungen der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) festzuhalten. Quelle: katholisch.de
25.9.2024 Papst Franziskus wird bei seinem Belgien-Besuch 15 Missbrauchs-Betroffene treffen. Das Gespräch soll unter dem „Siegel strengster Diskretion“ geschehen. Der Priester Rik Deville, der wesentlich zur Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle beigetragen hat, sagt, ein solches Treffen erinnere ihn an das System des Missbrauchs selbst: „Opfer werden wieder in ihre frühere Rolle gepresst, aus der nichts nach außen dringen konnte.“ Quelle: stuttgarter-nachrichten
25.9.2024 Der in Fulda vor Gericht stehende katholische Priester, 43, hat die ihm vorgeworfenen Missbrauchstaten teilweise eingeräumt. Ihm wird vorgeworfen, im Internet Kinder und Jugendliche angesprochen zu haben, kinderpornografisches Material mit ihnen geteilt und sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert. Von den Internet-Übertragungen soll er Aufnahmen gemacht haben. Quelle: katholisch.de
25.9.2024 Betroffene von Jesuiten sind im Verein „Eckiger Tisch“ zusammengeschlossen. Sie haben nun erstmals Anträge auf Anerkennungsleistungen gestellt. Quelle: katholisch.de
25.9.2024 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Kirche, die in kirchlichem Kontext sexuellen Missbrauch erlitten haben, können Anspruch auf eine Rente der gesetzlichen Unfallversicherung haben. Im Fall eines früheren Messdieners, der missbraucht wurde, will die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft jedoch nicht zahlen. Der Messdiener hatte Übergriffe im Pfarrhaus und in einer Kapelle erlitten. Die VBG argumentierte, dass die Übergriffe nicht im Zusammenhang seiner Tätigkeit als Messdiener gestanden habe. Das Opfer selbst habe die Nähe zum Pfarrer gesucht und in einem engen Vertrauensverhältnis zu ihm gestanden. Quelle: katholisch.de
24.9.2024 Die Betroffeneninitiative Eckiger Tisch bietet eine verbesserte, adäquate und datenschutzkonforme Online-Beratung von Betroffenen für Betroffene aus dem katholischen Kontext an. Ein Schwerpunkt der Beratungen liege bei rechtlichen Fragestellungen bezüglich Entschädigung und Anerkennungszahlungen. Der „Eckige Tisch“ kritisierte, dass es in der katholischen Kirche und den Orden lediglich Ansprechpersonen gebe, die den Anspruch auf Beratung und Unterstützung unabhängig von der Kirche und ihren Strukturen nicht erfüllen könne. Quelle: Domradio
23.9.2024 Solange die Missbrauchskrise nicht umfassend angegangen werde, werde es in der katholischen Kirche keine „echte, nachhaltige Erneuerung und Reform“ geben, sagt Erzbischof Dermot Farrell, Primas von Irland. Quelle: cruxnow
23.9.2024 Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn, Seminar Moraltheologie, hat in ihre Ausbildung ein Zertifikatsprogramm „Prävention, Intervention und Ausarbeitung sexualisierter Gewalt“ aufgenommen. Quelle: KTF-Uni Bonn
22.9.2024 In der Schweiz haben sich bislang nur 32 der 127 Klöster verpflichtet, Missbrauchsakten nicht zu vernichten. Quelle: Blick.ch
19.9.2024 Im Bistum Lugano wurde ein katholischer Priester verhaftet, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Zeitung „La Regione“ berichtet, dass der damalige Bischof von Lugano, Valerio Lazzeri, bereits 2021 über die Vorwürfe informiert war. Quelle: kath.ch
19.9.2024 Sarah Elena Müller gewinnt mit ihrem Buch „Bild ohne Mädchen“ den Kurt-Marti-Literaturpreis 2024. Thema des Buches ist Missbrauch, das familiäre Schweigen, Wegschauen und die verzweifelte Suche eines heranwachsenden Kindes nach pädopornografischen Filmaufnahmen nach sich selbst. Quelle: Berner Zeitung
18.9.2024 In Lome, togo, fand eine Konferenz afrikanischer Ordensfrauen statt, die ihren Kampf gegen Missbrauch und finanzielle Abhängigkeit thematisierte. Künftig erhalten die Ordensfrauen Zugang zur Generalversammlung aller afrikanischen Bischofskonferenzen, um dort selbst für ihre Belange einzutreten. Quelle: katholisch.de
18.9.2024 Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz Eric de Moulins-Beaufort räumte ein, dass „zumindest einige Bischöfe“ bereits in den 1950er Jahren von sexuellen Verfehlungen des Armenpriesters Abbé Pierre wussten. Wegen seines problematischen Verhaltens gegenüber Frauen seien Maßnahmen ergriffen worden – u.a. eine psychiatrische Behandlung. Die Maßnahmen seien vertraulich geschehen und müssten im Nachhinein als unzureichend bewertet werden. Quelle: orf
17.9.2024 Rassismus erlebt (nicht nur) der aus dem Kongo stammende katholische Pfarrer Egide Muzuazia am Niederrhein, Bistum Münster. Er berichtet von zahlreichen rassistischen Beleidigungen und Übergriffen. Bischof Genn sagt: „In unserem christlichen Glauben gibt es keinen Platz für Hass, Intoleranz oder Rassismus.“ Quelle: Domradio
17.9.2024 Papst Franziskus wird bei seinem Belgien-Besuch 15 Missbrauchsbetroffene durch katholische Kleriker treffen. Der Nachfolger von Erzbischof Johan Bonny, der nach 15 Jahren als Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche in Belgien zurücktrat, Erzbischof Luc Terlinden, räumte ein, dass es in der Vergangenheit in der Kirche eine „Kultur der Geheimhaltung und des Schweigens“ gegeben habe, die jede dieser Tragödien noch schwerer ertragen lasse. Quelle: Domradio
17.9.2024 Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Éric de Moulins-Beaufort, Bischof von Reims, fordert den Vatikan auf, in seinen Archiven zu schauen und mitzuteilen, wann der Heilige Stuhl was über den des Missbrauchs beschuldigten „Vater der Obdachlosen“, Abbé Pierre, wusste. Quellen: katholisch.de evangelische Zeitung
17.9.2024 Das Landgericht Fulda hat die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/M. gegen einen 42-jährigen ehemaligen Pfarrer aus dem Bistum Fulda zugelassen. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, von September 2021 bis Juli 2022 in Kalbach 71 Taten im Zusammenhang mit Besitz, Herstellung und Zugänglichmachung kinder- und jugendpornografischer Inhalte begangen zu haben. In neun Fällen wird ihm sexueller Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt vorgeworfen. Quelle: osthessen-news
17.9.2024 Bischof Rudolf Graber, von 1962 bis 1982 Bischof des Bistums Regensburg, erfuhr bereits 1965/66 schriftlich, dass der Direktor der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen Kinder gewalttätig behandelte. 25 Jahre später, von 1991 bis 1993, erlitt Matthias P. Gewalt in der Vorschule Etterzhausen. Nun hat er eine Klage gegen das Bistum Regensburg eingereicht, weil die Kirche die Pflicht gehabt hätte, die Vorschüler zu schützen. Er fordert Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 350.000 Euro. Quelle: regensburg-digital
16.9.2024 Zu Beginn der Weltsynode will Papst Franziskus, dass es einen öffentlichen Bußakt wegen der Verfehlungen der Kirche geben solle. Dabei soll es um das Versagen der Kirche gegenüber Kriegsopfern, Migranten, Flüchtlingen und Missbrauchsopfern gehen. Der Papst selbst werde die Vergebungsbitte „im Namen aller Christen“ formulieren. Der Liturgiker Odentahl weist darauf hin, dass in einem Bußakt Vieles zu bedenken ist, damit er glaubwürdig sein kann. Quellen: katholisch.de kathpress.at Domradio
16.9.2024 Die kirchliche Voruntersuchung in Bezug auf einen Priester, der im Dekanat Eichstätt wohnt, wurde abgeschlossen. Nachdem die Staatsanwaltschaft Ingolstadt das Ermittlungsverfahren eingestellt hatte, weil der Beschuldigte unschuldig ist, hat auch das Bistum die über den Priester verhängten Maßnahmen aufgehoben. Quelle: Bistum Eichstätt
14.9.2024 Vor Journalisten erklärte Papst Franziskus, der Vatikan habe zumindest ab dessen Tod im Jahr 2007 gewusst, dass der französische Armenpriester Abbé Pierre sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Minderjährige begangen habe. Ob der Vatikan auch zuvor schon davon wusste, wisse er aber nicht, so Franziskus weiter. Die Fälle reichen vom Anfang der 1950er Jahre bis 2005. Quellen: brf.be faz
14.9.2024 Erste Übergriffe von Abbé Pierre gegen eine Schweizer Journalistin wurden bereits 2007 bekannt. Quelle: kath.ch
13.9.2024 Papst Franziskus bezeichnete den französischen Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) als „schlimmen Sünder“. Abbé Pierre wird beschuldigt, sexuelle Übergriffe gegen zahlreiche Frauen, auch gegen Minderjährige, begangen zu haben. Die französischen Bischöfe danken dem Papst für seine klaren Worte. Quellen: kathpress katholisch.de
12.9.2024 Im Diskurs über Spirituellen Missbrauch geht der Theologe Michal Bursztyn der Bedeutung spiritueller Literatur und der Beichtpraxis vor dem Hintergrund der Schweizer Studie nach. Quelle: feinschwarz.net
12.9.2024 Kardinal Feltin, bis 1966 Erzbischof von Paris, und Kardinal Spellmann, bis 1967 Erzbischof von New York, und die Bischöfe Alexandre Renard, bis 1981 Erzbischof von Lyon, und André Fourgerat, bis 1969 Bischof von Grenoble, wussten wohl bereits seit Mitte der 1950er Jahre von Abbé Pierres sexuellen Übergriffen. Quellen: temoignagechretien Religionsphilosophischer Salon
12.9.2024 Monika Schmid, ehemalige Seelsorgerin, brachte im Februar 2008 erstmals im „Wort zum Sonntag“ das Thema Missbrauch in ihrer Schweizer Kirche ein. Heute schreibt sie: „Ich frage mich, wo wir heute stehen. Es wurde so viel versprochen, und kaum etwas ist erreicht. Die unabhängige Meldestelle wird jetzt auf 2025 angekündigt, etwas das es längst vor der Pilotstudie hätte geben müssen. Die Archive in der Nuntiatur in Bern und in Rom sind für die Verantwortlichen der Studie weiterhin verschlossen. Und die Bischöfe machen keinen Druck, man lässt es einfach mal so passieren.“ Quelle: kath.ch
12.9.2024 Bischof Bonnemain, Chur, schreibt: „Lange haben wir Katholikinnen und Katholiken mehr als berechtigte Gründe dafür gehabt, uns zu fürchten. In unserer Kirche wurden Menschen nicht geliebt, sondern missbraucht, verraten, ausgenützt und zutiefst verletzt. Die Menschen hatten recht, sich vor der Kirche zu fürchten, weil sie in ihr alles andere als Liebe erfahren haben. Unser Gott jedoch, der ein Gott der Liebe und des Lebens ist, will, dass in seiner Kirche die Liebe obsiegt und dadurch alle Ängste beseitigt werden. “ Quelle: kath.ch
12.9.2024 Die französischen Bischöfe haben das Archivmaterial über den Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) nicht erst 2082, sondern schon jetzt freigegeben. Damit können berechtigten Personen – insbesondere Forscher*innen und Journalist*innen – den Vorwürfen gegen Abbé Pierre nachgehen. Quelle: katholisch.de
12.9.2024 Der Missbrauchsbeauftragte der belgischen Bischofskonferenz, Bischof Johan Bonny, stellt nach 15 Jahren resigniert fest: „Ich bin enttäuscht, weil Bischöfe vor mir zu wenig für Betroffene von sexuellem Missbrauch getan haben.“ Dies gelte auch für Päpste. Die Kirche habe vielen das Vertrauen genommen, auch Mitarbeitenden und jungen Priestern. Beim Papstbesuch in Belgien Ende September ist auch ein Treffen mit ^15 kirchlich Betroffenen vorgesehen. Quellen: Domradio katholisch.de
11.9.2024 Der Prozess gegen das Erzbistum Köln verzögert sich weiterhin. Die Pflegetochter eines inzwischen verurteilten katholischen Priesters hat geklagt. Das Gericht scheint nun doch prüfen zu wollen, ob es möglich ist, ohne Berücksichtigung des Kirchenrechtes den Missbrauch dem Pflegevater als Privatperson oder dem Geistlichen zuzuordnen ist, ob also das Erzbistum Köln in Amtshaftung zu nehmen ist oder nicht. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagte: „Ich bin positiv überrascht und hoffe auf einen sensibleren und sachlich vertieften Umgang mit dem Vorbringen der Klägerin.“ Die Position des Erzbistums Köln – der Priester missbrauchte die Pflegetochter als Privatperson – nennt Lüdecke „abenteuerlich“. Quelle: www1.wdr
11.9.2024 Unter dem Pseudonym Anastasia Vigilanz schaut die Autorin auf Geistlichen Missbrauch an Kindern anhand ihrer eigenen Erfahrungen. Quelle: feinschwarz.net
11.9.2024 Ehemalige Schüler des Internats der Missionare von der Heiligen Familie in Lebenhan kritisieren in einem Offenen Brief an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) die Entschädigungen und die Intransparenz der Entscheidungen über die „Anerkennungszahlungen“, die die Betroffenen erhalten haben. 16 Betroffene von Lebenhan erhielten eine Gesamtsumme von 191.000 Euro Anerkennungszahlungen; ein Betroffener hingegen, der vier Jahre von einem Kirchenmitarbeiter missbraucht wurde, erhielt von der UKA 300.000 Euro zugesprochen. Die Autoren des Offenen Briefes fordern die Gleichbehandlung aller Betroffenen. Die UKA verteidigt das derzeitige Verfahren. Der Offene Brief war auch an die Ordensoberenkonferenz, die Bischofskonferenz und den Betroffenenbeirat adressiert. Quelle: Kirche und Leben
11.9.2024 Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, 69, Bistum Hildesheim, hat aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Missbrauchsbetroffene hatten ihm vorgeworfen, in seiner Zeit als Personalchef mit Missbrauchsfällen falsch umgegangen zu sein. Missbrauchsbetroffene begrüßen den Rücktritt, sind jedoch „irritiert“, dass die Kritik an Bongartz „mit keinem Wort“ erwähnt werde. Quelle: katholisch.de Gutachten 2017 katholisch domradio
10.9.2024 Monika Schlicher, Geschäftsführerin der Stiftung Asienhaus in Köln, kritisiert, dass Papst Franziskus Missbrauch nur indirekt angesprochen hat. Er habe damit die Betroffenen im Regen stehen lassen. Sie seien „die einsamsten Menschen Osttimors, denn ihre Missbrauchserfahrungen wollen nicht gehört werden“. Quelle: taz
9.9.2024 Anlässlich des Papstbesuchs wies ein Missionar, Mitglied des IVE, die Vorwürfe gegen Buela zurück: „Ja, er wurde des Missbrauchs beschuldigt und von Benedikt XVI. freigesprochen“, sagte Pater Miguel de la Calle. De la Calle warf den Reportern vor, sich zu sehr auf die Anschuldigungen gegen Buela zu konzentrieren. Das kanonische Verfahren gegen Buela hatte den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe wegen „ungebührlichem“ Verhalten Buelas gegenüber Erwachsenen – Mitgliedern und Seminaristen des Instituts des fleischgewordenen Wortes – festgestellt. Quellen: cruxnow catholicnewsagency
9.9.2024 Die niederländische Journalistin Tjitske Lingsma hatte als Erste berichtet, dass Bischof Belo, Osttimor, jahrelang zwei Kinder sexuell missbraucht hat. Nun fordert sie von Papst Franziskus, dass er sich bei seinem Besuch in Osttimor bei den Opfern entschuldigen solle. Viele Timoresen bagatellisieren, bezweifeln oder leugnen die Verbrechen. Präsident Jose Ramos-Horta, der 1996 den Friedensnobelpreis gemeinsam mit Belo erhielt, sagt, es sei nicht nötig, das Thema zur Sprache zu bringen. Quelle: tagesschau
8.9.2024 Anlässlich des Papstbesuchs in Osttimor wünschen Gläubige, dass Bischof Belo eingeladen wird. Belo hat über mehrere Jahre Jungen sexuell missbraucht. Nach seinem Rücktritt 2002 („aus gesundheitlichen Gründen“) arbeitete Belo als Missionar in Mosambik mit Kindern und ging anschließend nach Portugal. 2020 verhängte der Vatikan heimlich Sanktionen gegen den Bischof. Ein Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern von Klerikern ist bei seinem Besuch in Osttimor bislang nicht vorgesehen. Quelle: manilatimes.net
8.9.2024 In dem Jahr nach der Veröffentlichung der Pilotstudie in der Schweiz gingen bis Juni 2024 insgesamt 120 neue Missbrauchsmeldungen ein. Rund 95 % betrafen verjährte oder nicht eruierbare Fälle. Drei kirchenrechtliche Voruntersuchungen wurden initiiert. Quelle: kirchenblatt.ch
6.9.2024 Inzwischen gibt es zu den bislang bekannten sieben Missbrauchsanschuldigungen mindestens 17 weitere Zeugenaussagen, die den „Vater der Obdachlosen, den französischen Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) und Gründer der Emmaus-Bewegung, belasten. Ihm werden sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Minderjährige vorgeworfen. Emmaus International kündigte an, eine Expertenkommission zu berufen, die die Missstände aufklären solle, „die es Abbé Pierre ermöglichten, über 50 Jahre lang so zu handeln, wie er es tat“. Die französische Bischofskonferenz äußerte ihr Entsetzen. Quellen: katholisch.de emmaus-france
6.9.2024 Michelle Mulvihill, eine frühere Nonne und Beraterin der katholischen Kirche in Australien, beschuldigt katholische Organisationen, die pazifischen Inseln als „Müllhalde“ für Priester zu nutzen, die Minderjährige missbraucht haben. Quellen: deccanherald katholisch.de
5.9.2024 Belgische Missbrauchsopfer haben im Vorfeld des Papstbesuches einen Brief an Papst Franziskus geschrieben. Sie fordern „echte Informations-, Präventions- und Schulungsarbeit für Lehrkräfte, Laien und Geistliche, eine gründliche Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche und die Anerkennung des Leids Betroffener. Quelle: focus
5.9.2024 Die katholische Anwältin und Frauenrechtlerin Theresia Iswarini ist enttäuscht, dass Papst Franziskus beim Treffen mit Geistlichen, Ordensfrauen und Katechet*innen sexuellen Missbrauch in der Kirche nicht angesprochen hat. Sie meint, Missbrauch solle das wichtigste Thema in der Kirche sein. Bislang hat lediglich ein Bistum der 38 Bistümer – das Erzbistum Jakarta – ein Standardverfahren für den Umgang mit Missbrauchsfällen eingerichtet, obwohl die Indonesische Bischofskonferenz bereits 2020 Richtlinien veröffentlichte. Iswarini erklärte, manche Diözesen hätten nicht die Kapazitäten, andere seien mehr am Schutz des Rufes der Kirche interessiert als an den Opfern. Quelle: katholisch.de
3.9.2024 Eine Untersuchung des irischen Staates an religiösen Schulen, vor allem an den katholischen Schulen, berichtet von 2.395 Missbrauchsbeschuldigungen über den Zeitraum von fast einem Jahrhundert. 884 mutmaßliche Sexualstraftäter missbrauchten Minderjährige an 308 Schulen. Vor allem an Sonderschulen wurden Kinder missbraucht. Dort gab es 590 Anschuldigungen in 17 Einrichtungen gegen 190 mutmaßliche Täter. Von den Beschuldigten sind weniger als die Hälfte noch am Leben. Zwar bekundeten viele Orden prinzipiell ihre Bereitschaft, an einer weiteren Untersuchung mitzuarbeiten, zahlreiche größere Orden jedoch hatten Bedenken hinsichtlich der Teilnahme an einer umfassenden Untersuchung. Quellen: reuters independent Der Bericht: Band 1 | Band 2 | Band 3 | Band 4 | Band 5 taz 5.9.2024
3.9.2024 Im „Fall Dillinger“, Bistum Trier, hat sich ein weiteres Opfer gemeldet, so dass von nunmehr 20 Betroffenen auszugehen ist. Quelle: katholisch.de
3.9.2024 Im Bistum Coari, Brasilien, soll ein katholischer Geistlicher (31) mindestens vier Mädchen missbraucht haben. Bei einer 14-Jährigen erzwang der Priester eine illegale Abtreibung. Der Beschuldigte war zuvor mehrere Jahre Jugendseelsorger im Bistum Coari. Festgenommen wurde eine weitere Person, die den Täter mit seinen späteren Opfern zusammengebracht haben soll. Quellen: katholisch.de s. auch Doris Reisinger: Reproduktiver Missbrauch im Kontext des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche in der katholischen Kirche
3.9.2024 Die Revision eines katholischen Priesters aus dem Bistum Augsburg gegen das Urteil wegen sexuellen Missbrauchs wurde nun als unbegründet verworfen. Das teilte das Bayerische Oberste Landesgericht in München mit. Damit wurde das Urteil des Landgerichts Ingolstadt rechtskräftig. Der Geistliche ist freigestellt, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung läuft noch. Quelle: Domradio
30.8.2024 Das Erzbistum Köln ist mit einer Schmerzensgeldklage von 800.000 Euro konfrontiert. Die Klägerin wurde 1992 als Sechsjährige von einem damals 17- oder 18-jährigen Messdiener sexuell missbraucht. Ihr Anwalt Eberhard Luetjohann argumentiert, dass der Messdiener durch die kirchlichen Amtsträger in der Gemeinde unzureichend beaufsichtigt worden sei. Quelle: katholisch.de
30.8.2024 Bischof Felix Gmür, Bistum Basel, hat einen Missbrauchsfall erst dann nach Rom gemeldet, als Presseorgane recherchierten. Nun hat er den damals zuständigen Untersuchungsleiter, der den Fall 2018/2020 falsch behandelte, zum Ehrendomherrn ernannt. Quellen: beobachter.ch srf.ch
28.8.2024 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg kritisiert den Mangel an Transparenz bei den Entscheidungen der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) und fordert eine Begründungspflicht für die Entscheidungen. Bischof Bätzing reagiert mit dem Hinweis, die Bischofskonferenz könne nicht ständig das System verändern. Quellen: feinschwarz.net Katholisch.de
28.8.2024 Der nationale Direktor des Weltjugendtages 2002 in Toronto, Pater Thomas Rosica, wird von einem Priester beschuldigt, ihn sexuell belästigt zu haben. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Rosica war beim Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan 2019 Kommunikationsbeauftragter. Er meint, die Vorwürfe sollten von einem kirchlichen Gericht, nicht von einem weltlichen Gericht behandelt werden. Rosica ist bis zum Abschluss des Verfahrens suspendiert. Quelle: pillarcatholic
26.8.2024 Zwei Betroffene werfen dem inzwischen verstorbenen Spiritual des Münsteraner Priesterseminars grenzüberschreitendes, unangemessenes und sexualisiertes Verhalten vor. Der Beschuldigte war von 1974 bis 1992 Spiritual im Collegium Borromaeum. Im November 2022 hatte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum bittet weitere Betroffene, sich zu melden. Quellen: Kirche und Leben Domradio
23.8.2024 Ein Missbrauchsfall erschüttert die katholische Kirche in Italien. Der Täter ist zwar schon zu einer Haftstrafe verurteilt, aber es sollen noch mehr Kirchenmänner in den Fall verwickelt sein. Dutzende Katholik*innen haben Messfeiern aus Protest gegen Kindesmissbrauch und seine Vertuschung verlassen und protestierten anschließend vor der Kirche: „Ich akzeptiere keine Predigten von denen, die Missbrauch vertuschen.“ Die Proteste fanden in Enna, Sizilien und vor der Kathedrale des zuständigen Bistums Piazza Armerina statt. Der dortige Bischof Rosario Gisana wurde im Juli zivilrechtlich haftbar gemacht für Versuche, Missbrauch durch Geistliche zu vertuschen. Quelle: katholisch.de
23.8.2024 Ehemalige Schüler eines katholischen Internats in Bayern kritisieren die ihnen zuerkannten Entschädigungen für sexuellen Missbrauch als zu niedrig, sie sprechen von Ungleichbehandlung und mangelnder Transparenz der UKA (Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen). Der Brief ist an die Deutsche Bischofskonferenz, die Deutsche Ordensoberenkonferenz und den Betroffenenbeirat der Bischofskonferenz gerichtet. Quellen: Zeit katholisch.de
22.8.2024 Ein katholischer Priester ist laut dem Staatsrechtler Stephan Rixen und dem Kirchenrechtler Norbert Lüdecke immer im Dienst. Wenn ein Priester sein Pflegekind missbraucht, sei das keine Privatsache. Daher müsse das Landgericht Köln eine Amtshaftung des Erzbistums Köln zugrunde legen. Quelle: katholisch.de
22.8.2024 Der emeritierte Bischof von Gap und Embrun, Frankreich, Jean-Michel di Falco Léandri, soll die Begräbnisfeier für den Schauspieler Alain Delon leiten. Gegen di Falco läuft ein Zivilverfahren wegen sexuellem Missbrauch. Der Bischof em. bestreitet jegliches Fehlverhalten. Quellen: katholisch.de cath.ch
21.8.2024 Die Stadt München hat Entschädigungszahlungen an Betroffene von Missbrauch und Gewalt in Höhe von insgesamt 35 Millionen Euro beschlossen. Sie sollen Missbrauchsopfern in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien zugute kommen. Damit will München die Verantwortung für das Versagen des Stadtjugendamtes übernehmen. Quelle: evangelische Zeitung
19.8.2024 Der Film „La Déposition“ über einen Missbrauchsfall gewann in Locarno den Spezialpreis der „Semaine de la Critique“. Weil der Täter noch immer als Priester arbeitet, bricht sein Opfer nach 30 Jahren sein Schweigen. Quelle: kathbern
19.8.2024 In der Geistlichen Laiengemeinschaft Sodalitium Christianae Vitae (SCV) gab es 16 bestätigte bzw. mögliche Opfer, fünf Missbrauchstäter und mindestens ein Mitglied, das den Missbrauch absichtlich vertuscht hat. Im Bericht von Crux Now ist nachzulesen, wie sich die Aufklärung und Sanktionierung über 14 Jahre hingezogen hat. Quellen: cruxnow katholisch.de
19.8.2024 Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat Anklage gegen einen Priester des Bistums Eichstätt erhoben. Dem Geistlichen wird sexueller Missbrauch von Jugendlichen und von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
17.8.2024Der Erzbischof von Lahore/Pakistan, Sebastian Shaw, wurde vom Vatikan suspendiert, weil es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und des Finanzbetrugs gegen Shaw gibt. Quelle: Domradio
15.8.2024 Die Bundesärztekammer kritisiert, dass EU-Pläne vorsehen, die Meldepflicht bei Kindesmissbrauch unabhängig davon gelten soll, ob eine Gefährdung des Kindes vorliege und ob die Meldung im Interesse des Kindes sei. Die Kinder verlören ihren geschützten therapeutischen Raum und die Möglichkeit, vertraulich Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ohnehin würden Mediziner unverzüglich das Jugendamt informieren, wenn sie eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes wahrnähmen. Quelle: evangelische zeitung.de
15.8.2024 Nach zehnjährigen Ermittlungen hat der Vatikan Luis Fernando Figari Rodrigo, den Gründer der Laienbewegung „Sodalitium Christianae Vitae“, aus der Bewegung ausgeschlossen. Im Dekret des Dikasteriums für die „Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens“ heißt es, Figari habe sich inakzeptabel verhalten, einen Skandal verursacht und damit unter anderem dem Wohl der Kirche und jedem einzelnen Gläubigen schweren Schaden zugefügt. Figari werden sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und Erwachsene vorgeworfen. Der Vatikan ermittelt weiter gegen drei hochrangige Mitglieder der Bewegung. Quellen: katholisch.de Kirche und Leben
14.8.2024 Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt wird keine weiteren Ermittlungen im Fall des Eichstätter Bischofs Brems wegen Vertuschung anstellen, weil die Taten und die mögliche Beihilfe verjährt sind. Quellen: radio-in katholisch.de
13.8.2024 Das Bistum Hildesheim hat auf die Schmerzensgeld-Klage von Herrn Jens Windel reagiert und durch seinen Anwalt am 12. August 2024 fristgerecht eine Klageerwiderung beim Landgericht Hildesheim eingereicht. In seiner Klageerwiderung beantragt die Diözese, die Klage von Herrn Windel abzuweisen. Quelle: Bistum Hildesheim
13.8.2024 Die Theologin Katharina von Kellenbach übt Kritik an der Praxis der Schuldvergebung in der evangelischen Kirche im Zusammenhang der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Im Gespräch mit evangelisch.de verweist die Wissenschaftlerin, auf problematische Vorstellungen von Schuld und Vergebung, die dazu führten, dass Täter sich nicht schuldig fühlten, während ihre Opfer langjähriger Therapien bedurften. Quelle: evangelisch.de
10.8.2024 Ein Priester des Bistums Lugano, Schweiz, wurde verhaftet. Ihm wird sexueller Missbrauch an Kindern und nicht wehrfähigen Personen vorgeworfen. Das Bistum hat den Beschuldigten suspendiert. Der Verhaftete hat als einer der Berater bei der Erstellung eines Schulbuchs 2015 versucht, Elemente des Katechismus der Katholischen Kirche im Schulbuch unterbringen wollen, vor allem wollte er alle Aussagen zur Homosexualität aus dem Schulbuch streichen. Quellen: kath.ch kath.ch 15.8.2024
8.8.2024 Wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen hat ein Betroffener eine Amtshaftungsklage – die erste im Bistum Essen – eingereicht. Es geht um „mindestens 300.000 Euro“. Der Fall hatte Aufsehen erregt, weil er von Essen in das Erzbistum München und Freising versetzt worden war und der inzwischen gestorbene Papst Benedikt damals zuständiger Erzbischof in München war. Quellen: domradio
8.8.2024 Das Recollectio-Haus in Münsterschwarzach will eine Oase sein, an der ausgebrannte Seelsorger wieder Kraft tanken können. Corinna Paeth leitet die Einrichtung. Sie spricht im katholisch.de-Interview über die Bedürfnisse der Kirchenmitarbeiter – und warum Missbrauchstäter keinen Platz im Haus haben. Quelle: katholisch.de
7.8.2024 Die Amtszeit des derzeitigen Betroffenenbeirats im Erzbistum Freiburg endet. Das Erzbistum sucht weiterhin nach Bewerber*innen für den nächsten Beirat. Der Beirat zieht ein kritisches Fazit: Zwar habe er seine Arbeit frei gestalten können, hätte sich aber mehr Interesse und Unterstützung durch Verantwortliche für seine Anliegen erwartet. Enttäuscht ist der Beirat, dass nahezu keine der Forderungen bislang angegangen wurde. Es fehle immer noch eine detaillierte Untersuchung darüber, wie sich die Vertuschung auf die betroffenen Menschen ausgewirkt habe. Quelle: Süddeutsche
