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Aktuelles 

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18.6.2021 Erzbischof Burger, Freiburg, hat einen Pfarrer aus dem Bodenseeraum vom Dienst beurlaubt, nachdem der Pfarrer die Bitte um Amtsverzicht ausgesprochen hatte. Der Pfarrer war 2019 außerhalb des jetzigen pastoralen Kontextes gegenüber einem jungen Erwachsenen sexuell übergriffig geworden, was er zutiefst bedauert. Strafrechtliche und kirchenrechtliche Konsequenzen werden geprüft.

Quellen: Erzbistum Freiburg  Südkurier


18.6.2021 Gegen Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), den Gründer von "Kirche in Not", gibt es keine weiteren Vorwürfe. Bekannt wurde, dass van Straaten 1973 eine 20-jährige Frau sexuell genötigt haben soll. "Eine erhebliche Entschädigungssumme" sei bezahlt worden.

Quelle: katholisch.de


18.6.2021 Das Erzbistum Berlin hat den vollständigen Bericht der Kanzlei Redeker/Sellner/Dahs veröffentlicht - mit einigen Schwärzungen.

Quellen: erzbistumberlin.de   Teil C   Neues Ruhrwort: Überblick


18.6.2021 "Wir nehmen mit Bitterkeit wahr, dass wir nicht mehr weiterkommen", erklärte der Diözesanrat imErzbistum Köln nach seiner Sitzung am Mittwoch, bei der Woelki trotz Einladung nicht teilgenommen hatte. Das Fazit des Vorsitzenden Tim Kurzbach: "Da ist ein großer Bruch zwischen der Kirchenleitung und ihrem Bistum."-

Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Das Bistum Dresden-Meißen warnte 2020 im Kontext einer Untersuchung wegen Missbrauchs-Vertuschung, dass "ein hohes Gefährdungspotential für Personen im Umfeld der Pallottiner" zu befürchten sei. Ein kircheninterner Bericht empfahl, eine Überprüfung durch den Vatikan zu beantragen. Vorwürfe von Freizügigkeit statt Morallehre, Verweigerung statt Aufarbeitung stehen im Raum.

Quelle: Badische Zeitung


17.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller ist angesichts der Komplexität der Lage im Erzbistum Köln "irritiert" über die nur einwöchige Verweildauer der beiden päpstlichen Visitatoren im Erzbistum Köln.

Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Gegen die vor einem halben Jahr von Kardinal Reinhard Marx kirchenrechtlich aufgelöste "Katholische Integrierte Gemeinde" (KIG) gibt es  bislang unbekannte Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Das Erzbistum München und Freising kennt fünf Hinweise, von denen sich vier in den 1970er Jahren abgespielt haben sollen. Ein Vorgang wurde dem Erzbistum Paderborn übergeben. Die Hinweise seien 2018/2019 der Staatsanwaltschaft übergeben worden, von Ermittlungen ist nichts bekannt. Ende November 2020 ernannte das Erzbistum einen Ansprechpartner für ehemalige Mitglieder der Gemeinde. Mehrere Betroffene baten um ein persönliches Gespräch mit Kardinal Marx. Der Gesprächswunsch werde derzeit geprüft.

Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Im Herbst 2020 erhielt der aktuelle Pfarrer einer Gemeinde im Bistum Hildesheim die Information, dass ein Priester, der zuletzt als Ruhestandsgeistlicher in der Gemeinde eingesetzt war, von 1980 bis 2009 fünf Kinder sexuell missbraucht haben soll. Der damalige Bischof Homeyer und der Personalchef und Domkapitular Werner Holst wurden 1992 durch das Jugendamt informiert und übertrugen dem Beschuldigten noch 1992 eine neue Pfarrei. In folgenden Gemeinden war der Geistliche seit 1969 eingesetzt: Bad Gandersheim (St. Maria Himmelfahrt), Groß Ilsede (St. Bernward), Salzgitter-Gebhardshagen (St. Gabriel) und Uelzen (Zum göttlichen Erlöser), Ronnenberg (St. Thomas Morus), Lehre (St. Martin), Salzgitter (Christ König) und Cuxhaven (St. Marien), seit 2005 Ruhestand.

