Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Aktuelles 

2020   2019    2018   2017    2016    2015    2014    2013    2012    2011    2010    2009     2008     2007    2006    2005   2004    2003    2002    2001

27.11.2020 Ein Bericht über mangelnde Wiedergutmachung nach vielen guten Worten aus der katholischen Kirche Irlands.

Quelle: euronews


27.11.2020 Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, will das von ihm zurückgehaltene Missbrauchsgutachten „für interessierte Einzelpersonen, insbesondere Betroffene oder Journalisten“ zugänglich machen. Dies solle nach der Veröffentlichung des von ihm in Auftrag gegebenen neuen Gutachtens „im rechtlich möglichen Rahmen“ geschehen.

Quelle: RND


27.11.2020 Die Erzdiözese München und Freising bietet nun für Ex-Mitglieder der Katholischen Integrierten Gemeinde, KIG, unter der Adresse Beratung-KIG@eomuc.de Beratung an. Gesprächspartner sei Siegfried Kneißl, Leiter der Hauptabteilung Beratung im Erzbischöflichen Ordinariat München.

Quelle: domradio.de


27.11.2020 Nachdem Kardinal Marx die Katholische Integrierte Gemeinde im Erzbistum München aufgelöst  hat, fordern ehemalige Mitglieder weitere Aufarbeitungsschritte. Notwendig sei, Anlaufstellen einzurichten, den Betroffenen Therapien, geistliche Begleitung und materielle Unterstützung anzubieten. Es müsse eine unabhängige Aufarbeitungskommission für die KIG mit Beteiligung der Betroffenen errichtet werden. Joseph Ratzinger stand als Münchner Erzbischof, Glaubenspräfekt und Papst über Jahrzehnte in engem Kontakt mit der Gruppe. Inzwischen ging er auf Distanz zur KIG. Er sei getäuscht worden, sagte er. Mechthild Leise hingegen stellt klar, dass Ratzinger u.a. durch Ordinatiatsmitarbeiter, Theologen und ehemaligen Gemeindemitgliedern über die Vorgänge im Inneren der Gemeinde informiert wurde. Bis heute warten Betroffene auf ein persönliches Gespräch mit Kardinal Marx.

Quelle: katholisch.de


27.11.2020 Gemeinsam kämpfen Karl Haucke und Patrick Bauer dafür, dass sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche aufgeklärt wird. Sie sind selbst Betroffene. Beide werfen dem Kölner Kardinal Woelki vor, sie für seine Interessen benutzt zu haben. Wie geht es jetzt weiter? Wir haben gefragt, was sie sich wünschen.

Quelle: Zeit.de


26.11.2020 Seit 2000 haben sich ca 150 Opfer sexualisierter Gewalt in der evangelischen Landeskirche in Bayern gemeldet. Unter ihnen waren 40-50 schwere Missbrauchsfälle. Die Sprachlosigkeit im Umgang mit Missbrauchsfällen sei das Hauptproblem, sagt Oberkirchenrat Blum. Nachdem die Synode ein neues Präventionsgesetz verabschiedet hat, müssen alle kirchlichen Institutionen innerhalb der Bayerischen Landeskirche Schutzkonzepte entwickeln. Für diejenigen, die bereits Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche geworden sind, ändert sich durch das Gesetz nichts, kritisiert Detlev Zander vom "Netzwerk Betroffenen Forum". Zander ist Mitglied im Betroffenenbeirat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er fordert eine schonungslose Aufarbeitung und kritisiert, dass Betroffene sich zuerst an eine kirchliche Stelle wenden müssen. Bislang hat die Bayerische Landeskirche über 700 000 Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Die Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt soll personell aufgestockt werden. Dafür sind ca fünf Millionen Euro vorgesehen.Quelle: br.de


26.11.2020 Das Sondergutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl ist vom Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht worden. "Kirche und Leben", Bistum Münster, listet die Vorgänge noch einmal auf, soweit sie das Bistum Münster betreffen.

