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Dokumentation katholische Kirche 

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Dokumentation Evangelische Kirche  2022  2021   2020   2019   bis 2018

Bernhard F. herzlichen Dank für die vielen Hinweise!

30.9.2022  Zwischenberichts über sexuellen Missbrauch im Bistum Osnabrück hat Bischof Bode einem beschuldigten Priester, der als Pensionär in einer Pfarreiengemeinschaft in Ostercappeln Gottesdienste feierte, verboten, öffentliche Gottesdienste zu feiern oder andere Aufgaben zu übernehmen. Dem Priester wird vorgeworfen, ab Mitte der 1980er Jahre eine Jugendliche mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Der Fall ist seit Mitte der 1990er Jahre aktenkundig. Die Diözese erklärte, dass durch die Publikation des Zwischenberichts "eine breite Öffentlichkeit die Identität eines Beschuldigten in einem Fall herleiten" konnte. Daher habe das Bistum "weitere Maßnahmen ergriffen, die das öffentliche Interesse ebenso berücksichtigen wie die Rechte der betroffenen Person und des Beschuldigten". *Quellen: neuesruhrwort   NDR

Kommentar: Wäre der Beschuldigte nicht öffentlich identifizierbar, hätte dann das Bistum keine Maßnahmen ergriffen? Und wieso erst jetzt und nicht Mitte der 1990er Jahre?


29.9.2022 Joachim Frank schaut auf die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: DLF


29.9.2022 Dem früheren Bischof von Osttimor und Friedensnobelpreisträger, dem Salesianer Carlos Filipe Ximenes Belo wird vorgeworfen, über mehrere Jahre Jungen missbraucht zu haben. Eine niederländische Wochenzeitung veröffentlichte die Berichte zweier Betroffener. Der Vatikan hat Reisebeschränkungen für Belo verhängt. Die Vorwürfe, Vergewaltigung eingeschlossen, kommen von zwei Männern, die in den 1990er Jahren als 14 bis 16-Jährige missbraucht worden sein sollen. Vorwürfe gegen Belo reichen zurück bis in die Zeit Belos als Leiter des Bildungszentrums der Salesianer Don Bosco, bevor er 1983 Bischof wurde. Die Zeitung "De Groene" sprach mit weiteren Betroffenen und mit 20 Personen, die Kenntnis von den Vorgängen gehabt hätten, darunter Kirchenvertreter, Politiker, Mitarbeiter von NGO's und Fachleute. Die Recherchen beganngen 2002, im November 2002 trat Belo zurück wegen "körperlicher und geistiger Erschöpfung". Der Vatikan hat die Vorwürfe erstmals 2019 untersucht und im September 2020 Maßnahmen ergriffen, die die Bewegungsfreiheit und die Amtsausübung einschränken. Belo wurden "freiwillige" (?) Kontakte mit Minderjährigen verboten. 2021 seien die Maßnahmen modifiziert und verschärft worden. Quellen: domradio   dw


29.9.2022 Neuer Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist Bischof Dieser, Aachen; sein Stellvertreter ist Erzbischof Burger, Freiburg. Neu ist, dass es neben den Missbrauchsbeauftragten und dem Betroffenenrat der DBK einen Expertenrat geben soll. Ihm sollen Personen mit Fachexpertise von außen oder kirchliche Experten angehören. Dieses Gremium soll unabhängig sein. Bischof Dieser ist der Meinung, dass Das Thema Missbrauch unendlich nachwirkt: "... es zerstört soziale Beziehungen, nicht nur in der Kirche, in der Gesellschaft im Ganzen. Und weil das so ist, gibt es einen Grundreflex des Verschweigens. Den gibt es nun einmal, denn wenn man es ausspricht, können wir morgen nicht mehr weiter so miteinander leben und umgehen, wie wir das heute noch getan haben. Weil das so zerstörend ist und im Fall der Kirche extrem zerstörend, weil es an das Gottesverhältnis rührt, weil es die Heiligkeit des Lebens, für die wir eigentlich stehen, verletzt, weil es die Schwachen und die Schutzbefohlenen ausnutzt. Das sind alles so himmelschreiende Dinge und so giftige Sachen, die anzuschauen ganz schwer ist, aber unerlässlich. Das lernen wir gerade." Quellen: domradio   vaticannews

Kommentar: Die Einsicht Diesers, dass sexualisierte Gewalt Auswirkungen auf die gesamte Kirche hat, nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen, ist neu - und wichtig.


