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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2012

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30.12.2012 Morgen wird die Hotline der Deutschen Bischofskonferenz für Missbrauchsopfer katholischer Kleriker abgeschaltet. Es bestehe kein Bedarf mehr, sagt der Pressesprecher.

30.12.2012 Wie Justiz, Kirche, Sozialämter sexuellen Missbrauch im Fall des von den Christian Brothers geführten Kinderheims Mount Cashel, Neufundland vertuschten, ist hier nachzulesen. Erste Anzeigen gab es Anfang der 1970er- Jahre. In Protokollen wurde jahrelang jeder Hinweis auf sexuellen Missbrauch wieder entfernt. Am Ende wurden 83 Opfer von 9 Christian Brothers als Täter identifiziert. Der u.a. zuständige Erzbischof  Alphonsus Penney trat am 18.7.1990 zurück. Sein Generalvikar, Raymond John Lahey, inzwischen Bischof von Antigonish, wurde 2009 wegen des Besitzes von Kinderpornografie verhaftet. Er hatte gegen die Opfer aus dem Kinderheim Mount Cashel ausgesagt. Am 26.9.2009 nahm der Papst das Rücktrittsgesuch an.
Quellen: heritage.nf.ca
und zerg.uni-bonn.de (Anm.4)
s. auch den Film: Boys of St. Vincent

28.12.2012 Der Abt des Klosters Mehrerau, der u.a. auch für die Mönche der Birnau zuständig ist, die mit dem Erzbistum Freiburg einen sog. Gestellungsvertrag haben, der das Erzbistum von jeglicher Verantwortung entlastet, dieser Abt also hat in zwei Missbrauchsfällen einen von der Richterin vorgeschlagenen Vergleich abgelehnt. Die verhandelten Sexualverbrechen selbst sind unstrittig. Unstrittig ist auch, dass  jener Pater, der die Taten begangen haben soll, bereits 1967 rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen verurteilt worden war – und trotzdem am Kloster weiter unterrichten durfte. Der Abt wird den juristischen Weg weiterhin beschreiten, d.h. er wird auf die Verjährung hinweisen und damit keinerlei Verantwortung für die Straftaten, denen die beiden Kläger als Kinder/Jugendliche zum Opfer fielen, übernehmen. Der Abt wies darauf hin, dass die Opfer sich an die Missbrauchskommission hätten wenden können. Er betonte, dass die Taten niemals wieder gut gemacht werden könnten und er verurteilte jegliche Form von Gewalt und sexueller Gewalt. Die Täter seien inzwischen suspendiert und Verfahren in Rom seien eingeleitet.
Quelle: ORF
Kommentar: Natürlich kann man so mit Menschen umgehen – und man tut es. Aber Übernahme von Verantwortung sieht anders aus. Sie beschränkt sich nicht auf ein paar nichtssagende Floskeln, die vom eigenen Verhalten konterkariert werden – genau wie das Evangelium, das in einem solchen Kloster verkündet wird. Übrigens: Das Leitwort des derzeitigen Abtes heißt: “Caritate invicem diligentes” – “Einander in Liebe zugetan sein”

27.12.2012 Ein italienischer katholischer Priester hat die Ermordung von Frauen gerechtfertigt: Sie verhielten sich schlampig und provozierten die Männer.
Quelle: taz

26.12.2012 Eine 24-Jährige hat den früheren Pfarrer von Can Picaforte, Mallorca, wegen sexueller Gewalt angezeigt. Bereits 1998 hatte ein Gemeindemitarbeiter den Fall angezeigt, das damals 10 oder 11 Jahre alte Mädchen leugnete, weil es – wie sie heute sagt – vom Pfarrer gezwungen worden war zu lügen. Der damalige Bischof hat die Vorwürfe nicht ernst genommen. Erst 2011 wurde der Priester suspendiert. Auch an seinem späteren Dienstort, Cala Ratjada, soll es Opfer geben.
Quelle: hwww.mallorcazeitung.es/

19.12.2012 Buch-Hinweis: Brüntrup, Herwartz, Kügler (Hrsg.): Unheilige Macht. Der Jesuitenorden und die Missbrauchskrise. Stuttgart 2013 (das Jahr täuscht, das Buch ist bereits im Handel). Lesenswert, weil es Fakten klar benennt und – anders als die Leygraf-Studie – selbstkritisch ist.

19.12.2012 Am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in München ist vermutlich ein Missbrauchsfall unter den Teppich gekehrt worden. Ein heute 29-Jähriger, der sich derzeit am Landgericht München I wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von vier Jungen verantworten muss, soll sich bereits vor mehr als zehn Jahren an der Neuhauser Schule an einem drei Jahre jüngeren Mitschüler vergangen haben. Dabei bedrohte der Angeklagte einen Jungen mit einem Messer. In den Schulakten ist der Fall nicht dokumentiert, und die damalige Direktorin und eine Klassenleiterin konnten sich vor Gericht angeblich nicht mehr an die Tat erinnern.
Quelle: Süddeutsche

18.12.2012 In Polen ist die kath. Kirche dagegen, die Konvention des Europarates gegen Frauengewalt zu unterschreiben. Sie sieht diese „auf ideologischen und unwahren Annahmen“ aufgebaut. Diese Annahmen führten auch dazu, dass mit der Konvention gegen die „Errungenschaften der Zivilisation, die als Bedrohung und Quelle des Übels angesehen werden“ gekämpft werden soll. Die Konvention missachte laut katholischer Kirche auch gänzlich die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau.
Quelle: polen heute

17.12.2012 Einige Anmerkungen zur Studie „Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland – Eine Analyse forensischer Gutachten 2000-2010“ und deren medialer Darstellung

12.12.2012 Jimmy Savile soll für ca 200 Verbrechen verantwortlich sein, darunter 31 Vergewaltigungen.
Quelle: Spiegel

11.12.2012 Die Erzdiözese Los Angeles muss bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente über 69 Priester, die sexueller Gewalt an Kindern/Jugendlichen beschuldigt werden, herausgeben. Das hat ein US-Gericht entschieden.
Quelle: Radio Vatikan

8.12.2012 Bischof Ackermann sagt im dradio-Interview: “…dass also, wenn wir von Pädophilie sprechen, es ja nur um einen ganz geringen Prozentsatz geht derjenigen, die pädophil im engen Sinne sind, aber es gibt sozusagen ein breites Feld auch sexueller Übergriffe. … Aber die Studie zeigt ja im Vergleich zu der männlichen Allgemeinbevölkerung, dass das irgendwie im Spektrum des Normalen liegt. Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen, ist das insofern auch beruhigend, aber wie gesagt mit Vorsicht gesagt, trotzdem, wenn man an die Diskussionen der letzten zwei Jahre denkt, dann hatte man ja da zwischendurch den Eindruck, dass gerade katholische Geistliche und Ordenspriester die Hochrisikogruppe in unserer Gesellschaft sind, und da zeigt die Studie ganz klar, dass dies nicht der Fall ist.”
Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1944549/
Kommentar: Der Studie ist tatsächlich zu entnehmen, dass nur wenige Priester-Täter pädophil (12%, weitere 5% ephebophil) sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gruppe der kath. Geistlichen und Ordenspriester vergleichsweise wenig an sexuellen Gewalttaten beteiligt ist. Für die Opfer ist es unerheblich, ob ein Täter pädophil ist oder eine “Ersatzhandlung” begeht, weil ihm geichaltrige Geschlechtspartner verboten sind. Ob der Anteil kath. Priester und Ordensleute an sexueller Gewalt höher liegt als dies im männl. Bevölkerungsdurchschnitt der Fall ist, könnte erst festgestellt werden, wenn es Zahlen über den Anteil übergriffiger Priester an der Gesamtzahl der Priester/Ordensleute gäbe und wenn diese Zahlen verglichen würden mit dem Anteil von Sexualstraftätern an der männlichen Bevölkerung. Die Zahlen der Priester-Täter wurden bislang von der Bischofskonferenz jedoch nicht veröffentlicht.
Wenn Einsamkeit oder eine Sinnkrise Gründe für Sexualverbrechen ist, spricht dies dafür, dass die strukturellen Gründe angeschaut und verändert werden müssten, z.B. der Zölibat; z.B. eine straffe Hierarchie; z.B. die Männergesellschaft … Davon ist keine Rede.
Zu fragen ist auch, wie unabhängig eine Studie sein kann, wenn die Gutachter schon zuvor Priester-Täter begutachtet haben, also ihre teilweise/überwiegend (?) eigenen Gutachten auswerten. Dies gilt für Prof. Leygraf, Prof. Kröber und Professor Pfäfflin.
Bislang war die Rede davon, dass Homosexuelle mehr als Heterosexuelle Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt antun. In der nicht-repräsentativen (!) Untersuchung ist von 54% heterosexuellen und 37% homosexuellen Tätern die Rede. Bislang waren vom ehemaligen Chefankläger der Glaubenskongregation, Scicluna, Homosexuelle für die meisten Gewaltverbrechen verantwortlich gemacht worden.
Und das Argument, Priester-Täter in der Kirche zu belassen, weil sie damit der sozialen Kontrolle unterliegen würden, taugt ebenfalls nicht – bislang hat die soziale Kontrolle jedenfalls nicht funktioniert, wohl aber der Täterschutz.

8.12.2012 In Spanien wurden Jungen zwischen 11 und 16 Jahren aus einem Kinderschänderring befreit, darunter auch Jungen aus Deutschland. 28 mutmaßliche Täter des internationalen Rings wurden verhaftet, gegen 10 weitere wird ermittelt. Laut Polizei befinden sich darunter auch ein Religionslehrer, ein Ordensmann, zwei Briten, ein „älterer Sextourist“ und ein Organisator von kirchlichen Jugendlagern.
Quelle: Tagesspiegel

7.12.2012 Im Bistum Würzburg hat es “in der letzten Zeit” fünf weitere Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt gegeben. Die Missbrauchsvorwürfe im Bistum Würzburg haben dem Missbrauchsbeauftragten Laubenthal zufolge also nicht aufgehört. Er sagt, er habe viele der Würzburger Beschuldigten als „sexuell sehr unreif“ empfunden. „Beunruhigend ist, dass sich die Täter zum Teil keiner Schuld bewusst sind oder versuchen, ihr Handeln zu rechtfertigen. Mindestens die Hälfte der Beschuldigten hat die Vorwürfe bestritten.“
Quelle: Mainpost

7.12.2012 Die Bischofskonferenz hat heute die Analyse forensischer Gutachten 2000 – 2010 über „Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland” von Prof. Dr. Norbert Leygraf vorgestellt. Bischof Ackermann leitet die Pressekonferenz ein – u.a. mit der Bemerkung, es sei “allenfalls in Grundzügen untersucht, welche Präventionsstrategien sich bewähren, wie sich sexualisierte Gewalt im späteren Leben auswirkt und welche Therapien greifen, bei Tätern wie bei Betroffenen…” Zumindest könnte Bischof Ackermann die Auswirkungen sexualisierter Gewalt im späteren Leben kennen.
Weitere Quellen:
dbk.de/
bistum-trier.de
spiegel.de/
fr-online.de/
sueddeutsche.de
Hier ist die ursprüngliche Projektbeschreibung nachzulesen. Ursprünglich war noch beabsichtigt,den kirchlichen Umgang mit den Beschuldigten zu erfassen. Davon war bislang nichts zu erfahren.
Kommentar: Im dradio.de/ wird deutlich kommentiert: “Doch leider zeigt die Studie, dass der Opferschutz innerhalb der katholischen Kirche nach wie vor klein, der Täterschutz groß geschrieben wird. So hatten die Gutachter in einem von zwei Fällen überhaupt keine Bedenken gegen die Weiterbeschäftigung des Täters in der Gemeinde. Weiter Jugendarbeit machen, ins Zeltlager fahren? Kein Problem. Ist der Priestermangel mittlerweile so groß, dass da ein Auge zugedrückt wird? Es wäre entsetzlich.” Hinter diesem Kommentar ist das Erschrecken über die Ergebnisse der Studie spürbar. Ergeben hat die Studie u.a., dass die Priester, die sich sexualisierter Gewalt schuldig gemacht haben, nur zu 17% pädophil bzw. ephebophil waren und die ganz überwiegende Anzahl der Täter ganz normale Männer seien. Und das sollen gute Nachrichten sein?
Noch immer fehlen halbwegs zuverlässige Informationen über die
Anzahl der kirchlichen Täter und ihrer Opfer. Das Forschungsprojekt kommt nicht voran, weil manche Bistümer nicht wie zugesagt den Wissenschaftlnern Einsicht in ihre Personalakten gewähren. Noch immer wird die Frage nach strukturellen Ursachen nicht beantwortet, d.h. sie darf gar nicht gestellt werden.

7.12.2012 Der Jesuitenorden sieht keinen Anlass zu überprüfen, ob Pater Schneider als ehemaliger AKO-Rektor von den Missbrauchsfällen im AKO etwas wusste und nichts zum Schutz der Opfer unternommen hat.
Quelle: unheiligemacht.wordpress.com/

6.12.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, kritisiert die Politik für mangelnde Umsetzung der Vorhaben des Runden Tisches Sexueller Missbrauch. In wesentlichen Punkten könne die Politik nichts vorweisen.
Quelle: Domradio

6.12.2012 Das Bistum Trier verteidigt sich gegen den Vorwurf, sexuelle Gewalttaten vertuscht zu haben.
Quelle: saarbrücker zeitung und sr und volksfreund

5.12.2012 Dass die Opfer sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend heute auf Verständnis und Unterstützung treffen, ist auch möglich.
Quelle: der Westen

3.12.2012 In Irland fordert die Vereinigung katholischer Priester (ACP), dass Geistlichen, die sexueller Gewalt beschuldigt werden, der Name des Klägers und die genauen Anschuldigungen bekannt gemacht werden müssten.  Nach Angaben der AFP hätten sich in den letzten beiden Jahren 12 Anschuldigungen als unbegründet erweiesen. Marie Collins, die im Februar im Vatikan auf dem Missbrauchskongress gesprochen hat, wies darauf hin, dass die Täter oft große Macht über ihre Opfer hätten und die Opfer damit abgeschreckt würden von einer Anzeige.
Quelle: Radio Vatikan

3.12.2012 Der Verein “Priester ohne Amt” sagt, in Österreich, seien in fast allen Diözesen noch immer Priester im Amt, die wegen Kindesmissbrauch rechtskräftig verurteilt seien. Der Verein droht, die Namen zu veröffentlichen, wenn die Bischofskonferenz diese Priester nicht aus dem Amt entferne.
Quelle: www.nachrichten.at

2.12.2012 Bei einer bestimmten Veranlagung führt Traumatisierung in der Kindheit zu einer dauerhaften genetischen Veränderung.
Quelle: mpg.de

2.12.2012 Sexueller Missbrauch ist im Sportumfeld noch immer ein Tabu.
Quelle: zeit.de

1.12.2012 Der Deutschlandfunk zieht Bilanz: Was wurde in Bund, Ländern, Kirchen in Sachen Missbrauch erreicht? Vor einem Jahr beschloss der Runde Tisch “Sexueller Kindesmissbrauch” Hifen für die Opfer. Die Versprechen wurden gebrochen. Einzig die katholische Kirche hat sich zu Geldzahlungen bereit erklärt – zu Bedingungen, die die Opfer noch einmal demütigen und zum Objekt machen.

28.11.2012  Eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule fand nicht statt. Betroffene sexualisierter Gewalt erfuhren stattdessen Widerstände und Hohn. Andreas Huckele alias Jürgen Dehmers sagt anlässlich der Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises: “‘Brecht euer Schweigen’, wurde uns zugerufen, und damit haben die Betroffenen sexualisierter Gewalt wieder die Verantwortung für die Situation, in der sie sich befinden. Würden sie sich äußern, wäre alles anders, suggeriert dieses Statement. ‘Schafft einen Rahmen, in dem es möglich ist zu sprechen’, entgegne ich. Sobald die Diskriminierung der Betroffenen beendet ist, sobald die Verjährungsfristen abgeschafft sind, werden mehr von uns sprechen. Ohne Zweifel.”
Quelle: FR

28.11.2012 Der Publizist Norbert Blaichinger schildert in seinem Buch „Nie wieder schweigen“ die Geschichte eines Jungen, der als Zehnjähriger in die Fänge von Pater B., damals Pfarrer in Zell am Moos, und seines Gefährten geriet – und rund 250-mal an Körper und Seele missbraucht wurde. Dutzende Male war der Pfarrhof in Zell am Moos Tatort.
Quelle: nachrichten.at

27.11.2012 Im Interview sagt Christine Bergmann: “Die Opfer beklagen sehr, dass es bis heute kaum Dialoge gegeben hat zwischen ihnen und den Institutionen und auch den Tätern. Für ihre Verarbeitung aber ist das direkte Gespräch ungemein wichtig: Den Verantwortlichen persönlich gegenüber zu sitzen, so dass die hören, was der Missbrauch für das weitere Leben der Opfer bedeutet. Ohne diesen persönlichen Dialog bleiben die Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs für die Verantwortlichen abstrakt. Aber da ist tatsächlich bis jetzt viel zu wenig passiert.”
Quelle: wdr

23.11.2012 Der Vorwurf gegen einen Dekan, er habe einem Pfarrer-Kollegen Droh-Briefe geschickt, wurde vor Gericht fallen gelassen. Es kam mangels Tatnachweis nicht zur Anklage. Auslöser für die anonymen Briefe seien die Hinweise des Pfarrers auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche gewesen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

23.11.2012 Ein Lehrer einer Waldorfschule soll sich an zwei minderjährigen Schülern vergangen haben.
Quelle: Süddeutsche

22.11.2012 In einem Buch ziehen Jesuiten eine vorläufige Bilanz der Missbrauchsfälle in Schulen und Internaten der Jesuiten. Das Buch stelle nicht die offizielle Sicht des Ordens dar. Die Vorgänge am Aloisius-Kolleg sind längst nicht aufgeklärt, sagten die Autoren. Matthias Katsch spricht von einem “pädophilen Himmelreich” auf dem AKO.
Quelle: kathweb.at/ und ksta.de

22.11.2012 Das Bistum Hildesheim zieht eine erste Bilanz der Missbrauchsfälle: 59 bekannte Opfer, etwa 25 Priester-Täter.
Quelle: bistum-hildesheim.org

22.11.2012 Ein heutiger Erzieher hat 2008 als Berufspraktikant in einem Jugendtreff, einer Ganztagesschule und in einer MIttagsbetreuung in Altötting vermutlich 4 Kinder zwischen 7 und 10 Jahre sexuell missbraucht. In weiteren, ebenfalls schwerwiegenden Missbrauchshandlungen wird der Erzieher verdächtigt. Zudem wurde kinderpornografisches Material bei ihm gefunden. Die Missbrauchstaten hat er weitgehend gestanden.
Quelle: pnp.de

22.11.2012 Hier ist nachzulesen, dass die Berliner Charité – wie so viele Institutionen – Missbrauchsfälle nicht wahrnimmt, zu spät meldet, vertuscht (?) und die Öffentlichkeit nur widerwillig informiert.
Quelle: fr-online und fr-online

22.11.2012 Norbert Lüdecke bringt die Diskussion in der katholischen Kirche auf den Punkt: Ausschlaggebend ist das Kirchenrecht. Und im Übrigen sind Frauen “Minderlaien”.
Quelle: fnp.de

21.11.2012 Pater Bourgeois, USA, wurde in den Laienstand versetzt und aus dem Orden der Mary-Knoll-Missionare ausgeschlossen. 2008 nahm er an der Ordination einer Frau der Unitarian Universalist Church in Kentucky teil. Mit seiner Teilnahme wollte Bourgeois gegen „Diskriminierungen“ durch die Kirche protestieren. Damit zog er sich die automatische Exkommunikation zu. Bereits wenige Wochen später wurde sie ihm von der Glaubenskongregation mitgeteilt. Nun muss er auch seinen Orden verlassen. Bourgeois war seit langem in der Friedensbewegung aktiv. 2005 hatte er den Aachener Friedenspreis erhalten.
Quelle: katholisches info
Kommentar: Merke: Der Einsatz für die Gerechtigkeit gegenüber Frauen ist verwerflicher als sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Der Vatikan reagiert überaus schnell, wenn ein Priester ihm gegenüber ungehorsam ist und überaus langsam, wenn ein Priester Kindern durch sexuelle Gewalt die Seele mordet. Es ist nicht abwegig zu vermuten, dass es um die Macht geht – die Macht einer Männerkirche über Frauen und Jugendliche und Kinder. Die Kirche Jesu Christi kann ich in diesem Verhalten nicht erkennen. Vermutlich liegt der Unterschied darin, ob mann die Welt aus der Perspektive eines prunksüchtigen und selbstverliebten Vatikans betrachtet oder aus der Perspektive der Armen in Bolivien bzw. aus der Perspektive Gewaltüberlebender in Deutschland. Wie schwer es männlichen Christen und Machthabern – auch denen an der Basis (!) – fällt, Frauen als gleichberechtigte Geschwister zu erkennen, zeigt die anglikanische Entscheidung, Frauen nicht als Bischöfinnen zuzulassen. Als wären sie minderwertig und nicht ebenfalls Geschöpfe Gottes (Gen 1,27)!

21.11.2012 Einem belgischen Ordenspriester wurden wegen sexuellen Missbrauchs die Bürgerrechte für 5 Jahre entzogen. Er erhielt außerdem eine 2-jährige Haftstrafe, zur Bewährung ausgesetzt. Er muss dem einen der acht Opfer 3500 Euro Entschädigung zahlen, dessen Missbrauch noch nicht verjährt ist.
Quelle: ttcom

21.11.2012 Einem italienischen kath. Gefängnisgeistlichen wird mehrfacher sexueller Missbrauch ausländischer junger Gefangener, die in den letzten vier Jahren geschehen sein sollen, vorgeworfen.
Quelle: kipa

16.11.2012 Die britische Polizei geht inzwischen von 450 Opfern des früheren BBC-Moder<tors und seines Umfeldes aus. Inzwischen wurde ein 4. mutmaßlicher Täter festgenommen: Der 67-jährige Lee Travis, ehemaliger Radio-DJ.
Quelle: Tagesspiegel

16.11.2012 Opfer sexueller Gewalt in der evangelischen Landeskirche in Hannover können künftig Schmerzensgeld beantragen. Die Kirche habe eine unabhängige Kommission eingerichtet, die über Anträge auf Entschädigung entscheide, teilte die Kirche am Freitag in Hannover mit. 5000 bis 10.000 Euro ständen je nach Einzelfall zur Verfügung.
Quelle: Abendblatt

16.11.2012 In Bad Honnef  fand eine Fortbildung zum Thema “opfergerechter Umgang mit Tätern” statt. Generalvikare, Personalverantwortliche, Missbrauchs- und Präventionsverantwortliche fragten nach einem verantwortlichen Umgang mit Sexualstraftätern aus dem kirchlichen Umfeld. Dabei seien verhaltens- und psychodynamische Perspektiven ebenso zu berücksichtigen wie die kirchlich-spirituelle Dimension eines Täters. Auch die Frage müsse beantwortet werden, wie mit Priestern zu verfahren sei, die zu sexuellen Missbrauchstätern geworden sind.
Quelle: bistum trier
Kommentar: Das Nachdenken und die Beratung durch Fachkundige darüber, wie verantwortlich mit kirchlichen Tätern umzugehen ist – auch unter der Perspektive, künftige Opfer zu vermeiden – ist uneingeschränkt zu befürworten. Erfreulich auch, dass neben psychologischen und juristischen Gesichtspunkten spirituelle Fragen im Täterkontext in den Blick geraten. Jetzt bleibt zu wünschen, dass auch spirituelle Fragen anderer christlicher Täter in den Blick geraten, denn in den christlichen Gemeinden gibt es ja zweifelsohne auch Täter, die nicht am Altar und im Kirchendienst stehen – sonst wäre nicht jeder 8. in Deutschland Missbrauchsopfer. Und vor allem: Es gibt Opfer – im kirchlichen Kontext ebenso wie im familiären oder sonstigen Nahbereich -, die ebenfalls bedrängende spirituelle Bedürfnisse haben (sonst gäbe es diese Internetseite und die zugehörige Mailingliste nicht!). Die sind noch gar nicht im Blick – obwohl Kirche ja für sich in Anspruch nimmt, sich bevorzugt um die Opfer zu sorgen.

15.11.2012 Der Psychotherapeut und Theologe Dr. Wunibald Müller sagte im Dekanat Maifeld-Untermosel zum Thema „Aus dem Dunkel ans Licht: Sexueller Missbrauch in der Kirche – Fakten, Konsequenzen, Perspektiven“ u.a., es sei ein „Segen, dass die Opfer endlich gehört werden“. Der im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen verwendete Begriff „Seelenmord“ treffe bei Opfern von Priester-Tätern besonders zu. „Die Beziehung zu Gott verdunkelt sich dadurch“ oder werde ganz zerstört.
Quelle: bistum-trier.de

15.11.2012 Klaus Mertes, SJ, der den Opfern des Canisius-Kollegs geholfen hat, die sexuelle Gewalt innerhalb der kath. Kirche öffentlich zu machen, berichtet, dass er geschnitten wird von seiner Kirche. Bis heute hat niemand aus der Kirchenhierarchie den Dialog mit ihm gesucht. So lud ihn seine Diözese beim Papstbesuch vorigen Herbst zur offiziellen Begegnung mit Kirchenleuten im Freiburger Konzerthaus gar nicht erst ein. Ihm geschieht auch, dass ein örtlicher Pfarrer ihn nach einer Intervention der Bistumsleitung wieder ausladen muss oder dass die Bischofskonferenz ihn als geistlichen Beirat eines Verbandes ablehnt. Als Mertes den Bürgerpreis der SPD in Berlin erhielt, war niemand vom Erzbistum Berlin da. Zum Auftakt des Dialogprozesses in Mannheim war er nicht eingeladen.  Auch zur Internationalen Konferenz über sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in der katholischen Kirche letztes Jahr in Rom war Mertes nicht geladen. Er sagt: “Emotional am anstrengendsten sind die Berichte der Opfer. Zu hören, was Vertrauensmissbrauch bei Menschen anrichtet – im Vergleich dazu ist das gegenwärtige Imageproblem der Kirche ein Witz.” Er hat Recht.
Quelle: Zeit

13.11.2012 Ein anglikanischer früherer Bischof und ein anglikan. Priester sind wegen des Verdachts, 8 bzw. 2 Kinder missbraucht zu haben, verhaftet worden.
Quelle: kleine zeitung.at

12.11.2012 In Australien wid eine königliche Kommission das Ausmaß sexuellen Missbrauchs in kirchlichen, staatlichen und privaten Institutionen untersuchen. Anlass für die Einberufung der Kommission waren neue Vorwürfe über die Vertuschung von Missbrauchsfällen durch die katholische Kirche und die Polizei.
Quelle: kathweb

12.11.2012 Für die Berichterstattung des Canisius-Skandals bekam die Berliner Morgenpost den Wächterpreis der Tagespresse 2011. Betroffene ziehen bittere Bilanzen. Einer sagt, passiert sei nichts: Das war doch eine einzige PR-Nummer.” Die Morgenpost schreibt, die genaue Zahl der Täter sei der Bischofskonferenz nicht bekannt.
Quelle: Morgenpost
Kommentar: Durch die Presse gingen immerhin ca 1179 Priester, die als Missbrauchstäter benannt wurden.

10.11.2012 Der Untersuchungsausschuss der Katholischen Kirche in Island hat in seinem Bericht festgestellt, dass sämtliche Bischöfe, die seit dem Jahr 1968 im Amt gewesen waren, an ihren Schülern versagt und ihre Pflichten vernachlässigt haben.
Quelle: icelandreview.com und icelandreview

9.11.2012 Im Bistum Erfurt wurde ein aus dem Bistum Fulda stammender Priester wegen Missbrauch an einem Mädchen verurteilt. Zuvor war eine Anklage eines Jugendgefängnisinsassen gegen den Priester fallen gelassen worden. Und noch zuvor hatte dieser Priester im Bistum Fulda 2 Kinder missbraucht. Die Erfurter Gemeinde, das Jugendgefängnis und sein Dienstvorgesetzter erfuhren 2003 nichts von der Fuldaer Vorstrafe.
Quelle: tlz.de

6.11.2012 Ein Radiomoderator muss wegen Kindesmissbrauch ins Gefängnis.
Quelle: Yahoo

6.11.2012 In Island kam es in einem katholischen Kinderheim zu sexueller Gewalt. Täter waren der Direktor und eine deutsche Lehrerin. Die Gewaltherrschaft dauerte von 1956 bis 1988, ohne dass der Bischof einschritt.
Quelle: ORF

4.11.2012 Der britische Premierminister hat eine Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen angeordnet. In Wrexham, Nordwales, sollen in einem Kinderheim Kinder von mehreren Männern sexuell misshandelt worden sein. Polizeiliche Ermittlungen von 1996 bis 2000 sollen nur einen Bruchteil aufgedeckt haben. Durch die Aufdeckung des vielfachen Missbrauchs durch Jimmy Savile, BBC, scheint in Großbritannien denkbar geworden zu sein, dass es auch andernorts zu gehäuftem Kindesmissbrauch gekommen sein kann.
Quelle: Spiegel

4.11.2012 Tanjev Schultz schreibt im Blick auf die NSU-Morde und den Umgang der Behörden mit ihnen Klartext. Eine Untersuchung der Uni Bielefeld hat gezeigt, dass es auch in den Kirchen rechtsradikales Denken gibt:
haben Kirchenmitglieder nicht weniger Vorurteile gegenüber Minderheiten als die übrige Bevölkerung. Der Aussage “Es leben zu viele Ausländer in Deutschland” stimmten im Sommer 2011 46,4 Prozent der Konfessionslosen, 51,2 Prozent der Katholiken und 45 Prozent der Protestanten zu.
Quelle: http://www.domradio.de/aktuell/84751/nicht-weniger-vorurteile.html

3.11.2012 Georg Bier, katholischer Kirchenrechtler, kommt im Blick auf die Position der katholischen Kirche, die den Austritt aus der Kirchensteuergemeinschaft vor den staatlichen Behörden mit der Exkommunikation bedroht, zu folgendem Fazit: “Dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche haben die deutschen Bischöfe keinen guten Dienst erwiesen. Ihr Dekret lässt auch nicht erkennen, dass sie darauf mehr Wert gelegt hätten als auf den Schutz der Kirchenfinanzen.”
Quelle: Herderkorrespondenz

3.11.2012 Der Jesuit Zollner berichtet von der Bilanz einer internationalen Konferenz in Freising, die sich mit sexueller Gewalt befasste. Er erzählt von weltweiten Fortschritten der katholischen Kirche in der Prävention. Er vergisst – wie der Kongress auch, soweit Nachrichten an die Presse gelangen – die Menschen, für die jede Prävention zu spät kommt. Er übersieht, dass es innerkirchlich Opfer gibt, die zwar mit einer – sie und die Kirche beschämenden – “Entschädigungszahlung” abgespeist wurden, damit aber nicht am Ende ihrer “Aufarbeitung” sind. Er übersieht – trotz des allgegenwärtigen Hinweises auf die vielen Gewaltopfer in allen gesellschaftlichen Bereichen -, dass der genuin kirchliche Beitrag zur Begleitung Traumatisierter aussteht und noch kaum überhaupt wahrgenommen wird: Seelsorge mit Traumatisierten.
Quelle: Domradio

1.11.2012 Das Aloisiuskolleg will die bisherige Aufklärung der Missbrauchsfälle fortsetzen, sagt Rektor Pater Johannes Siebner und fügt hinzu: “Alle noch so guten Präventionskonzepte taugen nicht, wenn nicht die Aufklärung und die Anerkennung des Gewesenen und noch immer Wirkmächtigen wesentlicher Bestandteil unseres Tuns ist.”
Quelle: epd

31.10.2012 Der neue Missbrauchsbeauftragte der Hiltruper Missionare, Dr. Lehmann, sagt in schöner Offenheit: “Ich sehe es als meine Bürgerpflicht an, den Orden in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.” Von einer Unterstützung der Opfer spricht er nicht. Der bisherige Mediator, Professor Haupert, kann beim Orden der Hiltruper Missionare nicht erkennen, dass sie an einer Einigung mit den Opfern interessiert sind. Eine wirkliche Bereitschaft, auf die Opfer zuzugehen, könne er nicht sehen.
Quelle: Initiative Ehemaliger Johanneum
höre auch Kommentar des SR
Wer übrigens die Mailadresse des neuen Missbrauchsbeauftragten anklickt, kommt auf kürzestem Weg … zum Kontaktformular der Hiltruper Missionare.

30.10.2012 Rezension “In bester Tradition der Wahrheits-Sagerin” des Buches von Carola Moosbach: Bereitet die Wege. Poetische Kommentare zu Bachs geistlichen Kantaten. Strube Verlag. (Vor-)Bestellung bei amazon. 

30.9.2012 Dierk Schäfer über “Opfer ohne Chance – Über Roma, die nach Deutschland fliehen”

29.12.2012 In Burgau, Landkreis Günzburg, wurde ein evangelischer Pfarrer wegen des Verdachts sexueller Kontakte zu einer Minderjährigen suspendiert.
Quelle: Passauer Neue Presse

27.10.2012 Der Jesuit Hagenkord bespricht den Tagungsband zum Missbrauchs-Kongress in Rom. Er schreibt u.a.: ” Be­acht­lich ist auch die Re­fle­xi­on des mitt­ler­wei­le zum Bi­schof er­nann­ten ehe­ma­li­gen Chef­an­walts der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Charles Sci­clu­na. Die Ge­rech­tig­keit habe mit der Wahr­heit zu tun, pas­to­ra­le Er­wä­gun­gen dürf­ten des­we­gen einer Auf­klä­rung nicht im Wege ste­hen. Die von ihm er­läu­ter­ten Ver­fah­ren wür­den des­we­gen den Ver­su­chun­gen ent­ge­gen­tre­ten, die ein „fal­sche Auf­fas­sung von Mit­ge­fühl“ ent­ste­hen lasse.”
Quelle: Münchner Kirchenradio
Kommentar: Man beachte, dass die “pastoralen Erwägungen” den Blick auf die Priester-Täter richten, nicht auf die Opfer.

Das Buch versammelt die Beiträge, die bei diesem Symposium gehalten wurden, beginnend mit dem Beitrag von zwei Opfern von Missbrauch und dem Grußwort des Papstes, der von der „tief greifenden Erneuerung der Kirche auf allen Ebenen“ spricht. Kardinal Reinhard Marx fügt seine Gedanken zur Führungsverantwortung der Bischöfe hinzu, es geht ferner um den Umgang mit schuldig gewordenen Priestern und um die Aufnahmekriterien vor einer Zulassung zum Dienst in der Kirche. Beachtlich ist auch die Reflexion des mittlerweile zum Bischof ernannten ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen. Er analysiert die „Instrumentalisierung der Gerechtigkeit“, die in der Vergangenheit zu Misstrauen in der Kirche und der Leitung der Kirche gegenüber geführt habe.

Beachtlich ist auch die Reflexion des mittlerweile zum Bischof ernannten ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse.

Das Buch versammelt die Beiträge, die bei diesem Symposium gehalten wurden, beginnend mit dem Beitrag von zwei Opfern von Missbrauch und dem Grußwort des Papstes, der von der „tief greifenden Erneuerung der Kirche auf allen Ebenen“ spricht. Kardinal Reinhard Marx fügt seine Gedanken zur Führungsverantwortung der Bischöfe hinzu, es geht ferner um den Umgang mit schuldig gewordenen Priestern und um die Aufnahmekriterien vor einer Zulassung zum Dienst in der Kirche. Beachtlich ist auch die Reflexion des mittlerweile zum Bischof ernannten ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen. Er analysiert die „Instrumentalisierung der Gerechtigkeit“, die in der Vergangenheit zu Misstrauen in der Kirche und der Leitung der Kirche gegenüber geführt habe.

Beachtlich ist auch die Reflexion des mittlerweile zum Bischof ernannten ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse.

Beachtlich ist auch die Reflexion des mittlerweile zum Bischof ernannten ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen. Er analysiert die „Instrumentalisierung der Gerechtigkeit“, die in der Vergangenheit zu Misstrauen in der Kirche und der Leitung der Kirche gegenüber geführt habe.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen. Er analysiert die „Instrumentalisierung der Gerechtigkeit“, die in der Vergangenheit zu Misstrauen in der Kirche und der Leitung der Kirche gegenüber geführt habe.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen.

ehemaligen Chefanwalts der Glaubenskongregation, Charles Scicluna. Die Gerechtigkeit habe mit der Wahrheit zu tun, pastorale Erwägungen dürften deswegen einer Aufklärung nicht im Wege stehen. Die von ihm erläuterten Verfahren würden deswegen den Versuchungen entgegentreten, die ein „falsche Auffassung von Mitgefühl“ entstehen lasse. Wenn es um die verletzten Rechte Dritter gehe, könnte nur das Einhalten der Verfahren dafür sorgen, dass wirklich Gerechtigkeit und Wahrheit zusammenfallen.

