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 Forschungsprojekte zu sexuellem Missbrauch in Kirche und Gesellschaft

 Kirchliche Forschungsprojekte in Deutschland

  Hotline der Deutschen Bischofskonferenz

  Leygraf-Studie

 Forschungsprojekt mit dem KFN/Christian Pfeiffer

 Forschungsprojekt MHG-Studie

  • Statement von Bischof Dr. Ackermann

  • Beschreibung des 2. Forschungsprojektes

 Meine Anmerkungen zu den Berichten der DBK

 Weitere Berichte

Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz

Leitlinien der DBK von 2002

In den Leitlinien 2002 recherchiert der Missbrauchsbeauftragte, nicht der Bischof, den Sachverhalt. Er ist Kontaktperson für die staatlichen Strafverfolgungsbehörden. Bereits in den Leitlinien von 2002 wird gegen das römische Motuproprio (Sacramentorum sanctitatis tutela vom 30.4.2001) verstoßen. Das Motuproprio schreibt vor, dass der Diözesanbischof nach Abschluss der Voruntersuchung den Fall zum Apostolischen Stuhl geben muss, unabhängig davon, ob sich der Verdacht erhärtet hat oder nicht. In den Leitlinien hingegen steht, dass nur dann, wenn sich der Verdacht erhärtet hat, eine Meldung nach Rom gemacht werden muss: “6. Bestätigt die Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs, wird der Apostolische Stuhl befasst.” Es war das Anliegen des Motuproprio, die Verfahren in Rom zu zentralisieren, weil die Bischöfe nicht gegen Missbrauchstäter vorgingen. Unterlaufen also alle Leitlinien das Motuproprio? (Georg Bier, Norbert Lüdecke: Das römisch-katholische Kirchenrecht: Eine Einführung, S. 244)

Leitlinien der DBK von 2010

Nun leitet nicht mehr der Missbrauchsbeauftragte einen Fall an die staatliche Verfolgungsbehörde, sondern ein Vertreter des Dienstgebers. Es bleibt den Bischöfen überlassen, wen sie als ihren Vertreter benennen. Weitherin werden Fälle nur dann an den Apostolischen Stuhl weitergereicht, wenn die kirchenrechtlihe Voruntersuchung den Verdacht bestätigt hat. Das widerspricht dem Motuproprio, das vorsieht, dass alle Fälle nach Rom weitergeleitet werden müssen. (Georg Bier, Norbert Lüdecke: Das römisch-katholische Kirchenrecht: Eine Einführung, S. 244)

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst sind verpflichtet, diesbezügliche Sachverhalte und Hinweise, die ihnen zur Kenntnis gelangen, der beauftragten Person mitzuteilen.

  • Bestätigt die kirchenrechtliche Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs, informiert der Diözesanbischof den Apostolischen Stuhl.

Leitlinien der DBK Sept. 2013

2010 gab es eine prinzipielle Pflicht für alle Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, die “beauftragte Person”, d.h. den Missbrauchsbeauftragten über Hinweise auf sexuellen Missbrauch zu informieren. Nach den Leitlinien 2013 haben kirchliche Mitarbeiter die Pflicht, schnellstmöglich die zuständige Person der Leitungsebene der Institution, d.h. den jeweiligen Vorgesetzten, den Bischof oder den Generalvikar, zu informieren. Sie können, müssen sich aber nicht mehr mit ihren Hinweisen an den Missbrauchsbeauftragten wenden, es sei denn es besteht Gefahr für Leib und Leben oder es sind ggf. weitere Opfer betroffen. Weiterhin werden die vatikanischen Vorschriften außer Kraft gesetzt: “Bestätigt die kirchenrechtliche Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs, informiert der Ordinarius gemäß Art. 16 SST die Kongregation für die Glaubenslehre, und zwar in allen Fällen, die nach dem 30. April 2001 zur Anzeige gebracht worden sind, und insofern der Beschuldigte noch am Leben ist.”

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