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2025

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.


29.12.2025 Bischof Ackermann, Bistum Trier, sagt, dass die individuelle Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Trier auch nach dem vorgesehenen Ende der Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission 2027 weitergehen werde. Quelle: Zeit


22.12.2025 Lisa Weiß berichtet im Feature „Missbrauch: Das Schweigen der Bischöfe“ von Erfahrungen Betroffener in der katholischen Kirche in
Italien. Quelle: www1.wdr


20.12.2025 „Maria Stella Matutina“ ist eine Abspaltung der Johannes-Gemeinschaft. Nach wie vor verehrt sie – nach Aussagen einer ehemaligen Novizin – den Gründer der Gemeinschaft Kontemplativer Schwestern innerhalb der Johannesgemeinschaft, den französischen Dominikaner Marie-Dominique Philippe (1912-2006), der als Missbrauchstäter bekannt ist. Nun will sich die Gemeinschaft „Maria Stella Matutina“ im Kloster Wonnenstein, Bistum St. Gallen, niederlassen. Das Bistum „evaluiert die Situation neu“.  Quelle: kath.ch


19.12.2025 Das Bistum Aachen hat die Liste mutmaßlicher und verurteilter Missbrauchstäter entfernt. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission  (UAK) wirft dem Bistum Intransparenz vor. Die Sprecherin des Bistums sagt, Bischof Dieser habe den Schritt angekündigt und ausführlich begründet. Die UAK wiederum berichtet, dass es über die Entfernung der Liste keinen Austausch mit dem Bischof gegeben habe, sie seien lediglich informiert worden. Quelle: katholisch.de


19.12.2025 Burkard Hose, Hochschulpfarrer, kommentiert den Film Die hippen Missionare – mit Jesus gegen die Freiheit?: „Es sind Zeugnisse über manipulierende Praktiken innerhalb der Loretto-Gemeinschaft, im Gebetshaus Augsburg und bei den FOKUS-Missionaren. Menschen, die sich jetzt vor die Kamera trauen oder auch anonymisiert über das sprechen, was sie erlebt haben, verdienen unsere Solidarität.“ Quelle: katholisch.de  Anmerkungen von Bischof Oster


18.12.2025 Papst Leo XIV. hat Kardinal Timothy Dolan, 75, als Erzbischof von New York abgelost. Dolan trat vor allem als Unterstützer und Freund des US-Amerikanischen Präsidenten Trump in Erscheinung. Quelle: katholisch.de


17.12.2025 Das Erzbistum New York verkauft das in seinem Besitz befindliche Grundstück des Luxushotels Lotte New York Palace für 490 Millionen US-Dollar, um einen Vergleich mit Überlebenden von sexuellem Missbrauch zu finanzieren. Quelle: katholisch.de


16.12.2025 Bis zum September 2023 stand auf dem Domhof in Essen die Statue von Kradinal Franz Hengsbach. Nachdem dert Verdacht bekannt wurde, dass er in den 1950er und 60er Jahren sexuellen Missbrauch begangen habe, wurde die Statue entfernt. Nun soll dort ein Gedenkort
für Opfer von sexuellem Missbrauch entstehen. Quelle: www1.wdr


15.12.2025 Am Landgericht Koblenz wurde im Berufungsverfahren das Urteil gegen einen Priester wegen Missbrauchs eines Mädchens bestätigt.
Der Verurteilte aus dem Westerwald kann noch Revision einlegen.  Quelle: swr


15.12.2025 Im Oktober 2023 hat das Bistum Aachen die Namen von 53 mutmaßlichen Missbrauchstätern veröffentlichen. Nach der Veröffentlichung meldeten sich mehr als 68 Betroffene. Am 18.11.25 wurde diese Liste wieder von der Website entfernt. Auslöser war die Beschwerde eines Angehörigen eines verstorbenen Weihbischofs, dessem Name veröffentlicht worden war. Der Fall landete beim Vatikan. Der Vatikan stellte klar, dass die Unschuldsvermutung auch im Kirchenrecht gilt. Strafrechtliche Maßstäbe dürften nicht rückwirkend angewandt werden. Sexueller Missbrauch ist im Kirchenrecht erst seit 2021 ein schweres Verbrechen. Quelle: www1.wdr


12.12.2025 Der Freiburger Musikwissenschaftler Janik Hollaender kritisiert die Lobpreismusik als „ästhetisch vereinfachend, theologisch verengend und politisch nicht unproblematisch.“ Gefühl gehe vor Reflexion, der Wahrheitsbegriff verschiebe sich zum Authentizitätsbegriff. Damit werden komplexe Zusammenhänge reduziert und die Anschlussfähigkeit an rechtspopulistische Denkweisen erhöht. Der Musikwissenschaftler plädiert für mehr Offenheit gegenüber Kunstformen, die Ambiguität zulassen und eigenständige Deutungen fördern. Quellen: katholisch.de   feinschwarz-net


11.12.2025 Im Interview berichten Francesco Zanardi und Hans Zollner über die mangelhafte Aufklärung von Missbrauch in der katholischen
Kirche Italiens. Quellen: Tagesschau   youtube


11.12.2025 Der österreichische Priester Dr. Anno Schulte-Herbrüggen, der öffentlich davon sprach, von einem Mitglied des Deutschen Ordens
missbraucht worden zu sein, ist vom Deutschen Orden als Betroffener anerkannt worden. Der beschuldigte Ordenspriester P. Theo Neuking starb
2002. Schulte-Herbrüggen berichtete, dass bis zum 9. Dezember 16 weitere Meldungen bei ihm eingingen. Zehn davon seien bereits früher gemeldet
worden, drei neue Fälle aus Tirol werden geprüft, ebenso weitere Hinweise aus Südtirol und Deutschland. Quelle: vaticannews


11.12.2025 Ein Mann, 70, aus dem Westerwald hat eine Schmerzensgeldklage gegen das Erzbistum Köln wegen schwerem sexuellen Missbrauch durch einen Priester eingereicht. Der Priester habe ihn erstmals mit 7 Jahren missbraucht und auch anderen Geistlichen zum Missbrauch zugeführt. Quelle: zeit


11.12.2025 Im Erzbistum Köln erhielt die von jahrelangem Missbrauch Betroffene Melanie F. eine Zahlung von 360.000 Euro, obwohl ein staatliches Gericht festgestellt hatte, dass die Kirche keine Verantwortung für das Verhalten des Priesters trage, denn der habe das Opfer in seiner Freizeit sexuell missbraucht. Melanie F. geht gegen das Urteil in Berufung. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller urtzeilt: „Das Landgericht Köln hat sich bei diesem zivilrechtlichen Verfahren bis auf die Knochen blamiert, weil es ja versucht hat, theologisch zu urteilen, ob ein Priester privat oder dienstlich handeln kann. Das ist ein Skandalurteil in Köln.“ Quelle: www1.wdr


10.12.2025 Ein österreichischer Priester berichtet von seinem Missbrauch durch einen angesehenen Ordensmann. Er ist in Österreich der erste Priester, der sich als Betroffener zu erkennen gibt und ist überzeugt, nicht der einzige zu sein. Quelle: ORF


10.12.2025 Marc von Knorring, Autor der Passauer Missbrauchsstudie, kritisierte den Umgang der Bischöfe Antonius Hoffmann (Bischof von 1968
bis 1984) und Franz Xaver Eder (Bischof von 1984 bis 2001) mit Missbrauchsanzeigen. Hoffmann habe „Nachsicht mit Beschuldigten geübt,
ihnen Fürsorge angedeihen lassen und allenfalls milde Sanktionen verhängt – und dadurch Übergriffe mit ermöglicht“, sagte von Knorring.
Bei Bischof Eder dominierte die „Fürsorge für Beschuldigte und der besorgte Blick auf den erreichten Grad an ‚Öffentlichkeit‘, der den
Unterschied zwischen Milde und Strenge ausmachte.“ Quelle: katholisch.de


9.12.2025 Mehr als 300 Millionen US-Dollar will das Erzbistum New York an 1.300 Personen zahlen, die als Minderjährige von Priestern oder
Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht wurden. Eine verbindliche Einigung steht noch aus. Das Erzbistum New Orleans zahlt nach einer Einigung mit den Betroffenen rund 230 Millionen Dollar an hunderte Menschen. Quelle: katholisch.de


8.12.2025 Die Studie der Universität Passau „Sexueller Missbrauch und körperliche Gewalt. Übergriffe auf Minderjährige durch katholische Geistliche im Bistum Passau 1945 bis 2022“, durchgeführt von Marc von Knorring, Anna Karoline Matschl, M.A. und einem Team ist veröffentlicht. Sie geht von
mindestens 672 Betroffenen und 154 des Missbrauchs beschuldigten bzw. überführten Priestern aus. Quelle: uni-passau


5.12.2025 Die Aufarbeitungskommission im Bistum Trier fordert Rheinland-Pfalz und das Saarland zu mehr Hilfen für Missbrauchsbetroffene auf. Beide Länder reagieren, machen aber keine konkreten Zusagen. Die Aufarbeitungskommission hat den vierten Zwischenbericht veröffentlicht. Das
Gremium empfiehlt darüber hinaus die Etablierung einer Erinnerungskultur und eine vergleichende Zusammenfassung aller Berichte und Ergebnisse der Missbrauchskommissionen der Bistümer. Inzwischen hat das Bistum Trier ein Angebot seelsorglicher Gespräche mit Seelsorgenden, die traumasensibel arbeiten. Die Kommission fordert die Leitung auf, dafür zu sorgen, „dass es in den Pfarreien zu einem Klima der Achtsamkeit statt der Verdrängung und Verächtlichmachung von Opfern kommt“. Das Forschungsteam arbeitet derzeit an der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle während der Amtszeiten der früheren Bischöfe Franz Rudolf Bornewasser und Matthias Wehr (1946-1967). Ende 2026 sollen Ergebnisse vorliegen. Quelle: katholisch.de   zeit


4.12.20256 Trotz großer medialer Aufmerksamkeit für das Thema „sexualisierte Gewalt“ ist die Aufarbeitung an staatlichen Schulen in den vergangenen Jahren kaum vorangekommen. Das zeigt eine Studie der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Quellen: fr   Süddeutsche   evangelisch.de


3.12.2025 Das vom Vatikan beauftragte Kirchengericht des Bistums Augsburg hat den früheren Dompropst von Münster und Offizial Kurt Sch. vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Das Kirchengericht sprach ihn jedoch schuldig, weil er seine Befugnisse und seine Aufgabe als
Dienstvorgesetzter gegenüber einer ihm unterstellten Person missbraucht habe, indem er ihr über seinen dienstlichen E-Mail-Account unangemessene private Nachrichten zukommen ließ. Ihm wurde ein räumlich begrenztes Aufenthaltsverbot zum Schutz der betroffenen Person auferlegt und das Verbot für fünf Jahre, Ämter oder Aufgaben zu übernehmen, die mit Weisungsbefugnis gegenüber unterstellten hauptamtlichen Mitarbeitenden ausgestattet wären. Quelle: Bistum Münster


2.12.2025 Fachleute kritisieren die geplanten Rahmenbedingungen für die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Polens.
Das neu gefasste Konzept für die Untersuchungskommission sei deutlich schlechter als ein früherer Entwurf, die Unabhängigkeit der künftigen Kommission sei ernsthaft eingeschränkt und schaffe weniger günstige Bedingungen für die Wahrheitsfindung. Das sagt Pfarrer Grzegorz Strelczyk, der sich für Betroffene engagiert zu dem von Bischof Slawomir Oder entworfenen Konzept. Kirchliche Vorgesetzte könnten sich in die  Arbeit der Kommission einmischen, Garantien für uneingeschränkten Zugang zu den Archiven fehle, die Kommission dürfe niemanden vorladen und niemanden zu einer schriftlichen Antwort zwingen. Dies untergrabe die Glaubwürdigkeit der Aufarbeitung. Ursprünglich war Erzbischof Polak, Gniezno, mit der Einrichtung der landesweiten Kommission betraut worden. Im Juni entzogen die Bischöfe ihm jedoch die Zuständigkeit und gaben sie Bischof Oder, der – anders als Polak, nicht das Vertrauen von Missbrauchsbetroffenen genießt. Quelle: katholisch.de 


29.11.2025 Die Studie über die Missbrauchsfälle im Bistum Passau wurde heute Bischof Oster übergeben. Öffentlich einsehbar ist sie in vollem Umfang ab Montag,  8.  Dezember, auf der Web­site der Uni­ver­si­tätPas­sau. Quelle: Bistum Passau


26.11.2025 Mindestens zwischen den 1970er-Jahren bis 2003 missbrauchte ein Redemptoristen-Pater minderjährige Mädchen und erwachsene Frauen. 2003 meldete sich ein Mitarbeiterin des KAB-Heims bei der KAB – der Pater blieb unbehelligt. Rückfragen an den Orden oder an das Erzbistum
Paderborn gab es nicht. 2011 wurde beim Redemptoristenorden ein konkreter Missbrauchsvorwurf aus den 70er-Jahren bekannt. Der Beschuldigte räumte den Vorwurf ein. Der Orden benachrichtigte weder die KAB noch das Erzbistum noch die Polizei. Für den Beschuldigten gab es keinerlei Konsequenzen. Auch im Erzbistum Paderborn war bereits 2011 ein Fall von „grenzüberschreitendem Verhalten“ bekannt, ohne dass der Orden oder die KAB informiert wurden. Erst 2024 ergab sich ein vollständiges Bild. Winfried Pauly, Leiter einer „Koordinierungsgruppe Prävention“ und Stefan Eirich, KAB, geben das Versagen der jeweils Verantwortlichen zu, verweisen jedoch darauf, dass die Opfer in beiden Fällen Vertraulichkeit zur Bedingung für Angaben gemacht hätten. Eirich erklärte für die KAB als Träger des Heinrich Lübke-Hauses, dass der Beschuldigte einen Fan-Kreis gehabt habe und man angenommen habe, dass den Anschuldigungen nicht geglaubt worden wäre. Quelle: Soester Anzeiger


25.11.2025 Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.


25.11.2025 Barbara Haslbeck berichtet, dass auch erwachsene Frauen in der Kirche – vor allem in der Seelsorge – Gewalt erfahren. Das Problembewusstsein sei inzwischen gestiegen, aber die Unterstützung für Betroffene sei noch entwickjlungsbedürftig. Sie weist darauf hin, dass Seelsorgende in Aus- und Fortbildung viel Reflexion der eigenen Rolle investieren sollten. Es müsse ganz klar sein, dass es in der Seelsorge keine sexualisierten Übergriffe oder sexuelle Handlungen geben dürfe. Hilfreich wäre, das seelsorgliche Setting dem Setting in der Psychotherapie gleichzustellen. Dort gibt es eine rechtliche Regelung (Paragraf 174c StGB), die jede sexuelle Handlung in einem Abhängigkeitsverhältnis als tabu erklärt. Quellen: katholisch.de   Domradio


24.11.2025 Die katholischen Bischöfe appellieren dafür, den 2013 eingerichteten Fonds für Missbrauchsbetroffene außerhalb von institutionellem und kirchlichem Kontext fortzuführen. Nach aktuellem Stand sind im Haushaltsentwurf für 2026 keine Mittel mehr für den Fonds enthalten.  Quelle: katholisch.de 


24.11.2025 Dem 76-jährigen Bischof Rafael Zornoza, Cádiz/Spanien, wird vorgeworfen, einen Minderjährigen in den 1990er Jahren über mehrere
Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Zornoza hat seinen Amtsverzicht erklärt, den Papst Leo annahm. Neben sexuellem Missbrauch wird Zornoza auch vorgeworfen, Missbrauchsfälle durch andere Geistliche gedeckt zu haben. Quellen: Morgenpost  cruxnow     Domradio


23.11.2025  „Wir haben uns mit unseren Skandalen in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert.“ Das sagt Erzbischof Burger, Freiburg, am Christkönigsfest und meint damit wahrscheinlich die Missbrauchsverbrechen in der katholischen Kirche. Quelle: ebfr


22.11.2025 Dem 76-jährigen Bischof Rafael Zornoza, Cádiz/Spanien, wird vorgeworfen, einen Minderjährigen in den 1990er Jahren über mehrere
Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Das Bistum sagt, die Vorwürfe seien „sehr schwerwiegend und zudem falsch“. Der Bischof nimmt
vorübergehend keine Termine wahr und widmet sich der Behandlung einer aggressiven Krebserkrankung. Die weltliche Justiz ermittelt   wegen Verjährung nicht. Nun hat Papst Leo den Rücktritt von Bischof Rafael Zornoza, Cadiz/Spanien, akzeptiert. Eine Begründung gab der Vatikan nicht an. Quellen: cruxnow  Domradio


20.11.2025 Bischof Meier, Augsburg, kündigt Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie der Unabhängigen Aufarbeitungskommission für das Bistum Augsburg an. Die geforderte Stelle mit dem Schwerpunkt psychologische und pastorale (!) Nachsorge für Betroffene werde baldmöglichst geschaffen, teilte er mit. Künftig werden neu bekannt gewordene Missbrauchsfälle jährlich im Amtsblatt veröffentlicht. Quellen: katholisch.de   BR


20.11.2025 Wegen unangemessenen Umgangs mit dem Thema Missbrauch in der Kirche verhüllt das Tagungszentrum Erbacher Hof in Mainz Büsten,
Raumnamen und Wappen geistlicher Würdenträger, ohne jedoch ihre Namen zu nennen.  Ziel der Aktion sei unter anderem, einen Nachdenkprozess im Tagungshaus und im Bistum insgesamt sichtbar zu machen. Die Abdeckungen der bisherigen Raumbezeichnungen tragen den Angaben nun bis auf Weiteres die Bezeichnung „Interim“. Quelle: katholisch.de


19.11.2025 Die Passauer Studie soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Der Historiker Marc von Knorring berichtet, dass in die Studie 25 Interviews mit Betroffenen und 35 mit Zeitzeugen eingeflossen sind. Neben den Personalakten der Priester wurden auch Unterlagen aus Pfarreien, Dekenaten, Klöstern, Schulen oder Nachlässen von Priestern und von Interventionsbeauftragten gesichtet. Nicht zu unterschätzen sei das Geheimarchiv des Bischofs gewesen. Der Wissenschaftler und sein Team von der Uni Passau geht davon aus, dass die Studie Aufsehen erregen wird, weil es unerwartete Ergebnisse gebe. Quelle: katholisch.de


19.11.2025 Jan-Luca Helbig greift ein bei Missbrauchsfällen umstrittenes Thema auf: die Verjährung von Schmerzensgeldansprüchen. Er erinnert daran, dass das katholische Kirchenrecht an die Verjährung strenge moralische Anforderungen stellt, die in der aktuellen Debatte bislang übersehen werden. Quelle: feinschwarz.net


18.11.2025 Podcast mit Prof. Thomas Schüller, röm.-katholischer Theologe, Kirchenrechtler und Mitglied der UAK Münster. Schüller gibt wichtige Einblicke in den Zusammenhang von kirchlichen Strukturen, Macht und Zölibat. Quelle: podcast.uak-muenster


18.11.2025 Nachdem belgische Missbrauchsopfer Papst Leo XIV. getroffen haben, sprachen sie auch mit den belgischen Bischöfen. Der Erzbischof von Brüssel-Mechelen. Luc Terlinden, nannte das Gespräch „sehr konstruktiv“. Beeindruckt war Terlinden von dem Begriff „Spiritizid“, ein Ausdruck, der nach Ansicht Betroffener deutlich macht, dass sexueller Missbrauch neben körperlichen und seelischen Schäden und tiefgreifende spirituelle Schäden verursache. Quelle: grenzecho


18.11.2025 In der Kölner katholischen Gemeinde „Heilige Drei Könige“ wurde eine Purpurbuche zur Erinnerung an die Missbrauchsfälle und deren Vertuschung im Erzbistum Köln gepflanzt. Quelle: www1.wdr


18.11.2025 Auf dem Friedhof der Kirchengemeinde Heilig Kreuz Heek, Nienborg im Bistum Münster wird zur Erinnerung an die Missbrauchsfälle und deren Vertuschung im Bistum Münster eine Blutbuche gepflanzt. Quelle: Ruhrnachrichten


18.11.2025 Im Sozialausschuss des Bayerischen Landtags gab es den Konsens, dass Bayern eine unabhängige Missbrauchsaufarbeitung braucht.
Das Sozialministerium hat sich dagegen entschieden. Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum München und Freising, Richard Kick,
erinnert daran, dass es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen längst unabhängige, gesetzlich
verankerte Aufarbeitungsstrukturen gebe. Nun gebe es in Bayern keine systematische Analyse von  Missbrauch und Vertuschung auch in staatlichen Einrichtungen wie Jugendämtern, Heim- und Schulaufsicht seit 1945. Quelle: Domradio


18.11.2025 In Kaiserslautern fand eine Gedenkveranstaltung für Betroffene sexualisierter Gewalt statt, die vom Bistum Speyer und vom Netzwerk Prävention organisiert worden war. Mitglieder der unabhängigen Aufarbeitungskommission, Betroffene und Bischof Wiesemann kamen zu Wort.  Quelle: Rheinpfalz   bistum-speyer


18.11.2025 In Horb, Bistum Rottenburg-Stuttgart, wird es in der Liebfrauenkirche am Sonntag, 23. November, 10:30 Uhr einen Solidaritätsgottesdienst anlässlich des Gebetstages für Missbrauchsbetroffene geben. Am Dienstag, 25. November, 19:30 Uhr bietet die Katholische Erwachsenenbildung in Freudenstadt einen Online-Infoabend zum Thema „Kinder schützen vor sexuellem Missbrauch“ mit Tina Schäfer-Brennenstuhl, an. Anmeldungen für den Infoabend sind  hier möglich. Quelle: drs


18.11.2025 Im Haushaltsentwurf für 2026 sind keine Mittel für die Weiterführung des Fonds Sexueller Missbrauch eingeplant. Nun haben evangelische und katholische Kirche, mehrere kirchliche Verbände, Betroffeneninitiativen, Sportverbände und der Kinderschutzbund an die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD im Bundestag und an die Unabhängige Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus geschrieben und gefordert, dass der Fonds weitergeführt werden müsse. Häufig sei er die einzige Möglichkeit für von sexualisierter Gewalt Betroffene, staatliche
Anerkennung und Unterstützung zu erhalten. Quelle: Domradio


18.11.2025 Im Erzbistum Paderborn wurde in einer Online-Veranstaltung auf die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für kirchlich Betroffene von sexuellem Missbrauch hingewiesen. Neben dem Lotsen-Dienst des Therapeuten-Netzwerks wurde bei der Ehe-, Familien- und Lebensberatung ein Angebot für Angehörige als sekundär Betroffene eingerichtet. Ein Seelsorge-Netzwerk für (kirchlich?) Betroffene sei im Aufbau. Quellen: Erzbistum Paderborn   www1.wdr   Bericht vom Gottesdienst


18.11.2025 Der Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission, Bischof Thibault Verny und der Sekretär, Bischof Luis Maniel Ali Herrera, haben die katholischen Bischöfe Italiens aufgefordert, bei der Aufarbeitung des klerikalen Missbrauchsskandals fortzuschreiten. Anlass waren Berichte, dass im letzten Jahr nur 81 von 226 befragten italienischen Bistümern und kirchlichen Einrichtungen einen Fragebogen der Päpstlichen Kommission zu Missbrauchsfällen ausgefüllt haben. Verny berichtete von der Begegnung des Papstes mit belgischen Missbrauchsopfern. Bei der Gesprächsrunde habe es einen leeren Stuhl gegeben, der für ein Opfer stand, das sich das Leben genommen hatte. Verny forderte die Bischofskonferenz auf, die Überlebenden anzuerkennen und zu begleiten „und ihre Worte zu hören, so schwer das auch sein mag.“ Quelle: Kirche und Leben


17.11.2025 Birgit Mattausch nennt den 17.11., den  724. Todestag der heiligen Gertrud von Helfta, einen Tag, „um eine Kerze anzuzünden und Danke zu sagen für all die mutigen Leute, die Offenes aushalten, Verschwiegenes aussprechen, Worte suchen und nicht stehen bleiben.“ Annette Buschmann nennt es Beziehung: „(D)ort, wo ich mit meinen Bildern und den daraus resultierenden Gefühlen verstanden werde, wirklich verstanden werde, weil der Mitmensch neben mir diese Bilder und Gefühle nachvollziehen und in seiner / ihrer Wirklichkeit abbilden kann, dort geschieht Beziehung. Übrigens auch dort, wo wir uns missverstehen, aber dabei nicht stehen bleiben, sondern in den Versuch gehen, dieses Geschehen zuzulassen, nicht wegzureden, sondern anzuerkennen, auch da geschieht Beziehung.“ Quelle: evangelisch.de


17.11.2025 Am Vorabend des Gebetstages für die Opfer sexuellen Missbrauchs weisen die Bistümer Dresden-Meißen und Eichstätt darauf hin, dass die Bischofskonferenz Material für die Gemeinden zur Verfügung stellt. Auch das Bistum Regensburg widmet dem Tag einen Nachrichten-Beitrag.


