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Presse

4. Quartal 2018

29.12.2018  Im laufenden kirchenrechtlichen Verfahren gegen Ex-Kardinal Theodore McCarrick wurden neue Details bekannt: Laut einem anfänglich elf Jahre alten Opfer soll der emeritierte Erzbischof von Washington auch im Beichtstuhl Missbrauch begangen haben. Quelle: katholisch.de


28.12.2018 „Im Hintergrund der Beratungen im Februar wird es deshalb um die Frage gehen, wie sehr sich Priester und Bischöfe in Zukunft als auserwählte und über ihre wegbröckelnde Gemeinschaft erhabene, letztlich autoritäre Führer im Stile eines George Pell empfinden oder sich tatsächlich selbstlos in den Dienst der Schwächsten und Schutzlosen stellen und auf Macht verzichten wollen. In diesem Fall wäre die Parteinahme für Betroffene und gegen Vertuscher selbstverständlich. Das ist die Gretchenfrage, auf die die katholische Kirche in den kommenden Jahren eine Antwort finden muss. Die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ist der dramatische Zugang zur Veränderung der Kirche selbst.“ So blickt Julius Müller-Meiningen auf den Kinderschutzgipfel im Februar 2019. Quelle: zeit.de


28.12.2018 Die Erzdiözese New York empfahl einen katholischen Priester, Pater Donald T., einem kalifornischen College mit der Aussage, er sei noch nie des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. Tatsächlich jedoch erhielt die Erzdiözse erstmals 2003 den Vorwurf, dass der Priester Minderjährige sexuell missbraucht habe und erzielte 2017 einen Vergleich mit den Opfern.Die New York Times hatte den Vorgang am 20.12. öffentlich gemacht. Am 21.12. dann wurde der offiziell pensionierte, aber immer noch an der Universität und andernorts tätige Priester, des Amtes enthoben. Quelle: catholicnewsagency.com


28.12.2018 Im Interview des DLF wird Magnus Striet gefragt, ob er im Anschluss an die Aufforderung des Papstes an Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben, eine Welle von Serlbstanzeigen erwartet. Er antwortet: „Nein, das ist überhaupt nicht zu erwarten. Wenn tatsächlich hier ein Schuldbewusstsein vorhanden wäre, dann wäre diese Welle schon deutlich vorher spürbar gewesen. Nein, ich erwarte das überhaupt nicht. Ich glaube, das weiterhin die Presse die Instanz sein wird, die sozusagen scheibchenweise diese Skandale aufdecken wird.“ Striet beobachtet, „dass die Amtsfrage jetzt nach vorne geschoben wird, nachdem genau an diesem Punkt eine jahre-, jahrzehntelange Stagnation zu verzeichnen war. Es gibt auch inzwischen Gegenreaktionen, wo vom Missbrauch des Missbrauchs gesprochen wird und da wird dann offensichtlich deutlich gespürt, dass jetzt, sozusagen, sehr grundsätzlich Theologie getrieben werden muss, um Missbrauch künftig zu verhindern.“ Striet beobachtet, dass die Bischöfe der Ansicht seien, sie würden gehört, sie jedoch tatsächlich nach 2018 nicht mehr gehört werden. Quelle: Deutschlandfunk


27.12.2018  Die drei ehemaligen Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission – Marie Collins, Krysten Winter-Green, Catherine Bonnet – fordern eine neue Struktur der Kommission, um die Arbeit effektiver zu gestalten. Die Kommission müsse unabhängig von der vatikanischen Bürokratie werden, die Umsetzung ihrer Empfehlungen überwachen und sich regelmäßig mit dem Papst treffen. Auch andere externe Experten schlossen sich der Kritik an und sehen einen Mangel an Klarheit und Transparenz über den Zweck und die Ziele der Kommission. Marie Collins sagte: „Die Kommission selbst ist eine Art Mikrokosmos des globalen Problems…. dass die Arbeit, die geleistet wird, keine Ergebnisse zu liefern scheint.“ Collins und Winter-Green fragen, ob sich die Kommission gewandelt habe von einem Gremium, das den politischen Wandel befördern solle hin zu einem Bildungsgremium, das dann die gleiche Arbeit mache wie bereits das Kinderschutzgremium der Gregoriana. Quelle: NCR


27.12.2018 Im Bistum Hildesheim werden die bisherigen Missbrauchsbeauftragten durch zwei externe Ansprechpersonen abgelöst. Drei weitere unabhängige und qualifizierte Ansprechpersonen kümen im Laufe des Jahres 2019 hinzu. Ziel sei, in fünf verschiedenen Regionen des Bistums eine Ansprechperson zu haben. Die Ansprechpersonen würden zudem fallbezogen in die Arbeit des Bischöflichen Beraterstabs in Fragen sexueller Gewalt eingebunden und dort die Interessen der Betroffenen vertreten, so das Bistum. Quelle: katholisch.de


25.12.2018 Bischof Bode, Osnabrück, gesteht im Weihnachtsgottesdiest, dass er einen Priester, der des Missbrauchs beschuldigt wurde, nach dessen Pensionierung zum zeitweiligen Leiter einer Pfarrei und zum unterstützenden Priester ernannte. Es handelt sich um den ehemaligen Pfarrer von Merzen. An Rücktritt denkt Bischof Bode nicht. Quelle: bistum-osnabrueck.de  ndr


25.12.2018  Der Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller sagt: „Der Missbrauchsskandal zeigt, dass sich viele Verantwortliche in der Kirche, vornehmlich die Bischöfe, in der Vergangenheit als nicht fähig erwiesen haben, die Kirche gemäß dem Evangelium zu leiten und vor Schaden zu bewahren.“ Daher müssten Laien in der Kirche mehr Verantwortung übernehmen als bisher. Viele Bischöfe seien allerdings „trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht wirklich bereit, Macht abzugeben oder sie zu teilen“. Um die Dinge voranzubringen sei „ein revolutionärer Prozess“ notwendig. Die bestehende Machtpyramide müsse in ein „Netzwerk gegenseitiger Unterstützung und Ermächtigung“ überführt werden. Ein erster Schritt, den Klerikalimus zu verändern, sei, dass Bischöfe so leben wie die Christen in ihrer Umgebung.

Quelle: katholisch.de  welt.de


Allen, die hier vorbeischauen. wünsche ich ein Weihnachtsfest, das Verzweiflung besänftigt und Hoffnung und Zuversicht Nahrung gibt. Da teilt einer, der von Gott kommt, unser Leben – Gewalt inclusive. Dass jeder Mensch das Seine dazu tut, das Versprechen der Weihnacht einzulösen, damit Gerechtigkeit und Friede werde, das hoffe ich.

Heribert Prantl schaut, wo die Krippe heute stünde.


25.12.2018  „Ich finde, dass die Situation, die wir in diesen Jahren erleben, dazu führen muss, dass wir sie nicht nur organisatorisch behandeln“, sagte BIschof Wilmer, Hildesheim. Vielmehr müsse ernsthaft gefragt werden, was dies für das Nachdenken über Gott, die Bibel, die christliche Botschaft, die Kirche und ihre Liturgie bedeute. Zugleich sei die Frage nach einer veränderten Struktur zu stellen: „Inwieweit müssen wir uns neu aufstellen, inwieweit brauchen wir eine Gewaltenteilung?“ Quelle: dw.com

Kommentar: Ich wünschte, dass alle Bischöfe den Ernst der Situation verstanden hätten: Dass jede Verkündigung einer Frohen Botschaft durch sexualisierte Gewalt korrumpiert wird und die Vertuschung das zweite Verbrechen ist. Es ist ja nicht so, dass es bislang kein theologisches Nachdenken über Gott, Bibel, christliche Botschaft, Kirche und Liturgie gegeben hätte – das Nachdenken wurde von den Kirchenleitungen einfach nicht zur Kenntnis genommen.


24.12.2018 Bislang habe man sich auf die Opfer und die Täter konzentriert und wie sich Missbrauch verhindern lasse. Jetzt aber brauche die Kirche ein stärkeres Bewusstsein für Verantwortlichkeit und Rechenschaft. Das sagte Erzbischof Scicluna im Vorfeld des Treffens der Bischofskonferenzvorsitzenden im Februar 2019 im Vatikan zu den Missbrauchsfällen. Dabei gehe es um mittel- und langfristige Maßnahmen. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dass es bislang um die Opfer gegangen sein soll, muss ich übersehen haben.


23.12.2018 Missbrauchsopfer erzählen: Ein Opfer aus dem Bistum Würzburg und ein Opfer aus dem Bistum Bamberg, ein katholischer Priester, berichten. Quelle: youtube.com


23.12.2018 Im Bistum Fulda haben sich zwei weitere Betroffene, im Bistum Limburg ein weiterer Betroffener gemeldet. Dabei gab es keine Hinweise auf bislang unbekannte Täter. Die Limburger und Mainzer Bischöfe, Bätzing und Kohlgraf haben Kontakt zu Opfern. Bischof Kohlgraf hat bislang einen Betroffenen getroffen. – Die Geldzahlungen in den drei hessischen Bistümern sind unterschiedlich hoch. Fulda zahlte zwischen 1.000 und 8.000 Euro, Mainz bis zu 13.000 und Limburg zahlte als höchste Summe 15.000 Euro. Im Bistum Mainz werden auch Kirchensteuermittel verwendet. – Limburg will 2019 die Präventionsarbeit personell verstärken. Die Opferperspektive sei seit vielen Jahren in die Präventiuonsarbeit eingebunden. Im Bistum Fulda ist die Einbindung Betroffener in die Präventionsarbeit „grundsätzlich geplant“, die Form sei jedoch noch unklar. – Zur Verantwortlichkeit früherer Leitungsverantwortlichen heißt es im Bistum Fulda, dass diejenigen, die vor 2002 Verantwortung getragen haben, verstorben sind und sich seither der Umgang geändert habe. Das Bistum Mainz will die Fragen nach der Verantwortung im Zuge der Gespräche zur Aufarbeitung angehen. – Die hessischen Bistümer beabsichtigen, externe Experten in die Aufarbeitung einzubeziehen. Das Bistum Limburg kündigte ein baldiges Treffen mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und Koblenz an. Quelle: hessenschau.de


22.12.2018 Kardinal Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, ist der Ansicht, dass sexueller Missbrauch von manchen Akteuren genutzt werde, um das sakramentale Priestertum „aus den Angeln“ zu heben. Er kritisierte diejenigen, die Kirche als „historisches Gebilde“ sehen. Die Kirche sei ein Werk Gottes und als solches nicht veränderbar. Sie sei „wesenhaft“ heilig. Quelle: katholisch.de


22.12.2018 Bischof Ackermann, Trier, sieht die Kirche „vor einer epochalen Herausforderung“. Er plädierte für ein Gespräch über Macht, Sexualmoral und die zölibatäre Lebensform der Priester ohne Gesprächsverbote und ohne falsche Tabuisierung gesprochen werden. Dabei sei natürlich der Papst an der Schaltstelle. Änderungen gingen „in den allermeisten Fällen nur gesamtkirchlich“. Macht müsse geteilt werden, um ihren Missbrauch zu verhindern. Zur unabhängigen Aufarbeitung gehöre auch der Einblick „in das einschlägige Aktenmaterial“, das für unabhängige Personen zugänglich sein müsse. Im Aufar­beitungsprozess müsse mit externen Fachleuten und Betroffenen zusammengearbeitet werden. Quelle: Volksfreund


22.12.2018 Bischof Wilmer, Hildesheim, sagt zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle: „Es geht um Gerechtigkeit, nicht um den Ruf der Kirche. Das wäre gewissermaßen nur ein Kollateralnutzen.“ Bei der christlichen Botschaft stehe „der Mensch im Mittelpunkt, nicht eine Institution“. Die Missbrauchsfälle erschütterten heute die Kirche weltweit „bis ins Mark“. Wilmer wies darauf hin, dass die Kirche nicht nur heilig, sondern auch sündig sei und der steten Umkehr bedürfe. „Beim Missbrauch geht es um Macht. Wir brauchen eine Gewaltenteilung in der Kirche; Macht darf nicht absolut sein.“ Man könne Fälle von sexualisierter Gewalt „nicht einfach abtun oder sagen, dass diese eben aus ihrer Zeit heraus beurteilt werden müssen“, betonte Wilmer.

Quelle: vaticannews


22.12.2018 Mathias Drobinski, Süddeutsche, über den Zustand der katholischen Kirche: „Das Verständnis von der unbefleckten und unbefleckbaren Kirche ist endgültig am Ende, von einer Kirche, die ganz genau weiß, wo es langgeht zum Heil, die alle als irregulär und defizitär ansieht, die sich nicht an die einmal festgeschriebene Sexualmoral halten. Die Wiederkehr des Missbrauchsskandals hat den Verlust an moralischer und geistiger Deutungskraft offenbart, den die Kirchen haben hinnehmen müssen, die katholische vor allem, aber auch die evangelische.“ Quelle: sueddeutsche.de


21.12.2018 In der Glaubenskongregation ist seit Ende 2015 ein öffentlich kaum wahrgenommenes Berufungsgericht installiert, das den Widerspruch gegen Urteile gegen Kleriker überprüft. Ihm gehören acht Kardinäle und Bischöfe an. In  mehr als einem Drittel der Widersprüche hat dieses Berufungsgremium des Vatikans die Strafen für Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurden, stark reduziert. Kritiker sagen, das Gremium untergrabe die päpstliche Nulltoleranz gegen sexuellen Missbrauch. 2017 beschwerte sich Kardinal O’Malley über die übermäßige Nachsicht des Berufungsgerichts. Bislang hat das Berufungsgericht die Strafen für mindestens 15 Kleriker-Täter in Argentinien, Mexiko, Peru und anderen Ländern reduziert. In einem Fall aus Polen hob das Gericht das Urteil vollständig aurf, weil es keine moralische Gewissheit über die Schuld gebe, obwohl keine neuen Beweise vorgelegt wurden. Quelle: wsj.com


21.12.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, sieht deutliche Fortschritte bei der Aufarbeitung sexueller Übergriffe in der katholischen Kirche. Inzwischen gebe es in den meisten Bistümern den ernsthaften Willen zur Aufarbeitung. Quelle: Deutschlandfunk


21.12.2018 Aus der Ansprache des Papstes an die Kurie einige Stichworte:

„Seit einigen Jahren bemüht sich die Kirche ernsthaft um die Beseitigung des Übels des Missbrauchs, das zum Herrn nach Vergeltung schreit, zu Gott, der nie das Leid vergessen wird, das viele Minderjährige durch Geistliche und Gottgeweihte erfahren haben: Missbrauch von Macht, Missbrauch des Gewissens und sexueller Missbrauch. … Auch heute gibt es viele ‚Gesalbte des Herrn‘, Gottgeweihte, die die Schwachen missbrauchen und ihre moralische Macht und Überredungskunst ausnutzen. Sie begehen abscheuliche Taten und üben weiter ihren Dienst aus, als ob nichts wäre; sie fürchten weder Gott noch sein Gericht, sondern haben einzig davor Angst, entdeckt und entlarvt zu werden. Amtsträger, die den Leib der Kirche verletzen, indem sie Skandale verursachen und den Heilsauftrag der Kirche und die aufopferungsvolle Hingabe vieler ihrer Mitbrüder und -schwestern in Misskredit bringen. … Die Sünden und Verbrechen gottgeweihter Personen erhalten eine noch dunklere Färbung von Untreue und Schande und entstellen das Antlitz der Kirche, indem sie ihrer Glaubwürdigkeit schaden. Tatsächlich ist die Kirche zusammen mit ihren treuen Söhnen und Töchtern auch ein Opfer dieser Untreue und dieser im wahrsten Sinne des Wortes ‚Verbrechen der Veruntreuung’….es muss klar sein, dass angesichts dieser Abscheulichkeiten die Kirche keine Mühen scheuen wird, alles Notwendige zu tun, um jeden, der solche Verbrechen begangen hat, der Justiz zu unterstellen. Die Kirche wird nie versuchen, einen Fall zu vertuschen oder unterzubewerten. Es ist unbestreitbar, dass einige Verantwortungsträger in der Vergangenheit aus Leichtfertigkeit, ungläubiger Fassungslosigkeit, mangelnder Qualifikation, Unerfahrenheit – wir müssen die Vergangenheit mit der Hermeneutik der Vergangenheit beurteilen – oder wegen geistlicher und menschlicher Oberflächlichkeit viele Fälle ohne die gebotene Ernsthaftigkeit und nicht schnell genug behandelt haben. Das darf nie wieder vorkommen. Das ist der Wille und die Entscheidung der ganzen Kirche. … Und denen, die Minderjährige missbrauchen, möchte ich sagen: Bekehrt euch, stellt euch der menschlichen Justiz und bereitet euch auf die göttliche Gerechtigkeit vor.“ Quelle: vaticannews

Kommentar: Manchmal ist nicht nur das erhellend, was gesagt wird, sondern auch das, was nicht gesagt wird.- Die Aufforderung an priesterliche Missbrauchstäter, sich der menschlichen Justiz zu stellen, dürfte ähnlich resonanzlos bleiben, wie die Aufforderung des Papstes bei seiner Rückreise aus Mexiko im Februar 2016 an Bischöfe, die einen als Kindesmissbraucher bekannten Priester lediglich versetzt haben: Sie sollten ihren Rücktritt einzureichen.

Der Papst empfiehlt, die Vergangenheit mit der Hermeneutik der Vergangenheit zu beurteilen. Einverstanden! Ich schlage also die Hermeneutik der Bibel vor. Damals schrieb der Evangelist Matthäus: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.“ (Mt 18, 6; par Mk 9,42)  Um Missverständnisse zu vermeiden: D.i. keine Aufforderung zur Todesstrafe. Es ist eine Warnung, die die Schwere des Verbrechens vor Augen stellt.


21.12.2018 Kardinal Wölki, Köln, widerspricht Bischof Wilmer, Hildesheim. Wilmer hatte davon gesprochen, dass der Missbrauch von Macht in der DNA der Kirche  stecke. Wenn das so wäre, dann müsse er, Wölki, aus der Kirche austreten. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nun, in der Bibel folgt den Schöpfungs- und Paradieserzählungen unmittelbar die Geschichte eines Mordes: Kain bringt seinen Bruder Abel um. Wer sich in der Geschichte, inclusive der Kirchengeschichte, umschaut, wer Zeitungen liest, wer sich selbst kritisch anschaut, der weiß, dass in jedem Menschen die Fähigkeit steckt, Macht zu missbrauchen. Diese Fähigkeit gehört sozusagen zur DNA eines jeden Menschen – und die Kirche besteht aus Menschen. Nicht umsonst steht an oberster Stelle des Dekalogs, soweit er das Zusammenleben der Menschen ordnen will, der Satz „Du sollst nicht töten/morden!“ 


21.12.2018 Das Berliner Kirchengericht hat fast neun Jahre nach Bekanntwerden der über 100 Missbrauchsfälle am Berliner Canisisus-Kolleg einen der beiden Haupttäter, den Priester Peter R., verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Verurteilte kann Berufung einlegen. Erst danach  wird das Urteil bekannt gemacht. Ein strafrechtliches Verfahren gegen Peter R. war bereits 2011 gegen Zahlung einer Geldauflage – 4.000 Euro – eingestellt worden. Dabei hatte das Bistum Hildesheim die Justiz jedoch nicht darüber informiert, dass Peter R. einer der Haupttäter des Canisius-Kollegs war. Die Berliner Morgenpost berichtet, dass Peter R. aus dem Klerikerstand entlassen werde und seine Pensionsberechtigung verlöre. Quelle: vaticannews.va


20.12.2018 Kardinal Marx, München, plädiert für mehr Gewaltenteilung in der katholischen Kirche. Dies sei mit Theologie und Kirchenrecht vereinbar. Im Erzbistum München solle ab Ende 2019 das Amt des Generalvikars und des Amtschefs der Diözesanverwaltung getrennt werden. Amtschef solle ein Laie werden. Quelle: katholisch.de


20.12.2018 Bischof Genn, Bistum Münster, fordert ein Ende der Verjährungsfristen als Signal an die Opfer und um Tätern klar zu machen, dass sie mit ihren Verbrechen nicht davon kommen werden. Die Konsequenz aus dem Fall des Pfarrers von Bedburg-Hau sei, dass der Täter nicht nur eine Therapie machen müsse, sondern dass auch ein wissenschaftlich fundiertes forensisches Gutachten Grundlage für die Entscheidung sei, ob ein auffällig gewordener Priester wieder eingesetzt werde. Genn weist darauf hin, dass derzeit alle Priester unter Generalverdacht stünden. Quellen: Domradio  katholisch.de


20.12.2018 Bischof Bode, Bistum Osnabrück, spricht sich gegen die Nennung von Namen derer, die vertuscht haben, aus. Ausgenommen seien drastische Fälle. Oftmals seien die Entscheidungen von Organisationen innerhalb der Kirche getroffen worden, so dass die Nennung einzelner Verantwortlicher schwer falle. Zudem seien manche Fälle nicht eindeutig oder die Verantwortlichen nicht mehr am Leben. Bode sagte, er habe die schwere Wirkung der Taten nicht angemessen erkannt, das sei heute anders. Quellen: NDR


20.12.2018 Inzwischen geht das Bistum Osnabrück davon aus, dass der zuletzt beschuldigte Priester insegesamt zehn Kinder missbrauchte: In Merzen, Dalum, Rhede und Twist. Quelle: ndr.de


20.12.2018 Die Erzdiözese Freiburg wird die Personalakten aller 190 Beschuldigten, die im Rahmen der MHG-Studie identifiziert worden waren, der Staatsanwaltschaft Freiburg zur Überprüfung überlassen. Von den 190 Beschuldigten aus einem Zeitraum von siebzig Jahren leben noch rund dreißig Personen. Quelle: Erzbistum Freiburg


20.12.2018 In Illinois, USA, sollen sich 690 katholische Geistliche an Kindern vergangen haben. Bislang hatte die katholische Kirche von 185 Klerikern gesprochen, gegen die glaubhafte Missbrauchsvorwürfe vorliegen. Die Staatsanwältin Madigan sagte, die katholische Kirche habe die Vorwürfe nicht gründlich untersucht. Die Erzdiözese Chicago erklärte, der Vorwurf des mangelnden Aufklärungswillens treffe nicht zu. Es sei nicht angemessen, eine Liste von Verdächtigungen zu veröffentlichen, ohne die Beschuldigungen genau überprüft zu haben. Die Diözese Joliet wies darauf hin, dass das Bistum keine Hinweise der Generalstaatsanwaltschaft auf fehlerhafte Aufklärung erhalten habe. Es gebe also keine konkreten Hinweise der Behörden, dass die von der Diözese veröffentlichte Liste potenzieller Missbrauchstäter fehlerhaft sei.

Hintergrund: In Illinois gibt es 6 Bistümer mit derzeit 2350 kath. Klerikern. Eines der Bistümer ist das Erzbistum Chicago mit Kardinal Cupich als Erzbischof. Cupich gehört dem Organisationskommitee für das Treffen der Bischofskonferenzvorsitzenden zur Missbrauchskrise im Februar 2019 im Vatikan an. Er war von 2008 bis 2011 Präsident des USCCB Committee for the Protection of Children and Young People der US-amerikanischen Bischofskonferenz, was ihn nicht hinderte, im McCarrick-Fall davon zu sprechen, dass der Papst einer „größere Agenda“ folge.  Wichtiger, als sich mit solchen Anschuldigungen zu befassen, sei es zum Beispiel, über den Umweltschutz und den Schutz von Migranten zu sprechen. Quelle: tagesanzeiger.ch  katholisch.de


20.12.2018 In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sind nach bisherigem Kenntnisstand fünf Missbrauchsfälle seit 1950 bekannt. Quelle: mdr.de


20.12.2018 Das Bistum Erfurt erstattete Anzeige gegen einen Priester, der des mehrfachen sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Das mutmaßliche Opfer hatte sich bei einem Beauftragten des Bistums gemeldet. In der Personalakte gab es keine HInweise. Außerhalb der Personalakte jedoch gab es 1989 eine Notiz des damaligen Personalverantwortlichen, des späteren Weihbischofs Hans-Reinhard Koch, dass der Priester „homosexuelles Verhalten Jugendlichen gegenüber“ gezeigt habe. Der Beschuldigte wurde ermahnt. Der damals zuständige Bischof Joachim Wanke räumte ein, einen Fehler gemacht zu haben.Quelle: katholische Sonntagszeitung


19.12.2018 Der Papst hat den Rücktritt von Weihbischof Alexander Salazar, USA, angenommen. Das für Fehlverhalten von Geistlichen zuständige Kontrollkomitee der Erzdiözese Los Angeles stuft Missbrauchsvorwürfe an Minderjährigen gegen Salazar als glaubwürdig ein. Die Erzdiözese wusste seit seit 2005 von den Vorwürfen. 2002 ermittelte die staatliche Justiz, es kam jedoch nicht zu einer Anklage. Salazar wies die Vorwürfe zurück.

Er arbeitete seit 2004  bis zum 1.3.2011 mit Kardinal Roger Mahony, Erzbistum L.A., zusammen. Mahoney wurde mehrfache Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Quelle: domradio.de


19.12.2018 Das Bistum Erfurt hat wegen des Verdachts mehrfachen sexuellen Missbrauchs bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen Strafanzeige gegen einen Priester erstattet und ein kirchliches Verfahren eingeleitet. Dem Bistum seien bislang keine Vorwürfe bekannt gewesen. Es gab keine Einträge in der Personalakte. Allerdings gab es einen Aktenvermerk des damaligen Personalverantwortlichen und späteren Weihbischofs Hans-Reinhard Koch aus dem Jahr 1989 über ‚homosexuelles Verhalten Jugendlichen gegenüber‘. Der Priester, der die Vorwürfe bestreitet,  sei „ermahnt“ worden.  Der damals zuständige Bischof Wanke räumte einen Fehler ein.Bischof Neymeyr kündigte an, dass auch die bislang nicht gesichteten Personalakten sämlicht personenbezogenen Akten von unabhängigen Fachleuten untersucht werden sollen. Quelle: katholisch.de


18.12.2018 Bischof Overbeck, Essen, sagt mit Blick auf die kirchlichen Missbrauchsfälle, er sei oft der Verzweiflung über den Zustand der Kirche nahe. Der Regensburger Bischof Voderholzer spricht mit Blick auf Missbrauch in der katholischen Kirche von „fürchterlichen Dingen“, für die man sich nur „abgrundtief schämen“ könne. Als „Missbrauch des Missbrauchs“ bezeichnete er, dass manche auch innerkirchliche Kreise ihre Rezepte, die schon vorgestern nichts taugten, mal wieder anpriesen, um endlich ihre ‚andere Kirche‘ zu erschaffen. Quellen: vaticannews  vaticannews


18.12.2018 Prälat Henryk Jankowski, eine Ikone der Solidarność-Bewegung in Polen und Beichtvater des Arbeiterführers Lech Wales, soll Kinder missbraucht und vergewaltigt haben. Im Umkreis der Danziger Kirchen, an denen der Geistliche tätig war, soll sein Treiben ein offenes Geheimnis gewesen sein. Niemand habe sich aber getraut, laut darüber zu sprechen. Das erste Opfer, das 2004 Anzeige erstattete, wurde als unglaubwürdig eingestuft.

Die polnische Zeitung „Wyborcza“ schreibt, dass er sich in seinem Pfarrhaus eine Art Harem mit Jungen im Teenager-Alter hielt. Der damals zuständige Erzbischof Tadeusz Goclowski habe ihn gerügt: „Ein ernsthaftes Problem, das mich bereits seit einigen Jahren beunruhigt, ist dein Verhältnis zu jungen Männern.“ 2004 wurde er suspendiert. In Deutschland wurden 2010 erste Vorwürfe bekannt. Jankowski starb 2010. Quellen: katholisch.de  Spiegel 26.3.2010


18.12.2018 Die Staatsanwaltschaft Paderborn erwartet etwa 10 bis 20 Personalakten von noch lebenden Geistlichen des Erzbistums Paderborn, um zu prüfen, ob darin Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten zu finden ist. Außerdem solle die Verjährung geprüft werden. Quelle: westfalen-blatt.de


18.12.2018 Die Vorbereitungsgruppe, die die Bischofskonferenz zur Missbrauchskrise Ende Februar im Vatikan organisiert, hat empfohlen, dass sich jeder Teilnehmer vor der Konferenz mit einem Opfer sexueller Gewalt durch Kleriker treffen solle. Erst wenn das Schicksal der Betroffenen ehrlich wahrgenommen werde, könnten die Hauptanliegen des Treffens angemessen behandelt werden: Verantwortlichkeit, Rechenschaft und Transparenz. Quelle: kathpress


18.12.2018 Einige Bischöfe unternehmen nach der MHG-Studie erste Schritte, die Missbrauchsfälle in ihren Bistümern aufzuklären.