5.8.2024 Das Institute of Child Protection Studies der Australian catholic University hat eine repräsentative Studie durchgeführt über die die Verbreitung sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Leiter oder andere Erwachsene in religiösen Einrichtungen in Australien. Dabei zeigte sich, dass einer von 250 Australiern in einer religiösen Organisation sexuell missbraucht wurde. Drei Viertel der gemeldeten Fälle traten in katholischen Organisationen auf. Etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung, rund 87.000 Minderjährige, wurden Opfer durch Mitglieder religiöser Organisationen, Jungen häufiger als Mädchen. Die Studie zeigt einen deutlichen Rückgang des Missbrauchs von Jugendlichen durch Mitarbeiter religiöser Einrichtungen seit 2000. Quellen: katholisch.de G.R.Hunt, B. Methews, D.J.Higgins e.a.: Studie
2.8.2024 Die Abtei Saint-Maurice steht weiterhin hinter einem mutmaßlichen Missbrauchstäter und lässt ihn im Amt. Das Bistum Sitten hätte anders gehandelt – doch der Druck war enorm wegen des Hungerstreiks von Chorherr Gilles Roduit. „Ich würde es für richtig halten, dass aufgrund der jüngsten Meldungen kirchliche und pastorale Schritte unternommen werden“, sagt Generalvikar Pierre-Yves Maillard. Quelle: kath.ch
2.8.2024 Maria Campatelli, Leiterin des von Marko Rupnik gegründeten Centro Aletti, wendet sich gegen eine Entfernung der Kunstwerke des Missbrauchsbeschuldigten ehemaligen Jesuiten und heutigen Priesters der Diözese des Bistums Koper, Kirchenprovinz Ljubljana, gewandt: „Angesichts des wachsenden Drucks, die Kunstwerke des Centro Aletti zu entfernen, sehen wir uns jedoch gezwungen, unsere große Besorgnis über die weite Verbreitung der so genannten ‚Cancel culture“ zum Ausdruck zu bringen, die die ‚Kriminalisierung‘ der Kunst legitimiert“, schreibt Campatelli in einem Brief an die Freunde des Centro Aletti. Das Atelier warte auf die Ergebnisse der vatikanischen Untersuchung. Rupnik habe, so Campatelli, stets entschieden bestritten, Missbrauch begangen zu haben. Die vergangenen Monate nennt sie eine „Zeit der Prüfung“, in der es Dank der Solidarität und Freundschaft gelungen sei, „die andere Wange hinzuhalten und unsere Not zu überwinden, wenn sogar die Kunst zum Gegenstand von Angriffen und Zerstörungswut“ werde. Die Entfernung eines Kunstwerkes von Rupnik würde weitere Leiden verursachen, für die Künstler und Theologen, die mitgearbeitet haben, und für viele Gläubige. Quelle: katholisch.de
2.8.2024 Johannes Norpoth, Vorsitzender des Betroffenenbeirats bei der kath. Bischofskonferenz, kommentiert die Empörung der Bischöfe über das Essgelage bei der Olympia-Eröffnungsfeier mit folgender Anmerkung: „Was würden wohl Betroffene, Opfer, Überlebende der massenhaften sexuellen Gewalt in der Kirche dafür geben, wenn wegen genau dieser Grausamkeiten endlich ein solcher Sturm der Entrüstung durch die katholische Welt wehen würde, wie man es gerade feststellen muss. Stattdessen werden wir wieder erleben müssen, wie Würdenträger, Verantwortliche und vor allem die vermeintlichen Hüter des wahren katholischen Glaubens abtauchen, sich wegducken, gar verharmlosen. Da verstummt dann die ganze katholische Kampfpresse samt ihrer multimedialen Propagandakanäle und die in deren Gefolge segelnde versammelten Erzkonservative, egal ob sie aus Würzburg, Neuss oder Rom senden. Da schwurbeln dann die jetzt tönenden Bischöfe wieder wachsweich herum. Von der kraftvollen Diktion bleibt zumeist nur ein Haufen beschämender Worthülsen über.“ Quelle: katholisch.de
1.8.2024 Die Financial Times berichtete von ehemaligen Mitgliedern von Opus Dei, die der Gemeinschaft vorwarfen, Kinder zu rekrutieren. Opus Dei wehrt sich gegen den Vorwurf mit Hinweis auf die vom Vatikan approbierten Statuten. Dort heiße es, dass das Mindestalter für eine formale Bindung an die Gemeinschaft 18 Jahre betrage. Allerdings gebe es auch „Juniorkandidaten“ ab 14 Jahren, die nicht Opus-Dei-Mitglieder seien und für die die Zustimmung der Eltern erforderlich sei. Zudem versichere sich Opus Dei, dass diese Jugendlichen „reif genug seien, Entscheidungen zu ihrer Berufung zu treffen“. Quelle: katholisch.de
31.7.2024 In Eslarn wurde 1993 die Georg-Zimmermann-Straße nach einem Missbrauchstäter benannt, obwohl die Gemeinde von der Verurteilung des katholischen Priesters wusste. Nun beschloss der Gemeinderat die Umbenennung der Straße. Von den 2200 Stimmberechtigten unterschrieben 684 für ein Bürgerbegehren gegen die Umbenennung. Zur Begründung nannten sie einen „immensen organisatorischen und finanziellen Aufwand“ und sprachen zudem davon, dass es gegen den Verurteilten nach seiner Haftstrafe keine weiteren Anzeigen gegeben hätte. Beim Bistum Regensburg haben sich drei Betroffene gemeldet, die im Bürgerbegehren als „vermeintlich Betroffene“ bezeichnet werden. Quelle: sueddeutsche
30.7.2024 Im Mai 2022 berichtete das Ministerium für Indianerangelegenheit der USA erstmals über die 417 staatlichen Internate, die von 1819 bis 1969 in 37 US-Bundesstaaten betrieben wurden. Nun gibt es einen zweiten Bericht. Gefunden wurden mindestens 74 gekennzeichnete und unmarkierte Grabstätten in 65 ehemaligen Internaten, in denen mehr als 900 indianische Kinder begraben wurden. Vermutlich gibt es mehr Grabstätten und mehr verstorbene Kinder. – Die Washington Post fand in einer einjährigen Untersuchung mindestens 122 Priester und Ordensleute, die seit den 1890er Jahren in 22 Internaten eingesetzt waren und des sexuellen Missbrauchs von mehr als 1.000 Kindern beschuldigt wurden. Quellen: Washington Post
Federal Indian Boarding School Initiative. Investigative Report Vol. I
Federal Indian Boarding School Initiative. Investigative Report. Vol. II
29.7.2024 Der Freiburger Erzbischof Burger bittet, Betroffene des Kontextes katholische Kirche, sich bis zum 15. September beim Betroffenenbeirat zu melden, wenn sie Interesse an einer Mitarbeit im Betroffenenbeirat haben. Quellen: Erzbistum Freiburg Badische Zeitung
29.7.2024 Im Bistum Erfurt hat die Unabhängige Aufarbeitungskommission den Fall eines mittlerweile verstorbenen Jugendreferenten im katholischen Jugendhaus Marcel Callo, Heiligenstadt, untersucht. Die Übergriffe fanden in den 70er Jahren statt. Vermutlich waren zahlreiche Jugendliche betroffen, fünf haben sich gemeldet. Eine aktuelle Zahl der im Bistum bekannten Missbrauchsfälle konnte die Sprecherin des Bistums nicht nennen. Quelle: eichsfelder-nachrichten Bistum Erfurt Süddeutsche Göttinger Tageblatt
26.7.2024 Der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny, gibt seine Zuständigkeit für die Missbrauchsaufarbeitung auf, für die er seit 2010 verantwortlich war. Wegen des Umfangs seiner Arbeit hatte der 2023 den Papst gebeten, einen Weihbischof zu ernennen; der Papst lehnte ab und begründete die Ablehnung damit, dass mit einer ungleichen Anzahl von französisch- und niederländischsprachigen Bischöfen das Gleichgewicht der Bischofskonferenz gestört würde. Bonny berichtet, dass es Bischöfe gab, die seinen Antrag nicht unterstützten, weil sowohl ein Priester als auch ein Laie die Aufgaben erfüllen könne. Nach der Ausstrahlung des Films „Godvergeten“, in dem Betroffene berichten, hatte Bonny dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten, um sich auf die Unterstützung der Opfer zu konzentrieren. Der Papst nahm den Amtsverzicht vorerst nicht an. Quelle: katholisch.de
26.7.2024 Vom 1. Juni bis 31. Dezember 2024 können Betroffene von sexueller Gewalt durch katholische Kleriker in Portugal Anträge stellen. Quelle: vaticannews
26.7.2024 Der Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche, Hilarion, wurde seiner Ämter enthoben. Ihm wird sexuelle Belästigung seines ehemaligen Assistenten und ein Leben in Luxus in Ungarn vorgeworfen. Quelle: Kirche und Leben
24.7.2024 Mehr als ein Drittel der Menschen, die in neuseeländischen religiösen Betreuungseinrichtungen untergebracht waren, haben Missbrauch erfahren. Im Vergleich zu staatlich getragenen Einrichtungen hatten sie ein deutlich höheres Risiko, missbraucht zu werden. In staatlichen Einrichtungen erlebten 31 Prozent Missbrauch, in kirchlichen Einrichtungen waren es 33 bis 38 Prozent. Die katholische Kirche Neuseelands spricht von 1.680 Missbrauchsfällen zwischen 1950 und 2022. Von den 7.807 Klerikern und Ordensleuten wurden 1.122 als mutmaßliche Täter beschuldigt, d.h. gut 14 Prozent der Kleriker und Ordensleute. Die Untersuchungskommission kritisiert, dass die Kirche die systemischen Ursachen nicht berücksichtigt. Dazu gehören Klerikalismus, Gelegenheitsstrukturen für Täter, Kultur der Straflosigkeit, Diskriminierung von Frauen und Tabuisierung von Sexualität. Der Bericht der Untersuchungskommission geht zwischen 1950 und 1999 von 655.000 Menschen in Kinderheimen, Waisenhäusern, Pflegefamilien, Behinderteneinrichtungen und Internaten aus, von denen 200.000 körperlichen und sexuellen Missbrauch erlebten. Besonders häufig waren Angehörige der indigenen Maori und Menschen mit Behinderungen betroffen. Quellen: katholisch.de „Survivors‘ experiences of abuse an neglect in faith-based care“
24.7.2024 Im Bistum Trier gab es 711 Betroffene und 234 mutmaßliche Täter. Das sind 369 (51 %) mehr Betroffene und 86 (36 %) mehr Täter als in der MHG-Studie genannt worden waren. Quelle: evangelische-zeitung
24.7.2024 In der Amtszeit des Trierer Bischofs Hermann Josef Spital gab es mindestens 199 Betroffene und 49 Beschuldigte und mutmaßliche Täter. 195 der Opfer waren minderjährig. Drei mutmaßlich Betroffene begingen im Umfeld der Verbrechen Suizid. 14 der 49 Beschuldigten waren Intensivtäter – sie waren für den Missbrauch von mindestens 148 Menschen verantwortlich. Bischof Spital leitete kein einziges kirchenrechtliches Verfahren ein, er beließ es bei den staatlicherseits verhängten Verfahren, wenn diese erfolgten. Zwischen 1981 und 2001 gab es drei Verurteilungen – die Täter erhielten jeweils zwei Jahre auf Bewährung für zwischen 25 und 41 Taten. Das zeigt die Studie Sexueller Missbrauch im Bistum Trier in der Amtszeit Hermann Josef Spitals (1981–2001), die heute veröffentlicht wurde. Der Bistumsleitung waren damals 20 Beschuldigte bekannt, 29 weitere meldeten sich ab 2010. Weihbischof Leo Schwarz, der übergangsweise das Bistum leitete, hat Missbrauchsverbrechen vertuscht. Quelle: katholisch.de msn Rheinzeitung
24.7.2024 Ein Mitglied der Brudergemeinschaft von Taizé wurde wegen des Besitzes kinderpornografischer Bilder zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die Brüder erfuhren erst aus dem Urteil die Gründe der Verurteilung. Weitere Verfahren sind nicht bekannt. Unbekannt ist auch, was aus der Anzeige einer Frau gegen einen Bruder wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung wurde, die sie dem damaligen Prior Frère Alois anvertraute. Sie beschuldigte den Bruder, sie seit 2003 geistlich, psychologisch und sexuell missbraucht zu haben. Der Prior informierte die Polizei, gegen den Bruder wurde Anklage erhoben und er kam in Untersuchungshaft. Weitere Informationen gibt es nicht. Seit Sommer 2019 wurden fünf Brüder des Missbrauchs beschuldigt – zwei davon sind verstorben. Quelle: katholisch.de
24.7.2024 Heute legen Historiker der Uni Trier ihren Bericht über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der Amtszeit des früheren Trierer Bischofs Hermann Josef Spital vor. Spital war von 1981 bis 2001 Bischof von Trier. Die historische Studie war von der unabhängigen Kommission im Bistum Trier initiiert worden. Geplant ist, auch die Amtszeiten des früheren Trierer Bischofs Marx und des derzeitigen Bischofs Ackermann zu untersuchen. Im Oktober 2023 haben die Historiker 579 Opfer und 227 Beschuldigte genannt. Im neuen Bericht sollen aktualisierte Angaben stehen. Quelle: Süddeutsche
24.7.2024 In Eslarn, Bistum Regensburg, sollte die nach einem verurteilten Missbrauchstäter – dem Regensburger Priester und Musikdirektor – des Bistums, 1984 gestorben – benannte Straße umbenannt werden. Der Gemeinderat beschloss auf Initiative des Betroffenenbeirats im Mai die Umbenennung. Nun haben 650 der ca 2.750 Einwohner ein Bürgerbegehren gegen die Umbenennung beantragt. Sie begründeten ihren Antrag damit, dass es nach der Haftentlassung des Verurteilten bis zu seinem Tod weder Anzeigen noch polizeiliche Ermittlungen gegeben habe und sich erst lange nach seinem Tod „vermeintlich Betroffene“ gemeldet hätten – eine juristische Aufarbeitung demnach nicht mehr möglich sei. Zudem sei die Straßenumbenennung für jeden Anwohner mit organisatorischem und finanziellen Aufwand verbunden. Die Sprecherin des Betroffenenbeirats kommentiert: „650 Leute haben für die Ehrung eines Kinderschänders unterschrieben.“ Quelle: katholisch.de
23.7.2024 Kardinal Lacroix, Quebec, nimmt seine Amtsgeschäfte wieder auf. Der ehemalige Richter des Obersten Gerichtshofs von Québec, Andre Denis, hat keine Belege für die Missbrauchsvorwürfe gegen Lacroix gefunden. Quelle: katholisch.de
22.7.2024 Neu veröffentlichte Dokumente der vatikanischen Ordenskongregation aus dem Jahr 1956 zeigen, dass der Vatikan ein härteres Vorgehen gegen den Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel Degollada, bereits 1956-58 erwogen hatte. Er sollte wegen Drogenkonsums, Finanzdelikten und sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen werden. Die Dokumente zeigen auch, dass Maciel Protektoren im Vatikan hatte. In einem Dokument heiße es, dass die Religiosenkongregation „aufgrund von Empfehlungen und Interventionen hochrangiger Persönlichkeiten nicht weiter gegen Maciel vorgehen“ könne. Bereits 2019 erkannte Kardinal João Braz de Aviz an, dass der Vatikan seit 1943 über Dokumente zur Pädophilie von Marcial Maciel verfügte. Von den ersten Vorwürfen bis zur Sanktionierung Maciels im Jahr 2006 vergingen also 63 Jahre. Maciel machte mindestens 60 Menschen zu Opfern. Quellen: katholisch.de katholisch.de vom 2.1.2019 religionsphilosophischer-salon vom 6.1.2019
21.7.2024 Der Film „Bishop Casey’s Buried Secrets“ zeigt auch, dass die Diözese Limerick nach dem Tod von Bischof Casey einer seiner Anklägerinnen eine Entschädigung von über 100.000 Euro zahlte. Bischof Casey wurde 2007 vom Vatikan offiziell aus dem öffentlichen Dienst entlassen, dies wurde aber zu seinen Lebzeiten nie öffentlich bekannt gegeben. Er blieb Bischof bis zu seinem Tod im März 2017. Quellen: rte.ie rte.ie
20.7.2024 Papst Franziskus hat den Rücktritt des kolumbianischen Bischofs Óscar Augusto Múnera (62) angenommen. Gründe wurden nicht mitgeteilt. In einem Buch der Investigativ-Journalisten Juan Pablo Barrientos und Miguel Estupiñán wurde Múnera 2023 beschuldigt, im Jahr 2005 einen jungen Mann missbraucht zu haben. Weder der Bischof noch die kolumbianische Bischofskonferenz äußerten sich zu den Gründen für den Rücktritt des Bischofs. Quelle: cityjournal.at
19.7.2024 Im Erzbistum Berlin wurden 2023 zehn Missbrauchsvorwürfe gemeldet, fünf betrafen aktuelle Sachverhalte, eine Meldung einen 15 Jahre zurückliegenden Fall, drei Meldungen Fälle, die mehr als 40 Jahre zurückliegen. Eine anonyme Meldung konnte nicht verfolgt werden. Im Erzbistum Berlin wurden seit 2002 insgesamt 135 Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt an Minderjährigen durch Kleriker und andere kirchliche Mitarbeiter seit 1947 erfasst. Quelle: katholisch.de
19.7.2024 Dem Gründer der katholischen Gemeinschaft Saint Martin, Jean-Francois Guerin (1929 – 2005) werden geistlicher Missbrauch und „Delikte mit sexuellem Charakter“ gegenüber einigen erwachsenen Personen vorgeworfen. Der Vatikan hat zwei Apostolische Assistenten zur Überprüfung der Vorwürfe und zur Begleitung bei Reformen entsandt – Matthieu Dupont, Bischof von Laval und Fraunois-Marie Humann, Abt des Prämonstratenserklosters Mondaye. 2024 wurden in Frankreich 105 Neupriester geweiht – die meisten von ihnen, neun Neupriester, kommen aus der Gemeinschaft Saint-Martin. Quelle: katholisch.de Gemeinschaft Saint-Martin Domradio
18.7.2024 Die spanische katholische Bischofskonferenz hat persönliche und vertrauliche Daten von 45 Missbrauchsbetroffenen widerrechtlich auf den Internetseiten der Bistümer online gestellt. Sie waren im Dezember und Januar aufrufbar und wurden dann von den Bistümern gelöscht, waren aber im Internet noch vier weitere Monate auffindbar. Die Bischofskonferenz meldete nicht wie vorgeschrieben den Datenschutzverstoß der spanischen Datenschutzagentur und informierte die betroffenen Opfer nicht. Quelle: katholisch.de
17.7.2024 Die Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem haben die Vorwürfe sexueller Gewalt, die von einer heute 68-jährigen Französin gegen den Gründer der Geistlichen Gemeinschaften von Jerusalem, Pierre-Marie-Delfieux, nach fünf Jahren als wahr anerkannt. Die Betroffene hatte die Vorwürfe 2019 publik gemacht, die sich auf die Zeit vor 40 Jahren bezogen. Die Gemeinschaften von Jerusalem sprechen der Betroffenen ihr tiefes Bedauern aus, erkennen offiziell die Verantwortung und den Schaden an. Die Gemeinschaften entstanden aus der Erneuerungsbewegung des Zweiten Vaticanums und sind ein Zusammenschluss verschiedener Gemeinschaften, die aus Priestern, Ordensschwestern, Ordensbrüdern und Laien bestehen. Quellen: katholisch.de la-croix online.jerusalemgemeinschaften.de Domradio katholisch.de
17.7.2024 Dem französischen Priester Abbé Pierre (1912 – 2007) werfen sieben Frauen – unter ihnen eine zum Tatzeitpunkt Minderjährige – sexuelle Übergriffe vor. Die gesammelten Aussagen deuten darauf hin, dass der Priester zwischen Ende der 1970er Jahre und 2005 gegenüber Angestellten, Freiwilligen und Ehrenamtlichen der Emmaus-Organisationen und gegenüber jungen Frauen aus seinem privaten Umfeld sexuell übergriffig geworden sei. Abbé Pierre, mit bürgerlichem Namen Henri Antoine Groues, gründete 1949 die Emmaus-Gemeinschaft, die sich weltweit gegen Armut und Obdachlosigkeit einsetzt. Quellen: katholisch.de fondation-abbe-pierre.fr Domradio katholisch.de
17.7.2024 Der polnische Weltjugendtagsverantwortliche wurde verhaftet. Ihm wird der Missbrauch junger Frauen in sieben Fällen zwischen 2011 und 2021 und Anstiftung zur Falschaussage vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
13.7.2024 Kardinal Jean-Claude Hollerich sagt, Frauen sollten sich in der katholischen Kirche wohl fühlen können: „Wenn Frauen sich in der Kirche nicht gut aufgehoben fühlen, haben wir als Christen versagt“, formuliert er. Hollerich erwähnte, dass „wir“ über das Weiheamt für Frauen nachdenken müssen, wenn sich Frauen diskriminiert fühlen, weil sie keine Weiheämter wahrnehmen können. Quelle: katholisch.de
Kommentar: Und genau diese Formulierung zeigt das große Missverständnis: Es geht nicht um das Wohlbefinden und die „Gefühle“ von Frauen, sondern darum, dass ihnen Gerechtigkeit geschieht. Und zum „wir als Christen“ gehören offensichtlich katholische Frauen nicht, denn nicht sie sind es, die sich die Gerechtigkeit verweigern – es sind die männlichen Kirchenleitenden, die ihnen die Gerechtigkeit vorenthalten.
12.7.2024 Emmanuel C. hat während seiner Zeit in der Ordensgemeinschaft von Taizé massenhaft Pornos aus dem Internet gezogen, darunter Bilder und Videos, die die Vergewaltigung von Kindern zeigen. Gefunden wurden die Missbrauchsdarstellungen bei einer Durchsuchung im Kloster 2019, nachdem eine Frau Anzeige wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung erstattet hatte. Im Fall der Missbrauchsdarstellungen wurde C. zu einem Jahr Haft auf Bewährung, einem Eintrag ins Register der Sexualstraftäter und zu einem dauerhaften Verbot des Umgangs mit Minderjährigen verurteilt. Zu den Vergewaltigungsvorwürfen ist noch kein Urteil ergangen. Quelle: taz
12.7.2024 Die Kolumbusritter, eine katholische Laienorganisation, hat zwei Mosaiken des Ex-Jesuiten Marko Rupnik verhüllt. Die Mosaiken sollen so lange nicht zu sehen sein, bis eine Untersuchung gegen den Geistlichen, derzeit Priester des Bistums Koper, Kirchenprovinz Ljubljana, abgeschlossen sei. Rupnik werden seit Jahren verschiedene Formen von Missbrauch von rund 20 Betroffenen vorgeworfen. Quelle: katholisch.de
12.7.2024 Die englische Theologin Tina Beattie kritisiert die Verzögerung in der katholischen Kirche bei der Stärkung der Rolle der katholischen Frauen. Sie hält es für immer weniger tolerierbar, dass die Hierarchie „uns mit herablassenden Plattitüden und romantischen Stereotypen“ bevormunde. Sie berichtet, dass sie „nicht mehr das geringste Interesse am Geschwätz einer zölibatären männlichen Hierarchie“ habe, wenn es um Frauen geht. Und sie interessiere sich nicht mehr für den Vatikan, seine Synoden und deren Papiere. Das sei vielleicht eine Art von Verzweiflung, die ihr erlaube, sowohl ihren Verstand als auch ihren Glauben zu bewahren. Quelle: katholisch.de
11.7.2024 Die spanische Regierung reagierte ablehnend auf den von der Bischofskonferenz erarbeiteten Plan, obwohl alle 67 anwesenden Bischöfe den Plan unterstützten. In einer Erklärung kritisierte die Regierung, dass die Beschlüsse der Bischöfe nicht bindend seien und daher keine Garantie für eine Wiedergutmachung darstellten. Quelle: vaticannews
10.7.2024 Die spanische Bischofskonferenz hat einen Entschädigungsplan für Missbrauchsopfer von Klerikern vorgelegt, der psychologische, soziale, spirituelle und finanzielle Aspekte umfassen soll. Ein Gremium aus kirchlichen, juristischen und medizinisch-forensischen Experten soll individuelle Lösungen finden. Das Gremium kann Opfervertreter hinzuziehen. Entschädigt werden sollen auch Betroffene, deren Fall verjährt ist. Der Plan ist kein rechtsverbindliches Dekret, das Bistümer und Orden bindet, eher eine moralische Verpflichtung. Quelle: Domradio
9.7.2024 Der Rechtsanwalt Ulrich Weber arbeitet in der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) mit. Er hat den Eindruck, dass der Betrag, den die katholische Kirche als Anerkennungsleistung des Leides zahlt, oft zweitrangig sei. Den Betroffenen gehe es darum, „die Scham und das Gefühl der vermeintlichen Eigenschuld nicht mehr tragen zu müssen“. Weber konstatiert, wie weit weg von der Gesellschaft das Missbrauchsthema sei und fragt sich, wo eigentlich die Gesellschaft gewesen sei, als diese Taten geschahen und warum das Thema in der Psychologie und Traumatherapie so lange nicht im Blick war. Quelle: Domradio
9.7.2024 Betroffene sexueller Gewalt in Polen verlangen weiterhin die Suspendierung des Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda. Er habe auf Briefe von zwei Frauen, die einen Priester anzeigten, nicht geantwortet und der Kinderschutzbeauftragte des Erzbistums habe Aussagen der Frauen zum Teil verfälscht und manipuliert. Im November will sich die Bischofskonferenz mit Betroffenen treffen. Ebenfalls im November will die Bischofskonferenz eine im Frühjahr 2023 angekündigte Kommission unabhängiger Experten ernennen. Quelle: katholisch.de
8.7.2023 Der Rechtsanwalt Ulrich Weber, der die Aufarbeitungsstudie im Bistum Regensburg leitet, beabsichtigt, auch den Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller zu befragen. Müller war zwischen 2002 und 2012 Bischof von Regensburg. In seine Zeit fiel der Fall eines pädophilen Priesters, der erneut eingesetzt wurde, obwohl er bereits 2000 verurteilt wurde, weil er in Viechtach zwei Brüder sexuell missbraucht hatteAls Pfarrer von Riekofen missbrauchte er einen Ministranten und wurde 2007 verhaftet. Müller wird auch vorgeworfen, die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen bei den Domspatzen zumindest ausgebremst zu haben. Quelle: Donaukurier
8.7.2024 Im Jahr 2023 wurden 16.375 Fälle von Kindesmissbrauch bekannt, 5,5 Prozent mehr als 2022. Außerdem wurden 1.200 Straftaten aktenkundig, in denen Jugendliche sexuellen Missbrauch erlitten. Die Zahl der Missbrauchsdarstellungen stieg um 7,4 Prozent auf rund 45.000 Fälle. Quelle: Ärzteblatt
6.7.2024 In dem Waisenhaus „Mount Cashel Orphanage“, Kanada, Erzbistum St. John, – inzwischen aufgelöst – werden 292 Betroffene jeweils Entschädigungen zwischen 55.000 und 850.000 kanadischen Dollar erhalten. Quelle: Spiegel
5.7.2024 Seit 2010 hat das Bistum Trier 2,7 Millionen Euro an Betroffene sexuellen Missbrauchs bezahlt, knapp 500.000 Euro davon im Jahr 2023. An Therapiekosten wurden 2023 fast 37.000 Euro gezahlt, seit 2010 insgesamt 143.00. Im Jahr 2023 stellten neun Betroffene Erstanträge auf Leidanerkennung. Sie beschuldigen acht Pfarrer und einen Ordenspriester, alle sind inzwischen verstorben. Ein Fall geschah 2001, die übrigen Verbrechen geschahen vor allem in den 1960er und 1070er Jahren. Quellen: Zeit Jahresbericht 2023
5.7.2024 Die Kirchenrechtler Thomas Schüller, Norbert Lüdecke, Sven Bernhard Anuth und der Anwalt Eberhard Luetjohann kritisieren die Haltung des Kölner Landgerichts im Schmerzensgeldprozess einer Missbrauchsbetroffenen gegen das Erzbistum Köln. Das Gericht deutete an, dass der Priester-Täter als Privatperson handelte und das Erzbistum daher nicht für die Taten des Priesters haften müsse. Quelle: katholisch.de
4.7.2024 Der Kirchenrechtler Philipp Thull schaut auf die vor dem Landgericht Köln zu klärende Frage, ob die Kirche an ein Missbrauchsopfer eines Priesters Schmerzensgeld zahlen muss, der ein Kind außerhalb seines Dienstes missbrauchte. Thull sagt, es wirke so, dass das Erzbistum eine eigene Verantwortung abstreifen und dem Täter die alleinige Schuld zuschieben wolle und das Opfer damit alleine zurücklasse. Die Verantwortlichen wüssten, dass die Feststellung der Amtshaftung für die Bistümer teuer werden könne: „Es wäre jedoch fatal, ließe sich die deutsche Rechtsprechung vom Unwillen deutscher Diözesen oder der Kaltschnäuzigkeit serviler Juristen in deren Dienst beeindrucken.“ Thull verweist darauf, dass privates Handeln eines Priesters sich nicht völlig verneinen ließe, „dass beschuldigte Kleriker im Dienst unter Ausnutzung ihrer Stellung und des Vertrauens, das man ihnen allein aufgrund ihres priesterlichen Daseins geschenkt hat, gehandelt haben.“ Quelle: eulemagazin
3.7.2024 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hatte von der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen – UKA – eine schnellere und transparentere Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch gewünscht und eine schriftliche Begründung über die Zahlung von Anerkennungsleistungen gefordert. Außerdem wurde auf dem Erfurter Katholikentag gesagt, die Fälle würden in dreieinhalb Minuten abgearbeitet. Die UKA weist die Kritik zurück. Der Entscheidung ging ein oft mehrstündiges Aktenstudium für jeden Fall von mehreren Mitgliedern der UKA voraus, sagte Margarete Reske, die Vorsitzende der UKA. Die von der Bischofskonferenz vorgeschriebene Verfahrensordnung sehe keine Begründung der UKA-Entscheidungen vor. Im Übrigen bedauere die UKA das konfrontative Vorgehen des Betroffenenbeirats. Quelle: Kirche und Leben
2.7.2024 Im französischen Pilgerort Lourdes sollen die Mosaike des Ex-Jesuiten und mutmaßlich vielfachen Missbrauchstäters von der Basilika entfernt werden – aber erst „irgendwann“. Quelle: katholisch.de
2.7.2024 Der Münchner Anwalt Ulrich Wastl hat die Anerkennungsleistungen für Missbrauchsbetroffene der katholischen Kirche gelobt. Damit werde den Betroffenen ein möglichst einfaches Verfahren unter Ausklammerung aller juristischen Probleme angeboten. Die laufende Aufarbeitung in der evangelischen Kirche hingegen hält Wastl für missglückt. Bis heute gebe es noch keine klare Benennung von Verantwortlichkeiten auf der Ebene derer, die Missbrauch gedeckt oder vertuscht hätten. Auch ein einheitliches Anerkennungsverfahren fehle noch. Quelle: katholisch.de
