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Aus der Presse

2023

Diese Zusammenstellung erfolgt ausschließlich zu folgenden Zwecken: Wir sind der Forschung, der Prävention solcher Taten und der Orientierung Betroffener verpflichtet. Letzteren soll erleichtert werden, ihre Erfolgschancen einzuschätzen, sollten sie sich selbst betreffende Vorgänge öffentlich machen. Wir sind keine Journalisten und leisten keine eigene Recherchearbeit. Wir müssen uns darauf verlassen, dass seriöse Presseorgane die Richtigkeit ihrer Meldungen sorgfältig geprüft haben. Sollte sich jemand durch die zitierten Meldungen zu Unrecht verletzt fühlen, bedauern wir dies. Sie können uns dann gerne ihre genaue Anspruchsgrundlage mit der Unrichtigkeit der zitierten Tatsachenbehauptung nachweisen. Dann werden wir den angeführten Link löschen.

29.12.2023 Dorothee Wüst, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, fordert Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie auf, sich zu melden. Quelle: evangelisch.de


16.12.2023 Die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, erhofft sich von der Studie über Missbrauch in der evangelischen Kirche Erkenntnisse über strukturelle Mängel der Institution, schließt aber auch personelle Konsequenzen nicht aus. Sie berichtet von 858 Fällen sexueller Gewalt in den Landeskirchen. Von der Studie erwartet sie, dass „erstmals systematisch und unabhängig das Hellfeld“ zusammengeführt werde. Quelle: evangelisch.de


14.12.2023 Christian Wölfel und Barbara Schneider berichten von einer Tagung der Evangelischen Akademie (Pfr. Udo Hahn und Dr. Jadja Bürgle) und der Katholischen Stiftungshochschule Campus München (Prof. Dr. Annette Ebere und Prof. Dr. Susanne Nothhafft).  Zeitgleich wurde in Berlin die gemeinsame Erklärung der EKD und der UBSKM zur unabhängigen Aufarbeitung sexueller Gewaltbr   tagesschau


14.12.2023 Bei der zentralen Meldestelle der rheinischen Kirche sind seit Mitte 2021  87 Meldungen eingegangen, sagte Vizepräses Christoph Pistorius. Auch bei der Meldung von Altfällen habe es eine „ordentliche Welle“ gegeben. Punktuell kämen auch neue Meldungen von aktuellen Vorkommnissen hinzu. Nicht jede Meldung sei aber „gleich schon ein Fall“, sagte Pistorius.“ Quelle: rp-online


13.12.2023 Evangelische Kirche und Diakonie haben eine Erklärung zur unabhängigen Aufarbeitung sexueller Gewalt mit der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, unterzeichnet. Darin werden Kriterien und Standards einer unabhängigen Aufarbeitung verabredet. Anders als in der Erklärung, die mit der katholischen Kirche verabredet wurde, ist auch die Diakonie einbezogen. Die Aufarbeitungskommissionen werden nicht auf der Ebene der Landeskirchen, sondern in neun Verbünden eingerichtet. Zum Austausch und zur Vernetzung Betroffener soll es ein jährliches Forum für Betroffene geben. Die Vorsitzenden der Kommissionen erhalten im Kirchenamt der EKD eine Geschäftsstelle. Quellen: evangelisch.de    katholisch.de   Auslegungshilfe


6.12.2023 Die „Auf!-Studie“ der württembergischen Landeskirche wird vorgestellt. Sie untersucht im Wesentlichen die Verbrechen des pietistisch sozialisierten Alfred Zechnall. Zechnall habe die verschiedenen Berührungspunkte mit jungen Männern für sexuelle Übergriffe genutzt. 21 Personen berichteten im Verlauf der Studie von Übergriffen, bei 18 weiteren seien Übergriffe als gesichert anzunehmen. Quellen: elk-wue   Die Auf!-Studie


5.12.2023 Mit großer Zustimmung (eine Gegenstimme, zwei Enthaltungen) erklärt die Synode der EKD: „Für die Evangelische Kirche in Deutschland gilt unverrückbar: Christlicher Glaube und Antisemitismus sind unvereinbar.“ Quelle: evangelisch.de


