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2008 berichteten zwei Frauen von Missbrauch in der St. Johannes-Gemeinschaft. Ein Mitglied der Johannesgemeinschaft aus Marchegg wurde 2010 zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. 2013 tauchten Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft, Pater Philipp, auf. 2016 wurde ein Bruder der Johannesgemeinschaft zu acht Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch verurteilt.

2015 wurde ein Bruder der Johannesgemeinschaft zu acht Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch verurteilt.

16.5. 2019 Der französische Orden der „Brüder vom Heiligen Johannes“, der 1986 kirchenrechtlich anerkannt wurde, distanziert sich zum Teil vom Ordensgründer Marie-Dominique Philippe. Ihm wird sexueller Missbrauch mehrerer Ordensfrauen über Jahre hinweg vorgeworfen. Außerdem hat er Geistliche ausgebildet und dabei vermittelt, dass eine innige Freundschaft auch Liebesgefühle impliziere. Der Generalprior Francois-Xavier Cazali sagte, die Einflusslinien, die zu sexuellem Missbrauch führten, gingen auf Philippe zurück. Daher könne er nicht als Vorbild gelten. Sein Platz in der Ordensgemeinschaft werde noch diskutiert. – Gegen mehrere Brüder der Gemeinschaft wurden zivile Strafverfahren angestrengt. Zudem laufen etliche kanonische Verfahren in Rom. Es gibt 32 Beschwerden zu Taten an Erwachsenen. 80 % der Taten fanden im Rahmen geistlicher Begleitung statt. Dem Orden wurde auch vorgeworfen, moralischen Druck auf Mitglieder ausgeübt zu haben und z.B. den Mitgliedern den Kontakt zu ihren Eltern verboten zu haben.

6.11.2019 Die Brüder vom Heiligen Johannes haben sich von ihrem Gründer Pater Marie-Dominique Philippe distanziert. Sie könnten ihn nicht mehr „als einen Lehrmeister für das spirituelle Leben anerkennen“. In der Arte-Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ wurden Vorwürfe gegen den Ordensgründer und seinen Bruder öffentlich. Pater Thomas Philippe war seit 1956 verboten, sein Amt als Priester auszuüben. 1957 wurde Pater Marie-Dominique bestraft. Beide Brüder hielten sich nicht an ihre Strafe. Weitere Sanktionen von Seiten des Vatikans blieben aus – die Gründe sind ungeklärt.

Eine Untersuchung machte fast weitere 30 Brüder ausfindig, die das Missbrauchssystem der Brüder Philippe für eigene Taten reproduziert hatten. Das Generalkapitel befand, dass die Fälle nicht eine „vorübergehende Schwäche“ seien, sondern ein „seit der Gründung der Gemeinschaft eingerichtetes Missbrauchssystem“. Die Lehre Philippes werde nun eingehend geprüft. Eine interdisziplinäre Kommission solle die Missbrauchsfälle vollständig aufklären.

16.6.2021 Die vatikanische Glaubenskongregation hat Marie-Dominique Gouttierre, ein führendes Mitglied der Johanneskongregation, wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs dauerhaft aus dem Priesteramt ausgeschlossen. Auch die Gemeinde selbst hat ihn aus der Versammlung ausgeschlossen. Gouttierre galt als der „geistige Sohn“ des Gründers Marie-Dominique Philippe. Goutrierre wurde vorgeworfen, mehrere Brüder und Schwestern der ebenfalls in den Niederlanden tätigen Johanniterfamilie sexuell missbraucht zu haben. Er wurde auch beschuldigt, eine Frau, die er spirituell leitete, sexuell missbraucht zu haben. Marie-Dominique Goutierre lebte in der Walliser Abtei St-Maurice. Dort hatte er weiterhin Kontakt zu vier ehemaligen Mitgliedern der Gemeinschaft. Der Kontakt verstieß gegen die Auflagen. Quelle: kath.ch

29.6.2023 Die St. Johannes-Gemeinschaft hat ihren Bericht über Missbrauch in der Gemeinschaft und über die Verbrechen des Gründers Père Marie-Dominique Philippe veröffentlicht. Comprendre et guérir – Origines et analyses des abus dans la Famille Saint-Jean. Dem Report zufolge sind seit Gründung der Gemeinschaft vom heiligen Johannes im Jahr 1975 mindestens 167 Menschen missbraucht worden. Die Täter waren 72 Brüder der Gemeinschaft. Das sind etwa 8 Prozent aller Brüder, die der Gemeinschaft seit ihrer Gründung angehörten. Die meisten Übergriffe geschahen gegen erwachsene Frauen im Rahmen geistlicher Begleitung.

31.1.2025 Kardinal Jean-Claude Hollerich, Luxemburg, hat die pastorale Zusammenarbeit mit der Fraternité Verbum Spei mit sofortiger Wirkung gekündigt, weil diese Bruderschaft fragwürdige Lehren propagiere. Das Bistum sieht in der sogenannten ‚Freundschaftsliebe‘ des Paters Marie-Dominique Philippe eine echte Gefahr. Verbum Spei ist eine Absplitterung einer von Pater Marie-Dominique in der Schweiz gegründete Gemeinschaft. Verbum Spei hat sich nie von den obskuren Lehren von Pater Philippe trotz Warnungen der französischen Kirche und des Heiligen Stuhls gelöst. Quelle: wort.lu

20.12.2025 „Maria Stella Matutina“ ist eine Abspaltung der Johannes-Gemeinschaft. Nach wie vor verehrt sie – nach Aussagen einer ehemaligen Novizin – den Gründer der Gemeinschaft Kontemplativer Schwestern innerhalb der Johannesgemeinschaft, den französischen Dominikaner Marie-Dominique Philippe (1912-2006), der als Missbrauchstäter bekannt ist. Nun will sich die Gemeinschaft „Maria Stella Matutina“ im Kloster Wonnenstein, Bistum St. Gallen, niederlassen. Das Bistum „evaluiert die Situation neu“.  Quelle: kath.ch

5.2.2026 Der Bischof von St. Gallen, Beat Grögli, hat die geplante
Ansiedlung der Schwesterngemeinschaft „Maria Stella Matutina“ im Kloster
Wonnenstein in der Schweiz gestoppt. Die Gemeinschaft ist eine
Abspaltung der Johannesgemeinschaft. Die Johannesgemeinschaft wurde
von dem Dominikaner Marie-Dominique Philippe gegründet, dem
spiritueller und sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Die
Schwesterngemeinschaft praktiziert weiterhin nach Aussage ehemaliger
Mitglieder psychischen Druck, Abschottung und ein autoritäres System.
Quelle: Domradio