2.7.2024 Die Pflegetochter des ehemaligen Priesters Hans Ue., der wegen sexuellen Missbrauchs zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, muss vermutlich in ihrer Schmerzensgeldklage gegen das Erzbistum Köln eine Niederlage erleben. Sie wurde von 1979 bis 1985 aufs Schwerste missbraucht. Die fünfte Zivilkammer des Landgerichts unter Vorsitz des Richters J.-M. Bern vertritt die Ansicht, dass die Kirche als Institution dafür nicht haftbar sei, die Verantwortung trage ausschließlich der Täter, denn der Missbrauch sei nicht in Ausübung des Priesteramtes verübt worden. Ein kirchenrechtliches Gutachten weist darauf hin, dass nach katholischem Amtsverständnis ein Priester immer im Dienst ist und die Übernahme einer Vormundschaft als Ausformung der priesterlichen Pflicht zur Nächstenliebe zu verstehen sei. Ein mögliches Fehlverhalten der Kirchenoberen könne lediglich darin bestehen, dass das Opfer und ihr Pflegebruder bereits beim damaligen Priesteramtskandidaten Ue. im Kölner Priesterseminar übernachtet hatten und Ue. sich ein Bett mit dem Mädchen geteilt habe und Verantwortliche im Erzbistum davon Kenntnis hatten. Die Klägerin habe bis Ende August Zeit, Beweise dafür vorzulegen. Der Anwalt der Klägerin, Luetjohann, spricht davon, dass der heutige Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, zur selben Zeit wie der Täter im Priesterseminar war und ein möglicher Zeuge sein könne. Außerdem wies Luetjohann darauf hin, dass der Priester der Klägern oft direkt nach dem Missbrauch die Beichte abgenommen habe – das Gericht müsse also entscheiden, wann der Vergewaltiger Priester war und wann nicht. Das Erzbistum bestreitet jedoch überhaupt alle Missbrauchstaten, niemand habe die Taten bestätigt und niemand wisse etwas davon. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, die Institution wolle sich aus der Verantwortung stehlen und das Gericht dafür eine Lizenz ausstellen. Es ignoriere entscheidende Gesichtspunkte. Der Kirchenrechtler Sven Bernhard Anuth nennt den Ansatz des Gerichtes „völlig schräg“. Wenn der Richter meine, über das kirchliche Amtsverständnis urteilen zu können, sei das ein Verstoß gegen die Neutralitätspflicht des Staates. Quellen: ksta www1.wdr ga
2.7.2024 Das Bistum Aachen hat sich in einem Schmerzensgeldprozess im Zusammenhang mit Missbrauch vor dem Landgericht mit einem Kläger auf einen Vergleich geeinigt. Zugleich wies das Aachener Gericht zwei weitere Klagen gegen das Bistum ab. In einem Fall begründeten die Richter dies mit Verjährung, im anderen damit, dass die Tat nicht dem Bistum zuzuordnen sei. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Ende 2023 waren dem Bistum insgesamt 336 Betroffene sexualisierter Gewalt namentlich bekannt. Quelle: Süddeutsche
2.7.2024 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz wünscht sich eine schnellere und transparentere Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und eine schriftliche Begründung über die Zahlung von Anerkennungsleistungen. Quelle: katholisch.de
2.7.2024 In Belgien verzichtet die Bundesanwaltschaft nach 14 Jahren Ermittlungen auf Anklagen gegen Bischöfe, weil die Fälle nicht beweisbar oder verjährt oder bereits von Gerichten behandelt wurden. Die Ermittlungen richteten sich zentral gegen den zurückgetretenen Bischof Roger Vangheluwe, Brügge, den verstorbenen Erzbischof und Kardinal Godfried Danneels und den ehemaligen Erzbischof von Mechelen-Brüssel Andre Leonard. In der „Operation Kelch“ wurden 68 Verdächtige identifiziert. Quelle: Domradio
2.7.2024 Die Caritas Mainz legt eine Studie über Zwang, Druck, Zensur und sexuelle Gewalt in den ehemaligen Kinderkurheimen in Allerheiligen, schwarzwald und Bad Nauheim vor. Quelle: katholisch.de Studie: „Aufarbeitung und Dokumentation – Kinderkurheime St. Josef, Bad Nauheim und Allerheiligen, Schwarzwald
2.7.2024 Zwölf frühere Ordensschwestern der Missionarinnen der Nächstenliebe gaben gegenüber „Crux“ an, dass das Leben in der Gemeinschaft von Mikro-Aggressionen geprägt sei. Opfer von Missbrauch seien zu Stillschweigen verpflichtet, die Täter*innen versetzt worden. Die Frauen klagen über Isolation, hätten ihre Familien nur alle zehn Jahre besuchen dürfen. Reisepässe nahm die Oberin an sich, enge Freundschaften waren nicht erlaubt, Briefe mussten der Oberin vorgelegt werden und Anrufe durften nur in ihrer Anwesenheit getätigt werden. Eine Frau berichtet, dass sie gezwungen wurde, verdorbenes Essen zu essen und die Magenschmerzen Christus darzubringen. Regelmäßig sei sie beschimpft worden. Auch von sexuellen Annäherungsversuchen durch andere Missionarinnen ist die Rede, die Schwestern seien dann versetzt worden, die Betroffenen zum Schweigen verpflichtet worden. Mutter Teresa solle als Reaktion auf Missbrauch durch Priester gesagt haben: „Beschütze die Kirche, beschütze die Priester.“ Der Vatikan wurde bereits um 1997, dann wieder 2018 – und mutmaßlich häufiger – über die Missstände informiert. Ein Sprecher des Ordens wies die Anschuldigungen von Crux zurück – es handle sich lediglich um eine kleine Gruppe der mehr als 5.500 Missionarinnen, die sich beschwerten. Quelle: katholisch.de
2.7.2024 Vor dem Landgericht Köln wird heute die Schmerzensgeldklage einer Missbrauchsbetroffenen gegen die katholische Kirche verhandelt. Die Betroffene, 57, fordert 850.000 Euro. Sie ist die Pflegetochter eines inzwischen aus dem Klerikerstand entlassenen Priesters U., der zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde wegen mehrfachen Missbrauchs an neun Mädchen. Das Erzbistum Köln hat darauf verzichtet, Verjährung geltend zu machen. Quelle: domradio
1.7.2024 Der Ekel vor Vergebung. Pfarrerin Melitta Müller-Hansen in der Morgenandacht. Quelle: rundfunk.evangelisch.de
1.7.2024 Eine Fachtagung in der Akademie „Die Wolfsburg“ widmete sich der Frage, wie in Zukunft der Missbrauchsverbrechen in der katholischen Kirche gedacht werden kann. Quelle: Bistum Essen
28.6.2024 Wunibald Müller, Theologe und Psychotherapeut, langjähriger Leiter des Recollectio-Hauses in Münsterschwarzach, berichtet von seinen Erfahrungen mit übergriffigen Geistlichen und Ordensleuten, die er behandelte. Er berichtet auch, dass er Kirchenverantwortliche früh auf das Problem hingewiesen hat, jedoch nicht gehört wurde. Er sagt: „Ich habe für meinen Einsatz einen hohen seelischen Preis gezahlt, da mich das Ausmaß an Herzlosigkeit und verbrecherischem Verhalten, das mir im Zusammenhang mit dem Missbrauch in der katholischen Kirche begegnete, mehr erschütterte als ich es wahrhaben wollte.“ Quelle: katholisch.de
28.6.2024 Kardinal O’Malley, oberster Kinderschützer des Papstes, widerspricht dem Kommunikationschef des Vatikans, Paolo Ruffini. Ruffini verwendet weiterhin Werke des Ex-Jesuiten und jetzigen Diözesanpriesters von Koper, Kirchenprovinz Ljubljana, Marko Rupnik. Kadinal O’Malley fordert, darauf zu verzichten. Quelle: katholisch.de
27.6.2024 Im Jahr 2023 traten rund 403.000 Katholik*innen aus der Kirche aus. In Deutschland gibt es rund 20,3 Millionen Katholik*innen und 18,56 Protestant*innen. Quelle: katholisch.de
27.6.2024 Bischof Artur Wazny, Bistum Sosnowiec in Polen, hat die erste unabhängige Diözesane Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen in dem Bistum eingerichtet, zu der Experten für weltliches und kirchliches Recht, für Geschichte und Archivwissenschaften, für Psychologie und Psychotherapie und für Kommunikation gehören. Die Kommission werde sich an bewährten Praktiken US-amerikanischer Diözesen orientieren. Die Polnische Bischofskonferenz hat vor einem Jahr angekündigt, ein unabhängiges Expertenteam zur Aufarbeitung berufen zu wollen. Wann dies geschehen solle, ist unklar. Unter dem bisherigen Bischof, Grzegorz Kaszak, war das Bistum in den Schlagzeilen mit Nachrichten über sexuellen Missbrauch eines Rektors eines Priesterseminars und über eine Sex-Party eines Priesters mit einem Callboy. Kritiker des Bistums sprechen von einem moralischen Verfall im Bistum Sosnowiec. Schließlich musste Bischof Kaszak zurücktreten. Quelle: katholisch.de
26.6.2024 In der Pfarrei St. Lambertus Lippramsdorf, Bistum Münster, soll es in den 1970er und 1980er-Jahren zu sexuellem Missbrauch durch den damaligen Pfarrer gekommen sein. Nun lädt die Gemeinde ein zu einer öffentlichen Sitzung des Gemeindeausschusses, in dem über die unterschiedlichen Reaktionen der Gläubigen auf die Information über den Missbrauch gesprochen werden soll. Ziel des Austausches sei, die Gemeinde zu befähigen, für die Betroffenen zu sprechen. Quelle: hertener-allgemeine
26.6.2024 Papst Franziskus hat mit Priestern aus dem deutschsprachigen Raum gesprochen, die durch Priester sexuell missbraucht wurden. Quelle: katholisch.de
26.6.2024 Ein bitterer und realistischer Kommentar zum katholischen Interesse an Missbrauchsbetroffenen von Markus Nolte. Im Kirchenvolk scheine es „kaum mehr als gereizte Genervtheit, offenes Unverständnis, gelangweilte Ignoranz“ zu geben. Quelle: Kirche und Leben
26.6.2024 Interview von E. Kerstner mit evangelisch.de über die Initiative GottesSuche
24.6.2024 Der frühere französische Priester Bernard Preynat, 79 („Grace da Dieu“) starb während eines Hafturlaubs. Er hat in mehreren tausend Fällen Pfadfinder sexuell missbraucht und wurde 2020 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Aus gesundheitlichen Gründen erhielt er Haftverschonung bis November 2021. Bis vor wenigen Wochen war er in Haft, bis er Hafturlaub erhielt. Quelle: katholisch.de
23.6.2024 Im Erzbistum Köln hat ein Kaplan gestanden, im Sommer 2022 einen Messdiener sexuell missbraucht zu haben. Das Erzbistum Köln wusste offenbar einige Wochen nach der Priesterweihe bereits im Juni 2010 von Fehlverhalten. Im Dezember wurde bekanntgegeben, dass Alfons H. nicht mehr in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sein dürfe. Im November 2011 wird H. in einem Zeitungsporträt vorgestellt, das den Titel trägt: „Lasset die Kinder zu mir kommen“. Eine weitere Meldung erfolgte im Juni 2013. Anzeige in dieser Sache erstattete das Erzbistum neun Jahre später. – Von 2018 bis 2023 war Alfons H. in Windeck bei Bonn eingesetzt – mit den Schwerpunkten „Schulen, Firmung“. Dabei war ihm 2014 durch ein psychiatrisches Gutachten verboten, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Das Gercke-Gutachten lässt dieses Verbot weg. Quellen: Tagesschau youtube
22.6.20254 Der Präfekt des vatikanischen Kommunikationsdikasteriums Paolo Ruffini will auch weiterhin Kunstwerke des unter Missbrauchsverdacht stehenden Jesuiten Marko Rupnik in der Vatikan-Kommunikation verwenden. Er sagte, es sei niemals eine gute Entscheidung, Kunstwerke zu entfernen, zu löschen oder zu zerstören. Der Prozess gegen Rupnik sei ja noch im Gange und „als Christen sollen wir nicht urteilen“. Mit der Zuwendung der Kirche zu Betroffenen habe das nichts zu tun, denn „die Nähe der Kirche zu jedem Opfer [sei] klar“. Quelle: katholisch.de
21.6.2024 Die katholische Kirche in Belgien will eine Befragung von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester oder andere Mitglieder der Kirche durchführen. Quelle: Grenzecho
21.6.2024 Die katholische Kirche als großen „Player auf dem Feld des Safeguarding für Menschen mit Behinderungen“ fordert Hans Zollner auf, behindertengerechte Meldewege für Missbrauch zu etablieren, zu überprüfen und nachzujustieren. Leitlinien und Schutzkonzepte müssten tatsächlich implementiert werden. Es gehe darum, „alle Menschen mit ihrer Diversität und mit ihren jeweiligen Bedürfnissen zu integrieren. Es gehe nicht um die Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, es gehe vielmehr um die Frage: „Wann bedarfst du welcher Sorge, Unterstützung und wie kann die Gesamtgesellschaft … Dir die notwendige Unterstützung anbieten?“ Quelle: Domradio
21.6.2024 Im Bistum Münster sollen in diesem Jahr in jeder Pfarrei Blutbuchen an markanten und öffentlich sichtbaren Orten in Erinnerung an die Opfer sexueller Gewalt in der katholischen Kirche gepflanzt werden. Neben dem Baum soll eine Gedenktafel zur Erklärung stehen. Quelle: Kirche und Leben
20.6.2024 Zu Tumulten kam es diese Woche bei einer Sitzung des Eslarner Marktrats, weil ein „Bürgerantrag“ durchfiel, der die Beibehaltung eines Straßennamens für den seriellen Missbrauchstäter Georg Zimmermann gefordert hatte. Die Umbenennung wurde bereits am 7. Mai beschlossen. Der Bürgermeister musste sogar mit dem Abbruch der Sitzung drohen. Die Hintergründe der Taten des Priesters Zimmermann, Wünsche und Leiden der Betroffenen gerieten dabei gänzlich aus dem Blickfeld. Quelle: regensburg-digital
20.6.2024 Die Interdiözesane Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den (Erz-)Bistümern Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz hat eine sozialwissenschaftliche Studie beschlossen. Quellen: Erzbistum Berlin bistum-dresden-meissen
20.6.2024 Die Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl hat mehrere Gutachten über Missbrauch erstellt und ist inzwischen der Überzeugung, dass die Gutachten „nicht mehr im bloßen Juristendeutsch“ geschrieben werden dürfen – das sei eine Verhöhnung der Opfer. Der Anwalt Wastl berichtet vor dem Betroffenenbeirat im Erzbistum München und Freising, dass die Akten in 19 von 20 Fällen „zerstörte Biografien“ zeigten. Erschüttert ist Wastl darüber, wie manche Pfarreien damit umgingen, wenn einem Seelsorger Missbrauch nachgewiesen sei. Noch Jahrzehnte später würden die Leute aufeinander schimpfen. Wastl hält dies für ein „totales Versagen der Seelsorge“ und fordert die Bistumsleitung auf dafür zu sorgen, dass Gespräche zwischen den Menschen in Gang kämen. Quelle: Kirche und Leben
19.6.2024 Das Landgericht Traunstein behandelt die Schadenersatzansprüche eines Missbrauchsopfers. Das Opfer solle den kausalen Zusammenhang zwischen dem Missbrauch und den Folgen beweisen. Das Landgericht prüft, ob das Opfer seine erlittenen Schäden im Zweifelsfall nicht beweisen muss. Diese Forderung erheben die Anwälte. Für Mitglieder medizinischer Berufe wird grundsätzlich vermutet, dass bei einer Verletzung durch medizinische Behandlung der Behandlungsfehler ursächlich für diese Verletzung war. Dann reicht dem Gericht die Vermutung, die nicht bewiesen werden muss. Die Anwälte des Erzbistum München und Freising sehen keine Vergleichbarkeit zwischen einem medizinischen Behandlungsvertrag und dem Handeln eines Seelsorgers. Die Anwälte des Klägers fordern, dass das Erzbistum anerkenne, dass der Schutz für das seelische Wohl der Kinder zu den ureigensten Aufgaben eines jeden Priesters gehöre, sagte der Anwalt Jaeger. Quelle: correctiv.org
19.6.2024 Das Bundeskabinett hat das Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen beschlossen. Damit wird das Amt des/der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen dauerhaft installiert. Verbunden damit ist das Recht, einen Betroffenenrat und eine Unabhängige Aufarbeitungskommission einzuberufen, dem Bundestag regelmäßig zu berichten und Verbesserungen zu empfehlen. Quelle: Ärzteblatt
19.6.2024 Ein Pastor einer Göttinger Gemeinschaft soll zwischen 1992 und 2006 sexualisierte Gewalt an mehreren Betroffenen verübt haben. Nun hat die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Auch die hannoversche Landeskirche geht gegen den Pastor vor, weil er auch dort beschäftigt war. Betroffene werden aufgerufen, sich zu melden. Quellen: Tagesschau NDR
19.6.2024 Nancy Janz im Gespräch mit Steffi und Ellen in „ANDERS AMEN“: Quellen: evangelisch.de youtu.be
18.6.2024 Die Gregoriana lädt zur vierten „Safeguarding Conference“ ein. Thema ist „Missbrauch und Behinderung“.
18.6.2024 Der 2019 verstorbene spanische Jesuit Luis Maria Roma hat über Jahrzehnte hunderte indigene Mädchen in Bolivien missbraucht und darüber Tagebuch geführt. 70 Opfer konnten bislang identifiziert werden. Wenige Monate vor seinem Tod wurden Videos und Fotos von Kindern entdeckt. Roma gestand, Missbrauchstäter gewesen zu sein. Roma war von 1994 bis 2005 im Südosten Boliviens als Missionar tätig. Nachdem der Zeitungsbericht veröffentlicht wurde, forderten die Jesuiten die bolivianische Staatsanwaltschaft auf, die nach dem Tod Romas eingestellten Ermittlungen wieder aufzunehmen. Die Betroffenenvereinigung „Comunidad Biliviana de Sobrevivientes“ korrigierte, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden, sei nicht wegen der Bitten der Jesuiten, sondern wegen neuer Beweise und Aussagen der Opfer. Roma war auch Lehrer an der Schule in San Calixto in La Paz, an der Schule San Clemente in Potosi und Direktor des Tacata-Heims für Minderjährige in Cochamba. – Der Fall Roma ähnelt dem aus Spanien stammenden Jesuiten Alfonso Pedrajas Moreno, der sich von 1978 bis 2000 an mindestens 85 Kindern in Bolivien verging und Tagebuch über seine Taten führte. Quellen: katholisch.de catholicnewsagency
18.6.2024 Sabine Moßbrucker und Birgit Mattausch über eine kollaborative Praxis auf dem Weg zu einer machtsensibleren Theologie. Quelle: feinschwarz
14.6.2024 Das Bistum San Diego, Kalifornien, hat Insolvenz angemeldet. Es muss sich mit mehr als 450 Missbrauchsklagen auseinandersetzen. In den Bundesstaaten Kalifornien und New York wurde eine rückwirkende Klagemöglichkeit für Missbrauchsopfer geschaffen, Quelle: katholisch.de
14.6.2024 Nachdem drei Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Hildesheimer Bischof Janssen als plausibel eingestuft wurden, erwägt das Bistum die Umbettung des Verstorbenen. Quelle: ndr
13.6.2024 Bei der UNUM24-Konferenz in München treten Akteure der neocharismatischen Bewegung auf, denen geistlicher Missbrauch vorgeworfen wird. Auch die Bischöfe Timmerevers, Dresden-Meißen und Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, nehmen daran teil. Quelle: eulemagazin
13.6.2024 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat einem Betroffenen von Missbrauch 330.000 Euro zugesprochen. Für das Bistum Essen, in dessen Bereich der Missbrauch zwischen 1965 und 1968 geschah, ist es eine Rekordsumme. Quelle: katholisch.de
13.6.2024 Ein spezielles Online-Tool von Hans Zollner, Direktor des „Institut of Anthropology der Gregoriana“, richtet sich vor allem an Ordensfrauen. Es soll ihnen helfen, sexualisierte Gewalt zu erkennen, anzuklagen und ihr vorzubeugen. Ordensfrauen sind weltweit gefährdet im Bereich von Arbeit, Sexualität und geistlicher Machtausübung. Quelle: domradio.de
13.6.2024 Die Bild-Zeitung darf nicht behaupten, dass Kardinal Woelki 2017 einen Priester befördert habe, obwohl er zwei Dokumente, die den Priester belastet haben, gekannt habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In einem noch anhängigen Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Woelki wegen Verdachts auf Meineid. Quelle: katholisch.de
13.6.2024 Gegen den ehemaligen Bischof Heinrich Maria Janssen, Bistum Hildesheim, gibt es drei weitere Anschuldigungen – der schwere sexuelle Missbrauch der damals Acht- und Zwölfjährigen soll sich über mehrere Jahre hingezogen haben. Quelle: Domradio
12.6.2024 Die katholische Kirche in Polen geht auf Missbrauchsbetroffene zu. Sie will sich bei der Weltsynode im Oktober dafür einsetzen, dass Geschädigte nicht mehr nur als Zeugen, sondern als eigene Partei an kirchlichen Verfahren teilnehmen. Außerdem sollen auch Frauen als Ansprechpartnerinnen für Betroffene da sein, nicht wie bisher ausschließlich Männer. Quelle: Evangelische Zeitung
12.6.2024 In den Missbrauchs-Prozessen vor dem Aachener Landgericht gab es zwischen dem Bistum Aachen und den Klägern in einem Fall eine Einigung. In den beiden weiteren Fällen will einer der Kläger dem Vergleich mit dem Bistum nicht zustimmen. Quelle: www1.wdr
12.6.2024 Im Juli beginnt im Erzbistum Bamberg eine wissenschaftliche Untersuchung zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wie viele Fälle es zwischen 1946 und 2022 gab – und wie mit ihnen umgegangen wurde. Quelle: br
11.6.2024 Eine Zwischenbilanz zu einer Studie der Universität Münster über Geistlichen Missbrauch liegt nun vor. Beauftragt wurde die Uni von den Bistümern Osnabrück und Münster. Mehr als 50 Betroffene haben sich gemeldet und vor allem von Manipulation berichtet. Erkennbar ist, dass die Folgen geistlichen Missbrauchs ähnlich traumatisierend sind wie die Folgen von sexuellem Missbrauch. Quelle: Tagesschau
11.6.2024 Im Vorfeld der 2. Tagung des Synodalen Ausschusses richten 14 katholische Organisationen einen dringenden Appell an den Ausschuss: und an die Bischöfe. U.a. schreiben sie: „So wichtig die von Papst Franziskus vorgegebene Grundlinie der Evangelisierung ist: eine wirkliche Aufarbeitung sexualisierter und spiritueller Gewalt ist ein wesentliches Element einer Evangelisierung! Das Evangelium nimmt Partei für die Entrechteten, Geschundenen und Verwundeten. Ohne diese Perspektive läuft jeder Versuch einer Evangelisierung ins Leere.“ Quelle: katholisch.de
11.6.2024 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln hat Tatorte sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und Schutzbefohlenen durch Mitarbeitende der katholischen Kirche auf dem Gebiet des Erzbistums Köln im Zeitraum von 1945 bis 2023 veröffentlicht. Quelle: erzbistum-koeln
11.6.2024 Johannes Norpoth, Mitglied des ZdK und Mitglied des Synodalen Ausschusses, kritisiert, dass die Satzung des Synodalen Ausschusses Betroffene sexueller Gewalt strukturell nicht berücksichtigt. Quelle: domradio
10.6.2024 Die Anwältinnen Petra Ladenburger und Martina Lörsch haben eine Untersuchung bei den Franziskaner-Minoriten durchgeführt. Sie berichten von Vorwürfen gegen neun namentlich bekannte Ordensmänner seit den 1960er-Jahren. Ein Bruder soll gegenüber 20 verschiedenen Personen übergriffig geworden sein. Etliche der Betroffenen sind in den Orden eingetreten. Viele berichten von gravierenden Folgen. Quellen: katholisch.de Domradio Abschlussbericht Domradio Süddeutsche Franziskanerkloster-wuerzburg
10.6.2024 Missbrauchsbetroffene aus dem Erzbistum München und Freising wollen bei einer Radtour vom 16. bis 20. Juni mit Menschen ins Gespräch kommen, die an Orten leben, an denen Missbrauch durch einen katholischen Priester geschehen war. Quelle: Erzbistum München
9.6.2024 Bischof Wilmer, Hildesheim, hat die Pfarrei St. Petrus, Wolfenbüttel besucht, dessen Pfarrer Eggers das Bistum wegen der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle kritisiert hatte. Beide haben ihren Streit beigelegt und beabsichtigen, nach gemeinsamen Wegen bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu suchen. Erste Arbeitsgruppen wurden gebildet. Quelle: bistum-hildesheim
8.6.2024 Gegen den emeritierten Erzbischof von Wellington/Neuseeland, Kardinal John Dew, wurden polizeiliche und kirchliche Ermittlungen eingestellt. Er kann wieder seinen kirchlichen Aktivitäten nachgehen. Dew hatte sich nach Missbrauchs-Vorwürfen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Kläger berichtet, dass er nicht angehört wurde. *Quellen: vaticannews Domradio
7.6.2024 Der Sprecher der Vertretung von Missbrauchsbetroffenen, Reinhold Harnisch, im Erzbistum Paderborn wirft dem Bistum im Fall des Pfarrers N. Vertuschung vor. Der Fall sei nicht an die Öffentlichkeit gegeben worden. Harnisch kritisiert, dass das Erzbistum in Sachen Missbrauchsaufarbeitung keine eigenen Beiträge leiste. Quellen: katholisch.de www1.wdr
7.6.2024 Viele Ordensfrauen weltweit erleben sexuelle Gewalt. Das zeigt ein Buch der Ordensfrau Mary Lembo, Togo, mit dem Titel „Sexueller Missbrauch von Ordensfrauen in Afrika“. Lembo fordert eine Reform der Ausbildungsprogramme, bessere Schutz- und Präventionskonzepte, bessere Begleitung Betroffener – auch nach nicht selten vorkommenden Abtreibungen und nach einem Verlassen des Ordens. Quelle: Kirche und Leben
6.6.2024 Das „Istituto degli Innocenti“ und das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Viktimologie und Sicherheit der Universität Florenz untersucht die zwischen 2001 und 2021 in den 226 italienischen Diözesen gemeldeten Missbrauchsfälle. Zunächst sollen in einigen Diözesen Fälle untersucht werden, später soll eine Ausweitung folgen. Ziel der Untersuchung ist, die Situation des Missbrauchs durch Geistliche in den 20 Jahren qualitativ und quantitativ zu erfassen. Konkret geht es um 613 Akten, die an das Glaubensdikasterium weitergeleitet wurden. Aus Datenschutzgründen gibt dieses die Akten nicht an die Forscher. Dies müssen die Bischöfe tun, die die Akten vorgelegt hatten. Neue Fälle und Fälle, die der Justiz vorgelegt wurden, werden nicht einbezogen. Quelle: Domradio
6.6.2024 Ein früherer Mitarbeiter der Augsburger Domsingknaben wurde wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in einem Fall, der Verletzung der höchstpersönlichen Lebensbereiche und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen und wegen des Besitzes kinderpornografischer Inhalte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er war geständig. Quelle: katholisch.de
4.6.2024 Das Bistum Essen verbessert seine Unterstützungsangebote für kirchliche Missbrauchsbetroffene vor allem im Blick auf therapeutische Begleitung. Quelle: bistum-essen
4.6.2024 Die französische Diözese Bayonne wird vom Vatikan untersucht. Geprüft werden soll u.a. der Umgang des Bischofs, Marc Aillet, mit umstrittenen geistlichen Gemeinschaften und traditionalistischen Priestern. Genannt wird die kirchlich nicht anerkannte Alliance des coeurs uni, deren Gründerin Privatoffenbarungen und mystische Visionen empfangen haben soll. Ebenfalls genannt wird die Priestergemeinschaft Communauté Saint-Martin, die von Beobachtern dem konservativen identitären Katholizismus zugerechnet wird. Quelle: katholisch.de
3.6.2024 Der frühere Pfarrer von Lippramsdorf, Haltern, hat dort drei Messdiener missbraucht. An einem anderen Ort hatte er ein weiteres Opfer, das bereits vor vier Jahren eine sog. Anerkennungsleistung des Bistums Münster erhalten hat. Quelle: www1.wdr
3.6.2024 Eine Aufarbeitungskommission hat die Arbeit aufgenommen und untersucht die Schweizer Abtei der Augustiner-Chorherren Saint-Maurice. Sie will das institutionelle Handeln aufklären, aber nicht individuelle Verantwortlichkeiten. Der öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehsender RTS hat Beschuldigungen gegen neun Chorherren öffentlich gemacht. Fünf der Beschuldigten leben noch. Quellen: katholisch.de kath.ch
2.6.2024 In der Pfarrei St. Lambertus in Haltern Lippramsdorf kam es in den 1970er und 1980er Jahren zu sexuellem Missbrauch durch den damals leitenden Pfarrer. Auch aus einem weiteren Tätigkeitsort gibt es Vorwürfe gegen diesen Pfarrer. Für Menschen, die darüber sprechen wollen, macht die Pfarrei St. Sixtus Gesprächsangebote. Quelle: Bistum Münster
2.6.2024 Der Betroffenenrat Nord begrüßt die gemeinsame Stellungnahme von Bischof Wilmer und Pfarrer Eggers, freut sich über die Solidarität der gesamten Stadtgesellschaft von Wolfenbüttel und darüber, dass nun das Wirken von Weihbischof Bongartz unabhängig untersucht werden soll. Quelle: Betroffenenrat Nord
1.6.2024 Bischof Heiner Wilmer, Hildesheim, und Pfarrer Eggers, der die Aufarbeitung im Bistum Hildesheim kritisiert hatte, haben sich zu einem Gespräch getroffen, die Differenzen benannt und künftige Lösungswege besprochen. Bischof Wilmer nahm die Bitte an den Pfarrer, freiwillig auf sein Leitungsamt als Pfarrer zu verzichten, zurück. Quelle: Bistum Hildesheim
1.6.2024 Das Bistum Fresno, Kalifornien, will infolge der Missbrauchsfälle Insolvenz anmelden. Mindestens 154 „Fälle“ betrifft es. Im April 2024 hat das Bistum Sacramento nach 250 Klagen Insolvenz angemeldet. Im Sommer 2023 meldete das Erzbistum San Francisco nach mehr als 500 neuen Klagen Insolvenz an. Quellen: katholisch.de Kirche und Leben
31.5.2024 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sieht die Verantwortung für die Verschleppung der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen auch bei den Kirchengemeinden. Sie sagte: „Das langebleierne Schweigen der Laien … hat dieses Thema sehr aufgehalten.“ Quelle: Neues Ruhrwort
31.5.2024 Auf dem Katholikentag wurde auch von der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche gesprochen. Quelle: DLFkultur
31.5.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, fordert die Politik auf, gegenüber den Kirchen ein „Wächteramt“ zu übernehmen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist darauf hin, dass es rechtlich möglich wäre, dass der Staat eine gesetzliche Grundlage für eine unabhängige Aufarbeitung schaffe. Die Theologin Ute Leimgruber schlägt vor, den Paragraften 174c im Strafgesetzbuch auf die Seelsorge auszuweiten. Dort sind sexuelle Handlungen innerhalb professioneller Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisse wegen der Abhängigkeitsrelation strafbar. Leimgruber begründet diesen Vorschlag damit, dass eine große Zahl von Fällen sexualisierter Gewalt im Kontext von Seelsorgebeziehungen angebahnt werde. „Seelsorge ist ein Tatort“, sagt sie und spricht davon, dass mindestens jede dritte Ordensfrau sexuellen Missbrauch erfahren hat, ca 30 % von ihnen innerhalb des Ordens. Quellen: evangelische Zeitung Neues Ruhrwort
Kommentar: Unvergessen ist, wie Kardinal Lehmann 2002 den Freispruch für Weihbischof Franziskus Eisenbach begrüßte und so sein Einverständnis damit zeigte, dass Seelsorge kein schützenswerten Bereich sei.
