Studien und Gutachten der evangelischen Kirche
Prävention braucht Aufklärung und Aufarbeitung
Die Evangelische Kirche Deutschlands hat erst 2021 eine Studie – ForuM – in Auftrag gegeben. Am 25.1.2024 lag die Studie ForuM vor.
Nach dem Scheitern einer ersten Betroffenenbeteiligung wurde mit dem Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt ein zweiter Versuch gemacht, Betroffene an Aufarbeitung und Forschung zu beteiligen.
Einige Landeskirchen haben Forschungsberichte in Auftrag gegeben oder schon veröffentlicht, in denen konkrete Fälle untersucht wurden.
Noch 2024 soll die Vernetzungsplattform BeNe starten.
Prof.*in Friederike Lorenz-Sinai spricht mit Philipp Greifenstein über gute Aufarbeitung. (März 2024)
Im Juni 2025 wurden die Standards der Betroffenenbeteiligung im Kontext institutioneller Aufarbeitung veröffentlicht.
Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommissionen (URAK)
URAK Verbund Niedersachsen und Bremen
- Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig
- Bremische Evangelische Kirche
- Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
- Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe
- Evangelisch-reformierte Kirche
- Diakonisches Werk Bremen
- Diakonisches Werk Niedersachsen
- Diakonisches Werk Oldenburg
- Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe
- Diakonisches Werk der Ev.-reformierten Kirche
30.7.2024 Die Bremische Landeskirche sucht Bewerber*innen, die in der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) mitarbeiten wollen. Die URAK wird für die evangelischen Kirchen und die Diakonie in Niedersachsen und Bremen zuständig sein. Bewerbungsschluss ist der 31.8.2024. Quelle: Kirche Bremen
9.3.2024 Die oldenburgische Kirche will sich an der geplanten regionalen und unabhängigen Aufarbeitungsstelle beteiligen. Das kündigte Oberkirchenrätin Gudrun Mawick auf der Sondersynode an. Quelle: NDR
- Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland
- Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
- Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
- Diakonisches Werk Hamburg
- Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern
- Diakonisches Werk Schleswig-Holstein
- Evangelische Landeskirche in Baden
- Evangelische Landeskirche in der Pfalz
- Diakonisches Werk Baden
- Diakonisches Werk Pfalz
19.3.2024 Die vorgesehene Aufarbeitungskommission wird aus sieben Mitgliedern bestehen: Landeskirche und Diakonie berufen je ein Mitglied, zwei von sexualisierter Gewalt Betroffene werden dabei sein und drei Fachleute, die die Landesregierungen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entsenden. Sie soll ihre Arbeit Anfang 2025 beginnen. Kirche und Diakonie wollen die Betroffenen zu einem Forum und danach zu einem weiteren Treffen einladen, damit die Betroffenen ihre Mitglieder für die Kommission benennen können. Quelle: BNN
- Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern (ELKB)
- Diakonisches Werk in Bayern
Stand: 13.12.2023
- Evangelische Landeskirche in Württemberg
- Diakonisches Werk Württemberg
- Lippische Landeskirche
- Evangelische Kirche im Rheinland
- Evangelische Landeskirche von Westfalen
- Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe
13.5.2024 Die Rheinische, Westfälische und Lippische Landeskirche und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe laden zur Teilnahme an Foren für Betroffene von sexualisierter Gewalt ein. Das erste Betroffenenforum findet am 21. Juni in Dortmund statt. Die Teilnehmenden sollen über den Aufbau der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission West (URAK West) informiert werden. Geplant ist, dass spätestens im März 20254 alle neun Kommissionen arbeitsfähig sein sollen. Quellen: evangelisch.de presse.ekir
