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Presse

4. Quartal 2011

 


31.12.2011 Alle Welt spricht inzwischen von Entschädigung für Heimkinder. Fakt jedoch ist, dass es keine Entschädigung für Erlittenes gibt. Es gibt lediglich: Beratungsstellen, Leistungen, wenn aufgrund unbezahlter Zwangsarbeit, die auch nicht in der Rentenversicherung gemeldet war, Minderungen der Rentenansprüche eingetreten ist und wenn Folgeschäden vorliegen oder ein besonderer Hilfebedarf aufgrund von Heimerziehung. Entschädigung ist etwas anderes. Wer Leistungen beansprucht, muss zugleich den Verzicht auf alle weiteren Ansprüche erklären. Quelle: morgenpost


30.12.2011 Durch Information über eine Zeitung hat das Bischöfliche Ordinariat bemerkt, dass ein wegen Kindesmissbrauch verurteilter katholischer Priester als Aushilfe über die Feiertage eingesetzt werden sollte und den Einsatz verhindert. Quelle: Augsburger Allgemeine


30.12.2011 Ein belgischer Priester, ehemaliger Pfarrer in Dinant, ist des sexuellen Missbrauchs von 12 oder mehr Kindern und Jugendlichen angeklagt. Er ist zum Teil geständig, verharmlost aber seine Verbrechen. Einige Opfer soll er unter Druck gesetzt haben, nicht auszusagen. Quelle: brf


29.12.2011 Ein irischer kath. Priester ist in Brasilien festgenommen werden. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quelle: radio vatican


27.12.2011 Die diesjährige Sternsinger-Aktion kommt Kindern und Jugendlichen in Nicaragua zugute. Sie steht unter dem Motto: “Klopft an Türen, pocht auf Rechte”. In Nicaragua leiden mehr als die Hälfte der Minderjährigen unter Gewalt in der eigenen Familie. 14 Prozent der befragten Jungen und Mädchen berichten von sexuellen Übergriffen. Kinderarbeit ist im zweitärmsten Land Mittelamerikas weit verbreitet. Mehr als 600.000 Kinder, etwa 23 Prozent aller Mädchen und Jungen unter 15 Jahren, haben 2008 gearbeitet. Rund eine Million Kinder besuchen keine Schule. Quelle: BDKJ Hessen
Kommentar: Das Motto der Sternsingeraktion klänge überzeugender, wenn die katholische Kirche sich am Runden Tisch Heimerziehung für die Ex-Heimkinder in Deutschland eingesetzt hätte, statt ihre Forderungen am RTH zurückzuweisen. Lesenswert hierzu der zusammenfassende Bericht von Manfred Kappeler.


23.12.2011 Ein ehemaliger Priester hat in einem Wiener Internat 3 Jahre lang 10-13jährige Jungen sexuell missbraucht. Es seien so viele gewesen, dass er sich nicht mehr an jeden einzelnen missbrauchten Jungen erinnern könne. Quelle: ORF


22.12.2011 Bischof Ackermann gibt gravierende Fehler im Umgang mit zwei Missbrauchsfällen in seinem eigenen Bistum Trier zu. Quelle: Volksfreund

Kommentar: Seit 2002 gibt es die Leitlinien zum Umgang der kath. Kirche mit Missbrauchsfällen. 2010 wurden sie verschärft. 2011 hat – ausgerechnet! – der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz noch immer nicht verstanden, dass die Leitlinien nur dann etwas taugen, wenn sie auch angewandt werden. Es fällt schwer, die Entschuldigung dieses Bischofs zu glauben und noch schwerer fällt es, davon auszugehen, dass der Vorgang ein Einzelfall ist. Er zeigt vielmehr auch der Gutgläubigen, dass die Kirchenleitungen das Problem nicht wirklich erkannt haben und nicht wirklich zu den Opfern umgekehrt sind. Zeit genug hätten sie gehabt. Die Quittung erhält die kath. Kirche in Form der Kirchenaustritte


21.12.2011 Der Papst hat Kinder im Vatikan empfangen. Quelle: Radio Vatican

Kommentar: Seit der Vertuschung von Missbrauchsfällen durch die oberste Kirchenleitung hat eine solche Nachricht einen sehr bitteren Beigeschmack. 


21.12.2011 “Beim Thema Missbrauch gibt es noch viel aufzuarbeiten. Deshalb wäre Meisners Stellungnahme zur Causa Wulff überzeugender gewesen, wenn die katholische Kirche im Umgang mit den großen Sündern in ihren eigenen Reihen die gleiche Härte und Konsequenz zeigen würde.” Quelle: welt.de
Kommentar: Das ist die Hypothek, die sich die Kirchenverantwortlichen eingehandelt haben: Dass jedermann ihr vorwerfen kann, sie handle nicht nach ihren eigenen Maßstäben, wenn sie in ihrem Umgang mit den Missbrauchstätern in den eigenen Reihen nicht mit der Härte reagiert, die sie von anderen einfordert.