Quelle: KStA


26.11.2020 Mehr als 1.200 polnische Professoren und Wissenschaftler verteidigen Papst Johannes Paul II. (1978-2005) gegen mögliche Verleumdungen. Sie weisen die Vorwürfe zurück, er habe pädophile Taten von katholischen Geistlichen vertuscht. Wer Papst Johannes Paul II. anklage, hätte keinen Respekt vor seinen historischen Leistungen.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dass ein Papst große historische Leistungen hat, hindert nicht daran, dass er Missbrauchsfälle vertuscht und Täter (z.B. auch den Gründer der Legionäre Christi), und andere Vertuscher fördert.


25.11.2020 Der Katholikenrat der Region Düren im Bistum Aachen erwartet, dass im Anschluss an die Veröffentlichung des Gutachtens „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker im Bereich des Bistums Aachen im Zeitraum 1965 bis 2019“ der Münchener Rechtanwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl die nötigen Veränderungen zeitnah und nachvollziehbar umgesetzt werden, und von den Bistumsverantwortlichen in diesem Sinne auch Einfluss auf die Bischofskonferenz und die Weltkirche genommen wird. „Wir stehen an der Seite der Geschädigten, und erwarten eine ‚angemessene Entschädigung’ für ihr unermessliches Leid, das nie wieder gut gemacht werden kann.“

 Quelle: Aachener Zeitung

Kommentar: Nach fast 20 Jahren, in denen kirchlich Betroffene einem mächtigen Kirchenapparat alleine gegenüberstanden, scheinen Mitchristen/Laien anfangen zu verstehen, dass Betroffene ihre Solidarität brauchen.


25.11.2020 Heute, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, wird das Buch "Erzählen als Widerstand", hrsg. von Barbara Haslbeck, Regina Heyder, Ute Leimgruber und Dorothee Sandherr-Klemp, in einer Buchpräsentation vorgestellt. Barbara Haslbeck berichtet im Interview, wie auch erwachsene Frauen von Klerikern und Ordensfrauen spirituell, finanziell, in ihrer Arbeitskraft und/oder sexuell ausgebeutet werden. Es kann jede Frau treffen. Oft ist spiritueller Missbrauch die Grooming-Strategie der Täter, um den sexuellen Missbrauch vorzubereiten und zu rechtfertigen. Viele der betroffenen Frauen haben große Angst, dass ihnen eine Mitschuld am Missbrauch zugeschoben wird. Umso bemerkenswerter ist, dass 23 Frauen den Mut hatten zu erzählen, wie sie Gehirnwäsche und Psychoterror ausgeliefert waren.

Quellen: katholisch.de   kath.press


*25.11.2020 Dr. Barbara Haslbeck beschreibt wichtige Erkenntnisse über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der Kirche, die sich in den 23 Berichten von Erfahrungen von Frauen in der Kirche zeigen: Spiritueller und sexueller Missbrauch sind eng verbunden - Missbrauch ist immer ein Machtgeschehen und kann jede Frau in der Kirche treffen - das Erzählen davon ist Widerstand gegen die Strategien der Täter und Täterinnen, Widerstand gegen das Trauma und Widerstand gegen die Stretegien von Tätern und Täterinnen. Es gilt: "Wer verantwortlich ist für Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche, findet hier eine wichtige Sehhilfe."

Quelle: feinschwarz.net


25.11.2020 Karl Haucke wurde als Kind jahrelang von einem Pater missbraucht. Ihm und anderen Betroffenen wurde Aufklärung versprochen. Doch nun soll eine lang ersehnte Studie geheimgehalten werden. Haucke fühlt sich erneut benutzt. Er ist sich sicher, dass das Vorgehen Der Bistumsspitze im Erzbistum Köln  eine bewusst verfolgte Taktik war. Aus Protest verlassen er und andere Betroffene den Beirat. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert: "Aber das ist schon an Dreistigkeit, an dunklen Machenschaften kaum zu überbieten, was das Erzbistum Köln da gerade abliefert. Und man wird es ihnen nachweisen können und man kann es ihnen nachweisen."