28.11.2023 Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat bisher 481 250 Euro an 15 Opfer sexueller Gewalt ausgezahlt.  Die unabhängige Anerkennungskommission traf in den vier Jahren ihres Bestehens 21 Betroffene. Die Anzahl der Täter wird nicht genannt, aber von zwei Tätern wird berichtet, dass sie ihre Taten eingestanden haben und sich entschuldigt haben. Quelle: wnoz


26.11.2023 In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe gab es seit 1949 zwei Missbrauchsfälle. In einem Fall, der im Sommer 2023 bekannt wurde, habe sich ein früherer Diakon der Landeskirche bei einer Freizeit in Dänemark grenzverletzend verhalten. Aus den Akten ergab sich, dass sich in den 1950er-Jahren ein Pastor übergriffig gegenüber mindestens fünf Konfirmandinnen verhalten habe. Quelle: evangelisch.de


23.11.2023 Die reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden informiert, dass in einer Studie sämtliche Personalakten von Pfarrer*innen, die zwischen 1946 und 2020 bei der Kirche beschäftigt waren, durchgesehen wurden. Demnach gab es in den Akten Hinweise auf zehn beschuldigte oder verdächtigte Personen und 13 Betroffene. Die Kirchenpräsidentin geht davon aus, dass nicht alle Fälle aktenkundig seien und daher nicht alle Fälle sexualisierter Gewalt erfasst wurden. Quelle: evangelisch.de


20.11.2023 Der Historiker Thomas Großbölting mahnt im Umgang mit Vertuschungsvorwürfen einen „reflektierten Umgang“ an. Er beobachtet zwei Seiten: Einerseits ein Abwehren und Verleugnen, andererseits die Forderung nach raschen und tiefgreifenden Konsequenzen. Ihm fehlt auf beiden Seiten ein Moment des Innehaltens. Mit Blick auf Missbrauchsskandale allgemein beklagte Großbölting mangelnde Bereitschaft zur Aufarbeitung, insbesondere in den Kirchen.  Auf Seiten der katholischen Kirche erlebe er auch in der eigenen Arbeit „nach wie vor einen starken, von mir  unterschätzten Anteil reaktionärer Kräfte, die allen Aufarbeitungsbestrebungen ablehnend und mit Blockade begegnen“. Kurschus wies erneut den Vorwurf der Vertuschung zurück. Sie habe lediglich die Homosexualität des Beschuldigten und die eheliche Untreue wahrgenommen. Quellen: evangelische-zeitung  zdf    s. die Position einer Schweizer Ordensfrau


20.11.2023 Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Ihr wird vorgeworfen, in einem Missbrauchsfall nicht angemessen gehandelt zu haben. Die Aufgaben übernimmt die stellvertretende Ratsvorsitzende, Bischöfin Fehrs, Hamburg. Quelle: katholisch.de   evangelisch.de


19.11.2023 Im Hildesheimer Kreishaus fand eine Gedenkveranstaltung statt, bei der Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche an ihr Leid erinnerten. Eingeladen hatten der Betroffenenrat Nord und das Bistum Hildesheim. Quelle: domradio  


19.11.2023 Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sieht die evangelische Kirche erst am Anfang der Aufklärung und Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der EKD. Sie sagt, die Kirche müsse über die Maßstäbe des Strafrechts hinausgehen. Quelle: deutschlandfunkkultur


19.11.2023 Laut der Landeskirche Sachsen wurden bislang 54 Betroffene von sexuellem Missbrauch und 25 beschuldigte Personen erfasst. Quelle:  domradio


17.11.2023 Die Sprecher*innen der Betroffenen im EKD-Beteiligungsforum nehmen in einer eigenen Erklärung zu den Entwicklungen rund um die EKD-Ratsvorsitzende Kurschus Stellung. Grundsätzlich gelte es, Betroffenen Glauben zu schenken. Die Sprecher*innen formulieren: „Wir sind in höchstem Maße besorgt, dass die Darstellung der Ratsvorsitzenden der EKD in einer entscheidenden Frage von den anderen Personen abweicht. Die aktuelle Berichterstattung stellt die Glaubwürdigkeit von Frau Kurschus in Frage. Dies darf nicht zu einer Beschädigung all unserer Anstrengungen, Projekte und Maßnahmen im Beteiligungsforum der EKD führen. Es braucht eine klare, lückenlose und unabhängige Aufklärung in diesem Fall.“ Quelle: eulemagazin   www1.wdr


