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23.8.2019 Monsignore Andreas Kurte, Personaldezernent im Erzbistum Paderborn, beklagt einen Generalverdacht gegenüber katholischen Priestern, der die Priester belaste. Es falle daher vielen Geistlichen schwer, sich in der Öffentlichkeit als Priester zu erkennen zu geben.
Kommentar: Solange Bischöfe Täter weiterhin in der Seelsorge einsetzen und solange Priester sich nicht erkennbar mit Betroffenen solidarisieren, bleibt ein Generalverdacht nicht aus.

22.8.2019 Das Aktionsbündnis „Zeichen gegen Missbrauch“ hat eine Petition an Nuntius Thomas E. Gullickson, Schweiz, übergeben. Es fordert u.a. vollumfängliche Akteneinsicht für kirchliche Missbrauchsopfer, die Einrichtung unabhängiger Beratungsstellen in allen Ländern und die Ergänzung des kirchlichen Strafrechts. Dort müsse jede sexuelle Ausbeutung unter Strafe gestellt werden. Schwierig scheint zu sein, sicherzustellen, dass die Petition den Papst tatsächlich erreicht. Frühestens in sechs Monaten sei - wenn überhaupt - mit einer Empfangsbestätigung zu rechnen,
Quelle: vaticannews

22.8.2019 Dem Bischof von Buffalo, Richard Malone, wird vorgeworfenb, Missbrauchsfälle nicht transparent aufzuklären. Nun fordert ein Priesteramtsanwärter den Rücktritt des Bischofs. Der Priesteramtsanwärter, Stephen Parisi, hat das Priesterseminar verlassen. Er wirft dem Bischof vor, das Bistum nicht verantwortungsvoll zu leiten. Ein weiterer ehemaliger Seminarist, Matthew Bojanowski, sagte, das Bistum unterdrücke die Wahrheit über sexuellen Missbrauch. Zudem gab Bojanowski an, von einem Pater missbraucht worden zu sein. Das Bistum erklärte, Bojanowski habe dies in seiner ersten Beschwerde nicht erwähnt. Auch ein früherer Sekretär Malones erhebt Vorwürfe. Der Bostoner Kardinal Sean O'Malley fordert eine Untersuchung durch den Vatikan.

Quelle: neuesruhrwort.de


22.8.2019 Der Erzbischof von Melbourne, Peter Comensoli, glaubt, dass das Opfer, das Kardinal Pell beschuldigt, den Täter verwechselt habe. Nicht Kardinal Pell sei der Täter, sondern jemand anderes. Quelle: katholisch.de

21.8.2019 Dem früheren chilenischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Alterzbischof Bernardino Pinera Carvallo, 103, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Vatikan hat Ermittlungen eingeleitet. Der Übergriff soll vor rund 50 Jahren geschehen sein. Die Ermittler stünden in Kontakt mit dem mutmaßlichen Opfer. Der Nachfolger Pineras war Francisco José Cox Huneeus, dem ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.
Die Justiz in Chile ermittelt derzeit in mehr als 150 Verdachtsfällen wegen Missbrauchs gegen über 200 kirchliche Mitarbeiter und Kirchenvertreter. Die Opferzahl wird mit rund 240 angegeben, von denen die Hälfte zur Tatzeit minderjährig gewesen sei.

Quelle: katholisch.de


21.8.2019 Der Heilige Stuhl respektiert die Entscheidung der australischen Justiz, die Revision von Kardinal Pell abzulehnen. Er erinnert daran, dass Kardinal Pell stets seine Unschuld beteuert habe und das Recht habe, in Berufung zu gehen. Außerdem bekräftigt der Heilige Stuhl seine Nähe zu den Opfern und erneuert seine Verpflichtung, gegen Klerusmitglieder vorzugehen, die sich des Missbrauchs schuldig machen. Von kirchenrechtlichen Konsequenzen für Kardinal Pell ist bislang keine Rede.

Quelle: vaticannews
Kommentar: Unschuldige bekräftigen ihre Unschuld - aber Schuldige tun dies ebenfalls. Unschuldbeteuerungen beweisen also nichts.