Quelle: dw


25.11.2020 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert den Umgang von Kardinal Woelki und Generalvikar Markus Hofmann, Erzbistum Köln, mit den kirchlichen Missbrauchsopfern: "Der Missbrauch von Missbrauchsopfern in diesem Fall ist ruchlos, schändlich und unentschuldbar... Die hierfür Verantwortlichen müssen ihren Hut nehmen.“ Sie seien vor allem daran gescheitert, „dass die noch lebenden Verantwortlichen für Vertuschung im Erzbistum Köln voneinander genau wissen und jeder weiß, dass wenn einer fällt, alle anderen mit abstürzen“.

Quelle: Kirche und Leben


24.11.2020 Nachdem das Bistum Aachen - anders als das Erzbistum Köln - ein Gutachten zu sexueller Gewalt von Klerikern veröffentlicht hat, fordern Laienverbände, u.a. die kfd, vom Bistum einen klaren Zeit- und Maßnahmenplan.

Quelle: www1.wdr.de

24.11.2020 Ulrich Waschki, Geschäftsführer und Chef­redakteur der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück, kommentiert angesichts des Täterschutzes in drei Bistümern durch elf Bischöfe: "Die stetigen Beteuerungen und allgemeinen Schuld­anerkenntnisse aber werden schal, wenn sie nicht konkret werden. Dieses Desaster aus nicht eingelösten oder gebrochenen Aufklärungsversprechen und leeren Schuldeingeständnissen muss ein Ende haben. Wann endlich übernimmt ein Amtsträger spürbar Verantwortung und tritt zurück?"

Quelle: Kirche und Leben


24.11.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, kritisiert Kardinal Woelki, Köln: „Es deutet vieles darauf hin dass Kardinal Woelki mit Blick auf Betroffenenbeteiligung, Transparenz und Unabhängigkeit von Aufarbeitung einen massiven Fehler begangen hat“, sagte er und fährt fort: "Wenn man Transparenz verspricht und dann nicht einhält, steht der Verdacht erneuter Vertuschung im Raum."

Quelle: kirche-und-leben.de


23.11.2020 Die fünf Bistümer in Nordrhein-Westfalen - Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn - wollen ihre Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt wissenschaftlich untersuchen lassen. Die Ausschreibung ist hier nachzulesen.

Quelle: Domradio
23.11.2020 Ein ehemaliger Generalvikar von Lugano soll zwölf Jahre lang eine Frau in seiner Wohnung gefangen gehalten haben. Er wurde verhaftet. Das Bistum sagt den Behörden volle Kooperation zu. Der Geistliche bestreitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

23.11.2020 Den katholischen Bischöfen und den übrigen Verantwortlichen in den Diözesen geht es nach den zahlreichen Missbrauchsfällen in der Kirche nun darum, das Vertrauen der Gläubigen zurückzugewinnen. Dazu braucht es Ehrlichkeit und Konsequenzen, glaubt Julia Knop. Sie sagt: "... Vertrauen ist keine rechtliche, sondern eine Beziehungsfrage. Man kann es nicht einfordern. Es wird geschenkt oder entzogen. Einmal verspielt, ist es schwer zurückzugewinnen. Ob die Gläubigen einem heutigen Amtsträger zutrauen, dass er künftig sein Hirtenamt gut ausüben und rückhaltlos für die leibliche, seelische und geistige Integrität der ihm Anvertrauten Sorge tragen wird, kann ihm keine übergeordnete Behörde attestieren. Das können ihm nur die Gläubigen selbst sagen. Sie zu fragen wäre ein echter Vertrauensbeweis."

Quelle: katholisch.de


22.11.2020 Ein Kommentar von Florian Breitmeier über die Missbrauchsaufklärung im Erzbistum Köln, ein Interview über geistlichen Missbrauch mit Dr. Doris Reisinger und die Thematisierung von Klerikalismus durch Bischof Dieser, Aachen.