17.11.2025 Bislang war die katholische Kirche sehr zurückhaltend in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt durch deutsche Priester im Ausland. Nun haben sich auf Einladung von missio Aachen, Adveniat und „Die Sternsinger“ rund 60 Teilnehmer*innen auf Betroffeneninitiativen, Bischofskonferenz, Bistümern, Orden und Verbänden getroffen. Bischof Bob John Koroma, Sierra Leone berichtete von schlimmen Folgen von Missbrauch in afrikanischen Gemeinden und forderte die Unterstützung der katholischen Kirche in Deutschland für Programme traumasensibler Beratung und medizinischer Hilfe. Er erinnerte auch an finanzielle Entschädigungen. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, forderte mehr internationale Unterstützung für unabhängige Betroffeneninitiativen in den Ländern des Südens und regte ein „globales Opfergenesungswerk“ an. Bettina Janssen, Autorin mehrerer Missbrauchsgutachten, kritisierte die Zurückhaltung vieler kirchlicher Akteure bei der Aufarbeitung oder gar deren Verweigerung der Mitarbeit. Quelle: Domradio


17.11.2025 Der Dokumentarfilm „Nuns vs. The Vatican“ über den mutmaßlichen Missbrauch an Ordensfrauen in der katholischen Kirche hat am Wochenende seine US-Premiere gefeiert und wurde mit langem Applaus aufgenommen. Die Regisseurin Lorena Luciano rückt u.a. die Erfahrungen von Ordensfrauen mit dem katholischen Priester Marko Rupnik und den Umgang des Vatikans mit Rupnik in den Mittelpunkt der Dokumentation. Quelle: ORF


17.11.2025 Im Kirchspiel Vimbuch, Erzbistum Freiburg, hat sich eine Gruppe Betroffener von sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Pfarrer gebildet. Der „Fall“ wird im Bericht der AG Aktenanalyse als Fall O. ab Seite 480 dargestellt. Der Pfarrer hat zwischen Beginn der 1960er Jahre bis Ende der 2000er-Jahre mindestens 28 Minderjährige zu Opfern gemacht – vermutlich ist die Zahl der Opfer weitaus größer. Die Betroffenengruppe will Anlaufstelle für Betroffene sein. Sie erwartet vom Erzbistum Freiburg eine Entschuldigung und Unterstützung bei der Aufarbeitung im Kirchspiel Vimbuch. Auch von den heute Verantwortlichen im Kirchspiel erwartet sie die Bereitschaft zur Aufarbeitung. Quellen: BNN   Betroffenengruppe Vimbuch


16.11.2025 Im Bistum Passau wurde in einem Gottesdienst der Opfer von sexueller, körperlicher und psychischer Gewalt gedacht – im Vorfeld der noch in diesem Herbst erwarteten Studie über Missbrauch im Bistum Passau. Quelle: Bistum Passau 


14.11.2025 Missbrauch in der katholischen Kirche in Italien. Ein Beitrag von Lisa Weiß. Quelle: DLF


14.11.2025 Podcast: SOS-Kinderdorf – Strukturen hinter dem Missbrauch. Der Podcast fragt, wie gut es um den Kinderschutz in Österreich bestellt ist. Quelle: sound.orf.at


14.11.2025 In Bonn-Bad-Godesberg hat der Bürger Bund Bonn angeregt, eine Straße nach Papst Benedikt XVI./Josef Ratzinger zu benennen. Der Verein Betroffener am Bonner Aloisius-Kolleg und der Eckige Tisch kritisieren das Vorhaben, weil Ratzinger als Person für die Vertuschung des Missbrauchs stehe. Quelle: katholisch.de


14.11.2025 Das Bistum Limburg macht Pfarrgemeinden anlässlich des Gebetstags für Missbrauchsopfer mit Postkarten darauf aufmerksam, dass
Betroffen sein nicht nur einmal im Jahr stattfindet. Das Thema müsse ganzjährig ein zentrales Thema sein, erklärt die Fachstelle gegen Gewalt
des Bistums Limburg. Quelle: bistumlimburg


14.11.2025 Erzbischof Dr. Koch, Erzbistum Berlin, wird am 6. Dezember 2025, 9.30 Uhr, auf dem Friedhof, Königsstr. 31, 15377 Buckow, einen
Gedenkstein am Grab eines Missbrauchstäters einweihen. Er soll die Wunden sichtbar machen, so Erzbischof Koch. Anlass ist der Gebetstag für
Betroffene sexuellen Missbrauchs. Quelle: Erzbistum Berlin


14.11.2025 Im beschlossenen Bundeshaushalt für das kommende Jahr sind keine Gelder mehr für Missbrauchsopfer eingeplant. Der bestehende
Fonds Sexueller Missbrauch wird nicht weitergeführt. Im Koalitionsvertrag (S. 100) hatte es noch geheißen: „Den Fonds Sexueller Missbrauch und das
damit verbundene Ergänzende Hilfesystem führen wir unter Beteiligung des Betroffenenrats fort.“ Quelle: Zeit


12.11.2025 Im Vorfeld der Veröffentlichung der Studie über Missbrauch im Bistum Passau hat das Bistum eine Sonderausgabe Aufarbeitungsstudie 
veröffentlicht. Quelle: passauerbistumsblatt


11.11.2025 In den USA werden die Namen von „glaubhaft beschuldigten“ katholischen Priestern veröffentlicht. Nun hat die Römische Rota, das
zweithöchste Gericht der katholischen Kirche, entschieden, dass die Namen glaubhaft Beschuldigter nicht veröffentlicht werden dürfen. Quelle: katholisch.de


11.11.2025 Dem 76-jährigen Bischof Rafael Zornoza, Cádiz/Spanien, wird vorgeworfen, einen Minderjährigen in den 1990er Jahren über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Das Bistum sagt, die Vorwürfe seien „sehr schwerwiegend und zudem falsch“. Der Bischof nimmt vorübergehend keine Termine wahr und widmet sich der Behandlung einer aggressiven Krebserkrankung. Die weltliche Justiz ermittelt wegen
Verjährung nicht. Quelle: Domradio


10.11.2025  Gegen einen langjährigen im Jahr 2020 verstorbenen Möhneseer Seelsorger und Missionar sind Vorwürfe sexualisierter Gewalt erhoben worden. Dies berichteten das Heinrich Lübke Haus, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB) und die Redemptoristen-Provinz St. Clemens. In drei der fünf Vorwürfe soll es um sexualisierte Gewalt an Kindern, in zwei Fällen um sexualisierte Gewalt an Erwachsenen gehen. Quelle: soester-anzeiger


9.11.2025 Das Bistum Augsburg lädt zu einer Eucharistiefeier anlässlich des Gebetstages für Betroffene sexuellen Missbrauchs ein. Im Erzbistum München und Freising findet eine Andacht aus diesem Anlass statt. Auch im Dom zu Osnabrück wird es eine Gedenkveranstaltung geben, ebenso wie im Bistum Speyer.


8.11.2025 Papst Leo hat 15 belgische Missbrauchsüberlebende getroffen und sich fast drei Stunden Zeit genommen. Quelle: vaticannews


7.11.2025 Im September hatte Bischof Muser, Bistum Bozen-Brixen, einen Priester, der in einem Missbrauchsgutachten belastet wurde, wieder in der Seelsorge eingesetzt. Der Geistliche war 2009 strafrechtlich wegen Verjährung freigesprochen worden. Die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl hat den Fall analysiert und spricht von „systemischem Totalversagen“ – es habe keine klaren Zuständigkeiten gegeben, die Dokumentation sei nicht ausreichend gewesen und die Perspektive Betroffener nicht einbezogen worden. Quelle: katholisch.de


6.11.2025 Im Bistum Augsburg gibt es Kritik an der Missbrauchsstudie der Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Die Historiker Martin Steber und Dietmar Süß, Uni Augsburg, kritisieren grundsätzliche methodische Mängel, archivalische Spuren jenseits der Bistumsunterlagen seien nicht gesucht worden und die Vorauswahl der „Fälle“ habe sich auf die in der MHG-Studie benannten Fälle beschränkt. Die Aufarbeitungskommission weist die Kritik zurück. Ein Fall von Missbrauch eines Mannes durch zwei Priester in verantwortlichen Ämtern, der vom Bischofssekretär an die homosexuelle Szene der Stadt vermittelt und von einem Weihbischof mit dem Tod bedroht worden sein soll, wenn er die Untaten öffentlich machte, wurde nicht in die Studie aufgenommen, weil es sich nicht um einen Minderjährigen gehandelt habe. Dem Mann überweist das Bistum seit 2011 eine Leibrente von 3.500 Euro monatlich. Quellen: katholisch.de    Kirche und Leben



5.11.2025 Ein Priester des Erzbistum München und Freising wurde vom Vorwurf, zwischen August 2018 und März 2019 eine 18-Jährige vergewaltigt
zu haben, freigesprochen, weil das Gericht begründete Zweifel hatte, dass sich der Sachverhalt im Wesentlichen so zugetragen habe, wie er in
der Anklageschrift stehe. Quelle: katholisch.de


5.11.2025 Der frühere Bischof von Verdun, Jean-Paul Gusching, 70, hatte für seinen Amtsverzicht gesundheitliche Gründe angegeben. Nun korrigiert die Nuntiatur, dass sie Informationen über Beziehungen zu Frauen habe. Ob es um Ausbeutung eines Abhängigkeitsverhältnisses geht, ist der Nachricht nicht zu entnehmen. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung führten der emeritierte Boschof von Pontoise, Stanislas Lalanne und Erzbischof Philippe Ballot, Interimsleiter des Bistums Verdun durch. Anzeige wurde bei der Ziviljustiz erstattet. Quelle: katholisch.de


5.11.2025 Der Vatikan hat Mitte Oktober ein fünfköpfiges Sondergericht ernannt, das im Fall Rupnik entscheiden soll. Der Papst bittet um Geduld. Rupnik wird von vielen Frauen – die Rede ist von 20, 30 oder über 40 Frauen – vorgeworfen, sie sich unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht zu haben. Von vatikanischen Internetseiten sind die Werke Rupniks inzwischen verschwunden, an einigen Orten wurden sie verdeckt, „um den Opfern nahe zu sein“, sagte der Papst. Quelle: katholisch.de


5.11.2025 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Nellore, Indien, der im Bistum Münster eingesetzt war, wurde vom Dienst freigestellt, der Bischof von Nellore wurde vom Bistum Münster informiert. Grund für die Freistellung ist ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung in Tateinheit mit Nötigung. Das Bistum Münster hat eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Quellen: katholisch.de   Bistum Münster


31.10.2025 Christiane Florin kommentiert die Studie der Uni Trier und kritisiert das Verhalten der Bischöfe Marx, Bätzing und Ackermann. Quelle:  dlf


30.10.2025 Die Studie der Uni Trier sieht die Fürsorge für die Betroffenen in der Zeit von Bischof Marx kritisch – „lediglich das Versagen der Bistumsleitung“ ließe sich konstatieren. Vernachlässigt worden sei die Anzeige- und Informationspflicht gegenüber Staatsanwaltschaft und übergeordneten Kirchenbehörden. Gefehlt habe „ein selbstkritischer Blick auf die eigenen kirchlichen Strukturen“. Quelle: Domradio


30.10.2025 Die Opferinitiative MissbiT kritisiert den dritten Zwischenbericht im Bistum Trier, u.a. weil die Forscher den Ausdruck „Vertuschung“ vermeiden und eine wirkliche Übersicht nicht möglich sei. Quellen: tagesschau   Presseerklärung MissBiT


30.10.2025 Eine Studie der Aufarbeitungskommission im Bistum Augsburg zeigte unangemessenes Verhalten der Bischöfe und Generalvikare in den
Amtszeiten der Bischöfe Freundorfer (1949-1963), Stimpfle (1963 – 1992) und Dammertz (1993 – 2004). Ab 2002 kam es zu einem Paradigmenwechsel:
Nicht mehr die Interessen der Kirche, sondern die Betroffenen seien in den Fokus gerückt (waren die Betroffenen nicht Kirche?) Dies gelte auch
für5 die Amtszeiten von Bischof Mixa (2005 – 2010) und Bischof Zdarsa (2010-2019). Seit dem Amtsantritt von Bischof Meier sei der Umgang mit
Missbrauchsfällen regelkonform. In der MHG-Studie waren 164 Opfer und 85 Beschuldigte bekannt. Die Studie nennt 156 Betroffene und 77
Beschuldigte bzw. Täter. Seit der MHG-Studie sind 37 Kleriker als Täter/Beschuldigte erstmals genannt, die 58 „Sachverhalte“ betreffen. Was „Sachverhalte“ bedeutet, ist unklar. Quellen: Katholisch.de   Süddeutsche   Stellungnahme von Bischof Maier   Studie der Unabhängige Aufarbeitungskommission Augsburg


30.10.2025 Kardinal Marx, Bischof von Trier von 2001 bis 2008) bittet die Menschen um Verzeihung, denen er nicht gerecht geworden ist. Quelle: katholisch.de    Presseerklärung Kardinal Marx


30.10.2025 Der Trierer Bischof Stephan Ackermann bittet Betroffene um Verzeihung für Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen. Quellen: katholisch.de   Presseerklärung von Bischof Ackermann


30.10.2025 Der 3. Zwischenbericht im Bistum Trier berichtet von 734 Betroffenen und 246 Beschuldigten in der Zeit zwischen 1946 bis 2021. Der Bericht der Universität Trier nennt 21 Beschuldigte und 35 Betroffene in der Amtszeit von Kardinal Marx (2001-2008), 16 Beschuldigte und 24 Betroffene in der untersuchten Amtszeit von Bischof Ackermann von 2009 bis 2021. Die Fürsorgepflicht für die Täter wurde höher gewichtet als das öffentliche Sicherheitsbedürfnis. Die Forscher bemängelten Versäumnisse in der Personalführung und mangelnde Transparenz – die Medien hätten die Aufklärung übernommen, die das Bistum hätte leisten müssen. Auch die unprofessionelle und unsystematische Aktenführung und unzureichende Informationsweitergabe kritisierten sie. Auch auf Verbesserungen wiesen die Forscher hin. Quelle: katholisch.de   Lena Haase / Lutz Raphael: Sexueller Missbrauch im Bistum Trier in den Amtszeiten von Reinhard Marx (2001–2008) und Stephan Ackermann (2009–2021)


28.10.2025 Mitglieder der Gemeinschaft Emmanuel haben dem Laiendikasterium Berichte vorgelegt, in denen sie ihre Besorgnis über die interne Führung, die Zentralisierung der Macht, die Schwierigkeiten bei der Integration der Gemeinschaft in die Diözesen und den Umgang mit Missbrauchsfällen vorbrachten. Nun wurde Antoine Hérouard, Erzbischof von Dijon, als Apostolischer Visitator ernannt. Quelle: katholisch.de


27.10.2025 Weil sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche auch systemische Ursachen hatte, wurde der Synodale Weg gestartet. Die
Dogmatikerin Julia Knop, Erfurt, sieht den Anspruch kaum eingelöst. Quelle: katholisch.de


27.10.2025 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den (Erz-)Bistümern Hamburg, Hildesheim und Osnabrück,
sieht in ihrem Zwischenbericht Fortschritte, aber auch weiterhin erhebliche Hindernisse. Zu den Hindernissen gehört, dass das Erzbistum
Hamburg die Herausgabe relevanter Daten mit Hinweis auf den Datenschutz verweigere. In Hildesheim und Osnabrück seien immerhin gewisse
Fortschritte erzielt worden. Der gemeinsame Betroffenenrat der drei Bistümer spricht von „drei Geschwindigkeiten: Osnabrück gehe bei der
Aufarbeitung voran, Hildesheim hole auf, Hamburg gehe zwar nicht mehr rückwärts, komme aber nur langsam voran. Quellen: stern   ndr  Zwischenbericht 2024/2025


26.10.2025 „Sie unternimmt nichts, sie unternimmt sogar noch weniger als der Vatikan.“ So urteilt Francesco Zanardi über die Italienische Bischofskonferenz. Zanardi engagiert sich seit 15 Jahren in der Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche Italiens. Auch der Leiter für disziplinarische Fragen im Glaubensdikasterium, John Joseph Kennedy, geht davon aus, dass Italien zu einer der am stärksten betroffenen Ortskirchen weltweit ist. Ein multidisziplinäres Forschungsprojekt ist in Arbeit, untersucht jedoch nur bereits bekannte festgestellte oder mutmaßliche Missbrauchsfälle, die zwischen 2001 und 2021 in den Diözesen gemeldet wurden. Ein Fragebogen des Vatikans, der alle fünf Jahre den aktuellen Stand der Maßnahmen bei den Bistümern abfragt, wurde von 81 der 226 Bistümer beantwortet. Die Päpstliche Kinderschutzkommission sieht erhebliche
kulturelle Widerstände gegen die Bekämpfung von Missbrauch in Italien. Quelle: katholisch.de


23.10.2025 Auch gegen den Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, bestehen glaubhafte Missbrauchsvorwürfe. Eine Sprecherin von
SOS-Kinderdorf Österreich berichtete, dass Gmeiner zwischen den 1950er- und den 1980er-Jahren mutmaßlich sexuelle und physische Übergriffe auf
acht Jungen verübt habe. Quellen: Zeit   express.at


22.10.2025 Die Missbrauchsbetroffene „Karin Weißenfels“ (Pseudonym) hat im Vatikan eine kirchenrechtliche Strafanzeige gegen den Bischof von
Trier, Stephan Ackermann eingereicht. Sie wirft ihm Rufschädigung, Amtsmissbrauch und das Vernichten einer Aktennotiz, die ihn möglicherweise belasten könnte, vor. Quelle: katholisch.de


21.10.2025 Die unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, wirbt bei den Kirchen dafür, in den Kommunen Bündnisse gegen sexuelle Gewalt zu gründen. In keinem gesellschaftlichen Bereich sei so intensiv an der Aufarbeitung von Missbrauch gearbeitet worden wie in der Kirche. Quelle: katholisch.de


21.10.2025 Hans Zollner, Missbrauchsexperte, erkennt die Leistung der österreichischen Klasnic-Kommission an als  „ein herausragendes Element
eines systemischen Vorgehens, das auch in anderen Bereichen aufgenommen werden sollte“. Nötig sei, Missbrauch systemisch zu betrachten, um ihn
nachhaltig zu bekämpfen und um Prävention gelingen zu lassen. Quelle: katholisch.at


21.10.2025 Am 30.10.2025 stellt die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Augsburg die von ihr erarbeitete Missbrauchsstudie vor. Untersucht wurde eine „vertiefte Auswertung des der MHG-Studie zugrundelieghenden Datenbestandes“. (In
der MHG-Studie war von 164 Opfern und 85 Beschuldigten die Rede.) Besonders berücksichtigt wurden die Verantwortlichen. Die Studie
wird nach der Pressekonferenz unter  www.aufarbeitungskommission-augsburg.info veröffentlicht. Ebenfalls am 30.10. wird ein Zwischenbericht des Bistums Trier veröffentlicht. Quelle: katholisch.de


21.10.2025 Domradio fragte Matthias Katsch, „Eckiger Tisch“ und „Ending Clergy Abuse“ nach seinen Eindrücken bei dem Treffen von Betroffenenvertretern mit Papst Leo XIV. Quelle: Domradio


20.10.2025 Betroffenenvertreter des Netzwerks „Ending Clergy Abuse“, das Mitglieder aus über 30 Ländern hat, haben Papst Leo XIV. getroffen. Matthias Katsch, Vorstandsmitglied von ECA, berichtete, das der Papst mit den Betroffenenvertretern in Kontakt bleiben wolle und einen offenen
Kommunikationskanal mit ihm ermöglichen will. Die Betroffenenvertreter sind verhalten zuversichtlich. Quelle: katholisch.de 


16.10.2025 Die Päpstliche Anti-Missbrauchs-Kommission fordert in ihrem zweiten Jahresbericht, dass die katholische Kirche sich stärker in der Begleitung und Entschädigung von Missbrauchsbetroffenen engagieren müsse. Der Grund für einen Rücktritt oder die Entlassung von Kirchenleuten aufgrund von sexuellem Missbrauch, Vertuschung oder Fahrlässigkeit müsse öffentlich kommuniziert werden. Auch  Bitten um Entschuldigung sollten nicht nur privat, sondern auch öffentlich erfolgen. Der Bericht bemängelt, dass es in vielen Ländern Mitte- und Südamerikas, in Afrika und Asien keine angemessenen Ressourcen für die Begleitung Betroffener gebe.  Im Blick auf Italien formuliert der Jahresbericht: „Der Eifer, die Lage zu verbessern, erlahmt, bevor der Prozess richtig begonnen hat!“ Positiv beurteilt die Kommission das deutsche Verfahren zur Wiedergutmachung und Entschädigung von Missbrauchsbetroffenen, an dem alle Bistümer und etwa 70 der 100 Ordensgemeinschaften teilnähmen. Quellen: Domradio   vaticannews   srf.ch


13.10.2025 Ein aus Frauen und Männern bestehendes Sondergericht soll entscheiden, was nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Künstler und
Priester Marko Rupnik geschehen soll. Die Mitglieder des Sondergerichtes sind weder beim Glaubensdikasterium noch bei anderen Vatikanbehörden
angestellt. Damit solle die Autonomie und Unabhängigkeit des Gerichts sicher gestellt werden. Quelle: katholisch.de


9.10.2025 Ein weiterer Zwischenbericht über sexuellen Missbrauch im Bistum Trier soll am 30. Oktober veröffentlicht werden. Untersucht werden die Amtszeiten von Bischof Ackermann und Kardinal Marx (2002-2021). Quelle: katholisch.de


9.10.2025 Das Erzbistum Paderborn hat Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen die früheren Erzbischöfe und Kardinäle Jäger und Degenhardt anlässlich der Veröffentlichung der Studie über mutmaßlioche kirchliche Täternetzwerke ritueller Gewalt aus Transparenzgründen öffentlich gemacht. Quelle: katholisch.de


9.10.2025 Das Bistum Münster hat im April 2024 die Kölner Anwaltskanzlei Feigen Graf beauftragt, Vorwürfe ritueller Gewalt u.a. gegen Münsteraner, Essener und Kölner Priester und Bischöfe zu untersuchen. Der Strafrechtsanwalt Matthias Sartorius fasst die Untersuchung zusammen: „An diesen Vorwürfen ist schlicht nichts dran.“ Erklären ließen sich die Vorwürfe durch suggestive Einflüsse von außen auf die Betroffenen, „insbesondere im Therapiekontext“. Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert, der „tatsächliche Aussagewert dieser Studie“ „sei äußerst gering“. Quellen: Evangelische Zeitung   Bistum Essen   katholisch.de   www1.wdr   Süddeutsche   wn.de   Kirche und Leben  domradio


8.10.2025 Die unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen legt einen Vorschlag vor, demzufolge eine Fortführung des Fonds möglich ist. Sie will transparente Regeln durch gesetzlich definierte Voraussetzungen, Leistungen und Verfahrensvorgaben, die auch gerichtlich überprüfbar sind und einen Anspruch Betroffener von sexualisierter Gewalt im familiären Kontext auf Hilfeleistungen in Höhe von 10.000 Euro. Quelle: evangelisch.de


8.10.2025 Missbrauchsbetroffene aus dem Erzbistum München und Freising haben bei der Generalaudienz Papst Leo XIV. getroffen und ihm einen Brief mit Forderungen übergeben, die schon lange vorgebracht werden, aber immer noch teilweise oder völlig unerfüllt sind. Quelle: katholisch.de


6.10.2025 Interview mit Dr. Haslbeck über die Studie „Missbrauch an Ordensfrauen“. Quelle: deutschlandfunk


5.10.2025 Im Interview berichtet Barbara Haslbeck von ihrer Forschungsarbeit zu Missbrauch an Ordensfrauen, dass von den 15 Befragten neun massiven sexuellen Missbrauch – fünf in ihren Familien, drei durch eine Kirchenperson – erlitten hatten. Als die neun Frauen im Kontext ihres Ordenseintritts einem geistlichen Begleiter aus einem Männerorden die traumatische Belastung anvertrauten, missbrauchten die Ordensmänner sie erneut. Alle Täter deuteten ihr Missbrauchshandeln so, dass die körperlichen und sexuellen Handlungen der Heilung der Frauen dienten. Quelle: katholisch.de siehe auch domradio


2.10.2025 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart macht Missbrauchstaten von Pfarrer Bernhard R. öffentlich. R. war von 1975 bis 1978 in Wiblingen eingesetzt. Als 1996 seine Taten öffentlich wurden, gab er zu, drei Heranwachsende sexuell missbraucht zu haben – einen in Ulm zwei andere
in Schwäbisch Gmünd bzw. Wangen. Nun will die Diözese am 6.10. in Ulm und am 17.11. in Schwäbsich Gmünd über die Missbrauchsfälle informieren.
In Wangen und Oberndorf fanden die Informationsabende bereits statt. Ein abschließender Bericht über den Fall R. wird für Frühjahr 2027
erwartet. Quelle: swp


2.10.2025 Das Erzbistum Köln hat Missbrauchsbetroffenen in den Jahren 2022 bis 2024 insgesamt 4.76 Millionen Leid-Anerkennungszahlungen oder
Schmerzensgeld gezahlt. Quelle: katholisch.de


2.10.2025 Mitglieder des Unabhängigen Betroffenenbeirats des Erzbistums München und Freising werden eine Pilgerfahrt nach Rom machen und sich dort mit Papst Franziskus, Hans Zollner und Peter Beer treffen. Quelle: katholisch.de


1.10.2025 In einer bundesweiten, auf Repräsentativität ausgelegten Befragung zu Prävalenz sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wurden 10 000 Personen schriftlich befragt. Die Rücklaufquote betrug 30,2 %. Ermittelt wurde eine Gesamtzahl Betroffener von 12,7 %. Bei Frauen lag sie bei 20,6 %, bei Männern bei 4,8 %. Männer erlebten sexualisierte Gewalt häufiger in Sport- und Freizeiteinrichtungen, im kirchlichen Kontext und im Rahmen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. 37,4 % der Betroffenen hatten bislang niemandem von der Tat/den Taten berichten. 31,7 % der Befragten berichteten von sexualisierter Gewalterfahrung über das Internet und soziale Medien. Quelle: Deutsches Ärzteblatt


30.9.2025 Am Stichtag 30.September 2025 sind dem Bistum Aachen 389
Betroffene namentlich bekannt. Unter den 151 Tätern, mutmaßlichen Tätern
und Beschuldigten befinden sich 137 Kleriker und eine Ordensschwester.
Ende Juni 2025 hatte das Bistum 4,5 Millionen Euro an
Anerkennungsleistungen – ohne Therapiekosten – gezahlt. Quelle: Bistum Aachen


30.9.2025 Die Benediktiner von Kornelimünster haben das Institut Dissens in Berlin beauftragt, Missbrauchsfälle an ihrer Internatsschule Sankt Benedikt (1948 bis 1988) zu untersuchen. Bislang haben sich vier betroffene ehemalige Schüler und eine Person, die sexualisierte Gewalt im Seelsorgekontext erlitt, gemeldet. Beschuldigt wurden drei inzwischen gestorbene Patres, zwei davon waren im Internat tätig, einer in der Seelsorge. Die Benediktiner sagen, ihnen sei bewusst, dass die Aufarbeitung längst hätte geschehen sollen. Betroffene und Zeugen können sich melden bei Malte Täubrich: malte.taeubrich@dissens.de und Tabea Köpp: tabea.koepp@dissens.de. Quellen: katholisch.de   www1.wdr


29.9.2025 Schüler des Erzbischöflichen Studienseminars St. Michael in Traunstein, Erzbistum München und Freising, haben mangelnde Fürsorge, psychische und körperliche Gewalt erlebt. Bereits 2020 berichteten mehrere ehemalige Seminaristen der SZ von ihren Gewalterfahrungen. Nun hat das Studienseminar eine Aufarbeitung gestartet und das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt beauftragt. Wer von seinen Erfahrungen im Studienseminar berichten möchte, kann sich beim Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik melden: www.iss-ffm.de oder per E-Mail unter judith.dubiski@iss-ffm.de. Quelle: Süddeutsche


26.9.2025 Im Mai 2025 hat das Bistum Speyer nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie den Nachruf für den Prälaten Alfons H. um die Information ergänzt, dass H. des sexuellen Missbrauchs „insbesondere im Zusammenhang mit dem Jugendwerk St. Josef in Landau-Queichheim“ beschuldigt werde. Nun wird bekannt, dass der ehemalige Heimleiter des Queichheimer Jugendwerks  (von 1969 bis 1988) der Vergewaltigung beschuldigt wird und dass es bereits 2011 Auflagen für den am 6.4.2021 verstorbenen Prälaten gab, die jedoch den Verantwortlichen in der Gemeinde nicht bekannt gemacht wurden. Quelle: Rheinpfalz


26.9.2025 Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen einen Pastor, der in Ochtrup, Bistum Münster, tätig war, eingestellt, weil kein Straftatbestand erfüllt sei. Quelle: wn


26.9.2025 Bischof Ackermann, Trier, untersagte einem Priester die Ausübung des priesterlichen Dienstes, weil dem Priester sexueller Missbrauch einer minderjährigen Person vorgeworfen wird. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt, die Kirche hatte die Vorwürfe als disziplinarische Angelegenheit behandelt. 2024 jedoch gab es neue Erkenntnisse und eine erweiterte Sachverhaltsdarstellung. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen erneut ein. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung jedoch wurde aufgenommen. Quelle: katholisch.de


25.9.2025 Auf ihrer Herbstvollversammlung hat die katholische Deutsche Bischofskonferenz entschieden, die Arbeit der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) anzuerkennen. Sie hat die Verlängerung der Interventionsordnung und der Rahmenordnung Prävention bis Ende 2026 beschlossen, um die ursprünglich für Ende 2025  geplante Evaluation auf belastbarer Datengrundlage zu gewährleisten. Quelle: vaticannews


25.9.2025 Immerhin ein katholischer Bischof, Bischof Kohlgraf von Mainz, kann „an die Aussagen des Papstes zum Auftrag der Kirche und des Evangeliums ein Fragezeichen setzen“. Papst Leo XIV. hatte davor gewarnt, Missbrauch „zum einzigen Brennpunkt der Kirche“ zu machen – Kirche dürfe nicht auf dieses eine Thema reduziert werden. Quelle: tagesschau


25.9.2025 Die Bundesfamilienministerin Karin Prien weist die Kritik der unabhängigen Beauftragten der Bundesreghierung gegen sexuellen Missbrauch, Kerstin Claus, zurück und sagt, dass in den kommenden drei Jahren weiter Leistungen durch den Fonds gefördert werden könnten. Allerdings sei es nicht mehr möglich, alle Betroffenen zu unterstützen, weil die Zahl der Anträge durch das verkündete Aus des Programms stark gestiegen sei. Quelle: DLF