 

20.12.2011 Das Domradio (nicht mehr online) berichtet, dass der frühere Rotterdamer Bischof Ronald Bär fünf Priesteramtskandidaten geweiht hat, die später junge Menschen missbrauchten. Pikant, aber nicht überraschend: Bär soll Hausverbot im Priesterseminar gehabt haben, weil er angeblich sexuelle Kontakte zu den angehenden Geistlichen suchte. Das Domradio titelt: “Eine Wunde geht auf” und sagt weitere Aufdeckungen voraus – in den Niederlanden. Dort wartet man nicht, dass Opfer sich melden – man befragt einen Bevölkerungsquerschnitt. Was in Deutschland herauskäme, würde man nachfragen, wissen wir nicht. Quelle: kath.net


19.12.2011 Ein Vater, der seine Tochter 34 Jahre lang missbrauchte, ist vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen wurden. Die Tochter war 12, als der Inzest begann. Das Gericht spricht von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Quellen:  FR  Stern
Kommentar: Offensichtlich ist diesem Gericht die Dynamik von Missbrauch nicht bekannt.


18.12.2011 Jürgen Dehmers, ein Opfer sexueller Gewalt seiner Lehrer, erzählt über Alltag und Missbrauch an der deutschen Odenwaldschule. Quelle: Tagesanzeiger.


18.12.2011 Eltern ehemaliger Pfadfinder des Ako-pro-Seminars haben sich nun zu einer Interessengruppe zusammengetan. Sie sind entsetzt, dass immer mehr Missbrauchsfälle bekannt werden, die der ehemalige Leiter zwischen 1983 und 2001 begangen haben soll. Vier Anzeigen laufen, eine wurde erst jüngst eingereicht. Weitere Ermittlungen sind im Gang. Quelle: Generalanzeiger
Zugleich wird im Bistum Trier bekannt, dass ein Messdiener zweimal wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Er war ursprünglich selbst Opfer eines Kirchenmitarbeiters. Quelle: volksfreund.de


18.12.2011 Bischof Ackermann ist wegen eines nicht-veröffentlichten Missbrauchsfall, der mit der Nicht-Suspendierung des Täters einherging, in die Kritik geraten. Er äußert sich verwundert, dass seine Kritiker an die Öffentlichkeit gegangen sind, statt ihn selbst anzusprechen. Die KSJ, die zu den Kritikern gehört, weist auf ihre 4 Schreiben an den Bischof hin, von denen keines beantwortet wurde. Nicht einmal eine Eingangsbestätigung gab es. Quelle: volksfreund


18.12.2011 Pfarrer K. aus dem Bistum Aachen steht seit 2 Jahren in Südafrika vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, er habe in Südafrike Kinder missbraucht. Er versucht seit 2 Jahren, den Prozess in die Länge zu ziehen. Auch in Deutschland gibt es Anzeigen gegen K., der mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Geständnis über seine Taten in Deutschland hat er unterschrieben. Vom Bistum erhält er weiterhin Lebensunterhalt. Der Fall wurde nach Rom, der Glaubenskongregation, gemeldet. Rom hat dem Bistum untersagt, gegen K. weitere kirchenrechtliche Schritte zu unternehmen, bevor seine Schuld erwiesen sei. Hilfen für die Opfer gibt es erst, wenn K. schuldig gesprochen wird, sagt M. Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz. Quelle: wz-newsline


18.12.2011 Im Bistum Würzburg wurde ein Missbrauchsfall bekannt, der vor 30 Jahren stattgefunden hat. Der Täter, kath. Priester, wurde in den Ruhestand versetzt. Quelle: in franken.de


18.12.2011 Hans Küng spricht davon, dass jeder Reformer in der katholischen Kirche Angst vor Rom haben muss. Quelle: Spiegel


18.12.2011 “Es gibt keine Strafe, die dem gerecht werden könnte” – Bericht über einen Inzestfall in Willmersbach. Quelle: Süddeutsche 


17.12.2011 Die katholische Kirche hat sich im Bistum Trier, aus dem der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, kommt, nicht an die eigenen Richtlinien gehalten. Erst 10 Monate, nachdem der Fall eines Priesters, der in den 90er Jahren zwei minderjährige Ministrantinnen missbrauchte, bekannt wurde, hat das Bistum den Geistlichen beurlaubt und die Öffentlichkeit informiert. Erst die Frankfurter Rundschau hat den Fall öffentlich gemacht. Auch die KSJ kritisiert das Bistum. Quellen: Saarbrücker Zeitung     theosalon.blogspot     Volksfreund


16.12.2011 Ein Pallottiner-Bruder wurde wegen sexuellem Missbrauch verurteilt. Quelle: augsburger-allgemeine.de


16.12.2011 Bei einem europaweiten Schlag gegen Missbrauchsdarstellungen von Kindern sind in 22 Ländern von den 269 Verdächtigen 112 Verdächtige festgenommen worden. Das Netzwerk arbeitete über das Internet und tauschte Material in extremer Form aus. Quelle: Süddeutsche


16.12.2011 Bisher haben ca 900 Missbrauchsopfer kath. Priester in Deutschland Anträge auf Entschädigung gestellt. Das sind weniger als die in der Presse bekannten mehr als 2000 Opfer. Quelle: Süddeutsche


16.12.2011 In den USA gibt es die Organisation www.bishopaccountability.org. Sie hat 130 000 Akten online gestellt, in denen über 3000 katholische Priester als Täter erfasst sind. Eine neue Quelle ist das Geheimarchiv der Erzdiözese Philadelphia, in dem Missbrauchsfälle zusammengetragen wurden. Die Papiere belegen, dass Kirchenobere an der Vertuschung beteiligt waren. Das Geheimarchiv war entdeckt worden, als Ermittler in Philadelphia auf der Offenlegung der Geheimakten bestanden. Dort stehen derzeit drei Priester und ein kath. Lehrer vor Gericht ebenso wie der engste Vertraute des dortigen Bischofs. Er ist angeklagt, die Verbrechen systematisch vertuscht zu haben. In Kansas City wird einem Bischof vorgeworfen, Beweise für den Missbrauch von Mädchen durch einen Pfarrer monatelang unterschlagen zu haben. Zu den häufigsten Seitenbesuchern von www.bishopaccountability.org gehört die amerikanische Bischofskonferenz. Quelle: Spiegel