Neben dem Hildesheimer Bischof Wilmer gibt es weitere Bischöfe, die die Aufklärung von Missbrauchsfällen vorantreiben. Der Freiburger Erzbischof Burger wirft seinem Amtsvorgänger Zollitsch Fehler im Umgang mit Missbrauchstaten vor und geht zugleich auf Opfer zu. Der Münsteraner Bischof Genn sagt, dass sein Vorgänger Lettmann als damaliger Generalvikar einen pädophilen Geistlichen immer wieder, u.a. nach Rhede, versetzte, wo der damalige Kaplan immer wieder Kinder missbrauchte.  Der Würzburger Bischof Jung stellt sich einer Podiumsdiskussion. Der Osnabrücker Bischof Bode machte einen weiteren Missbrauchsfall öffentlich und räumte schwere Fehler ein. Das Erzbistum Köln übergibt Akten mehreren Staatsanwaltschafte – allerdings auf Anforderung der Staatsanwaltschaft. Quelle: Domradio


18.12.2018 Im Fall des im Bistum Münster suspendierten ehemaligen Pfarrers von Bedburg-Hau stellt sich nun heraus, dass der Suspendierte schon 2006 als Pfarrer von Senden-Ottmarsbocholt sexuelle Annäherungen an einen Erwachsenen gemacht habe. Daraufhin habe er sich psychologisch beraten lassen müssen. 2011 sei es in Kevelaer zu unangemessenen Kontakten mit sexuellem Inhalt mit zwei erwachsenen Männern gekommen. Das Bistum habe seinen Wiedereinsatz in der Seelsorge nach einer längeren Therapie erlaubt, weil Experten kein erhöhtes Rückfallrisiko sahen. Inzwischen nannte das Bistum die Wiedereinsetzung „einen Fehler“: „Aus diesen Erfahrungen werden wir für die zukünftige Einsatzpraxis die notwendigen Konsequenzen ziehen“, sagte Personaldezernent Karl Render. Quelle: katholisch.de

vgl. jedoch die Nachrichten vom 13.6.2016 soester-anzeiger.de und vom 25.9.2018 isselburg-live.de

17.12.2018 Das Biesdorfer Gymnasium feiert sich selbst und scheut sich auch nicht, im Fernsehen ein Bild von einem Täter zeigen zu lassen. Dass es dort Opfer sexualisierter Gewaltgab, ist „nicht der Rede wert“. Hier steht ein Protest, dem sich alle anschließen müssten, denen das Erleben der Opfer nicht gleichgültig ist.


17.12.2018 Das Erzbistum Köln hat die von der Staatsanwaltschaft Köln angefragten Akten übergeben. Auch den Staatsanwaltschaften Düsseldorf und Bonn seien Originalakten zugestellt worden. Damit seien nun komplett alle bekannten Fälle der Vergangenheit zur Prüfung und weiteren Ermittlung ausgehändigt. Darüber hinaus werden alle diese Fälle aus der Vergangenheit Gegenstand der unabhängigen Untersuchung sein. Mit dieser Untersuchung wurde die Kanzlei ‚Westpfahl, Spilker, Wastl‘, München, beauftragt. Quelle: Domradio


17.12.2018 Der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro, berichtet, dass seit der Veröffentlichung des Missbrauchs-Reports von Pennsylvania im August 2018 etwa 1.450 Anrufe an die Hotline erfolgten. Viele der Kontakte lieferten Informationen, die den staatlichen Ermittlern während ihrer zweijährigen Untersuchung nicht bekannt worden waren. Ob sich darunter strafrechtlich relevante Informationen befinden, wird derzeit geprüft. Shapiro sagte auch: „The church ‚fought us every step of the way. Every opportunity they had to do the right thing, they did the opposite‘.“

Nur zwei der 300 in Pennsylvania beschuldigten Priester konnten strafrechtlich verfolgt werden. Keiner von denen, die die Vertuschung ermöglichten, konnte vor dem staatlichen Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden. Quelle: eu.elpasotimes.com


17.12.2018 Bislang hieß es, es gehe im Fall eines im Bistum Münster suspendierten ehemaligen Pfarrers von Merzen um beleidigende Äußerungen, nicht um sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Nun stellt sich heraus, dass der geständige Suspendierte SMS-Nachrichten an Messdiener, u.a. auch an einen minderjährigen Messdiener, schickte mit „schamlosem“ Inhalt, der Anrede „mein Prinz“ oder „mein Schatz“, bis hin zu Aufforderungen nach körperlichem Kontakt. Quelle: rp-online.de


17.12.2018 Zusätzlich zu den drei Missbrauchsfällen in Merzen, Bistum Osnabrück, aus den 1980er- und 1990er-Jahren meldeten sich Betroffene, die von Übergriffen in den 1970er-Jahren berichten. Der Beschuldigte war in Dalum (1966-69), in Rhede (1969-72) und in Twist (1972-76) tätig, bevor er 1976-1997 in Merzen arbeitete. Es muss auch damit gerechnet werden, dass sich die Zahl der Betroffenen in Merzen erhöht. Quelle: ndr.de


16.12.2018 Ein wegen sexuellem Missbrauch im Jahr 2013 laisierter Priester aus Kamerun hat im Erzbistum Köln falsche Dokumente vorgelegt und wurde vertretungsweise in der französisch-sprachigen Seelsorgestelle Köln-Bonn tätig. Der emeritierte Bischof seiner Heimatstadt, Bertoua, hatte ihm trotz der Entlassung Empfehlungsschreiben ausgestellt. Die Gemeinden, die Glaubens- und Bischofrskongregation seien informiert worden. Das Erzbistum habe Maßnahmen ergriffen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholen könne. Sexuelle Übergriffe in Deutschland sind nicht bekannt. Quelle: aachener-nachrichten.de  vaticannews


16.12.2018 Martin S., ein Missbrauchsopfer von Heinz P., ehemaliger Priester in Rhede, Bistum Münster, berichtet von den Folgen. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die damalige Bistumsleitung. Quelle: kirche und leben


16.12.2018 Im Fall des früheren Pfarrers von Merzen ging die Spaltung der Gemeinde bis in die Familien. Manche Eltern wiesen die Vorwürfe ihrer Kinder gegen den Pfarrer zurück. Andere erlaubten ihren Kindern, nicht mehr ins Zeltlager fahren zu müssen. Eine Frau sagt: „Die Eltern haben sich vielleicht auch deswegen nicht gemeldet, weil ganz sicher war: Es passiert ihm [dem PFarrer] nichts. Er wird höchstens wieder in die nächste Gemeinde versetzt. … Alle wussten: Es ändert sich sowieso nichts.“ Eine Frau weist darauf hin, dass es Gerüchte schon beim Amtsantritt in Merzen gab. Ein Mann sagte: „Wir wissen ja alle, was damals passiert ist. Da musste man schon die Augen zumachen, um das nicht zu sehen.

Bischof Bode versetzte den Pfarrer 1997 laut Personalakte „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand. In Hagen arbeitet der Pfarrer jedoch auch im Ruhestand weiter aktiv in der Gemeinde. Noch 2015 feierte Bischof Bode einen Gottesdienst anlässlich des 100. Geburtstages der Ortskirche Hagen-Gellenbeck mit dem Pfarrer – trotz aller Gerüchte.  Quelle: NOZ  NDR


15.12.2018 In Merzen, Bistum Osnabrück, hat ein Pfarrer in den 1980er und 1990er Jahren drei Jugendliche sexuell missbraucht. Gerüchte gab es seit langem, aber es gab keine Zeugen. Dennoch versetzte Bischof Bode den Verdächtigen 1997 in den vorzeitigen Ruhestand. 2017 meldeten sich Opfer beim Bistum. Die Staatsanwaltschaft stellte die Verjährung, die Glaubenskongregation stellte die Schuld des geständigen Täters fest, sah aber wegen des Alters und der angeschlagenen Gesundheit von einem Verfahren ab. Das Bistum verfügte ein Verbot aller öffentlichen Auftritte und liturgischen Handlungen und den Besuch in der ehemaligen Pfarrei. Der Pfarrer dürfe auch nicht in Merzen kirchlich beerdigt werden. Der Täter war von 1976 bis 1997 Pfarrer in Merzen, zuvor war er von 1966 bis 1969 in Dalum, von 1969 bis 1972 in Rhede und von 1972 bis 1976 in Twist eingesetzt. Quellen: katholisch.de  noz  NDR


14.12.2018 An einer Diskussion über die MHG-Studie in Würzburg mit Dr.Christine Bergmann, Bischof Franz Jung und Prof. Hans-Joachim Salize nahm auch Godehard Herzberger, ein Betroffener aus Berlin, teil. Moderiert wurde das Gespräch von Matthias Drobinski, SZ. Bemerkenswert war das Zentrum der Diskussion: Wieder einmal ging es vorwiegend um die Täter. Es ging nur ganz am Rande um die Betroffenen und es ging gar nicht um die sprirituellen Verletzungen der Opfer.

Quelle: youtube.com


14.12.2018 Prälat Henryk Jankowski, eine Ikone der Solidarność-Bewegung in Polen und Beichtvater des Arbeiterführers Lech Wales, soll Kinder missbraucht und vergewaltigt haben. Im Umkreis der Danziger Kirchen, an denen der Geistliche tätig war, soll sein Treiben ein offenes Geheimnis gewesen sein. Niemand habe sich aber getraut, laut darüber zu sprechen. Das erste Opfer, das 2004 Anzeige erstattete, wurde als unglaubwürdig eingestuft.

Die polnische Zeitung „Wyborcza“ schreibt, dass er sich in seinem Pfarrhaus eine Art Harem mit Jungen im Teenager-Alter hielt. Der damals zuständige Erzbischof Tadeusz Goclowski habe ihn gerügt: „Ein ernsthaftes Problem, das mich bereits seit einigen Jahren beunruhigt, ist dein Verhältnis zu jungen Männern.“ 2004 wurde er suspendiert. In Deutschland wurden 2010 erste Vorwürfe bekannt. Jankowski starb 2010. Quellen: mdrSpiegel 26.3.2010


14.12.2018 Kardinal Vincent Nichols, Erzbischof von Westminster, wird Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch katholische Kleriker vorgeworfen. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen, zugleich jedoch Fehler eingeräumt. Die Vorwürfe beziehen sich auf seine Zeit als Erzbischof von Birmingham, 2000 – 2009. Er wollte Zivilklagen gegen die Kirche vermeiden.

Kardinal Nichols berichtete auch, dass ein Generalvikar seiner früheren Erzdiözese versucht hat, zwei priesterlichen Missbrauchstäter zur Flucht in die USA zu verhelfen. Der frühere Bischof Leonard P. James Robinson habe einem der Beschuldigten zudem ein gutes Führungszeugnis ausgestellt, obwohl Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch in Großbritannien vorlagen. Quellen: Domradio  telegraph.co.uk  catholic.herald


14.12.2018 Der Hildesheimer Bischof Wilmer sagt, der Missbrauch von Macht stecke in der DNA der Kirche. Bisher fehle es an jeglicher Idee, welche Konsequenzen das für die Theologie haben müsse. In Zukunft müsse über die sündige Kirche neben der heiligen Kirche gesprochen werden. Um das Böse einzudämmen, brauche es wirksame Kontrolle von Macht, also Gewaltenteilung. Wilmer wies auf Eugen Drewermann als Propheten hin („Kleriker“) und nannte auch Klaus Mertes einen Propheten unserer Zeit. Gegen Kardinal Müller warnt er vor Geschichtsvergessenheit. Bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gehe es in erster Linie um Wahrheit und Gerechtigkeit, nicht um die Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit der Kirche, die sei „bestenfalls ein Kollateralnutzen“. Quelle: katholisch.de  bistum-hildesheim.de- das Interview


13.12.2018 Am 12.12. haben Frauen – aufgerufen von der kfd – vor Kirchen protestiert. Mit der Aktion #MachtLichtAn wollten sie öffentlich zeigen, was viele Frauen in der Kirche bewegt: „Solidarische Klage mit den Opfern, persönliche Betroffenheit und eigene Ohnmacht.“ In Deutschland gab es mehr als 160 solcher „Klage-Andachten“ vor Kirchen. Quelle: Domradio  bistumlimburg.de  kirche-und-leben.de


13.12.2018 Der frühere Vatikansprecher Federico Lombardi hat zur vorbehaltlosen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals aufgerufen. Wenn die katholische Kirche die Frage nicht grundlegend angehe, werde sie „von einer Krise in die nächste“ geraten, schrieb er in der Zeitschrift La Civilta Cattolica. Es sei unrealistisch, Missbrauch als Problem des Westens oder der angelsächsischen Welt anzusehen. Unter den Kirchenoberen herrsche zum Teil eine unglaubliche Naivität. Quelle: Domradio


13.12.2018 Nach Angaben der italienischen Webseite Vatican Insider wurde Pell am Dienstag in fünf Anklagepunkten für schuldig erklärt. Viermal handele es sich um „obszöne Handlungen in der Öffentlichkeit“, einmal um „Gewalt“ gegen einen Minderjährigen in den 1990er Jahren. Der Vorwurf lautet, er habe 1996 als Erzbischof in der Sakristei der Kathedrale von Melbourne zwei Chorknaben zu Oralsex gezwungen. Das Strafmaß soll am 4. Februar verkündet werden. Danach kann Pell Berufung einlegen. Da das australische Gericht eine Nachrichtensperre verhängt hat, werden keine Einzelheiten bekannt. Quelle: katholisch.de


13.12.2018 Die katholische Kirche in Spanien hat priesterliche Missbrauchstäter ins Ausland geschickt, vor allem nach Chile, Ecuador, Peru, Bolivien, Venezuela, Honduras, USA, Benin und Kenia. El Pais hat die Fälle von 18 Priestern untersucht, die aus Spanien kamen und im Ausland des Missbrauchs Minderjähriger überführt wurden. Einige der spanischstämmigen Geistlichen war bereits in Spanien angezeigt worden. Ein Geistlicher war sieben Mal in verschiedenen Schulen im Baskenland, in Aragon und in Madrid angezeigt worden, ging dann nach Chile, wurde dort 2009 verhaftet und 2011 verurteilt. Aufgedeckt wurde auch mindestens ein Fall, in welchem der Priester durch seine Kirche, mittels Versendung ins Ausland, vor einer Haftstrafe bewahrt wurde. Quelle: hpd.de


13.12.2018 Das Erzbistum Hamburg hat zehn Personalakten an die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein und eine Personalakte an die Staatsanwaltschaft in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Damit seien „sämtliche einschlägige Akten über mögliche Missbrauchsfälle durch Geistliche“ zur Verfügung gestellt worden. Das Erzbistum hat nach eigenen Angaben auch der Generalstaatsanwaltschaft in Hamburg die Übergabe von Akten angeboten. Es gebe aber noch keine Rückmeldung. Quelle: katholisch.de


13.12.2018 Die Diözese Würzburg will 3000 Akten von Priestern zwischen 1945 und 2000 zur Prüfung an die Justizbehörden übergeben.Zudem sollen der Staatsanwaltschaft alle Verdachtsfälle seit 1970 vorgelegt werden. Die Personalakten von 2000 bis 2015 wurden bereits von einer unabhängigen Anwaltskanzlei gesichtet. Auch die Unterlagen in den früheren Internaten werden der Staatsanwaltschaft übergeben: Kilianeum Würzburg, Kilianeum Bad Königshofen und Kileaneum Miltenberg.

Auch das Bistum Augsburg will alle im Rahmen der MHG-Studie von der deutschen Bischofskonferenz zusammengestellten Unterlagen den Justizbehörden übergeben, auch die Akten, in denen erkennbar Verjährung eingetreten ist.

Die Bayerischen Bistümer hatten bei ihrer Herbstvollversammlung beschlossen mit den Staatsanwaltschaften zu kooperieren. Zu den bayerischen Bistümern gehören neben Würzburg und Augsburg das Erzbistum München-Freising, Bistum Bamberg, Eichstätt, Passau und Regensburg. Quelle: br.de


13.12.2018 Das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung soll ab März 2019 dauerhaft eingerichtet werden. Bislang ist es noch befristet. Quelle: Deutschlandfunk


12.12.2018 Kardinal Pell soll von einer australischen Jury aufgrund von fünf Anklagen wegen Kindesmissbrauch in der Kathedrale von Melbourne, die Jahrzehnte zurückreichen, einstimmig für schuldig befunden worden sein. Die Verurteilung werde Anfang Februar 2019 erwartet. Die Art der Anschuldigung ist nicht bekannt, weil der Vorsitzende Richter eine Nachrichtensperre erlassen hat. Eine Bestätigung der australischen Justiz steht  aus.

Ein zweiter Prozess gegen Pell wegen Missbrauchsvorwürfen in Ballarat wurde noch nicht eröffnet. Auf die Journalistenfrage, ob Kardinal Pell Präfekt des Sekretariats für Wirtschaft bleiben könne, antwortete der Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls, Greg Burke: „Das ist eine gute Frage“. Quelle: americamagazine.org  cruxnow.com  cruxnow.com


12.12.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert einheitliche Standards in den deutschen Bistümern bei der Aufarbeitung. Er erwartet, dass  im ersten Quartal 2019 klar wird, wann Einvernehmen unter den Bistümern erreicht wird. Unklar sei noch immer, wer bei bereits verjährten Taten Zugang zu den Akten und Archiven bekomme. Auch das Recht auf Akteneinsicht der Betroffenen sei noch unklar. Quelle: Domradio


12.12.2018 Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt in zwei Missbrauchsfällen gegen Priester des Bistums Hildesheim. Das Bistum selbst hat Unterlagen zu sechs noch lebenden beschuldigten Priestern an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ein erstes Vorermittlungsverfahren gegen einen Geistlichen sei mangels Anfangsverdacht eingestellt worden, hieß es weiter. Drei weitere Fälle seien bereits verjährt.

Quelle: NDR  domradio.de


12.12.2018 Der Papst hat die Kardinäle George Pell, Monsengwo Pasinya und Errazuriz Ossa von der Arbeit im K-9-Rat entpflichtet. Er entsprach damit bereits im Oktober dem Gesuch der Kardinäle um Entpflichtung aus Altersgründen.

Pell wird Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen und Missbrauch vorgeworfen, Errazuriz wird Vertuschung und Meineid und Falschaussage vorgeworfen. Quelle: katholisch.de  Spiegel


11.12.2018 Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, hat einen 50 Jahre alten Priester, der zuletzt als Leitender Pfarrer in der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer in Bedburg-Hau eingesetzt war, am 10. Dezember, mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst freigestellt. Begründet wurde die Suspendierung nicht. Quelle: rp-online.de

Kommentar: Über die Gründe der Suspendierung kann nur spekuliert werden – da wäre Transparenz sinnvoll, um Spekulationen zu vermeiden. Immerhin wurden nicht die bislang üblich benannten „gesundheitlichen Gründe“ angeführt, die ein gravierendes Fehlverhalten verdecken sollten.

Nachtrag: Es gehe um beleidigende Äußerungen, nicht um sexuellen Missbrauch Minderjähriger.


11.12.2018 Nach einer Veranstaltung in der Kirchengemeinde Rhede über sexuellen Missbrauch durch den Geistlichen Heinz P. meldeten sich sieben Betroffene. Der Westfälische Anzeiger berichtete, dass sich ihm vier Opfer anvertrauten. Vor der Informationsveranstaltung wusste das Bistum nur von vier Betroffenen.  Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es ist nicht selten so, dass Täter mehrere Opfer haben. Ist der Name eines Täters bereits bekannt, trauen sich auch Opfer, sich zu erkennen zu geben, weil sie die Hoffnung haben, dass ihnen geglaubt wird. Solange sie davon ausgehen müssen, dass sie die einzigen Opfer sind, rechnen sie damit – und müssen es aller Erfahrung nach auch -, dass ihnen nicht geglaubt wird. Wenn die Namen von glaubwürdig Beschuldigten veröffentlicht würden, könnten wir ein genaueres Bild über kirchliche Missbrauchsfälle erhalten.


 11.12.2018 Nach dem zweiten glaubhaften und plausiblen Missbrauchsvorwurf gegen den Hildesheimer Altbischof Heinrich Maria Janssen will das Bistum Hildesheim ein externes Institut an der Aufklärung beteiligen. Kriminologen, Historiker und andere Experten sollten den Vorwurf prüfen. Das mutmaßliche Opfer war von seinem Heimleiter zum Bischof gebracht worden. Auch der Heimleiter, ein Priester, und ein Kaplan sollen den Mann missbraucht haben. Daher will Bischof Wilmer auch die damaligen Hildesheimer Kinder- und Waisenhäuser, den Johannishof und den Bernwardshof, komplett überprüfen. Quelle: katholisch.de


10.12.2018 Der kongolesische Arzt Denis Mukwege (63) und die irakische Jesidin und Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad (25) haben den Friedensnobelpreis 2018 erhalten. Sie wurden für ihren außergewöhnlichen Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen und bewaffneten Konflikten geehrt. Quelle: domradio.de


9.12.2018 Über die „Vergessenen“. Das sind jene Frauen (und Männer), die als Erwachsene von Priestern sexuell ausgebeutet  wurden. Untersuchungen, die der Royal Commission vorgelegt wurden, deuten darauf hin, dass die Zahl der Frauen, die von Geistlichen sexuell missbraucht werden, viermal so hoch ist wie die Zahl missbrauchter Kinder. Berücksichtigt werden müsse, dass ein Priester eine Machtposition hat und auch Erwachsene in einer verwundbaren Situation sein können. Quelle: smh.com.au


7.12.2018 Robert Zollisch, ehemaliger Erzbischof von Freiburg, gibt ein bislang unveröffentlichtes Interview, in dem zugesteht, die Pflicht gehabt zu haben, kirchliche Missbrauchstäter anzuzeigen. Er sagte: „Ich musste dann schauen, wie wir damit umgehen, und ich trug die Verantwortung als Personalreferent und als Erzbischof für die personellen Konsequenzen… Ich stand zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite waren die Menschen, die von Missbrauch betroffen worden waren, und die jungen Menschen, die nicht in der Lage waren, sich öffentlich dazu zu äußern, die auch nicht die Kraft hatten, vor Gericht dazu aufzutreten und insofern eben als Zeugen öffentlich nicht infrage kamen. Auf der anderen Seite war die Kirche, in die ich eingebunden war, die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwertat und die natürlich dann spürte, ja da kommt etwas auf uns zu, und die damals nicht in der Lage war, es als das zu benennen, was es war, nämlich ein Verbrechen.“ Zollitsch sagt auch: „Wir waren alle beteiligt.“

Christ&Welt hat den Film gesehen, den in Gänze keiner kennt. Fabian Klask und Raoul Löbbert kommentieren die Interviewaussagen von Zollisch. Sie bemängeln, dass Zollitsch nie konkret wird und sich an besonders heiklen Stellen ins „Wir“ flüchtet. Wer dieses „Wir“ genau ist, sagt Zolllitsch nicht.  Nach diesem Satz „Wir waren alle beteiligt „wird kein Bischof mehr behaupten können, er selbst habe sich nichts vorzuwerfen. Klerikalismus, lautet Zollitschs Botschaft, das sind nicht die anderen. Das sind alle zusammen und jeder einzeln. Quellen: zeit.de


7.12.2018 Zwei Jesuitenprovinzen in den USA haben die Namen von 153 glaubwürdig des Missbrauchs beschuldigten Jesuiten veröffentlicht. Quelle: jesuitscentralsouthern.org


7.12.2018 Nach Angaben des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst und des Weihbischofs hat das Bistum aus Opferschutzgründen in einer ganzen Reihe von Missbrauchsfällen keine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Diese Fälle datieren von 2002, dem Zeitpunkt Einrichtung der Kommission sexueller Missbrauch (KsM), bis zum 29.11.2018 und sind „grundsätzlich nicht verjährt“. Daher haben Strafrechtsprofessoren ihre Strafanzeige vom 26.10.2018 ergänzt. Quelle: weltanschauungsrecht.de


7.12.2018 Die Strafrechtler, die im Gefolge der MHG-Studie Strafanzeige bei allen Staatsanwaltschaften, die für die 27 Bistümer zuständig sind, gestellt haben, stellen fest: „Es überrascht, wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen. Das hat seinen Grund möglicherweise in einer vielfach herrschenden intuitiven Vorstellung von der sakrosankten Eigenständigkeit der Kirche. (…) Dabei ist die Rechtslage in Deutschland eindrutig. Es gibt für die Kirche und ihre Priester keine grundsätzlichen  Ausnahmen von der Strafverfolgung wie etwa bei der Immunität von Parlamentariern oder Diplomaten. Es gibt auch kein Recht der Kirche (etwa unter Hinweis auf das Kirchenrecht und die eigene Strafgewalt), ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten.“

Laut  FAZ haben seit Ende Oktober vier Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen unbekannt aufgenommen. 20 Staatsanwaltschaften prüfen derzeit Anzeigen. Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen hat es laut FAZ bisher nicht gegeben. Bemerkenswert sei auch die Art und Weise, in der zumindest einige Staatsanwaltschaften mit der Materie umgehen. Die Staatsanwaltschaft Münster beispielsweise traf sich laut WDR mit dem Generalvikar des Bistums, „um die weiteren Schritte zu besprechen“. Quelle: hpd.de


7.12.2018 Vier Ordensmänner der Legionäre Christi, teils in Leitungspositionen, werden beschuldigt, Ermittlungen wegen Missbrauch gezielt behindert und Betroffene zu Falschaussagen gedränt zu haben. In mindestens zwei Fällen sei auch Geld gezahlt worden. Die beschuldigten Ordensmitglieder wiesen die Vorwürfe zurück. Der ehemalige Priester, dessen Vergehen Anlass für die mutmaßliche Vertuschung gewesen sein sollen, wurde 2013 in den Laienstand versetzt und vom Orden ausgeschlossen. Gegen ihn ist in Novara, Italien, ein strafrechtliches Verfahren im Gang. Quelle: kath.ch


7.12.2018 Generalvikar Andreas Sturm, Bistum Speyer, sagt, dass seit dem Inkrafttreten der Bischöflichen Leitlinien 2010 das Bistum Speyer jeden Hinweis aus sexuellen Missbrauch bei der Staatsanwaltschaft anzeige. In der Konsequenz der Erkenntnisse der Missbrauchsstudie, MHG, hat das Bistum eine Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eingesetzt. Mit der Kinderschutz-Expertin Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut und dem Historiker Andreas Rödder von der Johannes Gutenberg Universität Mainz gehören der Arbeitsgruppe auch unabhängige Fachleute von außen an. Quelle: bistum-speyer.de


7.12.2018 Erzbischof Thomas Rodi, Bistum Mobile, USA, veröffentlichte zwei Listen von Priestern, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Insgesamt wurden 10 Diözesanpriester und ein Diakon sowie 15 Priester des Ordens und zwei Ordensbrüder benannt. Das betrifft zwei Prozent der 457 Priester des Bistums, die seit 1950 im Amt waren. Die Namen wurden den Büros des Generalstaatsanwalts von Alabama und des Bezirksstaatsanwalts von Mobile County weitergeleitet. Quelle: ncronline.org


7.12.2018 „Sollte man keine heterosexuellen Priester mehr weihen, weil viele von ihnen Mädchen und Frauen vergewaltigt haben?“ So fragt Hildegunde Keul in ihrem Kommentar zu einer Konferenz in Rom, die sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Frauen diskutierte. Die Konferenz falsifizierte den Versuch,  die Verantwortung für sexualisierte Gewalt auf den Schultern „der Homosexuellen“ abzuladen, denn unstrittig ist in der röm.-kath. Kirche, dass es dort keine lesbischen Priesterinnen gibt, die man für den vielfach erfolgten und vertuschten sexuellen Missbrauch von Mädchen verantwortlich machen könnte. Quelle: feinschwarz


7.12.2018 Zwei vatikanische ErmittlerInnen wurden in die Gemeinschaft der Schwestern vom Guten Samaritaner im zentralchilenischen Bistum Talca entsandt. Sie prüfen den Vorwurf massenhafter sexueller Übergriffe durch Priester auf die Ordensfrauen. Wenn sich die Ordensfrauen gewehrt haben, sollen sie von der Ordensleitung bestraft und ausgeschlossen worden sein. Eine ehemalige Angehörige der Gemeinschaft soll gewungen worden sein, ihre Anschuldigungen bei ihrem Peiniger zu beichten. Quelle: katholisch.de


7.12.2018 Der Sozialpädagoge Johannes Heibel, Siershahn, hat Anzeige gegen einen Geistlichen des Bistums Würzburg, den früheren Personalreferenten, und gegen den damaligen Generalvikar des Bistums erstattet. Die Anzeige geht von einem Verdacht der fahrlässigen Unterlassung einer Amtshandlung aus. Der Personalreferent und der Generalvikar hätten Hinweise bezüglich der pädophilen Neigungen eines jungen Priesters in einem Dreiergespräch erhalten. Die Hinweise seien von einem Bekannten des Missbrauchstäter, einem Priester, übermittelt worden: Der junge Priester habe bereits in den 1990er Jahren im österreichischen Stift Klosterneuburg einen Jungen missbraucht. Der Personalreferent und der Generalvikar haben den 2002 verurteilten jungen Priester dennoch im Bistum Würzburg eingesetzt, der kurz danach einen Schüler sexuell missbrauchte. Das Bistum verneinte, dass es über die Vorgeschichte des jungen Priesters informiert worden sei. Heibel hat bei der Glaubenskongregation auch Anzeige unter anderem gegen den Propst von Stift Klosterneuburg und Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, erhoben – wegen deren Umgang mit dem Missbrauchsfall in Österreich. – Der frühere Personalreferent wurde auch von Alexandra W. des Missbrauchs beschuldigt. Das Bistum Würzburg habe ihren Fall zu den Akten gelegt. Ein zweites mutmaßliches Opfer des früheren Personalreferenten machte als Zeuge laut Staatsanwaltschaft keine weitergehenden Angaben, so dass das Verfahren eingestellt wurde. Quelle: mainpost.de


7.12.2018 Das Erzbistum Los Angeles veröffentlichte eine Liste von 72 Priestern, die in der Diözese Orange, USA, wegen sexuellem Missbrauch angeklagt wurden. 2016 war noch von 14 Tätern die Rede gewesen. Insgesamt sind im Erzbistum Los Angeles 323 Priester des sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. (Die Gesamtzahl der 2016 im Bistum incardinierten Priester betrug 575 Priester, die Anzahl der Ordenspriester betrug  540.

