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24.6.2019 Die deutschen Bischöfe beraten über den "synodalen Weg", der in mehreren Foren Macht, Sexualmoral und die Lebensform der Priester thematisieren will. Ob es ein Forum zur Rolle der Frauen in der Kirche geben soll, wird noch besprochen. An den Beratungen sollen auch Laien und externe Fachleute teilnehmen. Anfang Juli wird die Geschäftsordnung von Vertretern der Bischofskonferenz und dem ZdK festgelegt. Mitte September werden 60 Teilnehmer Fahrplan, Themenumfang und Teilnehmerkreis endgültig definieren. Der 1. Advent ist als Startpunkt vorgesehen.
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der scheidende Augsburger Bischof  Zdarsa äußerten sich bisher kritisch über den „synodalen Weg“, Kardinal Woelki, Köln, sprach sich gegen Reformen nach dem Vorbild des liberalen Protestantismus aus.
Quelle: vaticannews

24.6.2019 In der katholischen Kirche Frankreichs gibt es einen Beauftragten gegen das innerkirchliche Sektenwesen, Alain Planet, Bischof von Carcassone. Planet berichtet von mehr als hundert Fällen des „Abgleitens ins Sektiererische“ in Frankreich in den letzten vier Jahren. Die Gruppe des Beauftragten erhielt etwa 140 Hinweise und ging 110 von ihnen nach. Sie ist dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz unterstellt und arbeitet mit Opferverbänden zusammen, aber auch mit der  interministeriellen Dienststelle zur Überwachung sektiererischer Umtriebe („Miviludes“).
Quelle: vaticannews

24.6.2019 Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, sagte, auch die kirchlichen Vereinigungen und Bewegungen müssten sich mit Prävention befassen und dürften sich nicht von den "Wunden, die dem Leib Christi in unseren Geschwistern zugefügt worden sind", abwenden. Er zeigte sich enttäuscht dass von Seiten der kirchlichen Bewegungen "nur unzureichende Antworten" auf die Aufforderung des Dikasteriums, Regeln zum Schutz Minderjähriger und Schutzbedürftiger aufzustellen, gegeben worden seien.
Quelle: vaticannews

24.6.2019 Die Schweizer katholische Kirche hat im letzten Jahr 47 Betroffene sexualisierter Gewalt mit 700.000 SF (ca 6300.600 Euro) "entschädigt. 2017 waren es 435.000 Franken. 2018 wurden 52 Anträge gestellt, 2 wurden abgelehnt, drei sind noch nicht entschieden.
Quelle: vaticannews

22.6.2019 Im Programm des Kirchentages fehlten bei einem Podium zu Vertrauensmissbrauch noch Vertreter von kirchlichen Missbrauchsopfern, auf dem Podium waren sie dann doch vertreten durch die Journalistin Kerstin Claus, vom Betroffenenrat UBSKM und Detlev Zander vom Netzwerk Betroffenen Forum e.V. In der Aufarbeitung der evangelischen Kirche fehlt noch die eigene Geschichte, denn Gerold Becker, Odenwaldschule, war früher häufiger Gast bei Kirchentagen und sogar Mitglied in dessen Präsidium. Nach Auskunft der Kirchentagsgeneralsekretärin Julia Helmke soll dieser Aspekt noch untersucht werden. Die Marburger Erziehungswissenschaftlerin Sabine Maschke verwies auf zwei repräsentative Umfragen unter 3.000 Schülern in Hessen. Dort berichteten fast ein Viertel der Befragten von körperlicher sexueller Gewalt - von unerwünschten Berührungen bis zur Vergewaltigung, fast die Hälfte darüber hinaus auch von nichtkörperlichen Formen. Ältere Kinder werden meist von Gleichaltrigen oder älteren Jugendlichen missbraucht, kleinere Kinder von Erwachsenen. 130 der Befragten (4,3 %) berichteten von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Raum. - Die Journalistin und Autorin Kerstin Claus berichtete, dass ihre Kirche sie zum Schweigen bringen wollte, als sie über ihren Missbrauch berichtete. Der frühere rheinische Präses und Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, forderte die Betroffenen auf, weiter zu nerven, "sonst geht es nicht voran."
Kommentar: So langsam müsste es doch auch möglich sein, dass Kirchenmitglieder und Kirchenverantwortliche mal  pro-aktiv auf die kirchlich - und außerkirchlich! - Betroffenen zugehen, damit nicht den Betroffenen alleine die Last aufgebürdet wird.   

