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Presse

4. Quartal 2016


27.12.2016  Leonardo Boff sagt im Interview mit Joachim Frank “Arm ist man nicht, arm wird man gemacht”: “Wissen Sie, soweit ich ihn [den Papst] verstehe, ist das Zentrum seines Interesses gar nicht mehr die Kirche, schon gar nicht der innerkirchliche Betrieb, sondern das Überleben der Menschheit, die Zukunft der Erde. Beides ist in Gefahr, und man muss fragen, ob das Christentum einen Beitrag leisten kann, diese große Krise zu überwinden, an der die Menschheit zugrunde zu gehen droht.” Quelle: FR


27.12.2016 Kardinal Barbarin, Lyon, hat Fehler im Umgang mit einem sexuellen Missbrauchsskandal in seiner Diözese eingeräumt. „Tatsächlich bin ich zu spät aufgewacht“, sagte er. Hätte er sich früher mit den Opfern getroffen, hätte er sich sagen müssen: Ich muss sofort handeln, so Barbarin. Quelle: radiovatican


23.12.2016 Gegen einen Priester aus Lohne ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg nicht mehr wegen Kindesmissbrauch, die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt jedoch wegen des Besitzes jugendpornografischer Schriften. Das kirchenrechtliche Verfahren ruht während der Ermittlungen.  Quelle: nwzonline.de


22.12.2016 Drei Viertel aller Menschen, die als Ware gehandelt werden, sind Mädchen und Frauen. Quelle: zeit.de


21.12.2016 Das staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen einen kath. Priester aus Lohne wurde eingestellt. Das kirchenrechtliche Verfahren wird weitergeführt. Quelle: kirche und leben


19.12.2016 Im Prozess gegen den Verlobten der getöteten Maria Baumer wegen sexuellen Missbrauchs von Domspatzen-Schülern, Regensburg, wurde der Angeklagte zu zwei Jahren, ausgesprochen für 3 Jahre auf Bewährung verurteilt. Es fand ein Täter-Opfer-Ausgleich statt, der die Anwälte des Täters aber nicht hinderte, die Opfer zu beschuldigen. Das Gericht ging auch der Frage nicht nach, ob die Einrichtungen der Domspatzen den Missbrauch begünstigten. Quelle: Regensburg-digital


19.12.2016 Die Glaubenskongregation hat das Ergebnis der kirchenrechtlichen Voruntersuchung wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Ruhestandspriester aus dem Bistum Würzburg bestätigt. Dem Pfarrer ist jegliches öffentliche Wirken in Seelsorge und Liturgie untersagt und er darf sich nicht im Dekanat Bad Kissingen aufhalten. Er hat vor mehr als 40 Jahren während seiner Arbeit in Polen eine Minderjährige über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht. Quelle: Mainpost


19.12.2016 Einer der bekanntesten Priester San Salvadors, Generalvikar der Erzdiözese San Salvador und ehemaliger Sekretär von Bischof Romero, dessen Biografie er schrieb, J. Delgado, wurde von einem kirchlichen Gericht des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer anfänglich Neunjährigen für schuldig befunden. Zwei weitere salvadorianische Priester wurden ebenfalls wegen Missbrauchs entlassen. Quelle: foxnews.com  katholisch.de 20.12.2016


17.12.2016 Der Vatikan plant eine internationale Konferenz, die das Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana im Oktober in Rom organisiert. Thema ist der bessere Schutz von Kindern vor Missbrauch im Internet: “Child Dignity in the Digital World”. Die Konferenz soll vom 3. bis 6. Oktober stattfinden. Quelle: katholisch.de


16.12.2016 Der anglikanische Erzbischof von Perth, Roger Herft, hat der Polizei Kindesmissbrauch von Priestern als Bischof von Newcastle, Australien, zwischen 1993 und 2005 verschwiegen habe.  Er zieht sich vorzeitig aus dem Amt zurück. Quelle: news.de


16.12.2016 Kardinal Müller, heute Chef der Glaubenskongregation, war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg. Er wies den Vorwurf als “postfaktisch” zurück, die Aufklärung bei den Regensburger Domspatzen verschleppt zu haben – er habe sie initiiert. Der pnp sagte der Kardinal, er sei froh, dass sein Nachfolger Rudolf Voderholzer den Aufklärungsprozess fortsetze. Weiter schreibt die pnp, Kardinal Müller sei zu Gesprächen mit Opfern bereit.

Opfer und Opfervertreter erklären, dass Bischof Vorderholzer tatsächlich an der Aufklärung interessiert sei. Bis Ende 2017 sollen alle Opfer (422 ehemalige Domspatzen, darunter mindestens 65 Opfer sexueller Übergriffe) bei den Domspatzen finanziell entschädigt werden. Quellen: wochenblatt.de  radiovaticana.va  pnp.de  br.de  t-online.de/


16.12.2016 Der “Indianapolis Star” hat zu Missbrauchsfällen beim US-Turnverband recherchiert und mindestens 368 Opfer ermittelt. Quelle: Spiegel


15.12.2016 gewaltlos.de, ein Projekt des SkF Köln, bietet anonyme Online-Beratungen auf deutsch, englisch und türkisch für Frauen mit Gewalterfahrungen an. Quelle: rundschau-online.de


15.12.2016 Die Grünen haben ihren Abschlussbericht zu sexuellem Missbrauch im Kontext der Partei vorgelegt. 30 Menschen haben sich gemeldet, darunter 12, die von sexuellem Missbrauch betroffen waren, in 6 Fällen stand der Missbrauch in direktem Zusammenhang mit den Grünen. In drei Fällen kann eine institutionelle Mitverantwortung nicht ausgeschlossen werden. Sie geschahen Anfang der Achtzigerjahre in der Emmaus-Gemeinschaft auf dem Dachsberg in Kamp-Lintfort. Diese Gemeinschaft hat sich auf die Prinzipien des französischen Priesters und Wohltäters Abbé Pierre berufen: ‘Immer zuerst an den zu denken, der unglücklicher ist als man selbst. Jenem zu dienen, der am meisten leidet.’ Quelle: Spiegel soz-etc.com

Kommentar: Nebenbei: In der Verehrung des Abbé Pierre ging seine Frauenfeindlichkeit einfach unter.


