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Recherchen in der katholischen und der evangelischen Kirche

Beide christlichen Konfessionen erheben den Anspruch, eine menschenfreundliche Botschaft zu verkünden. Sie scheinen aber außerstande zu sein, eigene Fehler, Schwächen, inclusive Verbrechen zu sehen, einzugestehen, auch öffentlich zu bekennen UND in ihrem Einflussbereich tragfähige Veränderungen herbeizuführen.

Die katholische Kirche

Weltweit werden immer mehr Fälle sexuellen Missbrauchs durch katholische Kleriker bekannt. In Deutschland hatten die Bischöfe bei der Aufdeckungswelle von 2010 – dem sog. Krisenjahr der katholischen Kirche – Aufklärung versprochen. Diese Aufklärung geschieht in den meisten Bistümern nur schleppend, widerwillig, mit einem Vokabular, das mehr verschleiert als klärt. Nachrichten kirchlicher Medien über Missbrauchsfälle und kirchliche Täter verschwinden wieder in den Medien, nicht nur den kirchlichen. Es scheint, dass auch in Deutschland die katholischen Bischöfe das tun, was in Pennsylvania vom FBI festgestellt wurde: Dort war das erste Gebot, die Polizei und die Öffentlichkeit nicht über Missbrauch durch Kleriker zu informieren.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte 2010 im ersten Erschrecken über die öffentlich gewordenen Fälle erklärt: “Wir wollen die Wahrheit aufdecken und eine ehrliche Aufklärung, frei von falscher Rücksichtsnahme. Die Opfer haben ein Recht darauf. ” (Bischofskonferenzvorsitzender Zollitsch, 12.3.2010). Viel geworden ist aus dem Recht der Opfer nicht. Die Bischofskonferenz gab bislang lediglich die Zahlen der kirchlichen Opfer bekannt, die Entschädigungen erhalten haben. Sie tat dies auch immer erst auf Anfrage der Presse. Täterzahlen, gar ihre Namen, werden - anders als in den USA -nicht bekannt. Von Opfern, die sich bei der Kirche gemeldet haben, ohne Entschädigungen zu beantragen, erfahren wir nichts. Natürlich erfahren wir auch nichts von den Opfern, die sich nicht bei der Kirche gemeldet haben.

Mit der Veröffentlichung der MHG-Studie im September 2018 ist der Druck auf die katholische Kirche gewachsen. Es bleibt abzuwarten, ob die Empfehlungen der Studie umgesetzt werden und ob sich für die Opfer etwas spürbar verändert.

Die evangelische Kirche

Erst im November 2018 begann die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Thema "Sexualisierte Gewalt in der EKD" in den Blick zu nehmen. Bekannt wurden ca 500 Missbrauchsfälle aus zehn Landeskirchen, die jedoch nur selten in der Presse bekannt wurden. Auch hier bleibt abzuwarten, ob die geplanten Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden.

 Recherchen katholische Kirche

 Hier dokumentiere ich etwa seit dem Jahr 2000 Missbrauchsfälle, die sich in der katholischen Kirche ereigneten und in der Presse veröffentlicht wurden.

Dokumentation 

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