Quelle: www1.wdr.de


21.11.2020 Im Jahr 1958 wurde der Stadtpfarrer von Sigmaringen, Erzbistum Freiburg, wegen sexualisierter Gewalt an Kindern zu 3 Jahren Haft verurteilt. Er hat mehr als 50 Kinder missbraucht, 23 Eltern erstatteten Anzeige. Luise Leininger, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, erhielt 169 Unterschriften zur Unterstützung des Pfarrers. "Gute Katholiken" waren diejenigen, die den Täter unterstützten. Die anderen waren "schlechte Katholiken". Zur Verhandlung war lediglich die regionale Presse zugelassen.

Quellen: pressreader.com   spiegel.de


21.11.2020 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, beobachtet, dass auch viele Gläubigen und ihre offiziellen verbandlichen Organisationen (z.B. das ZdK) dieses Thema eher verschämt ausschweigen. Schüller fragt: "Hat jemals ein geschundenes Opfer von sexueller Gewalt in der Kirche vor der Vollversammlung des ZdK gesprochen?"

Quelle: feinschwarz.net


20.11.2020 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken überstimmt das eigene Präsidium und erklärt sexualisierte Gewalt zu einem "strukturellen Problem" der Kirche. Die Debatte ist mit voller Wucht zurück, meint Annette Zoch. Einer Mehrheit der Mitglieder des ZdKs gelang es, gegen den Willen von Präsident Thomas Sternberg eine Änderung der Tagesordnung durchzusetzen. Das Thema sexualisierte Gewalt sollte zuerst angesprochen werden, nicht erst am Abend. Tim-O. Kurzbach vom Diözesanrat im Erzbistum Köln, sagte, das Thema sexualisierte Gewalt sei bislang von Laien lieber verdrängt worden.

Quelle: Süddeutsche


20.11.2020 Die evangelische Kirche in Nordrhein-Westfalen will - gemeinsam mit der Lippischen Landeskirche, der Evangelischen Kirche im Rheinland und mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe - die Anerkennungszahlungen für kirchliche Betroffene durch eine neu zusammengesetzte unabhängige Kommission festlegen lassen. Die Zahlungen sollen sich an Schmerzensgeld-Tabellen orientieren. Die westfälische Kirche beteiligt sich an einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) über die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen.

Quelle: domradio.de


20.11.2020 Florian Breitmeier, NDR, kommentiert die unsägliche Situation der katholischen Kirchenleitung in Köln. U.a. stellt Breitmeier fest, dass Kardinal Woelki zumindest Informationen und Einschätzungen des Gutachtens der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl gekannt haben muss, "obwohl er nicht müde wurde zu betonen, er werde vom Inhalt des Gutachtens erst bei dessen Veröffentlichung erfahren." Breitmeiers Fazit: "Der Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt ist für die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche das zentrale Thema. Wenn sie hier scheitert, Betroffene hinhält, billig abspeist, für eigene Zwecke instrumentalisiert, Gutachten unter Verschluss hält, sich juristisch mit sich selbst beschäftigt, dann scheitert die Kirche als Institution insgesamt. Dann kann die katholische Kirche mit Blick auf ihre Glaubwürdigkeit einpacken. Dann endet auch der Synodale Weg, bevor er richtig begonnen hat. Der Reformprozess, den die Deutsche Bischofskonferenz als Reaktion auf den Missbrauchsskandal gemeinsam mit den Laien ins Leben gerufen hat. Aber ruhende Ehrenämter und folgenlose Schuldbekenntnisse werden nicht ausreichen, wenn nach wie vor so viele Fragen im Raum stehen: in Hamburg, in Köln und andernorts."

Quelle: NDR


20.11.2020 Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, hat sich in einem Schreiben an die Bischofskongregation im Vatikan gewandt. Er informiert über die aktuelle Situation, wird die irgendwann vorliegenden Untersuchungsergebnisse über den Missbrauchsfall Pfarrer A., mit dem Heße als Personalverantwortlicher im Erzbistum Köln befasst war, nach Rom schicken und bittet, dass die Bischofskongregation die Auswirkungen auf sein Amt als Hamburger Erzbischof prüft.