28.9.2022 Jens Korn, Bürgermeister von Wallenfels, appelliert an das Erzbistum Bamberg, die Pfarrer von Wallenfels "hier vor Ort nicht alleine" zu lassen. Es brauche die Bistumsleitung, die sich vor Ort den Fragen der Menschen stellen müsse. Quelle: Mainwelle


28.9.2022 Die Staatsanwaltschaft Köln hat erneut Ermittlungen gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki abgelehnt. Es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass der Erzbischof im Fall des unter Missbrauchsverdacht stehenden prominenten Geistlichen Winfried Pilz eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben und eine Straftat begangen habe. Quelle: katholisch.de


28.9.2022 Ein ehemaliger Priester des Bistums Essen war vom Mülheimer Amtsgericht wegen sexuellen  Missbrauchs zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er etwa anderthalb Jahre mit einem jungen aus Essen Sexualkontakte hatte. Verurteilter und Opfer sagen, der Kontakt sei einvernehmlich gewesen. Das Opfer jedoch war zu Beginn des Missbrauchs minderjährig. Der Priester wurde Anfang des Jahres suspendiert. Nun hat er vor dem Duisburger Landgericht Einspruch gegen das Urteil erhoben. Quelle: www1.wdr


28.9.2022 Missbrauchsbetroffene der katholischen Kirche sind unzufrieden mit dem Umgang der Kirche mit den Betroffenen: Die Studien der Bistümer laufen schleppend, Rücktritte von Bischöfen lassen auf sich warten, obwohl sie Verbrechen vertuscht haben und die Anerkennungszahlungen sind intransparent, Betroffene "sind Nummern in einem anonymisierten Verfahren, das klinisch rein und sachlich nüchtern Menschen mit einer finanziellen Summe abspeist". Zudem sollte die Geldsumme in etwa das widerspiegeln, was den Betroffenen passierte: "Eine niedrige Summe bagatellisiert die Tat, in dem sie als 'nicht so schlimm' angerechnet wird", kommentiert Jens Windel, Sprecher der Betroffeneninitiative Hildesheim. Er weist darauf hin, dass die Zahlungen der UKA sich im unteren Bereich der Schmerzensgeldzahlungen staatlicher Gerichte bewegen und keinesfalls - wie zugesagt von Bischof Ackermann - am oberen Rand. Das kritisiert auch Kerstin Claus, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: Domradio


28.9.2022 Der SWR-Kirchenexperte Pick kommentiert die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Quelle: swr


27.9.2022 Hajo Seppelt sieht beim Umgang mit Missbrauch im Sport Parallelen zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche. Missbrauch sei im Sport ein Dauerthema: "Über die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland - das sind über sieben Millionen - sind Mitglied in einem deutschen Sportverein. Laut einer Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln haben bis zu 20 Prozent sexualisierte Gewalt bis hin zu schlimmstem Missbrauch erlebt." Quelle: Domradio


27.9.2022 Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist mit dem Thema "Zeugenschaft: Betroffene bringen sexuelle Gewalt zur Sprache" online. Quelle: youtube  Weitere Veranstaltungen


27.9.2022 Hier ist ein Foto der DBK zu sehen, das inzwischen zurückgezogen wurde: Die ca 60 Bischöfe der Herbst-Vollversammlung im Fuldaer Dom auf der einen Seite, die Generalsekretärin der Bischofskonferenz auf der anderen Seite. Quelle: Kirche und Leben


27.9.2022 Anlässlich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz warnte Nuntius Eterovic vor zu viel Demokratie beim Synodalen Weg. Er kritisierte namentliche Abstimmungen und meint, die Anwesenheit der Presse gefährde die Freiheit der Bischöfe. Quelle: Kirche und Leben


27.9.2022 "Fallstudie: Sexualisierte Gewalt und sexueller Kindesmissbrauch im Kontext des Sports. Auswertung der vertraulichen Anhörungen und schriftlichen Berichte der Unabhängigen Kommission
zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.
Prof. Dr. Bettina Rulofs, Kathrin Wahnschaffe-Waldhoff,
Marilen Neeten, Annika Söllinger. Quelle:
Aufarbeitungskommission


