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Forschung & Aufarbeitung

Studien und Gutachten der evangelischen Kirche

Prävention braucht Aufarbeitung

Die Evangelische Kirche Deutschlands hat erst 2021 eine Studie – ForuM – in Auftrag gegeben. 2024 sollen die Ergebnisse vorliegen. Eine erste Betroffenenbeteiligung scheiterte. Ein zweiter Versuch, Betroffene an Aufarbeitung und Forschung zu beteiligen, wird mit dem Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt gemacht. Einige, wenige, Landeskirchen haben Forschungsberichte in Auftrag gegeben, zum Teil im Blick lediglich auf den Umgang mit konkreten Einzelfällen.

27.1.2023 Die EKD plant eine Studie über die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen in den Diskussionen der Sexual- und Reformpädagogik ab den 1960er-Jahren.

17.10.2022 Eine Kommission der evangelischen Landeskirche Hannover hat mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen 2011 gestorbenen Pastor aus Hermannsburg begonnen. Im Januar 2023 ist ein öffentlicher Aufruf geplant, damit Betroffene direkt Kontakt aufnehmen können. Dem Pastor wird vorgeworfen, in den 1980er Jahren als Leiter einer von ihm gegründeten Bruderschaft seine Macht benutzt zu haben, um Mitglieder der Bruderschaft sexuell zu missbrauchen. Bekannt ist derzeit mindestens ein minderjähriges Opfer. Die Kommission will ihre Ergebnisse im Oktober 2024 vorlegen. Quelle: Stern

8.7.2022 Die Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. Die Badische Landeskirche  hat sich mit 92 Fällen seit 1950 befasst. 56 Anträge auf Anerkennung wurden anerkannt, 36 Betroffene seien gestorben oder hätten keine Anträge gestellt. Quelle: Sonntagsblatt


13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr

8.7.2022 Die  Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. Die bayerische Landeskirche weiß von 166 Fällen zwischen 1950 und 2021. In 54 Fällen wurden 1,1 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Quelle: Sonntagsblatt


13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr

17.10.2022 Eine Kommission der evangelischen Landeskirche Hannover hat mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen 2011 gestorbenen Pastor aus Hermannsburg begonnen. Im Januar 2023 ist ein öffentlicher Aufruf geplant, damit Betroffene direkt Kontakt aufnehmen können. Dem Pastor wird vorgeworfen, in den 1980er Jahren als Leiter einer von ihm gegründeten Bruderschaft seine Macht benutzt zu haben, um Mitglieder der Bruderschaft sexuell zu missbrauchen. Bekannt ist derzeit mindestens ein minderjähriges Opfer. Die Kommission will ihre Ergebnisse im Oktober 2024 vorlegen. Quelle: stern


Februar 2022 Der Bericht der Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft untersuchte den Fall des Pfarrers Klaus Vollmer, der zur Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers gehörte. Weitere Problemanzeigen sind zu untersuchen: Geistlicher Missbrauch, Ausnutzung von Menschen in Abhängigkeitsstrukturen, Weitere Aufklärung und Aufarbeitung und nicht zuletzt eine theologische Reflexion. Quelle: geschwisterschaft


25.6.2021 In der Landeskirche Hannover soll eine unabhängige Studie zu sexualisierter Gewalt in Auftrag gegeben werden. Im Mittelpunkt steht ein schwerer Missbrauchsfall in Nenndorf bei Hamburg. Die Ansprechpartnerin zur institutionellen Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt, Karoline Läger-Reinbold, berichtet von Missbrauch einer früheren Konfirmandin in den 1980er und 1990er Jahren. Die Landeskirche will wissen, warum niemand eingriff und warum die Leitung den Missbrauch nicht erkannte, obwohl in dem Ort bekannt war, dass der Täter gezielt die Nähe zu jungen Frauen suchte. Die Landeskirche will ungehinderten Aktenzugang ermöglichen und Zeitzeugen befragen lassen. Quelle: evangelisch.de