Quelle: Domradio


20.11.2020 „Am liebsten nicht mehr dran denken“ – das scheint die Strategie in vielen kirchlichen Prozessen zu sein. Die Theologin Johanne Rahner wirft den Blick auf den Umgang mit den Traditionsbeständen der Kirche. Wo sie besonders betont werden, werden sie meist deformiert und missbraucht – gerade auch in den aktuellen kirchlichen Debatten. In solcher Tradition entsteht eine Häresie der Vergesslichkeit, in der die eigene Pluralität negiert werden muss.

Quelle: feinschwarz.net


20.11.2020 Enrico Radice, ehemaliger Rektor des "Preseminario San Pio X" bestreitet, von Anschuldigungen wegen sexualisierter Gewalt gewusst zu haben. Vielmehr hätten sich ein mumaßliches Opfer und ein Zeuge einen Missbrauch aus wirtschaftlichem Interesse ausgedacht. Dem Priester Radice wird vorgeworfen, den Hauptangeklagten trotz der Missbrauchsvorwürfe geschützt und dessen Priesterweihe gefördert zu haben. Radice soll auch Ermittlungen behindert haben. Das Opfer habe die Taten zwischen 2009 und 2010 dem Rektor gemeldet, dieser habe aggressiv reagiert und das Opfer bedrängt, so dass die Misshandlungen weitergingen. Der Rektor bestreitet das. Im November 2019 warfen drei weitere ehemalige Präseminaristen Priestern ebenfalls sexuelle Belästigung vor.

Quelle: katholisch.de


20.11.2020 Kardinal Reinhard Marx, Erzbistum München, hat die Katholische Integrierte Gemeinde (KIG) in der Erzdiözese München und Freising aufgelöst. Das Erzbistum prüft außerdem „weitere Schritte zur Aufarbeitung". Bereits 2005 gab es ein Gutachten, das kirchenrechtswidrige Praktiken der Gruppierung monierte. Zuletzt hatte sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. in der „Herder Korrespondenz" von der Katholischen Integrierten Gemeinde distanziert.

Quelle: erzbistum-muenchen.de


20.11.2020 Das Zentralkomitee der Dt. Katholiken (ZdK) hat einen Antrag verabschiedet, in dem es bedauert, nicht schon vor 2010 das Thema Missbrauch in den Blick genommen zu haben und es bekennt, dass auch das ZdK das Leid der Betroffenen oft nicht an sich herangelassen habe. Zudem fordert das ZdK, das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vollständig offen zu legen und die Ergebnisse zugänglich zu machen.

Laut Faz stand in einem ersten Entwurf noch: "Im Prozess der Aufarbeitung bewegt sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken loyal an der Seite der Deutschen Bischofskonferenz."

Quelle: antrag.zdk.digiv.de

Kommentar: Es ist bitter, aber wahr: Wer an der Seite der Bischofskonferenz steht, steht nicht an der Seite der Betroffenen.


20.11.2020 Das Erzbistum Köln lehnt die Bitte des Bistums Münster ab, das Sondergutachten der "Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl" zum Fall A. jetzt zu veröffentlichen. Dem Bistum Münster ist nur eine Ausarbeitung vom 1.8.2019 bekannt. Das Sondergutachten war von den Bistümern Köln, Münster und Essen in Auftrag gegeben worden.

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 23.11.2019 sagte Kardinal Woelki: "Wir müssen die Zusammenhänge gründlich aufklären. Es liegt auf der Hand, dass Personen hier ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden sind und Kinder und Jugendliche wissentlich einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt haben. Deshalb will ich schon jetzt alle Betroffenen um Vergebung bitten. Ich schäme mich für das, was hier geschehen ist."

Quelle: Kirche und Leben


19.11.2020 Der Hamburger Erzbischof Heße lässt sein Amt als Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ruhen. Nicht der Präsident des Zentralkomitees, sondern die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutschlands, die 125 katholische Organisationen vertritt, hatte ihn aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Heße sagte, es sei ihm ein großes Anliegen, dass sexueller Missbrauch aufgearbeitet werde, nur die Wahrheit mache frei. Jegliches Vertuschen schließt Heße für sich persönlich ausdrücklich aus.