Dezember 2016  Richard Sipe schrieb im Juli 2016 einen Brief an Bischof McElroy, San Diego, der nicht beantwortet und daher im Dezember veröffentlicht wurde.: Sipe nennt Namen und stellt fest: “Sooner or later it will become broadly obvious that there is a systemic connection between the sexual activity by, among and between clerics in positions of authority and control, and the abuse of children. When men in authority — cardinals, bishops, rectors, abbots, confessors,professors—are having or have had an unacknowledged – secret-active-sex-life under the guise of celibacy an atmosphere of tolerance of behaviors within the system is made operative.”


13.12.2016 Die Korntaler Brüdergemeinde hat sich nach monatelangem Streit mit ehemaligen Heimkindern, ihren Unterstützern und zwei Mediatoren darauf geeinige, einen unabhängigen Aufklärer zu suchen. Mehr als 200 ehemalige Heimkinder werfen der evang. Brüdergemeinde vor, in den 1950er – bis 1980er-Jahren in zwei Kinderheimen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Inzwischen wurde bekannt, dass Kinder dort auch mit Medikameten ruhiggestellt wurden. Quellen: swp.de  http://heimopfer-korntal.de/


13.12.2016 In Dänemark hat ein Pastor sexuellen Missbrauch von Jugendlichen teilweise gestanden. Die Anklage bezieht sich auf Taten gegen vier Jungen und ein Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen hatte er bereits zugegeben. Quelle: sh-ugeavisen.dk


9.12.2016 Zum ersten Mal wurde in Kerala, Indien ein kath. Priester nach dem Gesetz “Protection of Children from Sexual Offences (POCSO)” zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Er hat ein Mädchen seiner Gemeinde zwischen Januar und März 2016 vergewaltigt. Quelle: msn.com s. auch: kath.ch -Blog von George Francis Xavier


8.12.2016 Von März 2014 bis März 2016 wurden in Großbritannien 334 Polizeibeamte wegen sexueller Übergriffe angezeigt. Nur knapp die Hälfte der Anzeigen wurde an die unabhängige Polizei-Beschwerdekomission weitergeleitet. Knapp 40% der Anzeigen kamen von Menschen, die bereits Opfer häuslicher Gewalt geworden waren. Die Polizeimitarbeiter hätten möglicherweise die besondere Verletzlichkeit ihrer Opfer ausgenutzt.Quelle: zeit.de


7.12.2016 Am 20.7.1957 soll ein damals 2-jähriges Mädchen von dem früheren inzwischen verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen, gegen den zwei weitere Anklagen vorliegen, sexuell missbraucht worden sein. Die vielfältigen Beschwerden der heute 61-Jährigen deuten auf das frühe Erleben von Gewalt. Die Identifizierung des Täters geschah vor der Veröffentlichung des jahrelangen Missbrauchs eines Ministranten durch den Bischof – eine Trittbrettfahrerin ist die Frau also nicht. Fachleute bezweifeln jedoch, dass Menschen Erinnerungen an Ereignisse vor dem dritten Lebensjahr haben können. Das Bistum Hildesheim hat ihren Antrag auf Anerkennung ihres Leids abgewiesen wegen mangelnder Plausibilität. Quelle: focus und domradio.de


7.12.2016 Sexuelle Gewalt geschieht allerorten – bis heute. Christine Bergmann, die im Jahr 2010 Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs wurde und jetzt Mitglied einer Aufarbeitungskommission ist, zieht eine herbe Bilanz: Sexuelle Gewalt ist noch immer fast überall und alltäglich vorhanden. Dagegen helfe in erster Linie Prävention, eine wichtige Basis dafür sei Aufarbeitung, sagt Bergmann: „Aber hier muss noch viel passieren.“ Quelle: taz


6.12.2016 In Buenos Aires, Argentinien, wurden der 82-jährige kath. Priester Nicola Corradi und der 55-jährige Priester Horacio Corbacho verhaftet. Zusammen mit drei weiteren Männern werden sie beschuldigt, mindestens 22 Kinder in einer Schule für Jugendliche mit Hörbehinderungen in der Provinz Mendozo missbraucht zu haben. – BishopAccountability.org  berichtet, dass eine italienische Gruppe von Missbrauchsüberlebenden den Vatikan 2008 und 2014 darüber informierte, dass Corradi in Verona im “Provolo Institut für gehörlose Kinder” Kinder vergewaltigte. Dort sollen Hunderte von Kindern im Lauf der Jahre von zwei Dutzend Priestern und Ordensmännern sexuell missbraucht worden sein. Weder Papst Franziskus noch andere kirchliche Autoritäten schritten ein, so dass Corradi weiterhin Kinder missbrauchen konnte, dieses Mal in Argentinien. Quelle: cruxnow.com  catholicherald.co.uk/n


6.12.2016 Die Internetseite (Beta-Version) der Pontificial Commission For The Protection Of Minors ist online.


5.12.2016 Die Schweizer Bischofskonferenz hat eine Gebets- und Bußfeier für die Opfer sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld durchgeführt. Zwischen 2010 und 2015 hatten sich in der Schweiz 223 Opfer gemeldet. Von 150 Priestern und Ordenspriestern als Täter (bei derzeit ca 2460 Priestern und Ordenspriestern), also von 6,09 % der Priester, die zu Missbrauchstätern wurden, wird berichtet. Die Feier entspricht einem Wunsch von Papst Franziskus. Quelle: Radio Vatikan  srf


