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Presse

3. Quartal 2022

30.9.2022 Die Päpstliche Kommission zum Schutz Minderjähriger wurde neu aufgestellt. Ihr gehören jetzt 20 Mitglieder an, 12 davon sind Laien. Der Kommission gehören nun an: Bischof Peter Karam, Libanon; Weihbischof Thibault Verny, Paris; Kirchenrechtler Tim Brennan, Australien; Ordensfrau Mary Niluka Perera, Sri Lanka; Annah Nyadombo, Simbabwe; Irma Patricia Espinosa Hernández, Mexiko; Maud de Boer-Buquicchio, Holland; Anne-Marie Emilie Rivet-Duval, Mauritius; Ewa Kusz, Polen. Präsident bleibt Kardinal Seán Patrick O’Malley, Sekretär der Kommission bleibt Andrew Small. Auch der Jesuitenpater Hans Zollner bleibt weitere fünf Jahre im Amt. Quelle: vaticannews


30.9.2022  Nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts über sexuellen Missbrauch im Bistum Osnabrück hat Bischof Bode einem beschuldigten Priester, der als Pensionär in einer Pfarreiengemeinschaft in Ostercappeln Gottesdienste feierte, verboten, öffentliche Gottesdienste zu feiern oder andere Aufgaben zu übernehmen. Dem Priester wird vorgeworfen, ab Mitte der 1980er Jahre eine Jugendliche mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Der Fall ist seit Mitte der 1990er Jahre aktenkundig. Die Diözese erklärte, dass durch die Publikation des Zwischenberichts „eine breite Öffentlichkeit die Identität eines Beschuldigten in einem Fall herleiten“ konnte. Daher habe das Bistum „weitere Maßnahmen ergriffen, die das öffentliche Interesse ebenso berücksichtigen wie die Rechte der betroffenen Person und des Beschuldigten“. Quellen: neuesruhrwort   NDR

Kommentar: Wäre der Beschuldigte nicht öffentlich identifizierbar, hätte dann das Bistum keine Maßnahmen ergriffen? Und wieso erst jetzt und nicht Mitte der 1990er Jahre?


29.9.2022 Joachim Frank schaut auf die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: DLF


29.9.2022 Dem früheren Bischof von Osttimor und Friedensnobelpreisträger, dem Salesianer Carlos Filipe Ximenes Belo wird vorgeworfen, über mehrere Jahre Jungen missbraucht zu haben. Eine niederländische Wochenzeitung veröffentlichte die Berichte zweier Betroffener. Der Vatikan hat Reisebeschränkungen für Belo verhängt. Die Vorwürfe, Vergewaltigung eingeschlossen, kommen von zwei Männern, die in den 1990er Jahren als 14 bis 16-Jährige missbraucht worden sein sollen. Vorwürfe gegen Belo reichen zurück bis in die Zeit Belos als Leiter des Bildungszentrums der Salesianer Don Bosco, bevor er 1983 Bischof wurde. Die Zeitung „De Groene“ sprach mit weiteren Betroffenen und mit 20 Personen, die Kenntnis von den Vorgängen gehabt hätten, darunter Kirchenvertreter, Politiker, Mitarbeiter von NGO’s und Fachleute. Die Recherchen beganngen 2002, im November 2002 trat Belo zurück wegen „körperlicher und geistiger Erschöpfung“. Der Vatikan hat die Vorwürfe erstmals 2019 untersucht und im September 2020 Maßnahmen ergriffen, die die Bewegungsfreiheit und die Amtsausübung einschränken. Belo wurden „freiwillige“ (?) Kontakte mit Minderjährigen verboten. 2021 seien die Maßnahmen modifiziert und verschärft worden. Quellen: domradio   dw


29.9.2022 Neuer Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ist Bischof Dieser, Aachen; sein Stellvertreter ist Erzbischof Burger, Freiburg. Neu ist, dass es neben den Missbrauchsbeauftragten und dem Betroffenenrat der DBK einen Expertenrat geben soll. Ihm sollen Personen mit Fachexpertise von außen oder kirchliche Experten angehören. Dieses Gremium soll unabhängig sein. Bischof Dieser ist der Meinung, dass Das Thema Missbrauch unendlich nachwirkt: „… es zerstört soziale Beziehungen, nicht nur in der Kirche, in der Gesellschaft im Ganzen. Und weil das so ist, gibt es einen Grundreflex des Verschweigens. Den gibt es nun einmal, denn wenn man es ausspricht, können wir morgen nicht mehr weiter so miteinander leben und umgehen, wie wir das heute noch getan haben. Weil das so zerstörend ist und im Fall der Kirche extrem zerstörend, weil es an das Gottesverhältnis rührt, weil es die Heiligkeit des Lebens, für die wir eigentlich stehen, verletzt, weil es die Schwachen und die Schutzbefohlenen ausnutzt. Das sind alles so himmelschreiende Dinge und so giftige Sachen, die anzuschauen ganz schwer ist, aber unerlässlich. Das lernen wir gerade.“ Quellen: domradio   vaticannews

Kommentar: Die Einsicht Diesers, dass sexualisierte Gewalt Auswirkungen auf die gesamte Kirche hat, nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen, ist neu – und wichtig.


28.9.2022 Jens Korn, Bürgermeister von Wallenfels, appelliert an das Erzbistum Bamberg, die Pfarrer von Wallenfels „hier vor Ort nicht alleine“ zu lassen. Es brauche die Bistumsleitung, die sich vor Ort den Fragen der Menschen stellen müsse. Quelle: Mainwelle


28.9.2022 Die Staatsanwaltschaft Köln hat erneut Ermittlungen gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki abgelehnt. Es gebe keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass der Erzbischof im Fall des unter Missbrauchsverdacht stehenden prominenten Geistlichen Winfried Pilz eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben und eine Straftat begangen habe. Quelle: katholisch.de


28.9.2022 Ein ehemaliger Priester des Bistums Essen war vom Mülheimer Amtsgericht wegen sexuellen  Missbrauchs zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er etwa anderthalb Jahre mit einem jungen aus Essen Sexualkontakte hatte. Verurteilter und Opfer sagen, der Kontakt sei einvernehmlich gewesen. Das Opfer jedoch war zu Beginn des Missbrauchs minderjährig. Der Priester wurde Anfang des Jahres suspendiert. Nun hat er vor dem Duisburger Landgericht Einspruch gegen das Urteil erhoben. Quelle: www1.wdr


28.9.2022 Missbrauchsbetroffene der katholischen Kirche sind unzufrieden mit dem Umgang der Kirche mit den Betroffenen: Die Studien der Bistümer laufen schleppend, Rücktritte von Bischöfen lassen auf sich warten, obwohl sie Verbrechen vertuscht haben und die Anerkennungszahlungen sind intransparent, Betroffene „sind Nummern in einem anonymisierten Verfahren, das klinisch rein und sachlich nüchtern Menschen mit einer finanziellen Summe abspeist“. Zudem sollte die Geldsumme in etwa das widerspiegeln, was den Betroffenen passierte: „Eine niedrige Summe bagatellisiert die Tat, in dem sie als ’nicht so schlimm‘ angerechnet wird“, kommentiert Jens Windel, Sprecher der Betroffeneninitiative Hildesheim. Er weist darauf hin, dass die Zahlungen der UKA sich im unteren Bereich der Schmerzensgeldzahlungen staatlicher Gerichte bewegen und keinesfalls – wie zugesagt von Bischof Ackermann – am oberen Rand. Das kritisiert auch Kerstin Claus, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: Domradio


28.9.2022 Der SWR-Kirchenexperte Pick kommentiert die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann. Quelle: swr


27.9.2022 Hajo Seppelt sieht beim Umgang mit Missbrauch im Sport Parallelen zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche. Missbrauch sei im Sport ein Dauerthema: „Über die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland – das sind über sieben Millionen – sind Mitglied in einem deutschen Sportverein. Laut einer Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln haben bis zu 20 Prozent sexualisierte Gewalt bis hin zu schlimmstem Missbrauch erlebt.“ Quelle: Domradio


27.9.2022 Das Forschungskolleg Humanwissenschaften ist mit dem Thema „Zeugenschaft: Betroffene bringen sexuelle Gewalt zur Sprache“ online. Quelle: youtube  Weitere Veranstaltungen


27.9.2022 Hier ist ein Foto der DBK zu sehen, das inzwischen zurückgezogen wurde: Die ca 60 Bischöfe der Herbst-Vollversammlung im Fuldaer Dom auf der einen Seite, die Generalsekretärin der Bischofskonferenz auf der anderen Seite. Quelle: Kirche und Leben


27.9.2022 Anlässlich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz warnte Nuntius Eterovic vor zu viel Demokratie beim Synodalen Weg. Er kritisierte namentliche Abstimmungen und meint, die Anwesenheit der Presse gefährde die Freiheit der Bischöfe. Quelle: Kirche und Leben


27.9.2022 „Fallstudie: Sexualisierte Gewalt und sexueller Kindesmissbrauch im Kontext des Sports. Auswertung der vertraulichen Anhörungen und schriftlichen Berichte der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Prof. Dr. Bettina Rulofs, Kathrin Wahnschaffe-Waldhoff, Marilen Neeten, Annika Söllinger. Quelle: Aufarbeitungskommission


27.9. 2022 Einem Diözesanpriester des Bistums Sitten wird sexueller Missbrauch eines Mädchens vorgeworfen, der inzwischen strafrechtlich verjährt ist. Gegen ein bereits ergangenes Urteil der Glaubenskongregation hat der Beschuldigte Einspruch eingelegt. Der Beschuldigte ist suspendiert. Quelle: kath.ch


26.9.2022 Die SPD im Bundestag fordert eine neue einheitliche Missbrauchs-Studie der katholischen Kirche in Deutschland. Das sagte der religionspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Castellucci. Er weist auch darauf hin, dass die Politik zu nachlässig mit den Kirchen gewesen sei und ihnen zu sehr vertraut habe. Quelle: Neues Ruhrwort


26.9.2022 Der bisherige gemeinsame Betroffenenbeirat der Bistümer Limburg, Fulda und Mainz teilt sich auf. Der Betroffenenbeirat von Limburg und Fulda bleibt beieinander, das Bistum Mainz schreibt die Bewerbung für den Mainzer Betroffenenbeirat neu aus. Quelle: Domradio


26.9.2022 Das Landgericht Traunstein hat wohl ein Vorverfahren für eine Feststellungklage gegen den früheren Papst Benedikt, Kardinal Wetter und den ehemaligen Priester Peter H. begonnen. In einer Feststellungsklage kann keine strafrechtliche Verurteilung erreicht werden, wohl aber die Feststellung der Schuld der Kirche. Experten räumen der Klage Chancen ein, wenn die Kirche darauf verzichtet, sich auf die Verjährung zu berufen. Quellen: katholisch.de   Süddeutsche


26.9.2022 Im Fall des Wallenfelser Priesters, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, haben sich inzwischen zwei weitere mutmaßliche Betroffene gemeldet, so dass nun von acht Opfern auszugehen ist. Der 2005 verstorbene Geistliche wurde erstmals 1963 beschuldigt, schrieb Entschuldigungsbriefe an den damaligen Erzbischof und den Weihbischof (!) und ging nach Bolivien. Von 1970 bis 1995 war er in Wallenfels tätig. Als 1999 ein weiterer Vorwurf erhoben wurde, sei – nach Auskunft des Erzbistums Bamberg – der Fall schwer aufzuklären gewesen, da der Priester erneut in Bolivien war. Der Pfarrer war in Deutschland in Oberkotzau (1960), Hersbruck (1960/61), Nürnberg St. Georg (1962-64) Mainroth (1964), Weisendorf (1969), Kirchehrenbach (1970), Wallenfels (1970-1995) und Uffenheim (1995-1996) tätig. Das Erzbistum Bamberg hat auch an zwei Diözesen in Bolivien Mitteilungen geschickt. Quellen: Frankenpost   BR


26.9.2022 Der stellvertretende Vorsitzende der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), Erst Hauck, bezeichnet das Verfahren als „betroffenenfreundlich und sinnvoll“. Vergleichbare Verfahren an Sozialgerichten dauerten nämlich viel länger, sagte er. Zur Höhe der Anerkennungszahlungen der Bischofskonferenz äußert er sich nicht. Zuletzt hatte die Studie der Uni Osnabrück festgestellt, dass sich die Höhe der Zahlungen keineswegs – wie immer behauptet – an den staatlichen Zahlungen orientiere (s. S. 134 der Studie). Quelle: Domradio


26.9.2022 Interview mit Thomas Hanstein, Mitherausgeber des Buches: „Heillose Macht! Von der Kultur der Angst im kirchlichen Dienst“. Quelle: DLF


25.9.2022 Christopher Saunders, früherer Bischof von Broome/Australien, war seit Ende 2020 beurlaubt, 2021 stellte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein, der Vatikan ordnete eine sechsmonate Auszeit an und Papst Franziskus nahm im August 2021 den vorzeitigen Amtsverzicht Saunders‘ an. Das kirchliche Ermittlungsverfahren betraf den Vorwurf, Saunders sei nicht korrekt mit Missbrauchsvorwürfen gegen mehrere Priester seines Bistums umgegangen. Saunders hat bislang alle Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Nun laufen Ermittlungen der australischen Bischofskonferenz gegen Saunders wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs durch den Bischof selbst. Quelle: Domradio


24.9.2022 Auf Einladung der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Erzbistum München hatten rund 50 Menschen ihre Teilnahme angekündigt. Marx sagte, es sei wichtig, den Opfern zuzuhören, um für die weitere Aufarbeitung zu lernen und gemeinsam Hilfsangebote zu verbessern. Er entschuldigte sich persönlich und im Namen der Erzdiözese. Quelle: DLF


24.9.2022 Der Bamberger Kirchenrechtsanwalt Friedolf Lappen hat Bischof Ackermann im Auftrag von Karin Weißenfels bei Papst Franziskus angezeigt, weil Ackermann in einem Online-Hearing den Klarnamen von Karin Weißenfels in Verbindung mit ihrer Beichte nannte und auch den Namen des Beichtpriesters nannte. Quelle: Süddeutsche


23.9.2022 Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage gegen vier leitende Mitarbeiter der diakonischen Behinderteneinrichtung Wittekindshof in Bad Oeynhausen erhoben. Den Beschuldigten – zwei Männern und zwei Frauen – wird vorgeworfen, 18 geistig Behinderte ohne richterliche Anordnung eingesperrt zu haben, gefährliche Körperverletzung durch den Einsatz von Tränengas begangen zu haben. Einem Psychiater wirft die Staatsanwaltschaft illegale Medikamentengabe vor. Quelle: FAZ


23.9.2022 Im Fall des 2005 gestorbenen Wallenfelser Pfarrers Dieter Scholz haben sich laut Angaben des Erzbistums Bamberg vom 20. September (br) seit 2006 fünf Betroffene gemeldet. Nun informiert das Erzbistum, dass es bereits 1963 informiert war. Erzbischof Schick räumt ein Versagen der Bistumsleitung ein. Seit dem Aufruf vom 20.9. hat sich eine weitere Person gemeldet. Quelle: katholisch.de


23.9.2022 Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ist nach dem Zwischenbericht zu Missbrauch im Bistum Osnabrück beschämt. Der Zwischenbericht mache deutlich, dass auch im Erzbistum Hamburg erhebliche Fehler im Umgang mit Betroffenen und Beschuldigten gemacht worden seien, schrieb Heße. Er wolle die Sorge um die Betroffenen und das Handeln gegenüber Beschuldigten weiter verbessern. Quelle: katholisch.de


23.9.2022 Claudia Burgsmüller Dagmar Gerhards, Dr. Caspar Söling, Bistum Limburg, sprechen miteinander darüber, die wie Kommunikation mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt gelingen kann, so dass sich Betroffene gut aufgehoben und nicht erneut verletzt fühlen. Quelle: youtube


23.9.2022 Kardinal Woelki hat wohl im Herbst 2018 in einem Schreiben an den damaligen Chef der Glaubenskongregation, Luis Kardinal Ladaria Ferrer, verschiedene sexuelle Übergriffe des früheren Stellvertretenden Düsseldorfer Stadtdechanten gegen Jugendliche mitgeteilt. Ob es eine Antwort Ladarias gibt, ist unbekannt. Beurlaubt wurde der stellvertretende Stadtdechant erst knapp drei Jahre später. Zu dieser Zeit  erst Kritiker sehen aber mit Erstaunen, dass der stellvertretende Stadtdechant offenbar erst knapp drei Jahre später beurlaubt wurde. Eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf erfolgte offenbar ebenso spät. In einer eidesstattlichen Versicherung behauptete Woelki, 2017 die Personalakte des Pfarrers nicht gekannt zu haben, obwohl der Beschuldigte am 4.9.2015 bereits vom Interventionsbeauftragten des Erzbistums „auf Anweisung unseres Erzbischofs, Kardinal Woelki“ zu einer Anhörung eingeladen worden war. Ein Rechtsanwalt hat inzwischen Strafanzeige gegen Woelki wegen falscher eidesstattlicher Versicherung gestellt. Kardinal Woelki weist die Vorwürfe zurück. Die Informationen, die Woelki gehabt habe, seien unbewiesene Gerüchte über den früheren Stellvertretenden Stadtdechanten gewesen. Quellen: www1.wdr.de   katholisch.de


23.9.2022 Auf der Fachtagung ‚Geistlichen Missbrauch erkennen und überwinden‘ sagte die Referentin Dr. Hannah A. Schulz: „Man muss die Dramatik des Geschehens von den Opfern her verstehen.“ Die Fachtagung hat der Fachbereich Exerzitien/Geistliche Begleitung zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt veranstaltet. Quelle: Bistum Eichstätt


22.9.2022 Ein Betroffener aus dem Bistum Osnabrück kommentiert den Nicht-Rücktritt von Bischof Bode nach der Veröffentlichung des Zwischenberichtes der Uni Osnabrück. Quelle: NDR


22.9.2022 Florian Breitmeier kommentiert den Nicht-Rücktritt von Bischof Bode und stellt ganz richtig fest, dass Bischof Bode den wiederholten „Hilferufen“ des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz 2021 nicht zugehört hat, als der feststellte, dass die finanziellen Ausgleichszahlungen der Bischofskonferenz an die Betroffenen häufig unterhalb der staatlichen Rechtsprechung liegen. Quelle: NDR


22.9.2022 Der 2005 verstorbene Pfarrer von Wallenfels soll zwischen 1970 und 1995 eine unbekannte Zahl von Gemeindemitglieders sexuell missbraucht haben. Seit 2006 haben sich fünf Betroffene gemeldet. Das Erzbistum Bamberg ruft mögliche weitere Betroffene auf, sich beim Erzbistum zu melden. Auch bisher gab es bereits Aufrufe des Erzbistums, allerdings nicht konkret im Blick auf Wallenfels. Äußerungen von Betroffenen ist zu entnehmen, dass es noch weitere Missbrauchsopfer geben könne. Zudem werde in jüngster Zeit wieder vermehrt über den beschuldigten Pfarrer gesprochen. Quelle:br


22.9.2022 Bischof Bode denkt nicht an Rücktritt nach der Veröffentlichung des Zwischenberichtes. Er bleibt im Amt. Quelle: katholisch.de


21.9.2022 Am 22.9., 11 Uhr, wird die Pressekonferenz des Bistums Osnabrück abgehalten. Quelle: https://bistum-osnabrueck.de/22-september-livestream-pressekonferenz-des-bistums-osnabrueck/