26.10.2012 Der ehemalige Mediator für Opfer von Hiltruper Missionaren, Prof. Bernd Haupert, glaubt, dass es eine „genaue Aufklärung wohl nicht mehr geben wird“. Auf die Frage, warum, schreibt er: „Fragen Sie den Provinzial des Ordens, Dr. Kleer! Denn ich glaube, hier besteht wenig Interesse, vor allem, weil die Angelegenheiten aus Sicht des Ordens ‚verjährt‘ sind“.
Quelle: muensterlandzeitung.de

25.10.2012 In Belgien wurden 403 Entschädigungsanträge wegen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich gestellt – zu ca 80 Prozent von Männern. Der Großteil der Opfer sei zwischen 1940 und 1970 geboren; etwa 5 Prozent sind über 80 Jahre alt.
Quelle: kath.web

25.10.2012 Ein Mönch, Deutscher, aus dem Kloster Melk ist des sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Er widerspricht den Vorwürfen. Er wurde – als “routinemäßige Vorsichtsmaßnahme” – nach Deutschland versetzt und soll dort therapiert werden. Die österreichische Pfarrer-Initiative wird von der Plattform „Betroffener kirchlicher Gewalt“ mit dem Vorwurf konfrontiert, in ihren Reihen Missbrauchstäter zu haben.
Quelle: krone.at

25.10.2012 Im Fall Jimmy Savile werden nun auch Missbrauchsvorwürfe gegen drei Ärzte erhoben. Die Polizei spricht inzw. von bis zu 300 Opfern. Von den Tätern und dem Schaden für die BBC ist die Rede – die Opfer verschwinden im Hintergrund.
Quelle: Spiegel

24.10.2012 Opfer von Frauenhandel – sprachlos, hilflos, rechtlos? Zu einer Fachtagung anläßlich des 5. Europäischen Tags gegen Menschenhandel. Dass es Frauen- und Mädchenhandel mitten in Deutschland gibt, berichtet eine Nachricht vom gleichen Tag.

24.10.2012  Fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde heute in Berlin ein Mahnmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma eingeweiht. “Die toten Sinti und Roma haben nun ihr Denkmal. Die lebenden werden auch in Deutschland kaserniert und abgeschoben. Während die Bundeskanzlerin der bis zu 500.000 Ermordeten gedenkt, überlegt der Bundesinnenminister, wie man sich die Enkel und Urenkel vom Leib hält.” So kommentiert – ganz zu Recht – Heribert Prantl in der Süddeutschen die heutige Realität der Sinti und Roma in Deutschland. Zoni Weisz hat am 27.1.2011 im Bundestag viel Nötiges dazu gesagt, ebenso wie Romani Rose sich seit Jahrzehnten zu Wort meldet.

24.10.2012 Gegen 9 weitere Mitarbeiter der BBC wird derzeit – im Gefolge der Vorwürfe gegen Savile, der bis zu 200 junge Mädchen missbraucht haben soll – wegen Kindesmissbrauch ermittelt. Karen Ward, eines der Opfer, hatte in dem nicht-ausgestrahlten BBC-Film formuliert: “Mein ganzes Leben habe ich damit zugebracht, dass mir nicht zugehört wurde.”
Quelle: Spiegel

20.10.2012 Australische Kinderschutzexperten berichten, dass in der kath. Kirche der Diözese Raleigh Australiens sechsmal so viel Missbrauch geschehe als im Rest aller anderen Kirchen zusammen – und das sei eine vorsichtige Schätzung. Seit 1956 habe es 2110 Straftaten gegen 519 Opfer gegeben und keine einzige sei angezeigt worden, berichtete der Police Deputy Commissioner von Victoria, Graham Ashton. Erzbischof Denis Hart hingegen betonte, dass die Kirche in den vergangenen 16 Jahren offen und ehrlich mit der Polizei zusammengearbeitet habe. Professor Parkinson, unter dessen Vorsitz die Kinderschutzgesetze in New South Wales überprüft wurden, hat im Zuge der Erfahrung von Vertuschung seines unabhängigen Berichtes über die Salesianer Don Boscos mit der Kirche gebrochen. Den Bischof Moloney bezeichnete Parkinson als Mittelpunkt aller Unwahrheiten.
Quelle: Sydney Morning Herald

19.10.2012 Über 1.200 Jugendbetreuer der US-Pfadfinderorganisation Boy Scouts sollen Kinder und Jugendliche belästigt und sexuell missbraucht haben. Das geht aus tausenden vertraulichen Akten hervor, die die Organisation per richterlicher Anweisung herausgeben musste. Es handelt sich um Fälle zwischen 1965 und 1985. Zum Schutz der Opfer hatten die Pfadfinder viele Fälle nicht angezeigt. Inzwischen sind sie aber die sicherste Organisation, die es für Kinder gibt. Bislang hat die kath. Kirche diese Selbstbeschreibung für sich in Anspruch genommen.
Quelle: krone,at

18.10.2012 In Belgien sind Polizeiprotokolle von Ermittlungen in kirchlichen Pädophilie-Fällen verschwunden. Die Anklagekammer in Brüssel hat daher die Behandlung des Falls bis zum 20.11. verschoben. Der Inhalt der Polizeiprotokolle liegt als Kopie weiterhin vor.
Quelle: kipa

15.10.2012 Im Johanneum in Homburg gab es nicht 14, sondern 18 Opfer.
Quelle: Rheinpfalz

15.10.2012 In einem Freiburger Kindergarten filmte ein Mann Kindergartenkinder mit versteckter Kamera und berührte die Kinder im Intimbereich. Der Täter war zunächst als Aushilfe, später als sog. Bürgerarbeiter im Kindergarten beschäftigt.
Quelle: welt.de

13.10.2012 Im Bistum Trier wurde seit 2010 gegen 17 Priester wegen Missbrauchsverdacht ermittelt, 6 Verfahren laufen noch.
Quelle: Pfälzischer Merkur

13.10.2012 Gegen Jimmy Savile wird auch der Vorwurf erhoben, er habe gelähmte und geistig behinderte Mädchen vergewaltigt. Patientinnen aus Krankenhäusern, für die Savile Gelder sammelte, berichten ebenfalls von Vergewaltigungen. Ein ehemaliger BBC-Regisseur erzählt, er habe Vorgesetzte auf die Vorgänge aufmerksam gemacht, doch habe das einfach niemand hören wollen. 2011 hat die BBC einen Beitrag, in dem mehrere Frauen angaben, als Teenager von Savile missbraucht worden zu sein, ‘aus redaktionellen Gründen’ aus dem Programm genommen.
Quelle: Süddeutsche
Kommentar: Offensichtlich können Opfer erst dann sprechen, wenn der Täter und/oder die Institution, die ihn schützte, alt und schwach geworden sind bzw. gestorben sind.

12.10.2012 Jimmy Savile, ein bekannter Moderator der BBC, soll ab 1959 4 Jahrzehnte lang ein rücksichtsloser Sexualtäter gewesen sein. Erst jetzt, nach seinem Tod, sprechen die Opfer. Die Polizei geht von 20-25 Opfern zwischen 13 und 16 Jahren aus. Inzwischen ist auch von Opfern die Rede, die im Kinderheim oder in Kliniken waren, als sie Opfer von Savile wurden. Die BBC spricht davon, dass das Verhalten Saviles ein offenes Geheimnis gewesen sei. Die Vermutung liegt nahe, dass das Unternehmen seinen guten Ruf nicht gefährden wollte. Savile wurde 1990 wegen seiner vielen wohltätigen Werke zum Ritter geschlagen und erhielt im gleichen Jahr den vom Papst verliehenen Ritterorden des heiligen Gregor des Großen.
Quelle: yahoo-nachrichten und Süddeutsche

11.10.2012 Der bisherige Ansprechpartner für Opfer von Hiltruper Missionaren, die nicht mit dem Orden reden wollen, Bernd Haupert, gibt auf. Ihm wurde vom Anwalt eines beschuldigten Paters mit juristischen Schritten gedroht. Die Opferinitiative “Initiative Ehemaliger Johanneum Homburg” spricht davon, dass es beim Orden “keine Spur von Verantwortung oder Wiedergutmachung” gebe. Weder das Bistum Speyer noch die Hiltruper Missionare waren für eine Stellungnahme zu erreichen, die die “Rheinpfalz” angefragt hatte.
Quelle: Rheinpfalz
Kommentar : Opfer, die sexuelle Gewalt innerhalb der Kirche anzeigen, müssen mit Anzeigen rechnen. Das ist bekannt. Dass auch gegen Mediatoren juristisch vorgegangen wird, ist neu. Matthias Katsch formulierte es Anfang 2012 mal so: “Bei Betroffenen von sexueller Gewalt im Bereich von Institutionen wie der katholischen Kirche kommt zum eigentlichen Verbrechen [die] zweite Tat durch die Institution hinzu. Diese hat in der Vergangenheit gar nicht oder nicht adäquat auf Rückmeldungen von Opfern reagiert. Dieses zweiten Verbrechens werden sich die nun erwachsenen Opfer aber erst im Zuge der Aufdeckung und des Sprechens über den Missbrauch bewusst. …Die Opfer wurden alleine gelassen.“ Diese Entwicklung ist desaströs – für die Opfer – und für die Glaubwürdigkeit der Kirche. Die Glaubwürdigkeit der kath. Kirche kann dann auch nicht durch Events wie Papstbesuch, Weltjugendtage, Jahr des Glaubens, … wiederhergestellt werden. Sie wird daran gemessen, wie die Kirche mit den Opfern der eigenen Pastoral umgeht.   

11.10.2012 Der Altabt von Mehrerau räumt Fehler im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pater ein. Der Altabt wusste bereits 1967 von Missbrauchsvorwürfen gegen den Pater und den polizeilichen Ermittlungen, nicht jedoch von der Verurteilung. Davon habe er erst 2004 erfahren. In den 1980er Jahren wandten sich die Eltern des heutigen Klägers an den Abt mit der Aussage, er sei von dem Pater missbraucht worden. Daraufhin erst wurde der Pater aus dem Schuldienst entfernt, als Priester suspendiert und – versetzt. Ein Gespräch zwischen dem Abt und dem Täter fnd nicht statt.
Quelle: kath.web

9.10.2012 Der chilenische Bischof von Iquique, Marco Antonio Ordenes Fernandez, hat seinen Rücktritt eigereicht. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er spricht von einer “unvorsichtigen Handlung”.
Quellen: kipa  ndtv.com

8.10.2012 Bekannt wurden 800 Fälle sexueller Gewalt in niederländischen Kinderheimen und Pflegefamilien; 42 führten zu Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft. Heimkinder würden mehr als doppelt so häufig missbraucht wie andere Kinder. Bei Kindern mit einer geistigen Behinderung sei das Risiko dreimal so hoch, heißt es.
Quelle: tt.com

8.10.2012 In den Niederlanden wirft ein sozialistischer Abgeordneter, der Mitglied des für die sexuelle Gewalt zuständigen Parlamentsausschusses ist, den Kirchen vor, sie mache die Opfer mundtot und die Kirche käme weiterhin ihren Verpflichtungen nicht nach. Begründung: Die Kirche schließt Vereinbarungen mit den Opfern, in denen die Opfer verpflichtet werden, keine weiteren Schritte gegen jegliche Instanzen der kath. Kirche zu unternehmen. Ein Sprecher der Bischofskonferenz wies die Vorwürfe zurück.
Quelle: brf online

8.10.2012 Opfervertreter beklagen eine stockende Aufklärung des Missbrauchskandals an der südhessischen Odenwaldschule.
Quelle: dradio

5.10.2013 Erzbischof Müller, Präfekt der römischen Glaubenskongregation, sagt, der Kirche geschehe schweres Unrecht, wenn behauptet werde, die sexuelle Gewalt liege im “System Kirche”. Aus theologischen Erwägungen könne sich die Kirche nicht zur Täterin erklären und die Täter dadurch entlasten.
Quelle: kipa
Kommentar: Bei dieser Sicht erübrigt sich ja jegliches Nachdenken über Strukturen in der kath. Kirche.Thema ist dann auch nicht, dass Bischöfe und Personalchefs Täter versetzten, Opfer im Stich ließen ud weitere Opfer im Kauf nahmen.  

4.10.2012 Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Odenwaldschule gestaltet sich schleppend. Der Opferverband Glasbrechen spricht von einer “grundsätzlich opferverachtenden Haltung”.
Quelle: Süddeutsche

3.10.2012 Die Chilenische Bischofskonferenz hat Untersuchungen gegen den Bischof von Iquique (47) wegen sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen eingeleitet. Der Vatikan untersucht seit April 2012.
Quelle: kath.web

29.9.2012 Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Deutchen Bischofskonferenz, hatte im Frühjahr 2012 eine Überarbeitung der Leitlinien angekündigt, die auf der Herbstvollversammlung der Dt. Bischöfe geschehen sollte. Den Informationen über diese Versammlung ist bislang nicht zu entnehmen, ob die Bischöfe sich mit der Frage beschäftigten, ob straffällig gewordene Priester weiterhin in der Seelsorge eingesetzt werden dürfen, wie das derzeit der Fall ist.
Quelle: Der Westen vom 6.4.2012

28.9.2012 So beurteilt die KSJ Trier den Umgang der Kirche mit Missbrauchstätern und -opfern.

27.9.2012 “Eine vertane Chance” nennt CiG die Neuregelung des Kirchenaustritts. Hier ist das sog. “Pastorale Schreiben” an diejenigen nachzulesen, das Ausgetretene zum Wiedereintritt motivieren soll. Es ist eine schlichte Drohbotschaft. Wer solcher Pastoral in die Hände fällt, dem gnade Gott.
Quelle: CiG

26.9.2012 Nur wer Kirchensteuer zahlt, kann Kirchenmitglied sein. Das entschieden die Leipziger Bundesverwaltungsrichter. Nun wird die Kirche erklären müssen, warum sie die Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft an die Zahlung von Kirchensteuer bindet. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz zeigte sich mit dem Urteil sehr zufrieden.
Quelle: Süddeutsche

26.9.23012 Heute wurde die kirchliche Untersuchung “Hinter Mauern” zu Gewalt in Luzerner Kinder- und Jugendheimen von 1930 bis 1970 vorgestellt. Eine zweite Studie “Bericht Kinderheime im Kanton Luzern” berichtet von Handlungen gegenüber Kindern, die heute als Foltermethoden (z.B. waterboarding) bezeichnet würden. Ries, Autor der zweiten Studie, stellt fest, dass es inkirchl. Heimen drei Gewaltformen gab: allgemein akzeptierte erzieherische Sanktion, Gewaltexzess und sexueller Missbrauch. Als eine unter mehreren Ursachen nennt er auch weltanschaulich begründete. Aus ethischer und pastoraltheologischer Sicht sei – neben der Anerkennung der Opfer, dem Gespräch auf Augenhöhe, dem Benennen von Schuld und Schuldigen – auch der Diskurs über Sexualität nötig.
Quelle: kipa

24.9.2012 Die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle stieg 2011 um 4,9 % auf 12.444 Anzeigen. Andere Quellen liefern andere Zahlen. Zum Vergleich: Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 300 Kinder mit Mukoviszidose auf die Welt.
Quelle: derwesten.de

22.9.2012  Im Bundesstaat Victoria in Australien wurden über 620 Missbrauchsfälle durch Kleriker bekannt. Die meisten Delikte fanden zwischen 1960 und 1970 statt. Die Untersuchung geht bis in die 30er Jahre des 20. Jh. zurück.
Quelle. shortnews

21.9.2012 Wer aus der kath. Kirche austritt, wird nicht mehr exkommuniziert. Allerdings hat der Kirchenaustritt zufällig die gleichen Folgen wie eine Exkommunikation. Es gibt jedoch einen Unterschied zur bisherigen Regelung: Jetzt muss der Ortspfarrer dem Ausgetretenen einen Brief schreiben – formuliert von der Bischofskonferenz – und ihn über die Folgen des Austritts aus der Kirchensteuergemeinschaft, die keine Exkommunikation darstellen und doch eine Exkommunikation sind, informieren. Das verstehe, wer will. Verstehen mag auch, wer will, dass es in der Frage der “Kirchenzugehörigkeit nur mit Kirchensteuer” keines Wartens auf weltkirchlichen Konsens bedurfte und ein deutscher Sonderweg möglich ist – anders als in vielen Reformfragen, die hierzulande auf den Nägeln brennen.
Quelle: süddeutsche

20.9.2012 Der amerikanische Schwimmverband reagiert auf Missbrauchsskandale mit Verharmlosung und Vertuschung. Dabei gibt es auch zahlreiche Zivilklagen betroffener Schwimmerinnen gegen den Verband.
Quelle: faz

20.9.2012 Dem Bistum Limburg sind mindestens 5 Opfer sexuellen Missbrauchs in einem Kinderheim durch dessen früheren Leiter bekannt. Allerdings sei der sexuelle Missbrauch nicht mehr beweisbar, weil der Hauptbeschuldigte nicht mehr lebt. Unklar ist, ob der heutige Generalvikar und damalige Nachfolger des mutmaßlichen Täters tatsächlich erst 2009 von den Vorwürfen erfahren habe und nicht bereits 2006. Immerhin gab es den Selbstmord des mutmaßlichen Täters und einen Rechtsstreit mit Alexander Markus Homes um dessen Buch Prügel vom lieben Gott und um dessen Film über seine Heimkinderzeit. Homes musste in seinem Buch darauf hinweisen, es handle sich nicht um eine Dokumentation, sondern um eine literarische Verfremdung. Darüber hinaus hatte eines der mutmaßlichen Opfer bereits 1970 eine Unterschriftenaktion mit den Vorwürfen gegen den Priester unternommen, die in den Akten des Ordinariats als Notiz der Personalabteilung auftaucht. In einem internen Ermittlungsbericht von 2010 wird vom Bistum zugestanden, dass die Aussagen über vollzogene oder versuchte Vergewaltigung sogar während der Beichtsituation übereinstimmend seien und es keine Zweifel an den Missbrauchshandlungen durch den Beschuldigten gebe.
Eines der mutmaßlichen Opfer hat sich nicht beim Bistum Limburg, jedoch bei der FR gemeldet und gesagt, er könne alle Vorwürfe bestätigen, auch über sexuellen Missbrauch in der Beichtsituation. Eine Beschwerde bei der Kirche habe er nach seinen Erfahrungen als Heimkind aber nie in Erwägung gezogen. Daraufhin ermutigte der Bischof die Opfer, sich bei der Kirche zu melden.
Quelle: FR und Spiegel und hpd
s.auch Video
Kommentar: Wenn Opfer sich öffentliche Doppelbotschaften anhören müssen, tun sie gut daran, sich dieser Situation nicht erneut auszusetzen. Doppelbotschaften kennen sie. Eine Doppelbotschaft ist die Aussage, dass ein Missbrauch wegen des Todes des mutmaßlichen Täters nicht mehr beweisbar ist und die gleichzeitige Aussage, dass Opfer sich doch melden mögen. Sollen sie sich melden, um sich anzuhören, dass ihr Vorwurf nicht mehr beweisbar ist? Und: Ist es der mutmaßliche Täter, der letztlich über die Wahrheit entscheidet?

19.9.2012 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, wird gefragt, wie es mit den Missbrauchsfällen gehe. Seine Antwort: „Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Wer weiß, wie schwer es ist, in Deutschland qualifizierte SeelsorgerInnen für Gewaltüberlebende zu finden, wird das Urteil des Erzbischofs nicht teilen. Es wäre an der Zeit, die Betroffenen selbst zu fragen.

17.9.2012 Das Bistum Limburg tritt Aussagen des Spiegel entgegen, der frühere Stiftungsdirektor des Behindertenheims St. Vincenzstift, Rüdesheim-Aulhausen, und jetzige Generalvikar Dr. Kaspar habe sich an der Vertuschung von Missbrauchsfällen beteiligt, die sein damaliger Vorgänger Müller begangen habe. Der Spiegel berichtet, seit 2010 liege ein internes Dokument vor, das keinen Zweifel an Müllers Täterschaft lasse. Von vollzogenen und versuchten Vergewaltigungen sogar während der Beichte ist die Rede. Hinweise auf Müllers Taten seien dem Ordinariat seit 1970 bekannt, als eine Unterschriftenaktion mit Vorwürfen gegen den Priester lief.
Quelle: FR und Spiegel

17.9.2012 Auch die US-Pfadfinder haben über Jahrzehnte Missbrauchsfälle verschwiegen und vertuscht. Die Verantwortlichen wollten damit die Opfer schützen.
Quelle: Die Welt

15.9.2012 “Wir wünschen uns, dass auch der Umgang mit Opfern sexualisierter Macht jesuanisch geprägt ist. Eine Kirche, die sich stattdessen vom Machterhalt leiten lässt, steht in der Gefahr, die Opfer und damit das Evangelium zu verraten. Es wäre ein furchtbarer Irrtum zu denken, das Bekanntwerden der Untat schade der Idee mehr als die Untat selbst.” Die KSJ fordert eine unabhängige Aufklärungskommission und einen kritischen Umgang mit Fragen der Struktur und Macht.
Quelle: KSJ

12.9.2012 Ein Heimopfer aus Rosenheim berichtet.
Quelle: ovb-online.de

12.9.2012 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann in der HK spricht über die Kirchenkrise. Als Kern der Krise formuliert er: “Die Phase, in der der Katholizismus von einer Sakralisierung seiner Organisation samt seiner Spitze zehrte, geht offenkundig zu Ende”

12.9.2012 Das Verfahren gegen die Bischöfe der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg wurde eingestellt, weil Kirchenfunktionäre nicht verpflichtet sind, Straftaten anzuzeigen.
Quelle: Hamburger Abendblatt

11.9.2012 Unter Ahrensburger Opfern ist die Anzeige gegen Bischöfe der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg umstritten. Opfer weisen darauf hin, dass die Anzeige für Opfer hoch belastend sein kann.
Quelle: welt.de

8.9.2012 Die evangelische Nordkirche hat eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle (insbesondere in der Kirchengemeinde Ahrensburg) eingesetzt. Bischöfin Kirsten Fehrs erklärte ganz richtig: „Eine traumatisierte Institution kann eines nicht leisten – und das ist, sich selbst zu analysieren. Dafür muss eine unabhängige Kommission aus Expertinnen und Experten eingesetzt werden.“
Quelle: nordkirche.de

7.9.2012 Gegen Pfarrer Georg K. aus Willich wird in Südafrika ein Prozess wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch geführt, seit 2008. In Deutschland wartet ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Krefeld auf Pfarrer K. Das Bistum Aachen sagte im Dezember 2011, Pfarrer K. würde sein Verfahren in Südafrika nicht verzögern, sei selbst an der Aufklärung interessiert. Die Glaubenskongregation, sagt das Bistum Aachen, habe Anweisung gegeben, erst nach Abschluss des Verfahrens kirchenrechtliche Schritte zu unternehmen.
Quelle: www.wz-newsline.de/

7.9.2012 Der Bischof von Kansas City, Robert Finn, wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, die annulliert werden, wenn der Bischof alle Verantwortlichen in seinem Bistum anweist, bei Missbrauchsverdacht die Behörden einzuschalten und wenn der Bischof einen Kurs zum Thema Missbrauch besucht. Finn hatte mehrere Monate lang den Behörden nicht gemeldet, dass ein Diözesanpriester kinderpornographische Bilder auf seinem Computer hatte.
Quelle: Radio Vatikan

7.9.2012 Gegen Maria Jepsen, ehemalige Bischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg, gegen den ehemaligen Lübecker Bischof Karl Ludwig Kohlwage und gegen Heide Emse, ehemals Pröpstin in Ahrensburg und Detlev Sonne, Personalchef der Nordelbischen Kirche wird wegen Strafvereitelung ermittelt. Es ist zu klären, wann wer über den Ahrensburger Missbrauchsfall informiert war und nichts unternommen hat zum Schutz der Opfer.
Quelle: Hamburger Abendblatt

6.9.2012 In Irland wurde ein neuer Untersuchungsbericht über Kindesmissbrauch veröffentlicht. Dabei sorgten die Äußerungen des amtierenden Bischofs von Clonfert, John Kirby, für Irritation und Verstimmung. Kirby hatte sich für die Versetzung zweier pädophiler Priester in den 1990er Jahren entschuldigt und erklärt, er habe damals Pädophilie für Freundschaft gehalten, die eine Grenze überschritten habe. Ian Elliott, Geschäftsführer des kircheninternen Gremiums für Kinderschutz, das die Untersuchungen durchgeführt hatte, verurteilte Kirbys Äußerungen. Er zog auch Kirbys Eignung für das Bischofsamt in Zweifel.
Quelle: kath.web zum Vergleich Radio Vatikan
Kommentar: Da frage ich mich, wie jemand ein Bistum leiten kann, der so wenig Ahnung hat. Über Gewalt gegen Frauen und über Kindesmissbrauch wird im englischen Sprachraum seit Beginn der 80er Jahre geforscht, diskutiert, veröffentlicht. 

5.9.2012 In Österreich sind die ca 1090 “Missbrauchsfälle” zu zwei Dritteln “abgearbeitet” – von der Kommission, nicht von den Opfern.
Quelle: orf

4.9.2012 Der “mahnende Mühlstein” liegt derzeit vor dem Limburger Rathaus. Ein Redner, Pfr. i. R. Janssen, ließ keinen Zweifel daran, dass die katholische Kirche  noch Verbesserungsbedarf hat: “Teile der Amtskirche sind mehr am Erhalt der Hierarchien interessiert als an Aufklärung”.
Quelle: fnp

3.9.2012 In Vorarlberg trat ein Priester von seinem Amt zurück. Er habe seit recht langer Zeit Schwierigkeiten gehabt, Vertreter einer von Rom zentralistisch regierten Kirche zu sein, sagte er.
Quelle: orf

31.8.2012 Der New Yorker Fernsehpfarrer, Franziskaner der Erneuerung (CFR) Benedict Groeschel arbeitet mit Priestern, die an Missbrauchsfällen beteiligt waren. Zur Frage der Verantwortung für den Übergriff sagte er: “Angenommen, Sie haben einen Mann mit einem Nervenzusammenbruch, und ein Jugendlicher sucht seine Nähe. In vielen Fällen ist der Jugendliche – 14, 16, 18 Jahre alt – der Verführer.” Außerdem plädierte er dafür, dass alle (?) Beteiligten “für ihre erste Straftat nicht ins Gefängnis sollten, weil es nicht ihre Absicht war, ein Verbrechen zu begehen”. Groeschels Denken hat Tradition. So zeigte er in einem Interview auch Verständnis für Jerry Sandusky, einen ehemaligen Football-Trainer der Penn State University, der wegen sexuellen Missbrauchs an zehn Jungen verurteilt worden war. Er bezeichnete Sandusky als “armen Kerl”.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Groeschel sagt im Grunde das, was nicht Wenige – und nicht nur unter den Katholiken – denken.

28.8.2012 Einer der Aktivisten für “Proposition 8”, die sich gegen die Eheschließung homosexueller Partner einsetzen, ist in Kalifornien festgenommen worden. Der Grundschullehrer Caleb H. soll in seiner evangelikalen Jugendgruppe Kinder missbraucht haben.
Quelle: queer.de

28.8.2012 In der Bundeswehr gibt es jede Menge Einzelfälle sexueller Gewalt. Das sagt der Wehrbeauftragte der Budesregierung, Hellmut Königshaus. Anders sieht es Gerhard Kümmel, der wissenschaftliche Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr. Der Geschäftasführer des Instituts, Ernst-Christoph Meier korrigiert Kümmel und sagt, Kümmel verwende veraltete Daten bei seiner Eischätzung. Sexuelle Gewalt in der Bundeswehr sei seltener als in anderen Streitkräften oder Unternehmen. Kümmel darf sich nun nur noch mit Genehmigung äußern.
In einer Studie hatte Kümmel 2008 festgestellt, dass 58% der Befragten von sexistischen Bemerkungen berichteten, 19% von unerwünschten Berührungen und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, 4,6% von sexueller Gewalt. Drei Viertel der 584 Befragten meldeten die Fälle sexueller Belästigung nicht, weil sie meinen, dabei käme nichts heraus, 18% erwarteten, dass ihre Situation im Fall einer Anzeige schlimmer würde. Tatsächlich gingen die Vorgesetzten in 20% der gemeldeten Fälle den Anschuldigungen nicht nach.
Quelle: FR
Nun soll es eine neue Studie geben. In der wird der Themenkompex sexuelle Belästigung und Gewalt gar nicht oder nur noch in abgeschwächter Form behandelt. Im Entwurf seien die einschlägigen Fragen, die einen Vergleich mit der Studie von 2008 ermöglicht hätten, noch vorhanden gewesen. Im Zuge des ministeriellen Genehmigungsprozesses seien sie auf Anweisung des ehemaligen Inspekteurs der Steitkräftebasis und stellvertretenden Generalinspekteurs Wolfram Kühm aber gestrichen worden.
Quelle: MZ
Kommentar: Wir sehen, dass das Vertuschen, Verharmlosen, Kleinreden, Verschwinden-Machen durchaus kein Privileg der katholischen Kirche ist. Und auch der Umgang der Bundeswehr und der Politik mit wissenschaftlichen Studien erinnert sehr an das Schicksal der Studie der Bistümer Deutschlands über sexuelle Gewalt in der Kirche, mit dem der Kriminologe Christian Pfeiffer beauftragt ist oder war.

28.8.2406 Heute hat sich ein Bischof der katholischen Weltkirche dafür entschuldigt, dass am Ende des 20. und am Beginn des 21. Jh. Opfer von sexueller Gewalt innerhalb und außerhalb der damaligen Kirche so lange um Gehör und Gerechtigkeit kämpfen mussten. Er plädierte für die Errichtung eines Gedenksteines, konnte aber keinen Sponsor dafür finden. Ein Museum, das die Leiden der Opfer und vor allem die Gewissensqualen der Täter dokumentiert, wurde bereits 2404 eröffnet.
Quelle: Kommunikationssystem kath. Kirche

27.8.2012 Jahrelang verging sich ein Familienvater aus dem Kreis Dithmarschen an drei seiner Töchter. Wegen sexuellen Missbrauchs ist er zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Auch zwei seiner Söhne missbrauchten wohl die Schwestern; einer von ihnen erhielt eine Bewährungsstrafe. Der Prozess gegen den anderen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt – weil der Angeklagte selbst noch minderjährig ist.
Quelle: Süddeutsche

27.8.2012 Die vatikan. Glaubenskongregation hat 2011 insgesamt 404 “delita graviora” behandelt, bei denen es um den Verdacht auf Missbrauch Minderjähriger ging. In 125 Fällen kam es zu einer Laisierung eines Klerikers, in 135 Fällen zu einer Suspendierung vom Priester- oder Diakonenamt.
Quelle: Radio Vatikan

27.8.2012 Belgische Priesteramtskandidaten sollen Kinderschutz-Kurse besuchen, die von Psychiatern geleitet werden. Ziel sei die Prävention und der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Seit Ende Juni gibt es in Belgien eine kirchl. Kinderschutzkommission. Seit 2010 haben sich mehr als 700 belgische Zeugen für sexuelle Belästigung und Missbrauch durch Geistliche oder Kirchenmitarbeiter gemeldet.
Quelle: Radio Vatikan

24.8.2012 In der Tiroler Landeserziehungsanstalt St. Martin, Schwaz, waren vor 30 Jahren 15- und 17-Jährige beim Marmeladenhersteller Darbo beschäftigt. Der Lohn wurde von der damaligen Heimleitung einbehalten. Nun zahlt Darbo den Lohn noch einmal auf dem heutigen Lohnniveau und fordert das von der Heimleitung einbehaltene Geld zurück.
Quelle: standard

24.8.2012 SF 1, 20.05 Uhr, Dokumentation der Lebensgeschichte eines Missbrauchsopfers. (Triggergefahr!)
Quelle: sf

24.8.2012 Etwa 25% aller Häftlinge in Deutschland werden monatlich im Gefängnis Opfer von Gewalt. Junge Strafttäter sind zu fast 50% betroffen. Das ergab die erste (!) Studie über Gewalt in Haftanstalten.
Quelle: Die Zeit und Die Zeit

23.8.2012 Die Komplizin von Marc Dutroux wird nach 15 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen. Ein Kloster wird sie aufnehmen. Opfer sind empört.
Quelle: Spiegel
27.8.2012 Der Bischof von Lüttich, Aloys Jousten, hat die Bereitschaft des belgischen Klosters in Namur begrüßt, Dutroux-Komplizin Michelle Martin nach ihrer Freilassung Unterschlupf zu gewähren. Jousten sagte dem Belgischen Rundfunk in Eupen, die Klarissen legten mit ihrer Entscheidung ein wahrhaft christliches Zeugnis ab. “Ein Mensch bleibt immer Mensch”, betonte er. Wie Öffentlichkeit und Medien auf die Entscheidung reagierten, tue ihm weh – “auch für die Schwestern”, so der Bischof. Es sei “großartig”, was die Klarissen auf sich nähmen.
Kommentar: Ginge die Kirche vergleichbar hilfreich mit Opfern von Gewalt um, dann wäre dieser Vorgang immer noch schwer erträglich, aber in Ordnung. Nur: Die Kirche geht mit Opfern nicht hilfreich um. Ihre Täterfreundlichkeit ist ungebrochen, ihre Opferabwehr auch. 

