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Presse

3. Quartal 2021

30.9.2021 Gewalt und Demütigungen in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie waren sowohl im Westen als auch in der DDR in staatlichen Heimen ebenso normal wie in kirchlichen Heimen. Das zeigt die Studie von Heiner Fangerau, Anke Dreier-Horning, Volker Hess, Karsten Laudien, Maike Rotzoll (Hrsg.): Leid und Unrecht Kinder und Jugendliche in Behindertenhilfe und Psychiatrie der BRD und DDR 1949 bis 1990

30.9.2021 Bernhard Sven Anuth, Kirchenrechtler, betrachtet den Synodalen Weg, der seit heute in Präsenz tagt. Quelle: srv.deutschlandradio


30.9.2021 Das Bistum Magdeburg sucht kirchlich Betroffene für den zu gründenden Betroffenenbeirat. Zudem werden Mitglieder des Betroffenenbeirats gesucht, die in der Aufarbeitungskommission mitarbeiten wollen. Quelle: bistum-magdeburg


30.9.2021 Kai-Christian Moritz, Gastmitglied beim Synodalen Weg und Missbrauchsbetroffener im Bistum Limburg, kritisiert die Entscheidung des Papstes, belastete (Erz-)Bischöfe im Dienst zu lassen: „Gerade für uns als Betroffene ist es ein Schlag ins Gesicht, dass die einzige Konsequenz aus Fehlverhalten eine Bestätigung im Amt und eine geistliche Auszeit sein sollen.“ Er betont, dass die Bischöfe eine freie Gewissensentscheidung treffen könnten und wirft ihnen vor, sich auf die monarchische Strktur zurückzuziehen und sich so der persönlichen Verantwortung zu entziehen. Quelle: Süddeutsche


29.9.2021 Franz Xaver Kaufmann rezensiert das Buch von Norbert Lüdecke: Die Täuschung. Quelle: eulemagazin

29.9.2021 Christina Felschen berichtet über „Ethnozid und seine Nachwirkungen – Kanadas entwurzelte indigene Kinder“ Quelle: DLF


29.9.2021 „Missbrauchte Kirche“ – ein Gespräch mit Wolfgang Rothe , Doris Reisinger und Joachim Frank. Quelle: youtube


29.9.2021 Der Ansprechpartner des Bistums Speyer für Missbrauchsbetroffene beendet seine Tätigkeit. Ansgar Schreiner, ehemaliger Direktor des Amtsgerichts Ludwigshafen, begründet seinen Schritt mit der Intransparenz der Unabhängigen Kommission (UKA), dem Mangel an Kommunikation und an Empathie mit Betroffenen. Quelle: Rheinpfalz


29.9.2021 Die Sprecherin des Betroffenenbeirats der DBK, Johanna Beck, kritisiert die Auszeit für Kardinal Woelki. Sie signalisiere, dass „die katholische Hierarchie für den Mitbruder wieder einmal mehr Barmherzigkeit aufbringe als für die Missbrauchsbetroffenen“. Auch wenn Kardinal Woelki glaube, in Sachen Aufarbeitung vorbildlich gehandelt zu haben, sähen das viele Betroffene in Köln anders. -Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth sagte, Kardinal Woelki sei „angezählt und ein Neuanfang nicht in Sicht.“ Quelle: katholisch.de


28.9.2021 Bisher werden Betroffene von sexueller Gewalt vor allem erforscht. Sie besser in wissenschaftliche Diskussionsprozesse wie auch in die inhaltliche Forschung selbst einzubeziehen, sollte künftig selbstverständlich sein. Das fordern Renate Bühn, Kerstin Claus, Karl Haucke und Angela Marquardt. Quelle: FAZ


28.9.2021 Die EKD hat eine „Musterordnung für Verfahren zur Anerkennung erlittenen Unrechts“ verabschiedet. Sie soll die Anerkennungsleistungen für Betroffene sexualisierter Gewalt einheitlich regeln. Quelle: ekd


28.9.2021 Die päpstliche Entscheidung zu den (Erz-)Bischöfen Heße, Woelki, Schwaderlapp und Puff wird von 57 Mitgliedern des Synodalen Wegs kritisiert. U.a. schreiben sie: Generell gilt, dass nicht erst die Vertuschungsabsicht, sondern auch schwere Verfahrensfehler jenes Vertrauen untergraben können, das für die Ausübung des bischöflichen Dienstes unerlässlich ist. „Mangel an Aufmerksamkeit und Sensibilität den von Missbrauch Betroffenen gegenüber“, die das Schreiben aus Rom bei der früheren Tätigkeit
von Erzbischof Heße feststellt, sind eigentlich mit dem Dienst als Bischof unvereinbar.
“ Quelle: zdk


28.9.2021 Im Erzbistum Tarragona, Italien, wurde ein heutiger Domkapitular wegen Missbrauchs – begangen vor drei Jahrzehnten – für 15 Jahre von seinem Amt suspendiert. Juristisch und kirchenrechtlich wurden die Ermittlungen eingestellt wegen Verjährung. Der zuständige Erzbischof Planellas erwirkte beim Vatikan eine Aufhebung der Verjährung erwirkt. Der geständige Domkapitular darf in diesem Zeitraum keine Ämter im Erzbistum oder in einer Pfarrei übernehmen und ein Jahr lang sein Priesteramt nicht öffentlich ausüben oder einen Lehrauftrag übernehmen. Danach kann er wieder priesterliche Dienste ausüben, jedoch nicht mit Minderjährigen alleine in einem Raum sein. Quelle: katholisch.de


28.9.2021 Der katholische Kirchenrechtler Thomas Schüller, Münster, hat angekündigt, in der nächsten Zeit keine kirchenpolitischen oder kirchenrechtlichen Kommentare mehr abzugeben. Er sei persönlich angegriffen worden – „bis hin zur Androhung von Gewalt“ und müsse sich, aber auch eine ganze Reihe von Kolleg*innen der Katholischen Theologie, schützen. Verantwortlich für die Angriffe seien „rechtsgläubige, vermeintlich lebensschützende Katholik*innen“, ist seiner facebook-Erklärung indirekt zu entnehmen. Quelle: katholisch.de


27.9.2021 Der Kirchenhistoriker Jörg Seiler sieht in der Ablehnung von bischöflichen Rücktrittsangeboten durch den Papst eine Beschädigung des Bischofsamtes. Angesichts der Opfer aller Formen von Missbrauch müsste der Papst die angebotenen Rücktritte annehmen. Wenn der Bischof im Geist der Versöhnung Dienst an Gott und den Gläubigen sein will, dann müsse die Perspektive von Opfern geistlichen und körperlichen Missbrauchs angenommen und übernommen werden. Quelle: Kirche und Leben


27.9.32021 Bischof Bätzing schildert Zustand und Aufgabe der Kirche(n) beim St. Michael-Jahresempfang in Berlin. Quelle: dbk


27.9.2021 Der Herbert-Haag-Preis 2022 geht an Menschen, „die Opfer sexuellen und geistlichen Missbrauchs geworden sind, die ihre traumatischen Erfahrungen öffentlich gemacht haben und die sich persönlich für die Aufarbeitung dieser Skandale einsetzen.“ Ausgezeichnet werden Jacques Nuoffer für die Westschweizer Opfervereinigung Sapec und Albin Reichmuth für die Deutschschweizer Interessengemeinschaft für Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld; Matthias Katsch, die Sprecher*innen des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz Johanna Beck, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth, die Theologin und Philosophin Doris Reisinger und an den Wiener Theologen Wolfgang Treitler. Preisverleihung ist am 13.3.2022 in Luzern. Herzlichen Glückwunsch! Quelle: herberthaag-stiftung


27.9.20212 Traumasensible Seelsorge Online-Seminar: Begleitung von Betroffenen sexuellen Missbrauchs mit Dr. Andreas Stahl, 3.-4.3.2022 – Quelle: bistum-muenster


26.9.2021 Ein Interventionsteam hat Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehrenamtlichen Mitarbeiter einer Jugendgruppe im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, Westfälische Landeskirche, untersucht. In 40 Jahren soll der Beschuldigte mehr als 20 Jungen sexuell missbraucht haben. Er beging Selbstmord, als die Vorwürfe öffentlich wurden. Quelle: rp-online


25.9.2021 Bis Ende Juli dieses Jahres haben 273 Missbrauchsbetroffene beim Bistum Münster Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids. Gezahlt wurden 1,4 Millionen Euro. Quelle: Ruhrnachrichten


25.9.2021 Stefan Heße, dessen Rücktrittsgesuch von Papst Franziskus nicht angenommen wurde, weil er nicht mit Absicht vertuscht habe, wurde zu seinem ersten Gottesdienst nach der sechsmonatigen Auszeit von den rund 300 Gottesdienstteilnehmer*innen  freundlich empfangen. Sie applaudierten ihm, Protestaktionen gab es nicht. Quelle: katholisch.de


25.9.2021 Die katholischen Bischöfe in Kanada haben sich für das Leid entschuldigt, das durch die Beteiligung der Kirche am früheren Internatssystem für indigene Kinder verursacht wurde. Sie sagen: „Wir erkennen den schweren Missbrauch an, der von einigen Mitgliedern unserer katholischen Gemeinschaft begangen wurde: physisch, psychologisch, emotional, spirituell, kulturell und sexuell.“ Quelle: Domradio


25.9.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller nennt die Entscheidung des Papstes, Kardinal Woelki im Amt zu lassen, eine „moralische Bankrotterklärung“. Der Papst spreche zwar von Null-Toleranz, handle aber nicht danach. Diejenigen, die Verantwortung tragen, übernähmen sie nicht. Woelki verstehe den von ihm angerichteten „Flurschaden“ nicht; die Implosion des Erzbistums Köln, das Evangelium, die Betroffenen seien ihm egal – es gehe ihm nur um sich. Quelle: wdrmedien-a.akamaihd.net


24.9.2021 Der Vatikan hat die Gemeinschaft „Memores Domini“ mehrfach vergeblich aufgefordert, ihre Statuten und Leitungsstrukturen zu verändern, um sicherzustellen, dass Leitung und geistliche Begleitung der Mitglieder getrennt sind, die Privatsphäre und persönliche Freiheit gewahrt werde. Ist dies nicht der Fall, gilt das als Anzeichen geistlichen Missbrauchs. Nun hat der Vatikan Erzbischof Filippo Santoro, Tarent, als Sonderbeauftragten und neuen Leiter eingesetzt. Quelle: katholisch.de

24.9.2021 Der Psychologe Eckhard Hömberg, Essen, schildert seinen bis ins Alter verdrängten Missbrauch durch einen katholischen Kaplan. Hömberg war zur Zeit des Übergriffs ein junger Gymnasiast. Jetzt nahm er an einem Treffen kirchlich Betroffener im Bistum Essen teil. Dabei informierte das Bistum über die Gründung eines Betroffenenbeirats. Hömberg wünscht sich vom Bistum Essen, dass man „in Zukunft fördert, dass sich die Betroffenen miteinander austauschen – auch über den Beirat hinaus.“ Selbsthilfegruppen hält er neben der professionellen Begleitung für wertvoll. Quellen: Bistum Essen  BENE


24.9.2021 ZdK-Präsident Thomas Sternberg versteht die Entscheidung des Papstes nicht, Kardinal Woelki im Amt zu lassen. Die Entscheidung zeige, dass der Weg der Aufarbeitung der Richtige sei, kommentierte Peter Bringmann-Henselder, Sprecher des Betroffenenbeirats des Erzbistums Köln. Bischof Bätzing nimmt die Entscheidungen des Heiligen Vaters entgegen und hofft, dass der Prozess einer Aussöhnung im Erzbistum Köln anlaufen werde. Der Chefredakteur von „Kirche und Leben“, Markus Nolte, schlägt dem Volk Gottes vor, auch mal eine Auszeit zu nehmen – nach bischöflichem Vorbild.