5.12.2016 Stefan Orth sagt über die Missbrauchsfälle im englischen Fußball: “Es ist erneut verstörend, über das Ausmaß sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu lesen und dabei auch zu erfahren, wie verheerend die Auswirkungen auch Jahrzehnte später noch sind.” Quelle: katholisch.de


4.12.2016 Im englischen Fußball wurden – soweit bislang bekannt – mehr als 350 Spieler als Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Die Polizei ermittelt derzeit in 55 Fußballclubs. Sie arbeitet mit der “Child Abuse Inquiry” zusammen, die wiederum seit ihrer Gründung 2014 inzwischen die 4. Vorsitzende hat. Mehrere Juristen haben die Kommission vorzeitig verlassen, einer der Juristen steht selbst unter (bislang unbewiesenem) Missbrauchsverdacht. – Dass im Fußball Fälle vertuscht wurden, will der Geschäftsführer der Football Association, nicht glauben. Quelle: faz


3.12.2016 Ein italienischer früherer Geistlicher hatte 2013 mehreren römischen Geistlichen sexuellen Missbrauch von Kindern nachgesagt. Nun wurde er zu knapp sieben Jahren Haft verurteilt. Quelle: katholisch.de


2.12.2016 Teresa Nentwig, Uni Göttingen, hat in ihrer Untersuchung herausgefunden, dass die Berliner Senatsverwaltung wusste, dass Jugendliche unter Obhut von Pädokriminellen untergebracht wurden. Der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler (1928-2008) hatte vor rund 45 Jahren mindestens drei obdachlose Jugendliche bei mehreren pädophilen, wegen Missbrauchs vorbestraften Männern untergebracht. Kentler versprach sich von dem Experiment, dass die Jugendlichen durch die Männer sozial wieder gefestigt würden. Dass die Männer die Jugendlichen sexuell missbrauchen würden, war Kentler “klar”. Wegen mangelnder Akten und mangelnder Akteneinsicht kann nichts Genaueres über die Vorgänge gesagt werden. Auch die Rolle der Senatsverwaltung bei der Vermittlung von Jungen aus schwierigen Verhältnissen in die Odenwaldschule muss noch detailliert aufgearbeitet werden. Für Betroffene gibt es die Hotline 030-902275540. Quelle: tagesspiegel.de


2.12.2016 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, sagt, das Thema Missbrauch sei “noch längst nicht durch”, obwohl es Stimmen gibt, die meinen: “Jetzt muss es aber bald mal gut sein mit dem Thema!” Bischof Ackermann ist auch Leiter der bischöflichen Arbeitsgruppe zum Kinder- und Jugendschutz. Zu einer ersten bundesweiten Tagung lud er Fachleute aus Jugend-, Sport- und Behindertenverbänden, aus Caritas, Orden, Pfarreien,Hilfswerken und Schulen ein. Der Geschäftsführer der Caritaskommission der Bischofskonferenz, Johannes Stücker-Brüning, fasste zusammen, Kinder- und Jugendschutz müsse ein Markenzeichen der katholischen Kirche bleiben – mit der Folge, “dass es doppelt fatal ist, wenn wir hier versagen”. Eine “ehrliche Fehlerkultur mit Blick auf eine vielfach unangemessene Praxis in der Vergangenheit” sei daher extrem wichtig. Quelle; katholisch.de


30.11.2016 Der ehemalige Rintelner Superintendent Eckels hat 1965 einen Menschen missbraucht. Bereits 1945 war er wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Kirchenkreis und Landeskirche war diese – später aufgehobene – Verurteilung bekannt. Superintendent Andreas Kühne-Glaser spricht von einer Mitschuld der Kirche. Quelle: dewezet.de szlz.de


30.11.2016 Die südafrikanischen katholischen Bischöfe entschuldigen sich bei kirchlichen Missbrauchsopfern. Die Bischöfe hätten nicht genug getan, um den körperlichen, emotionalen und psychologischen Schmerz anzuerkennen, den die Opfer erlitten hätten. Die Bischöfe hätten es versäumt, auf die zu hören, die innerhalb der Kirche missbraucht wurden. So seien Priester zu Mittätern geworden. – Von einem spirituellen Schaden ist keine Rede. Quelle: deutschlandfunk.de


29.11.2016 Nur 3% der Täter, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen, sind aus Sicht von Medizinern psychiatrisch krank, 97% gelten als gesund und damit verantwortlich für ihr Tun. Mediziner benennen drei Gruppen von Sexualstraftätern: Täter, die mit Gewalt oder durch Androhung von Gewalt vor allem Frauen missbrauchen; solche, die durch starken psychischen Druck Gewalt ausüben und solche, die situationsbezogen Kinder missbrauchen. Die Rückfallquote liegt bei durchschnittlich 20%, Pädokriminelle haben eine Rückfallquote von mehr als 50%. Quelle: Deutschlandfunk


29.11.2016 Die Generalversammlung der Jesuiten diskutierte u.a. zwei Dokumente, die sich mit einer öffentlichen Bitte um Entschuldigung wegen der Missbrauchsfälle bzw. mit einer Selbstverpflichtungserklärung zur Prävention befassten. Die Dokumente wurden nicht als öffentliche Dekrete angenommen. Grund sei “vor allem” die Sorge gewesen, dass “in einigen Ecken der Welt” eine öffentliche Stellungnahme Jesuiten zur Zielscheibe “fundamentalistischer, antikirchlicher Kreise gemacht hätten und das Leben von Ordensmitgliedern und ihrer Mitarbeiter gefährdet hätten. “Und der Einsatz für Arme, der das eigentliche Objekt des Hasses ist, ist dem Orden wichtiger.” Quellen: domradio.de, Herder-Korrespondenz, 12/2016, S. 31

Kommentar: Missbrauchsopfer zählen – wieder einmal – nicht zu den Armen; sie gehören – wieder einmal – nicht dazu. Das ist bitter.