23.8.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung lobt die kath. Kirche für ihre Anstrengungen, Missbrauch in Zukunft verhindern zu wollen. Jetzt komme es darauf an, die Maßnahmen auch durchzusetzen.
Quelle: Domradio

21.8.2012 Der Vatikan haftet nicht für pädophile Priester in den USA.
Quelle: ORF

20.8.2012 Ein Priester aus dem Bistum Rottenburg- Stuttgart, der ein Missbrauchstäter ist, muss 20% seines Ruhegehaltes (ca 550€) drei Jahre lang an einen Opferfond zahlen. Ihm bleiben ca 2200 €. Er hat Widerspruch eingelegt.
Quelle: badische zeitung

17.8.2012 Kommentar zu den Vorgängen im Bistum Trier von Jörg Vins.
Quelle: swr

16.8.2012 Die Geschichte des Missbrauchspriesters Maciel Degollado, der von höchsten Kreisen des Vatikan jahrzehntelang gedeckt wurde, wird verfilmt.
Quelle: welt.de

16.8.2012 Der Berliner Peter Bringmann-Henselder erhält das Bundesverdienstkreuz. Er engagiert sich „mit außerordentlichem persönlichen Engagement für die gesellschaftlichen Belange von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren”. Außerdem leiste er Präventionsarbeit zu sexuellem Missbrauch, sexuell übertragbaren Krankheiten, Gewalt und Rechtsextremismus. Bringmann-Henselder war als Kind selbst betroffen von sexuellem Missbrauch. Er wuchs in einem katholischen Waisenheim in Köln auf. Als er einer Schwester von seinem Missbrauch durch einen katholischen Priester berichtete, verprügelte sie ihn und schickte ihn beichten – zum Pfarrer. Als Erwachsener wendet sich Peter an das Erzbistum Köln. Er bekommt zur Antwort: „Das muss der Pfarrer mit dem lieben Gott und mit seinem Gewissen ausmachen.“ Als er sich später noch einmal beim Juristen des Bistums erkundigt, ist die Anfrage erneut vergeblich: Die Vorfälle, heißt es, seien längst verjährt.
Quelle: Tagesspiegel

16.8.2012 In Belgien sind mehr als 800 Klagen wegen sexueller Gewalt bei der Kirche eingegangen, 200 alleine in diesem Jahr.
Quelle: Tageblatt

15.8.2012 Der Botschafter des Papstes, Jean-Claude Périsset, in Deutschland hat die Position des konservativen “Netzwerks katholischer Priester” bei der Bewältigung des Missbrauchsskandals scharf kritisiert. Das Netzwerk hatte sich gegen die Auswertung personenbezogener Daten von Priestern für die Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz ausgesprochen.
Quelle: welt.de

15.8.2012 Der ehemalige Bischof von Brügge, Robert Vangheluwe, wird von einem weiteren Opfer des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer lebte in einem Kinderheim, als die mutmaßlichen Verbrechen geschahen. Vangheluwe hält sich vermutlich in einem Kloster an einem unbekannten Ort auf.
Quelle: brf

15.8.2012 In Österreich sollen mindestens 15 Priester, die Kinder oder Jugendliche missbrauchten, weiterhin in der Seelsorge tätig sein, darunter ein ehemaliger Rektor eines Knabenseminars, ein bereits wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Pfarrer und ein Ordensmann, der vorübergehend verschwunden ist. Ein Mitglied des Opus Dei soll behinderte Frauen im Beichtstuhl bedrängt, ein anderer Geistlicher einem Ratsuchenden Alkohol eingeflößt haben, um ihn anschließend sexuell zu nötigen. Auch ein Prälat soll unter den einschlägig tätig Gewordenen sein. Die Namen der Verdächtigen liegen der Redaktion vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: nachrichten.at

14.8.2012 In einem offenen Brief stellt Pfarrer Ittmann, ehemals aus dem Bistum Trier, dar, wie Kollegen und Bistumsleitung mit ihm umgingen, als er zusammen mit einem Priester einer traditionalistischen Gemeinde, den sexuellen Missbrauch durch 2 Priester und einen Laien aufdecken wollte.
Quelle: Diese Quelle musste unter Androhung von Strafe aus dem Blog entfernt werden. (23.11.2012)
Weitere Quellen:
swr-info

14.8.2012 Der swr greift den Verdacht auf, dass im Kontext der Erfahrungen von Herrn Ittmann der zuständige Dekan möglicherweise anonyme Drohbriefe an Herrn Ittmann geschrieben hat. Das Bistum Trier gab keine Stellungnahme ab.
16.8.2012 Der Beschuldigte, Pfarrer von St. Wendel, weist die Vorwürfe zurück. sr-online
16.8.2012 swr berichtet.
Saarbrücker Zeitung 2.2.2012
Saarbrücker Zeitung 17.3.2012
Spiegel 26.3.2012
Spiegel 29.3.2012
Saarbrücker Zeitung 28.7.2012
Pfälzischer Merkur 28.7.2012
Volksfreund 14.8.2012
swr 16.8.2012
Saarbrücker Zeitung 20.8.2012

13.8.2012 Das vergessene Thema: Missbrauch. Noch liegt einiges im Argen, sagt Christine Bergmann.
Quelle: ZDF

11.8.2012 Ein Tainer der deutschen Olympia-Schwimmer muss sich ab 14.8.2012 in Kiel wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener vor Gericht verantworten. Der mutmaßliche Täter arbeitet inzwischen für einen Sportverein in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Schwimm-Verband weiß von nichts.
Quelle: welt.de

10.8.2012 Pater Dr. Boguslaw P., im Erzbistum München des Missbrauchs verdächtig ebenso wie in seiner polnischen Heimat, wurde tot am Grab seiner Eltern gefunden. Vor zwei Tagen wurde er mit Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat konfrontiert.
Quelle: welt.de

10.8.2012 Teen Dating Violence, Gewalt in Beziehungen von Jugendlichen, ist in Deutschland noch kaum untersucht, dürfte jedoch häufiger vorkommen.
Quelle: FR

9.8.2012 Der Religionssoziologe Jose Casanova rief bei den Salzburger Hochschulwochen zum zivilen Ungehorsam in der kath. Kirche auf. Dies sei die angemessene Form, theologische Verantwortung in einer Situation des Auseinanderdriftens von gesellschaftlicher und kirchlicher Moral zu übernehmen. Er wies darauf hin, dass insbesondere Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und der Sexualmoral aus soziologischer Sicht die Baustellen der Zukunft in der Kirche seien.
Quelle: ORF

3.8.2012 Das Krankenhaus im Kreis Neuwied, an dem ein katholischer Geistlicher mit pädophiler Vergangenheit beschäftigt war, hat sich von dem Seelsorger getrennt. Der Krankenhaus-Mitarbeiter sagte, es sei am Mittwoch ein Schreiben verfasst und an das Bistum Trier geschickt worden, in dem das Bistum aufgefordert worden sei, den Pfarrer von seinen Pflichten im Krankenhaus zu entbinden. Krankenhausmitarbeiter berichten von ihrem Eindruck, dass sich das Bistum nicht um seine Mitarbeiter kümmere. Sie sprechen von sozialer Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber Menschen in schweren sozialen und emotionalen Notlagen.
Quelle: www.nr-kurier.de

3.8.2012 Gegen den Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lebach im Saarland ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Es besteht der Verdacht, dass der Priester Anfang Juli einen Jugendlichen für sexuelle Handlungen bezahlen wollte. Nach dem bisherigen Kenntnisstand fanden keine sexuellen Handlungen statt. Der Beschuldigte hat die Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat selbst über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen informiert. Er streitet die Vorwürfe ab.

Quelle: Bistum Trier
Der Beschuldigte hat nach seiner Dienstentpflichtung durch das Bistum offensichtlich weiterhin Gottesdienste gehalten. Quelle: missbitt

1.8.2012 Im Siegerland wurde ein katholischer Pfarrer zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung und 4000 Euro verurteilt. Er war im Besitz von Kinderpornografie und hatte sie auch verbreitet.
Quelle: www.wirsiegen.de

31.7.2012 Die “Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt” nannte den Diözesen Namen missbrauchsverdächtiger Priester, die teilweise noch im Amt sein sollen. Die Diözesen sehen teilweise unrichtige Behauptungen und drohen mit Klagen.
Quelle: die presse.com

30.7.2012 Gegen einen Pfarrer im Ruhestand der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle wegen des Verdachts auf Missbrauch von Kindern. Grundlage ist eine Anzeige der Kirche, die ihrerseits ein Disziplinarverfahren gegen den 78-Jährigen eingeleitet hat. Der Mann soll sich nach Aussagen von zwei Zeugen in den Jahren 1973 bis 1978 in der Kirchengemeinde Bad Lauchstädt (Saalekreis) an Kindern vergangen haben.
Quelle: www.mz-web.de

30.7.2012 Kardinal George Pell, Australien, hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt, sieht aber keine Notwendigkeit für eine landesweite Ermittlungskommission. Anlass dieser Stellungnahme war der Suizid von John Pirona, der an einer kath. Schule in Nexcastle offenbar mehrfach Opfer eines Priesters wurde – wie mehrere andere Kinder auch.
Quelle: kath.web s.auch wikipedia Stichwort Australien

28.7.2012 In der Erzdiözese Philadelphia wird ein 56-jähriger Priester wegen eines Übergriffs auf einen Ministranten 1997 angeklagt. Ein weiteres Verfahren gegen einen anderen Priester soll von der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es in der Erzdiözese weitere Opfer gibt.
Quelle: Radio Vatikan

26.7.2012 Die Ordensgemeinschaft der “Legionäre Christi” wird von einem neuen Missbrauchsvorwurf erschüttert. Der irische Geistliche John O’Reilly wurde von seinen Aufgaben als Seelsorger an einer chilenischen Schule suspendiert; die Familie eines minderjährigen Mädchens hatte schwere Vorwürfe gegen das Ordensmitglied erhoben. O’Reilly gehörte zu denen, die den Ordensgründer Maciel verteidigten.
Quelle: abendblatt.de

25.7.2012 Der ehemalige Personalverantwortliche der Erzdiözese Philadelphia, Lynn, ist wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch zu mehreren Jahren (3-6 Jahre) Haft verurteilt worden. William Lynn habe den Schutz seiner Kirche über den der Opfer gestellt, erklärte Richterin Maria Teresa Sarmina laut US-Medienberichten bei der Urteilsverkündung am Dienstag.
Quelle: ORF

25.7.2012 Am zweiten Prozesstag im Schadenersatzprozess eines Missbrauchsopfers gegen das Kloster Mehrerau, Bregenz, erkrankte der als Zeuge geladene Altabt Lauterer. Auch der des Missbrauchs beschuldigte Pater Johannes B. erschien nicht. Sein Prior, Vinzenz Wohlwend, sagte, er habe versprochen, den Aufenthaltsort des Beschuldigten nicht bekannt zu geben. Er hält sich an sein Versprechen und die Ladung konnte nicht zugestellt werden. Zu klären ist, ob die Klosterleitung von der Verurteilung des Pater Johannes wusste, als sie ihn als Erzieher, Lehrer und Internatsleiter einstellte.
Quelle: derstandard.at

24.7.2012 Der kath. Monsignore William Lynn wurde zu 3 bis 6 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine Missbrauchsbeschwerde gegen einen Priester vertuschte. Lynn war verantwortlich für die Priester der Erzdiözese Philadelphia.
Quelle: bbc.com

24.7.2012 “Vergebung ohne Reue ist eine schwierige Sache”. Das sagt der norwegische Bischof Bernt Eisdvig über den Attentäter Anders Behring Breivik. Recht hat er.
Quelle: kath.web

22.7.2012 Das Bistum Dresden-Meißen, das Erzbistum München-Freising und das Bistum Regensburg sind aus dem Forschungsprojekt der Bistümer Deutschlands im Blick auf die Missbrauchsfälle ausgestiegen. Sie begründen dies mit Datenschutzproblemen. Christian Pfeiffer: “Da haben wir dann doch registrieren müssen, dass die Widerstände innerhalb der Kirche etwas größer sind, als wir zunächst dachten.“ Renommierte Wissenschaftler, die für das Projekt eingestellt wurden,  haben bereits gekündigt: Sie rechnen nicht mehr mit einer Realisierung der Untersuchung.

Quelle: WDR
(kath.net hatte diese Nachricht bereits am 7.7.12 verbreitet. Meine Anfrage an die Bischofskonferenz zum Wahrheitsgehalt der Nachricht wurde bislang nicht beantwortet.)

19.7.2012 Täterschutz wird selten so unverhüllt praktiziert. Eine Dozentin der Katholischen Universität Eichstätt hat einem Studenten, der des sexuellen Missbrauchs angeklagt war (und inzwischen verurteilt ist zu 4 Jahren Gefängnis) die Fortsetzung des Religionspädagogischen Studiums in Aussicht gestellt und ihn für einen Praktikumsplatz empfohlen. Der Bischof von Eichstätt hat inzw. interveniert.
Quelle: Augsburger Allgemeine

18.7.2012 In Lille, Nordfrankreich, hat ein katholischer Priester 3 Jahrzehnte lang Jungen missbraucht. 10 Opfer sind identifiziert, der Täter hat gestanden.
Quelle: focus

17.7.2012 Hans Zollner, Vizechef der Gregoriana, sieht die kath. Kirche weltweit auf einem guten Weg in Sachen Missbrauchsbekämpfung, auch wenn er noch Verbesserungspotential erkennt. Verbesserungspotenzial sieht er u.a. beim Umgang mit Opfern.
Quelle: kath.web

16.7.2012 Youtube berichtet über stockende Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der kath. Kirche.

14.7.2012 In Italien hat die Polizei am Wochenende den “Medienpfarrer” und Diözesanpressesprecher Giacomo R., Leiter der Kommunikationsabteilung der Diözese Fano, wegen des Verdachts auf Missbrauch verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, sich an einem 13 Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. Bischof Armando Trasarti entband R. daraufhin am gleichen Tag von allen seelsorgerischen Aufgaben und untersagte ihm eine weitere Spendung der Sakramente. Der Priester wurde nach der Festnahme in das Gefängnis von Pesaro gebracht. Kollegen und Laien wollen es nicht glauben: “’Don G. è una persona stimata da tutti, ha lavorato tanto per i giovani, è nato nel mondo scout, non può aver fatto una cosa del genere’’, sagt ein Laie. Ein Priester kommentiert: “Non c’era alcun sospetto, non è possibile, non posso credere a una notizia così”. 
Quelle: kathweb.at

13.7.2012 Das Bistum Trier hat einen Priester, der zwischen 1966 und 1980 fünf minderjährige Jungen missbraucht hatte, aus dem Klerikerstand entlassen. Dies ist die erste Entlassung im Bistum Trier. Bislang war von 3 Opfern die Rede gewesen.
Quelle: Bistum Trier und Wormser Zeitung

12.7.2012 kath.net verbreitet die Nachricht, dass die Forschungsprojekte (oder nur eines der beiden?), die den sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche erhellen sollen, von Rom gestoppt worden sein sollen und von vielen Bistümern storniert sein sollen. Meine Anfrage nach dem Wahrheitsgehalt dieser Nachricht ist bei der Bischofskonferenz.

12.7.2012 Der Papst ist – m.E. völlig zu Recht! – verletzt durch die unsägliche Titanic-Karikatur. Und es ist gut, dass es juristische Wege gibt, die ihm erlauben, sich dagegen zu wehren. Allerdings wünsche ich mir und Anderen, dass er mit der gleichen Sensibilität auf die Verletzung von Rechten von Gewaltopfern reagieren würde. Das tut er bislang nicht, nicht einmal in seinem Einflussbereich.

12.7.2012 Nach Ansicht des zuständigen britischen Gerichtshofes spielt die katholische Kirche – es ging um die Diözese Portsmouth – gegenüber ihren Priestern eine ähnliche Rolle wie Arbeitgeber gegenüber Arbeitnehmern. Danach könne die Institution auch für Verfehlungen ihrer Mitarbeiter haftbar gemacht werden.
Quelle: kipa

12.7.2012 Die Schweizer Verdingkinder wollen demnächst eine große Kampagne über den Missbrauch in der katholischen Kirche lancieren.
Quelle: kipa

11.7.2012 Auch Mütter missbrauchen ihre Töchter und Söhne. Der Spiegel berichtet von einer Dokumentation. (Triggergefahr!)

11.7.2012 In einem Brief an den Vatikan berichten ehemalige Schülerinnen von schweren psychischen Misshandlungen beim katholischen Orden Legionäre Christi.
Quelle: welt.de

10.7.2012 Gegen den früheren Dekan von Völklingen wird von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Er steht im Verdacht, anonyme Drohbriefe an einen früheren Köllerbacher Pfarrer geschrieben zu haben. Der Pfarrer hatte Anzeige erstattet, nachdem er Hinweise auf Missbrauchsfälle in einer traditionalistisch-katholischen Gemeinde erhalten hatte. Das Opfer bestätigte die Vorwürfe und berichtete, ein weiterer Geistlicher wäre gegenüber seinem Bruder übergriffig geworden. Der Dekan hatte die Vorwürfe als “Gerüchte” bezeichnet. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die anonymen Drohbriefe an den anzeigenden Pfarrer führten dazu, dass er die Gemeinde verließ und heute in einem anderen Bistum arbeitet. Ob die Drohbriefe tatsächlich vom Dekan stammen, ist zu klären.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
28.7.2012 Inzwischen wehren sich die Köllerbacher Gläubigen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

9.7.2012 Astrid Prange, Redakeurin, fragt: “Warum ist das Thema sexueller Missbrauch ein „hochsensibler Bereich“ und ein „vermintes Gelände“, wie es in Kirchenkreisen heißt, wenn sich doch anscheinend alle einig sind, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden muss?”
Quelle: Christ und Welt
Kommentar: Die Formulierungen “hochsensibler Bereich”, “vermintes Gelände” haben Sinn. Sie dienen dazu, dass Kirchenleute ihr Nicht-Handeln und ihren Mangel an Solidarität hinter diesen vermeintlich anerkennenden Worten verstecken können.

9.7.2012 Der Jesuit Zollner, der an der Gregoriana Psychologie lehrt und mitverantwortlich für den Missbrauchskongress der Gregoriana im Februar 2012 war, sagt: “In gleichgeschlechtlichen Gruppen kann man bei homosexuellen Männern sehr oft feststellen, daß es um Phänomene wie Eifersucht und Klüngelei geht. Das ist für kirchliche Kreise eine schwierige Frage, wenn homosexuelle Priester ihre jeweiligen Freunde, Bekannten oder auch homosexuelle Partner nachziehen und so eine Seilschaft entstehen würde, die nicht auf Qualifikation beruht, sondern darauf, daß eine gegenseitige Anziehung vorhanden ist.” Auf weiteres Befragen fügte er noch hinzu: “Meines Erachtens sind sehr viele Menschen, die sich als homosexuell erleben, nicht in diesem Sinn ausschließlich tief verwurzelt homosexuell. – Das Problem ist heute, daß durch die gesellschaftliche Anerkennung der Homosexualität, die schon sehr weit gediehen ist, viele glauben, Homosexualität sein eine völlig problemlose Variante der menschlichen Sexualität. Ich glaube das tatsächlich nicht (…).”
Zollner, Vizepräsident der Gregoriana, kooperiert mit dem e-learning-Projekt zum Kinderschutz, das u.a. mit dem Erzbistum München und der Gregoriana zusammen aufgebaut wird. Zum Missbrauchsthema meint er, es brauche zusätzliche Kraft.
Quelle: internetpfarre

8.7.2012 Norbert Denef befindet sich am 31. Tag seines Hungerstreiks, den er im Interesse der Aufhebung der Verjährung für sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche macht.

7.7.2012 Ein Kommentator schreibt vom gestörten Vertrauen in den Vatikan. Dabei spricht er davon, dass der heutige Papst die Machenschaften des Gründers der Legionäre Christi aufgedeckt habe und “entschieden durchgegriffen” habe. Das “entschiedene Durchgreifen” bestand offensichtlich darin, von der ersten Information an Kardinal Ratzinger spätestens 1983 (die Glaubenskongregation wusste bereits seit den 50er Jahren Bescheid!) bis 2005 – also 22 Jahre und viele weitere Opfer später! – zu warten und dann den Täter zu einem “zurückgezogenen Leben der Buße” zu verurteilen. Der Kommentator übersieht, dass es die ersten Opfer und mexikanische Bischöfe 1956 waren, die den Missbrauch aufdeckten. Es folgten 1978, 1989, 1999 (oder 1997?) Anzeigen von Opfern. Zuletzt wurden die Untersuchungen 2002 wieder abgebrochen, bis sie dann 2005 fortgeführt wurden. Wer aus 22 Jahren Täterunterstützung, denen 27 Jahren Nicht-Handeln vorausgingen ein “entschiedenes Durchgreifen” macht, hat Interesse an Mythenbildung.

7.7.2012 Weltweit hat etwas mehr als die Hälfte aller Bischofskonferenzen Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen beschlossen.
Quelle: Radio Vatikan

6.7.2012 Ein wegen des Besitzes von Bildern, die gefolterte Kinder zeigten, verurteilter katholischer Priester aus dem Bistum Trier wurde in der Krankenseelsorge eingesetzt, ohne dass die Klinikleitung über die Verurteilung des Priesters informiert wurde. Nachdem sie informiert wurde, bat sie das Generalvikariat, den Krankenhausseelsorger abzuberufen, was auch geschah. Mit dem Leitbild des Klinikums ist nicht vereinbar, dass ein Priester, der kinderpornografische Bilder besitzt und deswegen verurteilt wurde, als Klinikseelsorger tätig wird.
Quelle: Rheinzeitung

6.7.2012 Die Oblatenmissionare in den USA müssen einem Missbrauchsopfer 5,1 Millionen Euro Schadenersatz zahlen, weil sie Hinweise auf pädophile Übergriffe durch einen Lehrer ignorierten. Der Kläger war von 1961 bis 1964 in der katholischen Schule St. Benedict, Seattle, wöchentlich missbraucht und vergewaltigt worden. Weder sein Vater noch die Priester, die für die Schule verantwortlich waren, haben die Bitten des Opfers um Hilfe beachtet. Der Orden ist gegen Entschädigungsansprüche aufgrund sexueller Gewalt versichert. Der Kläger hatte bereits gegen das zuständige Erzbistum geklagt und ca 400 000 Euro Schadenersatz erhalten.
Quelle: rp-online.de

6.7.2012 Patienten müssen oft lange auf einen Therapieplatz bei PsychotherapeutInnen warten.
Quelle: Spiegel

4.7.2012 Die ehemaligen Regensburger Domspatzen, die Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt wurden, planen im Internet eine Dokumentation. Dem Bistum Regensburg werfen sie vor, oberflächlich und teilweise menschenverachtend mit den Opfern sexuellen Missbrauchs umzugehen.
Quelle: regensburg-digital

2.7.2012 Der Regensburger Bischof Müller ist zum Chef der Glaubenskongregation ernannt worden. Die Reaktionen reichen von Glückwünschen bis zur Aussage, dass diese Ernennung eine Katastrophe sei. Ich erinnere an den Umgang des Regensburger Bischofs mit dem Missbrauchsfall von Riekofen.
Quelle: orf
Weitere Quellen:
mittelbayerische.de
br.de/fernsehen
bistum-regensburg.de

30.6.2012 Der katholischen Kirche gehören 24.472.817 BundesbürgerInnen an. Ca 3.100.000 von ihnen sind Opfer von Menschengewalt. Die erste Zahl veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz. Die zweite Zahl ergibt sich, wenn man weiß, dass jede/r 8. sexuelle Gewalt erlitten hat.
Quelle: dbk

29.6.2012 Der Vatikan wurde eingeschaltet, die Vorwürfe gegen den chilenischen Priester Christian P. zu prüfen. Bereits 2011 war ermittelt worden, ob der Vorwurf stimmte, dass P. in den 1980er Jahren Minderjährige sexuell missbraucht habe. Die Untersuchung erhärtete den Verdacht nicht. Wer die Untersuchung durchführte, wird nicht berichtet. Nun werde neu ermittelt, weil neue Hinweise vorlägen. P. genießt wegen seines Einsatzes für Menschenrechte großes Ansehen. Er bestreitet die Vorwürfe und beteuert seine Unschuld.
Quelle: Radio Vatikan

29.6.2012 In einem kath. Internat bei Lingen soll ein heute 15Jähriger jüngere Mitschüler missbraucht haben.
Quelle: ruhrnachrichten

28.6.2012 Die Staatsanwaltschaft in Roermond verdächtigt im Zusammenhang mit ungeklärten Todesfällen in einer psychiatrischen Klinik in katholischer Trägerschaft zu Beginn der 1950er Jahre einen Ordensbruder. Es wird vermutet, dass er für den Tod von 37 Jungen verantwortlich ist, die zwischen 1952 und 1954 in dem Kinderheim in Heel starben. Im September 2011 hatte der ehemalige Oberpfleger des Heims, Nico van Hout, erklärt, ein Bruder habe ihm berichtet, dass sein inzwischen verstorbener Vorgänger 20 Kinder getötet habe. Van Hout erklärte damals, er habe die Aussage bereits 1969 auch Vorgesetzten und Behörden gemeldet, aber keine Reaktion darauf erhalten.
Quelle: kath.web

28.6.2012 Etwa 10 Jungen hat ein Kaplan und späterer Pfarrer von Aadorf/Thurgau zwischen 1999 und 2010 belästigt bzw. missbraucht In einem Fall war die Grenze zur Strafbarkeit überschritten, der Täter erhielt eine bedingte Geldstrafe über 4000 Franken. Die übrigen Verfahren wurden eingestellt. Der Verurteilte ist nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt.
Quelle; kipa

26.6.2012 Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung an Ministranten ist in der Steiermark ein Pastoralpraktikant suspendiert worden. Man sei entsprechend der 2010 von den Bischöfen beschlossenen Rahmenordnung gegen Missbrauch vorgegangen: Das sei gut gelaufen; man habe gesehen, dass die Maßnahmen greifen: “Dieser Fall hat uns gezeigt, dass die Rahmenordnung bei der Aufarbeitung solcher Fälle konkret helfen kann”, so ein Sprecher des Bistums.
Quelle: kath.web

26.6.2012 Im Erzbistum Hamburg meldeten sich 50 Opfer, die von kath. Priestern missbraucht wurden. Über die Anzahl der Täter gibt es keine Angaben.
Quelle: Abendblatt

25.6.2012 “Schlechte Erfahrungen” haben die Heimkinder gemacht – so wird anlässlich der Einstellung der kath. Hotline zum 30. Juni 2012 genannt, was Kinder in (kath.) Heimen erlitten haben. Es wird beteuert, dass es weiter Hilfsangebote für die Opfer gibt. Erzbischof Zollitsch erklärte: „Nach einer mehrjährigen erfolgreichen Arbeit ist dieses Angebot der Kirche nicht länger notwendig, weil unterdessen sehr gute andere Angebote geschaffen wurden. Die Hotline war ein wichtiger Schritt zur Aufklärung und Aufmerksamkeit.“ Und weiter: „Mit den Anrufen konnten Schicksale ehemaliger Heimkinder aufgeklärt werden. Vor allem hat die Hotline ein Gesprächsangebot für Heimkinder ermöglicht, das ihnen die notwendige und in der Vergangenheit oft versagte Aufmerksamkeit geschenkt hat.“
Zur Erinnerung:
Die Opfer hingegen sind unzufrieden – mit den Hilfsangeboten. Manfred Kappeler, Sozialpädagoge, seit langem für die Heimkinder engagiert, sprach davon, dass die bereit gestellten Gelder “meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung” seien. Die Akteure der Runden Tische hätten “ganz überwiegend die Interessen der ‘Täterorganisationen’ vertreten, um möglichst von diesen einen finanziellen und einen Image-Schaden abzuwenden.
Einige Heimkinder erhalten beschämend-niedrige Nachzahlungen in die Rentenkasse – und auch nur dann, wenn ihre Rente zu niedrig ist. Löhne für die geleistete Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Wenn kein anderer Geldgeber gefunden wird – und nur dann -, werden manchmal Hilfen für medizinische und psychologische Behandlungen gezahlt. Schließlich muss jeder, der einen Antrag stellt, dem stattgegeben wird, zuvor eine Verzichtserklärung für alle weiteren Ansprüche unterschreiben. Im Dezember 2011 ging durch die Presse, dass etwa 400 Heimkinder den sog. Entschädigungsfonds (der keine Entschädigungen auszahlt, sondern Almosen mit großer Geste und großen Worten verteilt) boykottieren werden. Im Dialog-Prozess, den Erzbischof Zollitsch angestoßen hat, ist immer wieder von der “hörenden Kirche” die Rede. Warum aber wird den Heimkindern nicht zugehört? Warum wird einem Dierk Schäfer und einem Helmut Jacob nicht zugehört, die sich seit vielen Jahren für die Heimkinder einsetzen? Wie glaubwürdig ist es, wenn die katholische Kirche sich permanent ständig selbst bescheinigt, wie gut sie doch mit ihren Opfern umgeht – und viele Opfer etwas ganz anderes als einen guten Umgang erleben? Wie überzeugend ist es, wenn 1.136 Erstgespräche mit Ex-Heimkindern im Januar 2012 stattfanden – bei ca 30.000 Anspruchsberechtigten (das sind 3,7% der Anspruchsberechtigten!)? (s. auch WDR)
Quelle: Domradio und Erzbistum Freiburg
Kommentar: Das leidige und rufschädigende Thema “Heimkinder” ist durch. Das interessiert niemanden (mehr). Wie demütigend und beschämend die Heimkinder vom RTH behandelt wurden, ist schon wieder vergessen. Es ist eine Schande.

23.6.2012 Missbrauchsopfer kritisieren den Umgang der Hiltruper Missionare mit den Missbrauchsfällen. Aus Rom kam ein Strafdekret für 2 Täter.
Quelle: Pilger Kommentar: Pilger Einschätzung: Initiative Ehemaliger Johanneum Homburg

23.6.2012 Monsignore William Lynn, Erzbistum Philadelphia, wurde wegen seiner Rolle bei der Vertuschung sexueller Gewalt verurteilt. Lynn habe geholfen, Täter im Amt und die Öffentlichkeit im Dunkeln zu halten, wird ihm vorgeworfen. Lynn war von 1992 bis 2004 Sekretär der Erzdiözese. Ihm drohen bis zu 7 Jahre Haft.
Unter http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/06/26/dlf_20120626_0935_3cb72d6c.mp3 finden Sie die Aussage, dass die katholische Kirche in den USA die Strafverfolgung bei Missbrauch hintertreibt. Sie beschäftigt mit dieser Aufgabe Lobbyisten. Vage begründet die Kirche ihre Absage an einer Verlängerung der Verjährungsfrist mit der Sorge, dass diese Verlängerung zu einer “Zweierklassengesellschaft der Opfer” führe.
Quelle: swissinfo
Kommentar: Wie die kath. Kirchenleitung wohl dastehen würde, wenn alle Personalchefs, Bischöfe, Kollegen, auch Gemeindemitglieder… bestraft würden, die Sexualstraftaten vertuschen halfen?

23.6.2012 Der Fotograf Martin Schlüter berichtet von sexuellem Missbrauch vor allem durch Jesuiten in Alaska. Der dortige Bischof war vom Gericht verpflichtet worden, die Dörfer mit den vielen Opfern zu besuchen. Er traf kein einziges Opfer – es war ihm draußen zu kalt. Auf einem dieser Bilder ist er zu sehen – er steht über den Menschen und er ist nicht “mit ihnen”.
Quelle: dradio.de

23.6.2012 Ein Assistent des frühren American-Football Trainers Joe Paterno, der 68-jährige Jerry Sandusky, wurde schuldig gesprochen, dass er sich über 15 Jahre lang an 10 Jungen vergangen hat. Sandusky droht lebenslange Haft.
Quelle: Spiegel

20.6.2012 Die Stiftung Diakonie de La Tour, Kärnten, hat 150 000 Euro an Missbrauchsopfer aus dem Kinderheim “Herrnhilf” gezahlt. Pro “Fall” wurden 5 – 25 000 Euro gezahlt. Die Schilderungen der Opfer sei glaubwürdig, sagte der Sprecher Hansjörg Szepannek.
Quelle: religion.orf.at

20.6.2012 In Wiener städtischen, kirchlichen und privaten Kinderheimen gab es zwischen 1950 und 1979 systematische Gewalt gegen die Heimkinder. 1100 Opfer meldeten sich, die Hälfte von ihnen berichtete auch von sexueller Gewalt. (Achtung: Triggergefahr!)
Quelle: Spiegel

18.6.2012  “Wie sollen wir es uns erklären, dass Personen, die regelmäßig den Leib des Herrn empfingen und im Bußsakrament ihre Sünden anklagten, auf solche Weise gefehlt haben?”, fragt der Papst anlässlich des Eucharistischen Kongresses in Irland. Es bleibe ein Geheimnis.
Quelle: orf
Kommentar: Natürlich kann man sexuelle Gewalt mystifizieren und zum Geheimnis erklären, wie der Papst das tut. Es gibt aber eine Fülle von Erkenntnissen der Psychologie, der Soziologie und anderer Wissenschaften, die mithelfen zu verstehen, warum Menschen andere zum Objekt machen, wie und warum der Schutz einer Institution die Täter unterstützt, welche Besonderheiten des Weltbildes und Selbstverständnisses der Institution Täter anziehen … Aber wissen wollen muss man es schon. Und man muss bereit sein, auch nach systemischen Ursachen zu fragen und sie beseitigen zu wollen. Nur: Das will in der kath. Kirche kaum jemand, und der Papst schon gar nicht.

18.6.2012 Beide Großkirchen (EKD und DBK) haben eine Vereinbarung mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung unterschrieben, in der sie sich zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch verpflichten. Konkrete Maßnahmen sind nicht vorgegeben, sie sollen von den Kirchen entwickelt werden. Außerdem erklären die Kirchen sich bereit, zwei bundesweite Befragungen des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung in den kirchlichen Strukturen zu ermöglichen.
Quelle; welt.de

18.6.2012 “Im Bereich sexueller Missbrauch Minderjähriger durch kirchliche Mitarbeiter sind wichtige Initiativen in die Wege geleitet worden und Beschlüsse gefasst worden, die deutlich machen, dass die Kirche es ernst meint, wirklich zuerst die Opfer sexuellen Missbrauchs zu sehen… Die spirituellen Konsequenzen, die sich aus dem Missbrauchsskandal ergeben, sind noch nicht vollzogen worden. So steht ein wirklicher Läuterungsprozess, der am Ende die Kirche und ihre Verantwortlichen demütiger, wahrhaftiger und damit glaubwürdiger macht, weiterhin aus.” Das sagt Wunibald Müller.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
Kommentar: Dass die Kirche es ernst meint mit den Opfern, kann ich so nicht bestätigen. Seit Anfang Mai bin ich auf der Suche nach SeelsorgerInnen, die vor Ort Betroffene seelsorglich begleiten. Von den 81 Anfragen an Verantwortliche (!) für die Seelsoge und Seelsorgeausbildung aller katholischen Bistümer wurden bislang nur 30 beantwortet, das sind 37%. 12 Bistümer hüllen sich völlig in Schweigen. 16 Anfragen wurden “an Zuständige” weitergeleitet – da stehen Antworten noch aus, die erfahrungsgemäß nie eintreffen; 6 antworteten nichtssagend, EIN Verantwortlicher bot an, vor Ort SeelsorgerInnen suchen zu helfen. – Wir kennen Täterseelsorge. Es gibt ca 250 katholische Gefangenenseelsorger für die 75 000 Gefangenen jeglicher Konfession und Religion. Den ca 3,1 Millionen katholischen Opfern von Menschengewalt steht die Seelsorge bislang weitgehend hilflos und desinteressiert gegenüber. Seit 2010 weist die kath. Kirche immer wieder darauf hin, dass es sexuelle Gewalt nicht nur in der kath. Kirche gibt, sondern überall. Dieser Hinweis ist richtig – nur scheint er keine Konsequenzen zu haben.

17.6.2012 Die große Geschichte des Glaubens sei “in jüngster Zeit auf eine erschreckende Weise getrübt worden durch die Offenlegung von Sünden, die Priester und gottgeweihte Personen Menschen gegenüber begangen haben, die ihnen anvertraut waren.” Das sagte der Papst in einer Videobotschaft an die TeilnehmerInnen des Eucharistichen Kongresses in Irland. Von seinem Anteil am Vertuschen und damit an der Ermöglichung weiterer Opfer sprach er nicht.
Quelle: Kleine Zeitung
Kommentar: Der Papst hat Recht mit seiner Formulierung: Das Problem für ihn sind nicht die Gewalttaten gegenüber Kindern und Jugendlichen, sondern ihre Offenlegung.

16.6.2012 Als Kind wurde Leserin Rosemarie Müller missbraucht. Noch Jahrzehnte später leidet sie unter Angstzuständen, Arbeitsunfähigkeit und dem Unglauben der Behörden.
Quelle: Zeit

15.6.2012 Ein Heimkind erzählt: “Und nachts kam der Pfarrer”
Quelle: FR

15.6.2012 Das Opus Dei freut sich, wenn die Einigung des Vatikan mit den Piusbrüdern zustande kommt. Zur Erinnerung: Die Piusbrüder erkennen das 2. Vaticanum nicht an, sind extrem frauenfeindlich, antijudaistisch…
Quelle: Domradio

15.6.2012 Kardinal Jean Brady leitete einen Bußgottesdienst im Rahmen des Eucharistischen Weltkongresses in Irland. Brady weigerte sich Anfang Mai zurückzutreten. Ihm wurde Versagen im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen. U.a. hat er weder die Eltern missbrauchter Kinder, von deren Missbrauch er wusste, noch die Polizei informiert.
Quelle: kath.web

14.6.2012 Mord wird in der katholischen Kirche verziehen, eine zweite Ehe nicht. Das sagt Pfarrer Konrad Irslinger, Erzbistum Freiburg. Zu ergänzen wäre: Wer zum zweiten Mal heiratet, darf nicht zur Kommunion gehen, wer hingegen Kinder missbraucht, darf Eucharistie feiern.
Quelle: Spiegel

14.6.2012 Die US-amerikanischen Bischöfe haben Bilanz im Blick auf die Missbrauchsfälle gezogen. Es habe eine beachteliche Verbesserung gegeben, aber es sei auch noch viel Arbeit zu tun. Seit 2002 erhoben 15.000 Menschen Missbrauchsvorwürfe. Insgesamt klagten sie 6115 Priester an. Bemängelt wurde die Kommunikation zwischen Diözesen und Orden über Verdächtige – die Ordensleitungen würden Diözesen nicht über pädophile Ordensmänner informieren.
Quelle: kath.web

14.6.2012 In vielen Kinderheimen in der DDR war Gewalt Alltag. Vom Runden Tisch Heimerziehung (West) wurden sie ausgeschlossen. Jetzt wurden ähnliche Regelungen auch für die Heimkinder-Ost getroffen – ebenso ungerecht wie im Westen. Von den 40 Millionen Euro sollen u.a. Reha-Maßnahmen und Beratungsstellen finanziert werden. Kirchen waren an der Heimerziehung im Osten beteiligt – 152 von ca 700 Kinderheimen waren in kirchl. Trägerschaft. Eine Mitwirkung am Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder wird bislang weder vom Diakonischen Werk noch vom Caritasverband unterstützt.
Quelle: Zeit und Spiegel und swr

13.6.2012 Der päpstliche Gesandte Ouellet traf beim Eucharistischen Kongress in Irland Opfer und bekundete “Scham und Reue” für die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester. Er traf auch mit Opfern zusammen. Im Auftrag Benedikts XVI. bat er um “Vergebung von Gott und den Opfern für die schwere Sünde des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Kleriker”.
Quelle: http://www.domradio.de/aktuell/82403/papst-laesst-in-irland-um-vergebung-fuer-missbrauch-bitten.html
Kommentar: Die Bekundung von Reue ist erst dann ernst zu nehmen, wenn ihr ein klares “Sündenbekenntnis” vorausgeht. Dazu gehört die Offenlegung der Beteiligung am Täterschutz durch den Papst, die Kurie und die Bischöfe. Solange dies nicht geschieht, haben wir es wie gewohnt mit routinemäßigen Worthülsen zu tun.

