2026
Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.
10.7.2026 Sylvia Schraut, Historikerin und Ulrich Wastl, Jurist, sind an Studien zur Missbrauchsaufarbeitung beteiligt. Als Problem bei ihrer
Aufarbeitungsarbeit erklären sie mangelnde Kenntnisse über Täternetzwerke und erhebliche Behinderungen durch „überzogenen Datenschutz“. Sie erwarten, „dass die Netzwerke von pädosexuellen Priestern auch Verbindungen haben zu Kriminellen außerhalb der Kirche.“Schraut und Wastl gehen von vergleichbaren Strukturen aus wie sie in der Drogenszene bestehen. Die Kenntnis von Täternetzwerken und Täterstretegien seien für Prävention wichtig, sagen sie. Quelle: katholisch.de
10.7.2026 In der dritten Aufarbeitungsstudie über Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim gab es Hinweise auf 84 bislang unbekannte mutmaßliche
Täter, so dass von insgesamt mindestens 148 Tatverdächtigen auszugehen ist. Über die bislang bekannten rund 150 Betroffenen hinaus ist also mit
deutlich mehr Betroffenen zu rechnen. Hinzu gerechnet werden muss das Dunkelfeld. Die Studie betrachtet Missbrauchsfälle seit 1945 in Kirchengemeinden, Kinderheimen und kirchlichen Schulen. Der Umgang mit Missbrauchsfällen in der Amtszeit von Bischof Wilmers steht noch aus.
Derzeit wird Wilmer, inzwischen Bistum Münster, vorgeworfen, verzögert auf einen Missbrauchsvorwurf reagiert zu haben, weil die Anzeige anonym
war. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist auf die Leitlinien hin, die auch bei anonymen plausibilisierten Anzeigen eine Klärung vorsehen. – In einer Online-Befragung gaben von rund 700 Teilnehmenden 40 an, selbst betroffen zu sein. 250 berichteten, dass sie von Taten in ihrem Umfeld wissen. Schwerpunktmäßig ist der Zeitraum zwischen 1970 und 1990 und die Zeit seit 2010 (!) betroffen. Quelle: Kirche und Leben 1.wdr
8.7.2026 Die UAK des Bistums Essen hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. 8.7.2026 Mehrere Frauen erheben den Vorwurf gegen Kardinal Cristóbal López Romero, sich in sexueller Hinsicht „unangemessen“ ihnen gegenüber verhalten zu haben. Nun lässt der Erzbischof von Rabat, Marokko, sein Amt ruhen. Quelle: Kirche und Leben
7.7.2026 Das Vaterunser als Trigger – Sensiblere Gottesdienste für Missbrauchsbetroffene. Ein Beitrag von Andreas Roth, u.a. mit Annette
Buschmann. Quelle: DLF
6.7.2026 Bislang wurde keine Entscheidung getroffen über eine Weiterführung des Fonds für Missbrauchsbetroffene. Derzeit werde das
Konzept für eine Nachfolgelösung für den Fonds sexueller Missbrauch innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Die Bundesfamilienministerin
Karin Prien, CDU, stellte Ende 2025 eine rechtssichere Lösung in Aussicht. Voraussichtlich ist erst 2027 damit zu rechnen. Quelle: evangelisch.de
6.7.2026 Philippa Haase, Judith König und Ute Leimgruber setzen sich mit der Vorbildfunktion von Maria Goretti – Märtyrerin der Reinheit“ –
auseinander und schlussfolgern: „Die Erfahrungen von Betroffenen zeigen, dass normative Erzählungen über Mädchen und Frauen, die lieber sterben
würden als sexuelle Gewalt zu erleiden, Schuldgefühle verstärken, Scham vertiefen und den Eindruck erwecken können, man habe versagt, wenn man
Gewalt überlebt hat. Unsere Intervention zielt darauf ab, für die Wirkung von Vergewaltigungsmythen und die komplexe Problematik der
„Märtyrerinnen der Reinheit“ zu sensibilisieren. Wir halten diese Kategorie für nicht länger haltbar – gerade im Angesicht tausender in
der Kirche missbrauchter Frauen und Mädchen.“ Quelle: katholisch.de
3.7.2026 Ein ehemaliger Domspatz hat nach einem verlorenen Schmerzensgeldprozess gegen das Bistum Regensburg Berufung eingelegt.
Nun wird der Fall vor dem Oberlandesgericht Nürnberg neu verhandelt. Quelle: katholisch.de
3.7.2026 Der frühere Bischof von Brügge, Vangheluwe, starb am 1.7.2026 mit 89 Jahren. Die Beisetzung fand im engsten Kreis statt.
Quelle: katholisch.de
30.6.2026 Das Erzbistum Berlin legt seinen Jahresbericht 2025 zu Prävention, Intervention, Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt vor. Von den 14 Fällen, für die das Erzbistum zuständig ist, sind zwei Beschuldigungen vor mehr als zehn Jahren geschehen, zwölf Beschuldigungen sind aktuell. In sieben Fällen handelt es sich um Vorwürfe sexualisierter Gewalt, bei vier Meldungen geht es um Verletzungen des Verhaltenskodexes zur Prävention von sexualisierter Gewalt, in drei Fällen wurde ein Verdacht ausgeräumt. In fünf Fällen betrafen die Vorwürfe Geistliche, in zwei Fällen Mitarbeiter in
Pfarreien, in einem Fall einen Ehrenamtlichen. Quelle: katholisch.de
26.6.2027 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz will Bischof Overbeck, Essen, in der Vatikan-Behörde für die Bischöfe anzeigen, weil Overbeck „seine Amtspflichten in schwerwiegender Weise verletzt“ habe. Sie fordern die Amtsenthebung von Overbeck. Overbeck hatte eine Anzeige gegen Kardinal Franz Hengsbach seit 2011 vorliegen, ohne sie weiterzureichen. Er habe die Bedeutung des Vorgangs damals unterschätzt und sich nicht vorstellen können, dass Hengsbach zu solchen Taten fähig gewesen sei, sagte Overbeck. Quelle: katholisch.de
26.6.2026 Einem Priester der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach, Bistum Trier, wird sexuelle Nötigung einer Frau vorgeworfen, die als Erwachsene
in die katholische Kirche eingetreten war und auf die Erstkommunion vorbereitet werden sollte. Der Beschuldigte wurde beurlaubt, eine
kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ermittelt. Quellen: swr Bistum Trier
Hinweis auf den Film „Devil’s Playground„, der erste Versuche in den 1980er Jahren zeigt, den sexuellen Missbrauch durch katholische Priester in Australien aufzudecken.
25.6.2026 Der katholische Bischof David James Oakley, Northampton, muss wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Minderjährigen in den
Jahren 2000 und 2001 im August 2026 vor Gericht erscheinen. Im Herbst 2025 nahm er „aus persönlichen Gründen“ eine Auszeit. Quelle: Domradio
25.6.2026 Mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen Franz Kardinal Hengsbach (1910–1991) haben sich erhärtet. Erste Vorwürfe tauchten in den 1950er
Jahren auf, ein weiterer bezieht sich auf die 1960er Jahre, ein dritter stammt aus den 1980er Jahren. Insgesamt berichtet der Zwischenbericht von zwölf Vorwürfen. Drei Vorwürfe stuft der Zwischenbericht als „gut belegt und plausibel“ ein. Andere Vorwürfe sollten ernst genommen werden und weiter verfolgt werden. Einzelne Mitarbeitende des Bistums Essen wussten bereits in den 1980er Jahren von Vorwürfen. Erst 2022 jedoch befasste sich die Bistumsleitung umfassend mit den Anschuldigungen, nachdem eine weitere Betroffene sich gemeldet hatte. 2023 machte das Bistum Essen die Vorwürfe öffentlich. Bischof Overbeck, Nachfolger von Kardinal Hengsbach, wusste seit 2011 von einem Vorwürf gegen Hengsbach, unternahm jedoch nichts. Durch sein Schweigen gingen die Fälle dann auch nicht in andere Aufarbeitungsstudien ein, die zwischenzeitlich gestartet worden waren. Die Forschenden bilanzieren, dass der Fall Hengsbach ein „Spiegel des deutschen Katholizismus“ war. Hengsbach habe nach außen christliche Sexualmoral und Sittlichkeit angemahnt. Johannes Norpoth, selbst Betroffener und Mitglied der Studienbegleitgruppe, sagt, der unzulängliche Umgang mit Missbrauchsmeldungen sei „kein Randdetail, sondern ein Kernproblem: Wer gegenüber unabhängigen Forschenden nicht vollständig offenlegt und konsequent Zugang zu allen Informationen und Quellen aktiv unterstützt, betreibt nicht Aufarbeitung, sondern Imagepflege“. Quellen: katholisch.de Süddeutsche
25.6.2026 Der Untersuchungsbericht der Vorwürfe gegen Kardinal Hengsbach liegt vor: Helga Dill | Daniel Doll | David Rüschenschmidt | Malte Täubrich: Untersuchung der Vorwürfe gegen Franz Kardinal Hengsbach. Historische und sozialwissenschaftliche Perspektiven. Zwischenbericht
25.6.2026 Seit der Veröffentlichung der Paderborner Studie im März 2026 wurden weitere mindestens 20 Betroffene von sexuellem Missbrauch und mindestens sieben bislang unbekannte Beschuldigte, vorwiegend Kleriker, bekannt, so dass nun von 489 Betroffenen und 210 Beschuldigten auszugehen ist. Quelle: Soester Anzeiger
22.6.2026 Der Regens und Generalvikar Roland Buemberger lässt seine Ämter vorerst ruhen, weil es Vorwürfe gibt, die den Zeitraum vor seiner
Tätigkeit als Regens und Generalvikar betreffen. Ausgangspunkt der Entscheidung war eine Meldung an die diözesane Ombudsstelle, die Anlaufstelle für Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Diözese Innsbruck ist. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ist eingeleitet. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Quellen: katholisch.de tagesschau
22.6.2026 Das Bistum Hildesheim ruft Zeitzeugen und Betroffene auf, sich im Fall des inzwischen verstorbenen Priesters, der von 1965 bis 1972 Priester in Heinigen, Landkreis Wolfenbüttel war, zu melden. Der Geistliche war wahrscheinlich auch in Cremlingen, Oker, Schulenburg und Münchehagen tätig. Erste Mitteilungen erreichten das Bistum 2020 und 2025. Bislang berichten sechs Frauen, dass der Pfarrer an ihnen im
Kindesalter „sexuell erhebliche Handlungen“ vorgenommen habe. Pfarrer Matthias Eggers, Wolfenbüttel, berichtet, dass er nach dem ersten
Hinweis im November 2020 das Bistum umgehend informiert habe, dieses sei jedoch erst ein Jahr später tätig geworden. Das Bistum sagt, dass eine
Aufklärung zunächst nicht möglich gewesen sei, weil die betroffene Person anonym habe bleiben wollen. Quellen: Bistum Hildesheim Tagesschau NDR
19.6.2026 Ein ehemaliges Mitglied der Regensburger Domspatzen hatte in einem Zivilprozess 400.000 Euro Schmerzensgeld und Verdienstausfall vom
Bistum Regensburg gefordert. Das Gericht hat die Klage wegen Verjährung abgewiesen – die Taten sollen sich in den frühen 1990er Jahren ereignet
