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Aktuelles

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Dokumentation Evangelische Kirche  2022  2021   2020   2019   bis 2018

Bernhard F. herzlichen Dank für die vielen Hinweise!

24.6.2022 Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl hat im Auftrag des Erzbistums München 2010 ein Gutachten zu Missbrauchsfällen erstellt, das nicht veröffentlicht wurde. Erst 2019 hat die Staatsanwaltschaft München I das Gutachten angefordert. Dort wurden sieben Fälle körperlicher Übergriffe aufgeführt, die erst 2011 und 2013 verjährten. Die Strafverfolgungsbehörden hätten in diesen Fällen ermitteln müssen, weil ein Verdacht auf eine Straftat bestand, die Staatsanwaltschaften hätten das Gutachten anfordern müssen. Quelle: augsburger-allgemeine


24.6.2022 Die internationale Initiative von Missbrauchsbetroffenen "Brave Movement" hat anlässlich des G-7-Gipfels in Elmau an der Kirche Sankt Peter in München eine Gedenkplakette für Opfer sexualisierter Gewalt angebracht. Sie will zudem ein "Camp der Überlebenden" errichten, um für mehr Anstrengungen der G-7-Staaten gegen sexualisierte Gewalt an Kindern zu kämpfen. U.a. wird sie eine Petition mit 70 000 Unterschriften überreichen. Die Bewegung stellt fest, dass kein einziges G-7-Land über einen nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung sexueller Gewalt hat und kein einziger G-7-Staat Schutzmaßnahmen getroffen hat, um das Internet zu einem sicheren Raum auch für Kinder und Jugendliche zu machen. Quelle: Süddeutsche


24.6.2022 Doris Reisinger: Reproductive Abuse in the Context of Clergy Sexual Abuse in the Catholic Church. Quelle: mdpi


24.6.2022 Die "Washington Post" berichtete von drei Fällen, in denen Priester in Venezuela nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauch wieder in der Seelsorge eingesetzt wurden.Zahlreiche Institutionen fordern eine Untersuchung der Vorwürfe. Quelle: domradio


24.6.2022 Opus Dei Argentinien hat angekündigt, eine internationale Kommission zu beauftragen, die die Vorwürfe von 43 Frauen untersuchen sollen. Die Frauen haben erklärt, dass sie in den 1970er und 1980er Jahren Opfer von Arbeitsausbeutung und Machtmissbrauch wurden. Sie haben das Opus Dei auch bei der Glaubenskongregation angezeigt. Quelle: katholisch.de


24.6.2022 Bischof Genn, Münster, hat den Dompropst und Leiter des Kirchengerichts mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres beurlaubt. Eine Meldung wegen grenzüberschreitendem, unangemessenen Verhaltens ging bei einer Ansprechperson für Fälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster ein. Eine zweite Meldung erging über das anonyme Internet-Meldeportal. Diese Meldung wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen schließt sich eine kirchenrechtliche Voruntersuchung an. Quelle: Kirche und Leben


24.6.2022 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Passau, die Universität Passau und das Bistum wollen  einen Vertrag über eine Studie der Missbrauchsfälle schließen. In drei Jahren sollen Ergebnisse vorliegen. Der Titel lautet: "Sexueller Missbrauch von minderjährigen Schutzbefohlenen durch katholische Kleriker im Bistum Passau 1945-2020. Ausmaß und Umstände – Reaktionen und Handhabung seitens Kirche, Öffentlichkeit und sozialem Umfeld der Betroffenen." Quelle: br


23.6.2022 Das Erzbistum Berlin sucht gemeinsam mit den Bistümern Dresden-Meißen, Görlitz und dem Katholischen Militärbischofsamt weitere Betroffene, die im interdiözesanen Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: Erzbistum Berlin


23.6.2022 Die katholische Kirche Italiens hat einen Bericht über Missbrauchsfälle in Auftrag gegeben, in dem die Fälle statistisch erhoben werden, die diözesanen Dienste und Beschwerdestellen qualitativ beschrieben werden und die Wirksamkeit der Prävention geprüft wird. Der Bericht soll die Jahre 2020/2021 umfassen. 16 Koordinatoren für die regionalen Dienste, 226 Referenten der diözesanen Dienste und 96 Verantwortliche für die Beschwerdestellen beteiligen sich. Die von ihnen gesammelten und anonym erhobenen Daten werden von Forschern der Katholischen Universität Piacenza ausgewertet. Eine spätere Untersuchung, die die Jahre 2000 bis 2021 umfassen soll, soll in Zusammenarbeit mit der Glaubenskongregation vorgenommen werden.  Dann sollen auch die fast 230 Diözesen ihre Archive öffnen. Betroffenenverbände kritisieren die zeitliche Begrenzung und die fehlende Unabhängigkeit. Quelle: orf religion