24.9.2021 Papst Franziskus belässt Kardinal Woelki im Amt des Erzbischofs von Köln und gewährt ihm eine „geistliche Auszeit“. Ausdrücklich würdigt der Papst die „Entschlossenheit des Erzbischofs, die Verbrechen des Missbrauchs in der Kirche aufzuarbeiten, sich den Betroffenen zuzuwenden und Prävention zu fördern“. Gemangelt habe es lediglich in der Kommunikation, die zu der Vertrauenskrise im Erzbistum beigetragen habe. Wörtlich schreibt Papst Franziskus: „Der Heilige Vater zählt auf Kardinal Woelki, er anerkennt seine Treue zum Heiligen Stuhl und seine Sorge um die Einheit der Kirche.“ – Die Weihbischöfe Schwaderlapp und Puff bleiben im Amt, denn trotz vereinzelter Mängel in der Behandlung von Verfahren hätten sie nicht die Absicht gehabt, Missbrauch zu vertuschen und Betroffene zu ignorieren. Quelle: katholisch.de


24.9.2021 Ute Leimgruber und Doris Reisinger plädieren für eine Sprache, die der Bandbreite der Phänomene von sexueller Gewalt/sexuellem Missbrauch/sexualisierter Gewalt gerecht wird: „Wenn unsere Sprache dem Phänomen wirklich gerecht werden soll, dann sollte sie unbedingt deutlich machen, dass die Trennlinie zwischen akzeptablen und nicht akzeptablen sexuellen Handlungen nicht entlang der Grenze von Gewalt verläuft, sondern da, wo das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Menschen verletzt wird.“ Quelle: feinschwarz.net


24.9.2021 Der Religionssoziologe Michael Ebertz beschreibt den massiven Bedeutungsverlust der christlichen Religion und konstatiert, dass an dieser Entwicklung die Kirchen „in Teilen selbst“ Schuld haben. Quelle: Domradio


24.9.2021 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg nimmt Stellung zum Beschluss der Herbst-Vollversammlung der DBK, das Verfahren der UKA nicht zu verändern und lediglich „Gespräche“ anzubieten: „Die eigentlich Ohrfeige kam erst im Anschluss, als Herr Bätzing sagte, man müsse erst mal schauen wie viele Menschen durch das Verfahren retraumatisiert werden. Übersetzt bedeutet das: zahlreiche Rückmeldungen von Missbrauchsbeauftragten und Betroffenenbeiräte sind nicht so viel wert, dass man darauf reagieren müsste. Wie viele Einweisungen in psychiatrische Kliniken zur Krisenintervention müssen denn nachgewiesen werden, damit sich die Bischofskonferenz in Bewegung setzt und Abhilfe schafft?“ Die Rückkehr von Erzbischof Heße in den Dienst kommentiert der Betroffenenbeirat: „Sie alle, die eigentlich sich schon längst aus den purpurnen Sesseln hätten erheben müssen und sich zu ihrer Schuld hätten bekennen müssen, können nun sicher sein, dass ihnen unter der päpstlichen Obhut nichts passiert.“ Quelle: ebfr.de


23.9.2021 Stimmen zur Herbst-Vollversammlung der kath. Deutschen Bischofskonferenz: Annette ZochZdK-Vizepräsidentin Lücking-MichelMaria 2.0  – Tilman KleinjungTilman Kleinjung/BR   Georg Löwisch   Roland Müller    Tagesschau   Wir sind Kirche 


23.9.2021 Gregor Maria Hoff, Fundamentaltheologe, sieht im Umgang von Papst Franziskus mit bischöflichen Rücktrittsgesuchen eine „episkopale Amtsgarantie“. Eine geistliche Erneuerung der Kirche verlange, „dass aus den Verstrickungen kirchlicher Sakralmacht, die den Missbrauch und seine Verschleierung ermöglichten, systemische Konsequenzen gezogen werden“. Mit „Persilscheinen“ für Bischöfe bewahre man lediglich den Status quo. Quelle: katholisch.de


23.9.2021 Die deutschen Bischöfe wollen grundsätzlich an dem aktuellen Verfahren bei den Anerkennungsleistungen für Betroffene sexualisierter Gewalt festhalten. Das Verfahren sei transparent, Maßnahmen zur Verkürzung der Bearbeitungsdauer seien eingeleitet, die Leistungshöhe sei deutlich angehoben worden. Mitte Oktober werde es ein Gespräch zwischen Vertretern des Betroffenenbeirats, der Unabhängigen Anerkennungskommission, der Deutschen Ordensoberkonferenz und der Bischofskonferenz geben. Dabei sollen die Kritikpunkte des Betroffenenbeirats der DBK noch einmal diskutiert und mögliche Maßnahmen besprochen werden. Der Betroffenenbeirat hatte die Intransparenz, die lange Dauer, die geringe Höhe der Zahlungen kritisiert, auf den Mangel an Empathie und auf Retraumatisierungen durch das Verfahren hingewiesen und darauf, dass es keine Widerspruchsmöglichkeit gebe. Quelle: katholisch.de


23.9.2021 Die Abschlusspressekonferenz der Herbst-Vollversammlung der katholischen Bischofskonferenz wird heute, 14 Uhr, live übertragen von katholisch.de. Sie ist auch unter www.dbk.de und auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Bischofskonferenz verfügbar.


22.9.2021 Die Anlaufstelle Gegen Gewalt an Frauen in Kirche“ bietet zwei Begegnungsnachmittage an für Frauen, die als Erwachsene Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche erlebten. Mehr Informationen


22.9.2021 In der Schwarzwald-Gemeinde Oberharmersbach hat ein katholischer Priester zwischen 1967 und 1991 über Generationen hinweg vermutlich rund hundert Kinder missbraucht. Betroffene beklagen seit vielen Jahren die mangelnde Unterstützung durch das Erzbistum Freiburg. Der Selbsthilfeverein S.T.A.R.K. e.V. gründete sich.  Er ist in Oberharmersbach und der Umgebung aktiv, um den Schutz vor Missbrauch zu stärken. Nun waren Christine Bergmann und Matthias Katsch – beide Mitglieder der Aufarbeitungskommission des UBSKM – vor Ort. Im Gespräch mit Beteiligten wurden erste Überlegungen zu einem Präventionszentrum in Oberharmersbach angestellt, das aus öffentlichen Geldern und vor allem vom Bistum Freiburg finanziert werden sollte. Quelle: schwarzwaelder-post


22.9.2021 Der Primas der katholischen Kirche in Polen, Erzbischof  Polak, berichtet, dass in den katholischen Gemeinden immer noch  ein starker Widerstand gegen den Schutz von Kindern vor Missbrauch bestehe. Polak  spricht von Verrat an Christus durch den Missbrauch der Schwächsten und Verletzlichsten und benennt Klerikalismus als eine Ursache der Krise. Quellen: katholisch.de   vaticannews   vaticannews


22.9.2021 Ein Priester des Bistums Würzburg wurde im August 2020 wegen Missbrauchs einer minderjährigen Ministrantin zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt. Nun soll das Bistum ein kirchliches Strafverfahren auf Weisung der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre aufnehmen. Das kirchliche Verfahren ist nicht öffentlich, das Bistum kündigte an, das Ergebnis des Verfahrens mitzuteilen. Der inzwischen verurteilte Priester war in seiner letzten Gemeinde verteidigt worden, Gläubige forderten seinen weiteren Einsatz in der Gemeinde oder an anderen kirchlichen Einsatzorten. Quelle: katholisch.de


22.9.2021 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat Fehler im Umgang mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt eingeräumt.  Quelle: evangelisch.de


21.9.2021 Der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, rief 2011 zur Umkehr auf, 2021 ruft Bischof Bätzing zur Umkehr auf. Peter Otten fragt sich, wann sie geschehen wird. Quelle: katholisch.de


21.9.2021 Bischof Bätzing findet klare Worte in seiner Predigt anlässlich der Vollversammlung der DBK: „Ganz offensichtlich aber gibt unser Habitus des Auftretens Menschen einer durch und durch freiheitlich geprägten Gesellschaft Anlass, unser Angebot als anmaßend und übergriffig und angesichts des Missbrauchs obsolet zurückzuweisen. Und für mich ist unstrittig: Wir selbst haben nicht wenig zu solcher Verwechslung und damit zum Misslingen evangelisierender Kommunikation beigetragen.“ Quelle: DBK


21.9.2021 Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda fordert der Vorsitzende Bätzing echte Umkehr der Bischöfe. Quelle: domradio


21.9.2021 Der Papst hat den polnischen Bischof Jan Tyrawa, Bistum Bydgoszcz, aus dem Amt entlassen. Ihm werden Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen.  Quelle: domradio


21.9. 2021 Radio Vatikan berichtet ausführlich (und lesenswert) über die Vorträge der Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, des Theologen und Soziologen Tomas Halik, und des Kardinals Sean O’Malley, die sie auf der Warschauer Kinderschutzkonferenz hielten. Quelle: vaticannews


21.9.2021 Auf der Warschauer Kinderschutzkonferenz berichtet Tarsycjusz Krasucki, Franziskaner, dass er 1993 als Jugendlicher vom Direktor eines katholischen Erziehungsheims, einem Priester, missbraucht wurde. 2004 begann ein kirchlicher Strafprozess, der 2021 – nach 17 Jahren – mit einem nicht öffentlichen Urteil endete. Der Betroffene sagte als Zeuge aus und erhielt keine weitere Information über den Prozess.  Die drei in dieser Zeit amtierenden Bischöfe – Marian Przykucki, Zygmunt Kaminski, Andrzej Dziega – haben nicht mit ihm sprechen wollen. Krsucki fragt: „Wenn man in so einer Angelegenheit nicht in der Lage ist, offiziell die Wahrheit anzuerkennen und zu sagen, wie können wir dann glaubhaft Jesus verkünden?“ Er stellt fest, dass die Geschädigten nur verbal an erster Stelle stehen, nicht wirklich. Über Jahrzehnte habe er zur Aufarbeitung immer wieder ausgesagt und an kirchlichen Meetings und Erhebungen teilgenommen, „und jeder Anlass war ein neuer Akt der Demütigung für mich“. Geschehen sei nichts. Auch eine anonym bleibende weibliche Betroffene berichtete vor der Kinderschutzkonferenz von Missbrauch durch einen  „jungen, freundlichen und charismatischen“ Priester, als sie sechs oder sieben Jahre alt war. Sie wisse bis heute nicht, ob ihr geglaubt werde.

Der Theologe und Soziologe Tomas Halik vergleicht den Missbrauch in der Kirche mit dem Ablasshandel und fordert eine grundlegende Reform der Kirche. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, räumt Fehler der Kirche ein: „Man muss ehrlich gestehen, dass wir in vielerlei Hinsicht nachlässig gegenüber verwundeten Menschen in der Kirche gewesen sind.“ Die Kirche in Polen ist beim Thema Kinderschutz gespalten. Quellen: domradio und vaticannews


20.9.2021 Erzbischof Eterovic hat anlässlich der Herbstvollversammlung der kath. Bischöfe ein Grußwort  geschickt. Kirchlich Betroffene sind ihm nicht der Rede wert, Frauen kommen lediglich als „Eltern“, für Brot Arbeitende und als lächelnde Ordensfrauen vor. Mehrere Opferinitiativen haben der katholischen Kirche einen „unsäglichen Umgang mit den Betroffenen sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen“ vorgeworfen. Jens Windel, Mitglied im Betroffenenbeirat der DBK und Gründer der Betroffeneninitiative Hildesheim, sagt: „Das konsequenzlose Verhalten aus Rom gegenüber schuldig gewordenen Verantwortungsträgern macht jede weitere Missbrauchsstudie überflüssig – in den Augen von Papst und Kirche sind die Betroffenen ohnehin nichts wert.“ Das Anerkennungsverfahren für katholisch-kirchliche Missbrauchsbetroffene will sich die Bischofskonferenz „genau anschauen“, versprach Bischof Bätzing. Er kann die „Irritation“ von Katholik*innen über die Nicht-Entlassung von Erzbischof Heße wirklich gut verstehen. Zudem sagte er: „Ein einfaches ‚Weiter so‘ beim Bischof-Sein geht nicht mehr.“ Agnes Wuckelt, kfd, wies darauf hin, dass die Kirche nicht nur die Kirche der Bischöfe, sondern auch die Kirche der Frauen sei. Christian Weisner, „Wir sind Kirche“,  spricht von zerfallenden Machtstrukturen in der katholischen Kirche.