*22.6.2019 Gegen den katholischen Pfarrer der Pfarrgruppe Karben, Bistum Mainz, wird wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er wurde von seinen Aufgaben freigestellt. Die Staatsanwaltschaft prüft die Vorwürfe.
Quelle: fnp
21.6.2019 Die Ermittlungen der Trierer Staatsanwaltschaft gegen einen Priester des Bistums Trier und einen Diakon sind noch nicht abgeschlossen. Gegen den Priester wird wegen Missbrauchs eines Minderjährigen ermittelt. Dem Diakon wird
der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen.
Dr. Thomas Schnitzler, Sprecher der Trierer Opfer-Initiative Missbit, erhebt gegen den ehemaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums, Rainer Scherschel, den Vorwurf, er sei beim Erstgespräch auf eine „täterorientierte Schweigementalität“ getroffen. Den Opfern sei vorgeworfen worden, sie simulierten und es sei der Versuch gemacht worden, die Glaubwürdigkeit der Opfer zu entkräften.
Quelle: volksfreund.de

21.6.2019 Kardinal Vincent Nichols, höchster Würdenträger der katholischen Kirche in England und Wales, ist wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in die Kritik geraten. Die staatliche Untersuchungskommission zu Kindesmissbrauch (IICSA) stellte fest, er habe sich „zu sehr auf den Ruf der Kirche statt auf das Wohl der Kinder konzentriert“. Nichols hatte eingeräumt, belastendes Material gegen einen Priester nicht offengelegt zu haben. Damit wollte er eine gütliche Einigung im Rechtsstreit mit dem Opfer nicht gefährden. Er entschuldigte sich für sein Verhalten, wies aber Vertuschungsvorwürfe zurück.
Quelle: domradio.de

21.6.2019 Die Untersuchungsergebnisse zu den Personalakten des Erzbistums Köln in Bezug auf Missbrauchsverdacht werden nicht im Herbst 201, sondern erst im Frühjahr 2020 vorliegen. Die Münchner Kanzlei "Westphal Spilker Wastl" wird die Fälle aufarbeiten und die Rolle damaliger und heutiger Verantwortlicher (Personalchefs, Generalvikare und Bischöfe) klären. Beteiligt an der Untersuchung sind auch der Innsbrucker Kirchenrechtler Wilhelm Rees und Hans Zollner, Zentrum für Kinderschutz (CCP) an der päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. Im Erzbistum Köln sind laut MHG-Studie 135 Betroffene und 87 Beschuldigte.
Quelle: domradio

21.6.2019 Der Leiter der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation, John Kennedy, dankte Journalisten für ihren investigativen Beitrag zur Missbrauchsaufarbeitung. Seine Behörde "sehe sich einer immer weiter wachsenden Zahl von Fällen des sexuellen Missbrauchs seitens Kleriker gegenüber". 
Quelle: vaticannews

19.6.2019 Die Landesregierung von NRW und die Kirchen erinnern an den Missbrauch Minderjähriger in stationären Einrichungen der Nachkriegszeit und bitten im Düsseldorfer Landtag Gewalt- und Missbrauchsopfer in Psychiatrie- und Behinderteneinrichtung um Verzeihung. 2017 wurde die Stiftung "Anerkennung Hilfe" gegründet. Dort können sich bis Ende 2020 Betroffene melden, eine Entschädigungspauschale von 9.000 Euro und ggf. Rentenersatzzahlungen bis zu 5.000 Euro beantragen. Bislang haben ca 2.000 Betroffene eine finanzielle Anerkennung erhalten.
Quelle: domradio.de