Quelle: Süddeutsche


19.11.2020 Die Evangelische Hochschulgemeinde Köln veröffentlicht das Positionspapier der Katholischen Hochschulgemeinde Köln: "Wir wollen glaubwürdig bleiben." Das Erzbistum Köln hat nämlich die Internetseite der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln gesperrt. Grund sei anhaltende Kritik an der kirchlichen Sexualmoral und am kirchlichen Lehramt. Die Theologin Julia Knop sagt, gerade eine solche Reaktion zeige, wie berechtigt die Forderungen der Studierenden sind. Das Positionspapierlege "ganz massiv den Finger in die Wunde der Situation im Erzbistum Köln".

Quellen: esgkoeln.de  kirche-und-leben.de


19.11.2020 Das Buch Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche wurde heute in einer Pressekonferenz vorgestellt. Es zeigt an 23 Berichten von Frauen - Ordensfrauen, Kirchenmitarbeiterinnen, Engagierte, Studentinnen und Pfarreiangehörige -, dass spiritueller und sexueller Missbrauch eng verbunden sind und auch erwachsene Frauen trifft. Nach Einschätzung des KDFB gibt es eine hohe Dunkelziffer an in der Kirche missbrauchten Frauen. Die Mitherausgeberin Barbara Haslbeck kommentiert: "Es ist erschütternd wahrzunehmen, wie das Spirituelle hier ein dämonisches Gesicht bekommt. Täter benutzen Spirituelles, um die Übergriffe anzubahnen und zu rechtfertigen.” Die Regensburger Pastoraltheologin Ute Leimgruber stellt fest: „Wenn zum Beispiel der Täter gleichzeitig der Exerzitienleiter der Betroffenen ist, kann man nicht von Begegnung auf Augenhöhe zwischen den beiden Personen sprechen. Das Buch zeigt: Missbrauch ist alltäglich, weil Machtverhältnisse alltäglich sind.” Frauen in der Kirche sind einer "doppelten Asymetrie" ausgeliefert: Frauen gegenüber Klerikerm und Frauen gegenüber Männern.

Quelle: vaticannews.va


19.11.2020 Im Mai 2020 trat Propst Bernhard Backovsky von Stift Klosterneuburg zurück. Am 21.10.2020 wurde der Kurienbischof Josef Clemes als päpstlicher Delegat bestimmt. Nun begründet der Vatikan diese Maßnahme: "Das Dekret begründet den Einsatz eines päpstlichen Delegaten mit der Feststellung, dass der ehemalige Propst Bernhard Backovsky die Situation rund um den von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Stiftes begangenen Missbrauch nicht angemessen gehandhabt hat."

Quelle: ORF


19.11.2020 Das Bistum Münster stellt fest, dass der Priester A. im Erzbistum Köln inkardiniert war und daher die Verantwortung für die Aufarbeitung der Missbrauchstaten beim Erzbistum Köln liegt. Das Bistum Münster hat sämtliche Akten zum Fall A. 2019 nach Köln geschickt und fordert das Erzbistum Köln auf,  das Sondergutachten der Kanzlei Westphal Spilker Wastl zum Fall A. "unmittelbar" zu veröffentlichen. Bis heute wurde das Bistum Münster nicht über mögliche weitere Erkenntnisse in der Angelegenheit des Pfarrers A. informiert, kann also auch - entgegen dem Hinweis des Erzbistums Köln (Quelle 2)- keine Fragen beantworten.

Soweit Pfarrer A. im Bistum Münster gearbeitet hat und Verantwortliche aus dem Bistum Münster benannt wurden, haben diese schon im November 2019 nach Veröffentlichung durch das Erzbistum Köln reagiert - mit einem Schreiben vom 22.11.2019 von Bischof Genn, in dem auch die Betroffenen in den Blick kamen (!), mit einem Infoabend in Westerkappeln am 21.11.2019 und am 28.11.2019 in Recklinghausen.