16.12.2011 In den Niederlanden haben nach Einschätzung einer Untersuchungskommission die Diözesen und Ordensgemeinschaften von Missbrauchsfällen in ihren Einrichtungen gewusst. In den Jahren 1945-1981 wurden ca 10000 bis 20000 Minderjährige in katholischen Einrichtungen missbraucht. Rund 800 Täter wurden identifiziert, 105 von ihnen (10%) sind noch am Leben. Kritik übte die Kommission am früheren Rotterdamer Bischof R.Ph.Bär, der ungeeignete Männer zur Priesterweihe zugelassen habe. Die Salesianer hatten sich zwar strenge Regeln gegeben, sie aber nicht angewandt. Sexuell unangemessenes Verhalten – so die Kommision – könne Teil der internen klösterlichen Kultur gewesen sein.
Im Vergleich zu sexuellem Missbrauch außerhalb der Familie gibt es keinen erkennbaren Unterschied zwischen kirchlichen und anderen Einrichtungen. Allerdings liege die Gefahr, Opfer zu werden, in Institutionen doppelt so hoch wie in Familien. Quelle: faz 


14.12.2011 Die belgische katholische Kirche will sich bei Entschädigungen für Missbrauchsopfer den Empfehlungen einer neutralen, kirchenunabhängigen Schiedskommission unterwerfen. In Belgien liegen mehr als 700 Beschwerden über Missbrauchsfälle vor – ein Großteil liegt Jahrzehnte zurück und ist verjährt. Opfer sollen zwischen 5 000 und 25 000 Euro erhalten, in außergewöhnlichen Fällen auch bis 100 000 Euro. Quelle: kath.press


13.12.2011 Misshandlung im Kindesalter hinterlässt bleibende Spuren im Gehirn. Betroffene fürchten sich schneller, haben einen stärkeren Schreckreflex, Angst vor Nähe zu anderen Menschen und sind im Alltag ängstlicher als andere Menschen. Sie führen ein “Leben in Alarmbereitschaft”. Quelle: sciencedirekt 


12.12.2011 Bordellbesuche als Betriebsausflug scheint ja salonfähig zu sein. Jetzt bei Wüstenrot. Quelle: Spiegel


9.12.2011 Die Polizei hat einen Kinderporno-Ring ausgehoben, der Bilder per Handy tauschte. 250 Männer werden verdächtigt. In den beschalgnahmten Unterlagen gibt es Hinweise auf weitere 178 mutmaßliche Täter. Es wurden rund 220 000 Bild- und Videodateien gefunden. Quelle: Spiegel


9.12.2011 Gegen den früheren Erzbischof von Dublin John Charles McQuaid sind Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauch erhoben worden. Die Murphy-Kommission stellte zwei konkrete Anschuldigungen und einen Fall befürchteten Missbrauchs vor. Eine der Anschuldigungen bezieht sich auf einen Jungen, der 1961 12 Jahre alt war. McQuaid war 31 Jahre lang Erzbischof von Dublin (1940 – 1971). Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, dann kann nur geschlussfolgert werden, dass Missbrauchstäter bis in höchste kirchliche Kreise vertreten waren und dass niederrangige Missbrauchstäter sich im Schutz ihrer Vorgesetzten sicher vor Strafverfolgung fühlen durften. Quelle: Radio Vatikan


8.12.2011 Ein Priester aus dem Bistum Trier, Klaus K., wird wegen sexuellen Missbrauchs beim Bistum angezeigt. Das Bistum verzögert die Aufklärung des mutmaßlichen Missbrauchsfalls. Quelle: Frankfurter Rundschau


8.12.2011 Einem ehemaligen Football-Trainer an der Penn-Universität wird sexuelle Gewalt gegen weitere Opfer vorgeworfen. Er wurde verhaftet. Quelle: Spiegel


6.12.2011 Das Bistum Aachen gibt auf Nachfrage einer Zeitung Fehler im Umgang mit dem mutmaßlichen Missbrauchstäter Pfarrer K. zu. Bereits 2003 habe es Hinweise gegeben, das Bistum jedoch hat nichts unternommen, weil es keine Beweise gehabt habe. 2007 wurde der Priester in eine Auslandsgemeinde nach Südafrika versetzt. Dort muss er sich seit Monaten wegen einer (erneuten) Anklage wegen Missbrauchs vor einem südafrikanischen Gericht verantworten. Quelle: az.web


5.12.2011 Im Erzbistum Köln wurde eine Gemeinde gestern darüber unterrichtet, dass ein früherer Pfarrer eine Jugendliche missbraucht hat. Quelle: rundschau-online.de


