Skip to content

Presse

4. Quartal 2022

27.12.2022 Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, berichtet, dass er im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauch ein „Chaos“ vorgefunden habe. Er sagt, er habe sich „noch nie so ohnmächtig gefühlt wie in diesen vergangenen zwei, drei Jahren“ und er sprach auch von systemischen Ursachen des Missbrauchs. Quellen: Neues Ruhrwort   katholisch.de


27.12.2022 Am Mittwoch beginnt in Rostock das 45. Europäische Jugendtreffen von Taizé. Die Ordensgemeinschaft setzt damit ihren „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ fort. Doch Betroffene sexualisierter Gewalt durch Brüder von Taizé kritisieren die schleppende Aufarbeitung. Quelle: taz


27.12.2022 Was geschieht, wenn in einem Dorf nach 60 Jahren erstmals öffentlich über den Missbrauch durch den Pfarrer gesprochen wird? Barbara Haslbeck berichtet aus Unterwössen, Erzbistum München und Freising. Quelle: feinschwarz.net


26.12.2022 In der Erzdiözese München und Freising gingen seit der Veröffentlichung des Gutachtens bis Ende November 54 neue Meldungen ein. Die Meldungen umfassen auch Grenzverletzungen. Im Bistum Passau meldeten sich neun Betroffene, sechs von ihnen beschuldigten einen Priester, der bereits als mutmaßlicher Täter bekannt war. Dem Bistum Regensburg wurden seit dem 20. Januar insgesamt 12 neue Fälle gemeldet, im Bistum Eichstätt meldete sich ein mutmaßlich Betroffener. Das Bistum Würzburg nannte auf Anfrage keine Zahlen. Quelle: Süddeutsche


24.12.2022 Die Weihnachtsgeschichte setzt ganz andere Akzente als diejenigen, die in der katholischen Kirche höchstlehramtliche Urteile über Frauen und Männer, Familie und Lebensform fällen. Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger


24.12.2022 Die Diözese Rom erwägt disziplinarische und rechtliche Schritte im Fall des Jesuitenpaters und international bekannten Künstlers Marko Rupnik. Laut „Donne per la chiesa“ führe ein bestimmtes Klerikerbild zu einem „Netz“ aus Missbrauch. Der Jesuit Marko Rupnik sei ein „würdiger Vertreter“ dessen. Sie sehen aber auch Medien und Politik in der Verantwortung. Auch ein geistliches Zentrum steht im Fokus der Prüfungen. Quellen: Domradio   Domradio    kath.ch


23.12.2022 „Hier wird das Vertrauen in beide Kirchen zerstört“, sagt der evangelische Landesbischof von Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl. Ihm stehe es zwar nicht zu, Kardinal Woelki etwas vorzuschreiben. „Aber wenn man derartig Vertrauen verloren hat, sollte man die Konsequenzen ziehen.“ Quelle:  katholisch.de


23.12.2022 Marko Rupnik, der des Missbrauchs von Ordensschwestern beschuldigt wird, war auch Projektpartner des Hilfswerks Renovabis. Nun sucht Renovabis die Stipendiat*innen der Jahre 1993 bis 1995. Sie werden ermutigt, Hinweise auf unpassendes und strafbares Verhalten von Pater Rupnik zu geben. Quelle: Renovabis


23.12.2022 Gewalt in Kindertagesstätten ist ein Tabuthema. Derzeit sollen alle Kitas in Bayern ein Schutzkonzept erstellen, das unter anderem Übergriffe durch Kita-Personal vorbeugen soll. Wie relevant das Thema ist, zeigt eine Umfrage von BR Recherche: Die Zahl der Meldungen ist stark gestiegen. Hier geht’s zur Petition.23.12.2022 Marko Rupnik, der des Missbrauchs von Ordensschwestern beschuldigt wird, war auch Projektpartner des Hilfswerks Renovabis. Nun sucht Renovabis die Stipendiat*innen der Jahre 1993 bis 1995. Sie werden ermutigt, Hinweise auf unpassendes und strafbares Verhalten von Pater Rupnik zu geben. Quelle: Renovabis


22.12.2022 Die slowenischen Bischöfe haben die „emotionalen, sexuellen und spirituellen Gewalttaten Rupniks sowie seinen schweren Missbrauch des Sakraments der Beichte“ verurteilt. Das sagte der Vorsitzende der Slowenischen Bischofskonferenz, Bischof Andrej Saje. Der Missbrauch mehrerer Ordensfrauen geschah in den 1990er-Jahren. Man bedauere, dass „diese verwerflichen Taten so viele Jahre lang verborgen geblieben sind und den Opfern und ihren Angehörigen Leid zugefügt haben“. Die Bischöfe bedauerten das Versäumnis der Verantwortlichen, die Opfer jahrzehntelang nicht gehört zu haben. Künftig solle das anders werden. Sie bitten darum, zwischen den verwerflichen und tadelnswerten Taten Rupniks und dem Rest seines bemerkenswerten geistigen und künstlerischen Werks in der Mosaikkunst und anderen Bereichen zu unterscheiden. Quellen: katholisch.de   vaticannews   domradio

Kommentar: Nicht überlegt haben die Bischöfe, wie ein Mosaik eines Missbrauchstäters in einer Kirche auf kirchlich und außerkirchlich Betroffene wirkt.


20.12.2022 Der frühere Bischof von Cayenne in Französisch-Guayana, Emmanuel Lafont, 77 J., darf nicht mehr als Seelsorger arbeiten. Er wird beschuldigt, einen jungen Asylbewerber aus Haiti als Gegenleistung für behördlichen Beistand zu Sex erpresst zu haben. Nach einer kirchenrechtlichen Untersuchung verhängte der Vatikan im Oktober ein entsprechendes Verbot. Untersuchungsführer war der Erzbischof von Fort-de-France auf Martinique, David Macaire (53). Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher sexueller Vorteilsnahme in zwei Fällen. Lafont beteuert seine Unschuld und hat Anzeige gegen den jungen Mann erstattet. Er sagt, der Asylbewerber habe ihn seinerseits angegriffen. Quelle: katholisch.de


20.12.2022 Angesichts von Missbrauchsvorwürfen gegen den international bekannten slowenischen Jesuiten und Künstler Marko Ivan Rupnik hat sich der Jesuitenorden mit einem Aufruf an Missbrauchsbetroffene gewandt und eine Chronik zum Umgang mit dem Fall veröffentlicht. Quellen: kathpress.at    katholisch.de    vaticannews.va   domradio

Kommentar: Man beachte die Begrifflichkeit, mit der der Missbrauch beschrieben wird: „gemeinsamer Sex“, „sexuelle Aktivität“, „Sex-Skandal“. Diese Begriffe machen verschwinden, dass es um sexuellen Missbrauch geht.


20.12.2022 Missbrauch und Gewalt an erwachsenen Frauen werden erst seit wenigen Jahren im Diskurs zu Missbrauch und seiner Vertuschung in der katholischen Kirche berücksichtigt und bleiben dennoch vielfach unsichtbar. Barbara Haslbeck, Magdalena Hürten, Ute Leimgruber analysieren die verschiedenen Schichten der Unsichtbarkeit dieses Phänomens. Quelle: feinschwarz.net


19.12.2022 Der US-amerikanische katholische Priester Frank Pavone wurde vom Vatikan laisiert. Pavone gehört zu den führenden Leuten der Antiabtreibungsbewegung und zu den Unterstützern von Ex-Prsäident Trump. Der Vatikan begründet die Laisierung mit „blasphemischen Posts“ in sozialen Medien und Ungehorsam Pavones gegenüber Bischöfen. Quelle: Spiegel


19.12.2022 In Hildesheim wurde der dritte Zwischenbericht des Projektteams der Universität Hildesheim zum sog. „Kentler-Experiment“ vorgestellt. Der Diplompsychologe Helmut Kentler (1928 bis 2008) trat seit Ende der 1960er Jahre für die Legalisierung von Sex mit Kindern ein und sorgte dafür, dass sozial vernachlässigte Kinder mit der Zustimmung Berliner Jugendämter bei pädophilen Pflegevätern untergebracht wurden, die die Kinder sexuell missbrauchten. Auch Kentler missbrauchte Kinder.  Quellen: Tagesspiegel     2022 Dritter Zwischenbericht      2020 Ergebnisbericht „Helmut Kentlers Wirken in der Berliner Kinder- und Jugendhilfe


19.12.2022 In der Anzeige gegen den früheren Papst Benedikt XVI. hat das Landgericht Traunstein bestätigt, dass es zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird. Quelle: br


19.12.2022 Der Trierer Stadtvorstand hat sich für eine Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes am Trierer Dom ausgesprochen. Zudem sollten dem früherer Trierer Bischof Bernhard Stein (1904-1993) posthum die Ehrenbürgerwürde und das Ehrensiegel aberkannt werden. Eine Entscheidung des Stadtrates könnte am 1.2.2023 fallen. Quelle: Süddeutsche


19.12.2022 Missbrauch innerhalb der Familie wird selten angezeigt. Bei der Bewältigung brauchen Eltern dringend Hilfe von außen. Das Kinderschutzzentrum in München hat auch die Eltern im Blick. Quelle: Süddeutsche


18.12.2022 Noch in diesem Jahr sollten die evangelischen Landeskirchen in Baden (92 Opfer, 62 Täter), Württemberg (ca 150 Betroffene), der Pfalz (4 Betroffene bis 2018) und Bayern eine gemeinsame Missbrauchs-Kommission auf den Weg bringen. Nun verzögert sich die Einrichtung der gemeinsamen Kommission. Quelle: zeit


18.12.2022 Pfarrer O., Bistum Münster, hat zwischen 1994 und 2007 nachweislich mehrere Kinder in der Isselburger Pfarrei missbraucht. Zweimal wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der damalige Pastoralreferent Josef Peters hatte die Bistumsleitung 1999 und 2000 informiert. Das berichtete er auf einem Informationsabend im Pfarrheim St. Bartholomäus vor mehr als 60 Zuhörenden. Der damals zuständige Bischof Werner Thissen habe im Jahr 2000 lediglich den Hinweis gegeben, Pfarrer O. weiter im Blick zu behalten und ihn nach Möglichkeit mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Peters hatte zuvor den Dompropst Josef Alfers informiert, der jedoch auch nichts unternahm. Quelle: lokalkompass


16.12.2022 Bischof Genn, Münster, hat die Münsteraner Missbrauchsstudie an alle 209 Pfarreien geschickt. Die Begründung: „Wir alle sind gefordert, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Quelle: Domradio


16.12.2022 Der Zeitung „El País“ zufolge wurden in der spanischen katholischen Kirche 906 Fälle mit insgesamt 1713 Opfern gemeldet. Im Juni 2021 war laut noch von 327 kirchlichen Tätern und mindestens 836 Opfern die Rede. Quelle: mallorcazeitung


16.12.2022 Eine Frau aus Norddeutschland beschuldigt einen Ordensmann von Taizé der sexuellen Belästigung. 2019 habe sie sie Gemeinschaft informiert und Anzeige erstattet. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Der Bruder ist weiterhin Ordensmitglied, übt aber keine seelsorgerliche Tätigkeit mehr aus, nehme auch am nächsten Treffen in Rostock nicht teil. Derzeit gibt es Vorwürfe gegen acht Brüder, die von diskriminierenden Bemerkungen bis zu sexuellen Übergriffen reichen. In einem Fall läuft ein Gerichtsverfahren wegen Vergewaltigung. Vier der acht beschuldigten Brüder waren zum Zeitpunkt der Anzeige bereits tot, die anderen vier haben die Gemeinschaft verlassen. Von den insgesamt 15 Anschuldigungen sollen elf auf die 1960er bis 1980er Jahre zurückgehen, zwei geschahen in den 1990er Jahren und zwei in jüngerer Zeit. 15 Anschuldigungen wurden an die Justiz übergeben. Insgesamt haben 62 Personen Hinweise auf Fehlverhalten gemeldet, darunter auch Beschuldigungen gegen Teilnehmer. 15 der Anschuldigungen gegen Brüder wurden an die Justiz übergeben. Quellen: Domradio   kath.ch   katholisch.de 


16.12.2022 Der Fachbereich Geschichte der Universität Trier hat seinen Zwischenbericht zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Amtszeit von Bischof Stein 1967 bis 1981 vorgestellt. Bestürzt zeigten sich die Autoren der Studie über „Kooperationen aus der Bistumsleitung mit staatlichen
Strafverfolgungsbehörden“. Quellen: swr   Domradio    Presseerklärung MissBiT


15.12.2022 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn will nun auch die Amtszeit des im Oktober verabschiedeten Erzbischofs Hans-Josef Becker untersuchen. Bislang ging es eher um die Amtszeiten seiner Vorgänger. Quelle: </hr


15.12.2022 Die Kirchen verlieren dramatisch an Bedeutung. Erstmals seit Langem liegt der Anteil der Kirchenmitglieder in Deutschland unter 50 Prozent. Forscher sprechen von einer historischen Zäsur. Scobel im Gespräch mit Christiane Florin, Professorin Cornelia Richter und Detlef Pollak. Quelle: 3sat


15.12.2022 Der „Fall Rupnik“ zeige, dass katholische Priester, die ihre Autorität missbrauchen, um erwachsene Frauen sexuell, spirituell oder psychisch zu missbrauchen, selten kanonische Sanktionen erhalten, obwohl Schätzungen zufolge Priester viermal häufiger sexuelle Aktivitäten mit Frauen ausüben als Minderjährige. Quelle: mein-berlin.net


14.12.2022 Die Weihe von Frauen ist aus Sicht der Amtskirche derzeit keine offene Frage, sagte die Synoden-Untersekretärin Nathalie Becquart. Die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Maria Flachsbarth, Irme Stetter-Karp, Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, Agnes Wuckelt, kritisieren diese Aussage: Ein „Basta“ sei nicht möglich. *-Quelle: katholisch.de


14.12.2022 Ein Verfahren aus dem Jahr 2021 im vatikanischen Dikasterium für Glaubensfragen gegen den Jesuiten Rupnik wurde 2022 wegen Verjährung eingestellt, obwohl der Vatikan in solchen Fällen die Verjährung meistens aufhebt. Rupnik war von Frauen einer jesuitischen Gemeinschaft vorgeworfen worden, sie spirituell und sexuell missbraucht zu haben. Die Jesuiten haben nach ihrer Darstellung Pater Rupnik deswegen Einschränkungen seiner priesterlichen Tätigkeit auferlegt. Nun stellt sich heraus, dass diese Einschränkungen nicht wegen des Verfahrens von 2021/2022 verhängt wurden, sondern wegen eines früheren Verfahrens von 2019. Dort war der Vorwurf erhoben worden, Rupnik habe mit einer Frau sexuelle Handlungen vollzogen und ihr in der Beichte die Absolution erteilt. Das Kirchenrecht zählt diese Absolution eines Komplizen zu den schwersten Verbrechen, die eine automatische Exkommunikation nach sich ziehen. Die Glaubenskongregation hat 2019 anerkannt, dass Rupnik einer Komplizin die Absolution erteilte. Er wurde exkommuniziert, die Exkommunikation wurde jedoch wieder aufgehoben. Der Generalobere der Jesuiten, Sosa, hatte die Vorwürfe von 2021 vor einigen Tagen veröffentlicht, die Vorwürfe von 2019 jedoch verschwiegen. Er begründete dies, damit, dass „es sich um zwei verschiedene Momente mit zwei verschiedenen Fällen handelte.“ Sosa hatte die Fakten im Interview so dargestellt, als seien die Auflagen, denen Rupnik unterliegt, die Strafe für die Anschuldigungen von 2021. Nun stellt sich heraus, dass die Auflagen für Rupnik auf die Verurteilung von 2019 im Zusammenhang mit der Absolution eines Komplizen zurückgingen. Das Dikasterium für die Glaubenslehre wird von dem Jesuiten Kardinal Luis Ladaria geleitet. Es gibt dort einen jesuitischen Staatsanwalt für Sexualverbrechen und das Dikasterium hatte als Stellvertreter zu dieser Zeit jemanden, der in Rupniks Jesuitengemeinschaft in Rom lebte. Quelle: apnews

Kommentar: Sie lernen es einfach nicht, dass Ehrlichkeit Voraussetzung für Glaubwürdigkeit ist – die Lügen und Täuschungen kommen doch irgendwann raus. Zu klären wäre vermutlich auch, ob es im Fall von 2019 um Komplizenschaft oder Missbrauch geht.


14.12.2022 Kardinal Woelki hat eine dritte eidesstattliche Versicherung abgegeben. An die Täterliste, auf der auch der Name des Sternsingerpräsidenten Pilz gestanden hat, könne er sich nicht erhalten. Er erinnere nicht, dass er diese Liste erhalten habe und zur Kenntnis genommen, also angesehen habe. So könne er sich auch nicht erinnern, dort den Namen des Täters Pilz gelesen zu haben. Quellen: ntv   katholisch.de

Kommentar: M.a.W.: Kardinal Woelki hat sich nicht für die Aufarbeitung interessiert – sonst hätte er die Liste gelesen und getan, was zu tun war.