haben. Das Bistum hat sich neben der Verjährung auf „Nichtwissen“ berufen, d.h. das Bistum stellt nicht die Missbrauchshandlungen als unwahr dar, sondern bringt zum Ausdruck, dass es nicht wisse, was damals geschehen sei. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller beobachtet, dass inzwischen „samt und sonders alle Bischöfe“ dazu übergehen, die Verjährung geltend zu machen. Dies dürfte der Grund sein, warum es nur so wenige Zivilprozesse gegen die katholische Kirche gebe, sagte Schüller. Quelle: Zeit
18.6.2026 Die Anwältinnen Petra Ladenburger und Martina Lörsch haben heute ihren Untersuchungsbericht über Gewalt an einer Ordensschule der Mariannhiller Missionare und in einer Pfarrei in Reken vorgestellt. Dort gab es körperliche, sexuelle und psychische Übergriffe durch 14 – 15 Täter, die überwiegend Ordensmitglieder waren. Quellen: katholisch.de Untersuchungsbericht
18.6.2026 Erzbischof Herwig Gössl, Bamberg, hat institutionelles Versagen in einem Missbrauchsfall eingeräumt. Einem 2000 gestorbenen Priester, der bis 1970 Sekretär des Bischofs Josef Schneider war und von 1970 bis 1976 Direktor eines Bamberger Internates, wurde 1976 wegen Missbrauchs nicht angezeigt, sondern ins Ausland versetzt. Die kirchlichen Stellen – die Bistumsleitung Bamberg, das Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und kirchliche Verantwortungsträger in Namibia – kannten die Vorwürfe, schalteten jedoch nicht die staatlichen Behörden ein. Quelle: katholisch.de
17.6.2026 Papst Leo XIV. hat mit spanischen Bischöfen über das Leid Betroffener von sexuellem Missbrauch gesprochen und gefordert, dass „die
kirchliche Gemeinschaft mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlossenerem Engagement für Prävention und einer Kultur der Fürsorge reagieren“ solle. Quelle: katholisch.de
17.6.2026 Im Bistum Dresden-Meißen wird eine Aufarbeitungskommission gebildet, deren Konstituierung noch unbekannt ist. Die für Betroffenen
Plätze bleiben frei – bislang haben sich keine Betroffenen gefunden, die mitarbeiten wollen. Sie werden weiterhin gesucht. Eine Studie zu Missbrauchsfällen zwischen 1945 und der Gegenwart soll im Frühjahr/Sommer 2027 vorgestellt werden. Quelle: katholisch.de
17.6.2026 Das Amtsgericht Duderstadt hat einen Priester des Bistums Erfurt wegen des Besitzes und der Vebreitung kinderpornografischer Darstellungen zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße verurteilt. Die kirchenrechtliche Beurteilung steht noch aus. Quelle: MDR
16.6.2026 Pater Hans Zollner nennt im Interview mit Dagmar Peters drei Wünsche: zunächst den Wunsch nach einer Veränderung der Einstellung und
Mentalität, die nicht nur die Kirchenleitung, sondern alle angeht. Dann den Wunsch, dass die spirituelle Aufgabe gesehen wird und schließlich die Signalwirkung für die Gesellschaft, speziell mit Blick auf die digitale Welt und die künstliche Intelligenz. Quelle: Domradio
15.6.2026 Die Würzburger Erlöserschwestern, auch als Niederbronner Schwestern bekannt, werden vom Vatikan visitiert. Die Hintergründe sind
unbekannt. Allerdings war der Orden auch wegen Missbrauchsfällen im Gespräch. Quelle: katholisch.de
13.6.2026 Martha Zechmeister spricht im Interview u. a. über die Autorität der Leidenden. Quelle: Uni Wien
13.6.2026 Der 2. Zwischenbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Köln zeigt, dass es im Erzbistum Köln neben positiven Entwicklungen in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen weiterhin Mängel gibt, die auch Vorwürfe gegen Erzbischof Wölki betreffen. Woelki weist die Kritik zurück. Quellen: katholisch.de Bericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission
9.6.2026 Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Spanien in Madrid sechs Betroffene sexualisierter Gewalt durch Geistliche getroffen und ihnen zugehört. Zuvor hatte er die Mitglieder der spanischen Bischofskonferenz zu einem entschlossenen Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt durch
Geistliche aufgerufen. Sexuellen Missbrauch nannte er eine „Pest“, auf die die Kirche „mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung
und einem immer entschlosseneren Handeln in Sachen Prävention und einer Kultur der Fürsorge“ reagieren müsse. Verletzten Personen müsse ehrlich Gehör geschenkt werden, sie müssten Annahme und Schutz erfahren und ihnen müssten echte Wege der Heilung ermöglicht werden, betonte der Papst. Ob unter den eigeladenen Betroffenen auch Vertreter*innen von Opferinitiativen waren, ist unbekannt. Quellen: katholisch.de katholisch.de
9.6.2026 Ein Priester aus dem Bistum Eichstätt wurde aus dem Klerikerstand entlassen. Ihm wurde der Besitz kinder- und jugendpornografischer Inhalte vorgeworfen. Quelle: Donaukurier
7.6.2026 Ein Rechercheteam der spanischen Tageszeitung El País hatte mehr als 3.000 Missbrauchsopfer durch katholische Geistliche und 1.600
Beschuldigte ermittelt. Julio Núñez, Mitglied des Rechercheteams, berichtet, dass die katholische Kirche in Spanien die Zusammenarbeit verweigere. Vor einem Monat habe das Rechercheteam die 70 spanischen Diözesen und die 141 Ordensgemeinschaften angeschrieben und nachgefragt, welche Untersuchungen es gegeben habe nach den Hinweisen von El País und welche Entschädigungen gezahlt worden seien. Lediglich das Bistum Ávila habe geantwortet. Die Journalisten von El País hatten den Vatikan auf den sexuellen Missbrauch eines damals 14-jährigen Mädchens durch einen katholischen Pfarrer und späteren Bischof hingewiesen. Das kirchenrechtliche Verfahren wurde zu den Akten gelegt, weil der Missbrauch zwar erwiesen sei, jedoch der Nachweis fehlte, dass das Mädchen beim ersten Übergriff tatsächlich jünger als 16 Jahre gewesen sei. – Der Vorsitzende der Opferorganisation „Geraubte Kindheit“, Juan Cuatrecasas, vermutet, dass zum kurzfristig angesetzten Treffen des Papstes mit Missbrauchsbetroffenen lediglich „unkritische Stimmen“ geladen seien, keine Vertreter*innen von Opferorganisationen. Cuatrecasas weist darauf hin, dass zwei Opus-Dei-Mitglieder den Papstbesuch koordinieren. Quelle: tagesschau
5.6.2026 Papst Leo wird bei seiner Reise nach Spanien auch Missbrauchsbetroffene katholischer Kleriker treffen. Im ursprünglichen
Programm war kein Treffen vorgesehen. Quelle: vaticannews
3.6.2026 Erzbischof Stanislav Pribyl, Prag, und Jiri Kylar, Vorsitzender der Betroffeneninitiative „Jemand wird dir glauben“, haben vereinbart, künftig im Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche Tschechiens zusammenzuarbeiten. Festgehalten wird in der Vereinbarung, dass beide Seiten ihre Kritik an Entscheidungen, Vorgehensweisen und strukturellen Problemen der jeweils anderen Seite weiterhin öffentlich, auch über die Medien, äußern können. Quelle: vaticannews
2.6.2026 Die Unabhängigen Aufarbeitungskommissionen der katholischen Bistümer in Deutschland haben jetzt eine eigene Website.
1.6.2026 In Einrichtungen der Salvatorianer gab es nach einem Zwischenbericht der Universität Kassel mindestens 55 Mädchen und Jungen, die von
sexueller, körperlicher und psychischer Gewalt betroffen waren. Sie lebten in einem Kinderheim in Hövelhof-Klausheide, in Steinfeld in Nordrhein-Westfalen, in Bad Wurzach und in Vorarlberg. 13 Heimkinder des Hermann-Josef-Hauses in Kall-Urft waren betroffen. Beschuldigt wurden 24 namentlich bekannte Salvatorianer. In 22 Fällen war eine Zuordnung der Vorwürfe zu Personen nicht möglich. – Auch bei den Armen Brüdern des heiligen Franziskus gab es Missbrauch und Misshandlung. Diese Ordensgemeinschaft sprach von elf beschuldigten Brüdern. Quelle: katholisch.de
29.5.2026 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat beim Vatikan seine Anzeige von vor einem Jahr gegen den Kölner Erzbischof Woelki erneuert. Er wirft dem Kardinal vor, seinen Verpflichtungen zur Meldung des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen eines Priesters an die Staatsanwaltschaft und an den Vatikan nicht nachgekommen zu sein. Nun reagiert Woelki: Er sei mit dem Fall so umgegangen, wie es 2015 der damaligen kirchenrechtlichen Praxis entsprochen habe. Quelle: katholisch.de
29.5.2026 In Sri Lanka werden fast 300 buddhistische Mönche des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Christen, die 7,5 Prozent der Gesellschaft
ausmachen, protestieren. Die katholische Frauenrechtlerin Marian Pradeepa sagte: „Alle religiösen Stätten, nicht nur buddhistische Tempel, müssen für Frauen und Kinder sicher sein.“ Quelle: katholisch.de
Podcast des DLF: Heilsverbrechen – Der Fall Marko Rupnik Die Schwestern von Mengeš 1/6 – Die Oberin 2/6 – Komplizin Kirche 3/6 – Mosaik des Missbrauchs 4/6 – Lügt der Papst? 5/6 – Der Prozess 6/6
28.5.2026 Claudine Blanchard, Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel, beschuldigt in ihrem Buch „Un canapé rouge. De l’emprise à la liberté“ einen Priester der Gemeinschaft des spirituellen und sexuellen Missbrauchs. Das teilt die Gemeinschaft mit. Gegen den Beschuldigten wird bereits wegen anderer Vorwürfe strafrechtlich ermittelt. Er bestreitet jegliche Vorwürfe. Quelle: emmanuel.info
28.5.2026 Matthias Katsch, Betroffenen-Aktivist, erinnert daran, dass es dem Mut der Betroffenen zu verdanken ist, dass die Missbrauchsaufarbeitung in Deutschland vorangekommen sei. International könne das Schule machen. Quelle: Domradio
27.5.2026 Im Sommer 2024 wurden auf dem Dachboden des Pfarrhauses Elsdorf Briefe von Heimkindern gefunden, die von sexualisierter Gewalt und Misshandlung schrieben. Die Vorwürfe richten sich gegen einen kirchlichen Mitarbeiter und gegen Pflegestellen in Elsdorf, wohin Kinder aus den
diakonischen Einrichtungen Leinerstift, der Pestaloziistifung und des Wichernstiftes vermittelt worden waren. Nun soll das Dissens-Institut für Bildung und Forschung e.V. in Berlin die Vorgänge im Auftrag der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers aufarbeiten. Quellen: Landeskirche Hannovers NDR
27.5.20267 In Málaga, Spanien, steht ein Priester vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2014 unds 2018 mindestens vier Frauen betäubt und
anschließend vergewaltigt zu haben. Einzelne Taten soll er gefilmt haben. Quelle: katholisch.de
25.5.2026 Schwester Redempta kämpft in Kenia gegen sexuellen Missbrauch, Kinderprostitution, Zwangsehen – und Unwissen und Armut. Quelle: katholisch.de