*21.8.2019 Das Urteil der ersten Instanz gegen Kardinal Pell wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 13 Jahre alten Chorknaben wurde von der zweiten Instanz, dem obersten Gerichtshof in Melbourne,  bestätigt. Pell erklärt sich weiter als unschuldig. Wahrscheinlich wird er in die dritte und letzte Instanz gehen.
Ein zivilrechtliches Verfahren gegen Pell läuft noch. Dort wird ihm vorgeworfen, in den 1980er Jahren Missbrauchstaten eines Ordensmitglieds im Bistum Ballarat vertuscht zu haben.
Quelle: welt.de  Das Urteil

20.8.2019 Der ehemalige Bischof von Nashville (1992 bis 2004) und später von Buffalo (2004 bis 2012), Edward Kmiec, wird beschuldigt, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben.
Quelle: snapnetwork.org

20.8.2019 Gegen den emeritierten Bischof Joseph Hart gibt es vier neue Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs.
Im Juli 2018 gab die Diözese Cheyenne bekannt, dass der emeritierte Bischof Joseph Hart glaubwürdig beschuldigt wurde, zwei Jungen sexuell angegriffen zu haben, als er 1976 Bischof von Cheyenne war. Der Bezirksstaatsanwalt von Natrona County hatte 2002 in einem Bericht dargelegt, dass es keine Beweise gebe. Im Juli 2018 stellte die Diözese Cheyenne klar, dass sie "jetzt diese Schlussfolgerung in Frage stellt". Grundlage waren die Ergebnisse einer Untersuchung durch einen externen Ermittler, der im Dezember 2017 eingesetzt wurde. Im August 2018 wurde eine dritte Behauptung über sexuellen Kindesmissbrauch durch Bischof Hart für glaubwürdig befunden.
Erste Anklagen von zehn Personen gegen Bischof Hart gab es bereits 1989. Sie bezogen sich auf Taten, die in den 1970er Jahren begangen wurden. Sie wurden der Diözese Kansas City - St. Joseph 2008 und 2014 bekannt. Hart wies die Anschuldigungen zurück.
Quelle: NCR

19.8.2019 Dietmar Mieth stellt das Buch von Marie-Jo Thiel: "L´Église catholique face aux abus sexuels sur mineurs" vor und fragt u.a., ob sich die Vision von Thiel mit dem bisherigen Personal überhaupt durchsetzen lasse. "Irgendwo müsste er [Papst Franziskus] bei den Institutionen der Macht einmal damit anfangen, ein geschwisterliches Verhältnis der unterschiedlich bleibenden Funktionen zu ermöglichen."

Quelle: feinschwarz.net


17.8.2019 Im Bistum Limburg wartet ein Missbrauchsopfer, das zwischen 1986 und 1993 sexuellen Missbrauch durch einen Priester, dessen Pflegesohn das Opfer war, erduldete, noch immer auf das Ende des Verfahrens. Die Voruntersuchung durch das Bistum sei beendet, sagte ein Bistumssprecher, derzeit liege das Verfahren in Rom. Bischof Bätzing habe den nach Rom geschickten Unterlagen eine eigene Einschätzung beigefügt, die dem Überlebenden jedoch nicht bekannt gemacht werden dürfe. Die Anzeige beim Bistum erfolgte im Dezember 2018. Erste Informationen erhielt der damalige Personaldezernent Helmut Wanka jedoch bereits Ende 1996, im März 1997 folgte ein Geständnis des Priesters. Daraufhin wurde der Beschuldigte versetzt. Weder wurden der Vatikan noch die Staatsanwaltschaft informiert. Auch die im Geheimarchiv des Bischofs aufbewahrten Teile der Personalakte noch die Personalakte enthielten Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Entweder die Unterlagen wurden nachträglich manipuliert - was das Bistum bestreitet - oder sie wurden nie korrekt geführt.
Quelle: faz

14.8.2019 Der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz Sithembele Sipuka hat sich für eine rückwirkende Aberkennung der Priesterwürde für verurteilte Sexualstraftäter ausgesprochen. Er begründete seine Überlegungen, damit, dass es sich "in erster Linie nie um Priester handelte, sondern um kranke Männer, die versehentlich geweiht wurden und unfähig sind, Christus durch dieses Sakrament zu repräsentieren".