20.9.2022 Im Interview erwartet Karl Haucke, Mitglied der Steuerungsgruppe des Berichtes der Uni Osnabrück über Missbrauch im Bistum Osnabrück, dass aus den Erkenntnissen der Studie Konsequenzen gezogen werden. Er nennt die Pflicht zur Hilfeleistung, die Pflicht zum Schadenersatz, die Pflicht zur Amtsermittlung und zur Beschleunigung der Verfahren. Quelle: Domradio


20.9.2022 In Groß Wittfeitzen, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Nordkirche, gab es wohl Anfang der 2000er Jahre mindestens einen Fall von sexuellem Missbrauch in einem Freizeitzeltlager. Ein anfänglich 9-Jähriger sei dort mehrere Jahre von einem Betreuer missbrauch worden. Der Betroffene habe sich 2019 an die Nordkirche gewandt. Unter Verdacht steht ein damals etwa 20-jähriger Betreuer, der im Tatzeitraum in mehreren Kirchengemeinden in den Vier- und Marschlanden aktiv war; seit 20 Jahren sei er nicht mehr im Kirchenkreis aktiv. Das Zeltlager wurde von Gruppen aus Kirchwerder, Geesthacht, Neuengamme, Altengamme, Langenhorn, Neuallermöhe und von der Friedenskirche Altona besucht worden. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost sucht nun Zeugen oder mögliche weitere Betroffene. Quelle: Welt.de


20.9.2022 Der Historiker Thomas Großbölting warnt die katholische Kirche davor, die Aufarbeitung mit der Erstellung von Studien für abgeschlossen zu halten. Er kritisierte eine fehlende Veränderungsbereitschaft bei Bischöfen. Manuela Dudeck, Professorin für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Ulm, sagte, es werde schwierig, wenn Aufarbeitung als „Feigenblatt“ benutzt werde. Wichtig sei der Umgang mit den Betroffenen. Dudeck leitet ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche in Mecklenburg von 1945 bis 1989. Der Bericht war für 2021 angekündigt, soll jetzt jedoch im Februar 2023 veröffentlicht werden. Quelle: rp-online


20.9.2022 Dem Vorstandssprecher der Diakonie München und Oberbayern, einem Pfarrer der Landeskirche Rheinland, werden neben teuren Umbauten auch verbale und körperliche Grenzüberschreitungen vorgeworfen. Landesbischof Bedford-Strohm wusste seit Anfang 2022 von konkreten Vorwürfen, die Evangelisch-Lutherische Kirche sei jedoch nicht zuständig. Innerhalb des Landesverbandes der Diakonie sind die Vorwürfe seit Herbst 2021 bekannt. Zuständig sei jedoch nicht der Landesverband der Diakonie, sondern die Diakonie München und Oberbayern. Der 58-jährige Pfarrer und Vorstandssprecher wechselte im Sommer 2020 aus Düsseldorf nach München. Zuständig für ihn ist die evangelische Landeskirche Rheinland. Die Frau, die den Pfarrer angezeigt hat, wurde im Januar 2022 auf eigenen Wunsch freigestellt. Seit August 2022 ist der Beschuldigte nicht mehr im Dienst. Das Disziplinarverfahren wird in der Landeskirche Rheinland geführt. Quelle: br


20.9.2022 Die Vorsitzenden der Unabhängigen Aufarbeitungskommissionen der Bistümer in Deutschland haben sich zu einer Austauschsitzung getroffen. Teilgenommen haben auch Kerstin Claus, UBSKM, Bischof Ackermann, ein Vertreter des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, eine Vertreterin der Deutschen Ordensobernkonferenz sowie eine Vertreterin des Instituts für Prävention und Aufarbeitung e. V.. Peter Grimm (Eichstätt) wurde zum Vorsitzenden gewählt, Stellvertretende sind Ursual Groden-Kranisch (Magdeburg) und Winfried Schubert (Magdeburg). Beraten wurde über Datenschutz und die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Jahresberichte. Quelle: dbk


20.9.2022 Rechtsanwalt Ulrich Weber kündigte an, dass der Abschlussbericht über Missbrauch und sexuelle Gewalt im Bistum Mainz nicht wie geplant in diesem Herbst, sondern erst Anfang März 2023 vorliegen werde. Seit der Vorlage des Zwischenberichtes seien zahlreiche weitere Hinweise eingegangen. Zudem habe die Pandemie die Arbeit erschwert und die Ergebnisse einer Fragebogenaktion unter allen Gemeinden und Einrichtungen hätten eine Rolle bi der Verzögerung gespielt. Quelle: katholisch.de


20.9.2022 Bischof Bode, Bistum Osnabrück, hatte 2010 eine aufsehenerregende Bitte um Vergebung ausgesprochen und dabei versprochen, Hilfen für Betroffene ganz auszunutzen: „Dieses Versprechen sei aber in der Praxis der folgenden Jahre nicht umgesetzt worden“, stellen die Forscher*innen des Projektes „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung“ fest. Hans Schulte-Nölke, Juraprofessor an der Universität Osnabrück, stellte fest: „Die Aktenlage hat uns nicht den Eindruck vermittelt, dass das Bistum Osnabrück die Ansprüche der Betroffenen stets wohlwollend prüfte. Betroffene wurden bürokratisch und abweisend behandelt“, sagte er. Quellen: Tagesschau   Traunsteiner Tagblatt   Kirche und Leben   taz   kath.ch   Kommentar von Florian Breitmeier


20.9.2022 Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung: Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück“. Das Ergebnis: Erst in den letzten Jahren hat sich der Umgang des Bistums mit Missbrauchsfällen gebessert. Betroffene waren und sind noch kaum oder gar nicht im Blick des Bistums. Erste Stellungnahme von Bischof Bode: „Jetzt beschäftigt es mich sehr, wie blind wir eigentlich gewesen sind und wie blind ich gewesen bin für das Leiden und die Perspektiven der Betroffenen. Ich trage die Verantwortung dafür, auch für das System im Bistum.“


20.9.2022 Heute, 10 Uhr, stellt die Universität Osnabrück ihren Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung: Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück“ vor. Unter https://www.youtube.com/uniosnabrueck1 wird die Veranstaltung übertragen. Am 22.9., vormittags wird die Pressekonferenz des Bistums abgehalten: https://www.youtube.com/bistumosna.  Am 29.9. gibt es eine Online-Austausch zum Zwischenbericht über das Bistum Osnabrück und Hamburg.


20.9.2022 Die unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Fulda ruft Betroffene, Familienmitglieder und Freundeskreise von Betroffenen, Zeitzeug*innen und kirchliche Mitarbeiter*innen auf, sich bei der Kommission zu Gesprächen zu melden. Kontaktdaten finden Sie hier. Quelle: Osthessen-News


20.9.2022 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg wertet die Verschiebung des Berichts zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum als harten Rückschlag: „Das Warten auf den Bericht ist zermürbend und eine extreme psychische Belastung für die Betroffenen“, teilte er mit. Eine Sorge des Beirats ist es auch, vertröstet zu werden. Quelle: katholisch.de

19.9.2022 Die Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauch und sexualisierter Gewalt im Erzbistum Freiburg wird nicht am 25.10.2022 stattfinden, sondern sich bis April 2023 verzögern. Ursprünglich sollte das Gutachten im Frühjahr 2022 veröffentlicht werden. Die Verzögerung erklärt das Erzbistum mit Datenschutz, Persönlichkeits- und Presserecht. Wer diese Einwände erhoben hat, teilte das Erzbistum nicht mit. Daniel Deckers, FAZ, sagt: „In Freiburg ist es allerdings ein offenes Geheimnis, dass der Vorgänger Burgers, der seit 2013 emeritierte Erzbischof Robert Zol­litsch, gegen die Veröffentlichung des Berichts mit juristischen Maßnahmen vorzugehen droht.“ Robert Zollitsch war von 2003 bis 2013 Erzbischof und vorher von 1983 bis 2003 Personalreferent der Erzdiözese. Er wurde noch während seiner Amtszeit mit massiven Vertuschungsvorwürfen konfrontiert. Quelle: katholisch.de


19.9.2022 Bericht zum Forschungsprojekt: SicherImSport. Sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt im organisierten SportHäufigkeiten und Formen sowie der Status Quo der Prävention und Intervention. -Quelle: lsb.nrw


18.9.2022 Michael Reh, Missbrauchsüberlebender, hat das Buch „Das Grausame Erbe des Konrad Corbis“ geschrieben, das sich mit sexuellem Missbrauch beschäftigt. Reh erzählt, damit andere Überlebende Mut finden, davon zu sprechen. Reh sagt: „Missbrauch ist ein Lebensthema, mit dem man umgehen lernen kann und sollte als Überlebender, was Kraft und Liebe zu sich selbst bedeutet. Wenn man das nicht tut, frisst es einen auf.“ Quelle: Rundfunk-evangelisch


17.9.2022 Im Fall des Pfarrers D., Erzbistum Köln,  hat die Staatsanwaltschaft den im Januar 2021 erhaltenen Antrag auf rechtliche Prüfung nun wegen Verjährung zurückgewiesen. Eine kirchenrechtliche Untersuchung läuft, u.a. weil die Interventionsstelle des Erzbistums Köln Ende 2020 neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf aus dem Jahr 1995 erhielt. Im Februar 2022 forderte die Glaubenskongregation das Erzbistum auf, ein kirchliches Strafverfahren einzuleiten. Es wurde im Mai 2022 begonnen. Welcher Vorwurf Gegenstand des aktuellen Verfahrens ist, ist nicht bekannt. Pfarrer D. bestreitet den Vorwurf. Quelle: rp-online


17.9.2022 Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Frankreichs, Metropolit Dimitrios, will Missbrauchsvorwürfen von drei Brüdern nachgehen. Sie gaben an, als Acht-bis Zwölfjährige in den 70er Jahren in einem Kloster in der Region Herault mehrfach vergewaltigt worden zu sein. DieBeschuldigten sind inzwischen tot, die Fälle nach weltlichem Recht verjährt. Quelle: vaticannews


17.9.2022 Der Betroffenenbeirat des Bistums Würzburg ist zuversichtlich, dass ein viertes Mitglied neben Matthias Wimmer, Christine Göbel und Jörg Amrhein dazukommen wird. Am 17.10.17 Uhr, lädt der Beirat Betroffene zum Kennenlernen, Austauschen, zur Unterstützung ein. Anmeldungen sind bis 7.10. möglich: betroffenenbeirat-wuerzburg@gmx.de oder Betroffenenbeirat im Bistum Würzburg, Postfach 1860, 63888 Miltenberg. Angegeben werden sollen Name, Adresse, Ort beziehungsweise Pfarrei, in der der Missbrauch stattgefunden hat. Der Beirat fühlt sich im Bistum noch zu wenig wahrgenommen. Zudem beklagt er, dass es bei den Entschädigungen noch keine Verbesserungen gebe. Quelle: mainpost


17.9.2022 Die „Welt am Sonntag“ berichtet über Zweifel an einer eidesstattlichen Versicherung Kardinal Woelkis vom 6.5.2021. Woelki hatte angegeben, zwar von einem Kontakt des Geistlichen zu einem Prostituierten 16 Jahre vor der Beförderung des Geistlichen gewusst zu haben, danach jedoch lediglich vage Gerüchte gehört, von denen sich keines bestätigt habe. Die Personalakte des Geistlichen habe er nicht gekannt. – Die „Welt am Sonntag“ berichtet, dass Woelki 2010 als Kölner Weihbischof ein anonymes Schreiben mit Vorwürfen gegen den Priester und 2015 als Erzbischof von Köln ein weiteres Schreiben mit Vorwürfen sexueller Übergriffe des Priesters erhalten. Daraufhin habe das Erzbistum ein Verfahren gemäß der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz eingeleitet inklusive einer Anhörung, in der der Mann laut Protokoll durchgängig als „Beschuldigter“ bezeichnet worden sei. In der Folge habe er die Auflage bekommen, sich aus der Kinder- und Jugendarbeit herauszuhalten. Das Erzbistum Köln erklärte, Woelkis eidesstattliche Versicherung, er habe die Personalakte nicht gekannt, „ist richtig und es bleibt dabei“. Quelle: katholisch.de


16.9.2022 Ein früherer Oberkirchenrat des Kirchenamtes der EKD in Hannover wurde aus dem Dienst entlassen. Das Disziplinargericht der EKD sah als erwiesen an, dass der Pfarrer in den 1980er Jahren in mehreren Fällen „sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen“ vorgenommen habe. Erste Hinweise erhielt die EKD im Herbst 2020. Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein. Um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen, teilte die EKD nicht mit, wo die Übergriffe des damaligen Pfarrers einer Landeskirche stattfanden. Gegen das Urteil kann der frühere Oberkirchenrat Rechtsmittel einlegen. Quelle: FAZ


16.9.2022 Die Universität Osnabrück wird am 20. September 2022, 10 Uhr, den ersten Zwischenbericht zum Forschungsprojekt „Betroffene – Beschuldigte – Kirchenleitung: Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Osnabrück“ vorstellen. Die Veranstaltung wird über die Uni Osnabrück übertragen: https://www.youtube.com/uniosnabrueck1. Der Zwischenbericht steht anschließend unter https://www.ikfn.uni-osnabrueck.de/forschung/betroffene_beschuldigte_kirchenleitung zur Verfügung. Das Bistum plant am 22.9., vormittags eine Pressekonferenz. Sie wird unter https://www.youtube.com/bistumosna übertragen. -Quelle: bistum-osnabrueck


16.9.2022 Im Fall des Sternsingerpräsidenten Winfried Pilz gibt es Hinweise auf weitere Betroffene, die sich nach dem Aufruf des Erzbistums Köln gemeldet haben. 2012 wurde dem Erzbistum Köln bekannt, dass Pilz einen schutzbedürftigen Erwachsenen in den 1970er Jahren missbraucht hat. Kardinal Meisner erlegte ihm 2014 eine Geldstrafe auf und verbot ihm den Kontakt zu Minderjährigen ohne Anwesenheit weiterer Erwachsener. Quelle: katholisch.de


15.9.2022 Das Erzbistum Freiburg trauert um den früheren Domkapitular Dr. Eugen Maier, der von 2002 bis 2010 interner Beauftragter des Erzbistums für die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs war. Generalvikar Christoph Neubrand würdigte den Geistlichen: „Mit hoher theologischer Kompetenz und Herzlichkeit, Ruhe und Gottvertrauen hat er sich große Verdienste um die Erzdiözese Freiburg und die hier lebenden Menschen erworben.“ Quelle: Erzbistum Freiburg


15.9.2022 Hans Joas: Warum Kirche?


14.9.2022 Viele Fragen gibt es im „Fall“ des Sternsingerpräsidenten Pilz zum Umgang des Erzbistums Köln mit diesem Fall. Woelki unterschrieb die Todesanzeige für Pilz und formulierte dort – in Kenntnis der Vorwürfe gegen Pilz: „Als Erzbischof bin ich dem Verstorbenen über das Grab hinaus für seinen Dienst im Erzbistum Köln in großer Dankbarkeit verbunden.“ Quelle: DLF


14.9.2022 Die Finanzierung der „Kölner Hochschule für Katholische Theologie“ ist ungeklärt, die vom Kirchenrecht vorgeschriebene Zustimmung des Domkapitels und des Vermögensrats wurde von Kardinal Woelki nicht eingeholt. Der Darstellung der FAZ widerspricht der Rektor der KHKT, Christoph Ohly. Quelle: FAZ


14.9.2022 Seit 2017 gilt in Polen eine Anzeigepflicht in Missbrauchsfällen. Das Oberste Gericht hat nun entschieden, dass die Pflicht auch gilt, wenn man vor 2017 von Missbrauch Kenntnis hatte. Der emeritierte Bischof von Kalisz, Stanislaw Napierała hatte über Missbrauchstaten des ehemaligen Priesters Arkadiuz H. vor Inkrafttreten des Gesetzes erfahren. Nun nimmt die polnische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen  Bischof em. Stanislaw Napierała auf. Quelle: katholisch.de


14.9.2022 Jörg Seiler, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt, weist die Beschimpfungen des Portals „kath.net“ gegen die Dogmatikerin Julia Knop als „vollständig unjesuanisch und auch ganz und gar unchristlich“ zurück. Der Chefredakteur von kath.net. ergeht sich in Hate speech, sagt der Dekan der Fakultät. Quelle: Uni Erfurt


13.9.2022 Bei der Synodalversammlung hatten mehrere Bischöfe einen „geschützten Raum“ bei den Abstimmungen gewünscht und genutzt – „ausgerechnet jene, die machtpolitisch am längeren Hebel sitzen: im Vorfeld, indem sie Mitwirkung an, Information über und Weiterbildung durch die Texte schlicht verweigerten, und während der Sitzung, indem sie schwiegen, anonym blieben, gar nicht mitstimmten oder sich als angeblich nicht willkommene Vertreter einer Minderheitenmeinung stilisierten.“ Das meint die Theologin Julia Knop und verweist darauf, dass „kirchlich versehrte Menschen“ einen „safe space“ benötigen. Quelle: katholisch.de


13.9.2022 Am Donnerstag, 15.9.2022, 14 Uhr lädt der Betroffenenbeirat im Bistum Speyer zu Information und Gespräch an einen Stand am Speyerer Dom ein. U.a. wird Rudi Schreiber aus Birkenheide da sein. An diesem Tag beginnt seine Pilgertour nach Rom zum Gedenken an kirchliche Missbrauchsbetroffene. Quellen: Bistum Speyer   Bistum Speyer


13.9.2022 Filmtipp: Zölibat – der katholische Leidensweg – Arte


13.9.2022 katholisch.de informiert über die Abstimmung der Diözesanbischöfe auf der 4. Synodalversammlung des Synodalen Wegs, soweit die Stimmen namentlich abgegeben wurden. Quelle: katholisch.de


13.9.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, stellt zum Scheitern des Grundtextes zu Sexualität fest: „Die bischöfliche Ablehnung des Textes war der Versuch von einigen wenigen, die Macht des Bischofsamtes sehr eindringlich zu demonstrieren: keine inhaltliche und transparente Auseinandersetzung mit dem Diskussionsgegenstand, dafür aber ein Basta in der Abstimmung. … Dass kein weiteres Dokument an der Zweidrittel-Mehrheit der Bischöfe gescheitert ist, macht eine tiefe Krise des Bischofsamtes deutlich. … Besteht die Gefahr, die eigene Entscheidung rechtfertigen zu müssen, folgt man nicht mehr der eigenen Überzeugung, sondern vermeidet möglichst einen öffentlichen Diskurs durch ein anderes Abstimmungsverhalten.“ Quelle: katholisch.de


12.9.2022 Im Bistum Osnabrück wurde die Broschüre „Schutzräume schaffen gegen sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch“ veröffentlicht. Quelle: bistum.net


12.9.2022 Die bisherige Internetpräsenz des IPA-Instituts wurde geändert in https://ipa-institut.com. Anlass ist die Verlegung des Institus aus Lantershofen nach Bonn. Zugleich ging das IPA als An-Institut eine feste Partnerschaft mit der Uni Bonn ein. Quellen: ga   ipa-institut


12.9.2022 Seit 1946 bis heute wurden im Bistum Rottenburg-Stuttgart 389 Betroffene und 175 Beschuldigte. bekannt. 36 der Beschuldigten sind Laien, 20 Beschuldigte sind Ordensschwestern in Orden bischöflichen Rechts. Inzwischen wurde ein Betroffenenbeirat – fünf Männer und zwei Frauen – von Bischof Fürst berufen. Quellen: drs   Zeit