Quellen: katholisch.de   Untersuchungsbericht Georg M. 2021


17.6.2021 Der Diözesanrat im Erzbistum Köln wirft Kardinal Woelki vor, die Unwahrheit zu sagen. Kardinal Woelki hatte den Delegierten eineinhalb Stunden vor deren Konferenz geschrieben, er setze Forderungen zur Aufklärung des Missbrauchsskandals um. Der Diözesanrat sagt, das stimme nicht. Forderungen wie das Einstehen für persönliches Verschulden Woelkis blieben unbeantwortet. Die zehn Laien, die Mitglied im Diözesanpastoralrat sind, kündigten an, Klartext zu reden bei deren Versammlung am Freitag. Der Diözesanpastoralrat ist ein Beratungsgremium des Erz ischofs und besteht vor allem aus Priestern. Im Erzbistum Köln geben erste Religionslehrer*innen ihre Lehrbefugnis zurück oder lassen sie ruhen.

Quelle: www1.wdr.de
16.6.2021 Im Bistum Trier zeigte 2006 ein Betroffener den Pfarrer von Freisen wegen sexuellen Missbrauchs an. Das Bistum - unter dem damaligen Bischof Marx - hörte den Betroffenen nicht an. 2015 wurde der Pfarrer beurlaubt, nachdem weitere Missbrauchsvorwürfe angezeigt wurden. Der Betroffene hat einen Brief an Kardinal Marx geschrieben. In einer gemeinsamen Erklärung von München und Trier bedauern die Verantwortlichen gegenüber swr, dass 2006 Fehler gemacht wurden. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist darauf hin, dass 2006 das 2001 geltende Kirchenrecht vorschrieb, dass eine Voruntersuchung stattfinden müsse, deren Ergebnis nach Rom geschickt werden müsse. Der damalige Bischof Marx, der Generalvikar Holtenbrink und der Personalverantwortliche haben nach Einschätzung von Schüller versagt, zumal sie dem Beschuldigten Missbrauch von weiteren Kindern ermöglicht haben.
Quelle: swr

*17.6.2021 Ein mutmaßliches Opfer sexuellen Missbrauchs aus dem Bistum Trier kritisiert den früheren Trierer Bischof Marx. Der Betroffene hatte 2006 einen Priester in Freisen, Bistum Trier, wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein und informierte das Bistum. Die Verantwortlichen hörten den beschuldigten Pfarrer an, verzichteten aber auf weitere Untersuchungen, weil der Pfarrer die Vorwürfe bestritt. Der Pfarrer wurde nach weiteren Jahren im Amt wegen weiterer Missbrauchsvorwürfe beurlaubt. Das mutmaßliche Opfer schrieb vor einem Monat an Kardinal Marx einen Brief, erhielt jedoch bislang keine Antwort. Der Betroffene wirft Marx Vertuschung vor.

Quelle: swr


16.6.2021 Christian Geyer-Hindemith schaut sich an, wie Papst Franziskus in seinem Brief an Kardinal Marx, in dem er dessen Rücktrittsgesuch ablehnt, mit den empirischen Wissenschaften umgeht. Sein Fazit: "Tatsächlich geht es im Fortgang des päpstlichen Briefes darum, die soziologische und psychologische Methodik als solche herabzusetzen, nicht erst deren pervertierende Übersteigerungen in irgendwelchen -ismen. Das sieht man daran, welchen Rang der Papst empirischen Untersuchungen einräumt, wenn es um die Schuldfrage im Umgang mit Missbrauchsfällen geht. Dieser Rang ist kein hoher, sondern ein niedriger, nachgerade nichtiger. „Es sind nicht die Untersuchungen, die uns retten werden“, schreibt Franziskus, wobei Rettung hier im Sinne von religiöser Erlösung gemeint ist – und die steht bei den möglichen empirischen Ermittlungen ja auch gar nicht zur Debatte. Zur Debatte steht, nach welchem Maßstab sich der persönliche Verantwortungsbegriff zu bemessen hat. Und hier gibt der Papst zu erkennen, dass für ihn die Empirik der Schuldfrage hinter deren Spiritualisierung zurückzustehen hat."