25.5.2026 Hier ist nachzulesen, wie Kirche und Gesellschaft in Österreich mit dem Fall Josef Patscheider, Jenbach in Tirol, umgingen und warum ihm erst jetzt die Gemeinde den Ehrenring aberkannte. Quelle: derstandard.at
25.5.2026 Lesenswert: Enzyklika von Papst Leo XIV.: Magnifica Humanitas. Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz
23.5.2026 In San Juan Bautista, Provinz Piura in Peru, wurde eine Messe im Zeichen der Wiedergutmachung und der Gerechtigkeit gefeiert. Sie
richtete sich an die inidgenen Bauerngemeinschaften des Tallán-Volkes, die Opfer von Verfolgungen, Enteignungen und Schikanen wurden. Verantwortlich dafür waren Gruppierungen, die mit dem inzwischen aufgelösten Sodalitium Christianae Vitae verbunden sind. Im Vorfeld wurden Personen angehört, die sich als bisher unzureichend entschädigte Opfer von physischem, sexuellem oder geistlichen Missbrauch durch
Mitglieder des Sodalitiums betrachten. Quelle: vaticannews
22.5.2026 Ein Pater des Pauliner-Ordens, der in Bernau im Südschwarzwald, Erzbistum Freiburg, arbeitete, wurde wegen sexuellen Missbrauchs von
Jugendlichen zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Nun wurde in der Gemeinde mit der Ordensleitung, Vertretern der Erzdiözese Freiburg, der Ansprechstelle für Betroffene und mit Fachleuten für Prävention über offene Fragen gesprochen. Eltern von früheren Ministrant*innen berichten, dass sie sich heute fragen, warum sie nichts bemerkt haben. Die Mutter eines Kommunionkindes erzählte, ein Pater habe ihr nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gesagt, das sei alles nicht so schlimm, wie berichtet werde; man dürfe nicht alles glauben, was in der Zeitung stünde. Quelle: swr
21.5.2026 Wo genau hingeschaut wird und wo Menschen wirklich wissen wollen, was geschehen ist und geschieht, wird Machtmissbrauch incl. sexueller Missbrauch aufgedeckt, zuletzt in Musikhochschulen, aber auch – wie in Frankreich – in Schülerhorten, Kindergärten und Grundschulen. Quellen: sueddeutsche Report Mainz
16.5.2026 Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bistum Erfurt, hat dem Pfarrer Siegfried B., der von Lengenfeld nach Sömmerda versetzt werden sollte, eine Auszeit auferlegt. Die geplante Versetzung ist nach einigen Jahren üblich, geschah jedoch auch, weil es Verdachtsmomente finanzieller Unregelmäßigkeiten gab. Nun wurde die Versetzung gestoppt, weil der Bistumsleitung Hinweise auf „anzügliche Bemerkungen und verbale sexualisierte Grenzverletzungen gegenüber Jugendlichen bekannt gemacht wurden“. Außerdem erhielt die Bistumsleitung Videos, in denen eine
„inakzeptable und beschämend vulgär-obszöne Ausdrucksweise“ des Pfarrers dokumentiert ist. Quelle: eichsfeldnachrichten
15.5.2026 Auf dem Würzburger Katholikentag wurde die Kunstintervention „Schmerzpunkt“ zu sexuellem Missbrauch in der Kirche eröffnet. Die Künstlerin Susanne Wagner bedient sich „des Symbols eines roten Punktes, der im medizinischen Bereich den Schmerz symbolisiert, der von einer Stelle des Körpers ausstrahlt. Dieser rote Punkt wurde über ein Umhängekreuz gesprüht. Entfernt man das Kreuz, zeichnet es sich als Leerstelle innerhalb der roten Markierung ab.“ Quelle: evangelisch Zeitung
15.5.2026 Einem Ordenspriester, der seit Februar 2026 in der Kirchengemeinde St. Mauritius in Nordkirchen, Bistum Münster, eingesetzt war, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Er wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt. Die Staatsanwaltschaft Münster hat ein Strafverfahren eingeleitet. Betroffene im Kontext der kirchlichen Arbeit des Beschuldigten sind bisher nicht bekannt. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet und der Generalobere des Ordens informiert. Quellen: katholisch.de bistum-muenster
14.5.2026 Correctiv veröffentlicht ein Kirchenlied zum Schweigen über Missbrauch, mit Text, Noten und Gitarrenbegleitung: „Der Vorhang zerreißt, es
zeigen sich Risse im Schweigen“. Es gibt Hinweise auf das Buch und den Film „Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan“, und ein Theaterstück zum Thema. correctiv.org
14.5.2026 In Georgia, USA, wurde ein Gesetz unterzeichnet, das sexualisierte Gewalt durch Geistliche an Opfern, die „unter ihrer seelsorgerischen Betreuung oder geistlichen Führung“ stehen, als spezifische Straftat definiert. Es gilt für Beziehungen, in denen ein Geistlicher spirituelle Führung, Seelsorge, Religionsunterricht, Beichte. Monitoring oder emotionale oder spirituelle Unterstützung leistet. Quelle: vaticannews
14.5.2026 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, fordert die Kirchen auf, mehr öffentlichen Druck für staatliche Aufarbeitung sexuaslisierter Gewalt zu machen. Aufarbeitung bedeute strafrechtliche Verfolgung, Rechenschaftspflicht, Verantwortungsübernahme und Unabhängigkeit der Aufklärung. Manfred Schmitz, Betroffenenbeirat bei der DBK sieht weiterhin das Problem, dass man in der Kirche und der gesamten Gesellschaft nicht über sexualisierte Gewalt reden möchte. Die Zahl der Menschen, die von ihren Missbrauchserfahrungen berichte, gehe jedoch nicht zurück. Peter Otten weist darauf hin, dass beim Katholikentag Betroffene sexueller Gewalt „ein Podium organisieren mussten, auf dem diskutiert wurde, ob die Kirche Aufarbeitung kann oder ob es dazu den Staat braucht“ und nennt dies „angesichts immer neuer Berichte,
die allein aufgrund der Recherche von Journalisten ans Licht kommen“ einen „schlechten Witz“. Quellen: evangelisch.de katholisch.de katholisch.de
13.5.2026 Podcast Sinnfragen: „Wenn das Gottesbild zerbricht – und was trotzdem hoffen lässt“ mit Annette Buschmann. Quelle: steady.page/de/sinnfragen
13.5.2026 Im Bistum Passau endet die Arbeit der unabhängigen Gremien zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Darüber informierten die
Aufarbeitungskommission und der Betroffenenbeirat. Dem Bistum wurde empfohlen, zur Weiterführung der Arbeit, eine Stabsstelle einzurichten, die für Prävention, Intervention, Nachsorge für Betroffene und systemische Aufarbeitung zuständig sein wolle. Außerdem solle eine vom Bischof unabhängige Expertenkommission die Stabsstelle beraten und beaufsichtigen. Quelle: katholisch.de
13.5.2026 Nach Pressemeldungen ist am 7. oder 8. Juni ein Treffen von Missbrauchsbetroffenen mit Papst Leo XIV. in Spanien in Planung. Quelle: Kirche und Leben
12.5.2026 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz hat beim Vatikan seine Anzeige von vor einem Jahr gegen den Kölner Erzbischof Woelki erneuert, weil Woelki seinen Verpflichtungen zur Meldung des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen eines Priesters an die Staatsanwaltschaft und an den Vatikan nicht nachgekommen sei. Quelle: Tagesschau
12.5.2026 Der Forschungsbericht der Hochschule RheinMain für die Evangelische Kirche im Rheinland „Männerfreundschaften“ – Sexualisierte Gewalt an Männern und Jungen in der Düsseldorfer Markus-Kirchengemeinde und der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)“ liegt vor. Thematisiert wird die Rolle des evangelischen Pfarrers und Sexualberaters Hans Georg Wiedemann, der bundesweit als Stimme für die Anerkennung homosexueller Menschen in der Kirche galt. Ihm wird Missbrauch von fünf Erwachsenen im Zeitzraum von Anfang der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre vorgeworfen. Die Forschenden gehen von weiteren Betroffenen aus. Quellen: evangelisch.de Forschungsbericht
12.5.2026 Die Aufarbeitungskommission für Missbrauch und sexualisierte Gewalt im Bistum Speyer fordert eine zentrale Täterdatei, die Informationen zu Missbrauchstaten und Sanktionen zusammenführt. Diese Daten sollten für die Personalverantwortlichen in Pfarreien, im Bistum und in katholischen Einrichtungen zugänglich sein. Das Bistum Speyer zeigt sich offen für den Vorschlag. Das ist eine der Empfehlungen aus dem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht für den Zeitraum vom 1.5.2024 bis 31.12.2025. Der Zwischenbericht beklagt die fehlende Bereitschaft der Orden, anteilige Zahlungen zu übernehmen. Auf die Bedeutung von Gemeindeveranstaltungen in betroffenen Gemeinden weist der Zwischenbericht hin und konstatiert, dass in den Gemeinden die Rolle der Bystander noch viel zu wenig im Blick ist. Quelle: katholisch.de
12.5.2026 In Baden-Württemberg haben Dachorganisationen des organisierten Sports und die vier großen Kirchen die wechselseitige Anerkennung von Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt vereinbart. Quelle: Domradio
11.5.2026 Der Betroffenenrat des Erzbistums Köln will einen Gedenkort für kirchliche Missbrauchsbetroffene in der Kirche schaffen. Die geplante Trauerbuche hinter dem Dom sei nicht ausreichend zentral. Quelle: Domradio
5.5.2026 In der Pfarrei St. Martinus, Greven, Bistum Münster, erinnert eine Keramik-Stele, die Tränen zeigt, an die Opfer sexualisierter Gewalt in
der katholischen Kirche. Quelle: Kirche und Leben
4.5.2026 Heilsverbrechen – ein sechsteiliger Podcast des DLF über die Opfer von Marko Rupnik. Quelle: DLF
4.5.2026 Die Caritas im Bistum Mainz hat einen Erinnerungsort für Menschen eröffnet, die in Caritas und Kirche Leid erfahren haben. Die Skulptur wurde von der Künstlerin Stefanie Theberath gestaltet. Die Ordinariatsdirektorin des Bistums Mainz, Stephanie Rieth sagte, der Erinnerungsort sei eine Einladung an Betroffene: „Ihr seid gemeint. Eure Erfahrung zählt.“ Quellen: caritas caritas-bistum-mainz
4.5.2026 Im Erzbistum New York scheint es zu einer Einigung des Erzbistums mit Betroffenen von sexuellem Missbrauch zu kommen. Die Erzdiözese bot rund 1.300 Betroffenen einen Vergleich von rund 680 Millionen Euro zur Beilegung zivilrechtlicher Klagen an. Dazu musste das Erzbistum wertvolle Immobilien in Manhattan verkaufen. Quelle: kirche-und-leben
29.4.2026 Das Erzbistum München und Freising hat ein Verfahren zum Umgang mit geistlichem Missbrauch vorgelegt. Damit soll die „zeitnahe
Aufdeckung von Missständen, ihre nachhaltige Beseitigung und die Sorge für alle Betroffenen Spirituellen Missbrauchs“ gewährleistet werden.
