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Aus der Presse

Beide Großkirchen, aber auch Freikirchen, sind mit der Erfahrung konfrontiert, dass auch durch ihre Kleriker, Pastor*innen und Mitarbeiter*innen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und Erwachsenen geschieht. Soweit die Gewalttaten presseöffentlich werden, sind sie hier dokumentiert. Bernhard Fischer, der ein umfangreiches Archiv zu Missbrauch in den Kirchen führt, herzlichen Dank für so viele Hinweise!

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne Ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.

Meldungen der Woche

10.9.2026 In Münster wurde die erste Gruppe von Angehörigen kirchlicher/katholischer Missbrauchsopfer gegründet. Gründerin ist Melanie Hach. Quelle: www.1.wdr


8.9.2026 Mehr als 200 Betroffene von geistlichem Missbrauch oder deren Verwandte fordern von Papst Leo XIV. festgeschriebene Maßnahmen gegen religiösen Machtmissbrauch und zuvor eine Definition von spirituellem Missbrauch. Die Betroffenen weisen darauf hin, dass selbst nach dem Bekanntwerden und der Untersuchung von Machtmissbrauchsfällen in geistlichen Gemeinschaften manche Gemeinschaften ihre Aktivitäten selbst nach ihrer Auflösung fortsetzen, andere sich gegen Aufarbeitung wehren und den Zugang zu ihren Lebensregeln verweigern, selbst wenn diese Bestimmungen dem Kirchenrecht widersprechen. Quelle: Kirche und Leben


9.9.2026 Die Abteil Münsterschwarzach korrigiert die Aussage von Pater Anselm Grün: Grün habe sich 1992 doch für einen einen weiteren seelsorglichen Einsatz eines Priesters, der des Missbrauchs beschuldigt wird, „offen gezeigt“, jedoch sei der grundsätzliche Vorschlag für einen Einsatz des Priesters in der Seelsorge und für einen räumlichen Wechsel nach Unterfranken vom Erzbistum Paderborn ausgegangen. Bei einem Gespräch mit dem Priester und dem Personalchef des Erzbistums Paderborn habe Grün dafür gestanden, dass der Priester nicht homosexuell veranlagt sei und sich bereit erklärt, den Geistlichen in das Benediktinerkloster aufzunehmen. Grün habe vorgeschlagen, den Geistlichen bis zur Aufnahme in das Kloster in einer Gemeinde im Bistum Würzburg in der Seelsorge einzusetzen. Eine direkte Vermittlung durch Grün an das Bistum Würzburg habe es nicht gegeben. Die Abtei räumte ein, dass das Recollectio-Haus bis 2010 auch sexuell übergriffige Menschen aufgenommen habe. Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hatte eine unabhängige Untersuchung des Recollectio-Hauses gefordert. Die Abtei sei für fachlichen Austausch und klärende Gespräche offen, verwies aber auf die gesetzlich geregelte Schweigepflicht und darauf, dass Akteneinsicht zu konkreten Fällen nur mit Zustimmung der Gäste erlaubt sei. Quelle: Kirche und Leben


7.9.2026 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz fordert, die Vertuschungsvorwürfe gegen den Benediktiner Anselm Grün, Münsterschwarzach, aufzuklären. Außerdem fordert er eine unabhängige Untersuchung, um zu klären, ob und inwieweit auch anderen mutmaßlichen wie überführten Missbrauchstätern durch das Recollectiohaus der Benediktinerabtei Münsterschwarzach der Weg zurück in die Seelsorge geebnet wurde. Quelle: katholisch.de


6.9.2026 Papst Leo XIV. wird sich mit sieben französischen Missbrauchsbetroffenen aus dem katholischen Kontext in Lourdes treffen. Es seien 40 Anfragen Betroffener – unter ihnen rund ein Dutzend Opfergruppen – bei der Französischen Bischofskonferenz eingegangen. Betroffene und Betroffenengruppen sind irritiert durch die Intransparenz der Auswahl. *Quelle: katholisch.de


5.9.2026 Magdalena Hürten: Wissen, Macht, Missbrauch. Zur Wissensordnung der katholischen Kirche. Quellen: feinschwarz.net   katholisch.de


5.9.2026 Der Betroffenenbeirat der Bistümer Fulda und Limburg appelliert an die Lokalpolitiker von Fulda, für die Umbenennung der Johannes-Dyba-Allee zu stimmen. Erzbischof Dyba wird im Abschlussbericht vom Juni 2025 vorgeworfen, Hinweisen auf sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch Priester nicht nachgegangen zu sein. Quelle: katholisch.de


4.9.2026 Unter dem Titel „Geistlicher Missbrauch und wie man ihm begegnet“ findet am 1.10.2026, 18 Uhr in der Jugendkirche Chemnitz eine Veranstaltung mit Prof. Markus Schmidt, Hochschule für Diakonie Bielefeld statt. Veranstalter ist das Evangelische Forum Chemnitz. Das Thema wurde gewählt, weil der frühere Jugendwart Kurt Ströer in Chemnitz viele Jahre lang junge Männer missbrauchte. Quelle: urak-sachsen.de