Quelle: Kirche und Leben


19.11.2020 Als "jahrzehntelange Aneinanderreihung schwerer Fehler" hat der Kölner Kardinal Woelki den Umgang mit einem zweimal wegen Missbrauchs verurteilten Priester bezeichnet. Der Erzbischof benutzt Passivformen, die es erlauben, die handelnden Personen nicht zu benennen: Es ist nicht gehört worden, es ist verheimlicht worden, es ist nicht ausreichend informiert worden, es ist nicht bestraft worden...

Quelle: Domradio


19.11.2020 Der emeritierte Bischof Mussinghoff sagte: "Ich fühlte mich überfordert - vor allem mit Opfergesprächen." Hier offenbart ein Bischof, dass er mit der Sorge um Seelen überfordert war. Das ist ungefähr so, als würde eine Friseurin sagen: "Ich fühlte mich überfordert - vor allem mit Haareschneiden." So kommentiert Detlef Esslinger und zitiert Hans Zollner, der das Kinderschutz-Zentrum an der Päpstlichen Universität Gregoriana leitet: "Ich glaube, dass wir bei Weitem noch nicht so weit sind, dass man sagen kann, die katholische Kirche hat verstanden, welches Leid die Institution über die Betroffenen gebracht hat."

Quelle: sueddeutsche.de


19.11.2020 Im Skandal um sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirches geraten offenbar der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki unter Druck. Betroffene werfen Woelki jetzt „Missbrauch von Missbrauchsopfern“ vor. Offensichtlich wurde Kardinal Woelki bereits im Frühjahr 2019 bekannt, dass der frühere Personalchef des Erzbistums Köln, Heße, und weitere ehemalige Verantwortliche sich „in mehrerer Hinsicht rechtswidrig“ verhalten hätten. Bereits Mitte September 2020 gab das Erzbistum ein Gegengutachten in Auftrag. Die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der "Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl" war von langer Hand geplant. Der Betroffenenbeirat jedoch wurde "überrumpelt" und "unter Druck gesetzt".

Quelle: DLF


18.11.2020 Pfarrer A. missbrauchte Kinder und wurde zweimal verurteilt. Die Kirche setzte ihn über Jahrzehnte weiterhin als Seelsorger ein. Ende 1963 wurden erste Vorwürfe bekannt, 2019 wurde ein kirchenrechtliches Verfahren durch Kardinal Woelki eingeleitet. Es waren 9 Bischöfe und zwei Personalchefs, die später Bischöfe wurden, die den Täter schützten: Erzbischof Josef Frings, Erzbischof, später Kardinal Joseph Höffner; Hauptabteilungsleiters Seelsorge-Personal, der heutige Erzbischof von Hamburg; Bischof Heinrich Tenhumberg, Münster; Bischof Reinhard Lettmann, Münster; der damalige Generalvikar und spätere Erzbischof von Hamburg Werner Thissen; Kardinal Joachim Meisner; Weihbischof Stefan Zekorn, Münster; Bischof Hubert Luthe; Bischof Felix Genn, Essen und Münster; Bischof Overbeck, Essen.

Quelle: zeit.de


Weitere Recherchen:

2020   2019   2018  2017   2016   2015   2014  2013   2012   2011   2010   2009   2008  2007   2006   2005   2004   2003   2002   2001

Carola Moosbach, der Initiative seit ihren Anfängen verbunden, hat ein neues Buch geschrieben: Johann Sebastian Bachs Töchter. Historischer Roman, St. Benno-Verlag, Leipzig.

Rezensionen bei amazon

Interview mit Carola Moosbach

Buch-Tipps

Haslbeck, Barbara/Heyder, Regina/Leimgruber, Ute/Sandherr-Klemp:

Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche

Doris Reisinger, Christoph Röhl: Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger, Piper-Verlag, erscheint am 1.3.2021

 

Hörspiel von Christoph Fleischmann: "Der ehrliche Bischof. Eine Erzählung zur Missbrauchsaufarbeitung in der Kirche" mit Wolf Aniol, Regie Helga Matthea.

Zehn Jahre Arbeit von und mit Betroffenen

Dr. Barbara Haslbeck reflektiert über Schwieriges und Gelingendes in der Arbeit von und mit Betroffenen.

 

 

 

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?