27.9. 2022 Einem Diözesanpriester des Bistums Sitten wird sexueller Missbrauch eines Mädchens vorgeworfen, der inzwischen strafrechtlich verjährt ist. Gegen ein bereits ergangenes Urteil der Glaubenskongregation hat der Beschuldigte Einspruch eingelegt. Der Beschuldigte ist suspendiert. Quelle: kath.ch


26.9.2022 Die SPD im Bundestag fordert eine neue einheitliche Missbrauchs-Studie der katholischen Kirche in Deutschland. Das sagte der religionspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Castellucci. Er weist auch darauf hin, dass die Politik zu nachlässig mit den Kirchen gewesen sei und ihnen zu sehr vertraut habe. Quelle: Neues Ruhrwort


26.9.2022 Der bisherige gemeinsame Betroffenenbeirat der Bistümer Limburg, Fulda und Mainz teilt sich auf. Der Betroffenenbeirat von Limburg und Fulda bleibt beieinander, das Bistum Mainz schreibt die Bewerbung für den Mainzer Betroffenenbeirat neu aus. -Quelle: Domradio


26.9.2022 Das Landgericht Traunstein hat wohl ein Vorverfahren für eine Feststellungklage gegen den früheren Papst Benedikt, Kardinal Wetter und den ehemaligen Priester Peter H. begonnen. In einer Feststellungsklage kann keine strafrechtliche Verurteilung erreicht werden, wohl aber die Feststellung der Schuld der Kirche. Experten räumen der Klage Chancen ein, wenn die Kirche darauf verzichtet, sich auf die Verjährung zu berufen. Quellen: katholisch.de   Süddeutsche   Correctiv


26.9.2022 Im Fall des Wallenfelser Priesters, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, haben sich inzwischen zwei weitere mutmaßliche Betroffene gemeldet, so dass nun von acht Opfern auszugehen ist. Der 2005 verstorbene Geistliche wurde erstmals 1963 beschuldigt, schrieb Entschuldigungsbriefe an den damaligen Erzbischof und den Weihbischof (!) und ging nach Bolivien. Von 1970 bis 1995 war er in Wallenfels tätig. Als 1999 ein weiterer Vorwurf erhoben wurde, sei - nach Auskunft des Erzbistums Bamberg - der Fall schwer aufzuklären gewesen, da der Priester erneut in Bolivien war. Der Pfarrer war in Deutschland in Oberkotzau (1960), Hersbruck (1960/61), Nürnberg St. Georg (1962-64) Mainroth (1964), Weisendorf (1969), Kirchehrenbach (1970), Wallenfels (1970-1995) und Uffenheim (1995-1996) tätig. Das Erzbistum Bamberg hat auch an zwei Diözesen in Bolivien Mitteilungen geschickt. Quellen: Frankenpost   BR   infranken   nn


26.9.2022 Der stellvertretende Vorsitzende der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), Erst Hauck, bezeichnet das Verfahren als "betroffenenfreundlich und sinnvoll". Vergleichbare Verfahren an Sozialgerichten dauerten nämlich viel länger, sagte er. Zur Höhe der Anerkennungszahlungen der Bischofskonferenz äußert er sich nicht. Zuletzt hatte die Studie der Uni Osnabrück festgestellt, dass sich die Höhe der Zahlungen keineswegs - wie immer behauptet - an den staatlichen Zahlungen orientiere (s. S. 134 der Studie). Quelle: Domradio


26.9.2022 Interview mit Thomas Hanstein, Mitherausgeber des Buches: "Heillose Macht! Von der Kultur der Angst im kirchlichen Dienst". Quelle: DLF


25.9.2022 Christopher Saunders, früherer Bischof von Broome/Australien, war seit Ende 2020 beurlaubt, 2021 stellte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein, der Vatikan ordnete eine sechsmonate Auszeit an und Papst Franziskus nahm im August 2021 den vorzeitigen Amtsverzicht Saunders' an. Das kirchliche Ermittlungsverfahren betraf den Vorwurf, Saunders sei nicht korrekt mit Missbrauchsvorwürfen gegen mehrere Priester seines Bistums umgegangen. Saunders hat bislang alle Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Nun laufen Ermittlungen der australischen Bischofskonferenz gegen Saunders wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs durch den Bischof selbst. Quelle: Domradio