24.9.2025 Die unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch Kerstin Claus kritisiert, dass es nach dem Aus für den Fonds Sexueller Missbrauch keinen Ersatz gibt. Sie nennt dies einen „Akt der Entsolidarisierung“. Quelle: DLF


24.9.2025 Klaus Mertes schreibt anlässlich der Totenfeier für Charlie Kirk davon, dass dort das Evangelium grundlegend falsch interpretiert wurde. Quelle: zeit


22.9.2025 Barbara Haslbeck berichtet im Interview mit Christoph Renzikowski von ihrem Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum“. Sie erinnert an eine US-Untersuchung von 1998, bei der knapp 40 % der befragten Ordensfrauen von sexuellem Missbrauch berichten, den sie als Kind oder Erwachsene erlitten. Haslbeck führte mit 15 Frauen intensive Interviews, in denen sie typische Muster des Missbrauchs fand. Der Missbrauch begann für einen Großteil der Befragten in der Einführungsphase in das Leben der Orden oder Geistlichen Gemeinschaften. Neun der 15 Befragten hatten Missbrauch bereits als Kind erlebt, berichteten in der Geistlichen Begleitung davon – und wurden erneut sexuell missbraucht. Unter anderem empfiehlt die Forscherin, dass betroffene Ordensfrauen darüber sprechen, das eigene Denken nicht aufgeben bzw. wiedergewinnen sollten und die Ideale, die den Missbrauch flankierten, kritisch hinterfragen sollten. Quelle: Michaelsbund


22.9.2025 Über den mutmaßlichen Missbrauch von Ordensfrauen durch den Priester Marko Rupnik gibt es einen Dokumentarfilm: „Nuns vs. The Vatican“. Quelle: catholicnewsagency


22.9.2025 Das Seligsprechungsverfahren für Pedro Arrupe steht in Frage, weil der 1991 verstorbene Generalobere der Jesuiten bereits 1977 vor dem späteren Missbrauchstäter Donald Barkley Dickerson gewarnt wurde und ihn dennoch 1980 zur Priesterweihe zuließ. Barkley Dickerson wurde nach sieben Missbrauchsvorwürfen 1986 aus dem Orden ausgeschlossen. Anwälte der Missbrauchsbetroffenen haben öffentlich die Einstellung des Seligsprechungsverfahrens gefordert, weil für eine Seligsprechung nicht nur „heroische Tugenden“, sondern auch ein „beispielloses Gewissen“ besonders beim Schutz der Schwächsten erforderlich ist. Quelle: catholicnewsagency


22.9.2025 Die katholische Kirche des Kantons Zürich hat ein Pilotprojekt gestartet, bei dem sich kirchliche Mitarbeiter*innen präventiv und kostenlos beraten lassen können. Das Projekt ist an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) angesiedelt. Kirchliche Mitarbeitende mit psychischen Problemen aller Art, besonders potenzielle Missbrauchstäter, können sich dorthin – auch anonym – wenden und von vier Fachpersonen beraten lassen. Erste Interessenten haben sich bereits zur Sprechstunde gemeldet. Quelle: Thurgauer Zeitung


22.9.2025 Adrian Loretan, Kirchenrechtler, sieht im Kirchenrecht nach dem I. Vaticanum (1869-1870) eine Mitursache der Missbrauchskrise. Sexualisierte Gewalt sieht er als Folge von Machtmissbrauch infolge fehlender Menschenrecht in der Kirche. Nach dem I. Vaticanum sei die Macht der Hierarchie einseitig betont worden. Erst im II. Vaticanum (1962 – 1965) sei mit der Erklärung über die Religionsfreiheit die abwertende Haltung gegenüber dem modernen Verfassungsstaat aufgegeben worden. Quellen: kath.ch   katholisch.de


22.9.2025 Mehr als 100.000 Menschen unterstützen die Forderung von Betroffeneninitiativen, dass die katholischen Bischöfe auf die Berufung auf Verjährung in Schmerzensgeldprozessen zu Missbrauch verzichten. Bislang wird die Einrede von den deutschen Bistümern in manchen Fällen genutzt, in anderen nicht. Quelle: katholisch.de


20.9.2025 Beim „4. Tag der Begegnung“ der Erzdiözese München und Freising waren 38 Missbrauchs-Betroffene und ihre Angehörigen anwesend. Das Erzbistum informierte, dass im Beraterstab des Erzbischofs zuletzt deutlich wurde, dass auch Angehörige von Betroffenen Unterstützung brauchen. Für sie gibt es in drei Beratungsstellen der EFL in Freising, Mühldorf und Rosenheim Angebote, die allen Ratsuchenden offen stehen. Quelle: Sonntagsblatt


18.9.2025 Papst Leo will die Rechte falsch beschuldigter Geistlicher schützen. Er weist auf die 90% der Fälle hin, in denen Missbrauchsbeschuldigungen zu Recht bestehen. Er warnt die Kirche davor, sich vom Missbrauchsskandal „vollständig in Beschlag nehmen zu lassen“.
Die Kirche könne sich nicht ausschließlich auf das Thema Missbrauch konzentrieren, das entspreche nicht ihrem Auftrag. Das Thema gehöre zu den vielen Herausforderungen, denen sich die Kirche stellen müsse. Quellen: katholisch.de    vaticannews    Spiegel

Kommentar: Laut John-Jay-Studie muss von 4 % Falschbeschuldigungen ausgegangen werden, in 96 % Prozent erweisen  sich die Anschuldigungen als  berechtigt. Der Papst hat offensichtlich weder die Tiefe des Verrats an den Betroffenen wirklich verstanden noch die Vorrangigkeit der Sorge um diejenigen, die unter die Räuber gefallen sind (auch wenn Missbrauchsbetroffene des kirchlichen Kontextes beileibe nicht die einzigen sind, die in unserer Welt unter Räuber gefallen sind/fallen.)  


18.9.2025 Der Opferverband Eckiger Tisch kritisiert das Anerkennungsverfahren für Betroffene von sexuellem Missbrauch durch die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA). Bislang gebe es weder im Blick auf die Höhe der Leistungen noch im Blick auf die Transparenz des Verfahrens eine befriedigende Lösung aus Sicht der Betroffenen. Der Eckige Tisch kritisiert zudem die Abhängigkeiten und Verbindungen der UKA zur Deutschen Bischofskonferenz und beklagt die Empathielosigkeit in vielen Bistümern. Quelle: Zeit


16.9.20256 Anlässlich einer Andacht mit „Menschen in Trauer und Leid“ hat Papst Leo XIV. zu mehr Einsatz gegen sexuellen Missbrauch durch Geistliche aufgerufen. Die Kirche müsse lernen, „die Kleinsten und Schwächsten mit Behutsamkeit zu schützen“, sagte er. Er formulierte im Blick auf Menschen, die Ungerechtigkeit und Gewalt durch Missbrauch erfahren haben, den Wunsch: „Mögen wir lernen, auf eure Verletzungen zu hören und gemeinsam mit euch zu gehen.“ Quelle: Domradio


16.9.2025 Papst Leo XIV. hat den italienischen ständigen Diakon Alessandro F., Diözese Latina-Terracina-Sezze-Priverno, aus dem Klerikerstand entlassen. F. wird beschuldig, von 2018 bis 1023 sexuellen Missbrauch an fünf Minderjhrigen begangen zu haben. Drei waren Schüler, ein viertes Opfer war dem Diakon offiziell in Obhut gegeben worden, ein fünftes Opfer war der Sohn einer befreundeten Familie. Das Dikasterium für die Glaubenslehre leitete den Fall wegen der Schwere und der erwiesenen Tatbestände direkt an den Papst weiter. Quelle: vaticannews


16.9.2025 Interview mit Dr. Barbara Haslbeck zu ihrer Forschung über Sexuellen Missbrauch an Ordensfrauen. Quelle: katholisch.de


15.9.2025 Heute erschien das Buch von Barbara Haslbeck: „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen im deutschsprachigen Raum. Ein unterschätztes Phänomen und seine systemischen Bedingungen“. Mehr dazu auf domradio.de    orf    Kirche und Leben    Stuttgarter Nachrichten   kathpress.at19.9.2025 Süddeutsche. 


11.9.2025 Missbrauchsbetroffene kritisieren das Bistum Limburg, weil die Ausstellung „Betroffene mitten unter uns“ beim Bistumsfest nur an einem Tag des mehrtägigen Festes zu sehen ist. Quelle: Domradio


10.9.2025 Die Theologin und promovierte Kunsthistorikerin Ilonka Czerny, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat die Ausstellung „Betroffene zeigen Gesicht“ kuratiert. Sie erzählt im Interview über die Entstehung des Projektes, schildert Reaktionen und erläutert, wie sie selbst als vom Missbrauch Betroffene Teil der Ausstellung wurde. Quelle: akademie-rs


10.9.2025 Im Kinderheim der Caritas in Duisburg „Maria in der Drucht“ kam es zwischen 1946 und 1983 zu mehreren Fällen sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt, insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren. Der Caritasverband Duisburg hat 2024 den Historiker Prof. Andreas Henkelmann, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, beauftragt, die Geschichte des Kinderdorfs anhand von Archivrecherchen zu erforschen. Eine Interview-Studie wird von Prof. Dr. Manuela Dudeck, Universität Ulm verantwortet. Betroffene, Angehörige und ehemalige Mitarbeitende werden gebeten, ihre Erfahrungen zu sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt dem Ulmer Forschungsteam mitzuteilen. Quelle: kinderdorf-maria-in-der-drucht 


9.9.2025 Spiritueller Missbrauch ist subtil und schwierig zu erkennen. Doch seine Folgen können gravierend sein. Der Münchner Theologieprofessor
Reiner Anselm fordert eine bessere Ausbildung der Pfarrpersonen. Quelle: ref-ch


8.9.2025 Bis zum 26. Oktober 2025 läuft im Bistum Hildesheim eine Online-Befragung zu Missbrauchsfällen von 1945 bis heute. Die Befragung ist Teil der dritten Aufarbeitungsstudie des Bistums und richtet sich an Personen, die aktuell im Bistum wohnen oder früher lebten und Kontakt zu kirchlichen Einrichtungen/Verbänden hatten. Auch Menschen, die sich in anderer Weise dem Bistum zugehörig fühlen, sind zur Teilnahme aufgerufen. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Quellen: domradio   Link zur Umfrage   Bistum Hildesheim


8.9.2025 Das Erzbistum Paderborn hilft kirchlich Betroffenen, psychotherapeutische und psychosoziale Angebote in der Region zu finden. Der Interventionsbeauftragte und die Betroffenenvertretung der Erzdiözese sind an der Suche beteiligt und informieren zu Versicherungssystemen. Quelle: domradio


5.9.2025 Ehemalige Mitglieder der Legionäre Christi kritisieren die offizielle Stellungnahme der Gemeinschaft zur Dokumentation über den Gründer Marcial Maciel. Die Forderung der ehemaligen Mitglieder sei von Anfang an für Transparenz, vollständige Aufklärung und Gerechtigkeit für die Opfer gewesen, jedoch seien sie nicht gehört worden, vielmehr unter Druck gesetzt worden, an den Rand gedrängt worden. Die ehemaligen Mitglieder kritisieren die Darstellung, dass das Problem alleine bei Maciel gelegen habe. Quelle: katholisch.de


5.9.2025 Der deutsche Bischof Emil Stehle, aus dem Erzbistum Freiburg stammend und in Santo Domingo in Ecuador als Bischof in den Jahren 1987
–  2002 tätig gewesen, ist in Ecuador noch immer eine Lichtgestalt. In Deutschland wurden seine Verbrechen und Übergriffe untersucht. In Ecuador gibt es – ausgenommen vermutlich bei den Betroffenen – kein Interesse an einer Untersuchung. Quelle: Publik Forum, Nr. 17 | 2025, S. 38-39


4.9.2025 Die Unabhängige Kommission des Bistums Limburg hat ihren Jahresbericht 2024 vorgelegt. Sie zieht eine kritische Bilanz ihrer Tätigkeit. Nur in 4 von 51 im Bistum Limburg tätigen Orden wurden systematische Aufarbeitungsstudien durchgeführt. Auch die Praxis der Anerkennungszahlungen wurde kritisiert, weil sie intransparent und ohne nachvollziehbare Kriterien geschehe. Eine Weiterentwicklung öffentlicher Veranstaltungsformate zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Kontexten sei nötig, empfiehlt die Unabhängige Kommission. Der Bericht beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit konkreten Missbrauchsfällen. Quellen: katholisch.de   Jahresbericht 2024 der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Limburg


4.9.2025 Das Bistum Trier hat einen Leitfaden bei Anliegen zur individuellen Aufarbeitung und Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt veröffentlicht.


2.9.2025 In Australien gibt es einen Forschungsansatz, der es ermöglicht, soziale Netzwerke aus Tätern, Vertuschern, Mitwissern und freiwilligen und unfreiwilligen Helfern zu erkennen. Der Soziologie-Professor Thomas Kron, Vorsitzender der UAK im Bistum Aachen, will den „SNA“ genannten Ansatz (Social Network Analyses) auch auf den Missbrauchskomplex in der katholischen Kirche Deutschlands anwenden. Hinweise Betroffener auf Netzwerke von Priester-Tätern liegen vor. Quelle: soester-anzeiger


1.9.2025 Das Erzbistum München und Freising veranstaltet zum vierten Mal den „Tag der Begegnung“ für Menschen, die in kirchlichem Kontext sexuellen Missbrauch erlitten haben. Quelle: Domradio


1.9.2025 In einer Dokuserie mit dem Titel „Marcial Maciel: The Wolf of God“ werden die mindestens 60 Missbrauchsfälle thematisiert, die der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel, begangen hat. Die Legionäre berichten, dass sie 2022 der Produktionsfirma HBO Informationen und Einblicke in den Erneuerungsprozess der Legionäre gegeben haben, weil sie sich der eigenen Geschichte mit Offenheit und Demut stellen, den verursachten Schaden anerkennen und den Weg der Erneuerung aufzeigen wollten. Quelle: katholisch.de


31.8.2025 Im Bistum Regensburg gab es 2023 ein Jahresplus von fast 11,5 Millionen Euro bei einem Nettovermögen von rund 135 Millionen Euro und Eigenkapital von rund 963 Millionen Euro. Das Bistum betont, es habe „keine unerschöpflichen Mittel“ und lehnt ein Güteverfahren mit einem Gewalt- und Missbrauchsopfer ab. Die Anwältin des Bistums weist auf die „nahezu unerschöpfliche Anzahl Bedürftiger“ hin, die auf die Unterstützung des Bistums angewiesen seien. Quellen: regensburg-digital


28.8.2025 Am Stichtag 30.6.2025 waren im Bistum Aachen 385 Betroffene namentlich bekannt, die von 149 Tätern, mutmaßlichen Tätern und Beschuldigten missbraucht wurden. Unter ihnen sind 135 Kleriker und eine Ordensschwester und 13 Nicht-Kleriker. Quelle: Bistum Aachen


28.8.2025 Mitglieder der unabhängigen Aufarbeitungskommissionen bemängeln, dass es keine echte Zusammenschau und systematische Auswertung der Ergebnisse der Studien der unabhängigen Aufarrbeitungskommissionen gibt. Sie kritisieren, dass es vielerorts sehr lange gedauert habe, bis die Kommissionen zusammengetreten sind – häufig, weil die Bundesländer für die Benennung der Mitglieder lange brauchten. Die Kommission für Berlin, Dresden, Görlitz und die Militärseelsorge wurde durch die Ortsbischöfe wieder aufgelöst wegen unüberbrückbarer Differenzen innerhalb der Gruppe. Die Kommission Nord (Hamburg, Hildesheim, Osnabrück) wirft dem Erzbistum Hamburg massive Widerstände gegen die Aufklärung sexualisierter Gewalt vor. Quelle: katholisch.de


28.8.2025 Die Deutsche Bischofskonferenz zieht eine positive Zwischenbilanz der Arbeit der unabhängigen Missbrauchskommissionen in allen 27 Bistümern. Zugleich kündigte sie an, die inzwischen über 200 vorliegenden Berichte und Studien in einer Gesamtanalyse auszuwerten und geeignete Umsetzungsschritte zu beschließen. Quelle: katholisch.de


28.8.2025 Die polnische Bischofskonferenz berät über eine neue Missbrauchskommission, nachdem eine 2023 eingerichtetes Expertenteam unter Erzbischof Wojciech Polak aufgelöst wurde. Die Namen der Mitglieder der alten und der neuen Kommission sind nicht bekannt. Konsultationen von Missbrauchsbetroffenen sind nicht vorgesehen. Kritiker bemängeln den Personalwechsel als Verzögerungstaktik und weisen darauf hin, dass die Bischöfe über Jahre Aufklärung versprochen haben, aber kaum konkrette Schritte unternommen haben. Quelle: katholisch.de 


27.8.2025 Ende 2022 erfuhr das Bistum Eichstätt von Fehlverhalten eines Geistlichen aus dem Landkreis Ansbach. Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden eingestellt, der kirchliche AStrafprozess ist nun auch abgeschlossen: Weder die Schuld des Geistlichen noch seine Unschuld konnten zweifelsfrei festgestellt werden. Das kirchliche Gericht fordert dennoch vom Bistum, Maßnahmen gegen den Angeklagten zu ergreifen. Nun prüft das Bistum das Urteil und die Empfehlungen. Quellen: Bistum Eichstätt   Donaukurier


27.8.2025 Erzbischof von Paderborn (1941-1973), Kardinal Lorenz Jäger, hat in seiner Amtszeit zwei Missbrauchstäter geschont. Das geht aus dem Dritten Jahresbericht (2024/2025) der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Paderborn hervor.  Quelle: katholisch.de


23.8.2025 Eine neue belgische Dokumentarserie „De Nonnen“ setzt sich kritisch mit dem Ordensleben auseinander und soll im Herbst ausgestrahlt
werden. Schwester Mieke Kerckhof, Präsidentin der Union der Ordensleute in Flandern, entschuldigt sich bei den Opfern. Quelle: vaticannews


22.8.2025 In Osnabrück wurde das Theaterstück „Ödipus Exzellenz“ abgesagt. In ihm ging es um Missbrauch in der katholischen Kirche. Gestern demonstrierten gut 100 Menschen vor dem Theater. Das Bistum Osnabrück dementierte eine Einflussnahme. Der Intendant Ulrich Mokrusch stoppte die Produktion und begründete die Entscheidung mit „unüberbrückbaren Differenzen inb der Art der künstlerischen Umsetzung“. Quelle: NDR


21.8.2025 Der frühere Primas von Polen, Erzbischof Jozef Kowalczyk, und enge Vertraute von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ist tot. Ihm wurde vorgeworfen, Informationen über übergriffiges Verhalten und sexuellen Missbrauch durch Kleriker nicht an den Vatikan gemeldet zu haben. Quelle: kathpress.at


21.8.2025 Der emeritierte Bischof von Pune, Thomas Dabre, Indien, wurde von einem Gericht in Poona freigesprochen. Es gebe keine direkten oder unterstützenden Beweise für die Beteiligung des Bischofs an einer Vertuschung. Das Gericht stellte fest, dass der Bischof sehr wohl die Polizei über den Missbrauchsvorwurf durch einen Priester informiert habe und dem Vater des Minderjährigen eine Anzeige nahegelegt habe. Quellen: Donaukurier,  katholisch.de


20.8.2025 Melanie F. hat ihre Schmerzensgeldklage vor dem Landgericht Köln gegen das Erzbistum Köln verloren. Sie hat Berufung eingelegt. Sie
wurde als Mädchen über Jahre von einem Priester missbraucht, der sie als Pflegevater aufgenommen hatte. Das Gericht urteilte, dass eine Amtshaftung des Erzbistums nicht vorliege, weil der Priester die Taten nicht im Rahmen seines Amtes, sondern als Privatmann begangen habe. Auch
das Erzbistum argumentiert so. Andererseits führt Kardinal Woelki aus, ein Priester sei immer Priester und habe nie einfach Feierabend. Quelle: katholisch.de


19.8.2025 Für den katholischen Priester des Erzbistums Bamberg, Rudolf Sch., organisierten Pfarrgemeinderäte eine Feier anlässlich seines 50. Priesterjubiläums. Dabei würdigten der Hauptzelebrant Ottmar Fuchs und der örtliche Pfarrer die Verdienste des Jubilars. Seine Missbrauchstaten in den 90er Jahren erwähnten sie nicht. Quelle: np-coburg , siehe auch np-coburg


19.8.2025 Missbrauchsbetroffene kritisieren die Argumente eines Richters im Prozess gegen einen Geistlichen des Bistums Lugano, der u.a. als Jugendpfarrer und Religionslehrer tätig war. Er hat sich zwischen 2015 und 2023 an neun Jugendlichen vergangen, darunter vier Minderjährige und wurde zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Richter erklärte, dass bei den „meisten“ der Betroffenen die Genitalien nicht berührt wurden und der Geistliche kooperativ gewesen sei und Reue gezeigt habe. Daher sei die Forderung einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren „völlig übertrieben“. Quelle: katholisch.de


18.8.2025 Klaus Mertes fordert Bischöfe und finanzstarke Orden auf, schwächere Orden bei Entschädigungszahlungen für die Opfer von sexuellem
Missbrauch zu unterstützen. Quelle: Kirche und Leben


18.8.2025 Die Klage einer früheren Messdienerin gegen das Erzbistum Köln wird vor dem Landgericht Köln verhandelt. Die Klägerin sagt, sie sei in den 1990er Jahren vielfach von ihrem ehrenamtlichen Gruppenleiter missbraucht worden. Das Erzbistum bestreitet die Häufigkeit der Taten und die behaupteten Folgen. Der Täter wurde für vier Taten verurteilt, zwei davon geschahen in kirchlichem Kontext. Ein Sachverständiger soll die Folgen des mutmaßlichen Missbrauchs bewerten. In dem Prozess wird auch verhandelt, ob das Erzbistum für die Taten ehrenamtlicher Messdiener haftet. Quelle: Kirche und Leben


17.8.2025 Frauen berichten von ihren Erfahrungen mit Ordensgemeinschaften, nachdem sie Missbrauch gemeldet haben, u.a. mit den Hünfelder Oblaten. Opferschützer beklagen, dass viele Orden bis heute keine Anlaufstellen geschaffen haben. Quelle: Süddeutsche  


15.8.2025 Ein Priester des Bistums Lugano, Schweiz, wurde zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er sich zwischen 2015 und 2023 an neun Jugendlichen, darunter vier Minderjährigen, vergangen hat und Kinderpornografie konsumierte. Er war im August 2024 nach der Rückkehr aus Medjugorje verhaftet worden. Zuständig war er für den katholischen Religionsunterricht im Kanton Tessin und als Jugendseelsorger aktiv. Die kirchenrechtliche Untersuchung wird fortgesetzt. Quelle: katholisch.de


14.8.2025 Die Staatsanwaltschaft Münster hat das Verfahren gegen den Bischof von Nalgonda, Indien, wegen Verjährung eingestellt. Dem Bischof
wird der sexuelle Missbrauch von Jugendlichen und von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er war von 2001 bis 2012 und von 2017 bis 2024 im Bistum
Münster tätig. Das kirchenrechtliche Verfahren wurde vom Bistum Münster initiiert. Quellen: katholisch.de    Bistum Münster


12.8.2025 Michel-Gernard de Vregille hat die Leitung der Emmanuel-Gemeinschaft abgegeben. Er war seit 2018 Leiter und 2023 für eine zweite Amtszeit gewählt worden, die bis 2028 hätte dauern sollen. Mitglieder der Gemeinschaft werden des Missbrauchs beschuldigt. Unter ihnen Pater Bernard P., bis 2014 Rektor des Heiligtums von Paray-Le-Monial und theologische Leitfigur der Gemeinschaft. Der ehemalige Priester Benoit M. wurde von zwei Frauen der Vergewaltigung beschuldigt. Quelle: kath.ch


11.8.2025 Mitte Juli ernannte Papst Leo XIV. Krzysztof Dukielski, 47, zum Weihbischof. Inzwischen wurde der Kirche bekannt, dass der damalige
Kaplan Dukielski sich gegenüber einem Minderjährigen „unangemessenen Verhaltens“ schuldig gemacht habe. Nun teilte der Bischof Solarczyk,
Bistum Radom, mit, dass Dukielski gebeten habe, ihn von seinem Amt zu entbinden. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eingeleitet. Quelle: katholisch.de


11.8.2025 Der Erzbischof von Toulouse, Guy de Kerimel, hat einen Priester zum Kanzler der Diözese Toulouse ernannt, der 2006 wegen Vergewaltigung eines 16-jährigen Gymnasiasten im Jahr 1993 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden war, von denen er vier Jahre absaß. Kérimel begründete seine Entscheidung mit „Barmherzigkeit“. Die französische Bischofskonferenz bittet den Erzbischof, seine Entscheidung zu überdenken. Quelle: katholisch.de


11.8.2025 Andreas Zimmer, Präventionsbeauftragter im Bistum Trier, informiert über das Angebot traumasaensibler Seelsorge für Missbrauchsbetroffene im Bistum Trier. Quellen: katholisch.de   Traumasensible Seelsorge im Bistum Trier


8.8.2025 Matthias Remenyi, Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Würzburg, hat gemeinsam mit Kolleg*innen an der Universität im Anschluss an eine Ringvorlesung über missbrauchte Macht einen Zertifikatskurs gegen Machtmissbrauch in die Wege geleitet. Mitarbeitende in verschiedenen Institutionen mit hierarchischem Gefälle sollen qualifiziert werden. Der zweisemestrige Kurs „Machtmissbrauch erkennen und verhindern“ wird fakultätsübergreifend angeboten. Er ist offen auch für Nicht-Studierende. Die Bewerbungsfrist für den ersten Kurs endet am 15.9.2025. Quelle: Domradio


8.8.2025 Die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen gegen einen Geistlichen des Dekanates Ingolstadt im Bistum Eichstätt eingestellt; der Vatikan hat sich der kirchenrechtlichen Voruntersuchung des Bistums angeschlossen und das Bistum beauftragt, die Voruntersuchung fortzuführen. Das Bistum plant, die Durchführung des Verfahrens an einen Sondergerichtshof zu geben, der mit externen Kirchenrechtlern besetzt werden soll.  Quellen: vaticannews   katholisch.de


6.8.2025 Die Gedenktafel an der Trauerblutbuche vor der Wallfahrtskirche Marienbaum wurde mit schwarzer Lackfarbe unleserlich gemacht – zum dritten Mal. Die Tafel erinnert an Missbrauchsbetroffene von katholischen Priestern. Das Seelsorgeteam der Propsteigemeinde, Xanten, möchte die Motive verstehen und lädt den Täter zum Gespräch ein. Quelle: domradio


4.8.2025 Die Regensburger Theologin Prof. Ute Leimgruber spricht auf den Salzburger Hochschulwochen davon, dass Missbrauch zentral ein Problem „toxischer Theologien“ ist und in der Hand von Tätern zur Waffe werden können. Sie plädiert für eine vilneranz-sensible Theologie. Quellen: katholisch.at   katholisch.at 5.8.2025


4.8.2025 Der Betroffenenbeirat im Bistum Essen sucht den Austausch mit Betroffenen auch in anderen Bistümern und international. Priorität hat die Betreuung Betreuung Betroffener vor Art beim Stellen von Anträgen auf Leid-Anerkennungszahlungen , die Entwicklung von Formen des Gedenkens an das Unrecht und ist offen für neue Formate des Austauschs. Betroffene sollen selbst entscheiden, was ihnen weiterhilft. Quelle: katholisch.de


3.8.2025 Über die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in der evangelischen und katholischen Kirche Deutschlands und in den katholischen Kirchen Italiens und Frankreichs berichtet Anne Francoise Weber. Sie spricht u.a. von 40 Opfern Abbé Pierres und 30 Opfern von Marko Rupnik. Ein Blick der Reportage gilt auch dem Umgang mit Missbrauchsfällen im Vatikan. Spannend bleibt, wie der Papst Leo sich verhalten wird. Quelle: DLF