13.8.2019 Die Theologin Marie-Theres Wacker setzt sich mit den Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen auseinander und kommt zu dem Schluss: "Doch in Bezug auf die Priesterweihe mit dem Handeln oder dem Willen Jesu zu argumentieren hinkt insofern, als Jesus gar keine Priester geweiht hat. In den frühen Gemeinden gab es noch keine Priester." Sie habe den Eindruck, dass es bei vielen Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen gar nicht so sehr um Jesus und die Bibel gehe. Argumente gegen die Priesterweihe von Frauen seien erst aufgetaucht, seit die Frauenordination ins Gespräch gekommen sei - 1976 in der kanadisch-anglikanischen Kirche, 1994 in der Kirche von England.
Quelle: katholisch.de
13.8.2019 Wegen sexuellen Missbrauchs suspendierte katholische Priester des Erzbistums München-Freising müssen sich seit 1.6.2019 regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Die Kontrollen werden von dem Erziehungswissenschaftler, Arzt und Psychologen Georg Hörmann und einer "Arbeitsgruppe Führungsaufsicht", der fünf Personen angehören, durchgeführt. Private und dienstliche Reisen der suspendierten Priester müssen vom Ordinariat genehmigt werden. In festgelegten Intervallen soll es BEsuche in den Privatwohnungen der Täter geben, wobei die Einhaltung der Auflagen überprüft wird. Jährliche "Entwicklungsberichte" sollen vorgelegt werden. Wenn ein Täter in der Nähe einer Kindertagesstätte wohnt, kann ein Umzug angeordnet werden. Bei Verstößen ist eine Kürzung der Bezüge bis zur Hartz-IV-Höhe möglich.
Mit diesen Maßnahmen sollen weitere Übergriffe vermieden werden. Mit einer eventuellen Wiedereingliederung in das Arbeitsleben soll negativen Konsequenzen der Untätigkeit und einer sozialen Isolation entgegengewirkt werden.
Quelle: katholisch.de
12.8.2019 Prof. Dr. Julia Knop schreibt über die Chancen des synodalen Weges. Im Forum "Macht, Partizipation und Gewaltenteilung" zeichne sich schon jetzt ab, dass es nicht genüge, für eine bessere Ausbildung von Amtsträgern hinzuwirken. Nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie des kirchlichen Amtes müsse auf den Prüfstand. Knop bestätigt, dass die strukturellen Reformen und eine echte theologische Erneuerung enge Grenzen haben, die nicht nur am Mangel guten Willens einzelner Bischöfe liege, sondern in der zentralistischen ORganisation der Weltkirche, die durch JOhannes Paul II. und Benedikt XVI. massiv verstärkt worden seien. Den Ermutigungen von Papst Franziskus müssten erst noch Taten folgen. Knops Fazit: "Doch es geht kein Weg an einer ernsthaften, theologisch wie strukturell belastbaren kirchlichen Erneuerung vorbei. Die Probleme sind zu groß; das Zeitfenster für nachhaltige Reformen vermutlich klein."

Quelle: aktuell.uni-erfurt.de


12.8.2019 Frater Fidelis, der dem Orden der Mariannhiller Missionare angehört, gestand 2014 den Missbrauch an einem Jungen, widerrief jedoch sein Geständnis wieder, nachdem das Opfer fünf Monate später Strafanzeige gestellt hatte. Das Opfer erhielt 5.000 Euro und verpflichtete sich, "alle Anschuldigungen und Forderungen gegen Fidelis ruhen zu lassen und in Zukunft zu schweigen".

Quelle: bild.de

10.8.2019 Ein "Hirtenbrief" genannter Text von Kardinal Pell hat aus dem Gefängnis heraus wurde von "Unterstützern von Kardinal George Pell" auf Twitter veröffentlicht. Ob dies auf seine Veranlassung geschah oder ohne sein Wissen, ist unbekannt. Gefängnisinsassen sind in Australien Aktivitäten in sozialen Netzwerken verboten.
Inhaltlich setzt sich Pell in dem "Hirtenbrief" mit den Vorbereitungen der Amazonas-Synode auseinander, nennt sie "verstörend", bezeichnet das Instrumentum laboris als "nicht das erste Dokument von schlechter Qualität, das das Synodensekretariat erstellt hat". Er weist darauf hin, dass die Kirche keine "Verwirrung" zulassen dürfe und nicht Widersprüchliches lehren dürfe, das der Apostolischen Tradition Schaden zufüge.
Quelle: Domradio