13.6.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes Wilhelm Rörig hat an die Bundesländer appelliert, 50 Millionen Euro für den geplanten Hilfsfonds für Opfer sexueller Gewalt in ihren Familien fest zuzusagen. Rörig erklärte am Dienstag in Berlin, eine weitere Verzögerung sei den Betroffenen nicht zuzumuten.
Quelle: taz.de

13.6.2012 “Da ist zum Beispiel das schockierende Geständnis von Pater Alfredo Moreno, dem Sekretär von Marcial Maciel, des 2006 wegen sexuellen Missbrauchs mit Amtsverbot belegten Gründers der Legionäre Christi. Am 19. Oktober 2011 um 9.30 Uhr trifft Moreno den Sekretär des Papstes. Er gibt zu, Dokumente über Maciels Schandtaten vernichtet zu haben. Er enthüllt aber vor allem, dass er bei Papst Johannes Paul II. kein Gehör fand, als er 2003 von diesen Taten berichten wollte. Warum, bleibt ein Geheimnis. Moreno war ein glaubwürdiger Zeuge, er war viele Jahre Maciels treuer Schatten. So aber mussten noch Jahre vergehen, bis der Skandal ans Licht kam.” Das berichtet Gianluigi Nuzzi.
Quelle: Süddeutsche

12.6.2012 Der Sozialpädagoge und Universitätsprofessor Manfred Kappeler berichtet vor dem Bayerischen Landtag über das Leben von einstigen Heimkindern. Er kritisiert, die Kinder hätten damals keine Chance gehabt, sich gegen die Demütigungen zu wehren. “Es gab keine Institution, die ihnen zugehört oder geglaubt hätte.” Als er fortfährt, uneheliche Kinder seien ihren Müttern entrissen, andere zu Kinderarbeit gezwungen worden, hält es einige nicht mehr auf den Sitzen. Andere Zuhörer sind zu betroffen und verlassen unter Tränen den Saal. 80 ehemalige Heimkinder aus Bayern haben im Landtag über Misshandlungen berichtet, die sie in den Einrichtungen durchlitten haben.
Quelle: br.de und www.welt.de
Kommentar: Es bleibt abzuwarten, ob dieses erneute Berichten der Opfer irgendwelche Konsequenzen hat. Die Berichte und das Leid sind bekannt – und trotzdem wurden die Heimkinder über den Runden Tisch gezogen.

11.6.2012 Sexueller Missbrauch an einer New Yorker Privatschule.
Quelle: Spiegel

11.6.2012 Die Klasnic-Kommission hat einen heute 65-Jährigen als Opfer anerkannt. Er wirft Martin Bormann sexuellen Missbrauch vor. Bormann und der Abt seines früheren Ordens, Herz-Jesu-Missionare, weisen die Vorwürfe zurück. Bormann ist heute dement.
Quwelle: orf

10.6.2012 Norbert Denef, Netzwerk B, ist in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Die SPD hatte ihm zugesagt, sich für eine Verlängerung der Verjährungsfristen einzusetzen und hält sich nicht an diese Zusage.
Quelle: Netzwerk B

8.6.2012 Auf einer Veranstaltung der evangelischen Kirche in Ahrensburg sagte Ursula Enders, dass das positive Selbstbild einer Institution durch einen Missbrauchsfall stark erschüttert werde. Die Folge seien Ohnmacht, Erstarrung und Leugnung der Fakten. “Dann wird versucht, das Problem intern zu regeln”, sagte die Missbrauchsexpertin. “Aber das funktioniert nicht, das funktioniert nie.”
Diese Aussage hat es nicht bis ins Radio Vatikan geschafft. Eine andere schon: Der Zölibat sei keine Ursache für sexuellen Missbrauch (was sicher richtig ist).
Quelle: mobil abendblatt

6.6.2012 Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz im Bistum Trier ist es möglich, ihr 150jähriges Bestehen in diesem Bistum zu feiern, ohne die mindestens 300 Opfer von sexueller Gewalt und den einen ermordeten Jungen seit Bestehen des Bruderordens zu erwähnen. Bischof Dr. Ackermann feiert mit.
Quelle: missbit

6.6.2012 Etwa 1,25 Millionen US-Dollar hat das Erzbistum Philadelphia in den letzten 2 Steuerjahren für Anwaltskosten rund um Missbrauchsprozesse ausgegeben. Nicht mitgerechnet sind die Kosten, die wegen des Prozesses gegen den früheren Personalverantwortlichen William Lynn zu zahlen sind.
Quelle: kipa

5.6.2012 Im Bistum Augsburg wurde ein kath. Priester wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. 2 Monate vor der Wohnungsdurchsuchung war er durch ein Mitglied des Domkapitels über die Anzeige informiert worden – genug Zeit, um Daten zu löschen. Die konnten jedoch rekonstruiert werden. der Priester war aus “gesundheitlichen Problemen” von seiner Arbeitsstelle abberufen worden. Heute ist er im Ruhestand.
Quelle: augsburger-allgemeine.de
Kommentar: Täter können sich noch immer darauf verlassen, in der Hierarchie Unterstützer zu finden. Und: Katholische Priester, die wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand gehen, müssen damit rechnen, dass Mitchristen darüber nachdenken, ob hinter den “gesundheitlichen Problemen” eine Sexualstraftat steckt.

5.6.2012 Auch im Bistum Essen gibt es mindestens einen Priester, der Sexualstraftäter ist und weiterhin in der Seelsorge arbeitet.
Quelle: zeit zu beten

4.6.2012 Die Plattform „Betroffener kirchlicher Gewalt.at” hat neun römisch-katholischen Bischöfen eine Liste mit 40 Beschuldigten geschickt, denen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorgeworfen wird. Die Beschuldigten sind laut Plattform nach wie vor unbehelligt im Amt.
Quelle: orf

4.6.2012 In diesen Tagen ging durch mehrere Presseorgane die Nachricht aus Berlin, dass ein ursprünglich als Missbrauchsfall deklarierter Fall sich als “schwerer Verstoß gegen den priesterlichen Dienst” entpuppte. Also kein Missbrauch; vielleicht Steuerhinterziehung? Unregelmäßigkeiten in den Finanzen? Eine Beziehung zu einer Frau? Jedenfalls erklärte das Erzbistum Berlin, es habe weder eine Straftat nach kirchlichem noch nach weltlichem Recht vorgelegen, der Pfarrer sei jedoch aufgefordert worden, auf sein Amt zu verzichten. Das wurde im Gottesdienst der Berliner Kirchengemeinde vorgelesen. Nur: Das Opfer war anwesend und erklärte, dass es sehr wohl eine Straftat nach weltlichem Recht gab, die jedoch verjährt sei. Das Opfer hatte als 16-Jähriger den Beischlaf mit dem erwachsenen Kaplan erlitten. Keine Straftat? Keine sexuelle Gewalt – in welchem Gewand auch immer sie daher kam? So kann man die nicht veröffentlichten Missbrauchsbilanzen der Bistümer auch schönen.
Quelle: Berliner Zeitung und FR

4.6.2012 Im Bistum Trier wird gegen 16 Priester ermittelt, die des Missbrauchs verdächtig sind. Immer wieder einmal war von 20 Verdächtigen die Rede. Die Recherchen einer Betroffenengruppe (missbit) kommen zu anderen Ergebnissen.
Quelle: FR

2.6.2012 Heimkinder gehen vor Gericht.
Quelle: zdf

2.6.2012 Im Asylbewerberheim zeigt ein Mann einem Zwölfjährigen erst einen Pornofilm – dann missbraucht er ihn. Damit der Junge nichts verrät, wird er beschenkt. Vor Gericht hat der Flüchtling die Taten nun gestanden.
Quelle: Süddeutsche

2.6.2012 Psychiatrische Gutachten bestätigen psychische Langzeitschäden durch Gewalt und Missbrauch an ehemaligen Zöglingen des Klosters Kremsmünster. Damit sind die Taten nicht verjährt. Jetzt wird mit der Anklage des „Pumpgun-Paters“ gerechnet. Diejenigen, die die Taten vertuschten, werden vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen.
Quelle: profil.at

30.5.2012 Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 146 Kinder und Jugendliche getötet – weitere 72 entkamen nur knapp diesem Schicksal. Weit über 12 000 Kinder sind im gleichen Zeitraum Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden – fast fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Außerdem wurden knapp 4000 Erwachsene überführt, die sich im Besitz von kinderpornografischen Fotos oder Videos befanden oder versucht haben, sich solche zu verschaffen. Das entspricht einem Anstieg um 23 Prozentpunkte. Die Zahlen stammen aus dem Hellfeld.
Quelle: fnweb

Pfingsten 2012:

NEUERDINGS
Das Alte
und das Immer-Schon.
Das Ungenügende
und das Noch-Nicht.
Das Vermoderte
und das “Wie-gehabt”

können das
Unverhoffte
nicht
aus unserem Leben
streichen,
welches gebären wird
das: NEUERDINGS.

Cristy Orzechowski, Seine kleine Gegenwart, S. 261

25.5.2012 Der neue Generalvikar des Erzbistums Köln, Stefan Heße, hält den erneuten Einsatz von Geistlichen nach sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen kaum für möglich. Als praktikable Lösung bleibe im Grunde nur die “Null-Toleranz”, die Entlassung aus dem kirchlichen Dienst.
Quelle: Domradio

25.5.2012 Die Entführung und der mögliche Tod von Emanuela Orlandi sind immer noch ungeklärt. Die 15jährige Vatikanbürgerin war vor 30 Jahren entführt worden. Jetzt behauptet der Chef-Exorzist der kath. Kirche, Gabriele Amorth, die june Frau sei von Gendarmen der Vatikan-Polizei für Sexpartys vermittelt und später ermordet worden. Amorth berief sich auf einen Archivar, der von fragwürdigen Festen im Vatikan berichtet. Emanuela sei in diesem Umfeld gelandet. Es handle sich um einen Fall von sexueller Ausbeutung mit anschließendem Mord. Die Polizei hat die Untersuchung dess Verschwindes des Mädchens wieder aufgenommen.
Quelle: Spiegel

25.5.2012 Die Leitung des Malteserordens in Großbritannien ist nach Vertuschungsvorwürfen vorerst suspendiert worden. Die drei obersten Mitglieder des katholischen Ritterordens seien angeklagt, den Besitz von kinderpornographischem Videomaterial bei ihrem Küster nicht den Behörden angezeigt zu haben. Der 68-jährige Küster sei im April zu einer 40-wöchigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er habe Videomaterial besessen, das sexuellen Missbrauch von Kindern zeigte. Unabhängig davon sei der Mann mit der Beschuldigung sexueller Übergriffe gegen Kinder in sieben Fällen zwischen 1979 und 2011 rechtlich belangt worden.
Quelle: kipa

24-5-2012 Der sexuelle Missbrauch in der Berliner Parkeisenbahn war seit etwa 10 Jahren bekannt, ohne dass die Kinder geschützt und die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden.
Quelle: rbb

23.5.2012 Im Jahr 2011 fielen in Deutschland 313 Frauen Mord und Totschlag zum Opfer. Bei 154 von ihnen, also fast jeder zweiten getöteten Frau, hatte die Polizei Ehemann, Freund oder Ex-Partner in dringendem Tatverdacht. Das geht aus bisher nicht veröffentlichten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. Ebenfalls 2011 starben 349 Männer durch Mord oder Totschlag. In 16 Fällen steht die Ehefrau in Verdacht, 7mal die Freundin oder der Freund und einmal der eingetragene Lebenspartner.
Quelle: Süddeutsche

23.5.2012 Der Papst provoziert den Ungehorsam, sagt Hans Küng.
Quelle: südwestpresse

23.5.2012 Die Bischofskonferenz Italiens hat zwischen 2000 und 2011 insgesamt 135 Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Priester registriert. Zugleich wurden Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfllen in Kraft gesetzt.
Quelle: orf

23.5.2012 Bericht des Missbrauchskommission des BIstums Rottenburg-Stuttgart vom 19.4.2012.
Quelle: Bistum Rottenburg-Stuttgart

23.5.2012 Bericht vom Podium über “Die Täter, die Opfer, das System” auf dem Alternativen Katholikentag in Mannheim.
Quelle: rheinneckarblog

22.5.2012 Bischof Ackermann erhält Rückenstärkung. Die Pädophilen-Gruppe “K 13” begrüßt den bisherigen Umgang der kath. Kirche mit pädophilen Priestern und hält den Ausschluss aus der Seelsorge oder gar die Entlassung der Straftäter für unchristlich und inhuman.
Quelle: K13
über K13

23.5.2012 Die Einschätzung von Matthias Gierth, dradio, zum Katholikentag sieht so aus: Tatsächlich scheint ein Aufbruch, der zu echten Struktur- und Positionsveränderungen in der katholischen Kirche führt, von den deutschen Bischöfen auch gar nicht mehr gewollt zu sein. Schon wer die Predigt im Eröffnungsgottesdienst von Erzbischof Robert Zollitsch hörte, musste gewarnt sein: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz vermied es penibel, die Glaubwürdigkeitskrise der Kirche und die Notwendigkeit zu einem umfassenden innerkirchlichen Neuanfang in den Mittelpunkt seiner Ansprache zu stellen. Konkrete Konfliktfelder und den Dissens, den es derzeit so massiv zwischen Gläubigen und Bischöfen gibt, benannte er gleich gar nicht.
Quelle: Deutschlandradio

22.5.2012 Die Unterstützungsgruppe Sapec für Personen, die durch Priester in der Westschweiz missbraucht wurden, fordert die Schaffung einer unabhängigen Westschweizer Untersuchungskommission. Diese soll sich mit der Untersuchung und Wiedergutmachung befassen, schreibt Sapec in einem Bericht von Montag an die Schweizer Bischöfe. Die Gruppe gibt ihrem Zweifel an den bisherigen Untersuchungen Ausdruck und spricht von Nachlässigkeit. Abgesehen von guten Worten sei nicht viel geschehen, um den Opfern zu helfen, schreiben für Sapec die Verantwortlichen Jacques Nuoffer et Marie-Jo Aeby. Sapec vorliegende Dokumente gäben vielmehr Hinweise darauf, der Kommission sei es darum gegangen, “auf dem Rücken der Opfer” die Institution Kirche zu schützen. Die Richtlinien, welche die Schweizer Bischöfe unter dem Titel “Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge” veröffentlichten, hätten zu Hoffnungen Anlass gegeben. Die Realität zeige aber, dass die “Mehrheit der Bischöfe und der Ordensobern” die “schrecklichen Leiden der Opfer” unterschätzten. Notwendig sei eine “Geste der Wiedergutmachung”. Es sei befremdend, dass oft Hinweise wie “Es gibt mehr Fälle von Pädophilie in den Familien” vorgeschoben würden.
Quelle: kipa
Kommentar: Wenn es allerorten Klagen über die kirchlich eingesetzten Untersuchungskommissionen gibt, wird das die Kirchenleitungen doch nachdenklich machen, sollte man meinen.

20.5.2012 Roland Jahn, Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, spricht im Kontext der DDR-Diktatur über die Täter, die andere Menschen und auch Nächste an die Stast verraten haben und nennt Kriterien, wann eine Entschuldigung glaubhaft ist. Er berichtet von Reue, die zu beweisen ist durch überzeugendes Handeln. Der Täter muss sich mit sich selbst auseinandergesetzt haben, die eigene Rolle und das eigene Tun vor sich und anderen offenlegen, sich Rechenschaft darüber ablegen, was sein Tun für die Opfer bedeutet.
Quelle: Zeit
Kommentar: Das gilt so auch für diejenigen Männer, die ihre Kinder oder ihnen anvertraute Kinder zu Opfern sexueller Gewalt gemacht haben.

19.5.2012 In Großbritannien wurden 9 Männer wegen Menschenhandel und sexueller Gewalt zu 4 – 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Bande verführte im Großraum Liverpool Teenager aus chaotischen Familienverhältnissen mit Alkohol, Drogen und Geschenken, um sie anschließend zu vergewaltigen, an Komplizen weiterzureichen oder zu Sex mit anderen Freiern zu zwingen. Die Mädchen waren zum Teil erst 13 Jahre alt. Mit Empörung musste zur Kenntnis genommen werden, dass eine Polizeidienststelle die Anzeige eines 15jährigen Mädchens nicht entgegen nehmen wollte – wegen mangelnder Glaubwürdigkeit.
Quelle: süddeutsche

19.5.2012 „Wir haben keine Glaubenskrise und wir haben auch keine Kirchenkrise. Wir habe eine Krise der Kirchenleitung“, sagte Helmut Schüller, österreichische Pfarrer-Initiative beim Alternativprogramm des Katholikentags. „Grundrechte für Getaufte“ gebe es nicht, sie seien aber Voraussetzung für Gespräche auf Augenhöhe. „Im Moment ist der Dialog ein Gnadenakt von einer Seite, der jederzeit unterbrochen werden kann.“
Quelle: faz

19.5.2012 Von außen betrachtet erscheine die katholische Kirche mit all ihren Erosionen als Krisen-Schauplatz schlechthin, und bei alldem wirkten die Bischöfe merkwürdig sprachlos, befindet der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann, und Kurienkardinal Walter Kasper lächelt milde, als Kaufmann der Kirche vorhält, ihre „Herrschafts-Ideologie“ sei im „Barock-Zeitalter stehen geblieben“. Kasper, der das Ende der Volkskirche gekommen sieht, diagnostiziert: „Wir befinden uns erst am Anfang eines epochalen Umbruchs.“ Als Hauptursache für die schwierige Situation macht Kasper den Missbrauchsskandal aus. Das verlorene Vertrauen könne in einem langen und demütigen Prozess zurückgewonnen werden.
Quelle: FR

19.5.2012 Interview mit Hans Maier im Deutschlandradio

19.5.2012 “Der Mut der Bischöfe ist ein eigen Ding”, titelt die Welt. Das ist richtig – er ist nämlich nicht sichtbar. Hier ist die unterschiedliche Einschätzung verschiedener Gruppierungen nachzulesen. Ob der Katholikentag wirklich ein Tag der verpassten Chancen ist, wird sich zeigen – und zwar dort, wo KatholikInnen mit dem Segen oder auch ohne den Segen der kath. Kirchenleitungen aufbrechen.

19.5.2012 So wurden zwei von 4 eingereichten Veranstaltungen beim Katholikentag abgesagt: “Die Arbeitskreise haben sehr wohlwollend versucht, alle Vorschläge in die konzeptionellen, räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten einzubinden. Trotz dieses Bemühens konnten nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden. Daher muss ich Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Veranstaltungsvorschläge „Bei euch soll es nicht so sein – Menschenrechte in der Kirche“ und „Am Ende des Tunnels? Aufarbeitung der sexuellen Gewalt in der Kirche“ nach eingehender Prüfung nicht in das Programm des Mannheimer Katholikentags aufgenommen werden kann.”
Quelle: Rheinneckarblog

19.5.2012 Kritik an der Kirchenhierarchie und an kirchlichen Gremien hat Kapuzinerpater Anton Rotzetter, dem wir gute Gebete verdanken, auf dem Katholikentag geübt. Die Kirchen seien derzeit weitgehend unfähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen, sagte der Schweizer Ordensmann am Donnerstag in Mannheim. Statt um sich selbst zu kreisen, sollten sie sich mit den Armen solidarisieren. Vielen Bischöfen sei aber “das tägliche Fleisch offenbar wichtiger als das tägliche Brot”.
Quelle: kipa

18.5.2012 Der kanadische Bischof Raymond Lahey wurde vom Vatikan in den Laienstand “zurück”versetzt. Er sitzt im Moment eine Strafe wegen des Besitzes von Kinderpornografie ab.
Quelle: kipa

18.5.2012 Die Einschätzung der Stuttgarter Nachrichten vom Katholikentag in Mannheim ist hier nachzulesen.

18.5.2012 Die Ehrlichkeit ehrt Bischof Dr. Ackermann – und sie offenbart zugleich den grässlich tiefen Graben zwischen Kirchenverantwortlichen und Opfern: Bischof Ackermann räumt ein, dass er am Anfang [des Bekanntwerdens von so viel sexueller Gewalt in der kath. Kirche] noch darüber nachgedacht habe, ob die Betroffenen “nicht ein bisschen dankbarer” ihm gegenüber sein könnten. Er weiß nicht, dass es auch eine stellvertretende Sühne für die Verbrechen der Täter und die Vertuschungen der Bischofskollegen (die bis heute ohne Konsequenzen sind in Deutschland) gibt. Stellvertretende Sühne wäre angemessen angesichts des Leides, das den Opfern durch die Täter und durch eine täterschützende Kirche angetan wurde. Peter Eicher sagt: “Der Schmerz, der dem eigenen Leib und dem eigenen Gedächtnis eingebrannt ist, bleibt unerträglich, solange er nicht wie eine Botschaft gehört und verstanden wird.” Die Botschaft der Opfer wurde offensichtlich auch vom Missbrauchsbeauftragten noch nicht gehört – sonst könnte er nicht Dankbarkeit erwarten.
Pater Stefan Kiechle, Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, nennt die 5000 Euro Entschädigungsprämie immerhin ein “beschämendes Zeichen”.
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

17.5.2012 Die taz bringt es auf den Punkt: “Da ist der Missbrauchsskandal, der Tausende Menschen für ihr Leben gezeichnet und die Verlogenheit einer ganzen Bischofsgeneration – mit wenigen Ausnahmen – deutlich gemacht hat. Da sind mittlerweile unüberhörbare Forderungen nach Reformen und mehr Beteiligung der Laien in der Kirche, die aber von fast allen deutschen Oberhirten seit Jahren um der Einheit mit Rom willen beiseite gewischt werden.” Und weiter in der taz: “Überraschend war, dass wenige Minuten nach dieser überfüllten Podiumsdiskussion im gleichen Saal eine zweite Veranstaltung mit nicht weniger Brisanz anstand – aber fast zwei Drittel der Stuhlreihen leer blieben: Dabei trafen hier erstmals auf einem Katholikentag ein Missbrauchs-Betroffener, Matthias Katsch, von der Initiative „Eckiger Tisch“ und ein Bischof, nämlich der Trierer Bischof Stephan Ackermann, öffentlich aufeinander, um über dieses größte und schmerzlichste Verbrechen in der Geschichte der deutschen katholischen Kirche zu sprechen. Katsch sprach in wohl gesetzten, aber bitteren Worten über die Verdrängung und Vertuschung des Skandals durch die katholische Hierarchie, das „zweite Verbrechen“ nach der Tat selbst. Doch die Opfer von damals störten heute viele nur noch. Nach der Aufklärungswelle des Jahres 2010 hätten viele offenbar schon wieder von dem Thema genug. Und die vergleichsweise geringe Menge an Zuhörern scheint ihm recht zu geben. Bischof Ackermann, der der „Missbrauchsbeauftragte“ der Bischofskonferenz ist, verstand es nicht, das Misstrauen von Katsch und vielen Gläubigen im Publikum aus der Welt zu räumen. Zu schwammig waren Ackermanns Aussagen, dass man doch vielleicht, irgendwie, irgendwann, womöglich kommendes Jahr die bischöflichen Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland verschärfen wolle, ein bisschen, ja, vielleicht auch mehr.”
Bundespräsident Lammert spricht von einer faktischen Entmündigung der Laien.

17.5.2012 Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach, Jesuit, kritisierte die kath. Kirchenleitung scharf. Die Bischöfe seien “ein Club, der sich selbst paralysiert”, sagte er. Die Stukturen seien verkrustet. Die Bischöfe versuchten, die Krise der Ämter in eine Krise des Glaubens umzudeuten. Der Dialogprozess in der Kirche sei längst “kabarettreif”. Die Bischöfe antworteten nicht auf die gestellten Fragen, sondern ließen nur Fragen zu, die sie beantworten wollten.
Quelle: welt.de

17.5.2012 Mertes, SJ, sieht zwei Probleme in der Kirche: Das Misstrauen wachse und den Herrschaftsanspruch der Kleriker. Man reagiere in den Kirchenleitungen auf Probleme mit Realitätsverlust wie der Geisterfahrer, der vor einem Geisterfahrer gewarnt wird und fragt: “Einer? Hunderte!” Man nehme vielleicht auch wahr, was schief läuft, tue aber trotzdem nichts, weil man das Image der Kirche nicht weiter beschädigen will.
Quelle: Tagesspiegel

17.5.2010 Bischof Ackermann verteidigt den Einsatz von Priestern in der Seelsorge, die Sexualstraftaten gegen Kinder und Jugendliche begangen haben. Man dürfe sie nicht alleine lassen. Stefan Kiechle, SJ, stimmte ihm zu.
Quelle: Die Welt
Kommentar: Es ehrt die Kirche, wenn sie Sexualstraftäter nicht alleine lässt. Sie hat jedoch mit Sicherheit als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands viele Möglichkeiten, Straffällige in nicht-seelsorglichen Arbeitsgebieten einzusetzen, bei denen auch keine Kinder, Jugendliche, Behinderte, Kranke oder wehrlose alte Menschen gefährdet werden. Einsatz von Sexualstraftätern in der Seelsorge ist ein no go.    

17.5.2012 Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich dankbar über die Aufdeckung des Skandals sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche gezeigt. Wo Unrecht geschehe, müsse es öffentlich benannt werden; Missbrauch sei “zutiefst böse”, sagte Woelki am Donnerstag beim Katholikentag in Mannheim.
Quelle: Domradio

16.5.2012 Interview mit Helmut Schüller, einem der Initiatoren der Österreichischen Pfarrer-Initiative. Er sagt, was Viele an der Kirchenbasis denken. Die Frage ist, ob es einen oder besser zwei mutige Bischöfe gibt, die die Zeichen der Zeit verstehen – und auch in Rom davon berichten.
Quelle: taz

16.5.2012 Wir wissen es schon länger: Gewalt in der Kindheit hinterlässt hirnphysiologische und genetische Veränderungen – ähnlich denen, die bei Soldaten im Kriegseinsatz beobachtet werden. Nur begrenzt sind die Veränderungen noch rückgängig zu machen. Dennoch ist Hoffnung angebracht. Lesen Sie von den unbändigen Hoffnungen der jungen Menschen, die das Attentat Breviks auf der Insel Utoya überlebt haben. Zu Ina Linak, die überlebte, sagt der Staatsanwalt: „Du wirkst, als hättest du dein Leben im Griff.“ „Ja“, entgegnet Ina Linak, „aber ich muss gestehen, dass der Ernst Teil des Lebens geworden ist.“ Dann lacht sie.
Quelle: FR
Kommentar: Der Bericht des Prozesses gegen Brevik ist schwer zu lesen. Zugleich ist er ermutigend und zutiefst hoffnungsvoll. Es gibt Eines, das die Opfer und Überlebenden von Utoya von “unsereiner” unterscheidet: Diese Kinder und jungen Menschen in Schweden dürfen mit der uneingeschränkten Solidarität ihrer Mitmenschen rechnen – Gott und den solidarischen Menschen sei Dank. Das hilft, das Unsägliche zu überleben, den Mut zum Leben nicht zu verlieren und Zeugnis abzulegen von dieser Hoffnung und diesem Mut. Wir, die wir oft jahrelange massive Gewalt erlitten haben in Herkunftsfamilien oder im Nahbereich, müssen um diese Solidarität täglich neu kämpfen. Wenn wir sie erfahren – und das geschieht -, dann sind auch wir zu nicht unterzukriegenden Hoffnungen in der Lage.

16.5.2012 Thomas Williams, Berater von Benedikt XVI bei seinen USA- und  Israel – Reisen, Führender der Legionäre Christi und Professor für Moraltheologie, hat zugegeben, was die Legionäre längst wussten: Dass er ein Kind hat. Zuvor war bekannt geworden, dass er von spanischen Opfervertretern der sexuellen Gewalt gegen Kinder/Jugendliche beschuldigt wird.
Quelle: welt.de

15.5.2012 “Macht gegen Ohnmacht – die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Trier” –
Quelle: swr

16.5.2012 Das Verschwinden der Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi bleibt auch nach der Exhumierung des Mafia-Bosses Enrico de Pedi ungeklärt. Es hatte Vermutungen gegeben, dass die 15-Jährige im Grab des Mafia-Bosses liegen solle. Sie wurde vor 30 Jahren entführt. Seither fehlt jede Spur von ihr. Pikant: Der Mafia-Boss hat sein Grab in der vermutlich dem Opus Dei gehörenden Basilika Sant’Apollinare gefunden, wo nur Erzbischöfe und Kardinäle begraben werden. Ermöglicht wurde dieses Begräbnis durch Ugo Poletti, damals stellvertretender Erzbischof von Rom und durch Mosignor Pietro Vergari, Rektor der Basilika. Vergari erklärte, er habe mit De Pedis immer nur über religiöse und aktuelle Dinge gesprochen und nie nach seinen Verbrechen gefragt. De Pedis habe Vergani bei den Vorbereitungen für die Armenspeisung geholfen.
Quelle: spiegel

10.5.2012 Hans Küng geht nicht zum Katholikentag nach Mannheim. Er war zu einer Festgala anlässlich des 50. Jahrestages des 2. Vatikanischen Konzils eingeladen. Er hat abgesagt mit der Begründung: ‘Zu einer festlichen Konzilsgala besteht meines Erachtens kein Anlass, eher zu einer ehrlichen Bußandacht oder zu einem Trauergottesdienst. Überall auf der Welt empfinden viele Katholiken eine tiefe Trauer über die Entwicklungen unserer Kirche in den letzten drei Jahrzehnten, und nicht wenige haben deshalb in den letzten Jahren unserer Kirche den Rücken gekehrt.’
Quelle: wir sind kirche.at

15.5.2012 Im Prozess gegen die Erzdiözese Philadelphia hat der Jurist Tim Coyne drei Kardinäle schwer belastet: den verstorbenen Kardinal Anthony Bevilacqua und die amtierenden Bischöfe Edward Cullen, der heute die Diözese Allentown in Pennsylvania leitet, und Bischof Joseph Cistone von Saginaw im Bundesstaat Michigan. Sie hätten gelogen, als sie vor Gericht sagten, ihnen sei eine Liste von 35 Priestern, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt hätten, unbekannt. Die Liste war im Februar 2012 aufgetaucht. Der angeklagte Bischofs-Sekretär und ehemalige Personalverantwortliche habe diese Liste an Bevilacqua übermittelt und Bevilacqa habe angeordnet, die Liste zu vernichten. Obwohl bei 3 Priestern diagnostizierte Pädophilie vorgelegen habe und bei anderen sexueller Missbrauch eingeräumt worden war, sei einer der Missbrauchstäter bis zu seiner Suspendierung im März 2012 als Pfarrer im Dienst gewesen.
Der angeklagte ehemalige Personalverantwortliche Lynn hat im Fall eines Schuldspruchs bis zu 28 Jahre Haft zu erwarten.
Quelle: kath.web
Kommentar: Hier gilt wieder mal, dass man die Kleinen hängt und die Großen laufen lässt. Die Propheten unserer Bibel wissen Klagelieder davon zu singen. Und es gilt das, was Menschen, die ihre Kirche lieben, weil sie ihr das Evangelium verdanken, kaum glauben können: Im Zweifel wird auch von Kirchenleitungen einfach – gelogen. Es ist nicht das erste Mal in Sachen sexueller Gewalt, dass gelogen wird. Es wäre gut, wenn es das letzte Mal wäre – aber das ist kaum noch zu hoffen.

15.5.2012 ARD-Sendung am 14.5.2012, 0.15 Uhr – 1:00 Uhr und Notizen von all dem, was in der ARD-Sendung ungesagt blieb und/oder nicht veröffentlicht wird. Die Sendung wird am Mittwoch, 16.5.2012, 13.15 Uhr auf Phoenix wiederholt und steht im Moment in der Mediathek (Sendeminute 15-21).

14.5.2012 “Beim Katholikentag wollen die Menschen nicht nur zusammen beten, singen und feiern. Sie werden auch über Probleme diskutieren, die es in der katholischen Kirche gibt. So soll es zum Beispiel darum gehen, warum so viele Menschen aus der Kirche austreten. Auch werden die Leute über sexuellen Missbrauch sprechen: Einige Priester sollen Kinder gegen ihren Willen angefasst haben. Das ist verboten und darf nicht passieren. Wer das macht und erwischt wird, bekommt eine Strafe.”
Quelle: der westen
Kommentar: Auch so wie in diesem Artikel kann man sexuelle Gewalt beschreiben – noch harmloser geht nicht mehr. Die Leserin/der Leser weiß jetzt, dass es verboten ist, ein Kind gegen seinen Willen anzufassen. Und dass das auch bestraft wird – vorausgesetzt man wird erwischt.

14.5.2012 Um 4,9% auf 12 444 Fälle ist sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angestiegen, berichtet die Welt. Außerdem nahmen der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie dramatisch zu (plus 23,3 Prozent auf 3896 Fälle). Eine Abnahme wurde bei der Verbreitung pornografischer Schriften registriert (minus 0,6 Prozent auf 8724 Fälle). Und die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet ging um 2,1 Prozent auf 5168 Fälle zurück.
Quelle: Die Welt

12.5.2012 “Statt auf die bis dato bekannten Opfer und deren Familien demütig zuzugehen und ein intensives seelsorgerisches Gespräch mit den Geschändeten zu suchen, hätten sich die meisten Kirchenführer [in den USA] schnell hinter “Verteidigungslinien” zurückgezogen und seien mit einer zum Teil unvorstellbaren Aggressivität auf die Opfer und deren Anwälte losgegangen, bedauert der Dominikaner. Als “geldgierige Prozess-Hähne” und “Kirchenfeinde” hätten sie die Opfer beschimpft, mit Verleumdungsklagen hätten sie gedroht und hätten eiskalt gelogen, wenn es galt, die klerikalen Straftäter zu decken. Vielerorts hätten sie die Kinderschänder klammheimlich in neue Pfarreien und schulische Einrichtungen versetzt und hätten dadurch skrupellos weitere sexuelle Gewalt an Tausenden von Jugendlichen in Kauf genommen. Typisch für das zynische Verhalten vieler “Würdenträger”, so Doyle, sei nicht nur der Meineid gewesen, den Kardinal Roger Mahony von Los Angeles in einem Prozess schwor. Auch die feige Flucht zweier anderer amerikanischer Kardinäle vor den Opfern, sei in- und außerhalb der Kirche mit sprachlosem Entsetzen registriert worden: Der eine erklärte, er habe “Wichtigeres zu tun”. Der andere gestand, er habe “Angst beschimpft zu werden”!
Quelle: imprimatur

ca 2006: Richard Sipe über sexuelle Gewalt in der kath. Kirche – kann als Kommentar zum Mannheimer Katholikentag gelesen werden.
Quelle: www.aha.lu

11.5.2012 Bei den Legionären Christi soll es neben der sexuellen Gewalt des Gründers Marcial Maciel Degollado weitere Priester geben, die Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt antaten. 7 Priester seien der Glaubenskongregation in Rom gemeldet worden.
Quelle: Spiegel

10.5.2012 Über Monate missbrauchte ein Krankenpfleger minderjährige Patienten in einer Berliner Klinik. Nun ist der 29-Jährige zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt worden. Ins Gefängnis muss er aber vorerst nicht. Er ist nach einem Suizidversuch gelähmt und haftunfähig.
Quelle: Spiegel

10.5.2012
Der Vatikan will laut Informationen der Wochenzeitung “Irish Catholic” (Donnerstag) die Nachfolge des Primas von Irland, Kardinal Sean Brady (72) von Armagh, bald regeln. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf vatikanische Quellen, der päpstliche Nuntius in Irland, Erzbischof Charles Brown, halte bereits seit seinem Amtsantritt im Jänner nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau. Durch die Kontroverse der vergangenen Wochen habe die Frage an Dringlichkeit zugenommen. Brady war zuletzt durch eine BBC-Dokumentation unter Druck geraten, in der ihm eine zentrale Rolle bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen in den 1970er Jahren vorgeworfen wurde. Der Vatikan sieht Bready als unschuldig an.

