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Presse

Sodalitium Christianae Vitae – Peru

German Doig Klinge starb 2001 mit 44 Jahren. Er gründete – zusammen mit anderen – die internationale Bewegung Sodalicio de Vida Christinao, Kameradschaft des christlichen Lebens. Er sollte selig gesprochen werden. Dann kam das Doppelleben Doigs zutage. Zwischen 1980 und 1990 hatte Doig als „Generalvikar“ der Sodalitium-Bewegung bei Besinnungstagen “Nacktmeditationen” veranstaltet und mindestens drei junge Männer sexuell missbraucht. Weitere Sodalicio-Verantwortliche in Peru sind in einen Skandal um Kinderpornografie im Internet verwickelt, wie ein ehemaliger Sodalitium-Oberer berichtet. Der Zeuge dafür ist inzwischen aus der Sodalitium Christianae Vitae ausgestiegen und lebt in Deutschland, “in Furcht vor der Rache der Ordens-Aktivisten”.
Luis Fernando Figari, der  „Sodalicio“-Gründer, ging „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand nach Rom. In dem Buch „Mitad monjes, mitad soldados“ (Zur Hälfte Mönche, zur Hälfte Soldaten)stellen die renommierten Journalisten Pedro Salinas und Paola Ugaz 30 Zeugenaussagen zusammen, die darauf hindeuten, dass auch der Gründer selbst Mitglieder zumindest in einem Fall sexuell missbraucht hat. Figari wurde vom Papst in den Ruhestand geschickt. Ihm wurde ein Leben des Gebets in einem Kloster auferlegt und ein Kontaktverbot mit dem von ihm gegründeten Orden “Sodalitium Christianae Vitae” ausgesprochen.  Ihm wurde von vielen Opfern sexueller und psychischer Missbrauch vorgeworfen. Opfer hatten sich Gerechtigkeit und eine exemplarische Verurteilung erhofft. (Februar 2017)
Opfer sexueller Gewalt in der Laienorganisation „Sodalitium Christianae Vitae“ hatten bereits 2011 im Bistum Lima, Peru, die Verbrechen und Übergriffe gemeldet. Die Ordenskongregation des Vatikans brauchte 6 Jahre, um den Anschuldigungen nachzugehen. (25.2.2017)

13.1.2020 Die peruanische Journalistin Paola Ugaz hat in ihrem Buch „Half Monks, Half Soldiers“ über die Laienvereinigung Sodalitium Christianae Vitae, dessen Gründer Mitglieder der Vereinigung sexuell missbrauchte, geschrieben. Nun wird sie von der Vereinigung SCV und der Vereinigung nahestehenden Gruppen mit Klagen überzogen. Ending Clergy Abuse, ECA, nimmt zugunsten von Ugaz Stellung: „Im Fall des Missbrauchs von Klagen gegen Paola Ugaz ist es klar, dass es nicht darum geht, Gerechtigkeit zu suchen, sondern sie zum Schweigen zu bringen.“ Auch Erzbischof Carlos Castillo, Lima, sagte, dass „anstatt die Wahrheiten in Missbrauchsfällen aufzuklären“, Ugaz‘ Ankläger wollten die Wahrheit verdecken. Unterstützt wird Ugar auch von der Interamerikanischen Pressevereinigung, der Nationalen Vereinigung für Journalisten, dem Institut für Presse und Gesellschaft, dem peruanische Presserat und dem Komitee zum Schutz der Journalisten, dem Nuntius in Peru, Erzbischo Nicola Girasoli.

11.3.2020 Der peruanische Kardinal Pedro Barreto ist der Meinung ist, dass Gemeinschaft „Soldalitium Christianae Vitae (SCV)“ aufgelöst werden sollte. Er weist darauf hin, dass es im kanonischen Recht klare Regeln für den Umgang mit missbrauchenden Geistlichen gebe, jedoch fast nichts für Laien oder Laienbewegungen.

25.7.2023 In Peru haben der maltesische Erzbischof Charles Scicluna und der spanische Geistliche Jordi Bertomeu mit einer neuen Untersuchung der
Missbrauchsvorwürfe gegen die Laienbewegung „Sodalitium Christianae Vitae“ begonnen. Die Gemeinschaft wurde 1997 kirchlich anerkannt. 2015 veröffentlichten Pedro Salinas und Paola Ugaz das Buch „Mitad monjes, mitad soldados“ (Halb Mönche, halb Soldaten). In dem Buch berichten Opfer von psychologischem und sexuellem Missbrauch von 1975 bis 2002. Es gilt als bestätigt, dass mindestens vier Führungspersönlichkeiten der Bewegung, darunter Gründer Luis Fernando Figari, für sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige und Erwachsene verantwortlich sind. Figari hält sich seit Jahren in Rom auf, wo er sich dem Zugriff der peruanischen Justiz entzieht. Missbrauchsbetroffene werfen dem Vatikan vor, ihn gezielt zu schützen. Quellen: Süddeutsche   katholisch.de