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Presse

4. Quartal 2019

31.12.2019  Alfred Delp schrieb: „Innerlich habe ich viel mit dem Herrgott zu tun und zu fragen und dran zu geben. Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll.“ Dass wir alle dies erfahren, wünsche ich mir und euch und Ihnen für 2020!


28.12.2019 In Frankreich wurde der katholische Priester Roger Matassoli, 91, von einem 19-Jährigen ermordet, der ein Missbrauchsopfer des Priesters war. Bereits sein Vater wurde von Matassoli missbraucht. Dessen Vater beging Suizid, als er vom Missbrauch seines Sohnes erfuhr. Der Vater des 19-Jährigen sagte: „Dieser Mann hat eine ganze Familie geschreddert.“ Matassoli war bereits zuvor des Missbrauchs an zahlreichen Jungen zwischen 1960 und 2000 beschuldigt worden. Erste Beschuldigungen wurden 1967 vorgebracht. Daraufhin wurde er aus der Diözese Clermont nach Saint-Andre-Farivillers versetzt, später nach Agnetz im Nordwesten Frankreichs. Bis 2018 stand er auf der Gehaltsliste der Diözese Beauvais. Der Bischof von Beauvais, Jacques Benoit-Gonnin, berichtete, er habe bereits 2009 versucht, Matassoli aus der Gemeinde zu entfernen, der jedoch blieb weitere neun Jahre. Quelle: welt.de


28.12.2019 Eine Analyse von AP fand mehr als 900 katholische Kleriker, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden und nicht auf den von den US-Bistümern veröffentlichten Listen standen. Kirchliche Mitarbeitende sagten, dass sie bei Veröffentlichung des Namens eines Beschuldigten, der kein Schuldeingeständnis ablegt, verklagt werden können. Einige Diözesen veröffentlichten keine Namen von Ordenspriestern, von verstorbenen Priestern, gegen die nur eine Beschuldigung vorlag; im Ausland geweihte Priester oder auch Diakone und Seminaristen, die vor ihrer Weihe beschuldigt wurden und nicht geweiht wurden. Auch Priester, die vor 2011 Kindesmissbrauch auf Videos konsumierten, wurden nicht aufgelistet, weil die Darstellung der sexuellen Ausbeutung von Kindern vom Kirchenrecht nicht als strafwürdig angesehen wurde und es kein direktes Opfer gab. Der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro, sagte, dass mehrere Bischöfe in Pennsylvania bei der Vertuschung von Missbrauch eine direkte Rolle spielten:  „Man kann nicht viel auf die Listen geben, die die Kirche freiwillig zur Verfügung stellt, weil man ihnen nicht trauen kann, sich selbst zu überwachen.“ Quelle: apnews.com   ncronline.org


27.12.2019 Papst Franziskus hat für das chilenische Bistum Santiago de Chile den Kapuziner Celestino Aos Braco (74) und von Puerto Montt in Südchile Luis Fernando Ramos Perez (60) als (Erz-)Bischöfe ernannt. Kardinal Ezzati hatte die Leitung des Erzbistums Santioago wegen Vertuschungsvorwürfen abgegeben und der Bischof von Puerto Montt war mit 75 in den Ruhestand gegangen. Derzeit sind noch acht chilenische Bistümer mit einem Übergangsleiter besetzt. Quelle: Domradio


27.12.2019 Der Osnabrücker Bischof Bode lehnt Entschädigungszahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer aus Kirchensteuern ab. Es gebe aus der Vergangenheit Besitze, Einkünfte und Zinsen, aus denen man das Geld nehmen könne. sagte er. Quelle: katholisch.de


27.12.2019 Etwa zwei Dutzend Menschen haben an Heiligabend vor dem Gefängnis von Melbourne christliche Weihnachtslieder für Kardinal Pell gesungen. Anschließend hielt eine vietnamesisch-katholische Jugendgruppe eine Rosenkranzprozession um das Gefängnis herum ab. Die Beteiligten beteten für den Kardinal, das Gefängnispersonal, weitere Insassen, für die Opfer sexuellen Missbrauchs und für die Verteidigung der Rechte der Kirche und „die volle und schnelle Entlastung Seiner Eminenz“. Pell ist wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt; sein Revisionsantrag wurde jedoch angenommen und wird voraussichtlich Anfang 2020 verhandelt. Quelle: katholisch.de


27.12.2019 Von 2010 bis September 2019 hätten sich 162 Betroffene gemeldet, teilte das Bistum Trier mit. Es gebe 89 Beschuldigte seit 2010. Quelle: swr

Kommentar: Laut MHG-Studie gab es bis 2014 insgesamt 148 Beschuldigte und 442 Betroffene. Diesen Zahlen wurden am 25.9.2018 weitere 140 Opfer und 75 beschuldigte Priester hinzugefügt, die von der MHG-Studie nicht erfasst worden sein. Hatten wir es also im September 2018 bereits mit 582 Opfern und 223 kirchlichen Tätern zu tun? Ist den neuen Zahlen zu entnehmen, dass es 22 weitere Opfer und 14 weitere kirchliche Täter gab? Die auf Nachfrage des swr berichteten neuen Zahlen geben also keine wirkliche Auskunft, weil die berichteten Zeiträume sich überschneiden und nicht einzuordnen sind.


26.12.2019 Der ehemalige Kardinal McCarrick hat ab 2001 insgesamt 600.000 US-Dollar an Kirchenbeamte vor allem aus den USA und dem Vatikan gezahlt. Papst Johannes Paul II. erhielt von 2001 bis 2005 90.000 Dollar. Papst Benedikt XVI. erhielt 291.000 Dollar. Vertreter der ehemaligen Päpste lehnten eine Stellungnahme ab oder sagten, sie hätten keine Informationen über diese spezifischen Schecks. Ein ehemaliger persönlicher Sekretär von Johannes Paul sagte, dass Spenden an den Papst an den Staatssekretär, den zweitmächtigsten Posten im Vatikan, weitergeleitet wurden. Angelo Sodano war von 1990 bis 2006 Staatssekretär, Tarcisio Bertone von 2006 bis 2013. Begünstigte Vatikan-Kleriker sagten, Geldgeschenke seien während der Weihnachtszeit unter katholischen leitenden Klerikern üblich. Die Geschenke hätten keinen Einfluss auf Entscheidungen des Heiligen Stuhls gehabt. Unter den vielen Begünstigten waren auch mindestens zwei Priester, die als persönliche Assistenten von Papst Benedikt XVI. und von Papst Johannes Paul II. arbeiteten. Quelle: mysanantonio.com


26.12.2019 Kardinal Ignatius Suharyo, Vorsitzender der Indonesischen Bischofskonferenz und Erzbischof der Erzdiözese Jakarta sagte, er habe nie einen Bericht über sexuelle Missbrauchsfälle erhalten. Zudem seien Missbrauchsfälle als „Teil pastoraler Vertraulichkeit“ nicht öffentlich gemacht werden. In dem Bericht war von 21 Seminaristen, 20 Ordensfrauen und 15 Laien die Rede, die von 33 Priestern und 23 Laien missbraucht worden sein sollen. Quelle: vaticannews


24.12.2019 Missbrauchsopfer von Legionären Christi kritisieren den internen Missbrauchsbericht der Legionäre scharf. Der Bericht sei unvollständig, einige Opfer seien nicht aufgeführt und diejenigen, die den Missbrauch deckten, seien nicht benannt worden. Allein der Ordensgründer habe mehr als 120 Opfer gehabt. Auch der Vorsitzende der mexikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Rogelio Cabrera kritisierte den Bericht. Er spricht von einer „sehr großen kriminellten Vertuschung“ und einem „kriminellen Schweigen der vatikanischen Behörden und der Mitglieder der Legionäre“. Beide versäumten die Meldung von Missbräuchen und hinderten andere an einer Meldung.
Quelle: cruxnow


23.12.2019 Ende 2018 waren der Erzdiözese Detroit etwa 150 Opfer und 75 Kleriker bekannt, die Minderjährige missbrauchten. Inzwischen wurden 270 Priester identifiziert, die mutmaßlich Minderjährige missbrauchten. Der Missbrauch betraf 552 Opfer. Das teilte die Generalstaatsanwältin Dana Nessel mit. Quelle: eu.detroitnews.com


22.12.2019 John Allen Jr. überlegt, ob es – ähnlich wie in der Rechtsprechung der USA – eine Bewegung geben wird, die die Rechte der Opfer in kirchenrechtlichen Strafverfahren stärkt, so dass Opfer während des Verfahrens anwesend sein können, vor dem Urteilsspruch gehört werden und Akteneinsicht nehmen können. Die Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte: „Ich persönlich glaube, dass wir als kanonische Anwälte die Beteiligung des Opfers in Strafprozessen stärken könnten. Sie ist im Moment eher schwach.“ Quelle: cruxnow


21.12.2019 Die Legionäre Christi haben eine interne (!) Untersuchung der Missbrauchsfälle seit 1941 vorgelegt. Dem Gründer Marcial Maciel werden mindestens 60 minderjährige Opfer zugeschrieben. Insgesamt wurden 175 Minderjährige Missbrauchsopfer von 33 Priestern der Legionäre. Die 33 Priestertäter machen 2,5 % aller 1.353 seit 1941 geweihten Priester des Ordens aus. 14 der 33 Priester-Täter waren selbst Opfer des verstorbenen Gründers, während andere priesterliche Missbrauchstäter Opfer der Opfer von Maciel waren – ein Hinweis auf eine generationenübergreifende Missbrauchskette. Der ehemalige Priester der Legionäre, Christian Borgogno sagte, der Bericht zeige, dass die Bemühungen der Legionäre, alleine Maciel Missbräuche zuzuschreiben, fehl gehe, weil der MIssbrauch weit über den inneren Kreis Maciels hinausging. Außerdem wies Borgogno darauf hin, dass einige Legionäre zu Priestern geweiht wurden, nachdem Anschuldigungen gegen sie bekannt geworden waren.

Sechs Täter seien laut Bericht gestorben, acht in den Laienstand versetzt worden, einer sei aus dem Orden ausgetreten. Den 18 in der Kongregation Verbliebenen sei der Kontakt mit Minderjährigen verboten; vier üben den Dienst als Priester mit Einschränkungen aus, 14 dürfen das Priesteramt nicht mehr öffentlich ausüben.

Außerdem identifizierte der interne Bericht 71 Seminaristen, die in den letzten acht Jahrzehnten Minderjährige sexuell missbraucht haben. Wie viele Opfer diese Seminaristen hatten, wurde nicht bekannt gegeben. Quellen:  DLF  katholisch.de  ncronline

Kontakt zu den Legionären Christi – Meldestelle


21.12.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Kardinal Angelo Sodano (92) als Dekan des Kardinalskollegiums angenommen und gleichzeitig die Amtsdauer eines Kardinaldekans auf fünf Jahre beschränkt, die allerdings verlängert werden können. Sodano machte sich einen Namen als Freund von Pinochet. Er versicherte Ostern 2010 Papst Benedikt, dass das ganze Volk Gottes an der Seite des Papstes stehe und sich „nicht beeindrucken [lasse] vom Geschwätz des Augenblicks“ – gemeint waren Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen katholische Priester. Sodano hat nach Aussagen von Kardinal Schönborn, Wien, verhindert, dass gegen den Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer ein vatikanisches Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Den Gründer der Legionäre Christi, deckte er über Jahre. In Chile förderte er eine Reihe von Bischöfen und Priestern, die Sodano politisch nahestanden, auch als Missbrauchstäter oder Vertuscher waren. Quellen: katholisch.de  Stuttgarter Nachrichten


20.12.2019 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke beschreibt, wie Bischöfe und Laien die Entschädigung der kirchlichen Missbrauchsopfer hintertreiben.  Sein Fazit: Die Betroffenen „erfahren erneut, was sie eigentlich wussten und doch manchmal immer noch nicht glauben wollen: wie trügerisch es ist, von verbal freundlicher Zugewandtheit eines katholischen Bischofs auf seine ehrliche Unterstützungsbereitschaft zu schließen.“

Quelle: FR


20.12.2019 Im Erzbistum Paderborn haben sich von Januar bis Ende Oktober 2019 30 mutmaßliche neue Opfer gemeldet – 15 Frauen und 15 Männer. Sie beschuldigen insgesamt 26 Priester und Laien. 19 der Beschuldigten seien verstorben, elf waren bereits als Täter bekannt, fünf seien noch am Leben, jedoch nicht mehr im aktiven Dienst. Bei zwei Tätern konnten die Betroffenen keinen Namen nennen.

Quelle: domradio

20.12.2019 Die indische Ordensfrau Lucy Kalappura, Angehörige der Franziskanischen Klarissenkongregation in Kerala, war wegen ihres Einsatzes für eine Ordensschwester, die Bischof Mulakkal wegen Vergewaltigung anzeigte, aus ihrem Orden ausgeschlossen worden, weil sie „die Gelübde von Armut und Gehorsam verletzt“ habe. Ein Bezirksgericht in Kerala hat den Ausschluss von Lucy Kalappura aus ihrem Kloster nun gestoppt. Die vatikanische Ostkirchenkongregation hatte den Ausschluss bestätigt. Nun liegt das Verfahren bei der Apostolischen Signatur, dem obersten Gerichtshof des Vatikans. Kalappura hat zudem ein Buch geschrieben über sexuellen Missbrauch von Ordensfrauen durch Bischöfe und Priester: „Karthaavinte Naamathil“ – „Im Namen des Herrn“. Quelle: orf


20.12.2019 Im Jahr 2019 wurden im Vatikan ca 1.000 neue Missbrauchsfälle gemeldet. Das Personal der Behörde sei überwältigt, sagt John Joseph Kennedy, der Leiter des Disziplinarbüros der Glaubenskongregation. Damit sei die Zahl um vier Mal höher als noch vor zehn Jahren. Die meisten Anzeigen seien aus Argentinien, Mexiko, Chile, Italien, Polen und den USA eingetroffen. Quelle: religion     orf     sunherald.com


19.12.2019 In Cruxnow berichten Überlebende von Missbrauch durch Kleriker und Nonnen von ihrem Leben. Quelle: cruxnow.com


19.12.2019 Erzbischof Scicluna berichtet, dass er „früher“ mitunter auf Mauern des Schweigens angesichts von sexuellem Missbrauch gestoßen sei. Nun gebe es für Bischöfe keine amtlichen oder rechtlichen Gründe mehr, Transparenz gegenüber den Opfern herzustellen und uneingeschränkt mit der weltlichen Justiz zusammenzuarbeiten. Er fordert, dass die neuen Regelungen auch angewandt werden müssten. Die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses mache es Opfern nun möglich, das kirchenrechtliche Urteil über ihre Täter zu erfahren. Quelle: Domradio


18.12.2019 Christopher Altieri macht im Catholic Herald darauf aufmerksam, dass die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses bei Missbrauchsfällen lediglich bedeutet, dass die Geheimhaltungsstufe auf die „normale Stufe“ der üblichen Geheimhaltung heruntergestuft wurde, unter der alle kurialen Vorgänge abgewickelt werden. Der Öffentlichkeit stehen die Dokumente in einem kirchlichen Strafprozess nicht zur Verfügung, nur den Behörden oder Personen, die gesetzlich zuständig sind. Erzbischof Scicluna sagt, die Änderung solle die Kommunikation, den Informationsaustausch und die gemeinsame Nutzung von Unterlagen zwischen kirchlichen und weltlichen Behörden erleichtern; der Papst habe jedoch die Möglichkeit, weiterhin das Päpstliche Geheimnis in Geltung zu setzen, wenn er dies wünsche. Scicluna wies darauf hin, dass die Änderung des Päpstlichen Geheimnisses nicht nur für die Zukunft gelte, sondern auch für ältere Fälle, für die neue Informationsanfragen vorliegen. „Welchen wirklichen, praktischen Unterschied die Änderung … machen wird, bleibt abzuwarten“, kommentiert Altieri. Quelle: catholicherald.co.uk


18.12.2019 Gegen einen ehemaligen Pfarrer von St. Josef im Bistum Münster, der bis 1983 in Warendorf tätig war, gibt es weitere Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Jugendliche. Ein Betroffener berichtet von einem Übergriff, der nach dem Wechsel des Priesters nach Wesel – 1983 – stattgefunden habe. Zudem habe der Priester dem Betroffenen Fotos anderer Opfer gezeigt, u.a. von einem 14-Jährigen aus Warendorf, der nackt mit Rosenkranz und Bibel fotografiert wurde. Der Betroffene berichtet, er habe 1989, 2012 und nochmals 2019 das Bistum Münster informiert. Er wirft dem Bistum Münster und Bischof Genn vor, diesen und andere Fälle aktiv zu vertuschen. Er berichtet, dass er 1989 in Wesel-Büderich mitbekommen habe, dass der Pfarrer dort einen 16- und einen 18-jährigen belästigt habe – Jahre nach dem erst 2019 bekannt gewordenen Übergriff in Warendorf. Er habe sich an einen Essener Pfarrer gewandt, um Abhilfe zu schaffen und habe Dias und Filme weiterer Opfer mitgebracht. Der Essener Pfarrer sagte ihm, das Material sei nach Münster geschickt worden und verbrannt worden. Und der Essener Pfarrer habe dem Betroffenen „schwersten Vertrauensbruch“ vorgeworfen, weil er das ihm vom Täter anvertraute Material weitergegeben habe. Das Bistum nimmt nicht Stellung, verweist auf die Studie der Uni Münster, der sämtliche Akten vorlägen. Die Uni Münster hingegen soll gesagt haben, ihr lägen keine Akten vor, die seien beim Bistum. Dass es Dokumente gibt, betont das mutmaßliche Opfer, weil er mit seinem Anwalt Akteneinsicht genommen habe. Bereits 2011 habe das Bistum gesagt, es könne den Geistlichen wegen seiner Demenz nicht befragen, dennoch habe der 2018 gestorbene Beschuldigte noch 2012 eine vierwöchige Gemeindevertretung übernommen. Quelle: azonline.de


18.12.2019 Sieben New Yorker Missbrauchsopfer haben vor einem Bundesgericht in Manhattan eine Sammelklage gegen den Vatikan eingereicht. Sie werfen dem Vatikan vor, durch die vatikanische Geheimhaltungsvorschrift Missbrauchstätern im Klerus weitere Missbrauchstaten ermöglicht zu haben. Rechtsexperten sehen die Erfolgaussichten der Klage skeptisch. Die Vorsitzende der NGO „Child USA“ und Juraprofessorin an der Universität von Pennsylvania, Marci Hamilton, sagte, Klagen gegen einen souveränen Staat seien schwierig und immer „ein Schuss ins Blaue“. Quelle: orf


18.12.2019 Der Vorsitzende der Zentralafrikanischen Bischofskonferenz, Bischof Nestor-Desire Nongo-Aziagbia, Bischof von Bossangoa, fühlt sich von der Ordensprovinz der Salesianer in Belgien „verraten“. Die zentralafrikanische katholische Kirche sei vom Salesianerorden getäuscht worden, sagte er. Die belgische Salesianerprovinz hatte einen wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern 2012 verurteilten Pater nach Zentralafrika geschickt, ohne die dortigen Kirchenverantwortlichen über die Vorgeschichte des Täters und das 10-jährige Kontaktverbot mit Minderjährigen zu informieren. Der Salesianerpater hat in einem Flüchtlingslager weitere Kinder missbraucht. Quelle: katholisch.de


18.12.2019 Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker und sonstige Beschäftigte im kirchlichen Dienst haben ebenso wie Angehörige und gesetzliche Betreuer Betroffener die Möglichkeit, ihr Interesse an einer Mitarbeit im neu einzurichtenden Betroffenenbeirat der DBK bis zum 7.2.2020 zu bekunden. Der Beirat orientiere sich an den Standards des UBSKM und der Erzdiözese Köln. Die Sicht Betroffener soll bei Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch verstärkt einbezogen werden. Quelle: Domradio   DBK


17.12.2019 Der Weihbischof Thomas Dowd von Montreal zeigt, wie Bischöfe handeln könnten, wenn sie denn wollten. Dowd hörte Gerüchte über den katholischen Priester Brian Boucher und ging den Gerüchten nach. Er identifizierte ein Opfer und begleitete den Überlebenden zur Anzeigeerstattung. Der Beschuldigte wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei minderjährigen Jungen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Im kirchenrechtlichen Verfahren überließ der Vatikan/die Glaubenskongregation dem Erzbischof von Montreal die Strafe. Der Erzbischof verhängte die Laiisierung, deren Bestätigung durch den Vatikan jedoch noch aussteht. Quelle: cruxnow.com


17.12.2019 Der päpstliche Botschafter in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, 75, hat seinen Rücktritt beim Papst eingereicht. Papst Franziskus hat ihn angenommen. Ventura hat im Dezember 2019 die Pensionsgrenze erreicht. Ventura wird sexuell übergriffiges Verhalten in mehreren Fällen vorgeworfen. Im Juli 2019 hat der Vatikan die diplomatische Immunität des Nuntius aufgehoben. Quelle: Domradio


17.12.2019 Die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses für Missbrauchsfälle wurde gegen eine starke interne Opposition im Vatikan durchgesetzt. Das berichten römische Quellen dem amerikan. Presseorgan der Jesuiten. Die Quellen möchten anonym bleiben. Quelle: americamagazine.org


17.12.2019 Jörg Seisselberg macht im DLF darauf aufmerksam, dass die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses für Missbrauchsfälle nicht für zurückliegende Fälle/Verfahren gilt. Quelle: srv.deutschlandradio.de


17.12.2019 Kirchliche Missbrauchsopfer begrüßen die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen, weisen jedoch darauf hin, dass sich erst noch zeigen müsse, ob der Vatikan tatsächlich nationalen Anfragen, Vorladungen der Grand Jury und der Strafverfolgungsbehören auf Herausgabe interner Unterlagen über Täter nachkommen werde. Auch der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke ist im Blick auf die Praxis skeptisch. Ob mit der Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsfällen tatsächlich mehr Transparenz erreicht werde, werde sich erst bei der konkreten Umsetzung zeigen.

