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Presse

2024

 

 

21.2.2024 Sexueller Missbrauch wird auf der Tagung der Landessynode der Nordkirche Thema sein. Quelle: sat1regional


20.2.2024 Das Beteiligungsforum hat einen Zeitplan für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Verhinderung sexueller Gewalt in EKD und Diakonie vorgelegt. Im November wird der Zeitplan in der Synode abgestimmt. Bereits in Umsetzung befinden sich Reformen der Disziplinarverfahren und der Anerkennungsverfahren. Die Vernetzungsplattform NeNe wird bald online gehen. Quelle: evangelisch.de


18.2.2024 Die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Bereich der Diakonie hat nach Ansicht der bayerischen Diakonie-Präsidentin Sabine Weingärtner zu viele Jahre nicht die erforderliche Aufmerksamkeit erhalten. Quelle: evangelisch.de


 

17.2.2024 Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD, lehnt eine Sondertagung der Synode zur Diskussion über die Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirche und der Diakonie ab. Zuvor müsse das Beteiligungsforum nötige Maßnahmen aus der Studie und deren Empfehlungen vorlegen. Quelle: katholisch.de


16.2.2024 Bischof Zoltán Balog, Chef der protestantischen Reformierten Kirche Ungarns, ist zurückgetreten. Ihm wurde vorgeworfen, die inzwischen auch zurückgetretene Staatspräsidentin Katalin Novák unterstützt zu haben, als sie einen Mann begnadigte, der wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilt worden war. Quelle: Spiegel


15.2.2024 Der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind eigenen Angaben zufolge 65 Opfer bekannt, die als Kinder oder Jugendliche von Pfarrern oder anderen Mitarbeitenden der Kirche sexualisierte Gewalt erfahren haben. 45 Personen seien als Beschuldigte identifiziert worden. Seit Veröffentlichung der Forum-Studie Ende Januar seien noch „einige wenige“ Verdachtsfälle gemeldet worden, die nun geprüft würden, sagt Petra Knötzele, Leiterin der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt in der EKHN. Matthias Schwarz, Mitglied im Beteiligungsforum, fordert auch die Gemeinden auf, von Missbrauch zu sprechen. Quelle: FR


15.2.2024 Der Salzburger Dogmatik-Professor Hans-Joachim Sander bringt es auf den Punkt: „Die kirchliche Schuld, die nicht elementar bearbeitet wird, ist eine Gesamtblockade der kirchlich ausgerichteten christlichen Botschaft.“ Quelle: Bistum Essen


15.2.2024 Im Jahr 2023 sind im Kanton Zürich 13.900 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Allein fast 9.000 nach dem 12. September, dem Tag der Veröffentlichung des Schweizer Missbrauchs-Gutachtens. Quelle: ref.ch


14.2.2024 Der Wiener evangelische Theologe Ulrich Körtner beobachtet, dass aus Luthers befreiender Botschaft ein höchst fragwürdiger „Automatismus von Schuld und Vergebung, der den Opfern sexueller Gewalt eine Vergebungsbereitschaft abverlangt, die man als Perversion der Rechtfertigungslehre bezeichnen“ müsse. Er bezeichnet das als ein „massives theologisches Defizit“, das in der evangelischen Kirche ebenso wie in der universitären Theologie dringend bearbeitet werden müsse. Quelle: kathpress.at


14.2.2024 Die Konsistorialpräsidentin der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Viola Vogel, spricht sich für eine Verschärfung des kirchlichen Disziplinarrechts bei sexuellem Missbrauch aus. Derzeit verjähren Delikte, die dem Disziplinarrecht unterliegen, in der Regel innrhalb von vier Jahren. In der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wurden im Rahmen der ForuM-Studie 116 Fälle betroffener Minderjähriger benannt und 41 Beschuldigte ermittelt. Quelle: evangelisch.de


12.2.2024 Birgit Mattausch, evangelische Pfarrerin und Autorin, gehört zu denen, die von ForuM-Studie nicht überrascht sind. Quelle: evangelisch.de  Kommentar: Da geht jemand mit offenen Augen durch die Welt. Danke!


12.2.2024 Alle ehren- und hauptamtlichen Mitglieder der Kirchengemeinde St. Marien in Osnabrück, Landeskirche Hannover, haben ein Schreiben unterzeichnet, in dem sie die Landeskirche und den Rat der EKD bitten, „unverzüglich einen überprüfbaren Aktionsplan zur rückhaltlosen und vollständigen Aufklärung“ von Missbrauchsfällen vorzulegen. Die Landeskirche hat ein Gespräch mit der Gemeinde zugesagt. Quelle: evangelisch.de


9.2.2024 Der Historiker Klaus Große Kracht hat zur Position der HuK zu Pädosexualität geforscht. Sein Fazit: „Die HuK hat Bleibendes für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft und in den Kirchen geleistet. Aber sie hat zu lang gebraucht, um sich von pädo­sexuellen Interessen- und Unterstützergruppen in aller Deutlichkeit abzugrenzen. Beides widerspricht sich und gehört doch zusammen.“ Quelle: Chrismon


9.2.2024 Die Kirchen sind nach Ansicht der Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel mit der Aufarbeitung ihres „institutionellen Versagens“ bei Missbrauchsfällen überfordert. Die Staatsregierung müsse nun eingreifen, weise aber „immer noch jede Verantwortung zur Aufarbeitung und Aufklärung“ von sich, sagte Triebel am Freitag in München. Der Staat habe eine „grundgesetzlich festgeschriebene Wächterfunktion“, das Recht auf Aufarbeitung müsse endlich „im Sinne der Betroffenen festgeschrieben werden“. Quelle: Sonntagsblatt