20.9.2021 Agnes Wuckelt, stellvertretende  sagt, die Geduld der Frauen mit der katholischen Kirche sei am Ende. Sie weist darauf hin, dass „auch der gesamte geistliche und spirituelle Missbrauch in den Blick genommen werden“ müsse. Quelle: domradio


20.9.2021 Aus dem Umfeld der Leitung des Bistums Dresden-Meißen wurde berichtet, dass sich eine Frau gemeldet habe, die erst sehr spät durch ihre Familie von einer möglichen Vaterschaft von Pfarrer Jungnitsch erfahren habe. Ein Exhumierungsantrag soll bei Gericht gestellt worden sein. Jungnitsch hat in den 1960er Jahren in der Gemeinde Heidenau mindestens vier Mädchen sexuell missbraucht. Die Gemeinde hat beschlossen, sein Grab einzuebnen. Quelle: saechsische


20.9.2021 Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat zu einer verstärkten Aufarbeitung von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Kirche aufgerufen. Er betonte: „Alles, was wir tun, machen wir um der Betroffenen willen, denen gegenüber wir schuldig geworden sind – als Institution, als Einzelne haben wir Schuld auf uns geladen.“ Quelle: katholisch.de


20.9.2021 In einer INSA-Blitzbefragung wurden am 17. September 2021 insgesamt 1.002 Bürger befragt. 61% von ihnen wollen die sofortige Abberufung von Kardinal Woelki. 70% der Katholik*innen wollen, dass alle 27 deutschen Bischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten, weil die gesamte Kirche in Deutschland in der Missbrauchsaffäre versagt habe. 51% der Katholiken haben schon an Kirchenaustritt gedacht. Quelle: KStA


19.9.2021 Betroffene von Inzest sprechen. SRF-Doku: „Inzest- Mut zum Wort„.


19.9.2021 Papst Franziskus hat die Leitungsmacht in Geistlichen Gemeinschaften durch das Dekret  „Leitungsverantwortung in Zusammenschlüssen von Laien: ein kirchlicher Dienst“ begrenzt. Nun hatte das Laien-Dikasterium unter Kardinal Kevin Joseph Farrell eine mehrtägige Konferenz, auf der über die Gründe gesprochen wurde. Viele dieser Gruppen begannen mit Elan, fühlten sich als etwas Besonderes, erschienen wie Retter – und endeten mit bösen Verfehlungen, mit Machtmissbrauch, spirituellem und sexuellem Missbrauch. In Argentinien wurden drei Gemeinschaften aufgelöst. Es gehe darum, den Übergang von der charismatischen Gründungsphase zur Institutionalisierung zu gestalten. Quelle: Domradio


19.9.2021 Kardinal Seán Patrick O’Malley, Vorsitzender der Päpstlichen Kinderschutzkommission, erklärt den in Warschau versammelten Bischöfen aus 20 mittel- und osteuropäischen Ländern, wie sie mit kirchlich Betroffenen umgehen sollten. Papst Franziskus hatte in einem Grußwort zur Kinderschutzkonferenz einen „konkreten Weg der Reform“ gefordert. Quelle: vaticannews


19.9.2021 Erzbischof Stanislaw Gadecki, Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz, räumte in seiner Eröffnungsrede zur Kinderschutzkonferenz in Warschau Fehler der Kirche ein und würdigte den Druck der öffentlichen Meinung bei diesem Thema. Quelle: vaticannews


19.9.2021 Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat „schwere Schuld“ katholischer Amtsträger an sexualisierter Gewalt in der Kirche eingeräumt. Neymeyr wies jedoch darauf hin, dass es in allen kirchlichen Einrichtungen Ansprechpersonen für Betroffene gebe: „Keine andere Organisation in Deutschland hat solch ein System überall eingerichtet.“ Quelle: katholisch.de


19.9.2021 Der Betroffenenbeirat der DBK übt scharfe Kritik am Verfahren der Anerkennungszahlungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene. Das Verfahren sei intransparent und zu langsam und führe zu Retraumatisierungen. Die Vollversammlung der kath. Bischöfe hat als „umfassenden Tagesordnungspunkt“ das Thema Aufklärung und Aufarbeitung. Quelle: katholisch.de


19.9.2021  „Völlig egal, wie schäbig sich Bischöfe gegenüber Opfern sexualisierter Gewalt verhalten – es bleibt für sie ohne Konsequenzen“, kommentiert Christiane Florin in gewohnter Klarheit. Neu sei diese Haltung nicht, neu sei nur, dass sie so offen verkündet werde. Quelle: DLF


18.9.2021 Beim Blick auf das Thema Missbrauch werde immer offensichtlicher, dass auch Erwachsene und insbesondere Frauen zu den Betroffenen zählen: Mit einer Selbstverpflichtung wollen katholische Frauen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) dem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Bereits am 6.4.2001 griff die kfd in einem Brief den sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern in Afrika auf  (leider nicht mehr online) – aber wie so oft beim Thema „Traumatisierung durch Menschengewalt“ unterlag es schnell wieder dem Vergessen und wurde wahrscheinlich als ein Problem in Afrika lokalisiert, nicht in Europa oder gar in Deutschland.


18.9.2021 In Polen untersucht eine staatliche Kommission Missbrauch von Kindern unter 15 Jahren aus den Bereichen Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und Religionsgemeinschaften. Hierfür schlug die Kommission der Bischofskonferenz eine gemeinsame Forschungsgruppe vor. Die katholische Kirche bot der Kommission  ihre eigenen statistischen Daten zu Missbrauchsfällen an. Die Kommission hatte mehrfach um die Herausgabe von Akten gebeten, die ihr bislang verweigert wurde, weil es keine klare Rechtsgrundlage gebe. Angesichts der Missbrauchsfälle plädieren 58,7 Prozent der Pol*innen für den Rücktritt aller Bischöfe, 33,9 Prozent lehnen ihn ab. Quellen: vaticannews  katholisch.de


18.9.2021 Anlässlich einer dreitägigen Veranstaltung von fast 20 Ländern Mittel- und Osteuropas in Warschau, an der Vertreter von Bischofskonferenzen und Fachleute aus dem Bereich des Kinder- und Jugendschutzes teilnehmen, berichtet Pater Zollner, dass in den letzten Monaten zehn Bischöfe in Polen zurückgetreten sind. Ihnen wurde entweder sexueller Missbrauch oder Vertuschung von kirchlichen Missbrauchsfällen vorgeworfen. Widerstände gegen die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle gebe es immer und überall, aber es gebe auch Diözesen und Ordensgemeinschaften, die  vorangingen, sagte Zoller. Quelle: vaticannews


17.9.2021 Der Sprecher des Betroffenenbeirats der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz bezeichnet die Entscheidung des Papstes, das Rücktrittsgesuch des Hamburger Erzbischofs Heße nicht anzunehmen als einen „Schlag ins Gesicht der Betroffenen“.  Macht und Machterhalt stehe über allem und das jetzige System Kirche werde geschützt. Quelle: Domradio


17.9.2021 Jutta Lehnert, Opferinitiative Missbit im Bistum Trier, kommentiert die Entscheidung des Papstes, den Amtsverzicht von Erzbischofs Stefan Heße nicht anzunehmen, so: Priesterliche Sexualstraftäter und bischöfliche Vertuscher könnten sich auf den päpstlichen Schutz verlassen. Und: Die mit hohem Aufwand betriebene Aufarbeitung durch Studien und päpstliche Visitatoren diene nur dazu, Sand in die Augen streuen. Auch mit Papst Franziskus werde es keine ehrliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und keine Kirchenerneuerung geben.  Quelle: volksfreund

Kommentar: Jutta Lehnert ist zuzustimmen.


17.9.2021 Gegen das Buch der Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach über den Gründer der Schönstatt-Bewegung Pater Josef Kentenich (1885-1968) hat das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern geklagt. Die Klage wurde in erster Instanz zurückgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Von Teuffenbach hat in dem Buch „Vater darf das“ Dokumente vorgelegt, die Kentenichs systematische Manipulation, Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe beschreiben. -Quelle: katholisch.de


17.9.2021 Alke Arns, Leiterin der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt in der Nordkirche, sagte auf der Tagung der Landessynode, dass es im Umgang mit Missbrauchsfällen in der Nordkirche um die Wiedergewinnung des Vertrauens gehe. Die „Unterstützungsleistungskommission für Betroffene von sexualisierter Gewalt“ (ULK) hat nach Aussage von Bischöfin Fehrs etwa 70 Fälle bearbeiten können und über eine Million Euro an Unterstützungsleistungen gezahlt. Quelle: evangelische-zeitung


 

17.9.2021 Pfarrer Herbert Jungnitsch (1898-1971), Heidenau, hat in den 1960er Jahren mindestens vier Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren sexuell missbraucht. Mehrere Männer sind als Mittäter benannt worden, deren Ehefrauen als Mitwisserinnen. Bereits 2010 sprachen die vier Betroffenen mit dem damaligen Bischof Joachim Reinelt. Er versprach, nach Heidenau zu kommen, kam aber nicht. Er entschuldigte sich über die Presse. 2020 hat der Gemeindereferent Benno Kirtzel zusammen mit einer (?) Betroffenen einen Aufarbeitungsprozess in der Gemeinde initiiert. Im Rahmen dieses Prozesses gab es gestern einen Austausch. Quellen: katholisch.de  Bistum Dresden-Meißen


17.9.2021 Dr. Ewa Kusz, Psychotherapeutin, beschreibt die Wünsche kirchlich (und anderer) Betroffener an die katholische Kirche, die sie im Kontext ihrer Arbeit in Polen erfahren hat. Quelle: vaticannews

Bemerkenswert ist, dass Dr. Kusz auch Betroffene aus außerkirchlichen Kontexten im Blick hat.


17.9.2021 Podcast mit Dr. Haslbeck und Dr. Heyder   über das Buch „Erzählen als Widerstand


16.9.2021 Pawel M., polnischer Dominikaner, sitzt in Untersuchungshaft, weil ihm vorgeworfen wird, mehrere Frauen vergewaltigt zu haben. Angezeigt wurde er von einer Ordensfrau. Die polnische Dominikanerprovinz hat zur psychischen, sexualisierten und körperlichen Gewalt von Pawel M. einen 260-Seiten-Bericht einer Expertenkommission aus fünf Laien und zwei Geistlichen vorgelegt. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die von Pawel M. geleitete Breslauer Seelsorgegemeinschaft „Sankt Dominik“ alle Merkmale aufgewiesen habe, „die es möglich machen, sie als Sekte zu bezeichnen“. Der Leiter der polnischen Ordensprovinz, Pater Pawel Kozacki, meint, dass das „Neue und Ungewöhnliche“ an dem Fall sei, dass der seelsorgerische, rechtliche und sexuelle Missbrauch Erwachsene betraf. Die Ordensleitung unter dem früheren Provinzial Pater Maciej Zieba (gest. Dezember 2020) soll Hinweise auf die Verbrechen ignoriert haben. Quelle: Neues Ruhrwort


15.9.2021 Maria 2.0 kritisiert den priesterlichen Einsatz des derzeit vom Weihbischofsamt beurlaubten Kölner Weihbischofs Ansgar Puff. Der Geistliche wird am 3. Oktober einen Kleinkindergottesdienst in der Gemeinde Sankt Bruno in Köln halten. Maria Mesrian, Sprecherin von Maria 2.0, bezeichnete dies als „absolutes No-Go“. Der Kommunikationsdirektor im Erzbistum Köln, Christoph Hardt, wies darauf hin, dass Puff seinen priesterlichen Dienst weiterhin wahrnimmt und lediglich seine bischöflichen Aufgaben ruhen lässt. Er sei von der Gemeinde gebeten worden, den Kleinkindergottesdienst zu feiern. Puff hatte als ehemaliger Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Personal einen Verstoß gegen die Aufklärungspflicht begangen. Quelle: katholisch.de 


15.9.2021 Daniel Bogner bezeichnet die Entscheidung des Papstes, das Rücktrittsgesuch von Erzbischof Heße nicht anzunehmen, als „Zumutung“. Damit signalisiere der Papst, dass der Anlass für den Rücktritt nicht so gravierend sei. So werde verhindert, dass sich ein Amtsträger seiner Verantwortung stellen und dies durch einen öffentlich sichtbaren Schritt wie einen Rücktritt dokumentiere. Für eine „Religionsgemeinschaft, in deren Botschaft der individuellen Person und ihrer Gewissensüberzeugung eine hohe Bedeutung zukommt“, sei dies „eine ganz schlechte Nachricht.“ – Thomas Schüller, Kirchenrechtler, meint, die kirchlichen Opfer sexualisierter Gewalt müssten wieder den Eindruck gewinnen, dass niemand für seine Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen wird. Quelle: ORF


15.9.2021 Raul Löbbert erinnert an einige Betroffene, die die „Fehlentscheidungen“ von Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg, ertragen mussten und kommentiert die Entscheidung von Papst Franziskus, Heße im Amt zu belassen: „Es geht also um das große klerikale Wir, nicht um Gerechtigkeit, nicht um die Betroffenen.“ Quelle: Zeit


15.9.2021 Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat reagiert „entsetzt und beschämt“ auf die Beteiligung des ehemaligen Adveniat-Geschäftsführers  und Bischofs der Diözese Santa Domingo de los Colorados in Ecuador, Emil Stehle (1926-2017), an der Vereitelung der Strafverfolgung eines Priesters. Der Fall wurde am Dienstag durch die Hildesheimer Missbrauchsstudie bekannt. Quelle: katholisch.de


15.9.2021 ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann erklärte zur Entscheidung des Papstes, Erzbischof Heße im Amt zu belassen, dass es ein „Schlag ins Gesicht für Betroffene von sexueller Gewalt“ sei, wenn aus „Fehlentscheidungen“ keine persönlichen Konsequenzen folgten. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, nennt die Entscheidung „organisierte Verantwortungslosigkeit“. „Wir sind Kirche“ wertete das Votum als „höchst problematisch“. Es sei zu fragen, wofür kirchliche Führungskräfte überhaupt noch zur Verantwortung gezogen werden. Quelle: katholisch.de


15.9.2021 Bischof Bätzing, Vorsitzender der DBK, wüscht dem Erzbistum Hamburg und Erzbischof Heße „einen guten Neustart in gemeinsamer Verantwortung, der von gegenseitigem Vertrauen getragen ist.“ Bei denjenigen, die  „möglicherweise irritiert“ sind, wirbt er um „das Zutrauen, dass die Entscheidung des Papstes aufgrund von Beratung wohl überlegt und begründet ist.“ Quelle: dbk

Kommentar: Die Bischöfe haben Nachsicht mit den Tätern und vertuschen Verbrechen. Der Papst hat Nachsicht mit den Vertuschern (war ja keine Absicht!, höchstens Gewohnheit?) und belässt sie im Amt. Und jetzt sollen die Betroffenen auch noch „Zutrauen“ haben?! Das ist ein bisschen arg viel verlangt.


