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Presse

4. Quartal 2013

31.12.2013  Erzbischof Zollitsch sagt in einem Interview: “Ich glaube sagen zu können, dass ich mich den Aufgaben so gut wie möglich gestellt habe”, betonte Zollitsch, der in diesem Zusammenhang vor allem auf den Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche verwies: “Beim Thema Missbrauch haben wir eine neue Präventionsordnung und Leitlinien formuliert, die erfolgreiche Telefonhotline nenne ich und die materielle Anerkennung erlittenen Leids. Wir sind gut mit der ganzen Aufarbeitung vorangegangen, wo andere noch manches aufzuholen hätten.” Quelle: katholisch.de
Kommentar: Würden die Opfer gefragt, fiele die Bilanz wohl anders und viel differenzierter aus. Positiv zu vermerken ist mit uneingeschränkter Anerkennung, dass im Erzbistum Freiburg 22 SeelsorgerInnen in 9 (!) Tagen fortgebildet wurden in Seelsorge mit Gewaltüberlebenden.


29.12.2013 Die Bistümer Mainz, Limburg und Fulda haben bislang mehr als 300 000 Euro für Missbrauchsopfer in der kath. Kirche gezahlt. Insgesamt haben sich 1300 Opfer kath. Priester und Ordensleute bei der Deutschen Bischofskonferenz gemeldet. An sie wurden laut Radio Vatikan ca 6 Millionen Euro ausgezahlt. Quelle: Lampertheimer Zeitung
Kommentar: Es könnte nachdenklich stimmen, dass es in Österreich 1381 Opfer sexueller Gewalt gab bei einer Katholikenzahl von ca 5 Millionen Katholiken und einer Priesterzahl von derzeit 3834 Priestern und Ordenspriestern. In Deutschland gab es bei ca 24 Millionen Katholiken und 14636 Priestern und Ordensleuten ca 1300 Meldungen.


27.12.2013 Im US-Bundesstaat Pennsylvania wurde die Haftstrafe gegen den Personalchef der Diözese Philadelphia, Monsignore William Lynn, wieder aufgehoben. Die Beweise für die Vertuschung von Missbrauchsfällen haben nicht ausgereicht, begründete das Gericht. Quelle: Thüringer Allgemeine


24.12.2013 “Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote erheben sich – Arme bringen (!) frohe Botschaft.” (Lk 7,22 – Übersetzung Bibel in gerechter Sprache). Das lässt Jesus dem Johannes ausrichten – und uns auch. Allen, die hier vorbeischauen: Frohe Weihnachten!


23.12.2013 Der Hilfsfonds für Ehemalige Heimkinder Ost – 40 Millionen Euro – ist aufgebraucht. Benötigt würden ca 200 Millionen Euro. Eine weitere Finanzierung ist geplant, aber nicht absehbar. Quelle: finanzen.net


23.12.2013 Beatrice Eichmann-Leutenegger zum 100. Geburtstag von Etty Hillesum (1914-1943)


22.12.2013 Hinweis auf ein Gespräch von Peter Henselder mit Missbrauchsüberlebenden


17.12.2013 Die taz schreibt in einer Bilanzierung: “Opfer sexueller Gewalt zu sein geht noch immer mit Stigmatisierung einher. Daran hat die Debatte seit 2010, als massenhaft Fälle in kirchlichen Einrichtungen bekannt wurden, nichts geändert. Missbrauchsopfer gelten gemeinhin als dauerhaft geschädigt, als irgendwie nicht zurechnungsfähig. Opfer zu sein ist ein Makel, den man nicht mehr loskriegt.” Quelle: taz


12.12.2013 Kurienkardinal Kasper hat die Null-Toleranz-Politik der kath. Kirche bekräftigt. Schuldige Geistliche sollten aus dem Priesteramt entlassen werden. Kasper wies auch darauf hin, dass leitende Mitglieder der Kirche im Umgang mit den Missbrauchsfällen Schuld auf sich geläden hätten. Das dürfe man nicht kleinreden. Unbekannt ist, ob Kasper auch Konsequenzen für schuldige Kirchenleitungen, z.B. Rücktritte, gefordert hat. Quelle: kipa