14.12.2022 Beitrag in „Lebendige Seelsorge“: Glaube nach Missbrauchserfahrung. Einsichten aus der Initiative GottesSuche. Von Barbara Haslbeck und Erika Kerstner. Quelle: Lebendige Seelsorge 6/2022


14.12.2022 Die Missbrauchsstudie zur Rolle des früheren Trierer Bischofs Stein (1904-1993) wird am Freitag in Trier vorgestellt. Die Studie untersucht, wie in Steins Amtszeit als Bischof von Trier (1967-1980) mit Missbrauchsbetroffenen und beschuldigten Priestern und Mitarbeitenden des Bistums umgegangen wurde. Quelle: Neues Ruhrwort


14.12.2022 Die französischen Bischöfe haben ihre kirchliche Strafjustiz zentralisiert. Die Kirchenrechtlerin, Prof. Astrid Kaptijn, beschreibt die Situation. In Deutschland sind die Bischöfe längst nicht so weit. Quelle: katholisch.de


13.12.2022 Die Bistümer Münster und Osnabrück haben eine Studie zu geistlichem Missbrauch beauftragt. Quelle: katholisch.de


13.12.2022 Im Bistum Münster hat Pfarrer O. während seiner Zeit in Isselburg hat Pfarrer O. (Pseudonym aus der Missbrauchsstudie) zwischen 1994 und 2007 nachweislich mehrere Kinder in der Isselburger Pfarrei sexuell missbraucht. Zweimal wurde er zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der damalige Isselburger Pastoralreferent Josef Peters berichtete, er habe sich mit Beobachtungen 1999 und 2000 an die Bistumsleitung gewandt.
Von Werner Thissen, damals Weihbischof für Borken und Steinfurt, habe er 2000 lediglich den Hinweis bekommen, Pfarrer O. im Blick zu behalten
und ihn nach Möglichkeit mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Einer frühere Meldung von Peters beim inzwischen verstorbenen Dompropst Josef
Alfers folgten auch keine weiteren Schritte. Nachdem auf Peters‘ Beobachtungen hin im Bistum niemand reagierte, wechselte der Pastoralreferent 2004 als Gefängnisseelsorger nach Kleve. Mit 74 Jahren ist er heute im Ruhestand.Der Interventionsbeauftragte Peter Frings berichtete auf Nachfrage, dass sich niemand von den Eltern beim Bistum gemeldet habe, aber es könne auch sein, dass Schreiben nicht mehr vorhanden sind. Quelle: kirche-und-leben


13.12.2022 Auf einem Video hat eine Mitschülerin festgehalten, wie ein Priester aus dem polnischen Bistum Plock im Religionsunterricht mit
seinen Händen den Kopf eines Jungen gegen die Schulbank drückt und von ihm verlangt, bei Gott Abbitte zu leisten. Die Schulleiterin teilte mit,
sie habe den Priester suspendiert und ihn bei der Polizei angezeigt. Quelle: katholisch.de


13.12.2022 Viele Jugendliche fühlen sich von der Spiritualität des ökumenischen Männerordens von Taizé angezogen. 2019 machte dieser Fälle
von sexualisierter Gewalt öffentlich. An der Aufarbeitung gibt es seither Kritik. Sieben „Fälle“ und fünf Täter sind an die Staatsanwaltschaft gemeldet worden, ein weiterer Fall wurde inzwischen bekannt. Quelle: deutschlandfunk


13.12.2022 Kardinal Marc Ouellet, Leiter des vatikanischen Bischofsdikasteriums, hat eine Verleumdungsklage gegen die Frau eingeleitet, die ihm sexuelle Übergriffe in seiner Zeit als Erzbischof von Québec vor mehr als zehn Jahren vorwirft. Auch Papst Franziskus habe im Anschluss an eine Voruntersuchung die Ansicht vertreten, „dass keine ausreichenden Elemente vorhanden“ seien, um ein kanonisches Ermittlungsverfahren wegen sexueller Gewalt einzuleiten. Quelle: vaticannews


12.12.2022 Nicole Freudiger kommentiert, dass inzwischen gleich zwei ehemalige Päpste wegen Vertuschung von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche in der Kritik stehen: Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. Das sei brisant, weil sie das Amt des Papstes als moralische Instanz infrage stellen. Zudem sei Johannes Paul II. bereits heilig gesprochen. Freudiger frage: „Wie soll man einen Papst als Heiligen verehren, wenn er Missbrauch vertuscht hat?“ Dass der Missbrauchsskandal nun das Papstamt erreicht hat, verschärfe das Glaubwürdigkeitsproblem der römisch-katholischen Kirche. Quelle: srf


12.12.2022 Der Administrator des Bistums Lugano, Alain de Raemy, sagt, bisher seien die Opfer immer an zweiter Stelle gestanden. Dies habe „nichts Christliches mehr an sich. Das ist nicht die Kirche, die Jesus Christus wollte.“ Quelle: kath.ch


12.12.2022 Der frühere Internatsleiter des Mindelheimer Maristenkollegs wird beschuldigt, sich über Jahre an Schülern vergangen zu haben. Es geht um insgesamt 18 Fälle in den Jahren 1999 bis 2004. Er steht bereits zum dritten Mal vor Gericht, dem Amtsgericht Memmingen. Quelle: br


12.12.2022 Der Ausschuss „Aufarbeitung und Prävention“ des Pfarrgemeinderates von St. Margareta in Düsseldorf distanziert sich vom Urteil des kirchlichen Strafverfahrens gegen Pfarrer D. – der weitgehenden Rehabilitierung D.’s mit Aussicht auf die Wahrnehmung „noch festzulegender, anderer Aufgaben“- und lässt sie an der kirchlichen Rechtsprechung zweifeln: „Wir können nicht erahnen, was diese Nachricht für die Betroffenen, die unter dem Verhalten des damaligen Kaplans D. leiden mussten, bedeutet, wenn es sich schon für uns als Gemeindemitglieder wie ein Schlag ins Gesicht anfühlt. Dass es für das Erzbistum erklärtermaßen das höchste Ziel sei, den Betroffenen sexualisierter Gewalt durch Aufarbeitung einen Hauch von Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wird einmal mehr in Frage gestellt.“ Pfarrer D. wurde von Kardinal Woelki trotz der Anschuldigungen befördert. Pfarrer D. war von 1995 bis 2000 Kaplan in St. Margareta. Quelle: st-margareta


12.12.2022 Über die „Sekte mit Ratzingers Segen: Die Katholische Integrierte Gemeinde“. Quelle: deutschlandfunk


12.12.2022 Michael Kertelge, Lüdinghausen, hat 18 Monate über den Missbrauchsfall Theo Wehren (1931-2011) geforscht. Wehren hatte zuletzt als Pfarrer in Bocholt-Barlo (Kreis Borken) gearbeitet. Wegen Kindesmissbrauchs wurde er 1976 verurteilt. Dennoch verbrachte er danach noch Zeit mit Kindern aus einem Heim in Werne. Wie es sein konnte, dass ein Intensivtäter trotz Verurteilung weiter in der Seelsorge tätig war und warum die Justiz nicht eingeschritten ist, erklärt Kertelge im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Quelle: kirche-und-leben.de


12.12.2022 Der Norddeutsche Betroffenenrat hat Bischof Bode kirchenrechtlich angezeigt. Anlass für die Anzeige sind zwei vor Kurzem bekannt gewordene Fälle von sexualisierter Gewalt, die Bischof Bode als „Liebesbeziehung“ bezeichnete. In einem der Fälle geht es um einen Fall in Ostercappeln. Damit hat er die Deutung des Täters übernommen. Der Betroffenenbeirat hat sich an den kirchenrechtlich Bischof Bode vorgesetzten Erzbischof Heße gewandt, der die Anzeige an die Gremien im Vatikan weiterreichen muss. Quelle: NDR


11.12.2022 Die Aufarbeitungskommission im Bistum Aachen will weitere Betroffenengruppen in den Blick nehmen, z.B. Frauen, die in Gemeinden oder für Pfarrer gearbeitet haben. Außerdem will sich die Aufarbeitungskommission mit Gemeindemitgliedern befassen, die von Gerüchten und Missbrauchsfällen wussten und geschwiegen haben. Quelle: katholisch.de


10.12.2022  Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert, Missbrauch in Seelsorgebeziehungen unter Strafe zu stellen. Zudem sollten die kirchlichen Aufarbeitungskommissionen auch Missbrauch an Erwachsenen – nicht nur an schutzbedürftigen Erwachsenen – untersuchen. Außerdem fordert das ZdK, die Aufgaben der kirchlichen Kommissionen zu definieren und verbindliche Standards und die Rechte Betroffener festzuschreiben. Quelle: Neues Ruhrwort


10.12.2022 Zwei mutige Menschen im Gespräch miteinander über Gewalt und Missbrauch bei „Leeroy will’s wissen!“ – eine junge Frau und ein Pater. Quelle: youtube


9.12.2022 Dem Jesuiten Marko Rupnik wird wird von mehreren Ordensfrauen vorgeworfen, sie spirituell und sexuell missbraucht zu haben. Die Glaubenskongregation entschied, dass die Taten verjährt sind. Der Jesuitenorden erlegte Rupnik Einschränkungen auf. Arturo Sosa, S.J., der Generalobere der Gesellschaft Jesu, sagte im Interview: „One of the things we all have a right to, as people, is a certain privacy: you have to make public statements when it is public; when it’s not public, there is nothing to do, and that does not mean concealing. We haven’t hidden anything.“ Zur Vergebung sagte Sosa: „All these cases are very painful. The behavior of many religious was, in many cases, unacceptable, sinful. What does one do? One seeks a road that, if it is sin, it should be forgiven. You apply all the civil laws that are necessary, you apply all the canon laws, but in the end, what we want with people—the victims and the perpetrators—is that they forgive one another. In other words, open up that process so that people can be reconciled.“ Was der Täter den Opfern vergeben soll, sagt der Generalobere nicht. Quelle: international.la-croix


9.12.2022 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken plädiert für staatliche Hilfe bei der Aufklärung von Missbrauch in der katholischen Kirche und ist bereits mit der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, bereits im Gespräch über verbindliche Standards und konsequente Beteiligung der Betroffenen. Quelle: Domradio


8.12.2022 Im Zwischenbericht der Uni Osnabrück haben Wissenschaftler Bischof Bode „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ im Umgang mit Missbrauchsbeschuldigten und -betroffenen bis in die Gegenwart vorgeworfen. Nach 2010 sei kein Ruck durch das Bistum gegangen. Bischof Bode will nicht zurücktreten, sondern sich bemühen, Vertrauen wieder aufzubauen. Bischof Bode erkennt, dass die Gläubigen sich fragen, „wer da am Altar mit ihnen die Eucharistie feiert.“ Er rechnet mit deutlich gestiegenen Austrittszahlen seit Veröffentlichung der Studie. Quelle: Domradio


8.12.2022 Anfang Juni war im Bistum Limburg nach einer Debatte um Belästigungsvorwürfe ein Bezirksdekan zurückgetreten. Nun nimmt er in seiner Pfarrei eine Auszeit und lässt das Pfarreramt vorübergehend ruhen. Kritisiert wurde Bischof Bätzing, weil er ihn zum Bezirksdekan befördert hatte, obwohl er wusste, dass zwei Frauen dem Mann sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Quelle: katholisch.de


8.12.2022 Die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), Margarete Reske, weist den Eindruck zurück, dass für Anerkennungsleistungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene eine Obergrenze von 50.000 € gegeben sei. 2021 seien in 8 Prozent der Anträge mehr als 50.000 Euro gezahlt worden. Quelle: katholisch.de


8.12.2022 Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich plädiert dafür, eine unabhängige Beratungsstelle für Opfer von kirchlichem Missbrauch einzurichten, die aus Kirchenmitteln finanziert werden solle. Er appellierte an die Betroffenen, Anzeige zu erstatten. Quelle: traunsteiner-tagblatt


8.12.2022 Kardinal Woelki hatte den Priester D. 2017 trotz Missbrauchsvorwürfen zum stellvertretenden Stadtdechanten befördert. Die Staatsanwaltschaft hatte Verjährung festgestellt, das kirchliche Verfahren, das von Kölner Kirchenrichtern geführt wurde, endete nun mit einem Freispruch „aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen“. Dennoch darf der Priester künftig weder in der Kinder- und Jugendarbeit noch in der Pfarrei-Seelsorge oder in leitender Position tätig werden. Quellen: katholisch.de   domradio


8.12.2022 In der Vorhalle des Speyrer Doms hat der unabhängige Betroffenenbeirat im Bistum Speyer auf das Leid Betroffener aufmerksam gemacht. Eingeladen waren Betroffene, Mitarbeitende des Bistums und Besucher*innen des Doms. Die Vorhalle als Ort der Gedenkveranstaltung wurde gewählt, weil es viele Betroffene gibt, die keine Kirche mehr betreten können. Eine Aktionskünstlerin, die selbst Opfer geworden, fiel auf, sie trug eine weiße Maske, die ein unbewegtes, ausdrucksloses Gesicht zeigte. Selbst die Augen waren kaum zu sehen. Über dem Mund ein Klebestreifen, darauf nur ein Wort: „stumm“. Damit wollte sie auf die Dunkelziffer bei sexuellem Missbrauch hinweisen. Eine Betroffene ging ans Mikrofon und sagte, sie wolle sichtbar sein, für alle, die es selbst nicht können. Sie selbst sei in einem Bistum im Süddeutschen Raum Opfer geworden und sehe, dass der Betroffenenbeirat im Bistum Speyer „fantastische Arbeit“ leist und vom Bistum wunderbar unterstützt werde. Quelle: swr


8.12.2022 Zwischendurch einfach mal ein Dank an die vielen seit vielen Jahren engagierten Journalist*innen verschiedener Medien, die kirchlich betroffenen Opfern von sexuellem und Macht-Missbrauch eine Stimme geben, recherchieren, Interviews führen, dokumentieren, nachfragen, kommentieren … und nicht aufgeben. Sie sind es, die tun, was Aufgabe der Kirchen wäre. Danke!


7.12.2022 Andreas
Perr will sich nicht mehr verstecken. Er ist eines der vielen Opfer des
Missbrauchspriesters Peter H., und führt die Klage gegen den Priester
sowie Bischöfe und den Ex-Papst, denen eine Mitverantwortung als
Verantwortliche vorgeworfen wird.
Quelle: correctiv


7.12.2022 Die beiden Mitglieder der „Unabhängigen“ Aufarbeitungskommission des Erzbistums Köln – der Staatsrechtler Stephan Rixen und die ehemalige NRW-Staatssekretärin Marion Gierden-Jülich – haben die Aufarbeitungskommission verlassen.  Die Staatsregierung NRW bereitet die Benennung neuer unabhängiger Experten vor. Außerdem will die Landesregierung eine Vernetzung zwischen den Aufarbeitungskommissionen in den fünf NRW-Bistümern anregen. Eine Sondersitzung der Aufarbeitungskommission ist geplant. Quelle: Neues Ruhrwort


7.12.2022 Der Forschungsbericht über Missbrauch in konfessionellen Kinderheimen in Tirol nach 1945 liegt nun vor: MMag.a Dr.in Ina Friedmann, Mag. Friedrich StepanekDemut lernen. Kindheit in konfessionellen Kinderheimen in Tirol nach 1945.


7.12.2022 Viele haben es gewusst: Bistumsvertreter, Mitgeistliche, Ordensschwestern, Richter und Staatsanwälte, aber auch Gemeindemitglieder, Nachbarn und andere „Bystanders“. Ordensschwestern haben dem Serientäter Kinder zugeführt, keiner hat die Kinder geschützt. Erst Anfang der 1990er Jahre – 15 Jahre nach der Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs – stoppt der neue Heimleiter Uwe Schenk die „Wochenendbesuche“ der Heimkinder bei dem Pfarrer Theo Wehren, Bistum Münster. Quelle: www1.wdr


7.12.2022 Interview mit Joachim Frank zur Zivilklage auf Schmerzensgeld gegen das Erzbistum Köln. Quelle: daserste


7.12.2022 Heute, 19 Uhr, BR-Fernsehen: Seelenfänger – Verrat im Namen des Herrn: Die Integrierte Gemeinde, siehe auch br


7.12.2022 Der zurückgetretene Bamberger Erzbischof Schick sagt, er habe bei Missbrauchsfällen nicht zaudernd reagiert, nie etwas bewusst vertuscht,
verzögert oder verheimlicht. Der Betroffenenbeirat jedoch sagt, aus seiner Sicht seien Fehler gemacht worden, Informationen nur
scheibchenweise bekannt gegeben und mit Tätern sei häufig nachsichtig umgegangen worden. Quelle: Traunsteiner Tagblatt


6.12.2022 Das Kölner Landgericht hält die Schmerzensgeld-Klage eines von Missbrauch betroffenen früheren Messdieners gegen das Erzbistum Köln dem Grunde nach für berechtigt. Für das Landgericht steht außer Frage, dass das Amtshaftungsrecht anwendbar ist. Die Summe des Schmerzensgeldes ist völlig offen. Der Kläger fordert 750.000 Euro. Quelle: Süddeutsche


6.12.2022 Im Bistum Limburg fand eine Tagung zu „Spiritueller Autonomie“ statt. Die Veranstaltung wurde u.a. vom Bistum Limburg organisiert und ist
zugleich Teil des diözesanen Aufarbeitungsprojektes gegen sexuellen Missbrauch im Bistum Limburg. Quelle: hausamdom-frankfurt


6.12.2022 Das Internetportal katholisch.de berichtet vom sexuellen Missbrauch einer minderjährigen Schülerin durch einen Lehrer. Der Lehrer wurde
danach von einer katholischen Schule eingestellt, nach kritischer Berichterstattung jedoch wieder entlassen. Die Überschrift für den sexuellen Missbrauch lautet: „Nach Sex-Skandal: Katholisches Schulwerk stellt Lehrer frei“. Ob mein Protest gegen diese unangebrachte Sprache gehört und verstanden wird, muss ich noch zeigen. Quelle: katholisch.de


6.12.2022 Nach dem Rücktritt des von der Landesregierung NRW in die Aufarbeitungskommission des Erzbistums Köln entsandten Juristen, des
Staatsrechtlers Stephan Rixen hat nun auch die ehemalige nordrhein-westfälische Staatssekretärin Marion Gierden-Jülich Kardinal Woelki über die Beendigung ihrer Tätigkeit informiert: „Es gibt gute Ansätze struktureller Veränderungen im Erzbistum, die in die richtige Richtung weisen“, schreibt sie, „aber die besondere Situation im Erzbistum Köln macht eine konstruktive und sachbezogene Auseinandersetzung im Aufarbeitungsprozess nahezu unmöglich.“ Quelle: katholisch.de


6.12.2022 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, das Erzbistum Köln habe eine „moralische Bankrotterklärung“ vermieden, weil es nicht auf der
Verjährungsfrist in dem heute behandelten Missbrauchsfall besteht. Zugleich kritisiert Lüdecke, dass der Verzicht auf die Verjährungsfrist nur für diesen Fall gelte und andere Betroffene offenbar in Unsicherheit gelassen werden sollen. Quelle: Domradio


5.12.2022 Der frühere Postulator im Heiligsprechungsprozess von Johannes Paul II., Slawomir Oder, nimmt den damaligen Papst gegen den Vorwurf von Missbrauchsvertuschung in Schutz, der Vorwurf sei völlig absurd. Der Versuch, die Autorität des heiligen Papstes Johannes Paul II. zuuntergraben, sei durch den Satan hervorgerufen, der sich ärgere, dass der heilige Papst Johannes Paul II. ein „mächtiger Fürsprecher der Menschen bei Gott“ sei. Quelle: katholisch.de


5.12.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller fordert für Aufarbeitungskommissionen Rechte wie für Staatsanwaltschaften. Er stellt fest: „Selbst dann, wenn die Bischöfe besten Willens sind, mauern Leute aus ihren kirchlichen Verwaltungen. Kommissionen fordern Akten an und bekommen Unterlagen und Informationen, die ganz offensichtlich ausgewählt, gefiltert, aufbereitet sind. Wir brauchen aber die ganze, originale Akte, um den Betroffenen überhaupt helfen zu können.“ Schüller wies darauf hin, dass es nicht nur um Kardinal Woelki gehe. Es gebe andere Bischöfe – etwa Bischof Bode in Osnabrück – die massive Fehler begangen hätten, aber kirchenpolitisch als „angenehmer“ gelten und daher werden deren Fehle nicht so thematisiert. Quelle: presseportal


5.12.2022 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Eichstätt hat in ihrem Zwischenbericht zu dem Priester aus Franken, der mit Hilfe von Kirchenleitungen und ggf. dem Kloster Münsterschwarzach nach Afrika floh, öffentlich gemacht, dass der Priester bereits vor seiner Weihe
Geschlechtsverkehr mit einem 12-jährigen Mädchen hatte. Aus den Akten des Bistums Eichstätt ergibt sich, dass der Beschuldigte zwischen 1966
und 1969 fünf Mädchen im Alter von neun bis 17 Jahren missbraucht hat. Die UAK geht aufgrund anderer Schriftstücke davon aus, dass der Priester
insgesamt zehn Opfer hatte. Innerhalb der Führungskräfte des Bistums waren die sexuellen Übergriffe spätestens seit 1967 bekannt. Als der Priester bereits in Münsterschwarzach war, wurde der Eichstätter Generalvikar Pfeiffer laut Akten durch „einen Vertrauten“ vor den Ermittlungen gegen den Priester gewarnt. Nach seinen Aufenthalten in Tansania und Brasilien wurde er 1984 im Erzbistum München eingesetzt, später im Bistum Eichstätt. 2005 wurde er in den Ruhestand versetzt, war aber für das Bistum Eichstätt in einem Seniorenheim tätig, wo er 2011 und 2012 übergriffig wurde. Der heutige Bischof Hanke wusste zu diesem Zeitpunkt bereits von dem sexuellen Missbrauch in der Vergangenheit. 2010 führte Hanke erste Gespräche, ohne dass er personalrechtliche Konsequenzen gab. Seit 2014 lebte der Priester im Erzbistum Bamberg, ohne dass Bischof Hanke dem Bistum Bamberg Informationen über die Vorgeschichte des Täters gab. Eine öffentliche Information gab das Bistum Eichstätt nicht – auch nicht anlässlich der MHG-Studie 2018. Erst jetzt sucht es nach weiteren Betroffenen. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission wird das Verhalten der jeweils Verantwortlichen in einem Rechtsgutachten behandeln und dabei auch die Rolle des Klosters Münsterschwarzach bei der Vertuschung untersuchen. Quelle: infranken