9.2.2024 Die Landeskirche Sachsen lädt am 9.3. zu einem Betroffenenforum nach Meißen ein. Dort will sie zusammen mit dem Diakonie-Landesverband zumUmgang mit sexualisierter Gewalt informieren, die Möglichkeit zur Vernetzung anbieten und die Arbeit der geplanten Aufarbeitungskommission vorstellen. Bisher sind in der sächsischen Landeskirche 41 Fälle sexualisierter Gewalt bekannt. Beschuldigt werden 28 Pfarrer und sonstige Mitarbeiter. Quelle: rp-online


8.2.2024 Landesbischof Meister, Hannover, spricht in einem Brief an die Kirchenvorstände und die Kandidierenden bei den Kirchenwahlen im März von 123 Beschuldigten, die zwischen 1945 und 2023 sexualisierte Gewalt ausgeübt haben sollen oder bei denen der begründete Verdacht besteht. Am 3.2.2024 war noch von 110 Beschuldigten die Rede. Quelle: landeskirche-hannovers


8.2.2024 Der Historiker Thomas Großbölting, der an der ForuM-Studie mitgearbeitet hat, bemerkt im GEspräch mit Christoph Fleischmann, Publik Forum, dass sexualisierte Gewalt in beiden Großkirchen ähnlich funktioniert – die Pastoralmacht sei unabhängig von theologischen Grundlegungen in beien Kirchen recht ähnlicht. Zum Streit zwischen den Landeskirchen und den Forschern meinte er, die Landeskirchen hätten die Aktensicherung wohl unterschätzt und es habe wohl auch am Willen gemangelt, sie „anzupacken“. Die nächste Aufgabe sei, über Verantwortlichkeiten zu sprechen. Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, betont, dass die Einrichtung unabhängiger regionaler Aufarbeitungskommission wichtig sei, damit Betroffene sich nicht an die Kirche wenden müssen. Quellen: evangelisch.de  katholisch.de


7.2.2024 Betroffene weisen nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie darauf hin, dass die wissenschaftliche Sprache oft unverständlich ist.  Manuela Nicklas-Beck und Franz Wagle, beide in der Betroffenenarbeit aktiv, berichten, dass Betroffene verwirrt sind, weil sie die Studie nicht verstehen und nicht verstehen, was sie für sie bedeutet. Das mache sie wütend und zugleich ratlos. Die evangelische Kirche hat nun die Absicht, diese Studie in leichte Sprache zu übersetzen. Quelle: NDR


7.2.2024 Die Nordkirche hat den Forschenden der ForuM-Studie 58 Missbrauchsfälle gmeldet. In 14 der 58 Fälle wurde Anzeige erstattet. Nun will die Nordkirche alle entsprechenden Akten an die schleswig-holsteinische Generalstaatsanwaltschaft geben. Quelle: evangelisch.de

 

7.2.2024 Der 39. Evangelische Kirchentag in Hannover vom 30.4.-4.5.2025 plant, sich mit einem Thementag verstärkt dem Thema „sexualisierte Gewalt in der Kirche zuzuwenden. Kritiker hatten beim letzten Kirchentag bemängelt, dass das Thema nur am Rande behandelt werde. Quelle: evangelisch.de


6.2.2024 EKD, Landeskirchen und Diakonie haben in einer gemeinsamen Erklärung geschrieben, die ForuM-Studie lege ein „jahrzehntelanges Versagen der evangelischen Kirche und der Diakonie auf allen Ebenen und in allen Landeskirchen offen“. Quelle: evangelisch.de


6.2.2024 In der ForuM-Studie seien für die Diakonie überwiegend Fälle bis 1979 aufgeführt, teilte eine Sprecherin der Diakonie Deutschland dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Laut dem Mannheimer forensischen Psychiater Harald Dreßing besteht für den Bereich der Diakonie „erheblicher Bedarf, noch weitere Analysen vorzunehmen“. Quelle: evangelisch.de


5.2.2024 Die Evangelische Kirche im Rheinland kündigte an, auch die in der Landeskirche zentral verwalteten Personalakten von Lehrkräften an evangelischen Schulen, von Kirchenbeamten und Beschäftigten im Landeskirchenamt vollständig überprüfen zu wollen. Eine Regionale Aufarbeitungskommission – gemeinsam mit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und der Landeskirche von Westfalen – soll Ende Februar 2024 ihre Arbeit aufnehmen. Eine Betroffenenvertretung, die noch zu bilden ist, soll auch Teilnehmer*innen entsenden. Eine weitere lokale Aufklärungsstudie ist für einen Fall in Köln geplant, eine Aufklärungsstudie für einen Fall in Duisburg ist im Gespräch. Quelle: nrz


5.2.2024 Der Psychiater Marc Graf sieht in der Kirche an sich einen Risikofaktor für Missbrauch. Quelle: katholisch.de


5.2.2024 Die Generalstaatsanwaltschaft in Schlewig-Holstein sieht Anlass zur Prüfung, ob Ermittlungen wegen Straftaten des sexuellen Missbrauchs aufzunehmen sind. Ein Sprecher der Nordkirche sagte, in den in der Studie aufgeführten Fallen bestehe kein Handlungsbedarf. Die Nordkirche hatte 58 Datenblätter zu Beschuldigten oder Tätern den Forschenden übermittelt. Alle Beschuldigten waren männlich, 33 von ihnen Pastoren. Größere Tatkomplexe waren Ahrensburg mit zwei Pastoren-Tätern und 24 Betroffenen sowie eine Kita in Hamburg, Schnelsen, mit einem Täter und 17 Betroffenen. Quelle: Zeit


5.2.2024 Der Bischof der Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, zeigte Verständnis für die Kritik des Forschungsverbundes der ForuM-Studie, die Landeskirchen hätten nur die Disziplinarakten, nicht jedoch die Personalakten einbezogen. Die Einbeziehung der Personalakten sei „in der Kürze der Zeit mit unserem Personal“ nicht möglich gewesen. Nun seien alle Landeskirche bereit, die Aktenbestände zu erfassen, die der Forschungsverbund zur Ermittlung von validen Gesamtzahlen angemahnt hatte. Quelle: evangelisch.de