16.11.2023 Benjamin Lassiwe schildert den Fall Kurschus. Die „Siegener Zeitung“ berichtet von einem Gespräch, das vor Jahren im Garten der damaligen Pfarrerin Kurschus stattgefunden habe. Zwei der damaligen Teilnehmer des Gesprächs gaben eidesstattliche Erklärungen ab. Außerdem wird von einem Brief berichtet, der Bezug auf das Gespräch „bei Annette“ nehme. Quelle: rp-online


16.11.2023 Einheitliche Anerkennungsverfahren, regionale Aufarbeitungskommissionen und die Vernetzungsplattform BeNe: Mitglieder des Beteiligungsforums Sexualisierter Gewalt berichten während der Synodaltagung in Ulm über Fortschritte und Neuerungen ihrer Arbeit. U.a. weisen sie auf die Vernetzungsplattform BeNe hin, die im Frühjahr 2024 starten wird. Quelle: zeitzeichen2.11.2023 Die EKD-Synode in Ulm wurde mit einem Gottesdienst eröffnet. Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich ermutigt dazu, authentisch vom Glauben zu reden. Quellen: ekd   Präsidiumsbericht


14.11.2023 Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, weist erneut Vorwürfe zurück, dass sie schon vor einer anonymen Anzeige Kenntnisse im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein (Evangelische Kirche von Westfalen) hatte. Zwar sei die sexuelle Orientierung des Beschuldigten im Gespräch gewesen, aber „zu keiner Zeit der Tatbestand sexualisierter Gewalt. Die Siegener Zeitung hatte berichtet, ihr liege die Aussage eines Mannes vor, der bereits Ende der 90er Jahre kirchliche Amtsträger – unter ihnen Frau Kurschus – über die Vorwürfe gegen den Kirchenmitarbeiter informiert haben will. Quelle: evangelisch.de


12.11.2023 Die EKD-Synode in Ulm wurde mit einem Gottesdienst eröffnet. Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich ermutigt dazu, authentisch vom Glauben zu reden. Quellen: ekd   Präsidiumsbericht


12.11.2023 Annette Kurschus nimmt vor der Synode in Ulm Stellung zu Antisemitismus, Migration, Klimawandel und der Kraft des Gottvertrauens. Quelle: ekd


11.11.2023 Derzeit tagt die EKD-Synode. Auf der Tagesordnung steht auch der Umgang mit sexueller Gewalt in der EKD. Die Anerkennungsleistungen für Betroffene sollen deutschlandweit harmonisiert werden. Ein Sockelbeitrag im niedrigen vierstelligen Bereich soll an alle Antragstellenden nach einer Plausibilitätsprüfung gezahlt werden. Dabei soll auch das Bekenntnis des institutionellen Versagens ausgesprochen werden. Hinzu sollen Leistungen nach individueller Zumessung kommen. Betroffene sollen das „Recht auf ein Gespräch“ erhalten. Die Höhe der Leistungen soll wich an der Rechtsprechung bei Schadenersatzklagen vor staatlichen Gerichten orientieren. Eine neue Vereinbarung mit der Unabhängigen Beauftragten des sexuellen Kindesmissbrauchs soll noch 2023 unterzeichnet werden. Die im Januar 2024 vorzustellende Studie ForuM wird auch bislang unveröffentlichte Missbrauchsfälle enthalten. Insgesamt sei das Missbrauchsgeschehen nicht wesentlich geringer als in der römisch-katholischen Kirche. Quelle: eulemagazin.de