5.12.2011 Wie im Bistum Trier mit einem Missbrauchsopfer eines jetzt aus dem öffentlichen Pfarrdienst herausgenommenen Ruhestandspriester umgegangen wurde und wird, berichtet die Frankfurter Rundschau. Das Opfer erhielt – als es sich vor Jahren an den damaligen Bischof Spital wandte – die bezeichnende Antwort, ‘man wisse um die Fehltritte von Pfarrer K., dieser aber leiste vorbildliche Gemeindearbeit in einem sozialen Brennpunkt. Sie [das Opfer] möge sich daher genau überlegen, was sie tue – “denn wir sind viele, und Sie sind alleine” schrieb ein Sekretär des Bischofs.’
Am 27.7.2011 wandte sich die Anwältin des Opfers noch einmal an das Bistum Trier. Erst nach einer Erinnerung 5 Wochen später bestätigt das Bistum den Eingang des Schreibens vom Juli. Ende September teilt die Justitiarin des Bistums Trier dem Opfer mit, dass das Bistum die Kosten für “externe” Anwälte nicht übernehme. Die Kirche wusste seit Februar 2011 von den Vorwürfen, aber erst Ende Oktober wurde dem Beschuldigten das öffentliche Feiern der Messe untersagt. Im Juni 2011 weihte der Beschuldigte noch einen Kindergarten ein. Quelle: Wir sind Kirche/Theosalon
Kommentar: Wenn ein solcher Umgang mit einem Opfer und mit einem Täter von dem Bistum gepflegt wird, dessen Bischof der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz ist, dann ist dies entlarvend. Dann kann jeder einschätzen, was die vielen opferfreundlichen  Aussagen von 2010 und 2011 wert sind.


3.12.2011 “Das Schweigen hat wieder eingesetzt” bilanzieren der Jesuit Mertes, Betroffene und Familienangehörige. Quelle: Dradio


1.12.2011 In Frankreich steht ein früheres Führungsmitglied der “Gemeinschaft der Seligpreisungen” wegen sexuellen Missbrauchs in 50 Fällen vor Gericht. Auch der Gründer der Gemeinschaft, Ephraim Croissant, hatte “sexuelle Beziehungen” zu einer Minderjährigen zugegeben. Philippe Madre, früherer Moderator der charismatischen Gemeinschaft, wurde von einem Berufungsgericht des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden. Quelle: kath.ch


1.12.2011 Bischof Seamus Hegarty (71), Bistum Derry, Irland, wird Vertuschung vorgeworfen. Er tritt “aus gesundheitlichen Gründen” zurück. Quelle: Domradio


1.12.2011 Im Bistum Trier wurde öffentlich, dass zwei weitere Priester Kinder/Jugendliche sexuell missbraucht haben. Einem Ruhestandsgeistlicher aus Saarbrücken wurde die öffentliche Feier der Eucharistie und die Spendung anderer Sakramente untersagt. Er darf auch nicht an Veranstaltungen der Gemeinde teilnehmen, in der er lebt. Ihm wird sexuelle Gewalt gegen zwei Messdienerinnen vorgeworfen.
Gegen den Pfarrer von Lebach-Gresaubach und Schmelz-Limbach läuft eine kirchenrechtliche Voruntersuchung. Der Pfarrer informierte daraufhin die Staatsanwaltschaft. Ein Opfer hatte sich an den Missbrauchsbeauftragten von Trier gewandt. Der Beschuldigte gab die Tat zu. Außerdem gab es in den 70er Jahren einen weiteren Hinweis auf sexuelle Gewalt durch diesen Priester. Quelle: Saarbrücker Zeitung


1.12.2011 Es ist das immer gleiche Muster, das auftaucht, wenn “Götter” gestürzt werden. In den USA werden zwei Trainer, Bernie Fine an der Syrakuse University und Jerry Sandusky an der Penn State University angeklagt, über Jahre hinweg Jungen missbraucht zu haben. Der Kongress wird sich damit beschäftigen. Die Fans der mutmaßlichen Täter halten – wie gewohnt – zu den Tätern, nicht zu den Opfern. Die mutmaßlichen Täter standen unter dem Schutz mächtiger Männer des Footballs. Sandusky hat gar eine eigene karitative Stiftung für Jungen aus prekären Familien gegründet. Quelle: welt.de


30.11.2011 In Irland hat der Missbrauch-Untersuchungsbericht über Missbrauchsfälle in 6 katholischen Diözesen harte Kritik an einigen Bischöfen geübt. Diese Bischöfe hätten für Täterbegleitung gesorgt, die Opfer hingegen nur unzureichend unterstützt. Quelle: kath.web und zeit.de 


30.11.2011 Der Runde Tisch Missbrauch hat seine Arbeit beendet. In einem Jahr wird er wieder tagen, um zu prüfen, ob die Beschlüsse durchgeführt wurden. Die Beteiligten betonten, dass die Arbeit des Runden Tisches Missbrauch gut gewesen sei, aber noch nicht zu Ende sei. Ursula Enders, Zartbitter, Opfervertreterin hingegen nannte die Ergebnisse mager. Sie bemängelte, dass zu wenig zum Ausbau des Beratungsangebots vereinbart worden sei. Quelle: freitag.de


30.11.2011 Der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ hat seinen Abschlussbericht vorgestellt. Er empfiehlt längere Verjährungsfristen und Therapiehilfen. Die ursprüngliche Idee eines gemeinsamen Fonds für Missbrauchsopfer, der von Kirchen, Sportvereinen, der öffentlichen Hand und anderen Institutionen gespeist werden sollte, hat der Runde Tisch Missbrauch nicht durchgesetzt. Die Missbrauchsopfer müssen bei der Institution um eine finanzielle Entschädigung betteln, die für ihren Missbrauch verantwortlich ist. Es gab auch keine Empfehlung zur Höhe der Entschädigung. Die 100 Mio Euro, die für den Ausbau des Hilfesystems vorgesehen sind, kommen möglicherweise nie bei den Betroffenen an – Länder und Kommunen haben bereits wegen ihrer Zahlungen protestiert, weil sie für Opfer von sexueller Gewalt in der Familie aufkommen sollen. Quelle: dw.com