4.2.2024 Nach der Studie über sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat der Europapolitiker Manfred Weber auf die staatliche Aufarbeitung in anderen Ländern hingewiesen. In Ländern, in denen staatliche Organisationen aufgeklärt haben, sei innerhalb kurzer Zeit viel Klarheit eingetreten. Quelle: katholisch.de


3.2.2024 Für den Bereich der Hannoverschen Landeskirche gibt die ForuM-Studie aktuell 122 bestätigte Missbrauchsfälle bzw. Verdachtsfälle an – verübt von 110 Beschuldigten, darunter 63 Pastoren (alle männlich). Quelle: kreiszeitung-wochenblatt


3.2.2024 Eine Missbrauchsstudie der evangelischen Kirche zeigt, wie Täter jahrzehntelang geschützt wurden. Das ganze Ausmaß sexueller Gewalt ist damit noch lange nicht erfasst. Von Simone Gaul, Raoul Löbbert, Carsten Polke-Majewski. Quelle: Zeit


3.2.2024 Die Sozialpsychologin Friederike Funke bemerkt zum Thema „Entschuldigung von Organisationen“, dass Missbrauchsopfer den Kulturwandel der Organisation auch bemerken muss und dass die Organisation wirklich verstanden haben muss, was falsch gelaufen ist. Mit einer aufrichtigen Entschuldigung müssen sich Strukturen ändern. Die Opfer müssen in den Wiedergutmachungsprozess einbezogen werden, auf Augenhöhe – wenn sie das wollen. Quelle: Sonntagsblatt


2.2.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak sagt, dass die ForuM-Studie zeige, dass Missbrauch „ein reines Männlichkeitsphänomen und insofern nicht allein ein kirchliches Problem, sondern ein Problem der gesamten Gesellschaft“ sei. Quelle: evangelisch.de


2.2.2024 Die Unabhängige Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus fordert von der evangelischen Kirche Transparenz und Verbindlichkeit bei den Anerkennungszahlungen für Missbrauchsopfer. Es brauche für alle 20 Landeskirchen verbindliche Regeln, sagte sie. Quelle: evangelisch.de


2.2.2024 Nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie will der Präsident der Diakonie, Rüdiger Schuch, Machtmissbrauch stoppen und weitere Fälle aufklären. Quelle: katholisch.de


1.2.2024 Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft VBG weist erneut darauf hin, dass Betroffene sexuellen Missbrauchs in den Kirchen die Möglichkeit haben, eine Rente zu beantragen. Dies gilt für Kinder und Jugendliche, die im Kirchenchor, als Messdiener*innen, Gruppenleiter oder Konfirmanden Missbrauch erlitten haben. Quelle: katholisch.de


31.1.2024 Ein ehemaliger Bruder der Christusträger-Bruderschaft berichtet. Quelle: BR


31.1.2024 Im Streit zwischen den Wissenschaftlern der ForuM-Studie und der EKD stellt die EKD klar, dass die Sichtung von kirchlichen Personalakten für die Missbrauchs-Studie in der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Diakonie vertraglich mit dem Forscher-Team vereinbart war. Vereinzelt hatten sich evangelische Landeskirchen nach der Veröffentlichung der Missbrauch-Studie über die Aussagen des Forscher-Teams beschwert, die Landeskirchen hätten nicht alle ursprünglich benötigten Daten zu Fallzahlen erhoben. Quelle: evangelisch.de


30.1.2024 NDR Info- Redezeit: Sexueller Missbrauch – wie kann die evangelische Kirche Vertrauen zurückgewinnen? Mit Nancy Janz, Rainer Kluck und Florian Breitmeier. Quelle: ndr


30.1.2024 Die Synodalpräsidentin der bayrischen Landeskirche, Annekathrin Preidel, sagt, nach der Veröffentlichung der ForuM-Studie brauche es eine theologische, eine ekklesiologische und eine kirchenpolitische Aufarbeitung der Daten. Quelle: evangelisch.de


30.1.2024 Der bayerische Landesbischof Christian Kopp berichtet, dass erst am 25.1.2024 bei der Präsentation der ForuM-Studie bekannt wurde, dass alle Landeskirchen auch alle Personalakten hätten sichten sollen. So hatten es die Forscher bei der Präsention der Studie dargestellt. Kopp weist darauf hin, dass die EKD als einzige Organisation eine echte Betroffenenpartizipation mit Entscheidungsgewalt – das Beteiligungsforum – hat. Quelle: evangelisch.de


30.1.2024 Prof. Reiner Anselm zum Rollenproblem der evangelischen Kirche. Quelle: deutschlandfunk


29.1.2024 Der Fachbereich „Männerarbeit der EKD“ sieht die Notwendigkeit geschlechtersensibler Reaktionen im Blick auf die Ergebnisse der ForuM-Studie. Nahezu zwei Drittel der Betroffenen sind männlich – im Heimkontext über 80 % – und auch die Täter sind ganz überwiegend männlich. Quelle: evangelisch.de


29.1.2024 Es war die Evangelisch-reformierte Kirche, die sämtliche ca 800 Personalakten von Pfarrern, die zwischen 1946 bis 2020 im Dienst- bzw. Ruhestandsverhältnis standen, auf Hinweise von sexueller Gewalt überprüft. Dabei wurden 10 Fälle gefunden mit einer verdächtigen oder beschuldigten Person. Betroffen sind 13 Personen. Die Wissenschaftler der ForuM-Studie weisen darauf hin, dass in diesem Fall rund 60 Prozent der Beschuldigten und 70 Prozent der Betroffenen ohne die Durchsicht der Personalakten nicht gefunden worden wären. Die Forscher nannten in einer (spekulativen) Hochrechnung fast10.000 Betroffene und ca 3.500 Beschuldigte im Raum der EKD und Diakonie, wenn alle Personalakten vorgelegen hätten. Quelle: katholisch.de