26.2.2024 Die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe haben eine Erklärung zur Gründung der „Unabhängigen regionalen Aufarbeitungskommission West“ unterzeichnet. Das Gremium wird sieben Personen umfassen: vier Experten, die nicht bei der Kirche beschäftigt sind und mindestens zwei Betroffenenvertreter. Die Kommission könne zu arbeiten beginnen, wenn die Betroffenenvertreter gefunden seien. Dazu sei geplant, Betroffene aus dem Gebiet der drei Landeskirchen und der Diakonie zu einer Veranstaltung einzuladen. Quelle: vaticannews
26.1.2024 Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Thorsten Latzel, sagte, dass seine Landeskirche „alle Personal- und Disziplinarakten auf landeskirchlicher Ebene durchgesehen und die Informationen dazu auch weitergegeben“ habe. Er kündigte eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an. So wolle die rheinische Landeskirche gemeinsam mit den Landeskirchen von Westfalen und Lippe nun eine eigene große Regionalstudie in Auftrag geben. Quelle: katholisch.de
- Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
- Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Diakonisches Werk Hessen
- Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
- Evangelische Landeskirche Anhalts
- Diakonisches Werk Mitteldeutschland
Stand: 13.12.2023
- Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens
- Diakonisches Werk Sachsen
29.4.2025 Nun hat auch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens eine Aufarbeitungskommission zu sexualisierter Gewalt. Der Kommission gehören sieben Mitglieder an, unter ihnen zwei Missbrauchsbetroffene. Quellen: evangelisch.de evlks
Berichte/Studien der Landeskirchen
19.3.2024 Die vorgesehene Aufarbeitungskommission wird nun nicht gemeinsam mit der Bayrischen und Württembergischen Landeskirche bestellt, sondern mit der Landeskirche Baden und Pfalz und den Diakonien in diesen beiden Landeskirchen. Die Kommission wird aus sieben Mitgliedern bestehen: Landeskirche und Diakonie berufen je ein Mitglied, zwei von sexualisierter Gewalt Betroffene werden dabei sein und drei Fachleute, die die Landesregierungen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entsenden. Sie soll ihre Arbeit Anfang 2025 beginnen. Kirche und Diakonie wollen die Betroffenen zu einem Forum und danach zu einem weiteren Treffen einladen, damit die Betroffenen ihre Mitglieder für die Kommission benennen können. Quelle: BNN
8.7.2022 Die Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. Die bayerische Landeskirche weiß von 166 Fällen zwischen 1950 und 2021. In 54 Fällen wurden 1,1 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Quelle: Sonntagsblatt
13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr
22.5.2024 Die Evang.-Luth. Kirche in Bayern und die Diakonie Bayern laden alle Menschen, die im Kontext der Evang.-Luth. Kirche oder der Diakonie in Bayern sexualisierte Gewalt erfahren haben, zu einem Forum für Betroffene am 6. Juni 2024 von 11-15.00 Uhr in Nürnberg ein. Anmeldung bis 3.6. Quelle: aktiv-gegen-missbrauch-elkb
19.3.2024 Die Evangelische Landeskirche Bayern wird nicht wie ursprünglich vorgesehen gemeinsam mit den Landeskirchen von Württemberg, Baden und Pfalz eine Aufarbeitungskommission bilden. Quelle: BNN
8.7.2022 Die Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. Die bayerische Landeskirche weiß von 166 Fällen zwischen 1950 und 2021. In 54 Fällen wurden 1,1 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Quelle: Sonntagsblatt
13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr
