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Aktuelles 

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27.1.2020 Der Schriftsteller Josef Haslinger, berichtet in seinem Buch "Mein Fall", dass er von drei Lehrern, u.a. von seinem damaligen Religionslehrer Pater Pater Gottfried Eder (1937-2014) in den 1960er Jahren im Internat des Stiftes Zwettl, einer Außenstelle von Stift Heiligenkreuz, sexuell missbraucht wurde. Der zuständige Abt Maximilian Heim von Heiligenkreuz hatte bereits 2011 von einem anderen Opfer des Paters aus dem Internat des Stiftes Zwettl gehört. Der beschuldigte P. Gottfried Eder wies 2011 alle Vorwürfe zurück. Da er bereits seit 2008 nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt war und bereits ein Pflegefall gewesen sei, wurde er nicht von seinen priesterlichen Diensten entpflichtet. Jedoch seien umgehend alle in der Rahmenordnung der kath. Kirche Österreichs vorgesehenen Schritte eingeleitet worden. Der Abt von Stift Heiligenkreuz nahm Kontakt mit Haslinger auf, vom Stift Zwettl gab es keine Kontaktaufnahme.

Quelle: kathpress.at


27.1.2020 Anlässlich der heutigen Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz, an dem alle (Erz-)Bischöfe teilnehmen, benennen Matthias Drobinski und Annette Zoch die unterschiedlichen Ansichten der Bischöfe im Blick auf die Frage nach der Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer.

Quelle: Süddeutsche


25.1.2020 Der Vatikan sicherte mehr Hilfe für Ordensfrauen zu, die ihre Ordensgemeinschaft verlassen haben oder verlassen mussten. Diese Frauen erhalten bisher weder Begleitung noch Unterstützung. Manche landeten in der Prostitution. Papst Franziskus habe in Rom eine Anlaufstelle für Ordensschwestern geschaffen. Der für Ordensgemeinschaften zuständige Kurienkardinal Joao Braz de Aviz berichtete, dass Oberinnen teils Ausweisdokumente zurückgehalten haben, um Schwestern am Verlassen des Ordens zu hindern. Brav de Aviz spricht davon, dass in vielen Frauengemeinschaften Angst herrsche.

Quelle: Domradio.de


25.1.2020 Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung und der Beauftragte der DBK verständigten sich darauf, dass die kath. Kirch in Deutschland ihre Akten zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen für externe Experten öffnen. Zunächst müssen sich alle 27 dt. kath. Bischöfe schriftlich zu einer unabhängigen und transparenten Aufarbeitung verpflichten. In jeder Diözese soll eine siebenköpfige Kommission, die überwiegend mit externen Experten und mit Betroffenen besetzt ist, den Missbrauch aufklären und Strukturen offenlegen, die Missbrauch ermöglichten. In fünf Jahren soll ein vorläufiger Abschlussbericht vorliegen. Am 27.1.2020 soll der Ständige Rat der DBK den Fahrplan besprechen. Dem Ständigen Rat gehören alle 27 (Erz-)Bischöfe an.

Quelle: orf


23.1.2020 Jörg Ziercke, Vorsitzender vom Weißen Ring, sieht die katholische Kirche in einer Vorbildrolle bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern. Mit den Vorschlägen für Entschädigungszahlungen könne sie den Druck erhöhen, "dass auch andere Bereiche der Gesellschaft sich um solche Lösungen zu kümmern haben." Auf eine gesamtgesellschaftliche Lösung solle sie nicht warten.Eine Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer von 400.000 Euro hält Ziercke für angemessen. Im Vergleich zum neuen Sozialen Entschädigungsrecht erhielten Opfer mit einem Entschädigungsgrad von 30 bis 40 eine monatliche Rente von 400 Euro. Dieser unterste Grad werde bei sexuellem Missbrauch an Kindern überschritten. Eine Entschädigungssumme von 300.000 Euro reiche für 62,5 Jahre. Da es sich um einen Entschädigungseintritzt in jungen Jahren handle, sei dieser Betrag "sogar eher zu niedrig angesetzt".

