Skip to content

Presse

Beide Großkirchen, aber auch Freikirchen, sind mit der Erfahrung konfrontiert, dass auch durch ihre Kleriker, Pastor*innen und Mitarbeiter*innen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und Erwachsenen geschieht. Soweit die Gewalttaten presseöffentlich werden, sind sie hier dokumentiert. Bernhard F. herzlichen Dank für so viele Hinweise!

Meldungen der Woche

30.1.2023 Der Mitbegründer der Arche, Jean Vanier, missbrauchte über sieben Jahrzehnte mindestens 25 Frauen. Das stellte der Report fest. Der Report zeigt auch, dass Vanier die Arche mitbegründete, um unbemerkt Frauen missbrauchen zu können. Quelle: Sojo.net  Zusammenfassung auf Deutsch


30.1.2023 Das Bistum Essen wird seine Studie am 14. Februar 2023 vorstellen. Dort werden Vorgänge um die Priester A. und H. aus soziologischer Sicht bearbeitet. Auch die Vorwürfe etwa gegen Kardinal Ratzinger, Bischof Overbeck und Bischof Genn werden beleuchtet. Dass die Namen von Verantwortungsträgern genannt werden, hatte Bischof Overbeck 2020 zugesagt, wenn VErantwortliche bewusst und vorsätzlich Taten verschleiert haben. Quelle: katholisch.de


30.1.2023 Die Studie des Bistums Mainz wird am 3. März um 11 Uhr in einer Pressekonferenz vorgestellt. Quelle: katholisch.de


30.1.2021  Papst Franziskus hat den altersbedingten Rücktritt von Kardinal Marc Ouellet zum 12.4.2023 angenommen. Kardinal Ouellet fiel zuletzt als scharfer Kritiker des Synodalen Wegs auf. Außerdem wird ihm sexueller Missbrauch vorgeworfen, den er bestreitet. Quelle: katholisch.de


29.1.2023 Evangelischer Rundfunkgottesdienst: Zwischen Trauma und Hoffnung aus der Erlöserkirche in Augsburg, Deutschlandfunk


29.1.2023 Ein Seelsorger des Bistums Dresden-Meißen wurde vom Dienst freigestellt. Es liegen Verdachtsmomente sexueller Übergriffe gegenüber
Jugendlichen vor. Die Pfarreien wurden informiert und die anwaltschaft eingeschaltet. Quelle: Bistum Dresden-Meißen


28.1.2023 Das Dienstverbot eines katholischen Pfarrers aus dem Bistum Würzburg wurde nach rund zehn Monaten wieder aufgehoben. Es war mit sexuellem Fehlverhalten gegenüber einer erwachsenen Person begründet worden. Weder strafrechtlich noch kirchenrechtlich war ein Fehlverhalten festzustellen. Quelle: Traunsteiner Tagblatt


27.1.2023 Heute erinnern wir uns an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 78 Jahren.


27.1.2023 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will mit einer eigenen Studie die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in den Diskussionen der Sexual- und Reformpädagogik ab den 1960er-Jahren näher beleuchten. Auch in der EKD gab es diese Diskurse. U.a. soll der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler im Fokus stehen. Quelle: evangelisch.de


27.1.2023 Laut einem Bericht wurde ein 1978 rechtskräftig verurteilter Geistlicher später weiter in der Seelsorge im Bistum Speyer eingesetzt. Der
damalige Bischof Wetter will die Vorgänge nicht gekannt haben. Der amtierende Oberhirte Wiesemann bezweifelt das. Quelle: katholisch.de


27.1.2023 Gegen einen Geistlichen aus dem Landkreis Eichstätt wird wegen sexuellem Missbrauch von Jugendlichen und von Schutzbefohlenen ermittelt. Die Ermittlungen laufen seit 21.12.2022. Am letzten Mittwoch wurde die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht. Kurz zuvor informierte der Geistliche das Bistum. Inzwischen ist er vom Dienst freigestellt. Die Gemeindegremien und die Leitung der betroffenen Schulen wurden vom Bistum informiert. Bereits Anfang Januar hatte das Bistum über einen kirchlichen Strafprozess gegen einen Priester aus dem Landkreis Eichstätt berichtet, eine Begründung wurde nicht mitgeteilt. Ebenfalls hatte das Bistum Eichstätt über zwei Fälle aus dem Landkreis Ansbach informiert, mindestens in einem dieser Fälle ging es um sexuellen Missbrauch. Quelle: katholisch.de


