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Aus der Presse

Beide Großkirchen, aber auch Freikirchen, sind mit der Erfahrung konfrontiert, dass auch durch ihre Kleriker, Pastor*innen und Mitarbeiter*innen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und Erwachsenen geschieht. Soweit die Gewalttaten presseöffentlich werden, sind sie hier dokumentiert. Bernhard Fischer, der ein umfangreiches Archiv zu Missbrauch in den Kirchen führt, herzlichen Dank für so viele Hinweise!

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.

Meldungen der Woche

Hinweis auf Online-Austauschgruppe am Samstag, 8. Juni, 10-11:30 Uhr  (Flyer)



24.5.2024 Dem Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda, werfen Betroffene vor, den Priester Adrian G. trotz Missbrauchsbeschuldigungen weiter mit Kindern arbeiten zu lassen. Wojda versicherte, das Verfahren korrekt durchzuführen und betonte, er setze sich für eine Aufklärung aller Vorwürfe ein und erkenne „die Notwendigkeit an, den Geschädigten zu helfen.“ Quelle: katholisch.de


24.5.2024 Die katholischen Bischöfe Italiens wollen einen wissenschaftlichen Kongress über sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft veranstalten. Als „prophetische Stimme“ wollen sie sichere Räume für Minderjährige und gefährdete Personen fördern, seien „dem Schmerz der Missbrauchsopfer nahe“ und „bereit zum Zuhören, zum Dialog und zur Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit“. Quelle: vaticannews


24.5.2024 Die Schweizer katholischen Bischöfe wollen am 27.5. über die Maßnahmen informieren, die sie seit September 2023 ergriffen haben. Vreni Peterer, Präsidentin der Interessengemeinschaft für Missbrauchs betroffene Menschen im kirchlichen Umfeld (IG MikU) erhofft sich eine Information, bis wann die unabhängige Anlaufstelle realisiert sein wird. „Solange Betroffene nach wie vor erleben müssen, dass ihre Peiniger weiterhin oder wieder in der Kirche wirken dürfen, bleibt die Kirche unglaubwürdig“, sagt Peterer. Quelle: kath.ch


24.5.2024 Im Bistum Hildesheim beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie eine Erinnerungskultur an Missbrauchstaten aussehen könnte. Vorgeschlagen werden Kick-off-Veranstaltungen, Mahnmale und Ausstellungen. Im Blick auf Gemeinden, die sich dem Thema (und damit den Betroffenen) verweigern, sagt der Hildesheimer Präventionsbeauftragte, Gedenken könne nicht verordnet werden. Es müsse als Impuls aus der Gemeinde kommen. Wenn es diesen Impuls nicht gebe, könne man versuchen zu überzeugen und zu motivieren. Man müsse jedoch auch zur Kenntnis nehmen, dass es Gemeinden gibt, die das Gedenken verweigern. Quelle: katholisch.de


23.5.2024 Das internationale Netzwerk Ending Clergy Abuse wirft mehreren italienischen Kardinälen vor, Missbrauchstäter weiterhin nicht konsequent genug zu verfolgen. Matthias Katsch sagt, es gebe zwar schärfere Kirchengesetze, sie würden jedoch nur unvollständig umgesetzt. Quelle: kathpress.at


23.5.2024 Ein Betroffener hat Klage gegen das Bistum Hildesheim beim Landgericht Hildesheim eingereicht. Der Kläger will Schmerzensgeld von mindestens 400.000 Euro erstreiten. Außerdem fordert er, dass das Bistum alle künftigen materiellen Schäden – Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall, Rentenverringerungen – ersetzen soll. Quellen: Zeit   NDR


23.5.2024 Ein Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier, das von seinem Heimatpfarrer und Religionslehrer jahrelang vergewaltigt wurde, klagt gegen das Bistum und will eine angemessene Entschädigung. Quellen: tagesschau   swr


