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Aus der Presse

Beide Großkirchen, aber auch Freikirchen, sind mit der Erfahrung konfrontiert, dass auch durch ihre Kleriker, Pastor*innen und Mitarbeiter*innen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und Erwachsenen geschieht. Soweit die Gewalttaten presseöffentlich werden, sind sie hier dokumentiert. Bernhard Fischer, der ein umfangreiches Archiv zu Missbrauch in den Kirchen führt, herzlichen Dank für so viele Hinweise!

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne Ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.

Meldungen der Woche

19.10.2026 Die Kirchenhistorikerin Regina Heyder hält weitere Forschungen  im Fall des Schönstatt Gründers Josef Kentenich für notwendig. Das Seligsprechungsverfahren für Kentenich wurde 2022 vom Trierer Bischof Ackermann ausgesetzt, weil dem Gründer von Schönstatt geistlicher Missbrauch und sexualisierte Gewalt vorgeworfen wird. Darüber hinaus habe der Umgang mit historischen Vorwürfen für die Kirche heute eine große Bedeutung, denn wie mit Anschuldigungen gegen eine historische, verehrte Figur umgegangen werde, entscheide auch darüber, was heute ansprechbar ist und wem heute zugehört wird. Quelle: katholisch.de


18.10.2026 Die Historikerin Axelle Brodiez-Dolino hat in einer Monografie das Ausmaß der sexuellen Verfehlungen des Priesters Abbé Pierre (1912-2007, bürgerlicher Name Henri Grouès) untermauert. Der Kirchenleitung bescheinigt sie anhaltendes Versagen in dem Wunsch, die Skandale unter den Teppich zu kehren und Schaden von der Kirche fernzuhalten. Die Archivstudie der Historikerin trägt den Titel „Jài un très grand secret à vous dire„. Eine unabhängige Studie (Cevap) soll 2027 ihre Schlussfolgerungen vorlegen. Quelle: katholisch.de


17.10.2026 Kardinal Marx, Generalvikar Klingan und die Amtschefin des Erzbistums München und Freising haben zum fünften Mal Missbrauchsbetroffene und ihre Angehörigen aus dem Bereich des Erzbistums getroffen. Kardinal Marx wies darauf hin, dass der Weg gut sei, aber noch nicht zu Ende und dass es solche Begegnungen brauche. Er erinnerte auch an seine Stiftung „Spes et Salus“, die ebenfalls dem Ziel des Austausches und der Unterstützung Betroffener dient. Das geistliche Angebot des Erzbistums werde fortgesetzt. Richard Kick, Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum München dankte dem Kardinal und seinem Führungsteam für die Zusammenarbeit, die bis heute in vielen Diözesen nicht selbstverständlich sei. Quelle: Domradio


15.10.2026 Die Schönstatt-Bewegung ruft Menschen aus dem Umfeld des Ordensgründers Josef Kentenich auf, ihr Wissen der historischen Forschung zur Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Pater Kentenich zur Verfügung zu stellen. Quellen: Kirche und Leben   schoenstatt.de


15.10.2026 Der polnische Bischof Andrzej Jez, Bistum Tarnów  soll die Behörden nicht unverzüglich über glaubhafte Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs gegen zwei Priester seines Bistums informiert haben. Die Staatsanwaltschaft forderte nun vor dem Bezirksgericht Tarnów eine Bewährungs- und Geldstrafe für den Bischof . Die Verteidiger plädieren für Freispruch. In einem Fall wurde der Priester aus dem Klerikerstand entlassen – er soll 77 Kinder sexuell missbraucht haben. Weil die Fälle verjährt waren, gab es keinen Strafprozess. Im zweiten Fall wurde der Priester von der Kirche sanktioniert. Quelle: Kirche und Leben


15.10.2026 Das Oberlandesgericht Köln kündigte an, im Fall eines Missbrauchsopfers das Erzbistum Köln zu einem Schmerzensgeld zwischen 500.000 und 600.000 Euro verurteilen zu wollen. In erster Instanz hatte das Landgericht Köln die Klage auf 830.000 Euro komplett abgewiesen. Unstrittig ist, dass die Frau in den 70er- und 80er Jahren als Pflegetochter eines katholischen Priesters sexuell missbraucht wurde. Der Priester wurde 2022 zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Landgericht Köln hatte entschieden, das Erzbistum sei nicht haftbar zu machen, weil der Priester „mehr oder weniger als Privatperson“ gehandelt habe. Quelle: Spiegel