30.7.2025 Bischof Ackermann, Trier, gibt als dienstältester Bischof der Metropolie die Anzeige von Betroffenenorganisationen gegen Kardinal Woelki, Köln, an den Vatikan weiter. Quelle: katholisch.de


29.7.2025 Einem inzwischen verstorbenen katholischen Pfarrer von Höchberg, Bistum Würzburg, wird sexualisierte Gewalt vorgeworfen. Die Gemeinde kritisiert, dass sie auf Umwegen von den Vorwürfen erfahren hat. Das Vorgehen des Bistums löst anhaltende Kritik aus. Quelle: BR


28.7.2025 Seit Anfang 2021 bis Ende Juni 2025  Im Jahr 2024 reichten Missbrauchsopfer aus dem katholischen Ordensbereich 145 Anträge bei der
Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen – UKA – ein, Missbrauchsopfer aus den Bistümern 670 Anträge. Seit Anfang 2021 bis
Ende Juni 2025 wurden insgesamt 4.504 Anträge gestellt. Die UKA genehmigte im genannten Zeitraum die Zahlung von fast 76.665.300 Euro für Missbrauchsbetroffene in der katholischen Kirche. Unter den Ordensgemeinschaften fielen 2024 mit 21 Anträgen die Redemptoristenprovinz St. Clemens auf, mit 20 Anträgen die Salesianer, mit 18 Anträgen die Jesuiten, mit 16 Anträgen die Pallottiner und mit 10 Anträgen die Steyler Missionare. Quelle: Domradio


28.7.2025 Die Veröffentlichung der Studie zu Kardinal Lorenz Jäger (Erzbischof von Paderborn von 1941 bis 1973) wird Anfang 2026 erwartet. Im Fall des Priesters Walter Salmen zeigt Christine Hartig in dem Buchbeitrag Jägers Umgangsweisen mit Missbrauchstätern: Seelsorge, Tätersorge oder Institutionenschutz?, wie Kardinal Jäger mit einem strafrechtlich verurteilten (!) Missbrauchstäter und seinen Opfern umging. Quelle: archive.ph


28.7.2025 Im Studienseminar St. Michael, Traunstein, das auch Joseph Ratzinger besuchte, kam es zu körperlichen Übergriffen, psychischer Gewalt und Fällen sexuellen Missbrauchs. Nun untersucht das Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik die Vorfälle. Georg Rieperdinger erinnert sich. Quellen: zdfheute   Süddeutsche


27.7.2025 Der SPD-Religionsbeauftragte Hubertus Heil will sich in seinem Amt verstärkt für Missbrauchsopfer einsetzen. Quelle: Domradio


23.7.2025 Magdalena Hürten und Judith König berichten von einer internationalen Konferenz über spirituellen und sexuellen Missbrauch an Ordensfrauen. Ute Leimgruber, Barbara Haslbeck und Sr. Philippa Haase weisen auf die „hidden patterns“ hin. Die Konferenzteilnehmenden fordern, die Berichte der Frauen ernst zu nehmen und tragfähige Betroffenennetzwerke aufzubauen, die es für erwachsene Frauen bislang nicht gibt. Quelle: feinschwarz.net


21.7.2025 Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz hat sich mit einer Anzeige an den Vatikan gewandt und strebt ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Kardinal Woelki an. Der Betroffenenbeirat wirft dem Kölner Erzubischof Verletzung seiner Amtspflicht und Meineid im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Verpflichtungen. Die Anzeige wurde beim dienstältesten Bischof der Kölner Kirchenprovinz, Bischof Ackermann von Trier, eingereicht. Das Erzbistum Köln widerspricht der Darstellung des Betroffenenbeirates. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller schätzt, dass die Anzeige der Betroffenen „durchaus Aussicht auf Erfolg“ habe. Quellen: Zeit   FAZ   Tagesschau


19.7.2025 Der im Jahr 2017 verstorbene irische Bischof Eamonn Casey wurde umgebettet. Ihm wurde von mehreren Frauen sexueller Missbrauch
vorgeworfen. Die Anklagen wurden erst 2019 bekannt. Bereits 2007 wurde Casey vom Vatikan aus dem Bischofsamt entfernt. Diese Entscheidung wurde jedoch nie öffentlich bekannt. Quellen: domradio   irishtimes


17.7.2025 Im April haben Missbrauchsbetroffene eine Petition an den Bayerischen Landtag übergeben. Dort fordern sie einen Unabhängigen
Landesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, eine unabhängige Aufarbeitungskommission und einen Betroffenenrat und weitere
Maßnahmen zur effektiven Bekämpfung von Gewalt an Minderjährigen. Nun wird die Petition vom Sozialausschuss des Landtags einstimmig
unterstützt. Quelle: Süddeutsche


17.7.2025 Einem 2012 verstorbenen katholischen Pfarrer des Bistums Rottenburg-Stuttgart wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Taten beziehen sich auf den Zeitraum von 1974 bis 1995. Er hat sexuellen Missbrauch und Übergriffe gegen Jugendliche und junge Erwachsene eingeräumt. Als die Taten 1996 bekannt wurden, waren sie laut Bistum auch kirchenrechtlich bereits verjährt. Der damalige Bischof Walter Kasper sprach einen Verweis und eine Verwarnung aus und verbot dem Täter Kontakte zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Derzeit untersucht eine unabhängige Aufarbeitungskommission den Fall und etwaiges Fehlverhalten von Bischof Kasper. Im Frühjahr 2027 sollen Ergebnisse veröffentlicht werden. Quelle: Domradio


16.7.20256 Die Franziskanerinnen von Au am Inn wollen mögliche Missbrauchsfälle im ehemaligen Kinderheim Sankt Josef in Ramsau bei Haag in den Jahren 1965 bis 1975 aufarbeiten. Sie suchen Betroffene und Zeitzeug*innen. Quelle: katholisch.de


15.7.2025 Das Erzbistum Berlin legt erstmals einen Jahresbericht zu Missbrauchsfällen vor. 2024 wurden 14 Beschuldigungen zu sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und Schutzbefohlenen vorgebracht. 12 Fälle konnten weiterbearbeitet werden, neun dieser Fälle sind aktuell, in drei Fällen lagen die Taten mehr als zehn Jahre zurück. In sechs Fällen ging es um sexualisierte Gewalt, in zwei Fällen um Verletzungen des Schutzkonzeptes beziehungsweise um eine Übertretung des Verhaltenskodexes. Beschuldigt wurden Lehrkräfte an Schulen (7), ehrenamtlich Mitarbeitende (2) und Geistliche (3). Seit 2002 wurden im Erzbistum Berlin 147 Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt seit 1946 erfasst.  Quellen: katholisch.de   erzbistumberlin.de


13.7.2025 Polens Bischofskonferenz hat Erzbischof Polak die Zuständigkeit für die Einrichtung einer landesweiten Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen an Minderjährigen entzogen. Polak genoss das Vertrauen vieler Betroffener. Nun wurde die Aufgabe Bischof Slawomir Oder übertragen, dem die Abwehr kirchlicher Entschädigungszahlungen vorgeworfen wird. Außerdem habe er als Postulator für die Selig- und Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. dessen Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen nicht genau geprüft. Betroffene fürchten, dass es keine echte Aufarbeitung von Missbrauch und Vertuschung geben werde. Quelle: katholisch.de


11.7.2025 Das Bistum Trier erweitert nach Empfehlungen der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenbeirats sein Angebot für Missbrauchsbetroffene, die Opfer von Klerikern wurden. Dazu gehören eine kurzfristige therapeutische Unterstützung und traumasensible Seelsorge.
Quelle: vaticannews


10.7.2025 Die von der Emmaus-Bewegung eingerichtete Anlaufstelle hat seit der Veröffentlichung erster Vorwürfe gegen den Gründer Abbé Pierre
(1912-2007) insgesamt 45 einschlägige Fälle gezählt, darunter sexuelle Übergriffe gegen Erwachsene und Minderjährige, Vergewaltigung inclusive.
Unter den zuletzt bekannt gewordenen zwölf Fällen betrafen sieben Minderjährige. Die Emmaus-Gemeinschaft hat gemeinsam mit der Französischen Bischofskonferenz einen Plan für eine finanzielle Entschädigung beschlossen. Quelle: katholisch.de


8.7.2025 Im Erzbistum Freiburg kritisieren Experten und Betroffene die stockende Aufarbeitung. Der Fundamentaltheologe Magnus Striet sagt, dass entscheidende Empfehlungen bislang nicht umgesetzt wurden und zählt die unabhängige Kontrolle kirchlicher Strukturen dazu, eine grundlegende Reform der Priesterausbildung und den Verzicht auf die Kinderbeichte vor der Erstkommunion. Ungeklärt sei auch, warum es keinen nachhaltigen Widerstand gegen das unter dem damaligen Erzbischof Zollitsch herrschende Vertuschungssystem gegeben habe, obwohl man spätestens seit 2010 in den Leitungsstrukturen um das Problem des Missbrauchs gewusst habe. Quellen: Tagesschau   swr


8.7.2025 Das Landgericht Köln hat in erster Instanz die Klage auf Schmerzensgeld der Missbrauchsbetroffenen Melanie F. abgewiesen. Nun will die Klägerin Berufung einlegen. Zur finanziellen Unterstützung hat der Eckige Tisch einen Rechtshilfefonds aufgelegt. Quelle: evangelisch.de


7.7.2025 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert die Abweisung der Schmerzensgeldklage einer Missbrauchsbetroffenen gegen das Erzbistum Köln. Die Abweisung sei ein Skandal und ein Verstoß gegen die Verfassung. Das Gericht hätte die kirchliche Lehre zur Grundlage seiner Entscheidung nehmen müssen, die besagt, dass gemäß dem Kirchenrecht ein katholischer Priester nie privat sei. Schüller kritisierte das Erzbistum Köln, weil es argumentierte, der Priester habe nicht im Rahmen seines Amtes gehandelt, sondern privat und daher gebe es auch keine Amtshaftung. Schüller erwartet, dass das Urteil korrigiert werden müsse. Erst wenn es eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofes in dieser Angelegenheit gebe, hätten Opfer sexualisierter Gewalt im Kontext der katholischen Kirche Rechtssicherheit. Quelle: kirche-und-leben


7.7.2025 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert für ehemalige Heimkinder eine staatlich finanzierte Grundrente. Nach österreichischem Vorbild hält sie 300 Euro monatlich für angemessen. Mehr als 800.000 Minderjährige waren zwischen 1945 und den 1970er Jahren
– in der DDR bis 1990 – in staatlichen und kirchlichen Heimen untergebracht, 500.000 davon in konfessionellen Heimen. Viele ehemalige Heimkinder lebten heute in Altersarmut. Quelle: Domradio


6.7.2025 In Frankreich wurde ein Bericht über Gewalt und sexuellen Missbrauch an Schulen und Internaten veröffentlicht. Nicht nur, aber vor allem an katholischen Privatschulen wurden Minderjährige über viele Jahre hinweg zum Teil systematisch missbraucht. Die Rede ist von Schlägen, Vergewaltigungen, sexuellen Übergriffen, gar Folter. Im Zentrum des Berichts steht die katholische Privatschule Notre-Dame de Bétharram in der Nähe von Pau. Unklar ist, ob der Bürgermeister von Pau, der in den 1990er Jahren französischer Erziehungsminister war, von der Gewalt an der Privatschule Notre-Dame de Bétharram, an der auch seine Frau unterrichtete und die seine Kinder besuchten, wusste, ohne etwas zum Schutz der Kinder zu unternehmen. Quellen: assemblee-nationale.fr   Spiegel 2.7.2025   Spiegel, 23.4.2025


6.7.2025 Der französische Erzbischof von Chambéry, Verny, ist neuer Missbrauchsbeauftragter des Vatikans. Er löst Kardinal O’Malley ab. Verna war bisher Vorsitzender des Rates zur Prävention und Bekämpfung von sexuellem Missbrauch der französischen Bischofskonferenz. Quellen: DLF   vaticannews


4.7.2025 Nach Angaben des spanischen Internetportals elDario.es hat die argentinische Staatsanwaltschaft beantragt, das Opus-Dei-Mitglied Mariano Fazio, ein Priester des Opus-Dei und stellvertretender Leiter, mit vier weiteren Mitgliedern zum Verhör vorzuladen. Es geht um den Vorwurf der Beteiligung an internatioalem Frauenhandel. Fazio sei Teil eines Systems gewesen, das mindestens 40 Jahre lang arme Frauen als Arbeitskräfte ausgebeutet habe. Es soll mindestens 43 Opfer geben. Opus Dei spricht von einer „frei gewählten Berufung“ dieser Frauen. Quelle: Domradio


3.7.2025 Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Fenandez, teilte mit, dass nun Richter für das kirchliche Verfahren gegen den früheren Jesuiten Marko Rupnik gefunden wurden. Sie sind ausschließlich Persönlichkeiten außerhalb des Dikasteriums für die Glaubenslehre. Der Vatikan bemüht sich damit, den Eindruck zu vermeiden, die Glaubensbehörde oder der Heilige Stuhl hätten ein besonderes Interesse an dem Verfahren oder stünden unter Druck. Fernandez sagte, man arbeite mit der „nötigen Diskretion“. Quelle: Domradio


2.7.2025 Jede fünfte Frau wurde als Minderjährige Opfer sexualisierter Gewalt. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein  gesamtgesellschaftliches Phänomen. Das zeigt eine groß angelegte Dunkelfeld-Studie. Quellen: Zeit   Ärzteblatt


2.7.2025 Joachim Frank kommentiert das Verhalten von Kardinal Woelki im Blick auf die Abweisung der Schmerzensgeldklage einer Klägerin: „Das
Argument der Kirche für einen Haftungsausschluss: Der Täter habe seine Verbrechen nicht als Priester in Ausübung seines Amtes begangen, sondern
als Privatperson in seiner Freizeit. In seinem Urteil ist das Landgericht dieser Sicht gefolgt. Es mag juristisch angehen, dass gewiefte Anwälte vor Gericht alle Register zugunsten ihres Mandanten ziehen. Doch dass Kardinal Woelki ihnen das sehenden Auges hat durchgehen lassen und es nun auch noch als Erfolg für das Erzbistum verbuchen kann, ist moralisch und theologisch der Totalausfall.“ Quelle: KStA


1.7.2025 Als Mädchen wurde die Klägerin von einem katholischen Priester, der sie als Pflegekind aufgenommen hatte, jahrelang sexuell missbraucht. Nun wurde ihre Schmerzensgeldklage vom Landgericht Köln abgewiesen, da eine Amtshaftung des Erzbistums Köln nicht in Frage komme. Der Täter habe den Missbrauch nicht im Rahmen seines Amtes, sondern als Privatperson begangen. Die Pflegschaft sei duzrch einen staatlichen Akt begründet worden, daher gebe es keinen Zusammenhang zur kirchlichen Tätigkeit. Unerheblich sei, ob Vorgesetzte oder der Täter die Pflegschaft als Teil der Ausübung des Priesteramtes angesehen habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quellen: katholisch.de   msn   vaticannews


30.6.2025 Die Gemeinschaft von Taizé blickt selbstkritisch auf ihre Geschichte. Prior Frère Matthew sagt, man sei nicht immer ein Vorbild gewesen, vor allem im Umgang mit Macht und Autorität gegenüber Jugendlichen. Seit der Veröffentlichung der Missbrauchsfälle habe sich jedoch viel verändert.  Quelle: katholisch.de


30.6.2025 Ein indischer Ordensmann war von 2001 bis 2012 und von 2017 bis 2024 im Bistum Münster tätig. Nun berichtete eine mutmaßlich  betroffene Person von sexuellem Missbrauch in der Zeit von 2005 bis 2007 durch den Ordensmann. Der Beschuldigte wurde 2024 zum Bischof einer
indischen Diözese geweiht. Das Bistum Münster informierte sowohl das Glaubensdikasterium in Rom als auch den Metropoliten der Kirchenprovinz,
in dem der Beschuldigte seinen Wohnsitz hat. Das ist der Erzbischof von Hyderabad, Kardinal Anthony Poola. Außerdem informierte das Bistum
Münster die Staatsanwaltschaft Münster. Der Bischof von Hyderabad hat die Information des Bistums Münster via Glaubensdikasterium nach
Recherchen des Nachrichtenmagazins „The News Minute“ nicht erhalten, lediglich in den sozialen Medien von den Vorwürfen gehört. Quelle: Domradio


28.6.2025 Papst Leo XIV. hat den Rücktritt des Abtes von Saint-Maurice (2015 bis 2025) ohne Angaben von Gründen angenommen. Scarcella hatte sein Amt von September 2023 bis März 2025 wegen Belästigungsvorwürfen ruhen lassen. Der Vatikan konnte keine Verfehlungen feststellen, so dass der Abt im März d.J. sein Amt wieder aufnahm. Ein Bericht der Universität Zürich hatte festgestellt, dass es zwischen 1960 und 2024 mindestens 67 Fälle
sexualisierter Gewalt – 57 Fälle an Minderjährigen – gegeben hatte, die von mindestens 30 Ordensmännern verübt worden war. Am 30.6. begrüßen
die Schweizer Bischöfe den Rücktritt des Abtes. Quellen: Kirche und Leben   katholisch.de


27.6.2025 Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte für Kindesmissbrauch, fordert Schulen, Kirchen und Vereine auf, bei der Aufarbeitung Betroffene von Anfang an zu beteiligen. Das sagte sie anlässlich der Vorstellung der Standards der Betroffenenbeteiligung im Kontext institutioneller Aufarbeitung. Quelle: evangelische Zeitung


27.6.2025 Eine Theologin spricht über Missbrauch durch einen katholischen Priester und welche Folgen er hatte. Quelle: katholisch.de


26.6.2025 Haftet die Kirche, wenn ein Priester seine Pflegetochter vergewaltigt? Im Prozess gegen das Erzbistum Köln erheben
Betroffenenvertreter neue Vorwürfe: Kardinal Woelki soll wichtige Informationen zurückgehalten haben. Die Staatsanwaltschaft prüft den
Anfangsverdacht. Quelle: spiegel   katholisch.de 27.6.2025


26.6.2025 Nun liegt der Abschlussbericht zum  Fall Dillinger vor: Sexueller Missbrauch an Kindern und  Jugendlichen im Bistum Trier. Abschlussbericht der wissenschaftlichen Studie zu den Umständen des Falles Edmund Dillinger von Dr. Jürgen Brauer und Ingo Hromada. Recherchen in Afrika führten nicht weiter. Die Aufarbeitungskommission berichtet, dass Missbrauch innerhalb der Kirche Afrikas zwar als Tatsache anerkannt werde, aber die  Kirche Afrikas von einer umfassenden flächendeckenden Aufarbeitung noch meilenweit entfernt sei. Die Aufarbeitungskommission bekjlagt auch einen Mangel an Unterstützung durch das Auswärtige Amt. Quellen: aufarbeitungskommission.bistum-trier   Rheinzeitung


26.6.2025 Um 11 Uhr gibt es ein Pressegespräch zum Abschlussbericht sexueller Missbrauch im Bistum Fulda. Stephan Auth, Mitglied des Betroffenenbeirats im Bistum Fulda, berichtet. Annemarie Selzer, Leiterin der Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt im Landkreis und der Stadt Kassel, erzählt von ihrer Arbeit mit betroffenen Männern. Quelle: hessenschau


26.6.2025 Der Verein „Gegen Missbrauch“ fordert von der Bundesregierung zügig eine Nachfolgelösung nach dem vorzeitigen Stopp des Fonds Sexueller Missbrauch. Betroffenen müsse weiter Hilfe zukommen. Quelle: evangelisch.de


25.6.2025 Beim Fonds Sexueller Missbrauch können keine Anträge mehr eingereicht werden. Es besteht ein Bewilligungsstopp für Erstanträge,
der rückwirkend für Erstanträge gilt, die nach dem 19.3.2025 eingereicht wurden. Die Haushaltsmittel sind wegen zu hoher Nachfrage „vorzeitig
erschöpft.“ Die Bewilligungszusage von Erstanträgen bis zum 31.8. d.J. gilt nicht mehr. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will sich im
Bundestag für zusätzliche Haushaltsmittel für Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs einsetzen. Quellen: BR   evangelische-zeitung   focus 4.7.2025


25.6.2025 Früher wurde er von einem pädophilen Pfarrer bedrängt, heute kämpft Stephan Auth als Mitglied des Betroffenenbeirats im Bistum Fulda gegen sexuellen Missbrauch. Was er erlebte, hat er dem hr berichtet. Quelle: Hessenschau s. auch ndr vom 5.12.1996


25.6.2025 In einem Vergleich vor dem Mainzer Landgericht mit einem Betroffenen sexualisierter Gewalt hat sich das Bistum Mainz zur Zahlung
von insgesamt 340.000 Euro verpflichtet. Der Betroffene war ab dem Alter von 11 Jahren von November 1986 bis September 1991 von einem  Priester misshandelt worden. Quellen: katholisch.de   Pressemitteilung 26.6.2025 von Umsteuern und MissBiT


24.6.2025 Muss die Kirche für das Handeln des Geistlichen Ue., der Melanie F. jahrelang missbrauchte, haften oder geschah der Missbrauch im „Privaten“, als Pflegevater? Das Erzbistum Köln ist der Ansicht, dass der verurteilte Priester Ue. beim Missbrauch als Privatmann handelte und
das Erzbistum daher nicht haftbar gemacht werden könne. Nun ist ein Schreiben des damaligen Leiters des Priesterseminars aufgetaucht, in dem
es heißt: „[…] dass Sie sich in Ihrer Tätigkeit als Kaplan für diese Kinder eine ungewöhnliche Last aufbürden“. Hinzu kommt, dass die Anwälte von Kardinal Woelki aus der Bedingung, die dem Priester vom Bistum vor der Übernahme der Pflegschaft gestellt wurde – eine Haushälterin einzustellen – , die Aussage machten, es sei „angedacht“, dass Ue. eine Haushälterin einstellen solle. Die Kirche hat nie überprüft, ob die Haushälterin eingestellt wurde. Nun haben Matthias Katsch und Anwälte eine Anzeige wegen Prozessbetrugs gestellt, weil die Anwälte Woelkis, nicht jedoch die Betroffene und ihre Anwälte Einblick in die Unterlagen hatten und fälschlicherweise die Bedingung, eine Haushälterin einzustellen, in das Angedacht-Sein verwandelten. Das Erzbistum Köln teilt mit, es könne den Vertuschungsvorwurf nicht nachvollziehen.  Quellen: Tagesschau   katholisch.de


23.6.2025 Die „Diener Jesu und Mariens“ untersuchen mit Hilfe des Vatikans ihre Gründungsphase und die Rolle ihres Gründers, Pater Andreas
Hönisch. Jetzt gibt es einen ersten Zwischenbericht. Der Orden nennt sich selbstkritisch – geht im Zwischenbericht aber nur ganz pauschal auf „schwerwiegende Fehler“ ein. Quelle: katholisch.de


21.6.2025 Das Zentrum der Arche-Gemeinschaft in  in Trosly-Breuil bei Paris schließt – es sei unrentabel und seine Geschichte düster. Dem Gründer Jean Vanier wird vorgeworfen, mindestens 25 Frauen missbraucht zu haben. Seinem Kumpanen Pater Thomas Philippe wird spiritueller und sexueller Missbrauch von rund 30 Frauen vorgeworfen. Quelle: katholisch.de


21.6.2025 Papst Leo hat einen Brief an die Initiatoren eines Theaterstücks über die Geschichte der peruanischen Journalistin Paola Ugaz und Pedro Salinas geschrieben. Beide hatten die Missstände in der Gemeinschaft Sodalicio aufgedeckt und waren anschließend zahlreichen Angriffen und Klagen aus den Reihen der Sodalicio ausgesetzt. Papst Leo schrieb: „Es ist dringend notwendig, in der ganzen Kirche eine Kultur der Prävention zu verankern, die keine Form von Missbrauch toleriert – weder Macht- oder Autoritätsmissbrauch noch Gewissens- oder spirituellen Missbrauch oder sexuellen Missbrauch… Heute erkennen wir diese Wunden in so vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die dort verraten wurden, wo sie Trost suchten, und auch in denen, die ihre Freiheit und ihren Namen riskiert haben, damit die Wahrheit nicht begraben wird.“ Der Papst wies darauf hin, dass die Verteidigung eines freien und ethischen Journalismus ein Akt der Gerechtigkeit und eine Pflicht für alle sei, die eine solide und partizipative Demokratie wünschen. Quelle: katholisch.de


20.6.2025 Hans Zollner berichtete im Rahmen der diesjährigen „International Safeguarding Conference an der Gregoriana, dass sich inbesondere Frauen, auch immer mehr Ordensfrauen, weltweit im Kampf gegen Missbrauch einsetzen. Ihr Einsatz sei wertvoll und für das Leben der Kirche unverzichtbar. Im Blick der Konferenz sind auch Armut, Kriege und Naturkatastrophen als Risikofaktoren. Die Ordensfrau und Safeguarding-Expertin Jane Wakahiu aus Kenia berichtet, dass Armut Menschen dem Risiko von Menschenhandel und Migration aussetze und damit der Gefahr, auf diesen Reisen missbraucht zu werden. Die Ordensfrau Jacinta Ondeng, Kenia, berichtet, dass in Afrika das Konzept des Safeguardings noch sehr neu sei. Missio hat Safeguarding-Kurse in afrikanischen Ländern finanziert. Die afrikanischen Bischöfe wissen zwar um die Priorität, die Safeguarding in der Seelsorge haben solle, stellen jedoch keine Mittel bereit. Quelle: Kirche und Leben


20.6.2025 Ein Untersuchungsbericht der Walliser Abtei Saint-Maurice ergab, dass es zwischen 1960 und 2024 zu jahrelangem sexuellen Missbrauch kam. Chorherren und weitere der Abtei verbundene Personen machten sich schuldig. Im Jahr 1970 gab es Strafverfügungen gegen drei Chorherren und einen Novizen. Viele Prozesse wurden mangels hinreichender Anklagepunkte oder wegen Verjährung eingestellt. Zwei externe Geistliche, die mehrere Jahre in der Abtei verweilten oder noch dort verweilen, wurden nur lasch überwacht, obwohl ihr Verhalten an ihrem vorherigen Aufenthaltsort zu Beschwerden oder Diziplinarmaßnahmen zu sexueller Gewalt geführt hatte. In dem untersuchten Zeitraum gab es mindestens 67 Fälle sexualisierter Gewalt zumeist an Minderjährigen. Auch Vergewaltigungen und erzwungene Abtreibungen fand der Untersuchungsbericht. Die Taten wurden von mindestens 30 Ordensmännern verübt. Quellen: srf   Domradio


19.6.2025 Gegen einen aus dem Ausland stammenden und im Landkreis Eichstätt, Bistum Eichstätt, tätigen Priester sind Missbrauchsvorwürfe erhoben worden. Sie beziehen sich auf Taten, die der Priester in seinem Heimatland begangen haben soll. Die Diözese hat das Dienstverhältnis zu
dem Geistlichen deshalb beendet und dessen Heimatdiözese sowie den Vatikan informiert. Quelle: katholisch.de


19.6.2025 Der Betroffenenbeirat im Bistum Essen lädt Betroffene am 23. Juni, 10 Uhr zu einem offenen Frühstückstreff im geschützten Rahmen ein. Ausdrücklich eingeladen sind auch Betroffene, die bislang keinen Kontakt zu anderen Betroffenen gesucht haben. Auch anonyme Teilnahme ist möglich. Quelle: waz


18.6.2025 Der Katholikenrat der katholischen Kirche im Bistum Fulda wirft der Kirche Versagen vor – der Fokus sei nicht auf den betroffenen Personen gelegen, sondern auf dem Schutz der Täter. Der Katholikenrat kritisiert nicht die Gemeinden, die wenig Interesse am Leben Betroffener haben (s. Abschlussbericht S. 78 – 90).