28.1.2024 Hans Zollner, katholischer Kinderschutzexperte, rät der evangelischen Kirche, „den Betroffenen Raum zu geben, über ihre Anliegen zu sprechen“ und zu beachten, dass Vergebung erst nach der Gerechtigkeit kommt. Quelle: Domradio


28.1.2024 Matthias Schwarz, früher Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Mitglied im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland, weist nach der Veröffentlichung der Studie darauf hin, dass es nun um verbindliche Standards bei der Anerkennung und der Arbeit der Anerkennungskommissionen und um Änderungen im Disziplinarrecht gehen müsse. Er kritisiert als theologisches Problem, dass das Priestertum aller Gläubigen im Alltag der evangelischen Kirche nicht gelebt werde. Schwarz fordert, dass zum Thema Missbrauch bis in die kleinste Kirchengemeinde hinein Sprachfähigkeit erreicht werden müsse. Den Vorwurf der Forscher, Landeskirchen hätten keine Personalakten vorgelegt, weist er für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau zurück – die Landeskirche sei nie nach Personalakten gefragt worden. Quellen: evangelisch.de   indeon


27.1.2024 Die „ForuM-Studie“ stellt der Evangelischen Kirche und der Diakonie ein Armutszeugnis aus. Besonders der Umgang mit Betroffenen ist entsetzlich. Die zur Schau gestellte Scham über die Zahlen lenkt davon nur ab. Ein Kommentarvon Philipp Greifenstein. Quelle: Eule-Magazin


27.1.2024 Philipp Greifenstein beleuchtet eingehend und kundig die Entstehung der ForuM-Studie. Quelle: eulemagazin


27.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak macht auf das Offensichtliche aufmerksam: Dass die EKD-Studie gezeigt hat, dass 99 % der Beschuldigten Männer und rund drei Viertel von ihnen bei der ersten Tat verheiratet waren. Er schließt daraus, dass die Missbrauchsfälle ein Männlichkeitsphänomen sind. Sie sind auch nicht auf den Zölibat zurückzuführen. Quelle: katholisch.de


26.1.2024 Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) spricht von mindestens 45 dokumentierten Missbrauchsfällen von 1945 bis 2020. Quelle: Lampertheimer Zeitung


26.1.2024 Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Thorsten Latzel, sagte, dass seine Landeskirche „alle Personal- und Disziplinarakten auf landeskirchlicher Ebene durchgesehen und die Informationen dazu auch weitergegeben“ habe. Er kündigte eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an. So wolle die rheinische Landeskirche gemeinsam mit den Landeskirchen von Westfalen und Lippe nun eine eigene große Regionalstudie in Auftrag geben. Der Berliner Bischof Christian Stäblein bezeichnet die Studie als „ersten, ganz wichtigen Schritt“.  Die Landeskirche Berlin-Brandenburg arbeite an der Aufdeckung des Dunkelfeldes. Quellen: katholisch.de   rp-online


26.1.2024 Der frühere bayerische Landesbischof Bedford-Strohm habe zum Ende seiner EKD-Amtszeit gesagt, dass er sich gewünscht hätte, dass das Thema in der EKD sichtbarer geworden wäre. „Für mich ist das ganz typisch: Da stellt sich jemand hin, der sieben Jahre lang in dieser Zeit nach 2010 Ratsvorsitzender war und sagt, ‚ich hätte mir das gewünscht’“, kritisierte Katharina Kracht, die dem früheren Betroffenenbeirat der EKD angehörte und Mitglied im Beirat ForuM-Studie war. Sie habe daher keine Wünsche mehr an die evangelische Kirche, sondern nur noch an staatliche Behörden. Bedford-Strohm, von 2011 bis 2023 bayerischer Landesbischof und von 2014 bis 2021 zusätzlich EKD-Ratsvorsitzender, hingegen sagte: „Seit Beginn meiner Amtszeit als Landesbischof war mir das Thema sexualisierte Gewalt ein Herzensanliegen. Ich bin die ganze Zeit über im Kontakt mit Betroffenen gewesen. In zahlreichen Interviews und in Synodenberichten habe ich mich zu dem Thema geäußert. In der Zeit meines Ratsvorsitzes haben Rat der EKD und Synode viele Dinge auf den Weg gebracht, die jetzt Früchte tragen, nicht zuletzt die nun vorgelegte Studie.“ Quellen: evangelisch.de   Süddeutsche


26.1.2024 Im Kirchenkreis Gladbeck, Bottrop und Dorsten – Evangelische Kirche von Westfalen – wurden drei Missbrauchsfällebekannt, die nicht in die ForuM-Studie eingegangen sind. Steffen Riesenberg, Superintendent des Kirchenkreises, berichtet, dass frühere Mitarbeitende sich an Einträge in den Personalakten erinnerten. Da gibt es einen Vermerk, dass möglichst wenige Bescheid wissen sollen über den Fall. Da gibt’s einen Vermerk, dass jemand unauffällig versetzt werden solle“, berichtete Riesenberg. Er fand selbst Hinweise in den Personalakten und versprach Aufklärung in seinem Kirchenkreis. Quellen: www1.wdr   kirchenkreis


26.1.2024 Verschiedene Stimmen aus den Landeskirchen der EKD zur ForuM-Studie. Quelle: evangelisch.de


26.1.2024 Margot Käßmann fordert eine unabhängige Ombudsstelle für Missbrauchsbetroffene in der Evangelischen Kirche und spricht von Vertuschung. Quelle: DLF


26.1.2024 Der Religionssoziologe Detlef Pollak konstatiert, dass die Ergebnisse der ForuM– und der MHG-Studie nur schwer miteinander vergleichen könne, weil die MHG-Studie nur Geistliche einbezogen hatte, die ForuM-Studie auch kirchliche Angestellte und Mitarbeiter untersucht hat. Dennoch sei deutlich geworden, dass die evangelische Kirche nicht besser dastehe als die katholische. Pollak erwartet, dass die Ergebnisse der ForuM-Studie zu weiteren Kirchenaustritten führen werden. Quelle: Domradio