15.9.2021 Erzbischof Heße schreibt einen Brief an die Gläubigen. Er verspricht, dass die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt „der Maßstab unseres Handelns [bleibe] ebenso wie meine und unsere Bemühung, den Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren leidvollen Erfahrungen immer mehr gerecht zu werden.“ Quelle: Domradio


15.9.2021 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Hamburger Erzbischofs Heße nicht angenommen. Da Heße seine Fehler „in Demut anerkannt“ und sein Amt zur Verfügung gestellt hat, habe der Papst den Amtsverzicht Heßes nicht angenommen, sondern ihn gebeten, „seine Sendung als Erzbischof von Hamburg im Geist der Versöhnung und des Dienstes an Gott und den seiner Hirtensorge anvertrauten Gläubigen fortzuführen“. Heße waren elf Pflichtverletzungen nachgewiesen worden. Heße habe – laut Untersuchung – nicht mit Absicht vertuscht. Ein Grundproblem habe im Mangel an „Aufmerksamkeit und Sensibilität den von Missbrauch Betroffenen gegenüber“ bestanden. Quelle: katholisch.de


15.9.2021 Buchhinweis: Wolfgang Rothe: Missbrauchte Kirche. Eine Abrechnung mit der katholischen Sexualmoral und ihren Verfechtern (Droemer HC. ISBN 978-3-426-27869-7). Die KEB Bistum Limburg bietet am 29.9. 19:30 Uhr auch Live ein Gespräch darüber mit Joachim Frank,  Wolfgang F. Rothe und Doris Reisinger an. Quellen: youtube  bistumlimburg


14.9.2021 Die Dillinger Franziskanerinnen sind über die „glaubhaften Zeugnisse“ ehemaliger Heimkinder „zutiefst begtroffen und beschämt. Die Provinzleiterin Elke Prochus verspricht, Verantwortung zu übernehmen und bittet die Opfer um Verzeihung und Vergebung. Quelle: katholisch.de


14.9.2021 In der Pressekonferenz zur Vorstellung des Abschlussberichts des Projekts „Wissen-Teilen“, Bd. 1 und Bd. 2 wurden 71 Tatverdächtige im Bistum Hildesheim erwähnt. 51 davon fielen in die Amtszeit von Bischof Janssen (1957-1982); 13 davon hätten in der MHG-Studie erfasst werden können, wurden aber nicht erfasst. Neu erfasst wurden insgesamt 23 Kleriker. Die Anzahl der Opfer dieser neu erfassten Tatverdächtigen ist unbekannt. Quelle: Pressekonferenz


14.9.2021 „Tote Bischöfe werden derzeit ganz gern erforscht. Dass es ausgerechnet den überregional wenig bekannten Janssen traf, hat damit zu tun, dass er als erster deutscher Bischof im Verdacht stand, selbst Kindern sexualisierte Gewalt zugefügt zu haben. Das wurde heute weder bestätigt noch entkräftet. Aber Janssen darf als Täter hinter den Tätern gelten. Er ignorierte die Opfer, stellte sich über jedes Recht.“ So kommentiert Christiane Florin den Hildesheimer Abschlussbericht zur Zeit des Bischofs Janssen. Sie fährt fort: „Erschütternde Fakten rütteln diese römisch-katholische Bastion wohl kaum durch. Da mögen noch so viele Gutachten die moralische Verkommenheit der Führungsriege bescheinigen.“ Quelle: DLF


14.9.2021 Ein Feature von Gaby Mayr: Abgründe katholischer Aufarbeitung – Bischöfe im Nebel. Quelle: deutschlandfunkkultur


14.9.2021 Florian Breitmeier kommentiert den Hildesheimer Abschlussbericht: „Der Bischof hat aber die Kirche durch sein Verhalten nicht geschützt. Er hat der Kirche sogar massiv geschadet. Weil Bischof Janssen und die damalige Bistumsleitung die Verbrechen in den Gemeinden nämlich nicht thematisierten, schufen sie Gräben zwischen denen, die vielleicht eine Ahnung von den Taten hatten und jenen, die unbeirrt am Pfarrer festhielten. Viele Gemeinden im Bistum Hildesheim wurden so sozial kontaminiert. Die Folge waren häufig emotionale Konflikte in betroffenen Familien und Spaltungen in den Gemeinden.“ Quelle: NDR


14.9.2021 Zusammenfassungen des Abschlussberichts im Bistum Hildesheim – Projekt „Wissen-Teilen“ auf katholisch.de und Domradio. „Kirche und Leben“ berichtet, dass die Leitung des Bistums Münster an der Vertuschung beteiligt war. Zwei der Täter (Tatverdächtige Nr. 13; Bd. 2, S. 71 ff und Nr. 50, Bd. 1, S. 101 ff) aus dem Bistum Hildesheim wurden nach Münster versetzt. Involviert war in beiden Fällen Bischof Tenhumberg.


14.9.2021 Abschlussbericht Bistum Hildesheim Projekt „Wissen-Teilen“, Bd. 1

Abschlussbericht Bistum Hildesheim Projekt „Wissen-Teilen“, Bd. 2

Weitere Dokumente


14.9.2021 Heute, 11-12:30 Uhr, ist in Hildesheim die Pressekonferenz zur Vorstellung und offiziellen Übergabe des Abschlussberichtes der Expert*innen zum Projekt „Wissen-Teilen“. In diesem Projekt wurden Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim während der Amtszeit des Bischofs Heinrich Maria Janssen untersucht. Die Pressekonferenz wird per Livestream unter www.bistum-hildesheim.de übertragen. Quelle: wp.wissenteilen-hildesheim.de


13.9.2021 Benjamin Leven im Gespräch über die „Katholische Integrierte Gemeinde. Eine ‚Professoren-Sekte‘ in der katholischen Kirche?“ Quelle: secta.fm


13.9.2021 Der Belgische Rundfunkt meldet, dass in der Katholischen Kirche Belgiens 59 bislang unbekannte Missbrauchsfälle bekannt wurden. Etrwas mehr als die Hälfte der identifizierten Täter war zum Zeitpunkt der Meldung bereits tot. Tatorte waren Schulen und Kirchen. Quelle: brf


13.9.2021 Der Erfurter Theologe Benedikt Kranemann fordert als Konsequenz aus dem kirchlichen Missbrauchsskandal eine liturgische Reform. Das Leiden der Opfer dürfe in der Liturgie nicht rituell verkleistert werden. Er warnte davor, verstorbene Missbrauchstäter aus dem kollektiven Gedächtnis löschen und damit den Missbrauch als Teil der Kirchengeschichte „entsorgen“ zu wollen. Wer den einzelnen Missbrauchstäter dem Vergessen anheim geben wolle, erkläre auch die Geschichte von dessen Taten für beendet. Kranemann sprach sich mit Blick auf die weitere Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals für liturgische Reformen aus. Quelle: katholisch.de


11.9.2021 Die Dillinger Franziskanerinnen, denen Misshandlung der Kinder in den Kinderheimen Reitenbuch und Baschenegg vorgeworfen werden, weisen darauf hin, dass sie bereits 2010  ihre Schuld eingestanden haben, sie öffentlich gemacht haben und seither mit vielen Betroffenen gesprochen haben und Entschädigungen leisteten. Zudem verweisen sie darauf, dass der Arbeitgeber – das Bistum Augsburg – seine Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen und die Schwestern als günstige Arbeitskräfte eingesetzt haben. Nachdem die Schwestern als Erzieherinnen abgelöst wurden, sei das Personal verdoppelt oder verdreifacht worden.  Quelle: br


10.9.2021 Der Prozess gegen den wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Pfarrer U. wird Ende November vor dem Landgericht Köln beginnen. Erzbischof Heße, Hamburg, ist als Zeuge geladen. Quellen: katholisch.de  Kirche und Leben


10.9.2021 „Aufrecht gehe ich auf wunden Füßen“ – Barbara Haslbeck „über Carola Moosbach und ihr ergreifend-nüchternes Sprechen von Gott“ – Quelle: Publik Forum


9.9.2021 SPD-Chefin Saskia Esken und SPD-Bundestagskandidat Matthias Katsch stellen heute in Offenburg einen bundesweiten Aktionsplan gegen Kindesmissbrauch vor. „Sexuelle Gewalt ist nicht nur persönliches Schicksal, sondern ein gesellschaftlicher Skandal“, sagte Katsch. Quelle: Süddeutsche


9.9.2021 Im Bistum Augsburg wurden die Ergebnisse der Projektgruppe vorgestellt, die die Gewalt gegen Kinder, u.a. die sexuelle Gewalt, im Josefsheim Reitenbuch in Fischach und im Marienheim Baschenegg in Ustersbach untersucht haben. Der Bischof betont, ein „Zuhörender“ zu sein – den Betroffenen hat er nach deren Aussage eine gute halbe Stunde Zeit dafür gegeben. Ein Betroffener beklagt, dass die Betroffenen, die nicht überlebt haben, gar nicht zur Sprache kamen. Rund 50 Betroffene haben sich gemeldet, die Kommissionsleiterin, Elisabeth Mette, Präsidenztin des Bayerischen Landessozialgerichts a.D., geht von einer doppelten Anzahl Betroffener aus. Für die mehr als 30 bekannten Missbrauchsopfer fordert die Projektgruppe des Bistums ein Schuldeingeständnis des kirchlichen Trägervereins, der christlichen Kinder- und Jugendhilfe und der Dillinger Franziskanerinnen, die damals zuständig waren. Außerdem wurden weitere finanzielle Leistungen gefordert. Quellen: Abschlussbericht  br   ardmediathek


9.9.2021 Das Bistum Augsburg stellt heute die Ergebnisse einer Untersuchung zu Missbrauchsfällen im Josefsheim Reitenbuch in Fischach und im Marienheim Baschenegg in Ustersbach vor. Im Josefsheim gab es zwischen 1950 und 1985 mindestens 16 Opfer, eines davon weiblich. Haupttäter waren drei inzwischen verstorbene Priester, aber auch Ordensschwestern und ein Nachbar des Heims wurden beschuldigt. Quelle: Zeit


8.9.2021 Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) will sexuellen und spirituellen Missbrauch im Bundesverband aufklären. Ein externes Expertenteam soll beauftragt und Betroffene angehört werden. Quelle: katholisch.de


7.9.2021 Im Bistum Münster haben 237 Missbrauchs-Betroffene bis Ende Juli 2021 insgesamt über 1,4 Millionen Euro in Anerkennung ihres Leids erhalten.  Quelle: Kirche und Leben


7.9.2021 Der Podcast mit Sabine Rückert und Andreas Sentker greift den Fall des evangelischen Pfarrers Rainer S. aus Dorfen auf und fragt, wie es sein kann, dass ein Missbrauchstäter über Jahrzehnte Minderjährige sexuell missbrauchen konnte, ohne dass die Taten verhindert wurden. Quelle: zeit


7.9.2021 „Sexuelle Gewalt in der Familie. Gesellschaftliche Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche von 1945 bis in die Gegenwart“- von Prof. Dr. Sabine Andresen, Marie Demant, Anna Galliker, Luzia Rott. Quelle: aufarbeitungskommission