5.12.2022 Dem slowenischen Jesuitenpater Marko Rupnik haben erwachsene Mitglieder eines religiösen Frauenordens in Slowenien geistlichen und sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Die Beschwerden liegen der Glaubenskongregation seit 2021 vor. Der Missbrauch geschah in den frühen 1990er Jahren, als Rupnik geistlicher Berater einer neuen Ordensgemeinschaft, „Skupnosti Loyola“ oder Loyola-Gemeinschaft, war. Rupniks Ausübung des
Priesteramtes wurde vom Orden eingeschränkt. Marko Rupnik ist bekannt für seine Mosaike in Kapellen im Vatikan, in ganz Europa und weltweit. Im Internet kursieren Gerüchte, der Papst habe Rupnik geschützt. Der Vatikan schweigt. Quellen: americamagazine   domradio 6.12.2022


5.12.2022 Das Erzbistum Köln hat entschieden, im morgen anstehenden Verfahren auf die Geltendmachung der Verjährung in dem konkret zu verhandelnden Fall zu verzichten. Quelle: katholisch.de


5.12.2022 Die Taize-Gemeinschaft will weiter entschieden gegen alle Formen des geistlichen und sexuellen Missbrauchs vorgehen. In einer Erklärung drückte Leiter Frere Alois sein Bedauern darüber aus, dass „der Mangel an Transparenz und Entschiedenheit im Umgang mit diesen Fällen“ den Schmerz Betroffener noch verstärkt habe. Das gelte sowohl für die Kirche als auch für Taize selbst. 2019 war bekannt geworden, dass Mitglieder der dortigen Bruderschaft sexuelle Übergriffe begangen hatten. Quelle: katholisch.de


5.12.2022 Bischof Thomas Dabre von Pune, Indien, hat mit Hilfe einer „vorweggenommenen Kaution“ seine Verhaftung wegen Vertuschung
mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs vermeiden können. Er muss sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden, sich verpflichten, gerichtlichen
Vorladungen Folge zu leisten und darf ohne vorherige Erlaubnis seinen Heimatstaat Maharashtra nicht verlassen. Was mit seinen im gleichen Fall
Mitangeklagten, Kardinal Oswald Gracias von Bombay, Kardinal Filipe Neri Ferrao von Goa und dem juristischen Vikar von Pune, Pater Rock Green und Generalvikar Pater Malcolm Sequira ist, wird nicht mitgeteilt. Quelle: katholisch.de


5.12.2022 Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden der Aufarbeitungskommission im Erzbistum Köln hat Kerstin Claus, unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, grundsätzliche Bedenken an der Aufarbeitung in der katholischen Kirche angemeldet. Quelle: Neues Ruhrwort


5.12.2022 Der von der Landesregierung NRW in die Aufarbeitungskommission des Erzbistums Köln entsandte Jurist, der Staatsrechtler Stephan Rixen, hat seine Mitgliedschaft in der Aufarbeitungskommission beendet und damit auch den Vorsitz niedergelegt. Er kritisiert die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln und zweifelt an der Unabhängigkeit der Kommission. Anlässlich der Bearbeitun des Falles Winfried Pilz sagte Rixen: „Mir fehlt das Vertrauen, dass eine Aufarbeitung, die auch Kardinal Woelki selbst betrifft, wirklich gewünscht ist.“ Er beklagte, dass es womöglich zum Kalkül gehöre, dass immer neue „Missverständnisse“ entstehen, deren Ergebnis immer dasselbe sei: „Kardinal Woelki hat keine Fehler gemacht.“ Rixen sagte, er habe den Eindruck, dass die Mehrheit in der Kölner Kommission nicht mit der Führungsspitze des Erzbistums in Konflikt geraten wolle. Es bestünden Manipulationsmöglichkeiten des Erzbistums „ohne Ende“. Rixen plädiert für ein Aufarbeitungsgesetz auf Bundesebene. Quelle: Domradio.de


5.12.2022 In Ostercappeln bei Osnabrück verteidigte Bischof Bode seinen Nicht-Rücktritt trotz moralischer Verfehlungen, ihm seien keine juristischen Verfehlungen vorzuwerfen. Er räumte gebrochenes Vertrauen zwischen vielen seiner Mitarbeiter und ihm ein. Quelle: Domradio


5.12.2022 Ein Missbrauchs-Betroffener aus dem Erzbistum Köln hat eine Zivilklage eingereicht. Nun muss die katholische Kirche entscheiden, ob sie Verjährung geltend macht oder ob sie riskiert, dass im Fall des Klägers und womöglich in vielen weiteren Fällen viel Geld gezahlt werden muss. Das Erzbistum Köln hat ein Meinungsbild aus anderen Bistümern eingeholt, das nicht eindeutig ist. Patrick Bauer, Betroffenenbeirat, wurde im Oktober gefragt, ob er an einer Arbeitsgruppe zur Verjährung mit den Bischöfen teilnehmen wolle. Die Arbeitsgruppe jedoch hat bis heute nicht getagt. Bauer sagt, es sei doch klar, dass die Betroffenen dagegen sind, dass die Bischöfe die Verjährung nutzen. Es fühle sich so an, als seien die Betroffenen erneut das Feigenblatt der Bischöfe. Quelle: WDR


3.12.2022 Ekke Overbeek, Trouw-Korrespondent, hat in den Archiven des polnischen kommunistischen Sicherheitsdienstes recherchiert und bemerkt, dass der damalige Erzbischof von Krakau, der spätere Papst Johannes Paul II., mit etwa einem Dutzend von Missbrauchsfällen in seiner Zeit als Erzbischof von Krakau (1964 – 1978)zu tun hatte. Belegbar scheint, dass Wojtyla einen 1973 strafrechtlich verurteilten Priester weiterarbeiten ließ. Dieser Priester missbrauchte erneut Jungen in einer anderen Diözese.In einem anderen Fall weihte er einen Mann zum Priester, bei dem im Priesterseminar „sexuelle Probleme“ diagnostiziert worden waren. Später versetzte er den Priester nach Missbrauch in eine andere Pfarrei. Bislang hatten Verteidiger von Wojtyla behauptet, er habe erstmals mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger vor März 1985 zu tun gehabt. Quellen: nd.nl    katholisch.de

Kommentar: Abzuwarten ist, wie weit die Akten des polnischen kommunistischen Sicherheitsdienstes zuverlässig sind.


3.12.2022 Am Mittwoch, 7. Dezember, ab 16.30 Uhr findet in der Vorhalle des Doms eine Veranstaltung zum Gedenken an die Betroffenen sexuellen Missbrauchs ein. Eingeladen sind alle Betroffenen sowie alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden des Bistums. Das Format richtet sich aber auch an zufällige Besucher des Doms, die man auf das Thema aufmerksam machen möchte. Quelle: Schwetzinger Zeitung


3.12.2022 Die Frist für Klagen in Kalifornien endet nach dem „California Child Victims Act“ Ende dieses Jahres. Bislang liegen 116 Klagen gegen 66 Geistliche vor. 14 der 66 Geistlichen wurden zum ersten Mal des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Das Erzbistum San Francisco hat bis heute die Namen mutmaßlicher Missbrauchstäter nicht veröffentlicht. Quelle. Domradio


2.12.2022 Im Offizialatsbezirk Oldenburg des Bistums Münster wurden zwischen 1945 und 2018 insgesamt 93 Menschen Opfer sexualisierter Gewalt durch 27 beschuldigte Geistliche. Zwei der Intensivtäter wurden namentlich genannt. Quelle: nwzonline


2.12.2022 Mehreren Fällen sexualisierter Gewalt in der Kirche ging geistlicher Missbrauch voraus. Eine Tagung widmet sich daher dem Thema „spirituelle Autonomie“. Hildegard Wustmans erläutert im Interview, warum die eigene Glaubensidentität wichtig ist. Quelle: katholisch.de


2.12.2022 Die Anerkennungs- und Wiedergutmachungskommission (CRR) der Ordensgemeinschaften in Frankreich haben seit dem November 2021  450 Anträge anerkannt. 559 mutmaßliche Opfer haben Kontakt zur CRR aufgenommen. 130 wurden an die Bistümer vermittelt. 85 Prozent der anerkannten Opfer waren zum Tatzeitpunkt minderjährig, davon zwei Drittel männlich. Von den 15 Prozent erwachsener Opfer waren zwei Drittel Frauen. Die Betroffenen erhielten durchschnittlich 40.000 Euro. Die Opfer werden von der Kommission begleitet. Quelle: katholisch.de


2.12.2022 Im Bistum Münster wird ein Konzept für seelsorgliche Begleitung von Opfern sexuellen Missbrauchs erstellt. Wer von Betroffenen Interesse an der Konzepterstellung hat, kann sich mit Frau Stammen in Verbindung setzen:  0179-3477288 (montags-freitags) und stammen@bistum-muenster.de. Es ist auch eine Mailbox eingerichtet. Quellen:  Kirche und Leben    Radiowaf


1.12.2022 Der Jurist Javier Cremades, Leiter der Missbrauchsuntersuchung der katholischen Bistümer in Spanien berichtet über den Stand der Arbeit. Er berichtet, dass niemand bremse, „aber es gibt einige Erzbischöfe, die nicht so kooperativ sind.“ Quelle: Domradio


1.12.2022 Bischof Bode, Osnabrück, hat einen Priester außer Dienst gestellt, dem grenzüberschreitendes Verhalten vorgeworfen wird. Zwar war die Fallbeschreibung im Zwischenbericht anonymisiert, dennoch wurde seine Identität bekannt. Die Grenzüberschreitungen waren „beizeiten“ von den staatlichen und kirchlichen Stellen beurteilt worden, strafbares Handeln wurde nicht festgestellt. Der Priester durfte in eingeschränktem Rahmen weiterhin liturgisch tätig sein. Durch die wissenschaftliche Aufarbeitung habe sich jedoch „eine generelle Neubewertung der Zusammenhänge im Umgang mit den Beschuldigten ergeben“ – daher sei der Priester nun in den Ruhestand versetzt worden. Nun gibt es im Bistum Osnabrück keinen Beschuldigten mehr, der noch seelsorgliche Dienste leistet. Nach Informationen des NDR hat der außer Dienst gestellt Priester (zwischen 50 und 60 J.) Kontakt zu einem geistig eingeschränkten jungen Erwachsenen aufgebaut haben und ihn sexuell missbraucht haben. Der Beschuldigte stellte das Opfer als schiziophren und als Straftäter hin. Der Priester beging die Taten ab 2010. Er wurde zweimal aus dem Dienst genommen, aber wieder – mit Einschränkungen – eingesetzt. Das Bistum ging von sexuellem Missbrauch aus, die Staatsanwaltschaft bewertete die Taten nicht so. Quelle: Kirche und Leben     NDR


30.11.2022 Die katholische Kirche in Slowenien will in den kommenden Monaten eine Unabhängige Kommission zum Kinderschutz einrichten. Das kündigte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Andrej Saje an. Quelle: kathpress.at


30.11.2022 Im Jahr 2021 wurden in der katholischen Kirche Belgiens 86 Vorfälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche oder Kirchenvertreter bekannt. Viele Fälle ereigneten sich vor mehr als 30 Jahren. Quelle: vrt.be


30.11.2022 Die Rechtsanwältin Bettina Jansen wird im Auftrag des Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ die Präsidentschaft von Winfried Pilz zwischen 2000 und 2010 untersuchen. Pilz, der 2019 starb, wird vor seiner Amtszeit beim Kindermissionswerk in den 1970er-Jahren vorgeworfen, sich gegenüber einer schutzbedürftigen Person sexuell missbraäuchlich verhalten zu haben. Quelle: evangelisch.de


30.11.2022 Weihbischof Heinz-Günter Bongartz (67), Bistum Hildesheim, lehnt einen Rücktritt ab. Gefordert hatten ihn Missbrauchsbetroffene. Sie werfen ihm vor, nicht verantwortungsbewusst mit Missbrauchsfällen umgegangen zu sein in seiner Zeit als Personalchef (2006 bis 2014), Generalvikar (2016 bis 2019),  und Missbrauchsbeauftragter des Bistums.In einem Gespräch mit der Betroffeneninitiative sagte Bongartz, er habe sich für die in der Studie von 2017 benannten Fehler bereits entschuldigt. Außerdem stünden in der Studie drei Fehler, die ihn betreffen. Quelle: neuesruhrwort


30.11.2022 Demnächst wird die Schmerzensgeldklage eines Missbrauchsbetroffenen gegen das Erzbistum Köln im Landgericht Köln verhandelt. Das Erzbistum Köln hat die Wahl, auf die Verjährung zu verzichten oder die Verjährung greifen zu lassen. Im Fall, dass sie nicht auf die Verjährung verzichtet, kann das Erzbistum schlechte Presse riskieren, im anderen Fall können weitere Schmerzensgeldzahlungen mit hohen Summen folgen. Die Bischofskonferenz habe auf Anfrage erklärt, dass das Mittel der Verjährung juristisch zulässig ist. Ob davon Gebrauch gemacht werde, müsse jedoch in jedem Einzelfall abgewogen werden. Quelle: katholisch.de


29.11.2022 Der Wiesbadener Rechtsanwalt Hendrik Schneider soll zusammen mit einem Team ein weiteres Missbrauchsgutachten für die Diözese Würzburg erstellen. Untersucht werden soll der Zeitraum zwischen 1945 und 2019. Dies ist die zweite Studie. Die erste Studie, die im Oktober 2021 beauftragt wurde, wird von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gemacht. Quellen: Neues Ruhrwort   uni-wuerzburg


29.11.2022 Im indischen Pune, Kirchenprovinz Bombay/Mumbai, hat ein Pater einen 15-jährigen Jungen sexuell missbraucht. Der beschuldigte Pater habe bereits zuvor eine 18-monatige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs verbüßt. Die Verantwortlichen – Bischof Thomas Dabre, Pune; Kardinal Oswald Gracias, Bombay; Kardinal Filipe Neri Ferrao, Goa; Generalvikar Malcolm Seuira, Pune – leiteten keine rechtlichen Schritte ein und zeigten den Fall auch nicht bei der Polizei an. Nun stehen sie wegen möglicher Vertuschung vor Gericht. Quelle: katholisch.de


29.11.2022 Der Präfekt des Bischofsdikasteriums, Kardinal Marc Ouellet, wies die deutschen katholischen Bischöfe beim Ad-Limina-Besuch im Vatikan darauf hin, dass es schwer fällt, „sich des Eindrucks zu erwehren, dass die äußerst gravierende Angelegenheit der Missbrauchsfälle ausgenutzt wurde, um andere Ideen durchzusetzen, die nicht unmittelbar damit zusammenhängen“. Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats der DBK kommentiert: „Nichts verstanden, nichts kapiert.“ Quelle: Domradio  s. auch Joachim Frank über die „sogenannten systemischen Ursachen“


29.11.2022 Der Historiker Große Kracht hat an der Missbrauchsstudie im Bistum Münster gearbeitet. Er bedauert, dass manche Bistümer keine Aufarbeitungsstudie planen. Er ist nicht sicher, „ob alle Bischöfe bereits verstanden haben, wie tief der Riss zwischen ihnen und den Gläubigen inzwischen geworden ist.“ Quelle: Augsburger Allgemeine


28.11.2022 Ein ukrainisch-orthodoxer Priester wurde in den Räumlichkeiten der Diözese in Czernowitz vom ukrainischen Geheimdienst in flagranti mit einem 17-jährigen Chormitglied im Bett ertappt. Es handelt sich um den Archimandriten Nikita, der am 23. November von der Synode der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche zum neuen Diözesanbischof der Diözese Iwano-Frankiwsk gewählt wurde. Quelle: kath.ch


28.11.2022 Der Sprecher des DBK-Betroffenenbeirats, Johannes Norpoth, kritisiert, dass die Anerkennungsleistungen für katholisch-kirchliche Betroffene zu niedrig seien, die Bischöfe eine Anhebung verweigerten und das Verfahren intransparent sei. Quelle: katholisch.de


28.11.2022 Die Diözesan- und Katholikenräte des Erzbistums Berlin und der Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz unterstützen den Betroffenenbeirat dieser (Erz-)Bistümer. Der Betroffenenbeirat lässt seine Mitarbeit in der Aufarbeitungskommission ruhen, weil die Mitsprache des Betroffenenbeirats in der Leitung der Aufarbeitungskommission fehlt. Man habe Kerstin Claus, die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, um Vermittlung gebeten. Quelle: Tagesspiegel   erzbistumberlin 2.12.2022


Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich einen gesegneten Advent, der die Hoffnung nährt und uns das Gehen unserer Wege im Licht Gottes (Jes 2,5) möglich macht.


26.11.2022 Sexuelle Gewalt durch Geschwister ist nach wie vor ein Tabuthema. Dabei müsste gerade in Familien darüber aufgeklärt werden. Quelle: ubskm


26.11.2022 Papst Franziskus fordert besseren Schutz von Frauen vor Gewalt. Gewalt gegen Ordensfrauen durch Kleriker liegen seit Mitte der 1990er Jahre auf dem Schreibtisch des Papstes – bislang geschehen ist nichts. Quelle: kathpress.at


26.11.2022 Der Missbrauchsbericht der italienischen Bischofskonferenz beleuchtet die Jahre 2020 und 2021 und ermittelte aus den Akten und aus einem Fragebogen an die Diözesen, der zu 73 % beantwortet wurde, 68 mutmaßliche Täter und 89 Betroffene. Francesco Zanardi, Gründungsvorsitzender der Organisation „Rete l’Abuso„, be­zeichnete den Bericht als „einen Witz“. Dessen Ziel sei offenbar die Verschleierung und nicht die Aufdeckung des Ausmaßes von Missbrauch in der Kirche Italiens gewesen, sagt er. Der Bericht sei wegen des begrenzten Zeitraums wenig aussagekräftig, nenne nur verwirrende Zahlen, nicht aber die betroffenen Gemeinden und Diözesen. Er beruhe zudem ausschließlich auf Zah­len aus den kirchlichen Quellen, Da­ten von unabhängigen Institutionen und von Strafverfolgungsbehörden seien nicht herangezogen worden. Aber selbst mit dem zeitlich begrenzten und lückenhaften Bericht habe die Bischofskonferenz gezeigt, dass es auch in der katholischen Kirche Italiens ein großes Problem mit Missbrauch gebe. Quelle: faz


26.11.2022 Seit 2019 kommen in der Gemeinschaft von Taizé immer mehr Missbrauchsfälle ans Tageslicht. Im November 2022 wurde ein weiterer Vorwurf gegen einen noch lebenden Bruder der Kommunität von Taizé bekannt, gegen den zuvor schon Vorwürfe erhoben worden waren. Quelle: taize.fr


25.11.2022 Das katholische Schulwerk Augsburg lässt einen Lehrer in Dillingen, der ein Verhältnis mit einer 17-jährigen Schülerin hatte, wieder unterrichten. Unter Experten sorgt der Fall für Kopfschütteln. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: So viel zur Solidarität einer Schule mit ihren Schüler*innen und von Eltern mit ihren Kindern!