12.12.2013 Der australische Daily Telegraph berichtet, dass die kath. Kirche Australiens 43 000 000 Dollar  an die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester gezahlt hat, damit die Opfer schweigen. Quellen: guardianlv.com  s. auch childabuseroyalcommission.gov.au/


10.12.2013 Die irische Kinderschutzeinrichtung von 6 Diözesen der kath. Kirche hat der Kirche in einem 4. Teil einer Untersuchung ein weitgehend positives Zeugnis zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen ausgestellt. Quelle: kipa


9.12.2013 Der Papst hat die Arbeit des Zentrums für Missbrauchsopfer gewürdigt, das von Don Fortunato Di Noto in Sizilien eingerichtet wurde. Fortunato di Noto arbeitet seit vielen Jahren mit Missbrauchsopfern. Quelle: radio vatican


7.12.2013 Die katholische und die evangelische Kirche beteiligen sich an einem ergänzenden Hilfesystem für Betroffene sexueller Gewalt, das vom Runden Tisch Sexueller Kindesmissbrauch 2011 beschlossen wurde. Der Bund hat bereits 50 Mio Euro eingezahlt, Mecklenburg-Vorpommern hat 1,03 Mio Euro eingezahlt, Bayern hat seine Bereitschaft zur Beteiligung bereits bekundet. Von anderen Bundesländern sind keine Zusagen bekannt. Bis zum 30. April 2016 können Betroffene von sexueller Gewalt in den Familien subsidiär zu bestehenden Hilfesystemen und Rechtsansprüchen Anträge auf Übernahme von Sachleistungen bis zur Höhe von 10.000 Euro beantragen. Mehr unter http://www.fonds-missbrauch.de/ Quelle: ekd


7.12.2013 In Niederösterreich wurde ein kath. Pfarrer zu vier Jahren Haft verurteilt. Er wurde schuldig befunden, einen Jugendlichen vergewaltigt zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Quelle: die presse

7.12.2013 Die Legionäre Christi haben 9 Legionärs-Priester des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden, unter ihnen der Gründer des Ordens. Insgesamt gibt es Vorwürfe gegen 35 Priester der Legionäre, die noch geprüft werden. Quelle: religion.orf.at und kath.web
Kommentar: Sollten alle angezeigten Priester der Legionäre (35 von 642) Missbrauchstäter sein, dann wären das 5,4% der Priester bei den Legionären, eine überaus bedrückende Zahl.


6.12.2013 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana zieht Ende 2014 von München nach Rom um. Pater Zollner sagte zur Einrichtung einer Kommission gegen sexuellen Missbrauch durch den Papst, dass dies ein klares Zeichen sei, dass der Papst und die Kardinäle der Kommission Priorität einräumen. Er betonte, dass die Kommission auch Handlungsmöglichkeiten haben müsse. Nötig seien Durchgreifmöglichkeiten, “auch rechtlich greifende Instrumente, das auch durchzusetzen, was von der gesamten Rechtsordnung der Kirche her vorgesehen” sei, notfalls auch gegen den Widerstand eines Bischofs. Quelle: radiovaticana.va und radiovaticana.va


5.12.2013 Der Papst richtet eine Kommission gegen sexuellen Missbrauch ein. ‘Das erste Anliegen der Kommission sei die pastorale Aufmerksamkeit für Opfer von Kindesmissbrauch in der Weltkirche,’ heißt es. Die Kommission stehe in der Linie, die Papst Benedikt eingeschlagen habe. Quelle: Radio Vatikan