30.5.2024 Bischof Luis Manuel Ali Herrera, Sekretär der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ermutigt die italienische katholische Kirche, flächendeckend Meldestellen für Missbrauch einzurichten und mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Quelle: vaticannews
30.5.2024 Kardinal Matteo Zuppi, Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz, schreibt im Vorwort des Buches „Mostri o nostri?“, dass die Opfer in den Mittelpunkt gestellt werden sollen, aber auch die Täter in den Blick zu nehmen seien. Der Autor des Buches, Paolo Baroli, plädiert dafür, die gerechte Strafe für die Täter mit Therapien, Seelsorge und geistlicher Begleitung zu verbinden. Quelle: kathpress.at
29.5.2024 Im Jahr 1969 wurde ein 2016 verstorbener Priester des Bistums Aachen wegen Unzucht an minderjährigen Jugendlichen zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Bistum Aachen bat das Erzbistum Paderborn nach der Haftentlassung um Übernahme des Priesters. Der Priester war dann ab 1975 in Letmathe, ab 1981 in Rüthen tätig. Ab 2010 erfuhr das Erzbistum Paderborn von Vorwürfen. Nun soll der „Dialog über den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Vergangenheit und heute“ durch das Erzbistum Paderborn eröffnet werden. Quellen: Radio Sauerland WZ
26.5.2024 Anlässlich des Weltkindertages in Rom haben italienische Missbrauchsbetroffene und Vertreter des Netzwerkes „Ending Clergy Abuse“ (ECA) an Risikofaktoren im kirchlichen Raum erinnert und eine mangelnde Aufarbeitung von Fällen kritisiert. Quelle: vaticannews
26.5.2024 Ein Pfarrer aus Wolfenbüttel, Bistum Hildesheim, kritisiert die mangelnde Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in seinem Bistum. Die Presse berichtet, das Bistum habe ihm mit „Rauswurf“ gedroht. Das Bistum sagt, der Pfarrer sei im Personalgespräch am 23.5. lediglich gebeten worden, „auf seine Aufgabe als Pfarrer freiwillig zu verzichten“ und zukünftig als Priester und Seelsorger ohne Leitungsamt zu arbeiten. Zudem sei es normal, dass ein Pfarrer nach zehn bis zwölf Jahren die Pfarrstelle wechseln. Quellen: Kirche und Leben spiegel
24.5.2024 Dem Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda, werfen Betroffene vor, den Priester Adrian G. trotz Missbrauchsbeschuldigungen weiter mit Kindern arbeiten zu lassen. Wojda versicherte, das Verfahren korrekt durchzuführen und betonte, er setze sich für eine Aufklärung aller Vorwürfe ein und erkenne „die Notwendigkeit an, den Geschädigten zu helfen.“ Quelle: katholisch.de
24.5.2024 Die katholischen Bischöfe Italiens wollen einen wissenschaftlichen Kongress über sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft veranstalten. Als „prophetische Stimme“ wollen sie sichere Räume für Minderjährige und gefährdete Personen fördern, seien „dem Schmerz der Missbrauchsopfer nahe“ und „bereit zum Zuhören, zum Dialog und zur Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit“. Quelle: vaticannews
24.5.2024 Die Schweizer katholischen Bischöfe wollen am 27.5. über die Maßnahmen informieren, die sie seit September 2023 ergriffen haben. Vreni Peterer, Präsidentin der Interessengemeinschaft für Missbrauchs betroffene Menschen im kirchlichen Umfeld (IG MikU) erhofft sich eine Information, bis wann die unabhängige Anlaufstelle realisiert sein wird. „Solange Betroffene nach wie vor erleben müssen, dass ihre Peiniger weiterhin oder wieder in der Kirche wirken dürfen, bleibt die Kirche unglaubwürdig“, sagt Peterer. Quelle: kath.ch
24.5.2024 Im Bistum Hildesheim beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie eine Erinnerungskultur an Missbrauchstaten aussehen könnte. Vorgeschlagen werden Kick-off-Veranstaltungen, Mahnmale und Ausstellungen. Im Blick auf Gemeinden, die sich dem Thema (und damit den Betroffenen) verweigern, sagt der Hildesheimer Präventionsbeauftragte, Gedenken könne nicht verordnet werden. Es müsse als Impuls aus der Gemeinde kommen. Wenn es diesen Impuls nicht gebe, könne man versuchen zu überzeugen und zu motivieren. Man müsse jedoch auch zur Kenntnis nehmen, dass es Gemeinden gibt, die das Gedenken verweigern. Quelle: katholisch.de
23.5.2024 Das internationale Netzwerk Ending Clergy Abuse wirft mehreren italienischen Kardinälen vor, Missbrauchstäter weiterhin nicht konsequent genug zu verfolgen. Matthias Katsch sagt, es gebe zwar schärfere Kirchengesetze, sie würden jedoch nur unvollständig umgesetzt. Quelle: kathpress.at
23.5.2024 Ein Betroffener hat Klage gegen das Bistum Hildesheim beim Landgericht Hildesheim eingereicht. Der Kläger will Schmerzensgeld von mindestens 400.000 Euro erstreiten. Außerdem fordert er, dass das Bistum alle künftigen materiellen Schäden – Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall, Rentenverringerungen – ersetzen soll. Quellen: Zeit NDR
23.5.2024 Ein Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier, das von seinem Heimatpfarrer und Religionslehrer jahrelang vergewaltigt wurde, klagt gegen das Bistum und will eine angemessene Entschädigung. Quellen: tagesschau swr
22.5.2024 Die Verabschiedung des Missbrauchsgesetzes wurde auf den 5. Juni 2024 verschoben. Quelle: taz
21.5.2024 Im Erzbistum Bamberg führt die Universität Greifswald und die Psychologische Hochschule Berlin das Forschungsprojekt „Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Bamberg“ durch. Es soll Ende 2026 abgeschlossen sein. Quelle: Erzbistum Bamberg
21.5.2024 Der pensionierte Richter Andre Denis hat in seiner Untersuchung den Kardinal von Quebec, Gerald Cyprien Lacroix von Missbrauchsvorwürfen entlastet. Er habe kein Fehlverhalten des Kardinals gefunden. Quelle: katholisch.de
20.5.2024 Dem Erzbischof Tadeusz Wojda, Danzig, Vorsitzender der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, werfen 46 Missbrauchsopfer vor, 2021 nachlässig mit Beschwerden zweier junger Frauen, die ein Priester sexuell missbraucht haben soll, umgegangen zu sein. Sie fordern seine Suspendierung vom Vorsitz und ein Treffen der Bischofskonferenz mit einer Delegation Betroffener. Außerdem fordern sie die baldigen Beginn der Arbeit einer unabhängigen Kommission. Anfang 2023 hatte die Bischofskonferenz eine Kommission angekündigt – bislang gibt es aber weder berufene Mitglieder noch einen Zeitplan. Das Erzbistum wies die Vorwürfe zurück. Polens Bischöfe hatten Wojda im März 2024 gewählt, obwohl die Zeitschrift Tygodnik Powszechny ihm bereits 2022 Fehlverhalten in zwei Missbrauchsfällen vorwarf. Quelle: katholisch.de
20.5.2024 Die polnische Bischofskonferenz hat Missbrauchsfälle beim kirchlichen Statistikinstitut und dem Kinderschutzzentrum abgefragt. Die Auswertung von Akten, die zwischen Januar 1990 und Juni 2018 angelegt wurden, ergaben: 284 Priester und 98 Ordensmänner sollen 625 Minderjährige missbraucht haben. 345 seien unter 15 Jahre alt gewesen, 58,4 Prozent der Opfer sindMännlich, 41,6 Prozent weiblich. Quelle: Domradio
20.5.2024 Das Erzbistum Köln hat einen Pfarrer aus dem Großraum Langenfeld-Monheim von seinen Aufgaben freigestellt wegen „mutmaßlicher Verfehlungen im Rahmen seiner Amtsausübung“. Genauere Angaben machte das Erzbistum wegen des laufenden Verfahrens nicht. Quelle: Zeit
18.5.2024 Pfarrer Matthias Eggers kritisiert das Bistum Hildesheim und sagt, Missbrauch werde nicht konsequent aufgearbeitet. Es gebe lediglich „eine verbale Fassade“. Eggers begleitet Betroffene und will einen Blog einrichten, um kritisch über das Thema Missbrauch und den kirchlichen Umgang damit zu schreiben. Das Bistum weist die Vorwürfe entschieden zurück. Quelle: Tagesschau
18.5.2024 Nach der Veröffentlichung der Priesterstudie der Bischofskonferenz sieht Matthias Katsch, Eckiger Tisch, darin die Befürchtung, dass Kirche weiterhin im Blick auf Missbrauch ein gefährlicher Ort bleibt. Quelle: Domradio
17.5.2024 In St. Ottilien, einer Benediktiner-Abtei, haben sich 25 Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch gemeldet. In sieben Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet. Bei zwei Fällen gab es Ermittlungen der Polizei. Sie wurden ohne Ergebnis eingestellt. Ein Betroffener berichtet, wie der Orden und der verstorbene Abt Notker Wolf mit ihm umgingen. Quelle: merkur.de
16.5.2024 Hans Zollner sieht, dass in den allermeisten Ländern sexuelle Gewalt „bis heute kein die Öffentlichkeit wirklich bewegendes Thema“ ist. Auch in Ländern wie Deutschland werde die Begegnung von Verantwortlichen oder Provinziälen, aber auch von einfachen Pfarrangehörigen mit Betroffenen vermieden, weil sie beunruhigend und unangenehm sei. Betroffene fühlten sich meist nicht willkommen, sagte Zollner. Ein Problem sieht er auch darin, dass Normen und Gesetze zu Aufarbeitung und Prävention von den Verantwortlichen nicht umgesetzt würden. Die Worte des Bedauerns von Kirchenverantwortlichen kämen nicht “ aus tiefer persönlicher Überzeugung“ und ihnen folgten keine entsprechenden persönlichen Konsequenzen – sie klängen hohl, wenn die Anliegen Betroffener nicht umgesetzt werden und keine systemischen Konsequenzen gezogen werden. Zollner spricht von einem „Mehltau an Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit und mangelnden Ideen“, der sich über weite Teile der Kirche gelegt habe. Dies sei ein Symptom für die Schuld und Scham und verhindere zu sehen, dass die Weitergabe der Substanz des Glaubens auf dem Spiel stehe. Quelle: feinschwarz.net
15.4.2024 Unter den vom Bistum Aachen veröffentlichten Namen von Missbrauchstätern oder mutmaßlichen Missbrauchstätern befindet sich auch der Name des 1991 gestorbenen Priesters Leonhard M., dem sexueller Missbrauch an minderjährigen Mädchen in mehreren Fällen vorgeworfen wird. Von 1978 bis 1988 war er auch für Missio Aachen tätig. Nun überprüft Missio Achen, ob bereits in diesem Zeitraum Missbrauchsvorwürfe bekannt waren und wie damit umgegangen wurde. Quelle: katholisch.de
15.5.2024 Im Bistum Mecheln-Brüssel wurden in der Aufstellung für die Wahl zum Priesterrat die Namen veröffentlicht, unter ihnen drei Missbrauchstäter. Einer von ihnen stand vor Gericht, für die beiden anderen wurden V ergleiche geschlossen. Die letzte Einigung sei erst wenige Wochen her. Der sich schon lange für katholische Missbrauchsbetroffene einsetzende Priester Rik devillé machte den Vorgang öffentlich. Erzbischof Luc Terlinden, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und damit Primas der belgischen katholischen Kirche, will den Vorgang gründlich untersuchen lassen. Quelle: katholisch.de
15.5.2024 Bislang hat das Auswärtige Amt nicht auf die Bitte um Auskunft oder Unterstützung der Sonderermittler im Fall Dillinger reagiert. Nun will das AA doch mithelfen, mögliche weitere Taten Dillingers in Aufrika aufzudecken. Quelle: katholisch.de
15.5.2024 Kerstin Claus beleuchtet im Interview den Stand der Aufarbeitung und bestätigt, dass wir erst dann weiterkommen, „wenn tatsächlich eine Rückkopplung auf die gemeindliche Ebene stattfindet. Quelle: katholisch.de
14.5.2024 Nach dem Missbrauch gibt es kein Zurück ins alte Leben, sondern nur die Suche nach Lebendigkeit, sagt die französische Therapeutin und Fürsprecherin für Missbrauchsüberlebende Isabelle Chartier-Siben. Über den Prozess der Heilung, die Besonderheit kirchlichen Missbrauchs und die Notwendigkeit von Professionalität bei der Begleitung von Betroffenen spricht sie im Interview mit Radio Vatikan. Quelle: vaticannews
14.5.2024 Der Betroffenenbeirat Ost hat will eine Studie, die zu einem gelingenden Umgang mit den Folgen von Missbrauch forscht. Die Aufarbeitungskommission hat das Konzept im Januar 2024 beschlossen, eine Entscheidung der Bischöfe steht aus. Quelle: katholisch.de
14.5.2024 Die Bewerbungsfrist für den Betroffenenbeiratim Erzbistum Köln wurde von Ende März bis zum 31. Mai verlängert. Quelle: neuesruhrwort
14.5.2024 Die Opferorganisation Sapec ist enttäuscht, dass der Walliser Chorherr Gilles Roduit mit einem Hungerstreik erreicht, was er wollte: Er darf wieder Pfarrer von Saint-Maurice sein. Dabei seien die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn nicht geklärt, findet die Sapec. Quelle: kath.ch
13.5.2024 Den dunklen Seiten der Arbeit von Populist*innen im charismatischen Spektrum geht Thomas Halagan mit einem Blick auf das „Gebetshaus Augsburg“ von Johannes Hartl nach. Quelle: feinschwarz.net
13.5.2024 An der Aufarbeitung von Missbrauch besteht ein überragendes kirchliches Interesse. Die Datenschutzrechte von Beschuldigten müssen dabei zurücktreten – das hat das Interdiözesane Datenschutzgericht nun festgestellt. Quelle: katholisch.de
13.5.2024 Drei Missbrauchsbetroffene fordern vom Bistum Aachen Schmerzensgeld. Das Bistum hat Verjährung geltend gemacht und ein gerichtliches Mediationsverfahren angestrebt, dem das Gericht zustimmen muss. Das Gericht hält ein Mediationsverfahren nicht für zielführend und empfiehlt den Parteien jeweils einen Vergleich. Quelle: Kirche und Leben
13.5.2024 Der Berliner katholische Priester Johannes-Maria Poblotzki wurde zum Präsidenten der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ gewählt. Der frühere Moderator Philipp Madre wurde wegen Missbrauchs laiisiert, der Gründer der Gemeinschaft Ephraim Croissant gestand „sexuelle Beziehungen“ zu Mitgliedern der Gemeinschaft, darunter zu einer Minderjährigen; sechs Mitgliedern der Leitung wurde 2008 vorgeworfen, Übergriffe gegen Minderjährige nicht angezeigt zu haben. Quelle: katholisch.de
13.5.2024 Rückblick auf die zweite Amtszeit des Betroffenenbeirats Erzbistum Köln (2022-2024)
13.5.2024 Ein Pallottinerpater, Weingarten, erhielt wegen übergriffigen Verhaltens einen Strafbefehl und wurde kirchenrechtlich verurteilt. Die kleine Pallottiner-Gemeinschaft wird aufgelöst. Das Bistum Rottenburg wusste nichts von einer früheren Beschuldigung wegen sexuellen Missbrauchs an einer anderen Arbeitsstelle in Kanada. Das Bistum Rottenburg kritisiert, nicht vom Pallottiner-Orden über die früheren Anschuldigungen informiert worden zu sein. Quelle: katholisch.de
12.5.2024 Der erschütternde Fall 521: Bistum schützte pädophilen Pfarrer im Kreis Gießen. Quelle: giessener-allgemeine
11.5.2024 Die Jesuiten in Chile haben ihr prominentes Mitglied Felipe Barrios aus dem Orden ausgeschlossen. Ihm wird sexuelles Fehlverhalten gegenüber Mädchen und jungen Frauen vorgeworfen. Barrios ist u.a. der Gründer vieler NGO’s. Sieben Frauen meldeten Übergriffe, die zum Zeitpunkt der Taten zwischen 14 und 23 Jahre alt waren. Quellen: Domradio bbc
11.5.2024 Der frühere Regensburger Diözesanmusikdirektor Georg Z. (1916 – 1984) wurde 1969 wegen Kindesmissbrauchs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1993 wurde in seiner Heimatgemeinde Eslarn eine Straße nach ihm benannt. Nun wurde die Straße umbenannt – nach großem Widerstand! Quelle: katholisch.de
10.5.2024 In Chile wurde ein Priester der Erzdiözese Concepcion aus dem Klerikerstand entlassen, weil er während eines Exorzismus eine Frau sexuell missbrauchte. Das Verfahren dauerte knapp zwei Jahre. Der Täter galt als Spezialist für Exorzismus und Heilungsriten und gehörte dem Bistumsgremium für Missbrauchsprävention und Begleitung der Betroffenen an. Quelle: katholisch.de
10.5.2024 Im Bistum Aachen gibt es das Projekt Das Dunkelfeld erhellen. Im Herbst 2023 wurden 53 Namen von Tätern oder mutmaßlichen Tätern veröffentlicht. Danach meldeten sich 336 Betroffene. Zuvor waren es im 2. Quartal 2023 250 bzw. im 3. Quartal 267 Betroffene, die sich meldeten. Das geht aus dem Jahresbericht 2023 – Prävention |Intervention I Ansprechpersonen hervor. Quelle: Domradio
8.5.2024 Der Vatikan hat einen spanischen Priester, Francisco José Delgado, sanktioniert. Zunächst war bericht4et worden, dass der Aufruf zu einem Gebet für den baldigen Tod des Papstes Grund für die Sanktionierung war. Inzwischen hat der Vatikan einen Bericht der argentinischen Zeitung „La Nación“ bestätigt: Die Sanktionierung erfolgte wegen Angriffen des Priesters in den sozialen Medien gegen einen mutmaßlichen Missbrauchsbetroffenen, der Zeuge in der seit dem Sommer 2023 laufenden Untersuchung gegen die Gemeinschaft „Sodalicio de Vida Cristiana“ ist. Es ist die erste kirchenrechtliche Bestrafung des Vatikans gegen einen Priester wegen Hassrede. Quelle: katholisch.de
7.5.2024 Vreni Peterer und Nicolas Betticher berichten von ihren Erfahrungen mit der katholischen Kirche in der Schweiz in Bezug auf den Umgang mit Missbrauchsfällen. Quelle: zeit
7.5.2024 Im vorläufigen Abschlussbericht zum Fall des Priesters Edmund Dillinger (1935-2022), Bistum Trier, wird öffentlich, dass Dillinger mindestens 19 Personen sexuell missbrauchte. Die Verbrechen beging er in den 57 Jahren zwischen 1961 und 2018. Elf der Opfer sind namentlich bekannt. Hinzu kommen „sehr viele Personen“, deren Zahl nicht annähernd beziffert werden könne, die Opfer sexuell motivierten Verhaltens Dillingers wurden. Die Sonderermittler gehen von einer dreistelligen Anzahl Betroffener aus. Insbesondere zwischen 1964 und 1970 unter den Bischöfen Wehr (1951 – 1966) und Stein (1967 – 1980) seien bekanntgewordene Missbrauchsfälle Dillingers vertuscht worden. In den Tätigkeitsorten Dillingers – Pfarreien, Vereine, Verbände, Verbindungen – seien Vorfälle totgeschwiegen und Hinweisen oder offenen Geheimnissen nicht nachgegangen worden. Ein Fall von 1970 wurde 2012 angezeigt und war verjährt. Erste Auffälligkeiten Dillingers geschahen nach seiner Priesterweihe 1961 in St. Johannes, Saarbrücken. Quellen: katholisch.de tagesschau Vorläufiger Abschlussbericht
6.5.2024 So sieht Solidarität mit Betroffenen sexueller Gewalt aus: „Diese Kirche ist auch kein guter Ort für mich, so lange sie ein Ort der Gewalt für eins meiner Geschwister ist.“ Das sagt Birgit Mattausch, Pfarrerin und Autorin. Quelle: evangelisch.de
3.5.2024 Im Vorfeld des anstehenden Prozesses um eine weitere Schmerzensgeldklage im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch plädiert Philipp Thull für tiefgreifende Anpassungen der kirchlichen Verfahren und Anerkennungszahlungen durch die Deutschen Bischöfe. Quelle: feinschwarz.net
3.5.2024 Die Gemeinschaft der Überlebenden sexuellen Missbrauchs in Bolivien wirft dem Jesuitenorden vor, über 400 Missbrauchsfälle systematisch vertuscht zu haben. Vorgesetzte und Provinzobere seien über die Verbrechen von mindestens elf Tätern informiert gewesen. Die Jesuiten lehnen jede institutionelle Verantwortung für Missbrauchsfälle ab. Quelle: cruxnow
3.5.20245 Ein früherer Domspatz will das Bistum Regensburg verklagen. Er ruft zu Spenden auf. Quelle: regensburg-digital
2.5.2024 Interview mit Mitgliedern der Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster. Quelle: Kirche und Leben
2.5.2024 Das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch hat in den letzten zehn Jahren 50.000 Beratungsgespräche geführt, Tendenz steigend. Quelle: aerzteblatt
26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht.
26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht.
26.4.2024 Quelle: Doris Reisinger sieht auch im Kirchenrecht Ursachen für die Verletzung geistlicher Selbstbestimmung. Als Beispiele führt sie die Sonntagspflicht und die Verpflichtung zur Beichte vor der Erstkommunion an. Würde man das Thema spirituellen Missbrauchs ernst nehmen, müssten kirchliche Normen revidiert werden. Es gebe in der katholischen Kirche „eine autoritäre, tendenziell übergriffige Traditionslinie“ und eine „freiheitliche, die das Gewissen und die Freiheit der Menschen respektiert.“ Diese beiden Linien seien inkompatibel, sagt Reisinger. Sie plädiert dafür, „möglichst alle Vorgaben, die Übergriffe in das Innenleben von Menschen normalisieren“, abzuschaffen. In der Glaubenslehre brauche es „eine klare Entscheidung für eine der beiden sich widersprechenden Traditionslinien“. Quelle: kath.ch
26.4.2024 Die Unabhängige Kommission Aufarbeitung des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht.
25.4.2024 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Limburg geht davon aus, dass es noch „einige tiefgreifende Veränderungen“ braucht, obwohl zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Schwerpunktmäßig habe die Kommission 2023 eigene Aufarbeitungsprojekte initiiert und mittelbar und unmittelbar Betroffene angehört. Drei Betroffene, die nach Jahrzehnten erstmals sprachen fühlten sich gut unterstützt. In Bezug auf zwei Beschuldigte hofft die Kommission auf die Meldung weiterer Betroffener. Die bislang bekannten Taten geschahen in Frankfurt, Oestrich-Winkel und Wetzlar. Eine geplante externe Ombudsstelle wurde bislang nicht geschaffen. Neben der Arbeit an Aufarbeitungsprojekten ist eine schriftliche Befragung von Ordensgemeinschaften, die im Bistum ansässig sind, geplant. Auch eine Beauftragung einer Vorstudie zu Schulen des Bistums ist vorgesehen. Quelle: Zeit
25.4.2024 Kardinal Woelki bestreitet in einem Schmerzensgeldverfahren eines Missbrauchsopfers, dass der 2022 zu zwölf Jahren Haft verurteilte Serientäter und ehemalige Priester H.U. die Verbrechen im Kontext seiner kirchlichen Dienstpflichten begangen habe. Es gebe also keine Amtshaftung. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke wirft Woelki vor, „Aufarbeitungssabotage“ zu betreiben. Denn zu den Amtspflichten eines Priesters gehöre die „totale Verfügbarkeit“. Lüdecke wies darauf hin, dass sämtliche Bischöfe Betroffenen Entschädigungen verweigern werden, wenn das Gericht der Argumentation Woelkis folge. Damit würde „vor den Schranken der weltlichen Justiz die Flucht der Kirche vor ihrer Verantwortung im Missbrauchsskandal fortgesetzt“, sagte Lüdecke. Quellen: presseportal kath.ch 26.4.2024
25.4.2024 Hans Zollner stellt fest, dass die katholische Kirche weltweit einen „gewaltigen Lernprozess“ zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch durchlaufen habe, an der Aufarbeitung von Verbrechen der Vergangenheit mangle es jedoch, sagt er. Safeguarding müsse „integraler Teil aller kirchlichen Aktivitäten sein und sei eine „prophetische Aufgabe“. Auch die Stimme der Betroffenen müsse gehört werden. Es brauche niederschwellige, auch spirituelle Angebote und Formen der Begleitung für sie. Da seien nicht zuletzt die Ordensgemeinschaften gefragt. Quelle: orf
25.4.2024 Das Erzbistum New Orleans muss Ermittlern alle Akten übergeben, aus denen hervorgeht, welche Priester oder Diakone des Missbrauchs beschuldigt wurden, wann die Beschwerden erstmals vorgebracht wurden und ob die Kirche die Fälle an die Polizei gemeldet hat. Die Ermittler verlangen auch die Korrespondenz des derzeitigen Erzbischofs von New Orleans, Gregory Aymond mit seinen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten im Vatikan. Anlass für die Einschaltung des Gerichts durch die Behörden waren Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester, weil das Erzbistum zunächst wichtige Informationen zurückgehalten hatte. Quelle: katholisch.de
24.4.2024 Eine Studie des IPP München ergab, dass es in den 80er- und 90er-Jahren im ehemaligen St. Augustinusheim in Freiburg, das durch den Sozialdienst katholischer Frauen betrieben wurde, zu Gewalt durch Erziehende, aber auch zwischen Kindern, gekommen ist. Gegen den damaligen Heimleiter gibt es Missbrauchsvorwürfe. Sie konnten nicht erhärtet werden, weil das mutmaßliche Opfer Suizid beging. Quellen: swr Studie: Peter Caspari, Gerhard Hackenschmied, Kathrin Weinhandl: Die pädagogische Praxis und der Umgang mit Gewalt im St. Augustinusheim des SkF Freiburg e.V. zwischen 1985 und 1997
24.4.2024 Die Deutsche Provinz der Missionare von der Heiligen Familie berichten den aktuellen Stand der Aufarbeitung. Quelle: Missionare.org
24.4.2024 Im Bistum Osnabrück hat ein ehemaliger Leiter der katholischen Ehe- und Familienberatungsstellen in seiner Amtszeit von 1969 bis 1996 schweren Machtmissbrauch begangen. Ihm wird physische, psychische und sexuelle Gewalt vorgeworfen. Erste Meldungen eines Zeugen gab es Ende der 1990er Jahre, ein Betroffener meldete sich 2013 bei Bischof Bode, der mit dem Generalvikar Theo Paul die Fälle besprach. Eine Aufklärung leiteten Bischof und Generalvikar jedoch nicht ein. Quellen: katholisch.de bistum-osnabrueck
24.4.2024 Zwei der drei Missbrauchsbeauftragten im Bistum Augsburg treten von ihrer Aufgabe zurück. Angelika Hauser und Rupert Membarth, beide psychologische Psychotherapeuten, sehen nicht, dass im Bistum Augsburg Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch „mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und echtem Aufklärungswillen“ betrieben werde. Bereits im August 2023 kritisierte Hauser die „Lippenbekenntnisse der Diözesanspitzen ohne handelnde Folgen“. In einem Fall habe Hauser den Versuch einer kircheninternen Vertuschung feststellen müssen. Das Bistum wies diesen Vorwurf damals zurück. Der dritte Missbrauchsbeauftragte, der Jurist Andreas Hatzung, kann die Kritik von Hauser und Membarth im Wesentlichen nachvollziehen, könne aber weiterhin seine Aufgabe wahrnehmen. Das Bistum Augsburg weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass aus Datenschutzgründen die Missbrauchsbeauftragten seit dem 1.1.2022 zwar Aktenauskunft, aber keine Akteneinsicht erhalten können. Quellen: augsburger-allgemeine Bistum Augsburg
23.4.2024 Die Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“ hat den Entwurf der Bundesregierung für ein Anti-Missbrauchsgesetz begrüßt, fordert aber mehr Rechte für die Aufarbeitung. Sprecher Matthias Katsch erwartet die Festschreibung einer Entschädigungspflicht durch Institutionen. Außerdem müsse das Recht auf Akteneinsicht auch für Akten der Kirchen, ihren Einrichtungen und Verbänden gelten. Quelle: evangelisch.de
23.4.2024 Die spanische Regierung will Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder im kirchlichen Umfeld entschädigen, vor allem diejenigen, deren Fälle strafrechtlich verjährt sind. Der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello, macht die Beteiligung der Kirche davon abhängig, dass alle Opfer einbezogen werden, nicht nur kirchliche. Eine Entscheidung jedoch hat die spanische Bischofskonferenz noch nicht getroffen. Eine vom Parlament beauftragte Kommission geht in einer Schätzung von bis zu 440.000 kirchlichen Opfern aus. Andere sprechen von bis zu 200 000 Opfern. die katholische interne Studie hingegen geht von 2.056 minderjährigen Betroffenen in den letzten 40 Jahren aus. Quelle: Neues Ruhrwort
23.4.2024 Der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Uni Passau sucht weitere Betroffene und Zeitzeugen zu sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt an Minderjährigen im Bistum Passau. Quelle: katholisch.de
21.4.2024 In der Anlage des St. Josephshauses in Klein-Zimmern wird mit einer Skulptur des Künstlers Karlheinz Oswald an den vielfachen körperlichen, psychischen, sexualisierten und geistlichen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Mitarbeitende des St. Josephshauses erinnert. Quelle: Bistum Mainz
18.4.2024 Eine christliche Gemeinde aus Süddeutschland fragt nach, was sie tun kann, um Betroffenen Zugehörigkeit zu signalisieren. Hier finden Sie in einem Interview von Sabine Moßbrucker mit Erika Kerstner vom 18.4.2024 einige Hinweise. Zum Video. Auf Instagram finden Sie das Interview unter kath_ehrensache. Wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie hier weitere Überlegungen.