18.6.2025 „Wir sind Kirche“ sieht die katholische Kirchenleitungen nicht in der Lage, wirkliche Aufklärung von Missbrauchsfällen zu leisten. Daher sei staatliches Eingreifen notwendig. Der Missbrauchsbericht des Bistums Fulda habe nicht aufklären können, was die früheren Bischöfe Johannes Dyba (1983-2000) und Heinz Josef Algermissen (2001-2018) über die Vertuschung von Missbrauchsfällen wussten. Quelle: evangelische zeitung


18.6.2025 Betroffene, Wissenschaftler*innen und die Aufarbeitungskommission der ehemaligen Heimkinder fordern Erhöhung der Rente um mindestens 300 Euro monatlich, Erleichterung der Nachweispflichten, Anerkennung und AUseinandersetzung mit den Verbrechen in den Kinderheimen durch den Bundestag und die Einrichtung von Erinnerungsorten. Quelle:  taz


17.6.2025 Eine Anhörung von Menschen, die in der DDR bzw. der BRD in Kinderheimen sexuellen Missbrauch erlitten, war ernüchternd. In der DDR
wurde jedes zweite Heimkind, in der BRD jedes dritte missbraucht. Die Betroffenen beklagen den Mangel an Unterstützung. Die zuständige Familienministerin Prien hatte eine Vertretung geschickt – die Aufarbeitung und Entschädigung scheint keine Priorität zu haben. Quellen: DLF   evangelisch.de


17.6.2025 Mindestens 120 mutmaßlich Betroffene von sexuellem Missbrauch gab es im Bistum Fulda seit 1945. Missbrauchsopfer seien auch im Bistum Fulda in ihren Nöten und ihrem Leid bis 2010 nicht beachtet worden. Quelle: katholisch.de


17.6.2025 Heute um 14 Uhr stellt wird der Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda vorgestellt. Zu beachten dürfte das kaum ausgeprägte Interesse von Kirchengemeinden am Leben und den Erfahrungen Betroffener sein – im
Abschlussbericht nachzulesen auf den Seiten 78 – 90. Quellen: Bistum Fulda   Abschlussbericht im Bistum Fulda „Nur mit Mut“


16.6.2025 Die gemeinsame Aufarbeitungskommission der Bistümer Berlin, Görlitz und Dresden-Meißen wurde nach zwei Jahren aufgelöst. Die
unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, nennt die Auflösung einen „klaren
Bruch der Vereinbarung. Quelle: Kirche und Leben


15.6.2025 Nachdem das Verfahren wegen Meineids von Kardinal Woelki eingestellt wurde, sagt das Kölner Erzbistum, Woelki sei unschuldig. Westpol-Recherchen zeigen indes, wie viele Indizien Ermittler dafür gefunden haben, dass der Kardinal im Kontext von Missbrauchsvorwürfen von Priestern die Unwahrheit gesagt haben soll. Quelle: www1.wdr


13.6.2025 Nicht nur Kirchenobere schützten übergriffige Priester und Ordensmänner. Auch politische Entscheidungsträger agierten teilweise nach demselben Muster. Zum Leid der Betroffenen – und wohl teilweise bis heute. Das ergab eine Podiumsdiskussion in Sarnen – anhand aktueller und historischer Beispiele. Quelle: kath.ch


12.6.2025 Nach der Einstellung des staatlichen Verfahrens gegen zwei Ordenspriester, die im Dekanat Eichstätt gewohnt haben und dort pfarrliche Aufgaben hatten, wurde nun auch das kirchenrechtliche Verfahren eingestellt. Den Priestern war Missbrauch vorgeworfen  worden. Quelle: augsburger-allgemeine


12.6.2025 Die polnische Bischofskonferenz hat Erzbischof Wojciech Polak, der das Vertrauen Betroffener hat, den Auftrag entzogen, eine unabhängige Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Polens zu organisieren. Diese Aufgabe übernimmt Bischof oder. Quelle: evangelische zeitung


12.6.2025 Washington verpflichtet katholische Geistliche, in einer Beichte erlangte Informationen über sexuellen Missbrauch zu melden. Auch in New Hampshire, North Carolina, Oklahoma, Texas und West Virginia gilt dieses Gesetz. Priester müssen sich entscheiden: Geben Sie Informationen weiter, sind sie automatisch exkommuniziert. Geben Sie Informationen nicht weiter, machen sie sich strafbar. Quelle: katholisch.de


11.6.2025 Pavel Bačo, neuer Provinzial der Böhmischen Provinz der Jesuiten, hat den Leiter des Aletti-Zentrums in Olmütz und den Oberen der Jesuitenkommunität in Olmütz von ihren Ämtern entbunden.  Bačo leitete auch eine Untersuchung gegen den an das Zentrum angegliederten Verlag „Refugium“ ein. In diesem Verlag erscheinen „religiös zweifelhafte Schriften“ aus dem Umfeld der geistlichen Gemeinschaft „Diener des Heiligsten Herzens Jesu“  (Služebníci Ježíšova Velekněžského Srdce, SJVS), die von angeblichen Privatoffenbarungen an die Mystikerin Katerina Klosová handeln. Der Orden kündigte eine kanonische Untersuchung des SJVS an und entschuldigt sich für die geistliche Schädigung durch das Aletti-Zentrum und die
falsche Mystik der SJVS. Die Jesuitenprovinz Böhmens distanziert sich auch von der Unterstützung Rupniks durch den SJVS. Rupnik wird
„unangemessenes Verhalten gegenüber dreißig Personen vorgeworfen. Gegen ihn führt das Glaubensdikasterium seit Oktober 2023 ein Verfahren.
Rupnik ist seit seinem Ausschluss aus dem Jesuitenorden Mitglied des slowenischen Bistums Koper. Quelle: 
katholisch.de


11.6.2025 Ein Priester des Erzbistums Paderborn wurde trotz mehrerer Verurteilungen in neue Gemeinden geschickt. Der Fall des Priesters Walter S. zeigt, wie die Kirche Missbrauch vertuschte und welche Verwüstung ein Serientäter hinterlässt. Quelle: wa


11.6.2025 Vor einem Monat war ein katholischer Priester aus dem Bistum Eichstätt wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu einer Bewährungsstrafe und einer Zahlung an den Eichstätter Kreisjugendring verurteilt worden. Nun ist das Urteil rechtskräftig und damit kann die kirchenrechtliche Untersuchung wieder aufgenommen werden. Quelle: Domradio


10.6.2025 Nun hat der Vatikan sich dazu durchgerungen, die Mosaiken des Priesters Marko Rupnik zumindest von den Internetseiten der
vatikanischen Medien zu entfernen und stillschweigend durch andere Kunstwerke zu ersetzen. Rupnik werfen mindestens 20 (Ordens-)Frauen
sexuellen Missbrauch vor. Quelle: katholisch.de


6.6.2025 Einem Mitarbeiter der Kirchengemeinde St. Peter Waltrop, Bistum Münster, wird grenzüberschreitendes sexualisiertes Verhalten über
Messengerdienste gegenüber Minderjährigen vorgeworfen. Er wurde widerruflich vom Dienst freigestellt. Quelle: bistum-muenster


6.6.2025 Im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld wirkte ein Geistlicher,
der Sexualstraftaten an Minderjährigen begangen hat und 2017
starb. Quelle: schwaebische


5.6.2025 Die vatikanische Kinderschutzkommission wurde von Papst Leo XIV. zu einer Audienz empfangen. Statt die vorbereitete Rede vorzutragen, unterhielt er sich mit den Mitgliedern der Kommission. Die Kommission hofft, bis Jahresende einen endgültigen Entwurf für universelle Leitlinien vorlegen zu können, die für alle Ortskirchen verbindlich sein sollen. Derzeit laufen Pilotprojekte u.a. in Polen, Simbabwe und Costa Rica. Quelle: vaticannews


5.6.2025 Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert die Auflösung der gemeinsamen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Berlin und den Bistümern Görlitz und Dresden-Meißen. Bedauerlich sei insbesondere, dass es kein geregeltes Beschwerdeverfahren und keine Konfliktlösungsinstrumente gebe, sagte der Betroffenenbeirat der DBK. Quelle: katholisch.de


5.6.2025 Einem inzwischen verstorbenen Kleriker, der in Heidingsfeld und Höchberg, Bistum Würzburg, tätig war, warfen zwei Frauen sexualisierte Gewalt vor. Die schweren Sexualstraftaten ereigneten sich über 6 Jahre hinweg. Eines der Opfer war zu Beginn 13 Jahre alt. Das Bistum wurde 2010 informiert und konfrontierte den Priester mit den Vorwürfen. Mehr geschah nicht. Die Gemeinde in Heidingsfeld wurde nicht informiert. Erst jetzt fand jemand im Gutachten heraus, dass anonymisierte Daten des Gutachtens auf den Pfarrer von Heidingsfeld und Höchberg zutrafen. Das Bistum bestätigte die Vermutung und entschuldigte sich. Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran und das diözesane Krisenteam trafen sich zum Austausch mit der Gemeinde. Quellen: BR  pow.bistum-wuerzburg


4.6.2025 Im Februar hatte der Vatikan die Veröffentlichung von Namen Beschuldigter von Missbrauch verboten, außer wenn eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt. Nun kritisiert der Jurist Jan-Luca Helbig, Referent für Aufarbeitung beim Erzbistum Köln, diese Regelung. Er fordert, dass weitere beweisrelevante Umstände, die für die Schuld eines Täters sprechen, berücksichtigt werden müssen. Quelle: katholisch.de   feinschwarz.net


3.6.2025 Die gemeinsame Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Berlin, den Bistümern Dresden-Meißen und
Görlitz wurde von den Bischöfen aufgelöst. Quelle: katholisch.de


3.6.2025 Die Betroffeneninitiative MissbiT im Bistum Trier nimmt Stellung zum Scheitern der ersten Klage vor dem OLG Koblenz, das einem
Missbrauchsopfer Prozesskostenhilfe verweigerte, weil das Bistum die Einrede der Verjährung erhebt und der Missbrauch länger als dreißig
Jahre zurückliegt. Quelle: Pressemitteilung MissbiT e.V.


2.6.2025 Die Kirchengemeinde St. Liudger, Münster, hat einen Musiker vom Dienst freigestellt. Er wird des Besitzes von Kinderpornografie beschuldigt. Quelle: WDR


2.6.2025 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda wird am 17. Juni ihren Abschlussbericht vorstellen. Quelle: Bistum Fulda   zeit


2.6.2025 Das Ärzteblatt berichtet von einer ersten (!) repräsentativen Dunkelfeldstudie des ZI Mannheim. Der Studienkoordinater Harald Dreßing berichtet von fast 13 von 100 Befragten, die angeben, mindestens einmal im Leben von sexualisierter Gewalt betroffen gewesen zu sein. Frauen sind mit 20,6 % deutlich mehr als Männer mit 4,8 % von sexualisierter Gewalt im Kindes- und Jugendalter betroffen. Quellen: aerzteblatt  zi-mannheim   evangelisch.de


2.6.2025 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Essen legt ihren Jahresbericht 2024 vor. Quelle: bistum essen


1.6.2025 Der Vorsitzende des Betroffenenbeirats im Bistum Speyer, Bernd Held, fordert im Anschluss an die Studie einen transparenten Umgang mit weiteren Akten und die konsequente Umsetzung der Empfehlungen aus der Studie. Quelle: nr-kurier


30.5.2025 Der zweite Teil des Speyerer Missbrauchsstudie wird 2027 veröffentlicht. Er untersucht einige „typische Fälle“. Quelle: Domradio


29.5.2025 Im Interview spricht die Leiterin der Missbrauchsstudie des Bistums Speyer, Professorin Silvia Schraut. Quelle: swr


28.5.2025 Nach zwei Monaten hat der Vatikan Vorwürfe zurückgewiesen, dass Papst Leo XIV. und andere Kardinäle Missbrauchsfälle verschleppt
oder vertuscht hätten. Die Vereinigung von Missbrauchsbetroffenen SNAP hatte Kardinal Robert Prevost, den heutigen Papst, und die Kardinäle
Erdö, Farrell, Fernandez, Grech und Tagle angezeigt. Hans Zollner ist der Ansicht, dass die inzwischen aufgelöste Gemeinschaft Sodalicio hinter den Vorwürfen gegen den Papst stehe. Prevost hat in Peru dafür gesorgt, dass diese Gemeinschaft aufgelöst wurde. Quellen: katholisch.de    vaticannews


28.5.2025 Das Kirchengericht des Erzbistums Köln hat ein Missbrauchsurteil gegen einen Priester im Ruhestand aus dem Bistum Trier bestätigt. Als die Taten aus der Mitte der 2000er-Jahre 2019 bekannt wurden, hat das Bistum die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die stellte die Ermittlungen wegen Verjährung ein. Im kirchenrechtlichen Verfahren jedoch wurde der Priester verurteilt. Seine Berufung wurde nun zurückgewiesen. Quelle: katholisch.de


27.5.2025 Einem katholischen Pfarrer, der von 1945 bis 1951 und von 1970 bis 1984 in Oberammergau tätig war, wird sexueller Missbrauch von
Kindern vorgeworfen. Die Taten sollen sich zwischen Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre ereignet haben. Das Erzbistum Münschen wertet drei Hinweise auf Taten als glaubhaft und plausibel. Der Beschuldigte, ein Geistlicher Rat, starb im November 2010 im Alter von 96 Jahren. Quellen: Merkur   pfarrverband-oberammergau


27.5.2025 Kardinal Woelki, Köln, hatte erklärt, dass sein Rücktrittsangebot von 2022 gegenüber Papst Franziskus nach drei Monaten unwirksam geworden sei. Der Kinderschutzexperte Hans Zollner fordert, dass der neue Papst eine Entscheidung treffen müsse – dies sei „eine Frage der Transparenz und Fairness gegenüber allen Beteiligten“. – Im Blick auf die Aufgaben der päpstlichen Kinderschutzkommission sagte Zollner, die Kommission müsse weltweit Safeguarding-Maßnahmen etablieren und Kontakt zu Betroffenen aufnehmen. Die Grundprinzipien „Schutz, sichere Räume, sichere Beziehungen und sichere ABläufe“ müssten überall gelten. Quelle: katholisch.de


27.5.2025 Bislang hat die katholische Kirche in Kolumbien 13 Prozent ihrer Missbrauchsakten zur Verfügung gestellt. Jornalisten berichten, dass sie darin in den letzten zwei Jahren Berichte über 600 Priester gefunden haben, denen Missbrauch vorgeworfen wird. Nun hat das kolumbianische Verfassungsgericht entschieden, dass die katholische Kirche alle Akten offenlegen muss. Quelle: katholisch.de


23.5.2025 Das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Priester des Bistums Münster wurde eingestellt. Die Vorwürfe bezogen sich auf die Jahre 2000 und 2001, weitere Vorwürfe bezogen sich auf die Tätigkeit des Priesters als Spiritual am Gymnaisum Johanneum und dem Internat Loburg in Ostbevern. Die Einstellung des Verfahrens geschah wegen der Verjährung oder weil sich kein hinreichender Tatverdacht mangels möglichem Tatzeitpunkt ergeben hat. Quelle: radiowaf


23.5.2025 Drei Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in der Diözese – Jugendwerk Sankt Josef in Landau-Queichheim, Nardinihaus in Pirmasens und Caritas-Förderzentrum Nikolaus von Weis in Landstuhl – bitten um Vergebung für Missbrauchstaten. Quelle: katholisch.de


20.5.2025 Christiane Florin hat gemeinsam mit dem ehemaligen Heimkind Heinz das Buch „Keinzelfall. Wie Heinz ein katholisches Heim überlebte“
veröffentlicht. Im Podcast der Reihe „einsbiszwei – der Podcast über sexuelle Gewalt“ spricht sie über ihre Erfahrungen.


19.5.2025 Die Studie über Kinderkuren und Kindererholungsmaßnahmen, beauftragt von Deutschem Caritasverband, der Diakonie Deutschland, dem
Deutschen Roten Kreuz und der Deutschen Rentenversichung, ist veröffentlicht. Alexander Nützenadel, Nils Hauser, Jonathan Krautter, Martin Münzel,
Helge J. Pösche, Lena Rudeck: Die Geschichte der Kinderkuren und Kindererholungsmaßnahmen in der Bundesrepublik 1945 – 1989


15.5.2025 Das Amtsgericht Ingolstadt hat einen vom Dienst suspendierten Priester aus dem Bistum Eichstätt wegen sexuellen Missbrauchs zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 3.000 Euro an den Kreisjugendring zahlen. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: katholisch.de


15.5.2025 Der schwer an Krebs erkrankte Norbert Denef aus Scharbeutz fordert Schmerzensgeld von der katholischen Kirche. Er war als Jugendlicher jahrelang von einem Geistlichen missbraucht worden und führt seine Erkrankung darauf zurück. Das zuständige Bistum Magdeburg beruft sich auf Verjährung der Taten und zweifelt erstmals an den Schilderungen des 76-Jährigen. Quelle: rnd


14.5.2025 Buch-Hinweis: Helga Dill | Christiane Lange | Malte Täubrich (Hrsg): Verratenes Vertrauen. Analysen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland, 2025 Beltz-Verlag


14.5.2025 Martha Zechmeister, Professorin für Systematische Theologie an der Universidad Centroamericana (UCA) in El Salvador schreibt einen
Brief an „Bruder Papst“, Leo XIV.: „Ich will nicht, dass diese Kirche als archaisches Relikt, als Spiegel einer nicht mehr haltbaren Gesellschaftsordnung überbleibt. Ich will, dass wir Schulter an Schulter – Frauen und Männer – diese Welt verändern. Und dazu gehört, dass wir mit der vollständigen Integration der Frauen in alle Leitungsämter der Kirche beginnen. Sofort. Nicht irgendwann.“ Quelle: feinschwarz.net


14.5.2025 Die vom Bistum Speyer in Auftrag gegebene Studie zeigt das Ausmaß von Missbrauch in Kinderheimen im Bistum Speyer:, so im Konvikt
Sankt Ludwig in Speyer, im Jugendwerk Sankt Josef in Landau-Queichheim, im Kinderheim Sankt Nikolaus in Landstuhl, im Nardinihaus in Pirmasens,
im Kinderheim in der Engelsgasse in Speyer und im Johanneum in Homburg/Saar. Quelle: katholisch.de


12.5.2025 Das Erzbistum Köln hatte die Einstellung der staatsanwaltlichen Untersuchungen interpretiert: Woelki sei unschuldig und habe nicht gelogen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln hatte widersprochen – in zwei Fällen sei ein hinreichender Tatverdacht festgestellt worden, Woelki habe fahrlässig einen Meineid oder Falscheid geleistet. Nun beharrt Woelki darauf, dass die Einstellung des Verfahrens ein uneingeschränkter Freispruch sei. Quelle: Kirche und Leben


12.5.2025 Die katholische Kirche in Kroatien plant die Einrichtung eines nationalen kirchlichen Strafgerichtes für Missbrauchsfälle. Damit will sie die vom Vatikan vorgeschlagenen Regeln befolgen. Derweil wurden Missbrauchsvorwürfe in einer Roma-Siedlung gegen einen Priester der Diözese Bjelovar-Krizevci bekannt. Der Priester hatte zuvor Anzeige wegen eines Raubüberfalls erstattet. Quelle: kath.ch


10.5.2025 Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat die Finanzierung einer unabhängigen Aufarbeitung beschlossen. Zugleich kritisiert er die Verzögerung einer Finanzierungszusage durch den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD). Die Finanzierung wird nun durch die Jugend- und Diözesanverbände sowie die BDKJ-Bundesstelle getragen. Dafür muss u.a. auf Projektmittel für pastorale Projekte verzichtet werden und Entbehrungen in der Regelarbeit müssen hingenommen werden. Quelle: BDKJ


9.5.2025 Gegen Papst Leo XIV. gibt es von SNAP den Vorwurf, er sei mit Missbrauchsfällen falsch umgegangen – er habe in früheren Ämtern zwei Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester in Peru und den Vereinigten Staaten zu lasch oder gar nicht bearbeitet. Dabei geht es um zwei beschuldigte Priester in Chiclayo in Peru und um einen Fall in Chicago. Matthias Katsch erinnert andererseits an den Einsatz des Papstes in Peru für die Gewaltopfer einer katholischen Sekte (gemeint ist wohl Sodalicio). Denkbar ist auch, dass es um eine Racheaktion der inzwischen aufgelösten Gemeinschaft „Sodalitium Christianae Vitae“ geht. Quellen: Zeit  katholisch.de


9.5.2025 Pressekonferenz des Bistums Speyer zur Veröffentlichung des Gutachtens der Uni Mannheim Sylvia Schraut (Hg.): Sexueller Missbrauch im Bistum Speyer seit 1946. Teilstudie 1: Strukturen, Konstellationen, Hintergründe. Quellen: youtube    Bistum Speyer


8.5.2025 Robert Francis Kardinal Prevost wurde heute Abend zum 267. Pontifex der römisch-katholischen Kirche gewählt. Er nennt sich Papst Leo XIV. Quelle: katholisch.de


8.5.2025 Heute wird das Gutachten der Universität Mannheim zu Missbrauchsfällen im Bistum Speyer vorgestellt. Identifiziert wurden 109 Geistliche und 41 Nichtkleriker als mutmaßliche Missbrauchstäter seit 1946. Das Gutachten fragt vorrangig nach den Strukturen, die die Missbrauchsfälle möglich machten. Die Studie weist darauf hin, dass die von Rom gestützte Autonomie der Orden geistliches Handeln im Bistum weitgehend ohne Kontrolle ließ. Außerdem konstatiert sie, dass unter den Beschuldigten häufig Personen mit Kriegserfahrung und autoritärer Grundeinstellung waren. So waren zwei Drittel der insgesamt 109 beschuldigten Kleriker vor 1920 geboren. Für die Studie wurden die Lebensdaten aller rund 1.313 Geistlichen, die seit 1946 im Bistum tätig waren, analysiert. Quellen: Domradio   Uni Mannheim  Süddeutsche   Studie der Uni Mannheim: Sylvia Schraut (Hg.): Sexueller Missbrauch im Bistum
Speyer seit 1946. Teilstudie 1: Strukturen, Konstellationen, Hintergründe


7.5.2025 Das Erzbistum Köln hatte das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen im Fall Woelki interpretiert, Woelki sei unschuldig und habe nicht gelogen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, Ulrich Bremer, findet diese Äußerung „schon ziemlich stark“. Denn in zwei Fällen sei ein hinreichender Tatverdacht festgestellt worden, „dass der Kardinal also in zwei Fällen falsche Angaben gemacht hat“. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt, obwohl Woelki in einigen der untersuchten Fälle „hinreichend verdächtig“ sei, fahrlässig einen Meineid oder Falscheid geleistet zu haben“. Die Behörde sei „immer davon ausgegangen, dass es im Fall einer Anklage überwiegend wahrscheinlich zu einer Verurteilung gekommen wäre, weil der Beschuldigte falsche Angaben gemacht hat.“ Quellen: ga   KStA


7.5.2025 Die Initiative „Ending Clergy Abuse (ECA)“ hat vor Beginn des Konklave 95 Statements von Opfern sexuellen Missbrauchs durch
katholische Geistliche am Tor des vatikanischen Glaubensdikasteriums angeheftet. Damit wollen sie an ihre Erwartungen an den  nächsten Papst erinnern, sagt Matthias Katsch. Quelle: domradio


7.5.2025 In einem Zivilprozess fordert ein Opfer von Missbrauch vom Bistum Magdeburg Schadenersatz von einer Million Euro. Das Bistum teilt mit, es werde die Einrede der Verjährung erheben. Quelle: katholisch.de


6.5.2025 Gegen einen katholischen Priester des Bistums Münster gab es im Februar d.J. einen Vorwurf sexuellen Missbrauchs, der 1984 in einem Jugendlager geschah. Inzwischen gibt es fünf Vorwürfe. Quellen: Dorstener Zeitung   Kirche und Leben


6.5.2025 Der Theologe und Kirchenhistoriker Hubert Wolf konstatiert die „ungeheure moralische Autorität“ des Papstes, die er jedoch nur dann „in die Waagschale werfen könne, wenn er und die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit wieder gewönnen, die durch den Missbrauch verloren gegangen sei“. Dazu gehöre, dass der neue Papst alle Akten seiner letzten fünf Vorgänger zum Thema Missbrauch in den vatikanischen Archiven freigebe. Quelle: Domradio


6.5.2025 Die Staatsanwaltschaft Köln hat entschieden, dass Kardinal Woelki in presserechtlichen Zivilverfahren am 4.8.2022 „fahrlässig eine falsche Versicherung an Eides Statt abgegeben und am 28. März 2023 einen fahrlässigen Falscheid abgelegt“ habe. Dies sei jedoch nicht vorsätzlich geschehen. Das Verfahren wurde mangels hinreichendem Tatverdachts gegen Auferlegung einer Geldzahlung von 26.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt.  Das Erzbistum Köln interpretiert die Entscheidung des Staatsanwaltschaft so: „Kardinal Woelki ist unschuldig und hat nicht gelogen. Er hat keine Aussagedelikte, insbesondere keinen Meineid begangen.“ Der Sprecher der Staatsanwaltschaft kommentiert: „Die Staatsanwaltschaft kommt zu einer Einschätzung einer Beweislage und die sieht so aus, dass in zwei Fällen ein hinreichender Tatverdacht besteht. D.h. im Falle einer Anklage hätte eine überwiegende Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung bestanden.“ Kardinal Woelki verzichtet darauf, die Vorwürfe vor Gericht klären zu lassen. Quellen: katholisch.de   www1.wdr


5.5.2025  Kurz vor dem Konklave im Vatikan melden sich Missbrauchsbetroffene zu Wort: Der „Eckige Tisch“ verlangt vom nächsten
Papst  entschiedene Schritte im Kinderschutz. Zu einer wirksamen Kinderschutzpolitik gehöre eine intensive Aufklärung, eine
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit durch mehr Transparenz und die Öffnung der Archive zur unabhängigen Aufarbeitung. Außerdem sei eine angemessene Entschädigung nötig. Quelle: katholisch.de


5.5.2025 Bei der Papstwahl ist dieses Mal das Thema sexualisierte Gewalt sehr präsent. Die Kardinäle selbst sprechen darüber, sogar
mehreren Papst-Kandidaten werfen Aktivisten Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen vor. Annette Zoch berichtet. Quelle: Süddeutsche


4.5.2025 Hans Zollner und Peter Beer vom Safeguarding-Institut der Päpstlichen Grengoriane-Universität in Rom nennen drei
Führungskriterien, die ein künftiger Papst berücksichtigen soll: Transparenz, Regelkonformität und Rechenschaftspflicht. Quelle: kathpress.at


2.5.2025 Drei Kardinäle tauchen im Vatikan zur Zeit des Vorkonklaves auf, die zwar nicht zu den Papstwählern gehören, von denen jedoch bekannt ist, dass sie durch Strafverfahren belastet sind. Kardinal Giovanni Becciu wurde wegen Betrugs verurteilt. Bischof Luis Cipriani war wegen Missbrauchs eines Minderjährigen angezeigt und vom Vatikan sanktioniert worden. Kardinal Roger Mahony wird Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen. Das internationale Netzwerk von Missbrauchsbetroffenen „Ending Clergy Abuse“ (ECA) forderte die Kardinäle, die zur Wahl des neuen Papstes in Rom sind, auf, endlich wirksame Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche zu ergreifen. Vom nächsten Papst erwarten sie die Aufnahme einer „Null-Toleranz-Politik für sexuellen Missbrauch“ in das Kirchenrecht. Quellen: Domradio  kleinezeitung.at


30.4.2025 Nach vorläufiger Würdigung des Landgerichts Regensburg sind die Ansprüche des Opfers Podszus wegen Vorwürfen sexueller Gewalt gegen das Bistum Regensburg nicht verjährt. Podszus gehört zu den Opfern von Johann Meier, dem Priester und langjährigen Schulleiter der Domspatzen-Vorschule in Pielenhofen. Der Kläger wirft dem Bistum vor, seine Garantenpflicht verletzt zu haben, da es 1991 seit mindestens 25 Jhren schriftliche Hinweise auf die Gewalttätigkeit des Priesters hatte. Das Gericht prüft nun noch, ob die VErjährung im Hinblick auf körperliche, psychische und seelische Gewalt greift. Quelle: merkur


