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Presse

4. Quartal 2021

31.12.2021 „Das Bistum Regensburg zahlte bis zum 31.12.2021 insgesamt 10.736.350 € an Anerkennungsleistungen an 621 Personen aus. Davon wurden 2.768.350 € wegen sexuellen Missbrauchs, sexueller Übergriffe oder sexualbezogener Grenzverletzungen an 122 Personen ausgezahlt. 7.968.000 € wurden aufgrund von Körperverletzung an 499 Personen ausgezahlt. Bislang leistet nur die Diözese Regensburg auch solche Anerkennungszahlungen. Zu einem kleinen Teil sind Betroffene beiden Gruppen zuzuordnen, sodass es sich insgesamt um 566 Personen handelt. Betrachtet wurde der Zeitraum seit 1940. Von der Gesamtsumme entfielen 7.207.000 € auf Anerkennungszahlungen an 377 ehemalige Domspatzen.“ Quelle: Bistum Regensburg


30.12.2021 In Colorado haben Menschen, die seit dem 1. Januar 1960 sexualisierte Gewalt erlebt haben, drei Jahre lang – bis zum 31. Dezember 2024 – Zeit, den Missbrauch zur Anzeige zu bringen. Das zugrunde liegende Gesetz wurde nach der Veröffentlichung des Berichts des Generalstaatsanwalts von Colorado, Phil Weiser, über den „Römisch-katholischen klerikalen sexuellen Missbrauch von Kindern in Colorado von 1950 bis 2019“ unterzeichnet. Quelle: andersonadvocates


30.12.2021 Bischof Overbeck, Essen, prangert in einer Predigt, „Abwehrreflexe“ der katholischen Kirche bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals an. Gefordert sei eine neue Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Anerkennung von Schwäche. Zudem fordert er, denjenigen, die sich nach Veränderung sehnen, keine bösen oder unredlichen Absichten zu unterstellen. Quelle: Welt


30.12.2021 Erzbischof Marek Jedraszewski, Krakau, will mit 23 neuen Regeln Kinder, Jugendliche und hilfsbedürftige Personen besser als bisher schützen. Ziel der Regeln ist, „das Risiko eines absichtlichen oder zufälligen Unrechts in Beziehungen zwischen Mitgliedern der Erzdiözese Krakau zu beseitigen“.  Mit den Leitlinien der Polnischen Bischofskonferenz gehen die Regeln konform. Krakau ist die erste Diözese, die solche Regeln erlässt. Quelle: Domradio


30.12.2021 Christiane Florin hat den „Fall Karin Weißenfels“ recherchiert und berichtet. Ihr Fazit: „Es gibt keinen Grund, an Karin Weißenfels‘ Glaubwürdigkeit zu zweifeln.“ Quelle: DLF


30.12.2021 Die Exegetin Sabine Bieberstein setzt sich mit biblischen Argumenten von Impfgegnern auseinander und betont, dass Jesu Zuwendung zu Kranken und die Haltung der frühen Christen eine deutliche Sprache sprächen. Quelle: katholisch.de


30.12.2021 Hans Zollner, Leiter des „Instituts für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen (IADC)“, sagt, Papst Franziskus seien andere Themen als sexueller Missbrauch wichtig: Armut, soziale Ungerechtigkeit, Migration und Ökologie. Zollner empfiehlt, den Betroffenen einen Platz im kirchlichen Prozessrecht zu verschaffen. Im Blick auf Italien stellt Zollner fest, dass  dort Skandale um alles in der Welt verhindert werden sollen. Dies sei ein großes Problem, wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen gehe. Quelle: luzernerzeitung


30.12.2021 Alexander Brüggemann schildert die Überlegungen der katholischen Kirche in Frankreich, die kirchlichen Missbrauchsopfer zu entschädigen. Quelle: katholisch.de


29.12.2021 Der Historiker Thomas Großbölting stellt fest, dass die Kirchen in Deutschland stark an Mitgliedern verlieren und dass das moralische Kapital, das nicht-Christen den Kirchen bisher zubilligten, durch den Missbrauchsskandal aufgezehrt werde. Quelle: Kirche und Leben


28.12.2021  Raimund Neuss blickt unter dem Titel „Vor dem nächsten Sturm“ zurück auf 2021 und seine Bedeutung für die katholische und evangelische Kirche und deren Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Quelle: rundschauonline


28.12.2021 Hans Zollner leitet das „Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen (IADC)“, das aus dem 2012 gegründeten Kinderschutzzetrum (CCP) hervorging. Er bilanziert die Arbeit und stellt fest, dass vielen, auch normalen Gläubigen, „das Bild einer makellosen Kirche sehr wichtig“ ist. Und der Kirche fehle noch oft „der Mut, transparent zu sein, Verantwortung zu übernehmen, offen zu kommunizieren“. Quelle: kath.ch


28.12.2021 Der in ultraorthodoxen jüdischen Kreisen bekannte Kinderbuchautor Chaim Walder soll über Jahre minderjährige Mädchen und junge Frauen missbraucht haben. Er ist tot. Quelle: Süddeutsche


28.12.2021 Bischof Kohlgraf, Mainz, sieht, dass Missbrauch noch immer geschieht und dass die Kirche noch immer mit Menschen zu tun hat, die betroffen sind. Quelle: Domradio


28.12.2021 Klaus Mertes sieht die Kirche „vor dem Scherbenhaufen“ von 30 oder mehr Jahren verfehlter Personalpolitik unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Rücktritte von Bischöfen tragen seiner Meinung nach nicht zur Erneuerung der Kirche bei. Denn im Klerus gebe es keinen Ersatz, der es besser machen würde als die amtierenden Bischöfe. Quelle: katholisch.de


28.12.2021 Pater Zollner, Kinderschutzexperte des Vatikans, nennt das Vorgehen des Kölner Kardinals Woelki bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch „misslich“. und erinnert daran, dass das, wofür Woelki Verantwortung trage, für einen Rücktritt nicht ausreiche. Jedoch könne eine juristische Begründung nicht alleiniger Maßstab sein, auch an einer moralischen und spirituellen Verantwortung müsse die Kirche sich orientieren.“Wo es feststellbar ist, dass Leitungsverantwortliche, Pfarrer und Priester missbraucht haben und dafür nicht bestraft oder lediglich versetzt worden sind, muss es Konsequenzen geben – auch für Vertuscher“, sagte Zollner. Quellen: Zeit   Nordbayern  Spiegel


28.12.2021 Im Januar 2022 soll das Gutachten des Erzbistums München herauskommen. Dort wird auch die Rolle von Erzbischof Ratzinger, 1977-1981 Erzbischof von München) beleuchtet werden. Die Studie der EKD soll 2023 vorliegen. Quelle: rundschau-online


28.12.2021 Christiane Florin plädiert im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen „für Recherche, Aufklärung, Erkenntnis“. Laien in der katholischen Kirche sagt sie, dass der moralische Appell an die Leitungsebene ins Leere führt, weil diese sich einer moralischen Bewertung entziehe, „indem sie den Umgang mit Missbrauch auf eine rechtliche Ebene verlagert. Wer Moral anführt, gilt als unsachlich und emotional“. Sie beobachtet, dass der einfache ethische Grundsatz, dass die Schwächsten zu schützen sind,  „unter spirituellen, amtstheologischen und juristischen Felsbrocken begraben“ werde. Florins Folgerung: „Dieses Wissen macht die Mitgliedschaft in der Kirche zur Gewissensfrage.“ Quelle: feinschwarz.net


28.12.2021 Pater Zollner nimmt in der Diskussion, das Beichtgeheimnis im Fall von Missbrauch aufheben zu wollen, Stellung. Er weist darauf hin, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass ein Missbrauchstäter Missbrauch beichtet – ausgenommen sind womöglich Gefängniskapläne. Die Absolution darf nicht erteilt werden, wenn keine aufrichtige Reue, kein klares Bekenntnis und keine angemessene Bereitschaft zur Buße vorliegt. Allerdings ist der Priester auch dann an das Beichtgeheimnis gebunden, wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind und eine Absolution nicht erteilt werden kann. Der Priester kann versuchen, auf den Täter außerhalb der Beichte einzuwirken, sich selbst anzuzeigen. Wenn ein Opfer in der Beichte von Missbrauch spricht, kann der Priester das Opfer außerhalb des Beichtstuhls treffen und es ermutigen, sich an Therapeuten und Anwälte zu wenden. Gut wäre, wenn der Heilige Stuhl eine Instruktion für Beichtväter herausgäbe, in dem Priester Hilfe angeboten wird, um das Beichtgeheimnis zu wahren und sich zugleich für Gerechtigkeit einzusetzen. Quelle: katholisch.de


27.12.2021 Der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier sieht im neuen kirchlichen Strafrecht den Umgang mit Missbrauch keine Neuausrichtung. Immer noch werde sexueller Kindesmissbrauch als Straftat gegen das sechste Gebot behandelt. Nicht im Blick sei, dass die Selbstbestimmung einer anderen Person verletzt werde. Nicht berücksichtigt werde z.B. Missbrauch  einer volljährigen Ordensfrau. Bier konstatiert „mangelnde Sensibilität“ der Neufassung des kirchlichen Strafrechts. Quelle: katholisch.de


24.12.2021 Wer die Geburt dieses Kindes – Jesus – feiert, feiert eine Geschichte der Umkehr des Üblichen. Nicht die Mächtigen werden am Ende siegen – es ist die Kraft der menschenzugewandten Ohnmacht, die Licht in unsere Dunkelheit bringt, Menschen ihre Würde spüren lässt und solidarisch mit denen ist, die so oft vergessen sind. Es ist gut, einander im „Land der Finsternis“ (Jes 9,1) beizustehen,  damit die Finsternis heller werden kann. Diese Kraft wünsche ich allen, die hier vorbeischauen. Frohe Weihnachten!


23.12.2021 Der Sprecher des Betroffenenbeirates im Erzbistum Köln wirft dem Journalisten Joachim Frank „unbändigen Hass“ auf die Kirche vor und scheut nicht vor persönlicher Diffamierung zurück. Quelle: Tagespost


22.12.2021 Bischof Bätzing fordert, dass die Kirche für die Menschen da sein solle, vor allem für die Armen, die Ausgebeuteten und Ausgenutzten. Durch den Missbrauchsskandal habe die Kirche Autorität und Glaubwürdigkeit verloren. Notwendig sei eine radikale Umkehr der Kirche, die für Bischöfe wohl besonders schwer sei, weil sie sich in der Tradition der Jünger, die Jesus persönlich berufen habe, verstehen. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Wenn die Bischöfe sich tatsächlich in der Tradition der Jünger Jesu befänden, dann wüssten sie, an wessen Seite sie zu stehen hätten.


22.12.2021 Die Benediktinerin Philippa Rath hat Papst Franziskus und Spitzenvertreter der katholischen Kirche in Deutschland zu einem stärkeren Engagement für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche aufgerufen. Wenn der Papst wolle, könne er mehr für Frauen tun. Die alte Geschlechterpolarität würde weiterhin tradiert und Erkenntnisse aus Theologie und Sozialwissenschaft würden in Rom nicht zur Kenntnis genommen. Rath ist schockiert, dass auch Ordensfrauen Kinder missbrauchten und misshandelten, aber auch darüber, dass Ordensfrauen Opfer kirchlicher Würdenträger werden. Als Beispiel nannte sie einen afrikanischen Bischof, der sich junge Novizinnen zuführen lasse – und in Coronazeiten sich sicherer vor Ansteckung mit dem Virus wähne. Quelle: katholisch.de


21.12.2021 Richard Daschbach, ehemaliger katholischer Priester aus den USA, hat in Osttimor mindestens 15 Mädchen, mutmaßlich noch mehr, sexuell missbraucht. Sie lebten in einem von ihm gegründeten Kinderheim. Nun wurde er zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Daschbach genießt weiterhin großes Ansehen bei Politikern wegen seiner Unterstützung der Unabhängigkeitsbewegung Osttimors, aber auch unter Katholik*innen wegen seiner Wohltätigkeit – das Kinderheim, in dem er seine Opfer fand, hatte er gegründet. Quelle: BR


21.12.2021 Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert die abstrusen Ansichten von Kardinal Müller zur Corona-Pandemie. Müller (73) hatte von Gleichschaltung, Überwachungsstaat gesprochen und als Verantwortliche Klaus Schwab, Bill Gates und George Soros benannt und von einem Great Reset gesprochen.  Quelle: katholisch.de

Kommentar: Von einem christlichen Bischof hätte ich mir in einer Stellungnahme gegen Verbreiter von Verschwöungsmythen auch einen interpretatorischen Hinweis auf den zugrundeliegenden Antisemitismus erwartet.


21.12.2021 „El Pais“ fand Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Spanien in insgesamt 31 Diözesen und 31 Ordensgemeinschaften. 77 Prozent der mutmaßlichen Missbrauchsfälle ereigneten sich Ordensgemeinschaften. Der El-Pais-Bericht soll eine Liste dutzender Kardinäle und Bischöfe enthalten, die in jüngster Zeit Untersuchungen nicht einleiteten oder Verdächtige deckten. Die Spanische Bischofskonferenz spricht sich bis auf weiteres gegen eine unabhängige Untersuchung aus. Sie ermutigt Betroffene, sich bei der Kirche zu melden. Quelle: katholisch.de


20.12.2021 Prof. Sabine Andresen blickt auf ihre Arbeit als Vorsitzende der Aufarbeitungskommission zurück.  Als  neue Erkenntnis benennt sie, „wie extrem ausgeliefert Kinder und Jugendliche in Familien sind, wenn sie hier sexuelle Gewalt erleben, und mit wie vielen weiteren Formen von Missachtung, Herabwürdigung und Gewalt diese Erfahrung in Familien häufig einhergeht. Also dieses hohe Maß an Abwertung, abschätziger Behandlung, alltäglicher Grenzüberschreitung, nicht nur von denjenigen, die sexuelle Gewalt verüben, sondern auch von anderen Familienmitgliedern. Also das hat mir teilweise den Atem genommen … Eine Erkenntnis, die wir in der Kommission gewonnen haben, ist, wie schwer es Menschen fällt, das Wissen über sexuelle Gewalt an sich heranzulassen, es sich wirklich vorstellen zu wollen und das damit verbundene Leid nicht abzuwehren. Und dass sich das so durchzieht durch die Geschichte von Kindheit und Jugend in Deutschland, das ist ein Aha-moment.“ Quelle: Aufarbeitungskommission


20.12.2021 Julia Knop bringt eine Umschreibung von „Klerikalismus“ ins Spiel: „Klerikalismus ist, wenn mein Chef mir signalisiert, dass er ein Bischof ist und ich nur ein Mensch.“ Sie beschreibt Klerikalismus u.a. als „eine verstörende Unempfindlichkeit gegenüber den Opfern dieser zu Tätern gewordenen Kollegen im Priesterstand: Während Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und ihre Rezipient*innen im Zuge ihrer Recherchen und Lektüren zu sexualisierter Gewalt und kirchlichem Umgang damit regelmäßig an die Grenzen dessen geraten, was sie psychisch ertragen können, sprechen Bischöfe in Stellungnahmen stereotyp und maximal unbeteiligt davon, ‚dass Verantwortliche in unserem Bistum nicht angemessen gehandelt und Fehler gemacht‘ hätten. Während Hunderttausende, weil sie sich nicht mehr mit dieser Kirche solidarisieren können, ihren Austritt erklären, ist leitenden Klerikern offenbar schon die Vorstellung ihres Rücktritts unverständlich.“ Ein Blick auf Weihnachten könne korrigieren, sagt Julia Knop, denn da „feiern wir, dass Gott Mensch wird. Nur ein Mensch. Gott sei Dank.“ Quelle: katholisch.de


19.12.2021 Die spanische Zeitung „El Pais“ hat seit 2018 Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Spaniens zwischen den 1940er Jahren und 2000 zusammengetragen und in einem 385-seitigen Dossier festgehalten. Dort werden 251 Kleriker und einige Laien als Missbrauchstäter identifiziert. Dieses Dossier übergab ein Reporter dem Papst während seines Flugs nach Griechenland. Papst Franziskus gab die Unterlagen an die Glaubenskongregation. Ein Exemplar schickte El Pais auch an den Vorsitzenden der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Omella, Barcelona. Bislang hat sich die spanische Bischofskonferenz geweigert, eine Untersuchung einzuleiten. El Pais hat insgesamt 602 Fälle mutmaßlichen Missbrauchs an mindestens 1.237 Opfer aufgedeckt. Quelle: ORF


18.12.2021 Lesenswert: Ferdinand Kerstiens bespricht – biographisch grundiert – das Buch  von Norbert Lüdecke „Die Täuschung“. Quelle: feinschwarz.net


17.12.2021 Das Bistum Trier schlägt folgende Fürbitte für den 4. Advent vor: „Der Bericht eines Nachrichtenmagazins verstärkt Zweifel und Misstrauen gegenüber der Kirche und ihren Amtsträgern. Wir beten für alle, die sich um neue Glaubwürdigkeit der Kirche bemühen; für alle Männer und Frauen, die sich in unseren Kirchengemeinden engagieren – ehrenamtlich oder hauptberuflich.“ Quelle: Bistum Trier

Kommentar: Da geht es schon wieder um „die“ Kirche und ihre Amtsträger und nicht um die Betroffenen. Und: Es ist nicht richtig, dass das Nachrichtenmagazin Zweifel und Misstrauen gegenüber der Kirche verstärkt – für das Misstrauen haben Kirchenverantwortliche längst selbst gesorgt. Es bleibt eine Schande für die Kirche, dass sie die Missbrauchsbetroffenen im Stich lässt.


17.12.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht in der Berichterstattung über das Bistum Trier, dass Bischof Ackermann auf Zeit spielt – Zeit, die die Betroffenen nicht haben. Und Thomas Schüller stellt fest, dass Trier überall ist und der politische Wille fehle, die kirchlichen Betroffenen zu unterstützen. Quelle: herder.de/cig


17.12.2021 In Duderstadt, Ortsteil Gerblingerode, wird die Bischof-Janssen-Straße umbenannt. Sie heißt nun „Zum Ferienparadies“ Der Vorschlag, der Straße den Namen Barbara Blaine – Gründerin der weltweiten Betroffeneninitiative SNAP  – zu geben, fand ebenso wenig Zustimmung wie der Name der Philosophin Edith Stein. Janssen wird vorgeworfen, sexuellen Missbrauch wissentlich geduldet zu haben im Bistum Hildesheim. Quelle: Kirche und Leben


17.12.2021 Der Karmelitinnen-Orden hat eine Umfrage unter den Ordensfrauen in Afrika, Amerika, Europa, Indien, Japan und den Philippinen gemacht. 77,8 Prozent der Ordensfrauen stellen fest, dass die Vorrangstellung von Männern gegenüber Frauen „die Botschaft des Evangeliums verdrehe und bei vielen Menschen zu einer Distanzierung von der Kirche“ führe. Knapp zehn Prozent befürworten traditionelle Geschlechterrollen. Quelle: katholisch.de


16.12.2021 Sieben Betroffene in und außerhalb des Bistums Passau haben sich gemeldet, um im jetzt konstituierten Betroffenenbeirat mitzuarbeiten. Zwei Mitglieder arbeiten auch in der unabhängigen Aufarbeitungskommission mit. Der Betroffenenbeirat ist erreichbar unter betroffenenbeirat@bistum-passau.de. Das Bistum Passau geht davon aus, dass mehr Menschen als bisher öffentlich bekannt betroffen sind. Quelle: pnp


16.12.2021 Forschende der Universität Ulm, Lehrstuhl für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen den Umgang der Kirche mit Missbrauchsbetroffenen und Tätern in Mecklenburg. Auftraggeber ist das Erzbistum Hamburg. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Kirchenverantwortlichen nachlässig mit Missbrauchsfällen umgingen. In manchen Fällen handelten sie, aber nicht konsequent und oft zu langsam. Die Reputation der Kirche und der Täterschutz standen im Vordergrund, die Aktenlage ist mangel- und lückenhaft. Anhaltspunkte für Manipulation und Vertuschung gebe es nicht. Ende Februar 2023 wird der Abschlussbericht erwartet. Das Forschungsprojekt wird von einem Beirat begleitet, der von Erzbischof Heße eingerichtet wurde. Die Wissenschaftler kritisieren, dass neun der zwölf Beiratsmitglieder kirchennah seien, das verhindere Unabhängigkeit der Forschung. Inzwischen sind nur noch die drei unabhängigen Personen im Beirat, die neun kirchennahen Personen haben den Beirat verlassen. Quelle: domradio


16.12.2021 Pater Mertes plädiert dafür, kirchliche Missbrauchstäter nicht aus den eigenen Reihen zu entfernen, sie jedoch nicht mehr in der Seelsorge arbeiten zu lassen und sie der weltlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen. Zudem setzt er sich für sprachliche Klarheit ein, die zwischen Grenzüberschreitung, Übergriff und Missbrauch differenziert. Quelle: Kirche und Leben


16.12.2021 Nach Informationen des Erzbistums Freiburg wurde 2005 übergriffiges und grenzüberschreitendes Verhalten von Bischof Stehle bekannt. Zu dieser Zeit lebte Stehle wieder im Erzbistum Freiburg und hielt dort Firmungen. Nach dem Hinweis einer Betroffenen räumte er grenzüberschreitendes Verhalten ein. Ihm wurde jegliche Tätigkeit im Auftrag des Erzbistums untersagt. Quelle: Kirche und Leben


16.12.2021 Vor dem Trierer Dom demonstrierte der Verein „Missbrauchsopfer und Betroffene im Bistum Trier“ (Missbit), kritisierte den Umgang mit Missbrauchsbetroffenen im Bistum Trier und die Aufarbeitung der Kirche. Der Verein fordert den Tücktritt von Bischof Ackermann. Quelle: katholisch.de