11.11.2023 Die Staatsanwaltschaft Siegen ermittelt wegen des Vorwurfs sexualisierter Gewalt gegen einen ehemaligen Beschäftigten des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein. Die „Siegener Zeitung“ berichtet nach Gesprächen mit mehreren mutmaßlichen Opfern von mindestens acht Männern, die dem Beschuldigten Missbrauch vorwerfen. Die Ermittlungsbehörden wurden Anfang dieses Jahres eingeschaltet. Die evangelische Kirche von Westfalen bietet den mutmaßlich Betroffenen seelsorgliche Begleitung, rechtliche und psychologische Unterstützung an. Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der EKD, war von 2005 bis 2012 Superintendentin des Kirchenkreises Siegen. Sie reagierte entsetzt. Quelle: evangelisch.de


9.11.2023 Detlev Zander, Sprecher des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland äußert sich zufrieden über die Arbeit. Er sagt, das Beteiligungsforum sei an Entscheidungen beteiligt und EKD und Diakonie hätten aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Quelle: evangelisch.de


8.11.2023 Die Bremische Kirche unterstützt das Projekt „Orange Days“, das auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen will. Unter dem Motto #keinPlatzFürGewalt finden viele Veranstaltungen statt. Nancy Janz hat die Veranstaltungsreihe organisiert, die unter anderem eine Autorenlesung des Buches „Entstellter Himmel – Berichte über sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche“ vorsieht. Die Reihe endet am Internationalen Tag der Menschenrechte am 10.12. mit einem Gottesdienst in der St. Michaelis-Kirche. Quelle: evangelisch.de


30.10.2023 Der scheidende Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Bedford-Strohm, hat persönliche Versäumnisse in der Missbrauchsaufarbeitung innerhalb der evangelischen Kirche eingeräumt.  Er hätte sich gewünscht, dass die evangelische Kirche zum Vorreiter im Umgang mit diesem Thema werden würde. Das habe er nicht erreicht. Die Kirche sei aber nicht untätig geblieben. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland verwies auf die Präventionsbotschafter, die bereits Anfang der 2000er Jahre in der evangelischen Jugend ihre Arbeit aufgenommen hätten. Für eine Missbrauchsstudie, wie sie die katholische Kirche 2018 veröffentlich hatte, mahnte Bedford-Strohm Gründlichkeit vor Schnelligkeit an. Man habe sich große Mühe gegeben, diese unabhängige Studie so gut vorzubereiten, dass sie auch belastbare Ergebnisse bringe. Quelle: DLF


4.10.2023 Der Gründungs-Prior der Christusträger Bruderschaft  Otto Friedrich (verstorben 2018) hat zwischen 1963 und 1995 mindestens acht Mitbrüder missbraucht, eines der Opfer war zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig. Oft seien die Taten mit geistlichen Handlungen wie Abendmahlsfeiern oder Beichten zeitlich verknüpft gewesen. Die heutige Leitung der Bruderschaft nimmt Stellung zum Bericht zu Missbrauch in der Christusträger Bruderschaft e.V., Triefenstein am Main. Quelle: Sonntagsblatt


4.10.2023 Am 25. Januar 2024 wird die 2020 in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie für den Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlicht. Ziel der Studie ist eine Gesamtanalyse evangelischer Strukturen und systemischer Bedingungen, die sexualisierte Gewalt begünstigen und die Aufarbeitung erschweren. Die Studie besteht aus sechs Teilprojekten und soll konkrete Fallzahlen benennen. Der unabhängige Forschungsverbund ForuM  besteht aus der Forschungsstelle für Zeitgeschichte der Hochschule Hannover, der Bergischen Universität Wuppertal, der Freien Universität Berlin, dem Institut für Praxisforschung und Projektberatung München, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und der Universität Heidelberg. Radio Vatikan vergleicht die ForuM-Studie mit der MHG-Studie und stellt – fälschlicherweise – fest, dass die Forscher*innen der MHG-Studie Zugriff auf die Personalakten hatten. In der ForuM-Studie hätten die Forscher nur in sehr begrenztem Umfang Zugriff auf Personalakten von Pfarrern und Ehrenamtlichen. Aus Datenschutzgründen würden keine Namen von Betroffenen, Beschuldigten und Verantwortlichen genannt. Quellen: evangelisch.de  vaticannews