Der Vatikan hat zwar bisher darauf bestanden, dass das bisherige „päpstliche Geheimnis“ Opfern nicht verboten habe, ihre priesterlichen Täter bei der Polizei anzuzeigen. Zugleich hat der Vatikan jedoch nie verlangt, dass Bischöfe und Ordensobere Missbrauch bei der Polizei anzeigen oder auch nur Bischöfe und Ordensobere ermutigt, Anzeige zu erstatten. In der neuen Anweisung schreibt der Vatikan weiterhin nicht vor, dass die Kirche Verbrechen der Staatsgewalt melden müssen. Bislang sahen sich Bischöfe manchmal gezwungen, der Staatsgewalt kanonische Verfahren vorzuenthalten, wenn es keine Erlaubnis des Vatikans gab, Akten an die Staatsgewalt zu geben. Mit dem neuen Gesetz ist eine Genehmigung des Vatikans nicht mehr möglich. Quelle: apnews.com


17.12.2019 Papst Franziskus hat das „Päpstliche Geheimnis/Secretum pontificium“ im Fall von sexuellem Missbrauch durch Priester abgeschafft. Damit können Aussagen in Kirchenprozessen an zivile Behörden gehen. Franziskus hatte kritisiert, diese Regel sei genutzt worden, um Pädophile zu schützen, Opfer zum Schweigen zu bringen und die Strafverfolgungsbehörden davon abzuhalten, Verbrechen zu untersuchen. Nun können auch kirchenrechtlich geschulte Laien in Missbrauchsprozessen als Anwälte auftreten. Der Besitz und die Verbreitung von Darstellungen der Ausbeutung von Kindern ist jetzt bis zum Alter von 18 Jahren strafbar – bisher lag die Altersgrenze bei 14 Jahren. Das Päpstliche Geheimnis wird auch aufgehoben, wenn Bischöfe und Generalobere von Orden selbst Minderjährige missbrauchen oder deren Missbrauch vertuschen. Opfer, Informanten und Zeugen können bei kirchlichen Verfahren zu Missbrauchsvorwürfen nicht mehr zum Schweigen verpflichtet werden. Quelle: Spiegel   vaticannews   press.vatican.va


17.12.2019 Performance-Theologie gegen Missbrauch – Christian Kern bedenkt die  Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal für das Design der Theologie und zur Möglichkeit, theologisch kritisch zu intervenieren. Dabei knüpft er an die Performance vor dem Würzburger Dom am 8. Dezember an. Quelle: feinschwarz.net  Leserbrief 1    Leserbrief 2


16.12.2019 Prof. Judith Hahn, Inhaberin des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Ruhr-Universität Bochum, schreibt, es sei dramatisch, wenn sich der Geltungsanspruch des kirchlichen Rechts unter den Gegenwartsbedingungen als soziologisch uneinholbar erweist. Die konkrete Kirchenverfassung ist nach Lumen gentium ist nämlich wesentliches Strukturmerkmal der irdischen Kirche. Die Spannung zwischen Faktizität und Geltung in der Rechtsordnung der römisch-katholischen Kirche greife daher in die Ekklesiologie aus. Quelle: feinschwarz.net


15.12.2019 Hermann Häring sieht in Hans‘ Küngs Lebenswerk die Grundlage betrachtet –  die real existierende Unfehlbarkeitslehre – , die bis heute die katholische Kirche lähmt. Quelle: hjhaering.de


15.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt erneut gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen. Der Staatsanwalt Dennis Zahedi teilte mit, dass die Ermittlungen in einem wahrscheinlich nicht-verjährten Fall andauern. Das kirchenrechtliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Quelle: Saarbrücker Zeitung


15.12.2019 In Japan melden sich seit dem Papstbesuch immer mehr Katholik*innen, die von Priestern sexuell missbraucht wurden. Sie fühlen sich alleine gelassen und haben sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zusammengeschlossen. Die japanische Bischofskonferenz hat eine landesweite Untersuchung eingeleitet. Unklar ist, wann die Ergebnisse vorliegen werden. Im November hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, weil ein katholischer Priester eine Frau in Nagasaki sexuell belästigt haben soll. Das Bistum von Nagasaki suspendierte den Priester und teilte als Grund für die Abwesenheit des Priesters eine „medizinische Behandlung“ mit. Inzwischen sollen – so Broadcaster Japan News Network – bei den Ermittlungen 21 Fälle bekannt geworden sein. Die Kirche lehnte es ab, sich dazu zu äußern. Quelle: sumiakai.com


13.12.2019 Der Bischof von Münster, Dr. Genn, hat den 79-jährigen emeritierten katholischen Priester F. Heitmann mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand versetzt. Das Bistum Münster überprüft derzeit alle Dekrete, die sexuellen Missbrauch  betreffen. Frühere Anweisungen wurden im Fall Heitmann dabei verschärft. Die Maßnahmen wurden wegen „Vorgängen“ ergriffen, die sich Ende der 60er-/Anfang der 70er Jahre ereigneten. Die vom damaligen Missbrauch betroffene Person wünscht absolute Vertraulichkeit.  Quelle: wn.de   mv-online.de, 15.12.2019


13.12.2019 Der Jesuitenorden in Chile hat ein 96-jähriges Mitglied nach CiC can. 695 aus dem Orden ausgeschlossen. Der Vatikan sah es als erwiesen an, dass der Ordenspriester von 1968 – 1995 fünf unter 16-Jährige missbraucht hat. Die Vorwürfe wurden dem Orden im Februar 2018 bekannt. Der Verurteilte darf angesichts seines Alters weiterhin in Einrichtungen des Ordens leben und wird dort medizinisch betreut. Quelle: vaticannews


13.12.2019 Interview mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über die Krise der katholischen Kirche. Quelle: wwucast.podigee.io


13.12.2019 Im Bistum Hildesheim wurde ein katholischer Pfarrer beurlaubt. Eine Frau wirft ihm vor, sie im Alter zwischen 15 und 18 Jahren Anfang der 1980er Jahre missbraucht zu haben. Das Bistum hat einen pensionierten Berufsrichter beauftragt, die kirchenrechtliche Voruntersuchung zu führen. Eine der vier Ansprechpersonen hat mit der Betroffenen gesprochen, der Bischöfliche Beraterstab hat den Fall beraten. Sowohl die Ansprechpersonen als auch die Mitglieder des Beraterstabs sind externe Fachleute. Quelle: Domradio


12.12.2019 Die Gemeinschaft „Totus Tuus“ erhält eine Übergangsleitung. Fünf der acht Personen sollen nicht der bisherigen Leitung angehören. Der Gemeinschaft werden geistlicher Missbrauch und sektenartige Strukturen vorgeworfen. Eine Visitation soll im Lauf des Jahres 2020 beendet werden. Quelle: Kirche und Leben


12.12.2019 Im Erzbistum Freiburg erhalten kirchliche Missbrauchsopfer ab 1.1.2020 erweiterte Hilfsangebote. Dazu können monatliche Zahlungen bis zu 800 Euro und Einmalzahlungen von bis zu 30.000 Euro gehören. Dieses Modell wurde in Kooperation mit Betroffenen erarbeitet. Gefördert werde auch die Einrichtung eines Betroffenenrates. Quelle: Domradio

12.12.2019 Im Kanton Solothurn meldete sich nun ein über 70-jähriger Mann, der als Kind vom damaligen Priester Alfred O. Amiet (1898–1966), Pfarrer in Trimbach von 1937 – 1964, sexuell missbraucht wurde. Bereits 2011 hatte er das Bistum Basel informiert und einen Antrag auf Psychotherapie gestellt. Er erhielt eine Absage. Das Bistum empfahl ihm den Kontakt zur Kirchengemeinde von Trimbach, den der Überlebende nun aufnahm. Er sprach mit dem Kirchgemeindepräsidenten John Steggerda. In der Kirchengemeinde war der Missbrauch nicht bekannt geworden. Der Kirchgemeinderat fühlte sich verpflichtet, darüber zu informieren. Er entschuldigte sich – und rief Betroffene im Pfarrblatt dazu auf, sich zu melden. Den Täter nannten die Verantwortlichen mit vollen Namen: Alfred Otto Amiet.

Inzwischen ist klar, dass Amiet mindestens vier, vermutlich fünf (oder mehr) Opfer hatte. Ein Opfer sprach erst auf dem Sterbebett von seinem Leid. Bischof Felix Gmür entschuldigte sich für das «unprofessionelle und fehlerhafte Handeln» bei der Kontaktaufnahme des Betroffenen mit dem Bistum, nicht jedoch für den Missbrauch.

Der Missbrauchsbetroffene hat eine Selbsthilfegruppe für Opfer von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld gegründet:  www.selbsthilfesolothurn.ch. Quelle: tagblatt.ch

Kommentar: Dass eine betroffene Gemeinde weitere mögliche Opfer aufruft, sich zu melden, ist vorbildlich.


12.12.2019 Nur 10 % des sog. Peterspfennigs gehen tatsächlich an Bedürftige. Zwei Drittel der Einnahmen stopfen hingegen Finanzlöcher im Vatikan-Haushalt, berichtet das „Wall Street Journal“. Quelle: katholisch.de


11.12.2019 Pater Joseph Kristanto Suratman, Sekretär der Seminar-Kommission der indonesischen Bischofskonferenz, räumt ein, dass seine Kommission Berichte von mindestens 56 Missbrauchsüberlebenden erhalten hat. 21 sind Seminaristen und Ordensbrüder, 20 Ordensfrauen und 15 Laien. Viele der Verbrechen seien in Ausbildungszentren für künftige Priester geschehen. Quelle: vaticannews


11.12.2019 Seit 2001 untersuchte der Vatikan 6.000 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kleriker. Aber das ist nach Ansicht des spanischen Kirchenrechtlers Jordi Bertomeu kein spezifisches Problem katholischer Kleriker, denn sexuellen Missbrauch gibt es auch in Familien und in anderen Religionsgemeinschaften. Z.B. in der neuen religiösen Gemeinschaft „Unity Church“ in Australien. Dort wurden bei 240.000 Mitgliedern 2.500 Missbrauchsfälle gemeldet. Im Vergleich dazu: unter 466.000 kath. Priestern gab es 6.000 Fälle. Auch den Pflichtzölibat hält Bertemeu nicht für einen Risikofaktor. Quelle: Domradio

Kommentar: Die Studien geben deutliche Hinweise, dass der Zölibat missbrauchsbegünstigend ist. Und das Argument, in Familien gebe es mehr Missbrauch als bei kath. Klerikern, dürfte nicht ziehen: Es gibt ja weltweit viel mehr Familien als kath. Priester.


11.12.2019 Unter dem Titel „Was zögert ihr noch? Die Zukunft gehört nicht den Mutlosen!“ haben katholische Laienorganisationen den Schweizer Bischöfen eine „unbegründbare Verzögerung“ des kirchlichen Reformprozesses vorgeworfen. Die Schweizer Bischofskonferenz hatte beschlossen, auf Ebene der Diözesen einen Reformprozess zu beginnen. Quelle: katholisch.de


11.12.2019 In Kalifornien erwarten sechs der zwölf Bistümer, von der Staatsanwaltschaft vorgeladen zu werden. Alle zwölf Bistümer müssen ihre Dokumente zu Missbrauchsvorwürfen gegen Priester aufbewahren, die Bistümer Los Angeles, San Francisco, Sacramento, Fresno, San Jose und Orange müssen ihre Akten vorlegen. Am 1.1.2020 wird in Kalifornien das Zeitfenster für Klageansprüche von Missbrauchsbetroffenen verlängert. Der Generalstaatsanwalt forderte alle Opfer auf, sich an sein Büro zu wenden. Quelle: Domradio


10.12.2019 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kommentiert die Reaktionen der Bischöfe und des ZdKs auf die Entschädigungsvorschläge der Arbeitsgruppe: „Nichts gegen die Kritik daran, für Entschädigungen primär auf den Kirchensteuertopf zuzugreifen und damit nicht nur alle Gläubigen, sondern auch die katholischen Missbrauchsopfer selbst mit in Regress zu nehmen. Aber alles gegen das, was hier passiert: Vordergründig gehen die Bischöfe auf die Kritik am geltenden Verfahren ein und beauftragen eine Arbeitsgruppe mit Änderungsvorschlägen. Die zentrale Empfehlung von Entschädigungszahlungen schaffen sie anschließend bereits im Ansatz vom Tisch, indem sie eine Kirchensteuerdiskussion lostreten. Statt mit gutem Beispiel voranzugehen, wollen sie auf andere Täterorganisationen warten, wohl wissend, dass damit eine Entschädigung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben ist. Sollte es wirklich sein können, dass die Bischöfe kirchlich Betroffene erst und nur dann entschädigen wollen, wenn anderen auch außerhalb der Kirche Gerechtigkeit widerfahren ist? Die fahrlässig untätigen oder vertuschenden Hierarchen haben schon bisher erfolgreich den Sand der Verjährung rieseln und Täter- wie Opferleben verstreichen lassen. Sie führen die Verschleppung strategisch oder gedankenlos einfach fort und finden in den katholischen Funktionärslaien willige Helfer.

Und die Betroffenen? Sie erfahren erneut, was sie eigentlich wussten und doch manchmal immer noch nicht glauben wollen: wie trügerisch es ist, von verbal freundlicher Zugewandtheit eines katholischen Bischofs auf seine ehrliche Unterstützungsbereitschaft zu schließen.“ Lüdecke hat Recht. Quelle: faz


9.12.2019 Die Ordensschwester Lucy Kalapura wurde von den Franziskanischen Clarissen aus dem Orden ausgeschlossen. Sie hatte sich für die Nonne, die den Bischof Franco Mulakkal wegen Vergewaltigung angezeigt hatte, eingesetzt. Nun hat sie das Buch „Karthaavinte Naamathil (Im Namen des Herrn“) geschrieben. Von der katholischen Theologin Virginia Saldanha, „Indian Women Theologians‘ Forum“, wird das Buch abgelehnt, weilo es Missbrauchsfälle nur anekdotenhaft erzähle. Der evangelische Theologe Valson Thampu sieht darin die Stärke des Buches, weil es den Blick auf das System lenke, nicht auf Einzelpersonen. Unterstützung erhält Kalapura von Pastor Augustine Vattoly, Kerala, der eine facebook-Gruppe inititierte: „Save our Sisters“. Auch der Präsident der katholischen Reformbewegung von Kerala, George Joseph, sagt: „Die Kirche steckt in einer echten Krise. Sexuelle Ausbeutung und Folter sowie Missstände hinter Kirchenmauern kommen ans Tageslicht, und es wird noch mehr Schmutz auftauchen.“ Quelle: katholisch.de


9.12.2019 Prof. Dr. Thomas Großbölting, Uni Münster, sucht für die vom Bistum Münster in Auftrag gegebene Studie zu Missbrauch im Bistum Münster Personen, die von sexuellem Missbrauch durch Priester und Diakone im Bistum Münster von 1945 bis 2018 betroffen sind oder erfahren haben. Die Wissenschaftler wollen in Interviews Informationen über die Täter, die situativen und strukturellen Begünstigunen der Taten, die Reaktionen der Kirchenleitungen und des kirchlichen Umfelds in den Gemeinden sammeln. Tel.: 0251/83 23178; Email: missbrauchsstudie[at]uni-muenster.de; Flyer  Quelle: Bistum Münster


9.12.2019 Zum 1.1.2020 treten neue Regelwerke zum Umgang mit sexuellem Missbrauch und zur Prävention im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz in Kraft, wenn die Diözesanbischöfe sie in ihrem Bistum einführen. Ein ausnahmsloses Beschäftigungsverbot für sexual-straffällig gewordene Priester nach dem Beispiel der US-Kirche lehnt die Bischofskonferenz aber weiter ab. Quelle: DBK


9.12.2019 Klaus Mertes positioniert sich gegen Konversionstherapien für Homosexuelle, wie sie von manchen Evangelikalen und Katholiken praktiziert wird: „Katholische Gemeinschaften, Priester und Bischöfe hängen mit drin. Die Täter können sich dabei auf den katholischen Katechismus und das Lehramt berufen, wenn sie unter dem Vorwand von ‚Mitleid‘ (siehe Katechismus Nr. 2357) oder im hohen Verkündigungston der Umkehrpredigt des Evangeliums (‚Bekehre dich!‘) Gewalt ausüben bis hin zu Exorzismen, die nichts anderes als spirituelle Vergewaltigung einschließlich physischer Vergewaltigung sind.“ Das Buch „Sodom – Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan“ von Frédéric Martel und der Film „Wie krank ist Homo-Heilung?“ sind bekannt – und es folgen keine Taten. Quelle: katholisch.de


8.12.2019  Dem Aachener Weihbischof Bündgens wird Untreue vorgeworfen, weil er 127.000 Euro von einer älteren Frau angenommen hat, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig war. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller beklagte, dass dieser juristisch noch aufzuklärende Fall den Generalverdacht gegen Kleriker schüre, dass Kleriker ihre Macht zum eigenen Vorteil ausnutzen. Quelle: katholisch.de


8.12.2019 In Würzburg fand auf dem Domplatz die Gedenkfeiervon Betroffenen sexueller Gewalt für Jesus, statt. Video


7.12.2019 Die Ordensschwester Mumbi Kigutha sagte während der Panafrikanischen Konferenz über Theologie, Gesellschaft und Pastoral, dass die stark wachsende Zahl afrikanischer Katholiken zu einer stärkeren Übernahme von Leitungsaufgaben in der Weltkirche führe. Zuvor jedoch müsse ein „sauberes Haus“ im Blick auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche geschaffen werden. Dazu gehöre auch der Blick auf den Missbrauch von Nonnen. Quelle: cruxnow


7.12.2019 Ein Pastor der Gemeinden Schalksmühle, Halver, Altena/Nachrodt wurde suspendiert. Das Bistum Essen stellte Strafanzeige. Dem Pfarrer wird vorgeworfen, Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern auf seinem PC zu haben. Quelle: come-on.de


6.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Ermittlungen mangels Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs gegen den früheren Pfarrer von Karben, Bistum Mainz, eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren wird fortgeführt. Quelle: fr


6.12.2019 Der katholische Pfarrer, der in Kevelaer, Bistum Münster, in den 1980er Jahren zwei Mädchen sexuell missbrauchte, eines davon während der Beichte, hatte 2010 Bischof Genn den Missbrauch gestanden, den er nun bestreitet. Das Bistum bestätigte, dass er ein drittes Opfer hatte, das dem Pfarrer geistlichen Missbrauch vorwirft. Quelle: nrz.de


6.12.2019 CNN hat in einer einjährigen Recherche über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Salesianer-Priester in Kalifornien gefunden, was üblich war (und mancherorts weiter üblich ist): Dass auch der Salesianer-Orden in Kalifornien Ordensmänner, die Minderjährige missbraucht haben, versetzt und die Verbrechen vertuscht hat. Der Salesianer-Orden widmet sich seit 1859 vor allem dem Schutz armer und gefährdeter Kinder. Der Opfer-Berater und ehemalige Benediktiner-Pater Patrick Wall beobachtet, dass auch für die Salesianer Kaliforniens gilt, was auch sonst üblich ist/war: Dass der Orden mehr Mitgefühl für einen angeklagten Priester als für sein(e) Opfer aufbringt. Quelle: Domradio


5.12.2019 James Grein behauptet, dass er Papst Johannes Paul II. 1988 von dem Missbrauch durch den Priester Theodore McCarrick, der später Kardinal wurde, berichtete. Der Vatikan habe nicht reagiert. Der Missbrauch soll in den späten 1960er Jahren begonnen haben, als Grein 11 Jahre alt war. Missbrauchsorte seien Reisen in andere US-Bundesstaaten und in den Vatikan gewesen. Die Klage richtet sich auch gegen die Diözese Metuchen und die Erzdiözese Newark – ihnen wird grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen. Quelle: ncronline


5.12.2019 Am 2. Advent, ca 11.15 Uhr veranstalten Betroffene sexuellen Missbrauchs ihre dritte Mahnwache vor dem Würzburger Dom. Alexandra Wolf und Bernhard Rasche teilen mit, dass die Aktion an diesem Sonntag, 8. Dezember, ab zirka 11.15 Uhr beginnt. Nach Aussage des Theologen Wunibald Müller erinnert die Mahnwache daran, dass im kirchlichen Kontext weiterhin sexualisierte Gewalt geschieht: „Sie ermahnt, endlich die radikalen Konsequenzen zu ziehen, die notwendig sind, um sexuellem Missbrauch den Boden zu entziehen.“ Und sie verstehe sich als Mahnung, die Stimme und den Schrei der betroffenen Opfer nie wieder – wie bislang – zu überhören. Der Bischof und der Generalvikar waren eingeladen, sagten jedoch aus terminlichen Gründen ab. Quelle: Mainpost


5.12.2019 Die Schweizer katholische Bischofskonferenz will eine unabhängige, wissenschaftliche Untersuchung zu sexualisierter Gewalt in der Kirche seit 1950 durchführen. Die Verantwortung für den Prozess „Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche“ liege bei den Bistümern, beschloss die Bischofskonferenz. Quelle: vaticannews.va


5.12.2019 Martin Schmitz aus Rhede war zu einem Gesprächsabend über sexuellen Kindesmissbrauch im Priesterseminar Münster. Er berichtete Priesterkandidaten und Mitbewohner*innen des Priesterseminars von seinen Erfahrungen und den zerstörerischen Folgen für das Leben Betroffener. Er betonte, dass Kirche viel stärker pro-aktiv im Blick auf Aufklärung und Aufarbeitung werden müsse. Quelle: Bistum Münster


5.12.2019 Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens lässt alle Ämter ruhen. Ihm wird vorgeworfen, 127.000 Euro von einer älteren Frau angenommen zu haben, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig gewesen sei.  Die Frau hatte ihm eine Kontovollmacht erteilt und Bündgens hat zw. Dez. 2017 und Jan 2018 insgesamt 127.000 Euro auf sein Privatkonto überwiesen. Als Gegenleistung habe der Weihbischof der Frau in einer ihm gehörenden Immobilie in Aachen lebenslanges Wohnrecht eingeräumt. Dazu kam es wegen des Gesundheitszustandes der Frau nicht. Bündgens hat den Betrag inzwischen zurückgezahlt. Offen ist, ob es zu einer Verhandlung kommt. Quelle: Domradio


4.12.2019 Am Beispiel der US-Kirche sind die Schwächen zu sehen, die aus der Vorgabe resultieren, dass Bischöfe das (Fehl-)Verhalten anderer Bischöfe untersuchen sollen. Erzbischof William Lori, Baltimore, untersuchte die Unterschlagungen und sexuellen Belästigungen des Bischofs Michael Bransfield, Wheeling-Charleston.  Anschließend wurde öffentlich, dass Bischof Lori selbst zu den Bischöfen gehörte, die von Bransfields Geldern profitierten. Anschließend wurde Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn, mit der Untersuchung des Verhaltens von Bischof Richard Malone beauftragt. Inzwischen wird DiMarzio selbst des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. DiMarzio weist die Anschuldigung zurück. Quelle: ncronline


4.12.2019 Johannes Heibel, Initiative gegen Missbrauch, hat Papst Franziskus den „mahnenden Mühlstein“ (Mt 18,6) im Vatikan übergeben. Der Papst sei sehr bewegt gewesen. „Das ist stark“, habe er kommentiert. Der Mühlstein wurde 10 Jahre lang in deutschen Städten gezeigt. Er soll provozieren und ein Zeichen setzen, um Erwachsene an ihre Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern zu erinnern. Der Papst hat entschieden, dass der mahnende Mühlstein vor dem Sitz der Päpstlichen Kinderschutzkommission am Largo Giovanni Paolo II hinter der Audienzhalle Paul VI. aufgestellt werden soll. Quelle: Mainpost   Domradio


4.12.2019 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Bischof Richard Malone (73), Bistum Buffalo, angenommen. Gründe gab der Vatikan nicht an. Malone wird vorgeworfen, Missbrauch durch Priester, vor allem den Missbrauch eines Seminaristen durch zwei Priester, vertuscht zu haben. Quelle: ncronline