19.4.2024 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Essen hat als ersten Arbeitsschwerpunkt die Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründungsbischof Franz Hengsbach (1010-1991) gewählt. Aufgabe der Unabhängigen Aufarbeitungskommission sei nicht, zu beweisen, dass die Vorwürfe stimmen, sondern zu prüfen, wie das Bistum mit den Vorwürfen umging. Quelle: katholisch.de
18.4.2024 Vor einem Jahr wurde der Missbrauchsbericht des Erzbistums Freiburg veröffentlicht. „Für die meisten Betroffenen hat sich in ihrer persönlichen Wahrnehmung zwölf Monate nach Veröffentlichung der Studie zu Missbrauch durch Priester und Seelsorger im Erzbistum Freiburg wenig zum Positiven verändert.“ Zu diesem Fazit kommt der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg. Quelle: katholisch.de
17.4.2024 Dr. Michael Blume: Feindseliger Dualismus. Wie Gewalt in die Religionen kommt. Quelle: youtube
17.4.2024 Der Anwalt Andreas Schulz hat eine Amtshaftungsklage eingereicht, in der ein Missbrauchsbetroffener das Bistum Essen auf angemessenes Schmerzensgeld verklagt. Der Kläger wurde von dem Priester H. missbraucht. Schulz vertritt auch einen Geschädigten des Priesters H., der das Erzbistum München und Freising vor dem Landgericht Traunstein auf Schmerzensgeld verklagt. Correctiv berichtete. Quellen: katholisch.de www1.wdr
17.4.2024 Die Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster (UAK) hat ihre Arbeit aufgenommen. Ihr gehören acht Personen an. Unter ihnen sind drei von Betroffenen gewählte Betroffene, zwei von der Landesregierung entsandte Mitglieder und auf Vorschlag des Bistums die Religionswissenschaftlerin Regina Laudage-Kleeberg, der Kirchenrechtler Thomas Schüller und der Historiker Thomas Großbölting. Quellen: Bistum Münster Neues Ruhrwort Kirche und Leben
17.4.2024 In einem Förderschulinternat in der Burg Niederbach in Königswinter-Oberpleis gab es mindestens einen Missbrauchsfall in den 70er Jahren. Das meldet die Caritas im Erzbistum Köln und sucht nach weiteren Betroffenen und nach Zeitzeugen. Quelle: radiobonn
16.4.2024 Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen einen katholischen Priester der Liebfrauen-Gemeinde in Recklinghausen wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhoben. Die Anklage sei noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Gegen den Geistlichen wird seit 2023 ermittelt. Das Bistum Münster hat entschieden, dass der Pfarrer nicht mehr Pfarrer der Gemeinde in Recklinghausen sein darf. Quelle: radiovest
15.4.2024 Im Jahr 2023 wurden 18.497 Fälle von sexuellem Missbrauch polizeilich erfasst. 13.983 betrafen Mädchen, 4.514 betrafen Jungen. Quelle: statista
13.4.2024 Folgenden Bischöfen des Bistums Rottenburg-Stuttgart wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen: Bischof Johannes Baptista Sproll (1927 – 1949) soll in vier Fällen, Bischof Carl Joseph Leiprecht (1949 – 1974) in zehn Fällen, Bischof Georg Moser (1975 bis 1988) in zwei Fällen und Bischof/Kardinal Kasper (1975 – 1988) in drei Fällen Missbrauch vertuscht haben. *Quelle: katholisch.de
11.4.2024 Bischof Carl Joseph Leiprecht, Bischof von Rottenburg-Stuttgart von 1949 bis 1974, wird ein „schwerer Fall von Vertuschung“ vorgeworfen. Ein Pfarrer hatte zwei minderjährige Mädchen sexuell missbraucht. Weder wurde er suspendiert noch aus der Gemeinde abgezogen. Es kam zu einem weiteren Missbrauch. Auch für die Zeit von Bischof Georg Moser (1975 – 1988) und vom heutigen Kardinal Walter Kasper (1989-1999) gilt: „Verschleierung war deshalb ein Dauerzustand, bei dem die aktive Vertuschung nicht nötig wurde.“ Quelle: domradio
11.4.2024 Beim deutschsprachigen Präventions-Fachtag erklärte Bischof Elbs, Feldkirch, er sei dankbar, dass Opferverbände, Anwaltschaft und öffentlicher Druck die Kirche kontrolliere. Quelle: katholisch.at
11.4.2024 Die katholische Kirche in Portugal kündigt an, Missbrauchsopfer von Klerikern zu entschädigen. Zwischen Juni und Dezember können Betroffene einen Antrag bei der Opfergruppe Vita oder bei der Diözesankommission stellen. Unklar ist die Zahl der Antragstellenden, da viele von ihnen inzwischen verstorben sind. Unklar ist auch die Höhe der Geldzahlungen. Im Februar 2023 zeigte der Bericht, dass seit 1950 mindestens 4815 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und die Kirche in Portugal „systematisch“ vertuscht hat. Quelle: ntv
11.4.2024 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Rottenburg-Stuttgart hat ihren Jahresbericht 2023 veröffentlicht und festgestellt, dass Missbrauchsfällen erst seit 20 Jahren nachgegangen wird. Unter Bischof Walter Kasper (1989 bis 1999), der heute Kardinal ist, war das anders. Die Kommission stellt fest: „Der Umgang mit Missbrauch im Bistum Rottenburg-Stuttgart war bis in die 1990er Jahre von ‚Dilettantismus, Überforderung und Inkompetenz, Verschleierung oder Vertuschung, Sprachlosigkeit, Befangenheit und eigene Betroffenheit durch persönliche, berufliche und vor allem geistliche Verbindungen zu den Tätern‘ geprägt.“ Kardinal Kasper war bis zur Vollendung seines 80. Lebensjahres Mitglied der Glaubenskongregation. Quellen: katholisch.de Kirche und Leben
9.4.2024 Drei mutmaßlich Betroffene von sexueller Gewalt durch Kleriker des Bistums Aachen haben Schmerzensgeldklagen eingereicht. Sie begründen ihre Ansprüche gegen das Bistum damit, dass es von den Missbrauchstaten wusste, aber nichts dagegen unternommen habe. In einem Fall, dem Betroffenen aus Nettetal, hat das Bistum die Einrede der Verjährung geltend gemacht, dem Betroffenen zugleich jedoch ein gerichtliches Mediationsverfahren angeboten. Quelle: Domradio
9.4.2024 Das Bistum Essen hat das Beraterteam vergrößert, das Konflikte bearbeiten hilft, die nach Aufdeckung von Missbrauch durch einen Kleriker zu Spaltungen in Kirchengemeinden führen. Quelle: Domradio
9.4.2024 Das Erzbistum Köln weist den Schmerzensgeldanspruch der heute 57-jährigen Pflegetochter des Priesters U. zurück, weil die Missbrauchstaten in der Wohnung U.’s begangen wurden und kein Zusammenhang mit Dienstpflichten des Priesters ersichtlich sei. Außerdem hätten U.s Vorgesetzte keine Kontrollpflichten verletzt, weil sie keine konkreten Anhaltspunkte für Missbrauch hatten. Zudem sei die Kontrolle des Geistlichen Sache des Bonner Jugendamtes gewesen, das dem Priester das Sorgerecht über die Opfer übertragen habe. Quelle: Kirche und Leben
8.4.2024 Der Studiengang „Missbrauch und respektvoller Umgang: Zuhören, begleiten, vorbeugen“ wurde vom Katholischen Institut von Paris (ICP) 2022 ins Leben gerufen. Es entstand im Anschluss an die französische Studie der Unabhängigen Kommission für sexuellen Missbrauch in der Kirche (Ciase) und wird nun auch in der Westschweiz angeboten. Quelle: kath.ch
7.4.2024 Bischof Thomas Gumbleton starb mit 94 Jahren. Er gehörte zu den wenigen Bischöfen, die die Anliegen von Missbrauchsbetroffenen verstanden haben. Er plädierte für die Ausweitung der Verjährungsfristen. Er war selbst während seiner Highschool-Zeit in den 1940er Jahren Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester. Quellen: yahoo international.la-croix
5.4.2024 Die polnische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Bischof von Tarnow, Andrzej Jez, erhoben, weil Jez Fälle von sexuellem Missbrauch durch zwei Geistliche seines Bistums nicht sofort den Strafverfolgungsbehörden gemeldet habe. Die Diözese wies den Vorwurf zurück und will vor Gericht beweisen, dass der Bischof gesetzeskonform gehandelt habe. Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schreibt, der Bischof habe einen der Priestertäter 2013 wegen Missbrauch bestraft, aber die Behörden erst 2020 informiert. Der Geistliche soll über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen polnischen und ukrainischen Gemeinden 95 Kindern Schaden zugefügt und sich an 77 Kindern sexuell vergangen haben. Der frühere Bischof von Tarnow und bis 2023 Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, soll bereits 2002 von den Vorwürfen gegen den Geistlichen gewusst haben, aber keine Meldung an die Behörden gemacht haben. Weil das Gesetz zur Anzeigenpflicht erst seit 2017 existiert, wurde Skworc nicht angeklagt. Quelle: katholisch.de
5.4.2024 Die für Dienstag geplante Schmerzensgeldprozess gegen das Erzbistum Köln wurde verschoben. Er findet nun erst am 4. Juni statt, wie das Landgericht Köln am Freitag mitteilte. Eine Begründung nannte das Gericht zunächst nicht. Verhandelt werden soll die Klage einer heute 57-Jährigen, die vom Erzbistum rund 850.000 Euro fordert. Quellen: katholisch.de KStA
5.4.20254 Schwester Marie-Pasquale Reuver hat viele Jahre in der Klinikseelsorge gearbeitet und ist heute Hochschulseelsorgerin in Stuttgart. Immer wieder erlebt die Franziskanerin, dass Menschen durch religiöse Gruppierungen, Gemeinden oder spirituelle Angebote Schaden erleiden. Im Interview erzählt sie. Quelle: katholisch.de
4.4.2024 Der peruanische Erzbischof Jose Antonio Eguren SCV, 67, hat nach Vertuschungsvorwürfen seinen Rücktritt eingereicht. Der Papst nahm den Amtsverzicht an, ohne einen Grund zu nennen. Quelle: weltkirche.katholisch.de
4.4.2024 Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Datenträgern wird ein Priester des Bistums Münster angeklagt. Das Verfahren ist noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Im November 2022 wurde das Pfarrhaus in Recklinghausen von der Polizei durchsucht. Der Priester wurde umgehend suspendiert und im Februar 2023 von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Quelle: katholisch.de
4.4.2024 Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat drei neue Beschwerden gegen Marko Rupnik erhalten – nach anderen Quellen fünf neue Beschwerden. Etwa 20 Personen, zumeist ehemalige Ordensfrauen, beschuldigen ihn verschiedener Arten von Missbrauch. Quelle: orf
5.4.2024 Die polnische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Bischof von Tarnow, Andrzej Jez, erhoben, weil Jez Fälle von sexuellem Missbrauch durch zwei Geistliche seines Bistums nicht sofort den Strafverfolgungsbehöreden gemeldet habe. Die Diözese wies den Vorwurf zurück und will vor Gericht beweisen, dass der Bischof gesetzeskonform gehandelt habe. Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schreibt, der Bischof habe einen der Priestertäter 2013 wegen Missbrauch bestraft, aber die Behörden erst 2020 informiert. Der Geistliche soll über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen polnischen und ukrainischen Gemeinden 95 Kindern Schaden zugefügt und sich an 77 Kindern sexuell vergangen haben. Der frühere Bischof von Tarnow und bis 2023 Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, soll bereits 2002 von den Vorwürfen gegen den Geistlichen gewusst haben, aber keine Meldung an die Behörden gemacht haben. Weil das Gesetz zur Anzeigenpflicht erst seit 2017 existiert, wurde Skworc nicht angeklagt. Quelle: katholisch.de
5.4.2024 Die für Dienstag geplante Schmerzensgeldprozess gegen das Erzbistum Köln wurde verschoben. Er findet nun erst am 4. Juni statt, wie das Landgericht Köln am Freitag mitteilte. Eine Begründung nannte das Gericht zunächst nicht. Verhandelt werden soll die Klage einer heute 57-Jährigen, die vom Erzbistum rund 850.000 Euro fordert. Quelle: katholisch.de
5.4.20254 Schwester Marie-Pasquale Reuver hat viele Jahre in der Klinikseelsorge gearbeitet und ist heute Hochschulseelsorgerin in Stuttgart. Immer wieder erlebt die Franziskanerin, dass Menschen durch religiöse Gruppierungen, Gemeinden oder spirituelle Angebote Schaden erleiden.Im Interview erzählt sie. Quelle: katholisch.de
4.4.2024 Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Datenträgern wird ein Priester des Bistums Münster angeklagt. Das Verfahren ist noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen. Im November 2022 wurde das Pfarrhaus in Recklinghausen von der Polizei durchsucht. Der Priester wurde umgehend suspendiert und im Februar 2023 von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Quelle: katholisch.de
4.4.2024 Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat drei neue Beschwerden gegen Marko Rupnik erhalten. Etwa 20 Personen, zumeist ehemalige Ordensfrauen, beschuldigen ihn verschiedener Arten von Missbrauch. Quelle: orf
3.4.2024 Der Neutestamentler Gerhard Lohfink ist gestorben. Lohfink hat seine Arbeit als Ordinarius für Neues Testament an der Universität
Tübingen 1987 aufgegeben, um in der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ (KiG) in München zu leben. In dieser Gemeinde sah er die Verwirklichung
des Gemeindeideals von Jesus („Wie hat Jesus Gemeinde gewollt“). Die Gemeinde wurde 2020 von Kardinal Marx aufgelöst, weil Mitglieder von
geistlichen Manipulationen in einem System psychischer und finanzieller Abhängigkeit berichteten. Quelle: katholisch.de
3.4.2024 Der peruanische Erzbischof Jose Antonio Eguren Anselmi (67) hat seinen Rücktritt eingereicht, der von Papst Franziskus angenommen wurde. Gründe teilt der Vatikan nicht mit. Eguren leitete die Erzdiözese Piura seit 2006. Er steht der Gemeinschaft „Sodalitium Christianae Vitae“ nahe, dessen Gründer Luis Fernando Figari ebenso sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige und Erwachsene begangen haben soll wie weitere Führungspersonen der Gemeinschaft. Gegen Eguren selbst waren Vertuschungsvorwürfe laut geworden. Quellen: vaticannews Domradio
2.4.2024 „Die Passion“ bei RTL brachte die Geschehnisse der Kar- und Ostertage in eine breite Öffentlichkeit. Regina Nagel kritisiert jedoch die zugehörige Handreichung des Bonifatiuswerks, die kontrovers diskutierte theologische Themen – Deutung des Todes Jesu – nicht als kontrovers diskutiert darstellt. Heikel sei die Formulierung, Kajaphas gäbe als „Sprecher der Juden“ den Juden den Rat, Jesus umbringen zu lassen. Verpasst worden sei die Gelegenheit, christliche Erinnerungskultur, spirituelle Selbstbestimmung Getaufter im Blick auf Annahme oder Ablehnung theologischer Deutungen zu stärken. Nagel weist darauf hin, dass die ZDF-Doku „INRI – Warum musste Jesus sterben?“ anspruchsvoller und sehenswert sei. Quelle: katholisch.de
29.3.2024 In Slowenien wurde in der katholischen Kirche bislang wenig Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Kleriker betrieben. 2013
erhielt eine Betroffene von einem Gericht 80.000 Euro, weil sie durch den slowenischen Priester Karl J. missbraucht worden war. Dabei wurde
erstmals die katholische Kirche als Arbeitgeberin für die Taten eines Geistlichen zur Verantwortung gezogen. Die Religionswissenschaftlerin
Nadja Furlan-Stante kritisiert den fehlenden Aufklärungswillen in der katholischen Kirche Sloweniens. Durch den Fall Rupnik kommt nun Bewegung
in die Aufklärung. Dass der ehemalige Jesuit Rupnik im slowenischen Bistum Koper inkardiniert wurde, hält die Forscherin Furlan-Stante für
moralisch nicht zu rechtfertigen. Sie vermutet dahinter eine kirchenpolitische Motivation, denn der Kreis um Rupnik sei stark geworden. Quelle: kath.ch
27.3.2024 Seit der Publikation der Pilotstudie über den Missbrauch am 12. September gingen im Bistum Basel 92 Meldungen zu mutmaßlichem
sexuellem Missbrauch ein. Die Täter seien mehrheitlich Männer, fast zwei Drittel der Opfer Kinder. 32 Weltpriester oder Diakone und 13
Ordensleute sind unter den Beschuldigten. Quelle: pfarreiblatt.ch
27.3.2024 Die Missbauchsstudie des Bistums Passau zeige, dass der Umgang des Bistums Passau mit diesem Thema „ein Vorbild sein“ Grüne
Landtagsabgeordnete Toni Schubert. Die Forschenden der Uni Passau haben 2400 Personalakten seit 1945 durchgeschaut und sexuelle und körperliche Gewalt in den Blick genommen. Unberücksichtigt bleiben Misshandlungen an Erwachsenen. Quelle: toni schubert
27.3.2024 Im Bistum Fulda stieg die Zahl mutmaßlicher Täter – Priester, Diakone, Ordensangehöriuge, Laien im pastoralen Dienst – von 34 auf 57. Unter ihnen sind 15 Mehrfachtäter. Die Zahl der Opfer stieg von 111 auf 119. Quelle: hessenschau
26.3.2024 Der Umgang mit Missbrauchsfällen wird im Erzbistum Köln unter Leitung von Kardinal Rainer Maria Woelki neu geregelt. Die bisher
eigenständigen Stabsstellen „Intervention“ und „Aufarbeitung“ werden zusammengelegt. Damit solle die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
dauerhaft in der Struktur des Erzbistums verankert werden. Unter der Leitung der Interventionsbeauftragten Katharina Neubauer werde sich
künftig ein achtköpfiges Team für die Interessen und den Schutz von Betroffenen einsetzen. Jochen Sautermeister kommentiert. Quelle: katholisch.de
26.3.2024 Klerikalismus und Zölibat sind katholische Risikofaktoren. Bei Protestanten zeigen sich andere Muster. Kirchenhistorikerin Regina
Heyder fordert, in der Aufarbeitung auf Erfahrungen Betroffener zu hören, um konfessionelle Probleme zu verstehen. Quelle: katholisch.de
25.3.2024 Fester Bestandteil der Erstkommunionvorbereitung ist das Sakrament der Beichte. Nun wird diskutiert, ob Kinder damit überhaupt etwas anfangen können und wie weit die Kinderbeichte sexuellen Missbrauch begünstigen kann. Quelle: katholisch.de
23.3.2024 Sexueller Missbrauch im Bistum Münster: Thomas Großbölting zu den Ergebnissen der neuen Studie. Quelle: podcast
23.3.2024 Betroffene von sexuellem Missbrauch sollen künftig Anrecht auf Akteneinsicht bei Jugendämtern und mehr Beratung und Information
erhalten. Der Gesetzentwurf steht kurz vor dem Abschluss der Ressortabstimmung. Quelle: DLF
22.3.2024 Den Legionären Christi waren im Jahr 2023 rund 170 Menschen weltweit bekannt, die durch Legionärs-Priester missbraucht wurden. Mit mehr als 60 von ihnen hat der Orden Kontakt aufgenommen. 2023 erhielten 17 Personen Hilfe, sechs mehr als 2022. Daneben begleitet eine unabhängige POrgnisation im Auftrag der Legionäre „Dutzende Geschädigte“. 2023 wurden drei neue kirchenrechtliche Verfahren eröffnet, somit ermittelt das Glaubensdikasterium derzeit gegen fünf Legionärs-Prieseter. Der Orden erlegte diesen fünf Priestern Einschränkungen in der öffentlichen Ausübung des Priesteramtes auf. Das Glaubensdikasterium schloss acht Verfahren ab. In zwei Fällen wurden die Priester aus dem Klerikerstand entlassen, einer darf sein Amt nichtmehr öffentlich ausüben. In den weiteren fünf Fällen kam das Dikasterium zu dem Schluss, dass Anschuldigungen nicht zutrafen oder kirchlich irrelevant waren. In einem noch nicht abgeschlossenen Fall geht es um mögliche Vertuschung. Zu den Legionären Christi zählen va 1.400 Mitglieder in 21 Ländern. Quellen: katholisch.de Jahresbericht
22.3.2024 Benedikt Heider gibt einen Überblick über zehn Jahre päpstliche Kinderschutzkommission. Quelle: katholisch.de
21.3.2024 Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt nicht mehr gegen den emeritierten Augsburger Bischof Walter Mixa. Das Verfahren wegen eines Verdachts auf Nötigung eines 39-Jährigen wurde wegen Verjährung eingestellt. Über ein kirchliches Ermittlungs- oder Strafverfahren ist nichts bekannt. Quelle: katholisch.de
21.3.2024 Der ehemalige Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, ist von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen worden. 2010 gestand er den Missbrauch eines Neffen, 2011 den Missbrauch eines zweiten Neffen. 2017 beschuldigte ihn ein damals 57-jähriger Mann, Anfang der 70er Jahre als Messdiener von ihm missbraucht worden zu sein. Die Brüsseler Nuntiatur teilte mit, dass der zuständigen vatikanischen Glaubensbehörde in den vergangenen Monaten neue schwerwiegende Informationen gemeldet wurden, die eine erneute Prüfung des Falls erforderlich machten. Auch Vangheluwe sei erneut angehört worden und seine Aussagen seien überprüft worden. Quellen: katholisch.de neuesruhrwort Gespräch zwischen einem Neffen und Kardinal Daneels im Jahr 2010
20.3.2024 Im Erzbistum Freiburg hat die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch und sexualisierter Gewalt neue Empfehlungen für Aufarbeitung und Prävention veröffentlicht. Quellen: Domradio Empfehlungen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg
19.3.2024 Die Präses der evangelischen Synode plädiert für eine Dunkelfeldstudie zu Missbrauch, die gesamtgesellschaftlich angelegt sein müsse. Quelle: Domradio
18.3.2024 Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Rahmenordnung für Exerzitien veröffentlicht. Die verbindlichen Standards sollen Missbrauch vorbeugen. Quellen: Domradio
18.3.2024 Der neue Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Luis Argüello, hat nach einem Treffen mit Missbrauchsbetroffenen gesagt, die Bischöfe hätten zu spät auf Missbrauch durch Kleriker reagiert und geglaubt, „dass man die schmutzige Wäsche zu Hause wäscht.“ Quelle: katholisch.de
18.3.2024 Das Bistum Fulda hat seinen zweiten Aufarbeitungsbericht veröffentlicht. Die geplante Aufarbeitung dauert voraussichtlich länger als ursprünglich geplant. Quellen: nurmitmut domradio
18.3.2024 Nachdem die Zusammenarbeit des Bistums Würzburg und von Pro Familia beendet wurde, hat das Bistum mit Zustimmung des Betroffenenbeirats eine Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) in der Diözese als Erstinformationsstelle beschlossen, weil keine kirchenunabhängige Anlaufstelle gefunden wurde. Quelle: pow.bistum-wuerzburg
17.3.2024 Im Bad Salzdetfurther Kurpark steht deutschlandweit die erste Gedenkstele, die an das besondere Leid vieler Verschickungskinder erinnert. Quelle: hildesheimer-presse
17.3.2024 In der Pfarrkirche Edling wurde im Gottesdienst ein Aufruf der Erzdiözese München und Freising verlesen: Ein Pfarrer soll ein Kind aus der Gemeinde bis ins Jugendalter hinein sexuell missbraucht haben. In den 60er Jahren war der Geistliche dort als Kaplan tätig. 1972 wechselte er nach Schnaitsee. Auch in Eichenau hat der Beschuldigte ein Kind missbraucht. Quellen: wasserburg24 katholisch.de
16.3.2024 Jens Windel, Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz, rechnet die Angaben der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen vor: Bei den 3.493 Anträgen seit 2021 wurden insgesamt 56.982.000 Euro ausgezahlt. Durchschnittlich erhielt also jeder Betroffene knapp 16.000 Euro. Windel kritisiert das intransparente Verfahren. Quellen: Domradio Kirche und Leben
15.3.2024 Pater Andrew Small, Oblatenmissionar, (54), zweitwichtigster Mann in der Päpstlichen Kinderschutzkommission, hat seinen Posten nicht mehr inne. Ihm wird vorgeworfen, dass er mindestens 17 Millionen Dollar von den Päpstlichen Missionsgesellschaften in eine von ihm gegründete Organisation umgeleitet habe. Neuer Sekretär der Kinderschutzkommission wird Weihbischof Luis Manuel Ali Herrera, 56, Kolumbien. Stellvertretende Sekretärin wird die US-amerikanische Polizistin und Missbrauchsexpertin Teresa Morris Kettelkamp, 72. Quelle: katholisch.de
15.3.2024 Der Tätigkeitsbericht der katholischen Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen zeigt, dass Betroffene im Jahr 2023 bis zum 31.7. durchschnittlich rund 22.140 Euro Anerkennungsleistungen erhielten. Seit dem 1. August erhielten sie durchschnittlich 33.618 Euro. Damals wurde einem Betroffenen in einer Entscheidung des Kölner Landgerichts 300.000 Euro zugesprochen. Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat seit dem1.1.2021 rund 57 Millionen Euro ausgezahlt, das Bistum Münster zahlte mit rund 5,4 Millionen Euro die höchste Entschädigungssumme unter den Bistümern. Andere katholische Träger, z.B. Caritas, und katholische Orden zahlten bislang knapp 9,2 Millionen Euro. Quelle: evangelisch.de
15.3.2024 Die Bild-Zeitung darf nicht mehr verbreiten, dass Kardinal Woelki zum Zeitpunkt der Beförderung eines Geistlichen eine Warnung der Polizei vor dem Einsatz des Geistlichen in der Jugendarbeit und ein weiteres den Geistlichen belastendes Dokument aus dessen Personalakte gekannt habe. Die Bild-Zeitung hatte Berufung eingelegt, der 15. Zivilsenat räumte der Berufung keine Aussicht auf Erfolg ein. Quelle: Neues Ruhrwort
14.3.2024 Eine Nonne erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche: Im Kloster missbraucht, von Priester vergewaltigt. Quelle: FR
13.3.2024 Der Ausschuss für unabhängige Aufarbeitung im Bereich der Ordensgemeinschaften hat für den Zeitraum März 2023 bis Februar 2024 seinen 2. Tätigkeitsbericht vorgelegt. Er beriet im Berichtszeitraum 15 Ordensgemeinschaften. Die ursprünglich beabsichtigte Betroffenenvernetzung wird nicht fortgeführt, weil Betroffene Anliegen haben, die nicht vom Aufarbeitungsausschuss verfolgt werden können. Nun werden themenbezogene Kurzformate mit Betroffenen und Experten bevorzugt. Bislang hat nur ein Teil der Orden unabhängige Experten mit Untersuchungen beauftragt. U.a. gibt es Probleme, passende Aufarbeitungsteams zu finden. Betroffene zeigen sich sehr unzufrieden mit der Arbeit einiger unabhängiger Ansprechpersonen, sie erlebten mangelnde Empathie, fehlendes Engagement für die Anliegen Betroffener, fehlende Unabhängigkeit. Quellen: aufarbeitung-orden katholisch.de
13.34.2024 Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen neun Chorherren der Abtei St. Maurice, Schweiz, wird die Schule verstaatlicht. Chorherren dürfen weiter als Lehrer tätig sein, wenn sie die entsprechende Ausbildung haben. Alexandre Ineichen, Chorherr der Abtei, wird wieder als Rektor eingesetzt. Die künftige Schulleitung darf nicht mehr von der Abtei gestellt werden. Quelle: kath.ch
13.3.2024 In einer repräsentativen Onlinebefragung gaben 54 % der Männer an, Gewalt in der Partnerschaft erlitten zu haben. Die Befragung wurde vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen durchgeführt. Quelle: evangelisch.de
13.3.2024 Eine Missbrauchsbetroffene in der Kirchengemeinde Oesede wirft dem Landesbischof Ralf Meister, Hannover, schwere Versäumnisse bi der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen vor und empfiehlt seinen Rücktritt. Quelle: katholisch.de
12.3.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, plant eine bundesweite Erhebung zur Häufigkeit sexualisierter Gewalt an Minderjährigen. Befragt werden sollen alle vier Jahre Schüler*innen der 9. Klasse. Ziel der Erhebung sei, eine valide Datengrundlage für die geplante Berichtspflicht gegenüber dem Bundestag. Auch das ZI Mannheim arbeitet an einer eigenen repräsentativen nationalen Dunkelfeldstudie, in der Personen zwischen 18 und 59 Jahren befragt werden sollen. Quellen: evangelisch.de zi-mannheim
12.3.2024 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dieser, Aachen, beklagt den „nicht ganz fairen Umgang mit der katholischen Kirche“. Sie sei bisher die einzige Institution, „an der die Gesellschaft einmal durchspielt, wie mit der Entschädigung von Missbrauchsbetroffenen umzugehen ist“, sagte er. Quelle: katholisch.de
11.3.2024 Vor dem Museum von Bad Salzdetfurth wird am Samstag eine Gedenkstele aufgestellt, die an das Leid er „Verschickungskinder“ erinnern. Etwa zwölf Millionen Jungen und Mädchen wurden in der Nachkriegszeit auf Kosten der Krankenkassen in solche Heime zur Erholung geschickt. Viele der Kinder waren unterernährt. Bislang fanden Forschende rund 20 Todesfälle in den ca 1.900 Heimen. Das Diakonische Werk in Niedersachsen stellt als Nachfolgerin der Inneren Mission die Stele auf. Quelle: evangelisch.de
9.3.2024 Der polnische Bischof Andrzej Dziuba, seit 20 Jahren Bischof von Lowicz, ist zurückgetreten. Ihm wird vorgeworfen, Berichten über sexuelle Gewalt an Minderjährigen durch Priester nicht nachgegangen zu sein. 2020 hatte der Vatikan ein Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung. In Polen gab es bereits 13 Fälle, in denen Bischöfe, emeritierte Bischöfe und ein Erzbischof vom Vatikan wegen Vertuschungsvorwürfen bestraft wurden. Häufig boten die Bischöfe ihren Rücktritt an, bevor Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben wurden. Quelle: DLF Spiegel
9.3.2024 Die Theologin Katharina von Kellenbach stellt eine „verheerende Komplizenschaft mit den Tätern“ fest und fordert, dass es keine schnelle Vergebung geben dürfe. Vielmehr seien Strategien für Reue und Wiedergutmachung nötig. Zur Reue gehöre, dass die Gemeinschaft der Kirche die Schuldigen klar benenne. Quelle: Domradio
9.3.2024 Die Kommunität von Taizé hat ihren „Tätigkeitsbericht des Teams ‚Entgegennahme und Weiterverfolgung von Meldungen‘ für das Jahr 2023“ veröffentlicht. Insgesamt sind 54 Fälle eingereicht und geprüft worden. Zwei Taizé-Brüder und drei ehemalige Brüder werden sexueller Handlungen beschuldigt. Vier Meldungen ohne sexuellen Bezug betreffen drei Brüder. Die Meldungen sprechen von „Schwierigkeiten“ im Umgang mit Freiwilligen, von „Missverständnissen in einem seelsorglichen Gespräch“ oder um „zu häufige Besuche bei einer Person“. In diesen vier Fällen seien einvernehmliche Lösungen gefunden worden. Quelle: taize.fr