*23.6.2022 Hier sind erste Einblicke und Einschätzungen der "Studie zu Macht und sexuellem Missbrauch im Bistum Münster seit 1945" von Regina Heyder zu finden. Quelle: theologie-und-kirche


23.6.2022 Die Münchner Soziologin Helga Dill, Institut für Praxisforschung und Projektberatung, die auch das Gutachten des Bistums Essen erstellt, beobachtet, dass es manchmal zwischen Bistümern einen "regelrechten Ringtausch" auffällig gewordener Priester gegeben habe. -Quelle: Domradio


23.6.2022 Bischof Timmerevers war von 2001 bis 2016 Weihbischof und Bischöflicher Offizial im Bistum Münster. Von Bischof Lettmann wurde er auf die pädophilen Neigungen von Franz N.(S. 95 - 113) hingewiesen. Heute sagt er: "Heute weiß ich, dass es ein Fehler war, die Andeutung von Bischof Lettmann nicht mit Vehemenz aus der zweiten Reihe nachzuverfolgen. Ich hätte ihn bedrängen müssen, hier Klarheit zu schaffen. Ich habe Handeln unterlassen. Rückblickend war das falsch. Sie können also von Schuld sprechen. Es liegt nicht an mir, mich ob dieser Schuld zu befreien. Ich bitte aber um Entschuldigung. Mein Handeln soll davon zeugen, daraus gelernt zu haben. In meiner unmittelbaren Verantwortlichkeit als Offizial gab es nach meiner Kenntnis keine Übergriffe. Hier habe ich nichts unter den Teppich gekehrt oder vertuscht." Quelle: katholisch.de


23.6.2022 Johannes Heibel hat das Buch "Schuldzeit" über Übergriffe auf Schüler*innen durch Lehrpersonal geschrieben. Vorgestellt wird es am 15.7.2022, 19 Uhr. Quelle:  youtube


22.6.2022 In der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben Kinder von den 1950er bis in die 1980er Jahre körperliche und sexualisierte Gewalt erlebt. Bekannt sind Dutzende Täter und Hunderte von Fällen. Betroffene kritisieren die Zusammenarbeit mit Experten und der Gemeinde. Angelika Brandle, eine Sprecherin der Betroffenen, kritisiert, dass die Aufklärung "im Schweinsgalopp" durchgezogen wurde, das Präventionskonzept ohne die Opfer erstellt wurde die Entschädigungen einseitig festgelegt wurden. Am Samstag, 25.6., sollen drei Mahnmale auf dem Gelände der drei Kinderheime aufgestllt werden, die der Bildhauer Gerhard Roese geschaffen hat. Betroffene kritisieren die Erinnerungsveranstaltung, das Kunstprojekt orientiere sich nicht an den Betroffenen, der Termin sei nicht abgesprochen und der Künstler bereits festgelegt worden. Detlev Zander, der 2014 die Vorwürfe öffentlich machte, moniert, dass die Erinnerungsveranstaltung wie eine Verabschiedung klinge, obwohl die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen sei und auch nicht evaluiert wurde. Quelle: stern


22.6.2022 Der BR stellt die Frage, ob wir die Kirchen noch brauchen. Dort berichtet auch ein evangelischer Pfarrer von seinen Erfahrungen in einem Kinderheim. Quelle: br


22.6.2022 Immer wieder werden Priester, die Missbrauchstaten begangen haben, auf eigenen Wunsch aus dem Klerikerstand entlassen. Peter H. ließ sich so laisieren ebenso wie ein Priester des Bistums Trier, der bei Renovabis-Projekten in der Ukraine tätig war und weiter Kinder missbrauchte. Beschuldigte Priester entgehen so einer kirchenrechtlichen Bestrafung und können auch nicht mehr durch die Kirche kontrolliert werden. Quelle: katholisch.de