15.12.2021 Die Royal Commission in Neuseeland hat einen Zwischenbericht über Missbrauch in der Pflege erstellt. Die Bischöfe und Ordens-Vertreter kündigen an, die dort genannten Empfehlungen umzusetzen. Der Zwischenbericht beruft auf den Zeugnissen zahlreicher Betroffener und berichtet über verschiedene schwerwiegende Formen von Missbrauch vor allem an minderkährigen Maori aus der indigenen Bevölkerung Neuseelands. Die Rede ist von körperlicher und sexueller Gewalt, psYchologischem und emotionalem Missbrauch, Diskriminierung aufgrund der Rasse oder einer Behinderung, Isolation, unsachgemäßer Anwendung medizinischer Verfahren als Strafe. Das Dokument spricht von kriminellen Taten und von Folger. Quelle: vaticannews.va


15.12.2021 In einem Interview des Generalanzeigers mit dem Anwalt Eberhard Luetjohann fordert dieser Schadenersatz und Schmerzensgeld in sechsstelliger Höhe. Darüber möchte er mit dem Erzbistum Köln ins Gespräch kommen. Quelle: missbit


15.12.2021 Betroffene sexualisierter Gewalt durch Geistliche im Bistum Münster wollen auf Einladung einer vierköpfigen Initiatorengruppe im Februar erstmals zusammenkommen. Die Unkosten werden vom Bistum getragen, das Teffen jedoch findet vollständig in Eigenregie und ohne jegliche Beteiligung von Bistumsvertretern statt. Ob und wie die bestehenden Selbsthilfegruppen in Rhede und Münster eingebunden sind, ist nicht erkennbar. Quellen: Kirche und Leben  s. auch Bistum Münster


15.12.2021 Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, wehrt sich gegen Vorwürfe der Verharmlosung und Vertuschung von möglichen sexuellen Übergriffen durch einen Priester. Er habe den Täter in keiner Weise geschützt. Der Spiegel hatte berichtet, dass Bätzing den Priester beurlaubt hatte und ihm Gottes Segen gewünscht. Bätzing sagt, bei der Beurlaubung sei es um disziplinarische Fragen gegangen. Und der Segenswunsch habe ausdrücken wollen, dass sich ein Mensch ehrlich seiner Verantwortung stelle. Quelle: Kirche und Leben


15.12.2021 Pater Martin Maier, Adveniat-Hauptgeschäftsführer, teilt mit, dass die von Frau Niewisch-Lennartz geforderte externe, unabhängige, fachliche und systematische Untersuchung der Fidei-Donum-Akten auf Anzeichen für sexuellen Missbrauch durch Fidei Donum-Priester bereits von der Deutschen Bischofskonferenz in Abstimmung mit Adveniat eingeleitet worden sei. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Adveniat-Pressemitteilung zur Hildesheimer Missbrauchsstudie am 15. September 2021 seien bereits Hinweise eingegangen, die auf weitere Täterschaft Stehles in Fällen sexuellen Missbrauchs hindeuten. Die deutschen Heimat-Diözesen der Fidei Donum-Priester wurden über die Ergebnisse der externen Untersuchung bereits informiert – sie sind verantwortlich für die Aufarbeitung. Außerdem wird der Bericht an die in Lateinamerika zuständigen Diözesen weitergeleitet. Quelle: dbk


15.12.2021 Nach Missbrauchs- und Vertuschungsvorwürfen gegen den früheren Adveniat-Geschäftsführer Bischof Emil Stehle (1926-2017) planen das Hilfswerk Adveniat und die Deutsche Bischofskonferenz eine unabhängige Untersuchung. Die Akten von „Fidei Donum“, die deutsche Geistliche nach Latienamerika schickte, sollen untersucht werden. Im 1. Halbjahr 2022 soll die Untersuchung abgeschlossen sein. Quelle: katholisch.de


15.12.2021 In der deutschen Heimatdiözese von Bischof Stehle (Erzbistum Freiburg?) sei ein weiterer Missbrauchsvorwurf gegen Stehle bekannt. Quellen: Kirche und Leben   neuesruhrwort


15.12.2021 Im Bistum Hildesheim arbeitet eine Expertengruppe Missbrauchsvorwürfe auf. Dort wurde zunächst bekannt, dass der ehemalige Adveniat-Geschäftsführer und Bischof der Diözese Santa Domingo de los Colorados, Ecuador, Emil Stehle (1926-2017) an der Vereitelung der Strafverfolgung eines Priesters mittels der Adveniat-Organisation Fidei Donum, dessen Geschäftsführer Stehle war,  beteiligt war. Nun hat sich eine Betroffene in der Expertengruppe gemeldet und mitgeteilt, dass sie von Bischof Stehle missbraucht worden sei. Antje Niewisch-Lennartz, frühere Justizministerin und Obfrau der für die Studie verantwortlichen Expertengruppe, hat keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussage. Sie hat einen Brief an Bischof Bätzing geschrieben, in dem sie berichtet, dass die Expertengruppe davon ausgeht, dass es kein Einzelfall war, dass tatverdächtige oder verurteilte Priester in Lateinamerika der Strafverfolgung entzogen wurden. Sie erwartet, dass die Tätigkeit von „Fidei Donum“ aufgearbeitet wird. Quelle: wissenteilen-hildesheim


15.12.2021 Bischof Ackermann, Trier, lehnt nach einem „Spiegel“-Bericht über Missbrauchsfälle im Bistum Trier einen Rücktritt ab. Er sagte, er könne Wut, Frust und Enttäuschung verstehen, sehe aber keinen Grund zum Rücktritt: „Wir sind wirklich seit Jahren daran, konsequent Aufarbeitung zu betreiben.“ Quelle: swr


15.12.2021 Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sagt im Stern, dass der sexuelle Missbrauch Menschen in ihrem Innersten zerstöre – den Opfern sei „der Glaube aus dem Herzen gerissen worden“. Quelle: Presseportal


15.12.2021 Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat dem deutschen Kardinal Gerhard Ludwig Müller vorgeworfen, er habe „klar antisemitische Chiffren bedient“.  Der Antisemitismusbeauftragte Michael Blume konstatiert: „Auf diesen Verschwörungsmythos hereinzufallen, ist auch ein theologischer Kardinalfehler.“ Und Andreas Püttmann fragt, wo die Konsequenzen für Kardinal Müller – Richter am obersten Gericht des Vatikans – bleiben. Quellen: Jüdische Allgemeine  katholisch.de    katholisch.de


15.12.2021 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, meint, dass der Kampf gegen Missbrauch und Gewalt in der katholischen Kirche auf eine größere Basis gestellt werden müsse – es müsse mehr als einen Missbrauchsbeauftragten geben. Er selbst sei „bereit, weiter in dem Feld zu arbeiten“. Quelle: Süddeutsche


14.12.2021 Sexualstraftaten an Kindern werden allgemein als männliches Phänomen angesehen. Doch auch Frauen sind für Missbrauchsdelikte verantwortlich. Safiye Tozdan berichtet in der Redezeit über den Stand der wissenschaftlichen Aufarbeitung. Quelle: www1.wdr


14.12.2021 Timo Ranzenberger, Missbrauchsüberlebender des früheren Pfarrers von Freisen, konstatiert im Blick auf die katholische Kirche: „Es fehlt an echtem Aufklärungswillen“. Er fordert den Rücktritt von Kardinal Marx und den Bischöfen Ackermann und Bätzing. Quelle: Presseportal


14.12.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert die Missbrauchsaufklärung  der katholischen Bischöfe so:  „Die aktuellen Ereignisse im Bistum Trier zeigen, dass diese Diözese wie viele Orden und andere Bistümer weltweit auf Zeit spielt und auf den Tod der beschuldigten Kleriker, die Täter oder bischöfliche Vertuscher sind, setzt. Zeit, die die Betroffenen sexualisierter Gewalt nicht mehr haben. Zeit aber, die in Trier auch der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung der Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben wird: sechs Jahre. Großzügig bemessen und eindeutig taktisch bedingt, denn bis dahin sind in anderen Bistümern amtierende ehemalige Trierer Bischöfe und Leitungsverantwortliche entweder im Ruhestand oder man hofft, dass Gras über die Sache gewachsen ist.“ Quelle: Kirche und Leben


13.12.2021 Der Sprecher der spanischen Bischofskonferenz, Luis Argüello, kritisiert, dass die Medien nur die katholische Kirche im Fokus haben, obwohl sich Missbrauch in der Zivilgesellschaftviel häufiger ereignet. Die Spanische Bischofskonferenz CEE hat bislang weder interne noch externe Untersuchungen eingeleitet. Nach Angaben von El País gibt es in der spanischen katholischen Kirche mindestes 945 Opfer sexualisierter Gewalt in den letzten achtzig Jahren. Argüello sagte, dass nur 0,8 % der Missbrauchsfälle in Spanien von der Kirche zu verantworten seien.  Quelle: wochenblatt.es


13.12.2021 Die evangelischen Landeskirchen Baden, Württemberg, Bayern und Pfalz wollen 2022 eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen einsetzen. Solche Kommissionen sollen auch im Westen, Norden und Osten entstehen. Für Zusammenschlüsse sprächen die Fallzahlen. Aufgabe der Kommission ist die Aufbereitung von Missbrauchsfällen und Prävention. In Streitfällen soll die Kommission die letzte Instanz sein. Mitglieder sollen Betroffene und Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft sein. Gesichtet werden solle alle Personalakten aller Landeskirchen. Ergebnisse der Studien werden 2023/24 erwartet und anschließend in den Landeskirchen vertieft. Quelle: landtag-bw


13.12.2021 Die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach berichtet, dass es in den vatikanischen Archiven eine große Offenheit für ernsthafte wissenschaftliche Forschung auch zum Themenbereich Missbrauch bis Oktober 1958 gebe. Größte Hindernisse bei dieser Forschung seien die Sprachbarrieren und das Problem der Erschließung des Archivgutes, weil nur ein Bruchteil inventarisiert sei. Zudem müsse man die spezifischen Ausdrücke der Kurie für Missbrauch kennen. Manchmal sei nur möglich, aus den Sanktionen auf die Schwere der festgestellten Schuld zu schließen. Quelle: katholisch.de


13.12.2021 Der neugewählte Rat der EKD hat den Beauftragtenrat zum Schutz vor sexualisierter Gewalt neu berufen. Seit 2018 gehören Landesbischof Christoph Meyns, Braunschweig, und Bischöfin Kirsten Fehrs, Nordkirche, dazu. Neu hinzugekommen sind Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, Pfalz, Dr. Jan Lemke, Mitteldeutschland und Oberkirchenrätin Franziska Bönsch. Quelle: presseportal


13.12.2021 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln sucht neue Mitglieder. Die Amtszeit des bisherigen Beirates endet zum 31.3.2022. Im April 2022 ist die Konstituierung des neuen Beirates vorgesehen. Interessierte können sich unter www.erzbistum-koeln.de/betroffenenbeirat melden. Quelle: katholisch.de


13.12.2021 Das französische Bistum Creteil im Großraum Paris will das von Bischof Blanchet und dem Generalvikar bewohnte Bischofshaus verkaufen und den Erlös in den Entschädigungsfonds für Opfer sexuellen Missbrauchs einzahlen. Quelle: kirche-und-leben


13.12.2021 Acht Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs bemängeln Schwächen im Ciase-Bericht, der sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich untersucht hat und dabei auch eine Dunkelfeld-Einschätzung vorgelegt hat. Daraufhin waren zahlreiche Akademiemitglieder, unter ihnen auch Erzbischof Moulins-Beaufort, aus Protest gegen das Vorgehen ihrer Kollegen aus der Akademie ausgetreten. Pater Hans Zollner, Leiter des Instituts für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen (IADC), teilt die Bedenken zur Untersuchungsmethode der Studie nicht. Quelle: vaticannews


13.12.2021 Die unabhängige Aufarbeitungskommission – von Bischof Ackermann, Trier, eingesetzt – will eine Studie in Auftrag geben, die eine erste Übersicht über die Fälle sexualisierter Gewalt und Missbrauch erarbeiten soll. Quelle: Kirche und Leben


13.12.2021 Kardinal Müller – Mitglied der Apostolischen Signatur, des höchsten kirchlichen Gericht –  verbreitet Verschwörungsmythen. Die Deutsche Bischofskonferenz distanziert sich. Quelle: Spiegel


13.12.2021 Britta Stuff berichtet im Gespräch mit Christiane Florin von ihrer Recherche im Bistum Trier. Quelle: deutschlandfunk


12.12.2021 Theodor Dierkes kommentiert das Verhalten von Erzbischof Becker, Paderborn, der in eineinhalb Jahren in den Ruhestand gehen wird. Becker will zu den ersten Ergebnissen der Studie der Uni Paderborn zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn keine Stellungnahme abgeben. Er will warten, bis die Studie in drei Jahren abgeschlossen sein wird. Quelle: www1.wdr


11.12.2021 Spiegel“-Recherchen haben neue Details zu Pflichtverletzungen im Bistum Trier beim Umgang mit einem Missbrauchs-Fall offengelegt. Die Vorwürfe richten sich gegen Kardinal Reinhard Marx, Bischof Stephan Ackermann und Bischof Georg Bätzing. Quelle: kirche-und-leben


11.12.2021 Die professionelle Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Feldafinger Kinderheim Haus Maffei in den 1960er-Jahren hätte schon 2010 beginnen können. Damals schrieb ein Betroffener einem ehemaligen Vorstandsmitglied des Paritätischen in Bayern. Das Vorstandsmitglied informierte weder seine Vorstandskollegen noch das zuständige Aufsichtsgremium. Warum die Aufklärung nicht bereits 2010 begonnen wird, soll die geplante Hauptstudie ermitteln. Quelle: Merkur


11.12.2021 Peter Otten kommentiert die Ereignisse im Bistum Trier (und wohl nicht nur dort): „Nicht die Tatsache, dass an der Spitze der amtlichen katholischen Kirche Verantwortliche Verbrechen vertuscht haben und womöglich noch vertuschen, überrascht mehr. Monströs ist, dass Menschen, für die Vertuschen gesund ist an nichts mehr glauben. Eine Kirche der Nihilisten aber braucht niemand.“ Seine Empfehlung: „Als erstes die Institution so ernst zu nehmen, wie es eine Institution, die an nichts weiter glaubt, auf nichts weiter hofft und niemanden liebhat, es verdient. Daraus folgt zweitens: selbst genau das zu tun, was Johannes sagt und was der verängstigten Welt doch in dieser Zeit so sehr mangelt: Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Gemeinsam glauben. Vertrauen teilen. Hoffnung verschenken. Angst die Spitze nehmen. Dunkelheit aushalten. Das Schlimme nicht beschönigen. Das Leid beim Namen nennen. Die Ungerechtigkeit verfluchen. Den Schmerz beschreien. Schuld vergeben. Menschen segnen. Tiere umarmen. Mit Trauernden beten. Tote bestatten. Einfach anfangen.“ Quelle: Theosalon


10.12.2021 An der „Cosmo“- Studie nahmen rund 1.000 Menschen über einen längeren Zeitraum teil. Von den 190 teilnehmenden Katholikinnen und Katholiken sagten 23,7 Prozent, dass ihnen die katholische Kirche zur Seite gestanden habe, 74,7 Prozent verneinten das. Der Liturgiewissenschaftler Kranemann, Erfurt, kommentierte: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung der Menschen offenbar in deutlichem Widerspruch steht zur Selbstwahrnehmung der Institution…. Zum einen wirken sie [die Kirchen] etwa durch öffentliche Trauerfeiern für Corona-Opfer in die Gesellschaft hinein, zum anderen haben sie offenbar deutliche Probleme ihre eigenen Mitglieder zu erreichen.“ Quelle:  Kirche und Leben


10.12.2021 Das Bistum Trier hat 795.500 Euro seit 2010 an Missbrauchsopfer gezahlt, im Schnitt also 5764 Euro pro Opfer, bei denen eine Zahlung bewilligt wurde. Quelle: Spiegel


10.12.2021 Erzbischof Becker, Paderborn, befürwortet die unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und ist an den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Studie aus historischer Perspektive interessiert. Die unabhängige Kommission hat Zwischenergebnisse ihrer Studie veröffentlicht, die die Jahre 1941 bis 2002 untersucht. Eine weitere Kommission soll die Zeit ab 2002 untersuchen. Diese Kommission soll eingerichtet werden, sobald die NRW-Landesregierung Mitglieder benannt hat.Quelle: vaticannews


10.12.2021 Die Pflegetochter des Pfarrers Hans U. hat den Pfarrer schwer belastet. Sie sei mit etwa 15 oder 16 zum ersten Mal von U. schwanger gewesen. Er habe sie „wegen Verhütung“ zu einem Frauenarzt gebracht. Später habe sie festgestellt, dass ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wurde. Die zweite Schwangerschaft von U. habe sie mit etwa 18 Jahren abgebrochen. – Vor dem Landgericht Köln wird derzeit die Anklage von drei minderjährigen Nichten des Pfarrers verhandelt, er habe sich zwischen 1993 und 1999 in 31 Fällen an ihnen vergangen. Auch eine weitere Anklage, wonach der Geistliche im Januar 2011 in Wuppertal zwei Mal ein elfjähriges Mädchen missbraucht haben soll, wird verhandelt. Dem Gericht sind offenbar weitere mögliche Opfer bekannt. 2011 gab es erste Ermittlungen gegen U., die eingestellt wurden. Der zunächst vom Dienst entpflichtete Pfarrer wurde wieder als Krankenhausseelsorger eingesetzt. Das Gercke-Gutachten wirft dem heutigen Hamburger Erzbischof Heße Fehler im Umgang mit dem Fall U. vor. Auch das Domradio spricht wie katholisch.de von „Geschlechtsverkehr“ und meint „Vergewaltigung“. Quelle: katholisch.de     ga


10.12.2021 Missbit e.V. fordert eine wissenschaftliche Studie über die Missbrauchsfälle im Bistum Trier. Zudem fordert Missbitt Rücktritte der Bischöfe Ackermann und Bätzing und von Kardinal Marx. Quellen: missbit mit vielen weiteren Quellen  swr   katholisch.de   sr


10.12.2021 Der Archivdirektor des  Bistums Hildesheim, Thomas Scharf-Wrede stellte dar, dass wichtige Informationen zu sexuellem Missbrauch in unterschiedlichsten Akten sein können: In Pfarreiakten, Protokollen von Gremien, z.B. des Bischöflichen Rates, in Personal- und Abteilungskonferenzen eines Bistums. Wichtig seien Akten von Gremien, in denen der Bischof, der Generalvikar, der Personalchef, der Regens eines Priesterseminars und der Offizial eingebunden waren. Wichtig seien auch Akten (z.B. „Varia“), die sich an einer nicht-erwartbaren Stelle finden. Quellen: Domradio   katholisch.de


10.12.2021 Das Bistum Trier spricht von 442 Betroffenen sexualisierter Gewalt seit 1918 und von weiteren 208 Betroffenen seit 2010. Beschuldigt werden 73 verstorbene und 36 noch lebende Kirchenbedienstete. Einer der beschuldigten verstarb während der jahrelangen Ermittlungen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller  vermutet, dass es für die betroffenen Bischöfe schwer sein wird, sich zu halten, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind. Im Bistum Trier seien „schwerwiegende Fehler“ passiert. Das Bistum Trier sei „eines der schlimmsten Beispiele mangelhafter Aufarbeitung“, sagte Schüller. Quelle: FR


10.12.2021 Bischof Ackermann, Trier, reagiert auf die Spiegel-Recherchen: „Der detaillierte Bericht zeigt einmal mehr, wie bedeutend die Aufarbeitung ist. Mir ist es wichtig, dass dies intern, aber vor allem auch durch unabhängige Instanzen geschieht. Die Reportage zeigt an mehreren Stellen auf, dass Verantwortliche in unserem Bistum nicht angemessen gehandelt und Fehler gemacht haben. Dies gilt für den Umgang mit Betroffenen und auch bei der Bearbeitung der Fälle.“ u.s.w. Quelle: Bistum Trier


10.12.2021 Dem Bistum Trier war nach Recherchen des Spiegel wohl seit 2006 bekannt, dass ein Priester eine Gefahr für Jugendliche sein könne. Das Bistum hat bisher erklärt, der Beschuldigte habe die Vorwürfe eines Messdieners 2006 bestritten. Dem Spiegel vorliegende Informationen zeigen jedoch, dass der Priester gegenüber der Polizei ein Geständnis ablegte und die Polizei dies dem Bistum telefonisch mitteilte. Erst neun Jahre später wurde der Priester beurlaubt – weil er Absprachen nicht eingehalten habe. 2016 leitete das Bistum ein Voruntersuchungsverfahren und 2018 ein Kirchengerichtsverfahren in Köln ein. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist darauf hin, dass der damals verantwortliche Bischof, Kardinal Marx, die Vorwürfe bereits 2006 hätte klären müssen. Damit hätten auch weitere Opfer verhindert werden können. Quellen: t-online   volksfreund   tagesspiegel  volksfreund


10.12.2021 Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller ordnet kirchenrechtlich die Vergabepraxis im Erzbistum Köln ein, nachdem Kardinal Woelki und seinem Generalvikar Hofmann vorgeworfen wird, widerrechtlich Gelder aus dem Sondervermögen des Bistums für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen entnommen zu haben. Quelle: katholisch.de


9.12.2021 Papst Franziskus hat die Leitung der Kanadischen Bischofskonferenz am Donnerstag empfangen. Ein für Dezember geplantes Treffen mit Vertretern der Indigenen und Bischöfen mit dem Papst wurde pandemiebedingt auf die ersten Monate des Jahres 2022 verschoben. Quelle: Domradio


9.12.2021 Der Theologe und Philosoph Matthias Wirth spricht im Interview über das Buch: Wirth, Mathias, Noth, Isabelle, Schroer, Silvia: Sexualisierte Gewalt in kirchlichen Kontexten. Neue interdisziplinäre Perspektiven, 2021. Quelle: reformiert.info