28.11.2016 Sexuelle Gewalt ist für 27% der Deutschen entschuldbar. Quelle: welt.de


26.11.2016 Spätestens seit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche habe “ein Prozess der Entweihung der Hierarchie eingesetzt, den die katholische Kirche nur mit Demut beenden und wieder umkehren kann”, erklärte Prantl auf dem Neujahrsempfang des Kirchenkreises Duisburg. Diese könnte ein Gewinn sein für die Ökumene; denn bisher habe der Hochmut der katholischen Kirche ein wirkliches Miteinander mit den lutherischen Kirchen verhindert. Quelle: Domradio


26.11.2016 Eine inoffizielle Arbeitsgruppe hat die Vorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Janssen, Bistum Hildesheim, untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass es für die Anschuldigungen nicht die Spur eines Beweises gibt. Der Arbeitsgruppe gehören ein Jurist, ein Seelsorger und ehemalige Domkapitulare an, die einige Jahre im Bischofshaus wohnten. Ausführlich scheint sich der BEricht mit der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers zu beschäftigen. Unter den Personen, die Kenntnis der Situation im Bischofshaus hatten, habe sich niemand befunden, der die dargestellten Straftaten für möglich oder wahrscheinlich hielt. Quelle: rp-online.de


25.11.2016 Im britischen Jugendfußball kam es in den 90er Jahren zu sexuellem Missbrauch durch Vereinstrainer. Das berichten mehrere ehemalige Fußballprofis. Quelle: spiegel.de


25.11.2016 Im Bistum Würzburg spricht der Missbrauchsbeauftragte Laubenthal von dem Priester, der erstmals vor 16 Jahren strafrechtlich verurteilt wurde und 2015 laisiert wurde, von einem “Serientäter”. Seit 2010 haben sich fünf neue Opfer gemeldet. Der Laiisierte hat Unterstützer, die die Opfer der Unglaubwürdigkeit bezichtigen.

Im Fall eines hochrangigen Geistlichen des Bistums gab es zwar Hinweise verschiedener Personen auf einen weiteren Fall, es hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, die eine Einschränkung der priesterlichen Rechte des Beschuldigten rechtfertigten, sagte der Missbrauchsbeauftragte. Quelle: mainpost.de
25.11.2016 Zum heutigen Tag gegen Gewalt an Frauen
Frauen raus aus der Gewalt
Gewalt gegen Flüchtlinge
Frauenhäuser bangen jährlich um ihre Existenzgrundlage
Domradio
Jede vierte Frau in Deutschland ist Opfer häuslicher Gewalt


23.11.2016 In Schweden wurde ein Kinderpornoring aufgedeckt. 51 Männer wurden verhaftet. Der Community, die sexuelle Gewalt an Kindern z.T. live anbot, gehören ca 5000 Nutzer an. Die Kinder kommen von den Philippinen und aus Norwegen. Quelle: tt.com


21.11.2016 Filmhinweis: “Die Hände meiner Mutter”, Regisseur Florian Eichinger. Sexueller Missbrauch durch eine Mutter. Quelle: deutschlandradiokultur.de


21.11.2016 Die Schweizer Bischöfe treffen sich am 5. Dezember in Sitten zu einer Gebets- und Bußfeier, die den Opfern sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld gewidmet ist. Auch Opfer-Vertreter nehmen teil. Gebetet werden soll “für göttlichen Beistand bei der Heilung von Wunden der Opfer und bei der Überwindung von Schuld in Strukturen, Verhaltens- und Denkmustern innerhalb der Kirche”. Quelle: kath.ch


21.11.2016 Das Sterben von Flüchtlingen bei ihrer Flucht ist kaum noch ein Thema in den Medien. Viele Menschen glauben, dass die Flucht sicherer geworden ist, weil weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen. 2015 starben 3771 auf der Flucht im Mittelmeer. In diesem Jahr kamen bis Ende Oktober 4271 ums Leben. Quelle: katholisch.de


21.11.2016 Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Heimkinder zu Medikamentenversuchen benutzt. In den sog. Fürsorgeanstalten habe der Geist nationalsozialistischer Vorstellungen von der Minderwertigkeit von Heimkindern geherrscht. Die Arzneimittelforscherin Wagner sagt, sie habe bundesweit 50 Versuchsreihen gefunden und stoße immer wieder auf Hinweise auf Medikamententtests, denen sie gar nicht nachgehen könne. Einer der zuständigen Pharmakonzerne, Merck, weist darauf hin, dass die Verantwortung für die Versuche nicht beim Konzern, sondern beim verabreichenden Arzt liege. Der Darmstädter Konzern hat der Wissenschaftlerin sein Archiv geöffnet. Sie fand dort u.a. 28 Familiennamen von Versuchskindern aus dem Essner Franz Sales Haus – nur einen hat das Sales-Haus ausfindig machen können. Quelle: stern.de