Quelle: FAZ


16.6.2021 Missbrauch durch Nonnen und Priester? Ehemalige Heimkinder klagen an. (Triggergefahr!)

Quelle: youtube- BR


16.6.2021 Die vatikanische Glaubenskongregation hat Marie-Dominique Gouttierre, ein führendes Mitglied der Johanneskongregation, wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs dauerhaft aus dem Priesteramt ausgeschlossen. Auch die Gemeinde selbst hat ihn aus der Versammlung ausgeschlossen. Gouttierre galt als der "geistige Sohn" des Gründers Marie-Dominique Philippe. Goutrierre wurde vorgeworfen, mehrere Brüder und Schwestern der ebenfalls in den Niederlanden tätigen Johanniterfamilie sexuell missbraucht zu haben. Er wurde auch beschuldigt, eine Frau, die er spirituell leitete, sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: nd.nl


16.6.2021 Interview mit Prof. Thomas Schüller über die "Krise der katholischen Kirche: Missbrauchsskandal, Austritte und Protestbewegungen".

Quelle: uni-muenster


16.6.2021 Der argentinische Opferverein "Red Sobreviventes de Abuso Eclesiastico" wirft den Mitgliedern des Exekutivkomitees der argentinischen Bischofskonferenz Amtsmissbrauch und schuldhafte Fahrlässigkeit bei der Aufklärung eines Missbrauchsfalls im "Monasterio del Cristo Orante" in Tupungato, einem Kloster, vor. Das mutmaßliche Opfer Nicolas Bustos zeigte  den Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, den Erzbischof Marcelo Colombo von Mendoza, dessen Weihbischof Marcelo Mazzitelli sowie Bischof Dante Braida von La Rioja wegen Missbrauchsvertuschung an. Die Argentinische Bischofskonferenz sicherte den Bischöfen in einer offiziellen Erklärung "uneingeschränkte Unterstützung" zu und wies die Vertuschungsvorwürfe "nachdrücklich" zurück. Daraufhin hat der Anwalt von Red Sobrevivientes de Abuso Eclesiastico, Carlos Lombardi, auch die Mitglieder des Exekutivkomitees der Bischofskonferenz beim Vatikan angezeigt.

Das mutmaßliche Opfer wirft zwei Mönchen vor, ihn izwischen 20098 und 2015 in dem Monasterio als Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Das Kloster wurde inzwischen geschlossen, einer der beiden Beschuldigten erhielt von der Kirche ein fünfjähriges Berufsverbot.

Quelle: domradio.de


16.6.2021 Zu elf Monaten auf Bewährung wurde ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden, Landeskirche Bayern, verurteilt. Er hat sich im Sommer 2019 an einer jungen Frau im Kontext eines Beratungsverhältnisses vergangen. Ein erstes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestand. 2020 wurde das Verfahren wieder aufgenommen. Am 22. Dezember 2020 wurde der Beschuldigte seines Dienstes enthoben. Das kirchliche Disziplinarverfahren steht noch aus, sagte Dekan Thomas Guba.

Quelle: evangelisch.de


16.6.2021 Der Wiener Fundamentaltheologe Wolfgang Treitler beklagt, dass der Papst nicht erwähnt hat in seinem Schreiben an Kardinal Marx, dess es um den Glauben an einen helfenden Gott und an eine wirklich fühlbare Erlösung im Zusammenhang mit Missbrauch "sehr finster geworden ist". Diese theologische Frage komme an das Fundament. Zwar gebe es Erlösungsreden, aber man nehme kaum wahr, "was an katastrophaler Hilflosigkeit bei vielen Missbrauchten hängengeblieben ist, gerade in religiöser, in gottbezogener Hinsicht."