9.3.2024 Bischof Lucas Van Looy sollte Kardinal werden. Missbrauchsbetroffene protestierten dagegen, weil Looy als Bischof von Gent in Missbrauchsfällen nicht konsequent genug gegen Missbrauchstäter vorgegangen sei. Papst Franziskus wollte ihn dennoch zum Kardinal erheben. Nun blieb es bei der Übergabe des Kardinalsringes. Looy wurde nun vom Papst empfangen. Quelle: Domradio
9.3.2024 Vier Missbrauchsbetroffene aus dem Bistum Münster bewerten ein Jahr nach Veröffentlichung der Münsteraner Studie die Aufarbeitung in ihrem Bistum. Sie anerkennen positive Entwicklungen, kritisieren aber auch Bereiche, in denen es keine Fortschritte gibt. Quelle: Kirche und Leben
8.3.2024 Kardinal John Dew, Neuseeland, wurde nach polizeilichen Ermittlungen von dem Vorwurf, ein Kind missbraucht zu haben, entlastet. Die kirchliche Untersuchung dauert an. Quelle: katholisch.de
8.3.2024 Die Staatsrechtler Stephan Rixen und Jörg Scheinfeld vertreten die Ansicht, dass die Ablehnung außergerichtlicher Vergleichsverhandlungen durch die deutschen Bischöfe im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes stehe. Das Bundesverfassungsgericht gebe der einverständlichen Lösung durch einen Vergleich den Vorzug vor einer richterlichen Strafentscheidung. Quelle: Domradio
8.3.2024 Das Bistum Trier sucht für ein Forschungsprojekt zu Missbrauch in der katholischen Kirche zwischen 1946 und 2021 Zeugen und Betroffene. Das Forschungsprojekt läuft seit November 2022. Quelle: saarbruecker-zeitung
8.3.2024 Das Bistum Hildesheim hat – gemeinsam mit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Nord und dem Betroffenenbeirat Nord – eine neue Aufarbeitungsstudie zur Aufdeckung sexueller Gewalt und anderer Gerwaltformen ausgeschrieben. Quelle: Bistum Hildesheim
7.3.2024 Die Schweizer Bischofskonferenz beabsichtigt, zu ihrer nächsten Versammlung Missbrauchsbetroffene einzuladen. Quelle: bischoefe.ch
7.3.2024 Papst Franziskus hat die päpstliche Kinderschutz-Kommission empfangen und gesagt, Kirchenverantwortliche sollten sich den Opfern zuwenden. Quelle: kath.ch
7.3.2024 Das Aloisiuskolleg und der Heliand-Bund suchen nach Opfern von Pater Alfred Stump, der als Jugendseelsorger von 1967 bis 1988 auch Leiter der ND-Gruppe Sankt Michael am Aloisiuskolleg war. Bereits im 2011 veröffentlichten Zinsmeister-Bericht wurden Missbrauchstaten öffentlich. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Stump weitere Taten imUmfeld des ND und des Heliand begangen hat. Quelle: General-Anzeiger
7.3.2024 Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, VBG, prüft derzeit, ob die Kirchen für geleistete Entschädigungen und Renten nach Fällen sexuellen Missbrauchs in Regress zu nehmen seien. Quelle: evangelisch.de
7.3.2024 Die katholische Bischofskonferenz Spaniens hat die Zahl der Missbrauchsfälle korrigiert: Seit 1940 kam es zu 1.057 dokumentierten Fällen, 251 mehr als im Bericht von Dezember 2023. 428 Fälle geschahen in den Diözsen, 613 in religiösen Orden, die übrigen in religiösen Schulen und kirchlichen Institutionen. Viele Fälle lägen weit zurück und müssten erst noch geklärt werden. Quelle: katholisch.de
7.3.2024 Der „Verband christlicher Popularmusik“ hat sich mit dem Liedgut von Männern auseinandergesetzt, die mutmaßlich oder verurteilt sexuellen Missbrauch begingen. Der Komponist Thomas Laubach und die Geistliche Begleiterin Stefanie Lübbers nehmen Stellung zur Frage, ob Lieder von mutmaßlichen oder verurteilten Missbrauchstätern (Pilz, Laudato si; Dominikaner André Gouzes) weiterhin in der Liturgie gesungen werden können. Quelle: katholisch.de
6.3.2024 Der Oberste Gerichtshof Argentiniens hat die 45-jährige Haftstrafe für Pater Horácio Corbacho Blank, einen der Priester, die zwischen 2005 und 2016 wegen zahlreicher sexueller Misshandlungen gegen Minderjährige in einer Einrichtung für gehörlose Kinder und Jugendliche in der Provinz Mendoza verurteilt wurden, bestätigt. Corbacho hatte 2019 Revision angemeldet. Quelle: cruxnow
6.3.2024 Ein katholischer Pfarrer (42) auf Sizilien, Bistum Enna, wurde wegen sexueller Gewalt gegen Minderjährige zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Opfer brachte den Fall 2020 vor und berichtete von Missbrauch in den Jahren 2009 bis 2013 zur Zeit seiner Minderjährigkeit. Zunächst schrieb der Mann an Papst Franziskus, der die Glaubenskongregation informierte, die sich jedoch für unzuständig erklärte, weil der Beschuldigte zur Tatzeit noch kein Priester war. Der zuständige Bischof von Piazza Armeria, Rosario Gisano, wusste wohl von den Gewalttaten und versetzte den Beschuldigten Ende 2019 in die Diözese Ferrara mit der Begründung er sei „schwer krank“. Später wurde er dort zum Priester geweiht. Der Bischof bot der Familie des Opfers 25.000 Euro in bar aus der Caritas-Kasse als „Stipendium“ an. Das Opfer ging schließlich zur Polizei. Quellen: Badische Zeitung ilmessaggero.it
6.3.2024 Resonanzen zur Buch-Lesung „Entstellter Himmel“ im Annahof Augsburg
6.3.2024 Die katholische Kirche der Slowakei hat einen Bericht zur seit 2018 bestehenden Kinderschutzkommission veröffentlicht. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bernard Bober, berichtet von Beschwerden gegen 68 Kirchen-Mitarbeiter, die seit 1990 im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eingegangen sind. 39 Fälle sind bestätigt und abgeschlossen, fünf wurden abgeschlossen, aber nicht bestätigt, sieben sind nicht aufklärbar, 17 Fälle werden noch untersucht. Die 39 bestätigten Fälle ereigneten sich zwischen 1990 und 2022 und betrafen 44 Opfer, 21 der Opfer sind Mädchen. In 31 Fällen waren die Täter Priester. Quelle: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2024-03/slowakei-kirche-veroeffentlicht-erstmals-kinderschutzbericht.html
5.3.2024 Am Samstag, 9. März, findet ein zweites Online-Forum zur Entwicklung von Gedenk- und Erinnerungsformaten im Bistum Hildesheim statt. Dazu sind Betroffene, Gremienangehörige, Gemeindemitglieder und andere Interessierte von 9 bis 12.30 Uhr herzlich eingeladen. Anmeldung: aufarbeitung@bistum-hildesheim.de Quelle: BistumHildesheim
5.3.2024 Sechs Monate nach der Veröffentlichung der Pilotstudie über Missbräuche in der katholischen Kirche der Schweiz haben sich rund 160 weitere Betroffene gemeldet. Quelle: derbund.ch
4.3.2024 In Bamberg zeigen zwei Betroffene von Missbrauch durch Priester das Erlittene in einer Kunstausstellung. Quelle: evangelische Zeitung
2.3.2024 Die Vereinigungen von Points-Cœur wurden 2020 vom Vatikan wegen „schwerer und langanhaltender Unregelmäßigkeiten“ aufgelöst. Der Gründer der Vereinigung, Thierry de Roucy, war 2018 aus dem Klerikerstand entlassen worden. Ihm wurde sexueller Missbrauch und die Absolution eines „Komplizen“ vorgeworfen. Er stand unter dem Einfluss des Dominikanerpaters Thomas Philippe, der rund 30 Frauen spirituell und sexuell missbrauchte. Points-Cœur hat in Deutschland, in Berlin, eine Niederlassung. Die Diözese Lausanne Genf Fribourg lässt nun die Beziehungen zwischen Points-Cœur – inzwischen eine NGO – und der katholischen Kirche prüfen. Quellen: kath.ch
2.3.2024 Aktueller Überblick über die Behandlung des Rupnik-Falles: Rupnik erhält weitere Aufträge, seine Mosaiken zu gestalten. Seit Sommer 2023 gehört eine Franziskanerkirche im bosnisch-herzegowinischen Mostar und eine Bischofskapelle auf der kroatischen Insel Hvar dazu. Auch Projekte in Südosteuropa vollendete Rupnik trotz der Einschränkungen seiner Reise- und Künstlertätigkeit. Quelle: katholisch.de
1.3.2024 Im Berufungsverfahren eines Priesters aus dem Bistum Augsburg wurde das ursprüngliche Urteil – acht Monate Haft ohne Bewähung – abgemildert. Nun wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: katholisch.de
1.3.2024 Mary McAleese war von 1997 bis 2011 Präsidentin der Republik Irland, zur Zeit der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Sie berichtet und konstatiert: „…als der Murphy-Bericht (2009) über die Dubliner Diözese veröffentlicht wurde, zeigte sich das ganze Ausmaß des Missbrauchs und der Vertuschung. Und es wurde klar: In keinem einzigen der Tausenden von Fällen, die der Bericht untersuchte, hat das Kirchenrecht jemals einem Opfer geholfen oder es unterstützt.“ Bis heute unterstütze das Kirchenrecht nicht die Opfer. Die Päpstliche Kommission zum Schutz von Minderjährigen werde vom Vatikan und seinen Strukturen eingeschränkt und hätte „niemals die Freiheit, die Arbeit zu tun, von der der Papst der Welt gesagt hat, dass sie sie tun würden“. Quelle: kath.ch
1.3.2024 Im Bistum Mainz haben sich seit der Vorstellung der Missbrauchsstudie im März 2023 weitere 43 mutmaßlich Betroffene gemeldet. Zwei Täter zeigten sich selbst beim Bistum an. Die mutmaßlichen Täter sind Priester oder ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche. Das Bistum hat insgesamt rundc 1,7 Millionen Euro als „Anerkennungsleistungen“ an Betroffene gezahlt und für Therapien zusätzlich 280.000 Euro. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller spricht von einem „Mentalitätswandel“ im Bistum Mainz. Bischof Kohlgraf habe das Thema zur Chefsache gemacht und Stephanie Rieth, Bevollmächtigte des Generalvikars, käme ihrer Arbeit mit Sachverstand und Beharrlichkeit und Empathie nach. Auf allen Ebenen der Thematik sei das Bistum Mainz gut aufgestellt. [Es ist schön, einmal eine gute Nachricht hier zu schreiben.] Quellen: swr evangelische Zeitung
29.2.2024 Die Marienschwestern der Unbefleckten Empfängnis haben in einem Heim in Langweiler offenbar Kinder misshandelt, die mutmaßlichen Täterinnen sind gestorben. Nun will der Orden die Fälle untersuchen lassen. Monika Kilburg aus Wintrich war die Erste, die vor eineinhalb Jahren von den Misshandlungen erzählte und mit vielen Betroffenen gesprochen hat. Zunächst reagierte der Orden gar nicht, dann versuchte das Bistum Trier zu vermitteln und teilte einen Fall mutmaßlicher Misshandlung mit, erhielt jedoch nur eine Empfangsbestätigung. Nun informiert Sybille Koltan, Generaloberin der Kongregation der Marienschwestern, sie höre zum ersten Mal von den Vorwürfen und werde diese untersuchen lassen. Die deutsche Regionaloberin Cordula Klafki habe nicht reagiert, weil die Beschuldigten verstorben sind (dass die Opfer leben, spielte wohl keine Rolle). Inzwischen sei deutlich geworden, dass die Kongregation noch keine Meldestruktur für Betroffene habe. Der Orden beabsichtige, einen Ansprechpartner für Betroffene psychischer und physischer Gewalt einzusetzen. Quelle: swr
29.2.2024 Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder hat seine eigene Geschichte im Hinblick auf sexualisierte Gewalt untersuchen lassen. Ein wichtiges Ergebnis: Auch beim BdP stand der Schutz von Tätern und der Organisation oft an erster Stelle. Quellen: evangelisch.de Pressekonferenz Studie Dill|Caspari|Schubert|Könnecke|Reising: Grenzenlose Orte. Sexualisierte Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder 1976 – 2006
29.2.2024 Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, Mitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), lässt das Thema sexualisierte Gewalt in der Geschichte des Trägers aus der Zeit von 1950 bis in die 1970er-Jahre aufarbeiten. Beauftragt wurde der Historiker Dr. Sascha Topp. Quelle: kreuznacherdiakonie
28.2.2024 Die Slowenische Bischofskonferenz hat drei Expertengruppen eingerichtet, die Missbrauchsfälle in der Kirche untersuchen und Präventionsmaßnahmen ergreifen sollen. Kritiker zweifeln an der Unabhängigkeit der Kommissionen – sie seien kirchennah. Zuletzt war das Bistum Koper in der Presse, weil es den Priester und Künstler Marko Rupnik inkardiniert hat, dem sexueller Missbrauch von Ordensfrauen vorgeworfen wird. Quelle: Domradio
27.2.2024 Der Chorherr, der im November von seinem Amt als Dekanpfarrer von Saint-Maurice suspendiert wurde, darf nun wieder arbeiten. Der Fall sei juristisch abgeschlossen, begründet die Abtei den Entscheid. Eine Frau hatte den Chorherrn vorgeworfen, sie als Zwölfjährige missbraucht zu haben. Quelle: kath.ch
27.2.2024 Die Abtei Saint-Maurcie, Kanton Wallis, hat die Bildung einer unabhängigen Untersuchungsgruppe in Auftrag gegeben, die mutmaßliche Fälle von Missbrauch in den letzten Jahrzehnten aufarbeiten soll. Quelle: vaticannews
27.2.2024 In Polen äußern u.a. Weihbischöfe ihr Unverständnis, dass der Stettiner Erzubischof seinen Rücktritt mit seinem Gesundheitszustand begründete, obwohl der Grund in „Nachlässigkeiten“ im Umgang mitz Missbrauchsfällen liegt. Der Chefredakteur der katholischen Zeitschrift „Wiez“, Zbigniew Nosowski, warf Dziega vor, auf die „schlimmste kirchliche Art“ zurückgetreten zu sein: „ohne Wahrheit, ohne Schuldfestlegung, ohne Hinweis auf Verantwortung, ohne Strafe, ohne Klarheit, ohne Ehrlichkeit, ohne jegliche Information über das Ergebnis der gegen ihn geführten kanonischen Verfahren“. So werde die kirchliche Rechenschaftspflicht zur „Farce und Karikatur ihrer selbst“. Quelle: kathpress.at
26.2.2024 Joachim Frank weist angesichts der Einrichtung einer „Unabhängigen regionalen Aufarbeitungskommission West“ der Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe darauf hin, dass die Gefahr der Abhängigkeit von den Landeskirchen besteht und nennt die Einrichtung des Gremiums einen „Fehlstart“. Fast schon verzweifelt fragt er, ob die evangelische Kirche unfähig sei, aus den Fehlern der katholischen Kirche zu lernen. Quelle: ksta
26.2.2024 Das Schweizer Forschungsteam, das Missbrauch in der katholischen Kirche untersucht, ist weiterhin damit beschäftigt, Zugang zu den Akten der Nuntiatur in Bern zu finden. Den Forscherinnen, Monika Dommann und Marietta Meier, wurde wurde im Februar 2023 keine Akteneinsicht gewährt. Geregelt ist dies im Wiener Abkommen über diplomatische Beziehungen, das seit 1964 in der Schweiz gilt. Die Forscherinnen beabsichtigen, auch im Dikasterium für die Glaubenslehre Akteneinsicht zu fordern. Unklar scheint, wer Akteneinsicht gewähren kann. Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, dass der Nuntius keine Akteneinsicht gewähren dürfe. Es werde eine Sondererlaubnis durch den Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nötig sein. Quelle: kath.ch
26.2.2024 Es gibt Missbrauchsbetroffene, die die Ressourcen des christlichen Glaubens im Leben mit anhaltenden Gewaltfolgen nutzen. Quelle: evangelische-zeitung
26.2.2024 Bischöfin Kirsten Fehrs, EKD, betont – gemeinsam mit den katholischen Bischöfen -, dass völkisch-nationale Gesinnungen und menschenverachtende Haltungen und Äußerungen mit den Grundsätzen christlichen Glaubens nicht vereinbar sind. Sie warnt vor der Wahl rechtsextremer Parteien einschließlich der AfD, weil sie Minderheiten ausgrenzen und die Demokratie gefährden. Quelle: evangelisch.de
26.2.2024 Dem Bistum Trier wurde Mitte der 1990er-Jahre bekannt, dass ein Pfarrer der Pfarrei Bassenheim (heute: Pfarrei Heilig Geist in Mülheim-Kärlich) ein Kind Anfang der 1980er-Jahre über mehrere Jahre missbraucht hat. Der Beschuldigte gestand die Taten. Er verstarb im Jahr 2000, so dass ein strafrechtlicher Prozess nicht beendet werden konnte. Eine kirchenrechtliche Untersuchung wurde nicht eingeleitet. Nun will das Bistum mögliche weitere Betroffene ermutigen, sich zu melden. *Quellen: katholisch.de tagesschau paulinus-bistumsnews
26.2.2024 Dem Bistum Trier wurde Mitte der 1990er-Jahre bekannt, dass ein Pfarrer der Pfarrei Bassenheim (heute: Pfarrei Heilig Geist in Mülheim-Kärlich) ein Kind Anfang der 1980er-Jahre über mehrere Jahre missbraucht hat. Der Beschuldigte gestand die Taten. Er verstarb im Jahr 2000, so dass ein strafrechtlicher Prozess nicht beendet werden konnte. Eine kirchenrechtliche Untersuchung wurde nicht eingeleitet. Nun will das Bistum mögliche weitere Betroffene ermutigen, sich zu melden. Quelle: katholisch.de tagesschau paulinus-bistumsnews wort.lu
26.2.2024 Nun hat die Apostolische Nuntiatur in Polen die Gründe für die Annahme des Rücktritts von Erzbischof Andrzej Dziega mitgeteilt: Dziega habe „Nachlässigkeiten“ in der Verwaltung der Diözese und insbesondere in der Durchführung des Papstschreibens „Vos estis lux mundi“ festgestellt. D.h. Dziega ist Missbrauchsfällen nicht oder nicht vorschriftsmäßig nachgegangen. Quelle: katholisch.de
24.2.2024 Andrzej Dziega, Erzbischof von Stettin-Cammin, trat mit 71 Jahren vorzeitig von seinem Bischofsamt zurück. Gründe nannte der Vatikan nicht. Die vatikanische Bischofskongregation geht seit Januar 2021 den Vertuschungsvorwürfen nach. Quellen: Domradio kirche-und-leben 19.5.2023
23.2.2024 Ein Report, der den Umgang mit Missbrauchsfällen in der anglikanischen Kirche von England untersuchte, empfiehlt der anglikanischen Kirche, unbedingt externe Beteiligung zuzulassen. Die Schutzmaßnahmen innerhalb der Kirche seien „mangelhaft“. Erzbischof Welby, Canterbury, und Erzbischof Cottrell, York, begrüßen die Kritik. Quelle: vaticannews
23.2.2024 Erzbischof Heße, Hamburg, erklärt, welche Konsequenzen aus der Studie zu sexueller Gewalt im Bereich der Kirche Mecklenburg gezogen wurden. Quelle: evangelische Zeitung
22.2.2024 Das Bistum Essen ermöglicht Betroffenen zur Unterstützung der individuellen Aufarbeitung Akteneinsicht. Die Kosten für Akteneinsicht und Auskünfte trägt das Bistum. Quelle: bistum-essen
22.2.2024 Nach klaren Positionierungen evangelischer Bischöfe und Bischöfinnen haben sich auch die katholischen Bischöfe Deutschlands klar gegen Rechtsextremismus und die AfD positioniert. Für Christen sei die AfD nicht wählbar. Quellen: dbk Tagesschau
22.2.2024 Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat die Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Ordensmänner – Herz-Jesu-Missionare – wegen Verjährung eingestellt. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Verdacht sexueller Übergriffe aus den Jahren 1991 bis 1994. Die Übergriffe sollen in einem inzwischen geschlossenen Klosterinternat in Rebdorf bei Eichstätt stattgefunden haben. Ein früherer Schüler erstattete im April 2023 Anzeige. Die kirchenrechtliche Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Quelle: katholisch.de
22.2.2024 In ihren lehramtlichen Texten hält die Kirche die gleiche Würde von Mann und Frau hoch – doch folgen daraus nicht gleiche Rechte. Die Regensburger Pastoraltheologin Ute Leimgruber sieht darin eine zunehmende Exkulturation der Kirche. Quelle: katholisch.de
22.2.2024 In Australien wurde der frühere Bischof Christopher Saunders festgenommen. Ihm werden „sexuelle Penetration ohne Einwilligung in zwei Fällen, 14 Fälle von rechtswidriger und unanständiger Körperverletzung und drei Fälle von unanständigem Umgang mit einem Kind im Alter von 16 – 18 Jahren als Autoritätsperson“ vorgeworfen. Der Vatikan hatte im September 2023 der australischen Polizei einen Bericht übermittelt, in dem stand, dass Saunders wahrscheinlich vier sexuelle Übergriffe auf indigene Jugendliche gemacht habe und möglicherweise 687 Jugendliche und Männer „umworben“ haben soll. Die Vorwürfe beziehen sich auf 2008 und danach. Nach Zahlung einer Kaution ist Bischof Saunders wieder frei. Quellen: Spiegel vaticannews
21.2.2024 Der Psychiater Harald Dreßing plädiert für eine deutschlandweite Dunkelfeldstudie zum Thema Missbrauch. Er erinnert daran, dass überall dort, wo sich Erwachsene professionell oder im familiären Bereich um Kinder kümmern, die Gefahr von Missbrauch besteht. Die Dunkelfeldstudie wird auch gebraucht, um die Effizienz von Schutzkonzepten beurteilen zu können. Dreßing vermisst die Unterstützung durch den Staat. Quelle: evangelisch.de
21.2.2024 Eine frühere Angehörige der Loyola-Kommunität, Gloria Branciani, eine Italierin, lernte den Jesuiten Marko Rupnik als Studentin in Rom kennen. Rupnik verhielt sich übergriffig. Als die Frau in die Kommunität eintrat, seien die Übergriffe Rupniks aggressiver geworden. Rupnik sagte, die Berührungen trügen zum spirituellen Wachstum der Ordensfrau bei. Schließlich habe Rupnik eine weitere Ordensfrau bei sexuellen Handlungen dabei haben wollen und dies mit der heiligen Dreifaltigkeit begründet. Die Ordensfrau vertraute sich schließlich Verantwortlichen der Kommunität und des Jesuitenordens an, habe jedoch kein Gehör gefunden. Ihr wurde zum Austritt aus dem Orden geraten, den sie 1994 vollzog. 2021 erinnerte sich im Zuge kirchenrechtlicher Untersuchungen der Jesuitenorden an die Anschuldigungen von Branciani. Das ehemalige Mitglied der Loyola-Gemeinschaft Mirjam Kovac, 62, berichtet von mindestens 41 Opfern Rupniks. Quellen: ORF cruxnow
21.2.2024 Johannes Norpoth kritisiert die fehlende Unabhängigkeit der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) und schlägt vor, eine Stiftung für Aufklärung, Schadenersatz und Prävention einzurichten. Quelle: katholisch.de
21.2.2024 Der Verein der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier – MissBiT – informiert heute, 15 Uhr über mögliche Schmerzensgeldklagen von Opfern gegen das Bistum Trier. Zwei Zivilklagen von Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche seien zurzeit in Vorbereitung, teilte der Vorsitzende des Vereins der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier (Missbit) , Hermann Schell, mit. Quellen: Pressemitteilung Zeit
21.2.2024 Ein Jahr nach der Vorstellung der Missbrauchsstudie im Bistum Mainz sagt Bischof Kohlgraf, es liege noch viel Arbeit bei der Aufarbeitung an. Er weist darauf hin, dass die Gemeinden, in denen Pfarrer beschuldigt sind, viel Betreuung brauchen. Quelle: Zeit
21.2.2024 Es gebe schon einige Gesetze in der Kirche, die wichtige Linien im Kampf gegen Missbrauch ziehen, sagt der Jesuit und Präventionsexperte Hans Zollner. Fünf Jahre nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan wünscht er sich ein breiteres Bewusstsein für die Problematik. Quelle: katholisch.de
20.2.2024 Nicole Winfield schaut auf die Behandlung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche weltweit. Sie berichtet, dass unter Fachleuten Konsens darüber besteht, dass die Opfer nach einer Meldung bei der Kirche häufig erneut traumatisiert werden. So rät denn auch Pater Tom Doyle, US-amerikanischer Kirchenrechtler, Betroffenen davon ab, die kirchliche Justiz zu bemühen. Quelle: crux
20.2.2024 Im Jahr 1939 wurde der katholische Priester Theodor Helten wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch das Landgericht Bonn verurteilt. 1960/62 wurde das Urteil noch einmal untersucht. Das damalige Urteil aus der NS-Zeit wurde als zutreffend eingestuft. Helten starb im Konzentrationslager und wurde nach 1945 als Katholik verehrt, der für seinen Glauben im Konzentrationslager gestorben ist. Er wurde in den ersten sieben Auflagen des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts geführt. In der achten Auflage wird er nicht mehr genannt. Das Erzbistum Köln informierte die Pfarreiengemeinschaft Königswinter Am Ölberg und rief Betroffene und/oder Zeugen auf, sich bei einer unabhängigen Ansprechperson oder der Stabsstelle Intervention zu melden. Quelle: Domradio
19.2.2024 Als erste Diözese in Italien hat Bozen-Brixen eine externe Missbrauchsuntersuchung in Auftrag gegeben. Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl wird sie durchführen. Sie ruft Betroffene auf, sich zu melden. Quelle: vaticannews
19.2.2024 Auf das Bistum Trier können Gerichtsverfahren mit hohen Entschädigungsforderungen zukommen. Erste Klagen werden nach Aussagen eines Betroffenenvertreters derzeit vorbereitet. Quelle: katholisch.de
19.2.2024 Im März 2019, ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie beschlossen katholische Bischofskonferenz und Zentralkomittee der deutschen Katholiken, einen Synodalen Weg einzurichten. Dort sollten Reformen eingeleitet werden, um in Zukunft sexuellen und Machtmissbrauch zu verhindern oder zu reduzieren. Zur Verstetigung der Arbeit war ein Synodaler Rat vorgesehen, in dem Laien und Theologen gemeinsam mit Bischöfen volles Mitsprache- und Entscheidungsrecht haben sollten. Ein synodaler Ausschuss sollte die Gründung des Rates vorbereiten. Nun haben Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Robert Prevorst, Leiter der vatikanischen Bischofsbehörde und Manuel Fernandez, Präfekt des Glaubensdikasteriums der Bischofskonferenz untersagt, die Statuten des Synodalen Ausschusses auf ihrer Vollversammlung zu verabschieden. Thomas Schüller, Kirchenrechtler, kommentiert, der Brief sei ein „Schlag in die Magengrube“ der deutschen Bischöfe. Das römische Machtwort bedeute das Ende des Synodalen Ausschusses. Die Theologin Julia Knop erinnert die katholischen Bischöfe Deutschlands, dass sie 2019 ihr Wort gegeben haben, aus systemischen Problemen im Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Kirche lernen zu wollen. Nun müssten sie klären, ob sie sich diesem Anliegen verpflichtet fühlen „oder ob sie sich von der haltlosen Unterstellung aus Rom einschüchtern lassen, sie würden die katholische Kirche in Deutschland ins Schisma führen.“ Der Vorsitzende der Bischofskonferenz sieht die Hauptsorge des Vatikans in der Autorität des Bischofsamtes,, doch: „Diese Autorität ist angezählt durch den Missbrauch. Das betrifft auch die Autorität des Papstes.“ Quellen: katholisch.de katholisch.de Kirche und Leben Süddeutsche
18.2.2024 Der Historiker und Theologe Ulrich L. Lehner hat ein Buch über sexuellen Missbrauch bei den Jesuiten geschrieben. Fast alle Probleme, vor denen die Kirche in der Missbrauchskrise steht, waren bereits im 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Dem Wissenschaftler und gläubigen Katholiken Lehner ging es bei den Recherchen zeitweise „richtig dreckig“. Das Buch „Inszenierte Keuschheit. Sexualdelikte in der Gesellschaft Jesu im 17. und 18.Jahrhundert“ habe er geschrieben, weil es niemand anderes tun wollte. Quellen: kath.ch kathpress.at
18.2.2024 Die Ermittlungen gegen Kardinal Woelki verzögern sich. Auch, weil der zuständige Staatsanwalt große Datenmengen ganz allein auswertet. Experten halten das für fragwürdig. Quelle: 1.wdr
16.2.2024 Bischof Zoltán Balog, Chef der protestantischen Reformierten Kirche Ungarns, ist zurückgetreten. Ihm wurde vorgeworfen, die inzwischen auch zurückgetretene Staatspräsidentin Katalin Novák unterstützt zu haben, als sie einen Mann begnadigte, der wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilt worden war. Quelle: Spiegel
15.2.2024 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, sieht auch fünf Jahre nach dem vatikanischen Kinderschutzgipfel weiterhin Probleme bei der Aufarbeitung von sexueller Gewalt in der Kirche. Quelle: Domradio
15.2.2024 Der Salzburger Dogmatik-Professor Hans-Joachim Sander bringt es auf den Punkt: „Die kirchliche Schuld, die nicht elementar bearbeitet wird, ist eine Gesamtblockade der kirchlich ausgerichteten christlichen Botschaft.“ Quelle: Bistum Essen
15.2.2024 Der Betroffenenbeirat in den Bistümern Limburg und Fulda sucht Menschen, die in der Kirche sexuelle Gewalt erfahren haben und im gemeinsamen Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: FR
15.2.2024 Im Jahr 2023 sind im Kanton Zürich 13.900 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Allein fast 9.000 nach dem 12. September, dem Tag der Veröffentlichung des Schweizer Missbrauchs-Gutachtens. Quelle: ref.ch
15.2.2024 Das Bistum Essen verdoppelt sein Personal auf sechs Mitarbeitende im Stabsbereich Prävention und Intervention. Die neuen Kräfte sollen Betroffene begleiten und Pfarreien, Schulen und andere Einrichtungen in der Verbesserung der Prävention unterstützen. Quelle: katholisch.de
15.2.2024 Betroffene von sexuellem und spirituellem Missbrauch durch Priester haben in Kunstwerken ihr Leid ausgedrückt. Die Werke werden im Bistumshaus Sankt Otto in Bamberg gezeigt. Quellen: katholisch.de Bistumshaus Bamberg
14.2.2024 Papst Franziskus ist in Sachen sexueller Missbrauch an Ordensfrauen durch Geistliche mit harscher Kritik konfrontiert: Mehrere Aktivistinnen, darunter die deutsche Theologin, Buchautorin und frühere Ordensfrau Doris Reisinger, werfen ihm vor, er schütze Priester, die Ordensfrauen vergewaltigt und zur Abtreibung gezwungen hätten. Doris Reisinger konstatiert: „Während der Papst öffentlich Abtreibungen verurteilt und sie mit dem Anheuern eines Auftragsmörders vergleicht, ist er blind gegenüber Priestern, die Ordensfrauen zu Abtreibungen gezwungen haben.“ Quelle: orf
14.2.2024 In Ungarn wurde die Staatspräsidentin Novak entlassen, weil sie anlässlich eines Papstbesuchs den stellvertretenden Direktor eines Waisenhauses, der wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in dem Heim verurteilt worden war, teilweise begnadigt hat. Nun berichten ungarische Medien, dass der reformierte Bischof und Politiker Zoltan Balog der ehemaligen Staatspräsidentin Novak die Amnestie empfohlen habe. Balog weist jegliche Schuld zurück. Quelle: Domradio
14.2.2024 Der Weihbischof des Erzbistums Straßburg, Gilles Reithinger (51), ist zurückgetreten. Papst Franziskus hat den Amtsverzicht angenommen – ohne Begründung. Das Erzbistum Straßburg nennt gesundheitliche Gründe. Bekannt wurden auch Vertuschungsvorwürfe gegen den Weihbischof. Quelle: Kirche und Leben