19.6.2019 Wegen des Bruchs des Beichtgeheimnisses gibt es ein kirchliches Gerichtsverfahren gegen einen italienischen Priester. Er hatte von der Mutter eines mutmaßlichen Opfers im Beichtgespräch Details von Missbrauch erfahren und sie weitergegeben, um die katholischen Organisation "Katholische Vereinigung für Kultur und Umwelt" (Associazione Cattolica Cultura ed ambiente) über polizeiliche Ermittlungen gegen ihren Anführer, Pater Stefano Cavalli, zu informieren. Die Vereinigung  ist in Acireale beheimatet, wird von den sog. "Zwölf Aposteln" geleitet, die vom Gründer, einem Priester und "spirituellen Sohn" von Padre Pio eingesetzt wurden. Der derzeitige Anführer versteht sich als Reinkarnation des Erzengels Michael. Er soll mindestens zehn Mädchen sexuell missbraucht haben. Im Oktober beginnt ein Strafprozess vor einem staatlichen Gericht gegen ihn. Die Polizei spricht von Taten, die sich über 25 Jahre erstrecken. In der Organisation soll die sexuelle Gewalt als "Beispiel reiner Liebe" und "Liebe von oben" bezeichnet worden sein. Außer den sexuellen Übergriffen wurden die Opfer auch zu Zwangsarbeit verpflichtet.

Quelle: katholisch.de

19.6.2019 Das Erzbistum Santiago de Chile hat offenbar ca 127.000 Euro an Opfer des Ex-Priesters Karadima gezahlt. Derzeit ermittelt die Justiz in mehr als 150 Verdachtsfällen gegen 219 Kirchenmirarbeiter. Es gehe um 241 mutmaßliche Opfer, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

19.6.2019 Bislang wurden in der Schweizer Kirche Missbrauchsopfer nach der Schwere des Erlittenen "entschädigt". 2018 gab es 22 Registrierungen von Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs. Sechs Fälle sind abgeschlossen, 15 werden noch bearbeitet und ein Fall wurde zurückgewiesen. Außerdem wurden 2018 14 Personen mit ca 165.00 Euro entschädigt. Nun spricht sich die unabhängige Kommission der Schweizer Kirche für „Anhörung, Vermittlung, Schlichtung und Wiedergutmachung“ (Cecar) spricht für eine einmalige Pauschalentschädigung von je 15.000 Franken (13.400 Euro) für jedes Opfer aus. Die Bischofskonferenz stimmte dem Vorschlag zu, die römisch-kathilische Zentralkonferenz und die Ordensgemeinschaften lehnen den Vorschlag ab.
Quelle: vaticannews.va

18.6.2019 Nach Ansicht des Gerichtspsychiaters Reinhard Haller zeigen "alle internationalen Untersuchungen", "dass 30 Prozent der Anzeigen wegen Missbrauch Fehlanzeigen sind“. Zudem läge der Anteil kirchlicher Missbrauchsfälle deutschen Untersuchungen zufolge lediglich bei drei Promille (0,3 %).
Haller beklagt zudem, dass unter Priestern und Ordensleuten derzeit eine „unglaubliche Verunsicherung“ bei diesem Thema spürbar sei.
Kommentar: Stephen J. Rossetti sagte 2012, "dass die große Mehrzahl aller Anschuldigungen, d.h. über 95 % der Fälle, berechtigt sind". (Quelle: Charles J. Scicluna, Hans Zollner, David J. Ayotte (Hg):; Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung. Das Symposium zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Päpstliche Universität Gregoriana, 6.-9. Februar 2012, München 2012, S. 45)
Und wenn kath. Kleriker für 3 Promille = 0,3 % der Missbrauchsfälle in Deutschland verantwortlich sind, ihr Anteil (13.560 Priester) an der männlichen Bevölkerung in Deutschland (40.844.000 Männer) jedoch nur 0,033 % beträgt, dann bedeutet das - wenn ich richtig rechne -, dass sie im Vergleich zur männlichen Bevölkerung überdurchschnittlich häufig Missbrauchstäter sind.
Und zur herrschenden Verunsicherung beim Thema Missbrauch unter den Priestern und Ordensleuten bleibt eigentlich nur zu konstatieren, dass diese Verunsicherung längst hätte reduziert werden können, wenn sich Priester und Ordensleute in großer Zahl mit den kirchlichen und (!) mit den außerkirchlichen Opfern solidarisiert hätten. Bekannt sind mir in Deutschland knapp zwei Handvoll. Ich hoffe, davon ausgehen zu dürfen, dass es mehr sind, denn eine solche Solidarisierung geschieht ja nicht selten diskret und wird zum Schutz der Opfer nicht öffentlich.