30.11.2011 Die rumänisch-orthodoxe Kirche nennt ein mutmaßliches Missbrauchsopfer und einen weiteren Zeugen “unglaubwürdig”. Der Beschuldigte ist der Erzbischof von Tomis, der Hochgeweihte Teodosie. Er weist alle Beschuldigungen zurück. Vor einigen Jahren vergab der Erzbischof einen Studienplatz in Theologie gegen Geld und Schnaps. Der vermeintliche Studierwillige war Reporter und dokumentierte die Bestechung per Kamera. Quelle: punkto


29.11.2011 Es bleibt dabei: Die Heimkinder werden noch einmal benachteiligt und gedemütigt. 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche lebten zwischen 1945 und 1975 in der Bundesrepublik in Heimen, die sich überwiegend in kirchlicher Hand befanden. Denen, die Gewalt und sexuelle Gewalt erlitten haben, sollen insgesamt 120 Millionen Euro für Therapien, Rentennachzahlungen und individuelle Hilfe zur Verfügung gestellt werden. Als erstes bedienen sich nun die Länder aus dem Fonds, um Anlaufstellen aufzubauen. Quelle: domradio


29.11.2011 Bislang liegen der Bischofskonferenz 820 Entschädigungsanträge vor – weniger als erwartet. Quelle: dradio


26.11.2011 “Mein Vater – mein Todfeind” – die Geschichte einer Familie in Bayern. Quelle: Süddeutsche


26.11.2011 “Das Vorgehen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch kann nach den Worten Papst Benedikts XVI. ein Vorbild für die gesamte Gesellschaft sein. “Es ist meine Hoffnung, dass die ernsthaften Anstrengungen der Kirche, sich dieser Wirklichkeit zu stellen, der Gesellschaft insgesamt hilft, Fälle sexuellen Missbrauchs in ihrem wahren Ausmaß und ihren verheerenden Folgen zu erkennen”, sagte der Papst am Samstag vor US-amerikanischen Bischöfen. Benedikt XVI. forderte zugleich, dass jene Standards, die für die Kirche gälten, auch für andere Institutionen verpflichtend sein müssten.” Quelle: Spiegel


23.11.2011 Der Kommentator der Rheinzeitung, Christian Kunst, stellt fest, dass es nach einer honorigen Geste klinge, die Anerkennung verdiene: Das Land hilft ehemaligen Heimkindern. Sieht man sich die Zahlen an, muss man feststellen, dass es sich um einen Skandal handelt, “bei dem die Opfer jahrelanger, oft von Kirche und Staat geduldeter Gewalt und Willkür erneut zutiefst gedemütigt werden.” Quelle: Rheinzeitung


22.11.2011 Mehr als die Hälfte aller Frauen mit Behinderungen werden zu Opfern von Gewalttaten. Das geht aus einer Studie für das Bundesfamilienministerium hervor. Quelle: Spiegel


21.11.2011 Der frühere US-amerikanische Kardinal Law wurde 2002 international bekannt, weil er u.a. George Geoghan, einen kath. Priester, der mehr als 100 Kinder missbrauchte, geschützt und von Gemeinde zu Gemeinde versetzt hatte. Law trat zurück und wurde 2004 von Papst Johannes Paul II. auf den Posten eines Erzpriesters in der röm. Basilika Santa Mario Maggiore gesetzt. Protesten begegnete die Kurie damals mit dem entlarvenden Hinweis, dies sei keine Machtposition. Nun lief die Amtszeit des Kardinals mit dem 80. Lebensjahr aus. Der Papst verlängerte sie nicht, was er hätte tun können. Quelle: europeonline


18.11.2011 Unter dem mir unvergessenen Titel “Den Opfern einen Namen geben” hat die Frankfurter Rundschau bereits im Herbst 2000 über 93 Opfer rechter Gewalt bis 1999 berichtet. Das Erschrecken der Politiker über die Zwickauer Terroristen ist – gelinde gesagt – unverständlich. FR, Tagesspiegel und Opferorganisationen weisen seit Jahren auf die Verdrängung rechter Gewalt durch die Politik hin.


18.11.2011 Ein Kantor einer Evangelischen Gemeinde in Geesthacht muss sich wegen Missbrauchs in 15 Fällen vor Gericht verantworten. Zwei und mehr Opfer sind bekannt. In einem Fall, der vor 15 Jahren geschah, besuchte der Pastor die Mutter des Opfers und machte ihr klar, dass man den Ausführungen des Kindes nicht glauben werde. Die Mutter sah von einer Anzeige ab, weil die Familie weiter in Geesthacht leben wollte. Im Fall eines Mädchens, das zw. 2008 und 2010 Opfer wurde, erstattete die Mutter – trotz der Intervention einer Pastorin – Anzeige. Die Anklage wurde mangels Beweisen eingestellt. Erst als 2010 ein damals 14jähriges Mädchen sich ihrer Mutter anvertraute und von sexuellem Missbrauch, der im Alter von 13 Jahren begann, berichtete, wurden die Ermittlungen konsequent aufgenommen. Quelle: Lübecker Nachrichten


18.11.2011 Ein im Juli 2011 beschuldigter irischer Priester ist rehabilitiert. Er hat sich als unschuldig erwiesen. Ihm war fälschlich vom irischen Fernsehsender RTE vorgeworfen worden, er habe in Kenia ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt und mit ihr ein Kind gezeugt. Quelle: kath.web