9.2.2024 Der belgische frühere Bischof Roger Vangheluwe, Brügge, trat 2010 von seinem Bischofsamt zurück, nachdem bekannt wurde, dass er seine Neffen sexuell missbraucht hatte. Die Taten hat er eingeräumt. Der Vatikan hat zwar den Rücktritt angenommen, Vangheluwe aber ansonsten alle Bischofsrechte belassen. Ende 2022 bat die belgische Bischofskonferenz den Vatikan, Vangheluwe zu laisieren. Im Vorfeld des Papstbesuches in Belgien bat nun der Vatikan die belgischen Bischöfe, eine neue Akte über die Missbrauchsvorwürge vorzubereiten. Neue Informationen sind jedoch nicht zu erwarten. Der belgische Justizminiter Paul Van Tigchelt erklärte, die Bundesstaatsanwaltschaft sei bereit, dem Vatikan die pornografischen Bilder zu übergeben, die 2012 bei Vangheluwe gefunden wurden. Nach belgischem Recht seien sie nicht illegal, sie könnten aber im Widerspruch zum Kirchenrecht stehen. Quelle: katholisch.de Domradio 16.2.2024
9.2.2024 Der Historiker Klaus Große Kracht hat zur Position der HuK zu Pädosexualität geforscht. Sein Fazit: „Die HuK hat Bleibendes für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft und in den Kirchen geleistet. Aber sie hat zu lang gebraucht, um sich von pädosexuellen Interessen- und Unterstützergruppen in aller Deutlichkeit abzugrenzen. Beides widerspricht sich und gehört doch zusammen.“ Quelle: Chrismon
9.2.2024 Die Kirchen sind nach Ansicht der Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel mit der Aufarbeitung ihres „institutionellen Versagens“ bei Missbrauchsfällen überfordert. Die Staatsregierung müsse nun eingreifen, weise aber „immer noch jede Verantwortung zur Aufarbeitung und Aufklärung“ von sich, sagte Triebel am Freitag in München. Der Staat habe eine „grundgesetzlich festgeschriebene Wächterfunktion“, das Recht auf Aufarbeitung müsse endlich „im Sinne der Betroffenen festgeschrieben werden“. Quelle: Sonntagsblatt
9.2.2024 Dr. Regina Heyder referiert über spirituelle Selbstbestimmung. Quelle: youtube
8.2.2024 Im Februar 2023 hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Verfahren gegen den Pfarrer i.R., H.C.R., Eppertshausen, wegen Missbrauchsvorwürfen, die in den 1990er Jahren geschehen sein sollen, wegen Verjährung imApril 2023 eingestellt. In der Gemeinde erklären sich Menschen solidarisch mit dem Beschuldigten. Im Dezember 2023 gibt es eine Zeugenaussage, die möglicherweise strafbare Handlungen in einem nicht verjährten Zeitraum betreffen könne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt erneut. Das Bistum Mainz hat nach der Einstellung des strafrechtlichen Verfahrens kirchenintern weiter ermittelt, diese Ermittlungen ruhen jedoch wieder, solange die staatsanwaltlichen Ermittlungen andauern. Quelle: op-ponline
8.2.2024 Der Historiker Thomas Großbölting, der an der ForuM-Studie mitgearbeitet hat, bemerkt im Gespräch mit Christoph Fleischmann, Publik Forum, dass sexualisierte Gewalt in beiden Großkirchen ähnlich funktioniert – die Pastoralmacht sei unabhängig von theologischen Grundlegungen in beien Kirchen recht ähnlicht. Zum Streit zwischen den Landeskirchen und den Forschern meinte er, die Landeskirchen hätten die Aktensicherung wohl unterschätzt und es habe wohl auch am Willen gemangelt, sie „anzupacken“. Die nächste Aufgabe sei, über Verantwortlichkeiten zu sprechen. Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, betont, dass die Einrichtung unabhängiger regionaler Aufarbeitungskommission wichtig sei, damit Betroffene sich nicht an die Kirche wenden müssen. Quellen: evangelisch.de katholisch.de
7.2.2024 Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg will mit einem unabhängigen Forschungsteam sexualisierte und spirituelle Gewalt innerhalb ihres Verbands aufarbeiten. Ein besonderer Fokus liege auf der Frage, inwiefern die Kultur und die Strukturen der Pfadfinder zu Machtmissbrauch beitragen. Seit 2008 wurden 64 Missbrauchsfälle bei der DPSG bekannt. Quelle: Kirche und Leben
5.2.2024 Der Psychiater Marc Graf sieht in der Kirche an sich einen Risikofaktor für Missbrauch. Quelle: katholisch.de
5.2.2024 Der Kardinalsrat im Vatikan tagt mit Papst Franziskus zur Rolle der Frau. Auf einem vom Vatikan veröffentlichten Foto ist auch der kanadische Kardinal Gerald Cyprien Lacroix zu sehen. Gegen ihn wurden jüngst Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit laut. Quelle: Kirche und Leben
4.2.2024 Nach der Studie über sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat der Europapolitiker Manfred Weber auf die staatliche Aufarbeitung in anderen Ländern hingewiesen. In Ländern, in denen staatliche Organisationen aufgeklärt haben, sei innerhalb kurzer Zeit viel Klarheit eingetreten. Quelle: katholisch.de
3.2.2024 Die Sozialpsychologin Friederike Funke bemerkt zum Thema „Entschuldigung von Organisationen“, dass Missbrauchsopfer den Kulturwandel der Organisation auch bemerken müssen und dass die Organisation wirklich verstanden haben muss, was falsch gelaufen ist. Mit einer aufrichtigen Entschuldigung müssen sich Strukturen ändern. Die Opfer müssen in den Wiedergutmachungsprozess einbezogen werden, auf Augenhöhe – wenn sie das wollen. Quelle: Sonntagsblatt
3.2.2024 Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat ein Strafverfahren gegen Walter Mixa eröffnet, den früheren Bischof von Eichstätt und Augsburg. Der Deutsche Josef Henfling wirft Mixa vor, ihn 2012 in Gossau SG sexuell belästigt zu haben. Quellen: katholisch.de blick.ch
2.2.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak sagt, dass die ForuM-Studie zeige, dass Missbrauch „ein reines Männlichkeitsphänomen und insofern nicht allein ein kirchliches Problem, sondern ein Problem der gesamten Gesellschaft“ sei. Quelle: evangelisch.de
2.2.2024 Die Bischofsweihe des neu ernannten Bischofs der englischen Diözese Plymouth, Christopher Whitehead, wurde abgesagt, weil ein „kanonisches Verfahren“ gegen Whitehead laufe. Der Grund für das Verfahren wurde nicht mitgeteilt. Whitehead zieht sich aus dem priesterlichen Dienst zurück. Quelle: katholisch.de
2.2.2024 Im Erzbistum Köln wurde im November 2023, dass Pfarrer V. aus Gladbeck Minderjährige missbrauchte. Der inzwischen verstorbene Beschuldigte war V. zwischen 1939 und 1992 in Wülfrath, Essen-Steele-Rott, Köln-Niel und ab 1950 in drei Pfarreien in Bad Godesberg tätig. Das Erzbistum suchte nach weiteren Betroffenen. Informationen, ob sich weitere Betroffene gemeldet haben, gibt es bislang nicht. Quelle: ga
2.2.2024 Die katholische Kirche in Spanien plant eine „nationale Schlichtungskommission“, um Missbrauchsvorwürfe zu prüfen und Opfer zu entschädigen. Die Bischöfe arbeiten zudem derzeit an einem umfassenden Wiedergutmachungsplan. Ob Betroffene an den Planungen beteiligt sind, ist nicht erkennbar. Quelle: Domradio
1.2.2024 Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat eine umstrittene Personalentscheidung zurückgezogen. Ein Priester, dem sexuell grenzverletzendes Verhalten, das weder straf- noch kirchenrechtlich sanktioniert wurde, vorgeworfen worden war, wird anders als zunächst geplant doch nicht Pfarrer in der Gemeinde Sankt Clemens im nordrhein-westfälischen Oberhausen. Quelle: katholisch.de
1.2.2024 Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG weist erneut darauf hin, dass Betroffene sexuellen Missbrauchs in den Kirchen die Möglichkeit haben, eine Rente zu beantragen. Dies gilt für Kinder und Jugendliche, die im Kirchenchor, als Messdiener*innen, Gruppenleiter oder Konfirmanden Missbrauch erlitten haben. Quelle: katholisch.de
31.1.2024 Weil er gemeinsam mit einem Familienvater dessen beide Kinder missbraucht hatte, wurde im Schweizer Bistum Sitten ein Priester laisiert und zu Schmerzensgeld verurteilt. Da er sich nicht an die Sanktionen hielt, informierte Bischof Jean-Marie Lovey die aktiven Priester des Bistums. Bischof Lovey sagt, im Kirchenrecht gebe es keine Verjährung für Missbrauch von Minderjährigen. Quellen: vaticannews kath.ch
31.1.2024 Die Deutsche Franziskanerprovinz mit 212 Mitgliedern hat eine Missbrauchsstudie bei dem Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in Auftrag gegeben. Ergebnisse sollen Ende 2025 vorliegen. Seit 2010 sind bei der Provinz mehr als 40 Meldungen zu Missbrauchsfällen eingegangen, die dich meist auf die Zeit von 1960 bis 1990 bezogen. Das IPP sucht Betroffene – auch solche, die sich bereits gemeldet haben – und Zeitzeug*innen. Gesucht werden auch noch betroffene Personen, die im Begleitgremium der Studie mitarbeiten. Quelle: katholisch.de
30.1.2024 Dem in Deggendorf verurteilten katholischen Pfarrer, der bis zu seiner Entpflichtung im Januar 2023 in Windeck arbeitete, war 2010 ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen auferlegt worden. Dennoch war er in Erstkommunion- und Firmvorbereitungen aktiv, nahm an Ausflügen teil, hielt Familien- und Schulgottesdienste und nahm die Beichte ab. Sein damaliger Vorgesetzter ermöglichte dem verurteilten Pfarrer diese Arbeit und das zuständige Erzbistum Köln kontrollierte die Einhaltung der Auflagen nicht. Quelle: rundschau-online
30.1.2024 In Oberhausen regt sich in der Pfarrei Sankt Clemens, Sterkrade, Widerstand gegen die Versetzung eines Priesters. Ihm war sexuell grenzverletzendes Verhalten vorgeworfen worden. Quelle: Kirche und Leben
30.1.2024 Das Bistum Aachen sucht im Fall eines Missbrauchsbetroffenen, der in den 1960er Jahren von einem Kaplan über sechs Jahre missbraucht wurde und das Bistum im Zuge der Amtshaftung auf 180.000 Euro verklagt hat, einen Weg der Einigung. Es brachte zunächst die Einrede der Verjährung vor und bot dem Betroffenen zugleich ein gerichtliches Mediationsverfahren an. Diesem Verfahren müssen sowohl das Gericht als auch der Kläger zustimmen. Das Gericht hat aber auch noch die Möglichkeit, die Einrede der Verjährung als sittenwidrig zurückweisen. Quelle: katholisch.de
29.1.2024 Der Staatsanwalt Christian Kalleder, Deggendorf, hat beim Bundesgerichtshof Revision gegen das Urteil gegen den 66-jährigen Geistlichen aus dem Bistum Köln, der während mehrerer Radtouren im Sommer 2022 an einem 15-jährigen Messdienser sexuelle Handlungen vorgenommen hat, eingelegt. Das Gericht hatte den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener nicht als erfüllt angesehen, da die Radtour in privatem Rahmen erfolgt sei. Quelle: Domradio
29.1.2024 Eine ehemalige Ordensfrau der aufgelösten Loyola-Gemeinschaft erhebt neue Vorwürfe gegen den früheren Jesuiten und Mosaikkünstler Marko Rupnik. Er habe ihr Anfang der 1990er Jahre einen Finger gebrochen und ihr ärztliche Behandlung und das Sprechen davon verboten. Kommentiert habe er die Körperverletzung mit den Worten: „Jetzt haben Sie das ewige Siegel der Gesellschaft Jesu“ und er sagte, er habe es aus Liebe getan. Die Ordensfrau berichtete, dass Rupnik der alleinige geistliche Begleiter aller Novizinnen gewesen war. In der Gemeinschaft habe sie „alle Arten von geistlichem Missbrauch, bis hin zur Anstiftung zum Selbstmord“ erlebt, berichtete die ehemalige Ordensfrau. Zuständig für den Fall Rupnik ist nicht das Glaubensdikasterium, sondern eine andere Behörde – vermutlich die Behörde für Ordensleute, weil das Glaubensdikasterium nur für Missbrauch an Minderjährigen und geistig Behinderten zuständig ist. Quelle: katholisch.de
28.1.2024 Sexualisierte Gewalt wird es immer geben, die Kirche muss damit umgehen. Interview mit Henning Stein, der im Verbundbeirat der ForuM-Studie ist. Quelle: DLFKultur
28.1.2024 Hans Zollner, katholischer Kinderschutzexperte, rät der evangelischen Kirche, „den Betroffenen Raum zu geben, über ihre Anliegen zu sprechen“ und zu beachten, dass Vergebung erst nach der Gerechtigkeit kommt. Quelle: Domradio
28.1.2024 Der BR berichtete im November 2023 über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in der früheren Asthma-Kinderheilstätte Bad Reichenhall. Nun berichten weitere Betroffene. Die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München verspricht Aufarbeitung. Quellen: br br
27.1.2024 Heute ist Holocaust-Gedenktag. Marina Weisband spricht im Interview über ihre Erfahrungen. Quelle: swr
27.1.2024 Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster distanziert sich davon, dem verstorbenen Bischof Reinhard Lettmann die Ehrendoktorwürde verliehen zu haben. Grund seien Lettmanns Verfehlungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Quelle: Kirche und Leben
27.1.2024 Der Erzbischof von Quebec, Kardinal Gerald Cyprien Lacroix, zieht sich von allen Ämtern zurück und bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe – sie seien gegenstandslos. Ihm wird vorgeworfen, ein 17-jähriges Mädchen bei zwei Bibeltreffen sexuell berührt zu haben. Quelle: katholisch.de
27.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak macht auf das Offensichtliche aufmerksam: Dass die EKD-Studie gezeigt hat, dass 99 % der Beschuldigten Männer und rund drei Viertel von ihnen bei der ersten Tat verheiratet waren. Er schließt daraus, dass die Missbrauchsfälle ein Männlichkeitsphänomen sind. Sie sind auch nicht auf den Zölibat zurückzuführen. Quelle: katholisch.de
26.1.2024 Der kanadische Kardinal Gerald Cyprien Lacroix, 66 J., Primas der Kirche in Kanada und Erzbischof von Quebec, soll zwischen 1987 und 1988 während zweier Bibeltreffen ein 17-jähriges Mädchen sexuell berührt haben. Lacroix gehört dem Säkularinstitut Pius X. an. Quelle: kath.ch
26.1.2024 Der Sprecher des Betroffenenbeirates bei der Deutschen Bischofskonferenz, Johannes Norpoth, stellt fest, dass die evangelischeKirche von der katholischen Kirche nichts gelernt habe. Quelle: Domradio
26.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak konstatiert, dass die Ergebnisse der ForuM– und der MHG-Studie nur schwer miteinander vergleichen könne, weil die MHG-Studie nur Geistliche einbezogen hatte, die ForuM-Studie auch kirchliche Angestellte und Mitarbeiter untersucht hat. Dennoch sei deutlich geworden, dass die evangelische Kirche nicht besser dastehe als die katholische. Pollak erwartet, dass die Ergebnisse der ForuM-Studie zu weiteren Kirchenaustritten führen werden. Quelle: Domradio
26.1.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, spricht davon, dass man im Vergleich zur katholischen Kirche in der EKD acht Jahre verloren habe. Quelle: Zeit
26.1.2024 Thomas Großbölting, einer der Forscher der ForuM-Studie der EKD, sieht in der evangelischen Kirche andere Risikofaktoren für Missbrauch im Vergleich zur katholischen Kirche. Das bedeute jedoch nicht, dass die katholische Kirche auf die Aufarbeitung ihrer eigenen Risikofaktoren verzichten könne. In der evangelischen Kirche weist er auf die Rechtfertigungslehre hin, die den Täter mehr als die Betroffenen in den Vordergrund stelle. Für Betroffene, die Versöhnung verweigern, habe sich gezeigt, dass sie als Störenfriede wahrgenommen werden. Die Diskussion über die katholische Kirche seit 2010 sei eine Stellvertreterdiskussion. Nun sei die evangelische Kirche im Blick – aber es sei auch nötig, die Familie als Tatort in den Blick zu nehmen. Zudem müsse der Staat mehr als bisher machen. Quellen: katholisch.de Domradio
25.1.2024 Die evangelische Kirche als Schutzraum für die Täter. Quelle: nrz
25.1.2024 Die Bundesfamilienministerin Lisa Paus, Grüne, verweist angesichts der ForuM-Studie auf das geplante Gesetz zur Stärkung des Amtes der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Quelle: vaticannews
25.1.2024 Interview mit dem Co-Autor der ForuM-Studie Fabian Kessl über die evangelische Studie. Quelle: DLF
25.1.2024 Das Machtgefälle kirchlicher Strukturen begünstigt sexuellen Missbrauch, sagt Katharina Kracht vom Betroffenenbeirat. Anlässlich der EKD-Missbrauchsstudie fordert sie besseren Rechtsschutz für Betroffene und eine unabhängige Ombudsstelle. Quelle: DLF
25.1.2024 Die EKD-Studie ForuM offenbart ähnlich schlimme Zustände wie in der katholischen Kirche: „Die Forscher der aktuellen Forum-Studie untersuchten 4282 Disziplinarakten, 780 Personalakten und 1318 weitere Unterlagen. Die katholische Kirche hatte seinerzeit mehr als 38.000 Personal- und Handakten untersucht – aus gutem Grund: Solche Dokumente können Hinweise auf Straftaten, Verdachtsmomente, aber auch mögliche Vertuschung von Sexualdelikten durch Kirchenobere geben. Dort werden Versetzungen aufgeführt, die oft Reaktion auf ein Fehlverhalten von Mitarbeitern sind.“ Und: „Erst wenn man alle vorhandenen Personalakten von Pfarrpersonen sichtet, werden 57 Prozent der Beschuldigten und rund 75 Prozent der Betroffenen erfasst. Es gibt in den anderen Landeskirchen also vermutlich eine Vielzahl unentdeckter Fälle. Hinzu kommt, dass Akten oft unsystematisch und nicht standardisiert geführt oder sogar vernichtet wurden.“ Quelle: spiegel siehe auch: BNN, Neues Ruhrwort, Sonntagsblatt, Berchtesgardener Anzeiger
25.1.2024 Die Missbrauchsstudie der evangelischen Kirche offenbart das Leid vieler Betroffener. Einige kritisieren das Vorgehen der Studie. Das ist okay, aber das Wichtigste ist: Der Anfang ist gemacht, sagt Gerd-Matthias Hoeffchen. Quelle: evangelische-zeitung
25.1.2024 Die ForuM-Studie der EKD ermittelte mindestens 2225 Betroffene und 1259 mutmaßliche Täter seit 1946. Die Forscher sagen, dies sei die „Spitze der Spitze des Eisbergs“. Martin Wazlawik, der die Studie in der Pressekonferenz vorstellte, konstatierte, dass die evangelische Kirche sich als „partizipativ, hierarchiearm und progressiv“ bezeichne, aber genau dieses Selbstverständnis habe in vielen Fällen dazu geführt, dass sie interne Fehler und die eigene Machtstruktur nicht kritisch hinterfragt habe. Erstnach 2018 – der Veröffentlichung der katholischen MHG-Studie – habe man erkannt, dass Missbrauch kein rein katholisches Problem sei. Auch in der evangelischen Kirche habe man von Betroffenen verlangt, dass sie ihren Tätern vergeben müssen. Zudem habe man Betroffene nicht als zur evangelischen Gemeinschaft Zugehörige gesehen, sondern als eine Gruppe, die der Kirche und der Diakonie gegenübersteht. Betroffene wurden diffamiert und delegitimiert. Die durch den Missbrauch verursachten seelischen Belastungen wurden gegen die Betroffenen verwendet: Die Person sei ja so traumatisiert, dass sie nicht wirklich sprachfähig sei. In den Landeskirchenämtern habe man nicht im Umfeld von Gemeinde, Heim oder Schule nach möglichen weiteren Opfern gesucht. Im Fall von Katharina Kracht ging die Kirche von einem „Einzelfall“ aus – inzwischen sind zwölf weitere Betroffene bekannt. Quelle: Süddeutsche
25.1.2024 Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Landeskirche Braunschweig, begrüßt die ForuM-Studie. In der Landeskirche Braunschweig wurden 2.500 Personalakten von Pfarrpersonen von 1939-2021 ausgewertet und brachten Hinweise auf 15 Fälle. Sieben Fälle seien unbestätigte Verdachtsfälle. Die Fälle bezogen sich vor allem auf außereheliche Beziehungen zu in den 1960er Jahren minderjährigen Frauen und auf homosexuelle Handlungen. Kindesmissbrauch oder Pädophilie sei die absolute Ausnahme, sagte der Landesbischof. Die Anerkennungskommission der Evangelischen Kirche in Niedersachsen hat in den letzten zehn Jahren acht Fälle aus der Landeskirche Braunschweig bearbeitet, fünf Fälle geschahen in Heimen und Krankenhäusern, drei in Kirchengemeinden. Quellen: Landeskirche Braunschweig cremlingen-online
25.1.2024 Annette Langer spricht angesichts der ForuM-Studie von einem Desaster und äußert Zweifel am Aufklärungswillen der Evangelischen Kirche. Quelle: Spiegel
25.1.2024 Joachim Frank nennt die Ergebnisse der Studie ForuM der EKD einen „desaströsen Tag für die Kirche – mit Ansage“: „Unbegreiflich sind das Gezauder, das Hinhalten, die eklatanten Mängel in der Kooperation mit den Forschenden bei der Erhebung einigermaßen gesicherter Fallzahlen. Das lässt an der Ernsthaftigkeit des Aufklärungswillens zweifeln und entwertet so das Projekt im Hinblick auf die kirchliche Außenkommunikation. Schlimm ist das vor allem für die Betroffenen sexualisierter Gewalt, die wieder und wieder vor dieselben Mauern rennen, in die gleichen institutionellen Tretmühlen geraten, die gleichen Retraumatisierungen erfahren müssen.“ Quelle: FR
25.1.2024 Simone Schmollak erzählt von einer inzwischen verstorbenen Freundin, die in der damaligen DDR vom Pfarrer – genau wie ihre Schwester – missbraucht wurde. Ihren Eltern hat sie es nie erzählt, denn auch der Vater missbrauchte sie. Quelle: taz
25.1.2024 Die heute 71-jährige Ursula W. berichtet von Missbrauch durch Karl H., damals Pfarrer in Hof in Franken, den sie als Kind erlitt. Als auch andere Frauen Vorwürfe gegen H. erhoben, erkannte das Disziplinargericht der bayerischen Landeskirche dem pensionierten Oberkirchenrat 2011 alle Rechte aus seinem Kirchenamt ab, aber der Disziplinarhof der EKD kassierte zwei Jahre später den Spruch wieder – wegen des fragilen Gesundheitszustandes und des hohen Alters des Angeschuldigten und weil die Tatvorwürfe so lange zurückliegen. Quelle: FR
25.1.2024 Detlev Zander, Mitglied des Beteiligungsforums in der EKD kritisiert die ForuM-Studie der EKD. Aus der Diakonie seien nur Fälle bis 1970 aufgenommen worden. Erschüttert ist er darüber, dass die Opfer beim ersten Übergriff elf Jahre alt waren. Die EKD habe lange vermittelt, in ihren Reihen gebe es vor allem betroffene Frauen und ältere Mädchen und nun zeige sich, dass auch viele Jungen betroffen sind. Zander bemängelt, dass kein Verantwortlicher mit Namen genannt werde. Im Blick auf die Zukunft sagt Zander: „Wer jetzt Reformen verweigert, sollte sein Bischofskreuz abgeben. Die bislang durchschnittlich bei 13.000 Euro liegenden Zahlungen an Betroffene müssten deutlich erhöht werden, sagt Zander. Quelle: Spiegel
25.1.2024 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, kritisiert die ForuM-Studie der EKD und meint, dass es wohl noch Jahre dauern werde, bis die Missbrauchsfälle in derEKD und der Diakonie aufgeklärt werden. Er fordert weiterhin staatliche Aufklärung und eine angemessene Entschädigung. Quelle: Neues Ruhrwort
25.1.2024 Der Priester, der im niederbayrischen Deggendorf verurteilt worden ist, weil er während zweier privater Radtouren sexuelle Handlungen an einem Messdiener vorgenommen hat, war bis zu seiner Entpflichtung im Januar 2023 in Windeck tätig. Schon im Jahr 2010 gab es offenbar einen begründeten Verdacht. Der Auflage, nicht mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, kam er nicht nach. Quelle: ksta
- Abschlussbericht: Forschungsverbund ForuM (Hrsg.): Forschung zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland 25.1.2024
- Zusammenfassung 25.1.2024
25.1.2024 Die Evangelische Kirche der Pfalz konnte für die Studie ForuM insgesamt 49 Fälle sexualisierter Gewalt zusammentragen. Es gelten davon aber nur 22 als bestätigt. Das bedeutet, dort hat die Kirche entweder selbst Disziplinarmaßnahmen eingeleitet oder die Täter wurden vor Gericht verurteilt. In ca 33 Fällen handelt es sich um Missbrauch, in einem der 22 bestätigten Fälle um eine Vergewaltigung. Neun Täter arbeiteten als pädagogische Kräfte, z.B. Erzieher, sieben Täter waren Pfarrer, einzelne Täter arbeiteten ehrenamtlich, als Kirchenmusiker oder als Kirchendiener. Mit einer Ausnahme – einer Erzieherin – waren alle Täter männlich. Quelle: swr
24.1.2024 Die Stadt Essen benennt den „Kardinal-Hengsbach-Platz“ in der Nähe des Essener Doms wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen den 1991 gestorbenen Geistlichen um. Der Platz soll künftig „Friedensplatz“ heißen. Quelle: stern
24.1.2024 Sylvia Wagner ist Pharmazie-Historikerin und war Heimkind. 2019 promovierte sie über Arzneimittelversuche in Kinderheimen. Sie ist Autorin des Buches „Arzneimittelversuche an Heimkindern zwischen 1949 und 1975“, Verlag Mabuse, 2020. Derzeit arbeitet sie in einem wissenschaftlichen Team im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Nordrhein-Westfalen an einer Studie für das Bundesland. Im autobiografischen Roman „heimgesperrt“ hat sie zudem ihre eigene Geschichte mit ihren wissenschaftlichen Ergebnissen verwoben. Kirche+Leben hat mit ihr gesprochen. Wagner berichtet, dass der Umfang der Arzneimittelversuche schwer zu ermitteln sei. Bislang seien etwa 160 Arzneimittelprüfungen bekannt, in die etwa 3.500 Heimkinder involviert waren. Quelle: kirche-und-leben
24.1.2024 Klaus-Dieter Bach berichtet von seinen schweren Erfahrungen im Heim St. Josef-Stift, Wachtendonk, und im Franz Sales-Haus in Essen. Quelle: Kirche und Leben
24.1.2024 Die Giordano-Bruno-Stiftung will unter Beteiligung der Betroffeneninitiative imBistum Hildesheim mit zwei Kunstinstallationen auf die schleppende Missbrauchsaufarbeitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufmerksam machen. Das Protestbündnis fordert zudem den Bundestag auf, im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung eine Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission und ein Opfergenesungswerk einzurichten. Quelle: Evangelische Zeitung
24.1.2024 Die Münsteraner Theologieprofessorin Regina Elsner macht darauf aufmerksam, dass das katholische „nihil-obstat-Verfahren“ eine Form des Machtmissbrauchs ist. Quellen: katholisch.de feinschwarz.net
24.1.2024 Die Evangelische Kirche in Mitteldeuschland (EKM) meldete als Ergebnis einer Suche in den Personalakten von 8.000 Pfarrpersonen aus den Jahren 1946 bis 2020 den Wissenschaftler:innen der Teilstudie E der ForuM-Studie insgesamt 49 Beschuldigte und 125 Betroffene. Quelle: Eulemagazin
24.1.2024 Im Jahr 2023 hat das Bistum Würzburg insgesamt 229.500 Euro Anerkennungsleistungen an Betroffene sexuellen Missbrauchs gezahlt. 15 Anträge auf Anerkennung des Leids wurden gestellt, in fünf Fällen wurde Geld gezahlt. Die Summe verteilt sich auf Anträge zwischen 2021 und 2023. 8 000 Euro davon zahlten Ordensgemeinschaften. 2023 erhielten die Unabhängigen Ansprechpersonen sechs neue Mitteilungen. Sierichteten sich gegen zwei lebende Priester, einen verstorbenen Priester, einen verstorbenen Ordensmann, der für das Bistum tätig war, und gegen zwei ehrenamtlich tätige Personen. Quellen: Evangelische Zeitung Bistum Würzburg
24.1.2024 Der belgische Premierminister De Croo fordert die Laisierung des ehemaligen Bischofs Roger Vangheluwe, Brügge. Vangheluwe trat 2010 zurück und räumte den Missbrauch eines Neffen ein. Im Winter 2022 hatte die Bischofskonferenz den Vatikan aufgefordert, Vangheluwe zu laisieren, jedoch keine Antwort aus dem Vatikan erhalten. Quelle: katholisch.de
24.1.2024 Das vatikanische Vorseminar Pio X. ist die einzige vatikanische Einrichtung, in der Minderjährige untergebracht sind. Sie sind Messdiener im Vatikan und manchebereiten sich auf den Priesterberuf vor. Dort hat ein Mann, der später Priester wude, einen zeitweise noch minderjährigen Mitschüler von 2007 bis 2012 sexuell missbraucht. Die Ermittlungen liefen seit 2017. Im Jahr 2021 wurde der Angeklagte in erster Instanz freigesprochen. Nun wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Es ist die erste Verurteilung wegen Missbrauchs im Vatikan. Quelle: standard.at
24.1.2024 Nur eine der 20 Landeskirchen lieferte die Daten aus Personalakten wie gewünscht, während alle anderen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) sowie die Diakonischen Werke dem Forschungsteam der Studie ForuM lediglich Details aus Disziplinarakten über Beschuldigte bereitstellten. Diese Akten geben jedoch nur Auskünfte über einen Bruchteil der Missbrauchsfälle. Geplant war, alle Personalakten zu prüfen. Als Begründung für diese Einschränkung wird Personalmangel genannt. Der Strafrechtsprofessor Stephan Rixen wies darauf hin, dass bei sexualisierter Gewalt oft gar keine Disziplinarakten angelegt worden seien. Wenn nicht auch die Personalakten den Wissenschaftler*innen vorgelegen haben, müssten sich „die Landeskirchen und die Diakonie die Frage gefallen lassen, ob sie den Missbrauch in der evangelischen Kirche wirklich umfassend aufarbeiten wollen.“ Quellen: tagesschau Domradio
24.1.2024 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, erwartet von der ersten unabhängigen Studie über sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche und Diakonie deutlich höhere Zahlen als die bisher bekannten. Da es „kaum wirklich kirchenunabhängige Ansprechstellen“ in der evangelischen Kirche gebe, hätten viele Betroffene bisher geschwiegen. Das ARD-Magazin „Monitor“ berichtete von der Kritik der beteiligten Wissenschaftler, dass sie nicht im vollen Umfang in allen 20 Landeskirchen Zugriff auf Personalakten hatten. Quellen: Domradio
23.1.2024 Matthias Schwarz wurde ab 13 Jahren von seinem Gemeindepfarrer sexuell missbraucht. Heute hilft der Pfarrer anderen Betroffenen. Doch trotz aller Aufarbeitung bleiben offene Wunden. Quelle: evangelische Zeitung