2.10.2023 Bis Ende 2022 haben die evangelischen Landeskirchen insgesamt 858 Anträge auf Anerkennungsleistungen gemeldet. Nicht eingeschlossen sind Fälle von Personen, die keinen Antrag gestellt haben. In den Anträgen wird von insgesamt 904 Tätern und 190 Täterinnen berichtet. Quelle: stern


2.10.2023 Der katholische Kirchenrechtler Thomas Schüller beklagt, dass die evangelische Kirche bei der Missbrauchsaufarbeitung weit hinter der
katholischen Kirche her hinkt. Die Summen, die die evangelische Kirche zahlt, seien „meist beschämend und von Engherzigkeit geprägt“. Eine wirklich unabhängige Anlaufstation für Betroffene gebe es nicht. Ein EKD-Sprecher wies die Kritik zurück. Quellen: stern   orf


12.9.2023 Im Mai 2021 hat der interne Beraterstab der Nordkirche Ronald R. verboten, auf Jugendfreizeiten zu fahren. Er bleibt jedoch Mitarbeiter der Kirchengemeinde Ahlbeck. Ihm wird eine Grenzverletzung vorgeworfen. Die Bewertung des Verhaltens von Ronald R. ist umstritten. Inzwischen ermittelt die Polizei. Auch der Gemeindepädagoge Cord B. ist an der Herstellung von verstörenden Bildern jugendlicher Teilnehmer*innen der Freizeit und ihrer Verbreitung beteiligt. Für ihn gibt es keine Konsequenzen. Quelle: ndr


9.8.2023 Der Landesjugendring (LJR) Mecklenburg-Vorpommern fordert Aufklärung rund um eine Konfirmandenfahrt pommerscher evangelischer Kirchengemeinden im Jahr 2020 nach Zinnowitz auf Usedom. Das Magazin „Katapult“ berichtet von Fotos und Videoaufnahmen vor allem von Mädchen, die an einem Ferienlager teilnahmen. Manche Aufnahmen seien harmlos, bei anderen merke „man dem Fotografen seine sexualisierte Motivation an“, heißt es in dem Artikel. Dieter Schulz, Pressesprecher der evangelischen Nordkirche, berichtet, dass ihm die Datensätze seit dem 26.11.2020 bekannt sind. Die Nordkirche will aufklären. Quelle: evangelisch.de


4.8.2023 Die Evangelisch-reformierte Kirche bittet Personen, die in einer reformierten Gemeinde sexualisierte Gewalt erlebt haben, sich zu melden. Vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass sich eine Frau bei der Vertrauensstelle der Kirche gemeldet und von einem mutmaßlichen Missbrauchsfall durch einen reformierten Pastor bei einer kirchlichen Freizeit in den 1980er Jahren berichtet hatte. Die Ansprechperson, die Psychologin Manuela Feldmann ist unter 0491/9198-199 oder per E-Mail an manuela.feldmann@reformiert.de erreichbar. Quelle: evangelisch.de


3.8.2023 Heiner Keupp, Mitglied der Aufarbeitungskommission, weist darauf hin, dass aktuell Wissenschaftlerinnen im Rahmen eines Forschungsverbundes an einer umfangreichen Studie zu sexuellem Kindesmissbrauch im Bereich der evangelischen Kirche und Diakonie (ForuM-Studie) arbeiten. Diese Studie werde voraussichtlich Ende 2023 veröffentlicht. Zuletzt hatten Erziehungswissenschaftlerinnen der Humboldt-Uni Berlin ein Konzept für geplante Studien in der Evangelischen Kirche vorgelegt. Dabei untersuchten sie die Vorstellungen über Sexualität und Erziehung, die ggf. sexualisierte Gewalt im Raum der evangelischen Kirche beeinflussten. Sie erinnerten an den Sexualtherapeuten Helmut Kentler (1928-2008), der sich für die Legalisierung pädosexueller Handlungen eingesetzt hatte und auch an evangelischen Einrichtungen tätig war. Im Auftrag des Landes Berlin vermittelte Kentler von Ende der 1960er Jahre bis zum Anfang der 2000er Jahre als „Experiment“ Pflegekinder an pädophile Männer. Die Autoren  verweisen auch auf die Verbindungen evangelischer Einrichtungen mit der Odenwaldschule. Quelle: katholisch.de