20.11.2016 Der kath. Theologe Magnus Striet sagt am Ende des Jahres der Barmherzigkeit: “Also zunächst einmal ist hier tatsächlich alles rigoros offenzulegen, weil alles andere dazu führen würde, dass im Raum der Kirchen die Möglichkeit von sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Minderjährigen begünstigt würde. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt: Hier jetzt vorschnell von Barmherzigkeit gegenüber den Tätern zu reden, wäre Zynismus gegenüber den Opfern von sexueller Gewalt. Die sind zunächst einmal in den Vordergrund zu rücken. Allerdings, wenn mich mein Eindruck nicht trügt, gibt es auch weiterhin ein Problem bezogen auf – es sind zumeist Männer – Männer, die pädophil veranlagt sind, haben wir tatsächlich sozusagen ein humanwissenschaftliches Aufklärungspotential. Hier gibt es sexuelle Veranlagungen, die um keinen Preis ausgelebt werden dürfen, die aber nicht zugleich moralisch zu bewerten sind, sondern es gibt tatsächlich Veranlagungen, die zunächst einmal zu beschreiben sind. Es ist zu verhindern, dass sie – um es noch mal zu betonen – ausgelebt werden, aber man kann nicht einfach an dieser Stelle so tun, als ob das auf irgendeine moralische Schuld zurückzuführen sei.” Quelle: deutschlandradiokultur.de


19.11.2016 Hinweis auf eine Arbeitshilfe der DBK – Opfersensible Gemeinde. Quelle: domradio.de


18.11.2016 Der Wiener Kardinal Schönborn bat kirchliche Missbrauchsopfer bei einem Staatsakt um Entschuldigung. Viel zu lange sei verharmlost, vertuscht, verleugnet und weggeschaut worden, sagte er. Quelle: katholisch.de


17.11.2016 In Vibo Valentia, Italien, wurden ein kath. Priester und zwei weitere Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Jungen für homosexuelle Freier angeworben und ausgebeutet zu haben. Der beschuldigte Pfarrer (41) wurde vom Bischof von Mileto suspendiert. Quelle: katholisch.de


16.11.2016 Im österreichischen Parlament gibt es eine Gedenkveranstaltung für Missbrauchsopfer in Heimen und kirchlichen Einrichtungen unter dem Titel “Geste der Verantwortung”. Die “Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt” kritisiert diese Veranstaltung: die Klasnic-Kommission habe die Opfer mit Almosen abgespeist und halte bis heute die Daten der Täter unter Verschluss. Zudem kommen bei der Veranstaltung die Opfer nicht selbst zu Wort. Sie wurden auch nicht an der Vorbereitung beteiligt. 250 Betroffene sollen bei dieser Veranstaltung anwesend sein. Quelle: religion.orf.at


16.11.2016 Vor der Kathedrale “Saints Mary and Joseph” im Bistum Armidale, Australien, will die Diözese ein Mahnmal aufstellen zur Erinnerung an die Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Opfer kritisieren, dass dieses Mahnmal auf Kirchengrund und zudem in unmittelbarer Nähe zum Grab eines Bischofs, der bei der Vert5uschung von Missbrauchsfällen eine zentrale Rolle gespielt habe, aufgestellt werden soll. Außerdem kritisieren sie, dass die Kirche die bunten Schleifen (“Loud Fence”) an einem Zaun abnimmt – die Schleifen erinnern an die kirchlichen Missbrauchsopfer. Quelle: religion.orf.at


16.11.2016 Studiennachmittag im Frauenforum der Diözese Augsburg, 21.11.2016, 16-18 Uhr, Auf dem Kreuz 41, Augsburg; Lesung und Gespräch mit Dr. Barbara Haslbeck “Damit der Boden wieder trägt”. Quelle: aaf-netz.de


16.11.2016 In der Untersuchung “Generation what?” spielen Religion und Kirche nur für eine Minderheit eine Rolle. Nur 20 Prozent der Befragten geben an, ohne den Glauben an einen Gott nicht glücklich sein zu können. Von allen abgefragten Institutionen ist das Vertrauen in die religiösen Institutionen am geringsten. 83 Prozent haben kein oder sehr wenig Vertrauen. Selbst unter den Gläubigen steht noch die Hälfte der Befragten den kirchlichen Institutionen misstrauisch gegenüber. Die Skandale und die aus Sicht der jungen Leute verkrusteten und intransparenten Strukturen dürften hierfür ausschlaggebend sein. Für viele geht von der Kirche ein Dogmatismus aus, der einem die Fähigkeit abspricht, selbst zu urteilen. Quelle: br.de


14.11.2016 Hoffnungs- und Stärkungsgottesdienst: Freitag, 25.11.2016, 19 Uhr, St. Georgskirche Hamburg   mehr


13.11.2016 In Indien haben Katholikinnen zusammen mit der Theologin Astrid Lobo Gajiwala begonnen, gegen Missbrauch von Frauen durch Kleriker aufzustehen. Quelle: Radio Vatikan


10.11.2016 Die Jahrestagung des Schweizer kirchlichen Fachgremiums “Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld” fand mit der Expertin Karlijn Demasre als Gastreferentin statt. Die Theologin ist Direktorin des Zentrums für Kinderschutz der Gregoriana. Quelle: kath.ch


9.11.2016 Über den Missbrauch von Heimkindern von 1950 bis 1970, an denen auch Medikamententests vorgenommen wurden. Quelle: zeit.de


9.11.2016 Ein aktueller Blick auf die Aufklärer sexuellen Missbrauchs in Internaten und Schulen und auf einen Versöhnungsakt zwischen Pater Mertes und Norbert Denef. Quelle: general-anzeiger-bonn.de

Kommentar: Ob Versöhnung vor dem Aufklären der Verbrechen überhaupt möglich ist, bezweifle ich. 