4.12.2019 Der US-Bischof Fulton Sheen sollte am 21.12.2019 selig gesprochen werden. Nun haben einige US-Bischöfe den Vatikan gebeten, die Seligsprechung auszusetzen und die Causa Sheen erneut zu überprüfen. Dass Sheen Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen wirdn, bestätigte der Vatikan bislang nicht. Quelle: cruxnow.com


4.12.2019 Im Fall des Pfarrers aus dem Bistum Limburg, der jahrelang seinen Neffen sexuell missbrauchte, spricht das Bistum inzwischen selbst von Vertuschung. Der frühere Limburger Landgerichtspräsident Ralph Gatzka bestätigte, dass das Opfer sich bereits 1997 an das Bistum Limburg gewandt hatte. Der damalige Personaldezernent Helmut Wanka räumt inzwischen ein, dass er damals sowohl mit dem Opfer als auch mit dem Priester gesprochen hatte. Er habe sich dafür eingesetzt, dass das Opfer einen Therapieplatz bei einem namhaften Therapeuten erhielt, aber auch der Priester eine psychotherapeutische Behandlung im Recollectiohaus Münsterschwarzach erhielt. Außerdem sorgte der Personaldezernent dafür, dass das Opfer keine Strafanzeige stellte – damals wäre der Missbrauch noch nicht verjährt gewesen. Die Personalakte des Priesters enthält keine Hinweise auf den Vorwurf, die Gespräche und die Therapie. So lässt sich auch nicht klären, ob der damalige Bischof Kamphaus und der Generalvikar informiert waren. Gatzka vermutet, dass der Personaldezernent ohne Wissen seiner Vorgesetzten handelte. Beim Wohnortwechsel ins Bistum Bamberg blieben die Vorgänge unerwähnt. Quelle: eppsteiner-zeitung.de


3.12.2019 Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Ruhestandspriester aus dem Bistum Trier wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs wegen Verjährung eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren, das während der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ruhte, wird wieder aufgenommen. Der Beschuldigte bestreitet den Missbrauchsvorwurf. Quelle: swr.de


3.12.2019 Bischof Genn, Münster, bittet in Wadersloh um Entschuldigung für die eigenen Fehleinschätzungen im Fall eines des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priesters. Quelle: kirche-und-leben.de


3.12.2019 Der Neutestamentler Ansgar Wucherpfennig fordert eine neue Sexualmoral angesichts der Missbrauchskrise. Dazu gehört auch eine andere Sichtweise auf Homosexualität. Quelle: katholisch.at


3.12.2019 In 15 US-Bundesstaaten wurde das Zeitfenster für Klagen von Missbrauchsopfern erweitert. Diese Regelung führt voraussichtlich dazu, dass auf die US-Kirche Tausende Klagen zukommen. Allein in New York, New Jersey und Kalifornien rechnen Opferanwälte mit mindestens 5.000 neuen Klagen. So könnten auf die US-Bistümer mehr als vier Milliarden Dollar Entschädigungszahlungen zukommen. Bisher sind bereits 20 Bistümer in Konkurs gegangen. – Gegen den Ex-Kardinal McCarrick wurde bereits eine Klage eingereicht. Quelle: katholisch.de


3.12.2019 Der Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann empfiehlt der katholischen Kirche, Priester, die Minderjährige missbrauchten, „mit der Sanftmut Jesu“ zu begleiten und in ihnen auch Opfer zu sehen, denn sie hätten ihre Verbrechen nicht in Freiheit verübt. Für Täter sei es ein langer Weg, bis sie spüren, was sie getan haben. Quelle: katholisch.de

Kommentar: In Mt 18,6 sagt Jesus: „Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt (σκανδαλίζειν – skandalizein), für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.“ – Das klingt als präventive Maßnahme nicht gerade sanftmütig. Zudem ist ein Opfer nicht weniger Opfer, wenn der Täter selbst Opfer war.


3.12.2019 Im Bistum Mainz sollen Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer nicht mehr wie bisher aus Kirchensteuermitteln gezahlt werden. In Rottenburg-Stuttgart und Freiburg werden keine Kirchensteuermittel für Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer verwendet. Quelle: katholisch.de


3.12.2019 Rechte und Pflichten: Aufarbeitungsprozesse in Institutionen. Empfehlungen zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs: „Aufarbeitung soll:

das Schweigen beenden, das Betroffene oft zu lange begleitet hat,

das Recht der Betroffenen auf Schutz und Zeugenschaft einlösen,

das erlittene Unrecht und dessen Folgen für die Betroffenen benennen,

aufdecken, welche Taten, Täter und Täterinnen sowie Mitwissende und Vertuschende es gab,

aufzeigen, welche Umstände den sexuellen Missbrauch begünstigt und die Aufdeckung verhindert haben,

Unrecht anerkennen und Formate des Erinnerns entwickeln,

Konsequenzen für die Gegenwart und den Schutz von Kindern und Jugendlichen heute ziehen.“

Quelle: Aufarbeitungskommission.de


3.12.2019 Johann Baptist Metz, dem ich viele Anregungen verdanke, ist tot. „Die den Glauben Israels beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde im Christentum allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen.“ (Memoria Passionis. Ein provozierendes Gedächtnis in pluralistischer Gesellschaft, Freiburg 2006, S. 57) Ein Nachruf von Edmund Arens: Gottespassion und Compassion


3.12.2019 Thomas Schüller über „Macht und Ohnmacht aus kirchenrechtlicher Sicht – ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um Macht und Machtmissbrauch in der katholischen Kirche“. Quelle: futur2.org


3.12.2019 Rainer Bucher schaut das Versprechen an, das die katholische Kirche angesichts des Missbrauchsskandals geben muss und beobachtet, dass es bereits mit dem Bekenntnis nicht nur gut steht. Auch das Versprechen, die Überlebenden zu hören, wird nur zögerlich gegeben und nur zögerlich realisiert. Die Versprechen, Konsequenzen zu ziehen – Amtsüberhöhung des Priesters, männerbündische Klerikalkultur, Überwindung einer absolutistischen kirchlichen Rechtsstruktur, grundlegende Gewaltenteilung, Reform der kirchlichen Sexualmoral -, würde zu einem Bruch mit der katholischen Identitätspolitik der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte führen. In Gaudium et Spes hat die Kirche das Versprechen gegeben, „allumfassendes Sakrament des Heiles“ zu sein, „welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen zugleich offenbart und verwirklicht“ (GS 45). Neu am Skandal ist nicht das Böse in uns und in der Kirche, neu ist seine Aufdeckung. Als Hoffnung zitiert Bucher Brecht: „Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine“ und sieht darin noch die größte Hoffnung. Quelle: feinschwarz.net

2.12.2019 Christoph Fleischmann beobachtet die Diskussion um Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Die Forschungsaufträge wertet er als Auslagerung der Verantwortung: Forscher sollen die Offenheit herstellen, die Kirchenleitenden nicht möglich sei. Die Forschungsvorhaben seien „wohl der letzte Versuch der Kirchenleitungen, die Kontrolle zu behalten über das, was sie Aufarbeitung nennen.“ Fleischmann fragt, warum es Kirchenleitenden so schwer fällt ehrlich zu sein, obwohl das Aussprechen der Wahrheit doch zum Kern kirchlichen Selbstverständnisses gehört. Er konstatiert, dass die Bischöfe sich „besonders unverantwortlich“ gezeigt haben, indem sie Täter dem Zugriff der Strafverfolgung entzogen oder nach einer Verurteilung weiterhin in der pastoralen Arbeit belassen haben. Fleischmann weist auch darauf hin, dass nicht nur Kirchenleitungen, sondern alle sich und anderen die eigene Hilflosigkeit und Unsicherheit eingestehen müssten beim Thema Missbrauch. Jeder müsse damit rechnen, dass Betroffene unter uns sind. Nötig sei, „in Kirchengemeinden für das Thema [zu] sensibilisieren und Überlebenden einen Ort in der Kirche an[zu]bieten, in dem sie wahrgenommen werden und sich artikulieren können – das alles wäre für viele Missbrauchsüberlebende wichtiger als eine schnelle und richtige Reformforderung. Quelle: christoph-fleischmann.de


2.12.2019 In Berlin wurde der „Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ eingerichtet. Die Bundesfamilienministerin Giffey, Johannes-Wilhelm Rörig haben sich mehr als 40 staatliche und nicht-staatliche Akteure getroffen. Neben Vertretern aus Politik und Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und aus der Fachpraxis gehören ihm auch Betroffene an. Bis zum Sommer 2021 sollen konkrete Ziele und Umsetzungsschritte zu Prävention und Intervention erarbeitet werden. Ziel ist es, Hilfen für betroffene Kinder und Jugendliche spürbar zu verbessern,  die Forschung voranzubringen und einen spürbaren Rückgang der ungebrochen hohen Fallzahlen zu erreichen. Ähnlich der Anti-Aids-Kampagne soll eine bundesweite Aufklärungs- und Sensibilisierungsinitiate durchgeführt werden. Der Betroffenenrat des UBSKM wies darauf hin, dass im Nationalen Rat erstmalig Betroffene mit ihrer fachlichen Expertise und ihrem Erfahrungswissen von Beginn an einbezogen sind. Quelle: bmfsfj.de


2.12.2019 Erzbischof Stanislaw Gadecki, Posen, hat um Entschuldigung für den Skandal um seinen Vorgänger Juliusz Paetz gebeten. Paetz werden sexuelle Übergriffe gegen Priesterseminaristen vorgeworfen. Ermittlungsergebnisse des Vatikans wurden nie veröffentlicht. Der Beschuldigte beteuerte bis zuletzt seine Unschuld und zeigte nie Reue. Im März 2002 nahm Papst Johannes Paul II. den Rücktritt ohne Angabe von Gründen an. Quelle: vaticannews


2.12.2019 Der mahnende Mühlstein ist bei Papst Franziskus angekommen. Video


2.12.2019 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich gegen eine Verwendung von Kirchensteuermitteln für Entschädigungszahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs gewandt. Quelle: katholisch.de 


2.12.2019 Doris Reisinger berichtet, dass es für viele Betroffene bis heute immer noch reine Glückssache ist, wie mit ihnen umgegangen wird: „Besonders wenn Täter oder Täterinnen Ordensleute sind, sind Betroffene oft zum Scheitern verurteilt. Dann waschen sich die Bistümer die Hände in Nichtzuständigkeit. Die Orden (nicht alle, aber eben manche) blocken ab. Die Ordensoberenkonferenz ist nicht weisungsbefugt. Die Religiosenkongregation in Rom scheint auch nicht zuständig. Die Opfer bleiben ohnmächtig zurück. «Organised Irresponsibility», organisierte Verantwortungslosigkeit, nennt das die irische Sozialwissenschaftlerin Marie Keenan. Hinzu kommt: Vertuschung und Mitwisserschaft sind als Probleme in ihrer ganzen Tragweite noch kaum im Blick. Bischöfe, die Täter systematisch gedeckt und versetzt haben, wurden dafür selten belangt – geschweige denn die römischen Behörden, die dieses Versetzungssystem nachweislich befördert haben.“ Quelle: forum-pfarrblatt.ch


2.12.2019 Rainer Bucher analysiert die Kirchensituation: „Spätestens im Missbrauchsskandal entdeckt die katholische Kirche die epochale Krisenhaftigkeit ihrer bisherigen Machtkonstellationen. Denn dieses Scheitern wird ihr im Unterschied zu früheren Indikatoren wie gesellschaftstheoretischen Analysen oder religionssoziologischer Empirie nun unausweichbar, nämlich als fundamentales Scheitern vor ihrem eigenen Anspruch präsentiert und nicht nur als immer heillos schwacher wissenschaftlicher Diskurs…Die hotspots dieses Scheiterns sind der Faschismus, der Missbrauchsskandal – und das sich abzeichnende Ende des Patriarchats wird der nächste sein. Mit dem Faschismus scheiterte der Kirche Flirt mit autoritären Staatsmodellen, mit dem Missbrauchsskandal ihr Versuch, ihre schwindende Relevanz kulturkämpferisch in der Regulierung sexueller Praktiken zu kompensieren. Die alte klerikale Liaison mit dem Patriarchat aber wird in einer Gesellschaft, die ihre Geschlechterordnung umbaut, und zwar in Richtung ohne Zweifel christlicher Werte wie Gerechtigkeit und Fairness, unter den Bedingungen deregulierter Religionsnutzung notwendig marginalisiert bis zur Exkulturation werden.“ Quelle: feinschwarz.net


2.12.2019 Die Theologin, Psychologin und Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Schwester Katharina Kluitmann, erklärt, warum nur so wenige Frauen und Ordensfrauen von sexuellem Missbrauch berichten: Die Scham- und Schuldgefühle der Betroffenen sind „ein psychologischer Mechanismus, der teils auch eine Schutzfunktion hat.“ Das sei der Grund, warum sich viele Frauen nicht melden. Doch selbst wenn sie sich trauten, werde ihnen meist nicht geglaubt. Hinzu komme eine kollektive Scham in den Gemeinschaften nach dem Motto: ‚Das darf doch einer bei uns nicht passieren.‘ Jeder Missbrauch – sei er sexueller, emotionaler oder geistlicher Art – sei immer auf einen Machtmissbrauch zurückzuführen. Quelle: katholisch.de


30.11.2019 In Graz fand ein interdisziplinäres Symposium „Geistiger Missbrauch“ statt. Quelle: kathpress.at


30.11.2019 Der katholische Pfarrer, der in Kevelaer, Bistum Münster, während der Beichte in den 1980er Jahren ein Mädchen sexuell missbrauchte, hat den Missbrauch gestanden. Zudem soll er ein drittes Opfer geistlich missbraucht haben. Bischof Genn wird am kommenden Dienstag zu einem Gespräch nach Waldliesborn kommen. Quelle: hellwegradio.de


30.11.2019 Kai Moritz, Opfer eines Priesters, redet so offen von seinem Missbrauch, weil er andere Betroffene ermutigen will, ebenfalls ihr Schweigen zu brechen. Quelle: mainpost.de


30.11.2019 Bischof Franz-Josef Overbeck reagiert mit Bestürzung auf den jüngsten Missbrauchsskandal in der St. Joseph-Gemeinde in Wattenscheid. Die Geschichte des Falls beweise den „unverantwortlichen Umgang mit Missbrauchstätern in den eigenen Reihen“. Nun sollen alle Personalakten von einem wissenschaftlichen Institut in München erneut durchleuchtet werden. Quelle: vaticannews.va


29.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung haben sich auf Eckpunkte künftiger Strukturen der Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle geeinigt. Sichergestellt ist, dass Betroffene an der Aufarbeitung mitwirken und dass kirchliche Betroffene bestmögliche Unterstützung bei der individuellen Aufarbeitung erhalten. Diese Eckpunkte werden in einem innerkirchlichen Prozess nun abgestimmt, so dass sie im Frühjahr 2020 gültig werden können. Bischof Ackermann setzt darauf, dass „sich alle Erzbischöfe und Bischöfe unserem Konsens anschließen.“ Quelle: Bistum Trier


29.11.2019 Die evangelische Kirche in Bayern hat vor, den Schutz vor sexuellem Missbrauch zu stärken. Die Synodalen und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm forderten bei der Herbstsynode in Garmisch-Partenkirchen eine neue Fachstelle, in der die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt sowie deren Verhinderung künftig gebündelt werden sollen. Geplant ist auch eine externe Studie, die Analyse von Einzelfällen sowie die Aufdeckung von Strukturen, die sexuelle Übergriffe ermöglichen und deren Aufdeckung behindern. Quelle: sonntagsblatt.de


28.11.2019 Daniel Bogner weitet den Blick auf die Aufgabe des Synodalen Weges und seine Möglichkeiten: „Was könnte das biblische Verständnis von Freiheit heute bedeuten? Es ist die Aufforderung, die eigene Lebenswirklichkeit in allen ihren Kontexten immer wieder darauf hin zu prüfen, wo man sich „fremden Mächten und Gewalten“ (Kol 2,15) unterwerfen muss. Wo bin ich, wo sind wir als Glaubende daran gehindert, die in Gott zugesprochene Befreiung real erfahren und in verantwortlichem Handeln und Gestalten umsetzen zu können? Wo dies hingegen möglich ist, erfährt der Mensch, was der Psalmist bekennt: „Du hast den Weg vor mir frei gemacht. Nun kann ich ohne Straucheln vorwärts gehen.“ (Ps 18,37 / Gute Nachricht Bibel)“ Quelle: feinschwarz.net


28.11.2019 Kardinal Barbarins Berufungsverfahren hat begonnen. Er war zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er nach Übernahme der Diözese Lyon im Jahr 2002 von den Taten des Priesters Preynat erfahren habe, jedoch so lange geschwiegen habe, bis der Fall 2015 durch Aussagen eines Opfers öffentlich wurde. Kardinal Barbarin sagte: „Ich verstehe nicht, wessen ich schuldig sein soll und was die Taten sind, die man mir vorwirft.“ Quelle: orf


28.11.2019 Der Salesianerorden in Belgien hat seine Entscheidung verteidigt, den 2012 wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Pater Luk Delft 2013 in die Zentralafrikanische Republik geschickt zu haben. Der dortige belgischstämmige Bischof Albert Vanbuel war über Delfts Hintergrund informiert und habe sich bereit erklärt, ihn vor Ort zu beaufsichtigen. Allerdings habe der Bischof „eindeutig keine Ahnung“ gehabt, wie er mit einem Pädophilen umgehen müsse. Der Pressesprecher des Ordens, Pater Carlo Loots, ist der Ansicht, dass solche Menschen „eine neue Chance verdienen“. Quelle: katholisch.de


28.11.2019 Die Erfurter Dogmatikerin Julia Knop sieht – neben Hoffnungen, die sie in den Synodalen Weg setzt, das Grundproblem darin, dass die Synodalversammlung stark klerikal geprägt ist. Bei 69 Bischöfen und knapp 40 weiteren Geistlichen ist fast die Hälfte der Delegiertenplätze mit Klerikern besetzt. Daher sei der Frauenanteil  „peinlich gering“. „Vertreter der Missbrauchsopfer wurden nicht strukturell berücksichtigt. Wissenschaftler sind in der Synodalversammlung kaum vorgesehen.“ Zudem fehlten die Religionslehrer. Knop glaubt, es sei ein Fehler, dass die Beschlüsse für die Bischöfe nicht bindend sind. Zudem hätten die Bischöfe laut Satzung die Möglichkeit, die Umsetzung der Beschlüsse in ihrem Bistum zu verhindern und ihre Stimmen seien mehr wert als die Stimmen anderer Delegierter. Knop hofft, dass der Synodale Weg ülber Deutschland hinaus eine Dynamik auslösen soll, da die Themen des Weges auch weltkirchlich wichtig seien. Quelle: katholisch.de


28.11.2019 Der Weihbischof von Münster, Stefan Zekorn, benennt auf einer Veranstaltung in Recklinghausen Bischof Heinrich Tenhumberg, Bischof Reinhard Lettmann, den Personalreferenten Wilhelm Stammkötter und den späteren Hamburger Bischof Werner Thissen als Verantwortliche für die Vertuschung im Fall des Kölner Priesters, der trotz Verurteilung wegen sexuellem Missbrauch (1972 und 1988) im Bistum Münster eingesetzt wurde. Zekorn berichtet, er habe ca 1984 von dem Missbrauch erfahren: „Ich habe das all die Jahre gewusst – und ich habe darüber nicht geschwiegen.“ Er habe den Fall auch gegenüber der Bistumsleitung immer wieder angesprochen: „Bis ich 2011 Weihbischof wurde, war ich nie in der Situation, dass ich etwas hätte ändern können. Auf meine entsprechenden Äußerungen zuvor habe ich keine andere Antwort bekommen als diese: Das geht dich nichts an.“ Karl Render, Personalreferent im Generalvikariat Münster, sagt: „Ein solcher Fall würde heute das sofortige Ausscheiden aus dem Dienst und Ausscheiden aus dem Priestertum bedeuten.“ – In der Veranstaltung wird das Unverständnis deutlich, dass weder Bischof Genn noch Regionalbischof Lohmann teilnehmen. Ein Betroffener beklagte, dass 2015 sechs Bischöfe an der Beisetzung des aus Deutschland stammenden Bischofs von Trondheim, Georg Müller, der 2009 wegen Missbrauchs zurücktrat, teilgenommen haben – für die Beisetzung eines Täters hätten die Bischöfe Zeit gehabt.

Ein anderer Betroffener berichtet über einen Geistlichen, Pfarrer S., der ihn während dessen Zeit in Wesel-Büderich missbraucht habe. Der Betroffene habe sich 1989 an den damaligen Generalvikar Werner Thissen gewandt, Ende der 90er Jahre habe er Bischof Lettmann und den damaligen Regionalbischof Janssen und erneut Thissen kontaktiert – niemand konnte sich erinnern. Der Betroffene zieht daraus den Schluss, dass bis heute vertuscht wird. Inzwischen haben sich fünf Opfer des Pfarrer S. gemeldet. Weihbischof Zekorn sagte zu, wegen des Falls von Pfarrer S. tätig werden zu wollen. Quellen: kirche-und-leben.de   katholisch.de


27.11.2019 Doris Reisinger berichtet: „Bei einer Nachbesprechung der Tagung [von Frauen in Siegburg] wurde schon deutlich, dass die Bischofskonferenz zum Beispiel die Kontaktstelle für betroffene Frauen nicht einrichten wird.“ Quelle: taz


27.11.2019 Die Missbrauchskommission der irischen Regierung hat die Anzahl der Kinder, die im Ryan-Bericht zitiert wurde von 170.000 auf 42.000 Kinder korrigiert.  Inzwischen wurden mehr als 1,4 Milliarden Euro an ehemalige Heimkinder ausgezahlt, die in Kinderheimen von 18 Orden körperlichen oder sexuellen Missbrauch erlitten haben.