7.9.2021 In der Studie „Jugendsexualität 2021“ wurden 87 Prozent männliche und 13 Prozent weibliche Täter gefunden. Fast die Hälfte der Täter (48 Prozent) waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Außerdem nannten die Opfer Groß- und Stiefonkel, Brüder, Großväter und andere Verwandte. Zehn Prozent der 1.153 angegebenen Täter und Mittäter waren Mütter. Unter den Opfern waren knapp 89 Prozent Mädchen und weibliche Jugendliche und 10 Prozent männliche Minderjährige. Viele Betroffene haben Gewalt durch mehr als einen Täter oder eine Täterin innerhalb oder außerhalb der Familie erfahren. Teilweise wussten die Täter voneinander.Viele Betroffene wandten sich an Familienangehörige, Schule und Jugendämter und fanden keine Hilfe. Quellen: zeit  Fragen an Professorin Andresen


7.9.2021 Die Studie „Jugendsexualität 2021. Primärbericht: SexuelleBildung, sexuelle Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt“ zeigt, dass 94 % aller weiblichen Jugendlichen schon einmal sexuell belästigt wurden. Die repräsentative Studie befragte 16-18Jährige. Quelle: ifas-home


6.9.2021 Professorin Hanna Suchocka, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission berichtet über die Notwendigkeit und die Ziele des regionalen Treffens zum Schutz von Minderjährigen für den Bereich Mittel- und Osteuropa. Das Treffen wird in Warschau stattfinden. Lehren sollen gezogen werden aus dem Umgang mit Rechenschaftspflicht und Transparenz in anderen Ländern. Bis das Recht auf Information der Betroffenen gewährleistet ist, braucht es noch lange und eingehende Untersuchungen, sagt Suchocka. Quelle: vaticannews


5.9.2021 Hubertus Wolf legt in seiner Predigt Jak 2,1-5 aus. Quelle: youtube


5.9.2021 Thomas Söding und Johannes Norpoth nehmen Stellung zur Kritik von Bischof Voderholzer am Synodalen Weg. Quelle: katholisch.de


3.9.2021 Bischof Ackermann sprach Johannes Heibel, Gründer der Initiative gegen Gewalt, „aufrichtige Anerkennung und Dank für sein Engagement“ für Fragen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen und außerkirchlichen Bereich aus. Heibel hatte dem Trierer Bischof sein Buch „Nur ein Stein – und doch so bewegend“  gegeben, in dem die Geschichte des mahnenden Mühlsteins steht. Der Mühlstein soll die Menschen an ihre Aufgabe, Kinder zu schützen, erinnern. Er stand erstmals im Juni 2008 in Regensburg und wurde im November 2019  an Papst Franziskus übergeben. Quelle: Bistum Trier


3.9.2021 Der Kirchengerichtshof der EKD hat ein Urteil gefällt, das für Erwachsene in seelsorgerlichem Kontakt wichtig ist: „1. Das Eingehen – auch einer einvernehmlichen – sexuellen Beziehung neben einer bestehenden seelsorgerlichen Beziehung stellt einen eindeutigen Verstoß gegen die Amtspflichten von Pfarrerinnen und Pfarren dar. Dies gilt auch für Zeiträume vor dem Inkrafttreten des § 31b PfDG.EKD. -2. Eine langjährige sexuelle Beziehung neben einer Seelsorge kann das Vertrauen des Dienstherrn in die Pfarrperson schwer beschädigen – im konkreten Einzelfall jedoch noch nicht endgültig zerstören.“ Bemerkenswert ist, dass das Urteil des Abstinzenzgebot der Gewaltschutzrichtlinie als grundsätzliche Amtspflicht aufnimmt und auch für Fälle gilt, die zu einem früheren Zeitpunkt geschehen sind. Quelle: kirchenrecht ekd


3.9.2021 Der Justiziarin des Kölner Erzbischofs Woelki wurde fristlos gekündigt, weil sie zu Beginn der Corona-Pandemie ihren Bürostuhl mit nach Hause genommen hat. Zudem verlangt die Justiziarin  50.000 Euro Schmerzensgeld, weil sie jahrelang Missbrauchsakten bearbeiten musste und mit dieser Tätigkeit zunächst alleingelassen worden sei. Sie leide heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, sagt ihr Anwalt und verlangt, die Kündigung und die Versetzung in den Ruhestand zurückzunehmen. Beobachter gehen davon aus, dass der Streit tiefere Ursachen hat als einen mitgenommenen Bürostuhl. Quelle: Stuttgarter Nachrichten


3.9.2021 Eine Gruppe von Synodalen um Bischof Voderholzer, Regensburg, hat sich mit Texten und Anträgen zum Synodalen Weg, die bislang keine Mehrheiten gefunden haben, zu Wort gemeldet. Nachzulesen auf der neuen Homepage „synodale-beitraege.de„. Die Autoren gehen davon aus, dass der Skandal um tausendfachen sexuellen Missbrauch „in keinem gesicherten Zusammenhang“ mit der katholischen Sexualmoral oder der Machtstruktur innerhalb der Kirche stehe. Quelle: katholisch.de

 

 

3.9.2021 Der ehemalige Kardinal McCarrick muss sich wegen sexuellen Missbrauchs vor einem staatlichen Gericht verantworten. Er plädiert auf „nicht schuldig“.Quelle: katholisch.de


2.9.2021 Child protection in religious organisations and settings. Investigation Report. September 2021, UK Quelle: iicsa


2.9.2021 Der Bischof von Brooklyn, New York, Nicholas DiMarzio wurde kirchenrechtlich von Missbrauchsvorwürfen entlastet. Zivilrechtlich liegen zwei Klagen vor. Darin wird DiMarzio beschuldigt, als junger Priester in der Erzdiözese Newark zwei Minderjährige missbraucht zu haben. Quelle: katholisch.de


1.9.2021 Im Bistum Mainz stehen für Betroffene oder Angehörige kirchlicher Missbrauchsopfer, die ein seelsorgliches Gespräch wünschten, Mitarbeiter des Instituts für Geistliche Begleitung zur Verfügung. Quelle: inrlp


31.8.2021 In Österreich haben die Bischofskonferenz und die Ordenskonferenz gemeinsam die kirchlichen Richtlinien gegen Missbrauch und Gewalt überarbeitet. Seit 2010 hat die Unabhängige Opferschutzkommission 2.515 Fälle zugunsten von Betroffenen entschieden, 140 Fälle sind noch in Bearbeitung, 215 Fälle wurden abschlägig beschieden. Bislang erhielten die kirchlich Betroffenen 32,7 Mio. Euro. Bis zu 70 Prozent der Zahlungen werden von Ordensgemeinschaften geleistet. Quelle: vaticannews


31.8.2021 Die katholische Kirchengemeinde Solingen, Erzbistum Köln, hat einen Offenen Brief an die Bistumsleitung geschrieben. Im Kontext der Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln erwartet sie von der Bistumsleitung, dass diese für drei Jahre auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichtet „zum Ausgleich des finanziellen  Schadens, den Sie der Kirche zugefügt haben.“ Die Gemeinde nennt die Ausgleichsleistungen für die Missbrauchsopfer, Kosten für das Zweitgutachten und die verschiedenen juristischen externen Hilfeleistungen. Quelle: kath-solingen-west


31.8.2021 Der Erlanger Dekan Michael Pflaum („Für eine trauma-existentiale Theologie. Missbrauch und Kirche mit Traumatherapien betrachtet“) stellt fest: „Es gibt viel zu wenige Seelsorger, die eine traumasensible Seelsorge machen können. … Aber was uns wirklich fehlt, sind Leute in unseren eigenen Reihen, die hier umfangreich therapeutisch geschult sind und die gleichzeitig die religiösen Bezüge kennen. Da ist die ökumenische Initiative „GottesSuche“ die einzige, die ich kenne, die wirklich auf dem Niveau im kirchlichen Bereich arbeiten. … da haben wir quasi eine flächendeckende Leerstelle.“ Quelle: katholisch.de  Link zum Buch


30.8.2021 „Als Seelsorger oder Seelsorgerin in Besinnungstagen und Beichten auf Jugendliche und auf junge Menschen aktiv zugehen und ihnen nahelegen, sie sollten ‚Reinheitsversprechen‘ ablegen, ist mehr als Katechese. Es ist ein Übergriff.“ Das sagt Klaus Mertes und schildert  die Manipulation junger Menschen innerhalb der katholischen Kirche mit Reinheitsversprechen und schlussfolgert: „Sich vorzunehmen, gemäß der kirchlichen Lehre vor der Ehe ohne Sex zu leben ist etwas anderes, als vor Gott ein „Reinheitsgelübde“ abzulegen. ‚Reinheit‘ mit sexueller Enthaltsamkeit zu vermengen ist keine’„Theologie des Leibes‘, sondern dummes Zeug.“ Quelle: sinnundgesellschaft


30.8.2021 Dem ehemaligen Steyler Missionar Richard Daschbach (84) wird sexualisierte Gewalt an 14 Mädchen zwischen 1991 und 2018 in dem von ihm geleiteten Kinderheim vorgeworfen. Am 15. März 2018 gestand er seinem Orden den Missbrauch und wurde aus dem Priesteramt entlassen. Von vielen Katholiken wird er wegen seiner Rolle im Kampf für die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien als Held verehrt. Sie werfen der Staatsanwaltschaft und NGOs die Manipulation der Opfer und der Justiz vor. Daschbach wird auch von dem Unabhängigkeitshelden und ehemaligen Präsidenten Xanana Gusmao unterstützt. Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Erzdiözese Dili entkräftete 2020 in einem Bericht die Vorwürfe gegen Daschbach. Der zuständige Erzbischof Dom Virgilio do Carmo da Silva forderte die Priester und Ordensleute Osttimors wiederholt auf, die Entscheidung des Vatikans zu respektieren und die mumaßlichen Opfer zu unterstützen. Auch in den USA droht Daschbach eine Anklage, falls er ausgeliefert wird. Quellen: kath.ch   kathpress.at


 

28.8.2021 Nach Missbrauchsvorwürfen ist der Bischof von Broome in Australien, Christopher Alan Saunders, vorzeitig von seinem Amt zurückgetreten. Im März 2020 begannen polizeiliche Ermittlungen gegen Saunders wegen sexuell motivierter Straftaten gegen zwei junge Männer. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Der Vatikan untersuchte auch die Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Broome und nahm den Rücktritt von Saunders an. Quelle: kathpress


27.8.2021 Derek Scally, Journalist („The Best Catholics in the Word“) meint, die Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche müsse zuerst gelungen sein, bevor über Reformen debattiert werden könne. Scally blickt auf die Erfahrungen der irischen katholischen Kirche, die nach einem Vierteljahrhundert der Enthüllungen und Vertuschungen klerikalen Missbrauchs „zertrümmert“ sei und wie ein „ausgebranntes Autowrack am Straßenrand der Geschichte“ liege. Quelle: katholisch.de


27.8.2021 Bischöfin Kirsten Fehrs, Hamburg, spricht sich für staatliche Unterstützung bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Evangelischen Kirche aus.

Quelle: domradio

26.8.2021 In Warschau findet vom  19. bis  22.9. eine Antimissbrauchskonferenz für Mitteleuropa statt. Dabei geht es um die kirchliche Präventionsarbeit in Mittel- und Osteuropa und um die Prüfung, ob Gesetzesänderungen in der Praxis beachtet werden. Ob es auch um die Betroffenen gehen wird, ist dem Überblick von Pater Lombardi nicht so recht zu entnehmen. Quelle: vaticannews

26.8.2021 Klaus Mertes weist auf die Problematik kirchlicher Sprache gegenüber kirchlichen Missbrauchsopfern hin. Er sagt, die „Mitleidssprache“ stimme nicht mehr: „Es ist ein Unterschied, ob sich der Samariter dem Geschlagenen am Wegesrande zuwendet, wenn er von anderen Personen ausgeplündert wurde, oder ob er selbst ihn oder sie ausgeplündert hat.“ Weil sich kirchliche Missbrauchstäter und Vertuscher der kirchlichen Sprache bedient haben, haben sie dadurch diese Sprache für Betroffene kontaminiert. Erneut plädiert Mertes für eine unabhängige Aufarbeitungsinstanz für Missbrauch in der katholischen Kirche. Quelle: Domradio


25.8.2021 Der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke bezeichnete den Synodalen Weg als „Täuschung“ der Gläubigen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert Lüdecke und sieht keine Alternative zum Synodalen Weg. Quelle: katholisch.de
Kommentar: Beide Sichtweisen scheinen mir richtig zu sein. Auch wenn die Gläubigen getäuscht werden – eine reale Alternative zum Synodalen Weg gibt es nicht. Wichtig scheint mir, keine falschen Hoffnungen in den Synodalen Weg zu setzen – und dennoch den Weg weiterzugehen.