22.6.2022 Ein Opfer sexuellen Missbrauchs verklagt den Missbrauchspriester Peter H. und die Verantwortlichen, die durch ihr Versagen eine Mitschuld an dem Missbrauch Minderjähriger tragen: den früheren Erzbischof von München, Kardinal Joseph Ratzinger, Kardinal Friedrich Wetter und das Erzbistum München und Freising. Die Taten sind zwar verjährt, aber der Anwalt will erreichen, dass die Verantwortung der Kirche und ihrer Vertreter festgestellt wird, um Geld geht es nicht primär. Kardinal Wetter hat bereits gesagt, er werde auf die Einrede der Verjährung verzichten. Quellen: correctiv   vaticannews   Süddeutsche


21.6.2022 Das Kolpingwerk im Bistum Münster will den eigenen Umgang mit dem des Missbrauchs beschuldigten Franz N.(S. 95 - 113) untersuchen. Quelle: Domradio


21.6.2022 Am Dienstag, 5. Juli, 19 Uhr findet unter dem Titel "Betroffene hören. Worte von Menschen mit Missbrauchserfahrung" eine Diskussionsveranstaltung in der Katholischen Akademie München, Mandlstr. 23) statt. ORganisiert wird sie vom Betroffenenbeirat in der Erzdiözese München und Freising. Thema des Abends ist die Frage, was Betroffene wirklich bewegt. Teilnehmer*innen sind Richard Kick, Moderator, Gabriele Triebel, Grüne, Barbara Haslbeck, Theologin, Martin Miebach, Ansprechperson und Kardinal Marx. Die Veranstaltung kann auch im Stream hier oder hier gesehen werden. Quelle: Erzbistum München


20.6.2022 Die KEB Limburg diskutiert zum Thema "Ich muss raus aus dieser Kirche...(oder doch drinbleiben?) Teilnehmende sind der frühere Generalvikar von Speyer, Andreas Sturm, der zur altkatholischen Kirche konvertierte, und Beatrice von Weizsäcker, die zur katholischen Kirche konvertierte. Quelle: youtube


20.6.2022 Christoph Meyns, Sprecher des Beauftragtenrates zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gibt einen Überblick über den Stand kirchlicher Maßnahmen zu Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche und beschreibt die Herausforderungen, die sich daraus für die pastorale Prexis ergeben. Quelle: pfarrerverband


20.6.2022 Eine Diskussion zum Buch "Die schuldigen Hirten" der KEB Limburg. Teilnehmende: Dr. Thomas Großbölting, Johanna Beck, Dr. Johannes von Eltz. Quelle: youtube


19.6.2022 In der Pfarrei St. Gudula in Rhede setzen sich Betroffene gemeinsam mit Kirchenverantwortlichen mit Missbrauch in der Kirche auseinander. Dort war Pfarrer Pottbäcker, dem viele Missbrauchsfälle nachgewiesen wurden, tätig. Die Gemeinde bemüht sich um eine Aufarbeitung der Taten. Quellen: podcast-mp3.dradio.de    st-gudula


19.6.2022 Für den Theologen Hermann Häring sind die Bischöfe für die aktuelle Kirchenkrise hauptverantwortlich. Daher sei es unverständlich, dass sie Beschlüsse des Synodalen Wegs mit ihren Stimmen blockieren können. Kritik übt er auch am Orientierungstext. Quellen: katholisch.de    Herman Häring


19.6.2022 Der ehemalige Kanzler des Erzbistums Santiago, Chile, Oscar Munoz wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hat zwischen 2002 und 2018 mehrere Minderjährige wiederholt vergewaltigt und sexuell missbraucht. 2019 wurde er aus dem Klerikerstand entlassen. Seinen Fall hat Kardinal Ezzati vertuscht. Quelle: FAZ


19.6.2022 Johanna Beck macht sich angesichts des Todes von Christof May, Bistum Limburg, Gedanken über eine Kirche, die lebensförderlich und evangeliumsgemäß sein müsste. Sie erinnert an die (Nicht-)Überlebenden von sexualisierter Gewalt durch Kleriker und wünscht sich an Fronleichnam nicht eine mit Gold und Edelsteinen verzierte Monstranz, sondern einen schwarzen Leides-Erinnerungs-Teppich für die Marginalisierten, Verwundeten und (Nicht-)Überlebenden. Quelle: CiG


18.6.2022 Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Bistum Münster, Martin Schmitz, fordert im Umgang mit Missbrauch durch Kleriker ein staatliches Eingreifen und Handeln. Quelle: Domradio