22.5.2024 Die Verabschiedung des Missbrauchsgesetzes wurde auf den 5. Juni 2024 verschoben. Quelle: taz


22.5.2024 Die Evang.-Luth. Kirche in Bayern und die Diakonie Bayern laden alle Menschen, die im Kontext der Evang.-Luth. Kirche oder der Diakonie in Bayern sexualisierte Gewalt erfahren haben, zu einem Forum für Betroffene am 6. Juni 2024 von 11-15.00 Uhr in Nürnberg ein. Anmeldung bis 3.6. Quelle: aktiv-gegen-missbrauch-elkb


21.5.2024 Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der EKD und Leiterin der Fachstelle sexualisierte Gewalt in der Bremischen Evangelischen Kirche, hält es für unabdingbar, dass die Betroffenen von Anfang an an der weiteren Aufarbeitung von Missbrauch in der Evangelischen Kirche beteiligt sind – eine Institution könne sich nicht selbst aufklären. Quelle: sonntagsblatt


21.5.2024 Die Nordkirche bietet ein E-Learning-Programm zur Prävention sexualisierter Gewalt an. Es richtet sich auch an Gemeinderatsmitglieder, Mitarbeitende kirchlicher Einrichtungen und an Ehrenamtler. Der zeitliche Umfang beträgt maximal zwei Zeitstunden. *Quellen: evangelisch.de    kirche-gegen-sexualisierte-gewalt


21.5.2024 Im Erzbistum Bamberg führt die Universität Greifswald und die Psychologische Hochschule Berlin das Forschungsprojekt „Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Bamberg“ durch. Es soll Ende 2026 abgeschlossen sein. Quelle: Erzbistum Bamberg


21.5.2024 Der pensionierte Richter Andre Denis hat in seiner Untersuchung den Kardinal von Quebec, Gerald Cyprien Lacroix von Missbrauchsvorwürfen entlastet. Er habe kein Fehlverhalten des Kardinals gefunden. Quelle: katholisch.de 


20.5.2024 Dem Erzbischof Tadeusz Wojda, Danzig, Vorsitzender der katholischen Polnischen Bischofskonferenz, werfen 46 Missbrauchsopfer vor, 2021 nachlässig mit Beschwerden zweier junger Frauen, die ein Priester sexuell missbraucht haben soll, umgegangen zu sein. Sie fordern seine Suspendierung vom Vorsitz und ein Treffen der Bischofskonferenz mit einer Delegation Betroffener. Außerdem fordern sie die baldigen Beginn der Arbeit einer unabhängigen Kommission. Anfang 2023 hatte die Bischofskonferenz eine Kommission angekündigt – bislang gibt es aber weder berufene Mitglieder noch einen Zeitplan. Das Erzbistum wies die Vorwürfe zurück. Polens Bischöfe hatten Wojda im März 2024 gewählt, obwohl die Zeitschrift Tygodnik Powszechny ihm bereits 2022 Fehlverhalten in zwei Missbrauchsfällen vorwarf. Quelle: katholisch.de


20.5.2024 Die polnische Bischofskonferenz hat Missbrauchsfälle beim kirchlichen Statistikinstitut und dem Kinderschutzzentrum abgefragt. Die Auswertung von Akten, die zwischen Januar 1990 und Juni 2018 angelegt wurden, ergaben: 284 Priester und 98 Ordensmänner sollen 625 Minderjährige missbraucht haben. 345 seien unter 15 Jahre alt gewesen, 58,4 Prozent der Opfer sindMännlich, 41,6 Prozent weiblich. Quelle: Domradio


20.5.2024 Das Erzbistum Köln hat einen Pfarrer aus dem Großraum Langenfeld-Monheim von seinen Aufgaben freigestellt wegen „mutmaßlicher Verfehlungen im Rahmen seiner Amtsausübung“. Genauere Angaben machte das Erzbistum wegen des laufenden Verfahrens nicht. Quelle: Zeit


19.5.2024 Frohe Pfingsten allen, die hier vorbeischauen. Pfingsten, ein riskantes Fest. Es könnte lohnen, Ez/Hesekiel 37,1-14 zu lesen.