Die Erzdiözese Dublin gab bekannt, dass die Werbung für den Besuch von Papst Franziskus 2018 in Irland zum Weltfamilientreffen zu einer Zunahme der Zahl der Menschen führte, die sich wegen sexuellem Missbrauch durch Priester meldeten. Der im November 2019 veröffentlichte Jahresbericht der Diözesen zeigte, dass es mehr als 20 neue Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker gibt (2017: 14 neue Anzeigen). Quelle: ncronline.org


27.11.2019 Kardinal Marx und ZdK-Präsident Sternberg haben einen Brief an die Katholik*innen in Deutschland geschrieben, in dem sie die Gläubigen bitten, sich online an den Fragen und Diskussionen zu den vier Foren des Reformprozesses zu beteiligen. Die offizielle Internetseite www.synodalerweg.de geht am ersten Advent online. Quelle: Katholisch.de


27.11.2019 Der ehemalige Bischof der Diözese Wheeling-Charleston, Michael J. Bransfield, soll 792.638 US-Dollar Schadensersatz zahlen. Das Geld soll in einen Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche gehen. Das sagte der aktuelle Bischof, Mark E. Brennan. Quelle: Spiegel


27.11.2019 Heute übergibt Johannes Heibel, „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“ den „mahnenden Mühlstein“ im Rahmen der Generalaudienz dem Papst. Zehn Jahre lang tourte der „Mahnende Mühlstein“ der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Siershahn durch deutsche Großstädte und Bistümer. An diesem Mittwoch gegen 9.30 Uhr will der Vorsitzende und Gründer der Initiative, Johannes Heibel, den 1,4 Tonnen schweren Mühlstein bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom als Mahnmal gegen sexuellen Missbrauch an Papst Franziskus übergeben. Quelle: Rheinzeitung


26.11.2019 Ein Film auf arte: Wir krank ist Homo-Heilung?


26.11.2019 Die Autoren Burkhard Hose, Stefan Jürgens, Siegfried Modenbach und Bernd Mönkebüscher erwarten vom Synodalen Weg konkrete Beschlüsse. Sie distanzieren sich sich „von einem System, das die sexualisierte Gewalt ermöglicht, gedeckt und verschleiert“ habe. Betroffen mache sie das Leid der Opfer, aber auch die „Leidensgeschichten von Kollegen, die innerhalb des kirchlichen Systems krank geworden sind oder vereinsamen“. Quellen: kirche-und-leben.de   katholisch.de


26.11.2019 Bei einer Umfrage unter 2.700 US-amerikanischen Kirchenmitarbeiter*innen halten 39 Prozent sexuellen Missbrauch auch für ein Problem der Gegenwart. Unter den Priestern stimmten 26 % der Befragten zu, unter den Laien 40 %, bei Ordensfrauen sogar 56 %. 81 % sind der Meinung, dass ihre Pfarrei angemessen mit Missbrauchsfällen umgeht, aber nur ca 50 % würden ein Kind aus ihrer Familie ohne Bedenken einem Priester über Nacht anvertrauen. Quelle: katholisch.de


26.11.2019 Dr. Werner Kleine findet harte und klare Worte in: Das Kartenhaus. Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen


26.11.2019 Der Münsteraner Generalvikar Klaus Winterkamp sagt: „Ich kann auch nur kopfschüttelnd davorstehen“. Die Entscheidung des damaligen Bischofs Heinrich Tenhumberg (1915-1979) und seines Personalreferenten, den zuvor inhaftierten Priester ins Bistum Münster zu holen, sei „vollkommen verantwortungslos“ gewesen. Die beiden hätten von der Vorgeschichte gewusst; ihr Verhalten sei nicht zu erklären. Quelle: Konradsblatt

Kommentar: Ich verstehe nicht, warum der Generalvikar sich den Einsatz eines wegen Missbrauchs verurteilten Priesters nicht erklären kann. Es ging um Täterschutz und Schutz der Institution Kirche.


25.11.2019 In Argentinien wurden zwei katholische Priester und ein Gärtner der Gehörlosenschule des Institus Provolo, Mendoza, wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Das Gericht sah 20 Fälle als erwiesen an. Der Argentinier Horacio Corbacho, 59, wurde zu 45 Jahren Haft verurteilt. Der Italiener Corradi wurde zu 42 Jahren verurteilt, der Gärtner Armando Gomez zu 18 Jahren. Die Vorwürfe stammen aus dem Zeitraum zwischen 2005 und 2016. Corradi wurde bereits in Verona, Italien, von einem Schüler des dortigen Instituts Provolo des Missbrauchs beschuldigt. Der Vatikan soll dem „Guardian“ zufolge seit 2009 von den Vorwürfen gewusst haben. Die „Washington Post“ berichtete im Februar 2019, dass ranghohe Kleriker des Vatikans und auch Papst Franziskus über die Vorwürfe u.a. gegen Corradi gewusst haben. Quelle: Spiegel  s.auch cruxnow.com   catholicherald.co.uk   ibtimes.co.uk   badische-zeitung.de  general-anzeiger-bonn.de

25.11.2019 Anne Rossenbach, Sozialdienst katholischer Frauen Köln, stellt fest, dass es nicht leichter geworden ist, das Thema Gewalt gegen Ordensfrauen anzusprechen und anzugehen. Papst Franziskus habe zwar selbst eingeräumt, dass es Missbrauch an Ordensfrauen gibt – aber trotzdem sei nichts passiert. „Die Fälle, die bekannt geworden sind, waren Fälle von geistlichen Gemeinschaften, von jungen Frauen, die materiell ganz arm sind und mittellos einen Orden verlassen müssten, würden sie diesen Missbrauch bekannt machen. Zumindest ist es in den Fällen so gewesen, die bekannt geworden sind.“ Rossenbach weist auf gewaltlos.de hin und andere Hilfen eines breiten Netzes für betroffene Frauen. Quelle: Domradio


25.11.2019 Mehr als 114.000 Frauen sind nach Angaben der Bundesfrauenministerin Franziska Giffey im vergangenen Jahr Opfer von Partnerschaftsgewalt geworden. Insgesamt seien 2018 von solchen Übergriffen etwa 140.000 Menschen betroffen gewesen. Der Frauenanteil unter den Opfern beträgt demnach mehr als 81 Prozent. Quelle: Spiegel


25.11.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert den „synodalen Weg“, er sei zu unverbindlich, es gebe zu wenig Mitspracherecht für die Laien; letztlich hätten die Bischöfe oder Rom das letzte Wort. Kirchenrechtlich gebe es keinen „synodalen Weg“. Schüller empfiehlt ein Vorgehen wie in der Würzburger Synode, um zu erreichen, dass die gefassten Beschlüsse die Bischöfe binden. In der Würzburger Synode war es möglich, Papst Paul VI. davon zu überzeugen, abweichend vom geltenden Kirchenrecht für eine Bischofssynode auf nationaler Ebene auch Laien Stimmrecht zu geben. Quelle: katholisch.de


24.11.2019 Der argentinische ehemalige Bischof von Oran, Zanchetta, dessen Aufenthalt der argentinischen Justiz unbekannt war, ließ durch seinen Anwalt sagen, dass er nach Argentinien reisen wird und der Justiz zur Verfügung steht. Zwei Priesteramtsanwärter werfen ihm sexuellen Missbrauch vor. Er weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: vaticannews


24.11.2019 Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat Fehler des Bistums im Umgang mit einem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Ruhestandsgeistlichen in der Bochum-Wattenscheider Gemeinde St. Joseph eingestanden. „2002 hat das Bistum eine Entscheidung getroffen – und die war falsch. Ein mehrfach verurteilter Missbrauchstäter darf nicht mehr in der Seelsorge tätig werden.“ Wer die Entscheidung getroffen hat, sagte der Bischof nicht.  Quelle: Bistum Essen


24.11.2019 Der Freiburger Erzbischof Burger spricht sich gegen eine Zahlung von Entschädigungen für Missbrauchsopfer aus den Kirchensteuereinnahmen aus. Quelle: katholisch.de


24.11.2019 Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zantralkomitees der deutschen Katholiken, sagt: „Ich empfinde es eher als hilflos, wie die Deutsche Bischofskonferenz gerade mit der Frage der Entschädigung hantiert. Es wäre gut, sie würden sich staatliche Hilfe an die Seite holen und gemeinsam mit dem Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung darüber reden. Sie können auch alle anderen Gruppen hinzuziehen, in denen auch sexuelle Missbräuche offensichtlich wurden. Man kann gemeinsam entscheiden, was der richtige Weg ist und welche Möglichkeiten es für die Opfer gibt. Ein alleiniger kirchlicher Sonderweg wird nicht tragen. Wir müssen achtgeben, dass es nicht Täter erster und zweiter Klasse oder Opfer erster und zweiter Klasse gibt. Das hört sich jetzt ein bisschen lapidar an, aber ich meine damit, dass jedes Opfer ein Recht darauf hat, dass sein oder ihr Fall sauber juristisch verfolgt wird und sie entsprechend auch dann Unterstützung bekommen. Dafür sind die Bischöfe im Moment – so sehen wir es im ZdK – alleine nicht in der Lage, das gut zu händeln.“ Quelle: Domradio.de


23.11.2019 Die UN haben ihre Zusammenarbeit mit Caritas Internationalis in der Zentralafrikanischen Republik vorläufig beendet. Die Gründe liegen in Missbrauchsvorwürfen gegen den bisherigen Landesdirektor der Caritas. Der Direktor, Luk Delft, Salesianer aus Belgien, war 2012 in Belgien wegen Kindesmissbrauch und des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern verurteilt worden. Trotz der Verurteilung sei er 2013 in die Zentralasiatische Republik versetzt worden, wo er erneut Minderjährige sexuell missbrauchte. Quelle: katholisch.de  

Über die unterschiedlichen Zuständigkeiten und die Versäumnisse, die es Delft erlaubten, weiterhin mit Kindern zu arbeiten, informiert cruxnow.com.


23.11.2019 Bischof Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sagt, Gewalt gegen Frauen beträfe auch die Kirche. Aus den Erfahrungen mit Missbrauch an Frauen in Kirche und Orden ergäben sich Konsequenzen: „Wir stellen uns dieser Frage und werden handeln.“ Quelle: katholisch.de


23.11.2019 Kardinal Wölki, Köln, schämt sich dafür, dass ein zweimal wegen Kindesmissbrauch verurteilter kath. Priester zwischen drei Bistümern (Köln, Essen, Münster) hin- und hergeschoben wurde. Er hat eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse im Frühjahr 2020 veröffentlicht werden sollen. Dabei sollen auch Namen der für die Versetzung des Täters/der Täter Verantwortlichen genannt werden.

Der Geistliche aus dem Erzbistum Köln war 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Seit 1973 konnte er im Bistum Münster wieder in der Seelsorge arbeiten. Dort wurde er erneut auffällig und erhielt 1988 eine Bewährungsstrafe. Daraufhin setzte ihn sein Heimatbistum in einem Kölner Altenheim ein. Im Ruhestand konnte er von 2002 bis 2015 ungehindert in der Pfarrseelsorge in Bochum-Wattenscheid mitarbeiten. Quelle: Domradio


22.11.2019 Das US-amerikanische Jesuitenmagazin berichtet von einer AP-Untersuchung über die Arbeitsweise und Wirksamkeit der US-amerikanischen Ausschüsse, die den Umgang der Bischöfe mit kirchlichen Missbrauchsopfern prüfen sollten – National Review Board for the Protection of Children and Young People, 2002 eingerichtet. Diese unabhängigen Laiengremien sollten Vorwürfe prüfen und sicherstellen, dass keine Priester-Täter im Dienst bleiben. Eine Untersuchung der Assosiated Press ergab, dass die Verpflichtungen weitgehend nicht eingehalten wurden. So ernannten Bischöfe die Mitglieder des Untersuchungsausschusses. Die Prüfungsausschüsse arbeiteten im Geheimen, untergruben die Ansprüche von Betroffenen, schützten beschuldigte Priester und halfen der Kirche, Auszahlungen zu vermeiden. AP fand Fälle, in denen die Vorstandsmitglieder selbst Geistliche waren, die wegen sexuellen Fehlverhaltens angeklagt waren. Betroffene berichteten, dass sie mit Feindseligkeit und Erniedrigung behandelt wurden. Bischöfe, die von AP zu Interviews angefragt wurden, reagierten nicht. Andere verwiesen auf die Bischofskonferenz, die ebenfalls nicht reagierte.

Die Bischöfe wählen die Fälle aus, die an den Prüfungsausschuss gehen. Sie bestimmen, welche Beweismittel die Mitglieder der Prüfungsausschüsse sehen und bestimmen die Kriterien, die für eine begründete oder glaubwürdige Anschuldigung gelten. Manchmal entscheiden die Bischöfe, dass ein Fall nicht glaubwürdig ist, obwohl dert Prüfungsausschuss ihn als glaubwürdig befunden hat. Quelle: americamagazine


22.11.2019 Der Direktor der Caritas in der Zentralafrikanischen Republik, Luk Delft, Mitglied der Salesianer in Belgien,hat seit 2013 mindestens zwei Jungen missbraucht. Der 50-Jährige sei erst von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem die Leitung des Ordens mit den Vorwürfen konfrontiert wurde. Nach Angaben von CNN wusste der Orden von den pädophilen Neigungen des Paters. Der Pater war 2012 in Belgien wegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie verurteilt worden. Quelle: Katholisch.de  edition.cnn.com


22.11.2019 kfd, KDFB und SkF – katholische Frauenverbände – fordern die Deutsche Bischofskonferenz auf, durch Priester und Ordensleute missbrauchte (Ordens-)Frauen zu unterstützen. Die Bischöfe sollten „konkrete Maßnahmen zur Hilfe und Unterstützung“ ergreifen. Die Frauenverbände fordern, dass auch Straftaten an über 18-jährigen Betroffenen erfasst, veröffentlicht und straf- und kirchenrechtlich verfolgt werden müssen. In einem Buchprojekt des KDFB sollen Erfahrungen gesammelt werden. Quelle: katholisch.de


22.11.2019 Das Child Rights International Network (CRIN), London, untersucht das Ausmaß des Missbrauchs durch Kleriker und der Vertuschung durch die Kirche in lateinamerikanischen Ländern. CRIN spricht von einer „dritten Welle“ des Missbrauchs. Die katholische Kirche in Lateinamerika habe systematisch versucht, die Skandale zu unterdrücken: Priester, die Minderjährige missbrauchten, wurden von einer Pfarrei zu anderen oder von einem Land in ein anderes versetzt; Opfern wurde Schweigegeld gezahlt; ihnen wurde die Schuld zugewiesen; ihre Glaubwürdigkeit wurde untergraben. Sie wurden manipuliert, damit sie keine rechtlichen Schritte einleiteten. Auf die Medien wurde Druck ausgeübt, damit sie nicht über das Thema berichten. Quelle: Cruxnow


22.11.2019 Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidenten des ZDKs, votiert für die Beteiligung des ZDKs am synodalen Weg. Sie hofft, dass es diesmal – anders als beim Gesprächsprozess – wirklich ernst gemeint ist und eine Art Selbstverpflichtung zur Umsetzung gibt. „Wir brauchen keine Beschäftigungstherapie“, sagt sie. Quelle: DLF


22.11.2019 Bischof Genn, Münster, schreibt in einem Brief an die Gläubigen des Bistums: „Verurteilte Missbrauchstäter oder auch Priester, bei denen es strafrechtlich oder kirchenrechtlich unstrittig ist, dass sie Kinder oder Jugendliche missbraucht haben, dürfen nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden. Alle priesterlichen Dienste müssen ihnen untersagt werden.“ Bischof Genn sagt: „Ich habe Fehler gemacht!“ und  bezieht sich dabei auf zwei öffentlich bekannt gewordene Fälle: auf den Fall eines Priesters aus dem Erzbistum Köln, der nach Münster und Essen versetzt wurde und auf den Missbrauch durch einen Priester in Kevelaer. Quelle: antennemuenster.de

Kommentar: Wie oft noch hören wir, dass Missbrauchstäter nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden? Und wie oft hören und erleben wir, dass genau das nach wie vor geschieht? Und warum sind die Bischöfe und emeritierten Bischöfe  und sonstige Verantwortliche nicht in der Lage, ihren Anteil an Vertuschung und Täterschutz öffentlich zu machen, bevor Betroffene und/oder die Presse einen weiteren Fall aufdecken? Und warum sollte es genügen, wenn ein Bischof sich für seine Vertuschung entschuldigt, ohne dass die Vertuschung weitere Konsequenzen hat?


21.11.20219 „Nicht ohne die Opfer!“ In der Satzung des Synodalen Weges werden Opfer/Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der Katholischen Kirche nicht eigens genannt. Gerade ihre Stimmen und ihr Mitwirken bräuchte aber der angestrebte Umkehr- und Erneuerungsprozess. Ein Zwischenruf von Patrick Bauer und Ulrich Feeser-Lichterfeld. Quelle: feinschwarz.net


21.11.2019 In Emsdetten, Bistum Münster, forderten Missbrauchsbetroffene den Rücktritt der Bischöfe, die an den Versetzungen eines Täters von Köln nach Münster und nach Essen beteiligt waren: Bischof Genn, Heße und Overbeck. Quelle: kirche-und-leben.de


21.11.2019 Der Präsident der Pfälzischen Landessynode in Speyer, Hermann Lorenz, hat zum erweiterten polizeilichen Führungszeugnis für alle gewählten Presbytern gesagt, er sehe das Vorhaben kritisch. Er wies darauf hin, dass sich unbescholtene Menschen ärgern und der Kirche fernbleiben. Auf der kommenden Herbsttagung der Landessynode wird der Gesetzentwurf diskutiert. Quelle: swr.de


21.11.2019 „Dass Kamphaus nicht früher etwas gesagt hat, nehme ich ihm übel. Sein Schweigen ist unentschuldbar. Ich nehme sein Geständnis aber zum Anlass, alle Bischöfe aufzufordern, endlich ihr Schweigen zu brechen, Verantwortung zu übernehmen und ohne Wenn und Aber zu ihren schweren Verfehlungen zu stehen.“ Das sagt Johannes Heibel, dessen Verdienst es ist, dass die sexuelle Gewalt, die der Würzburger Ex-Priester und Missbrauchstäter Wolfdieter W. ausübte, publik wurde. Quelle: theworldnews.net


21.11.2019 Im Fall des Täters, dem zweifacher sexueller Missbrauch während seines Dienstes in Kevelaer vorgeworfen wird, sagt Bischof Genn, Münster, er habe die Auflagen für den Priester nicht präzise genug formuliert und Informationen nicht weitergegeben.

In dem Fall des Priesters, der aus dem Erzbistum Köln stammte und zweifach wegen Missbrauchs verurteilt worden war, sagte Genn, er sei als damaliger Bischof von Essen (2002 – 2008) nicht informiert worden. Quelle: Kirche und Leben


21.11.2019 Es waren Heinrich Tenhumberg – Bischof von Münster 1969 bis 1979 –  und der Personalreferent Prälat Wilhelm Stammkötter, die entschieden haben, den zuvor inhaftierten Priester aus Köln ins Bistum Münster zu holen. Beide wussten von der Strafe wegen sexuellen Missbrauchs. Quelle: Kirche und Leben


21.11.2019 Gegen die Katholische integrierte Gemeinde werden schwere Anschuldigungen öffentlich. Seit Februar 2019 wird die KIG vom Erzbistum München kirchenrechtlich untersucht. Ehemalige Mitglieder berichten von Kontrolle ihres Privatlebens, subtilen Manipulationsmechanismen, Trennung von Eltern und Kindern. Quelle: br.de


21.11.2019 Der ehemalige Kurienbischof und Papstfreund Gustavo Zanchetta ist nach Missbrauchs- und Betrugsvorwürfen nicht mehr aufzufinden. Die argentinische Justiz strebt einen internationalen Haftbefehl gegen Zanchetta, ehemaliger Bischof von Oran, an. Quelle: katholisch.de


21.11.2019 Das Ruhrbistum Essen hat sich bei den Pfarreimitgliedern in Bochum-Wattenscheid entschuldigt, dass ein zweimal wegen Missbrauchs verurteilter Priester dort seelsorglich tätig werden konnte. Generalvikar Klaus Pfeffer sagte, das sei „ein verheerender Fehler“ gewesen. Er bat auch um Entschuldigung dafür, dass die Menschen in der Gemeinde Sankt Joseph jahrelang nichts über die Vergangenheit des Pfarrers wussten. Der Verurteilte arbeitete als Ruheständler weiterhin in der Seelsorge. Inzwischen sind dem Geistlichen alle priesterlichen Dienste untersagt. Quelle: katholisch.de


21.11.2019 In der Satzung des Synodalen Weges werden Opfer/Betroffene sexualisierter Gewalt im Raum der Katholischen Kirche nicht eigens genannt. Gerade ihre Stimmen und ihr Mitwirken bräuchte aber der angestrebte Umkehr- und Erneuerungsprozess. Ein Zwischenruf von Patrick Bauer und Ulrich Feeser-Lichterfeld. Quelle: feinschwarz.net


20.11.2019 Der Wiener Theologe Wolfgang Treitler sagte in der Ringvorlesung „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung“, dass die Krise um Gott fundamental sei – ein „kirchliches Erzeugnis durch den Missbrauch“. Der Missbrauch lenke den Blick auch auf eine Theologie, in der ein „billiges, dogmatisch aufgeblasenes und Gott und Mensch missbrauchendes Gerede von einem Gott, der die Geschichte der Satten und Zufriedenen zur Heilgeschichte gemacht hat“, aufleuchte. Eine solche Theologie, die ihre Wurzeln im Platonismus habe, sei letztlich unbiblisch und blasphemisch. Die platonisierende Denkweise unterscheide zwischen einem hehren geistlichen Leben und einem unwürdigen leiblichen Leben und öffe so die Türe für Missbrauch: „So wurde und wird katholisches Christentum zur systematischen Kollaboration mit Missbrauchsverbrechen, dogmatisch abgesichert.“ Die Gotteskrise sei indiziert worden durch die Peiniger. „Das Unfassliche dieses Gottesspiels liegt also im Erfolg, mit dem der Missbrauchstäter alle theologischen Bestände eines handelnden und rettenden Gottes liquidiert und damit, selbst auf lange Sicht, recht hat: Der Unterworfene blieb ohne Gott, und er blieb hilflos ausgeliefert.“ Es käme darauf an, eine Theologie zu entwickeln, die tastend und „am Abgrund“ von Gott spricht. Quelle: orf


20.11.2019 Der ehemalige Pfarrer von Freisen, der am 14.4.2015 von seinen Pflichten entbunden wurde und am 1.5.2015 in den Ruhestand ging, wurde bislang noch immer nicht angehört. Die Voruntersuchungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wurden im Mai 2016 eingeleitet. Im September 2017 leitete Bischof Ackermann den entsprechenden Untersuchungsbericht dem Vatikan zu. Die Glaubenskongregation entschied am 10.1.2018, ein kirchliches Strafverfahren im Erzbistum Köln zu führen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits 2006, 2013 und 2016 Ermittlungen durchgeführt, sie jedoch wegen mandelnden Tatnachweises oder wegen Verjährung eingestellt. Quelle: saarbruecker-zeitung.de


20.11.2019 Ein Film über Aussteiger*innen aus religiösen Gruppierungen: u.a. Zeugen Jehovas, KIG München. Quelle: ard Mediathek


20.11.2019 Der ehemalige Kanzler der Erzdiözese Santiago de Chile, Oscar Munoz Toledo, wurde von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen. Dem ehemaligen Priester wird sexueller Missbrauch in mehreren Fällen vorgeworfen. Quelle: Domradio.de


20.11.2019 Kardinal Philippe Barbarin wurde wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Seine Berufung gegen das Urteil soll am 28.11.2019 entschieden werden. Nun berichtet ein ehemaliger Seminarist, dass er zwischen 2006 und 2012 von Barbarin sexuell belästigt wurde. Der Betroffene habe einen zwölfseitigen Bericht an die nationale Aufklärungskommission (CIASE) geschickt. Barbarin will sich nicht äußern. Quelle: katholisch.de


20.11.2019 In einer persönlichen Erklärung sagt der emeritierte Limburger Bischof Kamphaus: In Sachen Aufklärung des sexuellen Missbrauchs durch Priester im Bistum Limburg habe ich schwere Fehler begangen.“

Der damalige Personalchef, Helmut Wanka, sagt: „Ich bedauere zutiefst, dass ich schwerwiegende Fehler in der Wahrnehmung und anschließenden Einschätzung eines nun feststehenden schweren sexuellen Missbrauchs an Herrn Moritz durch seinen Pflegevater Pfarrer B. gemacht habe.“ Noch am 8.8.2019 hatte er sich entschieden dagegen verwahrt, vertuscht zu haben. Quellen: bistumlimburg.de   katholisch.de   fnp