Quelle: kath.web.de

10.5.2012 Hans Küng, treuer Katholik trotz Entzug der Lehrerlaubnis im Jahr 1979 oder 1980, sieht zwischen der kath. Kirche und Diktaturen immer mehr Parallelen. Weltweit seien Bischöfe durch Beaufsichtigung und Denunziantentum zu einem “fügsamen Apparat” geworden. Papst Benedikt blockiere Reformen und riskiere den Zusammenbruch von Seelsorge und Gemeinden. Das Kirchenvolk solle beruhigt statt ernstgenommen, die Reformverweigerung in Mannheim mit Aufbruchsgerede überspielt werden, so Küng. Er meint, Bischöfen sei dann kein Gehorsam geschuldet, wenn diese selbst wesentlichen Forderungen des Evangeliums ungehorsam geworden sind, wenn sie die Kirchengesetze über das Wohl der Gemeinden und Seelsorger stellen.
Quelle: orf
Kommentar: Küng sagt, was viele engagierte KatholikInnen in Deutschland und andernorts auch beobachten und denken – mit brennender Sorge. Dass sie gehört würden, ist nicht erkennbar. Da helfen auch keine markigen Worte vom Aufbruch.

10.5.2012 Gotthard Fuchs über das Mitspracherechtes des Volkes Gottes – und wie es in der Vergangenheit übergangen wurde und hoffentlich nicht wieder übergangen wird. Z.B. in der Mitsprache, dass die Lieder von Huub Osterhuis im neuen kath. Kirchengesangbuch, die tastend nach einem Gott fragen, weiterhin in der Neuauflage des Gesangbuches stehen dürfen. Sie drücken aus, was Menschen glauben wollen – und manchmal nicht können. Gotthard Fuchs wörtlich: “Denn das Gottesvolk hat keine Stimme, der „Glaubenssinn der Glaubenden” hat keine Mitsprache. Kommissionen – oder sind es manchmal vielleicht sogar „Hintermänner”? – entscheiden. Die Kluft zwischen oben und unten wächst. Ein Klima der Angst bestimmt allzu oft die Szene. Auch „höhere” Amtsträger verstecken sich im Kollektiv. ”
Quelle: CiG

9.5.2012 Der Irish Independent vom Mittwoch berichtet, dass die Polizei eine Untersuchung über Anzeigen von 20 ehemaligen Schülern einer Schule der Herz-Jesu-Missionare in Cork an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat. Dort wird über eine Anklage entschieden. Drei Männer, 60 bis 70 Jahre alt – wurden vorübergehend verhaftet, aber wieder freigelassen.
Quelle: kipa

8.5.2012 Illegal Adoptierte kämpfen in Spanien – gegen Verjährung, gegen Politik und Kirche. Der illegal Adoptierte Barroso gründete die Stiftung Anadir, die am 27.1.2011 eine Sammelklage einreichte. Die STiftung geht von bis zu 200 000 bzw. 300 000 Betroffenen aus. Das Vorgehen war immer gleich: Alleinstehende Frauen brachten in einer Klinik ein Kind zur Welt. Das Spital sagte, das Kind sei tot und es würde sich um alles kümmern. In Madrid wurde den Müttern ein Baby aus der Gefriertruhe zum Beweis vorgelegt. Dann verkauften Die “Menschenhändler” das Kind an zahlungskräftige Adoptionswillige. Das Netz der Händlerringe war vermutlich dezentral organisiert. Behörden, Ärzte und Mitglieder der katholischen Kirche gehörten dazu.
Quelle: Baz online

7.5.2012 Opfer fordern den Rücktritt des irischen Primas, Kardinal Bready. “Nicht nur die katholische Hierarchie, sondern auch die Polizei hat den Missbrauch geduldet, totgeschwiegen, vertuscht und die Täter geschützt. Wie ein Verbrechersyndikat ging die Kirche über Leichen, um die Organisation zu schützen. Wie bei Smyth versetzte man die Täter in andere Gemeinden.”
Quelle: taz
Quelle: orf und Radio Vatikan

6.5.2012 Der frühere Kurienkardinal Walter Kasper sieht im Missbrauchsskandal, den Austrittszahlen und der Vertrauenskrise der kath. Kirche Zeichen eines epochalen Umbruchs in der europäischen Kirche. Die Reaktion, meint er, dürfe nicht darin bestehen, traditionelle Inhalte oder Formen über Bord zu werfen. Kirche müsse vielmehr neu von Gott reden und nicht von innerkirchlichen Fragen, die für viele Menschen keinerlei Bedeutung hätten.
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Der Kardinal übersieht, dass innerkirchliche Fragen sehr wohl mit der Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Botschaft zusammenhängen. Wie sollen Frauen sich in einer Kirche beheimaten wollen, die sie strukturell und permanent diskriminiert? Wie soll Kirche glaubwürdig von Gott reden, wenn ihre Zuwendung zu denen, die unter die Räuber gefallen sind, bestenfalls halbherzig ist? Wie soll eine Institution für Menschen attraktiv sein, die einteilt in rivilegierte (Geweihte) und Nicht-Privilegierte (Laien)? Die Liste wäre fortzusetzen.

5.5.2012 Erzbischof Chaput, Philadelphia, hat 5 Priester wegen sexuellen Missbrauchs dauerhaft suspendiert. Die derzeit beurlaubten Geistlichen dürfen keine öffentlichen (!) Aufgaben mehr übernehmen, können aber in Rom Berufung einlegen. 3 weitere Beschuldigte bleiben Seelsorger. Über 9 weitere mutmaßliche Täter muss noch entschieden werden. Chaput bat die Opfer erneut um Entschuldigung.
Quelle: Domradio

4.5.2012 “Der Anfangsimpuls [der Odenwaldschule], die Vorzeigeschule für Aufarbeitung und Entschädigung zu werden, war arrogant – und er ist ganz schnell verflogen. Stattdessen hintertreibt die Schule die Aufklärungsbemühungen, sie führt den Opferschutzverein „Glasbrechen“ mit Aufklärungstricks an der Nase herum und sie demütigt die Betroffenen sexueller Gewalt.”
Quelle: taz-Bericht und  taz-Kommentar

4.5.201 Die Geschichte von Henk Heithuis aus den Niederlanden ist bedrückend. Geboren wurde er 1935, die Kindheit und Jugend verbrachte er als uneheliches Kind in Kinderheimen. Im Vincentius-Stift in Harreveld wurde er von Mönchen 1950-1953 missbraucht. Drei Jahre später zeigte er die Geistlichen an und kam in die Psychiatrie. Dort wurde er kastriert – eugenisiert nannte man das, weil man dachte, er habe die Geistlichen verführt. 1958 reichte Heithuis Klage gegen seine Misshandler und Missbrauchstäter ein. Wenige Tage später starb er bei einem Autounfall. Ein anderes Auto hat seinen Wagen auf der Autobahn gerammt, der 22-Jährige war sofort tot. Die Polizei untersuchte den Unfall nicht näher. Sein Freund Rogge identifizierte den Toten. Als er im Zimmer des Toten die Aufzeichnungen von Heithuis holen wollte, hatte ein Polizist die Unterlagen beschlagnahmt. Sie sind verloren. Es war der Freund Rogge, der ihm seine Geschichte geglaubt hat – 50 Jahre lang versuchte er, die Geschichte von Heithuis der Presse zu vermitteln. Erst der niederländische Journalist Joep Dohmen verifizierte die Berichte. Unklar ist, warum die Deetman-Kommission diesen Opfern nicht nachgegangen ist.
Quelle: Spiegel

4.5.2012 Irlands Außenminister Eamon Gilmore sagte im Blick auf das Verhalten von Kardinal Sean Brady: “Es ist meine persönliche Auffassung, dass jemand, der nichts gegen das Ausmaß des Missbrauchs getan hat, keine verantwortungsvolle Position innehaben sollte.”
Auch der emeritierte Theologieprofessor Vincent Twomey sagte dem Sender RTE, Brady habe seine moralische Autorität eingebüßt und solle sein Amt abgeben.
Quelle: europeonline-magazine.eu
Quelle: Radio Vatikan

4.5.2012 Laut Opferentschädigungsgesetz haben Missbrauchte auch Jahre nach der Tat noch Anspruch auf Entschädigung, hat die Deutsche Anwaltsauskunft bekanntgegeben. Wer als Kind oder Jugendlicher sexuell durch den Vater missbraucht worden ist, kann bei einer psychischen Erkrankung Versorgung nach dem Opferentschädigungsgesetz verlangen. Dies gilt auch noch nach Jahren. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen: L 6 VG 584/11), wie die Deutsche Anwaltauskunft mitteilt.
Quelle: newsticker.sueddeutsche.de

2.5.2012 Die Verurteilung des Schwarzwälder Lehrers wegen sexuellen Missbrauchs einer Tochter ist rechtskräftig. Die Schilderungen vor Gericht weisen auf eine dysfunktionale, gewalttätige und verwahrloste Familie hin. Der Täter wies den Vorwurf, er habe seine Tochter sexuell missbraucht, zurück. Er muss sich der sexuellen Dimension seines Handelns jedoch bewusst gewesen sein. Er beendete sein sexualisiertes Verhalten (“Riechkontrollen”), nachdem eine seiner Töchter von ihrem Orgellehrer sexuell missbraucht worden war.
Beim Orgellehrer handelte es sich um ein angesehenes Mitglied der katholischen Kirchengemeinde. Die Eltern erstatteten keine Anzeige.
Quelle: Schwarzwälder Bote
Quelle: Badische Zeitung

2.5.2012 Dem Primas von Irland, Kardinal Brady, wird erneut Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. 1975 habe er bei einer Anhörung eines dringend verdächtigen Geistlichen eine aktive Rolle gehabt, die Eltern der missbrauchten Kinder jedoch nicht vor dem Priester gewarnt. Bisher war nur bekannt, dass Brady als Protokollant anwesend war, als sexuelle Übergriffe des Priesters B. Smyth untersucht wurden. Smyth wurde 1997 wegen ca 90 Fällen von Kindesmissbrauch verurteilt. Brady hatte 2009 im Blick auf den Fall Smyth erklärt, er würde sein Amt aufgeben, falls Kinder durch ihn gefährdet worden seien. Nun ist der Fall eingetreten und Rücktrittsforderungen werden laut. Charles Scicluna, Vatikan-Beauftragter für die Untersuchung von Missbrauchsfällen wies Rücktrittsforderungen an Brady zurück.
Quelle: kath.web

1.5.2012 Der ehemalige Bamberger Domkaitular darf diesen Titel nicht mehr tragen. Die Bamberger Bistumsleitung hat festgelegt, dass der Priester auch weiterhin keine seelsorglichen Funktionen “in dem in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Bereich” ausüben darf. Generalvikar Georg Kestel erläuterte auf Nachfrage, dies entspreche einem vollständigen Verbot, als Seelsorger tätig zu werden. Es gebe “keinerlei Ausnahmen”. Der Generalvikar sagte, der Erzbischof habe letzte Woche mit dem Priester gesprochen und ihm weitere Gespräche angeboten. Ihm gelte weiterhin die Fürsorge der Bistumsleitung.
Quelle: katholisch.de

30.4.2012 In einem kirchenrechtlichen Prozess wurde der Bamberger Domkapitular des sexuellen Missbrauchs im Ottonianum in den Jahren 1978 – 1984 in sechs Fällen schuldig gesprochen. Seine Strafe: Er wurde in den Ruhestand versetzt.
Quelle: Radio Vatikan

30.4.2012 Wer 500 000 Euro oder 1 000 000 000 Lire zahlt, kann auch nach einem Leben als Verbrecher – wie Ugo Pedis – noch dort beerdigt werden, wo sonst nur Päpste und Kardinäle beerdigt werden. Woher das Geld stammt, interessiert den Empfänger, Generalvikar Ugo Poletti, nicht. Öffentlich wurde der Vorgang, weil noch einmal nach der Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi, die am Mittwoch, 22.6.1983 als Fünfzehnjährige verschwand, gesucht wird. Corrade Augias berichtet in seinem Buch “Die Geheimnisse des Vatikan”, 2012 (beck’sche reihe, S. 359-383) davon, dass die damals ermittelnden Beamten beim Heiligen Stuhl auf eine “konstante Zurückhaltung” stießen, und “der Heilige Stuhl de facto jede Art von Nachforschungen behindert habe” (a.a.O. S. 374).
Quelle: focus

30.4.2012 in Irland solidarisieren sich Christen mit Priestern, die ein Redeverbot des Papstes haben.
Quelle:orf.at

30.4.2012 Ein Vatikan-Kenner, Marco Politi, sagt, die Pius-Brüder führten den Papst und den Vatikan vor. Es sei der Papst selbst, der den Pius-Brüdern seit Jahren immer mehr entgegenkomme.
Quelle: orf.at

30.4.2012 Es scheint überall das Gleiche zu sein, egal ob es um die kath. Kirche oder um die Odenwaldschule geht: “Man hat damals gesagt, sie werde eine rückhaltlose Aufklärung in Auftrag geben und alles dafür tun, dass die Umstände der Taten schnell aufgeklärt werden. Nach zwei Jahren muss ich feststellen, dass die Schule die wissenschaftliche Aufklärung noch immer nicht in Auftrag gegeben hat. Das ist der Bruch eines Versprechens. Das empört mich zutiefst. Zwei Jahre sind genug!” Das sagt der Grünen-Abgeordnete Marcus Bocklet über die Odenwaldschule.
Quelle: FR

29.4.2012 Obwohl der Papst ein Gespräch ablehnte, vertraut Helmut Schüller, Pfarrer-Initiative Österreich, weiterhin auf ein Gespräch. Er fragt sich – zu Recht – was eigentlich die Menschen in den Gemeinden noch zu sagen hätten – wenig bis nichts.
Quelle: orf

28.4.2012 Klaus Mertes hat den Bürgerpreis der SPD entgegengenommen. Er fragte u.a.: “Was ist bei uns [in der kath. Kirche] los, wenn das Selbstverständliche gepriesen werden muss?“, fragt er. „Da stimmt etwas nicht ganz tief im Unterholz der Kirche.“ Eine „Glaubenskrise.”
Quelle: spd.de

27.4.2012 In Irland wird erwogen, eine Meldepflicht für sexuelle Gewalt gegen Kinder auch bei Priestern, die in der Beichte davon erfahren, einzuführen. Im Falle von Zuwiderhandlungen werden 5 Jahre Haft diskutiert. Weihbischof R.Field, Dublin, sagte, das Beichtsiegel sei unantastbar und dabei bliebe es.
Quelle: orf
Kommentar: Die Meldepflicht dürfte in der Praxis unerheblich sein. Es gehört zu den Kennzeichen von Tätern, die an Kindern/Jugendlichen sexuelle Gewalt ausüben, dass sie keine Empathie für die Opfer aufbringen. Ihnen tut ihr Verhalten in der Regel nicht leid. Bei Bedarf reden sie sich ihr Verbrechen schön. Es besteht also auch bei Priestern, die Täter sind, keinerlei Grund zu beichten. (Wenn ich irre und wenn Sie andere Informationen haben, korrigieren Sie mich bitte.) Die Täter bedauern erst, wenn ihre Verbrechen bekannt wurden und ihnen nachgewiesen wurden und sie noch nicht verjährt sind – und sie bedauern dann in der Regel nicht ihre Taten, sondern das Öffentlich-Werden ihrer Taten.

27.4.2012 Ein Lehrer wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer seiner Töchter, die im Rahmen täglicher “Hygienekontrolle” aller 5 Kinder des Täters stattfand, zu 2 Jahren auf Bewährung und zur Zahlung von 10000 Euro verurteilt. Der Verurteilte geht in Berufung, ebenso wie die Staasanwaltschaft.
Quelle: Schwarzwälder Bote

27.4.2012 Der Abt des Zisterzienserklosters Mehrerau, Anselm van der Linde, stand vor Gericht. Zwei Opfer sexueller Gewalt haben ihn zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt. Im Fall eines 58jährigen Opfers muss das Gericht klären, ob die Verjährungsfrist mit dem Tatzeitraum beginnt oder mit dem Zeitpunkt, zu dem dem Opfer der Schaden bewusst wird. Der Anwalt des Klosters erklärte – anders als früher -, der Kläger sei nicht glaubwürdig. Schadenersatz werde wegen Verjährung abgelehnt, das Opfer solle sich an die Klasnic-Kommission wenden. Bislang waren vom Kloster die Taten nicht bestritten worden. Ein Gutachten soll die Traumatisierung und Verdrängung beim Opfer klären. Der Standard fährt fort: “Im Vergleich zum ersten Kläger wird der zweite vom Klosteranwalt mit Respekt behandelt.” Der zweite Kläger wurde vom selben Pater sexuell misshandelt. Seine Eltern protestierten 1982, der Priester wurde versetzt und kurzfristig suspendiert. Es kam zutage, dass die Vorgänger von Abt Anselm die Gewalttaten des Paters vertuschten. In den Akten, die vom Abt geführt werden, tauchte weder eine rechtskräftige Verurteilung von 1967 auf noch die Suspension von 1982. Der frühere Abt Kassian Lauterer wird nun vor Gericht geladen. Auch der Beschuldigte soll aussagen. Von ihm berichtet Abt van der Linde:  “Er ist schwer depressiv und suizidgefährdet, er hat mich gebeten, seinen Aufenthaltsort nicht zu sagen.”
Quelle: derstandard
Quelle: vorarlberg orf

25.4.2012 Ein ehemaliger Canisius-Schüler äußert sich in der taz anonym. Und Matthias Katsch, ehemaliger Canisius-Schüler berichtet ebenfalls in der taz. “Das Verbrechen der Institution Kirche: verdecken und verschweigen der Taten, das „Täterschutzprogramm“ und die Opfervergessenheit. Wir hatten unsere Geschichte über Jahrzehnte hinweg zusammenstückeln müssen. Isoliert voneinander, wie bei einem großen Puzzlespiel. Die andere Seite aber hatte längst gewusst, was geschehen war.”

25.4.2012 In Irland regt sich Widerstand gegen den Vatikan. 3 irischen Priestern wurde ein Redeverbot auferlegt, weil sie liberale Ansichten über Priesterinnen, Pflichtzölibat und Verhütung geäußert haben. Ihre Kollegen erklären sich solidarisch mit ihnen und rufen zu einer Mahnwache am kommenden Sonntag vor der Residenz (!) des päpstlichen Nuntius in Dublin auf.
Quelle: orf

24.4.2012 Traumata in der Kindheit beschleunigen das Altern. In Zwillingsstudien wurde der Nachweis erbracht. Von den 236 Kindern waren knapp 42 % (!) das Opfer von Misshandlungen, Mobbig oder häuslicher Gewalt gewesen. (Bitte, den Bericht nur lesen, wenn ausreichende Stabilität da ist!)
Quelle: Spiegel

24.4.2012 Die österreichische Klasnic-Kommission hat vermutlich/möglicherweise sensible Opfer-Daten weitergegeben an die Bischofskonferenz. “Es ist einfach falsch, eine Opfer-Kommission in Hände der Täter und ihrer Helfershelfer zu legen”, kommentiert jemand – zu Recht.
25.4.2012 Die österreichische Klasnic-Kommission nimmt zu dem Vorwurf, sensible Opfer-Daten an die Österreichische Bischofskonferenz weitergegeben zu haben, Stellung. “Der Umgang mit Daten von Missbrauchsopfern im kirchlichen Bereich ist “korrekt”. Darauf hat der Vorsitzende der kirchlichen Datenschutzkommission, Walter Hagel, am Mittwoch hingewiesen. Es würden keinerlei “Dateninhalte” seitens der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft an die Datenschutzkommission weitergeben, betonte Hagel im “Kathpress”-Gespräch. “Dadurch, dass keinerlei Dateninhalte weitergegeben wurden, ist nicht nur keine Verletzung des Datenschutzgeheimnisses geschehen, sondern eine solche Verletzung ist auch undenkbar”, so Hagel. Denn auch umgekehrt sei eine Weitergabe von “Dateninhalten” nicht möglich: “Dateninhalte werden von der Datenschutzkommission weder erhoben noch weitergegeben, weil wir ja nicht einmal darüber verfügen – und das auch gar nicht wollen”, sagte Hagel.”

23.4.2012 Folter an Kindern im Internet – Prozess gegen einen internationalen Drahtzieher in Darmstadt. Vorsicht – Triggergefahr. Quelle: Süddeutsche

22.4.2012 Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, das von der Bischofskonferenz mit der Aufarbeitung des sog. Missbrauchsskandals in der kath. Kirche beauftragt ist, stößt bei Pfarrern auf Widerstand. Sie haben Sorge, dass vertrauliche Daten an die Öffentlichkeit geraten. Bislang haben auch nur die Bistümer Trier und Hildesheim ihre Akten zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Inwieweit die anderen 25 Diözesen ihre Personalakten übergeben, scheint immer noch unklar zu sein. Ein Gespräch zwischen dem Leiter des KFN und Pfarrern kam zu keinem Ergebnis, obwohl Christian PFeiffer den Pfarrern zusicherte, dass überhaupt keine Akten direkt an das KFN ausgehändigt werden. Die Akten verbleiben in den Ordinariaten und werden von den Mitarbeitern der Bistümer sowie einem externen Juristen vorsortiert. Dieser unabhängige Jurist taucht in den Pressemeldungen mal auf, dann wieder nicht.
Quelle: net-tribune

22.4.2012 Wundert sich noch jemand? Ein Artikel in der Badischen Zeitung über das Verschwinden der 15jährigen Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi, die 1983 entführt wurde und deren Leiche nie auftauchte. Die Ermittlungsrichter waren immer wieder auf eine Mauer des Schweigens im Vatikan gestoßen. In der Stellungnahme weist Lombardi solche Vorwürfe zwar zurück, gleichzeitig signalisiert er jedoch die Bereitschaft der Vatikanbehörden, mit den italienischen Behörden zusammenzuarbeiten.
Christian Modehn formuliert in einer Besprechung des Buches “Die Geheimnisse des Vatikan” des Journalisten  Corrado Augias: “Der Vatikan hat die Ermittlungen des italienischen Staates massiv behindert und sogar terroristische Hintergründe herbeigeredet. Dem Vatikan war es äußerst peinlich, vermutet der Autor mit vielen anderen Beobachtern, öffentlich einzugestehen, dass das Mädchen von einem Priester missbraucht und anschließend ermordet wurde. Augias schreibt: Diese Beispiele demonstrieren: Es gibt von vatikanischer Seite nicht die geringste Unterstützung bei polizeilichen Ermittlungen, keine Reaktion oder aber absolute Zurückhaltung bei Anfragen der Justiz.”

21.4.2012 Hinweis auf ein notwendiges Buch: Susanne G. Kostorz: Krankheit und Berufsleben: Erfahrungen und Ratschläge zu Rente, Reha, Wiedereingliederungsprogramm und Co. 

20.4.2012 Von Homosexuellen geht nach Einschätzung des Vizerektors der Päpstlichen Universität Gregoriana, Hans Zollner, eine höhere Gefahr sexuellen Missbrauchs aus. Der deutsche Jesuit und Psychologieprofessor sagte der polnischen Tageszeitung “Rzeczpospolita” (Freitag), es gebe zwar keinen “direkten Kausalzusammenhang” zwischen Homosexualität und Kindsmissbrauch. Nicht jeder Homosexuelle stelle folglich eine Missbrauchsgefahr dar; aber bei dieser Personengruppe sei das “Risiko höher”.
Quelle: kipa
Kommentar: M.W. ist eine statistische Häufung des spezifisch homosexuellen Missbrauchs Minderjähriger nicht belegt. Täterstudien kommen zum Ergebnis, dass die meisten Täter bei gleichgeschlechtlichem Kindesmissbrauch heterosexuell oder höchstens bisexuell sind, meistens verheiratet sind und selber Kinder habe. Auch die beiden einzigen Studien über sexuellen Missbrauch in der röm.kath. Kirche des John Jay College kommen zu dem Schluss, dass – obwohl die meisten Opfer wie die Täter männlich waren, die Täter nicht homosexuell waren, sondern leichteren Zugang zu männlichen Opfern hatten. Auffallend war, dass die Missbrauchsrate Mitte der 1980er Jahre sank – zu einem Zeitpunkt, als eine merkliche Anzahl homosexueller Männer Priester wurden.
Ein Brief ist unterwegs. (Er wurde auch beantwortet – auf Italienisch, mit Verweis auf das polnische Interview.)

20.4.2012 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat nach einer Untersuchung Missbrauchsvorwürfe gegen das ehemalige Kinderheim St. Jose, Gutenzell-Hürbel, Kreis Biberach, zurückgewiesen. Ehemalige Heimkinder hatten Vorwürfe erhoben: physische und psychische Misshandlungen, missbräuchlicher Einsatz von Psychopharmaka, rätselhafte Todesfälle von Säuglingen und Kleinkindern. Der Vorsitzende der Kommission, der Esslinger Bundestagsabgeordnete Markus Grübel, CDU, sagte, alle Todesfälle seien dokumentiert und der Einsatz von Psychopharka habe den damaligen Standards entsprochen. Die Misshandlungs-Vorwürfe vor allem gegen eine Schwester seien schwer zu bewerten.
Quelle: swp

20.4.2012 Das Bistum Regensburg nimmt auf Anfrage Stellung zum Vorwurf, (2?) mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch nicht anerkannt zu haben. Der Bistumssprecher sagte, bei der Plausibilitätsprüfung werde kein enges Recht angewandt, aber das Bistum müsse eine Form finden, um die Sache anpacken zu können. Die Kirche sei die einzige Institution, die Opfern in dieser Form Hilfe anbiete. Der vom Bistum beauftrgate Anwalt sagte, es liege kein sexueller Missbrauch vor. In einem Fall handle es sich um brutale körperliche Misshandlung, die aber nicht sexueller Natur gewesen sei.
Quelle: Mittelbayerische

19.4.2012 Das Bistum Regensburg schützt die Opfer. Deswegen erhalten Opfer, die einen Antrag auf Geld in Anerkennung des Erlittenen gestellt haben, einen Brief, in dem die Nicht-Anerkennung als Opfer und die Nicht-Zahlung von Geld mitgeteilt wird. Aus Gründen des Opferschutzes wird in dem Brief kein Grund für die Ablehnung des Antrages genannt. Um eine Retraumatisierung der Opfer zu vermeiden, werden sie jedoch in diesem Brief zu einem Gespräch eingeladen – mit einem Juristen, der im Auftrag des Bistums die Anträge geprüft hat. In dem Gespräch sollen dann die Ablehnungsgründe genannt werden. Der Jurist stellt dann fest, ob ein sexueller Missbrauch vorliegt oder nicht. In einem Fall steht Aussage gegen Aussage. Der beschuldigte Priester bedauerte in einem Gespräch, dass dem Opfer Schlimmes passiert sei, aber die konkreten Vorwürfe weist er zurück. Eine Strafanzeige wegen Verleumdung wurde bislang gegen das Opfer nicht gestellt – auch das gehört ja zum Repertoire von Tätern, die von ihrer Kirche geschützt werden. Das Bistum Regensburg veröffentlicht – wiederum aus Gründen des Opferschutzes – die Zahl der Anträge und die Zahl der an die DBK weitergeleiteten Anträge nicht. Die DBK – vom br befragt – versichert, dass die Sorge um die Opfer oberste Priorität habe.
Quelle: br.de
s.auch: regensburg-digital
Kommentar: Alle wollen den Opfern helfen und sie schützen. Nur die Opfer, die kriegen das einfach nicht mit.

18.4.2012 In den Niederlanden nimmt der Schrecken kein Ende: Ein Professor für Medizingeschichte erklärte, zwei katholische Chirurgen hätten ihm persönlich bestätigt, von einem Bischof mit Kastrationen beauftragt worden zu sein. Ein weiterer Wissenschaftler gab an, Priester, die als Beichtväter tätig gewesen seien, hätten homosexuelle Jungen “anschließend” (an sexuelle Gewalt?) direkt zu einem Chirurgen geschickt. Um wie viele Fälle es sich handeln soll, wird nicht berichtet. Erst am Montag waren in Justizarchiven auf Betreiben der Staatsanwaltschaft bislang unbekannte, verlegte Akten über sexuellen Missbrauch durch Geistliche in den 50er und 60er Jahren wieder aufgetaucht.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt

18.4.2012 Im Bistum Regensburg erhielten mutmaßliche Opfer Serienbriefe, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass sie keinen Anspruch auf Geldzahlungen in Anerkennung ihres Leides erhalten. Offensichtlich wurden auch nicht alle Anträge an die Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz weitergeleitet. Der br erhielt vom Bistum keine Auskunft über die Anzahl der Anträge, die Zahlungen und die Weiterleitung an die DBK. Jedes Bistum ist selbständig und kann eigene Entscheidungen treffen.
Quelle: br

17.4.2012 Warum auch Matthias Katsch den Heinemann-Bürgerpreis erhalten soll, begründet Ulrike Barth.
Quelle: taz

17.4.2012 Im australischen Bundesstaat Victoria werden Missbrauchsfälle in katholischen und anderen religiösen Organisationen vom Staat untersucht. Anlass waren Berichte über Selbstmorde von etwa 20 Gewaltopfern. Der Erzbischof von Melbourne sagte volle Kooperation bei der Aufklärung zu. Vertreter von Opferverbänden, u.a. SNAP, sprachen von einem großen Schritt vorwärts. Der jüdische Opfervertreter Waks sprach von weit verbreitetem sexuellen Missbrauch in Victorias ultraorthodoxer jüdischer Gemeinde.
Quelle: kipa

17.4.2012 In Österreich haben sich bei kirchlichen Ombudsstellen 2011 insgesamt 366 mutmaßliche Opfer gemeldet. 221 seien als ernstzunehmende Verdachtsfälle zu qualifizieren. 90% beziehen sich auf die Zeit vor 1993. 2010 waren es 499 bestätigte Fälle von Gewalt und sexueller Gewalt im kirchlichen Bereich.
Quelle: Domradio

17.4.2012 Der Dominikaner Doyle hält es für einen “schlechten Witz”, wenn Vertreter des Vatikans oder auch nationaler Bischofskonferenzen uns neuerdings immer häufiger glauben machen wollen, dass die katholische Kirche “vorbildlich mit der Missbrauchskrise” umgehe und als Beispiel für andere Institutionen dienen könne. “Das ist bestenfalls frommes Wunschdenken”, stellt der Amerikaner fest.” Denn wer behauptet, wir seien bereits über den Berg hinweg, handelt unverantwortlich!” Sehr viel realistischer sei es, so der Pater, sich auf weitere “Schreckensnachrichten” einzustellen, zumal nicht nur in den erzkatholische Ländern Europas wie Polen, Italien, Spanien und Deutschland die “ganze Wahrheit” noch lange nicht zu Tage gefördert wurde, sondern auch aus Länder der Karibik, Lateinamerikas und Afrikas noch mit manch “bösen Überraschungen” zu rechnen sei.
Quelle: imprimatur
Kommentar: Es gibt erkennbar einen garstig breiten Graben in der Selbstwahrnehmung der kath. Kirche und in der Wahrnehmung von Opfern. Das sollte doch den Kirchenleitungen – und der Presse – zu denken geben.

16.4.2012 In Österreich sollen noch 40 Priester, die sexueller Gewalt beschuldigt wurden, im Amt sein.
Quelle: orf

15.4.2012 Das düstere Bild katholischer Missbrauchsfälle in den Niederlanden wird nun um Fälle von Zwangskastrationen erweitert. Die Vatikan-Medien schweigen darüber. Akten scheint es nicht/nicht mehr zu geben.
Quelle: faz

13.4.2012 Die Caritas Würzburg ist Trägerin einer Ambulanz für Sexualstraftäter.
Quelle: Spiegel

13.4.2012 Ein Lehrer, der eine 14jährige Schülerin sexuell missbrauchte, ist zu einer 15monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Quelle: Spiegel

13.4.2012 Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, gratuliert Klaus Mertes, SJ, zur Verleihung des Heinemann-Bürgerpreises durch die SPD. Er freue sich, dass Mertes’ Beitrag zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch in Kirche und Gesellschaft gewürdigt werde. Zollitsch wies darauf hin, dass die DBK zahlreiche Initiativen zur Aufklärung und Prävention in den letzten 2 Jahren ergriffen habe. – Die SPD betont: “Mit seinem mutigen Schritt stieß der Pater eine breite Debatte in Gesellschaft, Politik und der kath. Kirche an über die Vertuschung von sexuellen Straftaten.” Zugleich wird hervorgehoben, dass Mertes auch als “Nestbeschmutzer” und “Verräter an der Sache der Kirche” bezeichnet wurde.
Quelle: Domradio

12.4.2012 Klaus Mertes, SJ, erhält den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis der SPD für seinen Einsatz für Opfer sexueller Gewalt.
Quelle: der westen

11.4.2012 Der Pastor Dieter K. der Nordelbischen Kirche, der in Ahrensburg Kinder/Jugendliche missbrauchte, hat vermutlich auch Kinder/Jugendliche an der Stormarnschule in Ahrensburg missbraucht, an der er 3 Jahrzehnte lang Religionslehrer war. Bisher liegen Aussagen von einem Jungen und einem Mädchen vor. Die ehemalige Schülerin hatte die Schulleitung um ein Gespräch mit den ehemaligen Lehrern gebeten. Diese Anfrage wurde zurückgewiesen. Die Schulleitung betonte, sie habe nichts von den Vorwürfen gewusst, Beschwerden habe es nicht gegeben.
Quelle: IN-Online
Quelle: missbrauch in Ahrensburg

11.4.2012 Der belgische Kardinal Daneels soll über mindestens 40 Missbrauchsfälle im Erzbistum Mechelen-Brüssel und in ganz Flandern informiert gewesen sein. Der Kardinal hatte stets erklärt, er sei vom Ausmaß der Gewealt überrascht worden. Sein Nachfolger in Brüssel, Andre-Joseph Leonard, soll über mindestens 5 Fälle in seiner früheren Diözese Namur informiert gewesen sein.
Quelle: kipa

11.4.2012 In den USA haben Diözesen und Orden 2011 insgesamt 594 glaubhafte Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs erhalten. 68% der Anzeigen galten Verbrechen zwischen 1960 und 1984. 21 Taten ereigneten sich 2010 und 2011. Das ist das Ergebnis einer Studie der amerikan. Kath. Bischofskonferenz. Die Studie warnte vor einer “wachsenden Nachlässigkeit” im Umgang mit Kinderschutz.
Quelle: kath.web

10.4.2012 Aus dem Bistum Trier wird bekannt, dass zwei der sieben Priester, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausübten, nun dem Vatikan gemeldet werden.
Quelle: t-online
Kommentar: In den Leitlinien der DBK, Punkt 30, steht: “Bestätigt die „kirchenrechtliche Voruntersuchung“ den Verdacht sexuellen Missbrauchs, informiert der Diözesanbischof den Apostolischen Stuhl, der darüber entscheidet, wie weiter vorzugehen ist (gemäß Motu Proprio „Sacramentorum sanctitatis tutela“ vom 30.4.2001 in Verbindung mit Art. 16 der „Normae de gravioribus delictis“ vom 21.5.2010).” Wieso wurden die beiden Priester (und einige mehr) bislang nicht nach Rom gemeldet? Und wie wird der Vatikan handeln? So wie im Fall des Gründers der Legionäre?

10.4.2012 Die Reformpädagogik hat nichts gelernt aus den Erfahrungen von sexueller Gewalt.
Quelle: taz

10.4.2012 Im Bistum Trier hat sich ein Geistlicher, der in der Altenheim- und Krankenhausseelsorge tätig war, bei der Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Diakonie, die das Krankenhaus, in dem der Geistliche tätig war, wusste nichts von den Anschuldigungen.
Quelle: Allgemeine Zeitung
Quelle: Rheinzeitung

10.4.2012 Bischof Ackermann sagt, wichtiger als kirchliche Bußriten sei der respektvolle Umgang mit den Betroffenen sexueller Gewalt. Und: Die Betroffenen hätten ein Recht, unversöhnt zu bleiben. Bei der sog. Heilig-Rock-Wallfahrt im Bistum Trier werde es auch eine Ausstellung über das Missbrauchsthema geben und Gesprächsangebote, sagte Ackermann. Er hofft, “dass das Thema die Wallfahrt nicht überschattet”.
Quelle: domradio
Fragen: Wäre die Wallfahrt nicht “überschattet”, wenn das Thema ausgeblendet bliebe? Sind es also diese Opfer, die ein äußerst unangenehmes Thema auf den Tisch bringen und damit die Wallfahrt “überschatten”? Hätte Jesus den Überfallenen im Gleichnis vom barmherzigen Samariter als einen, der vom Eigentlichen ablenkt und die Festfreude verdunkelt, bezeichnet haben wollen? Und warum denkt der Bischof nicht darüber nach, dass die Unversöhntheit von Opfern das Spiegelbild einer immer noch vertuschenden und täterschonenden Kirche ist, die Opfer von sexueller Gewalt in einer demütigenden Geste mit einem beschämenden Geldbetrag abspeist? Eigentlich wäre zu erwarten, dass der Bischof erkennt: Es gibt kein Fest “unter Umgehung der Opfer”.