18.6.2022 Theo Dierkes kommentiert den Auftritt von Bischof Genn, Münster, nach der Veröffentlichung des Gutachtens. Zwar habe Genn versucht, alles richtig zu machen, beim Geld höre es aber dann doch auf. Immerhin sei bemerkenswert, dass nicht der Bischof die Betroffenenvertretung wähle, sondern die sich selbst organisieren. Auch die Mitglieder der Aufarbeitungskommission werden nicht vom Bischof berufen - vielmehr laden sie den Bischof ein. Quelle: 1.wdr


17.6.2022 Drei Betroffene aus dem Bistum Münster äußern sich zur Stellungnahme von Bischof Genn. "Es sind große Worte, und in der katholischen Kirche ist nicht selbstverständlich, dass großen Ankündigungen auch Taten folgen" - so kommentiert ein Betroffener die Ansagen von Bischof Genn. Quelle: Bistum Münster


17.6.2022 Die Stellungnahme von Bischof Genn im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie. Quelle: bistum-muenster


17.6.2022 Bischof Genn, Münster, kann sich sein und der Kirche menschliches und moralisches Versagen im Umgang mit Missbrauchsfällen "auch nicht erklären". Quelle: Domradio


17.6.2022 Missbrauch durch Pfarrer N. in Delmenhorst. Der zuständige Bischof Homeyer wusste, dass N. bereits vorher Kinder missbraucht hatte. Quellen: NDR 


17.6.2022 Bischof Overbeck, Essen, hat Fehlverhalten in einem Missbrauchsfall im Bistum Münster eingeräumt. Dabei geht es um einen Vorgang von 2009, als Overbeck Weihbischof und Übergangsleiter im Bistum Münster war. Overbeck hat den Fall eines beschuldigten Priesters aus dem Jahr 1997 nicht allen Mitgliedern der Missbrauchskommission, in diesem Fall zwei Frauen, vorgelegt, sondern nur dem damaligen Vorsitzenden der Missbrauchskommission Hand Döink. Quelle: Kirche und Leben


17.6.2022 Der Künstler Norbert Kleinlein stellt vom 15. bis 29.7.2022 unter dem Titel "Nein zu Missbrauch und Gewalt" einige Zeichnungen in St. Johannis in Schweinfurt aus. Quelle: Mainpost


17.6.2022 Bischof Lucas Looy, 80 J., wurde von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt, verzichtet jedoch auf die Ernennung, weil er Missbrauchsfällen in seinem Bistum Gent von 2004 - 2019 nicht immer energisch genug nachgegangen sei. Quelle: kath.ch


17.6.2022 Bischof Genn, Münster, räumt im Umgang mit Missbrauchsfällen sowohl in seiner Zeit als Bischof von Essen wie als Bischof von Münster ein, Fälle nicht kritisch genug geprüft und nicht hart genug durchgegriffen zu haben, lehnt jedoch einen Rücktritt ab. Er habe nicht vertuscht und die Interessen der Institution nicht über die Sorge um die Betroffenen gestellt. Genn kündigte ein anonymes Meldeportal an,  Die dort eingehenden Meldungen sollen direkt an die Staatsanwaltschaft gehen. Außerdem sollen ab 1.1.2023 in Missbrauch verstrickte Mitarbeiter durch einen Beauftragten überprüft werden, ob sie die Auflagen befolgten. Dabei gehe es um übergriffiges Verhalten, das strafrechtlich nicht als Missbrauch eingestuft werde. Quellen: katholisch.de   Spiegel   1wdr


16.6.2022 Interview mit Thomas Großbölting - Studie von Münster


16.6.2022 Bischof Dominique Rey, Bistum Frejus-Toulon, ist bereit zum Dialog mit dem Vatikan, der Anfang Juni die geplanten Priesterweihen ausgesetzt hat. Der Vatikan ist besorgt über die Ordination vieler Seminaristen, die außerhalb des Bistums ausgebildet wurden in Gemeinschaften, die im Verdacht stehen, sektenähnliche Zuüge zu haben oder Missbrauch zu begünstigen. Quellen: katholisch.de   katholisch.de 18.6.2022


16.6.2022 Das Bistum Münster hat die Bischofsgruft im Dom zu Münster geschlossen, die dort beigesetzten Bischöfe Keller, Tenhumberg und Lettmann haben Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht. Das Bistum will in Zusammenarbeit mit Betroffenen eine Form finden für die Erinnerung an die Verfehlungen dieser Bischöfe. Quelle: katholisch.de