20.11.2019 Kai Moritz ist von seinem priesterlichen Pflegevater ab dem Alter von 10 Jahren bis zum Alter von 17 Jahren (1986 bis 1993) sexuell schwer missbraucht worden. Die sexualisierte Gewalt geschah im Kreis Marburg-Biedenkopf. 1996 meldete er den Missbrauch beim Personalchef des Bistums Limburg, Helmut Wanka. Es geschah nichts. Wanka sagt, er habe von den Vorwürfen gegen Fritz B. nichts gewusst. Nach Informationen der fnp ist Wanka inzwischen von dieser Darstellung abgewichen. Der damalige Bischof Franz Kamphaus und der Generalvikar Günter Geis wurden „dem Vernehmen nach“ nicht informiert. – Im September 2018 zeigte Moritz die Taten an. Derzeit läuft bei der römischen Kleruskongregation ein Verfahren gegen den inzwischen 72-jährigen beschuldigten Fritz B. Quelle: fnp.de


19.11.2019 Der Direktor der Caritas in der Zentralafrikanischen Republik, ein Mitglied der Salesianer in Belgien, wird von zwei Minderjährigen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Im Juni 2019 wurde er aus seinem Amt entlassen. Bereits 2012 wurde der nun erneut Beschuldigte von der belgischen Justiz wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Eine von einem unabhängigen Ermittler geleitete Untersuchung über die Missbrauchsvorwürfe in der Zentralafrikanischen Republik soll klären, wie der Beschuldigte mit Wissen seines Ordens trotz seiner Verurteilung eine Anstellung bei der Caritas erhalten konnte. Quelle: caritas-international.de


19.11.2019 Karl Haucke, Sprecher des Betroffenenbeirates beim Erzbistum Köln, berichtet, dass er mit dem Gebetstag für Missbrauchsopfer nicht viel anfangen kann, weil er irritiert ist von der Ablehnung, die Betroffene und Entschädigungsforderungen betrifft. Er weist auch auf diejenigen Betroffenen hin, die in der Kirche eine spirituelle Heimat suchen und ihren Wunsch, mit der Kirche in Kontakt zu kommen, nicht aufgegeben haben. Quelle: Domradio


19.11.2019 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz befasste sich ergebnislos mit Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer. Ende Januar 2020 diskutiert der Ständige Rat weiter. Die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und die Rahmenordnung Prävention wurden zusammen gefasst in einer Ordnung, die in den nächsten Wochen veröffentlicht wird. Quelle: dbk.de


19.11.2019 Bischof Richard Malone, Buffalo, fühlt sich von Papst Franziskus unterstützt. Franziskus habe viel Verständnis für die Schwierigkeiten in seiner Diözese gezeigt. Malone steht wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kritik. Quelle: Domradio  s. auch neuesruhrwort.de


19.11.2019 Die drei früheren katholischen Jungen-Internate, Kilianeen in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen wurden von der Rechtsanwaltskanzlei Cornea Franz untersucht. Gefunden wurden 67 Anzeichen von körperlicher Gewalt gegen Schüler. In 23 Fällen ging die Gewalt von Klerikern aus, in sechs Fällen von Laien. In 24 Fällen konnten die Täter nicht näher bestimmt werden. Hinzu kommen 761 Fälle körperlicher Gewalt im Kontext von Nikolausfeiern. Ein Schwerpunkt mit 644 lag dabei im Würzburger Kilianeum. Die körperliche Gewalt wurde in den Kilianeen „unmittelbar eingesetzt“. Alle Fälle seinen verjährt. Quelle: katholisch.de   Bericht

18.11.2019 Der frühere Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz wurde gestern in einem Familiengrab statt in der Kathedrale der westpolnischen Stadt beigesetzt. Gläubige und Geistliche appellierten diesbezüglich an den jetzigen Erzbischof Stanislaw Gadecki. 2002 hatte Papst Johannes Paul II. den Rücktritt des damals 67-jährigen Paetz ohne Angabe von Gründen angenommen. Paetz war sexueller Missbrauch von Priesteramtskandidaten und Priestern vorgeworfen worden. Quelle: kathpress


18.11.2019 Im vatikanischen Präseminar Pius X. sollen mehrere Priester gegen drei, vielleicht vier minderjährige Messdiener übergriffig geworden sein. Quelle: katholisch.de


17.11.2019 Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller hält Zahlungen an Missbrauchsopfer durch die Kirchensteuer nur als Ultima Ratio für denkbar, weist jedoch auf die verheerende Außenwirkung hin. Es sei eine makabere und unerträgliche Vorstellung, wenn plötzlich kirchensteuerzahlende Opfer sexueller Gewalt selbst einen Beitrag für ihre Entschädigung aufbringen sollten. Zudem müsse der jeweilige Kirchensteuerrat darüber entscheiden. Schüller empfiehlt den Kirchensteuerräten, ein solches Ansinnen abzulehnen. Quelle: pfaelzischer-merkur.de


17.11.2019 Theo Dierkes ist – anders als die Kirchenverantwortlichen – in der Lage, die Verantwortlichen zu benennen, die den Priester, der in drei (Erz-)Bistümern (Köln, Münster, Essen) Kinder missbraucht hat, geschützt und die Opfer im Stich gelassen haben. Es waren mindestens elf frühere oder heutige Bischöfe verantwortlich. Ihre Namen: Kardinal Josef Höffner (Köln) und sein Stellvertreter Generalvikar Peter Nettekoven; Bischof Tenhumberg (Münster) und sein damaliger Generalvikar Reinhold Lettmann; die damaligen Generalvikare Hermann-Josef Spital, Heinrich Janssen und Werner Thissen; Kardinal Meissner, Generalvikar Norbert Feldhoff, Generalvikar Schwaderlapp, damaliger Personalchef Stefan Heße, Bischof Genn, Bischof Franz-Josef Overbeck. Quellen: www1.wdr.de   Diesseits von Eden


16.11.2019 Vor zwei Monaten versprach der Vatikan, Pater Gabriele Martinelle, 28 anzuklagen. Ihm wird vorgeworfen, 2012 im Präseminar St. Pius X. mehrere Ministranten missbraucht zu haben. Auch gegen den ehemaligen Rektor des Seminars, Pater Enrico Radice, soll Anklage erhoben werden wegen Unterstützung und Begünstigung. Nun sagen drei weitere ehemalige Ministranten des Präseminars, dass sie von zwei Priestern und einem Lehrer missbraucht wurden.

La Iene, ein italienisches investigatives Fernsehprogramm, hat die ersten Anschuldigungen bereits 2017 bekannt gemacht. La Iene deutet an, dass eine Reihe von Priestern, Bischöfen und sogar ein Kardinal den Fall jahrelang vertuschten. Quellen: The Guardian   cruxnow.com


15.11.2019 Eine Gruppe von Christ*innen wendet sich in einem Brief an die katholischen Bischöfe gegen eine steuerliche Haftung der Laien in der Missbrauchsfrage und fordert von den Bischöfen, dass sie sich zu ihrer eigenen Verantwortung bekennen. Sie vermissen bei der Kirchenleitung „die Bereitschaft, ohne relativierende Floskeln Verantwortung für eigenes Versagen zu übernehmen“. Quelle: kreuz-und-quer.de


15.11.2019 Joachim Frank sagt, dass der Ruf nach Entschädigung voin kirchlichen Missbrauchsopfern durch Kirchensteuer anschlussfähiger klinge, wenn das Kirchenvolk zugleich Anteil an Entscheidungen der Hierarchie habe. Er erinnert an den Grundsatz „Was alle angeht, das soll von allen entschieden werden“ und erläutert: „Nur wenn die Entscheider in der Kirchenhierarchie endlich dieses viel zitierte Rechtsprinzip beherzigen (und anwenden!), dürfen sie in der Frage der Entschädigung auch die Bitte formulieren: ‚Was uns angeht, das möge von allen getragen werden.'“ Quelle: katholisch.de


15.11.2019 Die Diözese Rockville Centre, Long Island, Nassau und Suffolk, hat in Nassau Klage gegen den Child Victims Act eingereicht, der die geltenden Verjährungsfristen für Missbrauch ein Jahr lang ausgesetzt hat.  Die Diözese argumentiert, dass die Verjährungsfristen das Grundrecht auf Ruhe schützen. Jennifer Freeman, Opferanwältin, sagt, das Bistum wolle Missbrauchstäter schützen und die Verbrechen verbergen. Am ersten Tag der Gültigkeit des Child Victims Act wurden mehr als 400 Fälle aus unterschiedlichen Institutionen angezeigt. Gegen die Diözese Rockville Centre wurden bisher etwa 80 Klagen nach dem Child Victims Act eingereicht. Derzeit leben in der Diözese Rockville 478 Priester und Ordenspriester. Quelle: Cruxnow


15.11.2019 Erzbischof Scicluna wies darauf hin, dass die US-Katholiken auf weitere Enthüllungen sexuellen Missbrauchs gefasst sein müssen, ähnlich denen im Bericht der Grand Jury in Pennsylvania. Scicluna meint, dass die Kirche nur dann richtig handeln kann, wenn sie Überlebenden zuhöre. Opfer seien nicht Feinde der Kirche, sondern verletzte Brüder und Schwestern. Quelle: Cruxnow


14.11.2019 Hatten sich bislang vier Opfer des Kaplans Pottbäcker gemeldet, so sind es inzwischen 11 Betroffene. Die Selbsthilfegruppe Rhede geht von 20 bis 30 Betroffenen aus. Bei einer Gemeindeversammlung in Rhede zeigten Pfarreimitglieder ihre Wut über das Vorgehen des Bistums. Martin Schmitz aus der Selbsthilfegruppe Rhede stellte fest, dass die Reaktionen und Antworten aus Münster die Betroffenen weiterhin demütigten. Anwesende zeigten ihr Unverständnis darüber, dass Bischof Genn nicht zu einem Gespräch nach Rhede kam und forderten, dass sowohl die Täter als auch die Personalverantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden. Quelle: Kirche und Leben


14.11.2019 Siegfried Mauser, bisher Direktor der Münchner Musikhochschule, wurde rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wegen mehrerer Fälle sexueller Nötigung. Das Urteil ist rechtskräftig. Nun ehren einige Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und bekannte Intellektuelle ihren Kollegen mit einer Festschrift. Sie sprechen von Mauser als einem „Charismatiker“, loben seine Empathie, sein Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, sich mitzufreuen und mitzuleiden. Quelle: Süddeutsche


14.11.2019 Christoph Strack beobachtet, dass Kardinal Schönborn in der „Wiener Ringvorlesung Missbrauch“ feststellt, dass gerade neue Geistliche Gemeinschaften anfällig für sexuellen Missbrauch seien. Quelle: katholisch.de


13.11.2019 Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn, wurde von Papst Franziskus beauftragt,das Verhalten von Bischof Joseph Malone, Diözese Buffalo, wegen seines Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen zu untersuchen. Inzwischen hat er seinen Bericht fertiggestellt. Nun beschuldigt der ehemaliger Messdiener Mark Matzek, 56, Bischof DiMarzio, ihn missbraucht zu haben. Matzek beschuldigt auch einen zweiten inzwischen verstorbenen Priester, Albert Mark, des sexuellen Missbrauchs. Der Missbrauch soll geschehen sein, als DiMarzio Gemeindepriester in Jersey City war. In New Jersey gibt es eine zweijährige Frist für Missbrauchsopfer, ohne Rücksicht auf Verjährungsfristen Anzeige zu erheben.- Bischof DiMarzio weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: ncronline.org


13.11.2019 Zwei britische Rechtsanwälte, die ca 50 britische Missbrauchsbetroffene vertreten, fordern den Rücktritt von Kardinal Vincent Nichols. Nichols ist Erzbischof von Westminster und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales. Sie werfen ihm Versagen bei der Missbrauchsaufklärung und -prävention vor. Nichols hatte bereits eingestanden, versagt zu haben. Zuletzt hatte er den Vatikan verteidigt, als der die Zusammenarbeit mit den Ermittlern der unabhängigen Untersuchung über Kindesmissbrauch (IICSA) verweigerte.
Quellen: Domradio  theguardian.com, 6.11.2019


13.11.2019 Klaus Mertes kommentiert den Vorschlag des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, Entschädigungszahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer aus Kirchensteuermitteln zu leisten. Er macht darauf aufmerksam, dass kein einziger katholischer Laie verantwortlich für diejenigen ist, die die Kirche leiten. In einer demokratischen Gesellschaft ist das anders. Daher liege die volle Verantwortung gerade auch für die Haftung beim Klerus, vor allem beim leitenden Klerus, nicht bei den Laien. Laien haben es satt, in Kollektivhaftung genommen zu werden. Quelle: katholisch.de


13.11.2019 Im Erzbistum Paderborn meldeten sich seit Anfang des Jahres bis Ende Oktober 30 neue Opfer, die 26 kirchliche Mitarbeiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigen. Quelle: muensterlandzeitung.de


13.11.2019 Der High Court Australiens hat den Einspruch von Kardinal George Pell zugelassen. Die Anhörung des Einspruchs wird Anfang Februar 2020 stattfinden. Quelle: zeit.de


13.11.2019 „In der Aussprache der Synode [der EKD] wurde jedoch auch deutlich, dass zumindest die, die sich zu Wort meldeten, bereit sind, das Vorgehen des neuen Beauftragten-Rates erstmal bedingungslos zu unterstützen. Henning von Wedel, Synodaler aus der Nordkirche, sagte: „Der Skandal ist, wie wir als Kirche mit Betroffenen umgegangen sind.“ Wenn aus dieser Einsicht echte Empathie und Verständnis für die Betroffenen erwächst, kann der Aufarbeitungsprozess gelingen.“ Quelle: evangelisch.de


12.11.2019 Oliver Vogt, Leiter des Instituts für Prävention und Aufklärung, kommentiert den Fall des Priesters aus dem Erzbistum Köln, der trotz zweifacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger jahrzehntelang weiter in der Seelsorge in drei Bistümern (Köln, Münster, München) eingesetzt wurde: „Das ist für mich ein Fall, der nicht erklärbar ist. Ich stehe fassungslos vor dieser Tatsache. Ich kann nicht nachvollziehen, wie es dazu kommen konnte, dass die Verantwortlichen in den Diözesen die Brisanz in diesem Fall nicht erkannt und dafür gesorgt haben, dass dieser Pfarrer nie mehr in der Seelsorge mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt wird. Quelle: Domradio

Kommentar: Die Versetzung beschuldigter Kleriker in andere Pfarreien oder über Bistumsgrenzen hinweg gehörte laut MHG-Studie zur alltäglichen Routine, wenn Missbrauchsvorwürfe auftauchten.


12.11.2019 Die EKD will einen einheitlichen Umgang aller 20 Landeskirchen mit Betroffenen auf allen Ebenen erarbeitem. So sollen die mittlerweile 18 Unabhängigen Kommissionen in den Landeskirchen, die sich mit verjährten Fällen sexualisierter Gewalt beschäftigen, zukünftig einheitlich vorgehen.

Kerstin Claus und Detlev Zander sprachen vor der EKD-Synode von ihren Erfahrungen als Betroffene. Claus spricht von einer Vision von Kirche, „die vorangeht. Sprechräume schafft, Tabus aufbricht, sexualisierte Gewalt zum selbstverständlichen Thema macht. Eine Kirche, die Strukturen schafft, in denen Kinder und Jugendliche sprechfähig sind, weil sie Rechte haben und ihnen zugehört wird. In der gleichzeitig Täter immer machtloser werden, weil sie nicht mehr auf das Schweigen Aller setzen können.“ Quelle: evangelisch.de   Am 13.11.2018 wurde ein 11-Punkte-Plan verabschiedet.

Kerstin Claus benennt die Probleme – auch für die katholische Kirche!


12.11.2019 Nikolaus Blum, Beauftragtenrat der EKD, berichtete von bislang 770 Missbrauchsfällen. In der Diakonie haben knapp 60 % stattgefunden, in den Landeskirchen gut 40 %. Erfasst wurden auch alle Fälle sexualisierter Gewalt zwischen Erwachsenen, zwischen Teilnehmenden von Freizeiten sowie alle Berufsgruppen in der evangelischen Kirche. Quelle: katholisch.de   Zeit.de


12.11.2019 Ein Priester des Erzbistums Köln wurde 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dennoch konnte er bis zu seinem Ruhestand 2002 im Erzbistum Köln und in den Bistümern Münster und Essen als Priester arbeiten. Inzwischen ist der 85-Jährige nicht mehr in der Seelsorge tätig. Im Mai 2019 wurde der Interventionsbeauftragte von Münster, Frings, durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam. Die Rechtsanwaltskanzlei in München, die seit Anfang 2019 alle Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln untersucht, soll prüfen, wer von den Verantwortlichen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster, Essen informiert war und wer welche Entscheidungen traf. Die Unterlagen seien sehr lückenhaft. Im Frühjahr 2020 sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Betroffene aus Köln-Weidenpesch, Köln-Porz, Essen-Kettwig, Bocholt-Lowick, Münster, Westerkappeln, Recklinghausen, Moers-Asberg und Bochum-Wattenscheid sind aufgerufen, sich zu melden. Quellen: Bistum Essen Kirche und Leben


12.11.2019 Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, warnt davor, Kirchensteuermittel für Entschädigungsleistungen an kirchliche Missbrauchsopfer einzusetzen. Die Nutzung von Kirchensteuermitteln für Entschädigungsleistungen würde zu einer Welle der Empörung führen, deren Ausmaß kaum abgeschätzt werden könne, warnte er. Quelle: katholisch.de


11.11.2019 Wiener Ringvorlesung zum Thema Missbrauch

Kardinal Schönborn: Vortrag über Missbrauch bei der Wiener Ringvorlesung am 11. November 2019:

„Es ist erschütternd, dass so viele der neuen geistlichen Bewegungen Gründer haben, die sich mit der Zeit als Missbrauchstäter erwiesen haben.“

„MachtMissbrauch & Männerbünde“: Vortrag von Prof. Hubert Wolf beim „dies facultatis“ am 15. Oktober 2019 an der Uni Wien

Wiener Ringvorlesung Missbrauch: Vortrag von Mary Hallay-Witte am 7. Oktober 2019


11.11.2019 Bishop Accountability benennt 6.433 Priester, Brüder und katholische Schulbeamte in den USA, die des Missbrauchs beschuldigt werden. Katholische Bistümer sprechen von 4.771 „glaubwürdig beschuldigten“ Geistlichen. Quelle: eu.usatoday.com


11.11.2019 Die französischen Bischöfe wollen kirchlichen Missbrauchsopfer eine pauschale Summe in „Anerkennung des Leids“ zahlen. Die Höhe der Zahlung ist noch nicht entschieden. Opfer, deren Fälle verjährt sind oder die ein Gerichtsverfahren durchlaufen haben, sollen die Zahlungen erhalten. Zudem ist jeder französische Bischof aufgefordert, sich mit den ihm bekannten Opfern seines Bistums in Verbindung zu setzen, um die Zahlung vorzuschlagen. Es gelte, „wieder“ mit den Missbrauchsopfern in Kontakt zu kommen. Auch deren Beziehung zu Gott sei durch die Übergriffe beschädigt. Quelle: Domradio


11.11.2019 Die EKD plant für 2020 weitere 1,3 Millionen Euro zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs ein. Das Geld soll insbesondere in die geplanten Studien zur Aufklärung und Prävention fließen. Quelle: evangelisch.de


11.11.2019 In Österreich erhalten kirchliche Missbrauchsopfer gestaffelte Entschädigungen zwischen 5.000 und 25.000 Euro. In Irland wurden 14.753 kirchliche Missbrauchsopfer bis 2010 mit bis zu 300.000 Euro entschädigt, im Schnitt mit 142.000 Euro. Die meisten wurden mit bis zu 100.000 Euro entschädigt. In den USA haben US-Bistümer und -Orden bislang mehr als 2 Milliarden Dollar Schadenersatz gezahlt. In Kanada waren es 1,9 Milliarden kanadische Dollar. In Australien wurden an ca 60.000 kirchliche Missbrauchsopfer ca 2,5 Milliarden Dollar gezahlt – die katholische Kirche beteiligte sich mit 645 Millionen Euro. Quelle: domradio.de


11.11.2019 Dem indischen Bischof Kannikadass William Antony werfen 37 Priester seines Bistums Mysuru in Karnataka und das indische Laiennetzwerk „Besorgte Katholiken“ unter anderem finanzielle Unregelmäßigkeiten, Korruption und sexuelles Fehlverhalten vor. In einem Brief haben sie Papst Franziskus um Entlassung des Bischofs gebeten. – Virginia Saldanah, eine der prominentesten katholischen Theologinnen des Landes, stellt sich angesichts von Korruption, Mord und Vergewaltigungen die Frage angesichts des Verhaltens vieler Priester und Bischöfe: „Glauben die noch an denselben Gott wie ich?“ Quelle: Domradio  orf


11.1.2019 Experten bezweifeln, dass Zahlungen für Entschädigungen von Missbrauchsopfern kirchenrechtlich zulässig sind.Can 222 & 1 legt fest, dass Kirchensteuergelder verwendet werden dürfen für den Gottesdienst, die Werke des Apostolats (Glaubensverkündigung), die Caritas und für einen angemessenen Unterhalt der Mitarbeiter*innen. Ute-Beatrix Giebel, SWR-Redaktion Kirche und Gesellschaft, kann Entschädigungsleistungen keiner dieser vorgesehenen Kategorien zuordnen. Quelle: ardmediathek.de


11.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz hatte die Zahlung von Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer aus der Kirchensteuer mit der Zahlung der Steuerzahler für die gescheiterte PKW-Maut verglichen. In beiden Fällen müsse die Solidargemeinschaft für die Zahlungen aufkommen. Nun entschuldigt sich der Bischof für diesen Vergleich. Lisa Koetter, Maria 2.0, kritisierte den Bischof und sagte, dass mit der von Ackermann vorgeschlagenen Zahlung aus Kirchensteuermitteln Missbrauchsopfer, die Kirchensteuerzahler seien, ihre Entschädigungen dann wohl selbst zahlen müssten. Kötter meinte, dass die Bischöfe „als verantwortliche Dienstherren mit einem Teil ihres Gehaltes“ herangezogen werden müssten und auf die Vermögen der Bischöflichen Stühle zurückgegriffen werden müssten. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der „alternativlose“ Vorschlag von Bischof Ackermann dürfte zudem dazu führen, dass den Opfern – neben der immer noch üblichen Diskriminierung – angelastet wird, dass sie Gelder aus dem Kirchensteueraufkommen bekommen, das dann für andere Aufgaben nicht zur Verfügung steht. Zudem unterscheiden sich Kirche und Politik gravierend: In der katholischen Kirche werden Priester und Bischöfe nicht gewählt- sie werden dem Kirchenvolk vorgesetzt.