Quelle: neue-kirchenzeitung.de


23.1.2020 Matthias Katsch, Sprecher der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch", beklagt die mangelhafte Unterstützung von Missbrauchsopfern durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. In den letzten zehn Jahren habe es keine Demonstrationen oder andere Zeichen der Unterstützung durch Laien gegeben. Die fehlende Solidarität mit Opfern sexuellen Missbrauchs sei ein gesamtgesellschaftes Problem. Auch die Politik scheue sich bis heute, sich mit der Kirche anzulegen.

Quelle: katholisch.de


23.1.2020 Im Bistum Speyer wurden neun neue Missbrauchsfälle gemeldet, zwei von ihnen geschahen 2019. Die vier tatverdächtigen Priester, die zwischen 1960 und 1987 die Verbrechen verübten, sind verstorben. Zu den Tatverdächtigen gehören fünf kirchliche Mitarbeiter*innen. Ein Täter wurde verurteilt, sechs Verfahren wurden eingestellt, zwei Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

Seit 1946 gab es 114 Verdachtsfälle mit 97 Beschuldigten und 194 Betroffenen. 74 Verdachtsfälle, in denen Beschuldigte nicht verstorben sind, wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet. 54 Verfahren wurden eingestellt, in 13 Fällen kam es zur Verurteilung, Einstellung des Verfahrens oder einer Geldstrafe. Fünf Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Das Bistum zahlte Anerkennungsleistungen an 55 Betroffene in Höhe von 325.000 Euro.

Quelle: bistum-speyer.de


23.1.2020 Das Erzbistum Ottowa stützt sich auf jahrzehntealte Verträge mit Versicherungen, in denen verabredet wurde, dass die Versicherung "jederlei Kosten" in Bezug auf Missbrauchsfälle tragen müsse. Die Versicherungen sagen, bei kriminellen Vergehen handle es sich um absichtliche Taten, die von den Verträgen nicht gedeckt werden. Nun hat das Erzbistum Ottawa drei Versicherungsgesellschaften verklagt, weil sie bereits gezahlte Entschädigungen nicht erstatten.

Quelle: katholisch.de


23.1.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, erwartet bis zum Sommer eine Einigung der katholischen Bischöfe in der Entschädigungsfrage für Missbrauchsopfer. Die Summe müsse dabei für die Betroffenen akzeptabel sein. Zudem erwartet Rörig, dass die Bischöfe sich im Frühjahr auf gemeinsame Standards der Aufklärung festlegen. Die Aufarbeitungskommissionen und die Betroffenen müsste unmittelbare Rechte auf Akteneinsicht erhalten. IKm Blick auf Rücktrittsforderungen sagte Rörig, die Kirche müsse sich die Frage stellen, ob jemand im Amt bleiben könne, der maßgeblich zur Vertuschung beigetragen und Aufklärung verhindert habe.

Quelle: katholisch.de


22.1.2020 Das Erzbistum Paderborn hat eine Strafanzeige gegen einen Pfarrer aus dem Kreis Höxter wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gestellt. Der Pfarrer, der zuletzt in Willebadessen eingesetzt war, wurde beurlaubt. Die angezeigte Tat liege längere Zeit zurück.

Quelle: Domradio


22.1.2020 Steffen Zimmermann kommentiert die Tatsache, dass fast alle staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen des sexuellen Missbrauchs verdächtige Kleriker in Bayern eingestellt wurden: "Trotzdem – oder gerade deswegen – erwächst der Kirche aus dieser Tatsache eine große Verantwortung. Gerade weil das strafrechtliche Instrumentarium aufgrund der Verjährung – an der die Kirche durch das jahrzehntelange Vertuschen der Missbrauchsfälle in ihren Reihen eine erhebliche Mitschuld trägt – nicht greift, muss sie umso mehr selbst glaubwürdig und transparent für eine Aufklärung der abscheulichen Taten und eine angemessene Entschädigung der Opfer sorgen. Viel ist in dieser Hinsicht schon passiert – aber längst noch nicht genug!"