26.1.2024 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, spricht davon, dass man im Vergleich zur katholischen Kirche in der EKD acht Jahre verloren habe. Quelle: Zeit


26.1.2024 Thomas Großbölting, einer der Forscher der ForuM-Studie der EKD, sieht in der evangelischen Kirche andere Risikofaktoren für Missbrauch im Vergleich zur katholischen Kirche. Das bedeute jedoch nicht, dass die katholische Kirche auf die Aufarbeitung ihrer eigenen Risikofaktoren verzeichten könne. In der evangelischen Kirche weist er auf die Rechtfertigungslehre hin, die den Täter mehr als die Betroffenen in den Vordergrund stelle. Für Betroffene, die Versöhnung verweigern, habe sich gezeigt, dass sie als Störenfriede wahrgenommen werden. Die Diskussion über die katholische Kirche seit 2010 sei eine Stellvertreterdiskussion. Nun sei die evangelische Kirche im Blick – aber es sei auch nötig, die Familie als Tatort in den Blick zu nehmen. Zudemmüsse der Staat mehr als bishermachen. Quellen: katholisch.de   Domradio


25.1.2024 Die evangelische Kirche als Schutzraum für die Täter. Quelle: nrz


25.1.2024 Die Bundesfamilienministerin Lisa Paus, Grüne, verweist angesichts der ForuM-Studie auf das geplante Gesetz zur Stärkung des Amtes der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Quelle: vaticannews


25.1.2024 Der an der ForuM-Studie beteiligte Psychiater Harald Dreßing sagte, aus den 20 Landeskirchen habe es lediglich eine „schleppende Zuarbeit“ gegeben. Das Forschungsvorhaben hätten die Wissenschaftler nicht vollständig umsetzen können. In einer von Dreßing als „sehr spekulativ“ bezeichneten Hochrechnung ergebe sich eine Zahl von mehr als 9.000 Betroffenen bei geschätzt rund 3.500 Beschuldigten in der EKD und der Diakonie. Bislang war nur bekannt, wie viele Betroffene sich in den vergangenen Jahren an die zuständigen Stellen der Landeskirchen gewandt haben. Nach Angaben der EKD waren das 858. Quelle: wp-prod.evangelische-zeitung


25.1.2024 Interview mit dem Co-Autor der ForuM-Studie Fabian Kessl über die evangelische Studie. Quelle: DLF


25.1.2024 Das Machtgefälle kirchlicher Strukturen begünstigt sexuellen Missbrauch, sagt Katharina Kracht vom Betroffenenbeirat. Anlässlich der EKD-Missbrauchsstudie fordert sie besseren Rechtsschutz für Betroffene und eine unabhängige Ombudsstelle. Quelle: DLF


25.1.2024  Die EKD-Studie ForuM offenbart ähnlich schlimme Zustände wie in der katholischen Kirche: „Die Forscher der aktuellen Forum-Studie untersuchten 4282 Disziplinarakten, 780 Personalakten und 1318 weitere Unterlagen. Die katholische Kirche hatte seinerzeit mehr als 38.000 Personal- und Handakten untersucht – aus gutem Grund: Solche Dokumente können Hinweise auf Straftaten, Verdachtsmomente, aber auch mögliche Vertuschung von Sexualdelikten durch Kirchenobere geben. Dort werden Versetzungen aufgeführt, die oft Reaktion auf ein Fehlverhalten von Mitarbeitern sind.“ Und: „Erst wenn man alle vorhandenen Personalakten von Pfarrpersonen sichtet, werden 57 Prozent der Beschuldigten und rund 75 Prozent der Betroffenen erfasst. Es gibt in den anderen Landeskirchen also vermutlich eine Vielzahl unentdeckter Fälle. Hinzu kommt, dass Akten oft unsystematisch und nicht standardisiert geführt oder sogar vernichtet wurden.“ Quelle: spiegel   siehe auch: BNN,  Neues Ruhrwort,  Sonntagsblatt,  Berchtesgardener Anzeiger


25.1.2024 Die Missbrauchsstudie der evangelischen Kirche offenbart das Leid vieler Betroffener. Einige kritisieren das Vorgehen der Studie. Das ist okay, aber das Wichtigste ist: Der Anfang ist gemacht, sagt Gerd-Matthias Hoeffchen. Quelle: evangelische-zeitung


25.1.2024 Die ForuM-Studie der EKD ermittelte mindestens 2225 Betroffene und 1259 mutmaßliche Täter seit 1946. Die Forscher sagen, dies sei die „Spitze der Spitze des Eisbergs“. Martin Wazlawik, der die Studie in der Pressekonferenz vorstellte, konstatierte, dass die evangelische Kirche sich als „partizipativ, hierarchiearm und progressiv“ bezeichne, aber genau dieses Selbstverständnis habe in vielen Fällen dazu geführt, dass sie interne Fehler und die eigene Machtstruktur nicht kritisch hinterfragt habe. Erstnach 2018 – der Veröffentlichung der katholischen MHG-Studie – habe man erkannt, dass Missbrauch kein rein katholisches Problem sei. Auch in der evangelischen Kirche habe man von Betroffenen verlangt, dass sie ihren Tätern vergeben müssen. Zudem habe man Betroffene nicht als zur evangelischen Gemeinschaft Zugehörige gesehen, sondern als eine Gruppe, die der Kirche und der Diakonie gegenübersteht. Betroffene wurden diffamiert und delegitimiert. Die durch den Missbrauch verursachten seelischen Belastungen wurden gegen die Betroffenen verwendet: Die Person sei ja so traumatisiert, dass sie nicht wirklich sprachfähig sei. In den Landeskirchenämtern habe man nicht im Umfeld von Gemeinde, Heim oder Schule nach möglichen weiteren Opfern gesucht. Im Fall von Katharina Kracht ging die Kirche von einem „Einzelfall“ aus – inzwischen sind zwölf weitere Betroffene bekannt. Quelle: Süddeutsche