22.4.2022 Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat zwei unabhängige juristische Gutachter*innen – die ehemalige Kasseler Staatsanwältin Andrea Boesken und den Vizepräsidenten des Landgerichts Mühlhausen – eingesetzt. Sie sollen die ca 40 bekannten Altfälle sexualisierter Gewalt in der Landeskirche zwischen 1950 und 2021 rechtlich prüfen. Bischöfin Beate Hofmann geht von einer unvollständigen Liste Betroffener und Beschuldigter aus und hofft, dass sich weitere Betroffene melden. Quelle: evangelisch.de

2014 Schlussbericht der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Gebiet der ehemaligen Nordelbischen EvangelischLutherischen Kirche, heute EvangelischLutherische Kirche in Norddeutschland, Quelle: kirchegegensexualisiertegewalt

13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr

14.11.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen sind bislang 48 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. 33 davon gehen auf den Jugendwart und Diakon Kurt Ströer zurück. Mehrere Fällen geschahen in der Kirchengemeinde Pobershau, wo zunächst drei Frauen über sexuelle Gewalt berichteten. In der sächsischen Landeskirche wurde eine Ansprechstelle für Betroffene eingerichtet. Zehn Personen haben zudem bisher eine seelsorgerliche Begleitung angenommen. Quellen: Sonntag-Sachsen    Zwischenbericht sexualisierte Gewalt

25.3.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen werden Fälle sexualisierter Gewalt erstmals unabhängig aufgearbeitet. Ein ehrenamtlicher Kirchenmusiker soll sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen – damals elf und 15 Jahre alt – sexuell genähert haben. 2019 wurden die Vorwürfe bekannt, der Beschuldigte von allen Tätigkeiten entbunden. 2020 nahm eine unabhängige Kommission ihre Arbeit auf. Am 1. April 2022 soll die Aufarbeitung in der betroffenen Gemeinde beginnen. – Ende 2021 hatte das Landeskirchenamt auch Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in Chemnitz öffentlich gemacht, die nun in der dortigen Gemeinde aufgearbeitet werden sollen. Ein hauptamtlicher Jugendwart und späterer Diakon in Moritzburg wird von über 20 betroffenen Männern der Übergriffe beschuldigt. Quelle: Süddeutsche

 

8.7.2022 Die Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. In Württemberg fand bereits ein Betroffenenforum statt, für den Frühherbst ist ein weiteres Betroffenenforum explizit zur Beteiligung in Kommissionen und Gremien geplant. In der Landeskirche Württemberg gab es seit 2010 etwa 190 Meldungen, in 174 Fällen wurden Anerkennungsleistungen von 2,6 Millionen Euro gezahlt. Quelle: Sonntagsblatt


13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr

  • Evangelische Landeskirche Anhalts
  • Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg – schlesische Oberlausitz
  • Evangelisch-Lutherische Landeskirche Braunschweig
  • Bremische Evangelische Kirche
  • Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
  • Lippische Landeskirche
  • Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
  • Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
  • Evangelisch-reformierte Kirche
  • Evangelische Kirche im Rheinland
  • Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe
  • Evangelische Kirche von Westfalen
Schaubild über die Zusammensetzung des Beteiligungsforums (Quelle: KOMPAS)
Schaubild über die Zusammensetzung des Beteiligungsforums (Quelle: KOMPAS)

Beteiligungsforum der EKD

Nach dem Scheitern der ersten Betroffenenbeteiligung wurde 2022 das  Beteiligungsforum der EKD eingerichtet. Es hat 17 Mitglieder, die alles gemeinsam entscheiden. In mehreren Untergruppen, den sogenannten Themen-AGs, werden Beschlussvorschläge erarbeitet. Für die Abstimmung im Forum ist eine doppelte Mehrheit, sowohl der EKD-Beauftragten als auch der Betroffenen nötig. Jährlich kostet das Forum 200.000 Euro. Bislang mache man erste gute Erfahrungen mit der Arbeitsstruktur. Quelle: sonntagsblatt  28.10.22