10.11.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Stephan Ackermann sieht keine Alternative zur Zahlung von Entschädigungsleistungen für Missbrauchsopfer aus der Kirchensteuer. Auch wenn es vielen Gläubigen widerstrebe, mit ihren Beiträgen für Verfehlungen [gemeint sind Verbrechen an Kindern und Jugendlichen und die Vertuschung von Verbrechen durch Bischöfe und Kirchenleitungen, die Tätern weitere Verbrechen ermöglichten] einzelner Geistlicher einzustehen, seien die Kirchenmitglieder als Solidargemeinschaft in der Pflicht. Quelle: katholisch.de

Empfehlungen der  Unabhängigen Arbeitsgruppe 1 „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“


10.11.2019 Die EKD-Synode befasst sich mit dem Thema Missbrauch. Seit 2018 gibt es einen Beauftragtenrat, ein Betroffenenrat ist geplant, einbe wissenschaftliche Studie ausgeschrieben. Die EKD ist mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung im Gespräch über eine Vereinbarung zu Standards zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Seit dem 1. Juli können sich Betroffene an die „Zentrale Anlaufstelle.help“ wenden. Viele Betroffenen kritisieren die beschlossenen Maßnahmen: So würden sie bei der Anlaufstelle lediglich an die Landeskirchen vermittelt, konkrete Hilfe erhielten sie nicht. Zudem bedauern sie, dass keine Dunkelfeldstudie über Missbrauchsfälle geplant ist, weil der Aufwand dafür nach Einschätzung der EKD zu groß ist. Viele Betroffene wünschen sich von der Kirche logistische Hilfe zur Vernetzung Betroffener. Zudem befürworten sie eine Diskussion über die Höhe der Entschädigung, wie sie von den katholischen Bischöfen geführt worden sei. Quelle: Domradio


8.11.2019 In Mexiko sind 152 katholische Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt worden. Die Bischofskonferenz geht davon aus, dass in den vergangenen neun Jahren nicht mehr als 300 kath. Priester Minderjährige missbrauchten. Der Vorsitzende der Mexikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Rogelio Cabrera Lopez von Monterrey, sagte, die Aufarbeitung gehe „Stück für Stück“ voran.

Im Februar 2019 teilte der Erzbischof Cabrera Lopez mit, dass für eine umfassende Aufklärung und Transparenz ergänzende Maßnahmen fehlten. Missbrauchsfälle würden nicht zentral registriert – anders als in den USA, wo im Februar 2019 ca 7.000 verdächtige Priester erfasst waren.

Quellen: Domradio.de   amerika21.de 14.2.2019


8.11.2019 Das Bistum Essen hat die Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen, dass gegen einen Priester, 55 J., des Bistums der Verdacht besteht, Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern zu besitzen. Der Priester wurde vom Dienst freigestellt. Quelle: Domradio.de soester-anzeiger.de


8.11.2019 Die Aufklärungskommission der katholischen Kirche (CIASE) in Frankreich hat der Bischofskonferenz einen ersten Bericht vorgelegt. Die Kommission wurde seit Juni 2019 von 2.800 Betroffenen kontaktiert, 800 davon füllten einen Fragebogen aus, ca 20 seien persönlich angehört worden. Die Täter seien zu 98 % männlich, 70 % seien Priester und 30 % Ordensleute gewesen. In 12 % der Fälle wurde die Justiz eingeschaltet. 85 % der mutmaßlichen Opfer sind heute über 50 Jahre alt; 61 % der Opfer sind männlich. 87 % waren zum Zeitpunkt des Missbrauchs minderjährig. Bis Juni 2020 können sich Betroffene bei der Kommission melden. Die Bischöfe werden am Samstag über Zahlungen „in Anerkennung des Leids“ abstimmen. Entschädigungen werden nicht diskutiert. Quelle: Domradio


7.11.2019 Ein deutscher Vatikandiplomat wirft einem früheren deutschen Prälaten sexuelle Nötigung vor, die sich von 2004 bis 2006 im Vatikan ereignet haben soll. Der mutmaßliche Täter sei mehrfach strafversetzt worden; einen kirchlichen Prozess gebe es jedoch nicht. Der Anwalt des Vatikandiplomaten berichtet von Hinweisen auf ein weiteres, nunmehr drittes Opfer.

Quelle: orf


7.11.2019 Im Bistum Trier nahmen ca 50 Krankenhausseelsorger*innen an einer Fortbildung zum Thema „Machtmissbrauch und spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche“ teil. Sie waren sich einig, dass es am wichtigsten sei, den Betroffenen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und sich solidarisch zu zeigen. Sie unterstrichen, „dass nur Transparenz und ein Eintreten der Verantwortlichen für Fehler im Umgang mit Tätern wieder Glaubwürdigkeit herstellen könne.“ Der Theologe Professor Knut Wenzel von der Goethe-Universität in Frankfurt wies darauf hin, dass das Machtgefälle, wie es sich im Zölibat und der Frage der Zulassung von Frauen zu Weiheämtern zeige, problematisch sei. Quelle: Bistum Trier


7.11.2019 In einer Kirchengemeinde in Kevelaer, Bistum Münster, in der ein Pfarrer Kind(er) sexuell missbraucht hat, gab es eine emotionale Diskussion. Der Interventionsbeauftragte Peter Frings Frings wies darauf hin, dass die Entlassung eines Priester-Täters kirchenrechtlich nicht möglich sei, wenn keine strafrechtliche Verurteilung vorliege. Das eine Opfer hatte die Einschaltung der Staatswanwaltschft nicht gewollt. Frings gab zu, dass die gegen den Pfarrer verhängten Sanktionen (kein Gottesdienst in der Öffentlichkeit, wenn eine größere Zahl von Gottesdienstbesuchern zu erwarten sei) unklar formuliert waren und nicht deutlich gemacht worden war, wie sie umzusetzen sind. Quelle: Bistum Münster

Kommentar: Can. 1387 CiC sieht durchaus die Entlassung aus dem Klerikerstand vor bei einem Priester, der im Kontext der Beichte „einen Pönitenten zu einer Sünde gegen das sechste Gebot des Dekalogs zu verführen versucht“.


7.11.2019 Ein Mann arbeitete von 2000 bis 2014 als Kinder- und Jugendreferent im Erzbistum Berlin. Im Mai 2014 begann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von kinderpornografischem Material, das Anfang 2015 eingestellt wurde. Im Juli 2014 kündigte das Erzbistum Berlin dem Mitarbeiter und verbot ihm, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Darüber gibt es zumindest eine Aktennotiz, dass ein solches Verbot beabsichtigt gewesen sei. Wann das Verbot ausgesprochen wurde, ist nicht schriftlich dokumentiert, obwohl es seit Januar 2014 eine entsprechende Vorschrift gibt, die zudem eine „angemessene Nachsorge des Vorfalls“ vorschreibt.

2016 schloss sich der ehemalige Jugendreferent einer ordensähnlichen Gemeinschaft in Leipzig an und engagierte sich ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit einer Pfarrei. Im Frühjahr 2017 erfuhr die Gemeinschaft von dem Ermittlungsverfahren. 2017/2018 wurde der Mann als kath. Religionslehrer an staatlichen Schulen vom Bistum Dresden-Meißen eingestellt. Das Erzbistum Berlin hatte dem Bistum Dresden mitgeteilt, es gebe keine positiven Gründe, den Religionslehrer an der Kinder- und Jugendarbeit zu hindern. Dass es kein Arbeitszeugnis über die Zeit von 2000 bis 2014 gab, erschien dem Bistum Dresden nicht merkwürdig. Im November 2018 beschloss der Bischof von Dresden, dass er keinerlei Tätigkeit des Religionslehrers mit Kindern und Jugendlichen im Namen der Kirche wünsche. Ende Mai 2019 untersagte der Generalvikar jegliche Arbeit des Religionslehrers mit Kindern und Jugendlichen. Quelle: Tagesspiegel   s.auch Tag des Herrn, 25.7.2019


7.11.2019 Ein heute 72-Jähriger, A.R., begann mit 63 Jahren, seinen jahrelangen sexuellen Missbrauch durch einen katholischen Priester, den er ab dem 9. Lebensjahr erlitt, aufzuarbeiten. Als hilfreich erlebte er, dass die Kirchengemeinde, in der der Missbrauch geschah, ihm zuhörte. Sie hatte ihn nach seiner Kontaktaufnahme zu einer Kirchgemeinderatssitzung eingeladen. Er wünscht sich eine Kirche, die freiwillig, offen und ehrlich über Missbräuche spricht. Inzwischen haben sich andere Opfer des selben Pfarrers bzw. deren Verwandte zu erkennen gegeben. Auch der Vorwurf wurde laut, A.R. „beschmutze das Gedächtnis“ des Beschuldigten, denn der habe sich für die Jugend eingesetzt. A.R. hat eine Selbsthilfegruppe (info@ selbsthilfesolothurn.ch) für kirchliche Betroffene gegründet, die es in der Schweiz bislang nicht gibt. Allein zwischen 2010 bis 2017 haben sich 283 Betroffene bei der Schweizer Bischofskonferenz gemeldet. Quelle: kath.ch


6.11.2019 Der Bischof von Crookston, Michael Hoeppner, hat den prominenten katholischen Priester Monsignor Roger Grundhaus als zum Dienst und zur Arbeit mit Kindern geeignet empfohlen, obwohl der bereits seit 2011 wusste, dass ein Mann Grundhaus vorwarf, ihn im Alter von 16 Jahren im Anfang der 70er Jahre sexuell missbraucht zu haben. Bischof Hoeppner sagte, er habe die Bitte um „absolute Vertraulichkeit“ respektiert. Quelle: ncronline.org   Domradio.de


6.11.2019 Der Erzbischof von Westminster und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Vincent Gerard Kardinal Nichols, wurde bei der unabhängigen Untersuchung über sexuellen Kindesmissbrauch (IICSA) befragt. Er wurde wegen der Verzögerung von Kirchenreformen kritisiert. Ihm wurde auch vorgeworfen, dass er den Vatikan verteidigt hat, der die Zusammenarbeit mit den Ermittlern verweigerte. Öffentlich erklärte Nicols, Opfer in den Mittelpunkt zu stellen. Tatsächlich jedoch beantwortete er Beschwerden nicht. Bei der Anhörung durch die IICSA sagte er: „We are full of contradictions. Yes, I failed.“ Quelle: theguardian.com


6.11.2019 Zwei afrikanische Nonnen, die zu unterschiedlichen sizilianischen Orden gehören, kehrten von einer Missionsreise in ihre Heimat schwanger zurück. Ob sie einvernehmlichen sexuellen Kontakt hatten oder vergewaltigt wurden, ist unbekannt. „Der Vatikan“ soll jedoch schon gesagt haben: „Beide haben das strenge Keuschheitsgelübde gebrochen, aber das Wohlergehen ihrer Kinder steht nun an erster Stelle.“ Am wahrscheinlichsten sei jedoch, „dass sie den Kirchendienst verlassen müssen“. Quelle: focus.de

Kein Kommentar

6.11.2019 Der Kaplan, der in Kevelaer, Bistum Münster, eine Frau bei der Beichte missbraucht haben soll, wird inzwischen von einer zweiten Frau des Missbrauchs beschuldigt. Die Taten sollen wie im Fall der ersten Frau in den 80er Jahren stattgefunden haben. Es sei davon auszugehen, dass auch bei der zweiten Frau der Tatort in Kevelaer gewesen sei. Quelle: rp-online.de


6.11.2019 Die Brüder vom Heiligen Johannes haben sich von ihrem Gründer Pater Marie-Dominique Philippe distanziert. Sie könnten ihn nicht mehr „als einen Lehrmeister für das spirituelle Leben anerkennen“. In der Arte-Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ wurden Vorwürfe gegen den Ordensgründer und seinen Bruder öffentlich. Pater Thomas Philippe war seit 1956 verboten, sein Amt als Priester auszuüben. 1957 wurde Pater Marie-Dominique bestraft. Beide Brüder hielten sich nicht an ihre Strafe. Weitere Sanktionen von Seiten des Vatikans blieben aus – die Gründe sind ungeklärt.

Erste Informationen über Missbrauchsfälle gab es 2013. Eine Untersuchung machte fast weitere 30 Brüder ausfindig, die das Missbrauchssystem der Brüder Philippe für eigene Taten reproduziert hatten. Das Generalkapitel befand, dass die Fälle nicht eine „vorübergehende Schwäche“ seien, sondern ein „seit der Gründung der Gemeinschaft eingerichtetes Missbrauchssystem“. Die Lehre Philippes werde nun eingehend geprüft. Eine interdisziplinäre Kommission solle die Missbrauchsfälle vollständig aufklären. Quelle: katholisch.de


6.11.2019 Der ehemalige Hamburger Erzbischof Werner Thissen war seit 1977 bis 2002 im Bistum Münster als Personalverantwortlicher, Generalvikar und Weihbischof auch für den Umgang mit Priestern zuständig, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Anfang Oktober hat ein Betroffener bei einer Podiumsdiskussion berichtet, er sei in den 1980er Jahren als Priesteramtskandidat von einem Kaplan sexuell belästigt worden, Thissen habe das erfahren, jedoch nicht gehandelt. Auch als der Betroffene 20 Jahre später das Bistum erneut informierte, habe niemand reagiert. Der Betroffene gab seine Priesterlaufbahn später auf.

Nun hat Alterzbischof Thissen Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch eingestanden. Er habe zu sehr auf die Arbeit eines Therapeuten vertraut und habe „zu wenig Kontakt“ mit Betroffenen gehabt. Thissen berichtet, dass in der Personalkonferenz die Frage aufgekommen sei, ob der Täter nicht bestraft werden müsse. Da sei die übereinstimmene Meinung gewesen: „Der hat sich doch durch sein Vergehen am meisten schon selbst bestraft.“ Im Bistum Münster wurden 1.708 Akten von Klerikern aus dem Zeitraum von 1946 bis 2014 untersucht. Dabei fanden sich bei 138 Klerikern Hinweise auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger, 450 Betroffene ließen sich identifizieren. Quelle: katholisch.de

Interview mit dem ehemaligen Hamburger Erzbischof Thissen über den Umgang des Bistums Münster mit Missbrauchsfällen.


5.11.2019 Bischof Michael Bransfield wurde wegen sexueller Belästigung von Priestern, Machtmissbrauch und massiver Veruntreuung von Kirchengeldern suspendiert. Nun teilte ihm der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz mit, er sei bei der Tagung der Bischofskonferenz nächste Woche nicht willkommen. Quelle: kathpress


5.11.2019 Katholische Frauen von Frauenverbänden, Initiativen, Frauenorden und kirchlichen Gremien aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz vernetzen sich auf Einladung von Voices of Faith. Das Frauen-Netzwerk will angesichts der katastrophalen Kirchenkrise die dringend notwendigen Reformen jetzt in Angriff nehmen. Sie haben in Stuttgart beschlossen aufzuhören, gewaltsame Strukturen mitzutragen: “Wir Frauen haben keine Zeit mehr zu warten. Wir stehen gemeinsam auf und setzen uns mit aller Macht dafür ein, dass die Kirche Zukunft hat – lebensfreundlich und frauengerecht. Wir rufen alle Frauen auf: Nutzt eure positive Macht zur Veränderung!” sagte Chantal Götz, Managing Director von Voices of Faith. Als Kernthemen sieht das Frauennetzwerk Sakramententheologie und Ämterstruktur, Kriterien und Transparenz bei Bischofsweihen und Stellenbesetzungen, symbolische Ordnung, Vulneranz und Vulnerabilität vor. Die Teilnehmerinnen haben Voices of Faith beauftragt, die Organisation eines internationalen Treffens auf Weltkirchenniveau vorzunehmen. Sie rufen katholische Initiativen, Verbände, Frauenorden und kirchliche Gremien auf, sich mutig für eine frauengerechte Kirche einzusetzen. Quelle:  voices of faith  katholisch.de


5.11.2019 Der Vatikan hat den argentinischen Orden „Hermanos Discípulos de Jesús de San Juan Bautista“ im Juni 2019 geschlossen. Der Grund ist sexueller Missbrauch durch den Gründer des Ordens, Pater Agustin Rosa und durch das prominente Ordensmitglied Nicolaus Parma sowie durch weitere Mitglieder. Auch Minderjährige seien missbraucht und vergewaltigt worden. Von mehr als 100 Betroffenen und mehr als 30 bekannten Tätern ist die Rede. Quelle:  cruxnow  cruxnow


5.11.2019 Ein 55jähriger katholischer Priester aus dem Bistum Aachen soll 2003 einen damals zwölfjährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Das Opfer erstattete 2018 Anzeige. Das Bistum Aaschen erfuhr erst jetzt von der Anzeige. Bisher gab es Hinweise auf eine „zu große Nähe“ des Priesters zu Jugendlichen, die jedoch nicht auf sexuelle Übergriffe schließen lassen konnte. Inzw. ist der Beschuldigte von seinen Aufgaben freigestellt. Quelle: gmx.net


5.11.2019 Die geistliche Gemeinschaft „Herolde des Evangeliums„, entstand in Brasilien als Abspaltung der ‚Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum‘. 2001 wurde die Gemeinschaft als „Internationale Vereinigung päpstlichen Rechts“ anerkannt. Dem Gründer Joao Scognamiglio Clá Dias (80) wird sexueller Missbrauch von jungen Frauen des weiblichen Zweiges in mehreren Fällen vorgeworfen; zudem sei es zu verbotenen Exorzismen gekommen. Auch der Leitungsstil, die Anwerbung und Ausbildung neuer Mitglieder und finanzielle Unregelmäßigkeiten veranlassten den Vatikan 2017 zu einer Visitation. Der frühere Erzbischof von Apaecida, Kardinal Raymundo Damasceno Assis wurde als kommissarischer Leiter bestimmt. Die Gemeinschaft lehnt das entsprechende Dekret des Vatikans ab. Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der die Gemeinschaft im Mai besuchte, sagte, man müsse die Gemeinschaft differenziert beurteilen und trotz der Vorwürfe die Charismen der Gemeinschaft respektieren. Quelle: Tagespost


4.11.2019 Im Bereich Mecklenburg-Vorpommern des Erzbistums Hamburg beginnt die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Ein Forschungskonsortium der Universität Ulm unter Leitung von Prof.in Manuela Dudeck, Forensische Psychiaterin und Psychotherapeutin, wird in zwei Jahren die Ergebnisse vorstellen. Die gesonderte Untersuchung für Mecklenburg wurde in Auftrag gegeben, weil es dort im Vergleich zu Schlesweig-Holstein eine verhältnismäßig hohe Zahl betroffener Gläubigen gibt. Dort wurden zwischen 1945 und 2015 17 übergriffige Priester bekannt. 54 Männer und Frauen seien betroffen. Besonders schwere Vorwürfe richten sich gegen den Priester Hermann-Josef Timmerbeil, der von 1946 – bis 1975 in Neubrandenburg arbeitete und 1979 starb. In den Kirchengemeinden Dömitz, Gadebusch, Wismar, Tessin, Waren, Grevesmühlen, Neustadt-Glewe und Neustrelitz soll es Betroffene geben. Quelle: Nordkurier   Nordkurier


4.11.2019 David Farago kommentiert den Film „Verteidiger des Glaubens“: „Er ermutigt zu noch mehr öffentlicher Aufklärung und leistet damit einen Beitrag zu einer konstruktiven Debatte.“ Quelle: hpd.de


3.11.2019 Kardinal Schönborn ist der Auffassung, dass der Priesterzölibat keinen Missbrauch begünstige, denn Missbrauch geschehe auch im familiären Umfeld. Nicht der Zölibat begünstige Missbrauch, sondern eine Lebenseinstellung, die von der getroffenen Entscheidung für den priesterlichen Dienst abweiche. Quelle: kathpress


3.11.2019 Ein Kaplan missbrauchte in Kevelaer Mitte der 80er Jahre über einen längeren Zeitraum ein Kind im Rahmen der Beichte. Bereits 2010 hatte die Betroffene das Bistum Münster informiert, jedoch keine Information an die Öffentlichkeit und an die Staatsanwaltschaft geben wollen. Die Glaubenskongregation befand, dass der Geistliche seelsorgliche und priesterliche Tätigkeiten nur in einem vom Bistum Münster zugewiesenen Bereich ausüben dürfe. Das Bistum überprüfte nicht, ob der Geistliche sich an die Bedingungen hielt. Als die Betroffene Ende 2016/Anfang 2017 feststellte, dass der Geistliche weiterhin öffentlich Gottesdienste feierte, wandte sie sich erneut an das Bistum. Bischof Genn wies daraufhin den Priester auf die Auflagen hin. Inzwischen ist ihm „vollständig untersagt“, in der Öffentlichkeit Gottesdienste zu feiern. Die Betroffene möchte mit ihrer erneuten Meldung beim Bistum dazu beitragen, wass sich weitere Betroffene melden und dass deutlich wird, dass auch Frauen Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche waren. Der Priester war in folgenden Orten tätig: Selm, Damme, Kevelaer, Lippstadt, Pfarrverband Wadersloh, Dechant im Dekanat Beckum, Langenberg Wadersloh, Dekanat Beckum, Pfarrer em. in Wadersloh. Quelle: nrz.de


2.11.2019 Christoph Strack kommentiert den Film „Verteidiger des Glaubens“: „Verschiedene Vertreter im Bereich der Kirche bis hin zur Deutschen Bischofskonferenz und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn äußern Kritik an dem Film. Aber sie gilt keinem einzigen Detail, keiner einzelnen Äußerung und das irritiert fast…. Mehr als Anklage ist der Film ein Plädoyer für schonungslose Aufklärung. Er fragt nach Akten, die nach wie vor im Vatikan liegen. Er fragt nach. Zu viele Antworten stehen aus.“ Quelle: dw


1.11.2019 Hubert Wolf: „Die von der Bischofskonferenz selber gemachte Studie zum Missbrauch von Priestern an Kindern und Jugendlichen zeigt uns, dass der Zölibat nicht die Ursache des Missbrauchs ist, aber ein entscheidender Risikofaktor. Wenn jetzt alle Bischöfe sagen …:’Diesen Menschen ist Unrecht geschehen‘, verlangt dann nicht der Respekt vor den Opfern, dass man den Risikofaktor auf den Prüfstand stellt? Und gibt es ein höheres Gut, als das Leben und das Glück von Kindern und Jugendlichen zu schützen? Da muss man Güterabwägung vornehmen. … Ist es schlimmer, Kinder und Jugendliche zuz missbrauchen oder ist es schlimmer, an dem Gefühl, man müsse irgendwie an den engelsgleichen Priestern festhalten, die dies offenbar gar nicht sind, … jedenfalls eine ganze Reihe von denen nicht? Diese Frage müssen sich diejenigen stellen, die als Hirten die Verantwortung haben.“ Quelle: swr.de, ab min 31


31.10.2019 Im Bistum Trier beginnt das Projekt Aufarbeitung der Gewaltereignisse im Internat Gerolstein. Das Internat existierte von 1946 bis 1982. Unter allen drei Direktoren sei es zu Gewalt gekommen und alle drei Direktoren des Internats hätten selbst Gewalt ausgeübt. Das Forschungsprojekt soll neben der Aufarbeitung auch Hilfsangebote für Betroffene vermitteln. Im Spätsommer 2021 soll es abgeschlossen sein und die Forschung soll veröffentlicht werden. Quelle: swr


31.10.2019 Regensburg digital  bewertet den Film „Verteidiger des Glaubens“ völlig anders als die Deutsche Bischofskonferenz („stark verzerrtes Bild von Kardinal Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“) oder Georg Gänswein („eine Sauerei, ein Debakel“) oder Christian Schaller vom Regensburger Papst-Benedikt-Institut („tendenziös und manipulativ“).