15.6.2022 Über den Täter Priester P., der zunächst von der Glaubenskongregation exkommuniziert wurde, dessen Exkommunikation dann wieder zurückgenommen wurde und der im Bistum Münster wieder als Priester tätig wurde. Bislang wurde dieser Fall in Studien nicht untersucht.  Quelle: prosieben


15.6.2022 Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heikendorf, Nordkirche, will einen Missbrauch in einer Sommerfreizeit 1972 aufklären und sucht Teilnehmer der Sommerreise. Die Gemeinde, so der Pastor Thieme-Hachmann - will Verantwortung übernehmen. Quelle: der-reporter


15.6.2022 Interview mit dem Historiker Thomas Großbölting über sein Buch Die schuldigen Hirten, in dem er persönlich beobachtezt: "Vieles von dem, was ich an sehr positiver religiöser Sozialisation in meiner Kindheit und meiner Jugend erfahren habe, erscheint nun in einem neuen Licht und nicht in einem guten Licht, sondern absolut doppelbödig, sodass ich mich persönlich im Moment religiös heimatlos fühle."  Er plädiert für Untersuchungen in den Bistümern, die Jahre der Neuformierung des Katholizismus nach dem Zweiten Weltkrieg und die Neuorganisierung über das Zweite Vatikanum hinweg zu untersuchen, weil diese Phasen ganz entscheiden seien, um die Missbrauchszusammenhänge zu verstehen. Quelle: Domradio


14.6.2022 Ein Pfarrer aus Delmenhorst hat Kinder missbraucht, 15 Jahre lang. Zuvor bereits hat er Kinder in einem katholischen Jugendwerk missbraucht.  (S. 95-113) Quelle: ndr


14.6.2022 Die Studie der Uni Münster belegt, dass der frühere Trierer Bischof Hermann-Josef Spital in seiner Zeit als Generalvikar im Bistum Münster (bis 1980) Kenntnis von sexuellem Missbrauch im Bistum Münster hatte und im Fall Theo Wehren - einem verurteilten Priester, der Kinder eines Kinderheims missbraucht hatte - keinerlei kirchliche Sanktionen aussprach. Später hat er als Bischof von Trier auf den Brief einer jungen Frau nicht geantwortet, die als Messdienerin regelmäßig von einem Priester vergewaltigt wurde. Quelle: swr


14.6.2022 report München und El Pais decken auf, dass Emil Stehle (1926-2017) einer der Köpfe war, die straffällig gewordene katholische Priester den Strafverfolgungsbehörden entzogen, indem sie die Priester über die "Fidei Donum"-Koordinatrionsstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Lateinamerika versteckte. Finanziert wurden die Priesterüber Adveniat, das bischöfliche Hilfswerk für Lateinamerika. Antje Niewisch-Lennartz, Obfrau der Aufarbeitungskommission des Bistums Hildesheim, geht davon aus, dass die Verschickung kirchlicher Missbrauchstäter System hatte. Stehle machte einen des Missbrauchs beschuldigten Priester aus Barcelona zu seinem Privatsekretär. Auch aus dem Bistum Cali in Kolumbien wurde ein beschuldigter Priester zu Stehle nach Santo Domingo geschickt. Stehle selbst werfen nach Recherchen von report München mehr als zehn Frauen sexuellen Missbrauch vor - das jüngste Opfer war zum Tatzeitpunkt elf Jahre alt. Die Deutsche Bischofskonferenz lässt derzeit alle Dokumente von "Fidei Donum" untersuchen - Ergebnisse können noch im Juni d.J. vorliegen. Quellen: Tagesschau    br   NDR   kathpress.at   swr


14.6.2022 Felix Neumann schaut auf die Studie im Bistum Münster. Quelle: katholisch.de


13.6.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sieht die Einbindung von Betroffenen in die Untersuchung der Universität Münster positiv. Sie unterstützt die Forderung der Autoren der Studie nach einer starken staatlichen Beteiligung an der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Der Staat dürfe die Kirche hier nicht alleine lassen.  Quelle: vaticannews


13.6.2022 Vorstellung der Studie zum Bistum Münster   und Stellungnahme von Bischof Genn bei der Übergabe der Missbrauchsstudie


13.6.2022 Zur Studie im Bistum Münster. Eine Hotline ist vom 13.-19.6. zwischen 10 und 19 Uhr zu erreichen: 0251/495-6252 Quelle: bistum-muenster