4.12.2013 Der UN-Ausschuss für die Rechte von Kindern bei der Menschenrechtskommission in Genf hatte im Juli 2013 dem “Heiligen Stuhl” einen Fragebogen vorgelegt, der bis zum 1.11.2013 beantwortet werden sollte. Die UN fragten nach, was die katholische Kirche zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt tue, wie sie mutmaßliche Täter von potentiellen Opfern fernhalte und wie sie sich um die Opfer sexueller Gewalt kümmere. Adressiert war der Fragenkatalog an den Heiligen Stuhl. Im Vatikan war nun zu hören, dass der Heilige Stuhl als Völkerrechtssubjekt des Papstes und als Beobachter bei den UN der Ansprechpartner der UN sei, jedoch keine Möglichkeit habe, auf die Bischöfe einzuwirken. Richtiger Adressat für die Fragen der UN seien die Bischöfe. Deswegen war es nicht möglich, den Fragenkatalog termingerecht zu beantworten. Der Vatikan werde jedoch die Fragen rechtzeitig vor dem mündlichen Anhörungstermin Mitte Januar beantworten. Quelle: faz
Kommentar: Wenn ein Schreiben falsch adressiert ist, sollte es doch möglich sein, in kurzer Zeit unter Rücksprache mit dem Absender den richtigen Adressaten herauszufinden und das Schreiben an die richtige Stelle weiterzuleiten. Die Begründung des Vatikans für die Verzögerung klingt allzusehr nach der bekannten Verzögerungstaktik. Auch der Hinweis, ‘die Kirche treibe im Innenverhältnis zu ihren Priestern die Aufklärung wie schon unter Benedikt XVI. weiter „ohne Pardon“ voran und halte sie zur Kooperation mit staatlichen Behörden an’ klingt nicht sonderlich vertrauenerweckend.


3.12.2013 Der ehemalige Sprecher des Bischofs von Fano, Italien, wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er missbrauchte ein 13 Jahre altes Mädchen. Quelle: kipa


3.12.2013 ein 37-jähriger portugiesischer kath. Priester wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der frühere Vize-Rektor eines Seminars in Fundao hat 6 Minderjährige, die zwischen 13 und 15 Jahre alt waren, sexuell missbraucht. Zuletzt war in Portugal 1993 ein Priester wegen Kindesmissbrauch verurteilt worden. In Polen wurde ein 49-jähriger Preister zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hat 5 minderjährige Jungen missbraucht. Quelle: ntv


2.12.2013 Der ehemalige Vizerektor des portugiesischen Priesterseminars von Fundao, Luis Miguel Mendes, wurde zu zehn Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt. Unter den Opfern waren fünf Seminaristen. Zuletzt war in Portugal im Jahr 1993 Pater Frede Cunha wegen sexuellen Missbrauchs und der Ermordung eines 15-Jährigen verurteilt worden. Quelle: lefigaro.fr


29.11.2013 Ein heute 44-jähriger Saarländer hat sich im Juli 2012 beim Bistum Trier gemeldet und sexuelle Gewalt eines saarländischen Pfarrers im Jahr 1985 angezeigt. Seither läuft das Verfahren. Der Beschuldigte ist weiter im Amt und als Seelsorger tätig. Quelle: Rheinzeitung


25.11.2013 3 Filme über sexuelle Gewalt an Kindern: Kampf gegen Missbrauch – uneingelöste Versprechen.


27.11.2013 Das katholische Erzbistum Chicago hat sich mit einem ca 20jährigen Kläger auf den Verzicht auf eine weitere Verfolgung vor Gericht geeinigt. Das Erzbistum zahlt ca 1 Million Euro (1,2 Mio Franken). Gleichzeitig willigte es in die Veröffentlichung von Akten zu weiteren 29 Missbrauchsfällen kath. Priester ein. Quelle: kipa


27.11.2013 Westschweizer Vertreter von Opfern von Priestern und Ordensleuten, Sapec, haben sich mit ihrem Anliegen an die Bundesparlamentarier gewandt. Sie fordern eine gerechte Lösung für die Missbrauchsopfer. Die in Belgien gefundenen Regelungen bezeichnen sie als vorbildlich. Dort gibt es eine von der Kirche unabhängige Kommission. Quelle: kipa


25.11.2013 Die Familienpolitiker der Union wollen offenbar die unabhängige Stelle gegen Kindesmissbrauch abschaffen. Quelle: Süddeutsche


21.11.2013 Ein heute 66-jähriges Opfer von mehreren Redemptoristen-Patres aus dem Collegium Josephinum, Hagen, verklagt den Orden auf Schmerzensgeld. Der Bericht enthält Trigger – bitte, Vorsicht! Hier geht*s zur Seite der Redemptoristen-Opfer. Quelle: noz