25.8.2021 Hier geht’s zur Petition von missio gegen sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen im Internet. Gefordert wird die Schutzpflicht der Plattformen, sinnvolle Datenspeicherung und die Stärkung der Strafverfolgung.


24.8.2021 Die Evangelische Kirche ruft auf zur Teilnahme an zwei Interviewstudien des Forschungsverbundes ForuM „Forschung zu sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der evangelischen Kirche und Diakonie Deutschlands“. Quellen: Aufruf  www.forum-studie.de

 24.8.2021 Die Bedeutung von Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche für Gegenwart und Zukunft. Leitthemen aus dem Verbundprojekt Aurarbeitung für wirksame Schutzkonzepte in Gegenwart und Zukunft (Auf-Wirkung) von Sabine Andresen, Jens Brachmann, Peer Briken, Barbara Kavemann, Heiner Keupp, Bianca Nagel, Andrea Pohling, Daniel Reimann, Nina Schaumann, Wiebke Schoon, Bastian Schwennigcke, Florian Straus, 2021. Quelle: auf-wirkung


23.8.2021 Dass die diskriminierende Sexuallehre ein Identifikationsmerkmal der katholischen Kirche geworden ist, finden die kirchlichen Jugendverbände der deutschsprachigen Länder  – u.a. der BDKJempörend. Sie weisen darauf hin, dass die gegenwärtige Sexuallehre der katholischen Kirche immer noch einen Risikofaktor für sexualisierte Gewalt darstellt. Quellen: kath.ch   katholisch.de


23.8.2021 Georg Gatnar, Redakteur von „radio klassik Stephansdom, Wien, erinnert sich an seine Begegnungen mit Natascha Kampusch, an die (Medien-)Hetze gegen sie und wie sie ihr Leben meistert. Quelle: domradio


22.8.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig möchte, dass sich der Bundestag mehr für Missbrauchsopfer engagiert, findet jedoch in den Wahlprogrammen der Parteien „nicht viel“. Quelle: Domradio


21.8.2021 VomErlkönigbis Woody AllenKunst, Missbrauch und Pädophilie. Quelle: DLF

21.8.2021 Jerusalem, die Stadt Gottes, wird in prophetischen Texten der Bibel immer wieder als Hure bezeichnet. Was hinter dieser metaphorischen Zuschreibung stecken könnte, insbesondere in Kapitel 16 des Buches Ezechiel, hat Milena Heussler herausgearbeitet. Franziska Loretan-Saladin bespricht das Buch von Milena Heussler. Quelle: feinschwarz.net


 

21.8.2021 Der frühere Erzbischof von Breslau, Marian Golebiewski (83), wurde wegen „Versäumnissen im Umgang mit Missbrauchsfällen“ vom Vatikan verurteilt – er darf er nicht mehr öffentlich auftreten. Quelle: katholisch.de


20.8.2021 „Revolutionäres Christentum“ ‒ ein kritischer Appell von Jürgen Manemann an Kirche und Christentum und ein Plädoyer dafür, jegliche Komplizenschaft mit dem Tod zu verweigern. Quelle: youtube


19.8.2021 Was kann man tun für jene, die jetzt leiden müssen in Afghanistan, und gegen Hilflosigkeit, Trauer und Wut? Beten – geben – die Stimme erheben. „Das ist nicht viel. Aber mehr als nichts.“ Quelle: feinschwarz.net


18.8.2021 Kardinal Woelki hat nach eigenen Angaben im vergangenen Winter darüber nachgedacht, sein Amt aufzugeben. Quelle: katholisch.de


18.8.2021 Das Bistum Regensburg ruft Betroffene zur Bewerbung für den Betroffenenbeirat auf. Quelle: ulrich-weber


18.8.2021 Papst Franziskus hat ohne Angabe von Gründen den Rücktritt von Bischof Tomé Ferreira da Silva (60), Diözese São José do Rio Preto, Brasilien, angenommen. Es wurden Videoaufnahmen mit dem nackten Bischof „in unziemlicher Haltung“ öffentlich.  2018 bereits berichtete der Sender Globo, der Vatikan ermittle gegen da Silva „wegen Versäumnissen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester seiner Diözese. Er selbst soll damals zudem mit einem jungen Mann anzügliche Chat-Nachrichten ausgetauscht haben.“ Quelle: katholisch.de


17.8.2021 Mit deutlichen Worten hat der Jesuit Klaus Mertes die Politik für ihren Umgang mit Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie kritisiert. Die Betroffenen seien allein gelassen worden und hätten Schäden erlitten. Quelle: katholisch.de


16.8.2021 Dass Frauen zum Priesteramt zugelassen würden, sei „theologisch gesehen einfach nicht realistisch“, meint Kardinal Woelki. Quelle: katholisch.de

14.8.2021 Das Erzbistum Köln steckt in einer Vertrauenskrise – Kardinal Rainer Maria Woelki sieht dennoch Rückhalt für sich unter Missbrauchsbetroffenen. Sie hätten ihn aufgefordert, den Aufarbeitungsprozess durchzuziehen und nicht aufzugeben. Diese Betroffenen hätten ihm erklärt, wenn er zurücktreten würde, beginne für sie die Leidenszeit ganz von vorn. Dann müsse man auf einen neuen Erzbischof warten, der die ganze Frage neu angehen müsse. Quelle: katholisch.de


13.8.2021 Kardinal Woelki kündigt an, noch in diesem Jahr einen Gottesdienst mit den Opfern sexualisierter Gewalt feiern zu wollen. Quelle: wdr


12.8.2021 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) hat nach sechs Monaten 240 von 1287 eingegangenen Anträgen entschieden. Das sind knapp 19 % der Anträge. Quelle: Süddeutsche   anerkennung-kirche.de


11.8.2021 Vladimir Kadavy und Dierk Schäfer veröffentlichen einen unbeantworteten Brief an Abt Barnabas, Kloster Ettal: „Die Kellerkinder vom Kloster Ettal“: „Doch das Kloster hat auch einen Keller. Dort ging es wahrhaft unterirdisch zu: sadistische Sexverbrechen an Heimkindern, also Kinder mit nicht so gutem Rückhalt ihrer Elternhäuser. Diese ‚Verteilkinder‘ wurden unterschiedlichen Einrichtungen zugeteilt, so auch dem Kloster Ettal. Dort verbrachten sie ihre Ferien in den Kellerverließen und waren frei zugänglich für die klerikalen Missbrauchstäter. Die kamen auch extra angereist. Das Pädophilennetz funktionierte.“ Quelle: dierkschaefer.wordpress.com


11.8.2021 Die Stimmen Betroffener verstummen nicht, die von rituellem sexuellem Missbrauch in Kinderheimen erzählen, die von Erlöserschwestern im Bistum Würzburg geleitet wurden. Experten halten sie für glaubwürdig. Quellen: BR   ARD – Report München  cdn-storage.br


10.8.2021 Die Hochschule Merseburg hat im Auftrag des Ministeriums für Inneres und Sport von Oktober 2020 bis März 2021 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren zu Erfahrungen mit sexuellen Grenzverletzungen und Gewalt, zu ihrem Anzeigeverhalten und ihrem Umgang mit dem Erlebten befragt. Nur drei bis sechs Prozent der weiblichen Betroffenen und null bis vier Prozent der männlichen sowie divers-geschlechtlichen Jugendlichen haben einen sexuellen Übergriff, den sie im Alter von 14 bis 18 Jahren erfahren haben, zur Anzeige gebracht. Positiv zu vermerken ist, dass Übergriffe bis 13 Jahre zu mehr als 20 Prozent angezeigt werden. Anfang der 1990er Jahre waren dies nur vier Prozent. Quelle: jugendhilfeportal

10.8.2021 Matthias Katsch sagt, die Bischöfe verhielten sich schizophren: „Viele wollen ehrlich aufklären. Aber der Wunsch, die Institution zu schützen, überwiegt. Da schwingt auch die Angst mit, dass die Institution kollabiert, wenn man etwas an den grundlegenden Dingen verändert.“ Die bisherige Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle nennt er „eine Simulation von Aufarbeitung.“ Dem Staat wirft Katsch vor, dass er sich beharrlich weigere, seine Verantwortung anzuerkennen. Die Betroffeneninitiativen kritisieren das Verfahren zur Zahlung von Anerkennungsleistungen und fordern eine staatliche Aufsicht über die Unabhängige Kommission. Quellen: Kirche und Leben   Süddeutsche  zum Offenen Brief


9.8.2021 „Porentief rein sollte das katholische Irland sein. Doch Priester missbrauchten Kinder, ledige Mütter mussten in Wäschereien schuften. ‚Alle wussten davon‘, sagt der Journalist Derek Scally. Sein Buch über die „besten Katholiken der Welt“ ist ein Bestseller. Irland könne von Deutschland lernen – und umgekehrt.“ Christiane Florin spricht mit Derek Scally über sein Buch „The Best Catholics in the World. The Irish, the Church and the End of a Special Relationship„. Quelle: DLF


9.8.2021 Gegen den Kinderpsychiater Michael Winterhoff („Warum unsere Kinder Tyrannen werden“, 2008) gibt es schwere Vorwürfe von ehemaligen Patienti*innen und Erziehungsberechtigten. Quelle: daserste


9.8.2021 Zum Umgang der Kirchenverantwortlichen mit kirchlichen Missbrauchsbetroffenen sagt der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke: „Die Leute merken ja, wie das lange Spiel der Bischöfe auf Zeit ein Spiel mit der Lebenszeit der Betroffenen ist. Wenn man bedenkt, dass Kindesmissbrauch durch Priester seit knapp 40 Jahren als Phänomen öffentlich bekannt ist, ohne dass deutsche Kirchenmänner zumindest erkennbar auf die Idee kamen, eine weltweit nach denselben Grundmustern organisierte Kirche könne auch hier ein Muster entwickelt haben, dass wir nach all den Jahrzehnten immer noch Aufklärungsbedarf haben und von einer Aufarbeitung im Sinne der genauen Konturierung und Kartierung von systemischen Risikofaktoren immer noch weit entfernt sind, dann muss man sich über weitergehende Debatten nicht wundern.“ Nötig seien unabhängige staatliche Untersuchungen, für die es jedoch keinerlei politischen Willen gebe. Quelle: trtdeutsch


9.8.2021 Die Ordensfrau Juliana Seelmann, 38, erhält den Würzburger Friedenspreis. Damit wird ihr Engagement für geflüchtete Menschen gewürdigt. Sie hatte mehreren Frauen Schutz gewährt und war dafür vom Amtsgericht Würzburg wegen „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ verurteilt worden. Quelle: kathpress


7.8.2021 In der katholischen Monatsschrift „Theologisches“ hat der polnische Priester Dariusz Oko homosexuelle Kleriker beleidigt. Der Kirchenrechtler Wolfgang Rothe klagte mit Erfolg. Rechtskatholiken in Polen waren empört. Der Dogmatikprofessor Manfred Hauke verteidigt den Artikel Okos. Der Theologieprofessor em. Hermann Häring nimmt Stellung. Quelle: kath.ch


7.8.2021 Klaus Mertes glaubt, dass Kardinal Woelki nicht zurücktritt, weil er sein Scheitern nicht sieht. Wenn Papst Franziskus Woelki im Amt lasse, dann würde das Vertrauen weiter erodieren, auch das Vertrauen in den Vaitkan, meint Mertes. Den Besuch von Kardinal Marx in Garching an der Alz und seine Entschuldigungsbitte wertet Mertes als Wegnahme des Schutzmantels, „der bisher über Joseph Ratzinger, den inzwischen emeritierten Papst Benedikt XVI., ausgebreitet war.“ Dass Kardinal Marx diesen Schritt nicht früher gemacht habe, begründet Mertes so: „Weil tief sitzende Loyalitäten und Machtinteressen und sie tragende Narrative im Hintergrund stehen. Das Leitungsversagen Ratzingers führt ja direkt bis an die Spitze der Weltkirche.“ Quelle: katholisch.de


7.8.2021 Im Oktober soll der Prozess gegen den ehemaligen Bischof von Oran, Gustavo Zanchetta beginnen. Ihm wird vorgeworfen, zwei Seminaristen sexuell belästigt zu haben und öffentliche Gelder veruntreut zu haben. 2017 wurde Zanchetta nach Rom berufen als Assessor bei der vatikanischen Vermögensverwaltung. Inzwischen ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Quelle: domradio