10.9.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, berichtet von Erfahrungen mit dem Synodalen Weg: „Wir haben einen hohen Betroffenheitsgrad in der Bischofskonferenz. Wir haben einen hohen Betroffenheitsgrad auch bei den Kolleginnen und Kollegen des ZdK. Wenn es aber in die klassische Sitzungsarbeit geht, dann fehlen tatsächlich die Betroffenen, weil wir nicht in diese Blase passen. Wir bringen das System zum Schwingen. Wir heben regelmäßig den Spiegel auf und halten ihn vor, denn das, muss man ehrlicherweise sagen, hat auch Professor Großbölting in Münster festgestellt. Es gibt diesen Klerikalismus der Basis. Also, die Frage der Verantwortung der Laien ist noch nicht ganz angekommen.“ Quelle: Domradio


10.9.2022 Nach der Anzeige von drei katholischen Priestern gegen Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln. Die Priester werfen Woelki vor, im Fall des Sternsinger-Chefs Winfried Pilz eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben zu haben. Ob die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet, ist offen. Quellen: BR   FAZ


10.9.2022 Markus Nolte, Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung „Kirche und Leben“ staunt über die Langmut der katholischen Laien mit den katholischen Bischöfen auf dem „Synodalen Weg“. Er konstatiert aber auch: „Hier aber endet das Hohelied auf die Langmut der Laien. Längst nämlich bleiben Menschen auf der Strecke, werden wieder und wieder verletzt. Wo Langmut zudem falsche Rücksichtnahme oder Feigheit oder falsches Spiel ummäntelt, lässt sie sich ausnutzen. Und die alte Macht gewinnt. Es ist an den Bischöfen, die Langmut der Laien nicht länger zu strapazieren. Wer von einem Lernpozess Synodalität spricht, muss auch seine Hausaufgaben machen.“ Siehe dazu auch die Forderungen des BDKJ, der auf systemischen Veränderungen in der Kirche und auf mehr Reformbereitschaft der Bischofskonferenz besteht. Quelle: Kirche und Leben


10.9.2022 Pressekonferenz zum Abschluss der 4. Vollversammlung des Synodalen Weges. Quelle: youtu.be


10.9.2022 Bei der Vollversammlung des Synodalen Weges wurde die Einrichtung eines Synodalen Ausschusses beschlossen. Dieser soll einen Rat vorbereiten, in dem Geweihte und Nicht-Geweihte gemeinsam beraten und entscheiden. Bischof Voderholzer, Regensburg, und eine „verschwindende Minderheit“ lehnte den Synodalen Ausschuss ab. Bischof Dieser, Aachen, stellte enttäuscht fest: „Wir brauchen die Konservativen. Aber sie machen ihre Sache nicht gut genug.“ Quellen: katholisch.de   faz


10.9.2022 Alle vier (Erz-)Bischöfe aus Köln haben beim Synodalen Weg gegen den Text über eine neue Sexualethik gestimmt. Quelle: domradio


9.9.2022 Kardinal Oscar Cantoni wurde am 27.8.2022 zum Kardinal kreiert, obwohl er einen pädophilen Priester geschützt hat, der mindestens fünf Minderjährige missbraucht hat. Das berichtet die italienische Zeitung „Il Messaggero„. Bei dem 2016 verurteilten Priester handelt es sich um Mauro Inzoli. Quelle: catholicnewsagency


9.9.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert auf der Versammlung des Synodalen Wegs den Umgang der katholischen Kirche mit den Opfern. Der Schutz der Institution Kirche und seiner Würdenträger werde noch immer über die Versorgung und Unterstützung der Opfer gestellt. Quellen: Zeit    Domradio    Wortlaut

Zur Erinnerung: Zwar war die MHG-Studie der Anlass für den Synodalen Weg, der Betroffenenbeirat katholisch-kirchlicher Missbrauchsopfer jedoch wurde nicht von Anfang an eingeladen und beteiligt. Erst auf Initiative der Betroffenen erhielten Betroffene Gastrecht, nicht etwa Stimmrecht.


9.9.2022 Der Diözesan-Caritasverband Münster und der Landes-Caritasverband für Oldenburg wollen die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs intensivieren und pro-aktiv auf mögliche Opfer und Zeugen zugehen. Sie haben vor, neue Möglichkeiten auch für anonyme Meldungen zu schaffen. Diözesan-Caritasdirektor Hopfenzitz räumt ein, dass es bei den Meldemöglichkeiten großen Nachholbedarf gebe. Bereits jetzt will der Caritasverband auf die in der Münsteraner Studie genannten Einrichtungen direkt zugehen. Quelle: Kirche und Leben


9.9.2022 Der Eckige Tisch sieht in dem Scheitern des Grundlagentextes zur Sexualmoral beim Synodalen Weg ein trauriges Zeichen für die strukturelle Reformunfähigkeit der katholischen Kirche. Quelle: Eckiger Tisch


9.9.2022 Die Münsteraner Bischöfe Genn, Theising und Hegge haben für den von den Bischöfen abgelehnten Grundsatztest zur Sexualmoral gestimmt. Weihbischof Zekorn war an Corona erkrankt und nahm digital teil. Unbekannt ist seine Abstimmung beim abgelehnten Grundtext, in der Abstimmung der Texte zur Neubewertung von Homosexualität und zur Reform der Kirchlichen Grundordnung hat er sich enthalten. In der gleichen Form stimmten die Genannten das Papier zur Rolle der Frau ab. Quelle: Kirche und Leben


9.9.2022 „Mit der Ablehnung des Grundtextes zur Sexualmoral geht einmal mehr Vertrauen in uns Bischöfe verloren“, meint Bischof Overbeck, Essen. Er und die Essener Weihbischöfe Zimmermann und Schepers haben dem Grundlagenpapier zugestimmt. Quelle: Bistum Essen


9.9.2022 Bischof Wilmer, Hildesheim, hat für den Grundtext des Synodalen Wegs zur Reform der katholischen Sexuallehre gestimmt. Seine Begründung: „Es kann nicht sein, dass durch die kirchliche Lehre Menschen verletzt oder diskriminiert werden. Das ist nicht im Sinne von Jesus Christus.“ Quelle: Bistum Hildesheim



9.9.2022 Domberg-Akademie Freising: Live aus der Synodalversammlung u.a. mit Bischof Dr. Helmut Dieser und Mara Klein. -Quelle: youtube


9.9.2022 Das Grundsatzpapier zur Rolle der Frau in der Kirche wurde auf dem Synodalen Weg mit 91,5 Prozent der Delegierten angenommen. Die Bischöfe stimmten mit 81 Prozent, mit mehr als einer Zweidrittel-Mehrheit zu. Quellen: Kirche und Leben  Kirche und Leben


9.9.2009 Burkhard Hose zum Abstimmungsverhalten der Bischöfe beim Synodalen Weg: „Wir haben euch unser Gesicht gezeigt, ihr habt eures gestern verloren.“. Quelle: Sinn und Gesellschaft


9.9.2022 Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, fordert die Caritas zur Aufarbeitung von Missbrauch auf. Quelle: Kirche und Leben


9.9.2022 Professor Großbölting stellte Interessierten aus Bocholt und Rheder das Münsteraner Gutachten vor. Sein Fazit: „Zynisch betrachtet hat sich das zwölfjährige Aussitzen des Problems bezahlt gemacht. Kein Bischof ist bislang zurücktreten, und die Politik mischt sich immer noch nicht ein.“ Quelle: madeinbocholt


9.9.2022 Hans-Joachim Sander kommentiert die Ablehnung des Grundtextes zur katholischen Sexualmoral durch 21 Bischöfe, von denen nur 5 ihre Ablehnung zu erkennen gaben: „Es ging um die Macht. Demonstriert wurde mit der Sperrminorität, die natürlich regelkonform zustande kam, die Macht einer prinzipiellen Ablehnung, so kirchlich nicht weiter machen zu dürfen wie bisher. Diese Macht hat eine Minderheit der Bischöfe ausgeübt, die zugleich das synodale Recht hatte, die Mehrheit, die anderer Meinung war, zu majorisieren. Daher hilft kein Deuteln: Dieser Text wurde von einer sachlich zu diskursivierenden Auseinandersetzung über ein sehr wichtiges und sehr kontroverses Feld des menschlichen Lebens zu einer Machtdemonstration. Mit dem Ziehen der Sperrminorität wurde deutlich, wer das Sagen hat.“ Quelle: katholisch.de


8.9.2022 Der Weltkirchenrat hat zum Ende seiner Ökumenetagung in Karlsruhe den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt. Die Aggression sei mit dem Wesen Gottes unvereinbar. Religion dürfe nicht zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht werden. Quelle: evangelisch.de


8.9.2022 Die Hauptverhandlung gegen einen suspendierten katholischen Priester des Bistums Osnabrück wegen des Besitzes von Kinderpornografie ist für den 26.10. anberaumt. Der Priester hat die Vorwürfe eingeräumt. Quelle: Kirche und Leben


8.9.2022 Am 2. und 3. Dezember findet im Frankfurter Haus am Dom die Veranstaltung „Blickwechsel: Spirituelle Autonomie“ statt u.a. mit der Erfurter Theologieprofessorin Julia Knop, der Aachener Psychologin Dr. Ingrid Kamps und dem Fundamentaltheologen Professor Joachim Negel. Die Veranstaltung gehört zum MHG-Folgeprojekt des Bistums Limburg „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“. Flyer. Quelle: Bistum Limburg


8.9.2022 Zum Auftakt der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs wurde der Grundtext zur katholischen Sexualmoral von 82,8 Prozent der anwesenden Delegierten angenommen. Die notwendige Zweidrittel-Mehrheit der Bischöfe wurde verfehlt: 61,1 Prozent der Bischöfe (33 Bischöfe)  stimmten für den Text, 38,9 Prozent (21 Bischöfe) dagegen, drei enthielten sich, fünf der 62 anwesenden Bischöfe stimmten gar nicht ab. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Da zeigt sich die Bischofskrise der kath. Kirche. 38.9 % der Bischöfe verlassen das Volk….


8.9.2022 Die Schmerzensgeldklage eines Missbrauchsbetroffenen gegen das Erzbistum Köln wird am 15. November vor dem Landgericht Köln verhandelt. Der Betroffene klagt auf 750.000 Euro, weil das Erzbistum Köln unter Erzbischof Höffner (1906-1987) und Generalvikar Feldhoff 1980 nicht konsequent genug gegen den beschuldigten Priester vorgingen und ihre Amtspflicht verletzt hätten. Opferorganisationen und die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, begrüßten die Klage als einen Schritt zu mehr Rechtsklarheit. Quelle: Neues Ruhrwort


8.9.2022 Der Sprecher des Betroffenenbeirats bei der DBK, Johannes Norpoth, weist anlässlich der heutigen Versammlung des Synodalen Wegs darauf hin, dass die Bischöfe noch immer kein wirklich befriedendes System zur Anerkennung des Leids für die kirchlichen Opfer und Überlebenden sexualisierter Gewalt installiert hat. Deutlich wird das in einer auf die Bistümer zurollenden Klagewelle. Norpoth beklagt auch, dass das katholische Interesse an der Aufarbeitung schwindet. Quelle: Kirche und Leben


7.9.2022 Auch mehr als ein Jahr nach dem ersten Aufruf zur Mitarbeit gibt es im Bistum Magdeburg weiterhin keinen Betroffenenbeirat. Die Aufarbeitungskommission will bei der Suche nach Betroffenen deshalb jetzt neue Wege gehen und selbst aktiv nach Betroffenen suchen. Quelle: katholisch.de


7.9.2022 Das Land Niedersachsen stellt am kommenden Dienstag die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Leids von Kindern und Jugendlichen vor, die zwischen 1949 und 1975 in stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Behindertenhilfe untergebracht waren.Darauf wiesen Sozialministerin Behrens, Landesbischof Meister und Bischof Wilmer hin. Quelle: landeskirche-hannovers.de


7.9.2022 Einem Augustiner-Chorherren wird vorgeworfen, einen zwölfjährigen Jungen missbraucht zu haben. Er hat die Auflage, nur innerhalb der Gemeinschaft Eucharistie feiern zu dürfen. Nun erschien er uneingeladen zur Priesterweihe eines Mitbruders. Der zuständige Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, ebenfalls Augustiner-Chorherr, schweigt. Quelle: kath.ch


7.9.2022 Am Freitag, 16.9. bis Samstag, 17.9.2022 findet eine Veranstaltung der Goetheuniversität Frankfurt in Bad Homburg zum Thema „Kindheit und Gewalt. Wie können wir eine Kultur des Wegsehens überwinden?“ statt. Die Veranstaltung kann auch online besucht werden: youtube. Quelle: forschungskolleg-humanwissenschaften


7.9.2022 Die Universität Osnabrück stellt am 20.9.22 ihren Zwischenbericht zu sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück seit 1945 vor. Bis 1995 gehörte das heutige Erzbistum Hamburg zum Bistum Osnabrück. Das Forschungsprojekt wird von dem Rechtswissenschaftler Hans Schulte-Nölke und der Historikerin Siegrid Westphal geleitet. Quelle: Domradio


6.9.2022 Der Sprecher des Betroffenenbeirats bei der DBK, Johannes Norpoth, fordert, dass die Anliegen kirchlich Betroffener sexualisierter Gewalt beim Reformprozess des „Synodalen Wegs“ besser berücksichtigt werden sollten. Quelle: Domradio


6.9.2022 Aus Protest haben nur 22 der 75 Mitglieder an der Sitzung des Kölner Diözesanpastoralrats teilgenommen – Kardinal Woelki stellte die Beschlussunfähigkeit fest. Der Sprecher des Diözesanrates Tim Kurzbach sieht die Bistumsleitung nicht mehr in der Lage, die Diözese zu führen. Quelle: katholisch.de


5.9.2022 Papst Franziskus sagt: „Ein Priester kann nicht weiter Priester sein, wenn er missbraucht. Das kann er nicht. Weil er krank oder ein Krimineller ist, ich weiß es nicht. Der Priester ist dazu da, die Menschen zu Gott zu führen und nicht, um sie im Namen Gottes zu vernichten. Null Toleranz. Und so muss es weitergehen.“ Quelle: vaticannews


5.9.2022 Am Freitag, 30.09.2022, 17.00 – 20.00 Uhr findet im Innenhof St. Michael, Maxburgstr. 1 in München die Veranstaltung „Missbrauch an Ordensfrauen“ statt. Referentinnen sind Dr. Barbara Haslbeck, Sr. Dr. Franziska Mitterer, Äbtissin M. Petra Articus. Quelle: domberg-akademie.de


5.9.2022 Sichtbar werden – Gemeinsam sind wir STARK. Ein Gruppenprojekt der Selbsthilfegruppe Fackelträger Grafenhausen. Einsendeschluss 26.9.2022


5.9.2022 Kurt Schulte, 57, Offizial, Dompropst und Domkapitular im Bistum Münster legt alle Ämter nieder. Bereits Ende Juni wurde er von Bischof Genn beurlaubt, weil es Vorwürfe grenzüberschreitenden, unangemessenen Verhaltens gegen ihn gibt, die derzeit kirchenrechtlich untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen wegen fehlenden Anfangsverdachts ab. Der jetzige Amtsverzicht hänge nicht mit den bisher erhobenen Vorwürfen zusammen, betont das Bistum. Quelle: Kirche und Leben


4.9.2022 Im Mai 2022 waren  326 Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Portugal bekannt. Inzwischen spricht der Kinderpsychiater Pedro Stretch, Leiter der Unabhängigen Untersuchung, von 400 Fällen. 17 Fälle wurden an die Justiz weitergeleitet. Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet. Quelle: 24newshd.tv


Buch-Hinweis: Thomas Hieke, Konrad Huber: Bibel um-gehen. Provokative und irritierende Texte der Bibel erklärt, 2022, erscheint am 5.9.22. Mehr auf katholisch.de


4.9.2022 Hier geht’s zur Petition für Monika Schmid. Quelle: kath.ch


3.9.2022 In Unterwössen, Erzbistum München und Freising, wird ein von dem Holzbildhauer Andreas Kuhnlein geschaffener Andachtsraum vorgestellt. Der Andachtsraum ist dem Thema Missbrauch gewidmet, das die Gemeinde selbst betroffen hat. Quelle: OVB-online


3.9.2022 Kardinal Woelki sagt im Interview mit Christoph Driessen, dass er alles richtig gemacht hat. Quelle: aachener-zeitung


2.9.2022 Kardinal Woelki hat Zweifel an einer von ihm abgegebenen eidesstattlichen Versicherung zu einem mutmaßlichen Missbrauchstäter zurückgewiesen. „Ich werde garantiert nicht hingehen und als Bischof einen Meineid leisten“, sagte er. Quelle: Süddeutsche


2.9.2022 Die katholischen Priester Wolfgang Rothe, Bernd Mönkebüscher und Burkard Hose haben eine Strafanzeige gegen Kardinal Rainer Maria Woelki wegen des Verdachts einer falschen Versicherung an Eides Statt im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Pilz erstattet. Dabei berufen sie sich auf die Recherchen von Raoul Löbbert, Christ & Welt, und Christiane Florin, DLF. Als Kirchenmitglieder – wiewohl nicht zum Erzbistum Köln gehörig – haben sie „kein Vertrauen mehr in Erklärungen der erzbischöflichen Pressestelle oder der vom Kardinal beauftragten Anwälte“ und erwarten eine Klärung der Vorgänge durch eine unabhängig ermittelnde Behörde. Stellungnahmen zu den Vorgängen durch andere Bischöfe in Deutschland vermissen die Anzeigenden. Quelle: katholisch.de


2.9.2022 Am Donnerstag, 8. September, 19 Uhr findet in der Aula des St.-Josef-Gymnasiums, Hemdener Weg 19, ein Vortrags- und Gesprächsabend statt, zu dem die Pfarreien St. Gudula, Rhede, und Liebfrauen, Bocholt, gemeinsam mit der Selbsthilfe Rhede alle Interessierten einladen. Der Historiker Prof. Thomas Großbölting gibt an diesem Abend einen Einblick in das Ausmaß des sexuellen Kindesmissbrauchs im Bistum Münster. Der Pfarrer von Rhede, Thorsten Schmölzing, kommentiert: „Grundsätzlich denke ich, dass der Dialog über den sexuellen Kindesmissbrauch in der Kirche sehr viel weitere Kreise ziehen müsste als dies bisher der Fall ist. Als Kirche stehen wir vor der Herausforderung, dass wir das Faktenwissen um den Missbrauch durch Kleriker in unser kollektives Gedächtnis integrieren – ähnlich, wie wir es in Deutschland mit den Verbrechen der Nazi-Zeit getan haben. Das gelingt nur kommunikativ, indem wir darüber sprechen, was Missbrauch durch Priester bewirkt.“ Schmölzing geht davon aus, dass es in zahlreichen Pfarreien im Bistum Münster unmittelbar oder indirekt Betroffene leben. Zum Versagen der Bistumsleitung sagt er: „Für mich bleibt es eine offene Frage, warum sich Verantwortliche der Bistumsleitung so einseitig darauf konzentriert haben, den beschuldigten Priester, seine Sendung durch die Weihe und die Kirche insgesamt zu schützen. Und warum niemand gefragt hat, was der Missbrauch eigentlich bei den betroffenen Kindern bewirkt. Offenbar hat man keine Spannung wahrgenommen zu dem Auftrag, der sich nach meiner Überzeugung von Jesus her ableiten lässt – nämlich an der Seite von Bedrängten zu stehen und Kinder zu schützen.“ Quellen: madeinbocholt   Kirche und Leben