18.5.2024 Pfarrer Matthias Eggers kritisiert das Bistum Hildesheim und sagt, Missbrauch werde nicht konsequent aufgearbeitet. Es gebe lediglich „eine verbale Fassade“. Eggers begleitet Betroffene und will einen Blog einrichten, um kritisch über das Thema Missbrauch und den kirchlichen Umgang damit zu schreiben. Das Bistum weist die Vorwürfe entschieden zurück. Quelle: Tagesschau


18.5.2024 Nach der Veröffentlichung der Priesterstudie der Bischofskonferenz sieht Matthias Katsch, Eckiger Tisch, darin die Befürchtung, dass Kirche weiterhin im Blick auf Missbrauch ein gefährlicher Ort bleibt. Quelle: Domradio


17.5.2024 In St. Ottilien, einer Benediktiner-Abtei, haben sich 25 Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch gemeldet. In sieben Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet. Bei zwei Fällen gab es Ermittlungen der Polizei. Sie wurden ohne Ergebnis eingestellt. Ein Betroffener berichtet, wie der Orden und der verstorbene Abt Notker Wolf mit ihm umgingen. Quelle: merkur.de


17.5.2024 Im Gebiet der rheinischen Kirche gingen zwischen 2021 und Ende 2023 insgesamt 76 Meldungen zu Fällen von sexualisierter Gewalt eingegangen. In 18 Fällen seien die Beschuldigten Theologen – 16 Pfarrer, ein Pastor im Sonderdienst und ein Vikar. Knapp 30 Mal seien außerdem schon finanzielle Leistungen für Opfer bewilligt worden. Quelle: radio901


16.5.2024 Hans Zollner sieht, dass in den allermeisten Ländern sexuelle Gewalt „bis heute kein die Öffentlichkeit wirklich bewegendes Thema“ ist. Auch in Ländern wie Deutschland werde die Begegnung von Verantwortlichen oder Provinziälen, aber auch von einfachen Pfarrangehörigen mit Betroffenen vermieden, weil sie beunruhigend und unangenehm sei. Betroffene fühlten sich meist nicht willkommen, sagte Zollner. Ein Problem sieht er auch darin, dass Normen und Gesetze zu Aufarbeitung und Prävention von den Verantwortlichen nicht umgesetzt würden. Die Worte des Bedauerns von Kirchenverantwortlichen kämen nicht “ aus tiefer persönlicher Überzeugung“ und ihnen folgten keine entsprechenden persönlichen Konsequenzen – sie klängen hohl, wenn die Anliegen Betroffener nicht umgesetzt werden und keine systemischen Konsequenzen gezogen werden. Zollner spricht von einem „Mehltau an Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit und mangelnden Ideen“, der sich über weite Teile der Kirche gelegt habe. Dies sei ein Symptom für die Schuld und Scham und verhindere zu sehen, dass die Weitergabe der Substanz des Glaubens auf dem Spiel stehe.  Quelle: feinschwarz.net


15.4.2024 Unter den vom Bistum Aachen veröffentlichten Namen von Missbrauchstätern oder mutmaßlichen Missbrauchstätern befindet sich auch der Name des 1991 gestorbenen Priesters Leonhard M., dem sexueller Missbrauch an minderjährigen Mädchen in mehreren Fällen vorgeworfen wird. Von 1978 bis 1988 war er auch für Missio Aachen tätig. Nun überprüft Missio Achen, ob bereits in diesem Zeitraum Missbrauchsvorwürfe bekannt waren und wie damit umgegangen wurde. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Im Bistum Mecheln-Brüssel wurden in der Aufstellung für die Wahl zum Priesterrat die Namen veröffentlicht, unter ihnen drei Missbrauchstäter. Einer von ihnen stand vor Gericht, für die beiden anderen wurden V ergleiche geschlossen. Die letzte Einigung sei erst wenige Wochen her. Der sich schon lange für katholische Missbrauchsbetroffene einsetzende Priester Rik devillé machte den Vorgang öffentlich. Erzbischof Luc Terlinden, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und damit Primas der belgischen katholischen Kirche, will den Vorgang gründlich untersuchen lassen. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Bislang hat das Auswärtige Amt nicht auf die Bitte um Auskunft oder Unterstützung der Sonderermittler im Fall Dillinger reagiert. Nun will das AA doch mithelfen, mögliche weitere Taten Dillingers in Aufrika aufzudecken. Quelle: katholisch.de