10.4.2012 Über den Gehorsam und über autoritären Machtmissbrauch – ein Kommentar von Wolfgang Bergmann
Quelle: standard

9.4.2012 Am Ostersonntaqg protestierten Opfer sexueller Gewalt durch katholische Priester und Patres vor dem Dom in Trier.
Quelle: epd

8.4.2012 Ein Rechtsanwalt hat in einem offenen Brief den Bischof von Würzburg gebeten, auf die “Einrede der Verjährung” zu  verzichten, um den Opfern von Gewalt im Kontext der Kirche die restlose Aufklärung und Entschädigung aller Missbrauchsfälle möglich zu machen. Das Antwortschreiben kam von der Bischofskonferenz und wurde mit der Bitte versehen, von einer Veröffentlichung abzusehen. Die Frage, ob die katholische Kirche auf die Einrede der Verjährung verzichte, wurde nicht beantwortet. Das Schreiben weist aber darauf hin, dass die Opfer statt einer unbürokratischen Hilfe auf die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen angewiesen seien, wenn es keine Verjährung gäbe. Und da läge die Beweislast bei den Opfern. Es bestünde die Gefahr, dass sie mit ihren Ansprüchen vor Gericht scheitern. Der Anwalt weist darauf hin, dass die Opfer nicht scheitern, weil es keine Beweise gäbe, sondern weil die Kirche ihnen sagt, die Ansprüche seien längst verjährt. Würden sie auf die Einrede der Verjährung verzichten – und das könnte sie -, dann gäbe es diese Verjährung nicht.
Quelle: VeH
Kommentar: Bislang hat sich meine Kirche nicht opferfreundlich gezeigt – von Ausnahmen abgesehen. Es fällt schwer zu glauben, dass die Kirche aus Gründen der Fürsorge für Opfer auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Wahrscheinlicher ist, dass sie damit verhindern will, dass ihre Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit noch mehr Schaden erleidet. Die Forderung, dass die Kirche auf die Einrede der Verjährung verzichtet, wird auch von einem ehemaligen Ombudsmann in Österreich, Helmut Schüller, erhoben.

8.4.2012 Die Leiterin der Berliner Beratungsstelle für Ex-Heimkinder wirft den Job hin und beklagt mangelhafte Ausstattung und Vorgaben. Beratungsstellen in anderen Bundesländern teilen ihre Kritik an zu viel Bürokratie.
Quelle: www.welt.de

6.4.2012 Ein Kommissar weint, als er ein Kind befreit, das ein Jahr lang immer wieder in einem Keller gefangengehalten wurde.
Quelle: Süddeutsche

5.4.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hält ein Umdenken im Umgang mit priesterlichen Sexualstraftätern für notwendig. Er wandte sich gegen die Kritik, die durch Halbinformationen oder bewusst den Eindruck vermittle, die kath. Kirche vertusche und verharmlose weiterhin.
Offensichtlich hat neben dem früheren Pfarrer von Köllerbach ein Mitglied des Pfarrgemeinderates ebenfalls eine anonyme Drohung erhalten.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

4.4.2012 Prof. Fegert spricht von 12,5% der Menschen, die in Deutschland Opfer sexueller Gewalt werden. Das ist jeder 8. in Deutschland. Das sind 6,25 Mio ChristInnen und 3.120.000 KatholikInnen, für die es keine SeelsorgerInnen gibt – anders als für die 75 000 Gefängnisinsassen; für sie gibt es mehr als 500 kath. und ev. Seelsorger.
Quelle: augsburger allgemeine

4.4.2012 Die swp kritisiert recht moderat den Einsatz von priesterlichen Sexualstraftätern in Kliniken und Altenheimen. Meine Kritik am Umgang der kath. Kirche mit Opfern und Straftätern fällt nicht so wohlwollend aus.

4.4.2012 Bischof Dr. Ackermann wies darauf hin, dass die Leitlinien 2010 von Opferverbänden mitformuliert worden seien. Zartbitter jedoch widerspricht, dass in die Leitlinien das Expertenwissen von Opferverbänden eingegangen sei. “Im Interview mit dem domradio erklärte Herr Kronenburg, Pressesprecher von Bischof Ackermann und des Bistums Trier, diese Leitlinien seinen unter  der breiten Beteiligung einer größeren Öffentlichkeit von Experten am Runden Tisch im Gespräch mit Opferschutzverbänden entstanden. Es habe eine relative Einigkeit darüber gegeben, dass man  insbesondere unter Gesichtspunkten der Prävention und Kontrolle pädosexuelle Seelsorger nicht  aus dem Priesterstand entlassen solle. Mit dieser Vernebelungstaktik versucht der Pressesprecher des Bistums die Verantwortung des Trierer  Bischofs Ackermann und der Bischofskonferenz für die Weiterbeschäftigung von Tätern im Priesteramt zu leugnen. Eine Vertreterin der Opferverbände, die mit der Kirche über die Erstellung der Leitlinien im intensiven Diskurs stand, war Ursula Enders von Zartbitter e.V. .  Aufgrund ihrer 20jährigen Erfahrung in der Begleitung von Institutionen, die zum Tatort sexuellen Missbrauchs wurden, und ihrer intensiven wissenschaftlichen Recherche wies die Expertin die Kirche bei der Erstellung der Leitlinien wiederholt darauf hin, dass pädosexuelle Täter grundsätzlich aus dem Priesteramt zu entlassen sind. Keinesfalls reicht es – so Enders –, pädosexuelle Priester lediglich aus der Kinder- und Jugendarbeit auszuschließen.” Zartbitter weist darauf hin, dass 7% aller sexuellen Straftaten gegenüber Kindern und Jugendlichen im Gesundheitsweisen geschehen – also auch in Krankenhäusern, in denen das Bistum Trier straffällige Priester einsetzt.
Quelle: zartbitter

3.4.2012 Eine Anklageerhebung gegen einen der vielen Mönche aus Kremsmünster, die Kinder und Jugendliche misshandelten und missbrauchten, ist wahrscheinlicher geworden.
Quelle: ORF

2.4.2012 Ein “Guantanamo für pädophile Priester” gebe es nicht, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Guantanamo ist ein Synonym für staatliche Willkür und Folter Unschuldiger. Bischof Ackermann insinuiert mit diesem Vergleich die Unschuld von Priestern, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche anwandten.
Quelle: morgenpost

2.4.2012 Bei meinen heutigen Recherchen über den Umgang der kath. Kirche mit Opfern stoße ich auf eine Internetseite, die mir bekannt ist. Dort steht seit Juni 2010 in einem Bericht über eine Fortbildung von Religionslehrern der Satz: “Mit interessanten Einblicken in die Psyche von Tätern und Opfern bereicherte Dr. Eva Busch vom Winnicott-Institut in Hannover den Nachmittag. Nach ihrer Erfahrung zerstören Gewalt und sexueller Missbrauch das Urvertrauen eines Kindes. Opfer entwickeln kein Gefühl für die eigene Unversehrtheit – und jene anderer Menschen. Furchtbare Folge: „Ein Opfer strebt danach, Täter zu werden, so wie jeder Täter einmal Opfer war“. Indem es einen schwächeren Menschen missbrauche, könne ein ehemaliges Opfer für einen kurzen Moment seine eigene Macht spüren und sein Minderwertigkeitsgefühl überspielen, behauptet die Expertin.” Im Juni 2010 machte ich das Bistum Hildesheim auf diesen Text aufmerksam. Von 2 Menschen im Hildesheimer Ordinariat erhielt ich Unterstützung meiner Bitte, diesen unsäglichen Text zu löschen. Es dauerte dann immer noch bis Mitte August 2010, bis der Text gelöscht war. Und heute finde ich die Opferbeschuldigung wieder – diesmal auf 2 Internetseiten, damit nur niemandem entgeht, dass die Opfer von heute die Täter von Morgen sind (Quelle als screenshot vorhanden.) Ich habe – wieder einmal – protestiert. Der Vorgang – wie auch immer er zustande kam – zeigt, dass Opfer nicht mit der Solidarität der kirchlichen Verwaltungen rechnen können. Auch im Erzbistum Freiburg steht noch immer, dass ein Opfer – dessen Täter die sexuelle Gewalt gestanden hat – ein “mutmaßliches Opfer” sei.
Nachtrag: Die beiden Seiten mit der Opferbeschuldigung in der Fortbildung von Religionslehrern im Bistum Hildesheim sind inzwischen gelöscht. 3.4.2012. Inzwischen ist der lesenswerte Beitrag von Michael Ebertz: Quo vadis, Kirche? Bistum Hildesheim 2010 online.

1.4.2012 Der Abt von Kremsmünster wusste von nichts, sagt er. Die Justiz scheint weder das Kloster noch das Bistum Linz über den Täter Pater A. informiert zu haben. Dass es personelle Querverbindungen zwischen Kloster und Justiz gibt, scheint naheliegend.
Quelle: standard.at

30.3.2012 “Wir sind Kirche” wendet sich mit deutlichen Worten eines Offenen Briefes an die Bischöfe, Kardinäle und Weihbischöfe, um einen angemessenen Umgang mit Priestern, die sexuelle Gewalt angewendet haben, anzumahnen.
Quelle: missbit

30.3.2012 Das Collegium Josephinum in Bonn wird durch ein Gutachten der Uniklinik Hamburg für die Praxis von 2 Patres, Kindern und Jugendlichen Zäpfchen zu verabreichen, kritisiert. Im echten Notfall wären Zäpfchen unwirksam. Die Politik wirft dem CoJoBo vor, nicht genügend zur Aufklärung beizutragen.
Quelle: Radio Bonn

29.3.2012 Das Opfer eines Hiltruper Missionars hat beim Bistum Trier Anzeige erstattet. Dee jahrelange sexuelle Gewalt an dem Minderjährigen wurde zugegeben, das Verfahren wegen Verjährung jedoch eingestellt. Der Täter wurde nach vorübergehender Suspendierung von Bischof Ackermann wieder in seiner Gemeinde eingesetzt. Arbeit mit Messdienern gehört natürlich dazu. Der Täter erstattete Anzeige gegen das Opfer. Hilfe erfuhr das Opfer weder von den Hiltruper Missionaren noch vom Bistum Trier.
(Das ist nicht der einzige Fall, dass einem Opfer mit einer Anzeige gedroht wurde oder Anzeige gegen es erstattet wurde.)
Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg.de

29.3.2012 In Berlin wurden zwei Mädchen auf einer Schultoilette missbraucht. Der Täter oder die Täter entkamen.
Quelle: FR

29.3.2012 Wenn Klöster mauern. Der Umgang des Klosters Mehrerau mit Opfern sexueller Gewalt.
Quelle. standard

29.3.2012 In einer Erklärung der Initiative Ehemaliger vom Johanneum Homburg wird berichtet, dass auch im Johanneum ein Hiltruper Missionar ein Opfer gefunden hatte. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt, die jahrelangen Taten gestanden. Dieser Pfarrer wurde von Bischof Ackermann rehabilitiert und ist weiter in seiner Gemeinde tätig. Zu seinem Arbeitsbereich gehört auch eine große Messdienergruppe. Überflüssig zu erwähnen, dass dem Opfer bis heute weder durch das Bistum Trier noch durch die Hiltruper Missionare Unterstützung zuteil wurde.
Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg

29.3.2012 Der Spiegel berichtet aus dem Bistum Trier. 2 Pfarrer, die Missbrauchsfälle durch 3 mutmaßliche Täter melden wollten, wurden vom Bistum Trier gehindert. Die Opfer wurden alleine gelassen, die Täter blieben im Dienst und die Meldenden wurden verleumdet als psychisch krank, als Missbrauchstäter; einer der Priester, die dem Bistum die Fälle gemeldet hatten, wurde in die Arbeitslosigkeit entlassen.
Quelle: Spiegel und sr-online
Kommentar: Da gibt es nur folgende Möglichkeiten: Der verantwortliche Bischof Dr. Ackermann – zugleich Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz – tritt zurück. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung richtet eine Meldestelle für Opfer von Klerikern ein, die von der Kirche unabhängig ist und die Opfer bei Anzeigen unterstützt. Von der Kirche haben sie endgültig keine Unterstützung zu erwarten – das müsste nun auch dem Gutgläubigsten klar sein. Wir brauchen – wie schon lange gefordert – eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei Missbrauchsdelikten. Mit dem Schaden, der durch die Vertuschung von Verbrechen durch Kirchenleitungen entstanden ist, müssen die Bischöfe alleine zurechtkommen. Ich gehe davon aus, dass sie eines Tages Rechenschaft dafür ablegen müssen, dass sie ihre Glaubwürdigkeit – und damit zugleich die Glaubwürdigkeit des Evangeliums – verspielt haben. Was sonst noch zu sagen ist, sagt der Offene Brief, der von der Gruppe MissBiT, einer gut informierten Opfergruppe, geschrieben wurde.

29.3.2012 In Mexiko traf der Papst Menschen, die in den letzten Jahren im Kontext der Auseinandersetzungen innerhalb der Drogenkartelle zum Opfer von Gewalt wurden. Der Papst thematisierte auch die Bekämpfung des organisierten Verbrechens mit 50 000 Toten, den Klimawandel, den Hunger in der Welt, die Situation von MigrantInnen und die Abrüstung. Die einzigen Menschen, für die der Papst selbst hätte Verantwortung übernehmen können und müssen, kamen auf seiner Reise nicht vor: Die Opfer von katholischen Priestern, unter ihnen die Opfer des Gründers der Legionäre Christi.
Quelle: NZZ
Kommentar: Offensichtlich ist der Vatikan noch immer nicht in der Lage, Verantwortung für den eigenen Umgang mit Missbrauchstätern, d.h. mit dem seit Jahrzehnten praktizierten Täterschutz durch die kirchliche Hierarchie zu übernehmen. Wenn der Papst andere Staaten und Gruppierungen zum Schutz des Lebens und zur Wahrung der Menschenrechte aufruft, klingt das hohl.

29.3.2012 Noch immer melden sich täglich 25 Gewalt- und Missbrauchsopfer beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung.
Quelle: welt.de

28.3.2012 Ein Pädophiler legt ein Geständnis ab. Er gehörte einem internationalen Ring an, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die größte Online-Gemeinde zur Förderung der sexuellen Gewalt gegen (Klein-)Kinder zu sein. Sexuelle Gewalt ist dem Geständigen nicht nachzuweisen.
Quelle: Süddeutsche

28.3.2012 Und im Bistum Passau ist es kein Kindesmissbrauch, der hinter einem Buch mit Nacktfotos von Jungen steht, das in einem Pfarrhaus gefunden wurde. Der Bischöfliche Beauftragte in Fällen von sexuellem Missbrauch hat die Unterlagen persönlich in Augenschein genommen. Mit Missbrauch hat das Buch seiner Meinung nach eindeutig nichts zu tun. Das hat die eingehende Überprüfung der durchweg über 30 Jahre alten Zeitungsausschnitte und Bilder durch den Beauftragten ergeben. Einem Besitzer ist das Buch nicht zuzuordnen.
Quelle: Wochenblatt

28.3.2012 Das Bistum Trier setzt weiterhin Priester, die sexuelle Gewalt angewendet haben, als Seelsorger ein. Ausgerechnet ein vor 17 Jahren wegen Dutzender sexueller Übergriffe auf Mädchen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilter Trierer Bistumspriester hielt einen Gottesdienst, in dem die diesjährigen Kommunionkinder der Kirchengemeinde vorgestellt wurden. Der Sprecher des Bistums Trier äußert Verständnis über die Empörung der Eltern der Kommunionkinder.
Quelle: Volksfreund
Auch Le Monde berichtet über den Spiegelartikel.
Kommentar: Mit einiger Sicherheit ist das Bistum Trier nicht das einzige der 27 Bistümer, das Missbrauchstäter im Priestergewand in Altenheimen, Krankenhäusern und halt auch in Gemeinden einsetzt. Mir scheint, die größten Verächter der katholischen Kirche sitzen in ihren Leitungsebenen. Wenn Missbrauchstäter, Priester, nach wie vor im Kontakt mit Kindern eingesetzt werden, ist das unerträglich und nach all den Jahren des Lernens der Kirchenverantwortlichen über Pädophilie und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (seit den 70er und 80er Jahren des 20. Jh., spätestens 2002; dann 2010, 2011….) mit nichts mehr entschuldbar.  Offensichtlich wurde nichts gelernt. Und auch darüber wurde nicht nachgedacht: Was erleben wohl die Millionen Gewaltopfer, die es alleine unter den kath. ChristInnen gibt und die auf der Suche nach einem Seelsorger – z.B. im Altersheim oder in einem Krankenhaus – auf einen Missbrauchstäter stoßen?

28.3.2012 “Schweigen im Schnee” heißt eine Fotoserie des Journalisten Martin Schlüter aus Hannover. Er hat Eskimos, die als Kinder von Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht wurden, fotografiert und die Folgen des Missbrauchs dokumentiert. Dafür erhielt er die Auszeichnung als “CNN Journalist of the Year”. Mehr als 350 Eskimos haben in Alaska in den letzten Jahren die katholische Kirche verklagt.
Quelle: newsburger.de

27.3.2012 Den Interessen der Täter-Organisationen wurden die Unterstützungen für die Heimkinder geopfert, sagt der Sozialpädagoge Manfred Kappeler. Er sprach von einem Versuch der heute Verantwortlichen, den Opfern Entschädigungsleistungen vorzuenthalten. Die jetzt bereitgestellten 120 Millionen Euro für die Heimkinder im Westen und 40 Millionen im Osten seien meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung. Sie bedeuteten auch keine angemessene Rehabilitierung.
Quelle: mdr

27.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Rörig ergeht es wie mutmaßlich allen, die sich für das Gewalt-Thema und die davon Betroffenen einsetzen: Auf jeder Stufe jeglicher Hierarchie gibt es Widerstände. Man spielt auf Zeit, hat kein Geld, Verantwortliche sind nicht auffindbar, Zuständigkeiten nicht geregelt, Termine müssen abgesagt werden, Berichte werden nicht abgeliefert – das Repertoire ist genauso groß wie der Wunsch, mit dem Thema und mit den Betroffenen nichts mehr zu tun haben zu wollen.
Quelle: welt.de

27.3.2012 Im Bonner Aloisius-Kolleg wird die Aufklärung fortgeführt. Beauftragt wurde nun Prof. Bintig. Die Ako-pro-Opfergruppe kritisierte die Wahl des neuen Aufklärers Bintig. Die Betroffenen seien in keiner Weise einbezogen worden, sagte die Opfergruppe dem epd. Die Betroffenen werfen der Schule vor, sich „öffentlich ins rechte Licht zu rücken zu wollen.“ Die „Inseln der Macht“ seien nicht heimlich entstanden, sondern Teil eines über Jahrzehnte gewachsenen Systems gewesen, in dem eine Krähe der anderen kein Auge aushacke.
Quelle: Domradio
Kommentar: Offensichtlich hat sich noch immer nicht rumgesprochen, dass ein Aufklärer auch das Vertrauen der Opfer haben muss, nicht nur der beauftragenden Institution.

27.3.2012 Seit Montag steht in Philadelphia Monsignore William Lynn vor Gericht. Er soll Priester gedeckt haben, die unter Verdacht stehen, Kinder missbraucht zu haben. Der Kirchenmann weist die Vorwürfe zurück. Lynn war früher Personalchef des Bistums. Er hatte Akten durchforstet nach Hinweisen auf sexuelle Gewalt und sie dem Bischof übergeben. Der Bischof ordnete die Vernichtung der Akten an. Lynn soll ein Exemplar aufgehoben haben, das 2006 wieder auftauchte. Wie weit er auf Anweisung von zwei Vorgesetzten, darunter der Bischof, handelte, muss geklärt werden. Beide Vorgesetzte sind inzwischen verstorben.
Quelle: Süddeutsche und Domradio

26.3.2012 Das Bistum Trier sagt, im Fall der Anzeigen, die im Spiegel genannt wurden, sei es gar nicht zuständig. Offensichtlich gehören die mutmaßlichen Täter einer Institution päpstlichen Rechtes an. Das kann dann erfahrungsgemäß schon mal ein paar Jahrzehnte dauern…

26.3.2012 Im Erzbistum Berlin ermittelt die Kirche seit Juli 2009 gegen einen suspendierten kath. Priester. Nun hat sich ein weiteres mutmaßliches Opfer Anfang 2010 beim Erzbistum Berlin gemeldet. Das Opfer war 11 Jahre alt. Das kirchenrechtliche Verfahren dauert ein wenig länger – diesmal war ein Grund, dass der zuständige Kirchenjurist 2011 gestorben ist und ein Nachfolger leider noch nicht gefunden wurde.
Quelle: bz
Quelle: morgenpost

26.3.2012 Topografie des Schreckens: Missbrauchstäter und Missbrauchsopfer im Bistum Trier – missbit

26.3.2012 Opfer und Experten werfen dem Papst in Mexiko vor, die Aufklärung sexueller Gewalt durch den Gründer des Ordens der Legionäre Christi verhindert zu haben.
Quelle: n-tv.de

26.3.2012 Die Stiftsleitung Kremsmünster, Benediktiner, schützte einen pädophilen Mitbruder. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wurden 40 mutmaßliche Opfer gehört und gegen 12 Personen ermittelt. 11 Verfahren wurden eingestellt. Ob im Fall des 12. Angezeigten Anklage erhoben wird, ist noch nicht entschieden. Die Stiftsleitung war bereits 1995 über sexuelle Übergriffe und Gewalt im Kloster-Internat informiert. Bis 1996 durfte der geständige 12. mutmaßliche Täter jedoch weiter als Konviktsdirektor tätig sein, bis 1998 war er Lehrer und Leiter des Knabenchors. Im April 2008 outete sich der Beschuldigte als pädophil. Noch immer durfte er weiterhin unbehelligt im Kloster bleiben. Im Frühjahr 2010 erhob ein Opfer Anzeige. Seither ist es nicht mehr möglich, dem Opfer vorzuwerfen, esx habe sich alles “nach 30 Jahren schön zusammengereimt”.
Quelle: standard

26.3.2012 Menschen mit Behinderungen sind mehr als doppelt so oft Opfer von sexueller Gewalt als Nicht-Behinderte. Doch sie suchen und finden nur selten Hilfe.
Quelle: Der Sonntag

25.3.2012 “Möge Christus ihre Leben regieren und ihnen dabei helfen, Frieden, Harmonie, Gerechtigkeit und Solidarität kühn zu fördern”, sagte der Papst in Mexiko im Blick auf Kinder, die Gewalt erlitten haben.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Die kühne Forderung der Gewaltüberlebenden ist das Eine, das Gehört-Werden ist das Andere. Vatikan und Kirchenleitungen sind leider nicht diejenigen, die wirklich hören wollen, was Opfern angetan wurde und wie sie mit der erlittenen Gewalt umgehen. Gemeinhin nennt man die Aufforderung zu sprechen und die gleichzeitige Erfahrung des Nicht-Gehört-Werdens eine Doppelbotschaft: Sprecht – aber wir wollen euch nicht hören. Solche Doppelbotschaften sind Gift für Gewaltüberlebende.

25.3.2012 Hier ist ein wenig nachzulesen, warum es zwischen den Kirchen- und Ordensleitungen einerseits, den Opfern von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt durch Priester und Ordensmänner andererseits einen garstig breiten Graben in der Wahrnehmung der Wirklichkeit gibt: Die einen vertuschen nach wie vor und geben nur zu, was nicht mehr zu leugnen ist. Die anderen werden retraumatisiert – und belogen. Manchmal fürchte ich, Kremsmünster ist überall. Aber damit geschieht denen Unrecht, die sich wirklich und ehrlich um die Opfer bemühen – die gibt es nämlich auch.
Quelle: der standard

25.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Ackermann, wird von zwei Priestern des Bistums Trier vorgeworfen, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Die beiden Priester hatten 2010 dem Bistum die Missbrauchsfälle gemeldet und waren vom Bistum angewiesen worden, still zu sein und nichts weiter zu unternehmen. Auch das Bistum Trier unternahm nichts weiter.
Quelle: SR-online und Spiegel
Bischof Ackermann sagt, dass die des Missbrauchs verdächtigen Priester in keiner Beziehung zum Bistum Trier stünden. Der frühere Bischof von Trier, Reinhard Marx hatte die Traditionalisten von Köllerbach 2007 in einer Versöhnugnsfeier zurück ins Bistum geholt, als Papst Benedikt den Traditionalisten die Türe geöffnet habe.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

25.3.2012 Opfer von sexueller Gewalt in Mexiko erheben Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. Sie sagen, er habe als Chef der Glaubenskongregation die Aufklärung der Gewaltvorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi Marcial Maciel behindert. Opfer beklagen, dass sie über Jahre nicht gehört wurden.
Quelle: ntv
Quelle: http://bernardobarranco.wordpress.com/tag/jose-barba/ Informationen zu einem Buch über Marcial Maciel (spanisch)
Website zum Buch „Der Wille, nicht zu wissen“ (La voluntad de no saber) Die Betreiber der website hoffen, dass die Seiten nicht von der Regierung abgeschaltet werden, da die Bindungen zwischen Kirche und Regierung in Mexico sehr eng seien.
Quelle: katholisch.de
Informationen von Christian Modehn : Marcial Maciel war ein sehr enger Freund von Papst Johannes Paul II., er begleitete ihn z.B. auf den „Pastoral – Reisen“ nach Mexiko und finanzierte auch etliche Aktivitäten dort. Viele vatikanische Behörden wußten von den Verbrechen Maciels, aber sie schwiegen, nicht zuletzt, weil Maciel sehr viel Geld hatte. Jetzt legen einige Autoren ein Buch vor, das in 212 Dokumenten belegt, dass die Klagen gegen die Pädophilie des Ordensgründers der Legionäre Christi „schon seit 1944 in Dokumenten nachweisbar sind”. So José Barba, einer der Autoren, und zwar „in aller Klarheit war dies bekannt“. José Barba hat mehrfach über die Legionäre Christi publiziert, er selbst wurde auch von seinem „Ordensvater“ Maciel sexuell missbraucht.  Die Dokumente stammen aus den Archiven verschiedener vatikanischer Institutionen und umfassen die Jahre von 1944 bis heute!
Der Papst fordert die Erwachsenen in Mexiko zum Schutz Minderjähriger auf. Nichts dürfe das Lachen von Kindern auslöschen, sagte er. Den sexuellen Missbruch durch katholische Priester sprach der Papst nicht an.
Quelle: stern.de
Der Vatikansprecher Lombardi weist die Vorwürfe der Missbrauchsopfer im Fall Marcial Maciel zurück. Weder der heutige Papst Benedikt XVI., noch Johannes Paul II. hätten im Jahr 1998 vom Doppelleben des Ordensgründers gewusst, sagte Lombardi vor Journalisten in León. Es sei ungerecht, Benedikt XVI. als einen Papst zu bezeichnen, der gegen Wahrheit und Transparenz sei.
Quelle; kipa
“Weder der heutige Papst Benedikt XVI. noch Johannes Paul II. hätten 1998 vom Doppelleben des Legionäre-Christi-Gründers Marcial Maciel Degollado gewusst, sagte Pater Lombardi am Samstagabend in León als Reaktion auf die Vorwürfe. Es sei ungerecht, Benedikt XVI. als einen Papst zu bezeichnen, der gegen Wahrheit und Transparenz sei. Auch Kardinal Jose Francisco Robles Ortega verteidigte das Kirchenoberhaupt: „Wenn ein Papst jemals mit aller Energie und Realismus diesem Problem begegnet ist, dann Benedikt XVI.“, zitiert die Tageszeitung „El Manana“ den Erzbischof von Guadalajara. Es sei unmöglich, ihm eine Komplizenschaft vorzuwerfen.”
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Ja, ich weiß, dass meine Stimme nicht gehört wird. Und: Ja, ich weiß, dass die vielen Stimmen von Missbrauchs-Überlebenden, die Opfer von kath. Priestern wurden, nicht gehört werden. Noch nicht. Einmal wird der Tag kommen, an dem sie gehört werden und an dem die Wahrheit auf den Tisch kommt. Davon bin ich überzeugt. Bis es so weit ist, müssen wir zusammenstehen – und dankbar für diejenigen sein, die das Leid der Opfer verstanden haben und sich nicht mehr zum Schweigen bringen lassen.

24.3.2012 Der Papst besucht Mexiko und Kuba. In Mexiko wird er keine Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester treffen. Zur Erinnerung: In Mexiko hat der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel, Kinder und Jugendliche über Jahrzehnte systematisch missbraucht.
Quelle: Stern

23.3.2012 Die irische Regierung ist mit dem vatikan. Bericht über die irische Kirche weitgehend zufrieden. Außenminister Gilmore sagte, der Bericht sei “im Prinzip eine interne Untersuchung der Kirchenbehörden über die Kirche selbst”. Die irische Regierung könne ihn daher nicht weiter kommentieren. Bei sexuellem Missbrauch handle es sich jedoch um ein Verbrechen; daher sei die harte Kritik der Regierung an der Rolle des Vatikan gerechtfertigt gewesen, so Gilmore. Premierminister Enda Kenny äusserte sich zufrieden, dass die katholische Kirchenleitung in Fragen des Kinderschutzes voll kooperieren wolle.
Quelle: kipa

22.3.2012 Erzbischöf Schönborn hatte immer gesagt, Verjährung von Missbrauchsfällen stünde für die Kirche nicht zur Debatte. Nun hat ein 57-Jähriger, über Jahre hinweg von einem Mönch des Klosters Mehrerau vergewaltigt, auf Schadenersatz geklagt. Der Rechtsvertreter des Klosters Mehrerau beharrt auf der Verjährung. Das Opfer sagt, ihm sei erst in den letzten 2 Jahren bewusst geworden, was ihm geschehen sei. Ein psychiatrisches Gutachten soll nun klären, ob es möglich ist, dass ein Opfer sich erst so spät erinnert.
Erzbischof Schönborn ist bestürzt über die neu hinzugekommenen Anklagen gegen das Kloster Mehrerau.
Quelle: Vorarlberg.orf

22.3.2012 Der emeritierte Bischof Mixa erhält einen Beraterposten beim Papst, er wird Mitglied des Päpstlichen Rates für Seelsorge im Krankendienst. Bischof Mixa war wegen Misshandlung von Kindern und wegen Veruntreuung zurückgetreten.
Quelle: die presse
Kommentar: Was wohl die geprügelten Kinder von Schrobenhausen von dieser Karriere des Bischofs Mixa halten?

20.3.2012 Selbst der Vatikan hat in einem Rundschreiben vom 3.5.2011 formuliert: “Die Rückkehr eines Klerikers in den öffentlichen Seelsorgsdienst ist auszuschließen, wenn dieser Dienst eine Gefahr für Minderjährige darstellt oder ein Ärgernis in der Gemeinde hervorruft (III,i)”. Im Bistum Trier (und wo noch?) gibt es offensichtlich ein Ärgernis.
Quelle: Vatikan

20.3.2012 In Österreich stellt der ehemalige Wiener Stadtschulrat Scholz fest, dass er “die tiefe Erschütterung, die die Kirche durchziehen müsste”, nicht sehe. Den für die Betroffenen schmerzhafte Vorwurf, die österreichische Klasnic-Kommission bezahle Opfern “Schweigegeld”, ließ Scholz nicht gelten: “Das sind Menschen, die 30, 40 Jahre lang niemanden gefunden haben, mit dem sie reden können. Ich habe selten so viele weinende Männer gesehen.” Es gehe hier nicht um die Frage, “wie viele sich hier ein paar Tausender erschlichen haben”, sondern vielmehr darum, wie hoch die eigentliche Dunkelziffer an Missbrauchsbetroffenen sei. “Das Geld ist den Opfern nicht wichtig; Therapien werden angenommen”, resümierte Scholz und fügte hinzu, dass der Großteil der Betroffenen trotz des Erlebten nicht zu “Kirchenfeinden” geworden sei. Brigitte Lueger-Schuster von Wiener Institut für Klinische, Biologische und Differentielle Psychologie leitet ein Forschungsprojekt zu Traumatisierungen von Missbrauchsbetroffenen in kirchlichen Einrichtungen. Von den Betroffenen, die sich bei der “Klasnic-Kommission” gemeldet hätten, seien etwa 500 bereit, sich z. B. durch Tiefeninterviews oder Fragebögen an der Forschung zu beteiligen. Das “große Fragezeichen” sei, wer die Menschen seien, die ich bei der Kommission gemeldet hätten, so Lueger-Schuster: “Wir wissen nicht, wie viele sich in der Folge der psychischen Verletzung umgebracht haben, und wir wissen nicht, wer sich nicht meldet.”
Quelle: kath.web
Kommentar: Da macht jemand die richtigen Beobachtungen und es stellt jemand die richtigen Fragen.

20.3.2012 Matthias Drobinski kommentiert den Umgang des Bistums Trier mit Priestern, die trotz sexueller Gewalt wieder in der Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: Süddeutsche

20.3.2012 Nachrichten aus dem Umfeld der niederländischen Jungen, die zuerst von kath. Klerikern missbraucht wurden und dann in kircheneigenen psychiatrischen Kliniken kastriert wurden – um sie von der Homosexualität zu heilen.
Quelle: welt.de

20.3.2012 Der Papst ist erschüttert über die Missbrauchsfälle in Irland. Das schrieb er den dortigen Bischöfen.
Quelle: krone.at

20.3.2012 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, plädiert erneut für eine Kommission in staatlichem Auftrg, die sexuelle und körperliche Gewalt in der Kirche aufklärt: “Polizisten bewältigen keine Polizei-Skandale und Ärzte klären keinen Ärzte-Pfusch auf. Nur die deutschen Bischöfe sollen ihr Versagen selbst aufdecken und aufarbeiten.” Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig,  will jetzt den Druck erhöhen: Er strebt einen Vertrag mit der Bundesrepublik Deutschland an, in dem die Kirche sich zur Prävention bekennt – und sich endlich einem Monitoring, also unabhängiger Begutachtung öffnet. Bislang zierte sich die Bischofskonferenz, einen solchen Vertrag zu schließen.
Quelle: taz
Kommentar: Die Forderung nach einer unabhängigen Begutachtung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche ist alt – und immer noch ungehört. Zur Gefahr, die von Missbrauchstätern ausgeht, ein paar wenige Zahlen: “So wurden 67 Pädosexuelle wegen des Missbrauchs an 136 Opfern verurteilt. In einer vertraulichen Studie wurden sie nach der tatsächlichen Zahl ihrer Opfer befragt – sie gaben sexuelle Kontakte zu 959 Kindern zu. (Zitiert in:Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in Organisationen, Wien2011, S. 45)

20.3.2012 “Kann ein Priester, der Missbrauchstäter geworden ist, glaubwürdig in der Seelsorge auch in beschränkten Bereichen tätig sein?” Diese berechtigte Frage stellt sich der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Ackermann, im Anschluss an die Öffentlichmachung der Tatsache, dass im Bistum Trier 7 Priester, die Kinder und Jugendliche missbrauchten bzw. Kinderpornos benutzten, wieder in der Seelsorge eingesetzt wurden.
Quelle: Volksfreund

20.3.2012 Die Internetseiten des Vatikan wurden mehrfach von AktivistInnen lahmgelegt. Hintergrund sei die Erfahrung einer Frau, die vor 16 Jahren von einem Geistlichen missbraucht wurde und der die Kirche drohte, dass die Unterstützung der Familie durch die Caritas entzogen würde, wenn die Frau den Fall öffentlich mache.
Quelle: kipa

19.3.2012 Gegen das Kloster Mehrerau läuft eine weitere Zivilklage eines der vielen Opfer. Zur Erinnerung: Einer der Patres aus dem Kloster Mehrerau hat auch im Erzbistum Freiburg Kinder missbraucht, wurde aber deswegen nicht zur Rechenschaft gezogen, weil er nur einen sog. Gestellungsvertrag mit dem Erzbistum Freiburg hatte.
Quelle: kipa

19.3.2012 40 Opfer berichten von jahrelanger Gewalt im Kloster Kremsmünster.
Quelle: orf

19.3.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, berichtet, dass 5 Bundesministerien bislang nicht in der Lage waren, die vom Runden Tisch Sexueller Missbrauch beschlossene Clearingstelle, die niederschwellige Angebote für Gewaltopfer machen soll, voranzubringen. Rörig äußerte sich zugleich besorgt darüber, dass in der kath. Kirche Missbrauchstäter weiterhin in der Seelsorge eingesetzt werden.
Quelle: taz

19.3.2012 Traumatisierung durch Krieg. Spiegel und Informationen über das Geschäft mit dem Krieg, an dem auch Deutschland beteiligt ist.