Quelle: katholisch.de


16.6.2021 Der Strafrechtler Björn Gercke weist Vorwürfe eines "Gefälligkeitsgutachtens" für das Erzbistum Köln zurück: "Wir sind Juristinnen und Juristen und können nur mit einer juristischen Aufarbeitung beauftragt werden. ... Wer uns zu uns nicht zustehenden, moralischen Bewertungen drängen möchte, verlangt unprofessionelles und unseriöses Berufsverhalten", sagte Gercke.

Quellen: katholisch.de  zeit.de


16.6.2021 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch beim UBSKM fordert mehr Unterstützung für Betroffene, z.B. in der Vernetzung miteinander. Die Probleme in beiden Kirchen belegten, dass die Institutionen einen Aufarbeitungsprozess ohne externe Begleitung kaum bewältigen könnten. Deshalb müssten Mittel für externe Moderation, Mediation und Supervision zur Verfügung stehen.

Quelle: Domradio


16.6.2021 Judith Hahn schaut sich die kirchliche Strafrechtsreform an und stellt fest, das sie den Schutz vor Missbrauch punktuell richtig einordnet, jedoch missbrauchsförderliche systeme Faktoren unberührt lässt.

Quelle: feinschwarz.net


15.6.2021 Papst Franziskus hat die Drei-Monatsfrist zur Annahme der Rücktrittsgesuche von Erzbischof Heße und Weihbischof Schwaderlapp verstreichen lassen. Daher verliere die Rücktrittsgesuche jede Rechtskraft. Beide Bischöfe sind damit de jure wieder so frei wie vor der Veröffentlichung des Gercke-Gutachtens.

Quelle: FAZ


15.6.2021  Auf der Webseite "www.du-auch.de" finden Kinder und Jugendliche ab sofort Hilfe nach einer Gewalterfahrung.

Quelle: evangelisch.de


15.6.2021 Der Berliner Dogmatiker Georg Essen meint, Papst Franziskus hätte den Amtsverzicht annehmen sollen, um Verantwortung für den Missbrauchsskandal der Kirche zu übernehmen: "Die Wucht einer solchen Entscheidung entspräche dem Ausmaß der Katastrophe. Das wär's gewesen!" Der Brief von Papst Franziskus an Kardinal Marx zeige, dass der Papst die Anliegen der Missbrauchsbetroffenen nicht ernst nimmt. Essen wartet auf Zeichen der Deutschen Bischofskonferenz, die signalisieren, "dass der Kirche von Deutschland tatsächlich es ernst ist mit jener schonungslosen Aufarbeitung, von der bereits seit zehn Jahren gesprochen wird". Zum Fall Woelki konstatiert Essen, Woelki besitze nur noch Macht, habe seine Autorität jedoch verspielt.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Der Südliche Baptistenverband in den USA steht vor einer Zerreißprobe. Liberale und Konservative streiten um Rassismus, Frauenordination und Missbrauchsaufklärung. In den letzten 20 Jahren seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. Von insgesamt 700 Missbrauchsopfern ist die Rede.

Quelle: jesus.de


15.6.2021 In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Abbildungen verbreitet, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. 2019 wurden 681 Delikte registriert, 2020 waren es 1.038 Delikte - eine Steigerung um 52,4 Prozent.