13.10.2026 Das Zentralkomitee der deutschen Katholik*innen (ZdK) fordert die Kirchen auf, Missbrauchsbetroffenen die Aufarbeitung zu ermöglichen und trotz Datenschutz Lösungen zu finden. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des ZdK, plädierte auch dafür, im Strafgesetzbuch den Paragrafen, der sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses regelt, um Missbrauch in einem seelsorglichen Kontext zu erweitern. Quelle: katholisch.de 


13.10.2026 Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), hat heute den ersten Bericht ihres Amtes an die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner übergeben. Sie weist darauf hin, dass das Risiko für Kinder und Jugendliche noch nie so hoch wie heute war, sexuelle Gewalt zu erleben. Das liege vor allem am digitalen Raum. Claus fordert, dass das Strafrecht auch Jugendliche über 14 Jahre vor Cybergrooming schützen müsse. Die Vorsitzende der Aufarbeitungskommission, Julia Gebrande, plädierte in einem eigenen Bericht für ein Recht auf Aufarbeitung, das im Gesetz verankert werden müsse, ebenso wie das Recht auf Akteneinsicht.  2025 wurden der Polizei 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs gemeldet, 772 mehr als im Vorjahr und rund 1.600 mehr als vor fünf Jahren. Quelle: Kirche und Leben   beauftragte-missbrauch


12.10.2026 Andreas P., der als Ministrant von dem aus dem Bistum Essen kommenden und im Erzbistum München in Garching an der Alz eingesetzten Priester Peter H. sexuell missbraucht wurde, hat sich mit dem Erzbistum München und Freising auf ein Schmerzensgeld geeinigt. Das gab das Landgericht Traunstein bekannt. Andreas P. hatte ursprünglich auch u.a. Joseph Ratzinger, den ehemaligen Papst Benedikt XVI. verklagt, weil er als damaliger Erzbischof von München der Versetzung des Priesters zugestimmt hatte. Dieses Verfahren wurde nach dem Tod von Ratzinger abgetrennt, weil ein Rechtsnachfolger bisher nicht bestimmt werden konnte. Ratzinger hatte bestritten, von den Missbrauchsvorwürfen gegen Peter H. gewusst zu haben. Das Münchner Missbrauchsgutachten jedoch stellte fest, dass Ratzinger laut Aktenlage die Ordinariatssitzung leitete, in der die Entscheidung fiel, Peter H. nach einem Missbrauchsfall im Bistum Essen ins Erzbistum München zu versetzen und der Versetzung zugestimmt hatte. Quellen: BR   Süddeutsche


10.10.2026 Die Theologin, Religionswissenschaftlerin und Germanistin Prof.in Hildegund Keul berichtet von der Würzburger Tagung „Vulnerabilität und Vulneranz“. Während dieser Tagung wurde in der Presse  eine Äußerung von Papst Leo bekannt, dass sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem sei und nur „bestimmte Organisationen“ als System missbräuchlich gehandelt haben. Bereits 2024 erschien das Buch der Kirchenhistorikerin Agnès Desmazière: Sans loi ni foi. Dort berichtet die Historikerin, dass bereits im Vorfeld des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) erwogen wurde, kirchliche Strafen für sexuellen Missbrauch zu verschärfen. Spätestens seit den 1960er Jahren war also das Ausmaß der Pädokriminalität unter katholischen Priestern den kirchlichen Behörden bekannt, schreibt Desmazière. In den Archiven des Vatikans entdeckte sie nicht nur das Ausmaß der Verbrechen an Kindern, sondern auch an Frauen (Ordensfrauen, Witwen, Hausangestellten, Katechetinnen, Beichtenden). Bekannt war auch, dass die weltweit verbreiteten Taten häufig im Kontext des Beichtsakramentes geschahen. In Rom fand im Mai 1962 die letzte Sitzung der Zentralen Vorbereitungskommission vor Beginn des Konzils statt. Etwa einhundert Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt waren anwesend. Sie lehnten ab, das Thema im bevorstehenden Konzil zu behandeln. Ihr Hauptargument war die Befürchtung, dass mit der Behandlung des Themas auf dem Konzil und mit einer entsprechenden Gesetzgebung (die nach dem Konzil beraten würde) das Ausmaß sexueller Übergriffe durch Priester offengelegt und in der Öffentlichkeit ein Skandal hervorgerufen würde. Dass sexueller Missbrauch gegen Frauen und Kinder (Männer als Opfer waren noch nicht im Blick) auch ein pastorales, nicht nur ein juristisches Problem darstellt, wurde verdrängt. Die Diskussionen waren „sub secreto“. Hildegunde Keul konstatiert, dass nicht nur – wie Papst Leo sagte – vereinzelte Organisationen Missbrauch durch Vertuschung ermöglichten, schützten und förderten, sondern die Vertuschung „im Herzen des katholischen Systems“ geschieht. Quelle: katholisch.de