18.6.2019 Hubertus Lutterbach, Professor für Christentums- und Kulturgeschichte hat den Arche-Gründer Jean Vanier gewürdigt. Daniel Bogner, Moraltheologe, macht ihn darauf aufmerksam, dass Vanier seit den frühen 1960er-Jahren eng befreundet war mit Père Thomas Philippe, einem Dominikanerpater, den er zum geistlichen Begleiter der Arche machte. Thomas Philippe hat jahrelang Schwestern und Frauen, die für die Arche tätig waren, sexuell missbraucht. Unter anderen eine Frau, die zunächst bei dem Bruder von Thomas Philippe, Marie-Dominique Philippe, in geistlicher Begleitung war, dort sexuell missbraucht wurde und Thomas Philippe regelrecht zum weiteren Missbrauch "zugespielt" wurde. Über die verstörende Tatsache, dass mitten in Gemeinschaften, die eine Pionierrolle in einer aufbrechenden Kirche haben, sexueller Missbrauch durch die Pioniere geschieht und über die notwendigen Konsequenzen kommen Lutterbach und Bogner ins Gespräch.

17.6.2019 Der Moraltheologe Daniel Bogner fordert eine Reform der kirchlichen Verfassung, damit die hoch aktuelle Botschaft der Kirche sich entfalten kann: "Ein Glaube, der an einen zur Freiheit berufenen und in gleicher Würde geschaffenen Menschen gerichtet ist, kann nicht in einer Kirche gelebt werden, die Ungleichheit und Gehorsamspflicht zum heimlichen Markenkern erhoben hat." Bogner konstatiert, "dass Spaltung schon längst stattgefunden hat – von oben her, und gegenüber der einen Hälfte der Menschheit". Theolog*innen fordert er auf sich "jetzt, im Angesicht schlimmster Verbrechen in der Kirche" laut und unabweisbar einzuschalten, weil sie sonst ihren Auftrag verwirken. Die Bischöfe fordert er auf, eine kirchliche Verfassungsdiskussion zu eröffnen und eine Kirchenordnung zu entwerfen, "die mit der geschöpflichen Freiheit und Gleichheit aller Menschen verbindlich ernst macht". Ein solcher Entwurf müsse weltkirchlich debattiert werden und der Einwand "Weltkirche" dürfe nicht aus dem Ärmel gezogen werden, "bevor die Debatte überhaupt begonnen hat".

Die Missbrauchskrise treibt uns um

Impulse und Gespräch

Ort: Stadtkloster Karlsruhe - Rechts der Alb 28, 76135 Karlsruhe

Termin: Mittwoch, 3.7.2019, 19.45 Uhr

Missbrauch in der Kirche: Vergebung oder Gerechtigkeit.

Christoph Fleischmann, unter Mitarbeit u.a. von Dr. Barbara Haslbeck

Audiothek: WDR 3, 19.4.2019

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Suche nach Betroffenen aus der  Wickenmayer’schen Kinderpflege in Würzburg. 

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