Quelle: swr


15.6.2021 Der Wuppertaler Dogmatiker Michael Böhnke vermisst im Brief von Papst Franziskus an Kardinal Reinhard Marx eine Thematisierung der systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt und ihrer Bewältigung durch Reformen. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) nennt das Ez-16-Zitat des Papstes "das größte Ärgernis an dem Brief". Damit zeige der Papst, dass er die Notwendigkeit der Übernahme institutioneller Verantwortung nicht verstanden oder nicht für gut befunden habe. Er hätte darum bitten müssen, dass die Kirche eben nicht wie der Gott in Ez 16 wird, der der Stadt Jerusalem mit sexualisierter Demütigung droht.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Generalvikar Klaus Pfeffer, Essen, meint, die katholische Kirche müsse sich grundsätzlich erneuern: "Im Moment sieht es so aus, als sei die Talfahrt der Kirche kaum aufzuhalten." Und: "Wer vom Sockel stürzt, kann nicht mehr von oben herab auf die Welt blicken."

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Die beiden Apostolischen Visitatoren, Kardinal Anders Arborelius und Bischof Hans van den Hende, haben ihre Visitation im Erzbistum Köln nach einer Woche beendet.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Die katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius in Kleinenbroich, Bistum Aachen, stellt bei der Stadt Korschenbroich den Antrag, die Johannes-Wolf-Straße umzubenennen. Hintergrund sind Berichte eines Betroffenen, der Anfang der 1960er Jahre über einen Zeitraum von sechs Monaten massive sexualisierte Gewalttaten durch Pfarrer Johannes Wolf (1945 - 1984 in Korschenbroich) erfahren hat und sich 2009 an das Bistum wandte. Ein zweiter Betroffener wandte sich 2011 an das Bistum. Zudem gibt es Hinweise auf weitere Betroffene.

Quelle: gdg-korschenbroich.de


15.6.2021 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, sieht in der Ablehnung des Amtsverzichts von Kardinal Marx durch den Papst die Aufforderung an Kardinal Marx, die Spannungen auszuhalten, die sich aus der Untersuchung der Missbrauchsfälle ergeben werden. Außerdem müssten sich jetzt auch andere Bischöfe mit möglichen persönlichen Konsequenzen auseinandersetzen. Überdies bemerkt Hans Zollner, dass die entscheidenden Begriffe - institutionelles und systemisches Versagen - im kirchlichen Sprachgebrauch angekommen seien. Die Vorstellung einer sündelosen Kirche bezeichnet Zollner als Häresie.

Quelle: Domradio


14.6.2021 Lucy Kalappura, indische Ordensfrau, muss nach einer Entscheidung des obersten Vatikangerichts ihren Orden der Franziskaner-Terziarinnen verlassen. Sie wartet jedoch die Entscheidung eines indischen Gerichts üäber ihr Bleiberecht ab. Der Konflikt begann im August 2019, als die Gemeinschaft die Ordensfrau wegen Ungehorsams und Bruchs ihrer Gelübde entlassen hat. Kalappura sieht ihren Ausschluss aus dem Orden als Reaktion auf ihre gemeinsam mit fünf weiteren Ordensfrauen Kampagne zur Verhaftung von Bischof Franco Mulakkal. Mulakkal steht derzeit wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer ehemaligen Ordensoberin vor Gericht.

Quelle: Domradio


14.6.2021 Nach Angaben der Bild-Zeitung bezeichnete Kardinal Woelki den sexuellen Kontakt eines Priesters am 29.6.2001 mit einem obdachlosen 16-Jährigen als "Dummheit" und "Übersprungshandlung".  Der Sprecher von Kardinal Woelki fragt, woraus sich „eine Zwangslage ergeben soll, wenn ein 16-Jähriger Obdachloser ohne Bezahlung einen freiwilligen sexuellen Kontakt eingeht. Meinen Sie, dass jeder freiwillige sexuelle Kontakt mit einer obdachlosen Person das Ausnutzen einer Zwangslage darstellt? Dürfen Obdachlose also keinen Sex haben bzw. darf man mit diesen nicht sexuelle Kontakte haben?“ Woelki hatte der Zeitung gerichtlich verbieten lassen, den Kontakt des Pfarrers zu einem Minderjährigen als Missbrauch bzw. Straftat zu bezeichnen. Kirchenrechtlich war am 30.4.2001 das Alter Minderjähriger von 16 auf 18 Jahre hochgesetzt worden.