14.11.2011 In Wien melden sich vermehrt Menschen, die in Kinderheimen Gewalt erlebt haben – nachdem die ersten Opfer des Kinderheims auf dem Wilhelminenberg das Schweigen gebrochen haben. Inzwischen gibt es nicht nur eine eigene Wilhelminen-Kommission, sondern eine überregionale, staatliche Opfer-Kommission. Die bisherige Meldefrist wurde aufgehoben. Betroffene vernetzen sich u.a. unter Heimkindern. Quelle: kurier.at


14.11.2011 Ein Dorfpfarrer aus dem Erzbistum Freiburg hat nun sexuellen Missbrauch in drei Dörfern – Unadingen, Reiselfingen, Bachheim – in den Jahren 1990 bis 1995 gestanden. Das Erzbischöfliche Ordinariat bittet die Opfer sich zu melden und bedauert. Eltern, die in den 90er Jahren die Verbrechen öffentlich machten, wurden in den Gemeinden gemobbt. Quelle: Südkurier


14.11.2011 “skydaddy” schaut Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim genauer an. Quelle: skydaddy


14.11.2011 So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: Der irische Bischofskonferenzvorsitzende beklagt einen Generalverdacht gegen katholische Priester und der Ministerpräsident Enda Kenny erhielt für seine harsche Kritik am Vatikan Unterstützung aus der Bevölkerung für seine Kritik am Vatikan. Quelle: kath.web


10.11.2011 In der Pennsylvania State University gab es seit 2002 Missbrauchsvorwürfe gegen einen Football-Trainer. Der Cheftrainer leitete die Vorwürfe an die Universitätsleitung weiter, die nichts unternahm. Der mutmaßliche Täter fand seine Opfer bei einer Stiftung, die er selbst für Kinder aus schwierigen Verhältnissen gegründet hatte. Es ist von mindestens 8 Jungen die Rede, die mehr als ein Jahrzehnt lang sexuell missbraucht wurden.
Der Chef-Trainer und der Präsident der Universität wurden inzw. entlassen. Quelle: Spiegel


9.11.2011 Im Londoner Kloster Ealing Abbey und der angegliederten renommierten Schule soll es über 60 Jahre hinweg zu Kindesmissbrauch gekommen sein. Das ist das Ergebnis eines am Mittwoch in der Zeitung “The Times” veröffentlichten Untersuchungsberichts. Der “Times” zufolge nennt der Untersuchungsbericht die Namen mehrerer Geistlicher, gegen die glaubhafte Missbrauchsvorwürfe vorlägen. Scharf kritisiert der Bericht die Zerstörung von Akten und Dokumenten sowie wiederholte Fehler bei der Dokumentation oder Prüfung von Missbrauchsvorwürfen über Jahrzehnte hinweg. Der Bericht basiert den Angaben zufolge auf Aussagen von mehr als 100 Personen, von denen viele den erlittenen Missbrauch erstmals offenlegten. Autoritäten des Klosters hätten den Missbrauch wegen eigener Beteiligung vertuscht. Quelle: daily mail


9.11.2011 In Dublin hat eine Schule den Namen eines früheren Bischofs abgelegt, weil dieser Bischof Missbrauchsfälle vertuschte. Quelle: kipa-apic


9.11.2011 Ein Pater aus dem Bistum Augsburg, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurde, ist vollständig rehabilitiert. Er kehrt an seine Arbeitsstelle zurück. Quelle: Augsburger Allgemeine


9.11.2011 Ein Mann aus dem Landkreis Peine wurde wegen 340fachen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er an die zu Beginn der sexuellen Gewalt 9-Jährige 10000 Euro zahlen. Quelle: Spiegel


7.11.2011 Die katholische Kirche in den Niederlanden hat zugestimmt, dass Opfer von sexueller Gewalt durch Geistliche zwischen 5000 und 100000 Euro erhalten. Diese Regelung wurde von der Bischofskonferenz und der Vereinigung der Ordensoberen akzeptiert. Empfohlen wurde sie von einer Kommission, die im Juni ihren Bericht vorlegte. Quelle: kath.web


1.11.2011 In Salzgitter ist ein kath. Priester des 280fachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen angeklagt. Er hat gestanden, bestreitet lediglich in einem Fall die Anzahl der Vorwürfe. Die mutmaßlichen Opfer waren zwischen 8 und 15 Jahre alt. Die Taten liegen zwischen 2004 und 2011. Quelle: Spiegel


29.10.2011 In Berlin-Köpenick haben Ausbilder der “Berliner Parkeisenbahn” Kinder seit den 90er Jahren regelmäßig sexuell ausgenutzt. Die Kinder kamen teilweise aus sozial schwierigen Verhältnissen. Verurteilt wurden bislang zwei Täter. Gegen 7 weitere Täter liegen Anzeigen vor.
Quelle: Tagesspiegel


25.10.2011 In der Londoner Ealing Abbey der englischen Benediktinerkongregation und der ihr zugehörigen Schule Saint Benedict’s School werden Missbrauchsvorwürfe untersucht. Der ehemalige Rektor der Schule, David Pearce, wurde beschuldigt, über 36 Jahre hinweg Schüler missbraucht zu haben. Er wurde 2009 zu 8 Jahren Haft verurteilt.
Auch dem ehemaligen Abt des Klosters, Laurence Soper, wird sexuelle Gewalt vorgeworfen. Er ist aus dem röm. Ordenshaus der Benediktiner verschwunden und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ihm drohte eine Anklage wegen Kindesmissbrauchs. Quelle: theguardian