Quelle: katholisch.de


21.1.2020 Papst Franziskus hat einen Ruhestandspriester des Bistums Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Der Priester stammte aus der rumänischen griechisch-katholischen Diözese Oradea. Im Jahr 2000 bis 2002 war er Pfarradminstrator einer Pfarrgemeinde im Bistum Würzburg. Dort missbrauchte er einen elfjährigen Schüler und erhielt eine Bewährungsstrafe, wurde suspendiert und durfte nicht mehr als Priester tätig sein. 2017 ergaben Recherchen von Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, dass der Priester sich bereits 1993 in Österreich an einem 16-Jährigen vergriffen hatte, was dem Bistum Würzburg nicht bekannt war.

Heibel fand auch Ende 2018 heraus, dass sich der Ruhestandspriester in der Nähe seines Wohnortes gegenüber Jugendlichen distanzlos verhalten habe. Anfang 2019 meldete sich ein weiterer Betroffener aus Klosterneuburg bei Heibel. Heibel bedauert, dass die involvierten Bistümer ihn bei der Aufdeckung nicht unterstützt haben. Das müsse sich ändern, wenn die Kirche ernsthaft und glaubwürdig Aufarbeitung betreiben wolle, sagte Heibel.

Quelle: Mainpost


20.1.2020 Der französische Priester Preynat fiel erstmals mit 14 oder 15 Jahren dem Leiter eines Prä-Seminars für künftige Priester als pädophil auf. Dennoch wurde er 1972 zum Priester geweiht. Von den Verbrechen Preynats erfuhr Kardinal Renard 1978. Ab 1982 wusste Kardinal Albert Decourtray davon, nachdem er von Eltern informiert wurde. Weitere Beschwerden erhielt Decourtry 1985 und 1991. 2001 wurde Preynat vom Kardinal von Lyon, damals Louis-Marie Bille, vorgeladen. Der Kardinal wollte wissen, ob die Taten noch strafrechtlich verfolgt werden könnten und schickte Preynat zu einem Anwalt. Seit 2002 hat Kardinal Barbarin davon wissen müssen. Preynat war bis 2015 in einer Pfarrei auf dem Land bei Lyon im Dienst.

Quelle: cruxnow


20.1.2020 Der seit August 2007 als Pfarradministrator in der katholischen Kirchengemeinde in Steinau-Marborn arbeitende katholische Priester (52) des Bistums Fulda wurde wegen Besitzes von kinderpornografischem Material von allen Ämtern beurlaubt. Zuvor war er in der Kirchengemeinde Romsthal tätig. Dem Bistum Fulda wurde die Beschuldigung bekannt durch eine Information der Staatsanwaltschaft Hanau. Bereits 2004 war der Beschuldigte wegen sexueller Beleidigung mit einer Geldstrafe auf Bewährung belegt worden. Er sei "unter Auflagen" in Marborn eingesetzt worden. Im Herbst 2019 hatte Bischof Gerber im Rahmen der Begleitung des Pfarrers ein erneutes psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die getroffenen Regelungen zu überprüfen. Auch in diesem Kontext habe der Pfarrer nicht auf das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft hingewiesen.

Quelle: katholisch.de


20.1.2020 Zehn Jahre, nachdem der Vatikan den Orden der Legionäre Christi durch den Kurienerzbischof Velasio De Paolis auf dem „Weg der Reinigung“ begleitete, sprechen Kritiker davon, dass Kurienerzbischof De Paolis sich vor fast einem Jahrzehnt geweigert habe, einen Priester - Fernando Martínez Suárez -, der die damals ca achtjährige Ana Lucia Salazar (und mindestens sechs andere Kinder) missbrauchte, und die Vorgesetzten, die seine Verbrechen vertuschten, zu bestrafen. Viele von denen, die vertuscht haben, seien bis heute im Amt. De Paolis soll ausdrücklich gesagt haben, es werde keine Hexenjagd geben, und die Konsequenz sei, dass der Missbrauch und seine Vertuschung ungestraft blieben", sagte Pastor Christian Borgogno, ein ehemaliger Priester der Legion. Eine Reform sei so unmöglich gemacht worden. Am derzeitigen Generalkapitel in Rom nehmen mehr als ein Dutzend Legionäre (von 66) teil, die noch zur alten Garde des Gründers Maciel, eines Serientäters, gehören. Auch die mexikanische Bischofskonferenz hat inzwischen ihr Schweigen über die Legionäre beendet und verurteilt das Versäumnis der Legion, "einen konkreten Akt der Gerechtigkeit oder der Wiedergutmachung für die Opfer" zu setzen. Der Erzbischof von Monterrey - einer Hochburg der Legion - prangert das "verbrecherische Schweigen" der Legionäre und die Behandlung der Opfer an.