25.1.2024 Landesbischof Dr. Christoph Meyns, Landeskirche Braunschweig, begrüßt die ForuM-Studie. In der Landeskirche Braunschweig wurden 2.500 Personalakten von Pfarrpersonen von 1939-2021 ausgewertet und brachten Hinweise auf 15 Fälle. Sieben Fälle seien unbestätigte Verdachtsfälle. Die Fälle bezogen sich vor allem auf außereheliche Beziehungen zu in den 1960er Jahren minderjährigen Frauen und auf homosexuelle Handlungen. Kindesmissbrauch oder Pädophilie sei die absolute Ausnahme, sagte der Landesbischof. Die Anerkennungskommission der Evangelischen Kirche in Niedersachsen hat in den letzten zehn Jahren acht Fälle aus der Landeskirche Braunschweig bearbeitet, fünf Fälle geschahen in Heimen und Krankenhäusern, drei in Kirchengemeinden. Quellen: Landeskirche Braunschweig    cremlingen-online


25.1.2024 Annette Langer spricht angesichts der ForuM-Studie von einem Desaster und äußert Zweifel am Aufklärungswillen der Evangelischen Kirche. Quelle: Spiegel


25.1.2024 Joachim Frank nennt die Ergebnisse der Studie ForuM der EKD einen „desaströsen Tag für die Kirche – mit Ansage“: „Unbegreiflich sind das Gezauder, das Hinhalten, die eklatanten Mängel in der Kooperation mit den Forschenden bei der Erhebung einigermaßen gesicherter Fallzahlen. Das lässt an der Ernsthaftigkeit des Aufklärungswillens zweifeln und entwertet so das Projekt im Hinblick auf die kirchliche Außenkommunikation. Schlimm ist das vor allem für die Betroffenen sexualisierter Gewalt, die wieder und wieder vor dieselben Mauern rennen, in die gleichen institutionellen Tretmühlen geraten, die gleichen Retraumatisierungen erfahren müssen.“ Quelle: FR


25.1.2024 Simone Schmollak erzählt von einer inzwischen verstorbenen Freundin, die in der damaligen DDR vom Pfarrer – genau wie ihre Schwester – missbraucht wurde. Ihren Eltern hat sie es nie erzählt, denn auch der Vater missbrauchte sie. Quelle: taz


25.1.2024 Die heute 71-jährige Ursula W. berichtet von Missbrauch durch Karl H., damals Pfarrer in Hof in Franken, den sie als Kind erlitt. Als auch andere Frauen Vorwürfe gegen H. erhoben, erkannte das Disziplinargericht der bayerischen Landeskirche dem pensionierten Oberkirchenrat 2011 alle Rechte aus seinem Kirchenamt ab, aber der Disziplinarhof der EKD kassierte zwei Jahre später den Spruch wieder – wegen des fragilen Gesundheitszustandes und des hohen Alters des Angeschuldigten und weil die Tatvorwürfe so lange zurückliegen. Quelle: FR 


25.1.2024 Detlev Zander, Mitglied des Beteiligungsforums in der EKD kritisiert die ForuM-Studie der EKD. Aus der Diakonie seien nur Fälle bis 1970 aufgenommen worden. Erschüttert ist er darüber, dass die Opfer beim ersten Übergriff elf Jahre alt waren. Die EKD habe lange vermittelt, in ihren Reihen gebe es vor allem betroffene Frauen und ältere Mädchen und nun zeige sich, dass auch viele Jungen betroffen sind. Zander bemängelt, dass kein Verantwortlicher mit Namen genannt werde. Im Blick auf die Zukunft sagt Zander: „Wer jetzt Reformen verweigert, sollte sein Bischofskreuz abgeben. Die bislang durchschnittlich bei 13.000 Euro liegenden Zahlungen an Betroffene müssten deutlich erhöht werden, sagt Zander. Quelle: Spiegel


25.1.2024 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, kritisiert die ForuM-Studie der EKD und meint, dass es wohl noch Jahre dauern werde, bis die Missbrauchsfälle in derEKD und der Diakonie aufgeklärt werden. Er fordert weiterhin staatliche Aufklärung und eine angemessene Entschädigung. Quelle: Neues Ruhrwort



25.1.2024 Die Evangelische Kirche der Pfalz konnte für die Studie ForuM insgesamt 49 Fälle sexualisierter Gewalt zusammentragen. Es gelten davon aber nur 22 als bestätigt. Das bedeutet, dort hat die Kirche entweder selbst Disziplinarmaßnahmen eingeleitet oder die Täter wurden vor Gericht verurteilt. In ca 33 Fällen handelt es sich um Missbrauch, in einem der 22 bestätigten Fälle um eine Vergewaltigung. Neun Täter arbeiteten als pädagogische Kräfte, z.B. Erzieher, sieben Täter waren Pfarrer, einzelne Täter arbeiteten ehrenamtlich, als Kirchenmusiker oder als Kirchendiener. Mit einer Ausnahme – einer Erzieherin – waren alle Täter männlich. Quelle: swr


24.1.2024 Die Giordano-Bruno-Stiftung will unter Beteiligung der Betroffeneninitiative imBistum Hildesheim mit zwei Kunstinstallationen auf die schleppende Missbrauchsaufarbeitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aufmerksam machen. Das Protestbündnis fordert zudem den Bundestag auf, im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung eine Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission und ein Opfergenesungswerk einzurichten. Quelle: Evangelische Zeitung