24.9.2022 Auf Einladung der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Erzbistum München hatten rund 50 Menschen ihre Teilnahme angekündigt. Marx sagte, es sei wichtig, den Opfern zuzuhören, um für die weitere Aufarbeitung zu lernen und gemeinsam Hilfsangebote zu verbessern. Er entschuldigte sich persönlich und im Namen der Erzdiözese. Quelle: DLF


24.9.2022 Der Bamberger Kirchenrechtsanwalt Friedolf Lappen hat Bischof Ackermann im Auftrag von Karin Weißenfels bei Papst Franziskus angezeigt, weil Ackermann in einem Online-Hearing den Klarnamen von Karin Weißenfels in Verbindung mit ihrer Beichte nannte und auch den Namen des Beichtpriesters nannte. Quelle: Süddeutsche


23.9.2022 Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen vier leitende Mitarbeiter der diakonischen Behinderteneinrichtung Wittekindshof in Bad Oeynhausen erhoben. Den Beschuldigten - zwei Männern und zwei Frauen - wird vorgeworfen, 18 geistig Behinderte ohne richterliche Anordnung eingesperrt zu haben, gefährliche Körperverletzung durch den Einsatz von Tränengas begangen zu haben. Einem Psychiater wirft die Staatsanwaltschaft illegale Medikamentengabe vor. Quelle: FAZ


23.9.2022 Im Fall des 2005 gestorbenen Wallenfelser Pfarrers Dieter Scholz haben sich laut Angaben des Erzbistums Bamberg vom 20. September (br) seit 2006 fünf Betroffene gemeldet. Nun informiert das Erzbistum, dass es bereits 1963 informiert war. Erzbischof Schick räumt ein Versagen der Bistumsleitung ein. Seit dem Aufruf vom 20.9. hat sich eine weitere Person gemeldet. Quelle: katholisch.de


23.9.2022 Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ist nach dem Zwischenbericht zu Missbrauch im Bistum Osnabrück beschämt. Der Zwischenbericht mache deutlich, dass auch im Erzbistum Hamburg erhebliche Fehler im Umgang mit Betroffenen und Beschuldigten gemacht worden seien, schrieb Heße. Er wolle die Sorge um die Betroffenen und das Handeln gegenüber Beschuldigten weiter verbessern. Quelle: katholisch.de


23.9.2022 Claudia Burgsmüller Dagmar Gerhards, Dr. Caspar Söling, Bistum Limburg, sprechen miteinander darüber, die wie Kommunikation mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt gelingen kann, so dass sich Betroffene gut aufgehoben und nicht erneut verletzt fühlen. Quelle: youtube


23.9.2022 Kardinal Woelki hat wohl im Herbst 2018 in einem Schreiben an den damaligen Chef der Glaubenskongregation, Luis Kardinal Ladaria Ferrer, verschiedene sexuelle Übergriffe des früheren Stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten gegen Jugendliche mitgeteilt. Ob es eine Antwort Ladarias gibt, ist unbekannt. Beurlaubt wurde der stellvertretende Stadtdechant erst knapp drei Jahre später. Zu dieser Zeit  erst Kritiker sehen aber mit Erstaunen, dass der stellvertretende Stadtdechant offenbar erst knapp drei Jahre später beurlaubt wurde. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf erfolgte offenbar ebenso spät. In einer eidesstattlichen Versicherung behauptete Woelki, 2017 die Personalakte des Pfarrers nicht gekannt zu haben, obwohl der Beschuldigte am 4.9.2015 bereits vom Interventionsbeauftragten des Erzbistums "auf Anweisung unseres Erzbischofs, Kardinal Woelki" zu einer Anhörung eingeladen worden war. Ein Rechtsanwalt hat inzwischen Strafanzeige gegen Woelki wegen falscher eidesstattlicher Versicherung gestellt. Kardinal Woelki weist die Vorwürfe zurück. Die Informationen, die Woelki gehabt habe, seien unbewiesene Gerüchte über den früheren Stellvertretenden Stadtdechanten gewesen. Quellen: www1.wdr.de   katholisch.de


23.9.2022 Auf der Fachtagung 'Geistlichen Missbrauch erkennen und überwinden' sagte die Referentin Dr. Hannah A. Schulz: "Man muss die Dramatik des Geschehens von den Opfern her verstehen." Die Fachtagung hat der Fachbereich Exerzitien/Geistliche Begleitung zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt veranstaltet. Quelle: Bistum Eichstätt