Derzeit findet das Generalkapitel der Legionäre in Rom statt. Die Themen stehen noch nicht fest. Es werde aber zweifellos um Prävention und um "präventive Aufarbeitung" gehen. Was "präventive Aufklärung" ist, wird nicht berichtet.

Quelle: startribune.com


19.1.2020 Kardinal Timothy Dolan, New York, ermittelt auf der Grundlage von "Vos estis lux mundi" gegen Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn wegen sexuellen Missbrauchs. DiMarzio wird vorgeworfen, als Priester in den 70er Jahren einen Messdiener mehrfach missbraucht zu haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. DiMarzio war selbst als Missbrauchsermittler im Bistum Buffalo tätig, wo der dortige Bischof, Richard Malone, im Dezember zurücktrat, weil er nachlässig mit der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle umgegangen sei.

Quelle: katholisch.de


19.1.2020 Christian Pfeiffer, dessen Missbrauchsstudie der kath. Kirche scheiterte, kritisiert, dass es für die Täter kaum strafrechtliche Konsequenzen gab. Er fordert den Rücktritt von Kardinal Marx vom DBK-Vorsitz und sagt, Marx habe eine ehrliche, transparente Aufklärung des Skandals verhindert. In Bayern haben die Staatsanwaltschaften eineinhalb Jahre nch Veröffentlichung der MHG-Studie in keinem einzigen Fall Anklage erhoben. Lediglich vier Ermittlungen laufen in Bayern (München, Bamberg, Nürnberg) noch, einige wenige Fälle wurden an Staatsanwaltschaften außerhalb Bayerns weitergegen, alle anderen zu den Akten gelegt. DBK-Sprecher Matthias Kopp weist die Vorwürfe Pfeiffers zurück. Pfeiffer sagte: "Die Bischofskonferenz hatte uns damals im Vertrag Forschungsfreiheit garantiert. Aber im Auftrag von Marx hat dann eine Münchner Anwaltskanzlei für die Bischofskonferenz einen neuen Vertragsentwurf erarbeitet, der Zensur bedeutet hätte. Diesen Machtanspruch der Kirche konnten wir nicht akzeptieren. Deswegen war als erstes sein Bistum München-Freising aus der Zusammenarbeit ausgestiegen. Danach folgte Regensburg. Als wir den Zensur-Vertrag endgültig nicht unterschreiben wollten, beendete die Bischofskonferenz das Projekt. Aber bereits vorher hatte Kardinal Marx die erwähnte Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Missbrauchsakten seiner Diözese zu analysieren. Auf diese Weise wurde verhindert, dass unser Forschungsprojekt klären konnte, wie der damalige Papst Benedikt früher als Erzbischof von München und Freising mit Tätern und Opfern umgegangen war."

Quelle: Neue Presse  Süddeutsche  tag24.de


18.1.2020 Klaus Mertes, SJ, sieht auch zehn Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um massenhaften sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche „eine harte Verweigerungsfront, die das alles gar nicht will und die Aufklärung als Kampagne gegen die Kirche deutet“. Die Kirche als Ganze sei noch nicht gewonnen für die Aufklärungsarbeit. Dies sei ein Teil des Problems un der Grund, dass die Aufklärung des Skandals nach wie vor stocke.