24.1.2024 Nur eine der 20 Landeskirchen lieferte die Daten aus Personalakten wie gewünscht, während alle anderen der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) sowie die Diakonischen Werke dem Forschungsteam der Studie ForuM lediglich Details aus Disziplinarakten über Beschuldigte bereitstellten. Diese Akten geben jedoch nur Auskünfte über einen Bruchteil der Missbrauchsfälle. Geplant war, alle Personalakten zu prüfen. Als Begründung für diese Einschränkung wird Personalmangel genannt. Der Strafrechtsprofessor Stephan Rixen wies darauf hin, dass bei sexualisierter Gewalt oft gar keine Disziplinarakten angelegt worden seien. Wenn nicht auch die Personalakten den Wissenschaftler*innen vorgelegen haben, müssten sich „die Landeskirchen und die Diakonie die Frage gefallen lassen, ob sie den Missbrauch in der evangelischen Kirche wirklich umfassend aufarbeiten wollen.“  Quellen: tagesschau   Domradio


24.1.2024 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, erwartet von der ersten unabhängigen Studie über sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche und Diakonie deutlich höhere Zahlen als die bisher bekannten. Da es „kaum wirklich kirchenunabhängige Ansprechstellen“ in der evangelischen Kirche gebe, hätten viele Betroffene bisher geschwiegen. Das ARD-Magazin „Monitor“ berichtete von der Kritik der beteiligten Wissenschaftler, dass sie nicht im vollen Umfang in allen 20 Landeskirchen Zugriff auf Personalakten hatten. Quellen: Domradio


23.1.2024 Matthias Schwarz wurde ab 13 Jahren von seinem Gemeindepfarrer sexuell missbraucht. Heute hilft der Pfarrer anderen Betroffenen. Doch trotz aller Aufarbeitung bleiben offene Wunden. Quelle: evangelische Zeitung


23.1.2024 Landesbischof Christian Kopp, Landeskirche Bayern, sieht in der ForuM-Studie erst den Anfang der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Diakonie und der evangelischen Kirche. Die Studie sei Grundlage für das weitere Vorgehen. Quelle: Sonntagsblatt


23.1.2024 In der evangelischen Gemeinde Pobershau, Landeskirche Sachsen, wurde die Aufarbeitung der Übergriffe eines Kirchenmusikers auf drei Mädchen zur Zerreißprobe. Nun hat vor einer Woche – fast drei Jahre nach dem ersten Bekanntwerden der Übergriffe – die öffentliche Aufarbeitung begonnen. Eine unabhängige Kommission wurde eingesetzt. Quelle: mdr


23.1.2024 Bei der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche wünscht sich der ehemalige Kirchenmusikdirektor aus Hamburg, Matthias Hoffmann-Borggrefe, mehr Beistand für die Betroffenen. „Es ist an der Zeit, dass die Kirche ihre Schuld eingesteht und die zerstörten Lebensentwürfe der Opfer öffentlich macht“, sagte er. Er wurde in seiner Kirchenmusikausbildung an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf von seinem damaligen Professor vergewaltigt. Die Evangelische Kirche im Rheinlandhat seinen „Fall“ 2011 anerkannt. Inzwischen ist Hoffmann-Borggrefe schwerbehindert und kann nicht mehr arbeiten. Er sagt, sein Leben sei zerstört. Quellen: evangelisch.de   evangelische-zeitung


23.1.2024 Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur hat dem im Juli vorigen Jahres verstorbenen Theologen, Autoren und Pädagogen Arnulf Zitelmann posthum den 1994 verliehenen Großen Preis wieder aberkannt. Hintergrund sind die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen Zitelmann, dessen Tochter ihn beschuldigt. 25 Jahre dauerte ihr Kampf mit der Landeskirche um die Anerkennung. Quelle: FR


21.1.2024 Christoph Fleischmann schreibt im Vorfeld der Evangelischen Studie ForuM über „Unbequeme Wahrheiten – Sexualisierte Gewalt in den evangelischen Kirchen“. Sein Fazit: „Denn wenn die eigenen Fehler weiter bemäntelt und verschwiegen werden müssen, um keinen Ansehensverlust zu erleiden, dann gewinnt trotz aller guten Absichten und Anstrengungen doch die nass-forsche Dreistigkeit der Täter. Ein Hoffnungszeichen gibt es: Ohne die Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren Mut zu sprechen, wäre der Missbrauchsskandal nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Tief verwundete und traumatisierte Menschen haben Worte gefunden über das Furchtbare zu sprechen. Darin liegt die Hoffnung, dass auch andere nicht sprachlos bleiben müssen angesichts des Abgründigen. Wer religiös gestimmt ist, mag darin die Bestätigung des biblischen Satzes sehen: Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. “ Quelle: ndr


21.1.2024 Als Kind wurde der reformierte Pfarrer Matthias Fischer von katholischen Priestern missbraucht. Nun klagt er sie mit seiner Kunst an. Quelle: Der Bund.ch


19.1.2024 Fromme Pietisten und „freie-Liebe“-Prediger: Auch in den evangelischen Kirchen gab und gibt es Missbrauch – und Vertuschung. Die Täter agierten hier nicht nur im Umfeld einer beengenden Sexualmoral – vergleichbar mit der katholischen -, sondern auch unter dem Vorzeichen der „freien Liebe“. Das zeigen Recherchen wenige Tage vor der Publikation der Studie in Deutschland. Quelle: kath.ch


19.1.2024 Die Landeskirche Westfalen will die Hintergründe des Siegener Verdachtsfalls auf sexuelle Gewalt, der zum Rücktritt der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus, führte. Geprüft werden sollen die rechtlichen Aspekte, soweit sie über die staatsanwaltlichen Ermittlungen hinausgehen. Quelle: katholisch.de