Eine Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene soll eingerichtet werden. Quelle: katholisch.de Amtsblatt Erzbistum München und Freising
28.4.2026 Die Augsburger Theologin Gabriela Wozniak fordert, bei der Auseinandersetzung mit spirituellem Missbrauch die dogmatische Ebene
stärker zu berücksichtigen. Nötig sei zu verstehen, wie das Heilige pervertiert werden könne. So seien dogmatische Begriffe wie „Stellvertretung“ und „Vollmacht“ zu prüfen. Wo Stellvertretung nicht als Selbstentäußerung, sondern als Aneignung verstanden werde, komme es zu überhöhter Selbstermächtigung. Wichtig sei, die Vollmachten von einer Aura der Unantastbarkeit zu befreien. Quelle: katholisch.de
28.4.2026 Anders als in Deutschland mussten in Spanien bislang Missbrauchsbetroffene bis zu 30 Prozent der Entschädigungssummen an das
Finanzamt zahlen. Ein neues Gesetz befreit diese Gelder von der Einkommenssteuer. Quelle: Domradio
28.4.2026 Die Unabhängige Beauftragte des Bundes zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch, Kerstin Claus, lobt die hohe Präventionskompetenz
vieler katholischer Gemeinden. Sie fordert, diese Impulse stärker mit Vereinen und Kommunen zu vernetzen, um flächendeckend sichere Räume zu
schaffen. Quelle: Domradio
27.4.2026 Der BDKJ-Bundesvorsitzende Volker Andres teilt mit, dass eine Aufarbeitungsstudie über sexuellen Missbrauch beim Bund der deutschen katholischen Jugend im Sommer starten kann. Lisa Quarch, geistliche Leiterin der BDKJ- Bundesverbandes fordert eine umfassende Medienbildung in der Schule und in der Jugendarbeit. Quelle: Domradio
24.4.2026 Ute Leimgruber, Professorin für Pastoraltheologie und Homiletik an der Universität Regensburg, berichtet von spirituellem Missbrauch, der in der Kirche auch erwachsene Frauen betrifft. Die MHG-Studie hatte sie 2018 nicht im Blick. Leimgruber weist darauf hin, dass der seelsorgliche Kontext die Gefahr für Missbrauch erhöhe. Dies gelte vor allem für Priester, weil das Machtgefälle zu den seelsorglich Begleiteten besonders hoch sei. Oft sei Seelsorgern die Schädlichkeit von spirituellem Missbrauch – anders als bei sexuellem Missbrauch – nicht bewusst. Leimgruber ist Forscherin und Mitautorin der Bücher Spirituellen Missbrauch verstehen und Selbstverlust und Gottentfremdung. Quelle: kath.ch
22.4.2026 Das Krebsrisiko in der Durchschnittsbevölkerung liegt bei 21 Prozent. Bei Menschen, die in der Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt haben, liegt es bei 36 Prozent. Körperliche Misshandlung erhöht es auf 28 Prozent, das Erleben häuslicher Gewalt zwischen den Eltern auf 27 Prozent. Das höchste Risiko für eine Krebserkrankung besteht, wenn zwei oder sogar alle drei Kindheitsbelastungen erlebt wurden. Das ergibt eine Studie von Matthew R. Langiano, Erstautor, der kanadischen Universität Toronto und des University Health Network. Die Hauptautorin Esme Fuller-Thomson, Direktorin des Instituts für Lebenslauf und Altern am FIFSW der Universität Toronto, vermutet, dass chronischer Stress eine mögliche Erklärung sein könnte. Quelle: derstandard.de
22.4.2026 “Luisa” – ein Film der Regisseurin Julia Roesler über sexuellen Missbrauch in einer Behinderteneinrichtung. Die Untersuchung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Gewalt und Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe von 2024 ergab, dass jede zweite Frau seit dem 16. Lebensjahr in Behinderteneinrichtungen körperliche Gewalt erlebte, zwei von dreien erfuhren psychische Gewalt, 22 % berichgteten von sexualisierter Gewalt, 41 Prozent von sexueller Belästigung. Frauen erlebten doppelt so häufig sexualisierte Gewalt als Männer. Quelle: evangelische-zeitung
21.4.2026 Der Betroffenenbeirat des Bistums Essen plant am 18. November Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages für Missbrauchsbetroffene. Quelle: Domradio
20.4.2026 Der Betroffenenbeirat des Bistums Essen legt seinen Jahresbericht 2025 vor. Quelle: betroffenenbeirat-bistum-essen
20.4.2026 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Quellen: katholisch.de Jahresbericht
17.4.2026 Ein Jahr nach Veröffentlichung des Gutachtens hat das Bistum Würzburg Bilanz über die Fortschritte in Prävention, Intervention und Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gezogen. Noch 2026 soll in Würzburg ein Erinnerungsort für die Überlebenden sexuellen Missbrauchs geschaffen werden, sagte Bischof Jung. Quellen: pow.bistum-wuerzburg Süddeutsche
16.4.2026 Im Dekanat Miltenberg, Bistum Würzburg, wurde ein pastoraler Mitarbeiter wegen „eines strafrechtlich relevanten Vorfalls
sexualbezogenen Fehlverhaltens“ mit sofortiger Wirkung von der Ausübung des Dienstes freigestellt. Quelle: pow.bistum-wuerzburg
16.4.2026 Papst Leo hat die katholische Kirche in Italien aufgefordert, bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen die geschehenen Verbrechen anzuerkennen. Das schrieb er anlässlich des zweiten nationalen Treffens aller kirchlichen Beauftragten für Missbrauchsfälle an Minderjährigen und Schutzbefohlenen. Quelle: kathpress.at
16.4.2026 Ein Missbrauchsbetroffener aus dem Erzbistum Köln – er nennt sich „Hardy“ – hat sich auf eine Entschädigung mit dem Erzbistum geeinigt. Über dessen Höhe wurde Stillschweigen vereinbart. Er wurde als Kind von katholischen Priestern schwer sexuell missbraucht, z.T. auch gegen Geld „weitergereicht“. Zur Zeit des Missbrauchs war der Betroffene Messdiener. Daher wurde der Missbrauch rechtlich als Arbeitsunfall eingestuft und durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Quelle: Zeit
15.4.2026 Am 25.9. wird die Studie über Geistlichen Missbrauch in den Gemeinschaften „Totus Tuus Neuevangelisierung“ und „Christusgemeinschaft“ in den Bistümern Münster und Osnabrück vorgestellt. Die Studie läuft bis Ende 2026. Verantwortet wird sie von einem Team um die Theologieprofessorin Judith Könemann. Neben der Aktenanalyse wurden rund 120 Interviews geführt, darunter mit zahlreichen Betroffenen. Quelle: Kirche und Leben
11.4.2026 Mary Merritt, eine tapfere Frau, erzählt in einer Ausstellung über ihr Leben. Sie wuchs unter Nonnen auf, wurde eingesperrt und ausgebeutet u.a. in Magdalenen-Wäschereien in Irland. Sie sagt: „Wir waren Sklavinnen.“ Quelle: taz
10.4.2024 Der Vatikan hat die Seligsprechung des deutschstämmigen argentinischen Bischofs Jorge Novak (1928–2001) gestoppt. Das Bistum Quilmes teilkte mit, dass das vatikanische Selig-und Heiligsprechungsdikasterium im Oktober 2025 das „Nihil obstat“ für das weitere Verfahren widerrufen hat. Die Entscheidung wurde demnach getroffen, weil Novak einen Fall von Fehlverhalten eines Priesters möglicherweise falsch behandelt hat. Quelle: katholisch.de
10.4.2025 Eine Pfarrerin der reformierten Kirchen in den Schweizer Kantonen Neuenburg und Waadt wurde suspendiert. Ihr werden „psychische,
physische, finanzielle und spirituelle“ Formen von Missbrauch vorgeworfen. Quelle: ref.ch
10.4.2026 Der Generalsekretär der peruanischen Bischofskonferenz (CEP), Bischof Antonio Santarsiero Ros, ist von seinem Amt als Generalsekretär zurückgetreten. Gegen Ihn liegen Missbrauchsvorwürfe vor, die er zurückweist. Seinen Rücktritt als Bischof hat er bislang nicht eingereicht. Quelle: katholisch.de
7.4.2026 Seit mehr als drei Jahren plant Polens Bischofskonferenz eine Untersuchungskommission für sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Wann genau das Forschungsprojekt beginnen wird, steht noch nicht fest. Auch die Amtszeit von Karol Wojtyla, dem späteren Papst Johannes Paul
II., soll untersucht werden. Quelle: katholisch.de
3.4.2026 Die Opfer der peruanischen Laienbewegung „Sodalicio“ sollen am Sitz der Apostolischen Nuntiatur in Peru angehört werden. Die
Anhörungen sollen eine echte Möglichkeit eröffnen, „den Weg zu einer gerechten und lange erwarteten Wiedergutmachung fortzusetzen:
vollständige Anerkennung des verursachten Schadens, umfassende Unterstützung, angemessene Entschädigung und feste Garantien der
Nichtwiederholung“.
2.4.2026 Die Bundesbeauftragte für Kindesmissbrauch, Kerstin Claus, fordert im Kampf gegen sexualisierte Gewalt in Kinderheimen eine
„systematische, einrichtungsbezogene Aufarbeitung vor Ort“ und eine „institutionelle Bereitschaft, aus den Ergebnissen auch personelle und
strukturelle Konsequenzen in den Einrichtungen zu ziehen. Quelle: evangelisch.de
2.4.2026 Vom Landgericht München I wurde der 58 Jahre alte geständige Ordenspriester vom Paulinerorden zu einer Haftstrafe von drei Jahren
und drei Monaten verurteilt. Er hat zwei männliche Jugendliche missbraucht und Kinderpornografie besessen. Weitere Missbrauchstaten, die an seiner Seelsorgestelle im Schwarzwald, im Bereich des Erzbistums Freiburg, geschehen sein sollen, wurden nicht berücksichtigt, weil die Taten vor einer Gesetzesänderung 2016 geschahen (Nur Ja heißt Ja!). Der Vatikan hat eine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet. Der Paulinerorden informierte, dass der Verurteilte nach seiner Zeit im Erzbistum Freiburg 2008 – 2023 in zwei Pfarreien des Bistums Regensburg tätig war. Dem Orden sind keine weiteren Missbrauchsfälle bekannt. Laut
Nachricht vom 9.4.2026 hat der Priester das Urteil angenommen. Quellen: katholisch.de Stellungnahme der Erzdiözese Freiburg
30.3.2026 Der Tätigkeitsbericht des Ausschusses für unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bereich von Ordensgemeinschaften (AUAO) März 2025 bis Februar 2026 liegt vor. Auf Seiten Betroffener zeigt sich, dass sie durch die Beteiligung an Aufarbeitungsprozessen häufig stark belastet sind. Ordensgemeinschaften wiederum haben Angst vor der Konfrontation mit Betroffenen, sorgen sich um die eigene Gemeinschaft und nennen, Überalterung, begrenzte personelle und finanzielle Mittel sowie Umstrukturierungen als Hemmnis, an der Aufarbeitung mitzuwirken. Quelle: Domradio
30.3.2026 Der Krisenstab des Bistums Trier hat seinen Jahresbericht 2025 vorgelegt.
27.3.2026 Matthias Podszus hat das Bistum Regensburg auf einen Millionenbetrag verklagt, weil er Anfang der 1990er-Jahre in der Grundschule der Domspatzen in Pielenhofen vom damaligen Direktor und Priester Johann Meier mehrfach vergewaltigt und missbraucht worden sein soll. Vom Bistum Regensburg hat er 50.000 Euro erhalten, ohne dass dies eine Anerkennung einer Schuld sei. Strittig ist die Verjährungsfrist, die vom Bistum in Anspruch genommen wird. Die Richterin spricht im Gütetermin von „komplexen juristischen Fragen“, der Anwalt des Klägers betont die Nicht-Verjährung. Einen vom Landgericht Regensburg vorgeschlagenen Gütetermin lehnte das Bistum ab, der Kläger war bereit dazu. Das Bistum begründete die Ablehnung damit, dass nicht genügend Mittel für eine freiwillige Zahlung zur Verfügung stünden. Das Bistum weist im Jahresabschlussbericht für 2023 ein Eigenkapital von 982,8 Millionen Euro und ein Nettovermögen von 134,4 Millionen Euro aus. Für das Bistum Regensburg scheint wichtig zu sein, dass weitere Missbrauchsopfer auf Gütetermine oder außergerichtliche Einigungen drängen könnte. Die Anwältin des Bistums sagte, dass es Rechtsfragen – wie die der Verjährung – gebe, die für die Zukunft geklärt werden müssten. Quelle: Süddeutsche
27.3.2026 Sexualisierte Gewalt ohne Körperkontakt haben nach einer Studie 64 Prozent von 5.855 befragten jungen Menschen erlebt. Das ergab
eine Sonderauswertung zur Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. 29 Prozent berichteten von mindestens einer
Erfahrung mit sexualisierter GEwalt mit Körperkontakt. Junge Frauen waren doppelt so häufig betroffen wie junge Männer (40 gegenüber 18
Prozent). Die Täter waren in 71 Prozent männlich. Quellen: evangelisch.de sexualaufklaerung link.springer
27.3.2026 Der emeritierte Bischof von Gap und Embrun, Jean- Michel Di Falco (84) muss einem Mann Entschädigung wegen sexueller Übergriffe
zahlen. Die Übergriffe sollen in den frühen 1970er-Jahren geschehen sein, als Di Falco Leiter einer katholischen Schule in Paris war. Di
Falco beteuert seine Unschuld, der Anwalt kündigte Einspruch vor dem obersten Berufungsgericht an. Quelle: katholisch.de
27.3.2026 Vor dem Landgericht München I steht ein katholischer Mönch aus dem Erzbistum Freiburg, dem vorgeworfen wird, zwei Jugendliche nach
einem Oktoberfest-Besuch missbraucht zu haben. Auf seinem Smartphone fanden sich jugendpornografische Bilder. Er soll zwischen 1997 und 2008 im Pfarrheim seiner Schwarzwälder Gemeinde mit männlichen Teenagern zwischen 14 und 17 Jahren Alkohol getrunken und die Jugendlichen
missbraucht haben. Den Missbrauch fotografierte er. Der Priester hat die Vorwürfe eingeräumt. Er arbeitete zuletzt mit einem Gestellungsvertrag
als Pfarrer in einer bayerischen Gemeinde. Quellen: Süddeutsche swr Traunsteiner Tagblatt
27.3.2026 Im Bericht des belgischen Parlamentes („Operation Kelch“) wurde untersucht, ob die katholische Kirche versucht hat, Einfluss auf die
staaatlichen Behörden zu nehmen. Das Ergebnis ist unklar. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss bejaht die Aussage, sagt jedoch
zugleich, dass sich eine Einflussnahme der Kirche weder beweisen noch ausschließen lasse. Quelle: katholisch.de
26.3.2026 Bislang zahlten die Portugiesische Bischofskonferenz und die Konferenz der Ordensgemeinschaften Portugals mehr als 1,6 Millionen
Euro an 57 Missbrauchsbetroffene aus dem katholischen Kontext. Im Abschlussbericht war von mindestens 4.800 Opfern seit 1950 die Rede.