9.8.2019 Die Südafrikanische Bischofskonferenz von Südafrika, Botswana und Swasiland will die Meldung von Missbrauchsfällen verbessern und verpflichtet sich, die Opfer bei ihrem Heilungsprozess zu begleiten und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Besorgt sind die Bischöfe über die "Eskalation der Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft", die vor allem in den Familien angegangen werden müssen. Zudem wollen sie sicherstellen, dass die Sicherheit von Frauen in der katholischen Kirche oberste Priorität hat.
Quelle: fides.org

9.8.2019 Bis zum 31.1.2015 wurden im Bistum Münster 138 Kleriker des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt. Seit 2016 gibt es vier weitere aktuelle Beschuldigungen.
Quelle: rp-online.de

7.8.2019 Die Kleinstadt Staufen wird wohl bald wieder wegen eines Missbrauchs-Prozesses in den Schlagzeilen stehen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen einen 41-Jährigen. Er soll vier Jungen hundertfach missbraucht haben.

7.8.2019 AP hat Briefe des Ex-Kardinals McCarrick an drei seiner Opfer veröffentlicht. Präventionsexpertinnen stellten darin Anzeichen von Grooming fest. McCarrick hat gezielt versucht, sexuelle Kontakte anzubahnen, indem er den Opfern schmeichelte, Vertrautheit herstellte und wegen seiner Macht prahlte, um die jungen Männer dann auszunutzen.

7.8.2019Im Bistum Speyer haben die Missbrauchsbeauftragten 238 Verdachtsfälle seit 2010 geprüft. Ein Drittel davon etwa fand sich in den Personalakten, zurückgehend bis ins Jahr 1912. Bis 2000 richtete sich der Tatverdacht in zwei Dritteln der Fälle gegen Priester. Zwischen 2000 und 2009 wurden je zur Hälfte Verdachtsfälle gegen Priester bzw. kirchliche Mitarbeiter geäußert. Seit 2000 gab es zwei Verurteilungen von einem Priester und einem Sozialpädagogen. Seit 2010 gab es 28 angezeigte Verdachtsfälle, fünf davon richteten sich Priester.

6.8.2019 In Bolivien soll eine Website über die Verfahren informieren, die die Kirche bei Berichten über sexuellen Missbrauch von Kindern und schutzbedürftigen Personen anwenden will. Zudem soll es eine kostenlose Telefonleitung geben, über die Missbrauchsfälle gemeldet werden können.
Auch die Kommission der bolivianischen Bischofskonferenz wurde öffentlich vorgestellt.
Quelle: vaticannews

6.8.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg wegen sexuellen Missbrauchs, der sich vor mehr als zehn Jahren zugetragen haben soll. Das Bistum Regensburg beurlaubte den Pfarrer vorläufig vom Dienst.
Quelle: idowa.de

4.8.2019 In einem Brief an die katholischen Priester dankt Papst Franziskus am Gedenktag des Pfarrers von Ars den Priestern für ihren Dienst und warnt sie vor Trägheit (acedia) und Apathie. U.a. schreibt er: "Ohne den von einigen unserer Brüder verursachten Schaden zu leugnen oder zu verkennen, wäre es ungerecht, viele Priester nicht anzuerkennen, die beständig und tadellos alles, was sie sind und haben, zum Wohl der anderen aufwenden (vgl. 2 Kor 12,15) und eine geistliche Vaterschaft leben, die mit den Weinenden zu weinen weiß..."
"Er [Der Herr] haucht seinen Geist auf uns, um seiner Braut, die auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde, die Schönheit zurückzugeben."
„Wenn in der Vergangenheit die Unterlassung zu einer Form der Antwort werden konnte, so wollen wir heute, dass die Umkehr, die Transparenz, die Aufrichtigkeit und die Solidarität mit den Opfern zu unserer Art und Weise werden, Geschichte zu schreiben, und uns helfen, aufmerksamer zu sein gegenüber allem menschlichen Leiden.“
Kommentar: Noch immer spricht Papst Franziskus nur von "einigen unserer Brüder", die Schaden angerichtet haben. Und noch immer bringt er Kindesmissbrauch in die Nähe des 6. Gebotes. Er will, dass Priester umkehren, transparent, aufrichtig und mit den Opfern solidarisch werden. Umkehr, Transparenz, Aufrichtigkeit und Solidarität mit den Opfern sind bitter nötig.