9.12.2021 Annette Eberle hat in einer Vorstudie zu sexualisierter Gewalt im Sonderschul-Kinderheim „Haus Maffai“, Feldafing, bestätigt gefunden, was Betroffene berichtet haben. Quelle: augsburger-allgemeine


9.12.2021  Im Bistum Aachen hat eine Steuerungsgruppe alle bekannten ca 120 Betroffenen sexualisierter Gewalt durch Kleriker angeschrieben, um einen Betroffenen-Rat zu bilden. Mitte Januar 2022 soll ein erstes Treffen stattfinden. Bis Mitte März könnte sich dann ein unabhängiges, weisungsungebundenes Gremium aus sieben Personen mit eigener Geschäftsstelle bilden. Quelle: neuesruhrwort


8.12.2021 Gewalt an Frauen in der Kirche ist noch nicht lange im Fokus der Öffentlichkeit. Dass dieses Thema mittlerweile breiter wahrgenommen wird, liegt unter anderem an einem Buch, das vor genau einem Jahr erschienen ist: „Erzählen als Widerstand“. Ein Jahr, in dem sich zum Thema spiritueller und sexueller Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche einiges getan hat. Barbara Haslbeck und Ute Leimgruber geben Einblick in die Erkenntnisse dieses Jahres. Quelle: feinschwarz.net


8.12.2021 Bislang galt der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen in der katholischen Kirche als Verstoß gegen das priesterliche Zölibat, das mit einer gerechten Strafe bestraft werden konnte. Faktisch ließen viele Bischöfe „pastorale Milde“ walten. Nun ist der Missbrauch Minderjähriger ein eigener Straftatbestand (Nr. 1.398 CiC). Kirchenrechtler wie Thomas Schüller fordern weiterhin Transparenz in kirchlichen Gerichtsverfahren. Opfer von Gewalt sollen auch als Nebenkläger auftreten können. Quelle: BR


7.12.2021 Dr. Nicole Priesching und Dr. Christine Hartig arbeiten an einer historischen Studie im Erzbistum Paderborn. Derzeit gehen sie von 160 Beschuldigten (1941-2002) im Erzbistum aus, 43 Prozent davon wurden mehrfach beschuldigt. Die Forscherinnen beobachten, dass nicht nur die Kirchenleitung, sondern auch Menschen in den Gemeinden von Missbrauch wussten. Sie berichten auch von Fällen, in denen die Familien betroffener Kinder von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt wurden. Wenn eine Tat vor Ort bekannt war, unternahm das Erzbistum etwas, war die Tat nicht bekannt, agierte es mir Ermahnungen oder Verboten. Ein Bewusstsein für das Leid der Opfer gab es nicht. Alle kirchenrechtlichen Möglichkeiten wurden nur dann ausgeschöpft, wenn es zuvor ein weltliches Strafverfahren gab. Die Kardinäle Jäger und Degenhardt zeigten Fürsorge für die Beschuldigten, teilweise auch schriftlich ausgedrücktes Mitgefühl. Sanktionen wurden nicht ausreichend kontrolliert. Nicht einmal Vereinbarungen mit Staatsanwaltschaften, dass ein auf Bewährung verurteilter Priester nicht mehr in Gemeinden eingesetzt werden sollte, wurden eingehalten. Geschah dann erneuter Missbrauch, wurden Betroffene und ihre Familien gedrängt, keine Anzeige zu erstatten. Quelle: derdom


7.12.2021 Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hat die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Dekan von Memmingen eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, sich „über Jahre hinweg durch mehrere sexualbezogene Handlungen, die gegenüber einer Person erfolgt sein sollen, strafbar gemacht“ zu haben. Dieser Verdacht habe sich nicht bestätigt, es gebe keine Hinweise, dass das Geschehen zwischen dem Dekan und einer Frau nicht einvernehmlich gewesen sei. Mit einem ersten Urteil der Staatsanwaltschaft Memmingen war die Klägerin nicht einverstanden gewesen. Das kirchenrechtliche Verfahren läuft weiter. Quelle: katholisch.de


7.12.2021 Nachdem bekannt geworden war, dass Kardinal Woelki 2,8 Millionen Euro für die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln, inclusive Kommunikationsberatung und zwei Gutachten, ausgegeben hat, hat der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller gefordert, dass der Wirtschaftsrat des Erzbistums den zweckentfremdeten Umgang mit Vermögen juristisch prüfen lassen sollte. Im Raum stehe der Verdacht, dass Erzbischof Woelki und Generalvikar Hofmann „in beiden Bereichen schwere Fehler begangen haben, die im staatlichen Wirtschaftsstrafrecht Untreue sein dürften“. Quelle: Kirche und Leben


7.12.2021 Weihbischof Steinhäuser, Apostolischer Administrator des Erzbistums Köln, hat den Vermögensrat und das Konsultorenkollegium (=Domkapitel) über Hinweise informiert, dass bei den Auftragsvergaben rund um die Unabhängige Untersuchung zu sexualisierter Gewalt beide Gremien nicht einbezogen waren, obwohl das Kirchenrecht dies vorschreibt. Steinhäuser lässt die Vorhgänge durch zwei unabhängige Kirchenrechtler prüfen. Den Heiligen Stuhl informierte er. Markus Hofmann, derzeit Delegat, bislang Generalvikar, bat um Beurlaubung bis zur Aufklärung. Kardinal Quellet, Bischofskongregation, wies Steinhäuser an, Rom umfassend zu informieren und Hofmann nicht zu beurlauben. Quelle: Erzbistum Köln


6.12.2021 Die Historikerinnen Monika Dommann und Marietta Meier von der Uni Zürich erforschen in einem Pilotprojekt den Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in der Schweiz. Den Forscherinnen sind die Hürden bekannt. Die Projektplanung geschah unabhängig von der Kirche und unabhängig von den Betroffenen. Nach einem Jahr soll der Bericht veröffentlicht werden. Namen von Betroffenen werden nicht genannt, Namen von Kirchenverantwortlichen ab der Hierarchiestufe eines Abtes oder Bischofs. Quelle: msn


6.12.2021  Für Anwälte und Krisenkommunikation scheint dem Erzbistum Köln kein Geld zu schade. Für Betroffene hat man weniger übrig. Daniel Deckers zum Verfahren gegen den früheren Pfarrer U. und die Anwälte, die für das Erzbistum Köln und Kirchenleitende arbeiten. Quelle: Eckiger Tisch


6.12.2021 Christiane Florin kommentiert die Zahlungen des Erzbistums Köln für juristischen Beistand und PR-Beratung während des Missbrauchs-Skandals mit den Worten: „Moral ist nur was für arme Schlucker.“ Quelle: DLF


6.12.2021 Im Interview berichten die Forscherinnen, die die Studie im Erzbistum Paderborn betreuen, dass die katholische Kirche die sog. „Sittlichkeitsprozesse“ gegen katholische Priester im NS-Regime lange als antikirchliche Propaganda verstanden hat. Inzwischen sei deutlich geworden, dass diesen Prozessen sehr wohl Straftaten zugrunde liegen konnten. Nach 1945 hat sich die Kirche als Opfer des Nationalsozialismus hingestellt. Dazu passte es nicht gut, eigenes schuldhaftes Verhalten in den Blick zu nehmen. Belegbar ist das sich durchziehende Desinteresse innerhalb des katholischen Milieus an einer Strafverfolgung durch weltliche Behörden. Die Forscherinnen konstatieren: „Die fehlende Dokumentation des Erzbistums ist zwar wesentlich, weil das die Leitungsbehörde ist, aber es ist nicht die einzige Ebene, auf der das Benennen der Taten unterdrückt worden ist.“ Auch in den Gemeinden habe man viel gewusst. Quellen: kw.uni-paderborn   uni-paderborn


6.12.2021 Die Kirchenhistorikerin Nicole Priesching und ihrer Mitarbeiterin Christine Hartig betreuen eine Studie im Erzbistum Paderborn. Sie bescheinigen den früheren Erzbischöfen Lorenz Jaeger (1941-1973) und Johannes Joachim Degenhardt (1974 bis 2002) „gravierendes Fehlverhalzten im Umgang mit Missbrauchstätern unter den Geistlichen, die von 1941 bis 2002 amtierten. In der MHG-Studie, die den Zeitraum von 1946 bis Ende 2015 untersuchte, war die Rede von 111 Beschuldigten und 197 Betroffenen gewesen. In der neuen Studie wird zwischen 1941 und 2002 von 160 Beschuldigten ausgegangen. Ca 43 % von ihnen wurden mehrfach beschuldigt. Für die Studie werden weiterhin Zeitzeuginnen und -zeugen gesucht. Ansprechpartnerin ist Dr. Christine Hartig, Universität Paderborn, Warburger Str. 100, 33098 Paderborn, E-Mail: christine. hartig@ uni- paderborn. de; telefonisch (Montag bis Mittwoch) 0 52 51/60-44 32 Quellen: katholisch.de   Westfalenblatt


6.12.2021 Der systematische Theologe und Universitätspräsident Michel Deneken und die Moraltheologen Marie-Jo Thiel und Marc Feix, Universität Straßburg, weisen die Kritik an der französischen Missbrauchsstudie durch Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs zurück. Die Stellungnahme der Akademie-Mitglieder, die auch innerhalb der Mitgliedschaft der 2008 gegründeten wissenschaftlichen Einrichtung kontrovers diskutiert wurde und zu Austritten geführt hatte, entspringe einer „klerikalen Selbstbezogenheit“ und werde dem Leid der Opfer nicht gerecht. Quelle: katholisch.de


5.12.2021 Die katholischen Bischöfe Portugals lassen kirchliche Missbrauchsfälle an Minderjährigen durch eine unabhängige Kommission untersuchen. Ende 2022 soll ein Zwischenbericht vorliegen. Quelle: katholisch.de


4.12.2021 Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens informiert die Öffentlichkeit über Fälle sexualisierter Gewalt, die sich in den 1960er und 1970er Jahren ereignet haben. Vier Betroffene berichten von wiederholten Übergriffen in ihrer Jugendzeit durch den Moritzburger Diakon Kurt Ströer, der von 1956 bis 1986 Jugendwart in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) war. Geplant ist, die Taten Kurt Ströers durch eine unabhängige, wissenschaftliche Studie aufarbeiten zu lassen. Quelle: evlks


4.12.2021 Sexualisierte Gewalt in der Familie ist oft ein Tabu. Die Täterinnen und Täter nutzen diesen eigentlich geschützten Raum aus, um sich meist über Jahre an Kindern und Jugendlichen zu vergehen. Zwei Betroffene sprechen über ihre Erfahrungen. Quelle: NDR


4.12.2021 Das Erzbistum Köln hat dem Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat die Kosten der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs vorgelegt. Demnach betrug der Aufwand für die Unabhängige Untersuchung zwischen 2019 und 2021 rund 2,8 Mio. Euro. Darin enthalten sind Kosten für die zwei juristischen Hauptgutachten von gut 1,27 Mio. Euro, für weitere rechtliche Beratung von 588.000 Euro sowie die Kosten für Krisenberatung von knapp 820.000 Euro. Genommen wurden die 2,8 Mio. Euro aus dem „Fonds für Bedürfnisse des Bistums“. Aus demselben Fonds wurden seit 2010 knapp 1,5 Mio. Euro zur Leidanerkennung an Betroffene sexualisierter Gewalt gezahlt. Quelle: Erzbistum Köln

Kommentar: Hier ist unübersehbar, wer dem Erzbistum Köln wichtig ist. Die Betroffenen kirchlicher sexualisierter Gewalt sind es nicht.


3.12.2021 Pfarrer Georg Meyer, Friesoythe, Bistum Münster, hat zwischen 1953 und 1970 mindestens zehn Kinder sexuell missbraucht. Nun haben Pfarreirat und Kirchenausschuss auf Bitten Betroffener jeweils einstimmig beschlossen, die Grabplatte des Pfarrers auf dem Friedhof Markhausen zu entfernen. Quelle: Kirche und Leben


3.12.2021 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Pariser Erzbischofs Michel Aupetit angenommen. Annette Zoch fragt angesichts der Entscheidungen des Papstes in den Fällen von Erzbischof Heße, Kardinal Woelki, Barbarin, Xavier Novell Gomà, Spanien, ob es für den Papst in Ordnung ist, Straftaten zu decken, nicht jedoch, etwas mit einer Frau zu haben. Sie kommentiert: „Es ist eine schwer zu ertragende Doppelmoral. Papst Franziskus verschärft die Krise der Kirche.“ Quelle: Süddeutsche


2.12.2021 Die katholische Kirche in der Schweiz will erstmals Missbrauchsfälle auf nationaler Ebene untersuchen lassen. Die Aktenlage ist vermutlich dürftig, weil Fälle in der Vergangenheit kaum dokumentiert wurden und Akten wohl vernichtet wurden. Ein Betroffener berichtet, dass er sich 2018 an die Kirchengemeinde wandte, in der er Missbrauch erlebt hat. Die Gemeinde rief weitere Betroffene auf, sich zu melden. Acht weitere Opfer bzw. ihre Angehörigen meldeten sich. Aktenkundig war keiner der Fälle. Quelle: srf.ch


2.12.2021 Nach Berichten über eine Affäre mit einer Frau hatte der Pariser Erzbischof Michel Aupetit dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Der Oberhirte streitet die Gerüchte ab. Papst Franziskus nahm den Amtsverzicht an. Quelle: katholisch.de  Kommentar von Alexander Brüggemann


2.12.2021 Familienangehörige des ehemaligen Trierer Bischof Bernhard Stein solidarisieren sich mit Missbrauchsbetroffenen. Sie fordern eine unabhängige Aufklärung der Vertuschungsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof Stein. Quelle: katholisch.de


2.12.2021 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) hat bis Ende November 1.509 Anträge von Missbrauchsopfern in der katholischen Kirche erhalten. Davon seien bisher 519 entschieden worden. Quelle: katholisch.de


1.12.2021 Das Bistum Münster kritisiert die Recherche der FAZ zu den Anerkennungszahlungen für kirchliche Missbrauchsopfer.  Die Zahlen seien „schlichtweg falsch“, sagte Stephan Baumers von der Stabsstelle Intervention. Die höchste Summe habe auch im Bistum Münster bei 50.000 Euro gelegen. Quellen: Kirche und Leben  katholisch.de


1.12.2021 In den Bistümern Osnabrück und Trier gibt es jetzt ein klares Verfahren, mit dem Daten aus Personalakten von Klerikern zur Missbrauchsaufarbeitung verwendet werden können. Nun können sie auch von Kommissionen und Wissenschaft ausgewertet werden. In beiden Bistümern bedarf es dazu keiner Einwilligung des jeweiligen Klerikers. Der Diözesanbischof oder sein Beauftragter muss zustimmen. Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden, insbesondere bei der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Quelle: katholisch.de


1.12.2021 Sigrun Roßmanith, ärztliche Psychotherapeutin, stellt fest, dass sexuelle Missbrauch in der Kirche durch Frauen, z.B. Nonnen, bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie den männlichen Tätern. Quelle: rss.com


1.12.2021  Geknechtet unterm Kreuz – Leben in einer katholischen Sekte


1.12.2021 Acht Mitglieder der Katholischen Akademie Frankreichs bemängeln Schwächen im Ciase-Bericht, der sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich untersucht hat und dabei auch eine Dunkelfeld-Einschätzung vorgelegt hat. Die acht Unterzeichner sprechen von einer „unverhältnismäßigen Bewertung“, kritisieren, dass der Bericht von einem systemischen Charakter von Missbrauch in der katholischen Kirche. Zudem beziehe sich der Bericht nur auf die Evangelien und ignoriere Inhalte des Katechismus und dessen Moraltheologie. Die Empfehlungen „einer Kommission ohne kirchliche oder zivile Autorität“ könne nicht bindend für das Handeln der Kirche sein, stellen die acht Mitglieder fest. – Aus Protest gegen den Bericht der acht Akademiemitglieder sind andere Akademie-Mitglieder ausgetreten. Der Kommissionsvorsitzende Jean-Marc Sauve, ein früherer Richter, Ex-Vizepräsident des Französischen Staatsrates und ebenfalls Mitglied der Katholischen Akademie, weist die Kritik zurück. Eine umfassende Widerlegung sei in Arbeit, kündigt Sauve an. Quelle: katholisch.de


30.11.2021 Zwei indonesischen Ministranten, Opfer sexualisierter Gewalt durch einen Mitarbeiter des Bistums Bogor, wurde eine finanzielle Entschädigung ausgezahlt. Der Leiter der Staatsanwaltschaft sagte, die Geldzahlung „kann als Bemühung des Staates gesehen werden, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“. Im November 2019 wurde ein Report – „Sexueller Missbrauch in indonesischen Kirchen: Ein Eisbergphänomen?“ –  veröffentlicht, in dem von 56 Menschen als Opfer sexualisierter Gewalt in katholischen Seminaren und Einrichtungen berichtet wurde. Erzbischof Kardinal Ignatius Suharyo, Jakarta, bezweifelt die Autentizität des Reports, den er nicht kenne. Quelle: Domradio


30.11.2021 Zunächst hatten sich drei mutmaßliche Opfer des Kapuzinerpaters Norbert Weber gemeldet. Inzwischen haben sich sieben weitere Betroffene gemeldet. Quelle: br


30.11.2021 Monitor-Beitrag über die Katholische Integrierte Gemeinde. Quelle: ardmediathek, ab min. 18


30.11.2021 Im Bistum Trier erhielten ein Geistlicher eines Seelsorgeteams und andere Gemeindemitglieder anonyme Morddrohungen. Hintergrund scheint zu sein, dass dem Geistlichen von Teilen der Gemeinde vorgeworfen wird, eine Missbrauchsbeschuldigung gegen einen früheren Geistlichen der Gemeinde öffentlich gemacht zu haben. Manche Gemeindemitglieder glauben dem Beschuldigten, der die Vorwürfe abstreitet, andere glauben dem mutmaßlichen Opfer.  Quelle: katholisch.de


30.11.2021 Maria Mesrian schaut auf die Strukturen des Mileus im Erzbistum Köln und ruft die Gläubigen dazu auf, wozu die mächtigen Männer der Kirche nicht in der Lage sind: Sich dem „Leid, das durch die tausendfache sexualisierte Gewalt durch  Amtsträger der katholischen Kirche verursacht wurde und das durch die Vertuschung dieser Gewalt noch einmal geschieht“ zu stellen. Quelle: feinschwarz.net


30.11.2021 Heute vor zehn Jahren hatten Fachleute Maßnahmen vorgestellt, um Kinder besser vor sexuellen Missbrauch zu schützen. Der Beauftrage der Bundesregierung und andere Fachleute ziehen nun eine bittere Bilanz. Quelle: Tagesschau


29.11.2021 In Bayern gab es ca 140 Prozent mehr Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs und Kinderpornografie. 2728 Verfahren wurden eingeleitet. Quelle: Süddeutsche


29.11.2021 Schutzlos: Sexuelle Gewalt gegen Kinder, Teil 1-3. Quelle: ndr

29.11.2021 Phil Saviano, Schlüsselfigur bei der Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in den USA, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 69 Jahren in Douglas (Massachusetts) an den Folgen einer Krebserkrankung, wie die „New York Times“ berichtete. Der studierte Zoologe und Kommunikationswissenschaftler hatte sich als einer der ersten Missbrauchbetroffenen öffentlich zu Wort gemeldet, was mit zu den entscheidenden Berichten des „Boston Globe“ 2002 führte. Quelle: kathpress


29.11.2021 Der Salzburger Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff geht davon aus, dass einzelne Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um nach dem Missbrauchsskandal wieder Vertrauen in die Kirche herzustellen. Bislang werde nicht anerkannt, dass der Missbrauch in der Kirche zur „Wahrheitsform sakralisierter Macht“ gehöre. Der Bruch basalen Vertrauens betreffe die Grundlegung des Glaubens, konstatiert Hoff und fordert, das Lehramt der Betroffenen des Missbrauchsskandals ernst zu nehmen. Quelle: katholisch.de


29.11.2021 Digitaler Grundkurs zum Schutz von Schüler*innen vor sexuellem Missbrauch. Quelle: was-ist-los-mit-jaron


29.11.2021 Überblick über den Umgang der katholischen Kirche in Österreich mit kirchlichen Missbrauchsfällen. Seit 2010 gibt es ein einheitliches Verfahren in allen österreichischen Bistümern. Die Orden sind – anders als in Deutschland – einbezogen. Quelle: Domradio  


29.11.2021 Die Pastoraltheologin Maria Widl geht der Frage nach, ob Geistliche Gemeinschaften anfälliger für geistlichen Missbrauch sind. Sie konstatiert: „Die Grundlogik von geistlichen Gemeinschaften kann man schon mit denen von Sekten vergleichen. Es ist besonders die Anziehungskraft dieses geistlichen Weges und der Personen, die ihn vertreten – gepaart mit einer gewissen Konsequenz und Radikalität, einer Ernsthaftigkeit im Glauben. Eine solche Ernsthaftigkeit tendiert aber auch dazu, mit dem Geglaubten wirklich ernst zu machen und sich gleichzeitig gegenüber den anderen abzugrenzen. Da ist man dann ganz schnell dabei, eine Ideologie zu vertreten.“ Quelle: katholisch.de


28.11.2021 Jan Stehle beschreibt das pseudoreligiöse Zwangssystem des Paul Schäfer in Chile akribisch und arbeitet heraus, warum sich kaum eine Behörde in Deutschland um die Verbrechen in der Colonia Dignidad kümmerte – bis heute. Quelle: Süddeutsche


28.11.2021 Bibeltexte werden in kirchlichen Dokumenten oft in einer Weise verwendet, als hätte es die Erkenntnisse der Bibelwissenschaft nicht gegeben. Nicht so beim Synodalen Weg, sagt die Synodale und Bibelwissenschaftlerin Katrin Brockmöller. Eine Tiefenanalyse. Quelle: katholisch.de