17.1.2020 Klaus Mertes spricht sich für ein Drittes Vatikanisches Konzil aus. Sexueller Missbrauch durch Kleriker sei ein gesamtkirchliches Problem, Geldzahlungen dürften daher auch nur dann aus Mitteln der Kirchensteuer geleistet werden, wenn es eine Beteiligung der Kirchensteuerzahler an dem Prozess der Versöhnung oder der Klärung der Beziehung zu den Opfern gebe. Opfer - so Mertes - wollen ihre Beziehung zur Institution klären. Entweder wollen sie zur Institution zurückkehren, mit ihrer Geschichte und ohne Verbot, ihre Geschichte erzählen zu dürfen. Oder sie wollen klären, dass sie definitiv nichts mehr mit der Institution zu tun haben wollen. Mertes warnte, die Anerkennung und Entschädigung von Opfern auf Geldleistungen zu beschränken, weil Geldzahlungen nicht wirklich Frieden bringen werden.

Quelle: DLF


17.1.2020 Matthias Katsch, Sprecher der Initiative "Eckiger Tisch", die sich für Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche einsetzt, hält Entschädigungszahlungen seitens der katholischen Kirche in sechsstelliger Höhe je Opfer für angemessen. Die deutsche Kirche sei die reichste der Welt. Sie könne mit angemessener Entschädigung ein Zeichen setzen, dass sie Verantwortung übernehme. Damit wäre sie nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung. Eine gesamtgesellschaftliche Einigung anzustreben würde bedeuten, keine Lösung zu finden.

Quelle: NDR


 

17.1.2020 Das Bistum Speyer hat ca 325.000 Euro Anerkennungszahlungen geleistet und für Therapiekosten von Missbrauchsbetroffenen ausgegeben. 60.000 Euro davon wurden von Tätern gezahlt, 265.000 Euro aus dem Bistumshaushalt. Seit 2010 gab es 28 Verdachtsfälle, fünf der Beschuldigten waren Priester, 23 Beschuldigte waren kirchliche Mitarbeiter*innen (Erzieherinnen, Pfleger, ehrenamtliche Betreuer).

Quelle: pilger-speyer.de


17.1.2020 Bischof Oster, Passau, ermutigt zur Teilnahme am Betroffenenbeirat der DBK.

Quelle: Bistum Passau


17.1.2020 Der Staatsanwalt fordert acht Jahre Haft für den ehemaligen katholischen Priester Bernard Preynat, dem vorgeworfen wird, in den 1980er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht zu haben. Das Urteil ist für den 16.3.2020 vorgesehen.

Quelle: wort.lu


16.1.2020 Die slowenische Initiate "Es reicht", Dovolj.je, wirft der katholischen Kirche in Slowenien systematische Vertuschung kirchlicher Missbrauchsfälle vor und fordert den Laibacher Erzbischof und Vorsitzenden der slowenischen Bischofskonferenz, Staisly Zore zum Rücktritt auf. Außerdem fordert sie die Auflösung der kirchlichen Kommission, weil diese "inkompetent und untätig" sei. Igor Vovk kritisiert, dass Empfehlungen lediglich auf dem Papier blieben. Die slowenische Bischofskonferenz wies die Rücktrittsforderung als "unberechtigt" zurück. Erzbischof Zore sei ein entschlossener Befürworter des Schutzes der Kinder. - Die seit knapp einem Jahr tätige Initiative sammelte bisher 38 Aussagen von Opfern, die Missbrauchsvorwürfe gegen insgesamt 22 Geistliche erhoben haben. Einige Fälle wurden entsprechend behandelt, andere weiterhin ignoriert.

Die slowenischen Bischöfe verteidigen ihr Vorgehen bei der Aufarbeitung und Prävention von Missbrauchsfällen in der Kirche mit Nachdruck. Der Bischof von Murska Sobota, Peter Stumpf, drohte im Fall eines Rückzugs von Erzbischof Zore mit seinem eigenen Rücktritt. Die Bischöfe würden in Sachen Missbrauchsaufarbeitung „ihr Bestes geben“, könnten aber „keine Wunder wirken“, sagte er.