9.11.2016 Das Bundeskabinett hat die Stiftung zur Entschädigung von missbrauchten Heimkindern mit Behinderungen auf den Weg gebracht. Ab Anfang 2017 sollen die Hilfen ausgezahlt werden. Bislang waren die Heimkinder mit Behinderungen nicht im Blick. Quelle:katholisch.de


8.11.2016 Der Pariser Erzbischof, Kardinal Vingt-Trois, hat um Vergebung für den “fehlenden Mut und die Einsicht, der Plage des sexuellen Missbrauchs in der Kirche entgegenzutreten”. Er sagte, es sei zu wenig Wert auf die Aussagen der Opfer gelegt worden. Quelle: religion.orf.at


7.11.2016 Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung berichtet, ein mögliches zweites Opfer habe sich an die Forscher gewandt, die im Auftrag des Bistums Hildesheim Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof H. M. Janssen untersuchen. Der ehemalige Ministrant habe sich auch an die Hildesheimer Allgemeine Zeitung gewandt. Das Bistum Hildesheim wollte sich nicht äußern. Sowohl das Bistum als auch das Forschungsinstitut erklärten, es gebe derzeit keinen offiziellen Aufruf an weitere mögliche Opfer. Dies war zuvor berichtet worden. Quelle: ndr


7.11.2016 Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Bischof von Hildesheim Janssen gibt es nun einen erneuten Aufruf an mögliche Opfer, sich zu melden. Der Bistumssprecher Bauernfeld sagte, es habe sich bislang kein weiteres Opfer gemeldet. Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München, das mit der weiteren Aufklärung beauftragt ist, will bis Mitte 2017 Ergebnisse vorlegen. Quelle: pressreader.com


31.10.2016 Das Erzbistum Guam hat einen neuen (Koadjutor-)Erzbischof: Michael H. Byrnes von Detroit. Er folgt Erzbischof Apuron nach, der wegen sexuellen Missbrauchs zurückgetreten ist. Quelle: cruxnow.com


31.10.2016 Die australische königliche Kommission, die sexuellen Missbrauch untersucht, glaubt den Aussagen von Kardinal Pell und von anderen Offiziellen der Bistümer Melbourne und Ballarat nicht. Pell habe in seiner Zeit als Priester und Erzbischof von dem “unangemessenen Verhalten von Klerikern gegenüber Kindern in den 1970er und 1980er Jahren” gewusst. Zudem seien Pell und andere hochrangige Offizielle in Melbourne Informationen über einen pädophilen Priester nicht nachgegangen und hätten somit bei dem Schutz von Kindern versagt. Das sagt Gail Furness, Anwältin der Missbrauchskommission. Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Pell waren 2002 vor einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne verhandelt worden – Pell wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben. Nun tauchen Vorwürfe auf, Pell habe in seiner Zeit als Priester in Ballarat in den 1970er und 1980er Jahren mehrere junge Männer sexuell belästigt. Quelle: katholisch.de orf


31.10.2016 Das Forschungsprojekt “Erwartungen Betroffener von sexuellem Missbrauch an die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission” ist online und fragt nach Betroffenen, die sich einbringen/beteiligen möchten. Quelle: http://www.erwartungaufarbeitung.de/


31.10.2016 “Es werden Initiativen der Menschen unterdrückt, weil man versucht, Vorgaben durchzusetzen. Die heilige Sache wird als wichtiger erachtet als das, worum es wirklich geht: Gott ist die Liebe. Daraus erwächst grosser Frust bei kirchlichen Mitarbeitern. Und der Missbrauchsskandal hat deutlich gezeigt, dass das klerikale System zumindest den Boden für sexuellen Missbrauch mitbereitet hat – durch das Machtgefälle und indem man den Priester zu einem Heiligen stilisiert hat.” Das – und mehr – sagt Wunibald Müller. Quelle: kath.ch


31.10.2016 Kinder haben Rechte – Der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch am 18. November – Hintergrundinformationen und erste Anregungen für pastorale Arbeitsfelder – Gastbeitrag E. Kerstner, S. 20-23


30.10.2016  Rev. Luis Garza, ehemals die Nummer Zwei bei den Legionären Christi, wird von einem Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Garza betont seine Unschuld. Quelle: nzherald.co.nz


27.10.2016 Die ehemalige Landespastorin Petra Thobaben soll Fälle von Missbrauch und Gewalt aufklären, die in den 60er- und 70er-Jahren in Kinderheimen in Schleswig-Holstein geschahen. Sie erklärt, dass sie von Seiten der Landesregierung kein großes Interesse an ihrer Arbeit wahrnehme. Vor kurzem wurde bekannt, dass in den 60er-Jahren Medikamentenstudien an Heimkindern vorgenommen wurden.  Quelle: ndr.de


26.10.2016 Die Verhandlungen von zwei Opfergruppen mit der Korntaler Brüdergemeinde gehen nur schleppend voran. Inzwischen zeigen sich die Opfervertreter aber verhalten zuversichtlich. Sie schauen nach den Aufklärungsvorgängen bei den Regensburger Domspatzen. Quelle: leonberger-kreiszeitung.de


26.10.2016 Drei Beamte der australischen Polizei haben Kardinal Pell im Vatikan zu Missbrauchsvorwürfen befragt. Pell habe sich befragen lassen und seine Zusammenarbeit mit der Polizei zugesagt. Die Vorwürfe – Pell habe Schüler im Schwimmbad sexuell belästigt und sich im Umkleideraum nackt Schülern gezeigt – wies Pell zurück. Bislang sprach er immer von einer “Verleumdungskampagne”. Die australische Polizei ermittelt weiter. Quelle: religion.orf.at  perthnow.com.au katholisch.de


26.10.2016 Im ehemaligen Kinderheim Margaretenhort, Harburg, das in evangelischer Trägerschaft war, hat es in den 80er-Jahren sexuellen Missbrauch gegeben. Mehrere Mädchen und Jungen sollen durch ältere Jugendliche über längere Zeit sexuell missbraucht worden sein, ohne dass die damalige Leitung oder Mitarbeitende des Hortes auf Hilferufe reagiert hätten. Quelle: kirche-hamburg.de  welt.de


24.10.2016 Sexueller Missbrauch von Kindern durch Kleriker ist kein Alleinstellungsmerkmal katholischer Geistlicher oder katholischer und evangelischer Christen. Er kommt allerorten vor. Auch der Islam ist betroffen. Das Beispiel eines hochrangigen Koranvorlesers im Iran.Quelle: alischirasi.blogsport.de

Kommentar: Wem diese Information als Begründung für Islamfeindlichkeit dient, missversteht das Anliegen: Sexueller Missbrauch ist immer und allerorten ein Verbrechen, das aufgedeckt werden muss im Interesse der Opfer.