29.4.2025 Eine ehemalige Messdienerin, die von ihrem früheren Messdiener-Leiter missbraucht worden ist, verlangt von der Katholischen Kirche 830.000 Euro Schmerzensgeld. Das Landgericht Köln sieht das Erzbistum Köln in der Pflicht, weil der Messdienerleiter als „verlängerter Arm“ des beim Erzbistum angestellten Pfarrers anzusehen ist. Das Erzbistum hat jedoch nur zwei Missbrauchstaten eingeräumt. Nun soll ein Sachverständigengutachten zu den von der Klägerin behaupteten Folgen der über 200 Taten eingeholt und die Frau vom Gericht befragt werden. Das Erzbistum hatte beantragt, die Klage abzuweisen Quelle: www1.wdr


29.4.2025 Die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt bittet Betroffene um Informationen, wie die Kirche mit ihnen umgeht. Quellen: stern   Bistum Erfurt   Fragebogen


26.4.2025 Hélène Perlant, Tochter des französischen Regierungschefs F. Bayrou, macht ihre Misshandlung an der katholischen Schule Notre-Dame de Bétharram öffentlich. Ihren Eltern hat sie nichts erzählt. „Bétharram war wie eine Sekte oder ein totalitäres Regime organisiert, das einen psychologischen Druck auf die Schüler und Lehrer ausübte, damit sie schwiegen“, sagt sie. Ihr Vater war Bildungsminister, als 1996 die ersten Vorwürfe laut wurden. Eine Inspektion der Schulbehörde kam zu dem Schluss, dass Bétharram Kinder nicht brutal behandelt wurden. Ein Jahr, nachdem Bayrou nicht mehr Minister war, gab es Vergewaltigungsvorwürfe gegen den damaligen Direktor Pierre Silviet-Carricart. Der Geistliche kam kurz nach seiner Festnahme auf freien Fuß, floh in den Vatikan und nahm sich im Jahr 2000 das Leben. Bayrou muss am 14.5. vor einem Untersuchungsausschuss aussagen. Ihm wird vorgeworfen, sich in die Ermittlungen zu Carricart eingemischt zu haben. Seine Tochter bestätigte, dass ihr Vater damals mit dem Untersuchungsrichter gesprochen habe. Quellen: taz    Stuttgarter Nachrichten, 16.4.2025


25.4.2025 Hans Zollner, Präventionsexperte im Vatikan, blickt auf das Pontifikat von Papst Franziskus und benennt, was er bezüglich Missbrauch gelernt und getan hat und was zu tun ist. Hinsichtlich der anstehenden Wahl eines neuen Papstes empfiehlt er Kandidaten, in die eigene Gewissenserforschung zu gehen. Wenn sie größere Probleme mit dem Thema Missbrauch hatten oder das Notwendige nicht getan haben, „dann müssen sie sich fragen, ob sie geeignet sind, als Kandidaten gehandelt zu werden“, sagt Zollner. Quelle: domradio


25.4.2025 Das Bistum Essen hat einem Missbrauchsbetroffenen Anerkennungszahlung geleistet. Der Betroffene hatte auf Schmerzensgeld geklagt. Nun hat das Landgericht Essen die Klage auf300.000 Euro abgewiesen. Quelle: Tagesschau


24.4.2025 Gegen den heutigen Bischof von Nalgonda, Indien, gibt es den Vorwurf sexuellen Missbrauchs, der zwischen 2005 und 2007 stattgefunden habe. Der Bischof war von 2001 bis 2012 und von 2017 bis 2024 als Priester der Weltkirche im Bistum Münster tätig. Im März dieses Jahres wurde der Vorwurf im Bistum Münster erhoben. Zuständig für die Meldung an das Dikasterium für die Glaubenslehre ist der Erzbischof von Hyderabad, Kardinal Anthony Poola. Quelle: Bistum Münster


24.4.2025 Weitere 25 Betroffene oder Zeugen von Missbrauch im Gymnasium Karl Borromäus in Altdorf, Kanton Uri, haben sich bei der zuständigen Arbeitsgruppe gemeldet. Das Gymnasium wurde von Benediktinern des Klosters Mariastein geführt. Quelle: srf


23.4.2025 Matthias Katsch, Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, erhofft sich vom nächsten Papst mehr Einsatz beim Thema Missbrauch. Vom künftigen Kirchenoberhaupt erwarte er, „den Kinderschutz in der katholischen Kirche weltweit voranzustellen und den Opfern ein Stück weit Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“. Quelle: evangelisch.de


23.4.2025 Die Kirchentags-Generalsekretärin und Theologin Kristin Jahn meint, dass der Missbrauch in der evangelischen Kirche „eine tiefe Erschütterung für uns alle“ sein müsse. Sie fragt: „Wie können wir denn noch fröhlich an einen Gott glauben, wenn Menschen genau diese Rede von Gott ausgenutzt haben, um in ihrer totalitären Haltung ihren eigenen Gelüsten zu folgen und den anderen zum Objekt zu machen. Das ist eine Frage, die uns in der Kirche immer begleiten wird.“ Es brauche ein „wirkliches Verständnis für die Ursachen und einen tiefgreifenden Kulturwandel“, sagt Jahn. Quelle: evangelisch.de


22.4.2025 Nachruf von Christian Bauer auf das Pontifikat von Papst Franziskus, der am gestrigen Ostermontag starb. Quelle: feinschwarz.net


17.4.2025 17.4.2025 Bereits 1955 sollen der Vatikan und die französischen Bischöfe von Missbrauchsvorwürfen gegen Abbé Pierre, den französischen Armenpriester, gewusst haben. Das schreiben die beiden Investigativjournalistinnen Laetitia Cherel und Marie-France Etchegoin in ihrem Buch „Abbé Pierre: la fabrique d’un saint“. Die Journalistinnen stützen ihre Aussage auf ein zehnseitiges Protokoll des Heiligen Offiziums aus dem März 1957, das eine Chronologie der Vorwürfe sexualisierter Gewalt durch Abbé Pierre seit 1955 und Warnungen aus den USA und Kanada vor dem Geistlichen enthielt. Ein begonnenes Verfahren wurde 1957 auf Druck französischer Bischöfe eingestellt. Anscheinend verschwanden die Dokumente über die Vorwürfe und Verfahren in den 1970er Jahren aus dem Nationalarchiv. Quelle: katholisch.de


17.4.2025 Bischof Dr. Franz Jung lädt Betroffene von sexualisierter Gewalt im Bistum Würzburg zu einem Austausch über die Ergebnisse des unabhängigen Aufarbeitungsgutachtens der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg (UKAM) ein. Quelle: pow.bistum-wuerzburg


16.4.2025 Im ungarischen Wallfahrtsort Matraverebely-Szentkut wird ein Kunstwerk gezeigt, das von mehreren Künstlern und unter ihnen von dem mutmaßlichen Missbrauchstäter Marko Rupnik gestaltet wurde. Die verantwortlichen Franziskaner haben nicht die Absicht, das Kunstwerk zu verhüllen oder zu entfernen, weil es nicht von Rupnik alleine gestaltet wurde und weil die Pilger es geistlich deuteten und nicht in Verbindung mit der Person Rupniks brächten. Quelle: kathpress.at


16.4.2025 Abt Jean Scarcella (73), Abt von Saint-Maurice, wurde vom Vatikan gerügt, weil sein Verhalten moralisch unangemessen und rechtswidrig qualifiziert wurde. Der Abt ist in sein Amt zurückgekehrt, nachdem er das Amt 18 Monate hatte ruhen lassen. Er fühlt sich durch den Vatikan freigesprochen. Die Kirchenrechtsprofessorin Astrid Kaptijn widerspricht, eine kanonische Rüge sei kein Freispruch. Quelle: katholisch.de


16.4.2025 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, warnt, dass Bischöfe sich nicht hinter dem Recht verstecken dürfen und offen mit Missbrauchsfällen umgehen müssten. Bei der nächsten Papstwahl würden Kardinäle Rechenschaft ablegen müssen, vermutet Zollner. Quelle: Domradio


16.4.2025 An der katholischen Schule Notre-Dame de Bétharram prügelten und missbrauchten Lehrer und Betreuer über Jahrzehnte hinweg Schüler und vertuschten die Taten. Das sagen Betroffene. Inzwischen liegen 200 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft Pau, von denen die meisten als verjährt gelten. Sie betreffen 13 Priester und Ordensleute und mehrere weitere Mitarbeiter der Schule. Zugleich wird Premierminister Bayrou vorgeworfen, in seiner Zeit als Bildungsminister von den Missständen an der Schule gewusst zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben. Bayrou sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne. Quelle: Stuttgarter Nachrichten


16.4.2025 Am Internat Kollegium Karl Borromäus, Kanton Uri, haben Benediktiner der Abtei Mariastein gemeinsam mit Vertretern des Kantons Uri Missbrauch an der Klosterschule vertuscht. Beide stuften die Vorwürfe gegen einen Pater – entwürdigenden Umgang, pornografische Fotos, sexuelle Übergriffe – als „unschicklich, aber kaum strafbar“ ein. Der ehemalige Abt Peter von Sury entschuldigte sich. Kritiker werfen ihm vor, seit 2010 von den Vorwürfen gewusst zu haben, und bis zu seinem Amtsende im Januar 2025 nicht konsequent gehandelt zu haben, obwohl er von den Vorwürfen wusste. Quellen: Domradio   Luzerner Zeitung


14.4.2025 Bischof Jung, Würzburg, nimmt Stellung zum Missbrauchsgutachten. Quelle: pow.bistum-würzburg


14.4.2025 Altbischof Friedhelm Hofmann, Würzburg, räumt nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens Fehler im Umgang mit Missbrauch ein. Der von Bischof em. eingesetzte Missbrauchsbeauftragte Heinz Geist hat seine Mitgliedschaft im Domkapitel niedergelegt. Er war von 2002 bis 2010 Missbrauchsbeauftragter und von 1997 bis 2010 Personalchef des Bistums. Geist verzichtet auf pastorale Veröffentlichungen. Bereits zuvor durfte er keine öffentlichen Gottesdienste mehr feiern. Altbischof Hofmann räumte Fehler ein und sagte, dass er von seinem Generalvikar von den Fällen „abgeschirmt“ worden sei. In der Studie werden allen Bischöfen seit 1945 Versäumnisse im Umgang mit Taten und Verdachtsfällen vorgeworfen, ausgenommen dem amtierenden Bischof Franz Jung. Die Vorwürfe betreffen die Bischöfe Julius Döpfner (1948-1957), Josef Stangl (1957 – 1979) und – neben Bischof Hofmann – Paul-Werner Scheele (1979 – 2003). Quelle: katholisch.de


11.4.2025 Professor Dressing, Koordinator der MHG-Studie, hatte 2018 die Etablierung einer interdisziplinär besetzten Wahrheitskommission vorgeschlagen. Die Diözesen beauftragten jedoch Wissenschaftler unterschiedlicher Professionen mit Untersuchungen, deren Ergebnisse nicht miteinander verglichen werden können. So kommt das Würzburger Gutachten auf eine Quote von 1,1 Prozent beschuldigter Priester. Diese Zahl ist die jährliche Beschuldigtenquote. Die MHG-Studie hingegen hatte die 4,4 Prozent Beschuldigter gewonnen, weil sie auf die gesamte Lebenszeit eines Priesters bezogen war. In einem Leserbrief an die FAZ kommentiert Dressing, dass die diözesanen Studien letztlich eher zu einer weiteren Vertuschung denn zu einer systematischen Aufklärung beitrügen. Quellen: katholisch.de   FAZ


11.4.2025 Vor zwei Wochen wurde ein katholischer Priester vom Amtsgericht in Montabaur zu einer Freiheitsstrafte von acht Monaten wegen Kindesmissbrauchs in Liechtenstein verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Nun haben der Verurteilte, aber auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Quelle: domradio


9.4.2025 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg (UKAM) bewertet die Arbeitsweise und Entscheidungen des römischen Dikasteriums als „äußerst kritisch“.  Sie regt das Bistum Würzburg an, sich für eine Reform des Glaubensdikasteriums einzusetzen. Die UKAM kritisiert, dass das Dikasterium noch immer „öffentliches Ärgernis“ abwenden will, manchmal auch  Maßnahmen des Bistums abgeschwächt oder zurückgenommen haben. Die UKAM sieht auch kritisch, dass das Glaubensdikasterium „die konkrete Ergreifung kirchenrechtlicher Maßnahmen“ zurück in die Verantwortung des Bischofs gegeben habe und regt die Bischofskonferenz an, die Zuständigkeitskonzentration beim jeweiligen Bischof kritisch zu prüfen. Quelle: katholisch.de


9.4.2025 Im Bistum Trier hat sich der Krisenstab im Jahr 2024 mit vier neuen Beschuldigungen zu Missbrauch durch Kleriker/Angestellte beschäftigt, drei der Beschuldigten sind Pfarrer. Vier Meldungen gingen an die Staatsanwaltschaft, die zwei Ermittlungen einstellte. Gegen weitere inzwischen verstorbene fünf Priester, zwei Ordenspriester und einen Ordensgeistlichen gab es Meldungen wegen sexualisierter Gewalt. Katholisch.de und sprechen von 17 Beschuldigungen wegen Missbrauchs durch lebende und verstorbene Kleriker oder Mitarbeitende des Bistums. Die Differenz wird nicht erklärt. Quelle: Rheinpfalz


8.4.2025 Die Schweizer Bischöfe haben beschlossen, Missbrauchsakten in bischöflichen Geheimarchiven nicht mehr nach 10 Jahren bzw. dem Tod eines Beschuldigten/Täters zu vernichten. Vorgeschrieben ist vom Kirchenrecht die Vernichtung der Akten. Der Vatikan hat den Schweizer Bischöfen erlaubt, auf die Vernichtung der Akten zu verzichten. Quelle: kath.ch


8.4.2025 Link zur heutigen Pressekonferenz – Vorstellung des Gutachtens aus dem Bistum Würzburg. Das Gutachten von Hendrik Schneider: „Bestandsaufnahme und Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Diözese Würzburg vom 1.01.1945 bis zum 31.12.2019“ und die Empfehlungen der UKAM liegen vor. Quellen: ukam-wue   evangelisch.de   süddeutsche


7.4.2025 Die französische Bischofskonferenz hat bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Lourdes am 4. April ihren Einsatz gegen sexuellen Missbrauch durch Kleriker bekräftigt. Wie die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ berichtet, beschlossen die Bischöfe ein Unterstützungsangebot für erwachsene Betroffene sowie ein pastorales Schreiben an alle Gläubigen. Quelle: vaticannews


7.4.2025 Die Staatsanwaltschaft Arnsberg wird keine Ermittlungen gegen einen Ruhestands-Priester des Bistums Münster einleiten, gegen den es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gibt. Die Verjährungsfristen für die Taten, die ihm vorgeworfen werden, sind überschritten. Ein kirchenrechtliches Verfahren ist eingeleitet. Quelle: waz


7.4.2025 Betroffene von sexualisierter Gewalt im Kindes- und Jugendalter werden eine Petition an den bayerischen Landtag übergeben. Sie fordern ein eigenes Bayerisches Aufarbeitungsgesetz mit einer unabhängigen staatlichen Aufarbeitungskommission, einem Betroffenenrat und einem/einer Landesbeauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs. Initiator der Petition ist Richard Kick, Sprecher des Betroffenen-Beirats in der Erzdiözese München und Freising. Im Interview erläutert er das Anliegen. Quelle: evangelisch.de


5.4.2025 Der ehemalige Kardinal McCarrick starb mit 94 Jahren. SNAP nannte ihn „einen der schlimmsten und mächtigsten“ sexuellen Missbrauchstäter in der modernen Geschichte der katholischen Kirche und erinnerte daran, dass er nie „nie für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen“ wurde. Er verlor lediglich sein Priester- und Kardinalsamt. Quelle: spiegel


4.4.2025 Die spanische Bischofskonferenz berichtet von 146 neuen „Zeugenaussagen“ im Jahr 2024, die zu den „mehr als 1.000“ zuvor gemeldeten Fällen hinzukommen. 94 der gemeldeten Fälle können wegen Verjährung oder Tod des mutmaßlichen Täters nicht mehr vor Gericht gebracht werden. Quelle: vaticannews


4.4.2025 Das Landgericht Essen hält die Schilderungen eines kirchlichen Missbrauchsbetroffenen für plausibel. Seine Schmerzensgeldklage hat Aussicht auf Erfolg. Das Urteil über ein angemessenes Schmerzensgeld wird am 25.4. erwartet. Bisherige freiwillige kirchliche Zahlungen seien nicht ausreichend, stellte das Gericht fest. Der Geschädigte fordert mindestens 300.000 Euro vom Bistum Essen. Der Beklagte verging sich an mindestens  vier Orten an Minderjährigen. Er war 1980 aus dem Bistum Essen in das Erzbistum München und Freising, das damals Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. unterstand, versetzt worden und wurde dort trotz gerichtlicher Verurteilung und eines Gutachtens , das vor der Arbeit mit Kindern warnte, bis 2010 in der Gemeindeseelsorge eingesetzt. Quelle: katholisch.de


4.4.2025 Der Vatikan hat nun auch den Frauenzweig der Sodalicio-Bewegung – die Marianische Gemeinschaft der Versöhnung (MCR) – aufgelöst. Dort soll es zu Fehlverhalten und Machtmissbrauch gekommen sein. Die Frauen wurden einer ständigen Kontrolle ihres Kleidungsstils und des Aussehens unterworfen. Viele entwickelten ernsthafte gesundheitliche Probleme, die von der Leitung der Gemeinschaft nicht ernst genommen wurden. Quelle: katholisch.de


3.4.2025 SNAP hat gegen fünf Kardinäle, die als papabile gelten, fehlerhaften Umgang mit Missbrauchsfällen im Vatikan Anzeige erstattet. Die Anzeige richtet sich gegen Kardinal Péter Erdö, 72, Erzbistum Esztergom-Budapest; den Präfekten des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kevin Farrel, 77 wegen Macht- und Amtsmissbrauch als Bischof von Dallas (2007-2016); Kardinal Fernández, 62; Kardinal Grech, 68; Kardinal Robert Prevost, 69, wegen Macht- und Amtsmissbrauch; Kardinal Luis Tagle, 67, Pro-Präfekt des Evangelisierungsdikasterium. Da einige der adressierten Dikasteriumsleiter selbst angezeigt werden, richtete SNAP die Schreiben an Kardinalstaatssekretär Parolin. Quelle: Domradio


3.4.2025 In dem Marienwallfahrtsort Fatima soll es keine verdeckten oder abgehängten Mosaiken des Priesters Marko Rupnik, dem 20 Frauen sexuellen Missbrauch vorwerfen, geben. Fotos des Kunstwerks in der Dreifaltigkeitskirche in Fatima jedoch werden nicht mehr verwendet, sagen die Verantwortlichen. In Lourdes haben die Verantwortlichen entschieden, die Mosaiken Rupniks zu verdecken, um auch Missbrauchsbetroffenen den Besuch von Lourdes zu ermöglichen, ohne mit Werken Rupniks in Kontakt kommen zu müssen. In Fatima spielten solche Überlegungen keine Rolle. Quelle: katholisch.de


1.4.2025 Eine von Missbrauch betroffene Person aus dem Bistum Münster hat Beschwerde beim Katholischen Datenschutzzentrum in Dortmund  eingelegt, weil zwar ihre personenbezogenen Daten nicht an die Forschenden der Münsteraner Missbrauchsstudie weitergegeben wurden, jedoch die Schilderungen der eigentlichen Taten. Nach Einschätzung des Datenschutzgerichtes hätten in den Unterlagen auch die Schilderungen der eigentlichen Taten unkenntlich gemacht werden müssen. Der Beirat des Münsterschen Forschungsprojektes hatte sich für größtmögliche Transparenz entschieden und die Schilderungen der eigentlichen Taten in die Studie einbezogen, was nun als Datenschutzverletzung gewertet wird. In Zukunft müsse Konsequenz aus dem Datenschutzurteil die Perspektive der Missbrauchs-Betroffenen „in der Abwägung zum Aufarbeitungsinteresse … noch stärker handlungsleitend sein“, sagte das Bistum.  Quelle: Kirche und Leben


31.3.2025 Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, hat verfügt, die Mosaike des Ex-Jesuiten, Priesters und Künstlers Marko Rupnik zu verhüllen, um Missbrauchsbetroffenen den Besuch der Kirche zu erleichtern. Anlass für diese Entscheidung ist der Gebetstag für Opfer sexualisierter Gewalt in der Kirche von Frankreich, der am Freitag begangen wird. Quelle: katholisch.de


31.3.2025 Bischof Overbeck, Bistum Essen, hat einen Ruhestandspriester bis zur Klärung von Vorwürfen, gegen die sexuelle Selbstbestimmung einer minderjährigen Person gehandelt zu haben, vom Dienst freigestellt. Quelle: Bistum Essen


31.3.2025 Ein katholischer Priester des Bistums Trier muss wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen 1.800 Euro zahlen. Die Taten geschahen 2022 und 2023. Quelle: katholisch.de


28.3.2025 Die Missionare von Marianhill lassen sexualisierte Gewalt und grenzverletzendes Verhalten durch Ordensangehörige und Angestellte in Reken, Kreis Borken, durch die Kölner Rechtsanwältinnen Petra Ladenburger und Martina Lörsch aufarbeiten. Bekannt sind zwei Fälle aus den 1960er-Jahren, in denen ein Mariannhiller Pater beschuldigt wurde. Betroffene, Zeitzeug*innen von Geschehnissen im Kloster der Missionale, im ehemaligen Internat, im Gymnasium Maria Veen und in der Pfarrei in Reken sind gebeten, sich zu melden. Quelle: Kirche und Leben 


27.3.2025 Die Überschrift dürfte leicht irreführend sein: „Jesuiten gehen im Fall Rupnik auf mutmaßliche Opfer zu“. Gemeint ist laut dem Artikel, dass der Jesuitenorden einen Brief an die Anwältin der Opfer, an Lauro Sgro, geschickt hat, in dem der zuständige Delegat, Pater Johan Verschueren, berichtet, der Jesuitenorden sei erschüttert angesichts der Leiden der Opfer und angesichts der Tatsache, dass diesen kein Gehör geschenkt wurde und keine Gerechtigkeit zuteil wurde. Nun jedoch werde ein kirchenrechtlicher Prozess gegen Rupnik beginnen. Der Vatikan ist seit 2021 über die Beschwerden informiert. Quelle: Domradio


27.3.2025 Das „Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) hat die Kardinäle Péter Erdö, Kevin Farrel, Vicotr Fernándz, Mario Grech, Robert Prevost und Luis Tagle Anzeige im Vatikan erstattet. SNAP wirft diesen papabilen Kardinälen vor, Missbrauch vertuscht oder nicht ausreichend kirchenrechtlich verfolgt zu haben. SNAP beruft sich auf Medienberichte. Quelle: kath.ch


27.3.2025 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat ihren Jahresbericht von 2024 veröffentlicht. Seit dem Jahresbericht 2023 wurden weitere 34 Beschuldigte bekannt, so dass es insgesamt seit 1946 241 Beschuldigte gebe. Unter ihnen seien 126 Priester, Diakone und Ordensleute mit Gestellungsvertrag. Weitere 71 Beschuldigte seien Laien, 26 Ordensschwestern und 18 Ordenspriester ohne Auftrag des Diözese. 48 Beschuldigungen fallen unter bischöfliche Aufsicht, ereigneten sich aber in anderen Zuständigkeiten – Diözesancaritasverband, Schulstiftung, Orden oder Jugendverbände. Die Zahl der Betroffenen stieg um 42 auf insgesamt 454 – 203 von ihnen haben einen Antrag auf Leidanerkennungszahlungen gestellt. Erstmals hat die Aufarbeitungskommission kirchliche Voruntersuchungsakten ausgewertet. Noch nicht untersucht wurde, ob es Täter-Netzwerke gab. Unter den Tätern seien einige Intensivtäter, die sich kannten oder befreundet waren. Quellen: Domradio    Jahresbericht 2024


27.3.2025 Das Amtsgericht Montabaur hat einen Priester wegen Kindesmissbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann hat 2019 in Liechtenstein sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen. Der Verurteilte war von 2000 bis 2006 in der Priesterausbildung des Bistums Limburg, wurde dort jedoch nicht geweiht. Die Weihe erhielt er vom Erzbischof des Bistums Vaduz, Liechtenstein. Der Verurteilte hat darüber hinaus Kontakte zu rechtsextremen Gruppierungen. Quellen: swr   katholisch.de


27.3.2025 Der Ausschuss für unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bereich von Ordensgemeinschaften (AUAO) legt seinen Tätigkeitsbericht für die Zeit von März 2024 bis Februar 2025 vor. Quellen: orden   Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Bereich von Ordensgemeinschaften   katholisch.de


26.3.2025 Die unabhängige nationale Anerkennungsstelle INIRR, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Frankreich bearbeitet, hat ihren Zwischenbericht vorgestellt. In den vergangenen drei Jahren haten sich 1580 Personen bei INIRR gemeldet, 1235 Personen wurden begleitet, darunter mit 66 Prozent überwiegend Männer mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren. Die Vorsitzende von INIRR, Marie Derain de Vaucresson, berichtete, dass die Gesuche in den letzten Monaten angestiegen sind. Dies sei auf das Medienecho über Gewalt an der katholischen Internatsschule Notre-Dame de Bétharram und auf die Enthüllungen über den Gründer von Emmaüs, Abbé Pierre, zurückzuführen. Die Missbrauchsfälle in der Internatsschule sollen sich zwischen 1957 und 2007 ereignet haben. Drei Männer wurden im Februar in Frankreich in diesem Kontext festgenommen. Neben der finanziellen Entschädigung, die bis zu 60.000 Euro betragen kann, hat die INIRR u.a. die Wiederherstellung von Dialog zwischen Betroffenen und kirchlichen Stellen entwickelt. Quelle: vaticannews


26.3.2025 Das Urteil gegen den ehemaligen Leiter eines katholischen Internats in Mindelheim im Allgäu ist rechtskräftig. Das Ex-Mitglied des Maristen-Ordens war wegen sexueller Nötigung und sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen zu einem Jahr und acht Monaten Haft  auf Bewährung verurteilt worden. Der Nebenkläger-Anwalt hatte Revision angekündigt, aber in der gesetzlichen Frist keinen Antrag eingereicht. Quelle: katholisch.de


26.3.2025 In Frankreich haben sich seit 2022 fast 1.600 Personen gemeldet und von Missbrauch im Kontext der katholischen Kirche berichtet. Die „Instance nationale indépendent de reconnaissance et de raparation“ (INIRR) teilte in ihrem Tätigkeitsbericht mit, dass sie 1.200 Personen betreut habe, die keine gerichtliche Entscheidung mehr herbeiführen können. 765 Entscheidungen über finanzielle Entschädigungen wurden gefällt, in 99 Prozent der Fälle wurden die Fälle anerkannt. 66 Prozent der Opfer sind männlich, 52 Prozent waren zum Tatzeitpunkt zwischen 11 und ^15 Jahre alt, 42 Prozent zwischen 6 und 10 Jahre und 52 Prozent zwischen einem und fünf Jahren. Quelle: Domradio   Jahresbericht der INIRR


25.3.2025 Im Bistum Passau wurde ein katholischer Pfarrer abgesetzt. Er sieht sich Vorwürfen im Kontext seiner Jugendarbeit ausgesetzt. Dabei gehe es um Alkoholmissbrauch – den der Priester bestreitet -, aber auch um andere Vorwürfe, die nicht genau benannt werden. In der Gemeinde hat er zahlreiche Unterstützer, die eine Petition starteten und eine Demonstration planen. Die mit Missbrauch befassten Gremien im Bistum sehen die Situation anders als die Unterstützer. Der Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Passau, Guido Pollak, warnt davor, die Vorwürfe auf die leichte Schulter zu nehmen. Für die Aufarbeitungskommission sei schwer verständlich, wie sich die Solidarität mit dem Pfarrer aufbaut, ohne dass eine Prüfung der Vorwürfe abgewartet werde. Da entwickelten sich massenpsychologische Dynamiken, die in einer Täter-Opfer-Umkehr münden könnten, sagt er. Quellen: Domradio   Domradio 27.3.2025