30.10.2019 Die indische Ordensschwester der Franziskanischen Clarissen, Lucy Kalapura, wurde aus ihrem Orden ausgeschlossen. Sie sieht den Grund dafür in ihrem Engagement für Transparenz und Offenheit der Kirche im Fall des wegen Vergewaltigung einer Ordensfrau angeklagten Bischofs Franco Mulakkal. Der Antrag auf Wiederaufnahme der Ordensfrau in ihre Gemeinschaft wurde am 11. Oktober von der Kongregation für die orientalischen Kirchen des Vatikans abgelehnt. Quelle: Kirche und Leben


30.10.2019 Zwei Priester sollen in Rom von einem Prälaten massiv sexuell belästigt worden sein. Sowohl der damalige Papst Benedikt als auch sein Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein hätten seit 2012 von den Vorwürfen gewusst. Der beschuldigte Prälat sei lediglich von seiner Tätigkeit im vatikanischen Staatssekretariat versetzt worden, kirchenrechtliche Konsequenzen habe es nicht gegeben. Gänswein sei 2013 erneut von den Übergriffen informiert worden, habe aber nicht reagiert. – Einer der betroffenen Geistlichen will die Übergriffe strafrechtlich klären lassen. Sein Anwalt Alexander Stevens sagte der Süddeutschen, die zuständige Staatsanwaltschaft Ingolstadt behandle den Fall noch immer als Vorverfahren, ein Ermittlungsverfahren sei bislang nicht eröffnet worden. Der beschuldigte Prälat habe per WhatsApp vorgeschlagen, die Angelegenheit für eine Gegenleistung auf sich beruhen zu lassen – so die eidesstaatlichen Aussage eines weiteren Priesters. – Der Beschuldigte wurde inzwischen in seinem bayerischen Heimatbistum eingesetzt, lasse derzeit aber seine Ämter ruhen. Quelle: Süddeutsche


30.10.2019 Matthias Drobinski kommentiert den Röhl-Film „Verteidiger des Glaubens“: „Sein [Ratzingers] Glaubens- und Kirchenverständnis hat ihn zum Vertuscher und Verharmloser der sexuellen Gewalt gegen Kinder, Jugendliche, Frauen in der katholischen Kirche gemacht. Der Bewahrer ist dramatisch an seinen Grundsätzen gescheitert.   … [Es] bleibt die beklemmende Tatsache, dass da ein hochgelehrter Kirchenmann verdrängte, wegdrückte, das Leid ignorierte, damit die Kirche weiterhin als Hüterin des Wahren und Guten erschien.“ Quelle: Süddeutsche


29.10.2019 Kardinal Schönborn ist der Ansicht, dass der frühere Papst Benedikt kirchliche Missbrauchstäter entschieden verfolgt habe. Die Kirche verdanke es Ratzinger, dass 2001 für Missbrauchstäter ein eigener Gerichtshof in der Glaubenskongregation eingerichtet wurde. Auf Initiative Ratzingers seien die Ausführungsbestimmungen zu Missbrauchsnormen verschärft worden. Ratzinger sei auch nach seiner Wahl zum Papst gegen Marcial Maciel Degollado vorgegangen. Quelle: katholisch.de

Hinweis: Der Präfekt der Ordenskongregation, Kardinal Bráz de Aviz erklärte 2019, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten Degollados vorlagen. Aviz macht das vatikanische Staatssekretariat für die „mafiösen Vertuschungsmanöver“ verantwortlich.


29.10.2019 Die EKD plant keine pauschalen Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer; weil das erlittene Leid individuell sei, müsse die Hilfe unterschiedlich ausfallen. Ab dem 10.11.2019 wird die EKD Bilanz ziehen, was seit 2018 getan wurde. Quelle: evangelisch.de


28.10.2019 Der Leiter der unabhängigen Untersuchung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche von Großbritannien („Independent Inquiry into Child Sexual Abuse – IICSA), Brian Altman QC, beklagt den anhaltenden Mangel an Kooperation mit vatikanischen Behörden. Wichtige Beweise und Aussagen seien zurückgehalten worden. Zudem verzögere der Vatikan die Entziehung des kirchlichen Status für verurteilte Straftäter. Quelle: Guardian


28.10.2019 Das Erzbistum Freiburg bleibt bei seinem Entschädigungsmodell, das monatliche Zahlungen für bedürftige Missbrauchsbetroffene von bis zu 800 Euro vorsieht. Betroffene haben weiterhin die Möglichkeit, Einmalzahlungen zu beantragen. Der Regelbetrag liegt bei 5.000 Euro, kann aber auf bis zu 30.000 Euro erhöht werden. Seit 2011 gingen im Erzbistum Freiburg sechs Meldungen mit aktuellen Vorwürfen ein. Dabei sei es meist um strafrechtlich nicht relevante Taten gegangen. Von den in der MHG-Studie aufgeführten 190 Beschuldigten lebten 2015 noch 65 Beschuldigte. (Ob die Beschuldigten weiterhin in der Seelsorge tätig sind, wurde nicht berichtet. Unbekannt ist auch, ob sie Auflagen erhielten und wer die Auflagen überwacht.) Quelle: domradio.de


28.10.2019 Bei der Aufarbeitung von Missbrauchstaten durch Geistliche hat das Bistum Essen bislang acht Fälle bestätigt, die im Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid zwischen 1946 und 2014 aktenkundig geworden sind. Beschuldigt werden sechs Kirchenmänner, darunter zwei Priester, ein Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft sowie drei Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Recherchen der Zeitung ergaben, dass in mindestens einem Fall ein Priester, der in der Vergangenheit mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt wurde, über einen längeren Zeitraum in Lüdenscheid tätig war. Der zuständige Pfarrer erhielt keinen Hinweis, obwohl das Bistum informiert war. Quelle: come-on.de


28.10.2019 Robert Köhler, Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, setzt sich auseinander mit demGelingen von Aufarbeitung aus der Sicht der Betroffenen„. Köhler ruft dazu auf: „Überzeugen Sie Beschuldigte, auf ihre Persönlichkeitsrechte zu verzichten, damit Ehemalige und Betroffene informiert werden können! Öffentlichkeit ist Teil der Buße! Fordern Sie Beschuldigte auf, Verdienstorden oder andereAuszeichnungen zurückzugeben! Kommunizieren Sie das! Unterbinden Sie öffentliche Äußerung von Beschuldigten! Versuchen Sie nicht, Täter und Opfer zu versöhnen! Das funktioniert bei Missbrauch nicht, da der emotionale Betrug nicht aufgelöst werden kann. Als „Prüstein des Aufarbeitungswillens einer Gemeinde“ gilt, dass Betroffene willkommen geheißen werden, dass ihnen zugehört wird und mit ihnen getrauert wird. Köhler weist darauf hin, dass die Kirchenverantwortlichen entscheiden müssen, wem sie glauben: dem Opfer oder dem Beschuldigten. Mehr


28.10.2019 Das Schweizer Bistum Lausanne, Genf und Fribourg will ein Denkmal für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Fribourger Kathedrale aufstellen und der Bischof Charles Morerod wird es am 23. November – dem Gedenktag für kirchliche Missbrauchsopfer – einweihen. An dem Denkmal haben Betroffene mitgearbeitet. Quelle: katholisch.de


27.10.2019 Die Evangelische Kirche im Rheinland hat ein Schuldbekenntnis wegen Missbrauchsfällen durch Amtsträger abgelegt. Seit 2003 wurden 29 Missbrauchsfälle durch Pfarrer in der EKiR gemeldet. Sechs Verfahren sind derzeit anhängig, darunter vier, in denen die Staatsanwaltschaft ermittelt. Acht Verfahren wurden eingestellt, in den übrigen Fällen wurden disziplinarrechtliche Sanktionen bis hin zur Entfernung aus dem Dienst verhängt. Quelle: Domradio


27.10.2019 Heike Zafar kommentiert den Film von Christoph Röhl, Der Verteidiger des Glaubens. (ab min.2) Quellen: WDR 5

Intertview mit Christoph Röhl im DLF


26.10.2019 Die Empfehlungen der Amazonas-Synode an den Papst beinhalten: die Zulassung verheirateter Priester, die zuvor Ständige Diakone waren, in Ausnahmefällen und nur für das Amazonasgebiet; das Diakonat für Frauen wird als Forderung erwähnt, aber von der Versammlung nicht explizit unterstützt; für Frauen soll jedoch das Amt der Leiterin der Gemeinschaft eingerichtet werden und sie sollen auch Lektorin und Akolythin sein dürfen (vgl. Motu proprio Ministeria quaedam von Papst Paul VI., 1972). Indigene Traditionen sollen ebenso wie der Umweltschutz gewürdigt werden. Die Synode stimmte für verheiratete Priester mit 128 Ja-Stimmen und 41 Nein-Stimmen. Das Diakonat für Frauen erhielt 137 Ja-Stimmen und 30 Nein-Stimmen. Abgestimmt haben 180 Männer, Bischöfe und männliche Ordensobere.

Voices of faith stellt die entscheidende Frage: „Warum hat es der sehr konkrete Vorschlag zur Umsetzung des weiblichen Diakonats nicht in das Schlussdokument geschafft, wenn die Mehrheit der Bischöfe dafür war?“ Quelle: Kirche und Leben  vaticannews.va


26.10.2019 Die Caritas der Diözese Linz hat Missbrauchs- und Gewaltakte nach 1945 im geschlossenen Erziehungsheim Steyr-Gleink, im Schülerheim Windischgarsten und in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in St. Pius und St. Isidor von einem unabhängigen Forscherteam untersuchen lassen. Von den  334 bei der Linzer diözesanen Ombudsstelle gegen Missbrauch und Gewalt eingegangenen Meldungen von Personen in oberösterreichischen Caritas-Einrichtungen waren 290 in Steyr-Gleink untergebracht, 12 in Windischgarsten sowie 58 in St. Isidor und St. Pius. Die meisten dieser Vorfälle fanden bis Ende der 80er-Jahre statt. Sichtbar wird in dem Bericht von Prof. Michael John, Marion Wisinger und Angela Wegscheider, dass es im Blick auf das Erziehungsheim Steyr-Gleink ein „multifunktionales Versagen der Caritas-Verantwortlichen, der Herz-Jesu-Missionare und der zuständigen Landesbehörden gab. Kinder wurden über das damals übliche Maß weit hinausgehend bestraft. Beschwerden wurde nicht nachgegangen. Quelle: kathpress.at

Zum Bericht: Verantwortung und Aufarbeitung. Untersuchung über Gründe und Bedingungen von Gewalt in Einrichtungen der Caritas der Diözese Linz nach 1945 von Michael John • Angela Wegscheider • Marion Wisinger


26.10.2019 Die BZ berichtet von einer Diskussion im Anschluss an den Röhl-Film „Verteidiger des Glaubens“. Quelle: BZ


25.10.2019 Doris Reisinger stellt fest, dass die katholische Kirche das demokratische Prinzip der Repräsentanz nicht kennt und dass dies das Problem ist. Nicht nur Frauen werden in der kath. Kirchge nicht repräsentiert, es wird niemand repräsentiert. Mit einer Ausnahme: Jesus Christus wird repräsentiert durch Papst, Bischöfe und Priester. Diese Art von Repräsentation geht von oben nach unten, durch unverfügbare, unhinterfragbare göttliche Auserwählung. Quelle: zeit.de


25.10.2019 Die Wiener Autorin Raphaela Edelbauer hat mit ihrem Debut-Roman „Das flüssige Land“ eine finstere Erzählung über die Frage von Schuld und Vergangenheit geschrieben. Der Theologe Stefan Weigand zeigt, dass der Roman auch Mechanismen von Schuldverstrickung in der Kirche offenbart. Quelle: feinschwarz.net


25.10.2019 Der Augsburger Diözesanadministrator Bertram Meier ist der Ansicht, dass Schwache in einer gottlosen Gesellschaft bedroht seien. In gottloser Gesellschaft führe der Mensch sich wie Gott auf. Als Lösung stellt Meier die Anbetung Gottes vor. Sie sei „der einzige Weg, den unmenschlichen, selbstmörderischen Gotteskomplex zu durchbrechen und wirklich Mensch zu werden.“ Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nun, nicht nur in einer gottlosen Gesellschaft sind Schwache bedroht, sie sind und waren es mitten in der Kirche.

25.10.2019 Der bisherige Diakon Thomas Hanstein (Von Hirten und Schafen: Missbrauch in der katholischen Kirche – Ein Seelsorger sagt Stopp, 2019) hat sich vom Diakonenamt freistellen lassen. Die Aufforderungen der Kirchenleitungen zu Reformen beschreibt er so: „Man malt, man verputzt vielleicht noch Risse, man tapeziert neu, aber man geht nicht ans Fundament. Das ist das, was ich mit dem Buch deutlich machen möchte, dass es nicht um einen Mentalitätswandel geht, nicht um eine andere Sprache, sondern um einen radikalen Kulturwandel. Was man aktuell ja wahrnimmt, ist ein Geist der Angst und kein Heiliger Geist.“ Hanstein plädiert für eine Rückführung auf die biblische Botschaft und sieht die Theologen in der Pflicht. Allerdings träfe das Lehramt die Entschiedung und könne die Theologen hören oder auch nicht. Außerdem gibt Hanstein zu bedenken, dass vor den Veränderungen in der katholischen Kirche zuerst aufrichtig bekannt werden müsse, was war: „Wenn etwas passiert ist und ich nicht dazu stehe, habe ich keine Chance, ordentlich aufzuräumen. Es bleibt ein Rest. Und der Rest, der hier geblieben ist nach fast zehn Jahren, ist enorm groß.“ Hanstein schildert sein Problem mit dem Amt  „wenn man nicht an die Bedingungsfaktoren des Missbrauchs geht und an den Reformstau der katholischen Kirche. Und dann schauen Sie einem Missbrauchsopfer in die Augen und fühlen sich gleichzeitig im System, in dem die Täter sitzen. Für mich ging das nicht mehr. Und für mich ist nicht nachvollziehbar, warum es für viele andere Kirchenobere offensichtlich einfach so weiterging.“ Quelle: DLF

Literaturhinweis: Thomas Hanstein: Von Hirten und Schafen: Missbrauch in der katholischen Kirche – Ein Seelsorger sagt Stopp, 2019


25.10.2019 Um den 17.11.2019 (33. Sonntag im Lesejahr C) soll in den katholischen Kirchen in Deutschland für Betroffene sexueller Gewalt gebetet werden. Material zu einem Gottesdienst ist hier zu finden; darunter auch Predigtanregungen, die sich am Evangelium und der ersttestamentlichen Lesung orientieren. Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, sagte: „Als Kirche übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht, das Menschen in der Kirche angetan wurde.“ Quellen: Domradio   katholisch.de

Kommentar: Ich verstehe nicht, wen Bischof Ackermann mit dem „wir“ und der „Kirche“ , die Verantwortung übernimmt, meint. Diejenigen, die sexualisierte Gewalt erlitten haben und meist Kirchenmitglieder waren, können nicht gemeint sein, denn sie haben die Verbrechen erlitten. Die kirchlichen Täter übernehmen in der Regel keine Verantwortung. Auch die Kirchenverantwortlichen übernehmen keine Verantwortung – es gibt bislang keinen einzigen Bischofsrücktritt wegen Vertuschung. Könnten die Christ*innen in den Gemeinden gemeint sein, die weder Täter, noch Vertuscher, noch teilnahmslose Weg-Schauer sind?


25.10.2019 Im US-Staat Colorado wurde der unabhängige Untersuchungsbericht zu kirchlichem Missbrauch in den Bistümern Denver, Pueblo und Colorado Springs veröffentlicht. In diesen Bistümern wurden in den vergangenen 70 Jahren mindestens 166 Kinder von Klerikern sexuell missbraucht. Derzeit seien keine des Missbrauchs verdächtigen Priester im Amt. Aber man könne es nicht ausschließen, sagt der Bericht. 43 Priester wurden als Täter identifiziert. Grundlage des Berichts waren die Kontaktaufnahmen der Kirche mit den staatlichen Behörden. Die Opferhilfe-Organisation Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) zweifelt an den Täter- und Opferzahlen, da seit 1950 von der Kirche lediglich zehn Priester als Täter benannt wurden. Quelle: Domradio


23.10.2019 Die Diözese Duluth im US-Bundesstaat Minnesota mit 56.000 KatholikInnen in 92 Gemeinden hat mit kirchlichen Missbrauchsopfern einen gerichtlichen Vergleich geschlossen. Die Opfer erhielten über 40 Millionen US-Dollar. Die Herausgabe von Kirchenakten über mehr als 36 beschuldigte Priester wurde in dem Vergleich beschlossen. 2007 gab es in diesem Bistum 82 kath. (Ordens-)Priester. Quelle: vaticannews


23.10.2019 Die Polnische Bischofskonferenz hat Papst Franziskus darum gebeten, seinen heiligen Vorgänger, Johannes Paul II., zum Kirchenlehrer und „Patron Europas“ zu erklären. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Schon die Selig- und später die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. war für kirchliche Betroffene von Missbrauch durch kath. Kleriker unerträglich. Denn dieser Papst hat u.a. den Serientäter Marcial Maciel Delgado protegiert und geschützt, obwohl er von dessen sexualisierter Gewalt gegen Seminaristen seit 1983 informiert war. Und so einer soll gar zum Kirchenlehrer und Patron Europas gemacht werden?!


23.10.2019 Der Diözesanverband der kfd-Köln will nun doch enger mit Maria 2.0 zusammenarbeiten, aber nicht in allen Aktionen. So stören sich die kfd-Mitglieder am Kirchenstreik und am Plakat, das Maria mit zugeklebtem Mund zeigt. Die kfd will in Zukunft die Kommunikation mit Maria 2.0 verbessern. Quelle: katholisch.de


22.10.2019 Im Interview spricht Martin Werlen davon, dass es für die katholische Kirche „fünf nach Zwölf“ sei und daher eine Zeit der Gelassenheit, weil es bereits zu spät ist. Werlen: „Verantwortungsträger in der Kirche beschäftigen sich sehr oft mit Fragen, die die Menschen nicht mehr beschäftigen, und fehlen dort, wo die Menschen heute Orientierung suchen.“ Quelle: kath.ch


22.10.2019 Bei der Ringvorlesung an der Universität Wien zum Thema „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung“ sagte Klaus Mertes, dass es den Verantwortlichen schwerfalle, ihre eigene Verantwortung anzuerkennen. Vielfach empfänden sie sich selbst als Opfer. Wenn Kirchenverantwortliche sich einer besonders harten Sprache gegen Täter bedienten, sei das der Versuch, sich selbst als Opfer zu sehen. Mertes wies darauf hin, dass oft gar nicht bewusst sei, wie viele von Missbrauch Betroffene in den Pfarrgemeinden leben. Betroffene machten die Erfahrung, dass sie in einer verunsicherten Kirche auf Abstand gehalten werden: „Weil sie Opfer missbrauchter Nähe wurden, wird ihnen nun heilsame Nähe vorenthalten“, bemängelte Mertes. Quelle: ordensgemeinschaften.at


22.10.2019 Das Regensburger Präventionsprojekt für Pädophile „Kein Täter werden“ wurde vor mehreren Monaten eingestellt. Obwohl mögliche Nachfolger für den in Ruhestand gegangenen Leiter bereit waren und die Weiterführung der Finanzierung mit den gesetzlichen Krankenkassen geklärt gewesen sei, habe die Uni „kein Interesse gezeigt“. Quelle: br


22.10.2019 Christiane Florin interviewt den Filmemacher Christoph Röhl über den Film „Verteidiger des Glaubens“. Röhl: Die „Frage, was die Verantwortung betrifft, ist natürlich wahnsinnig wichtig. Es kann nicht sein, dass er [der frühere Papst Benedikt] sich aus der Verantwortung zieht. Das tut er ja die ganze Zeit. Das gehört ja auch zu diesem nach außen hin propagierten Mythos. In seinem Brief stellt er sich ja als Opfer dar – nicht nur sich selbst, sondern den Glauben, die Kirche. Aber er erwähnt die eigentlichen Opfer gar nicht: die Kinder, die missbraucht worden sind. Oder auch die erwachsenen Missbrauchten, die Überlebenden, die später gehört werden wollten und die wollten, dass ihnen geglaubt wird. Die hat er gerade desavouiert. Es ist natürlich ein Skandal, dass er nicht selbstkritisch ist…“ Quelle: DLF


21.10.2019 Chanel Miller, die 2015 von dem Stanford-Student Brock Turner missbraucht wurde, als sie bewusstlos war, hat ein Buch geschrieben. 2016 wurde der Täter zu sechs Monaten Haft verurteilt, von denen er drei absaß. Die geringe Strafe begründete der Richter damit, dass der Angeklagte bereits durch die enorme mediale Aufmerksamkeit gestraft sei. Quelle: Süddeutsche


21.10.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Bruder der Gemeinschaft Taizé wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt gegen eine Frau von 2003 bis Mitte 2019. Der Beschuldigte wurde verhaftet. Quelle: katholisch.de


19.10.2019 Unter dem Titel „Schwere Schritte. Gutes Leben gleich gesundes Leben?“ macht sich Carola Moosbach Gedanken über das Leben im Angesicht einer Krankheit. Quelle: ahzw-online.de


18.10.2019 Bislang war bekannt, dass drei Mitglieder der Gemeinschaft von Taizé vor Jahrzehnten Jugendliche sexuell missbrauchten. Nun gibt es einen neuen Vorwurf, dass ein Bruder eine Frau in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht habe. Der Bruder habe sie bis Mitte 2019 „geistlich, psychologisch und sexuell missbraucht“. Quelle: Kirche und Leben


18.10.2019 Die katholische Theologin Julia Enxing regt ein Jahr der Reue für die katholische Kirche an. Bislang habe es keine Auseinandersetzung mit den eigenen Vergehen im Kontext des Missbrauchsskandals gegeben. Sie denkt an eine Kommission aus Betroffenen und Repräsentanten der Kirche, die miteinander überlegen, wie ein geeignetes Zeichen aussehen könne. In keinem Fall könne die Kirche so weitermachen wie bisher. Quelle: katholisch.de   DLF-Interview


18.10.2019 Ehemalige Mitglieder der Katholischen Integrierten Gemeinde (KIG) haben schwere Vorwürfe gegen die KIG erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit vor 2012. Kontrolle über das Privatleben der Mitglieder und ihre Kontaktpersonen, die Trennung von Kindern von ihren Eltern und wirtschaftliche Ausbeutung werfen die Ehemaligen der KIG vor. Es sei über weite Strecken zu geistlichem Missbrauch gekommen. „Beziehungen und Ehen wurden gestiftet und getrennt, je nachdem, ob dies der Gemeindeversammlung für das Gemeindeleben förderlich erschien. Die Gemeindeversammlung entschied darüber, ob und wann ein Ehepaar Kinder bekommen durfte oder sollte,“ heißt es in einem Zwischenbericht der Visitatoren, die seit Februar 2019 die KIG untersuchen. Die Gemeinde verweigert die Zusammenarbeit mit den Visitatoren.