4.8.2019 Die Stiftung "Brücken bauen" der ehemaligen Odenwaldschule hat bislang 568 636 Euro für die Opfer der Internatslehrer*innen bereitgestellt. Das Geld reicht, um alle Anträge 2019 zu erfüllen. Studien gehen von 500 bis 900 Opfern aus.

Quelle: t-online.de


3.8.2019 Dr. Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) stellte den Zwischenbericht über das Kinderheim St. Josef, Hoheneck, vor. Der zuständige Orden der Karmelitinnen lässt die Jahre 1960-1980 untersuchen. Auffallend sei der lange Zeitraum, für den Gewalterlebnisse vorliegen. Daher sei zu fragen, ob es nicht vielmehr ein institutionelles Problem war. Psychische Gewalt sei in Hoheneck ausgeprägt gewesen. Die Generalvikarin und Hausoberin in Hoheneck, Schwester Edith Riedle, weist darauf hin, dass auch geklärt werden müsse, inwiefern der Orden von möglichen Übergriffen von Geistlichen gewusst habe oder gar beteiligt war. Zwei der Heimkinder wurden mutmaßlich sexuell missbraucht durch Priester. Der Name eines Priester-Täters ist bekannt, seine Akten liegen der Diözese Rottenburg Stuttgart vor. Zu klären ist im zweiten Missbrauchsfall, welcher Priester dafür in Frage kommt. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart reagierte auf die Missbrauchsanschuldigungen: Manche Schilderungen seien fragwürdig.

Quelle: lkz.de


3.8.2019 Ein Baden-Badener evangelischer Pfarrer wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in sechs Fällen zu einer Bewährungsstrafe von unter einem Jahr verurteilt.

Quelle: goodnews4.de


3.8.2019 Das "Opus Bono Sacerdotii" (Werk zum Wohl der Priester, OBS) setzt sich in den USA seit 1999 für Priester ein, die des sexuellen Missbrauchs oder anderer Sexualstraftaten beschuldigt werden. Joe Maher und Peter Ferrara gründeten die Organisation, die Priester "aus der Schusslinie nahmen", ihnen Wohnungen besorgten und einen Rechtshilfefonds zur Verteidigung von Geistlichen, die wegen sexueller Übergriffe und Kindesmissbrauch in Verdacht geraten waren, einrichteten. Motiviert wurden sie u.a. durch Pfarrer Perrone. Das Erzbistum Detroit hat inzw. den Vatikan gebeten, zu prüfen, ob die Vorwürfe gegen Perrone zutreffen, er bae sich selbst an einem Minderjährigen vergriffen. OBS wirbt damit, bereits 8.000 Priestern geholfen zu haben. Unterstützt wurden und werden sie von Kardinal Raymond Burke, Kardinal Edmund Szoka (+ 2014) und dem früheren Erzbischof von Baltimore, Edwin O'Brien. Einer der Unterstützer von OBS, der Priester John Neuhaus, nannte 2002 die Forderung nach Bestrafung von Priester-Tätern "eine Form der Rache".

Die Tochter des Mitgründers Maher, Mary Rose Maher, erstatte Anzeige gegen die Organisation ihres Vaters wegen Veruntreuung von Spendengeldern. Die Ermittlungen endeten in einem Vergleich, der die gesamte OBS-Führung zum Rücktritt zwang. Mary Rose Maher hat inzwischen eine eigene gemeinnützige Organisation gestartet, die Betroffenen von Missbrauch und sexuellen Übergriffen durch Kleriker helfen will.

Quelle: katholisch.de


2.8.2019 In Argentinien beginnen am Montag drei Prozesse gegen zwei Priester und den Gärtner des Antonio Provolo Instituts, Armando Gomez, 49. Dem Priester Nicola Corradi (83) wird ebenso wie dem Priester Corbacho (59) in 28 Fällen die Vergewaltigung von Minderjähren zwischen vier und 17 Jahren angelastet. Erstmals wurde Corradi etwa im Jahr 1969 in Italien des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Vatikan weiß seit 2009 von den Anschuldigungen. Ob Corradi jemans vom Vatikan sanktioniert wurde, ist nicht bekannt. Es gab jedenfalls kein Hindernis für ihn, von Verona nach Mendoza, Argentinien, zu wechseln, wo er weiter blinde Schüler missbrauchte.