25.11.2022 Der Pfarrer von Milte und Einen, Rainer Hermes, würde vom Bistum Münster über Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Pfarrer, späteren Kreisdechanten und Domkapitular informiert. Ein Vorwurf bezog sich auf das Jahr 1934, der dem Bistum seit 2014 bekannt ist. Ein zweiter Hinweis bezog sich auf 1970 bis 1984, als der Beschuldigte in der ehemaligen Pfarrei St. Johannes der Täufer in Milte war. Das Bistum weiß seit 2020 davon. Die Pfarrei wurde erst jetzt informiert. Die Gründe sind unbekannt. Quelle: Kirche und Leben


25.11.2022 Eine unabhängige Aufarbeitungskommission beschäftigt sich mit dem Fall des durch Suizid gestorbenen Regens Christof May, Bistum Limburg. Vermutlich werden nicht alle Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht. Deutlich wurde bislang, dass die Vorwürfe strafrechtlich nicht relevant sind, aber auch, dass es schon vor der Ernennung von May zum Regens Vorwürfe gegeben habe – in der Zeit der Sedisvakanz 2014 bis 2016. Bischof Bätzing wusste 2018 nichts von den Vorwürfen. Quelle: katholisch.de


25.11.2022 Norbert Thewes wurde als Kind von einem Priester jahrelang missbraucht. Unter den körperlichen und seelischen Verletzungen leidet er bis heute. Am Donnerstagabend hat sich Thewes im Dom von Hildesheim Gehör verschafft. Quellen: katholisch.de   Domradio


25.11.2022 Das Grab des 2004 gestorbenen Dechanten Heinz Booms, dem sexueller Missbrauch mehrerer Mädchen in den 1960er und 1970er Jahren vorgeworfen wird, wurde oberflächlich eingeebnet. Das katholische Ferienwerk Ameland zeigt sich erschüttert über die Vorwürfe gegen sein Gründungsmitglied Booms. Das Bistum Münster wusste seit 2019 von den Anschuldigungen, informierte jedoch wegen fehlender Personalressourcen und einer Vielzahl von Fällen nicht. Inzwischen haben sich weitere mutmaßliche Opfer von Booms gemeldet. Quellen: katholisch.de   kirche und leben


25.11.2022 Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) hat eine Broschüre zu spiritueller Selbstbestimmung veröffentlicht.


24.11.2022 Die Aufarbeitungskommission im Bistum Limburg wirft Bischof Bätzing Versäumnisse im Fall des übergriffigen Priesters Winfried Roth vor. Bätzing hat Roth zum Bezirksdekan befördert, obwohl er von den Übergriffen – die strafrechtlich nicht relevant sind – wusste. Zudem haben Roth und das Bitum den Vorfall bagatellisiert und es habe eine Täter-Opfer-Umkehr stattgefunden. Die Betroffene, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Roth stand, wurde versetzt und ihr wurde ein Schweigegebot über die Gründe der Versetzung auferlegt. Roth erhielt einen kanonischen Tadel, der im Geheimarchiv dokumentiert wurde. Darin wurde ein „distanzloses und unprofessionelles Verhalten“ den Frauen gegenüber gerügt. Eine Betroffene wirft Bätzing vor, dass er nicht selbst die Akten angesehen hat, sondern sich auf seine Mitarbeiter verlassen hat. Quellen: Rhein-Zeitung   katholisch.de


24.11.2022 Missbrauch in der spirituellen Begleitung. Stärke und Vulnerabilität von Ordensfrauen – ein Treffen, das am 29. Oktober 2022 in digitaler Form stattfand und von Voices of Faith zusammen mit Donne per la Chiesa, l’Osservatorio Interreligioso sulle Violenze contro le Donne und Adista organisiert wurde. Die Referentinnen, Schwester Dr. Mary Lembo und Dr. Barbara Haslbeck, stellten einige Aspekte ihrer Forschung und Begleitung von missbrauchten Ordensfrauen vor. Die Machtverteilung, klare Regeln für die geistliche Begleitung und die Information über die Rechte von Ordensfrauen wurden als grundlegende Schritte der Prävention genannt. Quelle:  YouTube


24.11.2022 Bischof Hanke, Eichstätt, räumt ein, dass er im Fall des Priesters, der nach ersten Vorwürfen sich mit Hilfe der damaligen Eichstätter Diözesanleitung der Strafverfolgung entzog und noch im Alter in einem Seniorenheim übergriffig wurde, sofort hätte handeln müssen, als er 2010 von den letzten Vorwürfen hörte. Quelle: katholisch.de


24.11.2022 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) im Bistum Eichstätt hat einen Zwischenbericht zum Fall des Priesters veröffentlicht, dem der damals amtierende Bischof Alois Brems und dessen Generalvikar Josef Pfeiffer die Flucht vor einem Haftbefehl ermöglichten. Dem Bistum Eichstätt waren die Vorwürfe ab 1967 bekannt. Ab 3.4.1969 wurde der Beschuldigte per Haftbefehl gesucht. Zunächst hielt er sich in der Abtei Münsterschwarzach auf, bevor er sich nach Tansania absetzte. Der Bericht der UAK hält fest, dass der Gesuchte eine heimliche weitere Besoldung durch Führungskräfte des Bistums erhielt, die das Untertauchen des Priesters förderte, „wenn nicht sogar erst ermöglichte“. Fraglich ist, ob auch Verantwortliche der Abtei Münsterschwarzach an an der Planung und Durchführung der Flucht des Geistlichen nach Tansania aktiv beteiligt waren. Zu klären ist außerdem, warum der Verdächtige trotz internationalen Haftbefehls „offenbar problemlos in verschiedene Länder reisen konnte“ – so nach Großbritannien, Bolivien und Brasilien. Die Aufarbeitungskommission geht von einer erheblichen Dunkelziffer an Missbrauchsopfern aus. Bekannt sind allein für die 1960er Jahre etwa zehn Betroffene. Quellen:  Bistum Eichstätt   neuesruhrwort   vativannews


24.11.2022 In Unterwössen, Erzbistum München und Freising, fand eine Gedenkveranstaltung für Missbrauchsbetroffene statt. Der Holzbildhauer Andreas Kuhnlein hat einen Andachtsraum in der ehemaligen Läutstube des Glockenturms mit Szenen von Verurteilung, Kreuzigung und Auferstehung Christi und begleitenden Texten gestaltet. In Unterwössen hat ein Priester des Erzbistums München Jugendliche sexuell missbraucht. Quelle: Erzbistum München


24.11.2022 Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kirche kritisieren die für heute im Hildesheimer Dom geplante Gedenkfeier. Sie sagen, man könne doch nicht im Dom ein gemütliches Beisammensein zelebrieren, wenn es zugleich viele Betroffene auch nach vielen Jahren gar nicht schaffen, wegen der psychischen Belastung überhaupt eine Kirche zu betreten. Jens Windel, Sprecher der Betroffeneninitiative Hildesheim, und andere kirchlich Betroffene erleben die geplante Gedenkfeier als Vereinnahmung durch die Kirche. Quelle: katholisch.de


23.11.2022 Im Hildesheimer Dom, Bistum Hildesheim, findet erstmals eine Gedenkfeier für Betroffene von sexuellem Missbrauch statt. Anlass ist der „Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“. Quelle: Domradio


23.11.2022 Auf der Landessynode der EvangelischLutherischen Kirche in Bayern, hat Landesbischof Dr. Heinrich BedfordStrohm
von einem „inklusiven und individuellen Konzept der Beteiligung“
Betroffener berichtet. Die Treffen finden in vierteljährlichem Rhythmus
statt – ähnlich dem Beteiligungsforum der EKD. Quelle:
landessynode.bayern-evangelisch


23.11.2022 Nach weiteren Zeugenaussagen ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen Kardinal Woelki wegen des Verdachts eidesstattlicher Falschaussage in zwei Fällen. Im Fall D. hatte Woelki versichert, er kenne weder die Personalakte noch eine Nachricht der Polizei – die frühere Sekretärin von Kardinal Meisner jedoch sagte, sie habe Woelki zwischen Mai 2009 und vor Juli 2011 in einem Telefonat über Missbrauchsvorwürfe gegen D. informiert. In einem zweiten Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall des früheren „Sternsinger“-Chefs Winfried Pilz. Da sagte eine Kirchenmitarbeiterin, dass sie 2015 Woelki in einer Liste mit Namen von beschuldigten Priestern auch mit dem Fall Pilz befasst habe.  Quelle: katholisch.de


23.11.2022 Der Missbrauchsbeauftragte der Italienischen Bischofskonferenz, Erzbischof Lorenzo Ghizzoni, Ravenna, hat sich deutlich gegen eine unabhängige Untersuchung von Missbrauchsfällen in Italiens Kirche durch externe Experten ausgesprochen. Nationale Kommissionen in anderen Ländern hätten nur „Schaden angerichtet“ und dürften „nicht nachgeahmt werden“. Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, der italienische Erzbischof Vincenzo Paglia, hatte sich gegen eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von Missbrauch in Italiens Kirche ausgesprochen. Quelle: katholisch.de


22.11.2022 In der katholischen Kirche Belgiens sind 86 Meldungen von sexuellem Missbrauch zwischen Juli 2021 und Juni 2022 eingegangen. Das sind mehr als in den vorangegangenen Jahren. Ein Fünftel der Fälle sind jüngeren Datums. Quelle: brf.be


21.11.2022 Lothar Jaeger, Vorsitzender Richter am OLG Köln a. D. und Mitautor des Standardwerkes „Schmerzensgeld“, stellt heraus, dass „Opfer von sexuellem Missbrauch und von körperlichen Misshandlungen“, die Kleriker „im Rahmen ihrer kirchlichen Tätigkeit verübt haben“ zu entschädigen sind. Jaeger betont, dass es nach dem Amtshaftungsrecht Keinen Schadensersatzanspruch von Missbrauchsopfern gegen den Täter gibt. Dieser Anspruch wird vielmehr auf die Diözese übergeleitet, die den Täter in Regress nehmen kann. Jaeger wirft der katholischen Kirche vor, ihre eigene Schuldnerstellung gegenüber Missbrauchsopfern nicht offenzulegen, vielmehr durch die Behauptung der Freiwilligkeit der Leistung die Ansprüche der Opfer zu verschleiern. Bislang verweigere die Kirche den vollen Schadenersatz, zudem seien die Verfahren zur Entschädigung intransparent. Auch von staatlichen Stellen fordert Jaeger eine deutliche Anhebung des Schmerzensgeldes. Für Missbrauchsopfer geht Jaeger von Schmerzensgeld im höheren bis oberen fünfstelligen, ggf. sechsstelligen Bereich aus. Auf die Einrede der Verjährung sollten die Bistümer verzichten, zumindest in den Fällen von „sakralen Drohungen“. Quelle: weltanschauungsrecht


21.11.2022 Auch im Ruhestand soll ein des Missbrauchs beschuldigter Pfarrer (1930-2016) aus dem Bistum Eichstätt weiter übergriffig geworden sein. Da er in seinen letzten Lebensjahren im Erzbistum Bamberg lebte, bittet die Diözese mögliche Betroffene, sich zu melden. Quellen: katholisch.de    stern.de


21.11.2022 Ein Priester hat in seiner Wohnung in Fürth in den Jahren 2019 und 2020 Jugendliche missbraucht und sie in seinem Schlafzimmer zu Sex mit Freiern animiert. Er wurde wegen schwerer Zwangsprostitution, sexuellen Missbrauchs und weiterer Taten zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht ordnete außerdem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Geistliche gehört dem Bistum Regensburg an, lebte aber als Ruhestandsgeistlicher im Erzbistum Bamberg. Der Priester war Ende August 2020 festgenommen worden und am 16.6. 2021 in erster Instanz verurteilt worden. Im jetzigen Urteil wurde die Gesamtstrafe um vier Monate reduziert. Quelle: katholisch.de


21.11.2022 Der emeritierte Bischof Howard Hubbard, Albany, New York, hat um Entlassung aus dem Klerikerstand gebeten, da er aufgrund von Missbrauchsvorwürfen von der öffentlichen Ausübung seines priesterlichen Dienstes ausgeschlossen sei, auch wenn die Anschuldigungen – wie in seinem Fall – falsch seien. Das Bistum korrigierte Hubbard: Er unterliege keinen Auflagen, habe vielmehr selbst auf die Ausübung seines priesterlichen Dienstes verzichtet. Quelle: katholisch.de


20.11.2022 Die Erzdiözese Freiburg hat mit sofortiger Wirkung einen Ordensgeistlichen vom Dienst freigestellt. Ihm wird ein sexueller Übergriff gegen eine schutzbedürftige erwachsene Person vorgeworfen. Der Übergriff soll sich vor noch nicht langer Zeit im Ausland ereignet haben. Der Beschuldigte wurde vom Erzbistum Freiburg vom Dienst freigestellt, im Einvernehmen mit dem Orden. Die Vorwürfe werden im Land des Tatortes geprüft. Quellen: Südkurier    Badische Zeitung


20.11.2022 Hinweis auf eine LIVE Veranstaltung in Münster zum Thema Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Münster.


20.11.2022 Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat Ermittlungen aufgenommen im Fall eines leitenden Pfarrers aus dem Dekanat Ostalb, Bistum Rottenburg-Stuttgart. Es besteht ein Anfangsverdacht sexueller Belästigung zum Nachteil von zwei Ministrantinnen im Alter von 16 und 21 Jahren. Quelle: gmx.net   stern


19.11.2022 Der Vize-Präsident des Synodalen Wegs, Thomas Söding aus Münster, ordnet den Ad-Limina-Besuch der dt. Bischöfe ein und konstatiert, dass in Europa und in anderen Kontinenten bereits erkannt ist, dass Ortskirchen nicht nur durch den Bischof repräsentiert werden, dass dort bereits Laien vertreten sind – und der Vatikan hinterherhinkt. Söding stellt fest, dass Reformimpulse von der Peripherie kommen, nicht von der Zentrale. Die Hängepartie im Blick auf Kardinal Woelki nennt Söding „unwürdig“. Söding empfiehlt, Orientierung für den Glauben derzeit nicht von vatikanischen Behören zu erwarten. Quelle: Kirche und Leben


19.11.2022 Im Bistum Eichstätt gab es einen Priester (1930-2016), der in der Oberpfalz, in Schwaben und in Oberbayern Mädchen und junge Frauen missbraucht haben soll. 1969 floh er – mit Hilfe des damaligen Bischofs Alois Brems – nach Afrika und Südamerika. Nach Einstellung der Ermittlungen wegen Verjährung kehrte er 1984 zurück, wurde vom Erzbistum München aufgenommen, erhielt eine Pfarrei in Garching an der Alz, später eine Pfarrei südlich von Nürnberg. Nun wird bekannt, dass er als Hausgeistlicher eines Caritas-Seniorenheims in Mittelfranken 2011 und 2012 Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen „angegangen“ habe. Der Caritas-Verband der Diözese Eichstätt bestätigt das. Ob damals die Staatsanwaltschaft informiert worden ist, geht aus der Stellungnahme der Caritas nicht hervor. Quellen: katholisch.de   radio-in


18.11.2022 In der Augsburger Moritzkirche fand eine Gedenkfeier für Missbrauchsbetroffene statt. Quelle: Bistum Augsburg


18.11.2022 Das Bistum Osnabrück hat die Position einer unabhängigen Beauftragten geschaffen, um seine Maßnahmen im Kampf gegen sexualisierte Gewalt zu verstärken. Die Beauftragte Sandra Körbs ist Juristin. Quelle: NDR


18.11.2022 „Die Betroffenenperspektive muss immer mehr zur Haltung in einer Kirche werden, die sich der eigenen Schuld und der Kreuze der Menschen stellen will“, sagt der Osnabrücker Bischof Bode anlässlich des Ad-limina-Besuchs der katholischen Bischöfe Deutschlands im Vatikan. Der Vatikan kritisiert den Synodalen Weg wegen der möglichen Teilung der Macht in der katholischen Kirche, wegen der Zulassung von Frauen für Weiheämter und wegen der Debatte über den Zölibat. Anlass für den Synodalen Weg war die Erkenntnis, dass der massenhafte sexuelle Missbrauch durch Kleriker auch systemische Gründe hat. Quellen: katholisch.de   DLF


18.11.2022 Im Bistum Münster beklagen kirchlich Betroffene, dass nach der Veröffentlichung des Gutachtens viel zu wenig passiert sei und vieles zu schleppend gehe. Im Bistum sind inzwischen 640 Betroffene bekannt. 30 von ihnen haben sich nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens gemeldet. Quelle: ww1wdr.de


18.11.2022 Eine staatliche Untersuchung zeigt, dass im Erzbistum Baltimore, USA, seit 1940 mehr als 600 Minderjährige missbraucht wurden. Sie waren zum Tatzeitpunkt nicht älter als 18 Jahre. Glaubhaft beschuldigt wurden 158 Priester. Der Generalstaatsanwalt im Bundesstaat Maryland, Brian Frosh, hat ein 35-seitiges Schreiben bei einem Gericht in Baltimore eingereicht, worin er die Erlaubnis beantragt, den vollständigen Report über kirchlichen Missbrauch in Maryland veröffentlichen zu dürfen. Der vollständige Bericht umfasst mehr als 450 Seiten. Quelle: katholisch.de


18.11.2022 Die Kölner Sozialpädagogin und Lebensberaterin Stephanie Butenkemper hat zu einer Studie über geistlichen Missbrauch in Osnabrück referiert unter dem Titel: „Übergriff im frommen Gewand“. Quelle: katholisch.de


18.11.2022 Die katholische Kirche in Polen hat Kritik am Umgang von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) mit Fällen von Kindesmissbrauch zurückgewiesen. Er habe einen „entschlossenen Kampf gegen Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Minderjährigen durch einige Geistliche“ geführt. Es werde versucht, „die Autorität von Johannes Paul II. anzufechten und sogar seine Heiligkeit in Frage zu stellen“, meinen die katholischen Bischöfe in Polen. Quelle: katholisch.de


18.11.2022 Pater Hans Zollner wurde für jahrelangen seinen Einsatz für den „Schutz von Kindern weltweit“ anlässlich des weltweiten Aktions- und Gebetstags zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch gewürdigt. Die Preisverleihung fand im Rahmen des zweitägigen Kongresses zum weltweiten Aktions- und Gebetstag für Kinder statt. Quelle: katholisch.de


18.11.2022 Heute ist der „Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“. In manchen Gemeinden finden in diesen Tagen Gedenkgottesdienste statt.