19.1.2024 Nancy Janz, Mitglied des Beteiligungsforums der EKD, spricht im Interview von ihren Erwartungen an die Studie ForuM: „Ich hoffe sehr, dass eine der Empfehlungen sein wird, dass die Institutionen selbst aktiver werden. So hätte es auch in meinem Fall sein sollen. Wenn ich nicht aktiv geworden wäre und mich 2022 an die Presse gewandt hätte, dann hätte meine Landeskirche Hannovers nichts unternommen. Und das höre ich auch von anderen Betroffenen. Wenn Betroffene nicht Druck machen, dann passiert oft nicht viel. Die Institution braucht den Willen zu Aufklärung und Aufarbeitung, um glaubwürdig zu sein.“ Quelle: Evangelische Zeitung


18.1.2024 In der „Ansprechstelle für den Umgang mit Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ bei der Evangelischen Kirche im Rheinland wurden 301 Beratungsgespräche imJahr 2023 geführt. In der Zeit seit der Einrichtung 2011 waren esinsgesamt 220 Gespräche. Die psychologische Leiterin Juliane Arbold führt diese Zunahme u.a. auf eine ausgeprägtere Sensibilität für übergriffiges Verhalten zurück. Quelle: NRZ


18.1.2024 Die Evangelische Kirche im Rheinland hat bislang 70 erwiesene Fälle von sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen seit 1946 festgestellt. Ein Drittel der bekannten Taten seien von Pfarrerinnen und Pfarrern begangen worden, ein weiteres Drittel von anderen Kirchenmitarbeitern wie Lehrern oder Kantoren. Ebenfalls für ein Drittel seien ehrenamtliche Mitarbeitende verantwortlich. Bei der 2021 eingerichteten Meldestelle der Landeskirche gingen „bis heute“ 76 Meldungen von Verdachtsfällen ein. Diese Fälle stammen aus Gemeinden, Kirchenkreisen oder landeskirchlichen Einrichtungen. Beide Zahlen sind nicht zu addieren, da es in mindestens einem Drittel der Fälle eine Überschneidung gibt. Quelle: DLF   Pressekonferenz der Landessynode 2024


18.1.2024 Eine evangelische Landeskirche hat der Tochter eines Theologen, Pfarrers und Kinderbuchautors 130.000 Euro als „Anerkennungszahlung“ für sexuellen Missbrauch durch ihren Vater gezahlt. Erste Vorwürfe gingen 1999 an die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, 2023 erhielt die Betroffene die Zahlung. 1999 informierte ein befreundeter Pfarrer den zuständigen Dekan über den Missbrauch. Eine offizielle Eingabe machte ein Freund. In beiden Fällen geschah nichts. Die Zahlung setzt sich aus 110.000 Euro für die „individuelle Situation“ der Betroffenen und 20.000 Euro „allein für das systematische Versagen der Kirche“ zusammen. Wer da genau versagt hat, wird nicht mitgeteilt. Quellen: evangelisch.de   katholisch.de   Zeit.de


16.1.2024 Die Evangelische Landeskirche in Bayern hat den Forschenden der ForuM-Studie 129 des Missbrauchs beschuldigte Personen, unter ihnen 56 Pfarrpersonen, gemeldet, die 226 Taten zwischen 1917 und 2020 an Minderjährigen begangen haben. In einigen Akten tauchten Hinweise zu weiteren Taten auf, so dass von 253 Taten auszugehen ist. Neben den Pfarrpersonen werden Erzieher in Heimen, ehrenamtliche Jugendleiter und Kirchenmusiker genannt. Erfasst wurden alle Fälle, in denen gegen die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen wurde, also nicht nur strafrechtlich relevante Vorgänge.  2021 gab es 24 Meldungen, 2022 waren es 39 Meldungen und 2023 gab es 32 Meldungen. Landesbischof Christian Kopp erklärt, dass die Kirche „weiterhin konsequent auch zurückliegende Taten aufklären und soweit wie möglich ahnden“ werde. Sexualisierte Gewalt sei mit dem chistlichen Glauben unvereinbar. Quellen: bayern-evangelisch   gmx


15.1.2024 Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) hat 64 Fälle von sexueller Gewalt zwischen 1977 und 2020 gemeldet. Bis in die 1990er Jahre hinein waren die Opfer ausschließlich männlich, ab den 2000er Jahren waren überwiegend Mädchen und junge Frauen betroffen. Das Alter der Betroffenen liegt mehrheitlich zwischen 12 und 18 Jahren, vereinzelt waren auch Kinderzwischen fünf und acht Jahren betroffen. Marlene Kowalski, Sprecherin des Beirats zur Aufarbeitung Sexualisierter Gewalt, kündigte eine wissenschaftliche Studie durch das Münchner Forschungsinstitut IPP und das Berliner Institut Dissens an, deren Ergebnisse Ende 2025 erwartet werden. Quelle: ekkw


10.1.2024 Die Lippische Landeskirche will zwei Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt aufklären, sagte Landessuperintendent Dietmar Arends. In beiden Fällen sei die frühere Aufarbeitung nicht ausreichend gewesen und notwendige Konsequenzen seien nicht hinreichend gezogen worden. In dem einen Fall geht es um einen bereits gestorbenen Referenten für Jugendarbeit in der damaligen Zentrale für evangelische Jugendarbeit. Ihm wird vorgeworfen, sexualisierte Gewalt gegenüber Mädchen und jungen Frauen in der Zeit von 1976 bis 1992 ausgeübt zu haben. Der zweite Fall betrifft Vorwürfe aus dem Bereich der Konfirmandenarbeit in Bad Salzuflen in den 1980er und 1990er Jahren. Bereits während des Tatzeitraums und noch einmal zu Beginn der 2000er-Jahre habe sich die Betroffene an die Kirche gewandt. Damals habe die Kirche nicht ausreichend gehandelt. Quelle: evangelisch.de


3.1.2024 Die Sozialpädagogin und Traumatherapeutin Claudia Chodzinski begleitet Missbrauchsbetroffene innerhalb der Landeskirche Hannover. Sie kritisiert Mängel in der individuellen Aufarbeitung und der Kommunikation der Landeskirche mit Betroffenen. Quelle: evangelisch.de