Ein zweiter Prozess gegen die japanische Schwester Kosaka Kumiko ist geplant. Ein dritter Prozess verhandelt Vorwürfe gegen den ehemaligen gesetzlichen Vertreter des Instituts, Graciela Pascual, und weitere 12 Angeklagte.
Argentiniens Staatsanwaltschaft erwägt ein offizielles Hilfeersuchen an den Papst. Sie will Einsicht in die kirchlichen Untersuchungsakten, die im Vatikan sein sollen.
Quellen: cruxnow.com   kathpress.at 3.8.2019

1.8.2019 Interview von Christiane Florin mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über den Pflichtzölibat, den Begriff des Zölibates, der sich immer wieder veränderte und über die Notwendigkeit, den Pflichtzölibat angesichts der MHG-Studie abzuschaffen.

Kardinal Brandmüller hat Wolfs Buch über den Pflichtzölibat zum Anlass genommen, seine eigene Position darzustellen: "Wenn dieser [der Pflichtzölibat] fällt, so sagten schon die Gegner der Kirche im späteren neunzehnten Jahrhundert, dann ist auch die Kirche am Ende."

Quellen: deutschlandfunk.de


31.7.2019 Interview mit Udo Kaiser, der 1956 bis 1962 bei den Regensburger Domspatzen war. Kaiser hat bei der Aufarbeitung eine wichtige Rolle gespielt. Durch die sozialwissenschaftliche Analyse wurde der Bericht von Weber bestätigt. Der historische Forschungsbericht wird lediglich als Buch veröffentlicht. Von den Kirchenoberen fordert Kaiser gar nichts mehr, "weil's keinen Sinn hat".

Quelle: bfg-muenchen.de

31.7.2019 Gegen den evangelischen Pfarrer Arno W. wurde von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage wegen des Besitzes und der Verbreitung von Jugendpornografie erhoben.

Quelle: epochtimes


31.7.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hält Papst Franziskus für einen "Ankündigungspolitiker". Seinen Willenserklärungen zur Dezentralisierung folgten keine Taten. Der Amazonas-Synode erteilt er keine Beschlusskompetenz und bleibe unverbindlicht. Schüller sagt, der Papst setze auf Zentralismus.


31.7.2019 Nun hat auch der Vatikan in seinem Staatsgebiet, den Kurieneinrichtungen und in Einrichtungen des Heiligen Stuhls außerhalb seines Territoriums - z.B. in den Vatikanbotschaften - ein Meldesystem für sexuellen Missbrauch angekündigt. Eingerichtete werden soll es bis Jahresende. Der zuständige Referent ist der Kirchenrechtler Robert Oliver, der zugleich Sekretär der päpstlichen Kinderschutzkommission ist.

Quelle: kathpress.at


31.7.2019 Dem Jesuiten Renato Poblete, Chile, werfen 22 Frauen, darunter vier mindejährige Mädchen, sexuellen Missbrauch vor. Poblete, der 2010 starb, war einer der angesehensten Geistlichen Chiles. 2009 erhielt er die Auszeichnung "Premio Bicentenario" für herausragende Leistungen in den Bereichen Soziales und Kultur. Staatspräsident Pinera erwog, ihn zum Kaplan des Präsidentenpalastes zu machen. 1982 bis 2000 war Poblete Kaplan von "Hogar de Cristo", einer Organisation, die Menschen in extremer Armut betreute. Eine freiwillige Helferin der Organisation brachte die Ermittlungen ins Rollen. Der Jesuitenprovinzial Cristian del Campo wies Vertuschungsvorwürfe zurück, bestätigte jedoch, dass es Hinweise gegeben habe, die ein früheres Einschreiten des Ordens erfordert hätten.

Die Jesuiten gestanden ein, nicht nur im Fall Poblete nicht "entschlossen, gewissenhaft und effektiv auf Nachrichten, Informationen oder beunruhigende Zeichen" reagiert zu haben. Der Orden bot den Opfern Pobletes, aber auch den Opfern der Ordenspriester Jaime Guzman und Leonel Ibacache und anderer Jesuiten Dialog und Wiedergutmachungsmaßnahmen an.