4.9.2026 Dem Benediktinerpater und Autor Anselm Grün, Münsterschwarzach, wird im 4.  Jahresbericht der Aufarbeitungskommission im Erzbistum Paderborn vorgeworfen, einen des Missbrauchs beschuldigten, geständigen Priester gedeckt und gefördert zu haben. Der im Erzbistum Paderborn tätige Vikar hat einen 16-Jährigen sexuell missbraucht. Grün habe im Gespräch mit Verantwortlichen aus dem Erzbistum Paderborn seine Bereitschaft erklärt, den Priester in das Benediktinerkloster Münsterschwarzach aufzunehmen und ihn bis zur Aufnahme im Bistum Würzburg in der Seelsorge einzusetzen. Daraufhin war der Geistliche von 1992 bis 2009 in Würzburg, ab 2009 im Bistum Erfurt eingesetzt. Grün wies den Vorwurf zurück. Quelle: katholisch.de


4.9.2026 Laut der Unabhängigen Aufarbeitungskommission für das Erzbistum Paderborn wurden bis Ende Juni 262 Beschuldigte bekannt. In dieser Zahl sind auch kirchliche Mitarbeitende, die nicht Kleriker sind, enthalten. Das teilte die Kommission in ihrem vierten Jahresbericht mit. Quelle: evangelisch.de 


3.9.2026 Das Schweigen brechen. Von Mamas neuem Freund missbraucht. Reihe Menschen hautnah WDR


1.9.2026 Im Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt 8/2026 stehen drei Beiträge, die hier von Interesse sein können: N.N.: „Ich will nicht länger Teil der Dunkelziffer sein“; Thomas Zippert: „Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche. Wann kommt das Thema endlich richtig an?“ und Christine Siegl: „Un-/Doing Professionalität“


1.9.2026 Kardinal Marc Ouellet hat den Verleumdungsprozess gegen eine Frau gewonnen, die ihm sexuelle Nötigung vorgeworfen hatte.  Sie muss 100.000 kanadische Dollar zahlen, die Ouellet für den Kampf gegen Missbrauch indigener Menschen spenden will. Quelle: katholisch.de


31.8.2026 „Theologie ist keine reine, unberührte Sphäre, die mit dem Missbrauch nichts zu tun hat“, sagt die Pastoraltheologin Prof.in Ute Leimgruber, die zu spirituellem und sexuellem Missbrauch (Missbrauchsmuster) an erwachsenen Frauen forscht. Quelle: Pfarrblatt Bern


30.8.2026 Dem Jahresbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Limburg ist zu entnehmen, dass die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs zwar stattfinde, aber noch weiter vorangetrieben werden müsse. Nicht die Institution dürfe geschützt werden, sondern Betroffene müssten begleitet werden und Täter wirkliche Konsequenzen erfahren. Dieser „nötige Kulturwandel“ gehe teils nur schleppend voran, sagte Christine Raupp, die Vorsitzende der UAK. Quelle: fr.de


28.8.2026 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission des Bistums Limburg legt ihren Jahresbericht für die Zeit vom 1. Februar 2025 bis 30. April 2026 vor.


27.8.2026 Unter dem Titel „Scheinheilig. Spiritueller Missbrauch – Herausforderung für die Kirche im Umgang mit Macht“ fand ein Fachgespräch verschiedener Landeskirchen, Professionen und Konfessionen statt. Eingeladen hatte die Evangelische Agentur der Landeskirche Hannovers. Es ging um Austausch, Reflexion und Vernetzung. Quelle: Landeskirche Hannovers


27.8.2026 Die argentinische Betroffenengruppe von Missbrauchsopfern katholischer Kleriker, Red de Sobrevivientes de Abusos Eclesiástikos, beabsichtigt nicht, den Papst während seines Besuchs in Argentinien zu treffen. Sie wirft dem Vatikan vor, sich nicht an dem Null-Toleranz-Versprechen von Papst Franziskus zu halten. Das Netzwerk hat Ende 2025 eine Beschwerde bei der Päpstlichen Kinderschutzkommission eingereicht und Namen mutmaßlicher katholischer Missbrauchstäter genannt, jedoch keine Antwort erhalten. Es nehme daher an, „dass kein wirkliches Interesse daran besteht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“. Quelle: Kirche und Leben


23.8.2026 Während des Besuchs von Papst Leo XIV. im französischen Wallfahrtsort Lourdes werden alle Mosaiken des mutmaßlichen Missbrauchstäters Marko Rupnik an der Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz verhüllt. Der zuständige Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, teilte mit, dass die Entscheidung endgültig sei und die Verhüllung der Mosaiken auch nach dem Papstbesuch aufrecht erhalten werde. Quelle: katholisch.de

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