28.11.2021 Dana Hajek bietet einen Überblick in das umstrittene System der sogenannten „Anerkennungsleistungen“ für kirchliche Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche. Fazit: „Das Verfahren bleibt so wie es ist. Die Bischöfe verweisen weiterhin auf die unabhängige Kommission, die unabhängige Kommission behauptet weiterhin beharrlich, sie sei unabhängig, und die Betroffenen werden mal wieder auf die Bischofskonferenz im nächsten Frühjahr vertröstet … Fünf weitere Monate auf die lange Bank geschoben.“ Quelle: FAZ


27.11.2021 Wo sich das katholische Lehramt als Hüterin ewiger Wahrheiten inszeniert, folgt es einer modernen Konzeption des Katholizismus. Der Fundamentaltheologe Oliver Wintzek analysiert dessen zentrale Säulen der Diskursverweigerung und Außenabgrenzung. Quelle: feinschwarz.net


26.11.2021 Dierk Schäfer über „Das Schweigen der Hirten“ (1)  Quelle: dierkschaefer.wordpress.com


26.11.2021 „Nur weil einige Priester ihre väterliche Rolle oder ihre Autorität missbraucht haben, um sie zum Instrument ihrer Perversion zu machen, heißt das nicht, dass man leugnen sollte, dass der Priester Vater ist und dass er kraft seiner sakramentalen Weihe eine Leitungsaufgabe hat.“ Das sagt der emeritierte Kurienkardinal Robert Sarah. Mit dieser Sichtweise ist er Teil des Problems, nicht der Lösung. Quelle: katholisch.de


26.11.2021 In Italien erschien das Buch „Il velo del silenzio“ (Schleier des Schweigens). Salvatore Cernuzio, Redakteur bei Vatican News hat darin Zeugnisse von Ordensfrauen gesammelt, die von MIssbrauch von Macht, Gewissen und Sexualität in Orden, Klöstern und katholischen Instituten berichten. Die französische Ordensfrau Nathalie Becquart, vatikanisches Synodensekretariat, fordert alle auf, sich der „falschen Praktiken von Gehorsam und Autoritätsausübung in der Kirche bewusst werden“, die es in Pfarrgemeinden, alten und neuen Ordensgemeinschaften und in Laienvereinigungen gebe. Quelle: Domradio


26.11.2021 Bischof Genn, Münster, hat den Antrag des aufgelösten kirchlichen Vereins „Totus Tuus Neuevangelisierung“ auf Rücknahme der Auflösung abgelehnt. Seine Begründung: „Eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen“ habe durch „Totus Tuus“ „schweren Schaden“ genommen. „Insofern hat die Gemeinschaft sowohl einen schweren Schaden für die kirchliche Disziplin verursacht als auch ein Ärgernis für die Gläubigen dargestellt.“ Quelle: katholisch.de


26.11.2021 Das Bistum Würzburg schließt sich einem Anruf des Bistums Passau an Opfer des Kapuzinerpaters Norbert Weber an, sich zu melden. Weber soll über fast vier Jahrzehnte Kinder und Jugendliche missbraucht haben. In seiner Kaplanszeit von 1965-1968 war er in der Pfarrei „Zur Heiligen Familie“ in Karlstadt, Bistum Würzburg,  tätig und wechselte danach ins Bistum Passau. Bislang sind drei Opfer des Kapuziners bekannt, es gebe jedoch wohl weitere Betroffene. Quelle: br


25.11.2021 Oxfam Deutschland veröffentlicht am heutigen Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen Zahlen über den weltweiten Anstieg von Gewalt gegen Frauen in der Corona-Pandemie. Oxfam fordert Regierungen auf, Organsisationen, die gegen Gewalt an Frauen kämpfen, stärker zu unterstützen. Quelle: Zeit


25.11.2021 In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wurden seit 2010 insgesamt 167 Fälle sexualisierter Gewalt durch ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende gemeldet. Quelle: swr


24.11.2021 Die neue Regierungskoalition will das Amt des unabhängigen Missbrauchsbeauftragten stärken. Vorgesehen ist eine gesetzliche Regelung der Arbeit und eine Berichtspflicht an den Bundestag. AUßerdem will die neue Bundesregierung kindersensible Justiz stärken. Auch die Entwicklung von Schutzkonzepten soll mit Modellprojekten unterstützt werden und die länderübergreifende Zusammenarbeit in Kinderschutzfällen soll verbessert werden. Die Parteien müssen das Verhandlungsergebnis noch bestätigen. Quelle: vaticannews


24.11.2021 Der Betroffenenbeirat der DBK bezeichnet das erneute Festhalten der Bischöfe am bestehenden Anerkennungssystem als blanken Hohn und Zynismus. Ob der Betroffenenbeirat der Bitte der Bischofskonferenz um eine Fortsetzung der Gespräche nachkommen werde, bleibe den weiteren Beratungen im Betroffenenbeirat vorbehalten. Quellen: Tagesschau   Zeit  Berliner Zeitung


24.11.2021 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Freiburg weist darauf hin, dass im System der UKA diejenigen benachteiligt werden, die nicht in der Lage sind, den als Kind erlittenen sexuellen Missbrauch und die Tatfolgen zu schildern. Die Bischofskonferenz verkaufe „Selbstverständlichkeiten als wichtige Verbesserungen“. Betroffenenbeteiligung stelle aus Sicht der Bischofskonferenz eher ein Feigenblatt dar. Quelle: ebfr


24.11.2021 Kirchlich Betroffene kritisieren die Entscheidungen der katholischen Bischöfe, das Verfahren der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) im Wesentlichen unverändert zu lassen. Sie stellen fest, dass die Höhe der Leistungen zu niedrig ist und keine Begründung der Leistungshöhe erfolgt. Es bleibe bei einem „problembehafteten und intransparenten System“: „Gleichzeitig hoffen die Bischöfe weiter auf die Gesprächsbereitschaft der Betroffenen, das aber völlig perspektivlos.“ Der Beschluss der Bischöfe sei „eine Verhöhnung derjenigen, die sich für die Betroffenen, aber auch für eine sachgerechte Beratung der Bischöfe im Betroffenenbeirat einsetzen“, sagen Betroffenenvertreter und werfen den Bischöfen vor, nicht bereit zu sein, „in entscheidenden und grundlegenden Fragen die Expertise der Betroffenen anzunehmen“. Quelle: Süddeutsche


24.11.2021 Der SPD-Religionsexperte Lars Castelucci plädiert für eine Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen. Die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle kritisiert er: „Mit jedem blöden Gutachten missglückt die Aufarbeitung mehr. Eins wird veröffentlicht, eins zurückgezogen und ein drittes nur geschwärzt veröffentlicht. Diesen Vertrauensverlust muss man dringend unterbrechen.“ Quelle: katholisch.de  Interview


24.11.2021 Gegen den früheren Kardinal McCarrick hat ein weiteres mutmaßliches Opfer Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs erstattet. Ein ehemaliger Seminarist wirft McCarrick vor, 1986 ihm gegenüber während eines Strandausflugs übergriffig geworden zu sein. Die Klage richtet sich auch gegen die Erzdiözese Newark, Kardinal Joseph Tobin habe 2018 auf einen Brief nicht geantwortet. Der Kläger beschuldigt einen weiteren Priester des sexuellen Missbrauchs. Quelle: katholisch.de


23.11.2021 Bis in die 1990er-Jahre wurden Kinder während staatlich organisierter Kuren gequält und misshandelt. Anja Röhl, selbst ein ehemaliges Verschickungskind, kümmert sich tagtäglich um deren Leid: sadistische Erziehungsmethoden in den Heimen, Strafen, sexuellen Missbrauch. Die Kinder erhielten Schlafmittel und wurden mit Psychopharmaka ruhiggestellt. Die Politik sicherte im Mai 2020 umfassende Aufklärung zu, geschehen ist kaum etwas. Quelle: Tagesschau


23.11.2021 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat beschlossen, das Verfahren der Leidanerkennung im Wesentlichen nicht zu verändern. Der Betroffenenbeirat bei der DBK sieht einige Verbesserungen, aber kein Zugehen der Bischöfe auf die Betroffenen. Der Sprecher des Betroffenenbeirates der Deutschen Bischofskonferenz, Johannes Norpoth, reagierte mit „Unverständnis und Empörung“ auf die Entscheidung, finanzielle Leistungen nicht zu erhöhen. Auch die personelle Aufstockung der UKA werde nicht verhindern, dass die Bearbeitung der Anträge weitere 12 Monate dauere. Die Einrichtung einer Widerspruchsstelle sei lediglich Ausdruck üblicher rechtsstaatlicher Verfahren. Die UKA werde ihre Entscheidungen weiterhin nicht begründen.  Quelle: Domradio


23.11.2021 Das Bistum Passau und der Kapuzinerorden wurden 2010 von einem Missbrauchsopfer informiert, 2019 meldete sich ein weiteres Opfer, ein drittes meldete sich kürzlich. Alle drei beschuldigen den 2000 verstorbenen Passauer Kirchenmusikdirektor und Kapuzinerpater Norbert Weber, der offenbar über vier Jahrzehnte Minderjährige missbrauchte. Weber war von 1961 bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 auf dem Mariahilfberg, Passau, tätig – unterbrochen durch die Kaplanszeit 1965-1968 in Franken. Bistum und Orden gehen davon aus, dass es weitere Betroffene gibt. Quelle: katholisch.de


23.11.2021 Vertreter der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und der Deutschen Bischofskonferenz haben in Gesprächen am 11. Oktober und am 9. November 2021 die Erwartungen des Betroffenenbeirats an das Verfahren der UKA erörtert. In wichtigen Punkten konnte Übereinkunft erzielt werden, die Positionen zur Leistungshöhe jedoch waren nicht vereinbar. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat beschlossen, an dem Verfahren grundsätzlich festzuhalten. Neu ist die einmalige Widerspruchsmöglichkeit gegen die Leistungshöhe. Zudem wurde eine personelle Aufstockung der Geschäftsstelle beschlossen, neue Mitglieder wurden benannt. Quelle: dbk


23.11.2021 Die Spanische Bischofskonferenz will keine unabhängige Untersuchung kirchlicher Missbrauchsfälle. Die Kirche wolle jeden Betroffenen und jeden Täter mit Namen kennen und den Personen „von Angesicht zu Angesicht“ gegenübertreten. Zudem seien nur 0,8 % der seit 1950 von Priestern verübt worden. Betroffenenorganisationen wiesen darauf hin, dass aufgrund der herausgehobenen Stellung kirchlicher Schule und Heime während der Franco-Diktatur mit mehr Opfern zu rechnen sei als in Frankreich. El Pais berichtete von 945 Betroffenen. El Pais hatte im Juni 2021 bereits von 327 kirchlichen Tätern und mindestens 836 Opfern berichtet. Quelle: katholisch.de


22.11.2021 Manuel Menrath, Historiker, sieht in dem für Dezember geplanten Gespräch des Papstes mit Vertretern Indigener aus Kanada einen ersten Schritt zum Dialog. Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die in das Residential-School-System involviert war und sich noch offiziell für die Verbrechen an indigenen Kindern entschuldigt hat. Die Zwangsassimiliations-Anstalten, in die indigene Kinder gebracht wurden, haben ein generationsübergreifendes Trauma ausgelöst. Quelle: Domradio


22.11.2021 Die deutschen katholischen Bischöfe haben mit Nachdruck zur Corona-Impfung aufgerufen und sie als eine „Verpflichtung aus Gerechtigkeit, Solidarität und Nächstenliebe“ bezeichnet. Papst Franziskus hatte bereits am Weltgesundheitstag zur Impfung aufgerufen. Quelle: katholisch.de


21.11.2021 Kardinal Marx konstatiert, dass die vermeintlich alten Geister des Hasses und der Ausgrenzung immer wieder präsent seien. Manchmal kämen sie in neuem Gewand, seien letztlich jedoch dieselben, wenn man an die antisemitischen Verschwörungstheorien denke, „die heute wieder verstärkt im Umlauf sind“. Quelle: vaticannews


20.11.2021 Thomas Großbölting, Münsteraner Historiker, stellte erste Ergebnisse der Studie zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster auf der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) vor. Er berichtete von „frappierender Täterfürsorge“ und dass es nur selten Kontakt zu den Betroffenen gab. Der Münsteraner Historiker Klaus Große Kracht berichtet – ähnlich wie in der Normalbevölkerung – von gut vier Prozent der Kleriker, die seit 1945 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Neben den in der MHG-Studie bekannten Tätertypen (pädophil, narzisstisch-soziopathisch, regressiv-unreif) identifiziert die Studie  einen „pastoral manipulativen Typ“, der seine geistliche Überlegenheit nutze, um Jugendliche und junge Erwachsene zu missbrauchen. Dabei gehe dem sexuellen Missbrauch eine Phase geistlichen Missbrauchs voraus. Bis 2000 hätten die Personalverantwortlichen mit Versetzung reagiert – auch von den 16 verurteilten Tätern seien elf wieder in der Seelsorge eingesetzt worden. Großbölting legt dar, dass viele Taten in den 70er, 80er und 90er Jahren zu verhindern gewesen wären, wenn die Verantwortlichen sich an die kirchlichen Vorgaben und das Kirchenrecht gehalten hätten. Auch Großbölting fordert, bei den systemischen Ursachen anzusetzen. – Das ZdK kündigte an, bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche mit Betroffenen zusammenarbeiten zu wollen. Quelle: katholisch.de


19.11.2021 Die katholische Kirche in Spanien hat mindestens 173 kirchliche Missbrauchsopfer finanziell entschädigt. Allerdings sei dies nur ein geringer Teil der Betroffenen, da in vielen Fällen nie eine Anzeige erfolgt sei. Ermittelt wurde die Zahl durch die Auswertung von Presseberichten und Gerichtsurteilen seit etwa 1980. Weder der Staat noch die Kirche veröffentlichen das Ausmaß der Finanzhilfen. Durchschnittlich erhielten die Betroffenen 12.000 Euro. Quelle: Domradio


19.11.2021 In Afrika wird es keinen Missbrauchs-Bericht der katholischen Kirche geben, weil die Lage in den 54 afrikanischen Staaten zu unterschiedlich ist und weil die Mittel zu einer breiten Erhebung wie etwa in Frankreich fehlen. Das sagte der Comboni-Missionar und Psychotherapeut Stéphane Joulain anlässlich einer Tagung französischer Ordensleute in Lourdes. Die Superiorin Vernonica Poenibo, Nigeria, sagte: „Wir haben zulange geschwiegen und gewartet, dass der Sturm vorüberzieht. Heute schämen wir uns für unsere Kirche und unsere scheinheiligen Gemeinschaften.“ In Afrika werden – anders als in Frankreich – vor allem Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht. Joulain berichtete von sexuellen Aggressionen von Priestern und Bischöfen gegen junge Frauen und Ordensfrauen. Manchmal werden junge Frauen oder Ordensfrauen aufgefordert, sich einen priesterlichen Beschützer zu suchen, um ein Studium zu finanzieren. Das sei nichts anderes als eine „geheiligte Prostitution, sagte Joulain. Quelle: vaticannews


19.11.2021 Die Münchner Missbrauchs-Kommission tritt heute erstmals zusammen. Sie soll untersuchen, welchen Kindern unter Obhut der Stadt München Gewalt angetan wurde, wer die Täter*innen waren. Untersucht werden soll auch der Verdacht einer privaten Recherchegruppe, dass es ein Netzwerk aus Tätern, Täterinnen und Mitwissenden gegeben haben könnte, die in den 60er- und 70er-Jahren rund um das damalige Heim des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Feldafing Kinder weiterreichten, um sie zu missbrauchen. Quelle: Süddeutsche


19.11.2021 Die SPD-Politikerin Marquardt ist auch Mitglied des Betroffenenbeirats. Sie fordert die künftige Bundesregierung anlässlich des Europäischen Tags gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern auf, die Stelle des Unabhängigen Beauftragten auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen, die Ausbildung etwa von Lehrern, Erziehern oder Juristen anzupassen und für ausreichend Therapieplätze zu sorgen.  Quelle: DLF


19.11.2021 Vreni Peterer erlebte sexualisierte Gewalt durch einen Pfarrer. Sie berichtet von ihren Erfahrungen auch mit dem Bistum St. Gallen, dem sie den Missbrauch vor drei Jahren meldete. Quelle: kath.ch


18.11.2021 Anlässlich des Gebetstages für Missbrauchsopfer sagte Erzbischof Ghizzoni, Kinderschutzbeauftragter der italienischen Bischofskonferenz: „Wir bitten die Opfer um Verzeihung und bringen unsere menschliche Nähe und vor allem unsere Bereitschaft zum Ausdruck, ihre Erfahrungen aufzunehmen, ihre Geschichte anzuhören und sie entsprechend ihren Bedürfnissen zu begleiten.“ Quelle: vaticannews


18.11.2021 Nach der Veröffentlichung eines Missbrauchsgutachtens soll die Bischof-Janssen-Straße in der Hildesheimer Innenstadt „zeitnah“ umbenannt werden. Bischof Janssen wird Vertuschung sexualisierter Gewalt durch katholische Priester vorgeworfen. Quelle: katholisch.de


18.11.2021 Der päpstliche Kinderschutzbeauftragte Kardinal Sean O’Malley hat sich erneut dafür ausgesprochen, Kompetenzen der Laien und die Unterstützung von Überlebenden sexualisierter Gewalt zu nutzen, um die Kirche zu einem sicheren Umfeld für Kinder und Erwachsene zu machen. Nur mit ehrlichen Untersuchungen sei es möglich, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. „Wir können nicht gutmachen, was wir nicht anerkennen. Wir können ein zerbrochenes Vertrauen nicht wiederherstellen, wenn wir uns nicht mit dem Kern der Sache befassen. Dies erfordert eine ehrliche Untersuchung, eine unabhängige Prüfung und fundierte Maßnahmen“, sagte er. Quelle: vaticannews


18.11.2021 Die Erzdiözese Brisbane verpflichtet ihre Mitarbeiter*innen in Seelsorge, Caritas und Schulen, sich bis zum 15.12. zweifach gegen Corona impfen zu lassen. In Deutschland sprechen sich 67 % der Katholik*innen und 71 % der Protestant*innen für eine Impfpflicht in bestimmten Berufsgruppen aus. Quelle: katholisch.de


18.11.2021 Der wegen dutzendfachem sexuellen Missbrauch Minderjähriger verurteilte französische Priester Bernard Preynat ist am Mittwoch verhaftet worden. Er muss nun seine fünfjährige Haftstrafe antreten. Quelle: vaticannews


18.11.2021 Heute ist der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt.


18.11.2021 Patrick Bauer, ehemaliges Mitglied des Kölner Betroffenenbeirats, berichtet von Betroffenen, die zu dem Bußgottesdienst eingeladen wurden: „Die haben alle gesagt: Was für ein Hohn ist das?“ – Der Kölner Theologieprofessor Joachim Windolph sagt, Fehler einzugestehen und umzukehren, seien zutiefst christliche Motive. Aber Menschen einzuladen, die in kirchlichem Kontext sexualisierte Gewalt erlebt haben, „das irritiert mich sehr, weil man sofort anfängt darüber nachzudenken: Wer hat denn jetzt hier welche Schuld?“ Eher als Betroffene müsse man doch vor allem diejenigen einladen, die zu Tätern wurden. Ein Missbrauchs-Beauftragter eines anderen Bistums schrieb nach Angaben des WDR an die Kölner Bistumsleitung: „Wenn Betroffene um Vergebung gebeten werden, bringt man sie in ein Dilemma. Die Vergebung zu verweigern, bedeutet, den Bittenden zurückzuweisen und zu verletzen. Damit kommt der Betroffene in die Rolle des Enttäuschers und der Täter in die Rolle des Opfers.“ Maria 2.0 und einige kirchlich Betroffene werden vor dem Kölner gegen den Bußgottesdienst protestieren. Quelle: www1.wdr


18.11.2021 Im Erzbistum Köln findet heute ein umstrittener Bußgottesdienst statt, an dem ca 230 geladene Gäste teilnehmen. Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln war in die Vorbereitung eingebunden. Kai C. Moritz, Mitglied des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz kommentiert: „Dieses Ritual gehört zur Täterorganisation.“ Der Weg zur Versöhnung müsse von den Betroffenen kommen: „Bei Ritualen, die irgendetwas gesund beten sollen, bin ich nicht dabei.“ Der Gottesdienst wird vom Domradio ab 11 Uhr übertragen. Quelle: Neues Ruhrwort


17.11.2021 Veronika Wawatschek schaut auf die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Evangelischen Kirche. Bislang wurden 942 Anträge laut EKD bearbeitet. Betroffene fordern, dass die Kirche gezielte Nachforschungen anstellt. Der Journalist Philipp Greifenstein mahnt: „Wenn die Betroffenen endgültig den Mut verlieren, dass sie sich mit ihren berechtigten Sorgen bei den Kirchen melden können, weil sie jetzt über Jahre sehen, dass die evangelische Kirche da nicht vorankommt und sich da gar nicht viel verändert, dann verliert die Kirche nicht nur das Vertrauen dieser Menschen, sondern da macht sich Kirche schuldig.“ Quelle: br


17.11.2021 Barbara Haslbeck hat das Buch „Erzählen als Widerstand“ in der Aktionsgruppe „NEIN zu Gewalt an Frauen“, Passau, vorgestellt. Keineswegs könne davon ausgegangen werden, dass Missbrauch an Erwachsenen ein „Einzelfall“ sei. Vielmehr zeige sich, „dass es in der Kirche etwas gibt, das Missbrauch ermöglicht.“ Spiritueller Missbrauch ist dabei oft mit sexuellem Missbrauch eng verbunden. Alle Frauen, die in „Erzählen als Widerstand“ berichten, waren hochengagiert in der Kirche. Nicht wenige von ihnen waren bereits als Kinder von Missbrauch betroffen. Quelle: Bistum Passau


17.11.2021 Im Bistum Trier ist bis zum Wochenende ein Gedenkort für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche eingerichtet – zwischen dem Trierer Dom und der Liebfrauenkirche. Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz sagte, Erinnerungsorte seien wichtig, damit das Geschehene nicht vergessen wird. Quelle: Stern