18.11.2013 Die Klasnic-Kommission hat ein Buch „Art und Ausmaß des institutionellen Missbrauchs durch Angehörige der Katholischen Kirche – Psychotraumatologische Folgen für die erwachsenen Betroffenen“ über ihre Arbeit, die wissenschaftlich begleitet wurde von Brigitte Lueger-Schuster, vorgestellt. Das Kommissionsmitglied Hubert Feichtlbauer, kath. Publizist, benennt auch, dass der Vatikan maßgeblich an der Vertuschungspraxis beteiligt war. Einige Inhalte sind hier nachzulesen. Quelle: die presse


14.11.2013 In Kanada wurde ein internationaler Kinderpornografie-Ring gesprengt. 341 Menschen – unter ihnen 2 Lehrer, 2 katholische Pfarrer, Pfadfinderführer und Polizisten – wurden festgenommen, 386 Kinder wurden gerettet. Unter den Geretteten sind auch Kinder aus Deutschland. Quelle: taz


13.11.2013 Der Untersuchungsausschuss des Parlamentes des australischen Bundesstaat Victoria hat seine Untersuchung “Vertrauensverrat” veröffentlicht. Gegenstand der Untersuchung waren vor allem Missbrauchsfälle zwischen 1960 und 1985. Das Urteil über die kath. Kirche fiel verheerend aus. “Es habe auch in anderen Konfessionen wie der Anglikanischen Kirche und in der Heilsarmee zahlreiche Missbrauchsfälle gegeben, aber der katholische Klerus sei für sechsmal so viele Missbrauchsfälle verantwortlich wie Mitglieder aller anderen Kirchen zusammen. In der katholischen Kirche von Victoria habe vor 1990 ‘eine Kultur der Verschleierung und Verdrängung geherrscht’, hieß es in dem Bericht.” Kritisch bewertete der Ausschuss auch die Rolle von Kardinal George Pell, der zwischen 1996 und 2001 Erzbischof von Melbourne war. Pell hatte zwar eingeräumt, dass einige Bischöfe und Ordensobere Missbrauchsfälle vertuscht hätten, jedoch betont, dass die Kirche als Ganze keine Schuld trage.
Eine Untersuchung in der Diözese Mailand-Newcastle steht noch aus. Der Vorwurf, Kirche und Polizei hätten gemeinsam Missbrauchsfälle vertuscht, soll geprüft werden. Quelle: kipa


11.11.2013 In Slowenien wurden zwei Diözesen, die Arbeitgeber eines inzwischen gestorbenen Priesters waren, der sexuelle Gewalt verübte, zu Geldstrafen verurteilt. Die richterliche Entscheidung ist ein Präzedenzfall. Quelle: kipa


11.11.2013 Das Verfahren gegen den Krefelder Pfarrer in Südafrika ist vertagt worden auf März 2014. Es begann im März 2010. Die Krefelder Staatsanwaltschaft ermittelt ebenfalls gegen den Pfarrer und hat seine Auslieferung beantragt. Ihm wird in Deutschland sexueller Missbrauch in 37 Fällen vorgeworfen. Er fand von 2002 bis 2006 statt. Quelle: wz.online


8.11.2013 Wie ein kirchliches Gericht im Interesse eines Oberkirchenrates entscheidet, der ein 14-jähriges Mädchen missbrauchte, lesen Sie in der FR.


6.11.2013 Es sei ein Fehler gewesen, dass Papst Johannes Paul II. sich 2004 mit dem “später als Pädophilen entlarvten Ordensgründer Marcial Maciel Degollado” traf, sagte Stanislaw Dziwisz, Kardinal von Krakai und ehemaliger Privatsekretär von Johannes Paul II. Quelle: kipa-apic
Kommentar: Dass erst nach 2004 die Verbrechen Maciel Degollados bekannt geworden wären, ist ein Märchen. Der Papst war spätestens seit 1983 informiert. Der Vatikan hat erste Ermittlungen, die dann eingestellt wurden, bereits 1956 angestellt.