19.3.2012 Tabu sexuelle Gewalt durch Frauen. Spiegel

19.3.2012 Bischof Ackermann räumt im Anschluss an den Spiegel-Artikel Klärungsbedarf ein, was den Einsatzort von verurteilten Priestern, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt haben, angeht.
Das Bistum Trier will die Pfarrer jedoch weiterhin als Pfarrer – mit Einschränkungen – beschäftigen.
Quelle: Domradio
Quelle: swr – 2 Priester im Interview, die einen Kollegen beim Bistum Trier anzeigten, der Kinder/Jugendliche missbrauchte

19.3.2012 Kommentar zur Weiterbeschäftigung sexuell übergriffiger katholischer Priester im Bistum Trier: “Aber in Wahrheit kommt es doch darauf an, als was sie beschäftigt werden. Wer Minderjährige missbraucht, der muss selbstverständlich von Minderjährigen ferngehalten werden. Das geschehe, erklärt das Bistum. Es schweigt allerdings darüber, was die Priester heute tun. Sie scheinen – das hat das Bistum nicht abgestritten – weiter als Seelsorger zu arbeiten. Gibt es im Bistum Trier keine Akten, die bearbeitet, keine Gärten, die gepflegt, keine Reden, die geschrieben, keine Büroarbeiten, die getan werden müssen, keine Arbeiten ohne Kundenkontakt?”
Quelle: Berliner Zeitung

18.3.2012 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof des Bistums Trier, habe 7 Priester in der Seelsorge eingesetzt, die wegen sexueller Gewalt aufgefallen sind.
Quelle: Spiegel
Der Sprecher des Bistums Trier weist die Vorwürfe zurück. Quelle: swr

17.3.2012 Die katholische Kirche der Niederlande soll in der 50er-Jahren mehrere Jugendliche kastrieren lassen, um deren angeblichen homosexuellen Neigungen “zu heilen”. Mindestens 10 solcher Fälle seien bekannt.  Dabei habe es sich um Minderjährige gehandelt, die zuvor in katholischen Schulen und Internaten von Kirchenangehörigen sexuell missbraucht worden seien. Die chirurgischen Eingriffe seien in kirchengeführten psychiatrischen Kliniken vorgenommen und mit dem Ziel begründet worden, die Kinder “von ihrer Krankheit zu befreien”.
Quelle: standard.at
Quelle: uni münster

17.3.2012 Im Bistum Trier wurde eine Gemeinde gespalten, deren beide Pfarrer – einer davon ein Ordensmann – sich für die Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch einen früheren Priester der Gemeinde einsetzten. Betroffen war ein Mädchen. Der Bruder des Mädchens war mutmaßlich Opfer eines anderen Priesters. Als mutmaßlicher weiterer Täter war auch ein Laie der Gemeinde involviert. Das Bistum habe den beiden Pfarrern gesagt, das Bistum solle aus diesen Vorgängen herausgehalten werden. Der zuständige Dechant soll die Vorgänge als “Gerüchte” abgetan haben und erklärt haben, der eine Pfarrer, der Pater, sei psychisch krank. Dieser wurde im Juli 2010 dienstentpflichtet und ist seither ohne Anstellung. In der Gemeinde tauchte das Gerücht auf, der Pfarrer habe sich an einem früheren Dienstort “etwas zu Schulden kommen lassen”. Der Pfarrer wurde gemobbt und verließ Ostern 2011 die Gemeinde, auf die er im November 2011 verzichtete. Der Dechant, der beschuldigt wird, die Gerüchte gestreut zu haben und den Pfarrgemeinderat gegen die Pfarrer mobilisiert zu haben, weist alle Vorwürfe zurück.
Quelle: saarbrücker zeitung
Kommentar: Das, was hier an die Öffentlichkeit kommt, ist etwas vom “Innenleben” in einer Gemeinde/einem Bistum, in der Missbrauch aufgedeckt wird. Wenn die Institution sich nicht Hilfe von außen holt, verstrickt sie sich so sehr, dass die Institution (hier: die Gemeinde) auseinanderbricht. Um die Opfer geht es in solchen Fällen gar nicht mehr. Die Institution konzentriert sich auf sich selbst. Gut beschrieben werden diese Vorgänge in: Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in Organisationen, Dom-Verlag Wien 2011 passim.      

16.3.2012 Im Bistum Trier wurde einem Ruhestandspfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen, die sich auf die 1970er Jahre beziehen, untersagt, Gottesdienste zu feiern. Das Bistum will die Staatsanwaltschaft darüber informieren. Ein kirchenrechtliches Verfahren sei eingeleitet.
Quelle: Volksfreund (nicht mehr online)
Quelle: t-online

15.3.2012 Der Bischof von Hildesheim verbot einer Kirchengemeinde, Helmut Schüller, ehemaliger Generalvikar in Wien und Mitinitiator der österreichischen Pfarrer-Initiative, zu einem Gespräch einzuladen.
Quelle: ndr

15.3.2012 Polens Bischöfe wollen Missbrauch entschiedener als bisher bei staatlichen Stellen anzeigen, sagten sie auf ihrer Vollversammlung, an der auch Bischof Juliusz Paetz teilnahm, der vom Vatikan als Bischof von Posen abgesetzt worden war und Einschränkungen durch die Bischofskongregation unterworfen war (Stand Sommer 2011).  Gründe für die Abberufung wurden nicht genannt, aber es gab mehrere Anschuldigungen wegen sexueller Gewalt gegen Priesteramtsanwärter.
Quelle: kipa
s.auch Berliner Zeitung

14.3.2012 Mehr zur Situation in Mexiko, dem nächsten Reiseziel des Papstes, unter ksta.de

14.3.2012 Im Prozess gegen den 3. Angeklagten, der in der Parkeisenbahn in Wuhlheide, Berlin, Kinder missbrauchte, wurde eine Bewährungsstrafe verhängt.
Quelle: rbb

14.3.2012 Im Bistum Trier wurde ein wegen sexueller Gewalt verurteilter kath. Priester weiterhin als Seelsorger eingesetzt. Er war wegen Missbrauchs von 15 Mädchen (andere Quellen sprechen von 23 Kindern) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Quelle: Volksfreund

12.3.2012 In Nordenham soll ein 45-jähriger Mitarbeiter der evangelisch-lutherischen Gemeinde mehrere minderjährige Jungen missbraucht haben. Der Mann habe die von der Kriminalpolizei erhobenen Vorwürfe eingeräumt, teilte die evangelische Kirche in Oldenburg mit. Es handele sich um eine kleine Anzahl von Opfern.
Quelle: ndr

12.3.2012 In einer niederländischen Gemeinde hat ein Mann Minderjährige über 3 Jahrzehnte hinweg missbraucht. Alle wussten es – auch die orthodox-calvinistische Reformierte Gemeinde, die den Täter ausschloss. Alle schauten weg.
Quelle: presse.com

12.3.2012 Der irische Primas, Erzbischof Sean Brady, entschuldigt sich bei den Opfern von sexueller Gewalt durch kath. Priester. Brady dankte den Opfern für ihren Mut, ihre Erfahrungen mit ihm zu teilen. Brady hatte Vertreter der Opfergruppe Savia empfangen. Inhalt des Gesprächs war die Einrichtung einer Untersuchungskommission. Die Kommission wird von der nordirischen Regionalregierung vorbereitet. Ihr sollen Vertreter von Staat, Kirche und Opfergruppen angehören.
Quelle: kipa

12.3.2012 In NRW wurde ein Paar verurteilt. Sie zeugten ein Kind, um es zu missbrauchen. (Triggergefahr!) Quelle: Spiegel

10.3.2012 In Nürnberg findet einen kirchliches Disziplinarverfahren gegen einen Diakon statt, dem Misshandlung und Missbrauch von etwa 30 Kindern vorgeworfen wird.
Quelle: idea

2.3.2012 Erzbischof Zollitsch lobt die angelaufenen Hilfen für ehemalige misshandelte Heimkinder. Er regte an, auch ehemaligen Heimkindern in Einrichtungen der Behindertenhilfe vergleichbare Angebote zu unterbreiten. “Wir sind froh, dass nun ein Angebot für ehemalige Heimkinder vorhanden ist, das ihre zentralen Anliegen berücksichtigt: das Bedürfnis nach Aussprache, den Wunsch nach Anerkennung, Beratung und therapeutischer Hilfe sowie finanzielle Hilfen”, sagte Zollitsch. Er begrüßte ausdrücklich den zu Jahresbeginn gestarteten Fonds “Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975”, an dem neben Bund und westdeutschen Ländern die beiden Kirchen, ihre Wohlfahrtsverbände und Orden beteiligt sind. Ein Zwischenbericht zeige, dass er von den Betroffenen “überwiegend gut angenommen wird”. In den Anlauf- und Beratungsstellen hätten im Januar insgesamt 1.136 Erstgespräche stattgefunden.
Quelle: Domradio
Kommentar: Aus der Sicht vieler Ex-Heimkinder sehen die angebotenen Hilfen völlig anders aus. Einige erhalten beschämend-niedrige Nachzahlungen in die Rentenkasse – und auch nur dann, wenn ihre Rente zu niedrig ist. Löhne für die geleistete Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Wenn kein anderer Geldgeber gefunden wird – und nur dann -, werden manchmal Hilfen für medizinische und psychologische Behandlungen gezahlt. Schließlich muss jeder, der einen Antrag stellt, dem stattgegeben wird, zuvor eine Verzichtserklärung für alle weiteren Ansprüche unterschreiben. Im Dezember ging durch die Presse, dass etwa 400 Heimkinder den sog. Entschädigungsfonds (der keine Entschädigungen auszahlt, sondern Almosen mit großer Geste und großen Worten verteilt) boykottieren werden. Im Dialog-Prozess, den Erzbischof Zollitsch angestoßen hat, ist immer wieder von der “hörenden Kirche” die Rede. Warum aber wird den Heimkindern nicht zugehört? Warum wird einem Dierk Schäfer und einem Helmut Jacob nicht zugehört, die sich seit vielen Jahren für die Heimkinder einsetzen? Wie glaubwürdig ist es, wenn die katholische Kirche sich permanent ständig selbst bescheinigt, wie gut sie doch mit ihren Opfern umgeht – und viele Opfer etwas ganz anderes als einen guten Umgang erleben? Wie überzeugend ist es, wenn 1.136 Erstgespräche mit Ex-Heimkindern im Januar 2012 stattfanden – bei ca 30.000 Anspruchsberechtigten (das sind 3,7% der Anspruchsberechtigten!)? (s. auch WDR und VEH)

2.3.2012 Im Erzbistum München wird eine vor einem Jahr eingerichtete Präventionsstelle, die beim BDKJ angesiedelt war, gestrichen. Die Diözesen wollen sich künftig selbst um die Präventionsarbeit kümmern.
Quelle: süddeutsche

2.3.2012 Hier ist nachzulesen, wie im Kloster Ettal die Auseinandersetzung um die sexuelle und körperliche Gewalt und die Anerkennung der Opfer vor sich ging.
Quelle: katholisch.de

1.3.2012 In den Niederlanden können auch Menschen, die als Volljährige Opfer von sexueller Gewalt durch kath. Priester wurden, Entschädigungen erhalten, wenn sie zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig waren oder sich in einem wehrlosen Zustand befunden haben. Sie erhalten bis zu 100 000 Euro.
Quelle: Radio Vatikan

29.2.2012 Hier ist nachzulesen, dass die (vordergründigen!) Wünsche von Gefängnisinsassen wichtiger sind als die Bedürfnisse von Opfern. Bei solcher Gefängnisseelsorge wundert es mich nicht mehr, dass Opfer so gut wie nie auf umkehrbereite Täter stoßen!
Quelle. Sonntag-sachsen

29.2.2012 In einem Brief an Bischof Dr. Ackermann schreibt eine Frau zur Lebensgeschichte ihres Bruders: “Die Hölle muss mein Bruder nicht mehr fürchten – sie ist ihm vertraut seit Etterzhausen und Bonbrück.”
Quelle: regensburg digital

29.2.2012 Kann das sein? Wird so im Bistum Regensburg mit Opfern umgegangen?
Quelle: regensburg digital
Quelle: regensburg digital – Demütigung in Serie
Quelle: ARD-MoMa

28.2.2012 Zwei ehemalige Schüler des Aloisius-Kollegs, Bonn, haben Klage gegen das Kolleg eingereicht. Sie wollen die Schließung der Schule erreichen. Einer der Kläger wurde als Kind/Jugendlicher im AKo missbraucht – ebenso wie seine zwei Brüder. Einer der Brüder hat Selbstmord begangen.
Quelle: Generalanzeiger

28.2.2012 Viele Arbeiter von Tepco sind traumatisiert – und werden ausgegrenzt.
Quelle: Spiegel

27.2.2012 Viele Heimkinder lehnen eine “Entschädigungszahlung” ab. Wenn sie das Geld aus dem Fond annehmen, müssen sie unterschreiben, dass sie auf alle weiteren Ansprüche verzichten.Tausende früherer Heimkinder hätten Anspruche, aber erst 350 Anträge liegen vor. Derzeit werden noch keine Gelder ausgezahlt, weil sie auf staatliche Unterstützungsleistungen angerechnet würden. Wann es eine Gesetzesänderung geben wird, ist unklar.
Manche geraten zwischen alle Stühle: Wenn sie vielleicht wegen Überfüllung der Kinderheime in der Psychiatrie – obwohl gesund – untergebracht wurden, steht ihnen keine Entschädigung aus dem Fond für Heimkinder zu. Die katholische Kirche lehnt jede Verantwortung ab, weil die Klinik schon damals vom Landschaftsverband getragen wurde. Dass es Ordensschwestern waren, die Gewalt ausübten, beeindruckt die Kirche nicht.
Quelle: Westfalenblatt

27.2.2012  Der Ende Januar verstorbene Kardinal Anthony Bevilacqua wurde in einem Prozess belastet. Er habe einen früheren Personalverantwortlichen, Lynn, angewiesen, eine Liste mit den Namen von 35 der Pädophilie verdächtigen Priester zu vernichten.
Quelle: domradio

26.2.2012 Dr. Döink spricht auf einer Veranstaltung zum Thema sexuelle Gewalt klare Worte. Er äußerte sich erschüttert über die psychische Belastung der Opfer. Schlimm sei es, wenn sich niemand um die Opfer kümmere – das müsse sich ändern.
Quelle: Ahlener Zeitung

23.2.2012 Missbrauchsfälle an der Stiftsschule Amöneburg, Bistum Fulda, sind verjährt. Eine Kommission empfiehlt der Schule, sich bei den betroffenen Frauen stellvertretend zu entschuldigen. Das Bistum Fulda macht auf Nachfrage keine Angaben zur Anzahl der Opfer und zu den Zeiträumen der Missbrauchshandlungen.
Quelle: ffh

23.2.2012 In Eudenbach, einem Dorf, in dem ein früherer kath. Pfarrer des Missbrauchs angezeigt wurde, stellt sich die kfd hinter den mutmaßlichen Täter: “Wir glauben nicht, dass Pfarrer W. ein Täter war”, heißt es dazu. kfd-Mitglieder sprechen vom “angeblichen” Opfer. Offensichtlich sind sie auch nicht umzustimmen durch die Tatsache, dass das Opfer sowohl im jetzt amtierenden Pfarrer einen Menschen fand, der ihr glaubt, als auch bei den Kirchenverantwortlichen im Bistum Glauben fand und beim Papst, den sie im Rahmen der Papstreise im September 2011 in Erfurt traf.
Quelle: general-anzeiger-bonn.de/
Kommentar: Was dem Opfer hier zugemutet wird, ist die übliche Spaltung einer Gemeinde nach Aufdeckung eines Missbrauchsfalles. Es ist nicht selten, dass eine Gemeinde oder maßgebende Christen in einer Gemeinde sich hinter den Täter und nicht hinter das Opfer stellen. Es bleibt zu hoffen, dass die Pfarrgemeinde lernbereit ist und kundige Hilfe vom Bistum erhält. 

22.2.2012 Die Ombudsfrau der nordirischen Polizei wirft einigen Bischöfen Verzögerung ihrer internen Missbrauchs-Untersuchungen vor. Die irischen Bischöfe weisen den Vorwurf zurück. Als Gründe für die Verzögerung der Untersuchungen nannte sie eine ungenügende Ausstattung der kirchlichen Behörde sowie eine Weigerung mancher Bischöfe, mit den Inspektoren zu kooperieren. Daher übten auch heute noch Priester ihren Dienst aus, gegen die ein begründeter Verdacht auf Kindesmissbrauch bestehe.
Quelle: kath.web

21.2.2012 Der neue irische Nutius des Papstes, Msgr.Brown, bestätigt dem Papst, entschieden gegen Missbrauch vorzugehen. Seit 1994 war Msgr. Brown in der Glaubenskongregation beschäftigt.
Quelle: zenit.org

21.2.2012  Edgardo Storni, früher katholischer Erzbischof von Santa Fe in Argentinien, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er erlag in der Provinz Cordoba einer schweren Krankheit, wie der TV-Sender “Univision” am Montag berichtete. Storni war Ende 2009 wegen sexuellen Missbrauchs eines Seminaristen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er durfte seine Strafe aber im Hausarrest in einem kirchlichen Gebäude absitzen. Das ist in Argentinien bei Verurteilten über 70 Jahre üblich. Storni hat immer seine Unschuld beteuert.
Quelle: kipa

21.2.2012 Die Abtei Mehrerau, die u.a. Ordensmitglieder im Erzbistum Freiburg (Kloster Birnau, Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern Nussdorf und Deisendorf) arbeiten ließ, betont, dass die Opfer sich an die Klasnic-Kommission wenden sollen. Ein Opfer hatte geklagt. Abt Anselm von der Linden, Mehrerau, betont, dass er dem klagenden Opfer sogar die Fahrtkosten erstattet habe; fügt jedoch hinzu, dass das Kloster nach & 131 a ABGB nicht für das Verhalten von Ordensangehörigen haftbar gemacht werden kann und die Taten aus juristischer Sicht inzwischen verjährt seien.
Quelle: ots.at s.auch den Kommentar und die presse.com

20.2.2012 Das Bistum Trier wartet auf eine Entscheidung Roms über den Fall des ehemaligen Dierdorfer Pfarrers, der sich wegen sexuellen Missbrauchs selbst angezeigt hatte und in einem Altenstift in Rheinböllen eingesetzt war. Dort hatte er gegen die Bistumsauflage verstoßen, keine Kirchenveranstaltungen mit Öffenlichkeit mehr zu leiten.
Quelle: nr-kurier.de

19.2.2012 Einladung zur Podiumsdiskussion in Asbach/Westerwald: Übergriffe durch Lehrpersonal an Schulen. Sind unsere Kinder ausreichend geschützt? Oberlandesgericht Koblenz stellt sich der Kritik, Bildungsministerium sagt Teilnahme ab, 8. März 2012, 19 Uhr, Bürgerhaus in 53567 Asbach/Westerwald, Hauptstr. 50

19.2.2012 Kommentar zum Symposion “Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung.

15.2.2012 Eine Gruppe kirchlicher MitarbeiterInnen aus dem Bistum Trier fordert ein neues Gespräch mit Bischof Ackermann. Die Frage der sexualisierten Gewalt in der Kirche sei kein Problem unter anderen. “Sie ist eine zentrale Frage, an der sich die Treue zum Evangelium und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche entscheiden”, hieß es.”
Quelle: Saarbrücker Zeitung

15.2.2012 Ein mutmaßliches Opfer sexueller Gewalt im Bistum Regensburg berichtet, wie mit ihm im BIstum Regensburg umgegangen wurde.  Fazit: „Ich habe eben die Quittung dafür bekommen, dass ich es gewagt habe, öffentlich den Mund aufzumachen.“
Quelle: regensburg-digital

14.2.2012 Was am Thema sexuelle Gewalt Interessierte schon lange wissen, wird nun durch die Studie “Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland” bestätigt. Aus der Studie geht hervor, dass sechs Prozent der Frauen mit geistiger Behinderung in Heimen und Werkstätten sexuelle Gewalt erlitten haben. Die Sozialwissenschaftlerin Monika Schröttle, die das Untersuchungsprojekt geleitet hat, geht davon aus, dass „auf jeden Fall mehrere tausend Frauen“ in deutschen Behindertenheimen und –Einrichtungen sexuell missbraucht wurden. Täter sind der Studie zufolge meist Bewohner, aber auch Personal.
Quelle: swr und swr

13.2.2012 In Irland wird eine Frau, die vermutlich von drei Männern vergewaltigt wurde, ins Gefängnis gesteckt, weil sie die Täter durch Anschauen nicht identifizieren konnte.
Quelle: FR

13.2.2012 Georg Maria Roers SJ empfiehlt Pater Hans Zollner SJ, nach Missbrauch in der Gregoriana zu schauen. Dort arbeitet Keith Pecklers, dem ein Mann 2010 sexuellen Missbrauch vorwarf, der sich über 4 Jahre hinzog. Pecklers verteidigte sich vor Gericht damit, dass er zur Tatzeit selbst ein Jugendlicher gewesen sei. Das Opfer spricht davon, dass der Beschuldigte den Missbrauch über dessen 18. Geburtstag hinweg fortsetzte. Heute ist Pater Keith F. Pecklers SJ Professor für Liturgie an der Gregoriana in Rom und Professor für Liturgiegeschichte am päpstlichen Liturgischen Institut von Sant Anselmo, der Universität der Benediktiner in Rom. Als Vizepräsident der Gregoriana ist Pater Zollner der Vorgesetzte von Pecklers. Zugleich ist Pater Zollner Präsident des “Centre for Child Protection der Gregoriana”.
Quelle: explizit.net (Mitte Oktober 2016 fragte ich beim Autor nach, ob er wisse, welche Konsequenzen für P. Pecklers entstanden seien. Er schickte mich zu Pater Dr. Busch, der meine Anfrage an Pater Zollner weiterreichte, von dem dann keine Antwort kam. Allerdings wurde der Artikel von P. Roers aus dem explizit.net entfernt, ist aber in archive.org noch auffindbar.)
Stellungnahme von SNAP, David Clohessy
care2.com 22.12.2010  nj.com 12.12.2010
Kommentar: Der Beschuldigte ist nach wie vor Mitarbeiter der Gregoriana, Mitglied der Jesuiten und Dozent am Pontificio Istituto Liturgico Sant Anselmo.

s. auch: http://www.unigre.it/zz2_applicazioni/framework_en.php, abgerufen am 15.10.2016
http://pil.anselmianum.com/home/docenti-p-z, abgerufen am 15.10.2016

12.2.1012 Bischof Ackermann bezeichnet Bußgottesdienste, bei denen kirchliche Würdenträger um Vergebung bitten, als “Gratwanderung” – nicht etwa, weil dort spiritualisiert wird, was zusammen mit den Opfern zu bearbeiten wäre – sondern weil die Gefahr drohe, dabei die Täter aus dem Blick zu verlieren.
Quelle: epd

10.2.2012 Der Jesuit und Psychologe Hans Zollner – Organisator der Tagung “Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung” –  fürchtet weitere Enthüllungen sexueller Gewalt in der kath. Kirche.
Quelle: swr

10.2.2012 Wunibald Müller fordert das Ende des Pflichtzölibates.
Quelle: dradio.de

10.2.2012 In Gelsenkirchen steht ein Vater vor Gericht, der seinen 5Monate alten Säugling missbrauchte.
Quelle: kuvi.de

9.2.2012 Häftlinge verhöhnen ihre Opfer via facebook.
Quelle: nachrichten.yahoo

9.2.2012 Nach einem Missbrauchsskandal an einer Schule in Los Angeles wird das gesamte Personal ausgetauscht – von Lehrern über Verwaltungskräfte bis zum Hausmeister und Sicherheitsleuten. Mit dieser Entscheidung reagierte die Schulverwaltung der US-Metropole auf Befürchtungen, dass der Missbrauch durch mindestens einen der Lehrer von den Kollegen gedeckt wurde. Diese Vorwürfe werden genährt durch die Tatsache, dass die Polizei mehr als ein Jahr brauchte, bevor sie trotz klarer Hinweise einen 61-jährigen Lehrer festnahm. Das Personal der Schule zählt 150 Mitarbeiter.
Quelle: de.nachrichten.yahoo

9.2.2012 Die Rede von Kardinal Marx auf dem röm. Missbrauchskongress
Quelle: Erzbistum München

9.2.2012 Stephen Rosetti, Fachmann für sexuelle Gewalt im kirchlichen Kontext, sagt: “Ich glaube, wenn Bischöfe direkt mit Opfern ins Gespräch kommen und deren Geschichte hören, dann lässt sich etwas in Bewegung setzen. Bischöfe sind mitfühlende Leute – sie brauchen den direkten Kontakt zu Opfern, sie müssen ihre Geschichten anhören.“
Quelle: Radio Vatikan

9.2.2012 Matthias Katsch, Sprecher der Opfergruppe “Eckiger Tisch” fordert den Vatikan auf, die “Kultur des Schweigens” zu durchbrechen und auch die Beteiligung der Bischöfe, der Orden und des Vatikan an diesem Schweigen zu beenden. Das könnte Charles Scicluna, der die Forderung aufstellte, leicht bewerkstelligen: Er ist der vatikanische Chefankläger für Missbrauchsfälle, er müsste nur die Archive zugänglich machen.
Quelle: Deutschlandradio

9.2.2012 „Es gibt aus meiner Sicht sehr wenig spirituelle Hilfe für die Überlebenden. Ich habe das mit Angehörigen der katholischen Hierarchie in Irland diskutiert, und mir scheint, sie betrachten die Opfer als außerhalb der Kirche stehend, als verletzt und zornig und nichts mehr mit der Kirche zu tun haben wollend. Nun, die meisten Missbrauchsopfer kamen aus katholischen Familien, deshalb hatten ja die Priester Zugang zu ihnen. Zu denken, dass die Überlebenden kein Interesse mehr daran haben, den katholischen Glauben zurückzugewinnen, ist – meine ich – falsch.“ Das sagt Frau Collins vor dem Kongress “Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung”. Ich kann ihre Wahrnehmung nur bestätigen.
Quelle: Radio Vatikan

8.2.2012 Experten schätzen, dass die katholische Kirche inzwischen 1,5 Milliarden Euro für “Entschädigungszahlungen” für Missbrauchsopfer von katholischen Priestern ausgegeben hat.
Quelle: Spiegel

8.2.2012 Über die Widerstände im italienischen Klerus gegen die Aufklärung von Missbrauchsfällen und die Anzeige bei staatlichen Behörden berichtet die Zeit.

8.2.2012 Statt die ganz irdischen Wege zu den Opfern von jedweder Gewalt zu gehen, flieht der römische Kongress “Heilung und Erneuerung” in die Spiritualisierung der Schuld: Vertreter von Gruppen, die als Lehrer, Bischöfe, Ordensmänner, Eltern in Missbrauch verstrickt sind, baten um Vergebung für ihre Taten. Der Adressat der Vergebungsbitte war Gott; es waren nicht die Opfer.
Zugleich äußerten Opfer die Bitte um Gottes Hilfe, damit sie vergeben können.
Quelle: domradio
Kommentar: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese “Versöhnungsgeste im Gottesdienst” schräg und unangemessen ist. Bevor von Versöhnung gesprochen werden kann und darf, müssen die Taten aufgedeckt werden. Sie dürfen nicht vertuscht werden. Sie müssen bereut werden. Wiedergutmachung hat zu geschehen. Mt 5,24 formuliert völlig klar: “Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort erinnerst du dich, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.” Die Bibel umgeht die Opfer nicht und widersteht der Versuchung, Schuld zu spiritualisieren.
Dass Opfer die Bitte an Gott richten, vergeben zu können, setzt Opfer, die nicht vergeben, einem massiven moralischen Druck aus. Da die Schwere der Verletzungen durch sexuelle Gewalt von den Kirchenleitungen offensichtlich noch immer nicht wirklich verstanden worden ist, ist ihnen der Gedanke, dass Opfer auch bei gutem Willen außerstande sein können zu vergeben, nicht einsichtig zu machen.

8.2.2012 In Wien und in Tirol wurden bis in die 70er Jahre hinein Heimkinder wegen “sexueller Übererregung” mit tiermedizinischen Medikamenten behandelt. Sie wurden Röntgenbestrahlungen ausgesetzt und Malaria-Medikamente wurden an ihnen getestet.
Quelle: ORF

8.2.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig forderte die kath. Kirche auf, die Strukturen zu untersuchen, die den Missbrauch ermöglichten.
Quelle: stern

8.2.2012 Prof. Fegert sagt im Interview: “Als ich vor etwa zehn Jahren schon einmal bei einer Konferenz im Vatikan war, stand die Auseinandersetzung mit den Tätern ganz stark im Vordergrund: Wie kann man sie diagnostizieren und ausschließen, wie kann man den Schaden dadurch verhindern, dass man die Täter im Griff behält. In den letzten zwei Tagen war für mich die ganz klare Botschaft: Der erste Schritt ist es, den Opfern Gehör zu geben und die Schwächsten zu schützen.”
Quelle: Radio Vatikan

8.2.2012 Damit eine Heilung möglich ist, müsse die Kirche den Opfern zuhören und glauben, forderte die Irin Collins vor dem Kongress “Heilung und Erneuerung” in Rom. In katholischen Einrichtungen missbrauchte Kinder seien größtenteils kirchlich sozialisiert und bräuchten Gesprächsangebote und spirituelle Hilfestellungen von der Kirche.
Quelle: kath.web
Kommentar: Endlich sagt mal jemand anderes, was ich auch sage:-).

7.2.2012 Das Urteil gegen den kath. Priester aus Salzgitter ist rechtskräftig, wie Dom-Radio meldet.

7.2.2012 Die Irin Collins forderte beim Kongress “Heilung und Erneuerung” die Kirchenleitung auf, Verantwortung für die Skandale der vergangenen Jahre zu übernehmen. „Eine Entschuldigung für den Missbrauch der Priester ist nicht genug“, sagte die 64-Jährige. „Es muss Eingeständnis und Rechenschaft geben für die Verletzungen und Zerstörungen, die dem Leben der Opfer und ihren Familien zugefügt wurden durch die oft gezielte Vertuschung und falsche Handhabung der Fälle durch die Vorgesetzten.“
Quelle: ORF

7.2.2012 Der Psychiater Jörg Fegert benennt im Interview mit Radio Vatikan ein paar Aufgaben: „Zuerst hat man, als in Amerika Fälle bekannt wurden, gesagt: Das ist ein amerikanisches Problem. Dann war`s plötzlich ein englischsprachiges Problem, weil die Fälle in Irland dazukamen. Dann kamen wir in Deutschland mit dazu, und daraufhin hieß es: Das ist ein Problem der westlichen Welt. Allerdings wurde Kindesmissbrauch dann auch in Afrika mehr thematisiert – und wir wissen aus allen Statistiken: Die Häufigkeiten von sexuellem Missbrauch sind auf der ganzen Welt vergleichbar. Es gibt kein System, das ausgenommen ist, und auch keine Bevölkerungsschicht, denn das kommt nicht nur bei Armen vor, sondern überall. Wichtig ist aber auch: Missbrauch durch Geistliche ist ein schlimmes Problem, und die Kirche muss damit umgehen! Gleichzeitig muss aber die Kirche die Geistlichen, Menschen im kirchlichen Ehrenamt, Diakone usw. auch dazu ausbilden, dass man für Kindern, die in anderen Bereichen missbraucht werden, eine schützende Situation herstellen kann.“

7.2.2012 Der Spiegel kritisiert, dass der Kongress “Heilung und Erneuerung” den Pflichtzölibat nicht in die Überlegungen über die Ursachen der sexuellen Gewalt durch kath. Priester einbezieht.
Kommentar: Dass der Kongress von “Heilung” spricht, könnte daran liegen, dass sich noch nicht rumgesprochen hat, dass Heilung nur selten möglich ist. Linderung ist oft erreichbar. Die meisten Opfern lernen, mit den anhaltenden Gewaltfolgen zu leben. Von “Heilung” können viele nur träumen…

7.2.2012 Der Vatikan spricht von einem dramatischen Anstieg der gemeldeten Missbrauchsfälle. 4000 Fälle von Missbrauch gab es in den letzten 10 Jahren. Dass die Irin Marie Collins als einziges Missbrauchsopfer an dem Kongress “Heilung und Erneuerung” teilnimmt, wird von Opfer-Verbänden kritisiert. Roberto Marabile, “La Caramella Buona”, eine italienische Opfervereinigung, war nach seiner Akkreditierung wieder ausgeladen worden.
Quelle: baz online
Kommentar: Die Zahl von 4000 Priester-Tätern erstaunt, wenn es alleine in Deutschland ca 1000 Priester-Täter gibt. Wenn Bischof Ackermann im Domradio-Interview sagt “Genau deshalb ist das Entscheidende, auf die Opfer zu hören, zu sensibilisieren und wachsam zu sein. Diese Maßnahmen haben weltweit Vorrang”, dann ist zu fragen, warum der Kongress nur einem Opfer zuhört.

7.2.2012 „Und auch die belastende, längst nicht abgeschlossene Auseinandersetzung mit den Vergehen sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute und andere Mitarbeiter der Kirche trägt – so schmerzlich sie ist – zur reinigenden Erneuerung des kirchlichen Auftrags bei. In diesem Sinne haben wir diese schmerzliche Aufgabe bereitwillig anzunehmen.“ Das sagt der Missbrauchsbeauftragte der DBK. Dass er verharmlosend von Vergehen spricht und die Verbrechen einfach unterschlägt, ist bezeichnend.
Quelle: Domradio

6.2.2012 Ein Interview mit Pater Hans Zollner, dem Vizerektor der Jesuiten-Uni Gregoriana in Rom, die einen Kongress über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche ausrichtet. Zollner erklärt: “Wir haben die Opfer missachtet.” Und: “Die Kirche ist bis in die obersten Ebenen hinein bereit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.” Und:  “…Wie kann man besser und vor allem rechtzeitig auf die Opfer hören? Was kann man ihnen an Hilfe und Unterstützung anbieten? Für manche, die Furchtbares erlebt haben, muss das wie ein Hohn klingen. Es geht uns aber auch um den bereits geschehenen Missbrauch: Der muss aufgeklärt werden, bis auf den Grund.”
Quelle: FR

5.2.2012 In einer Köllerbacher Kirche im Bistum Trier haben zwei Priester in der Sonntagspredigt richtig gestellt, dass in ihrer Gemeinde tatsächlich 3 Männer – ein Laie und zwei Priester – Jugendliche missbraucht haben. Die Klarstellung erfolgte nach einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung. Die Taten wurden von einem Priester ordnungsgemäß dem Bistum Trier mitgeteilt. Das Bistum erstattete keine Anzeige bei der Polizei. Pfarrer Ittermann, der das Bistum informiert hatte, spricht davon, dass er aufgrund seiner Meldung die “psychologische Form der Mitarbeiterunterdrückung” des Bistums Trier zu spüren bekommen habe. Er nennt die Vorgänge eine “Hetz- und Rufmordkampagne”. Der Pressesprecher des Bistums wies die Aussagen zurück.
Quelle: missBiT

Februar 2012 Matthias Katsch kommentiert völlig richtig den römischen Kongress in Christ und Welt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

4.2.2012 Bei dem Kongress zu sexueller Gewalt durch katholische Priester in Rom werden am Dienstagabend in einem Gottesdienst je sieben Missbrauchsopfer und -täter teilnehmen. Die Täter sollen dabei für ihre Taten um Vergebung bitten. (Von Vertuschern ist in keiner Pressemeldung die Rede.)
Quelle: kath.press.at

3.2.2012 Im Vatikan findet ein Kongress zu sexuellem Missbrauch durch katholische Priester statt. Charles Scicluna, der in der Glaubenskongregation für kanonische Prozesse zuständig ist, sagte: “Es ist bedeutsam, dass der erste Beitrag von jemandem kommt, der selbst von dieser traurigen Wirklichkeit betroffen ist, von einem Opfer. Gleichzeitig ist es aber auch pastoral wichtig, an alle zu denken, die mit dieser Realität zu tun haben, also auch an die Kleriker, die anderen dieses Leid zugefügt haben.“
Quelle: Radio Vatikan und kipa-apic.ch
Kommentar: Solange Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, wissen Opfer aus Erfahrung, dass die Perspektive der Täter den Vorrang hat – und Opfer auf der Strecke bleiben. Aber das ist ja nichts Neues. Neu wäre gewesen, wenn die Tagung die Option für die, die unter die Räuber gefallen sind, treffen würde. Nicht einmal der barmherzige Samariter, der dem half, der unter die Räuber gefallen war, beachtet die Räuber. Und der Autor des Gleichnisses – Jesus – fragt nicht danach, warum die Räuber den Armen überfallen haben; welche Kindheit die Räuber hatten, dass sie gar nichts anderes als Rauben und Verletzen tun konnten; Jesus fragt auch nicht, wie es den Räubern denn nun nach ihrer Tat ergeht, wie sie in die Gemeinschaft integriert werden könnten usw. …. Jesus richtet den Blick konsequent auf den Überfallenen und auf den, der ihm hilft. Die Verantwortlichen in der katholischen Kirche haben noch viel zu lernen, wenn sie glaubwürdig werden wollen. So geht das jedenfalls nicht. Erika Kerstner

2.2.2012 Mehr als 550 Personen haben wegen sexuellen Missbrauchs Entschädigungsforderungen gegen das insolvente katholische Erzbistum Milwaukee eingereicht. Es handle sich um die höchste Zahl von Forderungen unter den bislang acht zahlungsunfähigen US-Bistümern, berichtet die Regionalzeitung “Journal Sentinel” (Donnerstag).
Quelle: kipa-apic.ch

2.2.2012 Ein evangelischer Bischof beschuldigt 4 katholische Priester – unter ihnen den heutigen Bischof von Valparaiso -, ihn als Kind in einem katholischen Internat missbraucht zu haben. Er habe sein Schweigen gebrochen, um nicht zum Komplizen der Täter zu werden.
Quelle: kath.web

2.2.2012 In einer Gemeinde im Bistum Trier brodelt es. Ob die dortigen Konflikte in Zusammenhang mit der Aufdeckung von Missbrauchsfällen durch zwei Pfarrer stehen, ist für Außenstehende nicht erkennbar. Allerdings weiß ich von Priestern, die Missbrauchsfälle bei ihren Vorgesetzten anzeigten und kein Gehör fanden.
Quelle: saarbrücker zeitung

2.2.2012 Der ehemalige Salzburger Domprediger Hofer wurde von der Glaubenskongregation des Vatikan vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs entlastet. Eine Frau hatte ihm vorgeworfen, sie vor ihrer Volljährigkeit vergewaltigt zu haben. Hofer hatte eine sexuelle Beziehung zugegeben, jedoch jeden Gewalt-Vorwurf zurückgewiesen. Die Glaubenskongregation kam ohne Anhörung der Frau und ohne Gutachten über die Frau zu ihrem den Domprediger entlastenden Ergebnis.
Quelle: orf

2.2.2012 Der vatikanische Ökumeneminister Kardinal Koch wünscht sich, dass die Katholiken mehr leiden. Er selbst leide an der Kirchenspaltung und am meisten leide er daran, “dass heute so viele Christen an dieser zutiefst anomalen Situation nicht mehr so leiden, wie es sich geziemen würde”.
Quelle: kath.web
Kommentar: Da gäbe es ein probates Mittel, das Leiden des Kardinals in Freude und Hoffnung zu verwandeln. Rom müsste lediglich das Ende der Kirchenspaltung verkünden und es der Verantwortung der ChristInnen vor Ort überlassen, die Vielfalt christlicher Glaubensformen zu respektieren. Eine Frage der Theologie ist es schon lange nicht mehr – es ist eine Frage der Macht.