17.11.2021 Papst Franziskus wünscht, dass Italiens erster Gebetstag für Überlebende von sexualisierter Gewalt die „menschliche und geistige Genesung der Opfer unterstützt“ und das Problembewusstsein zum Thema schärft. Der Gebetstag findet am 18.11. anlässlich des Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Quelle: vaticannews


17.11.2021 Johanna Beck berichtet im Interview, was ihr Hoffnung macht, was sie sich von Gemeindemitgliedern und Bischöfen wünscht und warum sie die Kirche nicht verlässt. Quelle: bistumspresse


17.11.2021 Veronika Wawatschek schaut sich die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der evangelischen Kirche an und spricht mit Betroffenen. Bislang war von der evangelischen Kirche wenig zu hören. Betroffene meinen, die evangelische Kirche mache ähnliche Fehler wie die katholische Kirche. Quelle: BR


16.11.2021 Der Sprecher des Betroffenenbeirats des Bistums Speyer, Bernd Held, fordert, die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen – UKA – durch eine völlig von der Bischofskonferenz unabhängige Kommission, die bei der Politik angesiedelt ist, zu ersetzen. Die Entscheidungen der UKA seien intransparent. Quelle: Rheinpfalz


16.11.2021 Gegen den katholischen Priester „U.“ (Aktenvorgang 22 des Gercke-Gutachtens, S. 570ff.), dessen Gerichtsverhandlung wegen des sexuellen Missbrauchs von drei Nichten ab dem 23.11.21 beginnt, hat die Staatsanwaltschaft Köln eine weitere Anklage erhoben. Im Januar 2011 soll er zweimal ein elfjähriges Mädchen missbraucht haben.  Quelle: katholisch.de


15.11.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert eine gesetzliche Grundlage für die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten, damit es endlich eine institutionelle Verbindung zwischen der Welt der Betroffenen, der Fachwelt und der Politik gebe. Rörig hatte keinen strukturierten Zugang zu den Fraktionen und kein Rederecht im Bundestag. Immer habe es bei der Vorstellung seines Arbeitsfeldes „ernste Mienen“ gegeben – gefolgt sei daraus aber nicht viel. Die Missbrauchskommission hat sich in den letzten Jahren mit Missbrauch in den  Religionsgemeinschaften, im Sport und in Familien beschäftigt und Instrumente der Aufarbeitung geschaffen. Quelle: Neues Ruhrwort


15.11.2021 Bischof Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen, hat dem Vatikan empfohlen, die deutsch-österreichische Kirchenvprovinz der Pallottiner zu kontrollieren. Eine politisch heikle Vertuschungsuntersuchung war zunächst zurückgehalten worden. Nachdem die Badische Zeitung und die Sächsische Zeitung die Existenz weiterer Dokumente und ihre Zurückhaltung öffentlich gemacht hatten, ist der Versand nach Rom erfolgt. Quelle: BZ


15.11.2021 Eine Vorstudie beweist, dass es im Kinderheim „Haus Maffei“, Feldafing, eine verletzende pädagogische Praxis, sexualisierte Gewalt und Misshandlungen gab. Das teilte der Paritätische mit. Täter*innen waren Heimpersonal und der Gemeindepfarrer. Belege für den Verdacht eines Missbrauchsnetzwerkes gibt es im Archiv nicht. Die Frage, ob es ein Netzwerk gegeben habe, könne nur in Form eines Forschungs- und Archivverbundes mit der Landeshauptstadt München, dem Landesjugendamt und den Schulbehörden beantwortet werden. Quellen: stern   br


14.11.2021 Hans Zollner, Leiter des „Instituts für Anthropologie“ an der Gregoriana in Rom, verteidigt die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses auch in Bezug auf Missbrauchstaten. Es könne ein Instrument im Kampf gegen Missbrauch sein. Der Beichvater müsse „alles in seiner Macht Stehende tun, um den Täter davon zu überzeugen, Verantwortung für das zu übernehmen, was er oder sie getan hat“. Dazu gehöre auch, den Täter nach der Beichte außerhalb des Beichtstuhls zu einem Gespräch über den Missbrauch aufzufordern. Quelle: katholisch.de


13.11.2021 Auch Bischof Oster, Passau hält den Kampf gegen geistlichen Missbrauch für ein dringliches Thema der Kirche. Er warb auch dafür, das schon Erreichte in der Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche stärker zu betonen. Quelle: katholisch.de


12.11.2021 Wolfgang Reuter, Vallendar spricht im Mittwochsgespräch unter dem Titel „Im Missbrauchsstrudel gefangen“ davon, dass die Kirche als System in ihrer derzeitigen Gestalt ein traumaförderliches Milieu darstellt. Sie sei ein (Ermöglichungs-) Raum von Grenzüberschreitungen, in dem sich die Vernichtung des Anderen als sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch ereignet.


12.11.2021 Papst Franziskus fordert ein entschiedeneres Vorgehen staatlicher Stellen gegen Kinderpornografie. Der sexuelle Missbrauch Minderjähriger in der katholischen Kirche Frankreichs sei eine Schande. Regierungen müssten gegen diese Form der Kriminalität „so schnell wie möglich handeln“, sagte er. „Die verantwortlichen Gruppen verhalten sich wie die Mafia, die sich versteckt und verteidigt.“ Quelle: Domradio


12.11.2021 Die US-Bischofskonferenz erhielt zwischen Juli 2019 und Ende Juni des Folgejahres 22 neue Anschuldigungen wegen Missbrauchs durch katholische Geistliche. Sie schließt daraus, „dass neue Fälle von sexuellem Fehlverhalten von Priestern gegenüber Minderjährigen in der katholischen Kirche in den USA heute selten sind.“ Quelle: vaticannews

Kommentar: Hoffentlich ist die Schlussfolgerung richtig! Wahrscheinlicher jedoch ist, dass Betroffene oft Jahre brauchen, bis sie sich melden. Sie werden auch erst Jahre später erfasst.


12.11.2021 Sexueller Kindesmissbrauch durch Frauen. Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt


12.11.2021 Am 23.11. wird ein katholischer Priester vor dem Landgericht Köln stehen, dem zwischen 1993 und 1999 in 31 Fällen sexueller Missbrauch an seinen drei minderjährigen Nichten vorgeworfen wird (Aktenvorgang 22 des Gercke-Gutachtens, S. 570 ff). Bereits 2010 hatte eine der Betroffen Strafanzeige gestellt, sie jedoch 2011 wohl auf Druck der Familie wieder zurückgezogen. Das Gericht hat 20 Verhandlungstermine angesetzt und bislang 38 Zeugen geladen, unter ihnen den Hamburger Erzbischof Heße. Die Nichten sind Nebenklägerinnen. Der Angeklagt soll begutachtet werden. Quelle: Neues Ruhrwort


11.11.2021 Dr. Barbara Haslbeck erläutert, was unter dem Begriff „geistlicher Missbrauch“ verstanden wird: „Das sind die drei Kennzeichen, die zu spirituellem Missbrauch gehören: Gegen die spirituelle Selbstbestimmung, Druck und Zwang und die Ausnutzung eines Machtverhältnisses.“ Haslbeck beschreibt geistlichen Missbrauch als „eine Art Gehirnwäsche“. Sie beobachtet, „dass sexueller und spiritueller Missbrauch ganz eng miteinander verbunden sind, dass Menschen, die im Raum der Kirche sexuellen Missbrauch erlebt haben, nahezu immer vorauslaufend spirituellen Missbrauch erleben.“ Quelle: Domradio


11.11.2021 Am Sonntag, 21. November, 18 Uhr, findet anlässlich des Gebetstags für Opfer sexuellen Missbrauchs im Passauer Dom St. Stephan eine Pontifikalandacht (!) statt. Quelle: Bistum Passau

11.11.2021 Dr. Andreas Heek rezensiert die Gottespoesie von Carola Moosbach in ihrem Buch „Ins leuchtende Du“: „Gerade zu einer Zeit, in der die Aufarbeitung sexueller Vergehen innerhalb der Kirche auf der Stelle zu treten scheint und sich eine oftmals theologische Sprachlosigkeit hinter Scham und Versuchen des Aussitzens der Probleme versteckt, kann das Buch zu einer prophetischen Rede werden, ganz und gar also biblischer Tradition folgend.“ Quelle: kath-maennerarbeit


10.11.2021 Das Leiden von Opfern von Missbrauch in der Katholischen Kirche geht offenbar weiter: Ihnen wurde Entschädigung zugesagt aber mehrere Opfer im Bistum Speyer fühlen sich von der dazu eingesetzten Kommission abgespeist. Quelle: swr


10.11.2021 Das Erzbistum Bamberg ruft kirchlich Betroffene auf, sich unter info@kommission-bamberg.de zu melden, wenn sie an einer unabhängigen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in einem Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: wiesentbote


10.11.2021 Eine Frau aus Feldafing, die nicht im dortigen Kinderheim war, berichtet von sexuellem Missbrauch durch Pfarrer Otto Oehler. Er habe sie seit der 3. Klasse mehrere Jahre im Beichtstuhl bedrängt. Dem Bistum Augsburg sind bereits Vorwürfe von vier ehemaligen Heimkindern gegen den Pfarrer bekannt, die als glaubwürdig befunden wurden. Für die ehemaligen Heimkinder sind die Aussagen der neuen Betroffenen sehr wichtig, da nun erstmals eine Frau aus dem Ort – kein Heimkind – Anschuldigungen gegen Otto Oehler erhebt. Quellen: BR   BR


10.11.2021 Bischof Wilmer, Hildesheim, konstatiert, dass die katholische Kirche mit dem Missbrauchsskandal massiv das Vertrauen der Menschen verspielt habe: „Wir stehen vor einem Scherbenhaufen“, sagte er. Quelle: katholisch.de


10.11.2021 Sexueller Kindesmissbrauch durch Frauen. Zusammenfassung der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Geschichten, die zählen.“ Quelle: aufarbeitungskommission


9.11.202 In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verübten die Nationalsozialisten offene Gewalt gegen jüdische Mitbürger*innen. Sie brannten Synagogen nieder, verwüsteten jüdische Geschäfte und Wohnungen und misshandelten Juden und Jüdinnen. Im Gedenken an diesen Tag hat der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, Pandemie-Leugner, Querdenker und ideologische Impfkritiker scharf kritisiert. Er nannte es skrupellos, dass sich Corona-Leugner und Kritiker der Pandemiemaßnahmen den gelben Stern mit der Aufschrift „ungeimpft“ anheften oder sich mit dem bekannten jüdischen Schoa-Opfer Anne Frank vergleichen.
Papst Franziskus formuliert: „Die Bedrohung durch den Antisemitismus, die in Europa und anderswo immer noch schwelt, ist eine Lunte, die man auslöschen muss.“
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen die jüdische Minderheit im Deutschen Reich über. Es brannten Synagogen und jüdische Geschäfte, Wohnungen wurden verwüstet und jüdische Bürger misshandelt. Die Mehrzahl der Synagogen und jüdischen Gebetshäuser ging in der Pogromnacht in Flammen auf. Das öffentliche Leben der Juden in Deutschland kam danach völlig zum Erliegen.

9.11.2021 Eine von sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche betroffene Frau berichtete der Synode, dass es in ihrem kirchlichen Verfahren um die Amtspflichtverletzung der Amtsperson gegenüber der Kirche ging. Der Kirche sei Schaden zugefügt worden. Dass vor allem sie den Missbrauch erlitt, habe im Verfahren gegen ihren Täter kaum gezählt. Ihr Fazit: „Ich kann mit meinen Erfahrungen niemandem zu einem Verfahren raten.“ -Quelle: chrismon


8.11.2021 Berichte von der Synode der EKD


8.11.2021 Die katholischen Bischöfe rufen zum Gebetstag für Missbrauchsopfer auf, der anlässlich des „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ gefeiert wird. Quelle: katholisch.de

8.11.2021 Die katholische Kirche in Frankreich will für die Entschädigung von kirchlichen Missbrauchsopfern einen Fond einrichten. Zur Finanzierung des Fonds sollen Immobilien verkauft werden. Die Höhe der Entschädigungen ist noch nicht entschieden. Geplant sind individuelle Entschädigungen. Quelle: Tagesschau


8.11.2021 Der bisherige Ratsvorsitzende der EKD, Bedford-Strohm, ist unzufrieden mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und zeigte sich offen für eine Beteiligung Dritter, etwa des Staates, an der Aufarbeitung. Betroffene üben Kritik am Aufarbeitungswillen der Evangelischen Kirche. Sie fordern eine unabhängige Aufarbeitung. Für Missbrauchsopfer habe sich in den vergangenen Jahren auf Ebene der Landeskirchen „nichts oder nur wenig geändert“, erklärte Katharina Kracht, Mitglied des ehemaligen Betroffenenbeirates. Henning Stein, Betroffener, fordert eine unabhängige Aufarbeitung in einer Wahrheitskommission. Die evangelische Kirche versuche stets, die Kontrolle zu behalten und könne deshalb eine solche Aufarbeitung nicht leisten. Zudem müsse der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, Betroffene darin unterstützten, sich zusammenzuschließen. Quelle: domradio


8.11.2021 Zum Synodenpodcast Nr. 2 mit Detlev Zander geht es hier.


8.11.2021 Die deutschen Bischöfe laden in zeitlicher Nähe zum  „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ am 18. November zum allhährlichen Gebetstag für Betroffene sexualisierter Gewalt ein. Gebetsvorschläge und Anregungen finden Sie hier.  Quelle: katholisch.de


8.11.2021 Zum Abschluss der französischen Bischofskonferenz teilte der Vorsitzende, Erzbischof de Moulins-Beaufort, mit, dass neu eingerichtete Arbeitsgruppen den sexuellen Missbrauch in der Kirche aufarbeiten und künftigen Fällen vorbeugen sollen. Die Gruppen werden von Laien geleitet, werden Verwaltung und Strukturen in den Diözesen untersuchen und Änderungsvorschläge machen. Moulins-Beaufort setzt seine Hoffnung auf den Synodalen Prozess der Weltkirche. Quelle: katholisch.de


8.11.2021 Auch die Evangelische Kirche Deutschlands habe tausende Fälle von sexualisierter Gewalt zu verzeichnen, sagt Henning Stein, Mitglied im Betroffenenbeirat der EKD. Er glaubt, dass viele Behinderteneinrichtungen betroffen sind und fordert eine Wahrheitskommission. Quelle: www1.wdr.de


7.11.2021 Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD, sagt: „Es kann nicht darum gehen, den Status-Quo um jeden Preis zu bewahren, sondern wir müssen uns immer wieder die Frage stellen, was sind unsere Zielvorstellungen? Wozu sind wir evangelische Kirche, was ist unsere Mission, im Hier und jetzt?“ Und: „Wir haben doch guten Grund, uns als Kommunikator:innen und Multiplikator:innen des Aufbruchs zu verstehen ­– nach innen und nach außen. Und auch wenn es für einen jeden Einzelnen von uns mehr Anstrengung bedeutet sich immer wieder in diese direkte Kommunikation zu begeben: Es lohnt sich!“ Quelle: ekd


7.11.2021 Betroffene sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche haben die Aufarbeitung als „völlig unzureichend“ kritisiert. Sie beklagten eine mangelnde Partizipation und zu wenig Unterstützung bei der Bildung von Netzwerken. Katharina Kracht sagte, die Aussetzung des Beirats sei gegen den Willen der Mehrheit der Betroffenenvertreter*innen geschehen. Sie warf der EKD vor, die ausgezahlten Gelder durch Trickserei gering zu halten und Betroffene unter Druck zu setzen, weil diese institutionelles Versagen nachweisen müssen. Die von der EKD zugesagte Unterstützung bei der Vernetzung der Betroffenen sei nicht erfolgt. Henning Stein, Betroffener, forderte eine unabhängige Aufarbeitung durch eine „Art Wahrheitskommission“, weil die evangelische Kirche stets versuche, die Kontrolle zu behalten. Daher könne sie eine solche Aufarbeitung nicht leisten. Quellen: katholisch.de   kirche-und-leben


7.11.2021 Die französischen Bischöfe haben bei ihrer Vollversammlung in Lourdes eine Bußfeier mit der Bitte um Vergebung für sexuellen Missbrauch durch Kirchenangehörige abgehalten. Sie trugen keine liturgischen Gewänder – auf Wunsch der Betroffenen. Während des Bußgebetes knieten die Bischöfe. Sie baten Gott um Vergebung. Die Betroffenen baten sie nicht um Vergebung, weil die Zeit der Vergebungsbitte erst dann komme, wenn Zahlungen an die Missbrauchsopfer erfolgt seien. Quelle: vaticannews


7.11.2021 Zum Auftakt der EKD-Synode in Bremen sagt Katharina Kracht – Mitglied des ausgesetzten Betroffenenbeirats -, dass die EKD noch immer den „Mythos von Einzelfällen“ verbreite. Kracht und andere Betroffene kritisieren, dass die versprochene Evaluation des vorläufigen Scheiterns der Betroffenenbeteiligung lediglich aus einer „Expertise“ durch eine Einzelperson bestehe, die aus der Sicht der Betroffenen keinerlei Fachlichkeit im Bereich sexualisierter Gewalt aufweise. Die Einzelperson werde von einer Traumatherapeutin begleitet. Kracht kritisiert, dass Betroffene immer wieder auf ihr Trauma reduziert werden. Der Sprecher des Missbrauch-Beauftragtenrates der EKD, Christoph Meyns, will die Ergebnisse der Expertise abwarten. Wann sie vorliegen werden, ist nicht bekannt. Am Montag wird die Synode sich mit dem Stand der Aufarbeitung befassen. Die Synode kann live verfolgt werden. Quelle: evangelisch.de


6.11.2021 Bischof Bode, Osnabrück, hat einen Pfarrer vom Dienst entpflichtet. Der Pfarrer hatte dem Bischof mitgeteilt, dass es staatsanwaltliche Ermittlungen gegen ihn gebe. Es bestehe der Verdacht von Straftaten im Zusammenhang mit der Verwendung kinderpornografischer Dateien. Die Gemeinde wurde informiert. Quelle: Neues Ruhrwort


5.11.2021 Der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Retemeyer sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), seine Behörde bearbeite jeden Fall, den ihr die Kirchen auf den Tisch legten – unabhängig davon, wie lange er zurückliege und ob er offenkundig verjährt sei. Selbst wenn der Täter nicht mehr lebt, bearbeitet die Staatsanwaltschaft den Fall. Letztlich jedoch sei es die Entschiedung der Kirchen, wie sie damit verfahre. Der Leiter der Rechtsabteilung im Landeskirchenamt, Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch, sagte, dass er sich ein solches Vorgehen schon immer gewünscht habe, die „Signale“ jedoch bisher in vergleichbaren Fällen anders gelautet hatten. Bislang war die Landeskirche immer pauschal von einer 20-jährigen Verjährungsfrist ausgegangen. Quelle: Landeskirche Hannovers


5.11.2021 Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort, hat die institutionelle Verantwortung der Kirche für die Fälle des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen anerkannt. Die Bischöfe bekräftigten zudem, dass den Taten eine „systemische Dimension“ zugrunde liege und durch einen „globalen Kontext“ ermöglicht worden seien. Quelle: kath.ch


5.11.2021 Der im Erzbistum Köln geplante Bußgottesdienst wird nicht nur Betroffenen, sondern auch vom Diözesanrat kritisiert. Der Diözesanrat sei nicht in die Entscheidung einbezogen worden, habe lediglich eine schriftliche Einladung erhalten, sagte der Vorsitzende Tim Kurzbach. Der Diözesanrat habe „von einem Pontifikalamt im Kölner Dom gesprochen hat, in dem es ein Schuldbekenntnis des Erzbischofs und der gesamten Bistumsleitung geben sollte. Mitnichten haben wir von einem Bußgottesdienst gesprochen, durch den die Betroffenen wiederum und erneut instrumentalisiert werden.“ Quelle: rp-online


5.11.2021 Zur Kritik am Bußgottesdienst im Erzbistum Köln, der für den 18. November geplant ist, nimmt Steinhäuser Stellung. Er sagt, dass ein Gottesdienst immer und in erster Linie ein Ort der Begegnung mit Gott sei: Gott spreche die Menschen an, die Gläubigen reagieren im Gebet darauf. Im Bußgottesdienst rufe Gott zur Umkehr, und die Antwort vor Gott sei: Ja, wir sind schuldig geworden, hilf uns, umzukehren. Damit stehe das Bekenntnis vor Gott im Mittelpunkt. Daran schließt sich das Gedenken an die Betroffenen und die Bitte für die Betroffenen an. Quelle: domradio


5.11.2021 Bischof Genn, Münster, hat der geistlichen Gemeinschaft „Totus Tuus Neuevangelisierung“ die kirchliche Anerkennung entzogen. Er begründete dies mit geistlichem Missbrauch in der Vereinigung. Das Bistum Münster hatte als weltweit einziges Bistum „Totus Tuus“ 2004 anerkannt. Seit 2017 ging das Bistum ging das Bistum den Vorwürfen ehemaliger Mitglieder nach, die Gemeinschaft pflege sektenartige Strukturen. Die Verantwortlichen der Gemeinschaft seien weder willens, noch bereit, noch in der Lage, die schwerwiegenden Mängel im geistlichen Umgang mit den Mitgliedern einzusehen und abzustellen.  Gegen das Auflösungsdekret kann die Gemeinschaft innerhalb von zehn Tagen Widerspruch einlegen und sich bei Ablehnung an den Vatikan wenden. Die geistliche Vereinigung will ihre Auflösung als katholische Gemeinschaft nicht akzeptieren. Gegen das entsprechende Dekret des Münsteraner Bischofs Felix Genn werde sie Rechtsmittel einlegen, teilte sie am 8.11. mit. Quellen: katholisch.de   neuesruhrwort  katholisch.de