24.10.2016 In Brasilien muss sich ein evangelischer Pastor wegen sexuellen Missbrauchs an einer Fünfjährigen verantworten. Quelle: rosenheim24.de  express.de


20.10.2016  Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Augsburg hatte nach anonymen Beschuldigungen Strafanzeige gegen einen früheren Pfarrer aus Pfaffenhofen gestellt. Die Staatsanwaltschaft teilt nun mit, dass keine strafrechtlich relevanten Hinweise bei den Ermittlungen gefunden wurden. Quelle: augsburger-allgemeine.de


20.10.2016 Empirisch belegt ist, dass Täter von Sexualdelikten an Kindern häufig auch dissoziale Auffälligkeiten zeigen, sagt H. Dreßing vom Mannheimer Zentralinstitut. Es sind Menschen, die oft Schwierigkeiten haben, Regeln einzuhalten. Einen empirisch belegten Zusammenhang zwischen Pädophilie und bestimmten politischen Einstellungen – wie sie derzeit im Kontext des NSU oder der rechten Szene diskutiert werden – gebe es jedoch nicht. Ursula Enders weist auf den unter Rechtsextremen verbreiteten Machtmissbrauch hin. Quelle: dw.com


17.10.2016 In Kinderheimen wurden in Deutschland in den 50er bis 70er Jahren mehr als 50 Medikamentenversuche durchgeführt, teils auf Anordnung der Politik, mit Unterstützung des Bundesgesundheitsamtes. So wurden Impfstoffe gegen Kinderkähmung, Psychopharmaka und Neuroleptika verabreicht, die bei schweren psychischen Störungen – etwa Wahnvorstellungen oder Schizophrenie – eingesetzt werden. Als Folgen können Entwicklungsstörungen, Hirnschäden und psych. Leiden eintreten. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist zuständig für die Aufsicht. Er arbeitet seit mehr als 10 Jahren die Lebensverhältnisse ehemaliger Heimkinder auf. 2014 gab er ein Forschungsprojekt in Auftrag, das auch die Medikamentengabe untersuchen soll. Dies geschehe jedoch nur exemplarisch. Quelle: www1.wdr.de


17.10.2016 Ein argentinisches Zivielgricht hat die kath. Kirche zu einer Geldstrafe von umgerechnet 45.000 € verurteilt. Der Theologiestudent Rubén Descalzo hatte den ehemaligen Erzbischof von Santa Fé, Edgardo Storni, vor 15 Jahren verklagt. Storni war 2009 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, das Urteil war zwei Jahre später jedoch wieder aufgehoben worden. 2012 starb der Erzbischof, den Missbrauch hat er nie gestanden. Quelle: Badische Zeitung


13.10.2016 Domspatzen-Vertreter loben das Bistum Regensburg und sagen, die gefundenen Lösungen werden vielen Opfern helfen. Quelle: mittelbayerische.de


13.10.2016 Ein Film über Missbrauch in der Kirche. Quelle: http://die-kinder-lassen-gruessen.at/



13.10.2016 Der frühere Bischof von Regensburg und heutige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, will sich nicht zu den neuen Entwicklungen bei der Aufklärung von Misshandlungen und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen äußern. Die Angelegenheit betreffe Müller heute nicht mehr, ließ die Glaubenskongregation mitteilen.
Kardinal Müller hatte 2010 in der Berichterstattung eine “Verletzung der Menschenwürde aller katholischen Priester und Ordensleute” gesehen und 2012 davon gesprochen, dass die Öffentlichkeit Forderungen “im Sinne von Lynchjustiz” stelle. Quelle: katholisch.de


12.10.2016 Erstmals saßen ein Bischof und Opfervertreter der Gewalt- und Missbrauchsopfer bei den Regensburger Domspatzen in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bischof Vorderholzer sagte, jeder Fall tue ihm in der Seele weh. Er könne nichts ungeschehen machen, aber die Betroffenen um Vergebung bitten. Mit den Verhandlungen zeigte er sich zufrieden – auch wenn es nur den Opfern und nicht dem Bistum zustehe, einen Schlussstrich zu ziehen. Der ehemalige Domspatz Alexander Probst sagte, die Domspatzen hätten etwas erreicht, von dem sie jahrelang geträumt hätten.

Der Ermittler RA Weber berichtete, dass das Bistum seine Arbeit tatkräftig unterstützt habe und ihm alle gewünschten Akten zur Verfügung gestellt hatte. Seit Januar 2016 haben sich weitere 129 Betroffene gemeldet. Die Gesamtopferzahl liegt nun bei 422. Weber spricht weiterhin von einer geschätzten Dunkelziffer von 600 bis 700 Betroffenen.
In den Gesprächen zwischen Kirchen- und Opfervertretern wurden weitere Maßnahmen verabredet. Sie umfassen eine soziologische und eine historische Studie, eine unabhängige Anlaufstelle beim Münchner Informationszentrum für Männer und ein Anerkennungsgremium, das über die Höhe der Geldzahlungen entscheidet. Bischof Vorderholzer begründete die Zahlungen in Höhe von 5.000 – 20.000 Euro: “Es ist ein Zeichen, dass wir es ernst meinen.” Die Antragsteller müssen keine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben. Quellen: br.de   radiovaticana.va   Süddeutsche