2.9.2022 Der Orden katholischer Marienschwestern von der unbefleckten Empfängnis hat von 1951 bis 1988 ein Kindererholungsheim in Langweiler betrieben. Dort kamen sog. Verschickungskinder hin. Monika Kilburg, 64 berichtet von Misshandlungen in dem Heim. Sie will damit andere Verschickungskinder ermutigen, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Auf Anfrage des SWR reagieren die Marienschwestern nicht, ob der Orden inzwischen eine Aufarbeitung der Fälle angestoßen hat, ist unklar. Dem Bistum Trier liegen zu dem konkreten Fall keine Informationen vor. Die Marienschwestern sind ein Orden päpstlichen Rechts und unterstehen daher auch nicht dem Bischöflichen Stuhl. Das Bistum Trier ist gegebenenfalls bereit, zu unterstützen. Quelle: swr


1.9.2022 Bei der Anlaufstelle für Missbrauchsbetroffene in Münchner Kinderheimen haben sich inzwischen 25 Betroffene gemeldet. Quelle: Traunsteiner Tagblatt


1.9.2022 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat in den vergangenen sechs Jahren insgesamt 1.600 Gespräche mit Betroffenen geführt. Hinzu kamen 650 schriftliche Berichte. Die UBSKM fordert eine gesetzliche Grundlage, um die Aufarbeitung auf Bundesebene weiter sicherzustellen und für Betroffene fordert sie ein gesetzlich abgesichertes Recht auf Aufarbeitung. Quelle: Domradio


31.8.2022 „Wenn Menschen kirchliche Verantwortungsträger nicht als zuhörend, dialogorientiert, offen, veränderungsbereit, kritikfähig und im Dienst an den Menschen stehend erleben: Wie soll ich dann glaubhaft die Frohe Botschaft verkünden?“ Diese Frage stellt sich Bischof Genn, Münster, im Sommerinterview. Quelle: Kirche und Leben


31.8.2022 Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, hatte in einer eidesstattlichen Erklärung angegeben, sich erst in der 4. Juni-Woche 2022 mit dem „Fall Pilz“ beschäftigt zu haben. Christiane Florin, Deutschlandfunkt, und Raoul Löbbert, Christ und Welt, haben recherchiert. Ihre Recherchen lassen Zweifel an Woelkis Darstellung aufkommen. Das Erzbistum Köln hält jedoch auch nach den Recherchen von „Christ und Welt“ und DLF daran fest, dass eine von Kardinal Woelki abgegebene eidesstattliche Versicherung richtig sei. Quellen: DLF   katholisch.de   katholisch.de


31.8.2022 „Die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Bistum Speyer (UAK) hat mit Mareike Ott eine neue Vorsitzende gewählt. Der Wahl voraus gingen kontroverse Diskussionen über den Umgang mit der Thematik „Missbrauch“ und der Arbeitsweise der Kommission. Dabei wurden unterschiedliche Einschätzungen zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden Bernhard Scholten auf der einen und den weiteren Mitgliedern der Kommission auf der anderen Seite offensichtlich. Herr Scholten stellte am 18.08.2022 sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung und beendete seine Mitgliedschaft in der UAK Speyer. Die verbleibenden Mitglieder danken Herrn Scholten für die geleistete Arbeit.“ Diese Erklärung gibt die UAK für den Wechsel des/der Vorsitzenden ab. Quelle: Bistum Speyer


30.8.2022 In Bonn treffen sich Altkatholik*innen Europas. Themen sind ein zeitgemäßes Eheverständnis und das Thema „Trauma und Seelsorge“. Quelle: ORF 


30.8.2022 „El Pais“ hat Berichte von kirchlichen Opfern veröffentlicht und Missbrauch durch Angehörige des Jesuitenordens ausgewertet. Gegen 130 Jesuiten und angestellte Laien gibt es belastendes Material. Die Zahl entspricht knapp 15 Prozent der mindestens 840 Jesuiten in Spanien. Interne Nachforschungen der spanischen Jesuiten hatten von 68 Missbrauchstätern aus dem Orden und von 84 betroffenen Personen gesprochen. In der Dokumentation „Hölle der Päderastie in Schulen der Jesuiten“ wird von einem Serientäter berichtet, der von 1969 bis 1973 mindestens 13 Minderjährige missbraucht haben soll. Der inzwischen Verstorbene zog in den 1980er Jahren nach Brüssel und hat von dort aus jahrelang für die Arbeitsstelle der Jesuiten im Bistum Aachen gearbeitet. Quelle: katholisch.de


30.8.2022 Sieben Frauen demonstrierten anlässlich der Kardinalsversammlung zur Kirchenreform vor dem Vatikan für Frauenrechte. Sie wurden verhaftet und vier Stunden festgehalten. Weitere Ermittlungen gegen die Demonstrantinnen für Frauenrechte in der katholischen Kirche wurden angekündigt. Obwohl sie mehr als die Hälfte der 1,36 Milliarden Katholiken auf der Welt ausmachten, würden keine Frauen zum Dialog mit den Kardinälen über ihre Beteiligung eingeladen, kritisierte die Frauenorganisation „Women’s Ordination Conference“. Quelle: katholisch.de


30.8.2022 Nach einem Zwischenbericht im Bistum Trier gab es in den vergangenen Jahrzehnten deutlich mehr Missbrauchsbetroffene als gedacht. Bischof Stephan Ackermann weist die Forderung nach einem Rücktritt jedoch zurück. Quelle: katholisch.de


29.8.2022 Hinweis: Sophie v. Kalckreuth / Jörg Seiler (Hg.): Wegtexturen. Notizen aus der Erfurter Theologie zur „Stimme derer, die von kirchlichem Machtmissbrauch betroffen waren und sind“ (Synodaler Weg)


29.8.2022 Der Erzbischof von Medellin, Ricardo Tobon, Kolumbien, erklärte nach der Veröffentlichung von 26 Namen der Priester, denen zwischen 1995 und 2019 sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, dass die Kirche „keinerlei Intentionen der Verschleierung“ habe. Der Journalist Juan Pablo Barrientos schrieb 2019 ein Buch über seine Recherchen zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Die Kirche zog vergeblich gegen die Veröffentlichung vor Gericht. Nun erstritt Barrientos die Veröffentlichung der Namen der Priester-Täter. Barrientos sagt: „Die Mehrheit dieser Priester, die Kinder missbraucht haben, wurden nur eine kurze Zeit suspendiert und übernahmen danach ihre Funktionen wieder.“ Quelle: ORF


29.8.2022 Die Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Münster hat den ehemaligen Bischöfen Reinhard Lettmann, Heinrich Tenhumberg und Michael Keller schwere Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch nachgewiesen. In der Bischofsgruft im St.-Paulus-Dom sind sie beerdigt. Nun bittet Bischof Genn um Vorschläge, wie auf eine gute und angemessene Form auf die Verfehlungen dieser Bischöfe hingewiesen werden kann und wie an die Betroffenen erinnert werden kann. Quelle: allesmuenster


28.8.2022 Buch-Hinweis: Dysmas de Lassus: Verheissung und Verrat. Geistlicher Machtmissbrauch in Orden und Gemeinschaften der katholischen Kirche, Münster 2022. Quelle: katholisch.de


28.8.2022 In Ecuador wird das Andenken an Erzbischof Stehle hochgehalten, obwohl inzwischen bekannt ist, dass Stehle Frauen und Mädchen sexuell missbrauchte und Priester-Tätern aus Deutschland zur Flucht verhalf. Mercedes Garcia Espinos, Leiterin einer Stehle-Schule, sagt: „Wir halten sein Andenken immer hoch. Die Nachricht ist an uns vorbeigezogen, ohne, dass irgendetwas hängengeblieben wäre, weder bei den Eltern noch bei den Schülern oder Dozenten.“ Quelle: deutschlandfunkkultur


27.8.2022 Das Erzbistum Köln weist darauf hin, dass die Daten, die der von Kardinal Woelki eigenhändig geschredderten Liste von Missbrauchstätern zugrunde liegen, weiterhin vorhanden seien. Quelle: faz


27.8.2022 Uwe Conradt, Saarbrücker Oberbürgermeister, merkt nach dem Zwischenbericht der Aufarbeitungskommission im Bistum Trier selbstkritisch an: „Viel zu lange haben einfache Kirchenmitglieder wie ich zu den Vorgängen in unserem Bistum und in unserer Kirche geschwiegen.“ Conradt fordert personelle Konsequenzen und fordert: „Es ist Zeit, dass Amtsträger, insbesondere der ehemalige Trierer Bischof Reinhard Marx und der aktuelle Bischof Stephan Ackermann Verantwortung übernehmen und von ihren Ämtern zurücktreten.“ Quelle: Saarbrücker Zeitung


27.8.2022 Die Vereinigung der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit) reagierte auf Aussagen von Bischof Ackermann nach Bekanntgabe des Zwischenberichts. Sie hält den Bischof für „völlig empathiefrei“ und wartet bislang vergeblich auf sein Bedauern oder eine Entschuldigung. Außerdem weist MissBiT darauf hin, dass es auch in der neuen Personalaktenordnung erhebliche Hürden für Betroffene, die Akten einsehen wollen, gibt. Quelle: Presseerklärung MissBiT


26.8.2022 Christiane Florin kommentiert den Zwischenbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Trier. Quelle: DLF


26.8.2022 Die Bild-Zeitung darf nicht mehr behaupten, Kardinal Woelki habe sich persönlich mit dem Missbrauchsfall Pilz befasst. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: katholisch.de


26.8.2022 Bislang hat sich die katholische Kirche in Australien darauf berufen, dass sie keine eigenständige Rechtsperson sei und damit auch nicht verklagt werden könne. Nun hat das Oberste Gericht des Bundesstaates Victoria den Weg für Schadenersatzklagen von Missbrauchsopfern gegen die Kirche freigemacht. Quelle: ORF


26.8.2022 Erzbischof Ricardo Tobón Restrepo, Kolumbien, droht eine Haftstrafe, weil er Informationen zu 915 Priestern seines Erzbistums Medellín in Bezug auf Missbrauchsanklagen trotz eines Gerichtsbeschlusses nicht herausgegeben haben soll. Der Journalist Juan Pablo Barrientos, der laut dem Verfassungsgericht des Landes die angeforderten Informationen erhalten darf, hatte Tobón angezeigt. Quelle: katholisch.de


25.8.2022 Die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe, 31.8.-8.9., hat ein umfangreiches Begegnungs- und Kulturprogramm.


25.8.2022 Bischof Ackermann, Trier, hat den Zwischenbericht der Unabhängigen Kommission (UAK) zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier begrüßt. Ackermann liest in dem Bericht auch „einige Anregungen zu einer stärkeren Betroffenenorientierung“ und versteht die Anregungen „auch als Aufforderung zu einer weiteren Professionalisierung in der gesamten Thematik.“ Quelle: katholisch.de


25.8.2022 Die Unabhängige Kommission des Bistums Trier hat in ihrem ersten Zwischenbericht insgesamt 513 Betroffene und 195 Beschuldigte/überführte Täter festgestellt. Unter den Betroffenen sind 162 weiblich und 311 männlich, bei 40 Betroffenen fehlt die Angabe des Geschlechts. Der Untersuchungszeitraum umfasst die Jahre 1946 bis 2021.

(In der MHG-Studie war von 148 Beschuldigten und 442 Betroffenen die Rede. 190 der Betroffenen waren als weiblich kenntlich gemacht worden.)

Die Kommission fordert eine Verbesserung der Akteneinsicht für Betroffene und deren regelmäßige und intensive Unterrichtung über den Fortgang des kircheninternen Verfahrens. Außerdem beklagen Betroffene die lange Verfahrensdauer bei der Anerkennung des Leids. Eine langfristige Beratungs- und Anlaufstelle sei zu schaffen „entweder in Form einer besonderen Seelsorge oder durch eine unabhängige Ombudsstelle“. Die Unabhängige Kommission hat eine Stiftung gegründet, „die die Erfüllung der finanziellen Erfordernisse der Aufarbeitung sicherstellt und die Unabhängigkeit der Kommission zusätzlich stärkt“. Zu den Aufgaben der Stiftung gehört auch die Initiierung von Studien zu sexuellem Missbrauch im Bistum Trier.

Der Zwischenbericht enthält auch zwei Fallbeispiele von katholischen Geistlichen aus den 1950er Jahren: den „Fall Paul Krischer“ und den „Fall Franz Engelhardt“. Diese Fälle dokumentieren die Praxis der Bistumsleitung, „Fälle sexuellen Missbrauches intern zu regeln und vor der Öffentlichkeit, ja sogar vor dem Zugriff der staatlichen Strafverfolgungsbehörden zu verbergen“. Der „Fall Weißenfels“ ist im Zwischenbericht nicht enthalten. Quellen: katholisch.de   aufarbeitungskommission.bistum-trier   sueddeutsche   vaticannews

Inzwischen müssen wir also – ohne Dunkelziffer – von mindestens 7.142 kirchlich Betroffenen und von 3.268 Täter*innen in Bistümern und Orden ausgehen.


25.8.2022 Kardinal Woelki hat seinen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Kirchenrechtler Thomas Schüller zurückgezogen. Schüller hat eidesstattlich versichert, Äußerungen, die von der Bild-Zeitung wiedergegeben wurden, nicht getätigt zu haben. Den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Bild-Zeitung hält Woelki aufecht. Quelle: katholisch.de


25.8.2022 Der Kirchenrechtler Bernhard Anuth kommentiert das Nicht-Verfahren gegen Kardinal Marc Ouellet, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden: „Papst Franziskus will offenbar trotz allem bis heute nicht, dass Laien priesterliche Missbrauchstäter anklagen oder gar über sie urteilen.“ Anuth sieht Reformbedarf. Quelle: katholisch.de


24.8.2022 Die Liste von Priestern, die sexualisierte Gewalt an Minderjährigen begangen hatten und die Kardinal Woelki sich 2015 vorlegen ließ, wurde aus Datenschutzgründen geschreddert. Erinnerungen an die Namen sind dem Kardinal abhanden gekommen. Quelle: kath.ch


24.8.2022 Im Bistum Trier sind in der Zeit von Bischof Ackermann vier Fälle belegt, in denen Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern oder Kinderpornografie verurteilt waren, in der Krankenhausseelsorge,- z.T. mit Kinderstationen – eingesetzt worden. Die Verantwortlichen in den Kliniken seien nicht über die Verurteilungen informiert worden, schreibt Christ & Welt. Das Bistum informiert, dass jeweils ein forensisches Gutachten mit einer Unbedenklichkeitserklärung eingeholt worden sei. Quelle: fuldainfo  swr


24.8.2022 Im Bistum Trier stellt die Unabhängige Aufarbeitungskommission morgen ihren Zwischenbericht zu sexualisierter Gewalt vor. Katrin Weißenfels wurde von einem Priester missbraucht und zur Abtreibung gedrängt – in dem Bericht kommt sie nicht vor. Im Bericht  sollte die Formulierung stehen: „Der Fall ist nach Auffassung der Kommission eine bedrückende Leidensgeschichte. Sie zeigt große psychische Probleme und langanhaltende Verletzungen.“ Weißenfels wollte den Eindruck vermeiden, dass sie immer schon psychische Probleme hatte und bat daher um die Formulierung: „Als Folge des sexuellen Missbrauchs leidet Karin Weißenfels auch heute noch unter schwerwiegenden traumatischen Verletzungen und Belastungen.“ Der Kommissionsvorsitzende ließ Frau W. und ihren Anwalt wissen, dass die Aufarbeitungskommission die Änderung ablehne, weil sie sich „nicht auf Diskussionen über Formulierungen des Textes einlassen“ könne. Gänzlich ausgeblendet wird in dem geplanten Bericht der Unabhängigen Kommission zudem die Verantwortung der Bistumsleitung für den Umgang mit der Betroffenen. Quelle: Süddeutsche


24.8.2022 Die katholische Kirche in Costa Rica wurde in einem Fall von sexuellem Missbrauch vor einem Zivilgericht erstinstanzlich zur Zahlung von 100.000 US-Dollar Schadensersatz an das Opfer des Priesters Mauricio Viquez verurteilt. Sie hat die Beschwerden Betroffener nicht rechtzeitig bearbeitet und den Pfarrer lediglich versetzt. Die Bischofskonferenz teilte mit, sie werde Berufung gegen das Urteil einlegen, weil der Fall auch zivilrechtlich verjährt sei. Quelle: latina-press


23.8.2022 Rembert G. Weakland, zuletzt Erzbischof von Milwaukee (1977–2002), ist gestorben. Er hat mit dafür gesorgt, dass es gegen Pater Murphy kein kirchliches Verfahren gab. Murphy soll zwischen 1950 und 1974 bis zu 200 gehörlose Kinder sexuell missbraucht haben. Weakland hat auch 2002 zugegeben, 450.000 Dollar als eine Art Schadensersatz an einen Mann bezahlt haben, an dem er sich zwei Jahrzehnte zuvor vergangen haben soll. Ein Schuldeingeständnis gab es nicht. – Im Nachruf des Erzbistums Milwaukee bleiben die Vorwürfe unerwähnt, die Umstände seiner Emeritierung unbenannt: „Erzbischof Weakland erreichte am 2. April 2002 das vorgeschriebene Rentenalter von 75 Jahren. Seine Pensionierung wurde am 24. Mai 2002 angenommen.“ Die Trauermesse für Weakland wird in der Kathedrale St. John the Evangelist vom derzeitigen Erzbischof Jerome Listecki gefeiert. Quelle: eu.jsonline


23.8.2022 Kardinal Woelki hat sich 2015 eine Namensliste Kölner Priester erstellen lassen, gegen die es Missbrauchsvorwürfe gab. Da die Liste irgendwie nicht mehr existiert, ist unklar, ob der Name des 2019 verstorbenen früheren „Sternsinger“-Chefs Winfried Pilz darauf stand. Kardinal Woelki sagt, er sei erst ab der vierten Juni-Woche 2022 mit dem Fall Pilz befasst gewesen. Für Woelki habe es keinen Anhaltspunkt gegeben, davon auszugehen, dass das Bistum Dresden-Meißen nicht über die Vorgeschichte und die Auflagen von Pilz informiert gewesen sei. Quelle: Neues Ruhrwort


23.8.2022 Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich legte vor zwei Monaten einen ersten Bericht zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vor. Untersucht wurden beide Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl für das Erzbistum München und Freising. Überprüft wurden mehr als 800 Fälle aus den Jahren 1945 bis ca 2009, bei 243 Fällen waren Kleriker die Verdächtigen, verurteilt wurde ein Täter. Ein zweiter Bericht, der hauptsächlich die Zeit von Januar 2017 bis Juni 2022 umfasst, nennt 134 Ermittlungsverfahren, die zu drei Verurteilungen führten. Sie waren von der Kirche mitgeteilt worden. 66 Ermittlungen wurden aufgrund von Anzeigen Geschädigter oder von Dritten eingeleitet und führten zu 17 Verurteilungen. 29 Ermittlungen – z.B. von Amts wegen – führten zu neun Verurteilungen. Von den 30 (?) Verurteilungen betrafen 24 die katholische Kirche und sechs die evangelische Kirche. – Die Staatsregierung prüft derzeit, ob sie eine wissenschaftliche Dunkelfeldstudie „zu Missbrauch im kirchlichen Bereich speziell für Bayern“ in Auftrag geben will. Quellen:Augsburger Allgemeine   BR