Quelle: kleinezeitung.at  vaticannews.va, 17.1.2020


16.1.2020 Für Matthias Katsch ist nicht vorstellbar,  "dass die Bischöfe in ihrer Gesamtheit für das System aus Missbrauch und Vertuschung keine Verantwortung tragen." Es gehe bei sexualisierter Gewalt in der Kirche, "um ein ganzes System, an dem man mitgewirkt und das man aufrechterhalten hat. Auch hier wäre eben die Frage, ob nicht so ein kollektives Angebot an den Papst, das Amt zurückzulegen, so wie das die chilenischen Bischöfe 2018 gemacht haben."

Katsch bedauert das Schweigen der Kirchenmitglieder und der Mitgliedervertretung. Im Blick auf Entschädigungszahlungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene schlägt er vor, dass auch die Kirchensteuer ein Element sein könne, um einen Ausgleich zwischen kirchlichen Körperschaften und Gruppierungen zu schaffen. Katsch meint, Kirche sei nicht nur Teil des Problems sexueller Missbrauch, sie habe auch die Chance, Teil der Lösung zu sein im Kampf gegen sexuelle Gewalt und deren Überwindung.

Quelle: DLF


16.1.2020 Zehn Jahre Missbrauchsskandal in katholischer Kirche „Ein Pfarrer tut so etwas nicht. „Es ist ja mit den Opfern noch immer kaum was passiert. Jedes Jahr zwei Mal auf der Bischofskonferenz wird drüber geredet, geredet, geredet, geredet. Manchmal werden sogar Dinge genannt, die man den armen Opfern jetzt endlich Gutes tun könnte. Zuletzt haben sie von 300.000 bis 400.000 Euro geredet. Und danach kommt das große Schweigen“, sagt Ana Carola Pasquay, die viele Jahre lang Betroffenen zuhörte.

Quelle: DLF


15.1.2020 Der katholische Priester Preynat hat sexuelle Übergriffe auf Jungen zwischen sieben und 15 Jahren in einem Zeitraum von 20 Jahren gestanden. Die Opfer-Anwältin Emmanuelle Haziza sagte, der Priester sei einer der größten Sexualverbrecher der Region von Lyon. Preynat gibt zu, hunderte Kinder angefasst zu haben. Zehn Opfer treten in dem Verfahren als Zivilkläger auf. Kardinal Barbarin wurde in erster Instanz schuldig gesprochen, den Täter jahrelang gedeckt zu haben. Barbarin hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Es soll am 30.1.2020 gesprochen werden.

Quelle: orf


*15.1.2020 Einem seit 2003 im Ruhestand befindlichen Priester des Bistums Trier hat die Glaubenskongregation dauerhaft verboten, seinen priesterlichen Dienst öffentlich auszuüben oder sich in der Öffentlichkeit als Kleriker zu präsentieren. Der Priester hat sich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre des sexuellen Missbrauchs an zwei Minderjährigen in Koblenz schuldig gemacht. Er hat gestanden. Inzwischen hat sich eine weitere betroffene Person gemeldet; eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet. Im Bistum Trier leben derzeit noch 36 Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. "In der Regel würden gegen alle beschuldigten Priester kirchenrechtliche Voruntersuchungen eingeleitet, sagte die Sprecherin des Bistums", teilte die Bistumssprecherin mit.

Quelle: Bistum Trier   swr


15.1.2020 Fernando Martínez Suárez, Priester der Legionäre Christi, wurde von der Glaubenskongregation aus dem Klerikerstand entlassen, weil er zwischen 1991 und 1993 sechs Mädchen im Alter von 6 bis 11 Jahren sexuell missbraucht hat. Weiterer Misshandlungen im Jahr 1969 wird er beschuldigt,  darunter der Misshandlung eines Jungen im Alter von vier bis sechs Jahren. Martinez wurde selbst 1954 im Alter von 15 Jahren vom Gründer der Legionäre Christi sexuell missbraucht. 1964 wurde er zum Priester geweiht.