2.8.2023 Evelyn Finger kommentiert das Verhalten der evangelischen Kirche in ihrem Umgang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Kontext der evangelischen Kirche und schaut auf die prä-pädophilen Positionen der Kirche. Quelle: zeit


31.7.2023 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, kritisiert die evangelische Kirche, weil Missbrauchsbetroffene das Versagen der Institution nachweisen müssen, wenn sie Anerkennungszahlungen beantragen. Das Vorgehen der katholischen Kirche hingegen lobt sie, weil der Nachweis der Taten niederschwellig ist. Allerdings spricht die Missbrauchsbeauftragte auch im Blick auf die katholische Kirche von institutionellem Versagen. So könne der Betroffenenbeirat in Köln nicht funktionsfähig arbeiten. Quelle: Dlf


24.7.2023 Ein ehemaliger Pastor der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer soll eine Frau sexuell missbraucht haben. Der „Fall“ ist verjährt, erklärte die zuständige Staatsanwaltschaft. Die Kirche habe ein kirchliches Disziplinarverfahren eingeleitet. Quelle: oz-online

 

7.6.2023 Auf dem Evangelischen Kirchentag in Nürnberg sind über 2.000 Veranstaltungen geplant. Vier davon beschäftigen sich mit dem Thema Missbrauch in kirchlichem Kontext: eine Diskussionsrunde, ein Gottesdienst und zwei Selbsthilfe-Treffs für Betroffene. Eine Betroffene – Dörte Münch – meldete sich 27 Jahre später bei der Kirche. An der Basis habe sie noch gute Erfahrungen gemacht, je höher in der Hierarchie sie vermitteln wollte, dass ist Unrecht geschehen ist, desto eher wurde sie ignoriert. Kein Verantwortungsträger habe ihr ein Gespräch angeboten. Bislang hat die Evangelische Kirche nicht über die Anzahl der Täter informiert. Opfer werden nur gezählt, wenn sie Anerkennungsleistungen beantragen. Quelle: www1.wdr


6.6.2023 Von 1956 bis 1986 soll der Jugendwart Kurt Ströer  der Moritzburger Gemeinschaft Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben. Nach seinem Tod 2013 noch wurden in einem Nachruf der Gemeinschaft der Diakone und Diakoninnen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens seine Verbrechen nicht erwähnt, obwohl einzelne Straftaten bereits bekannt waren.  Betroffene gründeten Ende März eine „Initiativgruppe Missbrauchsaufarbeitung und -prävention“. Sie beklagen, dass sie bisher kaum in den Aufarbeitungsprozess eingebunden wurden. Quelle: evangelisch.de


2.6.2023 Bischöfin Beate Hofmann, Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck, spricht im Interview über Schwierigkeiten und Herausforderungen im Umgang mit sexualisierter Gewalt. 2022 war von mindestens 40 Fällen die Rede. Durch eine Untersuchung von 4.000 Personalakten wurden 34 Täter und zehn Fälle mit Erwachsenen identifiziert. Die Landeskirche hat Anhaltspunkte für 180 bis 200 Betroffene seit 1945>. Die Opferzahlen haben sich also nahezu verfünffacht. Quelle: hna


30.4.2023 Eine stärkere Beachtung des Leides der Betroffenen fordert Thomas Zippert, Koordinator zum Thema sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Alles andere wäre Verrat am Auftrag der Kirche, sagt er. Quelle: Domradio


20.4.2023 Die evangelische Landeskirche Bayern weiß von derzeit 211 Fällen sexueller Gewalt und weiteren 30 Fälle sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. In diesen Zahlen sind alle Grenzverletzungen mit sexuellem Hintergrund erfasst, die sich gegen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene richteten. Bislang hat die bayerische Landeskirche knapp 1,4 Millionen Euro an die Opfer ausgezahlt und 45 000 Euro Therapiekosten übernommen. Quelle: Süddeutsche