Quelle: nytimes.com


6.12.2018 Bislang blieb die kirchliche Missbrauchsstudie ohne strafrechtliche Relevanz. Die Staatsanwaltschaften Würzburg, Osnabrück und Bamberg haben Vorermittlungen eingeleitet, d.h. die Bistümer aufgefordert, bekannte Fälle anzuzeigen und relevante Unterlagen zu übergeben. In Görlitz, Köln und Passau laufen Ermittlungsverfahren gegen unbekannt. In Hildesheim hat die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Verfahren mangels weiterer Anhaltspunkte eingestellt. Fünf Staatsanwaltschaften, darunter Aachen, Hildesheim und Ingolstadt, hätten darauf verwiesen, Missbrauchsfälle schon vor der Studie strafrechtlich aufgearbeitet zu haben. Quelle: domradio.de


6.12.2018 Auf der Missbrauchs-Synode soll es, so Pater Zollner, vor allem um  Verantwortungen der Kirchenleitungen und um Kirchenrecht gehen. Es soll nach strukturellen Fehler geschaut werden, die den Missbrauch so viele Jahre haben ungestraft fortdauern lassen. Zu klären sei, warum Bischöfe sich nicht an das Kirchenrecht gehalten haben und wer Bischöfe zur Rechenschaft zieht. Außerdem müsse entschieden werden, welche Straftat welches Strafmaß nach sich ziehe. Zu prüfen sei auch, ob das Kirchenrecht nicht zwischen unterschiedlich schweren Arten von Missbrauch unterscheiden müsse. Quelle: kathpress.at


6.12.2018 Ein Berufungsgericht in Newcastle, Australien, hat die Verurteilung von Erzbischof Philip Wilson zu einem Jahr Gefängnis wegen der Vertuschung von Missbrauchsfällen aufgehoben. Der Richter, der Wilsons Einspruch entschied, Roy Ellis, sagte, die Staatsanwaltschaft habe die Schuld des ehemaligen Erzbischofs von Adelaide nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Den Hauptbelastungszeugen Peter Creigh nannte der Richter dennoch einen ehrlichen Zeugen.Ellis wies auf den medialen Druck hin, unter dem die Justiz bei Missbrauchsverfahren stehe. Quelle: Domradio


5.12.2018 Bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche hat das Bistum Speyer Gespräche noch in diesem Jahr mit den zuständigen Generalstaatsanwaltschaften in Zweibrücken und Saarbrücken angekündigt. Auch wenn die Täter juristisch keine Konsequenzen mehr fürchten müssten, so könne das Bistum kirchenrechtliche Schritte einleiten. Warum offensichtlich bislang keine kirchenrechtlichen Schritte unternommen wurden, erklärt das Bistum nicht. Quelle: swr


5.12.2018 In Kleve wurde ein Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Missbrauch fand in Isselburg (Bistum Münster?) statt. Quelle: nrz.de/


5.12.2018 Ein katholischer Priester aus den USA ist auf den Philippinen wegen des Verdachts auf Missbrauch Minderjähriger festgenommen worden. Er soll mehr als 50 Opfer haben, darunter auch Siebenjährige. Der Beschuldigte hat seit über 37 Jahren auf den Philippinen gepredigt. Er muss mit seiner Auslieferung an die USA rechnen. – 2017 hatte die philippinische Regierung den einstigen philippinischen Priester Fernando Sayasaya an die USA überstellt. Ihm war dort sexueller Missbrauch zweier Jungen in den 1990er-Jahren vorgeworfen worden. Er hatte sich fast 20 Jahre lang auf den Philippinen versteckt. – Auch andere katholische Priester von dort sind beschuldigt worden, in den USA und im südostasiatischen Inselstaat sexuelle Straftaten begangen zu haben. Quelle: katholisch.de

4.12.2019 „Die Topleute des kirchlichen Schweigekartells saßen und sitzen auch heute noch immer in Rom!“ Das schreibt Paul Glotter: “ USA: Missbrauch-Skandal – Alle Wege führen nach Rom.


4.12.2018 Das Bistum Syracuse, USA, hat eine Liste (s. auch hier) der glaubwürdig beschuldigten katholischen Priester, die Minderjährige missbrauchten, veröffentlicht. Der zuständige Bischof Robert Cunningham verknüpft mit der Veröffentlichung die Hoffnung, den direkt Betroffenen und der Glaubensgemeinschaft insgesamt „etwas Frieden und Heilung“ zu bringen. Die Entscheidung zur Veröffentlichung ist in seinem Bistum umstritten. Im Bistum Syracuse werden alle Anschuldigungen dem zuständigen Bezirksstaatsanwalt gemeldet, bevor die Diözese ihren kanonischen Prozess beginnt. Quelle: ncronline.org


4.12.2018 Klaus Mertes schreibt die nötige Stellungnahme zu den letzten Äußerungen von Papst Franziskus zu Homosexuellen im Priesteramt: „Die Behauptung, „diese Art von Zuneigung“ habe keinen Platz, ist keineswegs bloß eine deskriptive Aussage, sondern ein diskriminierender Akt, ein Akt der Ausgrenzung – letztlich gegenüber allen Homosexuellen in der Kirche. Müssen homosexuelle Geistliche ebenso konsequent enthaltsam leben wie heterosexuelle Geistliche? Aber selbstverständlich! Nur: Warum muss man das eigens betonen?“ Quelle: katholisch.de


3.12.2018 Patrick berichtet von den Folgen des sexuellen Missbrauchs, den er im ehemaligen Don-Bosco-Haus der Salesianer erlitten hat. Das Erzbistum Berlin sei durchaus zuständig, weil der Missbrauch in Berlin passiertesagte der Pressesprecher des Erzbistums. Er zitiert Erzbischof Koch, der Opfern die Frage stellen wolle: „Was fehlt Euch denn noch? Was sollen wir denn tun? Was können wir denn tun?“ Patrick möchte für 15 Jahre Verdienstausfall 450 000 Euro.  An den Orden der Salesianer haben sich mehr als 200 Betroffene von Missbrauch, davon 138 Betroffene sexuellen Missbrauchs, gewandt. In Berlin meldeten sich 24 Missbrauchsopfer, darunter 19 Opfer sexuellen Missbrauchs. Quelle: deutschlandfunk.de

Nachtrag: Der Pressesprecher des Erzbistums teilt mit, dass mit der Zuständigkeit des Erzbistums gemeint gewesen sei, dass niemand, der sich an das Erzbistum wende, mit dem Hinweis auf Nicht-Zuständigkeit abgewiesen werde, denn es sei Opfern nicht zuzumuten, dass sie sich um kirchenrechtlich geregelte Zuständigkeiten kümmern müssen.


30.11.2018 Der Papst bekräftigt, dass ein Homosexueller kein Kandidat für das Priestertum oder das geweihte Leben sein könne. Er sagt: „Die Frage der Homosexualität ist eine sehr ernste, die von Anfang an bei den Kandidaten richtig eingeschätzt werden muss, wenn das der Fall ist. Wir müssen anspruchsvoll sein. In unseren Gesellschaften scheint es sogar, dass Homosexualität in Mode ist und dass die Mentalität in gewisser Weise auch das Leben der Kirche beeinflusst.“ Quelle: aciprensa.com

Kommentar: Nun, Homosexualität mit einer Mode in Verbindung zu bringen, ignoriert völlig, was wir darüber wissen und auch der Papst wissen müsste. Er leistet damit der Homophobie Vorschub und der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. 


30.11.2018 In der Slowakei prüfen die Behörden die Missbrauchsvorwürfe einer Frau gegen den griechisch-katholischen Bischof Milan Chautur, Kosice, erneut. Eine frühere Entscheidung der Behörde – Zurückweisung der Anzeige – sei vorzeitig gefällt worden, erklärte die Kreisprokuratur Presov. Chautur respektiere die Entscheidung der Kreisprokuratur, teilte der Sprecher des Eparchen mit. Chautur hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Quelle: kathpress.at


30.11.2018 Frauen aus aller Welt sprechen über sexuellen Missbrauch- Ein Aufruf zur Veränderung. Quelle: voicesoffaith.org


30.11.2018 Offenbar hat der Kaplan aus Rhede, dem eine Vielzahl von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird, sich auch an Jungen in Bockum-Hövel vergangen. Ein Opfer meldete sich bei der Redaktion. Als es nach der Tat der Mutter davon erzählte, glaubte die ihrem Sohn nicht. Quelle: wa.de


30.11.2018 Erzbischof John Wester, Erzdiözese Santa Fe, kündigte an, dass die Diözese Konkurs beantragen werde. Dort gibt es 35 – 40 Ansprüche gegen die Erzdiözese.- In Neumexiko hat der Generalstaatsanwalt einen Durchsuchungsbefhel ausgestellt. Gesucht werden Personalakten und weitere Beweise im Fall zweier angeklagter Priester. Quelle: de.catholicnewsagency.com


30.11.2018 Kurienkardinal Filoni, Präfekt der Missionskongregation, ist der Meinung, sexueller Missbrauch sei immer ein persönliches Vergehen, nicht der Gesellschaft oder der Kirche. Er entstelle nicht die Kirche, sie bleibe, wie sie ist. Die Kirche als Institution sei nicht davon betroffen. Quelle: kathpress.at


30.11.2018 Der Diakon, der im Erzbistum München-Freising eine 15-Jährige vergewaltigt hat, ist geständig. Öffentlich wurde der Fall durch die Staatsanwaltschaft, nicht durch das Erzbistum. Die Sprecherin des Erzbistums, Bettina Göbner, sagte, dass man strafrechtlich Relevantes sofort an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet habe, sobald sich bei Durchsicht der Aufzeichnungen ein Anfangsverdacht ergeben habe. Der Oberstaatsanwältin Anne Leiding dagegen ist nach eigenem Bekunden kein solches Verfahren bekannt. Nachdem die Bischofskonferenz alle Anstrengungen zugesichert hatte, Fälle sexuellen Missbrauchs aufzuklären, wolle man „die Bischöfe beim Wort nehmen“, sagt Leiding. Meldungen seitens der Bistümer habe es nach dem Brief der Strafrechtsprofessoren bislang nicht gegeben. Quelle: sueddeutsche.de


30.11.2018 Der Vatikan hat zwei neue Statuten der katholischen Gemeinschaft „Regnum Christi“ (Legionäre Christi) anerkannt. Zur Gemeinschaft „Regnum Christi“ gehören derzeit insgesamt weltweit gut 1.500 „Legionäre Christi“ (Priester, Novizen und Ordensleute), rund 562 gottgeweihte Frauen und 63 gottgeweihte Männer sowie etwa 21.300 Laien. Mit den neuen Statuten soll verhindert werden, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie es der Ordensgründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008) aufgebaut hatte. Quelle: kathpress.at


29.11.2018 Hier berichtet ein früherer Ministrant, wie er als Nicht-Betroffener sexualisierter Gewalt durch den Priester, der andere Ministranten missbrauchte, die Zeit mit diesem Kaplan erlebt hat und was die Vorgänge in ihm als Kind, als Jugendlichem und heute als Erwachsenem gemacht haben. Es ist eines der wenigen Dokumente aus dem Umfeld eines Missbrauchstäters: „Am Ende haben viele Leute aus meinem Umfeld gesagt, sie hätten es geahnt. Ich nicht. Ich war 13, als ich Fotos von Penissen im Aktenschrank eines Priesters fand, zu dem ich als Ministrant aufschaute. Und ich wurde gerade 18, als ich das erste Mal mit meinen Eltern darüber sprach und alles rauskam. Heute, mit 26, frage ich mich noch immer, wie mein junges Ich so lange über diese Fotos schweigen konnte. Warum ich das Verhalten des Priesters gegenüber uns Jungen nicht besser deuten konnte. Es hat lange gedauert, diese Geschichte als Teil meines Lebens zu akzeptieren. Doch das Bild von Herrn P., wie ich ihn hier nennen werde, ist für mich erst nach und nach klarer geworden.“ Quelle: vice.com


29.11.2018 Buchhinweis: Johann Hinrich Claussen: Buch der Flucht. Claussen schaut 40 biblische Texte daraufhin an, wie Menschen mit Flucht, Vertreibung, Wanderung umgehen. „Alle großen religiösen Innovationen, Neuentdeckungen der Bibel haben damit zu tun, dass die Heimat verlorengegangen ist, dass das, was früher den Glauben, die Heimat, den Staat ausgemacht hat, das ist verlorengegangen. Und in diesem Nullpunkt des Alles-verloren-Habens, da entsteht das entscheidend Neue.“ Das könnte ein Buch auch für Menschen sein, denen alles verlorenging, mitten im Frieden. Quelle: deutschlandfunk.de


29.11.2018 Immer mehr Katholiken nehmen das Wohlstands-Evangelium an – ausgehend von den USA breitet es sich zunehmend in Lateinamerika und Afrika aus. Es besagt, dass es möglich ist, Gott mit Geld zu kaufen. Dr. Kate Kingsbury, außerordentliche Professorin an der University of Alberta und Dr. Andrew Chesnut, Professor am Lehrstuhl für Katholizistik und Professor für Religionswissenschaft an der Virginia Commonwealth University berichten. Quelle: catholicherald.co.uk


29.11.2018 Der Priester aus Rhede, Bistum Münster, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hat nach seiner Priesterweihe in Aldekerk, Waltrop, Bösensell, Dinslaken-Lohberg, Bockum-Hövel, Rhede, Marl und ab 1974 an Berufsschulen in Marl und Recklinghausen gearbeitet. Für Versetzungen des bereits verurteilten Priesters war als Generalvikar der spätere Bischof Lettmann verantwortlich. Dafür hat das Bistum jetzt einen schriftlichen Beleg gefunden. Die Aufarbeitung ist erschwert, weil Personalakten unvollständig sind und Versetztungsurkunden fehlen. In der Gemeinde in Rhede gibt es eine Spaltung: „Alles hochgepuscht, solche Fälle gibt es doch in jedem Sportverein“, sagt ein älterer Mann. Quelle: noz.de


29.11.2018 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat 22 Fälle lebende Täter der Staatsanwaltschaft übermittelt. Insgesamt ist die Rede von inzwischen 80 Fällen.  Erzbischof Burger, Freiburg, traf heute Opfer aus Oberharmersbach. Quelle: swr


29.11.2018 Ein Diakon des Erzbistums München wird beschuldigt, eine 15-jährige Ministrantin sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Die Tat soll sich Anfang Mai ereignet haben, seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.  Der Übergriff sei auf einer Ministrantenfahrt nach Nürnberg geschehen.

Quelle: katholisch.de 


29.11.2018 Ermittler haben Büros der Erzdiözese Houston, Kardinal DiNardo, durchsucht. Das Bistum betonte, man habe die von der Staatsanwaltschaft gesuchten Informationen bereits zusammengestellt. Von einer Razzia könne keine Rede sein. Quelle: katholisch.de


28.11.2018 Drei Frauen berichten von ihrem Missbrauch/ihrer Vergewaltigung durch katholische Kleriker: die Peruanerin Rocio Figueroa Alvear, die Amerikanerin Barbara Dorris, SNAP, und Doris Wagner. Quelle: globalsistersreport.org


28.11.2018 Die Missbrauchsdebatte in der Kirche ist stark männlich geprägt. Das sagt die langjährige Präventionsbeauftragte im Erzbistum Hamburg, Mary Hallay-Witte. „Wir haben viele männliche Betroffene, die das Thema voranbringen, die das auch gut machen, …aber ich sehe in Deutschland im Moment wenig Frauen, die öffentlich auch in den Medien so präsent sind und ihre Forderungen stellen, wie wir das in Deutschland (bei Männern) erleben.“ Hallay-Witte nahm in Rom an einer Konferenz über weibliche Stimmen in der Missbrauchskrise teil. Quelle: vaticannews.va


28.11.2018 Der indische Kardinal Oswald Gracias steht im Verdacht, einen Missbrauchsfall in seiner Diözese ignoriert zu haben. Gracias soll das Bischofstreffen zum Thema Missbrauch im Vatikan vorbereiten. Er ist Vorsitzender der indischen Bischofskonferenz und Mitglied des Kardinalsrats C-9. Damit ist er – nach den Kardinälen Pell, Marx, Maridiaga und Errazuriz – der fünfte der neun Kardinalsratsmitglieder, die der Vertuschung beschuldigt werden.

Die ehemalige Direktorin der Frauenkommission der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen, Virginia Saldanha, sagte laut „Crux“ am Dienstag bei einer Konferenz in Rom, dass sie von Gracias vor einigen Jahren eine Untersuchung über einen mutmaßlichen Missbrauchsfall im Erzbistum Mumbai gefordert habe. Gracias habe ihr jedoch gesagt, dass er „zu beschäftigt“ sei. Der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses habe Gracias erst zugestimmt, als Saldanha damit gedroht habe, sich an einen anderen Bischof zu wenden. Der beschuldigte Priester sei zudem erst sechs Monate später aus seiner Pfarrei abgezogen worden – ohne der Gemeinde den Grund für die Abberufung zu nennen. Auf die Frage, warum er der Gemeinde die Vorwürfe gegen den Priester verschwiegen habe, sagte Gracias laut Saldanha: „Ich muss Ihnen keine Antwort geben. Unser Treffen ist vorbei.“ Quelle: katholisch.de


28.11.2018 Im Bistum Augsburg ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen kath. Priester wegen des Besitzes von möglicherweise strafrechtlich relevanter Darstellung sexueller Ausbeutung, möglicherweise von Kindern. Der Priester wurde vom Dienst freigestellt.

Quelle: br.de


27.11.2018 In der katholischen Kirche Belgiens fanden 43 % der Missbrauchsfälle in Schulen und Internaten statt, ca 25 % in Pfarreien, 5 % im Ministrantendienst, 5 % in der Pflege, 5 % in der Jugendarbeit. 15 % gaben an, in anderen Kontexten missbraucht worden zu sein. Das berichtet die belgische interdiözesane Schutzkommission für Kinder und Jugendliche, die von der Bischofskonferenz beauftragt wurde. Zwischen 2012 und 2016 entschädigte die belgische Kirche 655 Opfer mit insgesamt 3,9 Millionen Euro. Quelle: kathpress.at


27.11.2018 Gemeinden und Seelsorgende auf dem Weg zu Missbrauchsopfern


27.11.2018 In Rhede, Bistum Münster, war Anfang der 70er Jahre ein Kaplan, dem 4 Menschen sexuellen Missbrauch vorwerfen. Eines der Opfer hat Kontakt zu fünf weiteren Opfern – die Betroffenen gehen von 20-30 Betroffenen aus.  Der Kaplan war bereits 1968 in Bochum wegen Kindesmissbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Auch nach seiner Versetzung nach Recklinghausen hat er Minderjährige missbraucht. Wegen des Missbrauchs von zwei Jungen wurde er Anfang der 80er Jahre verurteilt. Nun will das Bistum die Aufarbeitung in Gang setzen. Quelle: 1.wdr.de


27.11.2018 Der ehemalige chilenische Erzbischof Francisco Cox Huneeus (84) sei in der Lage, sich einer Befragung durch die Justiz in Chile wegen Missbrauchsvorwürfen zu stellen. Das teilte ein Sprecher der Priestergemeinschaft Schönstatt in Chile mit. Cox wurde im Oktober wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Er lebt in Vallendar bei der Schönstattgemeinschaft.

Quelle: katholisch.de


26.11.2018 In Lautenbach, Mulhouse/Elsaß, wurde nach dreimonatigen Ermittlungen ein katholischer Pfarrer festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1980 und 1990 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Erste Hinweisde gehen von einer Vielzahl von Opfern aus. Die Untersuchungen begannen, nachdem sich ein mögliches Opfer des Klerikers das Leben genommen hatte und in einem Abschiedsbrief Anschuldigungen gegen den Priester vorgebracht hatte. Ob der Missbrauch Ursache des Suizids war, ist derzeit unklar. Auch andere Opfer haben sich über den Priester beschwert. Bislang gab es im Elsaß gegen ca 30 Priester Missbrauchsanschuldigungen, drei von ihnen sollen verurteilt worden sein. Quelle: swr.de  verlagshaus-jaumann.de


26.11.2018 Das Bistum Speyer will Opfer, Betroffene und unabhängige Experten in die Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs einbeziehen. Für Dezember sind Gespräche mit den Generalstaatsanwaltschaften Zweibrücken und Saarbrücken geplant. „Wir sind bereit, den Staatsanwaltschaften alle unsere Unterlagen offenzulegen. Transparenz und Offenheit sind der Weg, um die Verbrechen der Vergangenheit aufzuklären und Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen“, sagte Generalvikar Sturm. Der Arbeitsgruppe gehört unter anderem Andreas Rödder von der Johannes Gutenberg Universität Mainz (Lehrstuhl für neueste Geschichte) an. „Der Blick von außen hat eine hohe Bedeutung für uns. Er soll uns helfen, Erfahrungen aus anderen Feldern aufzunehmen und blinde Flecken im eigenen System aufzudecken“, sagte Sturm. Quelle: rnz.de

Kommentar: „Transparenz und Offenheit sind der Weg, um … Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen“, sagt der Generalvikar. Er hat noch nicht verstanden, dass das Ziel nicht die Rückgewinnung von Vertrauenswürdigkeit sein kann. Ist sie das Ziel, geht es noch immer um „die“ Kirche, d.h. um die Kirchenleitung und ihr Ansehen. Es müsste den Kirchenverantwortlichen (und den Gemeinden!) darum gehen, den Weg zu den Opfern – den kirchlichen ebenso wie den nicht-kirchlichen – zu suchen und zu gehen. Ob die Kirchenverantwortlichen dann auch Vertrauen zurückgewinnen, wird sich zeigen. 


26.11.2018 Der Fonds Heimerziehung läuft Ende des Jahres aus, auch die Beratungsstelle in Stuttgart schließt dann ihre Türen. Sozialminister Lucha will eine landesweite Ombudsstelle in Baden-Württemberg einrichten, an die sich künftig derzeitige und ehemalige Heimkinder wenden können.Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg hat seine Studie veröffentlicht: Mehr als Geld und gute Worte. Ergebnisse der Anlauf- und Beratungsstelle Heimerziehung Baden-Württemberg


26.11.2018 In der evangelischen Landeskirche Bayern haben sich seit 2008 insgesamt 87 Personen an die Stelle für sexualisierte Gewalt gewandt. Allein 2018 waren es elf Personen. In 25 Fällen wurden insgesamt 469.000 Euro an die Opfer ausgezahlt. Quelle: br.de


26.11.2018 Kardinal Müller beschimpft Klaus Mertes SJ. Er weist die Kritik von Mertes zurück als „dreiste Beschimpfungen“. „Besinnungsloser Zorn“ habe sie Mertes eingegeben. Mertes habe keine „Sachkenntnis und Urteilskraft“ und gebe sich „zu Unrecht als Experte in Sachen sexueller Missbrauch von Jugendlichen aus“. Kardinal Müller fordert, die Sexualmoral der Kirche nicht durch die weltliche Akzeptanz von Homosexualität zu relativieren. Es sei Teil der Krise, „dass man die wahren Ursachen nicht sehen will und sie mit Propagandasätzen der Homo-Lobby vertuscht“. Die Glaubenskongregation hingegen besitze die „klare Expertise“. Quelle: katholisch.de


25.11.2018 Das Thema „Missbrauch“ beschäftigt die katholische Kirche schon lange – viel zu lange, wie viele Gläubige finden. Vor allem die Bischöfe stehen in der Kritik: Sie würden die Kirche zugrunderichten. Das Zentralkomitee der Katholiken hat deswegen gefordert, stärker an Prävention und Aufarbeitung beteiligt zu werden. Autor: Theo Dierkes. Quelle: www1.wdr.de


25.11.2018 In Frankreich wurde im September 2017 ein Priester wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs Minderjähriger von Bischof, André Marceau, Bistum Nizza, von allen Tätigkeiten suspendiert, die ihn in Kontakt mit Minderjährigen bringen könnten. Im Mai 2018 teilte die Staatsanwaltschaft dem Bischof mit, dass gegen den Priester eine gerichtliche Untersuchung wegen nicht verjährter Taten eingeleitet worden sei. Daraufhin suspendierte ihn der Bischof von seinem Amt als Pfarrer. Inzwischen wurde der Priester verhaftet. Ein kirchenrechtliches Verfahren sei bereits eingeleitet. Angesichts der neuen Vorwürfe würden die kanonischen Maßnahmen gegen den suspendierten Priester beibehalten. „Unsere Kirche bleibt von der Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit betroffen und verwundet“, sagte der Bischof. Quelle: vaticannews.va


24.11.2018 In der pfälzischen Landeskirche wurden in den vergangenen Jahrzehnten vier Fälle sexuellen Missbrauchs angezeigt. In einem Fall habe der Pfarrer von selbst gekündigt, in einem zweiten Fall eines Pfarrers seien keine Beweise für ein Fehlverhalten erbracht worden. Zwei Fälle beträfen Vorwürfe ehemaliger Bewohner evangelischer Heime, die noch aufgearbeitet würden. Die Landeskirche will den 11-Punkte-Plan der Synode umsetzen. Quelle: swr.de


24.11.2018 Traumatische Erfahrungen in der Kindheit verändern Gehirn, Immunsystem und Psyche ein Leben lang. Extreme Stresssituationen erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs, und eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSB). Die Effekte tangieren auch zahlreiche Organsysteme. Z.B. ist die Gefahr für chronische Lungenerkrankungen erhöht. Gehirnareale, die für Stressregulation zuständig sind, sind verkleinert, weil Stress toxisch auf Zellen wirkt. Hippocampus oder Frontalkortex erfahren Volumenveränderungen oder verminderte Aktivität. Dort werden emotionale und körperliche Reaktionen auf Belastungen reguliert und das Angstgedächtnis kontrolliert. Im Bereich der Amygdala (Mandelkern) werden Gefühle, Bilder und körperliche Reaktionen gespeichert. Wird das Hirn mit Stresshormonen geflutet, gelingt die Zusammenarbeit von Amygdala und Hippocampus nicht mehr. Die Folge sind Erinnerungslücken. Wer als Kind körperlich oder psychisch misshandelt wurde, muss mit chronisch erhöhten Entzündungswerten im Erwachsenenalter rechnen. Das Immunsystem ist dauerhaft aktiviert, es kann zu Herzerkrankungen und Autoimmunkrankheiten kommen. Auch Veränderungen des genetischen Musters von Zellen sind beobachtbar, es kann zu Entwicklungsverzögerungen kommen. Extremer Stress kann das Erbgut verändern und als Lebensangst über Generationen weitergegeben werden. Manche der Folgeerscheinungen traumatischer Erfahrungen ließen sich verhindern, wenn sie frühzeitig behandelt würden. Quelle: rp-online.de


24.11.2018 Der Anti-Missbrauchs-Gipfel Ende Februar im Vatikan müsse „für Bistümer in der ganzen Welt einen klaren Fahrplan entwickeln“. Dabei dürfe es keine Abkehr von der „Null-Toleranz-Linie“ geben. Zur nötigen Transparenz gehöre auch „die Veröffentlichung der Namen von Priestern, die des Missbrauchs beschuldigt werden“. Auch die Ordensgemeinschaften müssten dazu „ermutigt“ werden, „eine ähnliche Politik zu verfolgen“. Vor allem jedoch müssten die Hilfe und Seelsorge für die Überlebenden an die erste Stelle gesetzt werden. O’Malley wies auf die Verantwortung der Bischöfe im Bereich Missbrauchsprävention hin. „Dazu gehört, dass sie zur Verantwortung gezogen werden können.“ Sie seien „nicht nur vor Gott oder dem Gewissen, sondern auch gegenüber der Gemeinschaft verantwortlich“. Quelle: vaticannews.va  vaticannews.va


23.11.2018 23. Impuls von Pater K. Mertes vor dem Zentralkomitee der Katholiken: „Konsequenzen aus der MHG-Studie für strukturelle Änderungen in der katholischen Kirche“ Quelle: ZdK


23.11.2018 Jede Ordensfrau, die Opfer von Missbrauch geworden ist, soll diesen bei ihrer Vorgesetzten und den zuständigen kirchlichen und zivilen Behörden zur Anzeige bringen. Das fordert die Internationale Union der Generaloberinnen (UISG). Die UISG erklärt, Opfern in jeder Form zur Seite zu stehen, um eine Anzeige und Strafverfolgung zu ermöglichen. Die UISG besteht aus 2.000 Generaloberinnen der Ordensgemeinschaften von Frauen auf der ganzen Welt und vertritt über 500.000 Ordensleute. Quelle: vaticannews.va


23.11.2018 Die römische Glaubenskongregation nimmt die Suspendierung eines katholischen Priesters (84) von 2016 wieder zurück. Begründung: Bei einem alten Priester hebe man bei sexuellen Übergriffen die Verjährung nicht auf. Der Priester solle in einen Opferfonds einzahlen und nicht mehr mit Jugendlichen arbeiten. Ein Verbot priesterlicher Funktionen ist damit nicht verbunden. Drei Opfer werfen dem Priester sexuelle Übergriffe vor. Der Priester bestreitet die Vorwürfe und drohte mit Verleumdungsklage, die er aber nicht einreichte. Quelle: bazonline


23.11.2018 Der ehemalige Bischof von Orléans, André Fort, wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung für die Vertuschung von Missbrauch verurteilt. Quelle: katholisch.de


23.11.2018 Im Bistum Hildesheim besteht der Verdacht, dass eine Gruppe von Klerikern systematisch Missbrauch betrieb – darunter der langjährige Bischof von Hildesheim, Janssen. Schon vor drei Jahren erklärte ein ehemaliger Ministrant, Janssen haben ihn zum Oral- und Analverkehr gezwungen. Der Mann bekam Geld vom Bistum zur Anerkennung des Leids, der ehemalige Bischof wurde jedoch nicht als Täter bezeichnet. Inzwischen hat sich ein zweiter Mann gemeldet. Er berichtete, er sei vom Leiter des Bernwardshofes, eines kath. Kinderheims in Hildesheim, der Priester war, und von einem Kaplan am Hildesheimer Kinderheim Johannishof missbraucht worden. Nun steht der Verdacht im Raum, dass eine Gruppe von Klerikern – darunter Janssen – systematisch Kinder missbrauchte. Bischof Wilmer will eine externe Untersuchungskommission einsetzen. Quelle: Deutschlandfunk Kultur


23.11.2018 Der Hildesheimer Bischof Wilmer und der Opfer-Vertreter der Initiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, haben sich getroffen. D.i. nach fast 9 Jahren eine Premiere. Matthias Katsch beurteilt das Treffen als möglicherweise beispielhaft für andere Bistümer und Institutionen. Bischof Wilmer sagte, lückenlose Aufklärung sei nötig, „weil die Wahrheit ein erster Schritt zur Gerechtigkeit ist“. Katsch ergänzte: „Wenn wir das verknüpfen mit Hilfen und einer angemessenen Entschädigung für die Opfer, dann haben wir viel auf den Weg gebracht.“ Quellen: domradio.de  NDR


23.11.2018 Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken hat eine Erklärung zur Reform der Kirche verabschiedet. Frauen solle der Zugang zu allen kirchlichen Äntern gewährt werden, der verpflichtende Zölibat für Priester solle abgeschafft werden und die kirchliche Sexualmoral neu ausgerichtet werden. Der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg sprach sich für eine unabhängige Kommission aus, die die Präventionsarbeit der 27 Bistümer in Deutschland kontrollieren und vereinheitlichen könne. Das Thema sorge für Spannungen unter den Bischöfen, sagte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Klaus Mertes sagte, die Kirche stehe an einem Scheideweg. Viele Katholiken an der Basis erwarteten von allen Bischöfen die Bereitschaft, die Verantwortung für strukturelles Versagen der Institution klar erkennbar zu übernehmen und eine entsprechende Änderung der Strukturen herbeizuführen. Wer sich täglich in der Ebene abmühe und dann „absurde Interviews“ von dem ein oder anderen Nuntius oder Kardinal lesen müsse, den packe irgendwann auch „Trauer und Zorn“.