22.8.2022 Das Kolpingwerk im Bistum Münster ruft seine Mitglieder auf, Hinweise auf früheren oder aktuellen Missbrauch zu melden. Das Schweigen von Laien auch in den katholischen Verbänden habe Missbrauchstaten durch Geistliche ermöglicht. Unter anderem geht es um einen Priester, der Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre in hoher Position für das Kolpingwerk tätig war und sich an Minderjährigen verging – auch vor und nach seiner Zeit beim Kolpingwerk. Quelle: katholisch.de


22.8.2022 Der frühere Sprecher des Betroffenenbeirats des Erzbistums Köln, Patrick Bauer, wiederpsricht dem jetzigen Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder und dem amtierenden Beirat. Das Erzbistum Köln habe den Betroffenenbeirat sehr wohl instrumentalisiert, denn bereits im September 2020 – vor dem Einholen der Zustimmung des Betroffenenbeirats zur Ablehnung des WSW-Gutachtens – habe das Erzbistum die neuen Gutachter bestellt. -Quelle: Kirche und Leben


21.8.2022 Die Vorwürfe sexueller Belästigung einer Frau durch Kardinal Marc Quellet wurden von dem Jesuitenpater Jacques Servais, 73 Jahre, untersucht. Servais ist emeritierter Professor der Gregoriana, kein Kirchenrechtler und hat sich bislang nicht mit dem Pro­blem sexualisierter Gewalt in der Kirche beschäftigt. „Seit seiner Emeritierung ist er Direktor der „Casa Balthasar“ in Rom, einer Bildungseinrichtung für junge Menschen. Dem Vorstand von deren Trägerorganisation gehört auch der Kardinal aus Quebec an. Ouellet und Servais kennen sich mithin seit Jahrzehnten. Dass Franziskus zur Voruntersuchung der Vorwürfe gegen Ouellet ausgerechnet einen Weggefährten des Kardinals einsetzt, erinnert an frühere Fehltritte des Papstes bei Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen ranghohe Kirchenführer.“ Quelle: FAZ


21.8.2022 Christiane Florin über die Kölner Ereignisse: In der Kirche regiert Unmoral. Quelle: weiberaufstand


20.8.2022 Seit dem 17. Februar 2010 haben sich 319 Personen (bis zum 26.8.2020 waren es 188 Personen) gemeldet, die unterschiedliche Formen von Gewalt – körperliche und psychische Gewalt, sexuelle Übergriffe und Missbrauch in unterschiedlicher Schwere – erfahren haben. Die meisten Vorfälle ereigneten sich in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren. Ein Teil auch in den Achtzigern und später. Der Anteil ist aber deutlich geringer. In Benediktbeuren gab es fünf Vorwürfe aus den Fünfziger- bis Achtzigerjahren. Drei der Vorwürfe betrafen sexualisierte Gewalt durch Einzeltäter, ein Vorwurf betrag physische Gewalt, der fünfte Vorwurf konnte weder personalisiert noch geklärt werden. Zwei Täter sind gestorben, zwei wurden sanktioniert. – Seit 2011 hat der Salesianer-Orden ca eine Million Euro Anerkennungszahlungen und ca 125.000 Euro für Therapien gezahlt. Seit Januar 2021 wurden bisher 71 Anträge auf eine Anerkennungszahlung gestellt. Quelle: Süddeutsche


19.8.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, hält die Schadenersatzklage eines Missbrauchsopfers gegen das Erzbistum Köln für wichtig, weil damit die Amtshaftung einer Institution für ihre Beschäftigten geklärt wird. Quelle: Kirche-und-leben


19.8.2022 Das Erzbistum Paderborn hat den Dortmunder Pastor Liudger Gottschlich mit der Seelsorge für Betroffene von Missbrauch beauftragt. Diese Stelle sei „aufgrund der Rückmeldungen und Wünsche der Betroffenen“ eingerichtet worden. Quellen: Erzbistum Paderborn   katholisch.de


19.8.2022 Kardinal Marc Ouellet nennt die gegen ihn vorgebrachte Anschuldigung falsch, er habe keine „unangemessene Gesten» an der «Beschwerdeführerin“ vorgenommen. Die Interpretation und Verbreitung der Anschuldigungen betrachte er als diffamierend. An einer möglichen zivilrechtlichen Untersuchung werde er sich beteiligen, „damit die Wahrheit ermittelt und meine Unschuld anerkannt wird“. Quelle: kath.ch


19.8.2022 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln erlebt als verletztend, „dass Missbrauch fast ausschließlich nur als ‚Aufhänger‘ für kirchenpolitische Kritik genutzt wird“, sagt der ehemalige Sprecher des Gremiums, Peter Bringmann-Henselder. Er weist auch darauf hin, dass der Betroffenenbeirat keineswegs im Kontext der Nichtveröffentlichung des WSW-Gutachtens instrumentalisiert wurde. Vielmehr sei der „monatelange lautstarke Medienspektakel immer unerträglicher geworden – ein erneuter Missbrauch unseres erfahrenen Leids.“ Quelle: katholisch.de


18.8.2022 Aus Datteln, Bistum Münster, stammte Reinhard Lettmann, der von 1980 bis 2008 Bischof von Münster war. Nun haben sich rund 50 Menschen für die „unzureichende Dienstaufsicht“ Lettmanns interessiert. Quellen: Kirche und Leben   Bistum Münster


18.8.2022 Die Dortmunder Historikerin Barbara Vosberg und der Paderborner Theologe Andreas Henkelmann arbeiten mit einer Studie die Missstände der Nachkriegsjahrzehnte im Sankt-Vincenz-Jugendhilfe-Zentrum in Dortmund auf. Beteiligt waren die Paderborner Vinzentinierinnen und das Landesjugendamt als zuständige Heimaufsicht. Das Erzbistum Paderborn beteiligt sich an den Kosten der Studie. Das Sankt-Vincenz-Jugendhilfe-Zentrum ruft Zeitzeugen auf, sich bei der Historikerin Barbara Vosberg unter 0151-18682444 oder historische.aufarbeitung@svjz.de zu melden. Quellen: katholisch.de   vincenz-jugendhilfe-zentrum


18.8.2022 Der Vatikan leitet keine eigene Untersuchung gegen den kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet (78) wegen sexueller Übergriffe ein. Nach „einschlägigen Beratungen“ und mehrfacher Konsultation von Pater Jacques Servais, zuständig für die Voruntersuchung, habe Papst Franziskus entschieden, „dass es keine ausreichenden Anhaltspunkte für die Eröffnung einer kanonischen Untersuchung wegen sexueller Nötigung von Kardinal Ouellet gegen Person F“ gebe. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Eine Überraschung ist diese Entscheidung nicht, aber ein verheerendes Signal.


18.8.2022  Missbraucht – Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport. Quelle: ardmediathek


17.8.2022 Missbrauch und Prügel statt Liebe und Fürsorge: Silvia Gerhardt, 58 J., aus Stuttgart hat in ihrer Kindheit im katholischen St. Josefsheim in Ludwigsburg-Hoheneck zwischen 1967 und 1971 Traumatisches erlebt. Quelle: swr


17.8.2022 Theologen in den USA haben die Einstellung von Katholiken zu Klerikalismus untersucht. Das Ergebnis: Priester werden kaum bei der Ausbildung eines gesunden Verhältnisses zu ihrer Sexualität unterstützt. Das begünstige Missbrauch. Quellen: katholisch.de   scu.edu


17.8.2022 Kardinal Woelki hat eine einstweilige Verfügung gegen eine Boulevard-Zeitung und gegen den Kirchenrechtler Thomas Schüller eingereicht. Woelki hatte in einer eidesstattlichen Erklärung versichert, er sei bis Juni 2022 nie mit dem Fall Pilz befasst gewesen, daher habe er auch nicht das Bistum Dresden-Meißen über die Sanktionen gegen Pilz informieren können. Nach dem Tod von Pilz 2019 veröffentlichte das Erzbistum Köln einen „überschwänglichen Nachruf“. Kirchliche Kenner halten es für sehr unwahrscheinlich, dass Woelki dazu  nicht konsultiert worden sei. Auch habe Woelki erklärt, dass er sich alle Verdachtsfälle im Erzbistum 2015, als er Erzbischof von Köln wurde, noch einmal habe vorlegen lassen. Außerdem wurden die Vorwürfe gegen Pilz 2018 der Staatsanwaltschaft gemeldet. Sollte Woelki davon nichts gewusst haben, müsse er sich vorhalten lassen, dass die Kommunikation in der Aufklärungsarbeit des Erzbistums an ihm vorbeilaufe, kommentieren Insider. Quellen: Domradio   Erzbistum Köln  katholisch.de, 23.8.2022   Neues Ruhrwort, 23.8.2022


17.8.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz sucht die Kirchenleitungen und die Gemeinden, die Verantwortung für die systemischen Ursachen von (Macht-)Missbrauch in der katholischen Kirche übernehmen. Quelle: katholisch.de


16.8.2022 Kardinal Marc Ouellet, Kanada, wird in einer Sammelklage gegen die Erzdiözese Quebec von einer Pastoralpraktikantin des sexuellen Fehlverhaltens angeklagt, das er als Erzbischof von Québec 2008 – 2010 gezeigt habe. Ouellet ist Kardinalpräfekt der Bischofskongregation.  Quelle: washingtonpost   yahoo


16.8.2022 Das Erzbistum Köln befindet sich in einer tiefgreifenden und lange andauernden Vertrauenskrise. Die ZdK-Vorsitzende Irme Stetter-Karp ist deshalb besorgt, dass die Erzdiözese „vor die Wand fährt“ – und ruft den Vatikan zum Handeln auf. Quelle: katholisch.de


16.8.2022 Hat Kardinal Woelki seine Pflichten verletzt, weil er ein anderes Bistum nicht über die Taten des ehemaligen Sternsinger-Chefs Winfried Pilz informierte? Das hatten jedenfalls Kirchenrechtler Thomas Schüller und die „Bild“-Zeitung behauptet. Dagegen wehrt sich der Kölner Erzbischof nun – wie gewohnt – gerichtlich. Quelle: katholisch.de


16.8.2022 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, findet die Klage eines Betroffenen auf rund 800.000 Euro für jahrelange Quälereien durch einen katholischen Priester wichtig. weil damit geklärt wird, welche rechtsstaatlichen Mittel Betroffene haben und und welche Verpflichtungen kirchliche Institutionen haben, deren Beschäftigte Gewalttaten verübten. Sie geht – nach allen Studien – davon aus, dass die Kirchen ihre Verantwortung nicht mehr allein auf die unmittelbaren Täter*innen schieben können und sich auch nicht mehr auf eine mögliche Verjährung berufen können. Sie hofft, dass eine Vereinbarung mit der EKD über die Aufarbeitung 2023 getroffen werden kann. Zu klären sind die Betroffenenbeteiligung und die Größe der Verbünde von Aufarbeitungskommissionen. Ob die jetzige Betroffenenbeteiligung zu einer Stärkung der Rechte von Betroffenen führt, ist für Claus derzeit nicht zu beurteilen. Die Frage ist, mit welcher Legitimierung die jetzt Beteiligten die große Gruppe der Betroffenen repräsentieren. Das internationale Betroffenennetzwerk „Brave Movement“ verfolgt politische Ziele auf internationaler Ebene. Claus nennt die nationale und internationale Vernetzung von Betroffenen  elementar. Sie fordert Rechte für die Betroffenen, z.B. auf Akteneinsicht und hofft, dass die Aufarbeitungskommission über 2023 hinaus abgesichert wird.  Auf europäischer Ebene setzt sie sich für die EU-Richtlinie zum Kinderschutz u.a. in öffentlichen Chaträumen ein. Quelle: katholisch.de


15.8.2022 Im Erzbistum Köln regt sich vielfältiger Widerstand gegen Kardinal Woelki: „Für mich ist momentan die Voraussetzung für einen Dialog mit der Leitung rund um Erzbischof Woelki nicht mehr gegeben.“ Das erklärt Regina Oediger-Spinrath, Sprecherin des Berufsverbands der Pastoralreferent:innen. Quellen: WDR   Spiegel   Zeit


15.8.2022 Nach einer Erhebung des Weißen Rings wurde 2021 fast jeder zweite Antrag auf Unterstützung nach dem Opferentschädigungsgesetz abgelehnt. Genehmigt wurden 27,6 % der Anträge. Die nicht abgelehnten Anträge (25,8 %) wurden eingestellt wegen Rücknahme des Antrags, dem Tod der Antragsteller*innen oder der Weitergabe des Falls in ein anderes Bundesland. Quelle: Ärzteblatt


15.8.2022 Günter Scheidler hat vom Bistum Essen und der Ordensgemeinschaft der Dernbacher Schwestern eine Opferentschädigung erhalten für die Qualen, die er im Kinderheim St. Josef, Gelsenkirchen, durch die Schwester Oberin Theresa erlitten hat. Die Beschuldigte lebt bis heute unbehelligt bei den Schwestern, entschuldigt hat sie sich nie. Scheidler klagt auch gegen die Rheinische Landesklinik Langenberg. Dort hat ein ehemaliger NS-Arzt mit Medikamenten an Heimkindern experimentiert. Quelle: waz


15.8.2022 Im Bistum Limburg bietet die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs eine eigene Website  – www.uko-limburg.de – an, bei der sich kirchlich Betroffene und Zeitzeug*innen melden können. Quelle: neuesruhrwort


15.8.2022 Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholik*innen im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach, fordert eine zweite Auszeit für Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Moraltheologe Jochen Sautermeister spricht sich für die Veröffentlichung des bisher nur in Auszügen bekannten internen PR-Papiers durch das Erzbistum Köln aus. Die Bewegung „Maria 2.0“ hat das Kölner Generalvikariat mit einem Absperrband symbolisch blockiert und auf den „moralischen Bankrott“ des Erzbistums hingewiesen. Quellen: Neues Ruhrwort   katholisch.de


14.8.2022 Mitarbeitende des Erzbistums Köln fordern einen Neuanfang mit „personellen und systemischen Veränderungen“. Quelle: katholisch.de


14.8.2022 Das US-Justizministerium ermittelt gegen die Southern Baptist Convention (SBC), der größten protestantischen Konfession in den USA. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Vertuschung von sexuellem Missbrauch. Hunderte Missbrauchsfälle seien in den vergangenen Jahrzehnten systematisch ignoriert oder heruntergerspielt worden, teilweise seien die Opfer verleumdet worden. Quelle: kath.ch


13.8.2022 Der Erlanger Dekan Michael Pflaum empfiehlt: „Die Kirche und ihre Vertreter müssen sich mit Traumatherapien beschäftigen. Denn das wäre eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht, weil sie unser Menschenbild korrigiert, sensibler im Seelsorgegespräch macht und den Blick schärft für verletzende Strukturen.“ Er hat Betroffene begleitet und das Buch „Für eine trauma-existentiale Theologie. Missbrauch und Kirche mit Traumatherapien betrachtet“ geschrieben. Quelle: katholisch.de


12.8.2022 Der in Peru tätige deutsche Bischof Reinhold Nann kritisiert einen „ungerechten Generalverdacht“ gegen die für Priester-Auslandseinsätze zuständige Koordinationsstelle „Fidei Donum“. Jüngste Berichte erweckten einen falschen Eindruck. „Fidei-Donum-Priester sind nicht der Abschaum der Priester in Deutschland, der dann nach Südamerika abgeschifft wurde. Sie sind genauso gut und genauso schlecht wie andere Priester auch“, sagte Nann. Quelle: Domradio


12.8.2022 Weil ihm 2017  Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen werden, forderte eine Betroffeneninitiative den Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz zum Rücktritt auf. Das Bistum wies das zurück. Nun kommt es am 31.8. zu einem Treffen mit dem Weihbischof. Bongartz war zwischen 2007 und 2014 diözesaner Missbrauchsbeauftragter.  Quelle: katholisch.de


12.8.2022 Tim Kurzbach, Vorsitzender des Diözesanrates im Erzbistum Köln, konstatiert, dass das „System Woelki abschließend kollabiert“. Quelle: DLF


12.8.2022 Schwester M. Gabriela Zinkl erinnert angesichts der Fluchthilfe kirchlicher Hilfsorganisationen für Missbrauchstäter an die Rattenlinie, die Fluchtroute von NS-Kriegsverbrechern, auf der faschistische Kirchenmänner – unter ihnen Bischof Alois Hudal und Franziskanerpater Krunoslav Draganović- katholischen Massenmördern die Flucht nach Übersee ermöglichten. Quelle: katholisch.de


11.8.2022 Ca 40 Interessierte haben in St. Marien in Münster-Hiltrup über das Gutachten der Universität Münster zu den Missbrauchsfällen im Bistum Münster in den Jahren 1945 bis 2020 diskutiert. Einige Teilnehmende wollen nach Lesen des Gutachtens ihr kirchliches Engagement überdenken. Die Pfarrei St. Clemens in Hiltrup-Amelsbüren überlegt, welche Konsequenzen aus den Skandalen für die Gemeinde-Arbeit zu ziehen sind. Antonius Kock bezeichnet die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Münster als schleppend. Er berichtet über die Schwierigkeiten, als Betroffene*r Gehör zu finden. Bis heute hat der Orden, in dem Kock Missbrauch erlitt, nicht aufgearbeitet und sich nicht entschuldigt. Quelle: Kirche und Leben


11.8.2022 Simone Schmollak kommentiert die Ereignisse im Erzbistum Köln: „Wer bisher noch daran zweifelte, dass Religionshüter keine Wahrheitsverfechter, sondern große Lügner und Demagogen sein können, bekommt das in der Fortsetzung der Woelki-Affäre gerade auf plastische Weise vorgeführt. Zu den bekannten Vorwürfen – umstrittener Umgang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, Machtmissbrauch, Verschwendung von Kirchengeldern, unter anderem für Beratung seiner Öffentlichkeitsdarstellung – kommt nun der Verdacht, Missbrauchsopfer und Medien für seine perfide PR-Strategie instrumentalisiert zu haben.“ Quelle: taz


11.8.2022 Die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, hat der evangelischen Kirche vorgeworfen, bei der Aufarbeitung der katholischen Kirche hinterherzuhinken. Der öffentliche Fokus habe sich im Jahr 2010 sehr auf den sogenannten Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche gerichtet. Erst 2018 sei es der bei der Unabhängigen Beauftragten angesiedelten Aufarbeitungskommission gelungen, mit dem „Hearing Kirchen“ und einer dort vorgelegten Fallstudie auch die Defizite bei der evangelischen Kirche öffentlich klar zu benennen. Quelle: FAZ


11.8.2022 Patrick Bauer, ehemaliger Betroffenenbeiratssprecher des Erzbistums Köln, reagiert auf die Stellungnahme von Generalvikar Assmann zu den Vorgängen um die Instrumentalisierung des Betroffenenbeirats durch das Erzbistum Köln und sagt, dass das Vorgehen des Erzbistums von vornherein festgestanden habe und Woelki sich nur noch den Segen des Beirats abholen wollte, um in der Öffentlichkeit besser dazustehen. Bauer ärgert sich besonders über die Aussage Assmanns, man solle miteinander und nicht übereinander reden und berichtet, dass seit November 2020 weder Kardinal Woelki noch der damalige Generalvikar noch irgend jemand von der Kommunikationsabteilung mit ihm geredet habe. Bauer erwartet eine Entschuldigung. Quelle: Mainpost