23.10.2011 Sodalitium Christianae Vitae: Die geistliche Kampftruppe gegen die Kirche der Armen versinkt in einem sexuellen Gewaltskandal. Einer ihrer Gründer, Gérman Doig, sollte selig gesprochen werden. Nun zeigte sich, dass er zwischen 1980 und 1990 bei Besinnungstagen »Nacktmeditationen« veranstaltet und mindestens drei junge Männer sexuell missbraucht hat. Über Details des Missbrauchs berichten weder Perus Medien, noch der Vatikan und schon gar nicht die Leitung des Sodalicio. Unter den Zeugentexten, die Doig belasten, finden sich auch Anklagen gegen den weiteren Gründer Luis Figari, der »aus Gesundheitsgründen« auf Druck aus Rom als Sodalicio-Generalsuperior zurücktrat. Er wird in Zusammenhang mit der Verschleppung von Jugendlichen aus Familien gebracht. Ferner pflege Figari, der sich als »Soldat« der päpstlich geförderten, gegen die Befreiungstheologie kämpfenden »Theologie der Versöhnung« versteht, Kontakte zu Rechtsextremen in Spanien, Brasilien und anderen Staaten. Außerdem stecken Sodalicio-Verantwortliche in Peru in einem Skandal um Kinderpornografie im Internet, so berichtet ein ehemaliger Sodalicio-Oberer. Juristisch sei der Fall noch nicht abgeschlossen. Die SCV gehören zu den vom Vatikan favorisierten Gruppierungen einer Neu-Evangelisierung. Quelle: WsK


23.10.2011 Der Heimkinder-Fonds für 800 000  Heimkinder ist mit 120 Millionen Euro ausgestattet. Davon gehen nun noch 10% für Verwaltungskosten ab. Die Verwaltungskosten gehen an den Staat und die Kirchen. “Es geht nur noch um die Abwicklung eines Problems auf verwaltungstechnischem Weg.” Quelle: top-medien


22.10.2011 Das Konzil vor dem Ausverkauf? Das fragen die Stimmen der Zeit angesichts der Verhandlungen mit den Pius-Brüdern.


19.10.2011 “Gute Taten rächen sich“, sagt der Pressesprecher des Bistums Regensburg, weil eine Internetzeitung (regensburg-digital.de) nach einer erneuten Gerichtsverhandlung im Viechtacher Missbrauchsfall von Vertuschung und Schweigegeld sprechen darf, obwohl das Bistum sich als opferfreundlich erlebt.


18.10.2011 Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, hat heute die Ergebnisse einer Studie über Gewalt vorgestellt. Im Vergleich zur letzten Studie 1992 (3300 Befragte) ist bei 11500 Befragten ein deutlicher Rückgang sexueller Gewalt gegen Jungen und Mädchen bis 16 Jahre festzustellen. Frauen berichten zu 6,4 % (1992: 8,6%) und Männer zu 2,8% (1992: 2,8%) von Missbrauch mit Körperkontakt. Entgegen dem öffentlichen Eindruck, der sexualisierte Gewalt in der kath. Kirche überrepräsentiert darstellt, berichtete nur eine Frau von Missbrauch durch einen kath. Priester. Quelle: Spiegel und focus
Kommentar: In der neuen Befragung sind KatholikInnen unterrepräsentiert und psychisch Kranke und traumatisierte Menschen erst gar nicht gefragt worden. Außerdem wurden Menschen zwischen 40 und 60 J. aus der Untersuchung ausgeschlossen, weil diese bereits 1992 (also damals zw. 20 und 40 J.) befragt wurden. Wer z.B. von Amnesien als Traumafolge etwas versteht, weiß, dass vielen Opfern erst mit 40 oder 50 Jahren die Vergangenheit zugänglich ist. Bekannt ist, dass psychische Erkrankungen incl. PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung) eine typische Folge von Menschengewalt sind. Der Verdacht liegt nahe, dass die Untersuchung zu optimistischen Ergebnissen kommen wollte und daher alle “Risikogruppen” ausgeschlossen hat, die die Realität annähernd hätte abbilden können.


16.10.2011 In einem Kinderheim in Wien, Wilhelminenberg, soll es zusätzlich zu körperlicher und seelischer Gewalt auch zu “organisierten” Vergewaltigungen von Mädchen gekommen sein. Das sagen zwei Schwestern, die als 6- und 8-Jährige in dem Kinderheim untergebracht waren. Der Weiße Ring hält die Anschuldigungen für denkbar. Eine unabhängige Kommission soll die Vorwürfe prüfen. Quelle: der standard.at


15.10.2011 Der Ahrensburger Pastor Helgo Haak bewirbt sich um die Propst-Stelle im Kirchenkreisbezirk Rahlstedt-Ahrensburg und übt scharfe Kritik am Umgang seiner Kirche mit den Missbrauchsfällen. “Es hat den Anschein, als sorge man sich vor allem um das öffentliche Ansehen der Kirche, um die eigene Position, nicht aber um das Befinden der Opfer sexuellen Missbrauchs. Man hat Angst, Stellung zu beziehen und verweigert sich, Vergangenes aufzuklären.” Und: “In der Krise reagiert unsere Kirche nicht lutherisch, sondern katholisch. Dabei geht es doch um alles. Um die Glaubwürdigkeit dieser Kirche.” Quelle:  Abendblatt


