Abbé Pierre (Emmaus-Gemeinschaft)
17.7.2024 Dem französischen Priester Abbé Pierre (1912 – 2007) werfen sieben Frauen – unter ihnen eine zum Tatzeitpunkt Minderjährige – sexuelle Übergriffe vor. Die gesammelten Aussagen deuten darauf hin, dass der Priester zwischen Ende der 1970er Jahre und 2005 gegenüber Angestellten, Freiwilligen und Ehrenamtlichen der Emmaus-Organisationen und gegenüber jungen Frauen aus seinem privaten Umfeld sexuell übergriffig geworden sei. Abbé Pierre, mit bürgerlichem Namen Henri Antoine Groues, gründete 1949 die Emmaus-Gemeinschaft, die sich weltweit gegen Armut und Obdachlosigkeit einsetzt. Quelle: katholisch.de fondation-abbe-pierre.fr vaticannews katholisch.de
6.9.2024 Inzwischen gibt es zu den bislang bekannten sieben Missbrauchsanschuldigungen mindestens 17 weitere Zeugenaussagen, die den „Vater der Obdachlosen“, den französischen Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) und Gründer der Emmaus-Bewegung, belasten. Ihm werden sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Minderjährige vorgeworfen. Emmaus International kündigte an, eine Expertenkommission zu berufen, die die Missstände aufklären solle, „die es Abbé Pierre ermöglichten, über 50 Jahre lang so zu handeln, wie er es tat“. Die französische Bischofskonferenz äußerte ihr Entsetzen. Quellen: katholisch.de emmaus-france
12.9.2024 Die französischen Bischöfe haben das Archivmaterial über den Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) nicht erst 2082, sondern schon jetzt freigegeben. Damit können berechtigten Personen – insbesondere Forscher*innen und Journalist*innen – den Vorwürfen gegen Abbé Pierre nachgehen. Quelle: katholisch.de
12.9.2024 Kardinal Feltin und Kardinal Spellmann und die Bischöfe Alexandre Renard und André Fourgerat wussten wohl bereits seit Mitte der 1950er Jahre von Abbé Pierres sexuellen Übergriffen. Quellen: temoignagechretien Religionsphilosophischer Salon
13.9.2024 Papst Franziskus bezeichnete den französischen Armenpriester Abbé Pierre (1912-2007) als „schlimmen Sünder“. Abbé Pierre wird beschuldigt, sexuelle Übergriffe gegen zahlreiche Frauen, auch gegen Minderjährige, begangen zu haben. Quelle: kathpress
14.9.2024 Vor Journalisten erklärte Papst Franziskus, der Vatikan habe zumindest ab dessen Tod im Jahr 2007 gewusst, dass der französische Armenpriester Abbé Pierre sexuelle Übergriffe gegen Frauen und Minderjährige begangen habe. Ob der Vatikan auch zuvor schon davon wusste, wisse er aber nicht, so Franziskus weiter. Die Fälle reichen vom Anfang der 1950er Jahre bis 2005. Quellen: brf.be faz
14.9.2024 Erste Übergriffe von Abbé Pierre gegen eine Schweizer Journalistin wurden bereits 2007 bekannt. Quelle: kath.ch
18.9.2024 Der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz Eric de Moulins-Beaufort räumte ein, dass „zumindest einige Bischöfe“ bereits in den 1950er Jahren von sexuellen Verfehlungen des Armenpriesters Abbé Pierre wussten. Wegen seines problematischen Verhaltens gegenüber Frauen seien Maßnahmen ergriffen worden – u.a. eine psychiatrische Behandlung. Die Maßnahmen seien vertraulich geschehen und müssten im Nachhinein als unzureichend bewertet werden. Quelle: orf
4.10.2024 Pasqual Bruckner: Der Armenpriester Abbé Pierre war ein notorischer Grapscher. Die Kirche und die Medien wussten das. Und schwiegen. Quelle: NZZ