Quelle: bild.de


13.6.2021 Der Historiker Klaus Große Kracht, Münster, geht im Rahmen des vom Bistum Münster geforderten Forschungsprojektes "Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“der Frage nach, ob es spezifische Merkmale eines pastoralen Tätertyps gibt. Dem sexuellen Missbrauch gerade pubertierender oder post-pubertärer Jugendlicher gehe nämlich des Öfteren eine langjährige spirituelle Manipulation durch den Priester voraus. Bestätigt sich diese Annahme, sollten Konsequenzen für das Verständnis des Priesteramtes und die Ausbildung der Geistlichen folgen.

 Quelle: deutschlandfunk.de


13.6.2021 Ein "Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising" fordert Kardinal Marx, die Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Teilnehmenden des Synodalen Weges, auf, endlich "die systemischen Ursachen geistlichen und sexualisierten Missbrauchs" anzugehen und Tendenzen , die Ursachen für systemische Fehler auszuklammern und Aufarbeitung des Versagens in den kirchlichen Missbrauchsfällen nicht auf eine Verbesserung der Verwaltung zu reduzieren. Dem Netzwerk gehören an: "Wir sind Kirche", Maria 2.0, Münchner Kreis (ein Zusammenschluss reformorientierter Priester und Diakone), Gemeindeinitiative, Priester im Dialog, Kommission Frauen im Kolping-Verband, Ordens-Frauen für Menschenwürde, Katholischer Deutscher Frauenbund, Initiative Sauerteig aus Garching an der Alz und die Katholische Frauengemeinschaft.

Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Kardinal Marx muss jetzt, da der Papst seinen Rücktritt abgelehnt hat, seiner Verantwortung gerecht werden, meint Bernd Kastner. Er solle sich endlich die Zeit nehmen, den Opfern von geistlichem Missbrauch - so den früheren Angehörigen der Katholischen Integrierten Gemeinde - zuzuhören. Das sei "eine große, vielleicht letzte Chance, etwas gut zu machen". Noch immer mangele es den Bischöfen oft an Fürsorge und Empathie für die Betroffenen. Das beklagen auch viele ehemalige KIG-Mitglieder.

Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Nach der Recherche von Correctiv und Frontal 21 zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche fordern Gemeindemitglieder in Garching an der Alz Aufklärung. Am Sonntag beginnt in der bayerischen Gemeinde die „Garchinger Präventionswoche“ mit Vorträgen und Diskussionen. Es geht um den wegen Kindesmissbrauchs bereits verurteilten Priester H., aus dem Bistum Essen stammend, der 20 Jahre lang  Kinder und Jugendliche missbrauchte. Kardinal Ratzinger, der spätere Papst, wusste in seiner Zeit als Erzbischofr von München um die Verurteilung von H. und setzte ihn trotzdem als Priester in Gemeinden ein. Die Initiative Sauerteig will helfen, alte Wunden in Garching zu heilen und hofft auf die Unterstützung von Kardinal Marx. Rosi Mittermeier, die zu H.s Zeit Kleinkindergottesdienste organisierte, berichtet, dass die Gemeinde erst im Herbst 2020 offiziell vom Ordinariat erfahren habe, dass sich auch in Garching drei Betroffene gemeldet haben. Die Sauerteig-Aktiven sind sicher, dass das Ordinariat Missbrauch hätte verhindern können, wenn es H. früher aus der Seelsorge genommen hätte. Und sie stellen fest, dass der damalige Generalvikar einen Mitarbeiter, der einen Verdacht äußerte, wider besseres Wissen zu einer Entschuldigung drängte und ein früherer Weihbischof gelogen hat. 

Quelle: correctiv.org


13.6.2021 Für den Dekan von Memmingen aus dem Bistum Augsburg, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen gegenüber einer volljährigen Frau ermittelt und gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren läuft, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Daran erinnert der Anwalt des Beschuldigten.