23.1.2024 Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur hat dem im Juli vorigen Jahres verstorbenen Theologen, Autoren und Pädagogen Arnulf Zitelmann posthum den 1994 verliehenen Großen Preis wieder aberkannt. Hintergrund sind die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen Zitelmann, dessen Tochter ihn beschuldigt. 25 Jahre dauerte ihr Kampf mit der Landeskirche um die Anerkennung. Quelle: FR
22.1.2024 Der Gründer der charismatischen Bruderschaft „Eucharistein“, Nicolas Buttet, hat die Gemeinschaft verlassen. Nun ist er als Priester im französischen Bistum Fréjus-Toulon inkardiniert. Ihm wurden Machtmissbrauch und Nötigung vorgeworfen – er habe ein „pyramidales, missbräuchliches und infantilisierendes System“ in der Gemeinschaft etabliert. Die 1996 gegründete Gemeinschaft hat zwei Niederlassungen in Frankreich und eine Niederlassung in Epinassey, im Wallis. Quelle: katholisch.de
22.1.2024 Ein Betroffener von Missbrauch war im Bistum Hildesheim als Messdiener durch ein Netzwerk pädophiler Priester am Domhof in Hildesheim sexuellem Missbrauch ausgeliefert. Er war nicht das einzige Opfer und er kannte drei der 45 bekannten Täter. Heute ist er evangelischer Pfarrer in der Schweiz und hat in der Kunst einen kreativen Ausdruck für das Unsagbare und Unvorstellbare der erlittenen Verbrechen gefunden. Dass er nicht vergibt, ist für ihn eine Quelle der Kraft. Quelle: kath.ch
22.1.2024 Eine Person aus dem Bistum Münster, die „schwersten sexuellen Missbrauch über einen längeren Zeitraum“ erlitten hat, hat 300.000 Euro Anerkennungszahlungen erhalten. Das Bistum Münster hat bisher 62 Millionen Euro an Betroffene gezahlt. Quelle: Kirche und Leben
22.1.2024 Papst Franziskus räumte vor Medienschaffenden ein, dass es Skandale in der katholischen Kirche gebe. „Er dankte den Anwesenden für den Respekt und das besondere Taktgefühl, mit dem sie über diese berichten.“ Quelle: katholisch.de
21.1.2024 Im Jahr 2023 zahlte das Bistum Augsburg 615.500 Euro an 27 Missbrauchsbetroffene im Auftrag der UKA und 246.000 Euro an 19 Betroffene als Unterstützung durch das Bistum. Insgesamt zahlte das Bistum bislang 3,7 Millionen Euro an Betroffene. Die Erzdiözese München und Freising zahlte 21 Betroffenen 339.000 Euro Anerkennungsgeld. Insgesamt zahlte die Erzdiözese 980.000 Euro an 83 Betroffene und ca 75.000 Euro
Therapiekosten für 14 Betroffene. Das Erzbistum Bamberg zahlte 354.000 Euro an 15 Betroffene – insgesamt 936.000 Euro an 77 Betroffene. Das Bistum Eichstätt zahlte fünf Betroffenen 98.000 Euro im Jahr 2023. Insgesamt wurden 356.000 Euro an 20 Betroffene gezahlt. An drei Betroffene
zahlte 2023 das Bistum Passau 65.000 Euro. Im Jahr 2023 zahlte das Bistum Regensburg 273.500 Euro an 15 Menschen. Insgesamt seien mehr als 2,9 Millionen Euro an Betroffene sexueller Gewalt geflossen. Quelle: stern
21.1.2024 Christoph Fleischmann schreibt im Vorfeld der Evangelischen Studie ForuM über „Unbequeme Wahrheiten – Sexualisierte Gewalt in den evangelischen Kirchen“. Sein Fazit: „Denn wenn die eigenen Fehler weiter bemäntelt und verschwiegen werden müssen, um keinen Ansehensverlust zu erleiden, dann gewinnt trotz aller guten Absichten und Anstrengungen doch die nass-forsche Dreistigkeit der Täter. Ein Hoffnungszeichen gibt es: Ohne die Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren Mut zu sprechen, wäre der Missbrauchsskandal nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Tief verwundete und traumatisierte Menschen haben Worte gefunden über das Furchtbare zu sprechen. Darin liegt die Hoffnung, dass auch andere nicht sprachlos bleiben müssen angesichts des Abgründigen. Wer religiös gestimmt ist, mag darin die Bestätigung des biblischen Satzes sehen: Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. “ Quelle: ndr
21.1.2028 Im Bamberger Bistumshaus Sankt Otto stellen Betroffene von sexuellem und spirituellem Missbrauch Werke aus – sie zeigen verstörende Geschichten. Quelle: Mainpost
21.1.2024 Als Kind wurde der reformierte Pfarrer Matthias Fischer von katholischen Priestern missbraucht. Nun klagt er sie mit seiner Kunst an. Quelle: Der Bund.ch
20.1.2024 Über die Höhe der Zahlungen an Betroffene sexualisierter Gewalt gibt es in der katholischen Kirche Meinungsverschiedenheiten. Zuletzt zeigten sie sich beim Bistum Augsburg und der Deutschen Bischofskonferenz. Johannes Norpoth sieht noch Gesprächsbedarf. Quelle: Domradio
19.1.2024 Fromme Pietisten und „freie-Liebe“-Prediger: Auch in den evangelischen Kirchen gab und gibt es Missbrauch – und Vertuschung. Die Täter agierten hier nicht nur im Umfeld einer beengenden Sexualmoral – vergleichbar mit der katholischen -, sondern auch unter dem Vorzeichen der „freien Liebe“. Das zeigen Recherchen wenige Tage vor der Publikation der Studie in Deutschland. Quelle: kath.ch
19.1.2024 Das kirchenrechtliche Verfahren gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer aus dem Bistum Trier, der wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs vor Gericht stand, ist weiterhin vorerst nicht rechtskräftig. Er hat Rekurs eingelegt. Quelle: saarbruecker-zeitung
19.1.2024 Einem Priester, der aus dem Raum Köln stammt, wird vorgeworfen, während zweier mehrtägiger Radtouren im Sommer 2022 an einem 15-jährigen Messdiener sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Nun hat das Landgericht Deggendorf ihn zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen zur Last gelegt. Die Kammer jedoch argumentierte, die Radtouren habe der Priester nicht in seiner Funktion als Priester, sondern privat mit dem Geschädigten unternommen. Der Geschädigte sei also nicht Schutzbefohlener gewesen. Der Priester zeigte sich geständig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quellen: Süddeutsche Augsburger Allgemeine
19.1.2024 Die Landeskirche Westfalen will die Hintergründe des Siegener Verdachtsfalls auf sexuelle Gewalt, der zum Rücktritt der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus, führte. Geprüft werden sollen die rechtlichen Aspekte, soweit sie über die staatsanwaltlichen Ermittlungen hinausgehen. Quelle: katholisch.de
19.1.2024 Nancy Janz, Mitglied des Beteiligungsforums der EKD, spricht im Interview von ihren Erwartungen an die Studie ForuM: „Ich hoffe sehr, dass eine der Empfehlungen sein wird, dass die Institutionen selbst aktiver werden. So hätte es auch in meinem Fall sein sollen. Wenn ich nicht aktiv geworden wäre und mich 2022 an die Presse gewandt hätte, dann hätte meine Landeskirche Hannovers nichts unternommen. Und das höre ich auch von anderen Betroffenen. Wenn Betroffene nicht Druck machen, dann passiert oft nicht viel. Die Institution braucht den Willen zu Aufklärung und Aufarbeitung, um glaubwürdig zu sein.“ Quelle: Evangelische Zeitung
19.1.2024 Der BR schaut nach dem Stand der Aufarbeitung in den bayerischen Bistümern. Die Bistümer Augsburg, Passau und Würzburg arbeiten noch an einem Gutachten. Die Bistümer Regensburg und Eichstätt haben bislang keine Gutachten beauftragt. Im Erzbistum Bamberg soll das Gutachten „demnächst“ starten. Lediglich das Gutachten des Erzbistums München und Freising liegt vor. Quelle: BR
19.1.2024 Die (Erz-)Bischöfe Heiner Koch (Berlin) und Stefan Heße (Hamburg) sowie die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg), Ulrich Neymeyr (Erfurt), Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) und Wolfgang Ipolt (Görlitz) äußern sich zum Erhalt der Demokratie in Deutschland: „Krude Ausweisungsphantasien für Migranten und ihre Unterstützer, die Ablehnung von Schutzangeboten für Geflüchtete, die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung, der alleinige Fokus auf Leistungsfähigkeit, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und die pauschale Verächtlichmachung von politischen Akteuren und Institutionen sind mit diesen Grundwerten unserer Gesellschaft unvereinbar.“ Auch der Bischof von Münster, Genn, positioniert sich eindeutig gegen rechtsradikales Gedankengut. Quellen: Domradio Domradio Domradio Domradio kirche-und-leben
18.1.2024 In der „Ansprechstelle für den Umgang mit Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ bei der Evangelischen Kirche im Rheinland wurden 301 Beratungsgespräche imJahr 2023 geführt. In der Zeit seit der Einrichtung 2011 waren esinsgesamt 220 Gespräche. Die psychologische Leiterin Juliane Arbold führt diese Zunahme u.a. auf eine ausgeprägtere Sensibilität für übergriffiges Verhalten zurück. Quelle: NRZ
18.1.2024 Die Evangelische Kirche im Rheinland hat bislang 70 erwiesene Fälle von sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen seit 1946 festgestellt. Ein Drittel der bekannten Taten seien von Pfarrerinnen und Pfarrern begangen worden, ein weiteres Drittel von anderen Kirchenmitarbeitern wie Lehrern oder Kantoren. Ebenfalls für ein Drittel seien ehrenamtliche Mitarbeitende verantwortlich. Bei der 2021 eingerichteten Meldestelle der Landeskirche gingen „bis heute“ 76 Meldungen von Verdachtsfällen ein. Diese Fälle stammen aus Gemeinden, Kirchenkreisen oder landeskirchlichen Einrichtungen. Beide Zahlen sind nicht zu addieren, da es in mindestens einem Drittel der Fälle eine Überschneidung gibt. Quelle: DLF Pressekonferenz der Landessynode 2024
18.1.2024 Angesichts der Missbrauchsvorwürfe und Skandale im Fall Marko Ivan Rupnik hat die Universität Francisco de Vitoria (UFV) in Spanien beschlossen, sich von dem ehemaligen Jesuiten und Mosaik-Macher zu trennen. Die Universität hatte ursprünglich mit Rupnik zusammengearbeitet, um Mosaike für eine neue Kapelle auf ihrem Campus zu gestalten. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der massiven Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester geändert. Quelle: catholicnewsagency
18.1.2024 Eine Arbeitsgruppe hat für das Bistum Hildesheim Vorschläge erarbeitet, wie in der Diözese ein nachhaltiges und kollektives Bewusstsein für das Leid von Betroffenen sexualisierter Gewalt geschaffen werden kann. Die Entwicklung von Gedenkformaten soll nun unter aktiver Beteiligung von Betroffenen, Gremienangehörigen, Gemeindemitgliedern und andere Interessierten erfolgen. Quelle: Bistum Hildesheim
18.1.2024 Gegen einen katholischen Priester, wohnhaft im Dekanat Eichstätt, wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet. Ihm Wird Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Quelle: Bistum Eichstätt
18.1.2024 Eine evangelische Landeskirche hat der Tochter eines Theologen, Pfarrers und Kinderbuchautors 130.000 Euro als „Anerkennungszahlung“ für sexuellen Missbrauch durch ihren Vater gezahlt. Erste Vorwürfe gingen 1999 an die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, 2023 erhielt die Betroffene die Zahlung. 1999 informierte ein befreundeter Pfarrer den zuständigen Dekan über den Missbrauch. Eine offizielle Eingabe machte ein Freund. In beiden Fällen geschah nichts. Die Zahlung setzt sich aus 110.000 Euro für die „individuelle Situation“ der Betroffenen und 20.000 Euro „allein für das systematische Versagen der Kirche“ zusammen. Wer da genau versagt hat, wird nicht mitgeteilt. Quellen: evangelisch.de katholisch.de Zeit.de
17.1.2024 Am 15.2.2024, 19 Uhr, lädt die Katholische Erwachsenenbildung der Stadt Bamberg zur Vernissage der Ausstellung: „Beschädigt. Bilder nach dem spirituellen und sexuellen Missbrauch“ ein. Ort ist das Bistumshaus St. Otto. Zur Eröffnung hält Prof. Leimgrubder, Universität Regensburg, einen Vortrag zum Thema „SpirituellerMissbrauch“. Quelle: wiesentbote
17.1.2024 Markus Nolte, Chefredakteur von „Kirche und Leben“, fordert von der katholischen Kirche, „eine starke Stimme auch gegen Nazis“ zu sein. Quellen: Kirche und Leben correctiv
17.1.2024 Das Bistum Augsburg hat weitere Diskussionen zum Thema Zahlungen für Missbrauchsbetroffene gefordert. Die Deutsche Bischofskonferenz lehnt weitere Diskussionen ab. Quelle: Kirche und Leben
17.1.2024 Der neu ernannte Bischof für die Diözese Mar del Plata, Gustavo Larrazábal, ist noch vor seiner Amtseinführung zurückgetreten. Gründe teilten weder die Diözese noch der Vatikan mit. In der vergangenen Woche waren Belästigungs- undMachtmissbrauchsvorwürfe gegen Larrzábal bekannt geworden, die den Zeitraum von 2007 bis 2013 betreffen. Im November 2023 hatte der zuvor zum Bischof von Mar del Plata ernannte José María Balina „aus gesundheitlichen Gründen“ zurückgezogen. Quelle: katholisch.de
16.1.2024 Tätigkeitsbericht derAufarbeitungskommission 2019-2023
16.1.2024 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, kritisiert Victor Fernández, Präfekt des Glaubensdikasteriums, weil er „selbst in eklatanter Weise im Umgang mit einem notorischen Täter und seinen Opfern als Bischof in seiner Heimat Argentinien versagt hat“. Fernández habe, so Katsch, den Priester vor der Strafverfolgung geschützt und – nach dem Selbstmord des Priesters – bei der Beisetzung des Geistlichen den Gottesdienst geleitet und sich dabei auf die Seite des Mannes gestellt. Quelle: katholisch.de
16.1.2024 Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) arbeitet ihre Haltung zu Pädosexualität seit 1977 auf. Die Studie von Prof. Große Kracht trägt den Titel: „Pädofrage – unentschieden?“ Quelle: huk
16.1.2024 Nun zahlt das Bistum Augsburg einem Missbrauchsbetroffenen doch die von derUnabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen festgelegten 150.000 Euro aus, nachdem es zunächst die Zahlung verweigerte. Quellen: Zeit katholisch.de
16.1.2024 Die Evangelische Landeskirche in Bayern hat den Forschenden der ForuM-Studie 129 des Missbrauchs beschuldigte Personen, unter ihnen 56 Pfarrpersonen, gemeldet, die 226 Taten zwischen 1917 und 2020 an Minderjährigen begangen haben. In einigen Akten tauchten Hinweise zu weiteren Taten auf, so dass von 253 Taten auszugehen ist. Neben den Pfarrpersonen werden Erzieher in Heimen, ehrenamtliche Jugendleiter und Kirchenmusiker genannt. Erfasst wurden alle Fälle, in denen gegen die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen wurde, also nicht nur strafrechtlich relevante Vorgänge. 2021 gab es 24 Meldungen, 2022 waren es 39 Meldungen und 2023 gab es 32 Meldungen. Landesbischof Christian Kopp erklärt, dass die Kirche „weiterhin konsequent auch zurückliegende Taten aufklären und soweit wie möglich ahnden“ werde. Sexualisierte Gewalt sei mit dem chistlichen Glauben unvereinbar. Quellen: bayern-evangelisch gmx
15.1.2024 Gegen einen deutschen Prälaten im Staatssekretariat des Vatikans gibt es einen Missbrauchsvorwurf. An die Öffentlichkeit kamen die Anschuldigungen des mutmaßlichen Opfers im April 2019 durch einen Bericht einer Boulevardzeitung, gegen den der Beschuldigte gerichtlich vorging. Das mutmaßliche Opfer ist ein junger Priester, der zur Zeit der Übergriffe Promotionsstudent war. Das strafrechtliche Verfahren wird am Landgericht Hamburg verhandelt. Im März soll der Beschuldigte gehört werden, sein persönliches Erscheinen wurde angeordnet. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde nun von Papst Franziskus eingeleitet. Der Beschuldigte weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: kath.ch
15.1.2024 Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) hat 64 Fälle von sexueller Gewalt zwischen 1977 und 2020 gemeldet. Bis in die 1990er Jahre hinein waren die Opfer ausschließlich männlich, ab den 2000er Jahren waren überwiegend Mädchen und junge Frauen betroffen. Das Alter der Betroffenen liegt mehrheitlich zwischen 12 und 18 Jahren, vereinzelt waren auch Kinderzwischen fünf und acht Jahren betroffen. Marlene Kowalski, Sprecherin des Beirats zur Aufarbeitung Sexualisierter Gewalt, kündigte eine wissenschaftliche Studie durch das Münchner Forschungsinstitut IPP und das Berliner Institut Dissens an, deren Ergebnisse Ende 2025 erwartet werden. Quelle: ekkw
15.1.2024 Bestrafungen durch Gott verglich Papst Franziskus mit körperlicher Züchtigung durch Eltern. Quelle: kath.ch Kein Kommentar.
15.1.2024 Die frühere Priorin der Tutzinger Missions-Benediktinerinnen, Ruth Schönenberger, gibt Hinweise zur Machtausübung in einem Orden. Veröffentlicht ist der Beitrag in dem Buch: B. Haslbeck / U.Leimgruber / R.Nagel / P.Rath (Hg): Selbstverlust und Gottentfremdung. Spiritueller Missbrauch an Frauen in der katholischen Kirche, 2023. Quelle: katholisch.de
14.1.2024 Ein Pallottinerpater war zu 60 Tagessätzen wegen sexueller Belästigung einer Frau im März 2023 verurteilt worden. Bischof Fürst, Rottenburg-Stuttgart hatte den Pater von allen priesterlichen Ämtern, Aufgaben und Diensten im Bistum Rottenburg-Stuttgart entbunden. Das kirchenrechtliche Strafverfahren ist nun auch beendet. Worin die Strafe besteht, wird nichtmitgeteilt. Der Pallottiner-Orden hat denPater aus Weingarten abgezogen. Quellen: vaticannews drs
14.1.2023 Eine Initiative Betroffener sexuellen Missbrauchs durch Piusbrüder berichtet u.a. von einem mutmaßlichen Täter, der in Gabun mehr als 30 Kinder missbraucht haben soll. 2023 wurde in Frankreich ein Piusbruder zu 20 Jahren Haft wegen Missbrauchs und Übergriffen an 27 jugendlichen Betroffenen verurteilt.Journalisten berichten, dass Übergriffe in ganz Europa und der ganzen Welt stattfanden, fast von der Gründung an bis 2020. Selten habe die Bruderschaft Anzeige erstattet oder die Anzeige sei sehr spät gekommen. In der französischen Untersuchung hat die Piusbruderschaft ihre Archive nicht geöffnet. Quelle: katholisch.de
13.1.2024 Ein ehemaliger Schüler der von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geleiteten Grundschule in Econe, Wallis, hat Gewaltvorwürfe erhoben, die er in den 1980er-Jahren erlitten habe. Der Ankläger, 41, berichtet, er sei vor Mitschülern mit heruntergelassener Hose mit Stöcken geschlagen worden, als er noch keine acht Jahre alt war. Auch einem Internat in Frankreich, das den Piusbrüdern nahestehe, habe er physische, psychische und sexuelle Gewalt erlitten. Ein Kollektiv zur Unterstützung von Opfern berichtet von etwa 60 „problematischen“ Priestern. Die Bruderschaft würde alles tun, um ihre Institution zu schützen. Quellen: kath.ch Stuttgarter Zeitung
13.1.2024 Nun verurteilen auch der Flüchtlingsbischof Stefan Heße und die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp die Überlegungen rechtsextremer Kreise zu einer umfassenden Deportation von Migrant*innen aus Deutschland. Quelle: katholisch.de
11.1.2024 Bischof Feige, Magdeburg, verurteilt scharf die Überlegungen rechtsextremer Kreise zu einer umfassenden Deportation von Migranten aus Deutschland, die das Magazin Correctiv öffentlich gemacht hatte. Die Gesprächsergebnisse des Treffens rechtsextremer Kreise erinnern Feige an „Prozesse und Entwicklungen in unserer deutschen Geschichte, die zu den Schrecken und Gräueltaten des NS-Regimes geführt haben“, sagte Feige. Andere Bischöfe äußerten sich m.W. bislang nicht. Quelle: katholisch.de
11.1.2024 Die Voruntersuchung von Bischof Bonnemain, Schweiz, gegen die Bischöfe Charles Morerod und Jean-Marie Lovey und den Abt von Saint-Maurice, Jean Scarcella verzögert sich. Sie wurde nicht wie geplant zum 31.12.2023 abgeschlossen. Eine Information der Öffentlichkeit ist nicht vorgesehen. Den beiden Bischöfen wird Vertuschung, dem Abt sexuelle Belästigung vorgeworfen. Am 12.1. wird berichet, die Voruntersuchungen seien beendet. Quellen: vaticannews katholisch.de
11.1.2024 Das Verfahren gegen den früheren Kardinal Theodore McCarrick, 93, wurde vorläufig ausgesetzt, nachdem dem Angeklagten Verhandlungsunfähigkeit attestiert wurde. Ende 2024 soll die Entscheidung noch einmal überprüft werden. Es ist davon auszugehen, dass McCarrick keinerlei strafrechtliche Konsequenzen mehr drohen. Ihm werden sexuelle Übergriffe gegen Jungen und junge Erwachsene aus den 1970er Jahren vorgeworfen. Er wurde 2019 aus dem Klerikerstand entfernt, weil sich die Anschuldigungen erhärtet hatten. Quellen: katholisch.de Neues Ruhrwort
11.1.2024 Nach der Aufdeckung sexuellen Missbrauchs im Kloster Saint-Maurice, Schweiz, haben mehrere Vertriebspartner beschlossen, deren Abteibiere aus ihren Regalen zu nehmen. Die Abtei ist Hauptaktionärin der Brauerei. Quelle: Domradio
10.1.2024 Die Lippische Landeskirche will zwei Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt aufklären, sagte Landessuperintendent Dietmar Arends. In beiden Fällen sei die frühere Aufarbeitung nicht ausreichend gewesen und notwendige Konsequenzen seien nicht hinreichend gezogen worden. In dem einen Fall geht es um einen bereits gestorbenen Referenten für Jugendarbeit in der damaligen Zentrale für evangelische Jugendarbeit. Ihm wird vorgeworfen, sexualisierte Gewalt gegenüber Mädchen und jungen Frauen in der Zeit von 1976 bis 1992 ausgeübt zu haben. Der zweite Fall betrifft Vorwürfe aus dem Bereich der Konfirmandenarbeit in Bad Salzuflen in den 1980er und 1990er Jahren. Bereits während des Tatzeitraums und noch einmal zu Beginn der 2000er-Jahre habe sich die Betroffene an die Kirche gewandt. Damals habe die Kirche nicht ausreichend gehandelt. Quelle: evangelisch.de
10.1.2024 Im Prozess um Schmerzensgeld für einen Betroffenen von sexuellem Missbrauch hat vor dem Landgericht Traunstein erstmals der Kläger ausgesagt. Er wirft dem Wiederholungstäter, dem Priester H. in Garching an der Alz, Missbrauch vor. In dem Prozess wird zu klären sein, ob die psychischen Probleme des Klägers auf den Missbrauch zurückzuführen sind. Ein Gutachten steht noch aus. Unter den Beklagten ist auch der frühere Papst Benedikt der XVI. bzw. dessen noch unbekannte Erben. Der Kläger berichtet, wie der damalige Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums München und Freising auf seine Vorwürfe gegen Priester H. reagierte: „Wenn ich schon einen Pornofilm anschaue mit einem Pfarrer, dann passiert so etwas.“ Quelle: FAZ
10.1.2024 Andreas Tiede, Autor der im Mai 2023 erschienen Autobiografie „Einspruch nicht vorgesehen. Eine Autobiografie zwischen klerikalem Missbrauch und Waffendienstverweigerung in der DDR„, berichtet von seinen Erfahrungen im Vorfeld von öffentlichen Lesungen, die er und seine Unterstützer machen mussten. Quelle: ndr
9.1.2024 Der polnische Priester und Kirchenrebell Tadeusz Isakowicz-Zaleski ist tot. Er war Ehrenmitglied des Vereins „Gemeinschaft und Gedenken“ in Warschau, weil er sich seit langem unter anderem für die Betroffenen von Kindesmissbrauch stark gemacht hat. Quelle: katholisch.de
9.1.2024 Der Gutachter Ulrich Wastl wirft dem Bistum Augsburg mangelnden Aufklärungswillen vor. Das Bistum wolle vor allem die Auswirkungen sexualisierter Gewalt auf Betroffene untersuchen und sich nicht mit den mutmaßlichen Tätern und Vertuschern befassen. Wastl kritisierte auch, dass Bischof Meier vor Kurzem zunächst ablehnte, einem Betroffenen die von der Kommission zugestandenen 150.000 Euro zu zahlen. Wastl berichtet, dass Erzbischof Gänswein die Aufklärung der Vorwürfe gegen den damals emeritierten Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, behindert habe. Nicht nur im Fall Benedikts habe es Einflussnahmeversuche und Drohszenarien gegeben: „Es wurde über Bande gespielt, verzögert und auf unseren Auftraggeber, die Erzdiözese München und Freising, eingewirkt.“ Auch die von der Staatsregierung eingerichtete Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch erfülle nicht im Ansatz ihren Anspruch – sie sei ein Witz. Quellen: Augsburger Allgemeine Neues Ruhrwort
8.1.2024 Ein Pfarrer aus dem Wallis hatte eine Beziehung zum Vater von zwei K8indern. Beide Kinder wurden vom Vater und dem Priester missbraucht. Quelle: kath.ch
8.1.2024 In einem neuen Bericht über mutmaßlichen Missbrauch durch Geistliche in der Diözese Gaylord werden 28 Priester und Diakone beschuldigt, Minderjährige oder Erwachsene missbraucht zu haben. Die Taten reichen bis in die 1950er Jahre zurück. Drei der aufgeführten Beschuldigten mit erwachsenen Anklägern sind weiterhin im Dienst. Quelle: michiganradio
7.1.2024 Das Bistum Oakland, Kalifornien, hat Insolvenz nach Chapter 11 – einem Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht – angemeldet, weil dieses Verfahren nach Ansicht des Bistums der beste Weg sei, um ein gerechtes Ergebnis für Betroffene zu erreichen und zugleich Aktivitäten des Bistums aufrecht zu erhalten. Gegen das Bistum wurden „hunderte“ Missbrauchsklagen eingereicht. Auch die Diözesen San Diego und Sacramento, beide in Kalifornien, signalisierten, dass sie demnächst gezwungen sein könnten, Insolvenz anzumelden. Quelle: Kirche und Leben
7.1.2024 Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin lehnt das Verlangen der Forscher*innen der Universität Zürich ab, die Akten der Apostolischen Nuntiatur für die Untersuchung von Missbrauchsfällen in der Schweiz zu öffnen: „Gemäß dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sind die Archive der Mission unverletzlich. Von daher können wir das Archiv der Nuntiatur nicht öffnen.“ Die Akten der katholischen Bistümer in der Schweiz und die Akten des vatikanischen Diasteriums für die Glaubenslehre hingegen könnten für die Forschungen geöffnet werden. Die Historikerinnen Monika Dommann und Marietta Meier jedoch wollen ein neues Gesuch stellen, weil die Korrespondenz zwischen der Schweiz, der Berner Nuntiatur und Rom zentral ist, um herauszufinden, welche Fälle tatsächlich gemeldet wurden und wie die Verfahren weiterliefen. Quellen: katholisch.de kath.ch
6.1.2024 Johannes Norpoth kritisiert das Leitungsversagen der katholischen Kirche in der Kirche und nennt es ein „desaströses Krisenmangement“. Papst Franziskus mahne die Presse zur Wahrheit – ausgerechnet jene Journalisten, die der Wahrheit über den Missbrauch, die Vertuschung und Strafvereitelung in der katholischen Kirche unermüdlich nachspürten. Den 10-15-Sekunden-Segen für homosexuelle Paare vergleicht Norpoth damit, „wie viel Zeit Kleriker damit verbracht haben, Missbrauchstaten zu planen, zu begehen, zu vertuschen und deren Bestrafung zu vereiteln und das auch heute noch tun“. Er bemerkt, dass jede Kritik des Systems der Leid-Anerkennungszahlungen für Missbrauchsbetroffene katholischer Kleriker an den Bischöfen nahezu teflonartig abgeperlt ist. Quelle: Kirche und Leben
6.1.2024 Nun hat der Papst sowohl die Vertuschungs- als auch Missbrauchsvorwürfe gegen John Nienstedt zurückgewiesen. Zwar habe Nienstedt „unvorsichtige“ Handlungen unternommen, nicht jedoch gegen das Kirchenrecht verstoßen. Das Verbot jedes öffentlichen Amtes bleibt erhalten. Nienstedt waren sexuelle Beziehungen mit Klerikern und erwachsenen Priesteramtsanwärtern vorgeworfen worden. Er war auch beschuldigt worden, 2005 während des Kölner Weltjugendtags zwei Minderjährige in ein Hotelzimmer eingeladen zu haben und sie aufgefordert haben, sich auszuziehen. Quelle: katholisch.de bishop-accountability
4.1.2024 Die Präsidentin der IG Missbrauchsbetroffene, Vreni Peterer, hat über die positiven Entwicklungen zum Thema kirchlicher Missbrauch in der Schweiz gesprochen. Seit der Veröffentlichung einer Pilotstudie zu Missbrauch habe ihr Verein viele Anfragen erhalten. Quelle: vaticannews
3.1.2024 Die Sozialpädagogin und Traumatherapeutin Claudia Chodzinski begleitet Missbrauchsbetroffene innerhalb der Landeskirche Hannover. Sie kritisiert Mängel in der individuellen Aufarbeitung und der Kommunikation der Landeskirche mit Betroffenen. Quelle: evangelisch.de
3.1.2024 Neue Geistliche Gemeinschaften im Spiegel der Zeit – von Elena Hong. Quelle: DLF
2.1.2024 In Italien hat ein katholischer Priester in einer Predigt behauptet, Papst Franziskus sei nicht das rechtmäßige katholische Kirchenoberhaupt, er habe sein Amt widerrechtlich in Besitz genommen. Der Priester wurde umgehend exkommuniziert. Quelle: katholisch.de
2.1.2024 Für den neu gegründeten Sachverständigenrat zum Schutz vor sexuellem Missbrauch und Gewalterfahrungen und für den Betroffenenbeirat sucht die Deutsche Bischofskonferenz Mitarbeitende. Quelle: katholisch.de
1.1.2024 Der Kirchenhistoriker Hubertus Wolf stellt, fest, dass der Papst prinzipiell über ein großes moralisches Kapital verfüge und ergänzt: „Allerdings hat die moralische Glaubwürdigkeit der Kirche durch die Missbrauchskrise, die auch in Rom bisher nicht glaubhaft aufgearbeitet wird, stark gelitten. Das ist ein grosses Manko, auch auf der politischen und diplomatischen Ebene, wo Glaubwürdigkeit zentral ist. Die Welt wird nicht weniger kompliziert, bewaffnete Konflikte nehmen zu – ein glaubwürdiger Vatikan als Vermittler wäre wichtig. … Um Glaubwürdigkeit und moralisches Kapital zurückzugewinnen, muss die Missbrauchsgeschichte sauber aufgearbeitet werden. Das heißt, dass all diejenigen, auch die Bischöfe und Kardinäle, die von Missbräuchen gewusst und nicht gehandelt haben, zurücktreten müssen. Erfolgreiche Glaubensverkündigung und Friedensvermittlung basiert auf Glaubwürdigkeit. Und ein Papst und seine Kirche können nur dann überzeugend zu den brennenden Themen der Welt – von Krieg bis Umwelt – etwas sagen, wenn sie glaubwürdig sind. Ohne Glaubwürdigkeit funktioniert das nicht.“ Quelle: kath.c