10.10.2026 In Primasens, Bistum Speyer findet am 18. November um 17 Uhr an der Schlosstreppe anlässlich des Gedenktags für Betroffene sexualisierter Gewalt eine Veranstaltung statt. Neben Wortbeiträgen und Statements von Mitgliedern des Betroffenenbeirats und des Netzwerks Prävention wird in einem Video das Lied „Der Vorhang zerreißt“ der Band Ruhama – gesungen von Chören, Gremien, Einzelpersonen im Bistum Speyer – präsentiert. Laut „Correctiv“ ist es das erste Kirchenlied, das sexuellen Missbrauch thematisiert. Quelle: katholisch.de


9.10.2026 Das Erzbistum Freiburg unterstützt die Vor-Ort-Aufarbeitung von Missbrauchsfällen unter Einbeziehung der Kirchengemeinden im ehemaligen Kirchspiel Vimbuch und Weitenung. Geplant sind drei Veranstaltungen im November und Dezember 2026. Quellen: ebfr  missbrauchvimbuch


9.10.2026 Nancy Janz, Leiterin der Fachstelle Sexualisierte Gewalt der Bremischen Evangelischen Kirche und Matthias Schwarz, Pfarrer i.R. und Beauftragter für die Unterstützung Betroffener bei der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau lesen am Donnerstag, 22. Oktober, um 19 Uhr in der Essener Marktkirche, Markt 2/Porschekanzel, aus dem Buch Entstellter Himmel. Quelle: lokalklick.eu


8.10.2026 Hinweis: Barbara Haslbeck: Wenn der Glaube lähmt. Wer sich auf die Suche nach Gott macht, öffnet die Seele und macht sich verletzlich. Erfahrungen anderer helfen, schwierige Dynamiken in der geistlichen Begleitung zu erkennen. Mit beeindruckenden Bildern von Kati Rickenbach. in: Forum. Magazin der katholischen Kirche im Kanton Zürich, November 2026, Ausgabe 10


8.10.2026 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert das System der freiwilligen Anerkennungszahlungen. Es fehle bei den Anerkennungszahlungen an Begründungen für die Höhe der Zahlungen. Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz teilte mit, dass sich Betroffene mit Fragen zur Höhe der Leistungen an die sie begleitenden Ansprechpersonen wenden können. Eine detaillierte Begründung jeder Entscheidung würde die Verfahrensdauer verlängern. *Quellen: betroffenenbeirat-dbk   katholisch.de


8.10.2026 Die Theologin Judith Könemann, die gemeinsam mit dem Historiker Bernhard Frings spirituellen Missbrauch in der „Christusgemeinschaft“ und bei „Totus Tuus Neuevangelisation“ untersucht hat, weist darauf hin, dass jede Gemeinschaft für Missbrauch anfällig ist und es mehr Begleitung kirchlicher Gemeinschaften brauche und und kritische Reflexion aller Akteure nötig sei. Quelle: katholisch.de