15.5.2024 Kerstin Claus beleuchtet im Interview den Stand der Aufarbeitung und bestätigt, dass wir erst dann weiterkommen, „wenn tatsächlich eine Rückkopplung auf die gemeindliche Ebene stattfindet. Quelle: katholisch.de


14.5.2024 Nach dem Missbrauch gibt es kein Zurück ins alte Leben, sondern nur die Suche nach Lebendigkeit, sagt die französische Therapeutin und Fürsprecherin für Missbrauchsüberlebende Isabelle Chartier-Siben. Über den Prozess der Heilung, die Besonderheit kirchlichen Missbrauchs und die Notwendigkeit von Professionalität bei der Begleitung von Betroffenen spricht sie im Interview mit Radio Vatikan. Quelle: vaticannews


14.5.2024 Der Betroffenenbeirat Ost hat will eine Studie, die zu einem gelingenden Umgang mit den Folgen von Missbrauch forscht. Die Aufarbeitungskommission hat das Konzept im Januar 2024 beschlossen, eine Entscheidung der Bischöfe steht aus. Quelle: katholisch.de


14.5.2024 Bislang blieb die „große Empörung über die Taten in der evangelischen Kirche“ nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie aus. Auch die Resonanz an der Kirchenbasis sei mäßig, beobachten Annette Zoch, Thomas Großbölting, Detlef Zander und andere. Eine Sondersynode der EKD findet nicht statt. Statt der Sondersynode gab es im März eine Online-Veranstaltung zur ForuM-Studie – das Interesse sei „überschaubar“ gewesen, berichten Teilnehmende. Detlef Zander berichtet, dass es sich vor der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Ende April habe anhören müssen, was das Thema schon wieder solle. Quelle: Süddeutsche


14.5.2024 Die Bewerbungsfrist für den Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln wurde von Ende März bis zum 31. Mai verlängert. Quelle: neuesruhrwort


14.5.2024 Die Opferorganisation Sapec ist enttäuscht, dass der Walliser Chorherr Gilles Roduit mit einem Hungerstreik erreicht, was er wollte: Er darf wieder Pfarrer von Saint-Maurice sein. Dabei seien die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn nicht geklärt, findet die Sapec. Quelle: kath.ch


13.5.2024 Den dunklen Seiten der Arbeit von Populist*innen im charismatischen Spektrum geht Thomas Halagan mit einem Blick auf das „Gebetshaus Augsburg“ von Johannes Hartl nach. Quelle: feinschwarz.net


13.5.2024 An der Aufarbeitung von Missbrauch besteht ein überragendes kirchliches Interesse. Die Datenschutzrechte von Beschuldigten müssen dabei zurücktreten – das hat das Interdiözesane Datenschutzgericht nun festgestellt. Quelle: katholisch.de


13.5.2024 Drei Missbrauchsbetroffene fordern vom Bistum Aachen Schmerzensgeld. Das Bistum hat Verjährung geltend gemacht und ein gerichtliches Mediationsverfahren angestrebt, dem das Gericht zustimmen muss. Das Gericht hält ein Mediationsverfahren nicht für zielführend und empfiehlt den Parteien jeweils einen Vergleich. Quelle: Kirche und Leben


13.5.2024 Die Rheinische, Westfälische und Lippische Landeskirche und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe laden zur Teilnahme an Foren für Betroffene von sexualisierter Gewalt ein. Das erste Betroffenenforum findet am 21. Juni in Dortmund statt. Die Teilnehmenden sollen über den Aufbau der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission West (URAK West) informiert werden. Geplant ist, dass spätestens im März 20254 alle neun Kommissionen arbeitsfähig sein sollen. Quellen: evangelisch.de    presse.ekir

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Missbrauch in Bistümern und Orden

Missbrauch in geist­lichen Gemein­schaften

Missbrauch durch Bischöfe

Vertuschung durch Kirchen­verant­wortliche

Missbrauch Evangelische Kirche