Quelle: de.euronews
26.3.2026 Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster. In seiner ersten Ansprache sagte er im Blick auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: „Viele Verantwortungsträger haben viel zu lange weggeschaut… Das alles darf es nie wieder geben, und ich werde mich mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft dafür einsetzen, dass unsere Kirche ein sicherer Raum ist.“ *Quelle: stern
26.3.2026 Bob John H. Koroma, Bischof von Makeni, Sierra Leone, fordert die katholische Kirche in Deutschland zu einer umfassenden und konsequenten Aufarbeitung der früher üblichen Praxis, klerikale Missbrauchstäter nach Afrika zu schicken. Die Bistümer und Orden müssten ihre Archive öffnen, sich für das Vorgehen entschuldigen und umfassende Entschädigung für Betroffene leisten. Koroma beschreibt das Verhalten der deutschen Bischöfe: „Das ist vielleicht der bedauerlichste Aspekt dieses ganzen Phänomens: die Gemeinden anderer Gläubiger als ‚Müllhalde‘ für Probleme zu betrachten, die die zuständigen Verantwortlichen zu Hause entweder nicht lösen wollen oder können.“ Er nennt es eine Form des „spirituellen Kolonialismus“ und weist auf Abhängigkeiten afrikanischer Bistümer von der reichen deutschen Kirche hin. Im Blick hat Koroma – neben den Folgen für die Betroffenen – auch die schädigenden Folgen für „das soziale Gefüge, die öffentliche Gesundheit, die kulrturelle Stabilität und die Mission der Kirche“. Quellen: katholisch.de ref.ch
25.3.2026 Die Zeitung El Pais deckte bereits 2018 auf, dass spanische Jesuiten, die in Katalonien Minderjährige missbraucht hatten, nach Bolivien geschickt wurden – im Einverständnis mit der Leitung der Jesuiten und mit Rom. El Pais berichtet von etwa 20 Jesuiten-Tätern und etwa 1000 Opfern in Bolivien. Die Aufdeckung begann mit der Untersuchung des Falles von Alfonso Pedrjas, eines spanischen Jesuiten, der drei Jahrzehnte lang mindestens 85 Kinder in mehreren Schulen Boliviens missbrauchte. Daraufhin ermittelte die bolivianische Staatsanwaltschaft. Schließlich wurden Ramón Alaix – Provinzoberer in Bolivien zwischen 1999 und 2007 -, und Marcos Recolons strafrechlich verurteilt, weil sie in ihrer Funktion als Provinziale der Jesuiten Missbrauchsfälle vertuscht hatten. Quelle: elpais
25.3.2026 Das Bistum Passau will die Aufarbeitungskommission und den Betroffenenbeirat in eine Stabsstelle des Bistums überführen, um die Arbeit verstetigen zu können. Beide Gremien sind mit diesem Vorgehen einverstanden. Kritiker – u.a. Wolfgang Rothe, Mitglied des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz – sehen die Unabhängigkeit der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenbeirats gefährdet. Quelle: Süddeutsche
25.3.2026 Weitere Recherchen von Correctiv legen nahe, dass Kardinal Ratzinger versucht hat, den Fall Peter H. aus der Registratur fernzuhalten und als „Sonderfall“ zu behandeln. Dieser Fall betraf auch die Amtszeit von Ratzinger in München. Der Vatikan wusste von den weltweiten Missbrauchsfällen und hielt sie geheim. Quelle: correctiv.org Interview im DLF
25.3.2026 Der frühere Erzbischof von Krakau (1964-1978) und spätere Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ging als Erzbischof von Krakau zwar gegen Priester vor, die Kinder missbraucht hatten und hielt sich auch an die damaligen Gesetze und das Kirchenrecht, kümmerte sich jedoch nicht um die Geschädigten. Dies erkennt inzwischen auch das Erzbistum Krakau an. Johannes Paul II. wurde im April 2014 heilig gesprochen. Quelle: katholisch.de
24.3.2026 Nach der Veröffentlichung der Studie im Erzbistum Paderborn haben sich seit dem 12. März 22 Opfer und Angehörige neu bei der
Betroffenenvertretung gemeldet. Quelle: westfalen-blatt
23.3.2026 Das Erzbistum Berlin, das Bistum Görlitz und die Katholische Militärseelsorge suchen Betroffene, die im Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: bistum-goerlitz
23.3.2026 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart wurde ein katholischer Priester vom Dienst freigestellt. Es gibt den Vorwurf sexueller Belästigung einer erwachsenen Person. Quelle: Domradio
21.3.2026 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt erhebt in ihrem Jahresbericht 2025 den Vorwurf, dass Mitarbeitende des Bistums entgegen eigener Aussagen bereits vor 2010 von Übergriffen wussten. Die Kommission moniert auch, dass das Bistum die Befragung Betroffener mit Verweis auf den Datenschutz nicht unterstützt habe. Bischof Neymeyr kritisierte die Veröffentlichung des Berichtes und verteidigte den Kurs des Bistums. Kritisch äußerte sich die Kommission über Weihbischof Reinhard Hauke und wirft ihm „unbarmherzige Teilnahmslosigkeit“ im Umgang mit Betroffenen vor. Bischof Neymeyr hielt dagegen: „Man kann nicht jeden Fall mit großer Betroffenheit diskutieren.“ Quelle: mdr
21.3.2026 César Chávez, 1927 – 1993, Bürgerrechtler, Gewerkschafter und Katholik, der sich für die Belange der Landarbeiter einsetzte, wird beschuldigt, erwachsene Frauen und Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Quelle: Domradio
20.3.2026 Das Erzbistum Berlin, das Bistum Görlitz und die Katholische Militärseelsorge richten einen Betroffenenbeirat ein, der am Aufarbeitungsprozess beteiligt sein soll. Menschen, die sexuellen Missbrauch in den beiden Bistümern oder der Militärseelsorge erlebt haben und Interesse an der Mitarbeit im Betroffenenbeirat haben, können sich bis zum 30.4.2026 beim Erzbisttum Berlin melden. Quelle: Erzbistum Berlin
19.3.2026 Eine kürzlich veröffentlichte Studie wirft den früheren Paderborner Kardinälen Lorenz Jaeger und Johannes Degenhardt systematische
Vertuschung von sexuellem Missbrauch vor. Nun plant die Stadt Paderborn die Umbenennung des Kardinal-Degenhardt-Platzes und der
Kardinal-Jaeger-Straße. Quelle: Domradio
19.3.2026 Der „Eckige Tisch“ fordert die Zusammenführung aller Einzelstudien zu Missbrauch in der katholischen Kirche, um ein Gesamtbild zu erhalten. Quelle: Domradio
19.3.2026 Eine Recherche von CORRECTIV, einer Rechercheplattform, zeigt, dass die Verantwortung des Vatikans für die Geheimhaltung von Missbrauchsfällen größer ist als bislang bekannt wurde. Experten fordern Zugang zu den geheimen Archiven des Vatikans. Quelle: correctiv.org
18.3.2026 Die Aufarbeitungskommission Erfurt veröffentlicht den Jahresbericht 2025.
18.3.2026 Das Forschungskonsortium zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim sucht Personen für Interviews. Wer Interesse an einer Teilnahme oder Fragen dazu hat, kann sich bis Juli 2026 per E-Mail an die Wissenschaftlerin Inka Janssen von der Uni Rostock wenden: inkameike.janssen@med.uni-rostock.de. Quelle: Bistum Hildesheim
17.3.2026 Altbischof Hans-Josef Becker, Paderborn, bittet Missbrauchsbetroffene aus dem Erzbistum Paderborn um Verzeihung: „Wo mein Handeln auch in späterer Verantwortung dazu beigetragen hat, dass Betroffene nicht ausreichend gesehen, geschützt oder ernst genommen wurden, bitte ich dafür um Entschuldigung“. Seine Amtszeit zwischen 2002 bis 2022 wird in einer eigenen Studie untersucht. Die Studie soll 2027 veröffentlicht werden. Quelle: vaticannews
17.3.2026 Im St.-Paulus-Dom, Münster, hängt ein Plakat, das an die Missbrauchsbetroffenen des katholischen Kontextes erinnert. Die dort gesammelten Aussagen sollen zu beauftragenden Künstler*innen dienen, die zu einem Wettbewerb einer Darstellung von „Macht und Missbrauch“
eingeladen werden sollen. Auch Besucher*innen können ihre Kommentare aufschreiben. Quelle: Bistum Münster
17.3.2026 Bei einer Veranstaltung von Kirchenverantwortlichen mit Gläubigen in Schmallenberg, Erzbistum Paderborn, kam zur Sprache, dass Priester – auch aus anderen Bistümern -, die des Missbrauchs verdächtig waren, bevorzugt ins Sauerland versetzt wurden. Quellen: Tagesschau www1.wdr
16.3.2026 Papst Leo XIV. gab der Päpstlichen Kinderschutzkommission einen neuen Auftrag. Sie soll helfen, Missbrauch zu verhindern und „in der gesamten Kirche eine Kultur der Fürsorge zu schaffen, in der der Schutz von Minderjährigen und vulnerablen Erwachsenen nicht als eine von
außen auferlegte Verpflichtung angesehen wird.“ Besonders wichtig sei, die Erfahrungen der Opfer und Überlebenden ernstzunehmen. Gestärkt
werden solle auch der Dialog mit den Dikasterien und anderen Institutionen, die für Schutz vor Missbrauch verantwortlich sind. Quelle: Domradio
16.3.2026 In Dortmund, Erzbistum Paderborn, fand ein Gespräch zwischen Vertretern der katholischen Kirche und Gläubigen über die Studie der Universität Paderborn statt. Weitere Gespräche finden in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück statt. Betroffene fordern in Dortmund, dass auch in den Gemeinden mehr über die Missbrauchsfälle gesprochen werden müsse. Quelle: 1.wdr
13.3.2026 Der Sprecher der Betroffenenvertretung im Bistum Paderborn, Reinhold Harnisch, sagt über die Studie: „Die Studie belegt: Wir haben die Wahrheit gesagt. Und das, was andere gesagt haben, war eben nicht die Wahrheit.“ Quelle: Domradio
13.3.2026 Christina Zühlke und Markus Schmitz gehen der Frage nach, ob Missbrauch in der Kirche durch einen katholischen Priester eine private
Handlung sein kann. Quelle: www1.wdr.de
13.3.2026 Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zur unabhängigen Studie zu Missbrauch im Erzbistum Paderborn. Quelle: erzbistum paderborn
12.3.2026 In der Aufarbeitungsstudie der Universität Paderborn ist von 210 Beschuldigten und 489 Betroffenen von sexuellem Missbrauch die Rede.
Die Studie umfasst die Jahre 1941 bis 2002. In der MHG-Studie war 2018 von 111 Beschuldigten und 197 Betroffenen die Rede. In der Amtszeit von Kardinal Jäger (1941-1973) wurden 144 Priester beschuldigt, 316 Kinder missbraucht zu haben. Bei Kardinal Degenhardt (1974 bis 2002) waren es 98 Beschuldigte und 195 Betroffene. Insgesamt wurden 4,35 Prozent der über die Jahre beschäftigten Kleriker Beschuldigte bzw. Missbrauchstäter. Auf Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt gibt es keine weiteren Hinweise in der Studie. Quellen: Uni Paderborn Uni Paderborn Spiegel rp-online Studie von Nicole Priesching, Christine Hartig: Sexuelle Gewalt an
Minderjährigen im Erzbistum Paderborn. Eine historische Untersuchung (1941–2002) Pressekonferenz der Universität Paderborn
11.3.2026 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen der Deutschen Bischofskonferenz hat ihren 5. Tätigkeitsbericht vorgestellt.
Quelle: anerkennung-kirche
11.3.2026 Schuld und Sühne – Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche | Podcast MDR Investigativ
10.3.2026 Buch-Hinweis: Ulrike Gentner/Peter Hundertmark (Hgg.): Spirituellen Missbrauch verhindern. Wegweiser für Prävention und Intervention, Würzburg 2026, 2. Auflage. Das Buch „bietet fundierte Orientierung, indem es Perspektiven aus Psychologie, Kirchenrecht, Theologie und weltlichem Recht zusammenführt. Es klärt zentrale Begriffe, liefert Definitionen und sensibilisiert – unter Einbeziehung aktueller psychologischer Erkenntnisse – für gefährliche Machtstrukturen in Organisationen und Systemen.“ Quelle: Bistum Speyer
10.3.2026 Das „Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen“ und die Giordano-Bruno-Stiftung werden gegen die unabhängige Studie des Erzbistums Paderborn, die am 12.3. veröffentlicht wird, demonstrieren und dabei auch das neulich installierte Dom-Mahnmal als „bloße Symbolpolitik“ kritisieren. Quellen: Domradio hpd
8.3.2026 Der Würzburger emeritierte Bischof Friedhelm Hofmann gibt den Titel des Ehrendomherrns an der Würzburger Kathedrale zurück. Hofmann
wird vorgeworfen, 2010 einen Pfarrer der Gemeinde Höchberg ernannt zu haben, obwohl die Bistumsleitung spätestens seit 2010 von zwei
Betroffenen sexuellen Missbrauchs wusste und die Pfarrgemeinde nicht informierte. Die Einschätzung des römischen Dikasteriums für die Bischöfe zum Vorgehen Hofmanns zwischen 2010 und 2017 steht noch aus. Quelle: Süddeutsche
8.3.2026 Papst Leo XIV. verurteilt Übergriffe gegen Frauen und fordert auf, keine Angst zu haben, Gewalt anzuzeigen. Wie katholische Frauen nach wie vor um Gleichberechtigung in ihrer Kirche kämpfen müssen, lesen Sie z.B. hier. Quelle: Domradio
Kommentar: Solange in der katholischen Kirche Macht vor allem bei Männern liegt und patriarchales Denken nicht überwunden wird, sind solche päpstlichen Ratschläge wohlfeil.