15.10.2011 In den USA wurde zum ersten Mal ein katholischer Bischof im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch angeklagt. Bischof Robert Finn  wusste seit Dezember 2010 von kinderpornografischen Fotos, die Rev. Shawn Ratigan, Diözese Kansas City, gemacht hat. Erst im Mai 2011 erstattete der Bischof Anzeige. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Bischof allen Grund zur Annahme, dass für die Aufnahmen ein Kind missbraucht worden war. Quelle: Spiegel


14.10.2011 Helmut Klotzbücher erhielt vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz einen Brief – aus Anlass des Papstbesuches möge er den “Benedikt-Südafrikafonds” unterstützen. Klotzbücher erwartet von der kath. Kirche eine Rente von 300 Euro monatlich oder alternativ eine einmalige “Entschädigung” von 50 000 Euro für die Jahre im Kinderheim. Quelle: readers-edition.de


12.10.2011 Siegfried S., ein ehemaliges Heimkind erzählt. Die Erfahrungen dort haben sein ganzes Leben verändert. Er spricht drastisch und schonungslos – es gibt nichts mehr zu verlieren. Quelle: taz


10.10.2011 Johannes Heibel hat das Buch “Ohne Fehl und Tadel. Kirche, klerikale Täter und deren Opfer” veröffentlicht, in dem Opfer von Klerikern zu Wort kommen. Es wurde am 16. September 2011 in Regensburg vorgestellt. Regensburg-digital berichtete. Nun gibt es eine Äußerung des Pressesprechers des Bistums Regensburg, die bemerkenswert ist. Der Pressesprecher wurde von dem Journalisten Florian Sendtner  (Bayerische Staatszeitung vom 7.10.11) gefragt, ob eine Abmahnung des Herausgebers des Buches geplant sei. Der Pressesprecher antwortete, dass es im Moment keine Planung gebe, gegen das Buch vorzugehen. Sollte es allerdings öffentliches Interesse auf sich ziehen,  dann werde das Ordinariat die Lage neu bewerten. Quellen: Bayerische Staatszeitung vom 7.10.2011 und regensburg-digital


8.10.2011 Eines der Opfer, die beim Papst waren, erzählt. Es ist die Geschichte eines Opfers, das zum Täter gemacht wurde. Quelle: Südkurier


8.10.2011 In der Diözese Augsburg wurde das Verfahren gegen einen Ordensmann wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eingestellt. Es gibt keine Beweise. Ob die Kirche ein Verfahren gegen den Ordenspriester einleiten wird, ist unbekannt. Quelle: Augsburger Allgemeine


7.10.2011 Die Zeit fragt, warum Ansari der einzige Lehrer ist, der sich an die Seite der Opfer aus der Odenwaldschule stellte. Eine sehr berechtigte Frage.


6.10.2011 Der Vatikan hat einen der Pädophilie beschuldigten maltesischen Priester entlastet. Aufgrund der ungenügenden Beweislage könne der Priester Sciberras nicht vor Gericht gestellt werden. Zwei andere Priester waren verurteilt worden, einer starb vor der Verurteilung. Quelle: Radio Vatikan


5.10.2011 Die Aufklärung der schrecklichen Vorgänge an der Odenwaldschule laufen nur schleppend. Mehrere renommierte Schulen ziehen jetzt Konsequenzen. Die Vereinigung der Landerziehungsheime (LEH) wurde von der Schule Schloss Salem vor wenigen Tagen verlassen. Das ist ein Akt der Solidarität mit den Opfern in der Odenwaldschule. Bemerkenswert. Quelle: taz


5.10.2011 Im Bistum Regensburg wurden die gegen einen kath. Pfarrer erhobenen Vorwürfe sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von der Kirche als falsch zurückgewiesen. Damit endet eine monatelange Beschuldigung eines Unschuldigen. Quelle: http://www.pfarrer-jakob-eder.de/2011/10/04/pfarrer-jakob-eder-ist-damit-voll-rehabilitiert/


3.10.2011 “Wir müssen anerkennen, dass die römisch-katholische Kirche in unserer Gesellschaft eine solche Machtposition aufgebaut hat, dass sie auch weitgehend ohne Dialog mit ihren Opfern auskommt – und wie es scheint, auch mit immer weniger Dialog mit ihren engagiertesten Mitgliedern.” Diese Bilanz zieht Matthias Katsch und fährt fort: “Wir werden nicht weiter den Unwilligen hinterherlaufen und unsere Kräfte dabei verschleißen, Anerkennung von denen zu erreichen, die fest entschlossen sind, unsere drängenden Fragen zu überhören. ”Wir werden nicht weiter den Unwilligen hinterherlaufen und unsere Kräfte dabei verschleißen, Anerkennung von denen zu erreichen, die fest entschlossen sind, unsere drängenden Fragen zu überhören.” Das ist eine bittere Bilanz – und eine realistische. Quelle: Wir sind Kirche/Eckiger Tisch


3.10.2011 Zwei Missbrauchsopfer, die den Papst getroffen haben, im Interview: “Wenn ich Kirchenglocken höre, wird mir schlecht”. Und: “Doch eines hat ihr (dem Missbrauchsopfer) bei der Messe sehr gefehlt. Der Papst hätte, so sagt sie, doch so leicht noch ein, zwei Sätze sagen können über das Leid aller Missbrauchsopfer, das er sieht, und dass er allen Missbrauchsopfern Kraft wünsche, das durchzustehen. Doch da kam nichts.” Quelle: welt.de