Quelle: Domradio   vaticannews.va


30.7.2019 Erzbischof WojciechPolak, Primas der katholischen Kirche in Polen, hat eine gründlichere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals angekündigt. Kirchenrechtliche Schritte und ein Hilfsfonds für Missbrauchsopfer sind im Gespräch.

Quelle: Domradio


28.7.2019 Im Erzbistum Freiburg wurde für die Priester, die bereits auffällig geworden sind, die Kategorie "Gefährder" neu eingeführt. Zu ihnen zählen 27 der 32 in der MHG-Studie Beschuldigten sowie acht weitere Personen, die erst nach Abschluss der Studie gemeldet wurden. Von diesen 35 Männern werden knapp zehn als Gefährder im engeren Sinn eingestuft. Diese Gefährder i.e.S. wurden nach Rom gemeldet. Sie stehen unter Beobachtung und müssen sich von Jugendlichen fernhalten. "Mit pastoraler Seelsorge haben sie nichts mehr zu tun", versicherte Erzbischof Burger.

Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Bedeutet das, dass die 25 (bzw. 30) auffällig gewordenen Männer , die nicht als Gefährder i.e.S. eingestuft wurden, weiterhin in der pastoralen Seelsorge anzutreffen sind?

26.7.2019 Im Bistum Regensburg erhielten 367 Betroffene Zahlungen zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro. Insgesamt wurden fast 3,8 Millionen Euro ausgezahlt. In der unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene beim Müncher Informationszentrum für Männer (MIM) trifft sich eine kleine Gruppe Betroffener. Geplant ist ein Mahnmal auf dem Gelände der Regensburger Domspatzen, das Anfang 2020 enthüllt werden soll.

Quelle: wochenblatt


26.7.2019 Ein Chorherr im Augustinerstift Klosterneuburg verging sich 1993 an einem Ministranten, 16 Jahre alt. Bereits in den Jahren zuvor soll es Beschwerden gegeben haben. Der Täter beantragte seine Entlassung aus dem Orden. 1996 wurde er dann in Siebenbürgen/Rumänien zum Priester geweiht. Während seiner folgenden Arbeitslosigkeit wurde er von einem Kollegen vorübergehend aufgenommen und schwärmte von "billigen Jungs aus Rumänien". Der Kollege warf ihn hinaus. Ein alter Studienkollege aus Trier vermittelte dem Täter zwei Vertretungsstellen in Südbaden und der Schweiz. Er wohnte dann in einem Nonnenkloster bei Rickenbach im Landkreis Waldshut. Dort habe er ständig Jungen um sich gehabt, in seinem Garten haben überall leere Flaschen herumgelegen. Im Juni und August 1998 übernahm er Gottesdienste in einer Pfarrgemeinde am Hochrhein. Der Pfarrer der Hochrhein-Gemeinde im Erzbistum Freiburg vermittelte dem Ex-Chorherren eine Stelle im Bistum Würzburg und sagte, er habe in einem Dreiergespräch den damaligen inzwischen verstorbenen Würzburger Generalvikar über die Vergehen in Klosterneuburg informiert. Das Bistum Würzburg sagt, es sei nicht über eventuelle pädophile Neigungen des Chorherren informiert worden, es habe auch kein Dreiergespräch gegeben, sondern nur ein Gespräch zw. dem Hochrhein-Pfarrer und dem Generalvikar. Der mutmaßlich dritte Teilnehmer an dem Gespräch steht inzwischen selbst unter Missbrauchsverdacht. In Würzburg soll der Ex-Chorherr einen weiteren Jungen missbraucht haben. Das Bistum Würzburg meldete das Vergehen von 1993 der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren wegen Verjährung einstellte. Seit zwei Jahren liegt der Fall bei der römischen Glaubenskongregation. Anfang 2019 - 26 Jahre nach dem ersten bekannt gewordenen Missbrauch - verbot das Bistum Würzburg dem ehemaligen Chorherren den Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Familien, nachdem es neue Vorwürfe distanzlosen Verhaltens im Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen gab.
Das Erzbistum Freiburg stellte fest, dass es zu dem sog. "Dreiergespräch" keine Unterlagen gebe und daher die Ermittler in Würzburg für die Aktivitäten des Hochrhein-Pfarrers zuständig seien.