8.10.2026 In Kroatien stieg ein Missbrauchsverdächtiger innerhalb der katholischen Kirche auf und soll zeitweise als Kandidat für das Bischofsamt gehandelt worden sein. Dem Priester wird der sexuelle Missbrauch eines 16-jährigen Seminaristen vorgeworfen. Der Vatikan stuft die Vorwürfe als glaubwürdig ein. Der Vorsitzende der Kroatischen Bischofskonferenz soll im Juni 2022 über die Missbrauchsvorwürfe informiert worden sein, dennoch verlängerte die Bischofskonferenz Anfang 2023 das Mandat des Beschuldigten in der Kommission für katholische Schulen. Der Wiener Kardinal Schönborn warnte bereits 2018 die vatikanische Kongregation für die Bischöfe vor einer Ernennung des Priesters zum Bischof. Der Bischof von  Požega, Ivo Martinović, ernannte den Priester zum Pfarrer, obwohl bereits Untersuchungen im Vatikan liefen. Erst als der Fall Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte, wurde er von seinem Amt entbunden. Quellen: katholisch.de   dnevnik.hr


8.10.2026 Der 4. Zwischenbericht der Universität Trier über sexuellen Missbrauch im Bistum Trier wurde veröffentlicht. Er umfasst die Amtszeiten der Bischöfe Bornewasser (bis 1951) und Wehr (1951-1966) in den Jahren 1946 bis 1966. Die Forscher*innen ermittelten in diesem Zeitraum 335 Betroffene und 123 Beschuldigte. Auffallend ist, dass von 1946 bis 1951 etwa 50 Prozent der Betroffenen Mädchen waren. Die Autor*innen der Studie erklären sich diesen Befund mit sexueller Verrohung in den ersten Nachkriegsjahren. Sie berichten, dass jeder fünfte der zwischen 1946 und 1949 geweihten Priester zum Beschuldigten bzw. Täter sexuellen Missbrauchs wurde. Damit ist im Bistum Trier von 782 Betroffenen und 252 Beschuldigten im Zeitraum von 1946 bis 2021 auszugehen. Quellen: Zwischenbericht   katholisch.de   Tagesschau   stern


8.10.2026 Judith Dubiski hat eine Studie über Gewalt am Jungeninternat in Traunstein, dem Studienseminar Sankt Michael, gemacht, die Gewaltvorwürfe zwischen 1960 und 1990 untersuchte. Sie schreibt, dass es im gesamten Untersuchungszeitraum zu verschiedenen Formen von Gewalt kam. Betroffene berichten von psychischer und körperlicher Gewalt, von geistlichem Missbrauch – meist durch Direktoren – und in drei Fällen von sexualisierter Gewalt durch Erwachsene und in einem Fall von sexualisierter psychischer und spiritueller Gewalt. Quelle: katholisch.de


7.10.2026 Christopher Saunders, ehemaliger australischer Bischof von Broome, wurde wegen einer Vergewaltigung und zwölf Fällen von sexueller Nötigung zwischen 2008 und 2019 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Quelle: DLF


5.10.2026 Die Studie über das Kinderheim Backhausenhof wurde vorgestellt: Uwe Kaminsky: Heimerziehung, Gewalt und Sexualität am Beispiel des Heims Backhausenhof des Stephansstifts


5.10.2026 Mehrere Verantwortliche für die Christusgemeinschaft und für Totus Tuus nehmen Stellung zur Studie über geistlichen Missbrauch Macht durch Charisma: Dr. Beate Gilles, Generalsekretärin der DBK, Dr. Heiner Wilmer, Münster, Dr. Dominicus Meier, Osnabrück und Sr. Maria Cordis Reiker, Generaloberin der Franziskanerinnen vom heiligen Martyrer Georg zu Thuine.


1.10.2026 Seit etwa 1950 wurden in den US-Diözesen Fall River, Springfield und Worcester knapp 1.000 Kinder durch 270 katholische Geistliche sexuell missbraucht. Die staatliche Untersuchung bemängelte die Umsetzung der Maßnahmen im Bundesstaat Massachusetts auch nach der Einführung von Richtlinien im Jahr 2002. Auch im Bundesstaat Pennsylvania missbrauchen über 300 katholische Priester 1.000 Kinder. Quelle: katholisch.de


30.9.2026 Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat nach Verzögerungen die Umsetzung der Anerkennungsleistungen für Betroffene sexualisierter Gewalt auf den Weg gebracht – die entsprechenden Ausführungsbestimmungen wurden nun verabschiedet. Quelle: evangelisch.de


29.9.2026 Papst Leo XIV. sagte, dass es zwar einige Organisationen innerhalb der Kirche gebe, die „zuweilen – wenn man so will“ als System missbräuchlich gehandelt hätten, aber er halte es für wichtig zu unterschieden: „Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein menschliches Problem.“ Über das systematische weltweite Vertuschen kirchlicher Missbrauchsfälle sagte er nichts. Quelle: derstandard.de  s. auch Kommentar von Annette Zoch, 5.10.2026