25.3.2025 Ein katholischer Priester des Erzbistums Köln wurde 2022 zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Priester hatte nach Feststellung des Kölner Landgerichts von 1993 bis 2018 nun Mädchen teils schwer missbraucht. Die Pflegetochter war in den 70er- und 80er Jahren Opfer des Priesters geworden. Sie klagt gegen das Erzbistum Köln, dass es für die Taten des Priesters in Mithaftung genommen werde. Das Erzbistum möchte jedoch unterschieden wissen zwischen den Taten des Priesters in seiner Funktion als Priester und in seiner Funktion als Privatmann. Einer der Richter hatte darauf hingewiesen, dass das Jugendamt, das die Adoption entschieden hatte, die Eignung des Priesters hätte prüfen müssen, nicht der Bischof, der dem Priester die Adoption erlaubte. Nun wurde Erzbischof Koch, Berlin, der damals mit dem Täter im Kölner Priesterseminar war, vom Gericht befragt, ob er davon wusste, dass der Täter das Mädchen mit ins Priesterseminar nahm und mit ihm im selben Zimmer übernachtete. Erzbischof Koch kann sich nicht erinnern. Quellen: domradio  KStA 24.3.2025


25.3.2025 Das Kölner Landgericht ist der Ansicht, dass das Erzbistum Köln in Missbrauchsfällen für Priester, aber auch für ehrenamtliche Messdiener haftet. Im Fall einer Klägerin, die von einem Gruppenleiter der Ministranten missbraucht wurde, gelte jedoch laut Zivilprozessordnung eine strenge Beweispflicht. Das Gericht will sich weiter beraten, der nächste Verhandlungstermin ist am 29.4.. Das Erzbistum Köln hat die Abweisung der Klage beantragt. Quelle: domradio


25.3.2025 Missio Aachen hat den Abschlussbericht der Rechtsanwältin Bettina Janssen zum Fall des katholischen Priesters Leonhard Meurer veröffentlicht. Meurer wird glaubhaft vorgeworfen, von 1948 (oder früher) bis 1987 mehrfach minderjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Spätestens 1978 hatten die damals bei missio Verantwortlichen Kenntnis von den Missbrauchstaten Meurers, und entschieden sich dennoch für eine Zusammenarbeit. Quellen: domradio   Abschlussbericht Fall missio-Meurer


25.3.2025 Podcast über die Missbrauchstaten des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Lehranalytikers der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg, Hermann F., und ihre Vertuschung. Quelle: zeit


21.3.2025 Am 8. Mai 2025 wird der erste Teil der Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Speyer vorgestellt. Aktuell geht die Unabhängige Aufarbeitungskommission des Bistums von 109 beschuldigten Klerikern und 41 Nichtkleriker*innen aus. Quelle: katholisch.de


21.3.2025 Im Bistum Hildesheim startete im April 2025 die dritte Aufarbeitungsstudie der Missbrauchsfälle. Sie befasst sich noch einmal mit der Amtszeit von Bischof Heinrich Maria Janssen (1957 bis 1982) und untersucht die Amtszeiten der Bischöfe Dr. Josef Homeyer (1983-2004), Norbert Trelle (2016 bis 2017) und Dr. Heiner Wilmer (seit 2018). Die Studie wird voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Quelle: Bistum Hildesheim


21.3.2025 In der katholischen Kirche in Polen gingen im Jahr 2024 insgesamt 74 Meldungen über sexualisierte Gewalt an Minderjährigen. Die Fälle reichen teilweise bis 1969 zurück. Quelle: katholisch.de


18.3.2025 Die Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl soll Fälle sexualisierter Gewalt seit 1945 in den Schulen der Maristen-Schulbrüder in Cham, Furth, Mindelheim und Recklinghausen untersuchen. Die Anwaltskanzlei ruft Betroffene und Zeitzeugen auf, sich zu melden. Quelle: Kirche und Leben


14.3.2025 Nur noch bis zum 31.8.2025 können Erstanträge für den Fonds Sexueller Missbrauch gestellt werden. Diese Regelung gilt seit Anfang 2025, wird aber erst jetzt bekannt. Der Fonds soll bis Ende 2028 ganz abgewickelt werden. Vorauszahlungen an Betroffene sind nach dieser Regelung nicht mehr möglich. Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, kritisiert das Verhalten des Familienministeriums und hofft, dass die Union und die SPD ein rechtssicheres Nachfolgemodell installiert. Quelle: FAZ


14.3.2025 Im März 2023 kündigte die polnische Bischofskonferenz an, ein unabhängiges Expertenteam zu berufen, dass Missbrauchsfälle seit 1945 untersuchen soll. Nun hat der Rechtsbeirat der Bischofskonferenz die vorgeschlagenen Leitlinien abgelehnt, weil u.a. das von der Aufarbeitungskommission gesammelte Material auch für Zivilklagen gegen kirchliche Einrichtungen verwendet werden könne, weil weitere Absprachen mit den Ordensgemeinschaften nötig seien und weil die Kommission auch Bischöfe vorladen könne und über sie urteilen könne, obwohl nur der Vatikan das Recht dazu habe. Außerdem dürfe das geplante Gremium nicht mit Personen zusammenarbeite, denen das Wohl der Kirche nicht am Herzen liege. Schließlich sei unklar, was die Kommissionsarbeit koste. Quelle: katholisch.de


14.3.2025 Betroffene kirchlichen Missbrauchs veranstalteten einen Schweigemarsch in Aachen – damit protestierten sie gegen die Einrede Verjährung durch katholische Bistümer in Schmerzensgeldprozessen. Das berichtet das Betroffenenbündnis „Eckiger Tisch“. Quelle: Domradio


14.3.2025 Johannes Norpoth, Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hat in diesem Gremium einen Antrag eingereicht, dass die deutschen Bischöfe auf die Einrede verzichten sollen. Quelle: Domradio


14.3.2025 Das Forschungsprojekt der Uni Paderborn zu sexuellem Missbrauch Minderjähriger im Erzbistum Paderborn dauert länger als geplant. Das liege einmal an den Einschränkungen während der Corona-Pandemie, zum anderen daran, dass es mehr Quellen als vermutet gibt. Quelle: Domradio


13.3.2025 Eine Journalistin konfrontiert Marko Rupnik, dem etwa 20 Personen, zumeist ehemalige Ordensfrauen, des Missbrauchs beschuldigen, auf dem Flughafen Fiumicino mit den Vorwürfen. Rupnik schweigt. Quelle: katholisch.de


13.3.2025 Der Betroffenenrat im Bistum Aachen ruft zu einem Schweigemarsch am 14.3., 17 Uhr in Aachen, Katschhof auf. Quelle: Diözesanrat-Aachen


13.1.2025 Die Schweizer Betroffenenorganisationen IG-MikU (Deutschschweiz), SAPEC (Westschweiz) und GAVA (Tessin) reagieren darauf, dass der Abt des Klosters Saint-Maurice sein Amt wieder aufnimmt, mit den Worten: „Es ist absolut unerklärlich, dass Abt Jean Scarcella die Entscheidung zur Einstellung der Ermittlungen gegen ihn, aufgrund der Verjährung, als Anerkennung seiner moralischen Unschuld interpretiert hat. Abt Scarcella hätte es in der Hand gehabt, ein Vertrauen schaffendes Zeichen zu setzen, indem er das Amt nicht wieder aufnimmt.“ Die Betroffenenorganisationen nennen die Rückkehr des Abtes „für Missbrauchsbetroffene verletzend“ und einen „Rückschlag für all diejenigen Kirchenmitglieder, die aufrichtig an einem Kulturwandel arbeiten. Quelle: pfarrblatt bern


12.3.2025 Im Oktober 2024 hat die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Wallis Verfahren gegen Abt Jean Scarcella des Klosters Saint-Maurice infolge Verjährung eingestellt, nicht, weil die Vorwürfe unbegründet waren. Der Abt hatte vor 17 Monaten sein Amt vorübergehend niedergelegt, um die Unabhängigkeit der Ermittlungen im Missbrauchsskandal zu gewährleisten. Jetzt hat er sein Amt wieder aufgenommen. Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz und die Schweizer Bischofskonferenz bedauern dies, weil damit die Glaubwürdigkeit der Maßnahmen gegen Missbrauch beschädigt werde. Quelle: kath.ch 


12.3.2025 Der frühere Sekretär des Gründers der Legionäre Christi, Marcelino de Andrés, wird in Spanien des sexuellen Missbrauchs von fünf weiblichen Jugendlichen verdächtigt. Quellen: Kirche und Leben    losangelespress


12.3.2025 Die Regensburger Bischöfe Michael Buchberger (1927 bis 1961) und Rudolf Graber (1961 bus 1982) ließen einen mehrfach verurteilten Serientäter gewähren, der mindestens 68 Jugendliche missbrauchte. Quelle: regensburg-digital


12.3.2025 Mit einer Studie soll untersucht werden, in welchem Ausmaß Oberzeller Franziskanerinnen Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Die Kongregation wolle mit der unabhängigen Untersuchung eine Grundlage für die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit erhalten, Verantwortung übernehmen und Betroffenen Gehör verschaffen. Die Schwestern des Frauenordens mit Hauptsitz in Zell am Main nahe Würzburg waren in Zell, Würzburg, Hof, Kirchschönbach und München tätig. Das ZI Mannheim wurde mit der Untersuchung beauftragt. Professor Harald Dreßing will untersuchen, in welchem Ausmaß es auch Frauen als Täterinnen gibt – bislang ein weitgehend blinder Fleck in der Forschung. Quelle: flz


11.3.2025 Das vatikanische Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens hat die Aufhebung der in Argentinien im Jahr 1994 gegründeten Gemeinschaft „Miles Christi“ verfügt. Der Gründer Roberto Juan Yannuzzi war bereits im Februar 2020 aus dem Klerikerstand entlassen worden. Ihm wurde vorgeworfen, gegenüber Erwachsenen sexuell übergriffig gewesen zu sein, Mittätern die Absolution gegeben zu haben und seine Autorität missbraucht zu haben. Quelle: catholicnewsagency


11.3.2025 Die Theologin Annette Jantzen sieht Parallelen zwischen den Haltungen kirchlicher Vertuscher und Mustern, die aus totalitären Systemen, etwa dem Nationalsozialismus, bekannt sind. Sie benennt vier Muster, die Hannah Arendt im Blick auf den Nationalsozialismus formuliert hat: Wirklichkeitsverweigerung, Erfahrungsverlust, Pflichttreue und Verantwortungslosigkeit. Der Unterschied zwischen kirchlichen und nationalsozialistischen Mustern bestehe darin, dass kirchliche Vertuschungstäter nicht initial aktiv, sondern reaktiv handelten. Eichmanns Behörde hingegen gab es zum Zweck der Verbrechen. Quelle: katholisch.de


11.3.2025 Das Erzbistum Paderborn will mit einem Denk- und Mahnmal in der Nähe des Paderborner Doms sexuellen und geistlichen Missbrauch in der Kirche thematisieren. Es hat acht Künstlereingeladen, Entwürfe für das Mahnmal zu machen. Quelle: katholisch.de


10.3.2025 Die katholische Theologin Maria Mesrian, Maria 2.0, fordert die katholischen Bischöfe in Deutschland auf, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs aus der Hand zu geben. Sie weist auf „völlig willkürlich“ gesetzte Entschädigungsleistungen hin und konstatiert, dass „die Prozesse so lange hinausgezögert werden, bis die Betroffenen“ oft sterben. Quelle: evangelisch.de


10.3.2025 Etwa 20 Initiativen von Missbrauchsbetroffenen haben anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischofskonferenz 88.000 Unterschriften an einer rund 50 Meter langen Leine aufgehängt und von der Kirche gefordert, auf die Einrede der Verjährung zu verzichten. Quelle: katholisch.de


8.3.2025 Ende März stellt die kanadische Regierung die finanzielle Unterstützung für eine umfassende Untersuchung von vermuteten Massengräbern von Kindern an ehemaligen kirchlichen Internaten ein. Nach dreijähriger Suche konnten keine menschlichen Überreste gefunden werden. Die meisten Todesfälle seien auf Krankheiten zurückzuführen. Quelle: katholisch.de   katholisch.de


7.3.2025 In der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Polen gibt es Widerstand gegen die seit zwei Jahren geplante kirchliche Aufarbeitungskommission. Quelle: katholisch.de


7.3.2025 Erzabt Cirill Hortobágyi, Benediktinerabtei Pannonhalma in Ungarn setzt sich für Kinderschutz und Prävention in der katholischen Kirche in Ungarn ein. Im Interview sagt er: „Heute weiß jeder, dass die Versetzung eines Priesters nicht die Lösung ist. Diese Zeiten des Verschweigens sind vorbei. Heute müssen wir zuhören und uns ehrlich mit unseren Fehlern auseinandersetzen und daraus Konsequenzen folgen lassen. Wir haben zu lange gewartet.“ Quelle: katholisch.de


6.3.2025 Betroffene von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche werden am Montag bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Bistum Aachen protestieren und eine von 88.000 Menschen unterzeichnete Petition an der Mauer des Klosters Steinfeld aufhängen. Aus Termingründen ist eine persönliche Übergabe an die Bischöfe nicht möglich. In der Petition wird die katholische Kirche zum Verzicht auf die Einrede der Verjährung in Schmerzensgeldprozessen aufgefordert. Quelle: Evangelische Zeitung


6.3.2025 Der Vatikan lehnt es ab, Namen von verstorbenen Priestern, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, zu veröffentlichen. Jesuiten in Irland haben – nach der Entwicklung von Kriterien und Standards zur Veröffentlichung – nun die Namen von 14 beschuldigten Ordensmännern öffentlich gemacht. Eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe hat Material zu 37 beschuldigten Mitgliedern der Gesellschaft Jesu seit 1935 untersucht und die Veröffentlichung von 14 Namen empfohlen. Quelle: Domradio


6.3.2025 Günter Hänsel interviewt die Autor*innen von „Unsagbare Worte. Trauma, Poesie und die Suche nach Gott“. „In Poesie versprachlicht Annette Buschmann, was sie erlebt hat. Die Gedichte bezeugen die Erschütterungen in ihrem Leben, ihrem Glauben und die Suche nach Hoffnung. Andreas Stahl schaut von Literaturwissenschaft, Psychotraumatologie und Theologie auf die Gedichte. Beide gehen in einen Dialog. Das Buch wird so für sie zu einer Sprachhilfe für das Unsagbare.“ Quelle: evangelisch.de


5.3.2025 Seit Jahresbeginn gibt es keine Vorauszahlungen des Fonds Sexueller Missbrauch mehr, informierte des Bundesfamilienministerium. Betroffenenvertretungen und Fachberatungsstellen reagieren empört. Quelle: evangelisch.de


4.3.2025 Bericht über Vorwürfe ehemaliger „Verschickungskinder“ des Kindererholungsheims Marienhöh / Langweiler (Hunsrück) von Dr. theol. Barbara Kreichelt. Das Kindererholungsheim wurde von den Marienschwestern geführt. Quellen: Bericht  swr


4.3.2025 Zum letzten Mal hat das Theater für Niedersachsen „Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“ gespielt – als Gastspiel in Lüneburg. Die schonungslosen, lang recherchierten, Berichte von Betroffenen sexuellen Missbrauchs sind schwer zu ertragen. Quelle: NDR


2.3.2025 Das Bistum Münster führt als erstes Bistum weltweit neue Regeln gegen Machtmissbrauch ein. Sie sollen Gläubige unter anderem vor sexualisierter Gewalt besser schützen. Quelle: www1.wdr


2.3.2025 Nachruf auf Thomas Großbölting: Geschichte für die Mitlebenden: Er hat „Räume des Sagbaren für Betroffene sexualisierter Gewalt eröffnet, die ihnen zuvor jahrzehntelang verschlossen waren.“ Quelle: fr


28.2.2025 Ein „Missbrauchswagen“ im Kölner Karneval wird sehr unterschiedlich beurteilt: Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln sieht darin einen erneuten Missbrauch der Verletzungen Betroffener. Wolfgang Rothe, katholischer Priester und Mitglied des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, begrüßt die Darstellung, Lokalpolitiker der CDU kritisieren sie ebenso wie der Amtsleiter des Kölner Erzbischöflichen Generalvikariats. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, verteidigt den „Missbrauchswagen“. Quellen: Domradio   katholisch.de   evangelisch.de


28.2.2025 Im Bistum Trier wurde die Nutzung von Akten im bischöflichen Geheimarchiv unter bestimmten Bedingungen erleichtert. Das Allgemeine Dekret über die Verwaltung des Geheimarchivs wird ab dem 1.4.2025 angewendet. Quelle: katholisch.de


25.2.2025 Bürger*innen von Amöneburg bei Marburg haben mehrheitlich die Umbenennung der bisherigen Dr.-Josef-Gutmann-Straße beschlossen. Der Priester und Leiter der Amöneburger Stiftsschule hatte zahlreiche Schüler brutal verprügelt. Quellen:  katholisch.de  Gutachten der Stadt Amöneburg


24.2.2025 Bei verstorbenen Missbrauchs- und Vertuschungsbeschuldigten sieht der Vatikan weiterhin keine Rechtfertigung für eine Veröffentlichung von Namen, wenn sie zu Lebzeiten nicht verurteilt wurden. Die Schädigung des guten Rufs von Beschuldigten durch Namensnennung sei nur dann legitimiert, wenn dadurch Gefahren für Menschen oder die Gemeinschaft abgewendet würden. Das sei aber bei Verstorbenen nicht der Fall, schreibt das Dikasterium für die Gesetzestexte und betont, dass es nicht zulässig sei, die Namen aus „vermeintlichen Gründen der Transparenz oder Wiedergutmachung“ zu rechtfertigen. Quelle: katholisch.de


20.2.2025 Das Bistum Hildesheim und ein ehemaliger Messdiener, der sexuell missbraucht wurde, haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Über die konkreten Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart. Quelle: Domradio.de


19.2.2025 Das Bistum Fulda wird im Sommer 2025 seine Studie zu Missbrauch vorstellen. Quelle: katholisch.de


19.2.2025 Papst Franziskus hat nun den Rücktritt von Jean-Pierre Blais, Bischof von Baie-Comeau, Kanada, angenommen. Er war 2022 des Missbrauchs beschuldigt worden, wies den Vorwurf kategorisch zurück und wurde vom Papst im Amt belassen. Quelle: Domradio


18.2.2025 Seit 2010 untersuchte die belgische Staatsanwaltschaft in der „Operation Kelch“ mögliche Missbräuche und Vertuschungen in der katholischen Kirche Belgiens. Nun teilte die Brüsseler Ratskammer mit, dass es keine Gerichtsverfahren geben werde. Gegen 68 Geistliche wurde ermittelt, 37 der Verdächtigen sind gestorben, 4 bereits verurteilt, bei 27 Beschuldigten sind die Straftaten verjährt. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden. Rik Delvillé, Priester und Begleiter Betroffener kommentierte: „Der Schmerz der Opfer ist nun noch größer geworden… Sie müssen wieder einmal ohne Gerechtigkeit weiterleben.“ Quelle: katholisch.de


17.2.2025 Kardinal Cipriani war von 1999 bis 2019 Erzbischof von Lima. Er wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen im Jahr 1983 angezeigt. 2019 reichte er seinen Rücktritt ein, der vom Papst angenommen wurde. Cipriani erhielt Auflagen, die er akzeptierte. U.a. war er verpflichtet, sein Heimatland zu verlassen. Dennoch reiste er nach Peru, um eine Verdienstmedaille zu erhalten, die Limas Bürgermeister übergab. Nun gibt es eine Petition, die den Bürgermeister von Lima auffordert, die Verdienstmedaille zurückzufordern. Quelle: katholisch.de


17.2.2025 Birgit Abele berichtet in Ihrem Buch Wieder ich selbst. Mein Weg aus dem Gefängnis spirituellen Missbrauchs über ihre Erfahrungen in einer Geistlichen Gemeinschaft, die die Tagespost als Familie Mariens identifiziert. Quelle: katholisch.de


16.2.2025 Der Bischof von Münster, Genn, hat den zuletzt in drei Ahauser Pfarreien eingesetzten Pfarrer vom Dienst freigestellt. Ende Januar 2025 wurde gegen den Pfarrer M. der Vorwurf sexuellen Missbrauchs erhoben. Der Vorwurf bezieht sich auf die Jahre ab 1995, als der Priester in Ochtrup tätig war. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft übergeben, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Bereits 1997 und erneut 2010 hatte es Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben, 2023 einen anonymen Hinweis. Quelle: Bistum Münster


14.2.2025 Die (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz wollen eine sozialwissenschaftliche Studie zu Missbrauchsfällen in Auftrag geben. Sie haben den Auftrag ausgeschrieben. Quelle: bistum-dresden-meissen


14.2.2025 Gegen einen katholischen Priester des Bistums Münster gibt es einen Vorwurf sexuellen Missbrauchs im Jahr 1984 in einem Jugendlager. Der mutmaßliche Täter war damals in St. Johannes d.T. Kirchhellen tätig. Später arbeitete er in Sendenhorst, Warendorf und Münster, seit 2009 bis zu seinem Ruhestand 2022 als Gefängnisseelsorger in der JVA Geldern. Rund 40 Mitglieder der Gemeinde in Kirchhellen informierten sich über den Fall. Das Bistum Münster informierte die Staatsanwaltschaft in Arnsberg und eröffnete die kirchenrechtliche Voruntersuchung. Quelle: Kirche und Leben


13.2.2025 Wegen schweren Missbrauchs verlangt ein ehemaliger Domspatz vom Bistum Regensburg Schmerzensgeld und Schadensersatz. Das Bistum hat die Einrede der Verjährung erhoben. Quelle: katholisch.de


12.2.2025 Der Historiker und Theologe Thomas Großbölting ist bei einem Unfall gestorben. Er war an vielen Studien zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in den Kirchen beteiligt. Betroffene haben ihm viel zu danken. Quellen: katholisch.de   Nachruf


9.2.2025 Die ehemalige Sprecherin des Münchner Betroffenenbeirats, Agnes Wich, kritisiert die Enthüllung des Mahnmals gegen sexuellen Missbrauch im Erzbistum München. Erst wenn die Verantwortlichen der Kirche sich den noch immer zu bewältigenden Themen und Anliegen vieler Missbrauchsbetroffener stelle, solle ein Mahnmal installiert werden. Als nicht bewältigte Anliegen nennt sie Entschädigungszahlungen, schonungslose Aufarbeitung und Aufhebung der Verjährungsfristen. Quellen: Zeit   erzbistum-münchen


8.2.2025 Die Missbrauchsbeauftragte Claus dringt auf die Löschung von Bildern und Videos, die sexualisierte Gewalt an Kindern zeigen. Dies wird oft wegen des hohen Aufwands unterlassen. Claus empfiehlt privaten Anbietern von Freizeitangeboten für Kinder, Konzepte gegen sexualisierte Gewalt zu entwickeln. Vorkehrungen zum Kinderschutz sollten Voraussetzung für Gewerbezulassungen sein. Quelle: Zeit


7.2.2025 Ein Schlichtungsrat im Bistum Münster soll ab 1.3.2025 eingerichtet werden. Er soll Verwaltungsentscheidungen und Streitigkeiten überprüfen. Gleichzeitig soll eine Disziplinarordnung für Kleriker wirksam werden. Quelle: katholisch.de


7.2.2025 Das Urteil gegen den emeritierten Bischof von Orán, Gustavo Zanchetta, ist rechtskräftig. Diese Entscheidung wurde Ende Dezember getroffen. Zanchetta wurde wegen mehrfacher sexueller Übergriffe an zwei Seminaristen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde wegen des Vorwurfs der Veruntreuung öffentlicher Gelder ermittelt. Quelle: katholisch.de


7.2.2025 Im Missbrauchsskandal um den verstorbenen österreichischen Pater B.F. hat sich ein Zeuge gemeldet: Offenbar war das Bistum Passau über die Vorwürfe gegen den Geistlichen früher informiert worden als bislang bekannt – doch Konsequenzen blieben aus. Quelle: pnp


6.2.2025 Im Interview sagt Christiane Florin, die zusammen mit dem ehemaligen Heimkind „Heinz“ das Buch „Keinzelfall“ geschrieben hat: „Ich mache die Erfahrung, dass es für die Institutionen mit der christlichen Nächstenliebe im Namen immer etwas Wichtigeres gibt, als sich diesem Kapitel ihrer Geschichte und den betroffenen Menschen zu widmen. Ein Sozialverband wie die Caritas hat noch immer das Image, der bessere Teil von Kirche zu sein. Auch das spielt eine Rolle. Aber es ist offenkundig alles wichtiger, als diesen Betroffenen, die ja das klar formulieren, was sie wollen, ihre Forderung zu erfüllen.“ Ihr fällt auf, wie schweigsam die großen kirchlichen Träger – Caritas, Diakonie und Ordensgemeinschaften sind. Quelle: KStA


5.2.2025 Die (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen, Görlitz und der Katholischen Militärseelsorge haben ihren Bericht über die Arbeit und die Ergebnisse der Interdiözesanen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs (IKA) zum Berichtszeitraum Mai 2023 bis November 2024 vorgelegt. Die Betroffenenvertreter haben ein Minderheitsvotum zum Jahresbericht abgegeben.