5.11.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die evangelische Kirche für ihren Umgang mit Mitgliedern des Betroffenenbeirats kritisiert und bemängelt, dass es derzeit keinen partnerschaftlichen Umgang mit ihnen gebe. Rörig forderte, dass die neue Leitung der EKD die Bekämpfung und Aufarbeitung von Missbrauch künftig zur Chefsache machen solle. Die Synode, die in diesen Tagen stattfindet, möge einen „neuen Aufbruch für die Aufarbeitung bringen, wünscht Rörig und ruft die EKD zu einer „professionellen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Betroffenen auf. Sie müssten auch zur Beteiligung befähigt werden. Kritik müsse ernst genommen werden. Inakzeptabel sei, dass auf Kritik mit einseitiger Machtausübung reagiert werde. –
Der scheidendeEKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm ist ebenfalls unzufrieden mit dem Stand der Aufarbeitung und der Präventionsstrategie der EKD. Zudem sagte er: „Die Fälle sexualisierter Gewalt in unserer Kirche belasten mich extrem.“ Quellen: katholisch.de   spiegel

5.11.2021 Ein als Sexualstraftäter verurteilter katholischer Priester durfte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Messe in der Kirche Notre-Dame du Perpétuel Secours in Asnières-sur-Seine lesen. Erkannt wurde er von Zuschauern: Pater A., der 2007 wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war. Er trug ein Gebet vor: „Erhöre die Gebete deines vor dir versammelten Volkes, vor allem für die in der Kirche und anderswo missbrauchten Menschen“. Quelle: nouvelobs.com


5.11.2021 Beim Erzbistum Köln gingen „relevante Hinweise auf weitere mögliche Missbrauchsfälle“ ein – verübt von dem tödlich verunglückten katholischen Pfarrer von St. Pankratius, Odenthal, und bis 2009 Kreisdechant Klaus A. Bereits im Juni waren schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Pfarrer erhoben worden. Quelle: rundschau-online

4.11.2021 Immer wieder wird ein ursächlicher Zusammenhang zwischen homosexuellen katholischen Priestern und der sexualisierten Gewalt von Klerikern an Minderjährigen und abhängigen Schutzbefohlenen hergestellt. Nun hat Jean-Marc Sauve, Leiter der französischen Unabhängigen Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der Kirche (CIASE), noch einmal betont, er sehe keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der priesterlichen Pflicht zur Ehelosigkeit und sexuellem Missbrauch. Quelle: vaticannews.va


3.11.2021 Im Interview berichtet Francois Devaux über seine Erfahrungen. Er ist einer der Betroffenen, auf deren Initiative die französischen Bischöfe die Untersuchung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Frankreichs  veranlasst haben. Auch der Ethik- und Theologieprofessor Mathias Wirth nimmt Stellung zu den Ursachen des Machtmissbrauchs und den notwendigen Konsequenzen. Quelle: youtube

3.11.2021 Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat der der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, die Ampelkoalitions-Verhandler aufgefordert, das Amt des Missbrauchsbeauftragten zu stärken. Rörig erinnert daran, dass er selbst jahrelang habe „Klinken putzen müssen. Quelle: hr-inforadio


3.11.2021 Michael Hollenbach schaut sich das katholische Verfahren zur „Anerkennung des Leids“ an, das die EKD ülbernehmen will. Triggergefahr schon beim Hören. Quelle: DLF


3.11.2021 Für die Studie ForuM der EKD werden Betroffene gesucht, die bereit sind über ihre Gewalterfahrungen in
evangelischen Kontexten zu berichten.


3.11.2021 Die Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens des Erzbistums München sollte in diesem Sommer sein, wurde jetzt auf die Zeit zwischen dem 17. und 21. Januar 2022 verschoben. Kürzlich gewonnene Erkenntnisse müssten noch geprüft werden, erklärte die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. Diese Kanzlei hatte bereits das 2010 lediglich als Kurzfassung veröffentlichte Gutachten erstellt. Quelle: sueddeutsche


3.11.2021 Jörg Fegert, Ursula Enders, Anselm Kohn, Detlev Zander, Kerstin Claus, Bischöfin Fehrs äußern sich zum Stand der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Quelle: DLF


3.11.2021 Der Apostolische Nuntius in Mexiko, Erzbischof Franco Coppola, berichtet, dass bis heute insgesamt gegen zwölf Bischöfe der katholischen Kirche wegen angeblicher Vertuschung von Fällen von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen im Land ermittelt werde. Namen nannte er nicht. Quelle: de.catholicnewsagency.com


2.11.2021 In der Schweizer katholischen Kirche beschloss die Bischofskonferenz im Dezember 2019 eine Studie. Inzwischen ist von einer Pilotstudie die Rede. Laut Ankündigung von Bischof Bonnemain, Chur, sollte sie im Sommer starten. Nun startet sie im Frühling 2022. Eine Mitarbeit Betroffener ist nicht vorgesehen. Quelle: Beobachter

2.11.2021 Patrick Bauer ist Seelsorger und kirchliches Missbrauchsopfer. Er berichtet. Quelle: DLF


2.11.2021 Die französischen katholischen Bischöfe beraten bei ihrer jährlichen Vollversammlung über die Vetrantwortung der Bischöfe angesichts des Untersuchungsberichts. An einem Tag der mehrtägigen Versammlung sind einzelne Opfer eingeladen. Mehrere Opferverbände kritisieren, dass sie nicht als Gruppe eingeladen wurden.

Das ursprüngliche Tagungsprogramm wurde erst im letzten Moment geändert. Die Tagung startete einen Tag früher als ursprünglich vorgesehen, um über den Missbrauchsbericht zu reden und auch Opfer einzuladen. Zum Auftakt der Versammlung gedachten die Bischöfe in einer Schweigeminute der Opfer. Quellen : arte-tv   vaticannews

2.11.2021 Der am 18.11. geplante Bußgottesdienst im Erzbistum Köln ist umstritten. Matthias Katsch kommentiert: „Statt den Betroffenen Raum zu geben, sich vielleicht zu ihnen zu begeben, um zuzuhören und sich ihren Forderungen zu stellen, sollen diese eine binnenkirchliche Veranstaltung mit ihrer Präsenz unterstützen, um der Kirche dabei zu helfen, an Haltung und Strukturen zu arbeiten.“ Katsch bezeichnet den Bußgottesdienst als als „erneuten Übergriff einer mächtigen Institution, die schon wieder sehr selbstgewiss im Sattel sitze. Quelle: www1.wdr.de

Der nötige Kommentar steht bei Mt 5,23-24: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich [vorzubringen] hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.“  Der  geplante Bußgottesdienst übergeht diesen ersten Schritt: Geh zu deinem Bruder/zu deiner Schwester.


2.11.2021 Die künftige Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa setzt sich in der Diskussion um die Missbrauchsaufklärung in der Katholischen Kirche für eine Aktion des bekannten Karikaturisten Thomas Plaßmann ein. Plaßmann hatte vorgeschlagen, die Kreuze in katholischen Kirchen als Zeichen der Solidarität mit (kirchlich) Betroffenen bis zum Advent  zu verhüllen. Quelle: Neues Ruhrwort


2.11.2021 Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat die Ermittlungen gegen einen Geistlichen aus dem Bistum Augsburg wegen des Vorwurfs sexueller Grenzüberschreitungen eingestellt, weil sie keine Anhaltspunkte gefunden hat, dass das Geschehen zwischen dem Dekan und einer Frau nicht einvernehmlich gewesen sei. Nun prüft die Generalstaatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens. Quelle: katholisch.de

1.11.2021 Thomas Plaßmann, Katholik und Karikaturist, hatte vorgeschlagen, die Kreuze in katholischen Kirchen als Zeichen der Solidarität mit Betroffenen zu verhüllen und dafür neben Zustimmung auch Kritik erhalten. Er sagt: „Nicht ein schwarzes Tuch verhüllt das Angesicht Jesu“, vielmehr verfinstere „millionenfacher Missbrauch und der Umgang damit über Jahrzehnte“ für „immer mehr Menschen“ die Gegenwart Jesu in der Kirche. Quelle: kirche-und-leben


1.11.2021  Die Gelsenkirchener Pfarrei St. Augustinus und St. Urbanus, Bistum Essen, verhüllen in ihren Kirchen die Kruzifixe bis zum Beginn der Adventszeit. Vorgeschlagen hatte dies Thomas Plassmann, Katholik und Karikaturist. Das Bistum Essen hat diesen Vorschlag vorsichtig abgelehnt. Im Pastoralteam der Pfarrei St. Urbanus habe es unterschiedliche Meinungen dazu gegeben, Jesu Kopf mit einem Tuch zu bedecken. Probst Markus Pottbäcker beschreibt das Anliegen: „Mit dem Trauerflor wollen wir unsere Scham und Betroffenheit sowie unsere Solidarität mit allen Opfern von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche weltweit zum Ausdruck bringen.“ Quelle: neuesruhrwort

Kommentar: Die Solidaritätsbekundung mit Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ist wohl bei kirchlich – und außerkirchlich! – Betroffenen angekommen. Dass es im Pastoralteam unterschiedliche Meinungen dazu gab, ist in Ordnung. Die unterschiedlichen Meinungen können helfen, das allgegenwärtige Schweigen an der Kirchenbasis aufzubrechen. Dank an Thomas Plassmann und die Mitchrist*innen in Gelsenkirchen!

1.11.2021 Im Bistum Erfurt hat die Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt knapp acht Monate nach ihrer Ankündigung die Arbeit aufgenommen. Die Kommission besteht aus zwei Betroffenen, zwei Bistumsmitarbeitern und zwei externen Experten. Ob auch Frauen der Kommission angehören, ist unbekannt. Die Kommission soll jährlich berichten und nach fünf Jahren einen vorläufigen Abschlussbericht vorlegen. Quelle: n-tv


1.11.2021 Mathias Wirth, Professor für Ethik an der Universität Bern, benennt das Narrativ der Vergebung, das es in vielen Religionen gibt, als missbrauchsfördernd, weil es tätlichen Personen in die Hände spiele. Wirth hat gemeinsam mit Isabelle Noth und Silvia Schroer das Buch „Sexualisierte Gewalt in kirchlichen Kontexten. Neue interdisziplinäre Perspektiven“ herausgegeben. Quelle: Aargauer Zeitung


31.10.2021 Noch immer ist es ein großes Tabu: Sexualisierte Gewalt, die von Frauen verübt wird. „2019 und 2020 hat die Polizei in Sachsen mehr Fälle sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verzeichnet. Die Täter sind meist Männer, in seltenen Fällen sind es aber auch Frauen. Ihre Motive sind vielfältig, brachte zuletzt eine Studie aus Frankfurt zutage. Und sie werden oft von Männern geleitet, zeigen Erfahrungen vom Frauengefängnis in Chemnitz. Die Folgen des Missbrauchs für die Kinder sind verheerend. Um so wichtiger sind Schulungen von Vereinen und Polizei zur Prävention.“ Quelle: mdr

31.10.2021 Bischof Overbeck, Essen, fragt sich, ob der Missbrauchsskandal heute eine ähnliche Rolle spiele wie der Ablassskandal, der die Reformation auslöste. In beiden Fällen habe der Skandal tiefere Probleme und systemische Übel geoffenbart. Die in den Anfangswochen der Corona-Pandemie geschlossenen und leeren Kirchen erscheinen ihm „wie ein prophetisches Warnzeichen“ – so könne es bald aussehen, wenn die Kirche(n) sich nicht reformierten. Er stelle sich Kirchen in Zukunft als Orte der Kontemplation, der Begegnung, des Gesprächs und des Mitteilens der Erfahrung von Glauben vor. Quelle: Neues Ruhrwort


31.10.2021 Bereits 2011 wurde Erich Jansen (†), katholischer Pfarrer im Kreisdekanat Rhein-Sieg-Kreis, des sexuellen Missbrauchs in den 1970er Jahren beschuldigt und kirchenrechtlich verurteilt. 2016 wurde die Öffentlichkeit informiert und ein Aufruf am letzten Einsatzort – bis 1991 Troisdorf-Bergheim – an etwaige Betroffene/Zeugen erlassen. Nun gibt es neue Meldungen über Missbrauch in den 70er und 80er Jahren. Das Erzbistum Köln ruft etwaige Betroffene und/oder Zeugen auf, sich zu melden und hat den Aufruf auf frühere Dienstorte erweitert: St. Dreikönigen in Köln-Bickendorf (1958 bis 1970),  St. Franziskus in Bilderstöckchen (bis 1980), ab 1980 Krankenhauspfarrer in der Uniklinik; St. Mariä Geburt in Hürth-Efferen. Im Gercke-Gutachten, S. 475, wird der Aktenvorgang 15 dargestellt.

Ein zweiter Aufruf des Erzbistums Köln gilt einem namentlich nicht genannten Priester, der bis 1991 in Troisdorf-Bergheim tätig war. Gegen den Priester bestehe ein bislang nicht nachgewiesener Missbrauchsverdacht in den 1970er und 1980er Jahren. Quellen: Rundschau online   KStA


31.10.2021Michael Blume: Rückzug oder Kreuzzug? Die Krise des Christentums und die Gefahr des Fundamentalismus


31.10.2021 Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, ist mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt nicht zufrieden: „Wir haben hier das Vertrauen vieler Menschen verloren, und es ist uns bisher nicht gelungen, es in ausreichendem Maße zurückzugewinnen.“ Er hofft, dass in der ersten Hälfte 2022 ein neuer Weg der Betroffenenbeteiligung gefunden wird. Auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sieht die Kirche noch am Anfang der Aufarbeitung. Quellen: t-online   evangelisch.de


29.10.2021 Die Synode der EKD beschäftigt sich auf ihrer Sitzung im November erneut mit dem 11-Punkte-Plan zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Der größte Knackpunkt ist derzeit der Mangel an Beteiligung von Betroffenen an der kirchlichen Aufarbeitung. Unklar ist, wie es mit dem im Mai 2021 ausgesetzten Betroffenenbeirat weitergeht. Auch die Vereinbarung der EKD mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig,  steht noch aus. Ursprünglich sollte sie im Sommer fertig sein. Quelle:evangelisch.de


29.10.2021 Im Bistum Limburg beschäftigt sich die Diözesanversammlung am 6.11. mit Sprache im Kontext von sexuellem Missbrauch: „Wie gelingt es, besser über sexuellen Missbrauch in der Kirche zu sprechen? Mit welcher Sprache ist Betroffenen wirklich geholfen? Und was tun gegen Schweigen und Sprachlosigkeit?“ Quelle: Bistum Limburg


29.10.2021 Josef Gruber, Vorsitzender der Linzer Diözesankommissionen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, berichtet, dass sich viele Orden in Österreich kooperativ bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zeigen. Erlebbar seien jedoch „leider auch Ordensverantwortliche, die mauern. Und das ist für uns nicht immer ganz einfach, weil wir uns doch erwarten würden, dass die einzelnen Orden auf das, was wir rückmelden, sensibel reagieren.“ Quelle: kathpress.at


29.10.2021 Die Unabhängige Aufarbeitungs-Kommission von sexuellem Missbrauch und massiver körperlicher Gewalt für den Bereich der Diözese Regensburg sucht für den Betroffenenbeirat engagierte Menschen, die selbst Missbrauch erlebt haben und bei der Aufarbeitung mithelfen möchten. Weitere Infos unter dem Link www.ulrich-weber.com. Quelle: Mittelbayerische


28.10.2021 Weihbischof Schwaderlapp, Köln, war Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen worden. Sein Rücktrittsgesuch hat der Papst nicht angenommen. Auf eigenen Wunsch nahm Schwaderlapp daraufhin eine Auszeit, um als einfacher Priester nach Mombasa zu gehen. Nun tauchen Bilder auf, die ihn in Bischofsornat zeigen. Das Erzbistum Köln wies darauf hin, dass Schwaderlapp auf Wunsch des Erzbischofs von Mombasa an einem Festgottesdienst zum Weltmissionstag im Ornat teilnahm. Die Kölner Theologin Maria Mesrian kritisiert den Auftritt und sagt, Schwaderlapp zeige keine Einsicht in die Schwere der Vorwürfe gegen ihn. Quelle: www1.wdr.de16.12.2022 Bischof Genn, Münster, hat die Münsteraner Missbrauchsstudie an alle 209 Pfarreien geschickt. Die Begründung: „Wir alle sind gefordert, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Quelle: Domradio


16.12.2022 Der Zeitung „El País“ zufolge wurden in der spanischen katholischen Kirche 906 Fälle mit insgesamt 1713 Opfern gemeldet. Im Juni 2021 war laut El Pais noch von 327 kirchlichen Tätern und mindestens 836 Opfern die Rede. Quelle: mallorcazeitung


16.12.2022 Die Unabhängige Kommission in der Erzdiözese München kritisiert die Intransparenz der „Entschädigungszahlungen“ und stellt fest, dass die Erzdiözese München sich „sehr konstruktiv und kooperativ“ verhalte. Die Kommission bemerkt, dass auch der Staat „seinem ‚Wächteramt‘ in den vergangenen Jahrzehnten leider auch nur unzureichend nachgekommen“ sei. Quelle: sonntagsblatt


16.12.2022 Eine Frau aus Norddeutschland beschuldigt einen Ordensmann von Taizé der sexuellen Belästigung. 2019 habe sie sie Gemeindschaft informiert und Anzeige erstattet. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Der Bruder ist weiterhin Ordensmitglied, übt aber keine seelsorgerliche Tätigkeit mehr aus, nehme auch am nächsten Treffen in Rostock nicht teil.

Derzeit gibt es Vorwürfe gegen acht Brüder, die von diskriminierenden Bemerkungen bis zu sexuellen Übergriffen reichen. In einem Fall läuft ein Gerichtsverfahren wegen Vergewaltigung. Vier der acht beschuldigten Brüder waren zum Zeitpunkt der Anzeige bereits tot, die anderen vier haben die Gemeinschaft verlassen. Von den insgesamt 15 Anschuldigungen sollen elf auf die 1960er bis 1980er Jahre zurückgehen, zwei geschahen in den 1990er Jahren und zwei in jüngerer Zeit. 15 Anschuldigungen wurden an die Justiz übergeben. Insgesamt haben 62 Personen Hinweise auf Fehlverhalten gemeldet, darunter auch Beschuldigungen gegen Teilnehmer. 15 der Anschuldigungen gegen Brüder wurden an die Justiz übergeben. -Quellen: Domradio   kath.ch


16.12.2022 MissBiT fordert nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts zur Amtszeit von Bischof Steinin einer Pressemitteilung den Rücktritt von Bischof Ackermann. Ackermann habe die versprochene Aufarbeitung im Bistum Trier verzögert, Dr. Schnitzler diffamiert, die Selbshilfegruppe MissBiT gemieden und die Öffentlichkeit getäuscht und damit Opfer retraumatisiert und krank gemacht. Quelle: Presseerklärung MissBiT


16.12.2022 Der Fachbereich Geschichte der Universität Trier hat seinen Zwischenbericht zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Amtszeit von Bischof Stein 1967 bis 1981 vorgestellt. Bestürzt zeigten sich die Autoren der Studie über „Kooperationen aus der Bistumsleitung mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden“. Quellen: swr   Domradio   stern   Kirche und Leben


15.12.2022 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn will nun auch die Amtszeit des im Oktober verabschiedeten Erzbischofs Hans-Josef Becker untersuchen. Bislang ging es eher um die Amtszeiten seiner Vorgänger. Quelle: Domradio


15.12.2022 Die Kirchen verlieren dramatisch an Bedeutung. Erstmals seit Langem liegt der Anteil der Kirchenmitglieder in Deutschland unter 50 Prozent. Forscher sprechen von einer historischen Zäsur. Scobel im Gespräch mit Christiane Florin, Professorin Cornelia Richter und Detlef Pollak. Quelle: 3sat


15.12.2022 Der „Fall Rupnik“ zeige, dass katholische Priester, die ihre Autorität missbrauchen, um erwachsene Frauen sexuell, spirituell oder psychisch zu missbrauchen, selten kanonische Sanktionen erhalten, obwohl Schätzungen zufolge Priester viermal häufiger sexuelle Aktivitäten mit Frauen ausüben als Minderjährige. Quelle: mein-berlin.net


14.12.2022 Die Weihe von Frauen ist aus Sicht der Amtskirche derzeit keine offene Frage, sagte die Synoden-Untersekretärin Nathalie Becquart. Die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Maria Flachsbarth, Irme Stetter-Karp, Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, Agnes Wuckelt, kritisieren diese Aussage: Ein „Basta“ sei nicht möglich. *Quelle: katholisch.de


14.12.2022 Ein Verfahren aus dem Jahr 2021 im vatikanischen Dikasterium für Glaubensfragen gegen den Jesuiten Rupnik wurde 2022 wegen Verjährung eingestellt, obwohl der Vatikan in solchen Fällen die Verjährung meistens aufhebt. Rupnik war von Frauen einer jesuitischen Gemeinschaft vorgeworfen worden, sie spirituell und sexuell missbraucht zu haben. Die Jesuiten haben nach ihrer Darstellung Pater Rupnik deswegen Einschränkungen seiner priesterlichen Tätigkeit auferlegt. Nun stellt sich heraus, dass diese Einschränkungen nicht wegen des Verfahrens von 2021/2022 verhängt wurden, sondern wegen eines früheren Verfahrens von 2019. Dort war der Vorwurf erhoben worden, Rupnik habe mit einer Frau sexuelle Handlungen vollzogen und ihr in der Beichte die Absolution erteilt. Das Kirchenrecht zählt diese Absolution eines Komplizen zu den schwersten Verbrechen, die eine automatische Exkommunikation nach sich ziehen. Die Glaubenskongregation hat 2019 anerkannt, dass Rupnik einer Komplizin die Absolution erteilte. Er wurde exkommuniziert, die Exkommunikation wurde jedoch wieder aufgehoben. Der Generalobere der Jesuiten, Sosa, hatte die Vorwürfe von 2021 vor einigen Tagen veröffentlicht, die VOrwürfe von 2019 jedoch verschwiegen. Er begründete dies, damit, dass „es sich um zwei verschiedene Momente mit zwei verschiedenen Fällen handelte.“ Sosa hatte die Fakten im Interview so dargestellt, als seien die Auflagen, denen Rupnik unterliegt, die Strafe für die Anschuldigungen von 2021. Nun stellt sich heraus, dass die Auflagen für Rupnik auf die Verurteilung von 2019 im Zusammenhang mit der Absolution eines Komplizen zurückgingen. Das Dikasterium für die Glaubenslehre wird von dem Jesuiten Kard. Luis Ladaria geleitet. Es gibt dort einen jesuitischen Staatsanwalt für Sexualverbrechen und das Dikasterium hatte als Stellvertreter zu dieser Zeit jemanden, der in Rupniks Jesuitengemeinschaft in Rom lebte. Quelle: apnews

Kommentar: Sie lernen es einfach nicht, dass Ehrlichkeit Voraussetzung für Glaubwürdigkeit ist – die Lügen und Täuschungen kommen doch irgendwann raus.Zu klären wäre vermutlich auch, ob es im Fall von 2019 um Komplizenschaft oder Missbrauch geht.