Quelle: katholisch.de


12.6.2021 Im katholischen Seelsorgebereich Odenthal-Altenberg wurde im Gottesdienst öffentlich verkündet, dass Pfarrer Klaus Anders, von 1976 bis zu seinem Tod 2009 Pastor in St. Pankratius Odenthal, schwerer sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen wird. Das Erzbistum Köln bestätigte, dass eine Anzeige vorliegt und ermutigt und bittet Betroffene/ und oder Zeugen ausdrücklich, sich an die Ansprechpersonen zu wenden.

Quelle: ksta.de


11.6.2021 Die vatikanische Behörde für Laien, Familie und Leben begrenzt Amtsdauer und Zahl der Leitungsposten in katholischen Verbänden und Organisationen auf internationaler Ebene, um einen "gesunden Wechsel" sicherzustellen und Veruntreuung sowie Machtmissbrauch vorzubeugen. Diese Regeln gelten jedoch nicht für Priestervereinigungen (!) sowie für Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens. Ebenso können Gründer von Laienorganisationen (!) von den Vorgaben befreit werden.

Quelle: katholisch.de


11.6.2021 Am Samstag, 12.6., wollen Katholik*innen aus dem Erzbistum Köln vor dem Tagungshaus, in dem die beiden Visitatoren untergebracht sind, protestieren. Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln kritisiert die Proteste:  "Die Demonstranten sind Aktivisten, die lautstark alles Mögliche fordern", erklärte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder. Er sieht den Betroffenenbeirat als ein Gremium, das "nicht nur fordert, sondern aktiv echte Arbeit leistet und etwas bewegt". Bringmann-Henselder sieht die Gefahr, dass die kirchlich Betroffenen für andere Interessen benutzt werden, z.B. für die Weihe von Frauen.

Quelle: Domradio

Kommentar: Die Sorge vor der Instrumentalisierung Betroffener für (berechtigte!) kirchenpolitische Zwecke ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird sich jedoch erst noch zeigen, ob sie begründet ist. Maßstab dafür ist, ob die Betroffenen im Umkreis der Protestierenden erleben, dass sie und ihre Belange spürbar (!) in den Blick geraten und sie Zugehörigkeit erleben.


Quelle: Pexels_PixabayQuelle: Pexels_Pixabay

 

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C. Moosbach: Ins leuchtende DuC. Moosbach: Ins leuchtende DuLang erwartete Sammlung von Carola Moosbach's Gottespoesie

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Leseprobe

Buch- und Hörtipps

Haslbeck, Barbara/Heyder, Regina/Leimgruber, Ute/Sandherr-Klemp:

Erzählen als Widerstand. Berichte über spirituellen und sexuellen Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche

Dr. Barbara Haslbeck: Die Zeit der Scheinheiligkeit ist vorbei

Prof.in Dr. Ute Leimgruber: Kirche ist kein sicherer Raum

Prof.in Dr. Leimgruber im Gespräch mit Christiane Florin

Umkehr! Kirche sein angesichts des Missbrauchs -Domberg-Akademie mit Dr. Barbara Haslbeck und Dr. Regina Heyder

Inge Tempelmann: Fromme Gewalt.  Spiritueller Missbrauch, Hintergründe und Auswege


Doris Reisinger (Hg.): Gefährliche Theologien. Wenn theologische Ansätze Machtmissbrauch legitimieren, Regensburg 2021

Doris Reisinger, Christoph Röhl: Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger, Piper-Verlag

Rath, Philippa: "... weil Gott es so will" Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin, Freiburg 2021 mehr

Hörspiel von Christoph Fleischmann: "Der ehrliche Bischof. Eine Erzählung zur Missbrauchsaufarbeitung in der Kirche" mit Wolf Aniol, Regie Helga Matthea.

Zehn Jahre Arbeit von und mit Betroffenen

Dr. Barbara Haslbeck reflektiert über Schwieriges und Gelingendes in der Arbeit von und mit Betroffenen.

 

 

 

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