10.8.2022 Kardinal Woelki und seine PR-Strategie. Und: Die Entscheidung des Papstes über das „Rücktrittsgesuch“ Woelkis steht immer noch aus. Quelle: www1.wdr


10.8.2022 Das Erzbistum Köln hatte 2015 und 2016 die Schulden eines Priesters in Höhe von einer knappen halben Million Euro übernommen, weil der Geistliche sich „in einer seelischen und gesundheitlichen Ausnahmesituation“ befunden habe. Jahre danach erst fiel dem Erzbistum auf, dass dafür Lohnsteuern fällig gewesen wären. Das Erzbistum zeigte sich selbst an und zahlte die vom Finanzamt angesetzten 650.000 Euro nach. Nun wurde ein Bußgeldverfahren wegen der unvollständigen Mitteilungen an das Finanzamt eingeleitet. Quelle: Kirche und Leben


10.8.2022 Bischof Genn, Münster, hat jetzt einen Priester aus dem Offizialatsbezirk Oldenburg wegen nicht näher bezeichnetem „grenzüberschreitendem Verhalten“ beurlaubt. Bereits 2010 gab es eine Meldung. Die polizeilichen Ermittlungen wurden eingestellt, weil die betroffene Person erwachsen war. Aus dem gleichen Grund gab es auch keine kirchenrechtliche Voruntersuchung. Dem Opfer wurde durch die Unabhängige Kommission für Anerkennungszahlungen Ende Mai 2022 eine Zahlung zuerkannt. Damit wurde es es als Opfer grenzüberschreitenden Verhaltens anerkannt. Knapp drei Monate später wurde der Beschuldigte beurlaubt. Das sei ein anderer Sachstand als 2010. Quellen: Zeit   Kirche und Leben


10.8.2022 Generalvikar Assmann, Erzbistum Köln, stellt fest, dass „die Berichterstattung in den Medien über die ‚Informationsstrategie‘ des Erzbistums im Zusammenhang mit dem ersten ‚Missbrauchsgutachten‘ (WSW) und der Gutachterwechsel“ zu Irritationen und falschen Schlussfolgerungen geführt habe. Assmann wies den Vorwurf zurück, das Erzbistum habe den Betroffenenbeirat für die eigene Krisenkommunikation instrumentalisiert: „Das ist definitiv falsch – wir haben nicht nach einem Drehbuch Dritter gehandelt.“ Handlungsleitend sei immer und ausschließlich die Betroffenenperspektive gewesen. Quellen:katholisch.de    Erzbistum Köln   Kommentar von Markus Nolte


10.8.2022 In Polen beschuldigt der ehemalige Seminarist Andrzej Pogorzelski (38 J.) Bischof Marek Mendyk, Swidnica (Schweidnitz), ihn 1992 sexuell missbraucht zu haben. Mendyk bestreitet dies und erklärt sich bereit, mit den kirchlichen und staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten bei der Aufklärung des Vorwurfs. Er bat um eine kirchliche Untersuchung. Quelle: katholisch.de


10.8.2022 Das Bistum Münster hat der Staatsanwaltschaft 12 Hinweise auf sexuellen Missbrauch weitergeleitet. In einem Fall leitet die Staatsanwaltschaft keine Ermittlungen ein, da kein ausreichender Anfangsverdacht besteht. In diesem Fall hat der Hinweisgeber nur einen Ort benannt, nicht jedoch einen Namen eines Beschuldigten. Quelle: Domradio


9.8.2022 Bayerische katholische Bistümer und die Evangelische Landeskirche Bayern haben bislang folgende Zahlungen an Missbrauchsbetroffene geleistet:

  • Bistum Augsburg: 2.196.538 Euro
  • Erzbistum Bamberg: 509.000 Euro
  • Bistum Eichstädt: 170.000 Euro
  • Erzbistum München und Freising: 450.000 Euro
  • Bistum Passau: 159.000 Euro
  • Bistum Regensburg: 10.736.350 Euro
  • Bistum Würzburg: 375.000 Euro
  • Evangelische Landeskirche Bayern: 1.276.000 Euro

Quelle: BR


9.8.2022 In Coesfeld, Bistum Münster, fand eine Gemeindeversammlung statt. Thema war der Umgang des Bistums mit der Gemeinde und den Betroffenen im Fall des Priesters P. Der Priester soll in den 1980er Jahren in Berlin u.a. einen 11-Jährigen und einen 16-Jährigen sexuell missbraucht haben. Daraufhin wurde er exkommuniziert. Der Freund des Beschuldigten, Bischof Lettmann, machte sich für die Rehabilitierung von P. stark, indem er darauf drang, die Gründe für die Bestrafung zu verschleiern. Der spätere Papst, Joseph Kardinal Ratzinger, machte den Weg zurück ins Pfarramt frei. P. wrde als Priester und Seelsorger wieder eingesetzt, ohne dass die Gemeinde von der Vorgeschichte erfuhr. Die damalige Pastoralreferentin Ilka Schmeing wusste von der Vorgeschichte, durfte jedoch nichts sagen. Der damalige, inzwischen verstorbene Weihbischof Voss begründete dies mit dem Wunsch der Opfer. Das war jedoch eine Lüge. Zwei Betroffene berichteten dem WDR, dass P. sie in Coesfeld missbraucht habe. Nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens der Uni Münster fragten Coesfelder nach, ob es auch dort einen Fall gegeben habe, was verneint wurde. Im Gutachten wurde der Fall anonymisiert, um eine Verleumdungsklage des Priesters zu vermeiden, weil die Vorwürfe nicht bewiesen seien, sagte der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings. Quellen: www1.wdr  Gutachten der Uni Münster S. 194 ff.?


9.8.2022 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Trier ist einer neuen Studie zufolge Anfang der sechziger Jahre nach Paraguay geflüchtet. In Deutschland wurde ihm sexueller Missbrauch von Schülern zwischen Ostern 1958 und Dezember 1959 vorgeworfen. Dem Bischof in Paraguay waren die Vorwürfe bekannt, dennoch ernannte er den Priester zu seinem Generalvikar. Der Priester starb 1997.

10.8.2022 Laut Bistum Trier gibt es Hinweise auf die Vertuschung von sexuellem Missbrauch. Es bestünden „deutliche Anhaltspunkte“, dass der damalige Generalvikar Peter Weins (1889-1966) Ermittlungen und ein Gerichtsverfahren habe verhindern wollen. Was der frühere Bischof Matthias Wehr (1892-1967) gewusst habe, lasse sich nicht sicher sagen. Quellen: swr  Untersuchungsbericht S. 61 ff   katholisch.de


9.8.2022 Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken  fordert Kardinal Woelki auf, unverzüglich Stellung zu nehmen: „Sollte Kardinal Woelki die benannten Empfehlungen seiner PR-Berater wirklich umgesetzt haben, könnte das einen irreparablen Schaden an der Integrität des Kardinals hinterlassen und wäre nur noch schwer zu tolerieren.“ Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine schrieb von „einer moralischen Bankrotterklärung der Bistumsleitung dem Betroffenenbeirat und allen Betroffenen gegenüber“. Der Wuppertaler Stadtdechant Bruno Kurth erklärt: „Wir stehen vor einem weiteren Tiefpunkt in der Krise des Verlustes an Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Ansehen und Amt des Erzbischofs von Köln und damit des Erzbistums Köln sind weiter beschädigt.“ Die drei Stadtdechanten beziehen sich auf den Bericht des Kölner Stadtanzeigers über die Empfehlungen von Beratern zum Umgang Woelkis mit dem Betroffenenbeirat und der Öffentlichkeit. Quelle: Domradio


9.8.2022 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Freiburg erwartet im Blick auf die Verbrechen von Bischof Stehle, der aus dem Erzbistum Freiburg stammt, „dass alle beteiligten Bistümer dazu beitragen diesen Fall aufzuklären- nicht nur in Deutschland, sondern auch in Lateinamerika. Wir fordern, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich hauptverantwortlich und angemessen um die Betroffenen kümmert, die sich gemeldet haben und melden werden. 
Nach den aktuellen Erkenntnisse ist Stehle nicht nur Missbrauchtäter, sondern auch noch vor allem aktiver „Missbrauchsermöglicher“. Hätte er dafür gesorgt, dass die bekannten Missbrauchstäter festgesetzt worden wären, hätten zahlreiche Kinder und Frauen weniger Gewalt erleben müssen. Die Taten müssen aufgeklärt werden. Jetzt.“ Quelle: ebfr


9.8.2022 Vor 80 Jahren, am 9.8.1942, wurde Edith Stein, Philosophin und Karmelitin jüdischer Herkunft, in Auschwitz ermordet. Klaus-Rüdiger Mai hat eine neue Biografie dieser großen Frau vorgelegt: „Edith Stein – Geschichte einer Ankunft. Leben und Denken der Philosophin, Märtyrerin und Heiligen.“ Gotthard Fuchs schreibt darüber. Quelle: CiG


8.8.2022 Missbrauch im Bistum Münster: Das Schweigen der Gemeinden. Drei Männer, die in jungen Jahren Missbrauch in Kirchen des Bistums Münster erlebten, erzählen ihre Geschichten. Es geht ums Schweigen, Reden, Kämpfen – und um den Umgang mit den Tätern von damals. Quelle: forum-opferhilfe


8.8.2022 Im Bistum Münster wurden elf Missbrauchsmeldungen über das Online-Meldeportal anonym-missbrauch-melden angegeben, eine Meldung über eine Telefonhotline. Zwölf Meldungen gab das Bistum an die Staatsanwaltschaft weiter. Bischof Genn hat in den vergangenen Wochen rund 50 Missbrauchsbetroffene zu Gesprächen getroffen. Quelle: katholisch.de


8.8.2022 Eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen den  ehemaligen Adveniat-Chef und Bischof Emil Stehle (gest. 2017, Ehrenbürger der Gemeinde Herdwangen-Schönach und Träger des Großen Verdienstkreuzes) bestätigte, dass Stehle Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, unterstützt hat, sich den Ermittlungen zu entziehen. Außerdem liegen 16 Meldungen sexuellen Missbrauchs gegen Stehle vor. Die Taten soll Stehle als Priester in Bogotá, Kolumbien, als Adveniat-Geschäftsführer in Essen und als Weihbischof und dann Bischof von Santo Domingo in Ecuador verübt haben. Die bislang bekannten Missbrauchstaten geschahen wohl seit etwa 1957 und umfassten Jahrzehnte. 2003 gingen erste Meldungen von Betroffenen an die Deutsche Bischofskonferenz und 2005 an das Erzbistum Freiburg, aus dem Stehle kommt. Stehle habe übergriffiges Verhalten eingeräumt. Quellen: Badische Zeitung   katholisch.de   ORF      Untersuchungsbericht   Felix Neumann beschreibt und kommentiert


8.8.2022 Christiane Florin beschreibt und kommentiert die Recherchen von Jachim Frank und die Twitter-Reaktion von Carsten Brennecke zum Vorgehen von Kardinal Woelki und dem Erzbistum Köln, um die Zustimmung des Betroffenenbeirats zur Nicht-Veröffentlichung des WSW-Gutachtens zu erhalten. Quelle: share.deutschlandradio.de


7.8.2022 Die Beratungsstelle Leuchtzeichen für Betroffene sexueller Gewalt im kirchlichen Kontext erlebt große Nachfrage, auch von Betroffenen, die nicht zum Erzbistum Köln gehören.  Jeanette Berger, ehrenamtliche Leiterin, konstatiert, dass sie die Beratung nicht mehr ehrenamtlich leisten kann. Betroffene aus dem Bistum Essen berichten den Berater*innen von Leuchtzeichen, dass sie nicht erfahren, dass das Bistum Essen vorbildlich mit ihnen umgeht, wie es die Außendarstellung vermuten ließe. Berger erzählt auch, dass sich die Kommunikation mit dem Erzbistum Köln als sehr schwierig erweist. Quelle: Rundschau Online


6.8.2022 Der Sprecher des Betroffenenbeirats der DBK, Johannes Norpoth, nennt das Verhalten des Kölner Kardinals Woelki „gleichermaßen schändlich wie verwerflich“ und spricht davon, dass Woelki und das Erzbistum Köln „in nahezu menschenverachtender Art und Weise die Betroffenen sehenden Auges einer massiven Retraumatisierungsgefahr ausgesetzt“ haben. Norpoth kritisiert auch das Missverhältnis zwischen den Ausgaben für den „Eigenschutz des Erzbistums und seines Bischofs“ und den Anerkennungsleistungen für Betroffene: „Auch hier wird wieder einmal mehr als deutlich: Der Schutz von Institution und Würdenträgern ist dieser Kirche mehr wert als die finanzielle Anerkennung des Leids, das Betroffene durch Missbrauchstaten, Vertuschung und Strafvereitelung bis heute zu tragen haben.“ Norpoth fordert, den Bischöfen die Verantwortung für Betroffenenarbeit und Aufarbeitung zu entziehen und in unabhängige Hände zu geben. Quelle: katholisch.de


5.8.2022 Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM),  spricht sich gegen eine Wahrheitskommission speziell für die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in der Kirche aus. Es dürfe keine Betroffenen erster und zweiter Klasse geben. Die Aufarbeitungskommission sei für Betroffene aller Kontexte zuständig, insbesondere auch den von Familien. Als wichtig bezeichnet Claus, dass die Aufarbeitung unabhängig von der Kirche sein müsse, denn die letzten Jahre hätten gezeigt, dass Institutionen Aufarbeitung nicht alleine leisten könnten. Karl Haucke forderte Woelkis Rücktritt. Der Kardinal habe die Betroffenen für seine Interessen benutzt, sagte er. Das sei mit Demütigung und Ohnmacht verbunden – ebenso wie die Missbrauchstaten selbst. Er forderte personelle Konsequenzen auch auf Ebene des mittleren Managements im Erzbistum. So habe etwa die Interventionsstelle bei der Umsetzung der PR-Strategie offenbar nur zugesehen. Quellen: katholisch.de  katholisch.de


5.8.2022 Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, wie Kardinal Woelki den FAZ-Redakteur Daniel Deckers als Fürsprecher gewinnen wollte, der absagte – und wie Woelki – beraten durch die PR-Agentur „Ewald & Rössing“ – die Opfer und Medien steuern wollte. Kerstin Claus kommentiert: „… Betroffene im Kontext von institutionellen Aufarbeitungsprozessen zur Verfügungsmasse zu degradieren und neuerlich die sich beteiligenden Mitglieder eines solchen partizipativen Gremiums massivster Machtmanipulation zu eigenem Nutzen zu unterwerfen, ist anmaßend und empörend.“ Quellen: Kirche und Leben   Kirche und Leben

Kommentar: Überraschend sind die Ergebnisse der Recherchen von Joachim Frank nicht. Es ist gut, dass das demogogische und manipulative Handeln von Woelki belegt und öffentlich wird.  Offensichtlich werden – zumindest im Erzbistum Köln – Betroffene erneut belogen und für die Interessen eines hochrangigen Kirchenverantwortlichen, die nicht ihre Interessen sind, eingesetzt. Ich bin gespannt, wie lange noch ein solcher Kardinal glauben kann, dem Evangelium und den Betroffenen nicht gravierend zu schaden.


5.8.2022 Der Priester Erich Jansen, Erzbistum Köln, hat vor seinem Tod schweren Missbrauch und Vergewaltigung in mindestens 320 Fällen zugegeben. Dokumentiert sind sie im Gercke-Gutachten. Nun klagt Georg Menne, der in den 1970er Jahren als Kind zehn Jahre lang von dem Priester missbraucht wurde, gegen das Erzbistum Köln. Menne wirft den Verantwortlichen vor, dass sie den Missbrauch hätten verhindern können. Erzbischof Joseph Höffner und andere Verantwortliche hätten bereits von Vorwürfen gegen Jansen gewusst. Mennes Anwalt Eberhard Luetjohann ist sicher, dass die Kirche als öffentliche Institution verantwortlich für den Schutz der ihr anvertrauten Kinder sei. Daher könne man sie vor einem Zivilgericht verklagen, auch wenn der Täter tot und die Taten verjährt seiern. Zwar könne die Kirche im Fall der Amtshaftung im Zivilprozess die Verjährung geltend mache, das jedoch könne sie sich moralisch nicht leisten, meint der Anwalt. Das Urteil könne zum Präzedenzfall für andere Betroffene werden. Karl Haucke, Betroffenenbeirat der Bundesregierung, erinnert daran, dass Betroffene schon lange fordern, dass Bischöfe sich vor einem staatlichen Gericht verantworten müssen. Quellen: www1.wdr   Zeit


3.8.2022 Die Stadt Horstmar, Bistum Münster, hat das Grab eines 1964 verstorbenen Priesters einebnen lassen. Der Priester wird von einem Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. In den Akten gibt es keine Einträge darüber. Der Beschuldigte war ab Mitte der 1940er Jahre fast zwei Jahrzehnte in Horstmar tätig. Dem Bürgermeister habe schon in den 1990er Jahren ein anderer, mittlerweile verstorbener Betroffener erzählt, der Geistliche habe ihn missbraucht. Der Missbrauchsbeauftragte sprache vor Ort mit einem (weiteren?) Betroffenen. Quelle: kirche-und-leben


3.8.2022 Gegen Erzbischof Paul Russell (63), Detroit, ist in Boston eine Zivilklage wegen Missbrauchs eingereicht worden. Ihm wird darin vorgeworfen, vor drei Jahrzehnten als Priester in Massachusetts einen Minderjährigen mehrfach missbraucht zu haben. Russell streitet die Vorwürfe entschieden ab. Bis zum Vorliegen weiterer Anweisungen aus dem Vatikan lässt Russell sein Amt ruhen. Russell war unter anderem Sekretär von Kardinal Bernard Law (1931-2017), apostolischer Nuntius in der Türkei und in Turkmenistan und päpstlicher Gesandter in Aserbaidschan. Seit Mai 2022 ist er Weihbischof im Erzbistum Detroit. Quelle: katholisch.de


3.8.2022 Betroffene von Gewalt am ehemaligen Bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein, Bistum Trier, erhalten eine finanzielle Leistung in Anerkennung ihres Leids. Quelle: bistum-trier


3.8.2022 Die staatliche polnische Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch fordert die katholische Kirche erneut auf, Akten freizugeben.Der Kommissionschef Blazej Kmieciak stellte den Jahresbericht vor und berichtete, dass der Vatikan-Botschafter die Bitte um Bereitstellung der Akten nicht beantwortet habe. Kmieciak beklagt, dass die polnischen Bischöfe die Akten weiterhin nach zehn Jahren vernichteten, wie es das Kirchenrecht vorsieht. Die Kommission hatte vergeblich gebeten, die Akten länger aufzubewahren. Seit Sommer 2021 wurden der Kommission 513 Fälle gemeldet, darunter 318 neue Fälle. In 38 % der Fälle waren die Täter mit den Opfern verwandt. Waren die Täter mit dem Opfer nicht verwandt, bildeten katholische Geistliche (ca 0,07 % der kath. Bevölkerung) mit 57 Fällen die größte Tätergruppe, gefolgt von Lehrern, Erziehern und Vormündern (9 Fälle), Sporttrainern (6 Fälle) oder Ärzten (2 Fälle). Quellen: Neues Ruhrwort   standard


1.8.2022 Spanische Bischöfe sahen lange keine Notwendigkeit, Berichten über Missbrauch in der katholischen Kirche auf den Grund zu gehen. Nun gibt es eine Kommission zur Aufklärung. Doch die wird von einem Opus-Dei-Mitglied geführt. Quelle: sueddeutsche