18.11.2022 Bischof Genn, Münster, hat dem früheren Erzbischof von Hamburg, Thissen, den Titel „Ehrendomkapitular“ am St. Paulus-Dom in Münster entzogen. Thissen habe als Generalvikar und Weihbischof in Münster schwere Fehler im Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt gemacht. Nach der Studie seien Veränderungen auf den Weg gebracht, aber es gebe „hier und da“ noch Schwierigkeiten in der Umsetzung, auch bei der Einführung eines vorläufigen Verwaltungsgerichts. Da bleibe Ziel eine bundesweite kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit. Quellen: Kirche und Leben   Bistum Münster


18.11.2022 In Unterwössen bei Traunstein, Erzbistum München, hat der Holzbildhauer Andreas Kuhnlein in St. Martin, der Pfarrkirche seines Heimatortes, einen Andachtsraum gestaltet, in dem der Betroffenen sexualisierter Gewalt gedacht wird. Der zugrunde liegende „Fall 22“ wird im Gutachten des Erzbistums München von 2022 geschildert, enthält aber nicht alle Taten. Die Einrichtung des Andachtsraums in Unterwössen gefällt nicht allen. Quelle: Süddeutsche


17.11.2022 Der gemeinsame Betroffenenbeirat der (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen, Görlitz und der Katholischen Militärseelsorge lässt die Entsendung seiner beiden Mitglieder in eine unabhängige Aufarbeitungskommission ab sofort ruhen. Der Grund ist eine „wesentliche Beschneidung seiner Mitwirkungsrechte“aufgrund einer Satzungsänderung durch die Bischöfe. Quelle: katholisch.de


17.11.2022 Die SPD will im Landtag in NRW einen Antrag stellen und die Landesregierung auffordern, sich in die Aufklärung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche einzubringen. Der Antrag fordert umfangreiche Akteneinsicht und die Festschreibung, dass Missbrauch im Seelsorgebereich in das Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Die katholische Kirche in NRW zeigt sich aufgeschlossen, eine Wahrheitskommission zur Aufklärung von Missbrauch einzurichten. Der Leiter des Katholischen Büros NRW, Domkapitular Antonius Hamers weist darauf hin, dass eine Wahrheitskommission einheitliche Maßstäbe und Regeln vorgeben könne. Quellen: radiokoeln   Kirche und Leben 18.11.2022


17.11.2022 Die Theologin Regina Heyder, Kirchenhistorikerin und Dozentin, fordert im Interview entschiedene Reformen der katholischen Sexualmoral. U.a. weist sie darauf hin, dass Frauen lange weniger Glaubwürdigkeit als Klerikern zugesprochen wurde. In Deutschland ist ihr ein Fall einer Falschbeschuldigung bekannt. Quelle: kath.ch


17.11.2022 Der 2004 verstorbene Pfarrer und Dechant Heinz Booms von St. Stephanus in Hamm-Heesen, Bistum Münster, wird verdächtigt, in den 1960er und 1970er Jahren mehrfach Kinder sexuell missbraucht zu haben. Das Bistum weiß seit 2019 von einem Übergriff, der erst jetzt nach Abschluss eines Verfahrens zur Anerkennung des Leids abgeschlossen wurde. Der heutige Pfarrer Christoph Gerdemann wurde nicht vom Bistum informiert. Auch nicht, als dem Opfer eine Anerkennungs-Leistung gezahlt wurde. Seit der öffentlichen Information haben sich „nicht wenige“ weitere mutmaßliche Opfer gemeldet. Quelle: Kirche und Leben


17.11.2022 Die UBSKM und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine Kampagne eröffnet für ein Umdenken bei sexueller Gewalt gegen Kinder: „Schieb den Gedanken nicht weg!“ Quelle: nicht-wegschieben.hilfe-portal-missbrauch


17.11.2022 Der erste Bericht der Fachstelle zum Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Personen im Raum der katholischen Kirche spricht von 68 beschuldigten Personen, die 2020/2021 als Missbrauchstäter*innen gemeldet wurden. Betroffen sind 89 mutmaßliche Opfer, 61 von ihnen waren zwischen 10 und 18 Jahre alt. Die Beschuldigten – 30 Geistliche, 15 Ordensleute, 23 Laien – waren zu den Tatzeitpunkten zwischen 40 und 60 Jahre alt. Zu 54,7 % stammen die Meldungen von Frauen. 52,8 Prozent der Fälle sind aktuell. Quellen: orf    Report


17.11.2022 Der Passauer Betroffenenbeiratssprecher Rolf Fahnenbruck kritisiert die Aufarbeitung der katholischen Kirche in Deutschland. Kein Bistum tue genug, zudem sei das System intransparent. Auch bemängelt er die kommunikative Haltung der Kirche. Quelle: katholisch.de


17.11.2022 In Deutschland glauben fast 90 Prozent, dass sexualisierte Gewalt vor allem in Familien geschieht. 85 % glauben, dass es unwahrscheinlich oder ausgeschlossen ist, dass sexualisierte Gewalt in der eigenen Familie geschieht. Kerstin Claus, UBSKM, im Interview. Quelle: deutschlandfunk


16.11.2022 Hans Zollner, Kinderschutzexperte des Vatikans, sagt, dass die Weltsynode ihren Fokus auf das Thema Missbrauch legen müsse: „Es muss klar sein, dass die Chancen des synodalen Prozesses, der bald seine kontinentale Phase beginnen wird, eng mit dem verbunden sind, was die katholische Kirche in der Missbrauchskrise tut oder nicht tut.“ Missbrauch jeglicher Art widerspreche „in eklatanter Weise der grundlegenden Würde eines jeden Menschen“. Quelle: katholisch.de


16.11.2022 Im Kindergarten Santa Maria della Provvidenza, Insel Ischia, wird gegen vier Ordensfrauen ermittelt wegen Kindesmissbrauch, schwerer Körperverletzung und schwerer Gewalt. Eine Ordensfrau ist in Haft, drei weitere erhielten ein Aufenthaltsverbot. Die Einrichtung beherbergt Minderjährige, die auf Pflege oder Adoption warten. Die Staatsanwaltschaft von Neapel erhielt ein Video, das das gewalttätige Verhalten der 81-jährigen Oberin und dreier Mitschwestern dokumentieren soll. Die Oberin erhielt 2021 die Auszeichnung „Ischianerin des Jahres“. Quelle: katholisch.de


16.11.2022 In Frankreich wurde nun ein weiterer Name eines übergriffigen Bischofs genannt. Der emeritierte Straßburger Erzbischof Jean-Pierre Grallet (81) räumte „unangemessene Gesten“ gegenüber einer erwachsenen jungen Frau in den 1980er-Jahren ein, als er als Studentenseelsorger gearbeitet hat. Der Fall werde auf Anzeige der Betroffenen kirchenrechtlich und von der staatlichen Justiz untersucht. Quelle: katholisch.de


16.11.2022 Es hört einfach nicht auf: Die frühere Sekretärin von Kardinal Meisner sagte heute vor dem Landgericht Köln aus, dass sie zwischen Mai 2009 und vor Juli 2011 den damaligen Kölner Weihbischof Woelki in einem rund 20-minütigen Telefonat über Missbrauchsvorwürfe gegen den Pfarrer Michael D. informiert hatte. Die Personalakte kannte sie nicht, berichtete jedoch von ihren Erfahrungen mit D., der ihr einen sexuellen Kontakt mit einem Prostituierten gestanden hatte und ihr erzählt hatte, dass er mit Messdienern in die Sauna gehe. Sie sei extra auf kirchliche Jugendfahrten mitgereist, um ihn ermahnen zu können, „wenn er wieder anzüglich wurde bei den Jugendlichen“. Während einer Rom-Reise habe er mit Messdienern Unterhosen mit Penis-Darstellungen gekauft. Davon habe sie den Weihbischof Woelki unterrichtet. Woelki beförderte den Priester später in seiner Zeit als Erzbischof. Die Sekretärin habe auch mit Kardinal Meisner, dem damaligen Generalvikar – Weihbischof Schwaderlapp – und dem damaligen Personalchef – Erzbischof Heße – gesprochen. Der Rechtsanwalt von Woelki – ein Mitarbeiter der Kölner Kanzlei Höcker namens Brennecke – rief vor dem Prozess die Sekretärin an und riet ihr, sich um therapeutische Begleitung zu bemühen oder sich ein Attest von ihrer Psychotherapeutin ausstellen zu lassen, um nicht aussagen zu müssen. Die Sekretärin sagte vor Gericht, sie habe sich nicht unter Druck gesetzt gefühlt. Quellen: katholisch.de   Domradio   msn


16.11.2022 Der Fall S.B.: Der Osnabrücker Bischof Bode nahm offenbar weitere Opfer in Kauf und schützte Täter. Quelle: noz


15.11.2022 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke schätzt die Situation der katholischen Bischöfe Deutschlands im Vorfeld des Ad-Limina-Besuchs im Vatikan ein: Der Papst werte den Synodalen Weg als Auffälligkeit gegen Lehre und Disziplin der katholischen Kirche. Daran werde der Bischofsbesuch nichts ändern – und Reformwillige erlebten nur eine weitere Enttäuschung. Quelle: DLF


15.11.2022 Ungleichbehandlung von Frauen und queeren Menschen leugne die katholische Kirche gar nicht, sondern begründe sie sogar religiös, sagt die Theologin Julia Knop und fordert den entschiedenen Einspruch der Theologie. Quelle: katholisch.de


15.11.2022  Papst Franziskus hat über tratschende Priester gesagt: „Ihr seid Männer, verhaltet euch wie Männer, seid keine geschwätzigen alten Frauen.“ Für Katrin Brockmöller, Direktorin des Katholischen Bibelwerks, ist dieser Vergleich misogyn und des Papstamtes unwürdig. Quelle: katholisch.de


15.11.2022 Nach Mitarbeitervertretung, Berufsverbänden und einem leitenden Pfarrer haben im Erzbistum Köln auch Mitarbeitende des Generalvikariats ihre Solidarität mit Hildegard Dahm zum Ausdruck bringen wollen. Dahm hatte öffentlich gemacht, dass sie 2015 für Kardinal Woelki eine Liste von kirchl. Missbrauchstätern erstellt hatte, auf der auch der Sternsinger-Chef W. Pilz stand. Kardinal Woelki jedoch hat in einer eidesstattlichen Erklärung gesagt, er habe erst im Juni 2022 von der Täterschaft von W. Pilz erfahren.  Die Mitarbeitenden des Erzbistums wählten als Solidaritätszeichen eine rote Linie und den Hashtag „#SolidaritätMitFrauDahm“ in der Signatur. Dies wurde ihnen jedoch per Dienstanwiesung des Erzbistums untersagt. Quelle: katholisch.de


15.11.2022 In Hildesheim haben Betroffene von sexuellem Missbrauch eine Gedenkfeier für Betroffene am 24.11. anlässlich des „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ vorbereitet. Priester sind gebeten, auf ihre Berufskleidung zu verzichten. Alle Mitarbeiter des Bistums sind eingeladen. Quelle: katholisch.de


15.11.2022 Über einen Fall von spirituellem und sexuellem Missbrauch einer Ordensschwester durch Pater Alfons K., einen Ordensbruder der Hünfelder Oblaten, der Exerzitien gab. Quellen: www1.wdr   Kirche und Leben 16.11.2022


14.11.2022 Die katholischen Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle sind in dieser Woche zum Ad-Limina-Besuch im Vatikan. Kardinal Woelki ist als Erzbischof von Köln dabei. Vermutlich wird nicht über die Personalie Woelki gesprochen. Tilmann Kleinjung nennt dies den „klassischen Elefanten im Raum“. Er vermutet, dass in der Perspektive Roms Kardinal Woelki die Rolle hat, beim Synodalen Weg bremsend einzugreifen und das Schlimmste zu verhindern und daher nicht vom Papst fallengelassen wird. Quelle: tagesschau


14.11.2022 Im Erzbistum Bamberg wird nach „neuerlich aufkommender Diskussion“ einem katholischen Pfarrer im Ruhestand verboten, priesterliche Dienste wahrzunehmen. Der Pfarrer hielt Gottesdienste und organisierte Projekte mit der Kirchenjugend. Mitte der 1990er Jahre hatte der Pfarrer das Beneralvikariat darüber informiert, dass er eine „intime Beziehung“ vom Ende der 1980er Jahre bis zur Mitte der 1990er Jahre mit einem anfänglich 14-Jährigen unterhalten habe. Der Betroffene erstattete wegen „sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen“ erstattete der dann 22-Jährige Anzeige gegen den Pfarrer, die Staatsanwaltschaft lehnte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Verjährung ab. Das Erzbistum verpflichtete den Pfarrer zu einer neunmonatigen Psychotherapie, ein Gutachter erstellte eine positive Prognose und der Pfarrer wurde wieder in der Pfarrseelsorge eingesetzt. 2011 wurden zwei neue Gutachten erstellt, die ergaben, dass keine Gefährdung vorliege. Der Pfarrer blieb also in der Pfarrseelsorge bis zu seinem Ruhestand. Seitdem hat er gottesdienstliche Aushilfen wahrgenommen und sie teils mit Jugendlichen vorbereitet. Nun äußerten Bürger ihre Sorge und das Erzbistum Bamberg reagierte: „Aufgrund der in der Region neuerlich aufkommenden Diskussion um seine Person, wurde er im September dieses Jahres vom Generalvikar gebeten, keine priesterlichen Dienste mehr wahrzunehmen.“ Quelle: infranken


14.11.2022 Im Erzbistum Köln wird am 18.11.2022 mit einem Gottesdienst der Betroffenen von sexualisierter Gewalt gedacht. Vorsteher wird der Generalvikar Assmann sein, Betroffene gestalten den Gottesdienst mit. Im letzten Jahr hatte Kai C. Moritz, Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz den Gottesdienst abgelehnt: „Dieses Ritual gehört zur Täterorganisation.“ Quelle: katholisch.de


14.11.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen sind bislang 48 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. 33 davon gehen auf den Jugendwart und Diakon Kurt Ströer zurück. Mehrere Fällen geschahen in der Kirchengemeinde Pobershau, wo zunächst drei Frauen über sexuelle Gewalt berichteten. In der sächsischen Landeskirche wurde eine Ansprechstelle für Betroffene eingerichtet. Zehn Personen haben zudem bisher eine seelsorgerliche Begleitung angenommen. Quellen: Sonntag-Sachsen  Zwischenbericht sexualisierte Gewalt


13.11.2022 Die Assistentin des Personalchefs im Erzbistum Köln, die Kardinal Woelki eine Liste mit den Namen von Missbrauchstätern vorlegen ließ und der arbeitsrechtliche Schritte angedroht werden, hat Unterstützung durch ihren Vorgesetzten erhalten. Sie hatte zudem Kardinal Woelki in der anstehenden Frage um ein Gespräch gebeten. Auf diese Bitte hat sie keine Antwort erhalten und ist auch nicht zu einem Gespräch eingeladen worden. Quelle: honnef-heute


13.11.2022 Übergriffigkeit in Kirche und Kultur: Künstlerische Autorität ist notwendig für künstlerische Prozesse, geistliche Autorität kann gut für die Gemeinde sein. Doch in Kultur und Kirche gibt es viel Machtmissbrauch. Ein Diskurs darüber, wie er entsteht und wie er verhindert werden kann. Quelle: Deutschlandfunk Kultur


11.11.2022 Das Knabenheim „Auf der Grube“ bei Bern hätte Buben aus schwierigen Verhältnissen Schutz und Geborgenheit bieten sollen. Stattdessen prägten Gewalt und Missbrauch den Alltag. Quelle: srf.ch


11.11.2022 Der Vatikan plant eine eigene Untersuchung des Missbrauchs des französischen Kardinals Jean-Pierre Ricard, 78 und sucht derzeit einen leitenden Ermittler. Ricard hat sich wegen „verwerflichen Verhaltens“ gegenüber einer 14-Jährigen vor 35 Jahren selbst angezeigt. Quelle: katholisch.de   s. auch katholisch.de


11.11.2022 Der Medienrechtler und Anwalt von Kardinal Woelki, Dr. Carsten Brennecke, sagt, dass Woelki in seiner eidesstattlichen Versicherung richtigerweise gesagt habe, er könne sich nach sieben Jahren nicht erinnern, ob der Name des Missbrauchstäters P. auf der Liste gestanden habe. Er habe nicht gesagt, dass er keine Liste erhalten hat. Quellen: Erzbistum Köln  Domradio 


11.11.2022 Papst Franziskus kritisierte Klatsch und Tratsch unter Priestern. Wörtlich: „Ihr seid Männer, verhaltet euch wie Männer, seid keine geschwätzigen alten Frauen, bitte.“ Quelle: katholisch.de Kommentar: Der Papst muss noch einiges über Sexismus lernen.


11.11.2022 Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, rät im Blick auf den Kölner Erzbischof Woelki zu einem „Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende“. Die Sprecherin der Initiative Maria 2.0, Maria Mesrian, fordert Kardinal Woelki auf, seine Ämter ruhen zu lassen. Der Vorsitzende des Diözesanrates, Tim Kurzbach sagt, dass „jetzt ein Kartenhaus von Unwahrheiten“ zusammenbreche. Eine Gruppe von hauptamtlich Beschäftigten im Erzbistum Köln fordert Woelki auf, sein Amt ruhen zu lassen. Die frühere Assistentin des Personalchefs, die berichtet hatte, dass Woelki die Liste der Missbrauchstäter bereits 2015 gesehen habe und der das Erzbistum arbeitsrechtliche Schritte androht, erhält Unterstützung durch Priester, Pastoral- und Gemeindereferent*innen, Professoren, Religionslehrkräfte und Vertreter katholischer Verbände. Der Pastoralreferent Peter Otten sagt: „Der Kardinal hat erneut das Vertrauen verspielt und es wird deutlich, dass er in seiner Leitungsverantwortung versagt hat.“ Der emeritierte Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke weist darauf hin, dass es kirchenrechtlich nicht möglich sei, ein Bischofsamt aus eigener Entscheidung ruhen zu lassen, das sei Sache des Papstes. Auch Sven Wolf, SPD, fordert den Rückzug von Woelki. Quelle: neuesruhrwort


10.11.2022 Ein katholischer Priester, Missbrauchsbetroffener, berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Erzbistum Köln: „Ihr kommt alle in die Hölle“ – die Kirche geht bis heute unbarmherzig und kalt mit Missbrauchs-Opfern um. Quelle: FR


10.11.2022 Joachim Frank berichtet von seinem Interview mit der früheren Assistentin des Kölner Personalchefs. Er sagt: „Jemand, der in so führender Position tätig ist und ja nicht nur unter dem Verdacht einer falschen Aussage steht, sondern massiven Vertrauensverlust in seinem ganzen Bistum, also in seiner ganzen Organisation, zu verantworten hat, müsste jetzt endlich mal Konsequenzen ziehen.“ Quelle: www1.wdr


10.11.2022 Eine Assistentin des früheren Personalchefs im Erzbistum Köln hatte gesagt, dass Woelki bereits 2015 die Liste mit 14 Namen von Missbrauchstätern im Erzbistum Köln – unter ihnen W. Pilz – vorliegen hatte. Woelki hatte an Eides Statt versichert, dass er erst ab der vierten Juni-Woche 2022 mit dem Fall des früheren „Sternsinger“-Chefs Winfried Pilz befasst gewesen sei. Nun hat ein weiterer Zeuge, der frühere Interventionsbeauftragte des Erzbistums, Oliver Vogt berichtet, dass er in der betreffenden Sitzung dabei war. Er sagt, der Personalchef habe dem Kardinal die Liste vorgelegt: „Er hat sie gesehen.“ Quelle: Süddeutsche


10.11.2022 Die Staatsanwaltschaft Paris hat einen katholischen Priester in Untersuchungshaft genommen. Dem Priester, Anfang 50, wird vorgeworfen, einen 15-Jährigen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Er hat den Jugendlichen über eine App zur Partnersuche kennengelernt. Quelle: orf


10.11.2022 Christiane Florin kommentiert die Entwicklung im Erzbistum Köln. Quelle: deutschlandfunk


10.11.2022 Der vatikanische Kinderschutzexperte Hans Zollner plädiert dafür, dass die Namen der elf wegen Missbrauch oder Vertuschung angezeigten Bischöfe veröffentlicht werden, weil sonst die Gefahr bestünde, dass alle Bischöfe unter Generalverdacht gestellt würden. Dabei müsse das Zivilrecht eingehalten werden. Zollner spricht davon, dass die Enthüllungen „ein Licht auf ein umfassendes Versagen der Institution über Jahrzehnte hinweg“ werfe. Quelle: katholisch.de


9.11.2022 Synode der EKD, Plenum Teil 6 zum Beteiligungsforum. Livestream


9.11.2022 Der Missbrauchsskandal bei den Spiritanern in Irland hat größere Ausmaße als bisher angenommen. 223 ehemalige Schüler werfen 77 Patres an Ordensschulen vor, sie sexuell missbraucht zu haben. Quelle: katholisch.de