5.2.2025 Gegen Abbé Pierre, den Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, gibt es mindestens 33 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Die Staatsanwaltschaft Paris ermittelt jedoch nicht, weil er bereits verstorben ist. Auch gegen eventuelle Mitwisser und Vertuscher wird wegen Verjährung nicht ermittelt. Quelle: katholisch.de


5.2.2025 Geleakte E-Mails des NFL-Teams der „Saints“ in New Orleans zeigen, dass dem Erzbischof von New Orleans, Gregory Aymond, durch Greg Bensel, Kommunikationschef des Footballteams New Orleans Saints, ermöglicht wurde, Missbrauchsfälle zu vertuschen. Der Bischof sollte eine Liste mit „glaubhaft beschuldigten Klerikern“ veröffentlichen. Bensel schrieb, dass der damalige Bezirksstaatsanwalt Leon Cannizzaro nach einem Gespräch  ermöglichte, „bestimmte Personen von der Liste zu nehmen“. Die Kirche bestreitet jegliche Einflussnahme. Sie veröffentlichte die Namen von 79 beschuldigten Klerikern. Opferanwälte sprechen hingegen von mehr als 300 mutmaßlichen Tätern. Der amtierende Bezirksstaatswalt von New Orleans, Jason Williams, spricht nun von einem „beunruhigenden Muster von Vertuschung“. Quelle: katholisch.de


4.2.2025 Papst Franziskus stellt sein Apostolisches Schreiben vor, das den Kindern gewidmet ist. Er fordert bei einem Kinderrechte-Gipfel im Vatikan mehr Schutz für Kinder vor Kriegen, Menschenhandel und Missbrauch. Quelle: kath.ch


4.2.2025 Zwei Missbrauchsbetroffene haben im Sommer 2024 das Bistum Aachen auf Schmerzensgeld wegen Missbrauchs durch katholische Geistliche verklagt. Die Klage war wegen Verjährung abgewiesen worden. Nun haben sie Anträge auf Prozesskostenhilfe gestellt, um gegen das Urteil zu klagen. Das Oberlandesgericht Köln hat die Anträge abgelehnt. Quelle: Süddeutsche


2.2.2025 Bischof Genn, Münster, hat einem Ruhestands-Priester alle seelsorgliche Tätigkeit untersagt. Dem Priester wird vorgeworfen, 1984 in einem Jugendlager der Gemeinde Kirchhellen St. Johannes der Täufer Missbrauch begangen zu haben. 2022 war es aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt worden. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ist informiert, die kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Quelle: katholisch.de


1.2.2025 Bei einer Veranstaltung zum Thema „Sexualisierte Gewalt im Bistum Aachen“, zu der die Fachschaft Philosophie der EWTH und das Hochschulradio eingeladen hatten, wurde bekannt, dass der Soziologieprofessor Thomas Kron, Vorsitzender der unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Aachen, im vorigen Sommersemester eine Vorlesung zu diesem Thema halten wollte, musste sie aber auf Drängen des Bistums im Zusammenhang mit rechtlichen Unwägbarkeiten absagen. Quelle: aachener-zeitung


1.2.2025 Die Gemeinschaft Sodalicio hat ihre Auflösung durch den Papst bestätigt und sich bei den Opfern entschuldigt. Quelle: katholisch.de


31.1.2025 Kardinal Jean-Claude Hollerich, Luxemburg, hat die pastorale Zusammenarbeit mit der Fraternité Verbum Spei mit sofortiger Wirkung gekündigt, weil diese Bruderschaft fragwürdige Lehren propagiere. Das Bistum sieht in der sogenannten ‚Freundschaftsliebe‘ des Paters Marie-Dominique Philippe eine echte Gefahr. Verbum Spei ist eine Absplitterung einer von Pater Marie-Dominique in der Schweiz gegründete Gemeinschaft. Verbum Spei hat sich nie von den obskuren Lehren von Pater Philippe trotz Warnungen der französischen Kirche und des Heiligen Stuhls gelöst. Quelle: wort.lu


31.1.2025 Erzbischof Gregory Aymond, Erzdiözese New Orleans, will Geld von der kirchlichen Lebensmittelbank „Second Harvest“, um Gelder an Missbrauchsbetroffene zu zahlen. Die Lebensmittelbank unterstützt Notleidende im Südosten von Louisiana mit Lebensmitteln und Beratungsangeboten. Gelder, die Second Harvest erhält, dürfen ausdrücklich nicht für religiöse Zwecke verwendet werden. James Adams, ehemaliger Vertreter der Interessen von Missbrauchsüberlebenden im Konkursfall der Kirche, sagt, Second Harvest solle nicht für die Entschädigungszahlungen an Missbrauchsbetroffene herangezogen werden. Quelle: katholisch.de


31.1.2025 Am 9.2. wird im Münchner Liebfrauendom ein Mahnmal gegen das Vergessen des Missbrauchs errichtet. In Anlehnung an Ps 147,3 trägt es die Inschrift „Wer heilt die zerbrochenen Herzen?“ Quelle: katholisch.de


30.1.2025 Gegen einen inzwischen suspendierten Priester des Bistums Münster gibt es neue Anschuldigungen. Weitere Betroffene werfen ihm sexuellen Missbrauch und grenzüberschreitendes Verhalten vor. Eine dieser Meldungen wurde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, zwei andere Betroffene möchten anonym bleiben. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von Mitte der 1990er- bis Anfang der 2000er-Jahre, als der Beschuldigte an einem Gymnasium und Internat eingesetzt war. Gegen den Geistlichen wurden bereits 2015 und 2019 Vorwürfe laut, die aber mangels hinreichender Erkenntnisse vom Staat eingestellt wurden. Auch eine kirchenrechtliche  Untersuchung konnte die Vorwürfe nicht erhärten. Quelle: katholisch.de


30.1.2025 Der anglikanische Bischof von Liverpool John Perumbalath teilte seinen Rücktritt mit. Ihm wird von zwei Frauen sexuelle Nötigung vorgeworfen. Im Fall der einen Frau wurde ein Verfahren mangels Beweisen eingestellt. Der Bischof weist die Anschuldigungen vehement zurück. Quelle: Katholisch.de


30.1.2025 Ein des Missbrauchs beschuldigter Priester aus dem Bistum Münster stammt aus Ahlen. Gegen ihn gab es 2015 und 2019 Vorwürfe grenzüberschreitenden Verhaltens. Ein ursprüngliches Verfahren wurde mangels hinreichender Erkenntnisse von der Staatsanwaltschaft eingestellt, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde ebenfalls eingestellt. Neue Vorwürfe wurden 2000/2001 erhoben. Das Bistum Münster ging ihnen jedoch erst 2024 nach. Vertreter des Bistums konnten der Gemeinde in Ahlen nicht erklären, warum der Priester nicht früher suspendiert wurde und weiterhin in der Beckumer St.-Stephanus-Gemeinde mit Minderjährigen arbeiten durfte. Quelle: Kirche und Leben


29.1.2025 Am 8. Mai wird der erste Teil der Studie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Speyer durch die Universität Mannheim vorgestellt. Am 9. Mai wird die Diözese Stellung nehmen. Der zweite Teil wird voraussichtlich 2027 bekannt gemacht. Bislang hat das Bistum Speyer 94 von 96 Anträgen bearbeitet und inclusive Therapiekosten rund 3,4 Millionen Euro gezahlt. Eine Schmerzensgeldklage ist nicht anhängig. Quelle: katholisch.de


29.1.2025 Das Kölner Landgericht hat entschieden, dass das Erzbistum Köln nicht nur für hauptamtliche Mitarbeiter haftet, sondern auch für Ministranten, wenn die Missbrauch begangen haben. In der Klage fordert eine Betroffene vom Erzbistum Köln 830.000 €. Sie sagt, dass sie in den 1990er Jahren durch ihren Messdiener-Gruppenleiter missbraucht worden, der bereits vorher durch übergriffiges Verhalten aufgefallen sei. Das Erzbistum Köln sagt, der Gruppenleiter habe sein Amt nicht im Erzbistum bekleidet, sondern im Zuständigkeitsbereich der Kirchengemeinde. Daher müsse das Erzbistum nicht für die Taten des Gruppenleiters haften. Das Landgericht argumentiert, der Gruppenleiter sei als „verlängerter Arm“ des beim Erzbistum angestellten Pfarrers anzusehen. Allerdings hafte das Erzbistum nur, wenn die Taten in Ausübung des Amtes stattfanden, nicht, wenn der Missbrauch im Elternhaus stattgefunden habe. Die Betroffene war zu Beginn der Taten 1992 sechs Jahre alt, der Täter 18 Jahre alt. Der Missbrauch ging über vier Jahre. 1998 wurde der Gruppenleiter wegen Missbrauchs von acht Opfern zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Anwalt der Betroffenen wirft dem Erzbistum vor, den jungen Mann „auf die Kinder losgelassen“ zu haben, obwohl er bereits 1990 auffällig wurde. Am 25. März soll die Verhandlung stattfinden, gleichzeitig mit der Verhandlung der Pflegetochter eines Priesters, der 2022 zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde. Geklärt werden soll, ob ein katholischer Geistlicher immer im Dienst ist. Quelle: Domradio


28.1.2025 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken blickt selbstkritisch auf die eigene Organisation – mehrere Jahre hinweg hätten auch weite Teile des ZdK „das Thema [Missbrauch] verdrängt und das Ausmaß der Gewalttaten nicht für möglich gehalten. Die Präsidentin des ZdK bittet alle Betroffenen von sexueller Gewalt in der Kirche um Entschuldigung. Quelle: katholisch.de


27.1.2025 Der katholische Sozialpfarrer Kossen wendet sich gegen eine kollektive Diskriminierung von Zuwanderern. Und kritisiert neben der AfD auch Unionsparteien und FDP. Sie bedienten immer unverhohlener Stereotype von Fremdenfeindlichkeit. Quelle: Domradio


27.1.2025 Die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ fordert die katholische Kirche auf, auf Verjährung in Schmerzensgeldprozessen wegen Missbrauch zu verzichten. Sie stelle ein Signal der Ignoranz und Verweigerung dar. Quelle: vaticannews


27.1.2025 Die französische Abbé-Pierre-Stiftung hat ihren Namen in „Fondation pour le Logement des Défavorisés“ geändert – eine Folge der Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer Abbé Pierre. Quelle: katholisch.de


27.1.2025 Das Bistum Trier hat seit 2010 knapp 3,7 Millionen Euro an Missbrauchsbetroffene gezahlt und Therapiekosten in Höhe von 182.000 Euro erstattet. Insgesamt haben bislang 196 Betroffene (von den ca 711 Betroffenen) Anerkennungsleistungen erhalten. Quelle: katholisch.de


27.1.2025 Vor 80 Jahren wurden die Überlebenden von Auschwitz befreit. Oliver Noffke beschreibt, dass die Verfolgung schon lange vor dem Krieg begann und zur industriellen Vernichtung führte. Quelle: rbb


27.1.2025 Primo Levi und Jean Améry: Erzählen vom Unaussprechlichen. Quelle: DLF


27.1.2025 Hinweis: Am 4.2.2025 bringt 3sat den Film: 37°: Leben nach dem Missbrauch. Dort berichten drei Betroffene der evangelischen Kirche. Das Video ist verfügbar ab dem 28.1.2025, ab 8 Uhr. Quelle: zdf


27.1.2025 Der Vatikan hat die Strafen gegen den peruanischen Kardinal Cipriani bestätigt, ohne jedoch Gründe zu nennen. Quelle: katholisch.de


26.1.2025 Die Zeitung „El Pais“, Madrid, berichtet, dass der peruanische Kardinal Cipriani, Opus Dei,1983 einen Jugendlichen sexuell belästigt habe und 2019 von Papst Franziskus gemaßregelt worden sei. Der Kardinal wies die Behauptung, er habe Missbrauch begangen, zurück. In einem Schreiben an die Zeitung informiert Cipriani, dass er im August 2018 über eine Beschwerde in Kenntnis gesetzt worden sei. Im Dezember 2019 wurde er vom päpstlichen Nuntius ohne Anhörung und ohne Verfahren mündlich über Strafen in Kenntnis gesetzt worden sei und zum Schweigen aufgefordert worden sei. Im Februar 2020 erlaubte ihm der Papst die Wiederaufnahme seines priesterlichen Dienstes. Quelle: Domradio


24.1.2025 Der Kinderschutzexperte Hans Zollner empfiehlt der Kirche, sich den unterschiedlichen Erwartungen von Missbrauchsbetroffenen zu stellen. Sie sollten in jeder Pfarrgemeinde Ansprechpersonen oder Gruppen finden können, die sie unterstützen. Von einem Betroffenen berichtet er, dass sich die Verantwortlichen nach einer Anerkennungszahlung nicht mehr um ihn gekümmert haben – er habe sich weitergehende spirituelle Begleitung erhofft. Quelle: katholisch.de


24.1.2025 Der Fall Edmund Dillinger, Bistum Trier. Quelle: youtube


24.1.2025 Bislang gibt es im katholischen Kirchenrecht keinen Straftatbestand für geistlichen Missbrauch. Nun wurde eine Arbeitsgruppe von Theologen und Kirchenrechtlern installiert, die diesen Straftatbestand ausarbeiten soll. Der Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Victor Fernández wies darauf hin, dass es auch falsche Anschuldigungen gebe, die in einem kirchenrechtlichen Prozess geklärt werden müssten. Quelle: Domradio


24.1.2025 Nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens für das italienische Bistum Bozen-Brixen hat der seit 2011 amtierende Bischof Ivo Muser die Verantwortung für die Fehler während seiner Amtszeit übernommen und bleibt im Amt. Quelle: Domradio


23.1.2025 Ein polnischer katholischer Priester des Bistums Sosnowiec wurde nun aus dem Klerikerstand entlassen. Zudem wurde er im April 2024 zu 18 Monaten Gefängnis wegen Sexual- und Drogendelikten und wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt. Der Skandal erschütterte 2023 die Kirche in Polen und führte zum Rücktritt von Bischof Grzegorz Kaszak. Quelle: Domradio


23.1.2025 Italiens Bischöfe planen eine nationale Pilotstudie über sexuellen Missbrauch durch Geistliche in den Jahren 2001 bis 2021. Beauftragt wurde das Istituto degli Innocenti in Florenz und das Zentrum für Opferforschung und Sicherheit in Bologna. Quelle: Domradio


23.1.2025 Papst Franziskus hat weiterhin ein Werk des mutmaßlichen Missbrauchstäters Marko Rupnik in seiner Wohnung. Quellen: katholisch.de   vaticannews


22.1.2025 In Belgien fordern 89 Missbrauchsbetroffene katholischer Kleriker höhere Zahlungen. Papst Franziskus hatte ihnen während seines Besuchs im September 2024 neue Entschädigungen zugesagt. Die Betroffenen hatten sich in Briefen vom 7.10., Ende November und am 26.12.2024 an den Papst gewandt. Der reagierte bislang nicht. Quelle: katholisch.de


22.1.2025 Das Erzbistum Berlin hat – gemeinsam mit den Bistümern Erfurt, Görlitz und Magdeburg für Menschen, die von geistlichem Missbrauch betroffen sind, eine unabhängige Ansprechperson zur Verfügung gestellt. Quelle: erzbistumberlin


21.1.2025 Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Jahr 1997 wurde ein katholischer Pfarrer, 83, aus Eppertshausen, Bistum Mainz, vor dem Amtsgericht Dieburg zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Gemeinde reagiert mit Ungläubigkeit. Inzwischen geht die Kirche länger zurückliegenden Vorwürfen nach. 2023 hatte die Staatsanwaltschaft Darmstadt 2023 ein Verfahren wegen Missbrauchs aus Verjährungsgründen eingestellt. Das kirchliche Verfahren dauert an. Quelle: FR


21.1.2025 Der Vatikan untersucht das Verhalten von Bischof Rosario Gisana und weiterer Verantwortlicher des Bistums Piazza Armerina, Sizilien, in einem Missbrauchsverfahren. 2018 hatte eines der mutmaßlichen Opfer eines Priesters Anzeige beim Bistum erstattet. Der Geistliche wurde versetzt, ein kirchliches Ermittlungsverfahren scheiterte an unklaren Zuständigkeiten. 2020 zeigte das Opfer den Priester an. Gegen den Bischof und gegen Generalvikar Vincenzo M. läuft ein Gerichtsverfahren wegen Meineids. Ihnen wird vorgeworfen, in einem anderen Gerichtsverfahren gelogen zu haben. In diesem Verfahren wurde ein Priester des Bistums wegen sexueller Gewalt an Minderjährigen zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht stellte in der Urteilsbegründung fest, dass der Bischof jede ernsthafte Initiative zum Schutz von Minderjährigen unterlassen und durch sein Verhalten Missbrauch begünstigt zu haben. Katholik*innen des Bistums haben gegen den Bischof und andere Verantwortliche protestiert. Ein Plakat trug die Aufschrift: „Ich akzeptiere keine Predigten von denen, die Missbrauch vertuschen.“ Quelle: katholisch.de


21.1.2025 Im Bistum Hildesheim wurde eine Ombudsstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt eingerichtet. Quelle: Evangelische Zeitung


21.1.2025 Dirk von Gehlen listet zehn Dinge auf, um nicht zynisch zu werden und demokratisch zu bleiben. Papst Franziskus kritisiert die Ausweisungspläne des gestern zum zweiten Mal ins Amt gekommenen Präsidenten der USA. Quelle: katholisch.de


20.1.2025 Papst Franziskus hat „offenbar“ die Bewegung Sodalitium Christianae Vitae wegen schweren Machtmissbrauchs und sexualisierter Gewalt aufgelöst. Sie war 1971 in Peru entstanden als Gegenbewegung zur Befreiungstheologie und 1997 von Papst Johannes Paul II. anerkannt worden. Quelle: katholisch.de


20.1.2025 Die Diözese Bozen-Brixen hat als erstes Bistum in Italien einen Missbrauchsbericht vorgelegt. Rund 1000 Personalakten wurden von der Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl gesichtet, 67 Hinweise auf mögliche sexuelle Übergriffe an 59 Betroffenen wurden gefunden. 41 Priester werden beschuldigt, bei 29 von ihnen sind die Vorwürfe überwiegend wahrscheinlich bzw. nachweisbar, 12 Vorwürfe konnten nicht ausreichend beurteilt werden. In 24 Fällen haben Verantwortliche der Diözese teilweise jahrelang fehlerhaft oder unangemessen gehandelt. Mehr als 51 Prozent der Betroffenen waren weiblich, 18 Prozent eindeutig männlich. Quellen: katholisch.de   Untersuchungsbericht Diözese Bozen-Brixen von 1964 bis 2023


19.1.2025 Einem Geistlichen in einer Pfarrei im Kreis Warendorf, Bistum Münster, wird sexueller Missbrauch in den Jahren 2000 und 2001 am Gymnasium und Internat Loburg, Ostbevern, vorgeworfen. Bereits 2015 und 2019 gab es Vorwürfe grenzüberschreitenden sexuellen Verhaltens. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und später auch die kirchenrechtliche Voruntersuchung wurden mangels hinreichender Erkenntnisse jedoch eingestellt. Nun wird der Vorgang neu untersucht aufgrund neuer Erkenntnisse aus dem Anerkennungsverfahren. Der Geistliche ist suspendiert. Quellen:  Bistum Münster   katholisch.de


17.1.2025 Die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau spricht von 45 Missbrauchsfällen an Minderjährigen zwischen 1945 und 2020. Werden Fälle sexualisierter Gewalt zwischen Erwachsenen und zwischen Minderjährigen im Zeitraum von 1945 bis Ende 2024 dazugezählt, geht die EKHN von 98 Fällen aus. Seit der ForuM-Studie kamen 9 Fälle hinzu. 87 wurden durch Meldungen bekannt, 11 fanden sich in den Akten. Bekannt sind 98 Betroffene und 94 Beschuldigte. Quelle: ekhn


17.1.2025 Die französische Bischofskonferenz hat die Staatsanwaltschaft gebeten zu prüfen, ob sie Ermittlungen gegen Abbé Pierre aufnehmen könne. Die Groupe Egae, die Informationen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Abbé Pierre befasst war, spricht von 57 mutmaßlichen Opfern, die zwischen den 1950er Jahren und 2006 missbraucht wurden: Frauen, Kinder und Hilfsbedürftige. Quelle: orf


17.1.2025 Bistümer und geistliche Gemeinschaften der katholischen Kirche in den USA haben seit 2004 rund fünf Milliarden Dollar für Entschädigungen an Missbrauchsopfer, Therapien und Anwaltskosten gezahlt. Erfasst wurden etwa 200 Bistümer und 220 religiöse Gemeinschaften und Männerorden. 80 Prozent der Betroffenen sind Jungen, mehr als die Hälfte der Opfer war zum Tatzeitpunkt zwischen 10 und 14 Jahren alt, 20 Prozent waren 9 Jahre oder jünger. Missbrauchsvorwürfe richteten sich an 4.490 Täter, 95 Prozent davon Priester, 4 Prozent aus Orden oder geistlichen Gemeinschaften, ein Prozent Diakone. 86 Prozent sind verstorben, aus dem Dienst entfernt oder vermisst. Für Prävention gab die katholische Kirche in den USA 728 Millionen US-Dollar aus. Quellen: DLF   Domradio


15.1.2025 Christiane Florin hat einem ehemaligen Heimkind unter dem Pseudonym Heinz ihr neues Buch gewidmet, in dem sie ihn selbst seine Geschichte erzählen lässt: Als „Frischfleisch“ für einen katholischen Priester und wehrloses Opfer einer sadistischen Erzieherin. Christiane Florin: Keinzelfall. Wie Heinz ein katholisches Heim überlebte, Ostfildern 2025. Quelle: katholisch.de


14.1.2025 Vor 15 Jahren machten ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs der Jesuiten nach einem Brief von Pater Klaus Mertes  Missbrauchsfälle öffentlich. Damit kam der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Deutschland ins Rollen, da sich in der Folge immer mehr Betroffene aus immer mehr Institutionen meldeten. Alleine im Canisius-Kolleg gehen Betroffene von bis zu 100 Opfern pro Täter aus. Im Interview blickt Mertes auf die Ereignisse vor 15 Jahren zurück: „Die Missbrauchsproblematik reicht so tief und ist für die Betroffenen so verletzend, dass man sich vollkommen verabschieden muss von der Vorstellung, dass es eine Strategie geben könnte, mit der man das Thema in zwei, drei Jahren abräumen kann. Vermutlich wird die Kirche auch in 15 Jahren noch nicht mit dem Thema fertig sein.“ Quellen: katholisch.de   Nordkurier   Domradio


14.1.2025 Pressekonferenz zum Missbrauch in der katholischen Kirche. Quelle: Phoenix


14.1.2025 Ein Missbrauchsopfer aus Longuich, Bistum Trier, kann wohl keine Schadenersatzansprüche gegen das Bistum geltend machen, weil das Bistum nicht auf die Verjährung verzichtet. Das bedeute jedoch nicht, dass sich das Bistum Trier immer auf die Verjährung berufen werde. Quelle: swr


13.1.2025 Gegen Abbé Pierre (1912-2007), den „Armenpriester“, gibt es neun weitere Zeugenaussagen. 2007 soll er einen minderjährigen Jungen vergewaltigt haben. Außerdem ist von sexuellen Übergriffen auf ein Familienmitglied des Priesters die Rede. Die Taten sollen sich zwischen den 60er und den 2000er-Jahren ereignet haben. Quellen: katholisch.de   3. Bericht


12.1.2025 Missbrauchsbetroffene in der katholischen Kirche ziehen 15 Jahre nach Bekanntwerden des Skandals eine vernichtende Bilanz der Aufarbeitung: „Man kann es nicht anders sagen: Die Aufklärung und Aufarbeitung dieses katholischen Missbrauchsskandals in Deutschland muss aus Sicht vieler Betroffener als gescheitert angesehen werden.“ Das schreibt die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ an die Abgeordneten des Bundestages. Sie kritisiert auch, dass Staat und Justiz die Betroffenen „mit der Täterorganisation weitgehend allein gelassen“ habe. Quelle: Tagesschau


11.1.2025 Schwester Simona Brambilla, Leiterin der vatikanischen Ordensbehörde, hat den männlichen und den weiblichen Zweig der Familie des fleischgewordenen Wortes – Instituto del Verbo Encarnado – und „Vervidoras del Senor y de la Virgen de Matar unter Aufsicht gestellt. Mitglieder der Familie des fleischgwordenen Wortes arbeiten auch in Deutschland, in Neumarkt in der Oberpfalz und in Pritzwalk bei Berlin. Bereits 1995 hatte der Papst einen Delegaten ernannt, 2001 wurde der Sitz der Leitung von Argentinien nach Italien verlegt, 2010 wurde der Gründer Buela nach kircheninternen Ermittlungen wegen psychologischen Missbrauchs, finanzieller Unregelmäßigkeiten und sexueller Übergriffe abgesetzt und mit einem Kontaktverbot belegt, an das er nicht nur unvollständig hielt. Quelle: katholisch.de


10.1.2025 Die Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“ geht von insgesamt mehr als 2000 Betroffenen in Jesuitenschulen aus. Mitte Januar 2025 treffen sich rund 30 Betroffene, um den 15. Jahrestag des Missbrauchsskandals vorzubereiten. U.a. wollen sie die Entschädigungsverhandlungen mit der Katholischen Kirche thematisieren. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten konstatieren sie, dass es auch 15 Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche bis heute an einer umfassenden Aufarbeitung von Ursachen und Gründen dafür gibt, dass Missbrauchstäter Jahrzehnte lang im Raum der Kirche geschützt wurden und die Betroffenen missachtet wurden. Die Initiative Eckiger Tisch fordert, dass es keine Einrede der Verjährung in Schmerzensgeldprozessen geben dürfe und dass ein Entschädigungsfonds aufgelegt werden müsse. Quellen: rbb   DLF   katholisch.de


10.1.2025 Der emeritierte Weihbischof von Chur, Marian Eleganti, hat zwölf Jahre in der „Familie Mariens“ gelebt und sagt, er habe das Problem immer nur bei den Gründervätern gesehen. Quelle: kath.ch


8.1.2025 Der Mitgründer der „Familie Mariens“ (ursprünglicher Name war „Werk des Heiligen Geistes) Gebhard Paul Maria Sigl wurde im November 2024 wegen geistlichen und psychologischen Missbrauchs von einem Kirchengericht verurteilt. Der weitere Gründer Joseph Seidnitzer (gest. 1993) wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen 1954, 1958 und 1960 verurteilt. 1979 wurde er vom Priesteramt suspendiert, 1991 jedoch wieder auf Betreiben des Bischofs Paul Hnilica innerkirchlich rehabilitiert. Bischof Hnilica war ein enger Vertrauter von Papst Johannes Paul II. Ehemalige Mitglieder der Gemeinschaft werfen dem Vatikan „Laxheit“ im Umgang mit der Familie Mariens vor. Quellen: kath.ch   Wikipedia


8.1.2025 Zum Fall des Priesters aus dem Erzbistum Bamberg, der nach Missbrauchsvorwürfen von der Kirche zunächst in Bolivien als Missionar arbeitete und nach fünf Jahren zurückkehrte und in Bayern als Gemeindepfarrer eingesetzt wurde, haben sich inzwischen 13 mutmaßlich Betroffene gemeldet, zwei aus seiner Zeit in Nürnberg und elf aus seiner Zeit in Wallenfels. Quelle: kurier


7.1.2025 Gabriele Knetsch, BR, und Xenia Böttcher, SWR, berichten, dass gegen Pfarrer Josef Ludwig Z. ein Haftbefehl wegen dringenden Verdachts, fünf Mädchen sexuell missbraucht zu haben, vorlag. Er floh nach Brasilien. Unterstützt wurde er von hochrangigen Kirchenvertretern, u.a. von einem Abt und mehreren Bischöfen aus Deutschland und Brasilien. Als die Taten verjährt waren, kehrte er nach Deutschland zurück. Das Bistum Eichstätt finanzierte den Priester, indem er sein Gehalt als „Missionsspende“ deklarierte. Im Erzbistum Bamberg wurden gegen den Priester Dieter Sch. 1963 Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Jungen erhoben. Das Erzbistum Bamberg half dem mutmaßlichen Täter, in Bolivien als Missionar zu arbeiten. Nach fünf Jahren kehrte der Beschuldigte zurück und wurde in Bayern als Gemeindepfarrer eingesetzt. Auch dort gab es Missbrauchsvorwürfe. – Im Bistum Trier wurde bekannt, dass ein Priester, gegen den es ein Strafverfahren wegen sexuellem Missbrauch gab, Ende der ^1990er-Jahre in Osteuropa eingesetzt wurde. Ein zweiter Priester des Bistums Trier arbeitete ab 1966 als Pfarrer in Südamerika, obwohl es bereits in den 1960er-Jahren Hinweise auf Missbrauchsfälle gab. Quellen: Tagesschau   Report München   BR


7.1.2025 Professorin Judith Könemann, Münster, weist darauf hin, dass die Katechese bisher nicht im Fokus der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche stand. Sie berichtet, dass mit der Aufarbeitung spirituellen Missbrauchs nun auch junge Erwachsene, Frauen, Ordensfrauen und geistliche Gemeinschaften rücken. Auf der Seite der Beschuldigten geraten nun auch männliche und weibliche Laien oder Ordensangehörige in den Blick. Quelle: katholisch.de


6.1.2025 Der Betroffenenrat Nord wirft dem Erzbistum Hamburg große Versäumnisse bei der Missbrauchsaufarbeitung vor. Andere Nordbistümer stünden besser da. Das gelte für die Bistümer Hildesheim und Osnabrück. Quellen: Kirche und Leben    evangelisch.de


4.1.2025 Bernhard Scholten, ehemaliger Vorsitzender der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Speyer, kritisiert die Zwischenevaluation als mangelhaft.  Bischofskonferenz und die UBSKM wollten souverän wirken und weiterhin „Schaden von der Kirche“ abwenden.  Es bleibe „zu hoffen, dass Bischofskonferenz und UBSKM endlich das Erfahrungswissen der Kommissionsmitglieder einschließlich der Betroffenen ernst nehmen und dies durch Taten zeigen und nicht nur in wohlklingenden Pressemeldungen behaupten.“ Quelle: Herderkorrespondenz


31.12.2024 Jahresbericht GottesSuche 2024