5.11.2013 Das Bistum von St. Paul und Minneapolis hat sich die Lobbyarbeit gegen eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch zwischen 2001 und 2008 insgesamt 800 000 Dollar kosten lassen. Quelle: startribune.com


4.11.2013 Terre des Hommes/Niederlande hat eine 10-jährige Internet-Figur – Sweetie – als Lockvogel geschaffen. Mehr als 1000 mutmaßliche Kinderschänder haben sich bei “Sweetie” gemeldet und wollten bezahlten Webcam-Sex mit dem vermeintlichen philippinischen Mädchen haben. Terre des hommes identifizierte die Verdächtigen. Ihre Daten wurden der Polizei übergeben. In den 10 Wochen, die das Angebot lief, suchten mehr als 20 000 Pädophile den Kontakt. Quelle: welt


4.11.2013 Im Bistum Basel hat ein Pfarrer eine Jugendliche missbraucht. Hier ist nachzulesen, wie quälend das kirchliche Verfahren für das Opfer ist.
Quelle: blick.ch/


4.11.2013 Kurzfilm “Der Weltverdruss” Quelle: youtube.com/


1.11.2013 Der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Müller macht “die Öffnung des katholischen Milieus für die Ergebnisse evangelischer Bibelwissenschaft der 1950er- und 1960er-Jahre” verantwortlich für die “Krise des Priestertums”. Die in der Exegese enthaltenen Vorurteile seien oft nicht erkannt worden, dadurch hätten “die radikale Kritik am Kult und an der priesterlichen Vermittlerrolle auch im katholischen Raum Fuß gefasst. Zudem sei das biblische Fundament des Priestertums infrage gestellt worden.” Quelle: kathweb
Da erübrigt sich jeder Kommentar.


1.11.2013 Zwei Betroffene berichten: Andreas Huckele, Odenwaldschule, und Patricia Richert, Würzburger Kinderheim. Quelle: https://www.emma.de/artikel/das-grosse-vertuschen-312937


30.10.2013 Im Bistum Trier darf ein Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, weiterhin zelebrieren. Quelle: Volksfreund


29.10.2013 Die 26 Opfer des Football-Teams der Pennsylvania State University erhalten eine Entschädigung von knapp 43 Millionen Euro. Der Trainer, Sandusky, wurde wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen zu 30-60 Jahren Haft verurteilt. Quelle: sueddeutsche.de


27.10.2013 Der Berliner Sexualwissenschaftler Klaus M. Beier ist der Ansicht, dass pädophile Neigung kein Ausschlussgrund für das Priesteramt sei. Bedingung sei jedoch eine vollständige Verhaltensabstinenz. Verhaltensabstinenz sei von einem Christen erwartbar und auch leistbar. Quelle: kath.web
Kommentar: Das Anliegen, Pädophile nicht sozial auszugrenzen, kann ich teilen. Ich halte die Empfehlung des Wissenschaftlers, Pädophile zum Priesteramt zuzulassen, allerdings für blauäugig. Die Missbrauchsfälle in Institutionen haben gezeigt, dass nicht von Verhaltensabstinenz bei pädophilen Priestern ausgegangen werden kann. Diese Männer mit dem Priesteramt und dem Ansehen dieses Berufes auszustatten, kann vielmehr als Einladung zu sexuellen Übergriffen verstanden werden und ist unverantwortlich. Es gibt andere Berufe, in denen es keinen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen gibt.


24.10.2013 In amerikanischen Universtitäten wird jede 5. Studentin im Laufe des 4-jährigen Studiums vergewaltigt. Quelle: arte


24.10.2013 Die US- Diözesen zahlten 2012 umgerechnet 82 000 000 Euro. Davon wurden 40 000 000  Euro für “Entschädigungen” an Missbrauchsopfer gezahlt, 5,2 Millionen für Therapien und 25 000 000 für Anwaltskosten. Seit 2007 sind die Zahlen rückläufig. 2007 zahlten die US-Diözesen 362 000 000 Euro für die Folgen von Missbrauchsfällen. Quelle: orf