Mertes kommentiert die letzten Äußerungen von Kardinal Müller, der der Ansicht ist, Homosexualität und Atheismus habe zu den Missbrauchsfällen geführt und im Übrigen seien Laien nicht in der Lage, die Arbeit von Bischöfen zu verurteilen. Für Mertes muss die zentrale Frage lauten: „Was hören wir von den Betroffenen – und was brauchen sie?“. Dazu sei unter anderem das bisherige Verfahren der „Anerkennungszahlungen“ zu prüfen. Ein besserer Zugang zu Akten gehöre ebenfalls dazu. Hilfreich seien zudem „bundesweite, unabhängige und niedrigschwellige Anlaufstellen“. Mertes wies auch darauf hin, dass kirchliche MitarbeiterInnen sich in der Ebene abmühen und dann „absurde Interviews“ von Nuntien oder einem Kardinal lesen müssten. Wenn Bischöfe schwiegen, ertrügen das immer weniger Gläubige, sagte er. Quelle: katholisch.de


23.11.2018 Papst Franziskus hat das Organisationskomitee der Bischofssynode zu Kindesmissbrauch im Februar 2019 ernannt. Zum Komitee gehören der der maltesische Erzbischof Charles Scicluna, Pater Hans Zollner, Psychologe, Theologe und Kinderschutzexperte; der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase J. Cupich, die Bioethikerin Gabrielle Gambino und die Juristin Linda Ghisoni. Kardinal O’Malley, Leiter der Päpstlichen Kinderschutzkommission gehört nicht zum Organisationskomitee. Quelle: orf


22.11.2018 „Es ist ja offensichtlich, dass die staatliche Seite ihre Aufsichtspflicht gegenüber den Kindern nicht in hinreichender Weise wahrgenommen hat.“ Das sagt Johannes Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bunderegierung. Quelle: DLF


22.11.2018 In Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen von Misshandlung und sexuellem Missbrauch von Kindern wieder angestiegen. 2017 gab es landesweit 2.803 Opfer beim sexuellen Missbrauch und 703 Opfer bei der Misshandlung von Kindern, berichtete NRW-Innenminister Herbert Reul. Bei den Missbrauchsfällen habe es zwischen Täter und Opfern in etwa 20 Prozent der Fälle familiäre Beziehungen geben. Die meisten Täter stammten aus dem Umfeld. Die Misshandlungsfälle seien zu fast 80 Prozent dem Familienbereich zuzuordnen. Quelle: WDR


22.11.2018 In den niedersächsischen Landeskirchen Hannover, Braunschweig und Oldenburg hat es 107 Missbrauchsfälle seit 1950 gegeben. Das berichtete der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns. 95 der Missbrauchsfälle seien dem Bereich der auch für Kinderheime verantwortlichen Diakonie zuzuordnen. Quelle: ndr.de


22.11.2018 Bischof WIlmer, Hildesheim, hat Matthias Katsch getroffen. Das Treffen sei bemerkenswert und beispielhaft gewesen, erklärte Katsch. Die Frage, wie eine unabhängige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gelingen könne, habe breiten Raum eingenommen. Bischof Wilmer erklärte, beim Thema Missbrauch und Aufarbeitung bedürfe es der Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt des Handelns müsse stets der Mensch stehen. Lückenlose Aufklärung sei nötig, „weil die Wahrheit ein erster Schritt zur Gerechtigkeit ist.“ Quelle: NDR


22.11.2018 Strafrechtsprofessoren Reinhard Merkel ermutigt kirchliche Missbrauchsopfer, nicht nur strafrechtlich, sondern auch zivilrechtlich Schadenersatzansprüche gegenüber den Kirchen geltend zu machen – auch wenn der jeweilige Täter nicht mehr am Leben sei. Die Schadenersatzansprüche und ggf. Ansprüche auf Schmerzensgeld richteten sich nicht nur gegen den jeweiligen Täter, sondern auch gegen die Institution, die gegebenenfalls ein eigenes Verschulden trifft, mindestens ein Überwachungsverschulden, das solche Dinge unmöglich gemacht hätte oder deutlich erschwert hätte, also diese sexuellen Übergriffe erschwert hätte. Quelle: Deutschlandfunk


21.11.2018 Mediathek: „mal ehrlich -… darf die Kirche machen, was sie will?“ Ein Gespräch mit Betroffenen, PolitikerInnen, Prof. Dreßing und Bischof Bätzing, Limburg.


21.11.2018 Kardinal Daniel DiNardo, Galveston-Houston und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, soll zwei des Missbrauchs beschuldigte Priester nicht aus dem Dienst entfernt haben. In einem Fall hatte das mutmaßliche Opfer demnach bereits 2002 Vorwürfe gegenüber der Erzdiözese erhoben. Diese habe versprochen, den Beschuldigten in Therapie zu schicken. Tatsächlich sei der Pfarrer im aktiven Dienst verblieben. DiNardo leitet die Erzdiözese seit 2006. – Der CBS-Bericht stützt sich auf die Einsicht von Gerichtsunterlagen. Dabei sei ein weiterer Fall mutmaßlichen Kindesmissbrauchs entdeckt worden. Ein damals Zwölfjähriger hatte demnach per eidesstattlicher Erklärung einen weiteren Priester beschuldigt, ihn in den 70er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die Anwälte der Erzdiözese argumentieren, die körperliche Beschreibung passe keinesfalls auf den Beschuldigten. Zudem sei der Fall bereits außergerichtlich geklärt und die Verjährungsfrist überschritten. Möglicherweise gibt es weitere Vertuschungen durch Kardinal DiNardo. Quelle: katholisch.de


21.11.2018 Die Frage, ob die jüngsten Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz das Vertrauen wieder hätten festigen können, beantworteten laut einer SWR-Erhebung 87 Prozent mit Nein. Nur 6 % der ca 1.000 Befragten sehen eine Stärkung des Vertrauens durch die Stellungnahmen der Kirchenverantwortlichen zur MHG-Studie. In der Gruppe der 50- bis 64-Jährigen stimmten sogar 94 Prozent mit nein. 84 % beantworteten die Frage, ob die Kirche die richtigen Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie gezogen habe, mit Nein, acht Prozent mit Ja. Auf die Frage, ob die Stellungnahmen der Kirche zur Missbrauchsstudie das Vertrauen wieder festigen konnten, antworteten 87 Prozent der mehr als 1.000 Befragten mit nein. Quelle: domradio  pro-medienmagazin.de


21.11.2018 Katholische Unternehmer aus den USA und Kanada werden wegen des Missbrauchsskandals den traditionellen Zehnt, ca eine Million Euro, nicht zahlen. Quelle: Domradio


20.11.2018 Der Vorsitzende des BDKJ, Thomas Andonie, kritisiert den Sieben-Punkte-Plan, den die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung im September verabschiedet haben. Er reiche „nicht ansatzweise“ aus, es gebe weder Verpflichtungen noch Zeitplan. Andonie fordert, „Ross und Reiter“ zu nennen. Einige wenige Bischöfe engagierten sich, für einige Bischöfe scheine das Thema „mit der Formulierung einer Beileidsbekundung abgehakt zu sein“. Andonie sagt, auch der Vatikan habe einiges zu erklären, denn er könne sich nicht vorstellen, dass in Rom niemand von der flächendeckenden Versetzung von Tätern gewusst habe. Quelle: kirche-und-leben.de


20.11.2018 Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt nicht ab. Jede vierte bis dritte Frau erlebt häusliche Gewalt. Das Ausmaß hat sich seit 20 Jahren nicht verändert. 138 893 Mal sind im vergangenen Jahr hierzulande Menschen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft geworden. Das ergab die Kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt. 82 % der Opfer waren Frauen.  Von den 116 043 Tätern/Tatverdächtigen  waren 80 % Männer. Neu erfasst wurden 2017 Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. In diesen Kategorien wurden im vergangenen Jahr 6 898 Opfer registriert. Quelle: zeit.de  Süddeutsche


20.11.2018 Klaus Mertes macht auf etwas Wichtiges aufmerksam: „Die Kirche müsse jetzt die Begriffe neu denken, klassische Begriffe mit neuem Leben erfüllen und abgrenzen von ihrem Zusammenhang mit dem Missbrauch.“  Dem ist nur zuzustimmen – und dies gilt für viele zentrale Begriffe des Christentums. Quelle: vaticannews.va


20.11.2018 WsK stellt fest, dass der Ständige Rat der Bischofskonferenz fast keine Fortschritte und Konkretisierungen gegenüber dem 27.9.2018 vorgelegt hat. Noch immer scheint es kein grundlegendes und mit allen Bischöfen abgestimmtes Konzept zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu geben. Erkennbar sei nicht, ob zwischenzeitlich mit Betroffenen bzw. deren Verbänden, mit Fachleuten und mit Laienorganisationen diskutiert und abgestimmt wurde. Quelle: wir-sind-kirche.de


20.11.2018 Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat beschlossen

  • Einführung gemeinsamer Standards bei der Personalaktenverwaltung der Priester
  • Einrichtung externer unabhängiger Anlaufstellen
  • Unabhängige Aufarbeitung zur Klärung, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war
  • Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids
  • überdiözesanes Monitoring bei Intervention und Prävention
  • Bis zur nächsten Sitzung Erarbeitung eines Arbeitsplans, um mit Fachleuten Zölibat und Sexualmoral zu überdenken
  • Befürwortung des Vorschlags, interdiözesane Strafgerichtskammern für Missbrauchsverfahren, Kontaktaufnahme mit Rom
  • Einsatz für Reform des kirchlichen Rechts und des Prozessrechts.

Quelle: Domradio

Kommentar: Am 27.9.2018 bereits hat die Vollversammlung der Bischofskonferenz beschlossen:

  • Entwicklung von Standardverfahren zur Führung von Personalakten
  • Einrichtung externer und unabhängiger Anlaufstellen 
  • Klärung, wer neben den Tätern institutionell verantwortlich für das Missbrauchsgeschehen war
  • ein transparenter Gesprächsprozess mit Experten über den Zölibat und die Sexualmoral
  •  die Zahlungen von Anerkennungsleistungen an Opfer sollen überprüft werden
  • überdiözesane Kontrollverfahren für den Umgang mit Missbrauch und für Prävention sollen eingeführt werden
  • mehr als bisher Begegnungen mit Betroffenen

Neu ist, dass nun von der Einbindung Betroffener keine Rede mehr ist. Und neu ist der Vorschlag, interdiözesane Strafgerichtskammern einzurichten und sich für die Reform kirchlichen Rechts und Prozessrechts einzusetzen. Unbeantwortet ist, ob alle Bischöfe Personalakten den staatlichen Strafverfolgungsbehörden übergeben werden. Das hatte Bischof Ackermann zugesagt. Die Frage, wie Frauen in der kath. Kirche an Entscheidungen und Rechten beteiligt werden, scheint überhaupt nicht zur Diskussion zu stehen.

Dass die Bischöfe acht Wochen nach der Bischofskonferenz im Wesentlichen wiederholen, was sie bereits am 27.9. sagten, deutet nicht auf ein Konzept hin. Der Hinweis auf „Dringlichkeit“ ersetzt keinen konkreten Zeitplan. Zudem können Beschlüsse der Bischofskonferenz m.W. nicht durch Absichtserklärungen des Ständigen Rats ersetzt werden. Kurz: Es sieht nicht so aus, als hätten die Bischöfe alle verstanden, was ihre ureigene Aufgabe – nicht erst seit der MHG- Studie – ist. Quelle: domradio


20.11.2018 Die Polnische Bischofskonferenz hat „sich entschuldigt“ bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester: „Wir entschuldigen uns bei Gott, den Missbrauchsopfern, ihren Familien und der Kirchengemeinschaft für das Leid, welches Kindern, jungen Menschen und ihren Angehörigen zugefügt wurde“, hieß es in einer Stellungnahme nach einer Versammlung des Episkopats. Die Bischöfe stellten fest, dass es auch in Polen Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger „durch einige Geistliche und Kirchenvertreter“ gegeben habe. Quelle: katholisch.de

Die polnischen Bischöfe könnten sich bei ihren Kollegen in Irland, USA, Deutschland, Chile…. über die „Einzelfälle“ informieren.


19.11.2018 Der kfd-Bundesverband lädt zu einer Klage-Andacht am 12.12.2018, 18 Uhr zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und zum Gebet für die Erneuerung der Kirche ein. Er fordert die deutschen Bischöfe auf, Licht in das Dunkel der Missbrauchsfälle zu bringen, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern. Quelle: kfd-bundesverband.de 


19.11.2018 Hinweis: SWR Bürgertalk Mal ehrlich … darf die Kirche machen, was sie will? Mittwoch, 21. November 2018, ab 22 Uhr im SWR Fernsehen mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing und weiteren Gästen


19.11.2018 Der frühere Erzbischof von Freiburg (2003-2013; Personalchef von ca 1983 – 2003) und DBK-Vorsitzende Zollitsch räumt in einem Interview Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Aus heutiger Sicht hätte er die Pflicht gehabt, „entsprechende Täter“ anzuzeigen. Das „ganze Ausmaß“ der Taten sei ihm erst sehr viel später bewusst geworden. Opfer, die sich an ihn gewandt hätten, seien damals nicht bereit gewesen „öffentlich zu sprechen und Anklage zu erheben“. Für seine Fehler bitte er erneut um Verzeihung, so Zollitsch. Er leide darunter. Viele Fälle gingen ihm immer wieder durch den Kopf. „Diesen Menschen ist tiefes Unrecht geschehen. Wir haben dieses Maß an Unrecht damals nicht erkannt“, sagte er. Zollitsch betonte, er sei „zwischen zwei Polen“ gestanden: auf der einen Seite die Opfer, auf der anderen Seite die Kirche, „die sich mit den Missbrauchsfällen ungeheuer schwer tat“. Die Kirche sei damals nicht in der Lage gewesen die Taten „als das zu benennen, was es war: als Verbrechen“. Zollitsch sagte: „Ich war stets eingebunden in die Gemeinschaft der katholischen Kirche und ich habe nie alleine für mich entschieden, sondern es ist eine gemeinsame Entscheidung“. Er selbst habe, so der Alterzbischof weiter, nie Anweisung gegeben, Missbrauchstaten zu vertuschen oder Akten zu vernichten. Quelle: katholisch.de

Kommentar: M.W. ging damals ein Opfer an die Öffentlichkeit. Wieder einmal wird „wir“ („wir haben ….nicht erkannt“) vereinnahmend und übergriffig verwendet. Fragwürdig scheint mir auch das Kirchenbild zu sein, das hinter der Aussage steht, Zollitsch habe zwischen zwei Polen gestanden, den Opfern und der Kirche. Sind die Opfer also nicht Kirche gewesen? Immerhin waren es ganz überwiegend Minderjährige, die in Jugendarbeit oder Ministrantendienst kirchennah lebten und in der Regel christlich sozialisiert waren. Was die Aktenvernichtung oder ihre Manipulation angeht, die nach Aussage des jetzigen Erzbischofs stattgefunden hat, frage ich mich, wer denn Akten vernichtet oder manipuliert hat, wenn es keine Anweisung des Personalchefs bzw. Erzbischofs Zollitsch gab. Schließlich: In einem Interview um Verzeihung zu bitten ist etwas anderes als ein Gespräch mit den Opfern.


19.11.2018 „Better Church Governance“ (BCG) ist eine neue Laieninitiative, die den ehemaligen FBI-Agenten Scala engagiert hat, um das Leben der 224 Männer, die den Papst beraten, unter die Lupe zu nehmen. Sein besonderer Fokus wird auf den 124 Männern liegen, die, wenn der Papst morgen sterben würde, für die Wahl seines Nachfolgers zuständig wären. Scalas Team besteht aus bis zu zehn Ermittlern. Quelle: focus


19.11.2018 In der Diskussion um Missbrauch in der Kirche hält der Opfervertreter Matthias Katsch eine umfassende unabhängige Untersuchung der Situation im katholischen Bistum Hildesheim seit den 1950er Jahren für dringend geboten. Dass der Leiter eines Hildesheimer Kinderheims, ein Priester, einen Jungen zum damaligen Bischof Janssen fuhr und wieder abholte, deute auf ein systematisches Vorgehen hin. Ähnliche Fälle seien aus den USA bekannt, sagte Katsch. Er wied darauf hin, dass sich in den Jahren nach Bischof Janssen das Leitungspersonal des Bistums aus Menschen rekrutierte, die in einem engen Verhältnis zu ihm standen. In dieses Bild passe, dass die Verantwortlichen des Bistums später offenbar im Fall des inzwischen suspendierten Priesters und mutmaßlichen Missbrauchstäters Peter R. nicht konsequent genug gehandelt hätten, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Quelle: evangelisch.de


19.11.2018 In Spanien hatte die Zeitungt „El Pais“ geschrieben, dass die span. katholische Kirche Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter systematisch vertuscht habe. In den letzten 30 Jahren seien nur 33 Urteile gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von 80 Minderjährigen verhängt worden. Die Strafen reichten von Schmerzensgeld bis hin zu einer 21-jährigen Gefängnisstrafe. In Spanien gebe es 18.000 Priester – somit seien also weniger als 0,2 Prozent von ihnen wegen Missbrauchs verurteilt worden. Nun hat der Präsident der span. Bischofskonferenz, Ricardo Blazquez, Erzbischof von Valladolid, auf der 112. Vollversammlung der Bischöfe in Madrid Missbräuche anerkannt. Quelle: religion.orf.at


19.11.2018 Der Diözesanrat des Erzbistums Berlin fordert bis spätestens März 2019 ein offenes Gespräch von Vertreterinnen und Vertretern des Diözesanrates mit der Bistumsleitung über die Missbrauchsfälle und die Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft. Quelle: Berliner Zeitung


19.11.2018 Im Bistum Augsburg wurde den ChristInnen eine Gebetsvorlage zum Gedenktag für Missbrauchsopfer empfohlen. Darin heißt es u.a.: „Damit sich die Kirche bzw. unser Bistum Augsburg erneuern kann, braucht es die Umkehr jedes Einzelnen, besonders auch stellvertretend für die, die sich schuldig gemacht haben an Kindern und Jugendlichen und damit am Leib Christi, der Kirche.“ Dagegen gibt es Widerspruch. Der Augsburger Journalist Peter Hummel, Pfarrgemeinderatsmitglied, kritisierte auf Facebook: „Mit dieser Aufforderung wird impliziert, dass es nicht eine Gruppe von Tätern gab, sondern dass letztlich alle Katholiken mitschuldig sind am Skandal um sexuellen Missbrauch. Geht’s noch?“ Er kenne einige Pfarrer, die den Gebetszettel nicht ausgelegt hätten. Das Bistum wies die Kritik zurück: Individuelle Schuld solle nicht in eine kollektive umgemünzt werden. Gemeint sei vielmehr, „dass alle bzw. die, die es möchten, auch dafür beten, dass die Täter zu Einsicht und Umkehr gelangen“. Quellen: bistum-augsburg.de

Kommentar: Die Erklärung des Bistums macht es auch nicht besser, denn sie benennt zwar die Täter, nicht jedoch die Vertuscher.


 18.11.2018 In Rhede, Bistum Münster, war von 1971 bis 1973 ein Kaplan eingesetzt, der nachweislich Kinder missbraucht hat. Das Bistum hat die katholische Gemeinde in Rhede informiert. Es möchte die sexualisierte Gewalt aufarbeiten und lädt in einem ersten Schritt zu einer Informationsveranstaltung ein. Der Generalvikar, Dr. Jochen Reidegeld, ist seit längerem mit einem unmittelbar Betroffenen im Gespräch. Die Leitungsgremien der Pfarrei St. Gudula tragen den Prozess der Aufarbeitung mit. Quelle: Bistum Münster


18.11.2018 Klaus Mertes sagt im Interview: „Man merkt inzwischen, dass die Hierarchen sich untereinander zerfleischen und gegeneinander kämpfen. Ich nenne auch noch ein anderes Beispiel: Als im Jahr 2010 Kardinal Schönborn öffentlich Kardinal Sodano wegen seiner Vertuschungssprache kritisierte, ist Kardinal Schönborn damals in Gegenwart von Papst Benedikt von Sodano gedemütigt worden, weil ein Kardinal einen anderen Kardinal nicht öffentlich kritisiert. Inzwischen kritisieren Kardinäle den Papst. Kardinäle kritisieren sich untereinander und werfen einander gegenseitig Vertuschung vor. Ich glaube, dass das ganz einfach damit zusammenhängt, dass die Angst größer wird. Und wenn in solchen Situationen Typen wie Vigano anfangen mit dem Finger auf andere Kardinäle und den Papst zu zeigen, dann ist das für mich ein Zeichen. Wenn „Obervertuscher“ anfangen, anderen auf ihrer hierarchischen Ebene Vertuschung vorzuwerfen, dann ist das ein Hilfeschrei. Die haben richtig Angst und deswegen müssen sie „Haltet den Dieb“ brüllen, um nicht selbst entdeckt zu werden. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Aufklärungsdruck inzwischen oben angekommen ist.“ Quelle: domradio.de


18.11.2018 Kardinal Marx, Erzbistum München-Freising, räumte Versäumnisse der Kirche bei der Aufklärung der katholischen Missbrauchsfälle ein: „Wir haben versagt, und wir waren wie in einem Verblendungszusammenhang: nicht hinsehen wollen, nicht wahrhaben wollen, was geschieht, es kleinreden, es nicht anhören, all das ist immer wieder geschehen.“ Das sagte er am Sonntag bei einem Gottesdienst in München. Er dankte Missbrauchsopfern und Medien, die Fälle öffentlich gemacht zu haben. Quelle: welt.de

Kommentar: Wer „wir“ ist, führte er nicht aus. Korrekt wäre es, wenn er sagen würde: Ich als Bischof von Trier und München habe versagt.


18.11.2018 Bei einem Treffen mit Seelsorgern hat der Bischof von Limburg, Bätzing, die Kirche angesichts des Missbrauchsskandals als „Täterorganisation“ bezeichnet. Zugleich kündigte er bei der Aufarbeitung des Skandals für seine Diözese konkrete Konsequenzen an. Ein Projektfahrplan sei bereits in Arbeit und werde noch in diesem Jahr synodal und kurial erarbeitet. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Das Muster scheint beliebt zu sein: Die Kirchenleitung, die verantwortlich für Vertuschung von Missbrauchsfällen ist, kollektiviert die Verantwortung(slosigkeit): „Die“ Kirche sei eine Täterorganisation. Nein, ist sie nicht. Täter sind Priester, die Minderjährige missbrauchten; Bischöfe, Kardinäle, Weihbischöfe, Generalvikare und Personalverantwortliche, die vertuschten und viele ChristInnen an der Basis, die nichts wissen wollen von Missbrauch und Opfern – aber es haben sich längst nicht alle Kirchenmitglieder schuldig gemacht.  So viel Differenzierung muss sein.


18.11.2018 Klaus Mertes sagt: „Wenn Geistliche missbrauchen, handelt es sich immer auch um geistlichen Missbrauch. Das hat  mit der besonderen Fallhöhe zu tun. Ich habe viele Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche kennengelernt, die mir gesagt haben, der sexuelle Missbrauch sei nicht das Schlimmste, obwohl er natürlich schlimm ist, sondern dahinter steht noch einmal dieser geistliche Missbrauch.“ Letztlich sei es „Missbrauch des Namens Jesu oder des Namens Gottes im Sinne. Der Name Jesu ist missbraucht worden, um Nähe zu gewinnen. Viele der Betroffenen“, weiß Pater Mertes, seien „tief gläubige Menschen, die sich auf der Suche nach Gott, nach einer Erfahrung nach Nähe zu Gott begeben haben und in dem Zusammenhang missbraucht worden sind.“ Mertes wurde erstmals seit 2010 (!) von den Bischöfen eingeladen. Quelle: domradio   Interview mit Klaus Mertes


18.11.2018 Das Bistum Essen übergibt 41 Akten über mögliche Missbrauchsfälle durch katholische Kleriker an die Staatsanwaltschaft. Quellen: wz.de  waz.de

17.11.2018 Um Missbrauchsfälle besser aufzuarbeiten, will die Kirche in Chile stärker mit der Staatsanwaltschaft des Landes zusammenarbeiten. Die Bischöfe beschlossen, eine entsprechende Vereinbarung zu unterschreiben. Die chilenischen Justizbehörden hatten ihnen mangelnde Kooperationsbereitschaft vorgeworfen. Quelle: kathpress.at


17.11.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, Bistum Trier, will die Archive für unabhängige Fachleute öffnen: „Es ist klar, dass die nun folgende Aufarbeitung keine interne Sache mehr sein kann. … Unabhängig heißt für mich, dass der jeweilige Bischof die weitere Untersuchung aus der Hand gibt und alles zur Verfügung stellt, was dafür nötig ist.“ Ackermann verteidigte die MHG-Studie, räumte jedoch Defizite ein. „Man hat das Thema offensichtlich nicht in allen Diözesen so prioritär behandelt, wie es erforderlich gewesen wäre.“ Weiter sagte der Missbrauchsbeauftragte: „Von oben muss die klare Direktive kommen: Wir wollen das, wir machen das. Wenn ein Bischof die Thematik nicht zur Chefsache erklärt, bleibt die Umsetzung schwierig.“ Quelle: kathpress.at  kirche-und-leben.de


17.11.2018 Die Psychologin Katharina Fuchs, verantwortlich für Forschung und Entwicklung am „Centre for Child Protection“ der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, stellte bei einer Fachtagung der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen zu Prävention von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche fest: „Es ist ein Problem der Institution und des Systems.“ Sie weist darauf hin, dass nur etwa 10% der missbrauchenden Kleriker im klinischen Sinn pädophil seien. Etwa ein bis zwei Drittel der übergriffigen Priester sei selbst als Kind missbraucht wurden. Opfer würden später zu Tätern – ein Phänomen, das aus dem Bereich des sexuellen Missbrauchs im familiären Umfeld allzu bekannt sei. Es gebe tatsächlich Geistliche, die glauben, Sexualität mit einem Kind oder einem Mann sei kein Verstoß gegen den Zölibat, weil der ja nur durch sexuellen Verkehr mit einer erwachsenen Frau verletzt werde, berichtet Fuchs. Quelle: domradio.de

Kommentar: Aus den Forschungsergebnissen, die von einem bis zwei Dritteln der Priester-Täter berichten, sie seien selbst Opfer gewesen, zu schließen, dass „aus Opfern Täter werden“, dient der Opfer-Beschuldigung. Opfern wird signalisiert, dass sie Täter oder mindestens künftige Täter sind. Interessanter dürfte die Frage sein, warum ein bis zwei Drittel der Priester Minderjährige missbrauchten, ohne zuvor selbst zum Opfer sexualisierter Gewalt geworden zu sein. 