9.11.2022 Der frühere Leiter des Priesterseminars im Bistum Limburg hatte im Juni Suizid begangen, nachdem er von allen Ämtern freigestellt war, um Vorwürfe übergriffigen Verhaltens, die mehrere Personen geäußert hatten, zu prüfen. Das Bistum hat nach dem Suizid die Vorwürfe weiter geprüft – sie haben sich erhärtet, teilte das Bistum mit. Sie hätten disziplinarrechtliche Folgen gehabt, jedoch keine strafrechtlichen. Quelle: katholisch.de


9.11.2022 Die Erzdiözese Köln wies darauf hin, dass die Mitarbeiterin von Kardinal Woelki nicht wisse, „ob der Kardinal diese, eine andere oder gar keine Liste gesehen hat, behauptet dieses aber einfach ins Blaue hinein“. Die Erzdiözese warf ihr „weitere Spekulationen“ vor und kündigte an, arbeitsrechtliche Schritte zu prüfen. Quelle: katholisch.de


9.11.2022 Die Staatsanwaltschaft Köln hatte Ermittlungen gegen Kardinal Woelki  (Fall Pilz) abgelehnt, weil sie keinen Anfangsverdacht feststellen konnte. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn rechtfertigte die Entscheidung im Domradio-Interview. Prof. Dr. Holm Putzke, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht kritisiert die Staatsanwaltschaft Köln: Sie hätte zu früh aufgegeben, statt Befragungen anzustrengen. So entstehe der Eindruck einer Sonderbehandlung zugunsten der Kirche. Bereits Ende September hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen im Fall Pilz abgelehnt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut im Fall des Priesters Pilz. Auslöser dafür ist die Aussage einer Assistentin des früheren Personalchefs, dass Woelki bereits 2015 die Liste mit 14 Namen von Missbrauchstätern im Erzbistum Köln – unter ihnen W. Pilz – vorliegen hatte. Woelki hatte an Eides Statt versichert, dass er erst ab der vierten Juni-Woche 2022 mit dem Fall des früheren „Sternsinger“-Chefs Winfried Pilz befasst gewesen sei. Quelle: Domradio


8.11.2022 Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt muss nach Meinung von Betroffenen zum Topthema in der evangelischen Kirche werden. Das Beteiligungsforum ist „die letzte Chance“ für die Kirche, gemeinsam mit Betroffenen die Verbrechen unter ihrem Dach aufzuklären und aufzuarbeiten, sagte der Sprecher der Betroffenen, Detlev Zander, vor den 128 Delegierten der Synode in Magdeburg. Quellen: evangelisch.de   katholisch.de


8.11.2022 Insgesamt 77 Mitgliedern des
Heilig-Geist Ordens in Irland werfen 233 ehemalige Schüler sexuellen
Missbrauch vor. Bereits 2002 hatten zwei Brüder mehrere Klagen gegen
einen der mutmaßlichen Täter eingereicht. Der damals beschuldigte Pater
stritt alle Anschuldigungen ab. Im Jahr 2007 wurde das Strafverfahren
gegen ihn eingestellt, er starb im Jahr 2010. Öffentlich bekannt wurde
der Missbrauch an Schülern der Spirtaner-Priester erstmal im März 2009,
als ein Pater zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Ein anderer
Pater gab den Missbrauch an den Brüdern zu, lebte jedoch in Kanada. Zu
einem Verfahren kam es nicht, weil Kanada kein Auslieferungsabkommen mit
Irland hat. Quelle: standard


8.11.2022 Das Bistum Rochester, US-Bundesstaat New York, hat einem Vergleich zur Entschädigung von fast 500 Missbrauchs-Betroffenen zugestimmt. Es zahlte 55 Millionen Dollar in einen Treuhandfonds. Der Vergleich muss noch vom Gericht und von den Betroffenen genehmigt werden. Quelle: Kirche und Leben


8.11.2022 In der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena, Geldern, Bistum Münster, stehen sechs Personen bereit, die Missbrauchsopfern und deren Angehörigen, und darüber hinaus allen anderen Menschen für Gespräche bereit. Quelle: niederrhein-nachrichten


8.11.2022 Eine ehemalige Mitarbeiterin von Kardinal Woelki, Köln, berichtet, sie habe bereits 2015 eine Liste mit 14 Namen von früheren Missbrauchstätern erstellt und sie ihrem Chef zu einem Gespräch mit Woelki mitgegeben. Auf der Liste habe auch Winfried Pilz gestanden. Auf Nachfrage bei ihrem Chef, wie der Kardinal auf die Liste reagiert habe, sagte ihr Chef, „Das hat den Kardinal überhaupt nicht interessiert.“ [So viel zum Aufklärungsinteresse des Kardinals!] Woelki hat in einem presserechtlichen Verfahren versichert, erst ab der vierten Juniwoche dieses Jahres mit dem Fall befasst worden zu sein. Quelle: www1.wdr


8.11.2022 Das Bistum Münster hat bisher rund 4,3 Millionen Euro an die Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche gezahlt. Die Opfer beklagen allerdings, dass die ausgezahlten Summen nicht transparent seien. Quelle: www1.wdr


8.11.2022 Der emeritierte Papst Benedikt XVI. will sich nach einer Klage gegen ihn am Landgericht Traunstein verteidigen. Er habe seine Verteidigungsbereitschaft mitgeteilt, bestätigte eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Damit ist eine Hürde auf dem Weg zu einem möglichen Prozess genommen. Quellen: radio bamberg   Süddeutsche


8.11.2022 Das Bistum Eichstätt hat den nach dem früheren Bischof Alois Brems benannten Jugendpreis gestrichen. Brems wird die Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen. Quelle: radio-in


7.11.2022 Der französische Kardinal Jean-Pierre Ricard (78), früherer Erzbischof von Bordeaux und von 2001 – 2007 Vorsitzender der französischen Bischofskonferenz, hat sich wegen „verwerflichen Verhaltens“ vor 35 Jahren gegenüber einer 14-Jährigen  selbst bei der Bischofskonferenz angezeigt. Ricard sei von der Bischofskonferenz bei staatlichen und kirchlichen Stellen angezeigt worden. Erst im Februar 2022 war Ricard zum päpstlichen Delegierten für die Leitung der Foyers de Charité ernannt worden. Dort war es zu sexuellem Missbrauch von fast 50 Schülerinnen durch den Gründer und weitere „Väter“/Mitglieder gekommen. Ricard hat in Rom in einem Gremium mitgearbeitet, das sich mit dem Umgang mit sexueller Gewalt befasste. – Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof de Moulins-Beaufort, berichtete, dass elf pensionierte oder noch aktive französische Bischöfe von staatlichen oder kirchlichen Stellen untersucht wurden oder werden. Quelle: katholisch.de

Anmerkung: Verwundern muss nicht, dass auch kirchenleitende Personen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Bereits die MHG-Studie (S. 274) spricht von knapp 10 Prozent der Beschuldigten, die vor, während oder nach der Tat in höherer Verantwortung des kirchlichen Dienstes standen. 


6.11.2022 Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland sagte zu Beginn der EKD-Synode, die evangelische Kirche sei längst nicht an dem selbst gesteckten Ziel angekommen, wo Schutzkonzepte allerorten selbstverständliche Grundlage seien und auf die sich alle Beteiligten verlassen könnten. Sie kündigte an, den Austausch mit Betroffenen des Missbrauchs fortzusetzen. Quelle: DLF


6.11.2022 Die EKD-Synode wird sich vom 6.-9. November auch mit dem Thema sexueller Missbrauch und dem Disziplinarrecht beschäftigen. Der Themenkomplex sexueller Missbrauch wird vom Beteiligungsforum vorbereitet, in dem Betroffenen- und Kirchenvertreter*innen mitarbeiten. Künftig soll es keine Beschlüsse von Rat, Kirchenkonferenz oder EKD-Synode mehr geben, die nicht vom Beteiligungsforum gebilligt wurden. Quelle: Domradio


5.11.2022 In zweiter Instanz wurde ein katholischer Priester, 73, vom Landgericht Duisburg vom Vorwurf des Missbrauchs eines damals 17-jährigen Jungen freigesprochen, weil einvernehmlicher Sex zwischen einem Über-18-Jährigen und einem Über-14-Jährigen straffrei ist, wenn keine Abhängigkeit oder materielle Not des Minderjährigen ausgenutzt wird. Dass dies anders sein könne, sah des Gericht aufgrund der widersprüchlichen Aussagen und der starken Erinnerungslücken des heute 22-jährigen Mannes als nicht erwiesen an. Die kirchenrechtliche Untersuchung wegen eines Verstoßes gegen den Zölibat steht noch aus, die Suspendierung bleibt vorerst aufrechterhalten. Quelle: Neues Ruhrwort


4.11.2022 Die Theologische Fakultät der Universität Luzern hat Mary McAleese, 71,  mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die frühere irische Staatspräsidentin kritisierte den Vatikan für seine inkonsequente Haltung gegenüber dem Kinderschutz. Sie stellt fest: „In keinem einzigen Fall des sexuellen Missbrauchs war das Kirchenrecht in der Lage, etwas für die Opfer zu tun.“ Quelle: kath.ch


4.11.2022 Martin Schmitz hat ein Buch über seine Lebensgeschichte geschrieben: Der dunkle Hirte. Quelle: bistum-muenster


4.11.2022 Ein wegen sexuellen Missbrauchs an einer volljährigen jungen Frau unter Missbrauch eines Beratungsverhältnisses verurteilter evangelischer Pfarrer hat Rechtsmittel gegen seine Entlassung aus dem Dienst der bayerischen Landeskirche eingelegt. Er war im Dezember 2020 vorläufig vom Dienst in Wirbenz und im Dekanat Weiden suspendiert worden. Verurteilt wurde er zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung. Quelle: Süddeutsche


4.11.2022 Papst Franziskus mahnt in Bahrain die Einhaltung von Menschenrechten an und fordert die Anerkennung von Frauen „in Bildung, Arbeit sowie bei Ausübung ihrer sozialen und politischen Rechte“. Quelle: katholisch.de


4.11.2022 Hans Zollner kritisiert den Ausschluss von Frauen aus der traditionellen Priesterausbildung extrem schädliche Folgen habe, dass es keinen Erfahrungs- und Know-how-Transfer zwischen Bischofskonferenzen gebe und dass Workshops zum Thema Safeguarding hauptsächlich von Frauen besucht würden: „Es scheint, dass Männer nicht nur in der großen Mehrheit für das große Chaos und die Verletzungen verantwortlich sind, sondern auch davor weglaufen, sich dieser Realität zu stellen.“ Quelle: katholisch.de


4.11.2022 Im Fall des Kirchenmusikers Norbert Weber, der 2000 verstarb, haben sich inzwischen 17 Betroffene beim Bistum Passau gemeldet, die zwischen den 1960er und 1990er Jahren sexuell missbraucht wurden. Beim Sprecher im Betroffenenbeirat des Bistums Passau haben sich inzwischen weitere acht Betroffene gemeldet. Von Weber gibt es im Gotteslob, dem katholischen Kirchengesangbuch, 27 Kehrverse. Das Bistum Passau beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie es mit dem Vermächtnis eines Missbrauchstäters umgehen will. Quelle: br


3.11.2022 Die Kölner Staatsanwaltschaft teilte in der vergangenen Woche mit, nicht gegen Kardinal Woelki wegen Falschaussage zu ermitteln. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn erläutert nun diese Entscheidung. Quelle: katholisch.de


3.11.2022 Wenn Kleriker Täter werden, ist das früh angelegt, sagt der Psychiater Martin Flesch im katholisch.de-Interview: Zu oft diene die eigene Berufung als Ersatz für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. So entstehe der Nährboden für geistlichen Missbrauch aus der Struktur der Kirche. Quelle: katholisch.de


1.11.2022  Georg Menne wurde als Messdiener jahrelang von einem katholischen Priester sexuell missbraucht. Nun fordert er vom Erzbistum Köln Schadenersatz. Der Prozess beginnt Anfang Dezember. Ein irisches Missbrauchsopfer berichtet, dass die katholische Kirche Irlands nur deswegen zu Schadenersatzleistungen bereit war, weil die Politik die Betroffenen unterstützte. In Deutschland gibt es immer noch keine Unterstützung der kirchlichen Missbrauchsopfer durch die Politik. Quelle: zdf 


28.10.2022 Das Beteiligungsforum der EKD hat 17 Mitglieder, die alles gemeinsam entscheiden. In mehreren Untergruppen, den sogenannten Themen-AGs, werden Beschlussvorschläge erarbeitet. Für die Abstimmung im Forum ist eine doppelte Mehrheit, sowohl der EKD-Beauftragten als auch der Betroffenen nötig. Jährlich kostet das Forum 200.000 Euro. Bislang mache man erste gute Erfahrungen mit der Arbeitsstruktur. Zu den drängendsten Problemen gehöre das System der Entschädigungszahlungen. Dabei müssten die Spätfolgen stärker berücksichtigt werden. Zum 31.12.2021 lagen den Anerkennungskommissionen der Landeskirchen 757 Anträge auf Anerkennungsleistungen vor. Quelle: sonntagsblatt 


28.10.2022 Die Päpstliche Kinderschutzkommission kündigt an, ihren ersten Bericht zur weltweiten Lage binnen zwei Jahren veröffentlichen. Quelle: vaticannews


28.10.2022 In München trafen sich die Betroffenenbeiräte aller bayerischen Bistümer. Richard Kick, Sprecher des Münchner Beirats, berichtet über einen Mangel an Aktivität der Bistümer bei der Suche nach Missbrauchsfällen. Die Kirche arbeite nicht proaktiv auf. Die Bereitschaft der Bischöfe, sich in die Aufarbeitung einzubringen, sei unterschiedlich. Kardinal Marx nehme an zahlreichen Sitzungen des Beirats teil, in anderen Bistümern komme vom jeweiligen Bischof „kaum etwas zurück“, berichtet Kick und nennt das Erzbistum Bamberg als besonders auffallendes Beispiel. Quelle: Zeit


28.10.2022 Die gemeinsame, Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch der Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück hat am 25. Oktober 2022 in Hamburg ihre Tätigkeit aufgenommen. Quelle: Bistum Hildesheim


28.10.2022 Das Domkapitel des Bistums Münster will die nach der Studie der Uni Münster über sexuellen Missbrauch im Bistum Münster und seine Vertuschung geschlossene Bischofsgruft zu Allerheiligen für das Totengedenken wieder öffnen.  In der Gruft sind die früheren Bischöfe Lettmann, Tenhumberg und Keller beigesetzt, denen die Studie schwere Fehler im Umgang mit sexualisierter Gewalt nachgewiesen hat. Die Hinweistafel auf die Fehler der Bischöfe bleibt weiterhin dort. Damit sind die Überlegungen zu einer angemessenen Erinnerungskultur nicht abgeschlossen. Sie sollen weiter diskutiert werden. Vorschläge können eingereicht werden an betroffenenbeteiligung@gmail.com oder an interventionsbeauftragter@bistum-muenster.de. Auf dem Domherrenfriedhof des St.-Paulus-Doms sind die Weihbischöfe Josef Voß und Laurenz Böggering beerdigt, die sexuellen Missbrauch vertuscht haben. Bischof Genn bittet die Pfarreien, auf deren Friedhöfen Priester beerdigt sind, die sexuellen Missbrauch begangen oder vertuscht haben, über ein angemessenes Vorgehen nachzudenken. Quelle: katholisch.de


28.10.2022 Der Postulator im Seligsprechungsverfahren für den Schönstatt-Gründer Joseph Kentenich, Pater Eduardo Aguirre, geht davon aus, dass das nach Missbrauchsvorwürfen ausgesetzte Verfahren wieder aufgenommen werden wird. Aguirre geht davon aus, dass der Schönstatt-Gründer entlastet wird. Die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach hatte vor zwei Jahren Vorwürfe geistlichen und sexuellen Missbrauchs veröffentlicht („Vater darf das“). Aguirre bezeichnete die Vorwürfe als Denunziation. Quelle: katholisch.de


28.10.2022 Die französischen Behörden haben einen Auslieferungsantrag Kanadas für den mutmaßlichen Missbrauchspriester Johannes Rivoire, 92, abgelehnt, weil der Beschuldigte im relevanten Zeitraum französischer Staatsbürger gewesen sei und weil zwischen den fraglichen Ereignissen und der Anklageerhebung zu viel Zeit vergangen sei. Quelle: katholisch.de


28.10.2022 Im Erzbistum München gab es bis Anfang Juni 51 neue Meldungen über Grenzverletzungen und Missbrauch. In der WSW-Studie, die im Januar 2022 veröffentlicht wurde, war von 497 Opfern und 235 Tätern die Rede gewesen. Quellen: Süddeutsche   Spiegel


27.10.2022 Mit 33 von 34 Stimmen hat der Rat von Vreden beschlossen, die Bischof-Tenhumberg-Straße umzubenennen. In Oelde hingegen werden die drei Straßen, die nach den Bischöfen Heinrich Tenhumberg, Joseph Höffner und Michael Keller benannt sind, nicht umbenannt. Quellen: muensterlandzeitung  Die Glocke

Kommentar: Damit signalisiert die politische Gemeinde Vreden ihre Solidarität mit kirchlich Betroffenen im Bistum Münster und der politischen Gemeinde Oelde sind die Betroffenen gleichgültig.


27.10.2022 Der Strafrechtsprofessor Holm Putzke, Passau, hat den Strafverfolgungsbehörden eine zu große Zurückhaltung bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche vorgeworfen. In den Kirchen sei bei den Missbrauchsfällen ein anderer Maßstab angelegt worden als in sonstigen Fällen der Organisierten Kriminalität, sagte er. Wenn nun immer noch Akten auftauchten, wovon die Strafverfolgungsbehörden keine Kenntnis haben, dann verstärke das die Zweifel am oft beschworenen Aufklärungswillen und bestärke den Eindruck, dass die katholische Kirche mit der Aufarbeitung völlig überfordert sei. Quelle: Zeit


27.10.2022 Der frühere Freiburger Erzbischof und langjährige Personalchef Zollitsch nimmt ein Gesprächsangebot des Betroffenenbeirats „gerne und dankbar“ an. Quelle: Badische Zeitung


27.10.2022 Das Erzbistum München und Freising hatte bereits im Februar 1969 die Information über den Priester aus Eichstätt, dass dieser auf keinen Fall mit Religionsstunden in einer Mädchenschule oder Schule mit gemischten Klassen eingesetzt werden dürfe. Der Priester hatte sich 1969 im Erzbistum München um eine Stelle beworben. Im März 1969 teilte der Generalvikar des Bistums Eichstätt dem Erzbistum München mit, dass gegen den Priester eine Anzeige eines Vaters eines Schulkindes vorliege und ein möglicher Einsatz im Erzbistum München nicht mehr in Frage komme. Im Juli 1984 erfuhr das Erzbistum München durch ein Schreiben des Generalvikars von Eichstätt, dass es am 3.4.1969 einen Haftbefehl gegen den Priester gab, dass das Ermittlungsverfahren jedoch am 29.12.1976 wegen Verfolgungsverjhrung eingestellt wurde. U.a. sei dieses Schreiben an Kardinal Wetter gegangen. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat inzwischen vom Bistum Eichstätt erneut Unterlagen zu dem Fall angefordert. Bereits 2018 wurden Personalakten an die Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegeben. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es gab also viele Mitwisser: Bischof Stehle, Bistum Eichstätt, Erzbistum München unter Kardinal Wetter…..