12.4.2023 : In 166 Fällen hat die Anerkennungskommission der Landeskirche Baden-Württemberg Betroffenen von sexualisierter Gewalt sogenannte Anerkennungsleistungen, ergänzende Hilfeleistungen und Therapiekosten in Höhe von ca. 3 Mio Euro zugesprochen, 3 Fälle warten derzeit noch auf Anerkennung, 3 Anträge sind abgelehnt worden und 16 Anträge sind zuständigkeitshalber weiter verwiesen worden. Quelle:  elk-wue


4.4.2023 In der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck hat „Markus“ (Pseudonym) den sexuellen Missbrauch durch einen früheren Fuldataler Pfarrer bei der Kirche angezeigt, die ihn vor Kurzem öffentlich machte. „Markus“ beschreibt das Vorgehen des Pfarrers und nennt es „eine Art Gehirnwäsche“. Auch die Folgen für sein Leben erzählt er. Viele seiner Freunde, die er nach seiner Aussage anrief, sagten: „Endlich! Endlich macht’s einer.“ Quelle: hna


30.3.2023 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal und der Fachhochschule Potsdam haben die Vorgänge im Martinstift in Moers, einem evangelischen Schülerheim der Evangelischen Kirche im Rheinland, unter Beteiligung Betroffener untersucht. In den 1950er Jahren lebten etwa 70 Jungen zwischen zehn und 20 Jahren dort. Der damalige Leiter Johannes Keubler war Pharmazeut und Gymnasiallehrer. Er schlug die Schüler, setzte sie psychisch unter Druck und missbrauchte sie sexuell. Im Mai 1956 wurde er zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Um die Opfer hat sich niemand gekümmert. Die Studie fragt auch nach der Verantwortung der damaligen Institutionen und dem Umgang der Evangelischen Kirche heute mit dem Thema. Quellen:  presse.ekir   Tagesschau


28.3.2023 Bei der Landessynode der Landeskirche Bayern saßen erstmals Betroffene auf dem Podium, die beiden Mitglieder des Beteiligungsforums Karin Krapp und Detlef Zander. Krapp fragte: „Welche Rolle spielt das Thema sexualisierte Gewalt bei der Wahl einer Bischöfin?“ In der Landeskirche Bayern sind 211 Fälle von sexualisierten Übergriffen und Gewalt gegen Kinder und Erwachsene bekannt, hinzu kommen 30 Fälle sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Die Fälle reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Die Landeskirche hat an 62 Personen Leistungen von insgesamt 1.4 Millionen Euro gezahlt, pro Person zwischen 5000 und 50.000 Euro. Quelle: Süddeutsche


27.3.2023 Die EKD hat ein Forscherteam der Humboldt-Universität Berlin beauftragt, den Zusammenhang zwischen sexualpädagogischen Vorstellungen und sexualisierter Gewalt seit 1945 untersuchen. Die Zusammenhänge zwischen verschiedenen pädagogischen Auffassungen und Missbrauch sollen beleuchtet werden. Bis Ende Juli soll eine Vorstudie abgeschlossen sein. Finanziert wird die Vorstudie von der EKD und den Landeskirchen in Bayern, in Hannover, in Hessen und Nassau sowie im Rheinland. Quelle: evangelisch.de


27.3.2023 Mehrere Opfer sexuellen Missbrauchs in der Landeskirche Sachsen verlangen Offenheit der Landeskirche und die Einbeziehung ihrer Erfahrungen in die Aufarbeitung. Sie verlangen ein Schuldbekenntnis der Institution. Betroffene können sich inzwischen austauschen. Ein ehemaliger Diakon berichtet, dass er vor etwa zehn Jahren den Missbrauch durch den Diakon Ströer, der mindestens 33 Opfer hatte, beim Landeskirchenamt angezeigt habe. Die Landeskirche veröffentlichte den Fall von Ströer erst 2021. Sie beabsichtigt, nach der Veröffentlichung der Studie ForuM auch Betroffene in die Aufarbeitung einzubeziehen. Quellen: ntv   Zeit