17.11.2018 Papst Franziskus hat den Beitrag von Männern für die theologische Wissenschaft gewürdigt: „[Es] darf kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Männer die höchsten Stufen der Glaubensweisheit erreichen können.“ Quelle: katholisch.de

16.11.2018 Die katholische Kirche Polens will im 1. Halbjahr 2019 Zahlen zu sexuellem Missbrauch vorlegen. Quelle: katholisch.de


16.11.2018 Im Erzbistum Freiburg hat eine neue Kommission „Macht und Missbrauch“ ihre Arbeit aufgenommen. Zu den Mitgliedern der Kommission zählen u. a. die Rechtsanwältin Angelika Musella und der Kriminologe Helmut Kury (beide sind Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums), der Theologe Magnus Striet und die Psychotherapeutin und Supervisorin Gisela Hogeback. Kirchliche Missbrauchsopfer sind nicht in der Kommission vertreten. Die Kommission soll zunächst exemplarisch und systematisch einige besonders auffällige Missbrauchsfälle in der Erzdiözese aufarbeiten, um daraus Erkenntnisse über Strukturen zu gewinnen, die Missbrauch begünstigen können. Zudem soll die Kommission Erzbischof Burger vor allem hinsichtlich der Konsequenzen beraten, die aus den Ergebnissen der MHG-Studie zu ziehen sind und entsprechende Empfehlungen aussprechen. Quelle: katholisch.de


16.11.2018 Zustimmung und Kritik zum Gedenktag für Missbrauchsopfer. Quelle: katholisch.de


16.11.2018 Heute trafen der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, der Oldenburger Weihbischof Wilfried Theising, Osnabrücks Generalvikar Theo Paul und der Justiziar des Bistums, Ludger Wiemker, mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) zusammen. Es geht um die Öffnung kirchlicher Archive für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zu Missbrauchsfällen. Bischof Wilmer hatte die Öffnung der Akten bereits zugesagt. Nach dem Gespräch teilte die Justizministerin Barbara Havliza mit, die Kirchenvertreter hätten versichert, den Ermittlungsbehörden umfassenden Zugang zu erforderlichen Unterlagen zu gewähren. Erste Kontakte zu den Staatsanwaltschaften seien bereits aufgenommen worden. Im Bistum Hildesheim seien sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, ein weiteres Verfahren werde geprüft. Das Bistum Osnabrück stehe im Austausch mit den Staatsanwälten darüber, welche Fälle den Ermittlungsbehörden noch nicht bekannt sind. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, hieß es. Im zum Bistum Münster gehörenden Offizialatsbezirk Oldenburg sei neben der Staatsanwaltschaft Münster auch die aus Oldenburg mit der Thematik befasst. Auch hier sei ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet worden. Erforderliche Unterlagen würden offengelegt. Quelle: ndr.de  domradio


16.11.2018 Im Bistum Dresden-Meißen ist der Pfarrer einer polnisch-sprachigen katholischen Gemeinde suspendiert und nach Oppeln, Polen, zurückberufen worden. Er soll in den 1970er-Jahren sexuellen Missbrauch an einem Kind/an Kindern begangen haben. Ersten Informationen zufolge geht es zunächst um einen Tatvorwurf, der nicht nur kirchliche Untersuchungen nach sich zieht, sondern auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Arbeitsstellen des Beschuldigten in Deutschland werden nun überprüft: Neben Leipzig war er in der deutschen Gemeinde in Neustadt in Sachsen, an der Pleiße hielt er Gottesdienste in polnisch-katholischen Gemeinden in Engelsdorf und Lindenau. Zudem feierte er etwa in Borna regelmäßig eine katholische Messe mit polnischen Arbeitern. Quelle: lvz.de


15.11.2018 „Anzeigen wegen Meineids und Falschaussage, eine Vorladung durch die Staatsanwaltschaft: Mit Kardinal Francisco Javier Errazuriz hatte Papst Franziskus in seinem engen Beraterkreis, K-9-Rat, einen belasteten Bischof – bis jetzt.“ Kardinal Errazuriz hat seinen Rücktritt aus dem Reformrat des Papstes erklärt. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Anders als der Bericht formuliert ist Kardinal Errazuriz nicht der einzige Beschuldigte im Kardinalsrat. In dem 9-köpfigen K-9-Rat wird insgesamt 4 Mitgliedern vorgeworfen, Missbrauch vertuscht zu haben. Einem Mitglied wird neben Vertuschung sexueller Missbrauch vorgeworfen.

  • Kardinal Pell  hat Vertuschung eingestanden und wird vor einem australischen Gericht des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Er ist weiterhin Mitglied des Reformrates.
  • Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga erklärte, er sei bereit, ins Gefängnis zu gehen, um nicht einem seiner Priester zu schaden, auch wenn der Vorwurf Pädophilie sei. So hat er zwischen 2002 und 2003 einen von Interpol wegen sexuellen Missbrauchs gesuchten Priester eine Zeit lang untergebracht. Er ist weiterhin Mitglied des Reformrates.
  • Auch gegen Kardinal Marx gibt es Vorwürfe, im Bistum Trier nicht richtig mit einem Missbrauchsfall umgegangen zu sein.

15.11.2018 „Wir sind Kirche“ fordert – zu Recht! -, dass der Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs MIT den Betroffenen und ihren Selbsthilfe-Organisationen gestaltet werden sollte. Dabei müsse auch das Vertuschen kirchlicher Missbrauchsfälle thematisiert werden. Glaubhafte Reue manifestiere sich nicht durch einen Gedenktag, der die Geschehnisse bereits zu einem Ereignis der Vergangenheit mache. Quelle: wir-sind-kirche.de
Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer – die kirchlichen und die außerkirchlichen – so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären…., haben, sonst bleibt es unglaubwürdig.

15.11.2018 Die US-Bischöfe haben an Papst Franziskus geschrieben. Sie bekunden ihre Entschlossenheit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch und schreiben, sie müssten mit Scham gestehen, dass ihr Versagen auch Verbrechen einiger Mitbrüder im Bischofsamt einschließe. Ihre Reaktion auf die Forderung des Papstes, keinen BEschluss über weitergehende Maßnahmen zu fassen, teilen sie nicht mit. Quelle: religion.orf.at


15.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz hat seinen Rückzug aus dem engsten Beratergremium um Papst Franziskus, K9, bekanntgegeben. Missbrauchsopfer werfen ihm vor, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung des Priesters Karadima jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene zeigten Errazuriz Ende Oktober wegen Meineids und Falschaussage an. Die chilenische Staatsanwaltschaft wird den Kardinal „als Beschuldigten“ vorladen. Der bestreitet die Vorwürfe. Quelle: katholisch.de


15.11.2018 Das Erzbistum Köln will Opfer sexueller Gewalt in die Präventionsarbeit einbinden und dazu einen Betroffenenbeirat gründen. Das Gremium soll aus zwölf Mitgliedern verschiedener Altersgruppen bestehen, die Missbrauch erfahren haben, wie die Erzdiözese am Donnerstag in Köln mitteilte. An der Beiratskonzeption arbeitete den Angaben zufolge Patrik Bauer, ein Betroffener von sexuellem Missbrauch, mit. Erzbischof Woelki erhofft sich, aus den Gesprächen Erkenntnisse zu gewinnen, die in Präventions- und Interventionsstellen einfließen sollen. Quelle: katholisch.de


14.11.2018 Endlich hat die evangelische Kirche weitere Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und innerkirchliche Vertuschung beschlossen. Besser spät als nie? Einige Betroffene sehen die Verspätung mit Bitterkeit. Evelyn Finger und Wolfgang Thielmann berichten. Quelle: zeit.de


14.11.2018 Die EKD-Synode hat beschlossen, Betroffene im Bereich Aufarbeitung und Prävention zu beteiligen; unabhängige Kommissionen, die Anerkennungsleistungen materieller oder immaterieller Art erarbeiten; eine externe wissenschaftliche Gesamtstudie, die die systemisch bedingten Risikofaktoren speziell der evangelischen Kirche analysiert; eine Dunkelfeldstudie in der EKD und der Diakonie; eine unabhängige zentrale Sprechstelle der EKD (www.hinschauen-helfen-handeln.de), einen fünfköpfigen Beauftragtenrat (drei Bischofspersonen, eine Juristin, ein Jurist); Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), eine zentrale Meldestelle in den Landeskirchen; die Stärkung der Konferenz für Prävention, Intervention und Hilfe; systemische Analysen in Zusammenarbeit mit der Diakonie; bei Wahrung des Seelsorgegeheimnisses im Kontext sexualisierter Gewalt sensibel und professionell zu verfahren, um ggf. die Schweigepflicht zu lösen. Der Rat der EKD soll 2019 in Dresden über den Stand der Umsetzungen berichten. Quelle: evangelisch.de  Der vollständige Text steht hier.


14.11.2018 Das erste mutmaßliche Opfer des früheren Hildesheimer Bischofs Janssen kommentiert die Beschuldigungen durch ein zweites mutmaßliches Opfer so: „Die Parallelen zu meinem Fall sind erschreckend. Dem Bischof wurden Kinder durch Helfershelfer aus dem Umfeld der Kinderheime zugeführt. Bei mir war es ein Kaplan. Janssen galt als großer Gönner dieser Heime, er hielt sich dort gerne oft auf. Es liegt für mich nahe, dass es ein pädophiles Netzwerk gab.“ Der jetzige Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer war nach den neuen Vorwürfen  „wütend und traurig“. „Es zerreißt mir das Herz angesichts dessen, was der Betroffene uns mitgeteilt hat“, sagte Wilmer. Wilmer will eine externe Untersuchung machen lassen und überdies mit der niedersächsischen Justizministerin Barbara Havliza (CDU) über die Offenlegung von Kirchenakten für Staatsanwälte sprechen. Quellen: spiegel.de  kiz-online.de


14.11.2018 Don Fortunato Di Noto, Gründer von METER, arbeitet seit 30 Jahren gegen Kindesmissbrauch. Im Blick auf die zu überarbeitenden Richtlinien der italienischen Bischofskonferenz ist er zuversichtlich: Die italienische Bischofskonferenz beginne nicht am Nullpunkt. Die Anstrengungen zur Prävention hebt Di Noto hervor. Quelle: cruxnow.com


14.11.2018 Die Kirche habe sich mehr um den Schutz ihres Vermögens als um die ihr anvertrauten Menschen gekümmert, fasste Luis A. Torres vom Laienrat der Diözese Brooklyn  die Wut der Betroffenen gegenüber der US-amerikanischen Bischofskonferenz zusammen. Er habe eine Kirche kennengelernt, die sich „aktiv feindlich gegenüber Kindern“ verhalten habe, sagte der Anwalt in Gegenwart mehrerer Bischöfe.

Pitt Green, Opfer-Organisation „Spirit Fire Live“, sprach über die Folgen von Missbrauch für die zumeist jugendlichen Opfer: Suizide, Suchterkrankungen, chronische mentale Erkrankungen, zerbrochene Beziehungen. In Anspielung auf Vertuschung und Verleugnung von sexuellen Übergriffen in den eigenen Reihen, sagte sie den Bischöfen: „Ich weiß nicht, wie Sie das aushalten.“ Quelle: religion.orf.at

14.11.2018 Francesco Cesareo, Kinderschutzbeauftragter der 196 US-Diözesen, erhebt schwere Vorwürfe. Die Antwort der Bischöfe auf die Krise sei „unvollständig“ geblieben, vor allem im Blick auf den Umgang mit Amtsbrüdern. Mehr als 130 Bischöfe seien „während ihrer Laufbahn beschuldigt worden, versäumt zu haben, auf Missbrauchsvorwürfe in ihren Diözesen einzugehen“. Darunter sei auch der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Daniel DiNardo. Andere hätten sich selbst Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt gesehen, nur wenige hätten echte Konsequenzen gezogen. Cesareo sprach von fehlender Transparenz, vom Mangel an Verantwortlichkeit der Bischöfe. Das Misstrauen der Gläubigen gegenüber den Bischöfen werde bleiben, bis sie wirklich die Prinzipien von Offenheit und Transparenz leben.

Nachdem die Bischofskongregation der US-amerikanischen Bischofskonferenz verbot, Maßnahmen zu beschließen, liege der Ball nun beim Papst. Das sagte der Vatikanbeobachter John Allen.  Das römische Welttreffen der Bischöfe im Februar müsse nun „ein ganz dramatisches Ergebnis“ liefern. Andernfalls könnte es in den USA „blutig“ werden, fügte er hinzu. Quelle: katholisch.de

14.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat, kritisiert die EKD-Synode: „Und wenn man nun erstmalig auf einer Synode dieses Thema behandelt, ist das schon ein Armutszeugnis, wenn Betroffene nicht eingeladen werden, kein Rederecht haben und man nicht auf Augenhöhe und miteinander dieses Thema angeht.“ Quelle: domradio


14.11.2018 Marie Collins kritisiert die Anweisung des Vatikans an die US-amerikanische Bischofskonferenz, ihre geplanten Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt auch von Bischöfen zurückzustellen. Sie schlägt für das Februar-Treffen der Bischofskonferenz-Vorsitzenden im Vatikan vor, der Papst solle den Vorsitzenden drei Texte vorlegen: erstens eine klare, unmissverständliche Definition dessen, was Missbrauch ausmacht; zweitens die umfassende Beschreibung einer Kinderschutz-Politik mit „best-practice“-Beispielen und Hilfsmaßnahmen für die Opfer sowie drittens eine Regelung zur Verantwortlichkeit, die klare Sanktionen für jene Bischöfe benennt, die bei Prävention und Aufarbeitung versagen. Bekannt gemacht werden sollten die Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die die Texte nicht unterschreiben. „Die Angst vor Skandalen und die Kultur nicht erklärter Rücktritte muss beendet werden“, fordert Collins. Quelle: katholisch.de


14.11.2018 Joachim Frank schreibt: „Notwendig wären Eingeständnis und Anerkenntnis der eigenen Verfehlungen durch die Verantwortlichen selbst. Dass es sie gibt, weiß jeder. ‚Die Institution‘ gibt es nicht. Aber noch verstecken sich Personen in und hinter ihr. Das lässt an der Reue zweifeln, die Vergebung erst möglich macht. So aber klingt alles Bitten um Verzeihen hohl und setzt die Selbstblockade der Kirche fort. Wie halten es die Verantwortlichen mit der Bitte um den Geist, der unserer menschlichen Schwachheit aufhilft, und wie steht es mit ihrem Glauben an die Kraft der Wahrheit, die „euch frei machen wird“? Quelle: katholisch.de


13.11.2018 Die EKD appellierte an Missbrauchsopfer in protestantischen Einrichtungen, ihre Fälle den zuständigen Stellen schnell zu schildern. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Erfahrungsberichte zu einer umfassenden Aufklärung beitragen können. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich nach Mitteilung der EKD um ehemalige Heimkinder. Die Diakonie Deutschland kündigte eine eigene wissenschaftliche Studie zu Missbrauch in ihren Einrichtungen an. Quelle: rga


13.11.2018 In den Bistümern Trier und Speyer können sich Missbrauchsopfer, die sich nicht an kirchliche Stellen wenden wollen, auch beim Landesamt für Soziales melden. Quelle: Saarbrücker Zeitung


13.11.2018 Papst Franziskus hat eine Untersuchung gegen Bischof Michael J. Bransfield, 75, Bistum Wheeling-Charleston, USA, angeordnet. Bransfield wird vorgeworfen, Erwachsene sexuell belästigt zu haben. Er erreichte am 8.9.2018 die Altersgrenze und Papst Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch von Bransfield an. Quelle: Domradio


13.11.2018 „Der Papst-Botschafter in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, erklärte nun vor den Bischöfen, dass Rom unter anderem Schwierigkeiten mit der Auslagerung von klerikaler Verantwortung habe. Er machte die ‚Versuchung‘ aus, ‚die Verantwortung zur Reform anderen zu überlassen statt selbst dafür zu sorgen‘, so der französische Erzbischof. ‚Wir müssen zeigen, dass wir die Probleme lösen können, statt sie an andere zu delegieren.'“ Dies erklärte Erzbischof Pierre den US-amerikanischen Bischöfen. Quelle: domradio

Kommentar: Nun, offensichtlich waren die US-amerikanischen Bischöfe von 2002 bis 2018 nicht in der Lage, ihrer Verantwortung nachzukommen. Sie haben bislang die Probleme im Umgang mit den Opfern und mit den Kleriker-Tätern – auch denen unter den Bischöfen und Kardinälen – nicht lösen können. Was sollte die Gläubigen also veranlassen, den Bischöfen jetzt zuzutrauen, dass sie auf einmal die Probleme lösen können?

13.11.2018 Papst Franziskus hat den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna zum beigeordneten Sekretär der Römischen Glaubenskongregation bestellt. Welche Befugnisse ein beigeordneter Sekretär hat, wird nicht erläutert. Quelle: orf


13.11.2018 Die Bischöfin der Nordkirche, Kirsten Fehrs, spricht im Ahrensburger Missbrauchsfall von einer „Kultur der Grenzverachtung“. Auf ihrer Synode will die evangelische Kirche, das Thema Missbrauch umfassend aufzuarbeiten. Bislang wurden 479 Missbrauchsfälle gemeldet, zwei Drittel in kirchlichen Heimen. Die Synode fordert Opfer auf, sich zu melden. Zwei wissenschaftliche Studien sollen das Ausmaß von Missbrauch in der Vergangenheit ermitteln bzw. „systemisch bedingte Risikofaktoren in der evangelischen Kirche“ untersuchen. Fehrs konstatierte: „Schon aus dem, was wir jetzt wissen, lassen sich aber evangelische Spezifika orten. Zum Beispiel die unreflektierte Vermischung von Privatem und Dienstlichem; dezentrale Strukturen, die unklar machen, wer für was zuständig ist – einschließlich einer fehlenden Beschwerdemöglichkeit.“

Die EKD hat ein 11-Punkte-Programm vorgelegt, das jedoch nicht verbindlich ist.

13.11.2018 Die Missbrauchsfälle von Ahrensburg in der Nordkirche sind auch 8 Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch nicht abschließend aufgearbeitet. Anselm Kohn, Initiative „Missbrauch in Ahrensburg“, spricht auch heute noch von Mängeln im Umgang mit den früheren Opfern. Die Entschädigungen seien nicht transparent und unzureichend. Kohn fordert externe Ansprechpartner und Ermittler: „Die Kirche kann nicht Aufklärer, Rechtsanwalt und Richter gleichzeitig sein. Das ist eine Konfusion, die funktioniert nicht.“ Quelle: ndr


13.11.2018 Ein heute Mitte 70-Jähriger hat Bischof Wilmer, Hildesheim, einen Missbrauchsvorwurf gegen den früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen (1907 – 1988) mitgeteilt. Bereits früher hat ein anderer ehemaliger Messdiener Beschuldigungen gegen Bischof Janssen vorgebracht. Ab 1957 sei er gleich von mehreren Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht worden. Außer von Bischof Janssen sei er auch vom Leiter des damaligen Hildesheimer Kinderheims „Bernwardshof“, einem Priester und einem Kaplan am damaligen Hildesheimer Kinderheim Johannishof missbraucht worden. Beide Beschuldigten sind dem Bistum bereits als mutmaßliche Täter bekannt. Sie sind gestorben. Quellen: ndr  Bistum Hildesheim


12.11.2018 Die US-Bischöfe beraten derzeit über weitere Maßnahmen zum Umgang mit Missbrauchsfällen. Geplant war, eine Laienkommission zu installieren, die die Aufklärungsarbeit der Bischöfe untersuchen sollte. Gedacht war an eine externe Organisation, die Missbrauchsanzeigen ggf. direkt an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten sollte. Außerdem wollten sich die Bischöfe der 196 Bistümer der USA einen Verhaltenskodex geben. Dieser Verhaltenskodex war umstritten, einige Bischöfe argumentierten, das Evangelium sei ihnen höchster Maßstab für ihr Verhalten. Nun hat die Bischofskongregation gebeten, dass die US-Bischöfe mit der Verabschiedung von Maßnahmen das für Februar geplante Welttreffen der Bischöfe im Vatikan abwarten sollen. Der Vatikan nennt keine Begründung für seine „Bitte“.  Anne Barrett Doyle, „BishopAccountability.org“, erklärte, die Intervention des Vatikan sei „wirklich unglaublich“. Sie wertete den Eingriff als „Versuch, selbst bescheidenen Fortschritt der US-Bischöfe zu unterdrücken“. Quellen: domradio.de  katholisch.de  de.catholicnewsagency.com


12.11.2018 Die Spanische Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Española, CEE) hat eine Kommission zur Untersuchung der Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb kirchlicher Einrichtungen und zur Aktualisierung der Aktionsprotokolle eingerichtet. Die Kommission ist ausschließlich mit hohen kirchlichen Funktionären, vorwiegend Jesuiten und Mitglieder des Opus Dei besetzt. Psychologische und pädagogische Fachleute und Vertreter der Opfer blieben außen vor. Quelle: wochenblatt.es


12.11.2018 Kardinal Francisco Javier Errazuriz soll nach Medienspekulationen seinen Rückzug aus dem K9-Rat vorbereiten. Ihm wird vorgeworfen, als Erzbischof von Santiago de Chile von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung eines später wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen jahrelang verhindert zu haben. Drei Betroffene werfen ihm zudem Meineid und Falschaussage in Zusammenhang mit sexuellen Vergehen des Priesters Fernando Karadima vor. Errazuriz bestreitet ein Fehlverhalten. Von 1971 bis 1990 war Errazuriz in der Leitung der Schönstatt-Bewegung in Vallendar bei Koblenz tätig. Anschließend war er bis 1996 Sekretär der Ordenskongregation im Vatikan und dann bis 1998 Bischof von Valparaiso. Im Anschluss erfolgte die Ernennung zum Erzbischof von Santiago de Chile. Das Bistum leitete er bis zu seiner Emeritierung 2010. Von 2003 bis 2007 war Errazuriz zudem Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. Quelle: katholisch.de


12.11.2018 Das Stift Klosterneuburg hat einen Bericht über einen Missbrauchsfall vorgelegt, der von der Initative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch kritisiert wird. Johannes Heibel, Vorsitzender der Initiative, kritisiert, dass die Expertengruppe nicht alle Zeugen eingeladen und angehört habe. Außerdem habe der Gruppe weder ein erfahrener Ermittler noch ein Kirchenrechtler angehört. Zudem bezweifelt Heibel die Unabhängigkeit der Expertenrunde. Die Untersuchungskommission habe keine Personen benannt, die den Missbrauchsfall vertuscht haben und dem Täter die Priesterweihe in Rumänien ermöglichten. „Niemand habe gewagt, die Verantwortung von Propst Bernhard Backovsky und anderer hochrangiger kirchlicher Würdenträger ‚wirklich ernsthaft zu hinterfragen und eine Klärung herbeizuführen‘. Somit blieben „Vertuscher und Förderer von pädophilen Klerikern unbehelligt und können in ihren Institutionen weiter so regieren, wie es ihnen gerade passt“, hieß es in der Stellungnahme der Initiative. Quelle: orf


12.11.2018 Im Bistum Augsburg wurde den ChristInnen eine Gebetsvorlage zum Gedenktag für Missbrauchsopfer empfohlen. Darin heißt es u.a.: „Damit sich die Kirche bzw. unser Bistum Augsburg erneuern kann, braucht es die Umkehr jedes Einzelnen, besonders auch stellvertretend für die, die sich schuldig gemacht haben an Kindern und Jugendlichen und damit am Leib Christi, der Kirche.“ Quelle: bistum-augsburg.de

Kommentar: Der Text erweckt den Eindruck, dass Täter und Vertuscher in der katholischen Kirche nicht etwa selbst verantwortlich sind für sexualisierte Gewalt oder ihre Vertuschung. Verantwortlich scheint das Kollektiv der KatholikInnen.

12.11.2018 Am Sonntag, 18.11. wird in Deutschland erstmals der Gedenktag für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche in Deutschland begangen. Die Bischöfe haben ihn in den Kontext des Europäischen Tages für Kinderschutz gestellt, um zu zeigen, dass Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, nicht nur ein katholisches. Der Gedenktag soll Betroffenen einen Raum des öffentlichen Gebetes geben. Zugleich soll damit für das Thema sensibilisiert werden, sagt der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Ackermann ist wichtig, dass nicht an den Opfern vorbei Vergebung von Gott erbeten wird. Matthias Katsch von der Opfervereinigung Eckiger Tisch hat den Gebetstag kritisiert, es brauche Hilfe und konkrete Entschädigung. Ackermann möchte nicht das eine gegen das andere ausspielen. Quelle: domradio
Kommentar: Ein Gebetstag ist sinnvoll, wenn er der Gemeinde vor Ort tatsächlich zur Sensibilisierung für die Belange und das Leben von Opfern dient. Allerdings müsste das Gebet für die Opfer – die kirchlichen und die außerkirchlichen – so alltäglich in unsere Gottesdienste gehören, wie die Gewalt und ihre Folgen für Betroffene zu deren Alltag gehören. Und: Das Beten muss erfahrbare Folgen für die Opfer, die kirchlichen und die familiären…., haben, sonst bleibt es unglaubwürdig.

12.11.2018 Gläubige fordern den Rücktritt von Bischof Richard Malone (72), Buffalo, USA. Sie werfen ihm Vertuschung von Missbrauchsfällen, die er eingestanden hat. Zum Rücktritt ist er jedoch nicht bereit. Die Gläubigen knüpfen ihre Spendenbereitschaft an den Rücktritt des Bischofs. Quelle: katholisch.de


12.11.2018 In Münster prüft die Staatsanwaltschaft mehrere Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester. Auslöser ist eine Initiative von sechs Strafrechtsprofessoren. Sie stellten Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs gegen Unbekannt, damit die Justiz den Fällen nachgeht, über die das Bistum Ende September berichtet hatte. Danach sind in den vergangenen Jahrzehnten 450 junge Männer und Frauen im Bistum missbraucht worden. Die Taten sollen 138 Geistliche, meist Priester, begangen haben. Quelle: 1.wdr.de


11.11.2018 Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, sagt, auch in der evangelischen Kirche sei vertuscht und versetzt worden. Die Äußerungen des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, die evangelische Kirche sei aufgrund anderer Strukturen als in der katholischen Kirche nicht so anfällig für Missbrauch, wies sie zurück. Claus weist darauf hin, dass es in der evangelischen Kirche vermehrt um Betroffene ging, die in der Regel 14 Jahre und älter waren, also in einem Alter, in dem sie vermeintlich hätten „Nein“ sagen können. Das mache es schwierig zu erkennen, dass es sich hier immer um sexualisierte Gewalt handelt. Claus fordert eine unabhängige zentrale Anlaufstelle für Betroffene und eine wissenschaftliche Studie, die den Umgang mit Betroffenen und Tätern untersuche. Immer auch seien Betroffene miteinzubeziehen.
In der evangelischen Kirche wurden bislang 480 „Fälle“ aktenkundig. Quelle: Domradio  und Domradio 12.11.2018

10.11.2018 Die römisch-katholische Kirche in England wird diese Woche einer intensiven Prüfung wegen ihres Umgangs mit sexuellem Kindesmissbrauch und der Vertuschung der Missbrauchsfälle durch Bischöfe unterzogen. Überlebende werden fünf Tage lang aussagen vor einer unabhängigen Untersuchungskommission, die die Erzdiözese Birmingham untersucht. Erstmals wird ein Kirchenverantwortlicher unter Eid aussagen: Kardinal Vincent Nichols, Erzbischof von Westminster. Er war von 2000 bis 2009 Erzbischof von Birmingham. Aussagen muss auch der jetzige Erzbischof von Birmingham, Bernard Longley. Quelle: The Guardian


10.11.2018 Die US-Bischofskonferenz tagt nächste Woche. Sie wird entscheiden müssen, ob sie die 2002 in der Dallas-Charta eingeführte Null-Toleranz gegenüber Missbrauch auch für die Bischöfe einführen wird. Da Bischöfe jedoch nur der Autorität des Papstes unterstehen, müsste die Bischofskonferenz an den Papst  appellieren, dass er der Änderung der kanonischen Normen zustimmt und Bischöfe auch Sanktionen der Bischofskonferenz und einer Laiengruppe unterwirft.