7.3.2026 Im Passauer Dom wird eine Skluptur des Künstlers Andreas Kuhnlein als Mahnmal gegen sexuellen, gewalttätigen und geistlichen
Missbrauch dauerhaft aufgestellt. Quelle: Bistum Passau
4.3.2026 Bei der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) wurden seit 2022 insgesamt 906 Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen und der
evangelischen Kirche als „Arbeitsunfall“ gemeldet. Gut 380 Fälle wurden mittlerweile entschieden, jeder zweite Antrag dabei abgelehnt. Die
Kirchen sind verpflichtet, Missbrauchsfälle bei der GUV zu melden, taten dies bisher jedoch fast nie. Für Ehrenamtler*innen in den Kirchen ist
die VerwaltungsBerufsgenossenschaft (VBG) in Hamburg zuständig. „Tag für Tag“, DLF, geht der Frage nach, warum die Kirchen Missbrauchsfälle der Versicherung nicht meldeten, obwohl seit 2011 bekannt war, dass auch sexueller Missbrauch versichert ist. Christina Zühlke vermutet den Grund darin, dass die Versicherung von den Kirchen die Erstattung geleisteter Zahlungen verlangen kann. Quellen: wa
4.3.2026 Im Haushalt 2026 waren keine finanziellen Mittel für den Fonds sexueller Missbrauch eingeplant. Nun will die Familienministerin Karin Prien, CDU, bald einen Plan zur Fortführung des Fonds vorlegen. Quelle: Kirche und Leben
4.3.2026 Der frühere Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann räumte Fehler bei der Aufarbeitung ein und kündigte eine Stiftung für Betroffene
sexualisierter Gewalt im Bistum Würzburg an. Quelle: Domradio
3.3.2026 In Essen ist die Umbenennung des Pater-Christoph-Höttges-Platzes geplant. Gegen den Namensgeber, einen Franziskaner, gibt es Missbrauchsvorwürfe. Quelle: domradio
3.3.2026 In der Kirche St. Gertrud, Köln, haben Studierende der Hochschule Düsseldorf eine Ausstellung „Die Mauer“ gestaltet, die dem inzwischen verstorbenen Missbrauchsbetroffenen Ingo Erven Gehör verschafft. Quelle: Domradio
3.3.2026 Podcast über sexuellen Missbrauch am Franziskusgymnasium, das von Franziskanern geleitet wurde: „Warum hat man uns Kinder nicht
beschützt?“ Quelle: aachener-zeitung
3.3.2026 Der amtierende Bischof von Würzburg Jung kritisiert seinen Vorgänger, Bischof Friedhelm Hofmann. Hofmann hat nach Missbrauchsvorwürfen an zwei Frauen bzw. Minderjährigen gegen einen langjährigen Pfarrer aus Höchberg, Unterfranken, keine Konsequenzen gezogen. Das Bistum kannte die Vorwürfe seit 2010. Nun arbeitet die Gemeinde in Höchberg den Fall auf. Im vatikanischen Dikasterium für die Bischöfe ist ein Verfahren zur Überprüfung der Amtstätigkeit von Bischof Homann anhängig. Quellen: br bistum würzburg
2.3.2026 Im Paderborner Dom wurde ein Mahnmal gegen sexuellen Missbrauch eingeweiht. Quelle: 1.wdr
2.3.2026 Ein ehemaliger Pfarrer aus Recklinghausen im Bistum Münster, der wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornografie Ende 2024
strafrechtlich verurteilt wurde, wurde zum 1.3.2026 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Nun beginnt das kirchenrechtliche Verfahren, mit
dem der Vatikan das Offizialat Münster beauftragte. Quelle: Kirche und Leben
27.2.2026 Die Benediktiner im niederbayerischen Kloster Rohr wollen die Missbrauchsfälle im Gymnasium und Internat aufarbeiten lassen. Sie rufen
Betroffene, Angehörige und Zeitzeugen auf, sich zu melden und zur Aufklärung beizutragen. Quelle: Domradio
26.2.2026 Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Wilmer, fordert die Fortsetzung des staatlichen Fonds Sexueller
Missbrauch. Quelle: evangelisch.de
26.2.2026 Die katholische Theologin Annette Jantzen hat die katholische Leseordnung analysiert und in ihrem Buch Die ignorierten Frauen der Bibel festgestellt, dass beim Kürzen der ca 36.000 Bibelverse auf eta 12.000 vor allem Frauen und Frauenerzählungen gestrichen wurden. Die vatikanische Auswahlkommission war ausschließlich männlich besetzt. Das Titelbild, das katholisch.de gewählt hat, zeigt den Essener Generalvikar Klaus Pfeffer, der die Untersuchung der Theologin als „Augenöffner“ bezeichnet. Quelle: katholisch.de
26.2.2026 Hans Zollner, SJ, ruft Katholik*innen zum Gebet für Missbrauchsbetroffene in dieser Fastenzeit auf. Zwar seien kirchenrechtliche, psychologische und sozhiologische Analysen notwenig und gut entwickelt, aber es fehle das Gebet. Die Kirche müsse der geistlichen Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch mehr Aufmerksamkeit schenken und ihre Bemühungen in Bildung, Sensibilisierung und Engagement auf allen Ebenen verstärken. Quelle: katholisch.de
25.2.2026 Der Leiter der vatikanischen Fastenexerzitien, der norwegische Trappistenmönch Erik Varden, stellt die „Verderbnis, die im eigenen
Haus entstanden ist“ in den Mittelpunkt der Fastenpredigt. Insbesondere ging er auf schwere moralische Skandale in neueren geistlichen Gemeinschaften ein, in denen gerade in der Gründergeneration sexuelle Vergehen/Verbrechen bekannt wurden. Quelle: katholisch.de
25.2.2026 Die Studie des IPP über sexualisierte Gewalt in der Deutschen Franziskanerprovinz wurde heute vorgestellt: Caspari, Dill, Hackenschmied, Straus, Pinto Moncada: Wissenschaftliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Deutschen Franziskanerprovinz wurde heute vorgestellt. Mehr als 100 meist minderjährige Jungen wurden seit 1945 in den Einrichtungen des Franziskanerordens von 98 Tatverdächtigen sexuell missbraucht. Dies entspreche bei einer Gesamtzahl von 2.500 Franziskanern im Betrachtungszeitraum einer Quote von vier Prozent. Die Dunkelziffer schätzen die Forschenden um ein Vielfaches höher ein. Auch in Gemeinden geschah Missbrauch durch die dort eingesetzten Franziskanerbrüder. Junge Frauen, die sich in der Kirche engagieren wollten, seien manipuliert und in sexuelle Beziehungen verwickelt worden. Die damit verbundene Scham habe sie lebenslang in ihren Paarbeziehungen beeinträchtigt. Einen Schwerpunkt bildeten Schulen und Internate. Besonders viele Betroffene meldeten sich aus dem Gymnasium und Internat Vossenack in Hürtgenwald/Eifel. Für die Standorte Vossenack, Ottbergen, Dorsten (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie Vlodrop in den Niederlanden liegen den Forschern Hinweise auf jahrelange sexualisierte Gewalt an Jungen vor. Bei der Hälfte aller dokumentierten Vorgänge handle es sich um schwere Fälle. Die Forschenden stellen fest, dass eine konsequente Auseinandersetzung mit den Tätern und lokale Aufarbeitungsinitiativen noch immer fehlen. Auch bei der nun folgenden Aufarbeitung müsse mit Widerständen der Ordensbrüder gerechnet werden. Stellvertretend für andere Betroffene nahm der ehemalige Vossenacker Internatsschüler Achim Görke die Vergebungsbitte der Franziskaner „zur Kenntnis“ und betonte, dass viele Ordensmitglieder in Vossenack Bescheid gewusst haben, aber bis in höchste Kreise hinein geschwiegen hätten. Peter Krosch, Ehemaliger von Vosseneck, macht fassungslos, dass sich in seiner Schulzeit alle Ordensangehörigen weggeduckt haben. Quellen: FAZ Spiegel Domradio katholisch.de Kirche und Leben
24.2.2026 Bischof Dr. Heiner Wilmer, Hildesheim, ist neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz. Er wandte sich auch an die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Kirche und sagte, deren Stimmen habe Gewicht. Die Aufarbeitung gewinne durch das Zeugnis Betroffener an Tiefe und Wahrheit. Wilmer wies auch darauf hin, dass es in Bezug auf das Thema Missbrauch Verletzungen und Kränkungen auf beiden Seiten gebe. Quelle: katholisch.de
24.2.2026 Im Bistum Trier wurde ein Priester freigestellt. Grund sei ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft. Die Art des Vorwurfs bezeichnete das Bistum nicht. Eine eingeleitete kirchenrechtliche Untersuchung ruhe während der staatlichen Ermittlungen. Informiert wurde das Seelsorgeteam in der Pfarrei, das Leitungsteam im Pastoralen Raum und die Gremien. Quelle: Stern
24.2.2026 Die Theologin Barbara Haslbeck fordert, aus den Erkenntnissen zu Missbrauch in Ordensgemeinschaften Konsequenzen zu ziehen, die dringend nötige Aufarbeitung vorzunehmen und Prävention einzurichten. Vor allem die Phase der Einführung in eine Gemeinschaft und das Setting der geistlichen Begleitung benötigten klare Regelungen. Quelle: katholisch.de
20.2.2026 Seit 2011 ist geklärt, dass sexualisierte Gewalt im Verantwortungsbereich einer Einrichtung als Schul- oder Arbeitsunfall anerkannt werden kann. Weder Kirchen noch die meisten Träger von Schulen und Kitas jedoch haben Fälle gemeldet. Die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ weist darauf hin, dass Betroffene dadurch um wichtige Leistungsansprüche gekommen seien und fordert einen Ausgleichsfonds für entgangene Leistungen sowie Übernahme von Kosten für Gutachten, Therapien und berufliche Rehabilitation. Die unabhängige Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus hat alle Kitas und Schulen in staatlicher wie privater Trägerschaft dazu aufgefordert, ihrer Meldepflicht bei sexualisierter Gewalt nachzukommen. Quellen: evangelisch.de evangelische Zeitung
19.2.2026 Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Sachverständigenrat zum Schutz vor sexuellem Missbrauch und Gewalterfahrungen eingerichtet. Er arbeitet weisungsungebunden. Zwei der neun Mitglieder wurden vom Betroffenenbeirat entsandt. Der Sachverständigenrat bietet ein umfangreiches Programm an, u.a. eine Lunch-Time am 16.3. mit Dr. Barbara Haslbeck zum Thema: Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum – Einblick in die Ergebnisse einer empirischen Studie. Quellen: dbk svr-schutz-kirche
19.2.2026 Dem Bischof von Tarnów, Polen, Andrzej Jez, wirft die Staatsanwaltschaft vor, in zwei Fällen sexuellen Missbrauch durch Priester nicht unverzüglich den Strafverfolgungsbehörden gemeldet zu haben. Bischof Jez wies die Vorwürfe zurück. Er hat den Fall zunächst dem Vatikan gemeldet, erst später der Staatsanwaltschaft. – Die polnische Bischofskonferenz hat öffentlich gemacht, dass von 1990 bis 2018 insgesamt 382 Kleriker – Priester und Ordensmänner – 625 Minderjährige sexuell missbraucht haben, 345 von ihnen waren jünger als 15 Jahre. 58 Prozentz der Opfer sind männlich, 42 Prozent weiblich. Quellen: Kirche und Leben Domradio
19.2.2026 Die ehemalige niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU), die als Richterin jahrelang über Fälle von sexuellem Missbrauch geurteilt hat, hält es für wichtig, Missbrauchsfälle im kirchlichen Kontext unabhängig zu überprüfen. Aufarbeitung, die Entwicklung von Präventions- und Interventionskonzepten und den Umgang mit Betroffenen und Beschuldigten durch Expertise von außen begleiten zu lassen. Quelle: evangelisch.de
18.2.2026 Die Salesianer Don Boscos haben eine zweijährige Studie zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen beauftragt.