25.1.2024 Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Landeskirche Braunschweig, begrüßt die ForuM -Studie. In der Landeskirche Braunschweig wurden 2.500 Personalakten von Pfarrpersonen von 1939-2021 ausgewertet und brachten Hinweise auf 15 Fälle. Sieben Fälle seien unbestätigte Verdachtsfälle. Die Fälle bezogen sich vor allem auf außereheliche Beziehungen zu in den 1960er Jahren minderjährigen Frauen und auf homosexuelle Handlungen. Kindesmissbrauch oder Pädophilie sei die absolute Ausnahme, sagte der Landesbischof. Die Anerkennungskommission der Evangelischen Kirche in Niedersachsen hat in den letzten zehn Jahren acht Fälle aus der Landeskirche Braunschweig bearbeitet, fünf Fälle geschahen in Heimen und Krankenhäusern, drei in Kirchengemeinden. Quellen: Landeskirche Braunschweig cremlingen-online
- 2026 Bericht über Kindeswohlgefährdungen und Verletzungen in der St. Petri Kirchengemeinde Buxtehude in
den 1980er bis 2010er Jahren
- 3.7.2025 Geplant: Studie über Sexualisierte Gewalt gegen Heimkinder in den 1960- bis 1980er-Jahren in einem Dorf. Domradio
3.7.2025 Geplant: Studie über sexualisierte Gewalt in den geistlichen Gemeinschaften Communität Koinonia und Geschwisterschaft Koinonia. Domradio
2025 Wissenschaftliche Aufarbeitung zu sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch durch Pastor Klaus Vollmer. Bericht der unabhängigen Aufarbeitungskommission im Auftrag der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
- 2024 Juristische und sozialwissenschaftliche Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt in der Kirchengemeinde Oesede in den 1970er Jahren
und der Umgang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit dieser Gewalt im Jahr 2010 sowie in den 2020er Jahren Zusammenfassung Pressemitteilung
- 2022 Bericht der „Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft e.V.“ Infos: ndr stern geschwisterschaft
- 25.6.2021 In der Landeskirche Hannover soll eine unabhängige Studie zu sexualisierter Gewalt in Auftrag gegeben werden. Im Mittelpunkt steht ein schwerer Missbrauchsfall in Nenndorf bei Hamburg. Die Ansprechpartnerin zur institutionellen Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt, Karoline Läger-Reinbold, berichtet von Missbrauch einer früheren Konfirmandin in den 1980er und 1990er Jahren. Die Landeskirche will wissen, warum niemand eingriff und warum die Leitung den Missbrauch nicht erkannte, obwohl in dem Ort bekannt war, dass der Täter gezielt die Nähe zu jungen Frauen suchte. Die Landeskirche will ungehinderten Aktenzugang ermöglichen und Zeitzeugen befragen lassen. Quelle: evangelisch.de
2025 Mechthild Bereswill | Theresia Höynck | Fanny Petermann | Stella Schwarz: Sexualisierte Gewalt durch einen hessischen evangelischen
Gemeindepfarrer in den 1980er Jahren Max Mehrick: Kritik an diesem Bericht
22.4.2022 Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat zwei unabhängige juristische Gutachter*innen – die ehemalige Kasseler Staatsanwältin Andrea Boesken und den Vizepräsidenten des Landgerichts Mühlhausen – eingesetzt. Sie sollen die ca 40 bekannten Altfälle sexualisierter Gewalt in der Landeskirche zwischen 1950 und 2021 rechtlich prüfen. Bischöfin Beate Hofmann geht von einer unvollständigen Liste Betroffener und Beschuldigter aus und hofft, dass sich weitere Betroffene melden. Quelle: evangelisch.de
2014 Schlussbericht der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Gebiet der ehemaligen Nordelbischen Evangelisch–Lutherischen Kirche, heute Evangelisch–Lutherische Kirche in Norddeutschland, Quelle: kirchegegensexualisiertegewalt
19.3.2024 Die Evangelische Landeskirche in der Pfalz wird nicht wie ursprünglich vorgesehen gemeinsam mit den Landeskirchen von Württemberg, Baden und Bayern eine Aufarbeitungskommission bilden, sondern gemeinsam mit der Landeskirche Baden. Quelle: BNN
13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr, sondern
Düsseldorfer Markus-Kirchengemeinde und der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)
10.3.2026 Die Evangelische Kirche im Rheinland sucht Zeugen und Betroffene, wenn sie an einem Internat sexuellen Missbrauch erlitten oder miterlebt haben. Untersucht werden die evangelischen Internate, Alumnate und Schülerheime in Hilden, Bad Godesberg, Burscheid, Dierdorf,