27.10.2022 Die Staatsanwaltschaft Köln lehnt Ermittlungen gegen Kardinal Woelki ab, die eine eidesstattliche Versicherung zu einem beförderten Priester betrifft. Woelki hatte eingeräumt in der eidesstattlichen Versicherung, dass er von einem sexuellen Kontakt des Pfarrers mit einem Prostituierten wusste, aber Woelki wusste nicht, dass der Geistliche strafbaren sexuellen Missbrauch an dem Prostituierten gestanden habe. Auch weitere Gerüchte habe Woelki gekannt, er sei jedoch von Fürsprechern des Pfarrers informiert worden, dass sich die Gerüchte nie bestätigt hätten. Quelle: katholisch.de


26.10.2022 Bischof Hanke, Eichstätt, bestätigt, dass sein Vorgänger Alois Brems einem Kleriker, der mit Haftbefehl gesucht wurde, die Flucht ermöglicht hat. Quelle: Domradio


26.10.2022 Die Heinrich-Tenhumberg-, die Joseph-Höffner- und die Michael-Keller-Straße in Oelde werden nicht umbenannt. Diese drei Bischöfe haben an der Vertuschung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche mitgewirkt. Quelle: Die Glocke


26.10.2022 Im Bistum Eichstätt gibt es nun einen Betroffenenbeirat, Ansprechpartner für andere Betroffene ist Udo Holy. Quellen: bistum-eichstaett   Domradio


26.10.2022 Bischof Hanke, Eichstätt, bestätigt, dass Bischof Dr. Brems und enge Mitarbeiter geholfen haben, dass ein Priester sich dem Haftbefehl durch Flucht ins Ausland entziehen konnte. Hanke bestätigt auch, dass der wegen Missbrauch Gesuchte vom Bistum weiterhin materielle Unterstützung erhielt. Der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und dem Bistum ist dies seit längerem bekannt. Quelle: Domradio


26.10.2022 Das US-Bistum Buffalo wird unter unabhängige Aufsicht gestellt. Es verpflichtet sich, glaubhaft des Missbrauchs beschuldigte Priester zu überwachen und die Ergebnisse jährlich einer ehemaligen FBI-Expertin zur Prüfung vorzulegen. Diese soll die Öffentlichkeit regelmäßig über die Fortschritte informieren. Das Prozedere gilt für mindestens drei Jahre; die Kosten übernimmt die Kirche. Quelle: katholisch.de


26.10.2022 Ein früherer Osnabrücker Pfarrer wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung verurteilt. Zudem muss der 58-Jährige 10.000 Euro an den Kinderschutzbund Osnabrück zahlen. Das Amtsgericht Osnabrück befand den katholischen Priester für schuldig, sich insgesamt 6.600 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt beschafft und gespeichert zu haben. Quelle: katholisch.de


25.10.2022 Katholische Hilfswerke in Deutschland fordern bei ihren Projektpartnern im Ausland Konzepte zum Schutz vor Missbrauch. EWer kein Konzept vorweisen kann, soll keine Gelder mehr erhalten. Quelle: ORF


25.10.2022 Das Hilfswerk missio München war darüber informiert, dass sich 1969 ein Priester des Bistums Eichstätt nach Afrika abgesetzt hat, weil er polizeilich gesucht wurde. Der damalige Eichstätter Bischof Alois Brems leitete sein Schreiben vom 26.7.1974 an missio München weiter. Der Zeitpunkt, zu dem missio München informiert war, ist jedoch unklar. Das Hilfswerk drängt nun auf eine externe Untersuchung. Quelle: katholisch.de


25.10.2022 Eine Erklärung des Alterzbischofs Robert Zollitsch stößt beim Betroffenenbeirat des Erzbistums auf Protest und Unverständnis: Die Mitglieder fordern Handeln statt Worte. Quellen: katholisch.de   Neues Ruhrwort   Brief


25.10.2022 Der Missbrauchsbericht des Erzbistums Freiburg wird wegen rechtlicher Bedenken um sechs Monate auf Ende April 2023 verschoben. Der Freiburger Generalvikar Christoph Neubrand sagt, der Bericht solle gründlich sein und da sei die Zeit zweitrangig. Der Betroffene Hildebrandt berichtet, dass viele in Oberharmersbach in ihm den Mörder des Pfarrers Franz B., der 1995 Selbstmord begangen hat, gesehen haben, weil er den Pfarrer angezeigt hat. Report Mainz berichtet, dass der Kollege von Franz B., Pfarrer Alfred Haas, aus Andeutungen bereits 1991 von Missbrauch an Messdienern wusste und zunächst mit dem Wunsch nach Ortswechsel reagierte, „damit hier nichts mehr geschieht“. Auch Haas wollte keinen Skandal. Wenige Monate später wurde ihm jedoch klar, dass dies ein Fehler war, denn auch sein Neffe wurde zum Opfer von Franz B.. So informierte er Anfang 1992 Herrn Zollitsch, den damaligen Personalreferenten des Erzbistums Freiburg. – 1991 war Franz B. „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand versetzt worden mit der Auflage, keine Kontakte zu früheren Gemeindemitgliedern zu haben, schon gar nicht zu Kindern oder Jugendlichen. Franz B. hielt sich nicht an die Auflage. Quelle: Tagesschau 


24.10.2022 Daniel Deckers kommentiert die Vertuschung der Straftaten des Erzbischofs Michel Santier, Frankreich, an der sowohl die französische Bischofskonferenz als auch Papst Franziskus beteiligt ist: „Mittlerweile ist die Frage nicht mehr die, wie die von diesen Männern beherrschte Kirche noch zu retten ist, sondern ob es für sie überhaupt noch Hoffnung geben kann.“ Quelle: FAZ


24.10.2022 In Australien wird ein Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in das Leitungsgremium des Entschädigungsprogramms aufgenommen. Damit sei die erste von 38 Empfehlungen des Bund-Länder-Gremiums erfüllt. Die Regierung hat vor, sich Anfang 2023 zu ve´n verbleibenden 37 Empfehlungen zu äußern. Quelle: Neues Ruhrwort


24.10.2022 Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) hat die Bundesregierung – nach den Grünen – dazu aufgefordert, sexuellen Missbrauch in Seelsorgebeziehungen als Erweiterung in Paragraf 174c des Strafgesetzbuchs aufzunehmen. Quelle: katholisch.de


24.10.2022 Der Priester, dem vom Eichstätter Bischof Alois Brems (1968 – 1984) die Flucht vor einer drohenden Festnahme wegen sexuellen Missbrauchs ermöglicht wurde und der ab 1969 in Afrika und ab 1973 in Lateinamerika untertauchte, war nach seiner Rückkehr nach Deutschland – nachdem die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt worden waren – von Herbst 1984 bis 1986 in Garching an der Alz eingesetzt. In diesem Ort wurde 1987 dann der Missbrauchstäter Peter H. eingesetzt. Das Erzbistum München und Freising rief mögliche Opfer des Eichstätter Priesters auf, sich zu melden. Das Erzbistum München wusste seit dem 8.8.2022 von dem Fall und informierte die Gemeinde Garching an der Alz am 22./23.9.2022. Das katholische Missionswerk missio München war spätestens seit 1974 darüber informiert war, dass deutsche Ermittler nach dem Mann fahnden. Quelle: katholisch.de


23.10.2022 Die Staatsanwaltschaft hat zwei Jahre nach Bekanntwerden schwerer Missbrauchsvorwürfe in dem katholischen Piusheim bei München die Ermittlungen eingestellt, weil sich kein Anfangsverdacht gegen eine konkrete Person ergeben habe. Matthias Katsch, Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, fordert eine Untersuchungskommission im bayerischen Landtag. Quellen: Domradio  infranken   Süddeutsche 


23.10.2022 Hier ist nachzulesen, wie mit einer kirchlich betroffenen Frau nach einer Anzeige umgegangen wird. Quelle: reporterdesk


22.10.2022 Das internationale Netzwerk «Catholic Women’s Council» (CWC) hat einen Bericht über Diskriminierung von Frauen in der katholischen Kirche vorgelegt und reagierte damit auf den von Papst Franziskus eingeleiteten synodalen Prozess. Weltweit bemängeln die meisten Frauen ihre fehlende Entscheidungsbefugnis in der Kirche. Viele erhalten für ihre Arbeit kein Geld. In Afrika wird die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen durch das Patriarchat, durch hierarische Strukturen und die männliche Vorherrschaft im katholizismus noch verstärkt. Als eine der Ursachen für ihre Ausbeutung durch die Kirche identifizieren sie eine „romantisierte Marientheologie“. In Nordamerika werden vor allem dunkelhäutige und hispanische Katholikinnen ausgegrenzt. In Europa beklagen Frauen, dass ihre Arbeit als blosse Unterstützung für den Pfarrer gewertet werde. Quellen: kath.ch   Bericht des CWC


22.10.2022 Bischof Alois Brems, Bischof von 1968 – 1984 im Bistum Eichstätt, hat offenbar in den 1960er-Jahren einem Pfarrer, der wegen sexuellen Missbrauchs von Mädchen und jungen Frauen polizeilich gesucht wurde, die Flucht ermöglicht. Bischof Brems soll dem Pfarrer geholfen haben, sich mit einem anderen Namen zu tarnen. Der Geistliche konnte sich rechtzeitig absetzen, er wurde Missionar in Afrika und später in Lateinamerika. Möglicherweise hatte er auch die Unterstützung von Bischof Stehle. Der Pfarrer stammte aus einer mittelfränkischen Kleinstadt. Nach seiner Rückkehr in den 1980er Jahren habe der Priester in Deutschland unbescholten weiter als Gemeindeseelsorger gearbeitet und Jugendarbeit gemacht. 2016 sei er gestorben. Er starb  2016.  Die Aufarbeitungskommission der Diözese Eichstätt prüft derzeit eine Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes. Quellen: Donaukurier   Spiegel   BR


21.10.2022 Ein Projekt zur Aufarbeitung von Missbrauch in der Katholischen Kirche im Bistum Limburg hat auch die Frage nach der Theologie gestellt. Drei Themenfelder wurden dabei deutlich: Gottesbild, Heiligkeit und Hoffnung. Knut Wenzel (Frankfurt) entwickelt anhand der Ergebnisse Auswegperspektiven. Teil I    Teil II


21.10.2022 Das sozial- und heipädagogische Heim Vinzenzwerk in Münster hat vor, bei der Aufarbeitung noch ermutigender auf Betroffene zuzugehen und weitere Möglichkeiten des Zugehens zu nutzen. Nicht jedoch will das Vinzenzwerk Briefe oder Meldebögen verwenden, vielmehr will es Offenheit signalisieren, um mögliche Gewalt und sexuelle Übergriffe aufzuklären. Die Einrichtung ist auf Meldungen Betroffener angewiesen, weil es keine Personalakten aus vergangenen Jahrzehnten gibt. Das sagte der Geschäftsführer der Einrichtung, Bernhard Paßlick. Er kritisierte die früheren Träger des Heims, die Schwestern Unserer Lieben Frau, die das Heim bis 2018 führten. Sie seien unprofessionell und überfordert gewesen, hätten entwürdigende Erziehungsmaßnahmen und Gewalt, ebenso wie das Vertuschen sexuellen Missbrauchs ermöglicht. Die Provinzoberin des Ordens, Schwester Josefa Maria Bergmann, fordert ein differenziertes Bild der Situation. Sie sagt: „Wir tragen deshalb seit vielen Jahren nach unseren Möglichkeiten zur Aufarbeitung bei – die Betroffenen haben ein Recht darauf.“ Quelle: Kirche und Leben


21.10.2022 In Großbritannien wurde der Abschlussbericht „Independent Inquiry into Child Sexual Abuse“ (IICSA) vorgelegt. Er war 2015 nach dem Skandal um den BBC-Moderator Jimmy Savile veranlasst worden. 15 Bereiche wurden untersucht, u.a. die katholische und anglikanische Kirche in England und Wales, andere religiöse, staatliche und sonstige Einrichtungen. Der Bericht spricht von einer „unangemessenen Ehrerbietung“ von Polizei, Staatsanwälten und Parteien vor Prominten, die des Missbrauchs beschuldigt werden.Sie IICSA schätzt, dass in Großbritannien jedes sechste Mädchen und jeder zwanzigste Junge vor dem 16. Lebensjahr sexuell missbraucht wurde. Viele Einrichtungen hätten noch immer keine angemessenen Schutzmaßnahmen. Missbrauch sei ein „ständig wachsendes Problem und eine nationale Epidemie, sagt der Bericht. Der römisch-katholischen Kirche bescheinigt er eine „traurige Geschichte des sexuellen Missbrauchs von Kindern“. Zwischen 1970 und 2015 habe es 3.000 Beschwerden und 133 Verurteilungen gegeben.  Der Katholikenrat, den die Katholische Bischofskonferenz von England und Wales zur Missbrauchsaufarbeitung eingerichtet hat, versprach, die Empfehlungen des Berichts zu prüfen. Quellen: Domradio  Der Report   vaticannews


21.10.2022 Bischof Michel Santier, Créteil, war 2021 aus gesundheitlichen Gründen und wegen der schlechten Atemluft in Paris vorzeitig zurückgetreten. Von den Missbrauchsvorwürfen von zwei jungen Männern, die er 2019 eingestanden hatte, erzählte er auch seinen Bischofskollegen nicht. Nun sagt ein Kollege, er fühle sich betrogen und belogen. Ein zweiter Bischofskollege zeigt sich ratlos darüber, dass Santier so lügen konnte, das sei nicht das Gesicht, das der Kollege von ihm kannte. Pierre D’Ornellas, Erzbischof von Rennes, erklärte, die Kirche vertusche nicht mehr, aber sie müsse lernen, wahrhaftig zu sein und den Gläubigen zu vertrauen, dass sie die Wahrheit annehmen können. Quellen: actu.fr   katholisch.de   vaticannews


21.10.2022 Im Erzbistum Paderborn gibt es nun ein Seelsorge-Angebot für kirchlich Betroffene. Quelle: erzbistum-paderborn


21.10.2022 Mitte Februar 2023 soll die Aufarbeitungsstudie des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung München (IPP) zu sexuellem Missbrauch im Bistum Essen vorgestellt werden. Quelle: Domradio


20.10.2022 Der Co-Autor der Münsteraner Missbrauchsstudie Dr. David Rüschenschmidt stellte auf Einladung des kirchlichen Gymnasiums und der katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus in Werne die Studie vor. Keine 20 Frauen und Männer waren der Einladung gefolgt. Den Referenten überraschte das nicht: „Wir werden gar nicht so oft von Gemeinden angefragt, wie man vielleicht denkt.“ werne-plus


20.10.2022 Erzbischof Lebrun von Rouen, Metropolitanbischof und damit zuständig für Bischof Michel Santier, Créteil, informiert die Öffentlichkeit, dass sich weitere Personen gemeldet haben, die von Santier als junge Erwachsene missbraucht wurden. Lebrun habe Anzeige erstattet und die Glaubenskongregation informiert. Quelle: actu.fr


20.10.2022 Missbrauch wurde in der katholischen Kirche in Afrika verleugnet und ignoriert. Jacinta Ondeng, eine Ordensfrau, berichtet im Interview, wie sie das Thema in Nairobi angeht. Quelle: katholisch.de


20.10.2022 Rechtsanwalt Björn Gercke hat im März 2021 das Missbrauchsgutachten des Erzbistums Köln vorgelegt, in dem Kardinal Woelki keinerlei Pflichtverletzungen bescheinigt wurden. Nun ist RA Gercke Rechtsbeistand von Kardinal Woelki in Verfahren, die gegen Woelki laufen. Die Strafrechtlerin Jessica Hamed kritisiert, dass aus Woelkis einstigem „Aufklärer“ sein Verteidiger geworden sei. Gercke wies die Kritik zurück. Quelle: katholisch.de


20.10.2022 Aus 23 Ländern Lateinamerikas und der Karibik beantworteten 1.417 Ordensfrauen eine anonyme Umfrage. 51,9 Prozent berichteten von Machtmissbrauch durch ihre Oberen, wie der lateinamerikanische Ordensverband CLAR mitteilte.34,2 Prozent berichteten von Machtmissbrauch durch Priester, 23,1 Prozent von Machtmissbrauch durch Ausbilder und 10 Prozent von Machtmissbrauch durch Bischöfe. 61 Prozent berichteten, dass geistlicher Missbrauch geleugnet werde, 30 Prozent sagten das Gegenteil. 14,3 Prozent der Ordensfrauen sprachen von sexueller Belästigung durch Priester, 9,7 Prozent von sexueller Belästigung durch Laien, acht Prozent von sexueller Belästigung durch andere Ordensleute. 19,8 Prozent der Ordensleute waren laut der Umfrage selbst Opfer sexuellen Missbrauchs. Quelle: vaticannews


19.10.2022 Die katholische Kirche in Spanien hat eine Website zu Aufklärung und Bekämpfung von sexuellem Missbrauch freigeschaltet: www.paradarluz.com. Quelle: Neues Ruhrwort


19.10.2022 Gemeindemitglieder von St. Agatha, Gronau-Epe im Bistum Münster, beklagen, dass sie vom Bistum nicht einmal nach Veröffentlichung der Studie der Uni Münster über bereits bekannte Vorwürfe gegen Pfarrer T. und Kaplan H. informiert wurden. Zu Pfarrer T. liegen acht Meldungen vor, zu Kaplan H. sind sechs Fälle bekannt, fünf davon aus Epe. Quelle: Kirche und Leben


18.10.2022 Bischof Genn, Münster, hat sich in Epe beim 130. Kirchweihfest der Pfarrei St. Agatha dafür entschuldigt, dass erst jetzt über Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pfarrer und einen Kaplan informiert werde. Heute findet um 19:30 Uhr wegen der Vorwürfe ein offener Gesprächsabend in der St. Agatha Kirche statt, an der der Interventionsbeeauftragte des Bistums teilnimmt. Quelle: radiowmw


18.10.2022 Der Bischof von Créteil, Michel Santier, trat 2021 vorgeblich „aus Gesundheitsgründen/Corona“ zurück. In Wirklichkeit war Santier 2019 von zwei Männern angezeigt worden, sie in den 1990er-Jahren im Bistum Coutances als Leiter einer „Gebetsschule“ für junge Erwachsene geistlich und sexuell – auch im Umfeld von Beichten – missbraucht zu haben. Der Vatikan wusste seit 2019 davon. Er wusste auch, dass der Beschuldigte die Taten gegenüber dem zuständigen Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, 2019 eingeräumt hat. Santier begründete sein Rücktrittsgesuch gegenüber den Gläubigen mit seinem gesundheitlichen Zustand und „anderen Schwierigkeiten“, die er „durchgemacht habe„. Genaueres berichtete er nicht. Kirchenrechtlich wurde Santier ein „Leben des Gebets und der Buße“ auferlegt. Auf ein straf- oder zivilrechtliches Verfahren haben die Betroffenen verzichtet. Santier hatte 1977 eine Neue Geistliche Gemeinschaft gegründet und galt in den 1990er Jahren als führend in der charismatischen Erneuerung.  Von 2002 bis 2005 war er Vorsitzender des bischöflichen Komitees für geistliche Erneuerungsbewegungen. Quellen: katholisch.de   Domradio


18.10.2022 Bischof Fürst, Rottenburg-Stuttgart, hat einen leitenden Pfarrer im Dekanat Ostalb vom Dienst freigestellt. Ministranten warfen dem Priester in einem Brief an das Bistum Übergriffigkeit und Grenzverletzungen vor. Die Gemeinden wurden vom Dekan über die Freistellung informiert. Erste Befragungen Betroffener – dem Vernehmen nach durch einen vom Bischof beauftragten Juristen des Offizialats, nicht durch Mitglieder der KsM – gab es bereits. Die Diözese will alles tun, um die Vorwürfe gründlich aufzuklären. Quelle: katholisch.de  s. auch die Erfahrungen eines Betroffenen


17.10.2022 Eine Kommission der evangelischen Landeskirche Hannover hat mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen gegen einen 2011 gestorbenen Pastor aus Hermannsburg begonnen. Im Januar 2023 ist ein öffentlicher Aufruf geplant, damit Betroffene direkt Kontakt aufnehmen können. Dem Pastor wird vorgeworfen, in den 1980er Jahren als Leiter einer von ihm gegründeten Bruderschaft seine Macht benutzt zu haben, um Mitglieder der Bruderschaft sexuell zu missbrauchen. Bekannt ist derzeit mindestens ein minderjähriges Opfer. Die Kommission will ihre Ergebnisse im Oktober 2024 vorlegen. Quelle: stern


17.10.2022 Kurienkardinal Robert Sarah hat eine Rückbesinnung auf Rolle und Aufgabe der Priester gefordert. Er sagt: „Der Priester ist kein Mensch wie jeder andere.“ Quelle: katholisch.de

Kommentar: Kardinal Sarah hat offensichtlich die Diskussion der letzten Jahrzehnte über systemische Ursachen von Missbrauch durch Kleriker nicht mitbekommen.