Betroffene und Zeitzeugen können ihre Erfahrungen über eine Onlineplattform mitteilen. Einem studienbegleitenden Beirat gehören auch Betroffene an. Zwischen 2010 und 2020 hatten sich 188 Betroffene gemeldet. Quelle: katholisch.de
18.2.2026 Die Rechercheplattform Correctiv weist auf das Buch „Akten des Missbrauchs“. das im März erscheinen wird, hin und auf den Film Akten des Missbrauchs. Quelle: correctiv.org
17.2.2026 Eine Reportage zeigt, wie sich das hohe Ansehen des ehemaligen Bischofs Emil Stehle in Ecuador erst langsam zu ändern beginnt. In Deutschland gab es eine Untersuchung der Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfe von Stehle, Erzbistum Freiburg, die jedoch in Exuador unbekannt blieb. Frauengruppen und Betroffene arbeiten daran, über die Verbrechen Stehles in Ecuador zu informieren. Sie gehen davon aus, dass Stehle auch dort Opfer hat. Quelle: DLF
13.2.2026 Der ehemalige Pfarrer von Kalbach, Bistum Fulda, wurde wegen des Besitzes, der Herstellung und der Zugänglichmachung kinder- und jugendpornographischer Inhalte und in neun Fällen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt verurteilt. Der BGH sieht in zwei Fällen den Vorwurf der Weiterverbreitung von kinderpornographischem Material als nicht erfüllt an. Damit hat die Revision vor dem BGH Erfolg, der Fall muss neu verhandelt werden. Quelle: m.osthessen-news
11.2.2026 Bislang gibt es für die Bereiche Mecklenburg und für das Bistum Osnabrück, zu dem Teile des heutigen Erzbistums Hamburg bis 1995
gehörten, Studien zu Fällen sexualisierter Gewalt. Es fehlt bislang eine Studie über die Missbrauchsfälle in den bislang nicht erfassten Teilen
des heutigen Erzbistums Hamburg. Diese Lücke soll geschlossen werden. Zuvor jedoch müssen Fragen der Offenlegung von Fallmeldungen vor dem
interdiözesanen Datenschutzgericht und die Verantwortung der UAK geklärt werden. Derzeit sind zwei beschuldigte Priester als Pensionäre im
gottesdienstlichen Bereich eingesetzt – trotz gezahlter Anerkennungsleistungen an Betroffene. Der Generalvikar Sascha-Philipp Geißler begründet dies damit, dass kein Schuldeingeständnis der Beschuldigten vorliege und sie nicht rechtskräftig verurteilt seien. Daher habe die Unschuldsvermutung zu gelten. Quelle: katholisch.de
10.2.2026 Die Anwältin Christina Klemm kommentiert die BKA –Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung (LeSuBiA) im Alltag und konstatiert, wie wenig Vertrauen Frauen in den Staat haben. Quelle: DLF
10.2.2026 Eine Umfrage der ARD bei den katholischen Bistümern nennt 6.529 Betroffene sexualisierter Gewalt und 2.848 Beschuldigte. In der MHG-Studie von 2018 war von 3.677 Minderjährigen Opfern und 1.670 Beschuldigten/Tätern die Rede gewesen. Quellen: DLF Tagesschau 12.2.2026
10.2.2026 Eine neue Studie ist erschienen: „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung (LeSuBiA) im Alltag. Eine geschlechterübergreifende Bevölkerungsbefragung zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland“. LeSuBiA ist die erste geschlechterübergreifende und repräsentative Studie zu Gewalt gegen Frauen und Männer innerhalb und außerhalb von Partnerschaften für Deutschland. Zugleich ist es die erste Studie über digitale Gewalterfahrungen. Quelle: bka
8.2.2026 Der neue Erzbischof von Prag, Stanislac Pribyl, will zeitnah Betroffene von Missbrauch durch kirchliche Amtsträger in der Tschechischen Republik treffen. Dies könnte ein Signal für einen Neuanfang im kirchlichen Umgang mit Betroffenen sein. Quelle: kathpress.at
7.2.2026 Am 12.3.2026 stellt die Universität Paderborn ihre Studie zu den Amtszeiten von Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt (1941 bis 2002) vor. U.a. findet eine Infoveranstaltung über die Studie am 17.3., 19 Uhr im A2-Forum in Rheda-Wiederbrück mit Erzbischof Bentz statt. Dieser Ort könnte gewählt worden sein, weil dort der langjährige Pfarrer Paul Hengsbach, ein Bruder von Kardinal Hengsbach, eine Frau missbraucht haben soll. Eine Studie über die Amtszeit von Bischof Becker soll 2027 veröffentlicht werden. Quelle: amp.die-glocke
7.2.2026 „Eine kritische Theologie muss daher zweierlei leisten: Sie muss selbstkritisch prüfen, wo ihre eigenen Modelle, Theoreme und Sprachspiele anfällig für ideologische Indienstnahmen sind. Und sie muss sich mutig als kritische Stimme innerhalb der kirchlichen Öffentlichkeit äußern. Gerade angesichts erkennbarer Demokratiedefizite in unseren kirchlichen Strukturen kommt der Theologie hier eine gewisse Wächterrolle zu. Zugleich beobachten wir einen Rollback, eine Müdigkeit gegenüber dem Thema Missbrauch. Bisweilen drängt sich der Eindruck auf, dass Studien instrumentalisiert werden, um unter Verweis auf Präventions- und Interventionsanstrengungen das Thema abzumoderieren und den Status quo zu stabilisieren. Das darf nicht geschehen – um der Betroffenen willen.“ Das sagt der katholische Theologe Matthias Remenyi, Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentags und Professor für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft. Quelle: katholisch.de
6.2.2026 Der von Sabine Maschke und Ludwig Stecher u.a. erstellte Abschlussbericht des Forschungsprojektes zur Aufarbeitung sexualisierter und
spiritueller Gewalt in der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) wurde heute vorgestellt. Hilfsangebote – Pressekonferenz – Tagesschau – Interview mit Annkathrin Meyer, DPSG-Vorstand – www1.wdr – Forscherin Helga Dill: Keine Außenkontrolle – Gefährliches Gemeinschaftsgefühl – spiegel
6.2.2026 Die UAK im Bistum Münster sieht in ihrem ersten Bericht gravierende Mängel bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch: lange Verfahren und wenig Transparenz. Auch bei der Zahlung von Anerkennungsleistungen gebe es Probleme. Quelle: katholisch.de
6.2.2026 Hans Zollner, Missbrauchsexperte, sagt, dass inzwischen in vielen Ländern offen über sexuellen Missbrauch an Ordensfrauen gesprochen werden könne. Missio habe dazu beigetragen, neben dem Kinderschutz auch über den Schutz von Frauen in Geistlichen Gemeinschaften zu sprechen. Quelle: katholisch.de
5.2.2026 Die diesjährigen Fastenexerzitien des Papstes mit der Römischen Kurie finden nicht in der Redemptor-Mater-Kapelle statt. Diese Kapelle wurde von Marko Rupnik, einem Missbrauchstäter und früheren Jesuiten gestaltet. Quelle: katholisch.de
5.2.2026 Der Bischof von St. Gallen, Beat Grögli, hat die geplante Ansiedlung der Schwesterngemeinschaft „Maria Stella Matutina“ im Kloster Wonnenstein in der Schweiz gestoppt. Die Gemeinschaft ist eine Abspaltung der Johannesgemeinschaft. Die Johannesgemeinschaft wurde von dem Dominikaner Marie-Dominique Philippe gegründet, dem spiritueller und sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die Schwesterngemeinschaft praktiziert weiterhin nach Aussage ehemaliger Mitglieder psychischen Druck, Abschottung und ein autoritäres System. Quelle: Domradio
4.2.2026 Anlässlich der Abtbenediktion von Alexandre Ineichen in der Schweizer Augustiner Chorherrenabtei Saint-Maurice sollen Missbrauchsbetroffene in den Fokus gestellt werden. In der Abtei haben 30 Chorherren zwischen 1960 und 2024 in mindestens 67 Fällen zumeist
Minderjährige sexuell missbraucht. Quelle: Kirche und Leben
4.2.2026 Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt, tritt zurück. Sie weist auf die hohe zeitliche Belastung dieses Ehrenamtes hin, aber auch auf den „mangelnden Umsetzungswillen“ innerhalb der landeskirchlichen Institutionen. Janz sieht kaum spürbaren Fortschritt für die Betroffenen. Sie habe oft das Gefühl, dass die Betroffenen im Beteiligungsforum als Alibi genutzt werden nach dem Motto: ‚Es waren ja Betroffene dabei!‘ Quellen: Süddeutsche EKD Florian Breitmeier kommentiert evangelisch.de eulemagazin
Nancy Janz ein herzlicher Dank für Ihr großes Engagement!
3.2.2026 Papst Leo XIV. hat 45 Minuten mit einem irischen Mann gesprochen, der von einem Kleriker sexuell missbraucht wurde – ebenso wie sein inzwischen verstorbener Bruder. Quelle: ORF
2.2.2026 Einem Priester aus Indien, der im Bistum Münster tätig ist, wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Das staatliche Gericht hat das Verfahren eingestellt, das kirchliche Verfahren läuft weiter. Quelle: katholisch.de
30.1.2026 Zu den Auslösern für den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland zählte der sexuelle Missbrauch in der Institution. Nach sechs Jahren zog Johannes Norpoth, Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz Bilanz. Er beklagt weiterhin bestehende massive Differenzen, weist aber auch darauf hin, dass es immerhin möglich war, „offen über Macht und Gewaltenteilung, über Geschlechtergerechtigkeit, über die Sexuallehre dieser Kirche und über die Lebensform des Klerus“ zu sprechen. Allerdings sei der Weg zu einer „wirklich betroffenenorientierten inneren Haltung“ trotz aller Mühen immer noch sehr weit sei. Norpoth kritisiert auch das System der Anerkennungsleistungen, das unzureichend sei und die Gefahr einer Retraumatisierung der Betroffenen berge. In einer Evaluation des Synodalen Weges äußerten viele Synodalen , dass der Synodale Weg nur „einen geringen Beitrag zur Behebung systemischer Ursachen sexualisierter Gewalt oder im Wiedergewinnen verloren gegangenen Vertrauens in der Kirche“ erbracht habe. Quelle: katholisch.de
29.1.2026 Hans Zollner sieht die „große Gefahr für die Kirche in Deutschland und darüber hinaus“, dass man meint, „jetzt hat man so einiges getan und noch sehr viel mehr gesagt, sodass man glaubt, das Thema Missbrauch ist nun für immer abgeräumt. So ist es natürlich nicht, wenn wir als Kirche dem Beispiel Jesu folgen wollen.“ Zollner weist darauf hin, dass das Thema Macht innerhalb der Kirche auf die Tagesordnung gehört. Er erinnert an Aussagen von Papst Leo XIV., der fordert, allen Anschuldigungen konsequent nachzugehen, Betroffene anzuhören und mit ihnen auf dem Weg zu sein und Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gleichzeitig gegenüber den Betroffenen und den Angschuldigten zu zeigen. Quelle: domradio
28.1.2026 Prof.in Ute Leimgruber untersucht die Rolle theologischer Konzepte und Praktiken im Kontext von sexuellem und spirituellem Missbrauch (nicht nur) in der katholischen Kirche. Sie entwickelt eine Typologie vulneranter Theologien und zeigt Grundlinien einer missbrauchssensiblen Theologie auf. Quelle: Uni Münster katholisch.de
27.1.2026 Am heutigen Gedenktag an die Opfer des Holocaust spricht die Historikerin Prof. Dr. Dagmar Herzog über „Eugenische Phantasmen –
zur Vor- und Nachgeschichte der ‚Euthanasie‘-Morde an Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen im Nationalsozialismus“.