13.6.2022 Die Missbrauchsstudie über das Bistum Münster liest sich streckenweise wie die Mentalitätsgeschichte einer katholischen Hölle, kommentiert Christiane Florin. Kirchliche Spitzenkräfte hätten alles gewusst, vor allem, dass es keine Einzelfälle waren. Aber auch die sogenannten Laien seien oft eingeweiht gewesen. DLF


13.6.2022 Der Vatikan hat die Priesterweihe von Peter H. (74) annulliert. Ca 30 Betroffene werfen ihm vor, ihnen sexualisierte Gewalt angetan zu haben - die Dunkelziffer könnte größer sein. Mit der Entlassung aus dem Priesterstand hat das Bistum Essen keine Kontrolle mehr über Peter H. Mit der Annullierung der Priesterweihe ist Peter H. einer förmlichen kirchenrechtlichen Bestrafung zuvorgekommen. Quellen:  Süddeutsche    tagesschau


13.6.2022 Die Studie des Bistums Münster über Missbrauchsfälle zwischen 1945 und 2020 spricht von 610 Betroffenen, die Missbrauch durch 196 Beschuldigte erlitten. 4,1 Prozent aller Priester in diesem Zeitraum begingen Missbrauch an Minderjährigen. Die MHG-Studie hatte 138 Beschuldigte und 450 Betroffene ermittelt. Die Bischöfe Michael Keller (Amtszeit 1947-1961), Joseph Höffner (1962-1969), Heinrich Tenhumberg (1969-1979) und Reinhard Lettmann (1980-2008) hätten verurteilte Geistliche immer wieder in der Seelsorge eingesetzt und damit weitere Taten ermöglicht. Der heutige Bischof Genn (seit 2009 im Amt) habe den Umgang mit Missbrauchsfällen dem Regeln der Bischofskonferenz angepannt, jedoch eine längere Phase gebraucht, um seiner Verantwortung für Intervention und Prävention gerecht zu werden. Der heutige Essener Bischof Overbeck, der früher Weihbischof in Münster war, habe 2009 den Fall eines beschuldigten Offizialatsmitarbeiters nicht der Missbrauchskommission vorgelegt, Vorwürfe in diesem Fall aus dem Jahr 1997 seien damit nicht vollständig aufgearbeitet. In den Sechziger- und Siebzigerjahren habe es in den Gemeinden des Bistums Münster im Durchschnitt zwei Missbrauchstaten durch Priester pro Woche gegeben. Drei Viertel der Opfer seien Jungen, ein Viertel Mädchen, der Großteil sei zwischen zehn und 14 Jahre alt.  Die Forscher haben nur das Hellfeld ermittelt. Sie gehen von einem acht- bis zehnmal so großen Dunkelfeld aus, d.h. von "etwa 5000 bis 6000 betroffenen Mädchen und Jungen" im Bistum Münster. Die Forscher*innen berichten auch, dass Gemeindemitglieder über die Umtriebe ihres Geistlichen im Bild gewesen seien, ohne das Bistum oder die Justiz einzuschalten. Quellen:  Zeit   ksta   DLF   Kirche und Leben   Spiegel   NDR  Süddeutsche   FAZ


Fortbildungen

Traumasensibel von Gott sprechen
Vergebung: Recht der Täter und Pflicht der Opfer?

Online-Fortbildung für Ordensfrauen, 22.6.2022, 8:30 - 11:30 Uhr

 

 

Buch-Hinweise

Thomas Großbölting: Die schuldigen Hirten

 

mehr

 

 Thomas Schnitzler (Hrsg.): Geschädigte
durch Kindesmissbrauch und sexuelle Ge-
walt im Bistum Trier

Mirja Odengartner: Missbrauch Gebrauch Brauch/en

 Andreas Stahl: "Wo warst du, Gott? Glaube nach Gewalterfahrungen"

Herzlichen Glückwunsch und Dank dem Autor! Es ist das Buch zur GottesSuche:-)

Interview

 Haslbeck, Barbara /Heyder, Regina /Leimgruber, Ute/Sandherr-Klemp: Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche

 Johanna Beck: Mach neu, was dich kaputt macht

Rezension von Andreas Lesch

Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche: Wie Theologie und Spiritualität sich verändern müssen

 Johann Hinrich Claussen (Hg)

 Carola Moosbach: Ins leuchtende Du. Aufstandsgebete und Gottespoesie, Bärbel Fünfsinn, Aurica Jax (Hg.), 2021

Rezension Dr. Andreas Heek

Maike Schult: Ein Hauch von Ordnung. Traumaarbeit als Aufgabe der Seelsorge

Erscheint 1/2024

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