12.10.2016 Ein ehemaliger kath. Priester soll erneut ein Kind missbraucht haben. Er wurde am 23.9.2016 in Untersuchungshaft genommen. Er war 2008 aus dem Klerikerstand entlassen worden, gab sich jedoch weiterhin als Priester aus. Bistümer hatten Gläubige vor dem Missbrauch des pastoralen Amtes gewarnt. Nicht gewarnt hatten sie davor, dass der wegen Kindesmissbrauch vorbestrafte Ex-Priester erneut Kinder missbrauchen könne. Der Ex-Priester war im Bistum Regensburg und im Bistum Mainz auch nach seiner Entlassung aus dem Klerikerstand als Priester tätig. Quelle: wochenblatt.de Süddeutsche  swr.de  mittelbayerische.de


11.10.2016 Der österreichische Kardinal Schönborn und die Parlamentspräsidentin Bures kündigen für den 17.11. eine “Geste der Verantwortung” zur sexuellen Gewalt durch die Kirche an. Der Sprecher der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt, Sepp Rothwangl, nennt dies eine Instrumentalisierung des Parlaments für Werbezwecke der Kirche. Er fordert zunächst eine angemessene Entschädigung der Opfer und die namentliche Nennung der Täter. Opfer wurden nicht in die Planung der Veranstaltung einbezogen. Sie fordern eine Absage der Veranstaltung und eine täterunabhängige staatliche Kommission zur Aufklärung der Missbrauchs- und Vertuschungsverbrechen nach irischem Vorbild. Außerdem solle die kath. Kirche sich für die Aufhebung der Verjährungsfristen einsetzen, was Schönborn zunächst zugesagt, dann aber nicht eingehalten habe. Quelle: ots.at


11.10.2016 Seit dem 4. Oktober können Betroffene der Regensburger Domspatzen sich an eine bistums-unabhängige Stelle beim Münchner Informationszentrum für Männer wenden. Dort entscheiden sie selbst, ob und welche Meldungen an das Bistum weitergegeben werden. Dies wurde im Vorfeld der morgigen Pressekonferenz bekannt, an der der Internatsdirektor Rainer Schinko, der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und Betroffene – Alexander Probst und Peter Schmitt – teilnehmen werden. Quelle: regensburg-digital und br


4.10.2016 Auf dem Mariahilfberg, Neumarkt, Bistum Eichstätt, sollen drei Priester der Ordensgemeinschaft “Instituo des Verbo Envarnado/Institut des fleischgewordenen Wortes” (IVE) von Bischof Hanke eingeführt werden. Sie sollen Seelsorge und Wallfahrtsbetreuung anbieten. Quelle: bistum-eichstaett.de

Kommentar: Das Institut wurde 1984 in Argentinien von Carlos Miguel Buela gegründet. Buela wurde Anfang 2010 wegen Missbrauchsvorwürfen vom Vatikan mit lebenslanger Wirkung abgesetzt. Das päpstliche Dekret vom 22.1.2010 wurde in der Öffentlichkeit erst im Nov. 2015 bekannt, als Ex-Mitglieder es veröffentlichten. Buela erhielt ein Kontaktverbot zu den Gemeinschaften. Das IVE hielt die vatikan. Anweisung intern geheim, hielt sich nicht an die Kontaktsperre und gestattete Buela weiterhin Zutritt zu seinen Niederlassungen. Daher wurde das Institut am 16.12.2015 auf Weisung der vatikan. Ordenskongregation unter Aufsicht gestelle. Aussteiger informieren hier.


3.10.2016 Pädophile Vergangenheit ist kein Hinderungsgrund, jemanden als Festredner einzuladen: Daniel Cohn-Bendit tritt am 3.10. als Festredner in der Paulskirche auf. Protest war vergeblich. Quelle: epochtimes


3.10.2016 Die Studie zu den Missbrauchsfällen im Stift Kremsmünster darf nun – nach anfänglichen Widerständen des Klosters – nicht mehr nur online, sondern auch als Buch erscheinen. Die Studie untersuchte 350 Fälle sexueller, körperlicher und psychischer Gewalt, 24 Personen wurden beschuldigt – ohne dass die Beschuldigungen vollständig sind. Ein (1) Ex-Pater wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Quelle: religion.orf.at


2.10.2016 Der SWR 2 spricht von “Kommissionen, runden Tischen, Interviews” und beleuchtet die “Langmut der Missbrauchs-Aufarbeitung”. Matthias Katsch formuliert: “Wir würden über dieses Thema nicht in der Breite diskutieren, wenn nicht Betroffene so hartnäckig am Ball geblieben wären die ganze Zeit. Wir verdanken es den Betroffenen, dass wir aufgehört haben, die Augen zu verschließen. Gleichzeitig ist es ein Stück weit auch ein Mangel an Unterstützung, den wir immer wieder bemerken. Also positiv gewendet: damit Betroffene diese Rolle auch spielen können, müssen sie entsprechend Hilfe und Unterstützung erfahren. Und das ist etwas, was mindestens genauso zäh ist wieder Aufarbeitungsprozess. Da glaube ich, ist es einfach eine Pflicht der Gesellschaft, den Opfern schneller Hilfe zukommen zu lassen. Da hat man in der Vergangenheit zu wenig getan und tut man auch heute zu wenig. Wir müssen die Aufarbeitung verknüpfen mit spürbaren praktischen Verbesserungen für die Opfer, die unter uns leben und denen wir es verdanken, dass wir heute über diese Form der Gewalt anders sprechen als vor fünf oder zehn Jahren.” Quelle: swr.de