1.8.2022 In Coesfeld, Bistum Münster, lebt ein mutmaßlicher Priester, der Minderjährige sexuell missbrauchte. Die Taten sind verjährt, der Beschuldigte wurde nicht verurteilt. Gemeindemitglieder und Betroffene sind empört, dass Bistum und Gemeinde aus rechtlichen Gründen den Klarnamen nicht nennen und den Fall nicht aufarbeiten. Quelle: muensterlandzeitung


1.8.2022 Am Freitag, 23. September, 14-17 Uhr, wird es in München in der Lazarettstr.33 einen Tag der Begegnung mit Betroffenen von kirchlichem Missbrauch geben. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) für sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese München und Freising lädt Betroffene dazu ein. Anmeldeschluss ist der 9. September. Ein Link zum Live-Stream ist unter www.erzbistum-muenchen.de/aufarbeitungskommission auffindbar. Der Live-Stream wird ausschließlich Poldiumsbeiträge übertragen.Mehr steht im Programm. Quelle: Erzbistum München


1.8.2022 Shay Cullen kämpft seit langem für die Rechte von Opfern von Menschenhandel und Missbrauch auf den Philippinen. Er fordert mehr Hilfsangebote und Anlaufstellen für minderjährige Missbrauchsopfer und sagt, jeder Christ sei aufgefordert, dies zu ermöglichen. Quelle: vaticannews


29.7.2022 In Kanada wurden 150 000 indigene Kinder ihren Eltern weggenommen und in Residential Schools ihrer Kultur entfremdet worden. In den knapp 100 Jahren erlitten viele Hunger, Gewalt, Krankheiten, sexuellen Missbrauch. Rund 6.000 indigene Kinder starben nach Schätzungen als Folge von Gewalt und Vernachlässigung. Papst Franziskus bittet bei seinem Kanada-Besuch um Vergebung. Sein Besuch und seine Aussagen werden sehr zwiespältig aufgenommen. Es wird kritisiert, dass Franziskus die führende Rolle der Kirche bei der Zwangsassimilierung nicht anerkannt habe. Er nehme nicht wahr, dass nicht nur kirchliche Mitarbeitende für das Leid der Kinder verantwortlich waren, sondern die Kirche als Ganze. Die Kirche müsse mehr Konkretes zur Aussöhnung tun. Nicht einmal die zur Aufarbeitung zugesagten 30 Millionen Dollar habe die Kirche gezahlt – sie habe nur vier Millionen Dollar gezahlt. Auch die Archive der ehemaligen Schulen und Klöster wurden nicht zugänglich gemacht. Die „Doktrin der Entdeckung“ wurde nicht geändert. Sie enthält päpstliche Aussagen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in denen die Unterwerfung und Entrechtung nicht-christlicher Indigener gerechtfertigt worden sei. Quellen: taz   Kirche und Leben   rnd


29.7.2022 Der Jesuit Cesar Fretes, der 2015 mit 45 Jahren starb, soll ab Ende der 1990er- Jahre mehrere Schüler eines Jesuitenkollegs in Buenos Aires sexuell missbraucht oder belästigt haben. 2003 wurde er nach Mendoza versetzt, 2007 aus dem Orden ausgeschlossen. Inzwischen haben sich mehr als 20 mutmaßliche Opfer gemeldet. Quelle: kathpress.at


28.7.2022 Im Jahr 2021 haben Missbrauchsbetroffene in Deutschland insgesamt 1.565 Anträge auf Entschädigung bei der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) eingereicht. Diese entschied in 606 Fällen auf Anerkennungsleistungen in Höhe von insgesamt rund 12,9 Millionen Euro. Quellen: vaticannews   dbk   Tätigkeitsbericht der UKA 2021


28.7.2022 Der Anwalt Javier Cremades, dessen Kanzlei von der spanischen Bischofskonferenz mit der Untersuchung von Missbrauchsfällen beauftragt wurde, berichtet, dass immer mehr unbekannte Fälle auftauchen. Die der Bischofskonferenz bekannten Fälle seien nur die Spitze eines Eisbergs. Die Ergebnisse sollen 2023 vorliegen. Quelle: vaticannews


28.7.2022  Der Sprecher des Betroffenenbeirates der DBK, Johannes Norpoth, wünscht sich eine Buß-Reise des Papstes nach Deutschland. Norpoth versteht nicht, dass der Papst kanadische Gewaltopfer der Kirche um Vergebung bittet, zugleich jedoch aus dem Vatikan ein Schreiben kommt, das als Ende des Synodalen Wegs verstanden werden könne. Der Synodale Weg behandle immerhin die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche. Quelle: katholisch.de


28.7.2022 Murray Sinclair, der frühere Vorsitzende der kanadischen Wahrheits- und Versöhnungskommission  hält die Entschuldigung des Papstes an die Indigenen des Landes für unzureichend, weil Franziskus die „führende Rolle“ der katholischen Kirche bei der Zwangsassimilierung indigener Kinder „nicht anerkannt“ habe. Für die Leiden der etwa 150.000 betroffenen Kinder seien nicht einige Wenige, sondern die Kirche als Ganzes verantwortlich. Die Kirche habe nicht nur mit dem Staat zusammengearbeitet, sie habe ihn angestiftet. – Der ehemalige Abgeordnete Romeo Saganash, Angehöriger des Cree-Stammes, vermutet, dass eine ganze Armee von Anwälten den Papst bei seinen Reden unterstützt habe, um sicherzustellen, „dass er haftungsfrei bleibt, oder zumindest die Kirche“. Quelle: Domradio


28.7.2022 Die kanadische Regierung hat einen Auslieferungsantrag an Frankreich für Johannes Rivoire gestellt. Rivoire war als katholischer Priester von den frühen 1960er Jahren bis 1993 in Nunavut, Nordkanada tätig. Ihm werden sexuelle Übergriffe vor 47 Jahren vorgeworfen. Inuit-Vertreter hatten im Frühjahr den Papst gebeten, auf den Beschuldigten einzuwirken, dass dieser freiwillig nach Kanada reise. Quelle: katholisch.de


27.7.2022 Ein Ruhestandspfarrer aus Freisen, Bistum Trier, muss sich wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Ihm wird vorgeworfen, 1997 einen damals 14jährigen Ministranten „sexuell motiviert unangemessen berührt und dazu körperliche Gewalt angewendet“ zu haben. Gegen den Ruhestandspfarrer gab es in der Vergangenheit weitere Anschuldigungen wegen sexualisierter Gewalt, Verfahren wurden jeweils eingestellt. Der letzte Vorwurf wurde im Rahmen eines kirchenrechtlichen Verfahrens bekannt. Das Bistum leitete die Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft weiter. Seit 2006 weiß das Bistum von Vorwürfen, beließ den Pfarrer aber bis 2015 im Amt und leitete die Anschuldigungen aber erst 2017 an die Glaubenskongregation weiter. Quelle: katholisch.de


27.7.2022 Eine Nonne wirft dem katholischen Stadtpfarrer und Dekan von Memmingen sexuellen Missbrauch vor. Er verzichtet mit sofortiger Wirkung auf sein Amt. Quellen: allgaeuer-zeitung   katholisch.de 7.12.2021


26.7.2022 Phil Fontaine, 77 Jahre, vom Volk der Ojibwe in Kanada wurde in den 1950er-Jahren zum Besuch zweier Residential Schools gezwungen. 1990 machte er erstmals im kanadischen Fernsehen öffentlich, was er in einer kanadischen Residential School erlitten hat. Er kämpft seither dafür, dass sich die Katholische Kirche zu ihren Verbrechen an Kindern aus den First Nations bekennt. Schon 1990 forderte er neben einer Entschuldigung die Öffnung der Archive der Schulen – bislang vergeblich. Die Akten sind in Rom unter Verschluss. Quelle: Süddeutsche


26.7.2022 Papst Franziskus besucht die indigenen Völker in Kanada und bittet „demütig um Vergebung für das Böse, das von so vielen Christen an den indigenen Bevölkerungen begangen wurde.“ Die Betroffenen fordern finanzielle Entschädigung und die strafrechtliche Verfolgung noch lebender Täter. Einer von ihnen lebt unbehelligt fast 90-jährig in Südfrankreich – er soll in Nunavut im Norden Kanadas Inuit-Kinder missbraucht haben.  2006 hatten Überlebende mit einer Sammelklage 50 kirchliche Rechtsträger in Kanada vor Gericht gebracht. Die katholische Kirche wurde damals zur Zahlung von 25 Millionen Dollar verpflichtet, zahlten jedoch nur vier Millionen Dollar. Die Betroffenen fordern zudem die Herausgabe von Akten, um mögliche weitere Massengräber zu finden und Misshandlungen aufarbeiten zu können. Die Schulen waren von Orden – Jesuiten, Franziskanern und Ursulinen – geführt worden. Diese Akten liegen in den Ordenszentralen in Rom. – Auch in den USA gab es Residential Schools. Dort ist von mindestens 500 Todesfällen an 19 Schulen die Rede. Quellen: Domradio   Süddeutsche   Domradio


26.7.2022 Im Bistum Dresden-Meißen wurde das Grab des katholischen Priesters Jungnitsch 50 Jahre nach seinem Tod eingeebnet. Das Bistum wusste seit über 20 Jahren, dass Jungnitsch mindestens vier Minderjährige schwer sexuell misshandelt hat. Jungnitsch starb 1971.  Dem Bistum sind inzwischen 53 Missbrauchsfälle seit 1945 bekannt. Sie wurden von 29 Klerikern oder Kirchenmitarbeitern begangen. Eine neunköpfige Aufarbeitungskommission ist zusammengesetzt, die jährlich berichten soll und in fünf Jahren ihren vorläufigen Abschlussbericht geben soll.Der Aufarbeitungskommission gehören zwei Betroffene an. Auch ein Betroffenenbeirat soll es geben. Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, kritisiert, dass es Betroffenen an Informationen fehle und dass es bisher nicht gelungen sei, „gute Wege der Beteiligung von Betroffenen zu finden und sich deswegen Betroffene gar nicht melden und beteiligen wollen.“ Quelle: mdr


21.7.2022 Im Erzbistum München gingen seit dem Münchner Gutachten Hinweise auf 48 bislang nicht bekannte Missbrauchsbetroffene ein, die derzeit geprüft werden. Quellen: Neues Ruhrwort  Donaukurier


21.7.2022 Der katholische Pfarrer Wilfried Metzler hat junge Mädchen vergewaltigt – das ergab die Studie zu Vorfällen im ehemaligen Kinderheim in Hoheneck ( S. 106 ff.). Metzler war von Juni 1970 bis März 1978 Stadtpfarrer in Ludwigsburg bei der Gemeinde Zur heiligsten Dreieinigkeit. Zeitgleich war er regelmäßig in Hoheneck. Dem Bistum ist dies ebenso wenig bekannt, wie eine Strafversetzung nach Guatemala.  Der jetzige Pfarrer Alois Krist und die Gemeinde seien erschüttert und bitten, dass weitere Betroffene sich melden. Quelle: lkz


20.7.2022 Betroffene berichten von einer „Kindheit ohne Liebe“ im Kinderheim St. Josef in Hoheneck: von Zwangstrennung von Geschwistern, von Umarmungen, sexuellen Übergriffen und exzessiver Gewalt: Der Bericht des Aufklärungsinstituts IPP dokumentiert , wie grausam und demütigend im ehemaligen Kinderheim St. Josef in Hoheneck die Kinder behandelt wurden. Quelle: stuttgarter-nachrichten


20.7.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, bemängelt bei der katholischen Kirche, dass die Kriterien für die Aufgaben der Betroffenenräte nicht ausreichend genug formuliert seien und es keine klare Erwartungshaltung gebe. Zudem müssten sich die Bistümer fragen, ob Ausschreibungen für die Beteiligungsgremien nur auf der kirchlichen Internetseite veröffentlicht oder bekannte Betroffene direkt angesprochen würden. Da bestünde die Gefahr, dass nur kirchennahe Betroffene sich melden, was die Frage nach der Unabhängigkeit aufwerfe. In der evangelischen Kirche bemängelt Claus, dass kein neues Verfahren aufgesetzt wurde, um Betroffene für die Mitarbeit zu gewinnen. Quelle: Kirche und Leben


20.7.2022 Oberbürgermeister Reiter, München, erkennt an, dass die Stadt sich zu spät und zu langsam um die Aufklärung von Gewalt an Kindern in der Obhut des Münchner Jugendamtes gekümmert habe. Für Betroffene wird nun eine Anlaufstelle eingerichtet. Sie können auch Soforthilfe beantragen. Reiter sagte, es sei „nicht wirklich mit der notwendigen Geschwindigkeit und Sorgfalt“ aufgearbeitet worden. Das Bistum Augsburg hat die dem damaligen Feldafinger Pfarrer von Feldafing (Haus Maffei) vorgeworfenen Taten anerkannt und mehreren Betroffenen Entschädigungen überwiesen. Der Stadtrat hat eine unabhängige Kommission aus Fachleuten eingesetzt, die untersuchen soll, was seit 1945 den Münchner Kindern in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien geschah. Vorsitzender der Kommission ist Ignaz Raab. Die Kommission will sich auch mit den Kirchen und dem Paritätischen Wohlfahrstverband vernetzen, die ebenfalls Verantwortung für das Schicksal der Kinder tragen. Raab will vermeiden, dass Betroffene erneut – wie seit Jahren – gegen Windmühlen laufen. Quelle: sueddeutsche


20.7.2022 Stephan Rixen ist Juraprofessor in Köln und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Er wurde vom Land NRW als Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Erzbistums Köln bestellt und vom zuständigen Erzbischof  Woelki berufen. Er kritisiert, dass jeder Bischof nach „eigenem, unüberprüfbaren Ermessen“ bestimme, was „unabhängig“ bedeute. Rixen fordert, die Besetzung der Kommissionen stärker rechtsstaatlich zu steuern, um eine Placebo-Aufarbeitung zu verhindern. Rixen spricht von einem „bedenklichen Arrangement zwischen Staat und Kirche“ – der Staat verstecke sich hinter der angeblich bewährten Kooperation mit den Kirchen. Die katholische Kirche verschleppe seit etwa zwanzig Jahren „mit freundlicher Duldung des Staates die Aufarbeitung“. Auch die mögliche Nähe von Kommissionsmitgliedern zum kirchlichen Milieu berge die Gefahr der Befangenheit. Wenn der Bischof dann noch Betroffene auswählt, weil sie den Bischof verstehen, werde die Unabhängigkeit der Kommission „zur reinen Fassade“, sagte Rixen. Quelle: katholisch.de


19.7.2022 Kerstin Claus setzt sich dafür ein, dass Kindesmissbrauch erst gar nicht geschieht. Dabei helfen sollen bessere Schutzkonzepte und eine Sensibilisierung der Gesellschaft. Quelle: www1.wdr


19.7.2022 Die Vorsitzende der unabhängigen Aufarbeitungskommission des Erzbistums München und Freising, Michaela Huber,  beurteilt das Engagement des Erzbistums für Intervention und Prävention als hochengagiert. Derzeit richtet die Kommission ihr Interesse auf die Betroffenen und auf Gemeinden, in denen priesterliche Missbrauchstäter tätig waren. Der Sprecher des Betroffenenbeirates des Erzbistums München, Richard Kick, hingegen mahnt in einem Offenen Brief weitere Schritte an, z.B. die von den Gutachtern empfohlene Ombudsstelle, die unabhängig und parteilich für Betroffene sein soll. Bislang habe das Erzbistum nicht auf den Brief reagiert. Kick vermisst die Eigeninitiative des Erzbistums. Quelle: domradio


18.7.2022 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Osnabrück ist von der Staatsanwaltschaft Hannover angeklagt, sich Missbrauchsdarstellungen von Kindern verschafft zu haben. Ob ein Verfahren eröffnet wird, entscheidet das Amtsgericht Osnabrück. Bei dem Priester wurden mehr als 5.000 Dateien gefunden, er hat die Vorwürfe eingeräumt. Bischof Bode hat den Geistlichen nach der Aufnahme der Ermittlungen als Pfarrer entpflichtet und den Fall an die Glaubenskongregation gemeldet. Quelle: katholisch.de


18.7.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, hat von den Kirchen „Transparenz und Vergleichbarkeit von Aufarbeitung“ gefordert. „Es darf nicht vom Zufall abhängen, wie oder ob Aufarbeitung geleistet wird“. Quelle: katholisch.de


16.7.2022 Anders als die Kirchen stehen viele Institutionen noch am Beginn der Aufarbeitung von sexueller Gewalt in ihren Reihen. Diese könnten vom Prozess in der Kirche lernen – gerade davon, was nicht so gut funktioniert habe, sagt Kerstin Claus, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: katholisch.de


15.7.2022 Bravemovement.org/ hat eine Petition gestartet. Quelle: change.org/


14.7.2022 Das Erzbistum Paderborn weist einen Medienbericht zurück, wonach Erzbischof Becker 1999 als Personaldezernent vom Kindesmissbrauch eines Geistlichen erfahren und die strafbare Handlung nicht angezeigt habe. Vielmehr  sei dem Protokoll der Unterredung zu entnehmen, dass der Beschuldigte keine Taten an unter 14-Jährigen eingeräumt habe. Quelle: katholisch.de


14.7.2022 Der katholische Verein „Totus Tuus Neuevangelisierung“ hatte gegen seine Auflösung durch Bischof Genn, Münster, Rekurs beim Dikasterium für die Laien eingelegt. Der Vatikan hat den Rekurs zurückgewiesen. Es bleibt beim Verbot wegen „schwerwiegender Mängel im geistlichen Umgang“ mit den Vereinsmitgliedern. Quelle: Kirche und Leben


14.7.2022 Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ will die Jahre 2000 bis 2010 aufarbeiten, in denen es von Winfried Pilz geleitet wurde. Gegen Pilz waren 2014 Sanktionen aufgrund eines Missbrauchsfalls erlassen worden; es scheint weitere Vorwürfe zu geben. Quelle: katholisch.de


14.7.2022 Der Vater eines ehemaligen Chorknaben, der von Kardinal Pell sexuell missbraucht worden sein soll, hat eine Zivilklage gegen Pell und das Erzbistum Melbourne erhoben.  Der Vater klagt wegen eines „nervösen Schocks“, den er erlitten habe, nachdem er von der Polizei über den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch seines Sohnes durch Pell informiert worden sei. Er fordere Schmerzensgeld und Schadenersatz. Sein Sohn war 2014 gestorben. Pell war nach einer Verurteilung schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. In einer Zivilklage reicht die Plausibilität einer Straftat für eine Verurteilung aus. Experten gehen davon aus, dass die Passagen über die Rolle Pells beim Umgang mit Missbrauchsfällen im Abschlussbericht der staatlichen Missbrauchskommission und seine Falschaussagen vor der Kommission Grundlagen für zivilrechtliche Verfahren bieten könnten. Quelle: katholisch.de


13.7.2022 In den katholischen US-Bistümern gab es vom 1.7.2020 bis 30.6.2021 insgesamt knapp 3.000 Anschuldigungen gegen Geistliche und kirchliche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen wegen sexuellen Missbrauchs. Das waren knapp 1.200 weniger als im Jahr zuvor. Die US-Bistümer berichten seit 2002, seit der Charta zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Allerdings erfüllten die Bistümer Corpus Christi, Lafyette und New Ulm sowie die Eparchie Newton die Kriterien der Charta nicht. Quelle: Neues Ruhrwort