23.10.2013 Klaus Mertes, SJ, erhält den Herbert-Haag-Preis 2014. Im Missbrauchsskandal sehe der Jesuit den “Auftrag”, zu zeigen, wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit neu werden können, schreibt die Stiftung. Seine Aufgabe sehe er nicht in der “rückwärtsgerichteten Anklage”, sondern in einer “Zukunftsarbeit für seine Kirche, die schlimme Erfahrungen radikal ernst nimmt”. Quelle: kipa


23.10.2013 Die polnische Justiz fragt im Vatikan und beim polnischen Nuntius nach, ob die diplomatische Immunität des Bischofs und Vatikanbotschafters Jozef Wesolowski, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird, weiterhin besteht. Quelle: kipa


23.10.2013 Filmbesprechungen von Mea maxima culpa – Stumme Schreie: abendblatt.de und welt.de


21.10.2013 Der frühere Erzbischof Harry Flynn und der Geistliche Kevin McDonough sind von ihren Posten im Verwaltungsrat der kath. Universität St. Thomas, Minneapolis, zurückgetreten. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie Meldungen über sexuelle Gewalt von Priestern unbeachtet ließen. Einer der Beschuldigten, Curtis W. wurde inzwischen zu 5 Jahren Haft verurteilt.  Quelle: orf


18.10.2013 Filmhinweis: Dienstag, 20.15 Uhr bei arte: Mea maxima culpa – Stumme Schreie. Besprechungen: abendblatt.de und welt.de


18.10.2013 Der Limburger Generalvikar Kaspar gehört zu denen, die die Aufklärung der Missbrauchsfälle behindert haben. Seine Rolle im Limburger Bischofsskandal ist noch nicht klar. Quelle: focus


17.10.2013 Die polnische Kirche macht in den Fällen, in denen kath. Priester Kinder missbrauchten, die gleichen Fehler wie zuvor die Bischöfe in den USA, in Irland, Holland, Deutschland… Quelle: dradio


16.10.2013 pro asyl wendet sich an dieBundeskanzlerin, um einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen zu erreichen. Zur Unterschrift geht es hier.


16.10.2013 Der “Eckige Tisch”, ein Zusammenschluss Missbrauchsbetroffener durch Jesuiten, fordert den Jesuitenorden auf, sein Vermögen offenzulegen, nachdem dies im Gefolge des öffentlich gewordenen Finanzgebarens des Limburger Bischofs auch einige Bistümer getan haben. Bislang waren Forderungen des Eckigen Tisches nach Offenlegung des Vermögens der Jesuiten nicht erfüllt worden. Quelle: Eckiger Tisch


12.10.2013 Das Kloster Kremsmünster ist in einem weiteren Fall auf Schadenersatz verklagt worden. Quelle: orf


12.10.2013 Der Limburger Bischof wird öffentlich demontiert. Seine Glaubwürdigkeit ist verloren. Einer, der lügt, keine Rechenschaft ablegt über die Verwendung von Geldern (die ihm anvertraut sind, aber nicht gehören und über die sowieso nur wenige Eingeweihte in der Kirche Bescheid wissen) und diejenigen entlässt, die ihm hilfreich kritisch sein könnten, sollte gehen, um die Kirche nicht noch mehr zu beschädigen. Es ist ein Trauerspiel, dass dieser Bischof keine Freunde hat, die ihm helfen, den Schaden für sich und die Kirche zu begrenzen. Und die anderen Bischöfe sollten ihr Gewissen erforschen: Wie transparent sie mit Geld umgehen, wie sie “Hof halten”, wie sie z.B. im Kontext kirchlicher Missbrauchsfälle die Wahrheit vertuscht haben; wie sie Menschen, deren Leben durch sexuelle Gewalt oft massiv beeinträchtigt wird, mit einer (zudem schäbigen) Geldsumme abgespeist haben. Es ist noch ein weiter Weg, bis auch in der Hierarchie angekommen ist, was eine arme (und selbstverständlich ehrliche!) Kirche mit den Armen und mit den Ausgebeuteten bedeutet.     