22.9.2022 Ein Betroffener aus dem Bistum Osnabrück kommentiert den Nicht-Rücktritt von Bischof Bode nach der Veröffentlichung des Zwischenberichtes der Uni Osnabrück. Quelle: NDR


22.9.2022 Florian Breitmeier kommentiert den Nicht-Rücktritt von Bischof Bode und stellt ganz richtig fest, dass Bischof Bode den wiederholten "Hilferufen" des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz 2021 nicht zugehört hat, als der feststellte, dass die finanziellen Ausgleichszahlungen der Bischofskonferenz an die Betroffenen häufig unterhalb der staatlichen Rechtsprechung liegen. Quelle: NDR


22.9.2022 Der 2005 verstorbene Pfarrer von Wallenfels soll zwischen 1970 und 1995 eine unbekannte Zahl von Gemeindemitglieders sexuell missbraucht haben. Seit 2006 haben sich fünf Betroffene gemeldet. Das Erzbistum Bamberg ruft mögliche weitere Betroffene auf, sich beim Erzbistum zu melden. Auch bisher gab es bereits Aufrufe des Erzbistums, allerdings nicht konkret im Blick auf Wallenfels. Äußerungen von Betroffenen ist zu entnehmen, dass es noch weitere Missbrauchsopfer geben könne. Zudem werde in jüngster Zeit wieder vermehrt über den beschuldigten Pfarrer gesprochen. Quelle:br


22.9.2022 Bischof Bode denkt nicht an Rücktritt nach der Veröffentlichung des Zwischenberichtes. Er bleibt im Amt. Quelle: katholisch.de


21.9.2022 Am 22.9., 11 Uhr, wird die Pressekonferenz des Bistums Osnabrück abgehalten. Quelle: bistum-osnabrueck


21.9.2022 Der irische Journalist Derek Scally ("The Best Catholics in the World") mutmaßt im Blick auf die katholische Kirche in Deutschland: "Wenn das alles mal vorbei ist, werden wir vielleicht sehen: Es waren nicht die kranken Priester, die missbraucht haben, die die Kirche zerstört haben, sondern die Bischöfe, die über so viele Jahre vertuscht haben." Mitverantswortung trügen auch die in Gemeinden und Gesellschaft, die wissend geschwiegen haben. Zynisch nannte Scally die Bischöfe, die noch immer sagen, sie müssten noch lernen und brauchten noch eine Studie. Manuela Dudeck, Professorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Ulm, wies auf die Situation in der DDR hin. Dort hatten sowohl Kirche als auch Staat ein spezielles Interesse daran, Missbrauch zu vertuschen. Außerdem zeigten ihre Studien, dass zu DDR-Zeiten viele Missbrauchstäter von Westbistümern in den Osten verschoben wurden. Quelle: Kirche und Leben


21.9.2022 Das Verfahren gegen einen Mitarbeiter des Bistums Würzburg hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, weil ein Übergriff die Erheblichkeitsschwelle nicht überschritten habe. Der Beschuldigte nahm 2010 als ehrenamtlicher Jugendbetreuer an einem Pfadfinderzeltlager teil und hatte das Zelt eines 12jährigen Mädchens aufgesucht und das Kind auf die Wange oder den Mund geküsst. Das Bistum hat den Mitarbeiter seit Juli freigestellt. Unklar ist, ob der Mann wieder beim Bistum arbeiten darf. Quelle: gmx


20.9.2022 Im Kontakt mit Menschen treffen Pädagogen und Seelsorgerinnen auch auf Personen mit Traumaerfahrungen. Welche Grundhaltungen ihnen gegenüber aufgrund ihrer Verletzungen hilfreich sind, erläutert Helga Kohler-Spiegel. Quelle: feinschwarz


20.9.2022 Dem langjährigen Generalvikar Heinrich Heitmeyer des Bistums Osnabrück (1975 - 1997) werden sexuelle Übergriffe gegen zwei erwachsene Frauen im Kontext seelsorgerlicher Begleitung vorgeworfen. Heitmeyer gab die Taten "grundsätzlich" zu. Er starb 2019. Quelle: Kirchenbote