22.10.2021 Bischof Dr. Wilmer, Hildesheim, traf bei seinem Rombesuch auch Hans Zollner. Beide tauschten sich aus über Aufklärung von sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim und in der Weltkirche. Sie sprachen über Standards von Transparenz und den Einbezug Betroffener in die Aufarbeitung. Quelle: bistum-hildesheim

22.10.2021 In Westaustralien soll – wie zuvor schon in Südaustralien, Victoria, Tasmanien, Canberra – ein neues Gesetz katholische Priester bei Missbrauchsfällen zum Bruch des Beichtgeheimnisses verpflichten. Der Erzbischof von Perth, Timothy Costelloe, verurteilt das Gesetz, weil damit eine „wesentliche Dimension der Ausübung des katholischen Glaubens durch Priester kriminalisiert“ werde. Auch in Frankreich und Deutschland wird diese Diskussion derzeit geführt. -Quelle: katholisch.de16.12.2022 Bischof Genn, Münster, hat die Münsteraner Missbrauchsstudie an alle 209 Pfarreien geschickt. Die Begründung: „Wir alle sind gefordert, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Quelle: Domradio


16.12.2022 Der Zeitung „El País“ zufolge wurden in der spanischen katholischen Kirche 906 Fälle mit insgesamt 1713 Opfern gemeldet. Im Juni 2021 war laut El Pais noch von 327 kirchlichen Tätern und mindestens 836 Opfern die Rede. Quelle: mallorcazeitung


16.12.2022 Die Unabhängige Kommission in der Erzdiözese München kritisiert die Intransparenz der „Entschädigungszahlungen“ und stellt fest, dass die Erzdiözese München sich „sehr konstruktiv und kooperativ“ verhalte. Die Kommission bemerkt, dass auch der Staat „seinem ‚Wächteramt‘ in den vergangenen Jahrzehnten leider auch nur unzureichend nachgekommen“ sei. Quelle: sonntagsblatt


16.12.2022 Eine Frau aus Norddeutschland beschuldigt einen Ordensmann von Taizé der sexuellen Belästigung. 2019 habe sie sie Gemeindschaft informiert und Anzeige erstattet. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Der Bruder ist weiterhin Ordensmitglied, übt aber keine seelsorgerliche Tätigkeit mehr aus, nehme auch am nächsten Treffen in Rostock nicht teil.

Derzeit gibt es Vorwürfe gegen acht Brüder, die von diskriminierenden Bemerkungen bis zu sexuellen Übergriffen reichen. In einem Fall läuft ein Gerichtsverfahren wegen Vergewaltigung. Vier der acht beschuldigten Brüder waren zum Zeitpunkt der Anzeige bereits tot, die anderen vier haben die Gemeinschaft verlassen. Von den insgesamt 15 Anschuldigungen sollen elf auf die 1960er bis 1980er Jahre zurückgehen, zwei geschahen in den 1990er Jahren und zwei in jüngerer Zeit. 15 Anschuldigungen wurden an die Justiz übergeben. Insgesamt haben 62 Personen Hinweise auf Fehlverhalten gemeldet, darunter auch Beschuldigungen gegen Teilnehmer. 15 der Anschuldigungen gegen Brüder wurden an die Justiz übergeben. -Quellen: Domradio   kath.ch


16.12.2022 MissBiT fordert nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts zur Amtszeit von Bischof Steinin einer Pressemitteilung den Rücktritt von Bischof Ackermann. Ackermann habe die versprochene Aufarbeitung im Bistum Trier verzögert, Dr. Schnitzler diffamiert, die Selbshilfegruppe MissBiT gemieden und die Öffentlichkeit getäuscht und damit Opfer retraumatisiert und krank gemacht. Quelle: Presseerklärung MissBiT


16.12.2022 Der Fachbereich Geschichte der Universität Trier hat seinen Zwischenbericht zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Amtszeit von Bischof Stein 1967 bis 1981 vorgestellt. Bestürzt zeigten sich die Autoren der Studie über „Kooperationen aus der Bistumsleitung mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden“. Quellen: swr   Domradio   stern   Kirche und Leben


15.12.2022 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn will nun auch die Amtszeit des im Oktober verabschiedeten Erzbischofs Hans-Josef Becker untersuchen. Bislang ging es eher um die Amtszeiten seiner Vorgänger. Quelle: Domradio


15.12.2022 Die Kirchen verlieren dramatisch an Bedeutung. Erstmals seit Langem liegt der Anteil der Kirchenmitglieder in Deutschland unter 50 Prozent. Forscher sprechen von einer historischen Zäsur. Scobel im Gespräch mit Christiane Florin, Professorin Cornelia Richter und Detlef Pollak. Quelle: 3sat


15.12.2022 Der „Fall Rupnik“ zeige, dass katholische Priester, die ihre Autorität missbrauchen, um erwachsene Frauen sexuell, spirituell oder psychisch zu missbrauchen, selten kanonische Sanktionen erhalten, obwohl Schätzungen zufolge Priester viermal häufiger sexuelle Aktivitäten mit Frauen ausüben als Minderjährige. Quelle: mein-berlin.net


14.12.2022 Die Weihe von Frauen ist aus Sicht der Amtskirche derzeit keine offene Frage, sagte die Synoden-Untersekretärin Nathalie Becquart. Die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Maria Flachsbarth, Irme Stetter-Karp, Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd, Agnes Wuckelt, kritisieren diese Aussage: Ein „Basta“ sei nicht möglich. *Quelle: katholisch.de


14.12.2022 Ein Verfahren aus dem Jahr 2021 im vatikanischen Dikasterium für Glaubensfragen gegen den Jesuiten Rupnik wurde 2022 wegen Verjährung eingestellt, obwohl der Vatikan in solchen Fällen die Verjährung meistens aufhebt. Rupnik war von Frauen einer jesuitischen Gemeinschaft vorgeworfen worden, sie spirituell und sexuell missbraucht zu haben. Die Jesuiten haben nach ihrer Darstellung Pater Rupnik deswegen Einschränkungen seiner priesterlichen Tätigkeit auferlegt. Nun stellt sich heraus, dass diese Einschränkungen nicht wegen des Verfahrens von 2021/2022 verhängt wurden, sondern wegen eines früheren Verfahrens von 2019. Dort war der Vorwurf erhoben worden, Rupnik habe mit einer Frau sexuelle Handlungen vollzogen und ihr in der Beichte die Absolution erteilt. Das Kirchenrecht zählt diese Absolution eines Komplizen zu den schwersten Verbrechen, die eine automatische Exkommunikation nach sich ziehen. Die Glaubenskongregation hat 2019 anerkannt, dass Rupnik einer Komplizin die Absolution erteilte. Er wurde exkommuniziert, die Exkommunikation wurde jedoch wieder aufgehoben. Der Generalobere der Jesuiten, Sosa, hatte die Vorwürfe von 2021 vor einigen Tagen veröffentlicht, die VOrwürfe von 2019 jedoch verschwiegen. Er begründete dies, damit, dass „es sich um zwei verschiedene Momente mit zwei verschiedenen Fällen handelte.“ Sosa hatte die Fakten im Interview so dargestellt, als seien die Auflagen, denen Rupnik unterliegt, die Strafe für die Anschuldigungen von 2021. Nun stellt sich heraus, dass die Auflagen für Rupnik auf die Verurteilung von 2019 im Zusammenhang mit der Absolution eines Komplizen zurückgingen. Das Dikasterium für die Glaubenslehre wird von dem Jesuiten Kard. Luis Ladaria geleitet. Es gibt dort einen jesuitischen Staatsanwalt für Sexualverbrechen und das Dikasterium hatte als Stellvertreter zu dieser Zeit jemanden, der in Rupniks Jesuitengemeinschaft in Rom lebte. Quelle: apnews

Kommentar: Sie lernen es einfach nicht, dass Ehrlichkeit Voraussetzung für Glaubwürdigkeit ist – die Lügen und Täuschungen kommen doch irgendwann raus.Zu klären wäre vermutlich auch, ob es im Fall von 2019 um Komplizenschaft oder Missbrauch geht.


22.10.2021 In dem Buch „Erzählen als Widerstand“ berichten 23 Frauen von sexuellem und Macht-Missbrauch durch katholische Priester. Sie belegen – so die Theologin Barbara Haslbeck als Mitherausgeberin des Buches -, dass es missbrauchsfördernde Strukturen in der katholischen Kirche gibt. Doris Reisinger hat den Missbrauch an Ordensfrauen publik gemacht. Die wenigen vorliegenden Studien deuten auf alarmierende Zahlen hin. Der US-amerikanische Pastoralpsychologe Richard Snipe schätzt, dass die Zahl der sexuellen Übergriffe von Priestern auf Frauen vier Mal höher sei als der Missbrauch von Kindern durch Kleriker. Aurica Jax, Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz weist darauf hin, dass das Kirchenrecht die Perspektive des Täters einnimmt, wenn sexualisierte Gewalt dort nur als Vergehen gegen das Beichtgeheimnis oder den Zölibat gewertet wird. Barbara Haslbeck betont, dass die katholische Kirche ihr grundlegendes Machtproblem auch im Bereich der Seelsorge angehen müsse. Die Theologin Ute Leimgruber fordert eine umfassende Reform von Seelsorgeverhältnissen. Bischöfe sollten verbindliche Berufsrichtlinien für die Seelsorge formulieren, um die Einvernehmlichkeit sexueller Handlungen in einer Seelsorgebeziehung von vornherei auszuschließen. Quelle: br


22.10.2021 In München soll eine Expertenkommission sexualisierte Gewalt an Kindern, die 1945 bis 1999 unter der Obhut der Stadt München standen, aufklären. Untersucht werden sollen städtische Kinderheime, Häuser außerhalb von München, Pflege- und Adoptivfamilien, in die das Jugendamt Kinder geschickt hatte.Zentral seien die Belange der Betroffenen, Entschädigungszahlungen sollen rasch geklärt werden. Quelle: Süddeutsche


21.10.2021 Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, Schweiz, ist die ehemalige Polizistin Rita Menoud Beauftragte für Missbrauchsprävention. Sie untersucht die diözesanen Personaldossiers und wurde in einigen Fällen bereits in den Personalakten fündig. Bischof Morerod bedauert, dass es in der katholischen Kirche in der Schweiz keine Studie gibt, die der Studie in Frankreich vergleichbar wäre. Quelle: kath.ch

21.10.2021 Das Missbrauchsgutachten des Bistums Hildesheim hat gravierende Missstände unter dem früheren Bischof Janssen (1957-1982) festgestellt. Nun liegen der Stadt Kevelaer zwei Anträge auf Umbenennung der Bischof-Janssen-Straße vor. Zuvor schon hatte die Betroffeneninitiative Hildesheim die Umbenennung der Bischof-Janssen-Straßen in Duderstadt und Hildesheim gefordert.  Quelle: katholisch.de


21.10.2021 Thomas Plaßmann, Karikaturist und Katholik, hat katholische Kirchengemeinden aufgerufen, die Kreuze in ihren Gotteshäusern als Zeichen der Betroffenheit über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche mit einem schwarzen Tuch zu verhüllen. Quelle: katholisch.de


21.10.2021 Gegen eine Ordensschwester der Niederbronner Schwestern ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Ordensfrau wird sexueller Missbrauch an einem Jungen zwischen 1994 bis 1997 in einem Kinderheim vorgeworfen. Anfänglich war der Junge etwa 9 Jahre alt. Das Bistum Speyer hatte 2020 zahlreiche Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in dem Kinderheim eingeräumt. Quelle: orf


20.10.2021 Papst Franziskus lässt einen Brief an katholische Priester veröffentlichen. Der Brief stammt von einem Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Priester. Leider wird in dem Brief unhinterfragt ein Priesterbild gezeichnet, das Teil des Problems ist, wenn es dort heißt: „Die Menschen, vor allem die Kinder, sehen in Ihnen nicht einen Menschen, sondern Christus, Jesus, auf den sie grenzenlos vertrauen.“


19.10.2021 Eine Betroffene von sexuellem Missbrauch durch einen Priester des Servitenordens hat von der inzwischen zuständigen Londoner Erzdiözese Westminster Geld erhalten, weil das kirchliche Verfahren retraumatisierend für sie war. Der Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Gerard Nichols, beantwortete die Mails der Frau nicht, sie wurde „von Pontius zu Pilatus“ geschickt und diözesaninterne Mails zeigen, dass der zuständige Bischofsvikar sie als „zutiefst manipulativ“ bezeichnete. Die staatliche Untersuchungskommission zu Kindesmissbrauch in England und Wales (IICSA) beschrieb das Verhalten der Erzdiözese als von „Mangel an Empathie und Mitgefühl für das Opfer“ gekennzeichnet. Der Anwalt der Frau, Richard Scorer, geht davon aus, dass dieses Urteil ein klares Zeichen dafür sei, „dass Überlebende es nicht tolerieren, verunglimpft und misshandelt zu werden, und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten, um die Kirche unter diesen Umständen zur Rechenschaft zu ziehen“. Quelle: katholisch.de


19.10.2021 Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat die Bedeutung der Kooperation von Kirche und Staat in Frankreich bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch betont. Die Verpflichtung der Kirche, für die Würde der Opfer und das Gemeinwohl einzutreten, sei „umso stärker und bestimmter in voller Zusammenarbeit mit den staatlichen Amtsträgern“, sagte er.  Allerdings müsse „die Natur, die Mission und die sakramentale Struktur der Kirche“ respektiert werden. Quelle: katholisch.de


18.10.2021 Lisa Meyer, Pseudonym, hatte u.a. im ndr von der Aufarbeitung ihrer Missbrauchserfahrungen im evangelischen Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte berichtet. Am Sonntag war er Thema in der König-Christus-Gemeinde in Oesede. In einem Brief des Meller Superintendenten Hannes Meyer-ten Thoren heißt es dazu: „Die Gewalttat eines kirchlichen Mitarbeiters und die Leidensgeschichte der Betroffenen haben uns sprach- und fassungslos gemacht…. Einzelne, aber auch unsere Kirche als Institution, sind an Menschen schuldig geworden.“ Meyer-ten Thoren ist es wichtig, „dass sich die Verantwortlichen in unseren Kirchengemeinden und im Kirchenkreis eindeutig und solidarisch an die Seite der Betroffenen stellen.“ Quelle: domradio

18.10.2021 Antje Rávik Strubel erhält als bester deutschsprachiger Roman des Jahres den Deutschen Buchpreis 2021 für ihr Buch „Blaue Frau“. Der Roman schildert die Flucht einer jungen Frau vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung. Quelle: Süddeutsche


18.10.2021Hinweis auf den Trotz-allem-Gottesdienst in Hamburg am Donnerstag, 25. November 2021, 19.00 Uhr, St. Georgskirche,Infos zur Pandemie unter trotz-allem-gottesdienst.


16.10.2021 Anne Lorient hat das Buch „Ich suchte Zuflucht im Nirgendwo“ geschrieben. Im Interview berichtet sie von ihrem Leben. Quelle: talkingaboutsexualtrauma.wordpress.com


16.10.2021 Der bayerische Landesbischof Bedform-Strohm sagt: „Was mich emotional am meisten berührt und einen ungeheuren Schmerz spüren lässt, ist das Thema ’sexualisierte Gewalt‘. Es macht mich ein Stück fassungslos, dass solche Fälle im Raum der Kirche möglich waren und sind.“ Quelle: Domradio


16.10.2021 Italienische Katholik:innen haben die italienische Bischofskonferenz aufgefordert, eine umfassende Untersuchung über sexuellen Missbrauch durch Geistliche in die Wege leiten.Den Initiator:innen ist wichtig, dass die Wahrheit ans Licht kommt und die Opfer gehört werden. Quelle: suedtirolnews.it


15.10.2021 Über den Aufarbeitungsprozess in der Evangelischen Kirche – Podcast des NDR mit Lisa Meyer, Florian Breitmeier und Michael Hollenbach. Quelle: ndr


15.10.2021 Kardinal Kasper meint, die Kirche habe sehr viel für die Verteidigung der Würde der Frauen und die Gleichberechtigung weltweit getan, aber innerkirchlich „haben wir das doch sehr verschlafen“. Jetzt hole die Kirche dies nach, aber das gehe nicht von heute auf morgen. Im Blick auf die Frauenordination warnt Kasper vor einer Spaltung der katholischen Kirche ähnlich wie in der anglikanischen Kirche, die sich über das Thema Frauenordination auseinanderdividiert habe. Quelle: domradio

Kommentar: Nun, nicht „die“ Kirche hat die Gleichberechtigung der Frauen verschlafen, Papst und Bischöfe haben sie verschlafen.

15.10.2021 Hinweis  Thomas Großböltin, Klaus Große Kracht, Bernhard Frings, Natalie Powroznik, David Rüschenschmidt: Macht und sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Betroffene, Beschuldigte und Vertuscher im Bistum Münster, Herder Vlg, 50 Euro


15.10.2021 Eine Frau berichtet von Missbrauch in der Evangelischen Kirche, den sie als Erwachsene erlitten hat. Sie berichtet auch, wie sie das fünfjährige kirchliche Verfahren erlebte, in dem sie lediglich Zeugin war, „rechtlos und immer wieder ohnmächtig der Institution Kirche gegenüber“. Eine bundesweite Studie will das Thema sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie aufarbeiten. Derzeit werden Betroffene gesucht, die ihre Erfahrungen schildern. Quelle: sonntagsblatt


15.10.2021 Die Betroffeneninitiative im Bistum Hildesheim fordert die Umbenennung der Bischof-Janssen-Straße in Duderstadt. Aus dem Abschlussbericht des Bistums zur Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen gehe eindeutig und unzweifelhaft hervor, dass Bischof Heinrich Maria Janssen „den Machterhalt der Kirche und den Täterschutz über das Wohl der Missbrauchsopfer stellte“, schreibt die Initiative. Der Bischof habe die Täter aus den eigenen Reihen nicht nur gedeckt. Es bleibe offen, „ob er nicht auch selbst Missbrauchstäter war“, heißt es seitens der Initiative. Quelle: katholisch.de


14.10.2021 Knapp 15.000 Straftaten im Zusammenhang mit sexueller Gewalt gegen Kinder gab es 2020. Zwar ist im Kampf gegen Missbrauch schon einiges passiert. Jedoch bei Weitem nicht genug. Es braucht mehr Prävention und gesellschaftliche Aufklärung. Der Unabhängige Missbrauchsbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“ Rörig ist empört: Alle Parteien hätten sexuelle Gewalt in ihren Wahlprogrammen links liegen lassen. Quelle: DLF


14.10.2021 Der katholische Priester Dominique Rimaz, Bistum Lausanne, Genf und Freiburg sagt im Blick auf die Missbrauchskrise, die katholische Kirche habe „mafiöse Strukturen“. Quelle: kath.ch


13.10.2021 In Frankreich diskutieren der Innenminister Gerald Darmanin und die französische Bischofskonferenz, ob das Beichtgheimnis über dem staatlichen Recht steht, wenn ein Priester in der Beichte Kenntnis über Sexualdelikte gegen Minderjährige erhält. Das französische Gesetz anerkennt das Beichtgeheimnis, allerdings nicht bei Straftaten gegen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. Erzbischof de Moulins-Beaufort hatte gesagt, das Beichtgeheimnis sei für alle Priester verpflichtend und damit „stärker als die Gesetze der Republik“. Quelle: katholisch.deMissbrauchskrise, die katholische Kirche habe „mafiöse Strukturen“. Quelle: kath.ch


13.10.2021 Harald Dreßing, verantwortlich für die MHG-Studie 2018, fordert eine Dunkelfeldstudie über sexuelle Gewalt gegen Kinder in Kirchen, Familien, Vereinen, weiteren Institutionen. Das Projektdesign wurde bereits entwickelt, die Studie könnte jederzeit starten, wenn die Finanzierung geklärt wäre. In der MHG-Studie gab es keine Ausleuchtung des Dunkelfeldes, weil der finanzielle Rahmen zu eng war. Die französische Untersuchungskommission hatte fast viermal so viel Geld zur Verfügung. Dreßing weist die oft zu hörende Aussage, dass es dank guter Prävention nur noch wenige Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gebe, zurück. Zwischen 2009 und 2015 gab es jedenfalls keinen Rückgang der Zahlen. Missbrauch in der katholischen Kirche sei kein historisches, sondern ein anhaltendes Problem, sagt Dreßing. Er begründet: „In der katholischen Kirche gibt es spezifische Risikokonstellationen, die Missbrauch begünstigen. Die Stichwörter lauten klerikale Macht, veraltete Sexualmoral, Zölibat, Ausschluss von Frauen in den Männerbünden. Ohne grundlegende Reformen bleibt ein signifikantes und spezifisches Risiko. Da kann die Kirche noch so viel Prävention machen – sie muss etwas an den Wurzeln ändern.“ Dreßing fordert eine gesamtgesellschaftliche Wahrheitskommission mit Zugang zu allen Akten und zur Erforschung systematischer Verstrickungen und Vertuschungen. Dafür jedoch brauche es einen politischen Willen und ein entsprechendes Gesetz. Quelle: katholisch.de