27.1.2023 Der norddeutsche Betroffenenrat hat im Dezember 2022 eine Anzeige gegen den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode beim zuständigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße eingereicht, der sie über die Berlinger Nuntiatur nach Rom weiterreichte. Nach dem päpstlichen Erlass „Vos estis lux mundi“ von 2019 muss der Vatikan innerhalb von 30 Tagen reagieren. Im Fall Bode ist das bislang nicht geschehen. Quelle: NDR


27.1.2023 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), kritisiert die „relativierenden Sprache im Kontext der größten Krise der katholischen Kirche in der Neuzeit“, die in dem veröffentlichten Brief des Vatikans zum geplanten Synodalen Rat verwendet wird. Dort ist die Rede vom „abscheulichen Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen….durch Männer (darunter Kleriker) und Frauen der katholischen Kirche“ und von der „oft unzulänglichen Vorgehensweise einiger Hirten der Kirche“. Da das Schreiben „in forma specifica“ mit päpstlicher Zustimmung geschrieben sei, müsse Papst Franziskus es sich auch selbst zuschreiben lassen. Der kirchliche Kinderschutzexperte Hans Zollner kommentiert den Vorgang zurückhaltender. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Und wieder sind es die Betroffenen selbst, die darauf hinweisen müssen, dass Verbrechen in kirchlichem Kontext von den Verantwortlichen immer noch nicht ernst genommen werden.


26.1.2023 Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers sucht Betroffene und Zeugen für den sexuellen Missbrauch, den Pastor Klaus Vollmer
(1930–2011) begangen haben soll. Quelle: idea


26.1.2023 Im Bistum Speyer kann die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission nicht beginnen, weil das Bistum seit eineinhalb Jahren datenschutzrechtliche Fragen klärt.  Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert. Quelle: ardmediathek   swr


26.1.2023 Auch beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wurden zwischen 1945 und 2021 insgesamt 121 Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt gemeldet. 75 von 121 Fälle ereigneten sich zwischn 2010 und 2022. Die Betroffenen waren zwischen 5 und 29 Jahre alt, die Tatpersonen waren zwischen 12 und 60 Jahre alt, wobei 65 Prozent zur Zeit der Tat erwachsen waren. 62 Prozent der BEtroffenen waren weiblich, 95 % der Täter männlich. 60 Prozent der Taten geschahen in Ferienlagern, 18 % bei Gruppenstunden. In 51 Prozent der Fälle ging es um aufdringliches Verhalten, in 29 Fällen um vorsätzliche B erühungen im Brust- und Genitalbereich, in 13 Fällen um den Vollzug sexueller Handlungen, davon ware in drei Fällen Erpressung und körperliche Gewalt im Spiel. Quellen: katholisch.de    Vorstudie


26.1.2023 Der Kölner Kardinal Woelki hat im presserechtlichen Streit mit der „Bild“-Zeitung erneut einen Erfolg erzielt. „Bild“ hatte geschrieben, dass Kardinal Woelki sich mit der Causa Winfried Pilz befasst habe und sich entschieden habe, die unter Kardinal Meisner versäumte Information an das Bistum Dresden-Meißen nicht nachzuholen. Woelki hingegen sagt, er habe sich erst ab der vierten Juni-Woche 2022 mit dem Fall Pilz befasst. Quelle: katholisch.de


25.1.2023 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, erwartet eine Klagewelle Missbrauchsbetroffener gegen die katholische Kirche, nachdem sich zwei Erzbistümer – Köln und München-Freising – nicht auf die Verjährung berufen wollen. Quelle: ORF