7.8.2021 Die Kommission des Erzbistums Berlin zur Fortführung der innerkirchlichen Aufklärungsund Aufarbeitungsbemühungen in
Folge des Gutachtens „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946“ hat ihren Arbeitsbericht vorgelegt. Darin bergründet die Kommission, dass sie nicht wie geplant habe arbeiten können, weil die Kanzlei Redeker Sellner Dahs ihren Auftrag, „
ob und gegebenenfalls durch wen und auf welche Weise Fälle sexuellen Missbrauchs im Bereich des Erzbistums Berlin vertuscht worden sind
und ob und inwieweit die jeweils anwendbaren kirchlichen und kirchenstrafrechtlichen Regelungen eingehalten worden sindnicht ausreichend bearbeitet“ wurde. Die Kanzlei Redeker Sellner Dahs widerspricht. Quelle: Erzbistum Berlin 


6.8.2021 Dem Rektor der New Yorker Kathedrale Saint-Patrick’s, Robert T. Richie, wird vorgeworfen, vor fast 50 Jahren ein Kind sexuell missbraucht zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Quelle: Domradio

6.8.2021 Der Medienanwalt Carsten Brennecke, der Erzbischöf Woelki beraten hat, berichtet, dass im Umgang mit der Aufklärung der Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln von Anfang an klar gewesen sei, dass es „bitter und düster bis zum Schluss“ werde: „Wir haben hier eine Institution, die sich den Vertuschungsvorwurf über Jahrhunderte redlich verdient hat.“ Die Debatte um die Missbrauchsaufarbeitung werde massiv benutzt, um Kirchenpolitik zu machen und Kardinal Woelki abzulösen. Wäre das WSW-Gutachten veröffentlicht worden, dann wäre „die Sache explodiert. Darin waren acht Beschuldigte namentlich benannt, zum Teil hochrangige Leute, jedenfalls keine, die sich so einfach zur Schlachtbank führen lassen.“ Quellen: katholisch.de  vaticannews


6.8.2021 Der Verfall der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche wird sich nicht abschwächen, solange der Ernst der Lage nicht benannt, anerkannt und aufrichtig bekannt wird. Rainer Bucher und Hans Joachim Sander zur existentiellen Gefährdung der katholischen Kirche. Quelle: feinschwarz.net Teil 1  Teil 2


5.8.2021 Der ehemalige Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (EKS) Gottfried Locher hat eine ehemalige Mitarbeiterin missbraucht. Nun entschuldigt sich die EKS, dass sie es versäumt hat, die Frau zu schützen.  Versäumnisse der EKS seien zum Teil auch auf damals fehlende Prozesse und Verfahren der Reformierten Kirche zurückzuführen. Eine Studie plant die EKS nicht – es kämen lediglich Einzelfälle vor. Quelle: Domradio

5.8.2021 Einem italienischen Priester (63) aus dem Erzbistum Perugia wird vorgeworfen, Spendengelder für kinderpornografische Aufnahmen ausgegeben zu haben. Quelle: katholisch.de


5.8.2021 Klaus Mertes wird mit dem „Theologischen Preis“ der Salzburger Hochschulwochen für sein Lebenswerk geehrt. Quelle: katholisch.de


4.8.2021 Der Marga Bührig-Preis 2021 geht an Barbara Haslbeck, Regina Heyder, Ute Leimgruber und Dorothee Sandherr-Klemp. Ausgezeichnet wird Erzählen als Widerstand. Die Preisverleihung ist am 22.10.2021 im Literaturhaus Basel. Herzlichen Glückwunsch den Preisträgerinnen!


4.8.2021 In Religionen beherrsche das Gute die Welt – bei Verschwörungsmythen glaubten Menschen, das geschehe durch böse Mächte: Im Interview erklärt Experte Michael Blume, wie Menschen in den Verschwörungsglauben hineingeraten – und warum jeder gefährdet ist. Quellen: katholisch.de


3.8.2021 In Deutschland wurde 2020 bei fast 60.600 Kindern eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5.000 Fälle, also 9 Prozent mehr als 2019 und die höchste Zahl seit Einführung der Statistik 2012. Quelle: NDR


3.8.2021 Bernd Althusmann, CDU Niedersachsen, schlägt die Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht bei Missbrauchsverdacht von Minderjährigen vor, damit  Ärzte sich austauschen können und u.a. Ärzte-Hopping vermieden werden kann. Bisher können Ärzte nur anonymisiert eine Fachkraft aus dem eigenen Versorgungsbereich ansprechen oder sich beraten lassen. Kinderschutzorganisationen geben zu bedenken, dass ein funktionierendes Hilfesystem auf einem Vertrauensverhältnis zwischen Fachkräften und Betroffenen beruhe und dass sich Betroffene nicht mehr trauten, Hilfe zu suchen. Quelle: braunschweiger-zeitung


2.8.2021 Der ehemalige Bischof von Albany, New York, Howard Hubbard (1977 bis 2014), hat zugegeben, dass seine Diözese über Jahrzehnte Missbrauchs-Priester geschützt und erneut in der Seelsorge eingesetzt hat und sexuellen Missbrauch Minderjähriger vertuscht hat. Derzeit sind ca 300 Klagen mutmaßlicher Opfer im Staat New York anhängig. Hubbard wurde selbst des Missbrauchs beschuldigt, er erklärt, er habe nie jemanden missbraucht und warte auf das staatliche und kirchenrechtliche Verfahren, die ihn freisprechen würden. Quelle: katholisch.de


1.8.2021 Den Bann der Vergangenheit brechen – Matthias Katsch über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Quelle: Eckiger Tisch


1.8.2021 „Wenn die Interessen der Kirche nicht länger vor die Interessen der Opfer gestellt werden, stelle sich die Frage: ‚Was können wir an uns selbst verändern, um die Schwerhörigkeit gegenüber dem Sprechen von Opfern zu beheben?'“ Diese Frage stellt Klaus Mertes. Quelle: kathpress.at


1.8.2021 Interview mit Norbert Lüdecke über sein Buch „Die Täuschung“. Quelle: www1.wdr


31.7.2021 Hans Zollner, vatikanischer Kinderschutzexperte, schlägt vor, kirchliche Missbrauchstäter nach ihrer Haftstrafe in kirchlichen Einrichtungen zu betreuen und zu kontrollieren, da ein hoher Prozentsatz rückfällig wird. Dies sei jedoch nur mit der Zustimmung der Täter möglich. Zollner verweist auf Erfahrungen in den USA, wo es seit Jahrzehnten für diese kirchlichen Täter „etwas Ähnliches wie ein Gefängnis“ gebe. Quelle: ORF


30.7.2021 Am heutigen Welttag gegen Menschenhandel erinnert Helmut Flötotto, Flüchtlingsbeauftragter des Bistums Münster, daran, dass auch Deutschland Herkunftsland, Transitland oder Zielland vom Menschenhandel ist. Es gibt Menschenhandel im Bereich der Frauenprostitution, in der Saisonarbeit in der Landwirtschaft und am Bau. Quelle: Kirche und Leben


30.7.2021 Erzbischof José Rodríguez Carballo, Spanien, berichtet, dass der Vatikan derzeit gegen zehn (bzw. ein Dutzend) Ordensgründer ermittelt: wegen finanzieller Bereicherung, spirituellem und Machtmissbrauch und wegen Problemen im Bereich der „Zuneigung“ (gemeint ist wohl: sexueller Missbrauch). Die Gemeinschaften befinden sich „auf dem Weg zur offiziellen Anerkennung durch die Kirche. Hinzu kommen Ermittlungen gegen bereits kirchlich anerkannte Gemeinschaften. Carballo beklagt den „Fundamentalismus“ und das „Sektierertum“ in den zu untersuchenden Gemeinschaften. Quellen: katholisch.de  vidanuevadigital


30.7.2021 Piotr Studnicki, Kinderschutzbeauftragter der polnischen Bischofskonferenz, kritisiert die staatliche Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Diese Kommission hatte in einem ersten Bericht festgestellt, dass 30 % der ihr gemeldeten Missbrauchsfälle von katholischen Priestern begangen worden seien. Studnicki wies auf Forschungen hin, die feststellte, dass Geistliche nur für rund ein Prozent der Missbrauchsfälle verantwortlich seien. Auch den Vorwurf mangelnder Kooperation der katholischen Kirche mit der staatlichen Kommission wies Studnicki zurück. Die Kirche habe der Kommission angeboten, ausführliche statistische Daten zu übergeben, die Kommission habe jedoch kein Interesse daran gezeigt. Auch im Hinblick auf Kirchenakten sei die Kirche bereit, „im Rahmen der Gesetze“ mit der Kommission zusammenzuarbeiten. Studnicki warf der Kommission Täuschung der Öffentlichkeit vor. Quelle: domradio

Kommentar: Wenn ca 1 % der katholischen Priester in Polen für Missbrauchstaten verantwortlich sind, ist dies immer noch ein überdurchschnittlich hoher Prozentsatz, denn die 25.016 katholischen Priester in Polen sind nur 0,13 % der männlichen Bevölkerung Polens.


29.7.2021 Das Obergericht des Schweizer Kantons Thurgau hat rechtskräftig entschieden, dass die Jahrzehnte der Verdrängung von Missbrauchserfahrungen bei der juristischen Berechnung der Verjährungsfrist anerkannt werden. Das eröffnet jenen Betroffenen, die jahre- und jahrzehntelang amnestisch für ihre Vergangenheit waren, die Möglichkeit, bis zu fünf Jahre nach Aufhebung der Amnesie Anzeige zu erstatten. Bislang führt die katholische Kirche in vielen Fällen die Verjährung als Hauptargument dafür an, nicht auf die Forderungen von Missbrauchsopfern einzugehen. Quelle: blick.ch


29.7.2021 Gegen den früheren Kardinal McCarrick wird erneut wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er soll 1974 einen damals 16-Jährigen sexuell belästigt zu haben. Quelle: Spiegel


29.7.2021 Norbert Lüdecke im Interview mit Christiane Florin über sein Buch „Die Täuschung“. Ich hab’s (30.7.2021) noch nicht ganz gelesen, halte das Buch jedoch für eine Pflichtlektüre sowohl für Katholik*innen, die ihre Kirche verlassen, als auch für Katholik*innen, die bleiben. Es kann beiden helfen, sich über ihre Entscheidung Rechenschaft abzulegen. Quelle: DLF 


28.7.2021 Lieferbar: Norbert Lüdecke: Die Täuschung. Haben Katholiken die Kirche, die sie verdienen?   Interview mit Lüdecke auf katholisch.de


28.7.2021 Der Schweizer Historiker Manuel Menrath hat die Geschichte des Innerschweizer Mönches Martin Marty aufgearbeitet. Marty wollte die Sioux zum christlichen Glauben bekehren und wurde Handlanger des Vernichtungskampfs gegen die indigene Kultur. Quelle: infosperber.ch


28.7.2021 Die unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Speyer hat ihre Arbeit aufgenommen und Bernhard Scholten, der früher im Sozialministerium Rheinland-Pfalz tätig war, zum Sprecher gewählt. Scholten stellt fest, dass die Aufarbeitung einerseits längere Zeit braucht, dass die Betroffenen jedoch schon mindestens zwölf Jahre auf Ergebnisse warten. Andere warteten vielleicht schon 60 Jahre lang. Quelle: swr


28.7.2021 Regina Schwenke wurde als Elfjährige im Jahr 1949 von dem früheren Pfarrer von Dormagen, Gustav Biesenbach, sexuell missbraucht. Nun hat der heutige Pfarrer, Koltermann, einen Antrag auf Umbenennung des Gustav-Biesenbach-Platzes und der Biesenbach-Straße gestellt. Das sei für das Opfer wichtig, sagte er: „Das ist ja eine Wunde in der Seele, die wie ein Schleier über ihrem [Frau Schwenkes] Leben liegt. Und wenn sie dann erfährt, aha, der Täter hat eine solche Ehrung mit Platz und Straße, dann lässt ihr das auch keine Ruhe.“ Quelle: www1.wdr


27.7.2021 Fernando Karadima, ehemaliger römisch-katholischer Priester und Missbrauchstäter in Chile starb mit 90 Jahren. Mindestens 15 Betroffene warfen ihm 2010 sexuellen Missbrauch vor. 2011 wurde er von einem vatikanischen Gericht zu einem Leben in Buße und Gebet verurteilt, Ende 2018 aus dem Klerikerstand entlassen. Staatliche Sanktionen gab es nicht. Quelle: religion.orf


27.7.2021 Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. U.a. hat er geschrieben: „Der Unfehlbare: Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19.Jahrhundert“. Sein Buch „Die Nonnen von Sant‘ Ambrogio: Eine wahre Geschichte“ wurde 2015 in der Öffentlichkeit kaum als die Geschichte von Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch in einem Frauenkloster wahrgenommen. Quelle: Domradio


27.7.2021 Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln, Peter Bringmann-Henselder schreibt zur Äußerung von Kardinal Marx, er schließe einen späteren Rücktritt nicht aus: „Verantwortung zeigt sich nicht durch Rücktritt, sondern vielmehr dadurch, dass man sich einbringt in das Verfahren…. Das wollen die Betroffenen, keinen Rückzieher.“ Quelle: RND

Kommentar: Es ist problematisch, in dieser Frage von „den“ Betroffenen zu sprechen – sie haben sehr unterschiedliche Sichtweisen.