Quelle: franz-hitze-haus
26.1.2026 Ein Bericht über spirituellen und sexuellen Missbrauch an Ordensschwestern und die Aufarbeitung in Schweizer Frauenklöstern
von Léa Burger und Nicole Freudiger. Zu Rate gezogen wird auch die Forschungsarbeit von Barbara Haslbeck Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum. Quellen: srf.ch kath.ch
26.1.2026 Vor dem Amtsgericht Neunkirchen wird der Fall eines katholischen Priesters aus dem Bistum Trier wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Medien verhandelt werden. Die Hauptverhandlung ist derzeit ausgesetzt, weil ein IT-Sachverständiger ein Gutachten vorlegen soll. Bereits im Frühjahr 2022 wurden gegen den Priester Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt und Missbrauchs bekannt. Der Priester wurde suspendiert, der Fall an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Wenn die staatlichen Verfahren abgeschlossen sind, will das Bistum eine kirchenrechtliche Untersuchung einleiten. Quelle: katholisch.de
25.1.2026 Schon vor Jahrzehnten hatten Missbrauchsbetroffene Fälle an die Benediktiner im Kloster Rohr gemeldet. Jetzt hat der Orden eine
Aufarbeitung angekündigt, die von der Historikerin Prof.in Annette Eberle von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München durchgeführt werden solle. Die Benediktiner wissen seit mindestens 2002 von Missbrauchsfällen am Johannes-Nepomuk-Gymnasium. Insgesamt haben sich in den letzten Jahren 20 Betroffene gemeldet. Differenzen gibt es über die Höhe der Anerkennungsleistungen , das Kloster beteiligt sich nicht am UKA-Verfahren der Deutschen Bischofskonferenz, weil es sich die dort festgelegten Zahlungen nicht leisten könne. Quelle: br
23.1.2026 Das Bistum Dresden-Meißen ruft Betroffene auf, sich zur Arbeit im neu zu bildenden Betroffenenbeirat zu melden. Quelle: Bistum Dresden-Meißen s. auch domradio
22.1.2026 Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Passau braucht Weiterarbeit und Verstetigung. Wie das Bistum Passau mitteilt,
verständigten sich darüber einmütig der unabhängige Betroffenenbeirat (UBB), die unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) und die Bistumsleitung mit Bischof Stefan Oster bei einem gemeinsamen Gespräch. Quelle: pnp
22.1.2026 Nach der Veröffentlichung der Pilotstudie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche der Schweiz wurden fünf Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen erstattet. Nun wurden die Verfahren eingestellt. Die Interessengemeinschaft für Missbauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld (IGM!kU) kritisiert die Entscheidung und stellt fest, dass die EInstellung der Verfahren „weder das erlittene Leid der Betroffenen noch die institutionelle Verantwortung“ relativieren. Vreni Peterer, Präsidentin der IG-M!kU, widerspricht auch der Aussage, dass Betroffene ihr
„Desinteresse“ an einer – teilweise nochmaligen – Konfrontation mit dem Thema signalisiert hätten. Peterer sagt: „Es geht nicht um Desinteresse,
sondern um Erschöpfung und Selbstschutz. Viele Betroffene haben nach jahrzehntelangen inneren Kämpfen keine Kraft mehr, sich erneut
belastenden Verfahren auszusetzen.“ Quelle: kath.ch
22.1.2026 Die Fälle sexualisierter Gewalt in katholischen Jugendverbänden sollen wissenschaftlich untersucht werden. Dafür werden noch Experten gesucht. Die Studie soll den Zeitraum von 1945 bis 2025 untersuchen und wissenschaftlich unabhängig sein. Die Perspektive Betroffener soll einbezogen werden. Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Teilfinanzierung zugesagt. Domradio
21.1.2026 Die Benediktinerabtei Rohr will Missbrauchsfälle in dem Gymnasium und dem Internat, die zu dem niederbayerischen Kloster gehörten, sexuelle Gewalt untersuchen lassen, teilte Abt Markus Eller mit. Quelle: Domradio
21.1.2026 Ein in Chile sehr bekannter Jesuit, Felipe Berrios, hat den Orden verlassen und ersucht den Erzbischof von Antofagasta, Chile, um
Inkardinierung in den Diözesanklerus. Zuvor war Berrios von Missbrauchsvorwürfen freigesprochen worden. 2024 war er nach einer kirchenrechtlichen Untersuchung aus dem Orden ausgeschlossen worden. Nach dem Freispruch ersuchte er das vatikanische Dikasterium für die
Glaubenslehre, den Ausschluss aus dem Orden zurückzunehmen. Dem Gesuch entsprach das Dikasterium, der Orden jedoch hält am Ausschluss fest,
weil er vom Fehlverhalten Berrios gegenüber Frauen und Mädchen überzeugt ist. Quelle: katholisch.de
21.1.2026 Die katholische Kirchengemeinde Marbach, Bistum Rottenburg-Stuttgart, arbeitet den Fall des Pfarrers Michal Gr. auf, der drei Kinder missbrauchte, dafür auch verurteilt wurde und inzwischen verstorben ist. Quellen: Stuttgarter Zeitung drs katholisch.de 28.1.2026
19.1.2026 Fanny Lalot, Doktorin der Psychologie, erklärt, warum Gemeinschaften sich eher mit dem Täter als mit den Opfern solidarisieren. Quelle: ref.ch
19.1.2026 Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) hat anlässlich des fünften Jahrestages seines Buches „Erzählen als Widerstand“ eine
Online-Veranstaltung am 15. Januar 2026 durchgeführt, bei der die Wirkung und die Perspektiven der Auseinandersetzung mit Missbrauch an erwachsenen Frauen in der Kirche im Fokus standen. Die Veranstaltung fand vor etwa 80 Teilnehmenden statt und zielte darauf ab, die Bedeutung
des Erfahrungsberichts sowie die weiteren Maßnahmen des Verbands zu reflektieren. Dr. Barbara Haslbeck berichtete von Erfahrungen der
Solidarität mit den Frauen, die im Buch berichtet hatten, aber auch von Enttäuschungen. Quelle: Verbandsbüro KDFB
17.1.2026 Der italienische Fotograf und Journalist Simone Padovani hat Opfer sexualisierter Gewalt von Norwegen bis Ruänien fotografiert.
Derzeit wird die Ausstellung in Osnabrück gezeigt. Quelle: taz
16.1.2026 Im Januar 2026 erschien der Rapport de la Commission Indépendante sur les Abus Spirituels et les Emprises Psychologiques au sein des Bénédictines du Sacré-Cœur de Montmartre (CIASEP-BSCM) Er berichtet von Isolation, Überwachung, aufgezwungenem Schweigen und Denunziation und spricht von einer Dynamik der psychologischen Kontrolle und des spirituellen Missbrauchs bei den Benediktinerinnen von Sacré-Cœur in Paris. Quellen: infovaticana eglise.catholique.fr Libération
16.1.2026 Im Bistum Aachen wurde ein amtierender Pfarrer des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Anzeige ging anonym beim Bistum ein. Der Anzeigende gibt an, als Firmling von dem Pfarrer in einer Jugendherberge außerhalb des Bistums missbraucht worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt, ein kirchenrechtliches Verfahren läuft. Quelle: Antenneac
14.1.2026 Andreas Perr wurde als Kind von einem katholischen Priester missbraucht und mit Alkohol gefügig gemacht. Die Sucht brachte ihn später ins Gefängnis. Nun kämpft er dafür, dass die Zusammenhänge anerkannt werden – und er statt ins Gefängnis in Therapie darf. Quelle: Süddeutsche
11.1.2026 Ein Betroffener, „Ralf König“ (Pseudonym), berichtet von seinem Leben. Er ist eines der Opfer u.a. von Kardinal Franz Hengsbach. Feature von Gabriele Knetsch. Quelle: www1.wdr
10.1.2026 Der katholische Bischof von Osnabrück, Dominicus Meier, will das Bewusstsein für sexuellen und spirituellen Missbrauch wachhalten und berichtet von regelmäßigen Gesprächen mit Betroffenen. Er weist darauf hin, dass eine Erinnerungskultur wichtig sei, die zur Auseinandersetzung mit den Ursachen des Missbrauchs führe. Quelle: zeit
10.1.2026 Papst Leo XIV. sagte, der Missbrauchsskandal sei „bis heute eine wirkliche Wunde im Leben der Kirche an vielen Orten“. Verschärft worden sei der Skandal dadurch, dass Betroffene nicht aufgenommen und angehört worden sei. Quelle: derstandard.at
10.1.2026 Nach dem Scheitern der Aufarbeitungskommission des Erzbistums Berlin, der Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz und der Katholischen Militärseelsorge im Juni 2025 will das Bistum Dresden-Meißen eine eigene Aufarbeitungskommission installieren. Möglicherweise soll erneut der Historiker Bernd Schäfer an dem Prozess beteiligt werden, dem die inzwischen aufgelöste gemeinsame Aufarbeitungskommission das Vertrauen entzogen hatte. Quelle: katholisch.de
9.1.2026 Das staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen den ehemaligen Pfarrer von Hauzenberg, Bistum Passau, wurde eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren dauert an. Dem Pfarrer war Alkoholmissbrauch und ein den Präventionsrichtlinien nicht entsprechenden Umgang mit
Jugendlichen vorgeworfen worden. Quelle: pnp
9.1.2026 Der Kirchenrechtler Philipp Thull beschreibt die vielen Missbrauchsgutachten am Beispiel des Trierer Dritten Zwischenberichts als „Instrument der Verantwortungsverschleierung“. Die Gutachten, Studien und Berichte erzeugten den Anschein von Transparenz, helfen den Verantwortlichen aber zugleich, sich hinter „systemischen Fehlern und den Taten ihrer Vorgänger zu verstecken“, sagt er. Thull stellt viele Fragen an das Trierer Gutachenten und entdeckt Schwächen und Fehler des Gutachten. Quelle: herder
8.1.2026 In Spanien haben sich die katholische Kirche und die Regierung über die Missbrauchsentschädigung kirchlicher Opfer, deren Fall strafrechtlich verjährt ist, geeinigt. Nun soll ein unabhängiger Ombudsmann eingeschaltet, der einen Entschädigungsvorschlag erarbeiten soll. Bei Uneinigkeit der Beteiligten wird eine Kommission tätig, letztlich entscheidet der Ombudsmann. Der spanische Ombudsmann für Bürgerrechte, Ángel Gabilondo, geht davon aus, dass Spanien die größte Missbrauchsquote durch Geistliche weltweit aufweist, wie eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab, die ergab, dass 1,13 Prozent der heutigen Erwachsenen im religiösen Umfeld Missbrauch erfahren haben. Quellen: katholisch.de taz
8.1.2026 Walter M. wurde als Kind über Jahre von einem katholischen Pfarrer missbraucht und vergewaltigt. Er blickt auf diese quälende Zeit und die Folgen zurück. Quelle: fraenkischertag
5.1.2026 Im Erbacher Hof, einem christlichen Tagungshaus in Mainz, sind Heilige, Bischöfe und Wappen verhüllt. Sie heißen nun „Interim“. Im Erbacher Hof sind „Fragen aufgekommen rund um einige Personen der Mainzer Kirchengeschichte, die im Umgang mit sexualisierter Gewalt ihrer persönlichen Verantwortung nicht gerecht wurden“. Die Verhüllung soll nicht die Erinnerung auslöschen, vielmehr gehe es um „eine produktive Auseinandersetzung mit einer in Teilen ambivalenten Vergangenheit“, teilte eine Sprecherin des Bistums mit. Es sollen mit der Verhüllung Prozesse des Nachdenkens im Erbacher Hof und im Bistum sichtbar gemacht werden. Quelle: Evangelische Zeitung
4.1.2026 Systemversagen: Kinder waren die Opfer von seyuellem Missbrauch im katholischen Internat. Bernd erzählt.
2.1.2026 Der Jahresbericht 2025 von GottesSuche ist online.
2.1.2026 Rückblick auf die Debatte um rituelle Gewalt im Bistum Osnabrück. Quelle: noz
2.1.2026 In einem Vortrag beleuchtet der Historiker David Rüschenschmidt den Missbrauchskomplex in der katholischen Kirche, ausgehend vom Bistum Münster. Er beschreibt, wie lange sich der Missbrauch zurückverfolgen lässt und wie er vertuscht wurde. Vom Jahr 2022 bis 2024 hat David Rüschenschmidt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt zur Aufarbeitung des Missbrauchs Minderjähriger durch Priester im Bistum Münster mitgearbeitet. In seinem Vortrag stellt er die Ergebnisse des Projekts vor und ordnet sie ein. *Quellen: deutschlandfunknova.de zum Forschungsbericht