In Italien will die Bischofskonferenz sich um eine Neufassung der Präventionsordnung kümnmern. Vermutet wird von Crux, dass Erzbischof Bruno Forte und Kardinal Lorenzo Baldisseri Einfluss nehmen, um die Sprache zur Missbrauchskrise zu verwässern, so dass es keine Nulltoleranz und keine direkte Entschuldigung bei den Überlebenden geben wird. Kenner gehen davon aus, dass die Missbrauchskrise in Italien in nächster Zeit ausbrechen wird. Als Beispiel nennen sie Erzbischof Mario Delpini, Mailand. Er wurde beschuldigt, als Weihbischof und Generalvikar von Mailand einen Täter geschützt und ihn in eine andere Gemeinde versetzt zu haben. Dabei war er sich nach eigenem Bekunden bewusst, dass er dem Täter eine neue Aufgabe im Bereich der Jugendarbeit gegeben hatte. Quelle: cruxnow


10.11.2018 Die Vorsitzende des Vereins Evangelische Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth, sagte: „Es gibt immer noch Leute, den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm eingeschlossen, die mit dem Thema Missbrauch am liebsten nichts zu tun hätten und sich nicht ein bisschen in die Situation der Opfer einfühlen.“ Deren Forderungen würden als unangenehm, lästig oder sogar unbillig abgetan. Der EFiD ist ein Dachverband mit 39 Mitgliedsorganisationen und rund drei Millionen Mitgliedern. Ab Sonntag wird sich die EKD-Synode auch mit dem Thema Missbrauch beschäftigen. Quelle: zeit.de


9.11.2018 Der NCR veröffentlicht einen Offenen Brief an die US-Bischöfe. Das Leitwort ist „It’s over“: „This, instead, is about a rot at the heart of the culture entrusted with leadership of the Catholic community. A rot so pervasive that it has touched every aspect of the community’s life, disrupting all of the certainties and presumptions about who we are and who you are that helped hold this community together.“ Der Offene Brief spricht davon, dass es kein Verstecken mehr gibt, die Bischöfe haben den Tiefpunkt erreicht – nicht, weil sie entschlossen waren, die Wahrheit zu sagen, sondern weil sie wieder einmal erwischt wurden. Der Schmerz der Bischöfe sei selbst verschuldet. Sie hätten gewusst, dass die Missbrauchsfälle böse genug waren, um sie verstecken zu müssen. Quelle: NCRonline


9.11.2018 Eine von fünf Provinzen der Jesuiten in Nordamerika wird am 7.12. die Namen aller glaubhaft beschuldigten Jesuiten in den Regionen Alaska, Arizona, Kalifornien, Hawaii, Idaho, Montana, Nevada, Oregon, Utah und Washington veröffentlichen. Das kündigte Scott Santarosa, S.J., Provinzial der Jesuiten-Region, an und sagte, auch die übrigen vier Jesuiten-Provinzen würden folgen, allerdings zu anderer Zeit. Keiner der Beschuldigten sei noch im aktiven Dienst. Santarosa räumte ein, dass die Veröffentlichung der Liste mehr Opfer hervorbringen und weitere Klagen nach sich ziehen könne. Quelle: americamagazine.org


9.11.2018 Dem Bischof von Salamanca, Carlos López, wird vorgeworfen, dass er Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester ignorierte. So konnte z.B. Isidro López Santos ungestört Minderjährige missbrauchen. Eines der Opfer, Javier Paz, informierte 2011 das Bistum, dass er von 1982 – 1992 von Santos missbraucht wurde. Daraufhin versetzte der Bischof den Beschuldigten in den Ruhestand und bot dem Betroffenen Geld gegen Schweigen an. Der spanischen Zeitung El Pais liegen von Paz mitgeschnittene Telefonate vor. Danach unterschrieb Paz, dass er gegen Sofortzahlung von 300.00 € und eine monatliche Rente von 1.500 € schweigen werde. als Paz nichts mehr vom Bistum hörte, wandte er sich erneut dorthin und erhielt die Antwort, dass er gar nichts bekomme, weil er nur auf Geld aus gewesen sei. Inzwischen seien weitere Fälle bekannt geworden, in denen Opfer mit dem Versprechen auf Entschädigungen zum Schweigen gebracht wurden. Quelle: hpd.de


6.11.2018 Daniel Deckers konstatiert, dass die Bischöfe nach 2002 und 2010 auch 2018 noch wortreiche Absichtserklärungen vorlegten statt Rechtsverbindlichkeit im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen zu schaffen. Bischöfe müssen sich niemandem gegenüber rechtfertigen (ausgenommen: dem Papst gegenüber). Noch immer glauben sie, Aufklärung und Entschädigung der Missbrauchsopfer seien bei ihnen gut aufgehoben. Wichtig wäre, dass es eine unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit geben müssen, die mit umfassenden Ermittlungskompetenzen und Berichtspflichten ausgestattet seien. Kirchenrechtlich wäre dies möglich – die Bischöfe müssten es nur wollen. Und wenn es nicht alle wollten, müssten „die vorangehen, die verstanden haben, dass es keinen anderen Weg gibt als den der Klarheit und Wahrheit, wollte die Kirche jemals wieder Vertrauen gewinnen“ Quelle: faz.net


6.11.2018 Die spanische Regierung plant die Abschaffung der Verjährungsfrist für sexuellen Kindesmissbrauch. Maria del Carmen Calvo Poyato informierte den Vatikan über die geplante Neuerung. Derzeit beginnt die Verjährungsfrist nach fünf bis 15 Jahren, d.h. Betroffene können Missbrauch maximal bis zum Alter von 33 Jahren anzeigen. Nach Aussagen der Organisation „Save the children“ äußerten Betroffene sich im Schnitt erst mit 35 Jahren über das Erlittene. Quelle: hpd


6.11.2018 Kardinal O’Malley ist enttäuscht über die schleppende Aufklärung  der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. Fast ein Drittel der US-Bischöfe habe falsch auf sexuelles Fehlverhalten reagiert. Der „Boston Globe“ und der „Philadelphia Inquirer“ hatten zuvor mehr als 130 amtierenden und pensionierten US-Bischöfe, d.h. nahezu einem Drittel der US-amerikan. Bischöfe, unangemessene Reaktionen auf sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. O’Malley zeigte sich schockiert. Die Untersuchungen der Zeitungen haben ergeben, dass Anschuldigungen gegen mehr als 50 Bischöfe aus der Zeit nach der Konferenz von 2002 in Dallas stammten, bei der die Kirchenführer (auch auf Betreiben von McCarrick) eine Kinderschutz-Charta beschlossen hatten. O’Malley kündigte an, dass er sich bei der Herbstvollversammlung der US-Bischöfe dafür einsetzen werde, dass Bischöfe, die sexuelles Fehlverhalten ermöglichten oder selbst Fehlverhalten an den Tag legten, mit schweren Konsequenzen rechnen müssten. Wie diese konkret ausfielen, müsse am Ende Rom entscheiden. Quelle: Domradio

6.11.2018 Die katholische Kirche in Polen gerät u.a. durch den Film „Kler“ (Klerus) in den Blick der Öffentlichkeit. Bereits 2008 meldete der Dominikaner Marcin Mogielski – mit der Zustimmung seines Ordensoberen – einen Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch durch einen Stettiner Priester an die Medien. Zuvor hatte Marcin jahrelang vergeblich versucht, die in der Erzdiözese tätigen Bischöfe zu einer Lösung des Problems zu bewegen. 2010 war eine Borromäusschwester von Zabrze wegen körperlicher und psychischer Gewalt und Anstiftung zu pädophilen Handlungen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Nach einer Zeitungsreportage meldeten sich 2014 weitere 140 Opfer. Overbeek gab Betroffenen im Jahr 2013 eine Stimme gegeben in seinem Buch „Fürchtet euch – Pädophilie-Opfer der Kirche in Polen sprechen“. 2012 hatte die Polnische Bischofskonferenz Normen zum Umgang mit Missbrauchstätern erlassen. Seit 2013 ist der Jesuit Adam Żak Missbrauchsbeauftragter der Bischöfe, seit 2014 leitet er das „Zentrum für Kinderschutz“. Bereits 2014 hatte die Einrichtung durch eine Datenerhebung bei staatlichen Gerichten mindestens 19 Priester ausgemacht, die in einem Zeitraum von drei Jahren wegen Missbrauchs verurteilt worden waren. 2017 gab es einen ersten Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Anfang Oktober wurde ein Orden zu der Rekordentschädigung von einer Million Złoty (233.000 Euro) und der Zahlung einer lebenslangen Monatsrente an eine junge Frau verurteilt, die als 13-jährige von einem Pater mehrfach vergewaltigt wurde. Die Gesellschaft Christi für Emigrantenseelsorge kündigte an, gegen das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof Beschwerde einzulegen. Für Ende November ist ein Dokument angekündigt, das die verschiedenen Aktivitäten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt darstellt. Auch wolle man statistische Daten über Missbrauch sammeln. Quelle: domradio


4.11.2018 Der Essener Caritas-Direktor Hermans berichtet, dass es noch immer Bistümer gebe, die keine weitergehende Öffnung ihrer Akten gestatten wollen, wenn es um das Thema Missbrauch geht. „Ich war neulich bei der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes, über den Missbrauchsskandal und andere aktuelle Themen wurde natürlich gesprochen, aber doch eher unter ferner liefen. Ein wirklicher Ruck, eine ehrliche, tiefe Erschütterung war für mich zwar seitens vieler Delegierter, in Gänze aber doch nicht ausreichend spürbar“, sagt er und kritisiert den Freiburger Erzbischof Burger, der zwar von der Missbrauchsstudie in der Predigt sprach, die KRise der kath. Kirche jedoch nur als eine „Art Krise“ bezeichnete. Hermans sagte: „Wir brauchen noch mal ein anderes Maß an öffentlicher Empörung, und das nicht nur von außen, sondern gerade von innen, von denen, die Mitglied der Kirche geblieben sind.“ Quelle: westfalenpost

Kommentar: Die Empörung der Mitglieder der kath. Kirche hält sich nach meiner Beobachtung in Grenzen. Die Stimmung unter den praktizierenden KatholikInnen ist eher geprägt von dem Wunsch, nichts mehr über „das Thema“ hören zu wollen. Deren Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt – den kirchlichen wie den außerkirchlichen Opfern – ist nur bei wenigen spürbar.

4.11.2018 Christoph Fleischmann interviewt den Strafrechtsprofessor Holm Putzke, einen der sechs Professoren, der Anzeige gegen die 27 Bistümer in Deutschland gestellt hat. Bislang wird davon ausgegangen, dass die MHG-Studie zu wenig konkrete Anhaltspunkte für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft biete. Nach Ansicht von Holm-Putzke jedoch liegen die „konkreten Anhaltspunkte“ vor, denn in den kirchlichen Akten, die der MHG-Forschung nicht vorlagen, werden die Täternamen genannt. Die Staatsanwaltschaften müssten prüfen, ob die in der Studie ausgewerteten Fälle auch strafrechtlich untersucht wurden.

MB ist ein Offizialdelikt, die Staatsanwaltschaften müssten von sich aus ermitteln. Diese staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind unabhängig vom Willen der Opfer. Holm Putzke nennt dies ein Dilemma, denn bei (schwerem) sexuellen Missbrauch gebe es keine Verfügungsgewalt des Opfers über die Aufnahme von Ermittlungen. Nicht alle Opfer wünschen keine Ermittlungen, es gibt auch Opfer, die froh um die Ermittlungen sind. Quelle: 1.wdr.de

3.11.2018 Die französische Bischofskonferenz denkt über eine Kommission nach, die das Thema „Missbrauch durch Kleriker“ wissenschaftlich aufarbeitet. Der Vorsitzende der Bischofskonferenzt Erzbischof Georges Pontier hzatte sich zuvor gegen eine parlamentarische Untersuchungskommission ausgesprochen. Die Bischofskonferenz hörte auch Missbrauchsopfern zu. – Seit 2010 haben 433 Personen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben, 212 davon wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet. In 36 Fällen wurde ein Ermittlungsvewrfahren eingeleitet. 13 Geistliche sitzen derzeit in Haft. Quelle: vaticannews.va


2.11.2018 Bischorf Voderholzer, Regensburg, verweist auf die Kritik an der MHG-Studie, nach der die zölibatäre Lebensform der Priester und die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität mitursächlich für den sexuellen Missbrauch seien. Man gewinne den Eindruck, nicht wenigen Interessierten komme die Schlussfolgerung recht, um lange ersehnte kirchenpolitische Ziele zu verfolgen: „Ich halte das für einen Missbrauch des Missbrauchs, insbesondere für einen Missbrauch der Opfer des Missbrauchs.“ Quelle: pnp

2.11.2018 Der katholische Priester Pierre Vignon hat eine Online-Petititon gestartet, in der er den Rücktritt von Kardinal Barbarin fordert. Die Petition wurde mehr als 100.000 mal unterschrieben. Nun erfuhr Vignon, dass er nicht mehr für den Dienst an einem Kirchengericht in Frage komme. Dort war er seit 2002 Richter. Quelle: dailymail.co.uk


2.11.2018 Sechs Juristen haben bei den Staatsanwaltschaften im Bezirk aller 27 katholischen Bistümer Anzeige wegen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs erstattet. Die Behörden in Freiburg, Osnabrück und Würzburgprüfen derzeit die Anzeige. In Köln und Regensburg sind die Staatsanwaltschaften unabhängig von der Anzeige mit der Prüfung eines Anfangsverdachtes befasst. Die Juristen gehen davon aus, dass die MHG-Studie „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ für Straftaten geliefert habe. Wahrscheinlich könnten Fälle bis 1998 zurück gefunden werden, die nicht verjährt seien. Die Staatsanwaltschaften müssten die Bistümer um Herausgabe der Akten bitten in solchen Fällen, die in die Studie eingeflossen sind, jedoch den Strafverfolgungsbehörden bislang nicht vorgelegen haben. Sollten die Bistümer die Aktenherausgabe verweigern, müssten sie durchsucht werden, ggf. müssten die Akten beschlagnahmt werden. Die Verweigerung der Aktenherausgabe könne eine Strafvereitelung sein. Quelle: stern.de


2.11.2018 Erzbischof Gregory Aymond, Erzbistum New Orleans, hat 57 Namen katholischer Priester veröffentlicht, die glaubwürdig des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wurden. Quelle: nola.com


1.11.2018 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke sagt, Empörung über vertuschende Bischöfe reiche nicht: „Sie müssen entscheiden, was für Sie mehr zählt – Ihre kirchliche Vernabelung und persönliche Sympathien oder der Druck, den Kardinal Marx als notwendig anzeigt. Wenn Sie aber effektive Mittel scheuen, etwas an dem zu ändern, über das Sie sich empören, dann sollten Sie auch damit aufhören und sich mit der ‚Übergriffigkeit des Systems‘ abfinden.“ Lüdecke weist auf drei Wege hin, die geeignet sind, Organisationen zum Lernen zu bewegen: Fluchtdruck, Kontrolldruck und Strafdruck. Der Strafdruck kann sich durch staatliche Maßnahmen erhöhen. Kontrolldruck aufzubauen, ist kirchenrechtlich ausgeschlossen. Fluchtdruck kann durch die Verweigerung ehrenamtlicher Arbeit und von Geld aufgebaut werden. Quelle: theosalon


1.11.2018 Der Regensburger Bischof Voderholzer verteidigt den Pflichtzölibat. Er widerspricht der Ansicht, dass der Zölibat mitursächlich für den Missbrauch durch Kleriker sei und halte diese Ansicht „für einen Missbrauch des Missbrauchs, insbesondere für einen Missbrauch der Opfer des Missbrauchs.“ Forderungen nach Veröffentlichung der Personalakten aller Priester nannte er  „ungeheuerlich“, Priester genössen denselben Datenschutz wie alle anderen Menschen auch. Einen möglichen Generalverdacht gegen alle katholischen Priester im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals wies Voderholzer „auf das Entschiedenste“ zurück. Das hätten die Priester und die katholische Kirche nicht verdient. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nun, dem Generalverdacht gegen kath. Priester haben die Kirchenverantwortlichen selbst Vorschub geleistet. Hätten sie alle Fälle zur Anzeige gebracht, müssten Menschen sich nicht die Frage stellen, ob sie in einem Priester/Ordensmann womöglich einen Kindesmissbraucher vor sich haben.


1.11.2018  In Dublin gehen Google-Mitarbeiter auf die Straße und schließen sich dem weltweiten Protest gegen die Nachsicht gegenüber sexuellem Fehlverhalten von Führungskräften im Unternehmen an. Ein vergleichbarer  Protest gegen die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche wurde bislang nicht bekannt. Quelle: irishtimes.com


1.11.2018 In Chile wurden zwei Priester vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Der Apostolische Verwalter der Diözese Rancagua, Bischof Fernando Ramos, hat die Priester wieder in ihre pastorale Tätigkeit integriert. Untersuchungen des Kirchengerichts ergaben, dass Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs nicht glaubwürdig waren, berichtete die Diözese am Mittwoch. Die Priester standen im Verdacht einer Beteiligung an den Pädophilen-Netzwerken „La Cofradía“ und „La Familia“.Bereits am 18. Oktober wurden zwei weitere katholische Priester wieder zum pastoralen Dienst zugelassen, die zuvor ebenfalls zu Unrecht sexueller Vergehen gegen Minderjährigen beschuldigt worden waren. In anderen Fällen gingen Untersuchungen gegen möglicherweise pädophile Priester jedeoch weiter, teilte die Diözese mit. Quelle: vaticannews.va


31.10.2018 Der katholische Weihbischof von New York, John Jenik, wurde des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und aus seinem öffentlichen Dienst entfernt. Ihm wird eine „unangemessene Beziehung“ zu einem Teenager von 1980 bis 1986 vorgeworfen. Die zuständige Prüfstelle, das Lay Review Board, hält die Anschuldigungen für glaubwürdig und begründet, teilte Kardinal T.M. Doland, Erzbischof von New York, mit. Bischof Jenik weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: nytimes.com


31.10.2018 Die Diözese Würzburg hat einen Priester wegen des Verdachts einer Sexualstraftat bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg angezeigt. Der Vorwurf bezieht sich auf Aktivitäten in den Sozialen Medien. Der Pfarrer wurde mit sofortiger Wirkung bis zur Klärung des Sachverhalts von seinen priesterlichen Aufgaben entbunden. Quelle: Bistum Würzburg  main-echo


31.10.2018 Zwischen 2017 und 2018 haben sich 211 Opfer bei französischen Bischöfen gemeldet haben. Über die Hälfte der angezeigten Fälle geschah vor dem Jahr 2000, 31 danach. 75 Fälle wurden laut dem Bericht von Bischöfen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. 11 mutmaßliche Täter seien bereits verstorben. Gegen 10 Geistliche laufen derzeit Ermittlungsverfahren. Seit 2016 richtete die Kirche 71 Zentren in Frankreich ein, bei denen sich Opfer melden können. Zur französischen Bischofskonferenz wurden auch Missbrauchsopfer eingeladen. Die Bischöfe wollen auch darüber beraten, ob sie eine interdisziplinäre Kommission für eine umfassende Studie über Missbrauch einrichten. Ein Antrag verschiedener französischer Politiker, eine parlamentarische Untersuchung der Missbrauchsfälle in der Kirche durchzusetzen, war im Oktober gescheitert. Quelle: katholisch.de


31.10.2018 Eine Fachtagung von drei bischöflichen Kommissionen der Dt. Bischofskonferenz (Pastoralkommission, die Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste und die Jugendkommission) beschäftigte sich mit Geistlichem Missbrauch, von dem zunehmend mehr Betroffene berichteten. Bischof Genn wies auf den Zusammenhang von psychischem und geistlichem Missbrauch mit sexuellem Missbrauch hin: „Allzu oft, so die Befürchtung, geht psychischer und geistlicher Missbrauch dem sexuellen Missbrauch voraus. Opfer sexuellen Missbrauchs werden durch eine falsche geistliche Begleitung in Abhängigkeiten vom Begleiter gebracht und gefügig gemacht.“ Quelle: dbk.de


31.10.2018 Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht bislang kein Fehlverhalten seiner Amtsvorgänger beim Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. „Dafür geben die Akten auf den ersten Blick nichts her“, sagte Kohlgraf am Dienstagabend in Mainz. Seine Amtsvorgänger Kardinal Karl Lehmann und Kardinal Hermann Volk hätten das Thema sexueller Missbrauch allerdings „unter den Maßgaben und Erkenntnissen ihrer Zeit“ beurteilt, erklärte Kohlgraf bei einer Podiumsdiskussion. Opfer sehen das anders. Quelle: katholisch.de


30.10.2018 Die evangelische Kirche ist nach Ansicht des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber „weniger anfällig für Missbrauch“. Huber wörtlich: „Für sexuellen Missbrauch gibt es bei uns nicht dieselben strukturellen Voraussetzungen wie in der katholischen Kirche – Stichworte: hierarchische Struktur, Autoritätsverhältnisse, Pflichtzölibat, Sexualmoral.“ Auch im internationalen Vergleich habe das Phänomen „im evangelischen Bereich nicht die gleiche Dramatik“. Huber plädiere dafür, „dass wir uns auch als evangelische Kirche ein Gesamtbild erarbeiten und gemeinsam wirksame Vorkehrungen (gegen Missbrauch) treffen“.Quelle: vaticannews.va

30.10.2018 Der Erzbischof von Johannesburg, Buti Tlhagale, fordert einen generellen Ausschluss aus der Kirche für Priester, die in Missbrauchsfälle mit Minderjährigen involviert sind. Er kritisiert, dass auf Hilfe zur Abtreibung oder den Bruch des Zölibats die Exkommunikation stehe, nicht jedoch auf Missbrauch. Das Kirchenrecht müsse entsprechend geändert werden. Quelle: katholisch.de


30.10.2018 Der Strafrechtsprofessor Hilgendorf begründet die Anzeige gegen die katholische Kirche damit, dass nach dem EIndruck der anzeigenden Strafrechtsprofessoren „die Missbrauchsstudie – nach dem ersten öffentlichen Aufschrei, den Äußerungen der Betroffenheit und Entschuldigungen der Bischöfe – im Sande zu verlaufen droht und letztendlich die Aufarbeitung nicht vorankommt.“ Deshalb müsse jetzt etwas passieren. Er weist auch darauf hin, dass die Priester unter Generalverdacht gestellt werden: „Eltern denken, sie können ihre Kinder nicht mehr mit ihnen alleine lassen. Dieses Misstrauen ist ungerechtfertigt. Wenn klar wäre, dass schwarze Schafe sofort der staatlichen Justiz übergeben werden, dann würden diese Probleme nicht auftreten. Es geht ja auch um den Schutz und das Ansehen der ganz überwiegenden Mehrzahl von katholischen Geistlichen, die völlig korrekt und aufopferungsvoll arbeiten.“ Quelle: mainpost.de

Kommentar: Mir ist seit Jahren unverständlich, warum katholische Priester ihre Bischöfe nicht dazu drängen, missbrauchende Kollegen der staatlichen Justiz zu übergeben. Dies würde dem Schutz jener Priester dienen, die sorgsam arbeiten – und auch für das Ansehen dieser Priester tragen Bischöfe die Verantwortung.

30.10.2018 Andre Fort, Bischof em. von Orleans, muss sich vor Gericht verantworten. Eines von mindestens sechs Opfern (10 – 13 Jahre) eines Priesters, die Übergriffen während eines Sommerlagers 1993 ausgesetzt waren, hatte den Bischof 2008 informiert. Der Bischof soll nichts unternommen haben. 2010 übernahm Bischof Jacques Blaquart das Bistum, mutmaßliche Opfer informierten  auch ihn. 2012 wurde ein Verfahren gegen den beschuldigten Priester eröffnet, 2017 ein Verfahren gegen Bischof Fort. Fort droht eine dreijährige Gefängnisstrafe. Quelle: domradio.de


30.10.2018 Sexueller Missbrauch soll in Spanien künftig nicht mehr verjähren. Eine entsprechende Reform des Sexualstrafrechts gab Vizeregierungschefin Carmen Calvo nach einem Besuch im Vatikan bekannt, wie die Tageszeitung „El País“ am Dienstag berichtete. Die Politikerin habe die Änderung am Vortag in Rom mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin abgesprochen. Derzeit besteht in Spanien für Sexualdelikte je nach Schwere der Tat eine Verjährungsfrist von fünf bis 15 Jahren. Bei minderjährigen Opfern beginnt die Frist, sobald diese das 18. Lebensalter erreichen. Der Nichtregierungsorganisation Save the Children zufolge sprechen viele Opfer jedoch erst nach Ablauf der Verjährungsfrist über ihre Erfahrungen. Die katholische Kirche in Spanien hatte vor wenigen Tagen eine Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche angekündigt. Jedes Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft, das sich strafbar gemacht habe, solle sich dafür verantworten, hieß es. Gegenwärtig liegen nur die Berichte einzelner Opfer vor. In Deutschland ist lediglich Mord von der Verjährung ausgenommen. Im Übrigen variieren die Fristen zwischen drei und 30 Jahren, abhängig vom Strafhöchstmaß der Tat. Bei Vergewaltigung beträgt die Frist demnach 20 Jahre. Eine Besonderheit bei sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung und ähnlichen Straftaten ist jedoch, dass die Frist seit 2015 bis zum 30. Lebensjahr des Opfers ruht und erst dann beginnt. Quelle: faz.net


30.10.2018 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft beim Thema sexueller Missbrauch. Hintergrund sind Strafanzeigen von fünf Jura-Professoren gegen Unbekannt. Die Kommission sexueller Missbrauch habe in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zwei Strafanzeigen erstattet, erklärte Bischof Gebhard Fürst. In sieben weiteren Fällen sei die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig geworden. Auch da habe die Diözese „eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert“. Quelle: Domradio


30.10.2018 Die US-Staatsanwaltschaft hat die katholische Kirche aufgefordert, sämtliche Dokumente und Dateien im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen zu sichern. Ein Anwalt der Bischofskonferenz (USCCB) bestätigte, dass die Bischofskonferenz alle 197 Diözesen der USA anweisen solle, die betreffenden Dokumente zu sichern. Quelle: kathpress


29.10.2018 In einem Entwurf des Dokumentes der Jugend-Bischofssynode stand, dass die Synode die Politik der „Nulltoleranz“ gegenüber sexuellem Missbrauch bestätige. Im Abschlussdokument steht die Nulltoleranz nicht mehr. Dort wird lediglich davon ein „festes Bekenntnis zur Annahme rigoroser Präventionsmaßnahmen …, die verhindern, dass sich[Missbräuche] wiederholen“ genannt.Der Widerstand gegen den Ausdruck „Nulltoleranz“ kam von Bischöfen, die auf die Ungenuigkeit des Begriffs verwiesen, der für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeute. Zudem verwiesen sie auf die im Februar 2019 geplante Konferenz aller Bischöfe. Insbesondere Bischöfe aus den Entwicklungsländern befürchteten, dass eine zu große Aufmerksamkeit für die Missbrauchsskandale dringendere Sorgen überschatten würde. Quelle: angelusnews.com

29.10.2018 Die sechs Strafrechtsprofessoren, die in den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche Anzeige gegen unbekannt erstattet haben, zeigen sich überrascht darüber, „wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen“. Quelle: focus

Kommentar: Nach meiner Beobachtung ist es bei den Katholiken häufig so, dass sie in aller Stille gehen, nicht protestieren, sich auch nicht öffentlich mit den Opfern solidarisieren.

29.10.2018 Das Erzbistum Köln hat zu vier Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Informationen an die Staatsanwaltschaften Bonn, Düsseldorf und Koblenz übersandt. Dabei gehe es um mutmaßliche Taten aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Die Meldungen basierten auf neuen Informationen von Betroffenen oder auf Erkenntnissen der internen Akten-Aufarbeitung, wie die Erzdiözese an diesem Montag mitteilte. Bei den Beschuldigten handelt es sich den Angaben zufolge um Priester aus dem Erzbistum Köln, bei denen bereits Sanktionen ausgesprochen und kirchenrechtliche Verfahren in die Wege geleitet wurden. Generalvikar Dr. Markus Hofmann sagte zu: „Alle Erkenntnisse, so auch diese neuen Erkenntnisse, werden an die Staatsanwaltschaft weitergeben. So gehen wir konsequent und transparent den Weg weiter, den unser Erzbischof festgelegt hat.“ Derzeit werden weitere Akten systematisch erfasst und überprüft, so Hofmann. Unabhängig davon werden diese Fälle alle auch noch einmal in der angekündigten unabhängigen Untersuchung geprüft und bewertet. Quelle: domradio   erzbistum-koeln.de


29.10.2018 Papst Franziskus hat angeregt, jährlich einen Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs zu begehen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat für Deutschland festgelegt, diesen Gedenktag im zeitlichen Umfeld des durch den Europarat initiierten „Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ zu begehen. Dieser findet bereits seit 2015 jeweils am 18. November statt. Ziel des europäischen Tages ist es, Impulse für einen verbesserten Kinderschutz zu geben und die Gesellschaft weiterhin für die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs zu sensibilisieren. Die Textvorschläge für Fürbitten sind hier nachzulesen. Quelle: dbk.de

Kommentar: Ein besonderer Gedenktag macht durchaus Sinn. Er ist jedoch erst der Beginn der Erkenntnis, dass sexueller Missbrauch und seine oft lebenslänglichen Folgen für jede/n Siebten Alltag sind. Genauso alltäglich und selbstverständlich sollte es sein, dass für die Opfer gebetet wird und dass die ChristInnen dafür Sorge zu tragen haben, dass die Opfer in der Kirche eine Heimat finden. Davon sind wir weit entfernt.