29.9.2026 Der Verein Eckiger Tisch eröffnet am 14.10.2026 eine Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im katholisch-kirchlichen Kontext in Essen. Dort können Betroffene eine persönliche Erstberatung vor Ort erhalten. Onlineberatung und telefonische Beratung bietet der Verein weiterhin an. Quelle: Domradio


29.9.2026 Der 2023 verstorbene Gründer des Ordens „Instituto del Verbo Encarnado“, Carlos Miguel Buela (1941-2023) wurde nun von zwei kirchlichen Sondergerichten posthum mehrerer Vergewaltigungen Erwachsener schuldig gesprochen. Da der Beschuldigte verstorben ist, wurden keine Strafen verhängt. Quelle: katholisch.de


28.9.2026 Papst Leo XIV. sagte anlässlich eines Treffens mit Missbrauchsbetroffenen in Lourdes, er hoffe mitwirken zu können, dass die Gemeinschaft der Gläubigen ein Ort sein könne, wo Männer und Frauen jeden Alters Trost und Heilung finden können. Quelle: katholisch.de


28.9.2026 Weil die Einzelergebnisse der regionalen Aufarbeitungsstudien der katholischen Kirche in Deutschland nicht vergleichbar sind, fordert der Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, einen Gesamtüberblick, aus dem Schlussfolgerungen gezogen werden könnten. Simeon  Breuer, Eckiger Tisch, berichtet von einer Umfrage unter 250 Betroffenen – die große Mehrheit der Betroffenen fühle sich nicht ernst genommen und nicht angemessen entschädigt. Quelle: katholisch.de


25.9.2026 Erstmals ist der Aufarbeitungsprozess eines Ordens Gegenstand einer Untersuchung. Betroffene sexualisierter Gewalt und die Ordensleitung der Redemptoristen hatten die Studie gemeinsam beschlossen. Derzeit geht man von mindestens 90 Betroffenen, darunter mehrheitlich Schüler, und mindestens 29 Tätern zwischen 1950 und 2011 aus. Peter Caspari | Helga Dill | Gerhard Hackenschmied | Heiner Keupp | Florian Straus: Wissenschaftliche Analyse der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Region der ehemaligen Kölner Provinz des Redemptoristenordens, heute Teil der Provinz St. Clemens. Quellen: evangelisch.de   Domradio


25.9.2026 Der Aufarbeitungsbericht „Sexualisierte, körperliche und psychische Gewalt im ehemaligen Kinderdorf ‚Maria in der Drucht‘“ ist heute veröffentlicht worden. In dem Duisburger Kinderheim der Caritas „Maria in der Drucht“ haben zahlreiche Kinder in den 1940er bis 1980er Jahren Schläge, psychische Misshandlung und sexuellen Missbrauch erdulden müssen. Mindestens 38 Betroffene hätten Missbrauch erlitten, 32 Personen seien als Beschuldigte festgestellt worden – Priester, Nonnen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heims, hieß es bei der Vorstellung wissenschaftlicher Studien zur Aufarbeitung des Missbrauchs in Duisburg. Quellen: Borkener Zeitung    www1.wdr   Bistum Essen


25.9.2026 Die Studie zu Geistlichem Missbrauch bei Totus Tuus und in der Christusgemeinschaft wurde heute vorgestellt: Könemann, Judith; Frings, Bernhard: Macht durch Charisma, Aschendorff Verlag, 2026, auch im Open Access, DOI-Nummer 10.17438/25270

Presseberichte: evangelisch.de: Die Kirche hat Opfer geistlichen Missbrauchs nicht geschützt – Annette Zoch, Süddeutsche: Wenn Glaube zum Mittel der Macht wird –  Uni Münster – Die Bistümer ließen sich blenden – Zeit – Kommentar von Florian Breitmeier

Missbrauch katholische Kirche

Missbrauch in Bistümern und Orden

Missbrauch in geist­lichen Gemein­schaften

Missbrauch durch Bischöfe

Vertuschung durch Kirchen­verant­wortliche

Missbrauch Evangelische Kirche