Herchen, Kaiserswerth, Meisenheim, Neukirchen-Vlyn, Neuss und Traben-Trarbach sowie das Wohnheim des Jung-Stilling-Instituts im westfälischen Espelkamp-Mittwald. Quelle: rp-online
30.6.2025 Die Evangelische Kirche im Rheinland lässt sexualisierte Gewalt in elf früheren evangelischen Internaten, Alumnaten und Schülerheimen u.a. in Bad Godesberg, Burscheid, Dierdorf, Herchen, Hilden, Kaiserswerth, Meisenheim, Neukirchen-Cluyn, Neuss und Traben-Trarbach untersuchen. Die Studie beginnt im Januar 2026 und soll 2027 abgeschlossen sein. Mit der Studie beauftragt wurde die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Quelle: evangelisch.de
29.2.2024 Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, Mitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR),lässt das Thema sexualisierte Gewalt in der Geschichte des Trägers aus der Zeit von 1950 bis in die 1970er-Jahre aufarbeiten. Beauftragt wurde der Historiker Dr. Sascha Topp. Quelle: kreuznacherdiakonie
5.2.2024 Die Evangelische Kirche im Rheinland kündigte an, auch die in der Landeskirche zentral verwalteten Personalakten von Lehrkräften an evangelischen Schulen, von Kirchenbeamten und Beschäftigten im Landeskirchenamt vollständig überprüfen zu wollen. Eine Regionale Aufarbeitungskommission – gemeinsam mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Landeskirche von Westfalen – soll Ende Februar 2024 ihre Arbeit aufnehmen. Eine Betroffenenvertretung, die noch zu bilden ist, soll auch Teilnehmer*innen entsenden. Eine weitere lokale Aufklärungsstudie ist für einen Fall in Köln geplant, eine Aufklärungsstudie für einen Fall in Duisburg ist im Gespräch. Quelle: nrz
27.6.2023 Anlässlich der Vorstellung des Abschlussberichtes Pobershau bekennt die Kirchengemeinde: „Wir haben uns gefragt, wie oft wir den direkten Kontakt mit Euch gesucht, einen einfachen Anruf gemacht oder gefragt haben, ob es Themen gibt, die wir zusammen besprechen sollten? Die Antwort: Das haben wir nicht gemacht.“ Der Abschlussbericht ist hier zu finden. Quelle: evlks
14.11.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen sind bislang 48 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. 33 davon gehen auf den Jugendwart und Diakon Kurt Ströer zurück. Mehrere Fällen geschahen in der Kirchengemeinde Pobershau, wo zunächst drei Frauen über sexuelle Gewalt berichteten. In der sächsischen Landeskirche wurde eine Ansprechstelle für Betroffene eingerichtet. Zehn Personen haben zudem bisher eine seelsorgerliche Begleitung angenommen. Quelle: Sonntag-Sachsen (nicht mehr online)
21.9.2022 Die unabhängige Aufarbeitungskommission Pobershau hat einen Zwischenbericht sexualisierte Gewalt veröffentlicht.
25.3.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen werden Fälle sexualisierter Gewalt erstmals unabhängig aufgearbeitet. Ein ehrenamtlicher Kirchenmusiker soll sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen – damals elf und 15 Jahre alt – sexuell genähert haben. 2019 wurden die Vorwürfe bekannt, der Beschuldigte von allen Tätigkeiten entbunden. 2020 nahm eine unabhängige Kommission ihre Arbeit auf. Am 1. April 2022 soll die Aufarbeitung in der betroffenen Gemeinde beginnen. – Ende 2021 hatte das Landeskirchenamt auch Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in Chemnitz öffentlich gemacht, die nun in der dortigen Gemeinde aufgearbeitet werden sollen. Ein hauptamtlicher Jugendwart und späterer Diakon in Moritzburg wird von über 20 betroffenen Männern der Übergriffe beschuldigt. Quelle: Süddeutsche
- 16.4.2026 Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine Studie zu
sexualisierter Gewalt in kirchlichen Internaten und Wohnheimen begonnen.
Sie ruft Betroffene und Zeitzeug*innen auf, die Studie mit Interviews
zu unterstützen. Der Abschluss ist für den 31. Juli 2027 geplant.