28.10.2018 Bei dem Weltbischofstreffen ging es um das Thema Jugend. Rund 270 Bischöfe kamen dazu nach Rom. In dem Abschlussdokument sprechen sich die Geistlichen dafür aus, mit „rigorosen Mitteln“ sexuellem Missbrauch durch Geistliche vorzubeugen. Am umstrittensten war die Passage über Homosexualität. „Gott liebt alle Menschen und so macht es die Kirche», heisst es darin. Niemand dürfe wegen seiner Sexualität diskriminiert werden. Homosexuelle müssten in ihrem Glauben begleitet werden. Die Passage fand 178 Zustimmungen und 65 Gegenstimmen. In dem Dokument fehlt ein klares Schuldeingeständnis für jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauch durch katholische Geistliche. 208 Bischöfe stimmtem dem Paragrafen „Wahrheit suchen und um Vergebung bitten“ zu, 30 Bischöfe stimmten dagegen. Zu Frauen in der kath. Kirche wurde immerhin erkannt, dass die «Abwesenheit der weiblichen Stimme … die Debatte und den Weg der Kirche verarmen“ lässt. Obwohl das Priestertum von Frauen nicht zur Debatte stand, gab es „Dutzende“ Gegenstimmen. Quelle: NZZ


27.10.2018 Eine Gruppe von Strafrechtsprofessoren hat Anzeige gegen unbekannt erstattet und sie bei Staatsanwaltschaften im Bezirk jeder Diözese eingereicht.Sie sagen, die MHG-Studie habe „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ für Straftaten geliefert. Daher seien die Behörden verpflichtet, die Akten der Kirche sicherzustellen. Die Studie rechtfertige die Durchsuchung aller Diözesen. Bislang habe keine Staatsanwaltschaft Akten beschlagnahmt. Lediglich die Generalstaatsanwaltschaften in Bayern hätten an die bayerischen Diözesen appelliert, relevante Dokumente auszuhändigen. Die Behörden etwa in Ingolstadt, Münster oder Mainz verweisen auf die Anonymität der Studie, der weder Betroffene noch Tatzeiten oder Tatorte zu entnehmen seien. Anderswo heiße es, es hätten sich keine Betroffenen gemeldet. In Fulda verlasse man sich auf das „vorbildliche“ Anzeigeverhalten durch die Kirche selbst.

Die Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) wies darauf hin, dess es im Rechtsstaat keine Geheimarchive gebe und die Kirche sich einer juristischen Aufklärung nicht verweigern könne. Johannes-Wilhelm Rörig sagte, der Staat übertrage den Kirchen zwar die Verantwortung für Kitas und Schulen, gebe damit aber nicht die Verantwortung für die Kinder ab. Der Staat stehe für sie „natürlich in der Pflicht“, sei dieser aber „nicht immer gerecht geworden“. Quelle: katholisch.de  NDR  domradio.de


26.10.2018 ECA (End Clerical Abuse) wirft Bischof David Zubik Vertuschung von Missbrauch vor. Zubik war seit 1991 im Bistum Pittsburgh Personalchef, ab 1996 Generalvikar. 1997 wurde er Weihbischof in Pittsburgh unter Bischof Donald Wuerl. 2003 wurde er Bischof von Green Bay, 2007 Bischof von Pittsburg. Gerichtsakten belegen, dass Zubik im Bistum Green Bay systematisch Beweise für Missbrauch vernichtet hat, die sich auf mindestens 51 bekannte Sexualstraftäter bezogen. Unter den vernichteten Akten waren auch Akten von kirchlichen Behandlungseinrichtungen. ECA fragt, ob Zubik nicht nur in Green Bay, sondern möglicherweise auch in Pittsburgh Akten vernichtet hat. Quelle: ecaglobal.org


26.10.2018 „Für pädophile Priester ist Italien eine Insel des Glücks“, sagte Francesco Zanardi vom italienischen Opferverband Rete l’Abuso. Zwar werden immer wieder Übergriffe durch kath. Priester bekannt, aber der Aufschrei bleibt aus. Auch die italienischen Medien berichten wenig. Quelle: orf


26.10.2018 Hat ein Bischof vor 20 Jahren sexuellen Missbrauch vertuscht, könne man ihn heute nicht dafür beschuldigen, meint Mumbais Kardinal Oswald Gracias, der auch Mitglied des Kardinalsrats ist. Immerhin habe man früher nicht gewusst, welche Spätfolgen das für die Opfer haben könne. „Ich frage mich oft, ob es fair ist, einem Bischof, der heute 85 oder 86 Jahre alt ist, die Schuld dafür zu geben, was er als 65-Jähriger getan hat“, so der Kardinal. In der Vergangenheit sei nicht bekannt gewesen, dass sexueller Missbrauch für die Betroffenen lebenslange Auswirkungen haben könne.


26.10.2018 Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, kritisiert den Theologen Wucherpfennig, der einen kritischen Umgang mit Äußerungen der Bibel zu Homosexualität anmahnt und dem deswegen bislang das nihil obstat für eine weitere Amtszeit als Rektor von St. Georgen, Ffm, verweigert wird. Wucherpfennig müsse nur den Katechismus lesen. Der Nuntius sagte, die Kirche in Deutschland habe kein Imageproblem, dies sei eher eine „partielle Wahrnehmung“. „Die Massenmedien konzentrieren sich zu sehr auf die negativen Dinge in der Kirche, die ja leider auch existieren, wie etwa der sexuelle Missbrauch. Aber es passiert auch so viel Gutes.“ Zudem reiche es nicht aus, nur über Strukturreformen zu reden. „Laien, Priester, Ordensleute, Bischöfe und der Papst, wir alle sind berufen, Heilige zu werden. Das hat das Zweite Vatikanische Konzil deutlich unterstrichen. Wenn wir einfach alle in puncto Heiligkeit miteinander wetteifern, wird das Problem von selbst verschwinden. Heilige nämlich missbrauchen niemanden“, zeigte sich Eterovic überzeugt. Quelle: katholisch.de


25.10.2018 Die Generaloberinnen von 34 Frauenorden aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Luxemburg fordern mehr Mitbestimmung von Frauen in der katholischen Kirche. Frauen sollten zu allen kirchlichen Ämtern und Diensten zugelassen und bei Bischofssynoden mit Stimmrecht einbezogen werden, erklärten die deutschsprachigen Mitglieder der weltweiten Ordensfrauen-Vereinigung UISG am Mittwoch in Innsbruck. Quelle: katholisch.de


25.10.2018 Martin Schmitz, Missbrauchsopfer eines Priesters aus dem Bistum Münster, fordert Akteneinsicht für Opfer sexualisierter Gewalt durch kath. Kleriker. Schmitz berichtete, er habe drei Pfarrern seines Heimatortes sein Schicksal geschildert und um Stellungnahmen zum Umgang der Kirche mit Betroffenen gebeten. Zwei der Priester seien nach jeweils zwei Jahren versetzt worden, ohne dass es eine Antwort gegeben habe. Erst der jetzige Pfarrer unternehme gemeinsam mit der Bistumsleitung Schritte der Aufarbeitung. Der Täter sei zweimal verurteilt worden. 1968 habe das Landgericht Bochum den Geistlichen wegen Unzucht mit Abhängigen zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 1983 sei der Priester von einem Schöffengericht in Bochum zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Mark verurteilt worden. Damals sei es um sexuelle Handlungen an zwei Jungen im Alter von neun und elf Jahren gegangen. Quelle: kirche-und-leben.de


25.10.2018 Markus Elstner, Betroffener sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester, gibt Opfern eine Stimme. Er kämpft gegen die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch. Quelle: nwzonline.de


25.10.2018 Das „Dignitatis Humanae Institute“ verbreitet im Namen des Christentums antisemitische, anti-islamische und autoritäre Ideen. Ex-Trump-Berater Steve Bannon hält dort Vorträge. Der Papst gilt als Feind, aber die Beziehungen zur Kurie sind eng. Am 22.10. berichtete der Spiegel, dassSteve Bannon Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Gerhard Müller empfangen habe. Bannon wolle eine rechte Sammlungsbewegung gründen. Quellen: DLF  br

24.10.2018 Das irische Kinderministerium teilte mit, dass nun Grabungen in Tuam unter einem katholischen Heim der Orden der Bon-Secours-Schwestern genehmigt sind. In Tuam, dessen Heim von 19215 bis 1961 existierte, war ein Massengrab mit knapp 800 Kinderleichen (Föten, Kinder von 0-3 Jahre) gefunden worden. Nur eines der Kinder war beerdigt worden. Von den anderen Kindern fand eine Historikerin etwa 2014 lediglich Einträge im Sterberegister. Neben Tuam gab es in Irland neun weitere Einrichtungen, in denen ca 35.000 ledige Mütter untergebracht waren. Quelle: katholisch.de


24.10.2018 Der Wallfahrtsrektor von Maria Vesperbild (Mittelschwaben) Erwin Reichart, soll laut „Augsburger Allgemeine“ Missbrauch verharmlost und die Berichterstattung darüber als Kampagne gegen die Kirche bezeichnet haben. Er wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe den sexuellen Missbrauch in der Kirche verharmlost. Quelle: katholisch.de


24.10.2018 Der Präses eines kath. Jugendverbandes im Bistum Bamberg hatte möglicherweise 400-500 Opfer. Ein Opfer wurde in der MHG-Studie eingerechnet. Eines der Opfer ist katholischer Priester. Er bat andere Mitglieder der Jugendgruppe, sich zu melden, die dies ablehnten: „Da sind auch Freundschaften daran kaputtgegangen, an dieser Nicht-Unterstützung: ‚Lasst die Toten ruhen‘, sagte man.“ Inzwischen haben sich mehrere Opfer in einer facebook-Gruppe zusammengeschlossen. Schwierig für den Priester ist seine Doppelrolle als selbst Betroffener und als Vertreter der Täter-Institution. Quellen: br.de  Domradio


24.10.2018 Opferanwälte haben in der Erzdiözese San Francisco 135 Geistliche benannt. die des sexuellen Missbrauchs angeklagt sind. In der Diözese Oakland listen sie 95 Angeklagte, und in der Diözese San Jose 33 angeklagte Priester auf. Bischof Patrick McGrath, hatte vor einer Woche in einem Bericht von 15 Tätern in der Diözese San Jose gesprochen. Im Bistum Los Angeles sprechen die Opferanwälte von 307 geistlichen Tätern. Quelle: cruxnow.com


23.10.2018 Der polnische Erzbischof Stanislaw Budzik (66) bedauert, dass der Film „Klerus“ ein einseitig negatives Bild der Kirche zeichne. Der Oberhirte der ostpolnischen Diözese Lublin sieht in sexuellem Missbrauch an Kindern ein „Ärgernis für das Volk Gottes“, spricht jedoch von „Einzelfällen“ und davon, dass weniger als 1 % der Priester Missbrauchstäter seien. Quelle: katholisch.de

23.10.2018 Im Bistum Paderborn melden sich weitere Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs durch Kleriker. Quelle: nw.de

23.10.018 In Frankreich haben zwei Priester, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, Selbstmord begangen. Einer hatte gestanden, der zweite bat in einem Schreiben um Vergebung. Quelle: katholisch.de


23.10.2018 Wolfgang Treitler, Professor für Fundamentaltheologie in Wien, hofft, dass die (Erz-)Bischöfe Burger und Wilmer „genug Rückgrat haben, um möglichen Gegenwind durchzustehen.“ Beide Bischöfe haben das Versagen ihrer Vorgänger im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsopfern benannt. Quelle: domradio.de


23.10.2018 „Zwar beklagen heute sogar Bischöfe einen verderblichen „Klerikalismus“ in der Kirche. Aber das war es dann auch schon. Schritte zu einem Mentalitätswandel, Ansätze für echte Strukturreformen? Bislang Fehlanzeige. Manche Reaktion aus den Bistümern klingt im Gegenteil sehr verdächtig nach den bekannten Abwehrreflexen. Einige in der Studie benannte „Themenfelder“ wie Zölibat, Sexualmoral und Homosexualität „scheinen jetzt von manchen auf der Empörungswelle benutzt zu werden, um ihre Interessen voranzubringen“, hat der neue Kölner Generalvikar Markus Hofmann gesagt. Und ein führender Vertreter des Bistums Regensburg nennt die Studie intern ‚Lug und Trug‘ “. So schreibt Joachim Frank und schlussfolgert: „Gegen solches Abwiegeln hilft nur konstanter öffentlicher Druck: durch Medien, Opferverbände, durch die staatliche Justiz.“ Quelle: ksta.de


22.10.2018 Die Generalvikare der dt. Bistümer wollen bis zur Sitzung des Ständigen Rates Mitte November eine Projektskizze vorlegen, um auch das institutionelle Versagen der Kirche im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch aufzuarbeiten. Dazu gehörten auch das Thema der innerkirchlichen Machtstrukturen sowie Fragen der Sexualmoral. Auch auf der Jahreskonferenz der deutschsprachigen Offizialate in Bensberg sei über die Inhalte der MHG-Studie sowie über den aktuellen Stand der Überprüfung der Leitlinien bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch gesprochen worden. Zusammen mit Bischof Ackermann sowie Pfarrer Manfred Bauer von der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre hätten die Offiziale Fragen zur Vorgehensweise bei Verfahren in Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker diskutiert, darunter auch die Frage der Einrichtung von bistumsübergreifenden Sondergerichten. Nicht berichtet wird, ob die Generalvikare und Offiziale auch den Umgang mit Betroffenen thematisierten.
Quelle: vaticannews.va


22.10.2018 Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von US-Präsident Trump, will eine rechte Sammlungsbewegung gründen. Gloria von Thurn und Taxis und Kardinal Gerhard Ludwig Müller signalisieren Interesse. Quelle: br.de

22.10.2018 2.10.2018 Nach bislang unbestätigten Informationen muss die Kirche in Chile ca 575.000 Euro an die Opfer des Priesters Karadima zahlen.  Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz sprach von einem historischen Urteil, welches „die Kardinäle Errazuriz, Ezzati und ihre Bande von Bischöfen als das zeigt, was sie sind: eine Gruppe von Kriminellen.“ Quelle: domradio


21.10.2018 Der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus lebt in Vallendar bei der Schönstatt-Bewegung. Seine Opfer verstehen nicht, dass Cox bislang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Victoria Eglau sprach mit einem von ihnen, der 2002 schwerwiegende Übergriffe öffentlich machte und im Juni 2018 Anzeige erstattete und auch die Glaubenskongregtation informierte. Der Papst hat Cox nach der Anzeige durch drei Opfer aus dem Priesteramt entlassen. Die Opfer hoffen, dass die chilenische Justiz den Täter bestraft. Ob das möglich ist, ist offen. Cox (84) lebt seit 16 Jahren  in Vallendar. 1997 war er zurückgetreten Rücktritt, 2002 sprach Kardinal Francisco Javier Errázuriz von “unangemessenem Verhalten mit Minderjährigen”.  Die chilenische Kirchenspitze und die röm. Bischofskongregation hatten angeordnet, dass Cox bei den Schönstatt-Patres in Vallendar untergebracht werden soll und ein Leben in Stille, Gebet und Buße führen solle. 2004 kam es auch in Vallendar zu einem Missbrauchsfall. Die Schönstattpatres erhielten Ende 2017 Kenntnis, informierten die Glaubenskongregation und erstatteten im August Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen wegen Verjährung ablehnte. Der chilenische Sprecher der Schönstatt-Patres kündigt an, die Reisefähigkeit von Cox prüfen zu lassen, um ihn in Chile vor Gericht zu stellen. Eine chilenische Opfergruppe wirft  den Schönstatt-Patres vor, einen Pädophilen zu schützen. Die Schönstattpatres rechtfertigen sich, dass es bislang keine Anzeige und keine Aufforderung der chilenischen Justiz gegen Cox gegeben habe. Quelle: www1.wdr.de  ab Minute 23’12


21.10.2018 Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat sich für das Verhalten seiner „Vorgänger und der Verantwortlichen in der Bistumsleitung“ im Umgang mit Missbrauch entschuldigt und Opfern ein Gespräch angeboten. Quelle: katholisch.de


20.10.2018 Gespräch von der Journalistin Kerstin Claus und Pater Klaus Mertes mit HörerInnen des DLF über das Brechen des Schweigens über eigene Missbrauchserfahrungen. Quelle: deutschlandfunkkultur.de


19.10.2018 Der USA-Experte Klaus Prömpers schätzt die Situation der Justiz in den USA so ein, dass sie keinen Einfluss auf Rom hat. Auf die Frage: „Was meinen Sie, welche Auswirkungen haben denn diese Ermittlungen in der Öffentlichkeit? Befindet sich die katholische Kirche in den USA im freien Fall nach unten?“ antwortet Prömpers: „Zweifelsohne. Vor 15 Jahren wurden in Boston die ersten Skandale in der Kirche aufgedeckt. Die jetzigen Skandale zeigen, dass es in diesen 15 Jahren eben keine Null-Toleranz-Politik gegeben hat, die man vollmundig verkündet hat. Das ist ein überaus starkes Glaubwürdigkeitsproblem – vor allem für die Bischöfe, die auch nach den Vorfällen und Erfahrungen von Boston immer noch weiter weggeschaut haben. Das werden nicht alle gewesen sein. Aber einige schon. Und die gilt es nun zur Verantwortung zu ziehen. Und im Grunde muss man sagen: Die müssen ihr bischöfliches Amt niederlegen und ausscheiden.“ Quelle: Domradio


19.10.2018 In einem Brief des katholisch-Theologischen Fakultätentags, der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie, der Deutschen Sektion der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie und des Forums katholischer Theologinnen (Agenda) solidarisieren sich TheologInnen mit Pater Wucherpfennig. Wucherpfennig hat sich 2016 dazu geäußert, wie biblische Aussagen über Homosexualität heute verstanden werden müssen und hatte daraufhin nicht das Nihil obstat für eine weitere Amtszeit als Rektor der Hochschule St. Georgen, Ffm, erhalten. Die TheologInnen sagen, theologisch und pastoral drängende Themen dürften nicht disziplinarisch erledigt werden. Die augenblickliche Situation verschärfe „den aktuellen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust“ der Kirche dramatisch. Quelle: katholisch.de


19.10.2018 Ein französisches Gericht hat den Chef der Glaubenskongregation, Präfekt Ladaria, vorgeladen. Es will klären, ob Ladaria Kardinal Barbarin, Lyon, geraten hat, einen Missbrauchsfall zu vertuschen. Der Heilige Stuhl informierte den französischen Außenminister, dass Ladaria der Vorladung nicht Folge leisten werde. Der Hl. Stuhl beruft sich dabei auf die Immunität. Barbarin muss sich im Januar 2019 vor Gericht verantworten, dass er 2007 Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht verfolgt habe. Quelle: katholisch.de


19.10.2018 Im Bistum Würzburg wurde ein Pfarrvikar mit sofortiger Wirkung vorübergehend beurlaubt. Die Diözese Eichstätt hat den  Pfarrvikar wegen des Verdachts einer „sexuellen Grenzverletzung“ angezeigt. Sie soll sich 2017 im Bistum Eichstätt ereignet haben. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt erfolgte am 15. Oktober 2018. Quelle: br


19.10.2018 Ein Bundesgeschworenengremium hat das Erzbistum Philadelphia vorgeladen. Es muss Dokumente über Missbrauch im Bereich des Bistums vorlegen. Dies sind die ersten Ermittlungen zu Kindesmissbrauch in den USA auf Bundesebene. Auch das Bistum Greensburg wurde ebenso wie weitere Bistümer im Bundesstaat Pennsylvania vorgeladen. – Erstmals seit der Veröffentlichung des Missbrauchs-Berichts im August steht nun ein ehemaliger Priester vor Gericht. Der 64-jährige David P. bekannte sich schuldig, einen Jungen mehrmals sexuell angegriffen zu haben. Außerdem wird ihm der Versuch des Missbrauchs eines zweiten Minderjährigen zur Last gelegt. Dem Beschuldigten könnten bis zu 14 Jahre Gefängnis bevorstehen. Ein Urteil soll in 90 Tagen verhängt werden. GEgen einen zweiten Priester wurde Anklage erhoben. Ob es zu weiteren Gerichtsverfahren kommen wird, ist unklar, da die geltenden Verjährungsfristen in Pennsylvanianur bis zum 50. Lebensjahr des Opfers eine Anklage zulassen. Quellen: Spiegel  katholisch.de


18.10.2018 Der Münchner Generalvikar Peter Beer wendet sich gegen die These, Homosexualität sei der Hauptgrund für kirchliche Missbrauchsfälle. Zur Krise für die Kirche als Ganzes sei es dadurch geworden, wie Zuständige und Mitwisser mit ihm umgegangen seien, nämlich mit Verschweigen und Vertuschen: „Wenn man also nach den Schuldigen der Krise sucht, dann sollte man bei denen beginnen, die die Täter stoppen und die (weitere) Taten hätten verhindern können.“ Der Churer Weihbischof Marian Eleganti hingegen betont, dass sich ohne eine homosexuelle Veranlagung auf Täterseite nicht wirklich erklären lasse, dass in den bisher veröffentlichten Reports wie zuletzt in Deutschland die Opfer übergriffiger Kleriker mehrheitlich männliche Kinder und Jugendliche gewesen seien. Quelle: Domradio


18.10.2018 Chilenische Vertreter von kirchlichen Missbrauchsopfern sehen durch die Entlassung zweier Bischöfe „eine kleine Tür der Hoffnung für Betroffene. Juan Carlos Cruz wies darauf hin, dass es in der Kurie Widerstände gegen den Papst gebe – es sei nicht einfach für den Papst zu tun, was er tue. Quelle: religion.orf


18.10.2018 Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer wirft seinem Vorvorgänger Josef Homeyer und der damaligen Bistumsleitung Versagen und Vertuschung in Sachen Missbrauch vor. „Ich kann nur sagen: Im Zusammenhang mit der Causa Peter R. hat der damalige Bischof Josef Homeyer mit seiner Bistumsleitung nicht nur versagt, sondern sie haben fürchterliche Dinge zugedeckt, und das ist eine Katastrophe“, sagt Wilmer im NDR. Der 2010 gestorbene Homeyer war von 1983 bis 2004 Bischof von Hildesheim.

Ein  Mitarbeiter des Bistums Hildesheim berichtete Bischof Wilmer, er habe die damalige Bistumsleitung über das Verhalten von Peter R. informiert. Außerdem habe es finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben. Die Bistumsleitung hat dem Mitarbeiter demnach mit einer Abmahnung gedroht, falls dieser nicht schweige. Quelle: katholisch.de

18.10.2018 Sexuelle Übergriffe in Australien gab es in kirchlichen Einrichtungen, aber auch bei den Pfadfindern, in Sozialverbänden und in Sportvereinen. Am 22. Oktober wird sich die australische Regierung offiziell bei den zehntausenden Opfern entschuldigen. Quelle: deutschlandfunkkultur.de


18.10.2018 Der Skandal um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche wird in Niedersachsen vorerst kein juristisches Nachspiel haben. Keine Staatsanwaltschaft ermittelt aufgrund der von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September vorgestellten Missbrauchsstudie. Das erklärte das Justizministerium auf Anfrage. „Es hat sich kein Anfangsverdacht ergeben“, sagte Ministeriumssprecher Martin Speyer. Vermutlich, weil in der Studie keine konkreten Fälle genannt worden seien. Laut Speyer kann Justizministerin Barbara Havliza (CDU) keine Ermittlungen anweisen – und will deshalb jetzt das Gespräch mit der katholischen Kirche suchen.

Quelle: Hannoversche Allgemeine, Printausgabe

17.10.2018 Die ehemalige Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, fordert eine Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Sie beklagt, dass Aufklärung im Bereich der EKD bisher nur dann passiert sei, „wenn Betroffene nicht lockergelassen haben“. EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm hatte im September erklärt, dass es keine mit der MHG-Studie der katholischen Kirche vergleichbare Studie geben würde. Stattdessen werde man unter anderem einen Beauftragtenrat auf EKD-Ebene einrichten. Quelle: katholisch.de


17.10.2018 Matthias Katsch hat zwei Opfer des Haupttäters vom Canisius-Kolleg, Peter R., in Chile gefunden. Dass Peter R. auch dort Menschen zu Opfern gemacht hat, war durch ein Gutachten bekannt geworden. Dem Bistum Hildesheim war es jedoch nicht gelungen, über die Apostolische Nuntiatur in Chile Kontakt zu den Frauen aufzunehmen. „Wenn wir nun mithilfe von Herrn Katsch Kontakt zu den Opfern bekommen, werden wir auf die Betroffenen zugehen.“ Das Bistum wolle den Opfern Hilfe und Unterstützung anbieten und, soweit möglich, auch die im Beitrag weiteren erwähnten neuen Fälle prüfen. Quelle: kiz-online.de  domradio.de


17.10.2018 Der französische Senat entschied, dass der Forderung der Sozialisten nach der Einsetzung einer Untersuchungskommission über sexuellen Missbrauch in der Kirche nicht stattgegeben wird. 27 Senatoren, meist rechts, stimmten dagegen, 14 dafür, 4 enthielten sich der Stimme. Quelle: la-croix.com

16.10.2018 „Lange habe ich an das Gute und Richtige der Kirche geglaubt, trotz aller Probleme und trotz ihrer notorisch langsamen Lernfähigkeit. Doch dieser Glaube verdunstet gerade im Zeitraffertempo…“ Daniel Bogner, Professor für Moraltheologie und Ethik an der Uni Fribourg/Schweiz denkt darüber nach. Quelle: feinschwarz.net

16.10.2018  Der Journalist Gianluigi Nuzzi schätzt die Situation im Vatikan so ein: „Ich glaube, dass der Kampf gegen die Pädophilie in diesem Pontifikat schlicht keine Priorität hat. Der Vatikan hat nicht verstanden, wie zentral es wäre, deutlich Stellung zu beziehen. Wir durchleben aktuell eine ganz, ganz dunkle Periode. Dieser Papst bremst bei der Missbrauchsbekämpfung. Er macht weit weniger als Benedikt XVI…. In dem Moment, wo der Papst eine Gruppe von Kardinälen attackiert, provoziert er eine Spaltung im Innern der Kirche. Doch der Pontifex muss per definitionem die Einheit der Kirche garantieren. Pädophilie ist ein Verbrechen. Warum macht Franziskus nichts? Weil das die Einheit der Kirche gefährden könnte. Das ist eine Hypothese.“ Quelle: bazonline.ch


16.10.2018 Im katholisch geprägten Spanien ist Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter bislang noch kaum ein Thema. Recherchen der Zeitung „El País“ haben nun offengelegt, woran das liegt: die spanische Kirche vertusche systematisch die allermeisten Fälle von Kindesmissbrauch. Das lasse sich etwa an den sehr geringen Missbrauchszahlen ablesen, die öffentlich gemacht werden. Quelle: katholisch.de


16.10.2018 Der Papst ist weiterhin der Ansicht, dass der Anteil kath. Priester an der Gesamtheit sexueller Gewalt bei 2 % liegt und hält dies für eine gute Zahl, auch wenn er jeden einzelnen Missbrauchsfall bedauert.

Zudem rät er zu einem Verhalten, das bislang gründlich versagt hat: „In diesem Fall braucht es Klartext: Wenn ihr so eine Sache seht, sofort zum Bischof! Um diesem Bruder-Täter zu helfen – sofort zum Bischof!“ Quelle: press.vatican.va  religion.orf.at  kathpress.at
Kommentar: Der Anteil katholischer Priester (13.560) – grob gemessen am Anteil der männlichen Bevölkerung in Deutschland z.B. (40.844.000) – beträgt  ca 0,03 %. Dann würden 0,03 % einer Berufsgruppe 2 % aller Missbrauchstaten zu verantworten haben – in meinen Augen ein hohes Alarmzeichen. Dies gilt auch noch, wenn das eine Prozent der männlichen Weltbevölkerung, die kath. Kleriker, für 2 % der Missbrauchstaten verantwortlich sind.
Zuallererst ist doch der Täter zu stoppen und dem Opfer zu helfen und die Polizei zu informieren – erst dann ist der Bischof zu informieren.