20.9.2022 Im Interview erwartet Karl Haucke, Mitglied der Steuerungsgruppe des Berichtes der Uni Osnabrück über Missbrauch im Bistum Osnabrück, dass aus den Erkenntnissen der Studie Konsequenzen gezogen werden. Er nennt die Pflicht zur Hilfeleistung, die Pflicht zum Schadenersatz, die Pflicht zur Amtsermittlung und zur Beschleunigung der Verfahren. Quelle: Domradio


20.9.2022 In Groß Wittfeitzen, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Nordkirche, gab es wohl Anfang der 2000er Jahre mindestens einen Fall von sexuellem Missbrauch in einem Freizeitzeltlager. Ein anfänglich 9-Jähriger sei dort mehrere Jahre von einem Betreuer missbrauch worden. Der Betroffene habe sich 2019 an die Nordkirche gewandt. Unter Verdacht steht ein damals etwa 20-jähriger Betreuer, der im Tatzeitraum in mehreren Kirchengemeinden in den Vier- und Marschlanden aktiv war; seit 20 Jahren sei er nicht mehr im Kirchenkreis aktiv. Das Zeltlager wurde von Gruppen aus Kirchwerder, Geesthacht, Neuengamme, Altengamme, Langenhorn, Neuallermöhe und von der Friedenskirche Altona besucht worden. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost sucht nun Zeugen oder mögliche weitere Betroffene. Quelle: Welt.de


20.9.2022 Der Historiker Thomas Großbölting warnt die katholische Kirche davor, die Aufarbeitung mit der Erstellung von Studien für abgeschlossen zu halten. Er kritisierte eine fehlende Veränderungsbereitschaft bei Bischöfen. Manuela Dudeck, Professorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Ulm, sagte, es werde schwierig, wenn Aufarbeitung als "Feigenblatt" benutzt werde. Wichtig sei der Umgang mit den Betroffenen. Dudeck leitet ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche in Mecklenburg von 1945 bis 1989. Der Bericht war für 2021 angekündigt, soll jetzt jedoch im Februar 2023 veröffentlicht werden. Quelle: rp-online


Fortbildungen

Missbrauch an Ordensfrauen

Freitag, 30.9.2022, 17-20 Uhr, Zentrum St. Michael - Jesuitenkirche, Innenhof, Maxburgstr. 1, München. Mit: Dr. Barbara Haslbeck, Sr.Dr. Franziska Mitterer, Äbtissin M. Petra Articus.Veranstalter: Domberg-Akademie Freising, Ordenfsfrauen für MenschenWürde, Katholikenrat. Anmeldung erwünscht.

Umkehr! Kirche sein angesichts des Missbrauchsskandals. Missbrauchsmuster - Zwei Jahre "Erzählen als Widerstand" mit Prof. Dr. Ute Leimguber

Mittwoch, 19.10.2022, 19:30 Uhr - 21 Uhr. Online. Hier anmelden

Buch-Hinweise

Sarah Frischke: Ein kleines, feines Leben. Heilung durch Traumatherapie. Ein Handbuch für Überlebende

 

Thomas Großbölting: Die schuldigen Hirten

 

mehr

 

Thomas Schnitzler (Hrsg.): Geschädigte
durch Kindesmissbrauch und sexuelle Ge-
walt im Bistum Trier

Mirja Odengartner: Missbrauch Gebrauch Brauch/en

 Andreas Stahl: "Wo warst du, Gott? Glaube nach Gewalterfahrungen"

Herzlichen Glückwunsch und Dank dem Autor! Es ist das Buch zur GottesSuche:-)

Interview

 Haslbeck, Barbara /Heyder, Regina /Leimgruber, Ute/Sandherr-Klemp: Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche

 Johanna Beck: Mach neu, was dich kaputt macht

Rezension von Andreas Lesch

Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche: Wie Theologie und Spiritualität sich verändern müssen

 Johann Hinrich Claussen (Hg)

 Carola Moosbach: Ins leuchtende Du. Aufstandsgebete und Gottespoesie, Bärbel Fünfsinn, Aurica Jax (Hg.), 2021

Rezension Dr. Andreas Heek

Menco, Diana: Sieh hin: Sexuelle Gewalt - Ein Erfahrungsbericht. Hintergründe, Wirkungen. Was muss geschehen?

Maike Schult: Ein Hauch von Ordnung. Traumaarbeit als Aufgabe der Seelsorge

Erscheint 1/2024

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