Quelle: evangelisch-in-westfalen
- 14.3.2025 Der Evangelische Kirchenkreis Bielefeld, Landeskirche von Westfalen, hat eine wissenschaftliche Studie zur Aufarbeitung von Verletzungserfahrungen in Auftrag gegeben, die in der Jugendarbeit des Kirchenkreises gemacht wurden. Die Studie wird von dem „Verein Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.“ durchgeführt. Anlass der Studie ist der Verdacht von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung durch einen hauptamtlichen Jugendmitarbeiter in einer Gemeinde. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat inzwischen Anklage erhoben. Quelle: Evangelische Zeitung
19.3.2024 Die Evangelische Landeskirche Württemberg wird nicht wie ursprünglich vorgesehen gemeinsam mit den Landeskirchen von Baden, Bayern und Pfalz eine Aufarbeitungskommission bilden. Quelle: BNN
2023 Bericht Dr. Haury – S. Korger: Auf_Studie._Aufarbeitung und Praevention sexualisierter Gewalt in Einrichtungen der Ev. Landeskirche in Wuerttemberg
2023 Auf!-Studie: Sie untersucht im Wesentlichen die Verbrechen des pietistisch sozialisierten Alfred Zechnall. Zechnall habe die verschiedenen Berührungspunkte mit jungen Männern für sexuelle Übergriffe genutzt. 21 Personen berichteten im Verlauf der Studie von Übergriffen, bei 18 weiteren seien Übergriffe als gesichert anzunehmen. Quellen: elk-wue
8.7.2023 Die Landeskirche in Württemberg erwartet die Ergebnisse des „Auf!“-Projektes, das die Universität Ulm verantwortet, am 19. Oktober 2023. Diese Studie nimmt Tiefenbohrungen vor und untersucht konkrete Fälle innerhalb der Württembergischen Landeskirche. Dafür seien 54 Menschen als Betroffene oder Zeugen von sexualisierter Gewalt befragt worden. Die Studie sei abgeschlossen. Sie werde derzeit in den Evangelischen Seminaren, im Hymnuschor und in den Jugendwerken vorgestellt. Quellen: elk-wue elk-wue
8.7.2022 Die Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. In Württemberg fand bereits ein Betroffenenforum statt, für den Frühherbst ist ein weiteres Betroffenenforum explizit zur Beteiligung in Kommissionen und Gremien geplant. In der Landeskirche Württemberg gab es seit 2010 etwa 190 Meldungen, in 174 Fällen wurden Anerkennungsleistungen von 2,6 Millionen Euro gezahlt. Quelle: Sonntagsblatt
13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: swr
17.3.2021 Die evangelische Landeskirche in Württemberg hat eine Studie beauftragt, die Fälle von Missbrauch in den 1950er und 60er Jahren im Bereich der Evangelischen Seminare, des Hymnus-Chores und des Esslinger CVJM untersuchen soll. Beauftragt mit der Studie wurde die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Sie ist auf drei Jahre angelegt.
Sonstige Studien
- 2026 Wissenschaftliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder seit 1973. Abschlussbericht – Bericht
- 2024 Meike S. Baader, Nastassia L. Böttcher, Carolin Ehlke, Carolin Oppermann, Julia Schröder, Wolfgang Schröer ERGEBNISBERICHT „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe – Aufarbeitung der organisationalen Verfahren und Verantwortung des Berliner Landesjugendamtes“ – s. auch Film 2026 „Das Kentler-Experiment – Staatlich finanzierter Kindesmissbrauch„
Beteiligungsforum der EKD
28.10.2022 Nach dem Scheitern der ersten Betroffenenbeteiligung wurde 2022 das Beteiligungsforum der EKD eingerichtet. Es hat 17 Mitglieder, die alles gemeinsam entscheiden. In mehreren Untergruppen, den sogenannten Themen-AGs, werden Beschlussvorschläge erarbeitet. Für die Abstimmung im Forum ist eine doppelte Mehrheit, sowohl der EKD-Beauftragten als auch der Betroffenen nötig. Jährlich kostet das Forum 200.000 Euro. Bislang mache man erste gute Erfahrungen mit der Arbeitsstruktur. Quelle: sonntagsblatt
14.11.2023 Verbesserungen für Betroffene
Kontakt: beteiligungsforum@ekd.de