Bereits im Jahr 2000 hat das zuständige Erzbistum München in einem internen Dokument von „Missbrauch des Bußsakraments“ in der Gemeinschaft gesprochen. 2004 kam ein kirchenrechtliches Gutachten zu dem Schluss, dass es „rechtserhebliche Mängel beim Ausschluss von Mitgliedern“ gegeben habe.

Die KIG wurde 1978 im Bistum Paderborn durch Bischof Degenhardt und im Erzbistum München durch Joseph Ratzinger kirchlich anerkannt. 1985 wurde sie als öffentlicher Verein nach dem katholischen Kirchenrecht errichtet. U.a. gehören ihm die Neutestamentler Gerhard Lohfink (Wie hat Jesus Gemeinde gewollt?) und Rudolf Pesch (1936-2011) an. Quelle: katholisch.de

In einer Gegendarstellung der Integrierten Gemeinde heißt es, dass die KIG mehrfach den Visitatoren schriftlich ihre Mitwirkungsbereitschaft mitgeteilt habe.


18.10.2019 Gegen den ehemaligen Kardinal McCarrick gibt es weitere Missbrauchsvorwürfe von sieben minderjährigen Jungen. Quelle: Domradio


17.10.2019 Der Diözesanverband der kfd-Köln distanziert sich von Maria 2.0. Die Frauen halten Maria 2.0 für unausgegoren und rufen zum Gebet auf. Quelle: katholisch.de


17.10.2019 Ein Film mit einer Frau, die eine dissoziative Identitätsstörung hat. Quelle: yahoo


17.10.2019 Das Bistum Hildesheim sucht weiter nach Zeitzeugen früherer Missbrauchsfälle. Die Obfrau der vom Bistum eingesetzten externen Expertengruppe bietet am 23. Oktober von 15 bis 18 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland einen Termin für vertrauliche Gespräche an. Es ist der fünfte Termin dieser Art, zweimal war sie auch in Hildesheim.

Das Bistum Hildesheim hat wie die (Erz-)Bistümer Essen, Köln, Münster, Limburg, Mainz und Regensburg unabhängige Experten mit der Aufklärung von Missbrauchsfällen beauftragt. Quelle: hildesheimer-allgemeine.de


16.10.2019 Das Bistum Trier weist die Kritik der Opferorganisation MissBiT zurück. Bis Jahresende (urspr. bis zum Herbst) sollen die mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung vereinbarten „Kriterien und Standards“ vorliegen. Außerdem habe Bischof Ackermann vor, die Betroffenen bei der Aufarbeitung einzubinden. Und zudem solle am 31.10.2019 ein Projekt starten, das die sexuelle, physische und psychische Gewalt am Internat Albertinum, Gerolstein, untersuche. Quelle: domradio.de


16.10.2019 In Deutschland stellt sich die evangelische Kirche erst allmählich dem Problem des sexuellen Missbrauchs. Es wurde auch deswegen verdrängt, weil es nicht zum Image einer liberalen Kirche passte. Quelle: nzz.ch


15.10.2019 Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf zeichnete am „dies facultatis“ der Universität Wien ein umfassendes kirchliches Krisenszenario, verursacht durch eine nur „halbherzige“ Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, durch eine grundsätzliche Infragestellung von Kirche und eine anhaltende Austrittsbewegung. Dies führe zu einer „Systemkrise, einer prinzipiellen Anfrage ans System Männerkirche“.

„Wenn die Bischöfe ihre Ankündigungen ernst nehmen, dass es ihnen wirklich um die Opfer und das ihnen von Geistlichen zugefügte Leid geht, dann sind sie verpflichtet, den Zölibat grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen“, betonte Wolf Quelle: kathpress.at orf


15.10.2019 Die Betroffenenorganisation MissBiT (Missbrauchsopfer Bistum Trier) zieht ein Jahr nach Veröffentlichung ein bitteres Fazit über die Maßnahmen, die im Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz ergriffen bzw. eben nicht ergriffen wurden: „Unser Bündnis beklagt die Ignoranz und Passivität unseres Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Trier.“ weiter


15.4.2019 „Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde“, sagt Dr. Werner Kleine: „Wenn sich die kirchlichen Palaverrunden endlich selbst evangelisieren würden, würden sie den Sauerteigplan erkennen: Wer redet, muss auch nach dem handeln, was er redet, sonst glaubt man ihm nicht. Wer Menschen zu Jesus führen möchte, muss selbst unter die Menschen gehen. Wer dem folgt, der sich selbst in die Welt entäußert hat (vgl. Philipper 2,7), muss selbst in der Welt aufgehen in Leben, Reden und Handeln. So wird die Welt vom Evangelium durchdrungen. Dazu muss er sich selbst ehrlich machen – sonst wird er wie das Mutterkorn den ganzen Teig vergiften. Ihr wolltet einen „gemeinsamen Weg“-Weg gehen, um den Missbrauch aufzuklären – und jetzt kommt ihr bei frommen Phrasen an! Das soll man euch glauben? Macht euch ehrlich. Bekehrt euch. Reißt heraus, was euch vom Reich Gottes abhält. Sonst wird das nichts mit der Evangelisierung.“ Quelle: dei-verbum.de


14.10.2019 Ulrike Tümmler-Wanger und Stefan Port von der Beratungsstelle Kibs in München berichten von ihrer Arbeit mit Jungen, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Sie bedauern, dass noch immer -. oder schon wieder – Geschlechterstereotype es erschweren, dass Jungen sich Hilfe holen. Quelle: sueddeutsche.de


13.10.2019 Dr. Doris Reisinger: „To sum it up: The Church is in crisis, because it is pretending that following a medieval constitution with a two-estate-system would be a good way of governing an international organisation of the 21st century with more than 1 billion members. It’s a very down-to-earth point that needs to be made here: That simply does not work. We are actually witnessing how that system is failing right in front of our eyes. ….This is why, when we speak about shaping a new vision for the Church, my vision begins with a new constitution, one that allows for a fair participation of all factions of the faithful in decision making processes in the Church. To make that vision come true, we need a Constitutional Reform. I am fully aware how unlikely such a reform appears to be, yet I am hopeful against all odds. First because it is not my idea…. Second, because there is no other way. It is all too evident that a Church that, after all we have gone through in the last decades, still decided to stick to a two-estate-system instead of equality is not only contrary to the dignity of the children of God, it has lost the true sense of its existence and its capacity to be a meaningful and credible advocate for justice and equality in our world. A constitutional reform might be our Church’s last chance to get back on track. There is but one thing we really urgently need to do: We need to stop playing along to our self- declared rulers.“ Quelle: voicesoffaith.org


13.10.2019 „Das Thema Missbrauch kann nicht mehr von der Kirchenagenda verschwinden“, sagte Dr. Haslbeck bei einer Veranstaltung im Brucker Forum. Quelle: SZ


13.10.2019 Impulsvortrag von Dr. Doris Reisinger auf der Siegburger 1. Tagung „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden. Eine Veranstaltung von Frauen für Frauen“, 27.-28.10.2019: „Im Jahr 1998 wurde in den USA eine Studie veröffentlicht, die sich spezifisch mit sexuellerGewalt gegen Ordensfrauen befasste. 29,9 Prozentder befragten Ordensfrauen gaben an, im Orden sexuelle Gewalt erlebt zu haben. In den meisten Fällen durch ihre Beichtväter und geistlichen Begleiter.Quelle: kfd-Bundesverband


12.10.2019 Der italienische Consolata-Missionar Mario L. missbrauchte vor 30 Jahren die damals 16-jährige Sabina L. in Kenia. Der Missbrauch wurde vertuscht. Das Mädchen brachte einen hellhäutigen Jungen zur Welt und wurde mit einem Kenianer verheiratet. Der mutmaßliche Täter wurde versetzt, die Vaterschaft leugnet er, einen Test verweigerte er. Er ist weiterhin im Dienst. Als Gerald Erebon sich auf die Suche nach seinem Vater machte, wurde der Missbrauch öffentlich. – Augusta Muthigani, zuständig für Bildung in der kenianischen Bischofskonferenz, sagt, dass Schwangerschaften, die aus Missbrauch resultieren, wenig öffentliche Aufmerksamkeit erregen, obwohl das Thema gerade in Afrika offensichtlich sei. Nicht einmal im Protokoll der Sitzung der afrikanischen Bischöfe im Juli 2019 – 8 Monate nach dem Antimissbrauchsgipfel in Rom – wurde es erwähnt, obwohl bekannt ist, dass katholische Geistliche in Afrika gegen das Zölibatsgelübde verstoßen und nicht vor Missbrauch von Kindern Halt machen. Quelle: ncronline.org


11.10.2019 „Now we need to find a way of exiting this experience, [because] otherwise it will suffocate us.” Das sagte Kardinal Peter Turkson, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der integralen menschlichen Entwicklung und meinte damit den Missbrauchsskandal. Marie Collins empfahl transparente Rechenschaftspflicht für Bischöfe, den Abbau des riesigen Rückstands in der Bearbeitung der Missbrauchsfälle durch die Glaubenskongregation, obligatorische Berichterstattung an die Zivilbehörden, die Aufgabe des Kampfes gegen die Verlängerung von Verjährungsfristen, Kinderschutzpolitik, Einstellung der Verwendung des päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsprozessen und eine reale Nulltoleranz gegenüber schuldigen Tätern. Quelle: Crux


11.10.2019 Die Betroffenenorganisation MissBiT (Missbrauchsopfer Bistum Trier) zieht ein Jahr nach Veröffentlichung ein bitteres Fazit über die Maßnahmen, die im Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz ergriffen bzw. eben nicht ergriffen wurden: „Unser Bündnis beklagt die Ignoranz und Passivität unseres Bischofs Dr. Stephan Ackermann bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Trier.“ weiter


11.10.2019 Bislang hat die kirchliche Presse in Deutschland nichts von dem Kongress der katholischen Frauen berichtet, der parallel zur Amazonas-Synode in Rom stattfindet. Hier sind einige wichtige Stimmen.


11.10.2019 Nach Einschätzung von Teilnehmern der Amazonas-Synode wird es kein Stimmrecht für Frauen geben. Dennoch spricht die als Expertin geladene Ordensfrau Birgit Weiler davon, dass Frauen „vollkommen akzeptiert“ würden. Quelle: Domradio


11.10.2019 Ein Mann berichtet, er sei als Priesteramtskandidat 1989 von einem Kaplan sexuell belästigt worden. Der damalige Generalvikar von Münster (1986 bis 1999) und spätere Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, habe von dem Fall gewusst, aber nicht gehandelt. Auch bei einem erneuten Vorbringen des Falls 20 Jahre später, 2009, habe das Bistum Münster nicht reagiert. Auch dem früheren Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann (1933-2013) wird vorgeworfen, einen verurteilten Priester lediglich versetzt zu haben. Im Bistum Münster soll ein Forschungsprojekt Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester und andere kirchliche Amtsträger von 1945 bis 2018 aufklären. Das Bistum stellt dafür 1,3 Millionen Euro zu Verfügung. Die fünf Wissenschaftler arbeiten unabhängig von der Kirche. Quelle: katholisch.de


10.10.2019 Die polnischen katholischen Bischöfe haben eine Stiftung beschlossen. Sie soll Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker mit Psychologen, Pädagogen, Juristen und Priester unterstützen. Sie ist kein Entschädigungsfonds, weil die Entschädigungs-Pflicht bei den Tätern liege. Stattdessen sollen u.a. Stipendien für Schüler und Studenten ausgezahlt und Präventionsprogramme gefördert werden. – In Polen sind ca 382 Priester und Ordensmänner bekannt, die von 1990 bis Juni 2018 625 Minderjährige sexuell missbrauchten. Quelle: vaticannews


10.10.2019 Ein unabhängiges Laiengremium hat Anschuldigungen gegen den New Yorker Weihbischof John Jenik, 75, als glaubhaft eingestuft. Ihm wird eine „unangemessene Beziehung“ zu einem in den 1980er Jahren 13-Jährigen vorgeworfen. Jenik ließ bereits Anfang November 2018 sein Amt ruhen, hat jedoch alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Er bat den Vatikan um Ermittlungen. Bislang ist unbekannt, ob der Vatikan Ermittlungen aufgenommen hat und wenn ja, zu welchem Ergebnis sie führten. Nun hat Papst Franziskus den Rücktritt Jeniks angenommen. Quelle: orf


9.10.2019 In Polen wurde die katholische Kirche – ein ehemaliger Priester, eine Pfarrei und das Bistum – zur Zahlung von 93.000 Euro an das Missbrauchsopfer des ehemaligen Priesters verurteilt. Quelle: Deutschlandfunk


9.10.2019 Die Staatsanwaltschaft hat beim höchsten Gericht Australiens beantragt, den Berufungsantrag von Kardinal George Pell gegen seine Verurteilung als Sexualstraftäter abzulehnen. Es gebe keinen Grund für die Zulassung einer Berufung. Die Berufung beim höchsten Gericht Australiens ist Pells letzte Möglichkeit, gegen seine Verurteilung vorzugehen. Wird die Berufung zugelassen, wird mit einer Verhandlung erst 2020 gerechnet. Quelle: vaticannews


8.10.2019 Das Gespräch zwischen Doris Reisinger (geb. Wagner) und dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn ist ungekürzt im Herder-Verlag erschienen: „Schuld und Verantwortung„. Der Inhalt geht weit über die BR-Dokumentation hinaus. Quelle: katholisch.de


8.10.2019 Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, sammelt die Meinung der männlichen Teilnehmer der Amazonien-Synode darüber, ob die 35 Teilnehmerinnen Stimmrecht bekommen. Am Ende werde der Papst entscheiden. „Einige Bischöfe“ haben den Antrag eingebracht. Bislang hat ein männlicher Ordensvertreter, der kein Priester ist, Stimmrecht. Die Ordensfrauen, die von der Vereinigung der weiblichen Ordensoberen (UISG) zur Synoden-Teilnahme bestimmt wurden, haben kein Stimmrecht. Quelle: vaticannews


8.10.2019 In der Ringvorlesung „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung“ der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien sagt Mary Hallay-Witte: „Kein Kirchenverantwortlicher in Deutschland hat persönlich Verantwortung für strukturelle Gewalt übernommen. Vielmehr wird ‚Tätersprache‘ verwendet: ‚es war vor meiner Zeit‘, ‚ich habe das nicht angeordnet‘, ‚ich wusste es nicht‘, usw. Eingeräumt und zugestanden wird nur das, was unter öffentlichem Druck bekannt gemacht wird.“ Quelle: bhs.hypotheses.org


Der Regisseur des Films „Verteidiger des Glaubens“, Christoph Röhl, spricht über seinen Film über Kardinal Ratzinger. Quelle: herder.de


7.10.2019 Der emeritierte Kirchenrechtler Heribert Hallermann weist darauf hin, dass kirchenrechtliche Vorschriften zum Schutz beschuldigter Kleriker nicht oder nicht richtig angewendet werden. So werde oft ohne Not frühzeitig der Name des Beschuldigten veröffentlicht. „Beurlaubungen“ würden ausgesprochen, ohne dass kirchenrechtlich klar sei, was sie bedeuten. Ob ein Zelebrationsverbot tatsächlich Minderjährige schütze, sei fraglich. Maßnahme und Gefährdungslage stünden oft in kaum einem Verhältnis. Nicht selten werde die Beiziehung eines kirchenrechtlichen Anwalts verweigert, so würden Beschuldigte in ihrem Verteidigungsrecht behindert. Maßnahmen würden oft auch ohne Grund Jahre nach Beendigung des Strafprozesses beibehalten. Wenn rechtliche Verfahren nicht genau beachtet würden, entstehe der Verdacht von Willkür und missbräuchlicher Machtausübung. Es sei genau dieser Verdacht, der massiv zur Zerstörung des Vertrauens in die Kirche beiträgt. Quelle: katholisch.de Kommentar von Benjamin Leven

6.10.2019 Im Interview berichtet Dr. Aurica Jax, Leiterin der Frauenseelsorge der DBK von der Tagung „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“. Jax ist der Ansicht, dass innerkirchliche Gewalt gegen Frauen zur Missbrauchsdebatte dazugehört. Notwendig sei, das Machtgefälle in der Kirche aufzuheben; nicht außer Acht zu lassen, dass auch Frauen Seelsorgerinnen sind, missbraucht haben und Missbrauch gedeckt haben. Die strukturelle Ungleichheit von Frauen sei heute nicht mehr vermittelbar. Notwendig sei es, Übergriffe in der Seelsorge straf- und kirchenrechtlich zu ahnden. Die Regeln für geistlichen Missbrauch müssen verschärft werden, die spirituelle Selbstbestimmung sei zu achten. Realisiert werden müsse auch, dass Gott auf der Seite der Opfer steht. Hoffentlich noch 2019 wird es ein Hilfetelefon für Frauen geben. Jax weist auf die Internetseite gottes-suche.de hin, die Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten Betroffener anbietet. Quelle: www1.wdr.de (ab min 19)

Kommentar: Noch 2002freuten sich katholische Bischöfe über den strafrechtlichen Freispruch eines Weihbischofs. Ein „seelsorgerischen Betreuungsverhältnis“ wurde in dem Strafverfahren nicht als „schützenswerter Bereich“ betrachtet.


4.10.2019 In Polen wird die katholische Kirche zunehmend hinterfragt. Das hängt auch mit den Enthüllungen über sexuellen Missbrauch durch Priester zusammen. Statt die Missbrauchsfälle aufzuklären widmet sich die katholische Kirche in Polen dem Kampf gegen die LGBT-Bewegung. Der polnische Erzbischof von Krakau, Marek Jedraszewski formuliert: „Die rote Pest hat unser Land zum Glück nicht mehr im Griff, was nicht bedeutet, dass es keine neue gibt, die unsere Seelen, Herzen und unseren Verstand beherrschen will. Sie ist nicht marxistisch-bolschewistisch, aber aus dem gleichen Holz geschnitzt: Statt rot ist sie Regenbogenfarben.“ Quelle: deutschlandfunk.de


4.10.2019 Papst Franziskus nahm den Rücktritt von Bischof Charles Drennan aus dem Bistum Palmerston North, Neuseeland, ohne Angabe von Gründen an. Drennan war Mitglied einer Kontaktgruppe zwischen katholischer Kirche und einer staatlichen Missbrauchskommission. Eine junge Frau bezichtigt Drennan des unakzeptablen Verhaltens sexueller Art. Kardinal John Dew, Wellington, hat eine Untersuchung unabhängiger Experten veranlasst. Drennans Aufgaben ruhen. Quelle: vaticannews


4.10.2019 In den USA leben fast 1.700 Priester und andere Geistliche, die von der Kirche glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, jedoch strafrechtlich nicht belangt wurden, ohne staatliche oder kirchliche Aufsicht. Das ergab eine Untersuchung der Associated Press. Sie unterrichten Mathematik in der Mittelschule, beraten Überlebende von sexuellen Übergriffen, arbeiten in Kliniken oder als Freiwillige bei gemeinnützigen Organisationen, um gefährdeten Kindern zu helfen. Sie wohnen neben Spielplätzen und Kindertagesstätten und betreuen Kinder.
Quelle: timesunion apnews.com

Kommentar: Wie viele priesterliche Missbrauchstäter in Deutschland ohne jegliche Aufsicht leben, ist unbekannt.


3.10.2019 Papst Franziskus hat den früheren italienischen Staatsanwalt Giuseppe Pignatone zum neuen Präsidenten des Gerichtshofs des Vatikanstaates ernannt. Pignatone wurde bekannt durch Prozesse gegen die Mafia und ‚Ndrangheta. Quelle: Domradio


3.10.2019 Raoul Löbbert schaut sich die Überlegungen zu Entschädigungen für kirchliche Missbrauchsopfer an und kommentiert: „Die deutschen Bischöfe wollen die Opfer sexuellen Missbrauchs angeblich mit einer Milliardensumme entschädigen. Doch warum tun sie es dann nicht einfach?“ Quelle: zeit


3.10.2019 „Wir dürfen nicht länger schweigen… Die katholische Kirche befindet sich in einer tiefen Krise. Eine neue Generation von Katholiken und Katholikinnen hinterfragt die kirchliche Hierarchie und ihre Reaktion auf eine sich verändernde Welt und deren aufkommende Probleme wie beispielsweise den Sexual- und Machtmissbrauch. Verschaffen Sie Ihrer Stimme Gehör – durch unsere globale Kampagne #overcomingsilence“ Quelle: voicesoffaith

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2.10.2019 Bei der Amazonas-Synode sind 185 Männer stimmberechtigt. Keine einzige Frau nimmt stimmberechtigt teil. Das beklagt die Priorin des Schweizer Benediktinerklosters Fahr, Irene Gassmann. Quelle: katholisch.de


2.10.2019 Seit September 2018 wurden im Bistum Würzburg fünf neue Missbrauchsfälle gemeldet. Beschuldigt werden vier Priester und ein kirchlicher Mitarbeiter. Drei der Beschuldigten wurden in der MHG-Studie nicht erfasst. Drei Priestern wird Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen, einem Priester sexuelle Übergriffe gegen eine volljährige Person. Der Vorwurf gegen den Mitarbeiter bezieht sich auf Grenzüberschreitungen. Einer der Beschuldigten starb in den 1970er Jahren, zwei weitere sind im Ruhestand. – Außerdem gab es Vorwürfe gegen einen Priester einer anderen Diözese und ein Ordensmitglied. Zwei Kontakte der Missbrauchsverantwortlichen bezogen sich auf sexualbezogene Missbrauchshandlungen- diese Vorwürfe waren bereits bekannt. Sobald die Staatsanwaltschaft die Akten der früheren Kilianeen in Würzburg, Bad Königshofen und Miltenberg überprüft hat, wird die Öffentlichkeit informiert. – Seit der MHG-Studie gab es vier Anträge auf Leistungen, einmal wurden 5.000 Euro, in einem anderen Fall 2.000 Euro gezahlt. Zwei Anträge sind noch nicht entschieden. In einem Antrag, der vor Sept. 2018 gestellt wurde, wurden 5.000 Euro gezahlt. Quelle. BR


2.10.2019 An der „Frauenfrage“ hängt der Erfolg des Synodalen Weges, sagt Claudia Lücking-Michel. Quelle: feinschwarz


2.10.2019 Die Prager Polizei ermittelt gegen Kardinal Dominik Duka. Er soll sexuelle Übergriffe eines Dominikanerbruders gedeckt haben. Zur Tatzeit war Duka der höchste Vertreter des Dominikanerordens in Tschechien. Das Opfer habe sich an Duka gewandt, aber es sei nichts geschehen. Nach Angaben Dukas stand damals Aussage gegen Aussage. Zuletzt geriet Duka in die Öffentlichkeit mit seinem Einsatz gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe und mit der Verurteilung einer „LGBT-Ideologie“. Quelle: katholisch.de