17.10.2022 Die Studie zum Umgang mit Missbrauchsfällen unter dem früheren Trierer Bischof Bernhard Stein (1967–1980) wird nicht Mitte Oktober, sondern voraussichtlich im Dezember 2022 erscheinen. Grund für die Verzögerung sei der „deutlich größere Rechercheaufwand“ der Forscher der Uni Trier, teilte ein Sprecher der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier mit. Quelle: Volksfreund


17.10.2022 Inzwischen haben der Öffentlichkeit ca 90 Prozent der 200 Bistümer in den USA Listen glaubhaft beschuldigter katholischer Kleriker vorgelegt. Erzbischof Salvatore Cordileone, Diözese San Francisco, hat bislang keine Dokumentation vorgelegt. Das Erzbistum San Franciso begründet dies damit, dass es Anschuldigungen an die zuständigen Behörden und einen unabhängigen Untersuchungsausschuss weiterleitet. Die Opferorganisation SNAP hat nun ihrerseits eine Liste mit 312 mutmaßlichen Priester-Tätern präsentiert – nach Recherchen in Gerichtsakten, kirchlichen Dokumenten und Interviews mit Betroffenen. Der SNAP-Direktor von Nordkalifornien, Joey Piscitelli, vermutet, dass Cordileone Schadenersatzklagen gegenüber der Erzdiözese vermeiden will und sagt, die Intransparenz sei Teil einer Verschleppungstaktik. Zudem besteht der Verdacht, dass Cordileone sich vor der Wahl des Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz Mitte November als unerschrockener Verteidiger der Kirche darstellen will, weil er sich um die Nachfolge bemüht. Quelle: katholisch.de


17.10.2022 Werner Kleine legt im Blick auf die katholischen Bischöfe, die die Aufklärung der Missbrauchsfälle im katholischen Kontext nicht voranbringen und keine Verantwortung übernehmen, den Finger in die Wunde: „Wer zuviel davon redet, in einem Lernprozess zu sein, aber durch seine Taten bekundet, nichts gelernt zu haben, ist nicht einfach paradox, sondern schlicht unglaubwürdig.“ Quelle: katholisch.de


17.10.2022 Die „Initiative Sauerteig“, Garching an der Alz, Erzbistum München, appelliert an Kardinal Ratzinger, sich an der gerichtlichen Aufarbeitung des Falles Peter H. zu beteiligen. Dem Landgericht Traunstein liegt eine sog. Feststellungsklage eines Mannes vor, der nach eigenen Angaben von dem Wiederholungstäter Peter H. missbraucht wurde. Ratzinger, damals Erzbischof von München, hatte Peter H. trotz dessen Vorgeschichte als Missbrauchstäter wieder in der Seelsorge eingesetzt, wo er erneut übergriffig wurde. Das Gericht hat ein Vorverfahren eingeleitet und den emeritierten Papst, Kardinal Ratzinger, um eine Stellungnahme gebeten. Quelle: Süddeutsche


16.10.2022 Die Partei „Die Grünen“ hat einen Antrag verabschiedet, der Missbrauch in religiösen und weltanschaulichen Institutionen in das Strafgesetzbuch aufnehmen soll. Bislang umfasst der Paragraf 174 StGB explizit Missbrauch durch Ärzte und Therapeuten, nicht jedoch sexuelle Handlungen im institutionell religiösen oder weltanschaulichen Kontext, die unter Missbrauch eines Beratungs- oder Begleitungsverhältnisses geschehen.Quelle: Kirche und Leben

Kommentar: Im April 2001 hatte die Staatsanwaltschaft Mainz im Fall des Weihbischofs Eisenbach entschieden, dass ein Antrag einer Klägerin wegen sexuellem Missbrauchs unbegründet sei, weil es im Strafgesetz keinen Paragrafen gibt, der – auch vom Bistum Mainz eingestandene – Übergriffe in der Seelsorge thematisiert. Das Bistum Mainz hatte damals die gerichtliche Entscheidung begrüßt und damit verhindert, dass Seelsorgekontakte gesetzlich verankert geschützt sind. Damals sagte der Bistumsprecher Jürgen Strickstock:  „Fragwürdige Versuche, dem Weihbischof ein Strafverfahren aufzwingen zu wollen, sind nun endgültig gescheitert.


15.10.2022 Kardinal Marx, München, kritisiert den Vatikan im Fall des Kölner Erzbischofs Woelki, dass ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren fehle. Marx erinnert zudem an die Apostolische Visitation, deren Bericht niemand kenne. Quelle: Kirche und Leben


15.10.2022 Bei einem Gesprächsabend in Kapellen wurde deutlich, dass der Geistliche J.G., der von 1961 bis 1980 Priester in der Gemeinde war, zwei Männer und drei Frauen missbraucht hat. Erste Informationen erhielt das Bistum Münster im Februar 2022. Beim Bistum meldeten sich auch Personen, die sagten, die Vorwürfe könnten nicht wahr sein. Der Interventionsbeauftragte machte erstmals öffentlich, dass es in Geldern einen weiteren Missbrauchsfall gab. Ein Mann hatte gemeldet, dass er in den 1960er-Jahren vom damaligen Pfarrer H.P. missbraucht wurde. H.P. war von 1968 bis 1978 Pfarrer in Geldern. Eine weitere Person habe sich nach der Veröffentlichung der Studie gemeldet. Quellen: bistum-muenster   Kirche und Leben


14.10.2022 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kritisiert die öffentliche Erklärung des emeritierten Erzbischofs Zollitsch, Freiburg. Zollitsch scheine „unfähig, seine persönliche Schuld konkret zu bekennen und konkrete Verantwortung für den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen zu übernehmen.“ Er inszeniere sich als „geläuterter, reumütiger Mann… der seit 2010 intensiv an der Aufarbeitung des Missbrauchs mitgewirkt“ habe, aber er habe nichts dazugelernt. Der Betroffenenbeirat bei der DBK will im Gespräch mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Bischof Dieser, und seinem Stellvertreter, Erzbischof Burger (Freiburg) das Vorgehen von Zollitsch thematisieren. Quelle: katholisch.de   Entschuldigungsvideo   Kirche und Leben


14.10.2022 Die Grünen wollen sich auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz mit dem Thema Missbrauch befassen. Sie fordern in einem Antrag, dass auch Missbrauch in religiösen und weltanschaulichen Institutionen in den Paragrafen 174c des Strafgesetzbuches aufgenommen wird. Quelle: Süddeutsche


14.10.2022 Der für Oktober geplante Missbrauchsbericht des Erzbistums Freiburg wurde auf April 2023 verschoben. Grund dafür ist, dass der frühere Erzbischof Zollitsch umfassende Akteneinsicht gefordert hat, die erst noch von einem in Auftrag gegebenem Rechtsgutachten geklärt werden muss. Quelle: Spiegel


12.10.2022 Erzbischof Schick, Bamberg, nahm an einem Treffen mit rund 250 Personen aus der Gemeinde Wallenfels teil. Die Anwesenden übten Kritik daran, dass ein Gemeindeseelsorger viele Jahre weiterarbeiten durfte, obwohl Vorwürfe gegen ihn seit 1963 aktenkundig waren. In Wallenfels arbeitete der Pfarrer von 1970 bis 1995. Quelle: katholisch.de


12.10.2022 Die für Oktober angekündigte Missbrauchsstudie zur Rolle des früheren Trierer Bischofs Bernhard Stein (1904-1993) verzögert sich, weil neue Akten gefunden wurden und sich weitere Zeitzeugen gemeldet hätte. Das sagte der Sprecher der Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Trier, Gerhard Robbers. Geplant ist nun, dass der Berichte Mitte Dezember erscheint. Quelle: katholisch.de


11.10.2022 Die Kommission, die den sexuellen Missbrauch von Kindern in der portugiesischen katholischen Kirche untersucht, hat bereits 424 Zeugenaussagen von mutmaßlichen Opfern gesammelt. Pedro Strecht, Leiter der Kommission, sagt, die Zahl der tatsächlichen Fälle sei viel höher. 17 Fälle werden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, 30 Fälle werden noch geprüft, die anderen sind verjährt. Ein Abschlussbericht sollim Januar 2023 vorgelegt werden. Ein Fall betrifft den Vorsitzenden der Portugiesischen Bischofskonferenz, Jose Ornelas. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil eine Lehrerin (ein Lehrer?) Ornelas vorwirft, 2011 sexuellen Missbrauch in einem Waisenhaus in Mosambik vertuscht zu haben. Ornelas – damals für die Mission zuständig – habe nichts wegen des sexuellen Missbrauchs durch zwei italienische Priester unternommen. Die Bischofskonferenz sagt, Ornelas habe den Fall der örtlichen Gemeinde in Mosambik gemeldet, die jedoch keine Beweise für Missbrauch gefunden habe. Quelle: towleroad


11.10.2022 Ein Elchinger katholischer Pfarrer, Bistum Augsburg, erhielt einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Er hat Einspruch eingelegt. Quelle: swp


11.10.2022 Mitglieder des Seelsorgeteams von St. Maria-Magdalena in Geldern und der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, laden am 13.10.2022, 19:30 Uhr im Saal in St. Bernadin/Kapellen zu einem Gesprächs- und Informationsabend ein. Die Gemeinde ist von Missbrauch durch einen katholischen Priester betroffen. Es besteht Gesprächsbedarf. Quelle: st-mariamagdalena-geldern


10.10.2022 Nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen einen 2005 verstorbenen Pfarrer in der Gemeinde Wallenfels, Landkreis Kronach, Erzbistum Bamberg, haben sich weitere sechs mutmaßliche Opfer beim Erzbistum Bamberg gemeldet. Zuvor waren bereits fünf Fälle bekannt. Erzbischof Ludwig Schick hat einen Besuch in Wallenfels angekündigt. Quelle: br


10.10.2022 Der Generalsekretär der Chilenischen Bischofskonferenz, Bischof Sergio Hernan Perez de Arce Arriagada, entschuldigte sich bei kirchlichen Missbrauchsopfern. Quelle: domradio


10.10.2022 Bischof José Ornelas, Vorsitzender der Portugiesischen Bischofskonferenz, soll als Ordensoberer einen zweiten Missbrauchsfall vertuscht haben. Der Bischof beteuert seine Unschuld. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Quelle: katholisch.de


9.10.2022 Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen hat durch eine Satzungsänderung festgelegt, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt innerhalb der katholischen Kirche künftig einen festen Sitz im Katholikenrat des Bistums Dresden-Meißen haben sollen. Quelle: katholisch.de


9.10.2022 Vor einer SWR-Veranstaltung zur Zukunft der katholischen Kirche wirft ein Opferverband dem Trierer Bischof Ackermann schwere Versäumnisse bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs vor. Der SWR überträgt die Diskussion als Livestream ab 18:30 Uhr. Quelle: swr   Livestream


9.10.2022 Gegen den verstorbenen Pfarrer Thijssen und den verstorbenen Kaplan H. in der Pfarrei St. Agatha in Epe, Bistum Münster, gibt es je einen neuen Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Kaplan H. war an folgenden Orten eingesetzt: Beelen (1945), Ahlen, St. Marien (1951), Duisburg-Hamborn, Liebfrauen (1954), Epe, St. Agatha (1958. Er starb 1961. Pfarrer Thijssen war 1950 zur Aushilfe in St. Maria Magdalena Goch, ab 1951 Kaplan in Gescher; 1958 wurde er Kaplan in Herz Jesu Rheine, 1962 Pastor und 1963 Pfarrer in St. Konrad Rheine-Gellendorf. 1983 wechselte er nach Gronau-Epe, eher er 1984 emeritiert wurde und 2007 starb. Quellen: wn   Kirche und Leben


7.10.2022 Auch die letzten beiden in Deutschland bestehenden kirchlichen Vereine der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ (KIG), in dem es zu massivem geistlichem Missbrauch kam, stehen vor der Auflösung. Nun sollen auch die in den (Erz-)Bistümern Paderborn und Rottenburg-Stuttgart noch bestehenden kanonischen Vereine aufgelöst werden. Quelle: katholisch.de


7.10.2022 Das Grab des Missbrauchstäters Pfarrer Jungnitsch, Heidenau im Bistum Dresden-Meißen, wurde geöffnet und ein Vaterschaftstest durchgeführt, dessen Ergebnis auf Wunsch der Antragstellerin nicht veröffentlicht wird. Die Gemeinde will sich weiterhin mit dem Erbe der Taten auseinandersetzen durch einen Ausbau der Gedenkkultur und durch eine Vortrags- und Gesprächsreihe. Der Gemeindereferent Kirtzel formuliert das Anliegen so: „Wir hoffen, so als Gemeinde und Kirche angemessen einen Weg finden zu können, sodass nie wieder die Betroffenen und deren Erfahrungen aus unserer Mitte verdrängt werden. Der Weg hinaus führt hindurch.“ Quelle: Bistum Dresden-Meißen


6.10.2022 Sexuelle Gewalt in der Kirche wird nach Einschätzung des vatikanischen Kinderschutzexperten Hans Zollner weltweit zunehmend als Problem erkannt. Quelle: katholisch.de


6.10.2022 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg erklärte, es müsse sich zeigen, ob Zollitsch die ausgedrückte Reue ernst meine. Bislang habe Zollitsch nichts Konkretes unternommen, um das Leid der Betroffenen zu schmälern, kritisierte der Beirat. Denkbar wäre etwa die Gründung einer Stiftung für Betroffene. Und Zollitsch sollte im direkten Gespräch mit Betroffenen jene Fragen beantworten, „die seit Jahrzehnten nicht beantwortet wurden“.  Zur Erklärung des Freiburger Alterzbischofs Robert Zollitsch hat Bischof Dieser, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, vorgeschlagen, dass auch andere Bischöfe dem Vorbild von Zollitsch folgen und Verantwortung benennen sollten. Quellen: katholisch.de   katholisch.de


6.10.2022 Robert Zollitsch, früherer Erzbischof von Freiburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat Fehlverhalten bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen eingestanden. Er sagte: „Ich habe mit meinem damaligen Verhalten und Handeln, Dokumentieren und Entscheiden gravierende Fehler gemacht und die Gefahren – auch von erneutem Missbrauch – verkannt.“ Dies beziehe sich sowohl auf seine Zeit als Personalreferent im Ordinariat (1983 bis 2003) als auch auf seine Jahre als Erzbischof von Freiburg (2003 – 2014). Seit 2007 war der heutige Freiburger Erzbischof Burger Offizial im Erzbistum Freiburg. Christoph Ebner, swr, kommentiert die Aussagen von Robert Zollitsch: „Zollitsch hätte besser geschwiegen.“ Quellen: Video    Text   swr

Kommentar: Unbekannt ist, ob Robert Zollitsch sich nur in eine anonyme Öffentlichkeit hinein entschuldigt hat oder ob er zu den Betroffenen, denen er Unrecht tat, hingegangen ist und sie um Verzeihung gebeten hat.


6.10.2022 Das Kirchengericht des Bistums Würzburg hat einem wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Pfarrer unbefristet die Arbeit als Priester untersagt und die Besoldung auf eine reine Grundsicherung reduziert. Derzeit werde er in einer Einrichtung therapeutisch begleitet. Der Verurteilte kann bei der römischen Glaubenskongregation Berufung einlegen. Quelle: FAZ


5.10.2022 Interview mit Kilian Thomas Semel, katholischer Pfarrer, selbst Betroffener, der im Erzbistum München für Betroffene als Seelsorger zur Verfügung steht. Quelle: Süddeutsche


4.10.2022 Chilenische Ermittlungsbehörden haben den Sitz der Jesuiten-Ordensgemeinschaft nach der kirchenrechtlichen Untersuchung des prominenten Jesuiten Felipe Berrios (65), der des Missbrauchs von Mädchen und jungen Frauen beschuldigt wird. Zuvor hat die Staatsanwaltschaft wiederholt und vergeblich die Übergabe des Dokumentes beantragt. Die Jesuiten teilten mit, den kirchenrechtlichen Bericht den Behörden ausgehändigt zu haben. Der Orden sei zu einer umfassenden Kooperation zum Zweck der Aufklärung von Missbrauch bereit. Berrios hat sich selbst angezeigt und die Anschuldigungen zurückgewiesen. Vom Orden wurde er bis zur Klärung der Vorwürfe suspendiert. Quellen: Neues Ruhrwort   katholisch.de


3.10.2022 Die Erfurter Theologin Julia Knop stellt fest, dass Schritte hin zu Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche stocken und fordert statt des unbiblischen Standesdenkens bei Priestern mehr Kompetenz, das Nachdenken über toxische Strukturen und eine neue Gestalt des Priesteramtes. Quelle: Kirche und Leben


3.10.2022 Vor einem Jahr erschien der Ciase-Bericht über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Frankreichs. Eine Hochrechnung sprach von mehr als 200.000 Opfern. Inzwischen wurden 60 „Fälle“ bearbeitet und 40 Zahlungen geleistet. Ein Betroffener, der dem Kollektiv „Agir pour notre Eglise“ angehört, stellt fest, dass man inzwischen in der großen Mehrheit der Pfarreien nicht mehr vom Ciase-Bericht spreche. Quelle: kath.ch


2.10.2022 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke schätzt die Situation der katholischen Kirche so ein: „Jedenfalls wird der Synodale Weg die zu erwartende Versektung der katholischen Kirche in Deutschland nicht verhindern.“ Quelle: fresh-magazin


2.10.2022 Eine Studie hat sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Sport untersucht. Die Berichte der Betroffenen sind erschütternd – die Parallelen zum Missbrauch in der Kirche ebenso. Andrea Schültke und Christiane Florin im Gespräch mit Matthias Friebe. Quelle: deutschlandfunk


2.10.2022 Papst Franziskus hat den Vorsitzenden der Portugiesischen Bischofskonferenz, Bischof Jose Ornelas Carvalho, zum Gespräch empfangen. Zeitgleich berichteten portugiesische Medien, dass die Staatsanwaltschaft gegen Carvalho, Bischof von Leiria-Fatima, wegen des Verdachts der „Beteiligung an Vertuschung“ von sexuellem Kindesmissbrauch ermittle. Carvalho versicherte „in aller Aufrichtigkeit“, in Sachen Missbrauchsaufklärung stets den vorgeschriebenen Verfahrensweg eingehalten zu haben. In einer zweiten Audienz traf der Papst den Nuntius in Portugal, Erzbischof Ivo Scapolo. Quelle: Domradio