9.10.2013 Auch bei pro familia gab es pädophilenfreundliche Beiträge in der Verbandszeitschrift. Außerdem bestanden Verbindungen zwischen pro familia und der AHS (Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität). Einer der umstrittenen Autoren publiziert bis heute bei pro familia. Quelle: Spiegel


9.10.2013 Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz hält die Kinder für verantwortlich, wenn sie missbraucht werden. Missbrauch werde oftmals hervorgerufen, wenn das Kind Liebe suche, dann verlöre es sich selbst und zöge noch den anderen Menschen mit hinein. Quelle: polen-heute.de


8.10.2013 Der polnische Erzbischof glaubt, dass die Scheidung von Eltern die Wahrscheinlichkeit von sexueller Gewalt gegen Kinder erhöht. Quelle: zeit


8.10.2013 Im Bistum Chur sind in den letzten Jahren keine Missbrauchsfälle mehr bekannt geworden. Quelle: kipa


5.10.2013 Viele der schwangeren Frauen, die als Flüchtlinge über das Mittelmeer kommen, wenn sie nicht zuvor ertrinken, sind auf der Flucht vergewaltigt worden. Quelle: dradio


4.10.2013 Dass seit vielen vielen Jahren Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, ist nicht neu. Auch die Abschottungspolitik der EU gegen Flüchtlinge ist nicht neu. Die Betroffenheit angesichts von 130 und viel mehr Ertrunkenen ist pure Heuchelei.


4.10.2013 In Polen wurde ein Militärkaplan aus dem Priesteramt entlassen. Er hat mutmaßlich minderjährige Mädchen vergewaltigt und eine von ihnen zu einer Abtreibung gezwungen. Quelle: derstandard.at


3.10.2013 Die polnische Diözese Kaszalin-Kolobrzeg argumentiert, dass Schadenersatzzahlungen Sache des priesterlichen Missbrauchstäters seien, nicht der Kirche. Ein Opfer klagte auf Schadenersatz und sagte, die Kirche habe den Täter geschützt, obwohl dessen Pädokriminalität bekannt gewesen sei. Quelle: religion.orf.at


2.10.2013 In Polen wurde der des Missbrauchs verdächtige Priester Wojciech G in seinem Elternhaus ausfindig gemacht. Er wurde nicht verhaftet. Auf seinem Computer fanden sich 87000 kinderpornografische Fotos (im Klartext: Fotos von gefolterten Kindern). Der Priester gehört dem Michaelitenorden an, ein Pater dieses Ordens bezweifelte gegenüber einem Reporter, dass die Vorwürfe berechtigt seien. Auch Wojciech G. wies die Vorwürfe zurück. Die Bischofskonferenz sagte auf einer Pressekonferenz: “Jeder Fall von Pädophilie, besonders unter Geistlichen, ist für die Kirche eine äußerst schmerzliche Situation”. Dass jegliche sexuelle Gewalt in erster Linie für das Opfer schmerzlich ist, oft lebenslänglich schmerzlich, weiß die Bischofskonferenz offensichtlich noch nicht.
Bekannt wurde auch, dass in der Diözese Warschau-Praga ein wegen Missbrauchs verurteilter Pfarrer weiterhin für die Betreuung von mehr als 24 Ministranten zuständig ist – das Urteil sei ja noch nicht rechtskräftig, betonte die Diözese. Quelle: kath.web


2.10.2013 Papst Franziskus plant, das kirchliche Verfahren gegen Priester, die Kindesmissbrauch begangen haben, zu beschleunigen. Auf nationaler Ebene sollen für die 1. und 2. Instanz kirchliche Spezialgerichte eingeführt werden. Bislang waren die Verfahren in der Glaubenskongregation im Vatikan angesiedelt. In schwerwiegenden Fällen kann die Entlassung aus dem Klerikerstand auf dem Verwaltungsweg und ohne Strafprozess durchgeführt werden. Letzte Berufungsinstanz ist der Oberste Gerichtshof, die Apostolische Signatur. Quelle: orf


1.10.2013 So ist das, wenn jemand die Wahrheit sagt, eine klare und einladende Sprache spricht und niemanden ausschließt: Man hört ihm gerne zu. Papst Franziskus scheint so jemand zu sein. Quelle: Radio Vatikan