16.10.2018 Eine in 45 europäischen Ländern durchgeführte Studie der Interparlamentarischen Union und der parlamentarischen Versammlung des Europarates zeigt, dass fast jede zweite Abgeordnete Mord-, Vergewaltigungs- oder Gewaltdrohungen erhalten hat und jede vierte selbst sexualisierte Gewalt erlitten hat. Quelle: huffingtonpost


16.10.2018 Vier Missbrauchsopfer des vor zehn Jahren verstorbenen Gründers der „Legionäre Christi“ Marcial Maciel Degollado (1920-2008) planen offenbar eine Klage gegen die Ordensgemeinschaft sowie 38 mit ihr verbundene Firmen. Es soll um Schadenersatz für erlittenes seelisches Leid gehen, wie das mexikanische Portal „Zocalo“ (Montag Ortszeit) berichtete. Quelle: kath.press


16.10.2018 Ilse Müllner über die Auslegung biblischer Texte im Blick auf Homosexualität: „… in der Antike ist ein sexueller Akt zwischen Männern durch ein Machtverhältnis definiert. Es geht nicht um eine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern darum, auszusagen, wer mächtig und reich ist und wer den anderen sexuell wie einen Sklaven beherrscht.“ Quelle: katholisch.de


15.10.2018 Zwei Jahre lang soll der indische Bischof Franco Mulakkal eine Ordensfrau missbraucht haben. Vor drei Wochen urde er verhaftet, nun kam er unter Auflagen wieder frei. Quelle: katholisch.de


15.10.2018 ARD: „Meine Täter, die Priester“ Quelle: ARD-Mediathek


14.10.2018 Presseclub mit Ring-Eifel, Joachim Frank, Christiane Florin, Julia Krittian über die „Auftragsmord“-Aussage des Papstes, über Mängel im Umgang mit Missbrauchsfällen und mit Homosexuellen. Quelle: ardmediathek.de


14.10.2018 In Polen wird derzeit sexueller Missbrauch diskutiert. Quelle: ardmediathek.de


14.10.2018 Erneut hat die Chilenische Bischofskonferenz im Namen der Kirche die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche sowie deren Angehörige und Gemeinden um Vergebung gebeten. Das Schreiben ist unterzeichnet von Santiagos Erzbischof, Kardinal Ricardo Ezzati, dem von Missbrauchsopfern selbst vorgeworfen wird, entsprechende Hinweise vertuscht zu haben. Die chilenische Schönstatt-Bewegung zeigt Scham, nachdem Cox laisiert worden ist und lässt den Gesundheitszustand von Cox prüfen, um ihn ggf. wieder nach Chile zu bringen, wo staatliche Anzeigen gegen ihn vorliegen. Quelle: kathpress.at  general-anzeiger-bonn.de


13.10.2018 Im Interview weist Matthias Katsch auf eine noch unveröffentlichte Studie der Universität Ulm hin, die mit über 100.000 Opfern rechnet. Er kritisiert die Bischöfe, weil sie auf der Bischofskonferenz keine konkreten Schritte beschlossen haben und erst jetzt über bestimmte Themen nachdenken wollen. Er fordert, dass die Bischöfe an einer staatlichen Aufarbeitung mitarbeiten. Bislang haben die Bischöfe die Schuld allein auf die Täter abgewälzt, aber die Mitschuld der Institution für die Tat und den Umgang mit der Tat beiseitegewischt. Das erleben Opfer als ein zweites Verbrechen. Quelle: Tagesspiegel


13.10.2018 Die katholische Kirche in Südafrika hat versprochen, eine „interne Untersuchung“ wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eines britischen Jesuitenpriesters einzuleiten. Die Fakten gehen auf die 80er Jahre zurück und erstrecken sich über einen Zeitraum von fünf Jahren in Johannesburg. Quelle: cath.ch


13.10.2018 Kritische Stellungnahme zur Auswertung der MHG-Studie im Bistum Regensburg: „Wie das Bistum die Spitze des Eisbergs schönt“. Quelle: regensburg-digital.de


13.10.2018 Papst Franziskus hat den früheren Erzbischof Francisco José Cox Huneeus, Chile, wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand ausgeschlossen. Er war seit den 1970er Jahren immer wieder des Missbrauchs beschuldigt worden und wurde 1997 in den Ruhestand versetzt. Er lebt seit Jahren in Vallendar bei Schönstattpatres. 

Auch der ehemalige Bischof Marco Antonio Ordenes Fernández, ebenfalls aus Chile, wurde wegen Kindesmissbrauchs aus dem Klerikerstand ausgeschlossen.  2006 wurde er mit 42 Jahren zum Bischof geweiht und trat 2012 „aus gesundheitlichen Gründen“ zurück. Später wurde bekannt, dass sowohl staatliche als auch kirchliche Behörden wegen Missbrauchs gegen ihn ermittelten. Quelle: welt.de

12.10.2018 Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die deutschen Bischöfe ist die bayerische Justiz hellhörig geworden: Die Bistümer im Freistaat sollen jetzt Akten zu Missbrauchsfällen an die zuständigen Generalstaatsanwaltschaften in München, Nürnberg und Bamberg übergeben. Die Generalstaatsanwaltschaft München sagte, der Kirche lägen „sicherlich nach Ort, Zeit und Beteiligten konkretisierte Sachverhalte zugrunde“. Die Staatsanwaltschaften bleiben somit auf die Unterstützung durch die kirchlichen Institutionen angewiesen. Quelle: katholisch.de 

12.10.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt des katholischen Erzbischofs von Washington, Kardinal Donald Wuerl, angenommen. Kardinal Wuerl war in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten, weil er in seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh (1988-2006) an der Vertuschung von Missbrauchsfällen innerhalb des Klerus beteiligt gewesen sein soll. Der Papst schrieb an Wuerl: „Du hast genügend Elemente, dein Verhalten zu rechtfertigen und zu unterscheiden, was es heißt, Verbrechen zu decken oder sich nicht um Probleme zu kümmern, oder einfach einen Fehler zu machen. Deine Vornehmheit hat dich aber dazu veranlasst, diesen Verteidigungsweg nicht einzuschlagen.“ Er äußerte Respekt dafür, dass Wuerl mit seinem Rücktrittsgesuch, das ihn am 21. September erreicht habe, das Wohl der Kirche über sein eigenes gestellt habe. Quelle: religion.orf.at  vaticannews.va


11.10.2018 Nach Ansicht des Hildesheimer Bischofs H. Wilmer können Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewonnen werden durch Transparenz und Aktenöffnung auch für Externe. Wilmer will für die Aufklärung von Missbrauchsfällen in seinem Bistum die Akten weitgehend öffnen. Der niedersächsische FDP-Fraktionschef Stefan Birkner kritisierte, dass die Landesregierung beim Thema sexueller Missbrauch zu vorsichtig mit der Kirche umgehe. „Es gibt weder rechtlich noch politisch einen Grund zur Zurückhaltung – meines Erachtens müssten die Staatsanwaltschaften tätig werden und Akten, die die Kirche nicht herausgibt, beschlagnahmen“, sagte Birkner. Quelle: katholisch.de


11.10.2018 Im Fall Timmerbeil in der Kirche Mecklenburgs wurde ein Beirat gegründet, der für eine transparente Aufarbeitung der Fälle in Neubrandenburg sorgen soll, die zwischen 1946 bis 1975 durch den inzwischen verstorbenen Gemeindepfarrer an Kindern und Jugendlichen begangen wurde. Bislang sind 14 betroffene Männer und Frauen bekannt. Rimmerbeil leitete die Pfarrei von 1946 bis 1975. Ihm wird schwerer physischer, psychischer und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen. Quelle: ndr.de


10.10.2018 In Frankreich sprechen sich 87 Prozent der Katholiken für eine parlamentarische Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der Kirche aus. Das geht aus einer am Mittwoch in der französischen Zeitung „La Croix“ veröffentlichten Umfrage des Instituts Odoxa für das französische Magazin „Temoignage chretien“ (Christliches Zeugnis) hervor. Quelle: kathpress.at


10.10.2018 Auch in der altkatholischen Kirche der Niederlande gab es sexuelle Gewalt gegen Minderjährige. Die Rede ist von mindestens sieben Tätern, die Zahl der Opfer ist unbekannt. Eine Studie kritisierte die Rolle der Kirchenleitung. Es habe keine klaren Anweisungen gegeben. Erst wenn Fälle nicht mehr zu leugnen waren, habe man reagiert, inadäquat; den Tätern sei eine neue Chance gegeben worden oder Fälle seien nicht näher untersucht worden. Quelle: Domradio


10.10.2018 Im Spanischen Bürgerkrieg und während der Militärdiktatur von General Franco (1939-1975) wurden Frauen republikanischer Kämpfer und politischer Häftlinge die Kinder abgenommen und an regimetreue Familien gegeben. Später geschah dies auch unehelichen Kindern und Kindern aus armen Familien. Ab 1975 wurden im demokratischen Spanien Babys ihren Müttern sofort nach der Geburt weggenommen und für Geld an zeugungsunfähige Paare gegeben. Den Müttern zeigte man ein eingeforenes Baby und sagte ihnen, ihr Kind sei gestorben.

Beteiligt an diesen Verbrechen waren Ärzte, Helfer, Anwälte, Ordensschwestern und Geistliche. Nun wurde der Arzt Eduardo Vela vor Gericht schuldig gesprochen, jedoch nicht verurteilt, weil die Taten verjährt sind. Eine angeklagte Ordensschwester, Sor Maria, starb bereits bei Prozessbeginn 2013. Eine Opfervereinigung geht davon aus, dass es in Spanien bis zu 300.000 Fälle von Babyraub gab. Quelle: domradio.de

9.10.2018 Steinernes Herz: Kirche erneuern in Zeiten der Selbsterhaltung? Der feinschwarz-Beitrag von Martin Brüske enthält wichtige Überlegungen zum Umgang mit den „Missbrauchsfällen“. „So stellt die Missbrauchskrise – und zwar genau in dieser Konkretion und nicht in leerer Abstraktion – nichts anderes als die Gottesfrage. Es geht hier um den praktischen Monotheismus des ersten Gebots, der tagtäglich Gott und Welt und Gott und Götze unterscheidet. Und so zu reden bedeutet dann keine Spiritualisierung (als Form der Flucht), sondern die Nennung des alles entscheidenden Kriteriums jeder Reformdebatte, die auf eine wirkliche Erneuerung der Kirche zielt. Um es ganz konkret zu machen: Es war gut, dass die Kirche im Blick auf den deutschen Missbrauchsbericht die mediale Kontrolle verloren hat – und es hängt viel daran, ob sie einen solchen Kontrollverlust theologisch und geistlich zu lesen lernt.“ Die Kirche „hat in den Beteiligten ein affektives Pendant oder besser gesagt einen affektiven Ausfall: eine, nach allem was sichtbar wird, praktisch totale Empathielosigkeit mit den Opfern.“ „Das steinerne Herz als geistliche Krankheit und als die brutale Inhumanität, die sie hervorbringt, sind hier und konkret Resultat einer ebenfalls sehr konkreten sozialen Logik der institutionellen Selbstfixierung. Das Verhalten von Papst Franziskus in der Krise mag nicht über jeden Zweifel erhaben sein; seine Kirchenvision jedenfalls ist es: Allein eine Kirche, die aus dem Vertrauen auf den real wirkenden Gott, der grösser ist als sie und auf den hin sie sich wagen kann, den Weg hinaus aus der Selbstfixierung in die Dezentrierung schafft, ist geistlich und dann auch in ihren Strukturen erneuerungsfähig.“ Quelle: feinschwarz.net

9.10.2018 Ein Pfarrer aus dem Kreis Altenkirchen, Erzbistum Köln, wird verdächtigt, zwischen 1993 und 1996 eine damals Zwölfjährige sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein. Der Pfarrer ist derzeit vom Dienst suspendiert. Quelle: swr


9.10.2018 Joachim Frank kommentiert die Verweigerung des Nihil obstat für den Bibelwissenschaftler Ansgar Wucherpfennig als weiteren Rektor der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt: „Wie Rom kritische Anfragen des Theologen Ansgar Wucherpfennig mit faktischer Amtsenthebung und der Forderung intellektueller Unterwerfung beantwortet, das erinnert fatal an den Selbstschutz der Institution im Missbrauchsskandal. Statt sich ihren Problemen zu stellen, geschweige denn sie zu lösen, verdrängt und unterdrückt die Kirche die Problemanzeige. Das ist nicht nur armselig und unwürdig, sondern am Ende auch selbstzerstörerisch. Quelle: FR


9.10.2018 Der Würzburger Bischof Franz Jung hält nichts von einer Aufhebung des Zölibats. Er ist beunruhigt darüber, dass „90 Prozent des sexuellen Kindesmissbrauchs gesamtgesellschaftlich betrachtet im Elternhaus geschieht.“ Er betonte, dass derzeit überhaupt nicht mehr erwähnt werde, dass viele Geistliche ihren Dienst gut getan und sich nach Herzenskräften bemüht hätten, gute Seelsorger zu sein. Als verstörend und verletzend empfinde er die vielen Pauschalurteile, „nicht zuletzt auch aus dem Mund kirchlicher Würdenträger, die über die Priester gefällt werden und die wir alle, ich als Bischof und Sie als meine direkten Mitarbeiter, ertragen müssen. Das tut weh.“ Quelle: Domradio


9.10.2018 Beim Erzbistum Bamberg haben sich weitere Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker gemeldet und über bislang nicht aktenkundige Missbrauchsfälle berichtet. Diese betreffen auch weiter zurückliegende Zeiträume. Quelle: br.de


9.10.2018 Die kürzlich präsentierte Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat keine strafrechtlichen Folgen, weil keine Namen von Tätern, Opfern, Zeitpunkten, Orten… in der Studie genannt werden. Die Studie ist ausdrücklich keine Aufklärung und keine Aufarbeitung. Brigitte Tilmann von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission sagt, entweder die Politik müsste die gesetzliche Grundlage schaffen, um auch gegen den Willen der Kirche an Akten heranzukommen. Oder die katholische Kirche schafft die Voraussetzungen dafür, dass eine Staatsanwaltschaft praktisch einen Anfangsverdacht für eine Straftat hat. In Deutschland ist Vertuschung kein Straftatbestand, jedoch ist eine aktive Vertuschung, die zu einer Strafvereitelung führt, strafbar. Das ließe sich in den Akten belegen. Quelle: deutschlandfunk.de


8.10.2018 Die Bischofssynode zur Jugend kommt mit der Hälfte der Menschheit aus, der männlichen Hälfte. „Frauen sind bereits als Beobachterinnen anwesend und nehmen an der Synodenversammlung und den Kleingruppen teil, und sie haben ein Rederecht.“ Das erklärte der Untersekretär der Synode, Bischof Fabio Fabene, auf die entsprechende Frage eines Journalisten. Petra Dankova und mit ihr viele Frauen protestieren. Quelle: katholisch.de


8.10.2018 Über den Klerikalismus der Laien – Dr. Martin Steven. Quelle: feinschwarz.net


8.10.2018 Auf der Jugend-Bischofs-Synode bedauerte Scicluna, dass Kirchengerichte so langsam arbeiten. Er sagte auch, es gebe ein großes Verlangen nach Wahrheit und Gerechtigkeit bei den Betroffenen, „das nicht mit Barmherzigkeit zu vereinbaren ist“. Quelle: kathpress

Kommentar: M.a.W. meint Scicluna, das Verlangen der Opfer nach Wahrheit und Gerechtigkeit sei unbarmherzig. Ich frage mich, was das für eine Barmherzigkeit ist, die auf Wahrheit und Gerechtigkeit verzichtet. Diese „Barmherzigkeit“ hatten wir doch lange genug. Und sie ging auf Kosten der Wahrheit und der Gerechtigkeit – und der Opfer. Ich glaube nicht, dass es eine „Barmherzigkeit“ geben darf, die nicht zugleich der Wahrheit und der Gerechtigkeit verpflichtet ist.
La Stampa formuliert gegenteilig: „But then there is a great thirst for truth and justice, which is not incompatible with mercy, because we all need mercy but mercy is empty if it does not respect the truth. We must say sin to sin: this is justice.“ Dann wäre die Aussage von Scicluna keine Opferbeschuldigung, sondern ein Übersetzungsfehler:-).

8.10.2018 Der Film „Kler“ (Klerus) lief in Polen an. Einige Kirchenfunktionäre und Regierungspolitiker sehen einen Angriff angeblicher Feinde Polens auf die Kirche, rufen zum Boykott auf oder wollen den Film gar verbieten lassen. Quelle: Süddeutsche


8.10.2018 Ein Priester der Pfarrei St. Franziskus in Duisburg-Homberg, der eine Sabbatzeit dort verbrachte, ist wegen pornografischer Nachrichten aus dem Dienst des Bistums Münster entlassen worden. Der brasilianische Priester hatte über WhatsApp „unangemessene Nachrichten pornografischen/sexuellen Inhalts“ mit einem anderen erwachsenen Mann ausgetauscht. Quelle: katholisch.de


8.10.2018 Dem Bibelwissenschaftler Ansgar Wucherpfennig wird eine dritte Amtszeit als Rektor der Jesuiten-Hochschule St. Georgen verwehrt. Hintergrund könnten seine positiven Äußerungen über homosexuelle Paare und das Frauendiakonat sein. Quelle: domradio

Kommentar: Eine solche Begründung für die Verweigerung des Nihil obstat ist in Zeiten, in denen nach den Ursachen für die gehäuften sexuellen Gewalttaten gegen Minderjährige gesucht wird, mindestens befremdlich.

8.10.2018 Der in Vallendar untergekommene ehemalige chilenische Erzbischof Francisco José Cox wird von der Justiz wegen eines Missbrauchs eines 17Jährigen nicht angeklagt. Die Aussagen des Opfers seien glaubwürdig, aber der Übergriff sei zum damaligen Zeitpunkt – 2004 – kein Straftatbestand gewesen. Allerdings haben mehrere Betroffene in Chile erneut massive Beschuldigungen gegen Cox vorgebracht. Bereits im November 2002 waren die Vorwürfe bekannt.  Im gleichen Jahr bat die Bischofskongregation in Rom die Pallottiner, Cox in einem der Pallottiner-Häuser unterzubringen. Er kam nach Vallendar, wo er 2004 einen 17jährigen Bolivianer, der zu Studienzwecken in Vallendar war, missbrauchte. Der Betroffene meldete sich im November 2017. Die Schönstatt-Gemeinschaft informierte das Bistum Trier und den Vatikan und erstattete im August 2018 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz. Warum die Verantwortlichen der Schönstatt-Gemeinschaft seit 2002 keine Verbindung mit der chilenischen Justiz aufnahmen, ist offen. Quelle: DW


8.10.2018 „In einigen kirchlichen Äußerungen über Missbrauch spielte das Begriffspaar Schmutz/Reinigung oder auch Dreck/Putzen eine wichtige Rolle. Mir stößt diese Wortwahl auf, und zwar aus folgenden Gründen:

Erstens: Dreck kommt von außen – dass Problem des Missbrauchs und dessen Vertuschung kommt aber von innen. Zweitens: Dreck kann man wegputzen, dann leuchtet der Raum wieder unverändert im alten Glanz – aus der Missbrauchskrise wird die Kirche aber nur verändert herauskommen können. Drittens: Die Kirche sieht sich, wenn sie sich als Beschmutzte definiert, in der Opferposition – sie befindet sich aber beim Missbrauch durch Kleriker und dessen Vertuschung durch Bischöfe nicht in der Opferposition.“ Klaus Mertes macht sich Gedanken über die Wortwahl im Kontext von sexuellem Missbrauch durch Kleriker. Quelle: katholisch.de


7.10.2018 Der Leiter der vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, hat auf die Vorwürfe des Ex-Diplomaten Erzbischof Carlo Maria Vigano gegen Papst und Vatikan reagiert. Quellet weist alle Vorwürfe Viganos zurück, schließt jedoch nicht aus, dass es Fehleinschätzungen der Kurie in Sachen McCarrick gibt. Es habe Anweisungen an McCarrick nach seiner Emeritierung gegeben, er solle wegen Vorwürfen früheren sexuellen Fehlverhaltens gegenüber erwachsenen Seminaristen ein zurückgezogenes Leben führen. Dies seien aber keine „Sanktionen“ durch Papst Benedikt XVI. gewesen, die Franziskus dann aufgehoben hätte. Quelle: cruxnow.com

7.10.2018 In Italien ist Kindesmissbrauch durch Geistliche bis heute ein Tabu. Während in den letzten Monaten weltweit immer neue Missbrauchsskandale publik geworden sind, ist es in Italien auffällig still geblieben. Die katholische Kirche hat hier bis heute starken Einfluss auf Medien, Politik und Justiz. Doch die Stimmen der Opfer werden lauter. Quelle: nzz.ch


6.10.2018 Der ehemalige katholische Erzbischof Francisco José Cox Huneeus aus Chile,  wird beschuldigt, in Deutschland mindestens einen Schutzbefohlenen missbraucht zu haben. Die deutsche Justiz ermittelt. Das hätten der Generalobere der Schönstattbewegung, Juan Pablo Catoggio, und der chilenische Provinzobere Fernando Baeza der DW bestätigt. Cox gehört der Schönstatt-Bewegung an und stand nicht in einem Gestellungsvertrag mit dem BIstum Trier.

Cox wurde bereits in Chile des Missbrauchs verdächtigt, fand zunächst in Kolumbien, schließlich in Deutschland bei den Schönstatt-Patres Unterschlupf. Auch in Deutschland wird ihm ein 2004 begangener Missbrauch vorgeworfen. Der Generalobere Catoggio habe sich selbst an die Justiz gewandt. Chilenische Quellen sprechen von mehreren Missbrauchsfällen in Deutschland. Nach DW-Informationen ist ein Prozess bei der vatikanischen Glaubenskongregation anhängig. Quelle: domradio, s.auch  schoenstatt.de


6.10.2018 Der Vatikan hat eine Untersuchung des McCarrick-Falls angeordnet. Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick habe der Papst im Herbst das Erzbistum New York mit einer Voruntersuchung beauftragt; die Ergebnisse seien an die Glaubenskongregation weitergeleitet worden. Im Zuge der Ermittlungen seien weitere Details bekannt geworden, so dass McCarrick Ende Juli aus dem Kardinalsstand entlassen worden sei. Nun habe der Papst angeordnet, alle vatikan. Unterlagen u sammeln und auszuwerten. Dem Hl. Stuhl sei bewusst, dass im Zuge dieser weiteren Untersuchungen deutlich werden könne, „dass Maßnahmen ergriffen wurden, die nicht im Einklang stehen mit dem gegenwärtigen Ansatz, dem Weg der Wahrheit zu folgen, wohin immer er führen möge“. Quelle: domradio   vaticannews.va


5.10.2018 The fallout and damage that has resulted, “has not been caused by the press doing their job properly, but rather by the church itself; it’s caused by the church leadership,” which had a duty to act responsibly. Das sagte Kardinal Marx bei der Feier anlässlich der Eröffnung des Masterstudienganges „Safeguarding of Minors“ Quelle: catholicphilly.com


5.10.2018 Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) dringt nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie durch die Kirche auf weitere Aufklärung. Sie fordert die Bistümer auf, den Staatsanwaltschaften Einblick in die Unterlagen zu gewähren. „Ich erwarte nunmehr von den Bistümern eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Justiz“, sagte sie. Quelle: ndr.de


5.10.2018 Die päpstliche Universität Gregoriana hat einen neuen Masterstudiengang eingerichtet: Safeguarding of Minors. Quelle: vaticannews.va


5.10.2019 Kardinal Müller, von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation, sind keine Sanktionen gegen Erzbischof McCarrick bekannt. Quelle: vaticannews.va


4.10.2018 Der Vorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend, Thomas Andonie, fordert eine größere Gleichberechtigung der Geschlechter und dass Missbrauchsfälle vor Gericht verhandelt werden: „Der Laden muss saubergemacht werden. Opfer müssen eine Stimme und Täter ein Gesicht bekommen.“ Quelle: vaticannews


4.10.2018 Bischof Franco Mulakkal von Jalandhar, Indien, bleibt in Haft, eine Kaution wurde abgelehnt. Eine Ordensschwester wirft Mulakkal Vergewaltigung vor. Familienangehörige der Ordensfrau erklärten, sie sei mit ihrer Klage zur Ziviljustiz gegangen, weil die kirchlichen Behörden, einschließlich des Vatikans, ihre Beschwerde fast ein Jahr lang ignoriert hätten. Die öffentliche Anklage gegen den Bischof habe die Ordensfrau in die Isolation geführt, ihre Mitschwestern hätten sich von ihr abgewandt, kein Angehöriger des Klerus habe sie aufgesucht, um mit ihr zu sprechen, so die Angehörigen der Schwester. Quelle: vaticannews.va


4.10.2018 In Nigeria ist jedes 4. Mädchen und jeder zehnte Junge Missbrauchsopfer. Die Dunkelziffer ist höher. Die Kirche kümmert sich um die Opfer, ist jedoch auch Tatort. Gesprochen wird darüber nicht. Quelle: domradio


4.10.2018 Die Kirche sollte als eine in der Welt wirkende Institution betrachtet werden und genauso behandelt werden „wie jede andere gesellschaftliche Organisation auch. Nicht schlechter, aber eben auch nicht besser. Der katholischen Kirche, deren hohe und höchste Kleriker sich ja kaum noch zeigen können, ohne ihre Reue und Beschämung über die Verbrechen ihrer Amtsbrüder bekennen zu müssen, könnte diese ‚Verweltlichung‘ sogar helfen. Auch im Bereich der Kirche hat es stets die staatliche Justiz zu sein, die Verbrechen untersucht und ahndet, und nicht die Kirche selbst.“ Das fordert Uwe Bork, der bis Ende 2016 die Fernsehredaktion „Religion, Kirche und Gesellschaft“ des SWR leitete und mit dem Caritas-Journalistenpreis sowie zwei Mal mit dem Deutschen Journalistenpreis Entwicklungspolitik ausgezeichnet wurde. Quelle: deutschlandfunkkultur.de


4.10.2018 Kardinal Ricardo Ezzati hatte den chilenischen Ermittlungsbehörden Zusammenarbeit zugesagt. Nun wurde er vernommen, schwieg jedoch, um sich nicht selbst zu belasten.Vermutlich wurde Ezzati vorgeladen, um im Fall von Pater Oscar Munoz Toledo auszusagen. Munoz ist der ehemalige Kanzler der Erzdiözese Santiago. Er wurde am 12. Juli verhaftet, nachdem er vermutlich sieben Minderjährige in Santiago und Rancagua seit 2002 missbraucht hatte. Quelle: ncronline.org

4.10.2018 Die unabhängige Aufarbeitungskommission der Bundesregierung ist enttäuscht von den halbherzigen Maßnahmen der Bischöfe. Sie  appelliert, „endlich Verantwortung zu übernehmen und eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung zu beginnen“. Vor allem den von sexueller Gewalt betroffenen Menschen werde erneut viel Geduld abverlangt.

Die Aufarbeitungskommission betonte weiter, die vage Erklärung der Bischöfe werde dem in der Studie aufgedeckten Ausmaß sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und den Dimensionen des Vertuschens innerhalb der katholischen Kirche nicht gerecht. Sie zeuge nicht von einer eindeutigen Verantwortungsübernahme. Quelle: domradio


4.10.2018 Joachim Frank warnt vor der „Lasst-uns-bloß-in-Ruhe-Mentalität“, die nach den vielen Betroffenheitsbekundungen ausbricht: „Klar ist das schlimm mit dem Missbrauch. Aber das kommt schließlich auch anderswo vor, nicht nur in der Kirche. Und überhaupt, haben wir eigentlich keine andere Themen?“ Quelle: katholisch.de

3.10.2018 Die Gesellschaft Christi, eine polnische Ordensgemeinschaft muss an eine Frau, die als Kind von einem Ordensmitglied sexuell missbraucht wurde, 233.000 Euro und eine lebenslange Rente von knapp 190 Euro/Monat zahlen. Quelle: religion.orf


2.10.2018 Ein von wohlhabenden Katholiken unterstütztes Forschungsteam will alle 124 Papst-Wahlberechtigten auf ihre mögliche Beteiligung an Skandalen, Missbrauch und Vertuschungen überprüfen. Quelle: religion.orf.at


1.10.2018 Der Kirchenrechtler Peter Landau hält es für wünschenswert, den Missbrauchstatbestand erneut ins Kirhcenrecht (CiC) aufzunehmen. Als Formulierung schlug er 2009 schon vor: „Wer einen Minderjährigen durch ein Sittlichkeitsverbrechen verletzt, unterliegt der mit der Tat bereits eintretenden Exkommunikation.“ Bis 1917 enhielt der CiC eine solche Norm: „Hat sich ein Kleriker mit Minderjährigen unter sechzehn Jahren schwer versündigt, … dann soll er suspendiert, als infam erklärt, jedes Amtes, jedes Benefiziums, jeder Dignität und überhaupt jeder Anstellung enthoben und in schweren Fällen mit Absetzung bestraft werden.“ 1983, bei der Reform des Codex, entfiel diese Passage. Quelle: sueddeutsche.de