14.10.2024 Die Apostolische Nuntiatur schrieb bereits 1959 an die französische Bischofskonferenz, dass der Vatikan Abbé Pierre, dem Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, befohlen habe, eine Reise nach Kanada abzusagen. Dies geht aus inzwischen geöffneten kirchlichen Archiven hervor. Dort ist auch ein reger Briefwechsel zwischen französischen Bischöfen, die vor dem problematischen Verhalten des Geistlichen warnten, ohne es jedoch klar zu benennen. In dem Briefwechsel ist die Rede davon, dass Abbé Pierre „jede Kontrolle über sich verloren“ habe und dass junge Mädchen lebenslange Schäden davongetragen haben. Zudem enthält der Briefwechsel 1958 den Hinweis, dass die Kirche davon ausgehen müsse, „dass all dies bekannt werden kann und die Öffentlichkeit sich dann wundern wird, dass die katholische Hierarchie immer Vertrauen in Abbé Pierre hatte“. Quelle: orf
23.10.2024 Bereits 2007 machte eine Journalistin Übergriffe von Abbé Pierre, dem Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, in einer Zeitschrift in Peru bekannt. Aber ihre Aussage erregte nur wenig Aufmerksamkeit. Heute sagt sie: „Er war ein geisteskranker Mensch, dem die katholische Kirche erlaubte, herumzureisen und schreckliche Dinge zu tun.“ Quelle: srf
13.1.2025 Gegen Abbé Pierre (1912-2007), den „Armenpriester“, gibt es neun weitere Zeugenaussagen. 2007 soll er einen minderjährigen Jungen vergewaltigt haben. Außerdem ist von sexuellen Übergriffen auf ein Familienmitglied des Priesters die Rede. Die Taten sollen sich zwischen den 60er und den 2000er-Jahren ereignet haben. Quellen: katholisch.de 3. Bericht
17.1.2025 Die französische Bischofskonferenz hat die Staatsanwaltschaft gebeten zu prüfen, ob sie Ermittlungen gegen Abbé Pierre aufnehmen könne. die Groupe Egae, die Informationen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Abbé Pierre befasst war, spricht von 57 mutmaßlichen Opfern, die zwischen den 1950er Jahren und 2006 missbraucht wurden: Frauen, Kinder und Hilfsbedürftige. Quelle: orf
27.1.2025 Die französische Abbé-Pierre-Stiftung hat ihren Namen in „Fondation pour le Logement des Défavorisés“ geändert – eine Folge der Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer Abbé Pierre. Quelle: katholisch.de
5.2.2025 Gegen Abbé Pierre, den Gründer der Emmaus-Gemeinschaft, gibt es mindestens 33 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Die Staatsanwaltschaft Paris ermittelt jedoch nicht, weil er bereits verstorben ist. Auch gegen eventuelle Mitwisser und Vertuscher wird wegen Verjährung nicht ermittelt. Quelle: katholisch.de
17.4.2025 Bereits 1955 sollen der Vatikan und die französischen Bischöfe von Missbrauchsvorwürfen gegen Abbé Pierre, den französischen Armenpriester, gewusst haben. Das schreiben die beiden Investigativjournalistinnen Laetitia Cherel und Marie-France Etchegoin in ihrem Buch „Abbé Pierre: la fabrique d’un saint“. Die Journalistinnen stützen ihre Aussage auf ein zehnseitiges Protokoll des Heiligen Offiziums aus dem März 1957, das eine Chronologie der Vorwürfe sexualisierter Gewalt durch Abbé Pierre seit 1955 und Warnungen aus den USA und Kanada vor dem Geistlichen enthielt. Ein begonnenes Verfahren wurde 1957 auf Druck französischer Bischöfe eingestellt. Anscheinend verschwanden die Dokumente über die Vorwürfe und Verfahren in den 1970er Jahren aus dem Nationalarchiv. Quelle: katholisch.de
10.7.2025 Die von der Emmaus-Bewegung eingerichtete Anlaufstelle hat seit der Veröffentlichung erster Vorwürfe gegen den Gründer Abbé Pierre (1912-2007) insgesamt 45 einschlägige Fälle gezählt, darunter sexuelle Übergriffe gegen Erwachsene und Minderjährige, Vergewaltigung inclusive. Unter den zuletzt bekannt gewordenen zwölf Fällen betrafen sieben Minderjährige. Die Emmaus-Gemeinschaft hat gemeinsam mit der Französischen Bischofskonferenz einen Plan für eine finanzielle Entschädigung beschlossen. Quelle: katholisch.de