1.2.2012 Das Collegium Josephinum, Bonner Eliteschule, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nun haben Eltern Anzeige wegen Missbrauch erstattet. Im Sommer 2010 war die Rede von drei Fällen in den 50er und 60er Jahren. Vor wenigen Wochen mussten die Angaben korrigiert werden. Nun war von 28 ehemaligen Internatsschülern die Rede, die Opfer sexueller Gewalt wurden – zuletzt 1968. Jetzt ist von 2 Patres die Rede, die in den letzten 3 Jahren Schülern Zäpfchen verabreicht haben. Bekannt wurde dies, weil ein Aushilfslehrer das Vertrauen der Schüler bekam.
Quelle: Spiegel

1.2.2012 William Lynn, Personalverantwortlicher der Erzdiözese Philadalphia, steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, 27 mutmaßlich pädophile Priester über Jahre hinweg gedeckt zu haben. Der emeritierte Erzbischof, Kardinal Anthony Bevilacqua, sollte im März 2012 vor Gericht aussagen. Er starb Anfang dieser Woche.
Quelle: ORF

1.2.2012 Das Bistum Trier räumt wieder einen Fehler ein – diesmal im Fall eines Priesters, der ein Zelebrationsverbot hatte, jedoch kein Verbot, mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen. An das Zelebrationsverbot hielt er sich nicht.
Quelle: missbit
Kommentar: Solange die Kirche meint, die Missbrauchsfälle selbst aufklären zu können, solange wird es die Nachrichten geben, dass Fehler gemacht wurden, Täter weiterhin in der Seelsorge eingesetzt wurden, Verbote nicht kontrolliert werden usw.

1.2.2012 Röhrig, der Beauftragte der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch, hat mit Opfergruppen gesprochen. Mathias Bubel, Eckiger Tisch, sagt: “Niemand hätte sich vorstellen können, dass die Täterorganisationen die öffentliche Debatte an sich reißen werden.” Was an den Berichten der Betroffenen auffällt, ist, dass sich die einzelnen Institutionen, an denen die sexuelle Gewalt stattfand, wieder einigeln – trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit. Der Ahrensburger Kohn berichtet, dass die Betroffenen der schleswig-holsteinischen Stadt von der evangelischen Kirche nur als Zeugen in Disziplinarverfahren benutzt werden – “und dann dürfen wir wieder gehen. Mir fehlt das Verantwortungsbewusstsein der Kirche für die Seelen vor Ort.” Bubel, der gequälte Schüler aus dem Canisius-Kolleg, fordert eine unabhängige Untersuchungskommission für die katholische Kirche.
Quelle: taz

1.2.2012 Skydaddy kommentiert den Einsatz des Priesters, der unter Missbrauchsverdacht steht und in einem Heim für geistig und psychisch Kranke eingesetzt war. Nicht umsonst stellt sogar der Vatikan widerstandsunfähige Personen als Menschen, “deren Vernunftgebrauch habituell eingeschränkt ist, Minderjährigen gleich.

31.1.2012 Eine Gemeinde im Bistum Trier war nicht informiert, dass ein Priester, dem sexuelle Gewalt vorgeworfen wird, ein Zelebrationsverbot hatte – und warum.
Quelle: Volksfreund

31.1.2012 In Würzburg beginnt der Prozess gegen einen katholischen Ordenspriester, der angeklagt ist, den Sohn seiner Haushälterin missbraucht zu haben.
Quelle: Mainpost

31.1.2012 Der katholischen Kirche in Österreich droht eine Klagewelle.
Quelle: Kurier.at

31.1.2012 Pressebericht der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in den BNN
Quelle

30.1.2012 Kardinal Koch ist der Ansicht, dass die Wiederzulassung der alten lateinischen Messe  „nur ein erster Schritt“ sei. Die Zeit für weitere Schritte sei jedoch „derzeit wohl nicht reif“. Gerade in Deutschland seien liturgische Fragen ideologisch behaftet. Rom könne erst weiter tätig werden, wenn es unter den Katholiken die Bereitschaft gebe, über neue Liturgieformen „im Dienst der Kirche“ nachzudenken. Nicht alles, was heute liturgische Praxis sei, lasse sich durch Konzilstexte begründen. So sei beispielsweise nirgends die Rede davon, dass der Priester die Eucharistie den Gottesdienstteilnehmern zugewandt leite, so der Kurienkardinal. Eine Weiterentwicklung von Gottesdienstformen sei für eine innere Erneuerung der Kirche nötig: „Wenn nämlich die Krise des kirchlichen Lebens heute in erster Linie eine Krise der Liturgie ist, dann muss auch eine Erneuerung der Kirche heute mit der Erneuerung der Liturgie ansetzen.“
Quelle: Radio Vatikan

30.1.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hat einen Priester, gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren wegen des Verdachts auf sexualisierte Gewalt läuft, in einem besonders sensiblen Arbeitsbereich – bei behinderten Menschen – eingesetzt und das ausgesprochene Zelebrationsverbot nicht kontrolliert. Die Gemeinde war über den Sachverhalt nicht informiert.
Quelle: skydaddy und Rheinzeitung und Rheinzeitung

30.1.2012 Der US-Bischof Robert Finn, Kansas-City, muss ich wegen einer unterlassenen Anzeige eines Priesters, vor Gericht verantworten. Der Geistliche war im  ai 2011 wegen des Besitzes von Kinderpornografie festgenommen worden. Finn plädiert auf nicht schuldig.
Quelle: orf

30.1.2012 An der Klasnic-Kommission in Österreich wird heftige Kritik geübt.
Quelle: orf

29.1.2012 Opfer katholischer Priester fühlen sich von Politik und Gesellschaft mit ihrer Täterinstitution alleine gelassen. Sie fordern eine unabhängige Stelle, an die Opfer sich wenden können und sie fordern, dass die sog. Entschädigungssummen überdacht und geändert werden müssten.
Quelle: generalanzeiger

29.1.2012 Alle Missbrauchsfälle in der Kirche Luxemburgs sind verjährt.
Quelle: wort.lu

29.1.2012 Ein von Missbrauch durch Priester Betroffener berichtet von seiner Enttäuschung über die Kirche und davon, wie schwer es ist, mit den Gewaltfolgen zu leben.
Quelle: Süddeutsche

29.1.2012 Inverview mit Pater Mertes. Zu Recht merkt er an: “Es ist schwierig, sich als Vertreter der Kirche hier selbstzufrieden zu äußern.” Er fordert auf, genau hinzuhören, auf das, was die Opfer über die Kirche sagen und sich weiter mit dem systemischen Kontext der Missbrauchserfahrungen zu beschäftigen. Er fragt: “Was müssen wir bei uns ändern, um besser zuhören zu können, wenn Opfer sprechen. Denn die eigentlich entscheidende, bis heute quälende Frage ist doch: Was ist eigentlich geschehen, dass wir die Missbrauchstaten und das Leid der Opfer nicht gesehen und nicht begriffen haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig diese Frage bis heute öffentlich angegangen ist.”
Quelle: Domradio

28.1.2012 Der Polizeipsychologe Adolf Gallwitz ist der Ansicht, dass sexueller Missbrauch “entkirchlicht” werden müsse. Man müsse sehen, dass sexueller Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. Die meisten Übergriffe gechähen im familiären Umfeld.
Quelle: Radio Vatikan
Den nötigen Kommentar hat “schafsbrief” schon geschrieben: Global denken, lokal nicht handeln.

28.1.2012 Ein katholischer Priester, dem das Bistum Trier wegen sexuellen Missbrauchs von Messdienern untersagt hatte, öffentlich die heilige Messe zu feiern, hat seit November jeden Mittwoch in der Marienkapelle des Puricelli-Stiftes in Rheinböllen die Messe gelesen.
Quelle: Rheinzeitung und MissBiT

28.1.2012 Ein Missbrauchsopfer berichtet von seiner Unzufriedenheit über die Entschädigung
Quelle: welt.de

28.1.2012 Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer, geht aufgrund neuester Forschungsergebnisse davon aus, dass der sexuelle Missbrauch durch katholische Pfarrer in Deutschland rückläufig ist.
Quelle: nwz online
Kommentar: Dieses Untersuchungsergebnis entsteht, wenn man Gruppen von Menschen aus der Befragung ausklammert, die von sexueller Gewalt berichten könnten.  Katholiken und Katholikinnen sind unterrepräsentiert, psychisch Kranke und traumatisierte Menschen wurden erst gar nicht gefragt – da wäre das Risiko hoch gewesen, dass von sexueller Gewalt berichtet wurde. Auch die heute 40-60 Jährigen, die vor 20 Jahren noch als 20-40Jährige befragt wurden, waren diesmal ausgeklammert. Da viele Opfer sich erst in und jenseits der Lebensmitte erinnern können, wäre das Risiko, dass diese Menschen von Gewalt berichten, zu hoch gewesen und hätte die gute Nachricht “es gibt weniger Opfer” gefährdet.

28.1.2012 “Gegen einen Lehrer der Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard liegt bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz eine Strafanzeige wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer ehemaligen Schülerin vor. Das Bistum Trier, als Arbeitgeber des beschuldigten Lehrers, hat den Beschuldigten bis zum Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von seinen Dienstpflichten freigestellt.”
Quelle: bistum-trier.de

27.1.2012 Die katholische Kirche erklärt, warum ihre Hinwendung zu den Opfern vorbildlich für andere ist.
Quelle: domradio.de

27.1.2012 Wir sind Kirche zieht eine Bilanz im Blick auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.
Quelle: http://wir-sind-kirche.de/index.php?id=128&id_entry=3805 Eine Bilanz von WsK im Blick auf die Missbrauchsfälle in der kath. Kirche.

27.1.2012 Ein Opfer klagt gegen das Kloster Mehrerau in Österreich. Mehrerau ist die Abtei, die einen Ordensmann in Birnau arbeiten ließ, der – eingetandenermaßen – Jungen missbrauchte und nie zur Rechenschaft gezogen wurde.
Quelle: orf.at

26.1.2012 Der Pfarrer aus Salzgitter wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat drei Jungen missbraucht, .
Quelle: Spiegel und Domradio

25.1.2012 Der Eckige Tisch, an dem sich Missbrauchsopfer von Jesuiten versammeln, fordert die zeitnahe Einrichtung einer Unabhängigen Untersuchungs- und Anlaufstelle für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche (UAMKK).
Quelle: Eckiger Tisch
Kommentar: Eigentlich müssten die Verantwortlichen in den Kirchen inzwischen wissen, dass zur “Aufarbeitung” der Missbrauchsfälle externe Fachleute nötig sind, die auch Entscheidungsbefugnis haben und dass niemand, der als Personalchef oder ehemaliger Personalchef, als Ausbilder in den Priesterseminaren, als Fortbilder für Priester, als Weisungsabhängiger usw., an der Aufklärung und “Bearbeitung” der Missbrauchsopfer beteiligt werden darf. Keine Familie und keine Institution ist in der Lage, ohne externe Hilfe Missbrauchsfälle aufzuklären und den Opfern halbwegs angemessene Wiedergutmachung zu leisten. Vermutlich braucht es noch viele Skandale, bis dieses Wissen sich durchsetzt. Ich empfehle die Lektüre des Buches “Sexueller Missbrauch in Organisationen, Eglau, Lehner, Scharf. Dom-Verlag Wien, 2011.

25.1.2012 Im Bistum Münster wurde ein Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen einen kath. Priester eingestellt, weil in einem jüngeren Fall Aussage gegen Aussage steht und ältere Anklagen strafrechtlich verjährt sind. Die Kirche ermittelt jedoch weiterhin, weil kirchliche Verjährungsfristen andere als staatliche sind. Der Beschuldigte beteuert seine Unschuld. Er erhielt als Auflage, in der Öffentlichkeit nicht mit seelsorglichem Handeln aufzutreten. An diese Auflagen hat er sich nicht gehalten.
Quelle: Münstersche Zeitung

24.1.2012 Die belgische Justiz hat am Montag ca 30 Ordensgemeinschaften durchsucht. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Vertuschugnsvorwürfen bei Kindesmissbrauch. Sie seien ergebnislos verlaufen.
Quelle: ORF

24.1.2012 Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den von einem sexuellen Missbrauch einer 14-Jährigen freigesprochenen Lehrer erneut aufgenommen. Zu den Gründen liegt keine Auskunft vor.
Quelle: Rheinzeitung

24.1.2012 In Rheinböllen, Bistum Trier, wird ein Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, in öffentlichen Gottesdiensten eingesetzt, ohne dass die Gemeinde informiert wurde. Das strafrechtliche Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Das Ergebnis eines kirchlichen Verfahrens ist unbekannt.
Quelle: missbit

23.1.2012 Pater Mertes möchte das Missbrauchsthema in der Kirche noch nicht ad acta legen. Eine zentrale Aufgabe müsse sein, genau hinzuhören, was Opfer über Kirche zu sagen haben. „Denn die eigentlich entscheidende, bis heute quälende Frage ist doch: Was ist eigentlich geschehen, dass wir die Missbrauchstaten und das Leid der Opfer nicht gesehen und nicht begriffen haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig diese Frage bis heute öffentlich angegangen ist“, sagte der Jesuit.”
Quelle: Radio Vatikan und nachrichten-t-online

23.1.2012 Der Berliner Verein Tauwetter – einer von 5 in Deutschland -, der sich um männliche Missbrauchsopfer kümmert, steht vor dem finanziellen Aus. Die Aufdeckung vieler Fälle, in denen Jungen zum Opfer wurden, hat dem Verein zwar Zulauf, aber keine Gelder beschert.
Quelle: taz

22.1.2012 Helmut Schüller, östereichische Pfarrer-Initiative, will 2012 ein weltweites Netzwerk gründen.
Quelle: orf

21.1.2012 Buchhinweis: “Sexueller Missbrauch in Organisationen. Erkennen – Verstehen – Handeln” – Uwe Eglau, Elisabeth Leitner, Johannes Leitner und Michael Scharf, Wiener Domverlag ,13,90 Euro. Die AutorInnen haben Erfahrungen mit dem Umgang mit Missbrauch in christlichen Organisationen, die einer spezifischen Gefährdung ausgeliefert sind.
Quelle: katholisch.at

20.1.2012 Im Prozess gegen den kath. Priester aus Salzgitter sagte die Staatsanwältin: “Angekommen ist bei mir nichts von ehrlicher Reue.” Während der Verhandlung habe der Pfarrer seine Übergriffe stets zu beschönigen und zu bagatellisieren versucht. Der Verteidiger betonte, der Priester habe sich durch seine Taten selbst zum Opfer gemacht. Der Angeklagte sei “noch nicht einmal eine halbe Stunde” in der Untersuchungshaft gewesen, da sei er bereits von Mithäftlingen verprügelt worden. “Hier sitzt kein Monster, sondern ein Mensch”, sagte der Verteidiger Andreas Zott. Sein Mandant habe die Taten gestanden und darauf komme es an.
Quelle: freie presse
Quelle: Spiegel

19.1.2012 Sexueller Missbrauch kommt in Sportvereinen nicht vor – sagen Sportvereine, wenn sie darauf angesprochen werden. Kommentar: Hier wäre zur Abwechslung mal von der kath. Kirche zu lernen. Die Kirchenleitungen sagten – wider besseres Wissen vieler Verantwortlichen – auch lange, Missbrauch käme bei ihnen nicht vor.
Quelle: Der Westen

19.1.2012 Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) aus dem Ausland zurückkehren, hat seit 2004 um das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729.
Quelle: zeit.de

18.1.2012 Heute wurden die Ordinariate in Tournai und Namur, Belgien, durch Ermittler durchsucht. Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch.
Quelle: katholisch.de

18.1.2012 Zwei britische Soldaten sollen 2 Kinder in Afghanistan missbraucht haben.
Quelle: Spiegel

18.1.2012 Seit Juni 2011 haben sich bei der Ombudsstelle der kath. Kirche in Salzburg 24 weitere Opfer sexueller Gewalt oder anderer Gewalt gemeldet. In 11 Fällen geht es um sexuellen Missbrauch. Die meisten Taten sind verjährt. Die Ombudsstelle rechnet damit, dass der “kontinuierliche Strom” an Meldungen nicht abbrechen wird.
Quelle: orf

17.1.2012 In Belgien hat die Justiz bei den Diözesen Brügge und Gent Durchsuchungen vorgenommen. Belgische Medien berichteten, es würde wegen Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch ermittelt. In den Diözesen Antwerpen, Hasselt und Mechelen gab es bereits Durchsuchungen. Der Untersuchungsrichter Wim de Troy hat sie angeordnet. Bereits im Juni 2010 hat de Troy Durchsuchungen bei Bischöfen angeordnet, die später als ungesetzlich eingestuft wurden. Sprecher der durchsuchten Bistümer äußerten ihre Verwunderung über die Aktion und betonten, man habe nichts zu verbergen. Ihr Rechtsbeistand erklärte indessen, es sei durchaus möglich, dass auch die erneuten Durchsuchungen nicht rechtsgültig seien.
Quelle: kathweb.at und BRF

17.1.2012 Acht Anwälte fodern in der Times eine offizielle Untersuchung zum Umgang der Kirchen mit Missbrauchsfällen. Sie appellierten an die Regierung, die katholische Kirche zur Offenlegung ihrer Geheimarchive zu bewegen. Die Kirchen in England und Wales seien äußerstande, sich selbst zu überwachen – es gebe Beweise für weitere Vertuschungen von Missbrauch.
Quelle: kathweb
19.1.2012 Die Vorsitzende der katholischen Kinderschutzkommission in Großbritannien, Julia Cumberlege, hat Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen. In der Tageszeitung “The Times” verteidigte sie am Donnerstag die Maßnahmen der Kirche gegen Kindesmissbrauch und wies die Forderung nach einer offiziellen Untersuchung zurück.
Quelle: kath.web

17.1.2012 Im Collegium Josephinum, Bonn, und einem weiteren Internat des Redemptoristenordens wurden 28 Schüler zwischen 1949 und 1968, zum Teil bis in die 80er Jahre missbraucht. 16 Patres wurden körperliche Übergriffe vorgeworfen, 9 von ihnen verübten sexuelle Gewalt an den Schülern. Die Taten sind juristisch verjährt, die meisten Täter gestorben.
Quelle: Generalanzeiger

17.1.2012 Im Prozess gegen den kath. Priester, der in Salzgitter des Missbrauchs von 3 Jungen angeklagt ist, wird geschildert, wie der geständige Täter seine Umgebung manipulierte. Ermittler sind überzeugt, dass die bislang bekannten Opfer nicht die einzigen sind – die vorliegenden Beweise reichten jedoch nicht aus.
Quelle: yahoo

17.1.2012 A. Oetken beschreibt die Situation in Alten- und Pflegeheimen, in die Priester-Täter häufig versetzt werden.
Quelle: schafsbrief

17.1.2012 In Wien wird ein Pfarrer, dem drei Männer Missbrauch vorwerfen, pensioniert und zugleich im Stephansdom mit dem Beichtdienst betraut.
Quelle: Standard

15.1.2012 Wurden im Bistum Hildesheim nach der Verabschiedung der Leitlinien der DBK im September 2002 weiterhin Täter in der Seelsorge eingesetzt? Und wurden die Leitlinien der DBK von 2002 bis zum 17. Februar bzw. 1. Januar 2010 erst gar nicht vom Bistum Hildesheim übernommen? Und wurde demgemäß auch nicht danach gehandelt?
Quelle: skydaddy

13.1.2012 Mit den Vorgängen im Bistum Hildesheim beschäftigt sich “skydaddy”: Wissentlicher Einsatz von Sexualtätern 1993 – 2009  und Schöne, leere Worte. Skydaddy bringt mein Unbehagen auf den Punkt: 2002 hieß es landauf landab in den Bistümern, man habe gelernt. 2010 gab es erneute Versicherungen, man lerne dazu und Ende 2011/Anfang 2012 heißt es nun wieder, man lerne dazu. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es entweder mit dem Lernwillen oder mit der Lernfähigkeit oder mit beidem nicht weit her sein kann, wenn Verantwortliche in den Kirchen Jahr um Jahr brauchen – und immer noch Straftäter mit Wissen der Kirchenleitung in der Seelsorge eingesetzt werden. Was fehlt, ist die Bekehrung zu den Opfern. Das Gleichnis vom Samariter, der sich um die kümmert, der unter die Räuber gefallen ist – diese Steilvorlage -, scheint immer noch nicht verstanden zu sein.

13.1.2012 Der Strafrechtsprofessor Hans-Heiner Kühne hat kritisiert, dass Bischof Ackermann im Gespräch über Missbrauch im Blick auf Priester-Täter sagte: “Wir können ja nicht sagen, es gibt noch ein Guantánomo auch für kirchliche Täter”. Kühne sagte, der Bischof erwecke damit den Eindruck, dass er die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen für unschuldig halte, denn in Guantánamo würden Menschen ohne jegliche Rechte, unter Missachtung der Unschuldsvermutung festgehalten. Der Bistumssprecher erklärte, der Bischof habe sagen wollen, dass man die Priester-Täter ja nicht einfach wegsperren könne.
Quelle: Volksfreund
Kommentar: Den Kirchenleitungen muss spätestens seit 2002 bewusst sein, dass es unter den Priestern Täter gibt, die nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen dürfen. Es ist schon verwunderlich, dass es in diesen vielen Jahren nicht möglich war, Fachleute hinzuziehen und mit ihnen zu beraten, wo und wie diese Täter eingesetzt werden können.

13.1.2012 Das Erzbistum Freiburg und die Deutsche Bischofskonferenz stellt sich im Blick auf Missbrauchsfälle ihrer Verantwortung, sagt Erzbischof Zollitsch. (Allerdings führt der angegebene Link nicht so recht weiter. Der richtige Link ist unter http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=2029&cHash=5711e0510b779cd10d7124f621335192 erreichbar.)
Quelle: Erzbistum Freiburg

13.1.2012 Das Ako-Proseminar hat eine Durchsuchung über sich ergehen lassen müssen, weil es finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Mitglieder des Eckigen Tisches hätten sich eine solche Razzia auch gewünscht, als es um sexuellen Missbrauch und Nacktfotos von Schülern gegangen sei und die Gefahr der Verdunkelung bestand.
Quelle: Generalanzeiger

12.1.2012 Belgiens Bischöfe haben sich für den sexuellen Missbrauch durch kath. Priester entschuldigt. Das anfängliche Schweigen nach Bekanntwerden zahlreicher Fälle 2010 habe “nichts mit Gleichgültigkeit zu tun gehabt” oder mit dem Willen zur Vertuschung, heißt es in einem 52 Seiten umfassenden Papier zum künftigen Umgang mit dem Problem: “Es offenbarte unsere Sprachlosigkeit; wir haben unsere Köpfe gebeugt und uns gefragt, wie all das passieren konnte.”
Quelle: kath.web
13.1.2012 “Es geht um Hilfestellung für die Opfer, aber es geht auch um einen spirituellen Weg und um die Frage, wie man ausgehend vom Glauben in solch schwierigen und schrecklichen Situationen gemeinsam Fortschritte machen kann. Damit wollen wir den Opfern, die ihren Glauben nicht verloren haben, zeigen, dass sie im Evangelium Kraft finden können, um dieser Situation zu begegnen. Doch diesen Schritt haben wir noch nicht getan.”
Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Die – ich weiß nicht wie vielte – Entschuldigung der belgischen Bischöfe wäre nicht der Rede wert, wenn es da nicht die Erkenntnis gäbe, dass sie wissen, dass es um einen spirituellen Weg geht, der gemeinsam mit Opfern gefunden werden muss. Das ist ein beachtenswerter und neuer Gesichtspunkt (der von GottesSuche seit 12 Jahren eingebracht wird:-).

12.1.2012 Dem angeklagten Pfarrer aus Salzgitter, der vor Gericht steht, kam es nicht in den Sinn, dass sexueller Missbrauch dem Opfer schaden könne. Er meinte auch, dass ein Neunjähriger eine sexuelle Beziehung wolle. – Da fragt man sich, ob an diesem Täter jegliche Diskussion vorbeigegangen ist.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten

12.1.2012 Heute begann in Braunschweig der Prozess gegen einen katholischen Priester, der 280fachen sexuellen Missbrauch an drei Jungen, die 9-15 Jahre alt waren, weitgehend gestanden hat. Das zuständige Bistum Hildesheim hatte 2006 Kenntnis von “distanzlosem Verhalten”. Nach den damals geltenden eigenen Richtlinien hätte das Bistum ein Gutachten einholen müssen. Das geschah nicht und der geständige Täter hatte zwei weitere Opfer.
Quelle: humanistischer Pressedienst
Quelle: Spiegel

12.1.2012 Scharf kritisiert hat das Bildungsministerium in Mainz den Freispruch des Lehrers aus dem Kreis Neuwied. Dieser war wegen sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin angeklagt. Dass das OLG hier kein dauerhaftes Obhutsverhältnis sieht, “werde der schulischen Realität nicht gerecht”, so das Ministerium.
Quelle: Rheinzeitung

12.1.2012 Der Trierer Bischof Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, hatte gestern ein Gespräch mit Kritikern. Er gestand erneut Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein, lehnte jedoch einen Rücktritt ab.  Bischof Ackermann kann keinen Zusammenhang zwischen den Machtstrukturen der Kirche und der Vertuschung von Missbräuchen erkennen.  Was mit Missbrauchs-Priestern geschehen soll, weiß Bischof Ackermann noch nicht. Kritiker wiesen ihn darauf hin, dass der Einsätz von Tätern in der Krankenseelsorge ein verheerendes Bild von diesem Seelsorgebereich abgibt. Bischof Ackermann betonte: “Wir stehen auf der Seite der Opfer” und: “Wir stehen in einem Lernprozess”.
Quelle: Volksfreund und boulevard baden und katholisch.de und 16 vor.de
Kommentar: Ich frage mich, was ich empfinden würde, wenn mir in der Klinik plötzlich ein Täter gegenübersteht? Ob ich dann nicht besser jeglichen Kontakt zu einem kath. Priester in der Krankenhausseelsorge ablehnen würde? Vermutlich schon.- Und wenn Bischof Ackermann betont, er stehe auf der Seite der Opfer, dann frage ich mich, woher all die Opfer kommen, die berichten, dass ihnen der Umgang der Kirche mit ihnen erneut Verletzungen zufügt. Dass ein Täter 10 Monate lang unbehelligt blieb und mit allen Ehren – ausgenommen dem Dank des Bischofs – verabschiedet wurde, spricht nicht dafür, dass der bisherige Lernprozess, der spätestens seit 2002 und noch einmal 2010 hätte einsetzen müssen, erfolgreich war. Die Strukturen, die Missbrauch in der kath. Kirche begünstigen, dürfen nach Bischof Ackermann nicht – wie 2010 versprochen – überprüft werden. Das zeigt, dass der Lernprozess von vornherein eine wesentliche Ursache ausklammert. – Dass ein Missbrauchsbeauftragter zugleich für Täter und Opfer verantwortlich sein soll, halte ich für ein Problem, weil der Rollenkonflikt bereits im Auftrag steckt.

12.1.2012 Im Bistum Trier fand ein Gespräch zwischen Bischof Ackermann und MitarbeiterInnen und Interessierten statt.
Quelle: Bistum Trier

10.1.2012 Über den Freispruch eines Lehrers, der mit einer 14-Jährigen Geschlechtsverkehr hatte, empören sich – ganz zu Recht – die Eltern und der Rektor der Schule. Freigesprochen wurde der Pädagoge, der u.a. kath. Religion unterrichtete, weil er nur Vertretungslehrer war und es kein sog. Obhutsverhältnis gegeben habe. Ein Einspruch gegen dieses Urteil ist nicht mehr möglich.
Quelle: Rheinzeitung
Kommentar: Wenn dieses Urteil Schule macht, kommt es einem Freibrief für sexuelle Beziehungen mit oder sexuelle Gewalt von Lehrern gegen Schülerinnen gleich. Die Lehrer müssen dann nur darauf achten, dass sie nicht Klassen- oder Fachlehrer sind.

10.1.2012 In der Türkei wird Gewalt gegen Mädchen und Frauen wieder vermehrt geduldet. Statistisch gesehen wird in der Türkei fast jeden zweiten Tag eine Frau innerhalb ihrer Familie ermordet. Frauen, die sich an die Polizei wenden, werden nur in den seltensten Fällen wirksam geschützt.
Quelle: Spiegel

10.1.2012  Ein Lehrer, der mit einer 14-jährigen Schülerin mehrfach Geschlechtsverkehr hatte, ist vom Oberlandesgericht Koblenz vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen freigesprochen worden. Begründung: Weil er “nur” Vertretungslehrer bei ihr war, habe es kein Obhutsverhältnis gegeben. In den Vorinstanzen war der 37-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.
Quelle: Rheinzeitung

Dezember 2011 Die Psychotherapeutin Peteler berichtet über ihre Erfahrungen mit der Kirche – auch was den Umgang der Kirche mit den Tätern angeht.
Quelle: christ und welt

6.1.2012 Die Opfer der Odenwaldschule erhalten pauschal 1000 €.
Quelle: Die Zeit

6.1.2012 Der Erzbischof von Boston berichtet, dass seine Diözese seit 2003 etwa 7 000 000 Dollar für medizinisch-therapeutische Begleitung und Beratung der Opfer ausgegeben habe.
Quelle: Radio Vatikan

5.1.2012 Ein Missbrauchsopfer wirft dem früheren Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, Simonis, Meineid vor und hat ihn angezeigt. Simonis soll gegen besseres Wissen ausgesagt haben, ihm sei von Missbrauch durch einen Geistlichen nichts bekannt gewesen. Der Kläger führte an, laut einem im Dezember 2011 veröffentlichten Untersuchungsbericht habe Simonis sehr wohl vom betreffenden Fall gewusst.
Quelle: kath.web

4.1.2012 Der neu aufgestellte Verein Ako-pro-Seminar (Aloisius-Kolleg Bonn) hat sich angesichts des Skandals um seine ehemalige Leitung zu einem offensiven Aufklärungsschritt entschieden: Er schrieb, wie von mutmaßlichen Missbrauchsopfern gefordert, am Montag 1140 ermittelte ehemalige Pfadfinder mit einem Hilfsangebot direkt an.
Quelle: Generalanzeiger und Generalanzeiger vom 29.12.2011

4.1.2012 Die FR nennt einige Gründe, weswegen ehemalige Heimkinder keine Anträge an den Heimkinderfonds stellen wollen und stattdessen vor Gericht gehen.
Quelle: FR

4.1.2012 Ein kanadischer Bischof ist wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden. Da ihm die U-Haft doppelt angerechnet wird, verließ er das Gericht als freier Mann. Er bedauerte sein Verhalten.
Quelle: kath.web

3.1.2012 Etwa 400 Heimkinder wollen den “Entschädigungsfond” (O-Ton Domradio) boykottieren.
Quelle: Domradio
Kommentar: Die Sprachreglung, die von Entschädigung für Heimkinder spricht, setzt sich in der Presse durch. Eine Entschädigung ist ein finanzieller Ausgleich, der für Erlittenes gezahlt wird. Die Heimkinder erhalten keine Entschädigung. Einige erhalten Nachzahlungen in die Rentenkasse, vorausgesetzt, ihre Rente ist zu niedrig. Löhne für Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Manche erhalten Hilfen für medizinische und psycholog. Behandlungen, solange kein anderer Geldgeber gefunden wird. Ob die Gelder auf bislang gezahlte Unterstützungen (Hartz IV z.B.) angerechnet werden, ist m.W. noch nicht entschieden. Wenn einem Antrag stattgegeben wird, muss zuvor eine Verzichtserklärung für alle weiteren Ansprüche unterschrieben werden. Mehr im WDR und VEH

2.1.2012 Heimkinder können Hilfsgelder beantragen, die im Bericht “Entschädigung” genannt werden, was sie nachweislich nicht sind.
Quelle: wdr

1.1.2012 Das sagte der Bischof von Trier, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, am Neujahrstag: „Deshalb wird es für uns in den kommenden Jahren darum gehen, dass wir uns im Bistum gemeinsam unseres Christseins und Kircheseins neu vergewissern“. Es gelte, glaubwürdig Zeugnis von der Botschaft Jesu Christi zu geben, so dass insbesondere auch junge Menschen wieder neugierig auf sie würden. Wichtig sei zudem auch, dass „die Feier des Glaubens und das Hören auf Gottes Wort in unseren Gemeinden wieder den zentralen Stellenwert bekommen, der ihnen eigentlich zukommt.“ Und es gelte, sich nicht zu sehr mit binnenkirchlichen Problemen zu beschäftigen, sondern sich auch für den Nächsten in sozial-caritativem und gesellschaftlichem Engagement einzusetzen.
Quelle: Bistum Trier
Kommentar: Da bringt der Bischof von Trier etwas durcheinander. Recht hat er, wenn er die Selbstvergewisserung des Christ- und Kirche-Seins und die Zuwendung zu den Nächsten für wichtig hält. Unrecht hat er, wenn er sagt, man solle sich nicht so sehr mit binnenkirchlichen Problemen beschäftigen, sich vielmehr für den Nächsten einzusetzen. Bischof Ackermann hat noch nicht verstanden, dass der Einsatz für die Nächsten zuallererst der Einsatz für diejenigen ist, die IN der Kirche Priestern, Mönchen, MitarbeiterInnen zum Opfern fielen. Daran hängt die Glaubwürdigkeit der Kirche. Sie mag sich noch so sehr für “die Nächsten” einsetzen (wie derzeit in der diesjährigen Sternsingeraktion für die Kinder Nicaraguas/der Welt), solange sie die Opfer der eigenen Pastoral ausklammert (und das tut sie derzeit noch, denn nach wie vor wird vertuscht und nach wie vor werden die Opfer weitgehend alleine gelassen), ist sie unglaubwürdig. Erst wenn die Opfer sagen: In der Kirche wird man gehört; in dieser Kirche wird einem  geholfen; wird sie glaubwürdig. Opfer sagen derzeit etwas ganz anderes.

1/2012 Warum viele Opfer sich nicht melden: „Mir haben Leute gesagt: Wir sind keine Huren, wir wollen nicht bezahlt werden.“
Quelle: Christ und Welt

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