Quelle: cna  kathpress


15.1.2020 In der Evangelischen Kirche des Rheinlands wurden seit 2003 gegen 29 Pfarrer*innen wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Neun Verfahren wurden eingestellt, sechs sind noch anhängig, in 14 Fällen kam es zu einem Urteil. Seit 2012 haben sich bei der Kommission 20 Betroffene gemeldet, die sieben Pfarrer, 13 Jugendmitarbeiter, Dieakone und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen beschuldigten. Die Evangelische Kirche im Rheinland will verbindliche Regeln zum Schutz vor sexualisierter Gewalt festlegen.

Quelle: rp-online.de


14.1.2020 Im Bistum Hildesheim sind die Missbrauchstaten eines Priesters verjährt. Der Beschuldigte wurde beurlaubt. Nun prüft ein unabhängiger RIchter, ob ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet werden kann.

Quelle: NDR


14.1.2020 Der Beauftragte der Bundesregierung für sexuellen Missbrauch, Rörig, ermahnt die Kirchen, gegenüber Betroffenen schnell zu Entscheidungen zu kommen. Strukturen für die Aufarbeitung müssten geschaffen werden, Betroffene mit starken Rechten ausgestattet werden und die Frage von Entschädigungen müssten geregelt werden. Verstanden hätten die Kirchen, dass Aufarbeitung ohne die Betroffenen nicht möglich sei. Noch immer gebe es Widerstände und Vertreter in der Kirche, die "den Mantel des Schweigens immer noch nicht in den Mülleimer der Geschichte geworfen haben". Wenn der Ständige Rat der Bischofskonferenz sich Ende Januar mit Entschädigungsfragen beschäftige, müssten die Bischöfe Farbe bekennen. Klaus Mertes lobte die Präventionsarbeit der kath. Kirche. Die Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" warf der kath. Kirche Verzögerungstaktik vor. Teile der Kirche fingen bereits wieder an, Widerstände zu organisieren.

Quelle: evangelisch.de


14.1.2020 Klaus Mertes, SJ, berichtet, dass die persönlichen Angriffe in der Kirche sein Vertrauen zu den "leitenden Personen und zu den Kreisen, die bis heute gegen mich agieren, dauerhaft schwer beschädigt" haben. Mertes sieht in höheren Zahlungen die Versuchung, dass die Kirche dann meinen könne, sie habe die Sache hinter sich und dann Ruhe. Das wäre ein Freikauf, eine Ablass-Logik. Für problematisch hält er auch, dass die Bischöfe die Forderungen von Betroffenen nach Entschädigung schweigend zur Kenntnis genommen haben und "hintenrum" beschwichtigend sagen, dass es zu so hohen Zahlungen nicht kommen werde. Dadurch entstünde auf Betroffenenseite die Hoffnung, dass tatsächlich in der Höhe der Vorschläge gezahlt werde. Das führe zu einer tiefen Enttäuschung bei den Betroffenen.

Quelle: rbb24.de


Radio Loca - Interview mit Marieluise Gallinat-Schneider und Erika Kerstner

Sonntag, 26. Januar 2020 - 13:00 bis 14:00
Donnerstag, 30. Januar 2020 - 13:00 bis 14:00

 Vergebung: Recht der Täter und Pflicht der Opfer?

 29.1.2020, 19:30 -. 21:00 Uhr

 Pfarrheim St.-Josefs-Kirchplatz 5 - 7, Münster

Betroffenenbeirat bei der DBK

Nur noch bis zum 7. Februar 2020 können sich Interessent*innen melden. Es lohnt, die Rahmenbedingungen genau zu lesen.

Formular

Einschätzung des Betroffenenbeirates  durch A. Kock, Selbsthilfe Rhede

Dunkelfeld – Kindesmissbrauch in Deutschland

13.2.2020, 20.15 Uhr ZDF-Info

Buchprojekt

zu Erfahrungen von Frauen, die als Erwachsene durch Priester und Ordensleute sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch erlebten. Einsendeschluss: 15.3.2020

 

 

 

Weitere Recherchen:

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