25.7.2019 Im Erzbistum Freiburg gab es 186 Zahlungen an Missbrauchsopfer. Abgelehnt wurde "so gut wie kein" Antrag. Die Arbeitsgemeinschaft "Machtmissbrauch und Aktenanalyse" will herausfinden, ob Dokumente fahrlässig oder vorsätzlich entfernt wurden. Sie konzentriert sich darauf, wer was im Ordinariat gewusst hat und wer verantwortlich war. Exemplarisch untersuchen die Arbeitsgemeinschaft den Fall von Oberharmersbach, wo ein Pfarrer mindestens 25 Opfer hatte. Der Pfarrer von Bühl und Löffingen wird von 20 Gemeindemitgliedern beschuldigt, der Pfarrer von Eisenbach und Freiburg von fünf Opfern. Besonders kompliziert sei der mehrfache Missbrauch in der Wallfahrtskirche Birnau - dort ist immer noch unklar, ob das Erzbistum Freiburg oder das Kloster Mehrerau zuständig war.
Die "Arbeitsgemeinschaft Prävention" geht von 30 sog. Gefährdern im Erzbistum Freiburg aus. Gefährder sind Personen, die schon einmal Minderjährige missbrauchten, "deren Taten länger zurückliegen und die "sich weiterhin im Bereich des Erzbistums aufhalten oder ihren Dienst versehen und im Dienst der Diözese stehen" (min 7:00). Erzbischof Burger präzisierte (min 40): "Klar ist, dass dieser Personenkreis, die noch irgendwelche Dienste wahrnehmen, nicht mit Bereich Jugendarbeit oder sonstigem zu tun haben, je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen sind, mit Sonderaufgaben betraut bis hin in die Verwaltung hinein. Also da ist es für uns als Diözese eindeutig und klar, Personen, die mit dieser Vergangenheit zu tun haben, dementsprechend nur so einzusetzen, dass sie nicht erneut zu Personen werden, die hier tatfällig werden." Bei 5 der 30 Gefährder soll ein Gutachten erstellt werden.
Um die Rückfallquote einzuschätzen, wird auf Verhaltensauffälligkeiten, Uneinsichtigkeit, Konsum von Kinderpornografie - "sofern er von der Polizei ertappt wurde" - geachtet. Diese Überwachung geschieht nicht durch das Bistum. Die Gefährder sollen in einem Umfeld leben, in dem sie nicht in Versuchung geraten, Ausflüge und Zeltlager müssten tabu sein.Sie sollen Therapien und Fortbildungen angeboten bekommen.
Kommentar: Ob auch diejenigen, die beschuldigt wurden und die Beschuldigungen zurückwiesen, zu den Gefährdern gehören, ist unbekannt. Die Formulierung, dass dieser Personenkreis " je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen"  wurde, legt die Vermutung nahe, dass nicht alle Gefährder aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen wurden. Müssen Christ*innen also damit rechnen, im Gottesdienst, in der Seelsorge etc. einen Gefährder vor sich zu haben?

Filmvorführung "Gott sei Dank"

Der Spielfilm thematisiert den Missbrauchskandal in der katholischen Kirche anhand einer fiktionalen Geschichte in Lyon, die tatsächliche Ereignisse verarbeitet. An den Film schließt sich eine Gesprächsrunde an.

Gastreferenten: Josef Lederle, Redakteur der Zeitschrift FILMDIENST (Einführung); Erika Kerstner, Ökumenische Initiative "GottesSuche - Glaube nach Gewalterfahrungen", Burkhard Rooß, Präventionsbeauftragter des Erzbistums Berlin; Stefan Förner, Mitglied des Beraterstabs zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und Pressesprecher des Erzbistums Berlin

Der Film wird zuvor kurz eingeführt von Josef Lederle, Redakteur der Zeitschrift FILMDIENST.

Termin: 28.8.2019, Filmtheater am Friedrichshain, 19 Uhr

 

 

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Missbrauch in der Kirche: Vergebung oder Gerechtigkeit

Christoph Fleischmann, unter Mitarbeit u.a. von Dr. Barbara Haslbeck

Audiothek: WDR 3, 19.4.2019

 

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Suche nach Betroffenen aus der  Wickenmayer’schen Kinderpflege in Würzburg. 

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