27.3.2023 Der frühere Polizeikommissar Hans-Jürgen Wallat hat bei seiner Untersuchung der Personal- und Disziplinarakten in der Evangelischen Kirche der Pfalz vier Missbrauchsfälle gefunden, die der Landeskirche bislang nicht bekannt waren. Insgesamt sind der Unabhängigen Aufarbeitungskommission bisher neun Missbrauchsfälle bekannt. Von 1947 bis 2022 gab es 43 Verdachtsfälle unterschiedlicher Schwere, die sich nicht alle bestätigten. Wie viele der Fälle sich bestätigten, ist unbekannt. Quelle: Domradio


25.3.2023 In Ihringshausen, Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, hat ein ehemaliger Gemeindepfarrer Kinder und Jugendliche missbraucht. Er war dort bis Mitte der 1980er Jahre eingesetzt. Bislang sind fünf Betroffene bekannt. Die Landeskirche geht von weiteren Betroffenen aus. Der Gemeindepfarrer wurde von einem kirchlichen Disziplinargericht verurteilt. Er verliert seine Versorgungsansprüche und seine Ordinationsrechte. Die Landeskirche will weitere Stationen des früheren Pfarrers kritisch beleuchten. Die Landeskirche will einen „von unabhängigen Experten“ begleiteten Aufarbeitungsprozess starten. Seit den 1950er-Jahren wurden in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck annähernd 40 Fälle bekannt. Quelle: hna


24.3.2023 In der Landeskirche Bayern gibt es Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit von Betroffenen sexualisierter Gewalt und der Fachstelle. Quelle: DLF


16.3.2023 Wissenschaftler*innen der Wuppertaler Uni haben einen Missbrauchsskandal im evangelischen Martinsheim in Moers, Landeskirche im Rheinland, untersucht. Dort hatte es in den 50er Jahren massive körperliche und sexuelle Gewalt gegen „zahlreiche Schüler“ gegeben. Der Leiter, der studierte Pharmazeut und Gymnasiallehrer Johannes Keubler, war 1956 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Den Opfern wurde damals aber kaum geholfen. Die Untersuchungsergebnisse werden am 30.3.2023 vorgestellt. Quellen: radiowuppertal   www2.ekir


18.2.2023 Ein Mann aus dem Kreisteil Hofgeismar, Landeskirche Kurhessen-Waldeck, erzählt seine Geschichte von Missbrauch durch einen Jugenddiakon in den 60er-Jahren. Der Landeskirchliche Koordinator zum Thema sexualisierte Gewalt, Pfarrer Dr. Thomas Zippert, beschreibt den langwierigen Lernprozess der Kirche. Quelle: hna


2.2.2023 Im Evangelischen Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen berichtete ein Betroffener von sexueller Gewalt durch einen kirchlichen Mitarbeiter in den Jahren zwischen 1989 und 1993. Der Beschuldigte ist verstorben. Quelle: hna


22.1.2023 Der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, will Missbrauchsbetroffenen mehr Gehör verschaffen. Bisher seien 30 Missbrauchsfälle seit 1945 im Bereich der heutigen EKM bekannt geworden. Quelle: stern


21.1.2023 Im Kirchenkreis Bielefeld, Evangelischen Kirche von Westfalen, wurde ein früherer hauptamtlicher Jugendmitarbeiter des sexuellen Missbrauchs angezeigt. Nun hat der Evangelische Kirchenkreis Bielefeld Fehler eingeräumt. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2006 und 2012 ereignet haben. Im August 2021 erstattete Superintendent Christian Bald Strafanzeige. Nun taucht in der Gemeinde, der Jugendarbeit und der Kirchenkreisleitung die Frage auf, ob  „innerhalb unserer Strukturen möglicherweise nicht genau genug hingeschaut“ worden sei. So sei ein Projekt des Jugendmitarbeiters genehmigt worden, bei dem Kindern und Jugendlichen Nacktheit und Körperlichkeit näher gebracht werden sollte. Zunächst sollte nur eine Sauna gebaut werden. Später gab es dort gemeinsames Duschen, gegenseitige Massagen und Berührungen im Intimbereich gegeben. Der Jugendmitarbeiter wurde gefeiert und seine Projekte wurden hingenommen. Quelle: idea


17.1.2023 Der Präses der evangelischen Landeskirche Rheinland, Thorsten Latzel, wünscht sich mehr Fortschritt bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Evangelischen Kirche. Quelle: Neues Ruhrwort