13.7.2022 Der Abschlussbericht des IPP über die Erfahrungen im Kinderheim St. Josef in Ludwigsburg liegt vor. Er berichtet von Vernachlässigung über Jahre hinweg, von körperlicher, emotionaler und sexueller Gewalt. Die Aufarbeitungsstudie umfasst die Zeit von 1960 bis 1990. Die genaue Anzahl der Opfer konnte nicht ermittelt werden. Die Soziologin Elisabeth Helming berichtete, dass ein früherer katholischer Gemeindepriester in den 1960er und 1970er Jahren mit Hilfe von zwei Komplizinnen – eine weltliche Erzieherin und eine Ordensschwester – mindestens drei Mädchen sexuell missbrauchte. Sie haben dem Priester die Mädchen zugeführt. Später wurde der Geistliche nach Guatemala versetzt. Verantwortlich für das Kinderheim waren Schwestern des Karmelitinnen-Ordens. Quellen: Süddeutsche    Abschlussbericht des IPP


13.7.2022 Im Fall des Kölner Priesters und Sexual-Serientäters Hans Ue. waren gegen Kardinal Rainer Woelki und andere hochrangige Kleriker des Erzbistums Köln Anzeigen  unter anderem wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern erstattet haben. Nun hat die Kölner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgelehnt. Thomas Schüller, Kirchenrechtler spricht von einer politischen Entscheidung. Woelki sieht sich „von den erhobenen Vorwürfen vollständig entlastet“. Quelle: Kölner Stadtanzeiger


13.7.2022 In Kalbach, Bistum Fulda, wurde am 7.7. das Pfarrhaus durchsucht, elektronische Speichermedien des Pfarrers A.V. wurden beschlagnahmt, der Pfarrer einstweilig vom Dienst freigestellt. Die Hintergründe sind unbekannt. Quelle: Fuldaer Zeitung


12.7.2022 Im Bistum Limburg ist eine digitale Veranstaltungsreihe zur Umsetzung der Empfehlungen aus dem MHG-Folgeprojekt „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“ geplant. Der bischöfliche Beauftragte Dr. Caspar Söling führt aus: „In der Reihe zeigen wir die wichtigsten Themen, die für die Menschen im Bistum Limburg, ob in Pfarreien oder in Verbänden, von zunehmender Bedeutung werden. Sie zeigen, was wir für die Betroffenen tun und wie wir zukünftig Missbrauch noch besser verhindern können.“ Die erste Veranstaltung findet am Donnerstag, 21. Juli, von 19 bis 20 Uhr online statt. Quelle und Anmeldung: bistumlimburg


12.7.2022 Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat Anklage gegen einen katholischen Geistlichen im Kreis Miltenberg, Bistum Würzburg, erhoben. Dem Geistlichen wird ein sexueller Übergriff mit Gewalt vorgeworfen. Die Vorwürfe sind dem Bistum seit dem 11.2.22 bekannt, am 21.2. erstattete das Bistum Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Am 24.2. wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Quelle: katholisch.de


12.7.2022 Der Leiter der Missbrauchsstudie für das Bistum Münster, Thomas Großbölting, beklagt einen Monat nach Veröffentlichung ausbleibenden Reformwillen der katholischen Kirche: „Noch kann ich nicht erkennen, dass unsere Studie jemanden wachgerüttelt hat.“ Hubert Wolf, Kirchenhistoriker fordert die Zulassung verheirateter Priester, die Weihe von Frauen, die Einführung einer unabhängigen Verwaltungsgerichtsbarkeit, eine Bischofswahl vor Ort statt einer römischen Ernennung, die Einführung synodaler Strukturen und die Übergabe der Finanzhoheit an Laien. Marianne Heimbach-Steins hält die Dekontruktion der Sakralisierung des Priesteramtes für nötig. Monika Bobbert, Moraltheologin, beklagt die Leidunempfindlichkeit vieler Verantwortlicher für die Betroffenen. Der Alttestamentler Johannes Schnocks spricht sich in der Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle für Hilfe von außen aus. Er warnt vor der Begünstigung verleumderischer Denunziationen Unschuldiger, um als „hart aufklärend wahrgenommen zu werden.“ Quellen: Kirche und Leben   wn


11.7.2022 Die katholische Kirche in Frankreich hat inzwischen sechs Missbrauchs-Betroffenen Geldzahlungen geleistet. Die Obergrenze liegt bei 60.000 Euro. 736 Personen haben Anträge gestellt, etwa der Hälfte der Antragsteller*innen geht es um eine finanzielle Entschädigung. Quelle: vaticannews


11.7.2022 Der gemeinsame Betroffenenbeirat der (Erz-)Bistümer Hamburg, Osnabrück und Hildesheim kritisiert die Zusammensetzung der Aufarbeitungskommission. Ihr gehören drei Mitglieder des Betroffenenbeirats, drei Vertreter der Bistümer und fünf Personen an, die von den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein entsandt wurden. Eines der von den Ländern abgeordneten Mitglieder der Aufarbeitungskommission sei gleichzeitig ein leitendes Mitglied im Schutzprozess eines der Bistümer, sagte der Betroffenenbeirat und bemängelt „strukturelle und systemische Fehler“, „die eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erschweren“. Quelle: Zeit


11.7.2022 Der kalifornische katholische Priester Tim Stier hat sich nach 25 Dienstjahren 17 Jahre lang geweigert, als Pfarrer zu arbeiten. Damit protestierte er gegen die mangelnde Aufarbeitung von Missbrauch in der Diözese Oakland. Nun wurde er aus dem Klerikerstand entlassen. Quelle: katholisch.de


11.7.2022 Der ehemalige argentinische Bischof Gustavo Zanchetta wurde wegen sexuellen Missbrauchs zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Er darf seine Strafe in einem Franziskannerinnen-Kloster absitzen. Quelle: katholisch.de


11.7.2022 Peter Otten wüsste gerne, welche Recherchen das Erzbistum Köln im Fall des langjährigen Vorsitzenden der „Sternsinger“ und Diözesanjugendseelsorgers Winfried Pilz angestellt hat. Er bemängelt, dass lediglich Betroffene zur Meldung von Missbrauch aufgerufen wurde. Es fehlen „überzeugende Konzepte für die die Auseinandersetzung mit und Aufarbeitung von sexueller Gewalt in Gemeinden und Verbänden vor Ort“, sagt er und verweist auf das Gutachten im Bistum Münster, in dem der Forscher Großbölting auch die Rolle von „Bystandern“ untersucht hat. Quelle: katholisch.de


11.7.2022 Die Betroffeneninitiative MissBiT, Bistum Trier, hat am 9.5.2022 einen Antrag auf Finanzierung einer Geschäftsstelle für Betroffenenarbeit beim Bistum Trier gestellt, um nach zwölf Jahren eine Professionalisierung zu gewährleisten. Sie beruft sich dabei auf die Gemeinsame Erklärung über verbindliche Standards für eine unabhängige Aufklärung, in der die Bistümer erklärten, individuelle seelsorgliche und therapeutische Hilfen, Hilfen nichtkirchlicher Einrichtungen bereitzustellen und die Vernetzung Betroffener zu unterstützen. Eine Antwort erhielt MissBiT bislang nicht, auch keine Eingangsbestätigung. Quelle: Antrag MissBiT


9.7.2022 Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die Kommunikation des Erzbistums Köln im Fall des Missbrauchstäter Winfried Pilz. Der Umgang mit dem Fall zeige erneut auf erschreckende Weise, dass Verantwortliche in der Kirche noch immer nicht mit der dringend gebotenen Transparenz agierten und die Perspektiven Betroffener sexualisierter Gewalt in inakzeptabler Weise missachteten,  schrieb der Vorstand des BDKJ in einer Stellungnahme. Quelle: katholisch.de


9.7.2022  In Spanien gibt es eine Hotline für Betroffene kirchlichen Missbrauchs. „El Pais“ hatte im Juni 2021 von  von 327 kirchlichen Tätern und mindestens 836 Opfern berichtet. Inzwischen ist die Rede von 1.594 Opfern. Allein 2022 sind nach Informationen von „El Pais“ 239 Fälle bekannt geworden, 2021 waren es 395 Fälle. Die Jesuiten machten in ihrem letzten Bericht zum Zeitraum von 1927 bis 2021 bekannt, dass 103 Ordensleute gegenüber 84 Minderjährigen und 41 Erwachsenen übergriffig wurden. Quelle: kath.ch


8.7.2022 Papst Franziskus spricht bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch von Widerständen in einigen nationalen katholischen Kirchen. Quelle: katholisch.de


8.7.2022 Die  Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden und der Pfalz wollen Fälle sexualisierter Gewalt künftig gemeinsam aufarbeiten. In Württemberg fand bereits ein Betroffenenforum statt, für den Frühherbst ist ein weiteres Betroffenenforum explizit zur Beteiligung in Kommissionen und Gremien geplant. In der Landeskirche Württemberg gab es seit 2010 etwa 190 Meldungen, in 174 Fällen wurden Anerkennungsleistungen von 2,6 Millionen Euro gezahlt. -Die bayerische Landeskirche weiß von 166 Fällen zwischen 1950 und 2021. In 54 Fällen wurden 1,1 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt.-Die Badische Landeskirche  hat sich mit 92 Fällen seit 1950 befasst. 56 Anträge auf Anerkennung wurden anerkannt, 36 Betroffene seien gestorben oder hätten keine Anträge gestellt. Quelle: Sonntagsblatt


7.7.2022 Der Historiker Thomas Großbölting beschreibt, wie die Vertuschungsenergie in der katholischen Kirche genährt wird: „Kirche, die sich selbst als heilige Institution definiert, also als eine Organisation, die sich in unmittelbare Nachfolge zum Religionsgründer Jesus Christus stellt, hat nochmal eine ganz andere ‚Energie‘ zu vertuschen, als es beispielsweise in anderen Institutionen der Fall ist. …. wenn die Institution für heilig erklärt wird und insbesondere die Funktionäre durch die Priesterweihe noch mal in besonderer Weise in diese Heiligkeit einbezogen sind, ist die Motivation zum Vertuschen um ein Vielfaches höher.“ Quelle: hpd


7.7.2022 Die in Belgien, Frankreich und der Schweiz ansässige Neue Geistliche Gemeinschaft Verbe de Vie wird zum 1.7.2023 aufgelöst. Eine Visitation ergab „schwerwiegende und systemische Störungen“. Der Westschweizer Bischof Morerod ruft auf, mögliche Fälle von spirituellem oder sexuellem Missbrauch zu melden. Quellen:  kath.ch   kath.ch


7.7.2022 Bischof Jung, Würzburg, hat einem Priester die Ausübung priesterlicher oder seelsorglicher Dienste verboten und den Geistlichen in den „dauernden Ruhestand“ versetzt. Dem Priester wird sexueller Missbrauch einer möglicherweise noch jugendlichen Person vorgeworfen. Bereits am 3.7.2021 wurde das Bistum informiert, Anzeige bei der Polizei war zuvor erstattet worden. Der Beschuldigte erhielt sofort Arbeitsverbot. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchungt ist eingeleitet, die Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinden wurden informiert.- Bekannt wurde auch, dass ein Verwaltungsangestellter der Diözese wegen des Vorwurfs von sexuellem Fehlverhalten gegenüber einem Kind freigestellt wurde bis zur Klärung der Vorwürfe. Das Fehlverhalten soll sich vor rund zehn Jahren ereignet haben. Dem Beschuldigten wurde jede ehrenamtliche Tätigkeit im kirchlichen Bereich untersagt. Quellen:  Bistum Würzburg    katholisch.de   br   Neues Ruhrwort


7.7.2022 Das Bistum Regensburg hat nach eigenen Angaben bis Jahresende 2021 an 122 Betroffene sexualisierter Gewalt 2.768.350 Euro gezahlt. 499 Betroffene von Körperverletzung erhielten 7.968.000 Euro. 50 Personen waren beiden Opfergruppen zuzuordnen. Regensburg ist das einzige Bistum, das auch Opfern körperlicher Misshandlung Geld zahlt. Quelle: katholisch.de


6.7.2022 Eine Schwester Unserer Lieben Frau aus dem Vinzenzwerk Münster-Handorf erinnert sich, dass es 1971 eine Meldung an das Bistum Münster über sexuellen Missbrauch durch Pfarrer N. gab. Nachdem ein betroffenes Kind sich gemeldet hat, erteilte die leitende Schwester Pfarrer N. (S. 95-113) Hausverbot. Pfarrer N. verschwand für einige Zeit aus der Seelsorge. Im Orden und im privaten Umkreis war die Meldung an das Bistum bekannt, wurde jedoch nicht öffentlich gemacht. Quelle: kirche-und-leben


6.7.2022 Winfried Pilz, von 2000 bis 2010 Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, wurde 2012 des Missbrauchs eines schutzbedürftigen Erwachsenen in den 1970er-Jahren beschuldigt. Seit 2010 lebte er als Ruhestandsgeistlicher im Bistum Dresden-Meißen, wo er auch Vertretungsdienste übernahm. Das Bistum Dresden-Meißen unter dem damaligen Bischof Koch wurde weder 2012/2014 über das Strafdekret, die Auflagen und das Kontaktverbot durch Kardinal Meisner informiert, noch 2018, als der Fall im Erzbistum Köln unter Kardinal Woelki erneut aufgerollt wurde, informiert. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller spricht von „Dienstpflichtverletzungen“ der Kardinäle Meisner und Woelki. Auch das Kindermissionswerk erfuhr erst 2021 von den Vorwürfen. Als Pilz 2019 starb, veröffentlichte das Erzbistum Köln einen Nachruf, der vom Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, Pfarrer Mike Kolb verfasst wurde. Kolb nennt Pilz dort – in Kenntnis der Missbrauchsvorwürfe – einen „begnadeten Prediger und tiefgläubigen Charismatiker, der in der Zeit nach dem II. Vatikanischen Konzil als Diözesanjugendseelsorger und Leiter der Bildungsstätte Haus Altenberg viele junge Menschen im Glauben inspiriert, bestärkt und begleitet hat“. Noch am 5.7.2022 hatte das Erzbistum Köln darauf hingewiesen, dass Kardinal Woelki nicht mit dem Fall betraut gewesen sei, weil die Akten bereits unter Meisner geschlossen gewesen seien. Quelle: katholisch.de 


6.7.2022 Missbrauchsvorwürfe gegen den Schönstatt-Gründer Joseph Kentenich aus seiner Zeit in Milwaukee (1952 bis 1965) können nach Ansicht des durch den Trierer Bischof Stephan Ackermann mit der Untersuchung beauftragten Anwalts nicht abschließend bewertet werden, weil Schlüsselzeugen inzwischen verstorben sind. Die Schönstatt-Bewegung wusste eigenen Angaben zufolge ab 1997 von den Vorwürfen, habe jedoch keine genaue Kenntnis des Vorgangs und der Akten gehabt. Der Betroffene, der zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt minderjährig war, hält dem Bericht zufolge „vehement“ daran fest, dass er vor über 60 Jahren von Kentenich sexuell missbraucht worden sei. Quellen: katholisch.de   bistum-trier


5.7.2022 Die heutige Veranstaltung des Erzbistums München „Betroffene hören. Worte von Menschen mit Missbrauchserfahrung“ wurde wegen Krankheit abgesagt. Quelle: Erzbistum München


5.7.2022 Die Münsteraner Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung soll umbenannt werden. Die Stiftung dient der Unterstützung von Familien und Alleinerziehenden in Notlagen, die als Folge einer Schwangerschaft entstehen können. Auch Missbrauchsbetroffenen soll ein Umgang mit der Stiftung ermöglicht werden. Hintergrund ist das inzwischen dokumentierte Leitungsversagen von Bischof Heinrich Tenhumberg (1969 bis 1979) im Umgang mit Missbrauch. Unter Bischof Tenhumberg seien Aufklärungspflichten vernachlässigt, Anzeige- und Informationspflichten nicht erfüllt und Täter in mehreren Fällen nicht wie vorgeschrieben sanktioniert worden. Trotz bekanntem Gefahrenpotential seien neue Taten nicht verhindert worden. Im Umgang mit Betroffenen habe der Schwerpunkt auf Skandalvermeidung gelegen. Quelle: katholisch.de


5.7.2022 Mindestens 29 Minderjährige hat Peter H. missbraucht. Seit seiner Laisierung kann das Bistum Essen seinen ehemaligen Priester nicht mehr überwachen – nach dem Willen eines Opferanwalts soll daher das Amtsgericht einen Betreuer für H. bestellen. Quelle: katholisch.de


4.7.2022 Gegen einen Ruhestandspriester des Bistums Trier wurde in den 1980er und Anfang der 1990er Jahre eine kirchenrechtliche Voruntersuchung geführt, die den Priester 2013 des sexuellen Missbrauchs für schuldig erklärte.  Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wurden wegen Verjährung eingestellt. Die Glaubenskongregation verhängte als Höchststrafe 2015 die Entlassung aus dem Klerikerstand. Der Täter legte Berufung dagegen ein. 2017 erging ein dauerhaftes Verbot der öffentlichen Ausübung des Priesterdienstes. Im Sommer 2019 wurden weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester bekannt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen erneut wegen Verjährung ein. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung stellte erneut die Schuld des Priesters fest. Bischof Ackermann empfahl der Glaubenskongregation, den Priester aus dem Klerikerstand zu entlassen. Nun hat Papst Franziskus den Kleriker aus dem Klerikerstand entlassen. Es war seit 2010 im Bistum Trier die fünfte Entlassung eines Priesters aus dem Klerikerstand wegen sexuellen Missbrauchs. Quelle: bistum-trier


3.7.2022 Die Gemeinde St. Sixtus, Haltern am See, willdas Thema Missbrauch nicht als erledigt zur Seite legen. Sie will es immer wieder adressieren. Quelle: Domradio


3.7.2022 Bischof Genn, Münster, hat zu mehr Anstrengungen bei der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche aufgerufen und Hilfen für die Opfer angemahnt. Sexuellen Missbrauch nennt er „Krieg gegen das Leben“. Quelle: evangelisch.de

Kommentar: Wen Bischof Genn zu mehr Anstrengungen bei der Aufarbeitung und für Hilfen für die Opfer auffordert, sagt er nicht.


1.7.2022 Harald Dreßing, Leiter der MHG-Studie, forderteine Dunkelfeldstudie zu Missbrauch und sexualisierter Gewalt in Deutschland. Er berichtet von einer Pilotstudie zum Dunkelfeld. Dort gaben von 1.000 Befragten insgesamt 28,6 % der Frauen und 6,7 Prozent der Männer an, in Kindheit oder Jugend mindestens einmal Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein. Die psychische Befindlichkeit Betroffener sei signifikant schlechter als die anderer Befragten.Dreßing weist darauf hin, dass von katholischen Klerikern kein größeres Risiko als von der Allgemeinbevölkerung ausgeht, zumindest lässt sich dieser Eindruck nicht mit den vorhandenen Untersuchungen belegen. Quelle: Domradio


1.7.2022 Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, setzt große Hoffnungen in das neu geschaffene Beteiligungsforum gegen sexualisierte Gewalt. Das Gremium nimmt an diesem Freitag seine Arbeit auf. Quellen:  evangelisch.de   Domradio


1.7.2022 Die Seligsprechung des Schönstatt-Gründers Josef Kentenich ist ausgesetzt – Missbrauchsvorwürfe konnten nicht entkräftet werden. Ein abschließendes Urteil über Leben und Wirken von Kentenich seit damit nicht gefällt, heißt es im Dekret von Bischof Ackermann. Quelle: katholisch.de