12.10.2021 Francois Devaux, „La parole liberee“, fordert finanzielle Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene: „Wir haben es mit einem Massenverbrechen zu tun, das nicht wiedergutzumachen ist. Entschädigung ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen.“ Er sprach sich für den Rücktritt aller französischen Bischöfe aus. Es brauche „eine Art Revolution“. Gefragt seien neben Bischöfen und Papst auch die Gläubigen. Die Papstworte beschreibt Devaux als „leer, wertlos, bedeutungslos, solange der Papst nicht ein radikales Umdenken einleitet und für null Toleranz sorgt“. Quelle: katholisch.de


12.10.2021 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat entschieden, dass belgische Gerichte nicht dafür zuständig sind, Vorwürfen gegen den Vatikan nachzugehen (Az. 11625/17). 24 Menschen aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, die von katholischen Priestern sexualisierte Gewalt erlebt haben, hatten von belgischen Gerichten verlangt, wegen missbrauchsbegünstigenden strukturellen Problemen gegen den Vatikan vorzugehen. Die Klage wurde abgewiesen, weil der Heilige Stuhl Merkmale aufweise, die ihn einem Staat völkerrechtlich gleichstellen. Der Vatikan genieße Staatenimmunität. Quelle: religion.orf.at   Kommentar


11.10.2021 In der Pfarrkirche St. Korbinian in Sendling wird am Samstag, 16.10., um 18, 20 und 22 Uhr im Rahmen der Langen Nacht der Münchner Museen das Projekt „Shadowlight“ aufgeführt. Das Werk ist ein künstlerischer Appell für entschiedenes Vorgehen gegen Missbrauch an Kindern. Die Videokunst-Installation von Philipp Geist, verbunden mit einer Tanzchoreografie von Pedro Dias wird von Texten von Agnes Wich begleitet. Im Anschluss an die ersten beiden Darbietungen findet ein Podiumsgespräch mit Agnes Wich, Philipp Geist, Pedro Dias, Elisabeth Lutz vom Kulturmanagement der Erzdiözese sowie Peter Beer statt. Quelle: Erzbistum München


11.10.2021 Im Bistum Essen trafen sich Betroffene sexualisierter Gewalt zum zweiten Mal. Sie bereiten einen Beirat vor. Neun Teilnehmende des Treffens haben sich zur Mitarbeit bereiterklärt. Im November wird sich der Beirat konstituieren. Quelle: Domradio


11.10.2021 Im Bistum Osnabrück steht ein ehemaliger Leiter des Referats für Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung (EFLE) unter Verdacht, schweren Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe begangen zu haben. Der inzwischen verstorbene Beschuldigte war von 1969 bis 1996 Referatsleiter. Die Vorwürfe umfassen psychische Manipulation, Kontrolle von Mitarbeitern und innerhalb der therapeutischen Arbeit. Zwei Betroffene berichten von sexuellem Missbrauch. Quelle: domradio


11.102021 Eine im Alter von etwa zehn Jahren von einem Geistlichen in Georgsmarienhütte, Ev.-luth. Landeskirche Hannover, missbrauchte Frau – Pseudonym Lisa Meyer – wirft der evangelischen Landeskirche Versäumnisse vor. Sie sei sich wie „eine Art Bittstellerin“ vorgekommen. 2010 stellte sie einen Antrag auf eine Anerkennungsleistung bei der Landeskirche , erlebte das Verfahren als „sehr belastend, absolut intransparent und somit wenig Betroffenen freundlich“.  Florian Breitmeier nennt das Verhalten der Kirchenverantwortlichen einen „unglaublichen Verschiebebahnhof der Verantwortung“ und fordert: „Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der hannoverschen Landeskirche muss endlich zur Chefsache werden – das betrifft nicht nur den Landesbischof, es betrifft die Institution insgesamt.“  – Quellen: NDR   landeskirche-hannovers


11.10.2021 „Jan Stehle: Der Fall Colonia Dignidad“ steht als Download zur Verfügung. Er behandelt die Ereignisse in der Siedlung, in der zwischen 1961 bis 2005 gefoltert, gemordet, misshandelt und missbraucht wurde, ohne dass dass Auswärtige Amt und die bundesdeutsche Justiz eingeschritten wäre. Quelle: transcript-verlag


10.10.2021 Der Betroffenenbeirat des  Bistums Würzburg fragt in einem Offenen Brief die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen der Bischofskonferenz nach Vererbbarkeit der Ansprüche, nach Akteneinsicht und Widerspruchsmöglichkeit gegen die Entscheidungen der UKA. Quelle: bistum-wuerzburg.de


9.10.2021 In zwei Kinderdorf-Familien eines SOS-Kinderdorfes in Bayern soll es zu Gewalt gekommen sein, zu sexueller, körperlicher und seelischer Geewalt. Das berichtet der Missbrauchsexperte und Münchner Sozialwissenschaftler Professor Heiner Keupp. Quelle: br


8.10.2021 Die französische Regierung hat den Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Éric de Moulins-Beaufort, zu einem Gespräch einbestellt. De Moulins-Beaufort hatte zuvor gesagt, das Beichtgeheimnis stehe über den staatlichen Gesetzen. Dem hatte der Regierungssprecher widersprochen. Die von der Bischofskonferenz eingesetzte Untersuchungskommission hatte gefordert, Priestern die Anzeige mutmaßlicher Täter zu erleichtern, wenn sie im Beichtgespräch Hinweise auf sexuellen Missbrauch erhalten. Quelle: katholisch.de


8.10.2021 Bei der vatikanischen Glaubenskongregation haben 42 lateinamerikanische Frauen Anzeige erstattet wegen Machtmissbrauch und Ausbeutung. Die Frauen aus Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay gaben an, zwischen 1974 und 2015 unfreiwillig und unbezahlt Haushaltsarbeiten in Opus-Dei-Einrichtungen verrichtet zu haben. Als die Frauen zwischen 12 und 16 Jahre alt waren, habe Opus Dei ihnen eine Ausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich versprochen. Von einer religiösen Berufung war nicht die Rede. Viele der Frauen wurden zur Arbeit in Opus-Dei-Häuser geschickt, einige auch in eine Hauswirtschaftsschule. Die Schule war als „Schule der Putzfrauen des Opus Dei“ bekannt. Den Mädchen wurde vermittelt, dass ihre Arbeit eine Berufung zum Dienen sei, sie wurden nicht bezahlt, waren nicht sozialversichert und mussten mehr als zwölf Stunden pro Tag arbeiten. Waren sie unwillig zum Arbeiten, wurde ihnen Angst vor der Hölle gemacht. Im Mai wandten sich die Frauen, die oft ein oder zwei Jahrzehnte unbezahlt als Numerarierinnen gearbeitet hatten, an die Personalprälatur des Opus dei und erhielten keine Antwort. Dann wandten sie sich an den Nuntius, der ihnen empfahl, dem Papst zu schreiben. Auch ein Schreiben an den Papst blieb unbeantwortet, so dass sie nun die Glaubenskongregation einschalteten. Quelle: katholisch.de


8.10.2021 Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken hat der Politik einen Forderungskatalog vorgelegt. Die Forderung, dass die Aufarbeitung der Verbrechen sexueller Gewalt durch Priester an Kindern und Jugendlichen vorrangiges Thema der Politik sein müsse und volle politische Rückendeckung benötige, gehört nicht dazu. Gefordert wird jedoch, dass die Arbeit des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs stärker im Bundestag wahrgenommen und berücksichtigt werden müsse. Quelle: ZdK


7.10.2021 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, fordert neue Bilder, die das Engagement und die Dynamik der Betroffenen vermitteln, und eine weltweite Verpflichtung, die Identität der Opfer zu schützen. Es brauche nicht nur Betroffene, die über ihre Erfahrungen sprechen, es brauche auch eine Gesellschaft, die zuhöre. Katsch beschreibt die Rolle von Journalist*innen als Verbündete der Betroffenen – sie schaffen Resonanzräume, damit die Stimmen Betroffener gehört werden können.  Quelle: Medienwoche.ch


7.10.2021 Anne Schmieder, Pseudonym, Mitglied des Betroffenenbeirats bei der DBK, setzt sich mit der Äußerung von Bischof Voderholzer zum „unfehlbaren Lehramt der Betroffenen“ auseinander. U.a. kommentiert sie: „Uns wurde Emotionalisierung vorgeworfen. Soll damit gesagt sein, dass wir übertreiben, Emotionen vortäuschen oder gar instrumentalisieren? Kein Kommentar. Wer sich hingegen einfach nur schwertut mit der Wucht unserer Emotionen, möge daran denken, wieviel Druck sich aufgebaut hat auf dem Weg zum Sprechen über das, was tabuisiert war. Wem unsere Unsicherheit unverständlich ist, dem sei gesagt, dass wir immer wieder ringen müssen mit Gefühlen von Schuld und Scham, die wir unnötigerweise auf uns selbst beziehen. Wer sich an der Lautstärke unserer Äußerungen stört, der und die möge die Erfahrung der meisten von uns einbeziehen, dass ihre leisen Hilferufe nicht wahrgenommen wurden. Wem die Heftigkeit unserer Kritik unsachgemäß erscheint, möge in Rechnung stellen, dass nur Bruchteile von den Zumutungen ans Licht der Öffentlichkeit dringen, mit denen viele Betroffene konfrontiert werden auf dem Weg zu Aufarbeiten und Gerechtigkeit im Raum der Kirche.“ Quelle: feinschwarz.net


7.10.2021 Das Erzbistum Berlin will Pfarrgemeinden, in denen es zu Fällen sexualisierter Gewalt gekommen ist, bei der Aufarbeitung der Taten unterstützen. Erzbischof Heiner Koch bot an, persönlich in die Pfarreien und Gemeinden zu kommen, „um gemeinsam mit Fachleuten aus Intervention, Aufarbeitung und Prävention mit Ihnen und interessierten Gemeindemitgliedern ins Gespräch zu kommen“. Quelle: katholisch.de


7.10.2021 Die „Betroffeneninitiative Süddeutschland“ fordert eine ähnliche Studie wie in Frankreich auch in Deutschland. Die französische Studie habe gezeigt, dass Kinder und Jugendliche bis heute im kirchlichen Raum von Übergriffen bedroht seien. Die MHG-Studie in Deutschland hatte lediglich das Hellfeld untersucht, die französische Studie hat eine Schätzung der Opferzahlen in Frankreich auf „sexualwissenschaftlicher Basis“ durchgeführt. Quelle: katholisch.de


7.10.2021 Auf der Tagung des Synodalen Wegs hatte Bischof Voderholzer gesagt: „Was ich ablehne, ist eine Emotionalisierung und das unfehlbare Lehramt der Betroffenen.“ Der Kirchenrechtler Thomas Schüller ordnet diese Aussage ein und konstataiert: „Nichts von Voderholzers Satz ist wahr, nichts davon sensibel, nichts davon honorig. Es geht beim Hören auf die Betroffenen nicht um eine etwaige Lehre, sondern um ein existenzielles Zeugnis und um eine (An-)Klage, die die Kirche zur Umkehr ruft. In der Verkündigung Jesu und einer in ihr gründenden Theologie sind es die Schwächsten, die Kinder, die Armen, die Verfolgten, die Bedrängten, die Flüchtlinge, die Unterdrückten und Gefangenen, die den Jüngern Jesu in der Kirche den Weg weisen.“ Quelle: feinschwarz.net

Kommentar: Danke, Thomas Schüller!


6.10.2021 Betroffene an der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs zu beteiligen, sei „ein unverzichtbarer Baustein“, sagt Erzbischof Stefan Heße. Zusammen mit den Bischöfen aus Osnabrück und Hildesheim will er daher einen Betroffenenrat gründen. Betroffene können sich bis 30.11.2021 melden. Quelle: katholisch.de


6.10.2021 Im Prozess um sexuellen Missbrauch im Preseminario Pio X. wurden die Angeklagten freigesprochen. Dem Beschuldigte – heute als Priester tätig – kam seine Minderjährigkeit zugute. Anklagepunkte nach Erlangung der Volljährigkeit seien nicht erwiesen und außerdem verjährt. Die Begründung des Gerichts lautete, dass keinen Beweis dafür gebe, „dass das Opfer vom Angeklagten mit Gewalt oder Drohungen zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurde“. Der frühere Rektor des Preseminario wurde vom Vorwurf der Strafvereitelung und Begünstigung freigesprochen. Zwar habe der die Vorwürfe damals nur „absolut oberflächlich“ geprüft – aber diese Anklagepunkte seien verjährt. Quelle: katholisch.de


6.10.2021 Werner Kleine versteht, dass der Papst die (Erz-)Bischöfe Heße, Woelki, Puff, Schwaderlapp und Marx im Amt gelassen hat, wundert sich aber, dass „man“ wieder so predigt, als sei nichts geschehen: „Alles nur Nachlässigkeiten im Umgang mit Betroffenen? Ist so viel Naivität auf der Leitungsebene eines Bistums möglich?“ Quelle: katholisch.de


5.10.2021 Das Finanzgebaren der Legionäre Christi ist weiterhin undurchsichtig. In den Panama-Papers werden sie mit offshore-Konten im Wert von 250.000.000 Euro in Verbindung gebracht. Zwei Trusts mit den schönen Namen „Salus/Heil“ und „AlfaOmega/Anfang und Ende“ werden im Zusammenhang mit dem Ordenspriester Luis Garza Medina, der jahrelang als „Nummer zwei“ der Legionäre Christi galt, genannt.

Quelle: katholisch.de


5.10.2021 Viola Kohlberger, Mitglied des Synodalen Weges, berichtet von einem Privatgespräch mit Kardinal Woelki während der Tagung des Synodalen Weges und entlarvt das Verhalten Woelkis als Machtmissbrauch. Quelle: Instagram    www1.wdr


5.10.2021 Papst Franziskus habe auf den Ciase-Bericht aus Frankreich „mit Schmerz“ und mit Bedauern reagiert. Das Vatikansprecher sagte, die Gedanken des Papstes seien bei den Opfern. Quelle: Domradio


5.10.2021 Die geschätzte Opferzahl seit 1950 in der katholischen Kirche in Frankreich liegt bei 216.000 Minderjährigen. Nimmt man Laien und Kirchenmitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen, Schulen, Pfarreien und Katechese hinzu, geht die Untersuchungskommission von 330.000 Betroffenen aus. Der frühere Richter Jean-Marc Sauve berichtete, dass die Schätzung eine Hochrechnung auf sexualwissenschaftlicher Basis. Zugrunde gelegt wurde etwa der Zugang pädokrimineller Lehrer zu minderjährigen Schüler*innen über viele Jahre hinweg. Quelle: katholisch.de


5.10.2021 In der katholischen Kirche in Frankreich gab es seit 1950 geschätzt 216.000 minderjährige Opfer sexueller Übergriffe durch Priester, Ordensleute und Kirchenmitarbeiter. Die 2018 in Auftrag gegebene Untersuchung (Ciase) stand unter dem Vorsitzenden, dem früheren Richter Jean-Marc Sauvé. Heute hat die Kommission  den ca 2.500 Seiten umfassenenden Abschlussbericht an die Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz und der Konferenz der Ordensleute übergeben. Identifiziert wurden 2.900 bis 3.200 Priester, Ordensleute und Kirchenmitarbeiter als potenzielle Täter. Francois Devaux, der Gründer der Vereinigung La Parole Libérée, dankte der Untersuchungskommission und sagte zur Kirchenleitung: „Meine Herren, Sie sind eine Schande für die Menschlichkeit.“ Erzbischof de Moulins-Beaufort bat die Opfer erneut um Vergebung für ein Versagen der Kirche auf verschiedenen Verantwortungsebenen. – Die französischen Bischöfe haben sich mehrfach im Vatikan erkundigt, wie sie auf den Bericht reagieren sollen. Wie das „Journal du Dimanche“ berichtet, habe ihnen Papst Franziskus geantwortet: „Den Dingen ins Auge schauen und die Opfer begleiten.“ – 80 Prozent der Opfer seien Jungen im Alter zwischen zehn und 13 Jahren gewesen, 20 Prozent Mädchen unterschiedlicher Altersgruppen. Fast in einem Drittel seien die Minderjährigen vergewaltigt worden. Quellen: Zeit    FR    Spiegel    ciase.fr


4.10.2021 Einem katholischen Priester aus dem Raum Nürnberg, Erzbistum Bamberg, wirft eine schutzbefholene erwachsene Person sexuelle Nötigung vor. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth prüft nach der Anzeige durch das Erzbistum den Fall. Der Priester wurde vom Erzbistum Bamberg von seiner Tätigkeit als Seelsorger freigestellt.“ Quelle: nordbayern


4.10.2021 Agnes Wuckelt – emeritierte Professorin für Praktische Theologie, stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd – empfiehlt den Katholik*innen, nicht mehr auf die Kirchenleitung zu schauen, sondern „die Erneuerung unserer Kirche von unten demokratisch zu gestalten.“ Verinnerlichte autoritäre Strukturen müssten abgeschafft werden. Es liege in „der Verantwortung ALLER, nicht mehr nach oben, sondern gemeinsam nach vorn zu schauen“, sagt sie. Quelle: katholisch.de


4.10.2021 Der Pastoraltheologe Hanspeter Heinz nennt die Auszeit von Kardinal Woelki in einem Kloster „Urlaub Erster Klasse! und empfiehlt Bischöfen, die im Umgang mit kirchlich Betroffenen versagt haben, ein deutliches Bekenntnis des persönlichen Versagens, das mit sichtbaren Zeichen verbunden sein sollte. Sichtbare Zeichen nennt er eine längere Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung oder eine substanzielle, persönlichen Spende für Betroffene von Missbrauch oder für andere soziale Zwecke. Zugleich plädiert er dafür, dass ein Bischof eine Chance auf Rehabilitation erhält. Quelle: katholisch.de


3.10.2021 Reinhard D. soll an schweren Verbrechen in der Sektensiedlung Colonia Dignidad beteiligt gewesen sein. In Italien wurde er jetzt mit internationalem Haftbefehl festgenommen – in Deutschland lebte er bislang unbehelligt. Quelle: Spiegel


3.10.2021 Wolfgang Treitler, Fundamentaltheologe in Wien, spricht vom Ende der klerikalen Prozession: „Das Übermaß an unglaubwürdigen Floskeln, das regelmäßig über die Gläubigen ergossen wird, lässt die katholische Kirche implodieren. Dieses Übermaß schützt die Falschen und bedrückt die, die ihnen noch ausgeliefert sind.“ Quellen: feinschwarz.net   treitlerblog.wordpress.com


3.10.2021 Eine Mindestschätzung der Kommission zur Untersuchung der Pädokriminalität in der katholischen Kirche in Frankreich geht nach Aussage des Vorsitzenden Jean-Marc Sauvé von 2.900 bis 3.200 pädokriminellen Priestern seit 1950 aus. In diesem Zeitraum gab es ca 115.000 kath. Priester/Ordensleute in Frankreich. Die Kommission arbeitete zweieinhalb Jahre und wird am Dienstag ihren Bericht vorlegen. Quellen: Grenzecho


2.10.2021 Der BDKJ-Bundesvorsitzende Gregor Podschun sagte in der 2. Synodalversammlung: „Wenn Personen nicht dafür stimmen, die Risikofaktoren sexualisierter Gewalt in der Kirche zu beseitigen, dann unterstützen sie, dass diese Systeme weiterhin bestehen, die sexualisierte Gewalt zulassen.“ Quelle: katholisch.de


1.10.2021 In Korschenbroich wurde auf Antrag der katholischen Gemeinde die Johannes-Wolf-Straße umbenannt. J. Wolf, ehemaliger Pfarrer in Korschenbroich, wurde glaubwürdig sexueller Missbrauch von Jungen und jungen Erwachsenen in den 50er und 60er Jahren vorgeworfen. Das Bistum Aachen hat die Vorwürfe anerkannt. Mit der Umbenennung der Straße will die Gemeinde ein Zeichen der Solidarität mit Betroffenen setzen. Quelle: www1.wdr


1.10.2021 Mehr zur 2. Sitzung des Synodalen Weges finden Sie hier. Eine Zusammenfassung des Tages lesen Sie unter katholisch.de. Auf Domradio.de gibt es ein Interview mit Johanna Beck. Nicht nur kirchlich Betroffene von sexuellem Missbrauch reagierten verletzt auf die Aussage des Regensburger Bischofs Voderholzer, er lehne das „unfehlbare Lehramt der Betroffenen“ ab. Bischof Overbeck, Essen, reagierte: „Man kann durchaus von einem Lehramt der Betroffenen sprechen und das ist das einzige wirklich unfehlbare. Und dafür bin ich sehr dankbar.“ Die Münchner Synodale Gudrun Lux nennt die Äußerungen Voderholzers „zynisch“ und „menschenverachtend“. Sie sehe keine Gemeinsamkeiten mit diesem Bischof und halte ihn als Bischof für nicht mehr tragbar. Quelle: br


1.10.2021 Johanna Beck, Daniele Mohr-Braun, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth – Mitglieder des Betroffenenbeirates der DBK sagten in ihrem Statement in der 2. Sitzung des Synodalen Weges: Solange von Seiten der Täterorganisation aber Versöhung als Entschuldigung und Freifahrt-Schein für ein straf- und verantwortungsfreies Weiter-so gesehen und gehandhabt wird, können Betroffene dieses nicht an- oder hinnehmen. Absolution, die sich selbst erteilt wird, kann nur vergiftet sein.“ Sie fordern, das problematische, immer auch retraumatisierende Verfahren der Anerkennungsleistungen der UKA zu verändern. Quelle: synodalerweg