25.1.2023 Papst Franziskus habe im Fall Rupnik lediglich unterschiedliche Verfahren zusammengeführt, nicht jedoch inhaltlich eingegriffen. Der Jesuitenorden hatte unter Federführung der Glaubenskongregation die Verjährung einiger mutmaßlicher Verfehlungen Rupniks festgestellt. Bei anderen Verfehlungen, die noch nicht verjährt waren, wurde Rupnik im Mai 2020 nach drei Jahren Ermittlungen und Verfahren von der  Glaubenskongregation exkommuniziert und noch im selben Monat wieder in die Gemeindschaft aufgenommen. Papst Franziskus sagt, mit dieser Rücknahme der Exkommunikation habe er nichts zu tun. Die kirchenrechtlich vorgeschriebenen Verjährungsfristen verteidigte Franziskus. Im Fall von Missbrauch Erwachsener halte er sich stets an die Verjährungsfristen. Quellen: katholisch.de   kath.press


25.1.2023 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zahlt laut einem Zeitungsbericht im Durchschnitt geringere Anerkennungsleistungen an Betroffene von sexuellem Missbrauch als die katholische. Betroffene erhielten von den evangelischen Landeskirchen pro Fall durchschnittlich 13.370 Euro. Die katholischen Bistümer  zahltenim Schnitt 21.287 Euro (Stand Ende 2021). Die evangelischen Landeskirchen hätten bis dahin insgesamt 9,6 Millionen Euro bewilligt, 718 von 757 Anträgen seien positiv beschieden worden. Die katholischen Bistümer hatten bis zu diesem Zeitpunkt 1.565 Anträge erhalten und über 616 davon entschieden – 606 Anträge positiv. Insgesamt zahlte die katholische Kirche 12,89 Millionen Euro. Neueste Zahlen der UKA sprechen von insgesamt 2.112 Anträgen bis Ende 2022 auf katholischer Seite, von denen bisher über 1.839 entschieden worden sei. Wie viele davon positiv beschieden wurden, soll bei einer Pressekonferenz Anfang Februar mitgeteilt werden. Quelle: katholisch.de


25.1.2023  Immer wieder werden Ordensfrauen Opfer von Missbrauch in der Kirche. Die Theologin Doris Reisinger sieht die Gründe für ihre besondere Gefährdung tief im Denken der Kirche verwurzelt: Es brauche eine fundamentale Gleichheit von Frauen und Männern. Quelle:  katholisch.de


25.1.2023  Gregor Maria Hoff beleuchtet das Schreiben der Prälaten an den Bischofskonferenzvorsitzenden Bätzing, das von Papst Franziskus unterstützt wird und rechtsverbindlich ist („in forma specifica“), über die Unzulässigkeit des Synodalen Weges: “ Das Volk Gottes in Deutschland hat das Vertrauen der römischen Kirchenleitung verspielt. Wäre es da doch nicht einfacher, die Kirchenleitung löste das Volk auf und wählte ein anderes? Das freilich geschieht kirchenstatistisch längst.“ Quellen: katholisch.de  herder


25.1.2023 Das Erzbistum München und Freising wird sich in der Traunsteiner Klage eines Missbrauchsbetroffenen nicht auf Verjährung berufen. Quellen: zeit    stern   spiegel   correctiv


24.1.2023 Bereits 2001 teilte ein Seminarist Kardinal Lustiger mit, dass er von Tony Anatrella, einem französischen Priester und Therapeuten, missbraucht wurde. Der Kardinal empfing ihn, betete für ihn und versprach zu handeln – aber es geschah nichts. Der Schweizer Theologe Philippe Lefebvre verfolgt den Fall von Tony Anatrella seit längerem. Er weist darauf hin, dass es 2006 erneut Vorwürfe gegen Anatrella gab, den mutmaßlich Betroffenen jedoch nicht geglaubt wurde. 2016 wurden erneut Vorwürfe erhoben. Erst dann leitete die Erzdiözese Paris ein kanonisches Verfahren ein. Lefebvre kommentiert: „Es ging nicht nur darum, die Augen zu verschließen, sondern eine ganze Maschinerie zu organisieren, um Anschuldigungen zu verhindern.“ Jeder habe gewusst, was zu tun sei: „einen Brief blockieren, die Opfer herausfordern, die Zeugen bedrohen“. *Quelle: katholisch.de


Missbrauch katholische Kirche

Missbrauch in Bistümern und Orden

Missbrauch in geist­lichen Gemein­schaften

Missbrauch durch Bischöfe

Vertuschung durch Kirchen­verant­wortliche

Missbrauch Evangelische Kirche