27.7.2021 Der US-amerikanische Bischof von Manchester, New Hampshire, Peter Libasci, bestreitet „kategorisch“ den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Ministranten. SNAP verlangt den Rücktritt des Bischofs.  Quelle: Domradio


26.7.2021 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kritisiert den Synodalen Weg als „Täuschung“. Seine Einschätzung: „Die Bischöfe sind im Gestus dialogisch, aber ohne dabei hierarchische Kompetenzen aufzugeben. Und: Ein echter Dialog kann in der katholischen Kirche per definitionem nicht stattfinden.“ Quelle: Süddeutsche


26.7.2021 In Polen wurden der staatlichen Aufarbeitungskommission 349 Missbrauchsfälle gemeldet, in 100 Fällen war der Beschuldigte ein katholischer Geistlicher. 55 der durch Geistliche mutmaßlich begangenen Übergriffe wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet. 68 Beschuldigte sind Elternteile, 36 sind Verwandte. In 36 der 100 Fälle besteht der Verdacht, dass die Kirche trotz Kenntnis eines glaubhaften Vorwurfs die Strafverfolgungsbehörden nicht unverzüglich informiert habe. Die Kommission hat Ende Juni von der Glaubenskongregation Daten angefordert. Sie will wissen, wie viele Strafverfahren wegen sexualisierter Gewalt gegen Kinder es seit 2002 gegen polnische Geistliche gab und wie viele Priester aus dem Klerikerstand entlassen wurden. Eine Antwort steht noch aus. Quelle: katholisch.de


25.7.2021 Julia Knop im Gespräch über „Menschliche Abgründe: Missbrauch in der katholischen Kirche“ Quelle: youtube


24.7.2021 Bischof Bode, Osnabrück, empfiehlt der katholischen Kirche, stärker über geistlichen Missbrauch aufzuklären. Er verwies auf die Halbjahresbilanz der zentralen bundesweiten Anlaufstelle für Frauen, die als Erwachsene Gewalt im kirchlichen Raum erfahren haben. Die Anlaufstelle hat 300 E-Mail-Kontakte und 30-50 anonymisierte Beratungen durchgeführt. Notwendig seien verbindliche Leitlinien für Seelsorgeverhältnisse. Quelle: kathpress.at


24.7.2021 Der Vatikan hat den Krakauer Weihbischof Jan Szkodon (74) vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen entlastet, seine Schuld sei nicht bewiesen. Allerdings sei im kirchlichen Strafprozess festgestellt worden, dass Szkodon gegneüber Minderjährigen „unvorsichtig“ gehandelt habe, weil er die Jugendliche in einer Privatwohnung ohne Anwesenheit der Eltern empfangen habe.Zur Buße wurde ihm ein dreimonatiger Klausuraufenthalt auferlegt. Die Staatsanwaltschaft Krakau hatte das Verfahren wegen Verjährung eingestellt, erklärte jedoch, dass die Schilderung der Frau „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ zutreffe. Quelle: kathpress.at


24.7.2021 Hildegunde Keul setzt sich mit dem Verschweigen von Verletzungen und dem Kaschieren von Vulneranz in den eigenen Reihen der Kirche auseinander. Ihr Fazit: „Warum sind sexueller Missbrauch und seine Vertuschung, globale Homophobie und Misogynie kein Thema? Auf diese Frage gibt es aus meiner Sicht nur eine Antwort: Weil sie in der Führung der römisch-katholischen Kirche zu tief verwurzelt sind.Quelle: Fernblick


24.7.2021 Kardinal Marx hat einen Brief an die Gläubigen im Erzbistum München und Freising geschrieben. Darin schreibt er: „Wenn sich eine
neue Situation ergibt oder veränderte Umstände, die meinen Dienst grundsätzlich in Frage stellen, werde ich prüfen, ob ich nicht erneut das Gespräch mit dem Heiligen Vater suchen sollte. … Sollte ich diesen Dienst nicht mehr erfüllen können, dann wäre es an der Zeit – nach Beratung mit den diözesanen Gremien und auch der Aufarbeitungskommission und dem Betroffenenbeirat – zum Wohl der Kirche zu entscheiden und meinen Amtsverzicht erneut anzubieten.Quelle: Erzbistum München und Freising


23.7.2021 Das Erzbistum Freiburg und das Bistum Dresden-Meißen haben ihre Angaben über einen mutmaßlichen Missbrauchsfall von 1990 korrigiert. Eine Voruntersuchung wegen Missbrauchsvertuschung gegen den Provinzial der deutsch-östereichischen Pallottiner-Provinz kam 2020 sehr wohl zu einem Ergebnis. Empfohlen wurde eine Visitation des Pallottiner-Ordens. Allerdings wurde das Ergebnis der Voruntersuchung weder an die Glaubenskongregation in Rom geschickt noch dem Orden bekanntgemacht. Quelle: BZ


23.7.2021 Immer noch aktuell: Plädoyer für Toleranz gegenüber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen – z.B. Traumatisierung – keine Maske tragen können. Quelle: br.de


22.7.2021 Der künftige Regensburger Generalvikar Roland Batz hat eine umfassende historische   Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Diözese angekündigt. Der Vorgänger von Batz – Generalvikar Michael Fuchs – sagte, der Missbrauchsskandal zähle zu den größten Enttäuschungen seiner Amtszeit. Er sei auch für ihn persönlich mit schmerzlichen Lernprozessen verbunden gewesen. Er hätte öfter schneller und entschiedener handeln müssen: „Ich habe Fehler gemacht, aber die wird auch mein Nachfolger machen“, sagte er. Quelle: katholisch.de


21.7.2021 Vor 48 Jahren wurde ein damals 15Jähriger beim Malteser Hilfsdienst im Bistum Münster vom Chef des Malteser-Fernmeldezugs sexuell missbraucht. Nun hat er davon sprechen können. Der MHD steht hinter dem Betroffenen. Quelle: Kirche und Leben


21.7.2021 Ein Priester aus dem Bistum Hildesheim wurde 1967 wegen Unzucht mit Kindern zu einer Gefängnisstrafe von 17 Monaten verurteilt. Zwei Drittel der Strafe saß er ab. 1975 erlaubte ihm die Kirche die Adoption eines türkischen Jugendlichen. Der Priester – damals im Bistum Fulda – missbrauchte den Adoptivsohn und später den Enkel. Als der Enkel den Pfarrer, der heute im Pfarrhaus im Bistum Fulda lebt, wo der Missbrauch geschah, anschrieb, um von den schrecklichen Dingen zu erzählen und um die Gemeinde zu informieren über das, was dort geschehen ist, erhielt er keine Antwort. Quelle: eckiger-tisch


21.7.2021 Die Pandemie wird uns wohl noch längere Zeit begleiten. Sie ist in vieler Hinsicht für Menschen, die durch Menschengewalt traumatisiert wurden, eine hoch belastende Zeit. Dazu gehört, dass das Tragen von Masken häufig nicht möglich ist. Warum das so ist,  erklärt Martina Bock von der Stiftung wings of hope. Quelle: wings-of-hope


20.7.2021 „Nichts ist für einen  Täter abschreckender als ein Umfeld, in dem offen über Nähe und Distanz, über Grenzverletzungen und über sexuelle Gewalt gesprochen wird.“ Das sagt Agota Lavoyer, Leiterin der Beratungsstelle Opferhilfe Solothurn. Quelle: kleinstadt.ch


18.7.2021 Kardinal Marx sagte nach Gesprächen mit Gemeindevertretern in Garching: „Dass ein Pfarrer, der des Missbrauchs überführt war, bei Ihnen eingesetzt war, ist eine Katastrophe und ich entschuldige mich. Das System Kirche hat versagt….Auch persönlich bitte ich um Entschuldigung; auch nach 2010 hätte vieles besser laufen können.“ In der Pressekonferenz meinte er, man wisse heute, „dass auch Missbrauch geschehen ist, dass der Pfarrer, der hier tätig war, ein Missbrauchstäter gewesen ist“. Dies sei „Verrat an der Botschaft Jesu und es ist ein Versagen der Institution, für die ich um Entschuldigung bitte.“ Quellen: Zeit  Kardinal Marx spricht zu Missbrauchsfällen in Garching


17.7.2021 Heute trifft Kardinal Marx Vertreter*innen des Pfarrverbands Garching-Engelsberg an der Alz, der Gemeinde und der Initiative „Sauerteig“. Es geht um den aus dem Bistum Essen stammenden Priester H., der 20 Jahre lang Minderjährige sexuell missbrauchte. Kardinal Ratzinger, damals Erzbischof von München, wusste von der Verurteilung H.’s und setzte ihn trotzdem als Priester ein. Im Herbst 2020 erfuhr die Gemeinde offiziell vom Ordinariat, dass sich auch aus Garching drei Betroffene gemeldet haben. Die Sauerteig-Aktiven sind sicher, dass das Ordinariat Missbrauch hätte verhindern können, wenn es H. früher aus der Seelsorge genommen hätte. Sie stellen fest, dass der damalige Generalvikar einen Mitarbeiter, der einen Verdacht äußerte, wider besseres Wissen zu einer Entschuldigung drängte und ein früherer Weihbischof gelogen hat.- Quellen: Erzbistum München   correctiv.org


17.7.2021 Matthias Katsch, Betroffeneninitiative Eckiger Tisch, fordert staatliche Eingriffe bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Er stellt fest, dass es bis heute weder eine Beratungs- und Anlaufstelle für die Opfer der Kirche gibt noch eine Finanzierungslösung für die Selbsthilfe- und Selbstorganisationsversuche, mit denen Betroffene seit 2010 sich versuchen Gehör zu schaffen. Katsch moniert das „Dickicht der vielen Einzelprojekte“, das entstand, weil die Bischöfe eine „starke verbindliche Struktur für die Aufarbeitung auf gesamtdeutscher Ebene“ von Anfang an verhindern wollten. Quelle: Zeit


16.7.2021 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, kritisiert Papst Franziskus, weil er das Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx nicht angenommen habe. Katsch formuliert in seinem Schreiben an Papst Franziskus: „Eure Reue ist billig.“Sie bleibe für die Betroffenen „folgenlos“. Vom Papst fordert er ein weltweites „Aufklärungs- und Untersuchungsprojekt“ anhand der Akten aus vatikanischen Archiven, finanzielle Entschädigung für die Opfer und eine „Kultur des Zuhörens“. Er erwartet, dass die Betroffenen vom Papst zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen werden. Quelle: katholisch.de


16.7.2021 In 13 Bistümern haben unabhängige Kommissionen ihre Arbeit aufgenommen bzw. die Besetzung der Kommission steht kurz vor dem Abschluss. In 14 Bistümern ist dies noch nicht der Fall. In zehn der 27 Bistümer gibt es inzwischen einen Betroffenenbeirat. Das teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Quelle: katholisch.de


15.7.2021  Der vatikanische Staatsanwalt Roberto Zanotti hat für Pater Gabriele Martinelli sechs Jahre Gefängnis beantragt und für Msgr. Enrico Radice, den ehemaligen Rektor des Priesterseminars und Martinellis Mentor vier Jahre Haft. Martinelli wird beschuldigt, einen jüngeren Schüler am Priesterseminar St. Pius X. zwischen 2007 und 2012 sexuell missbraucht zu haben. Radice wird „Beihilfe zu sexueller Gewalt“ und die Behinderung der Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe vorgeworfen. Dem Priesterseminar, das von der Diözese Como betrieben wird, und der Opera Don Folci, die das kleine Priesterseminar betreibt, wird vorgeworfen, die jungen Studenten nicht geschützt zu haben. Quelle: americamagazine


15.7.2021 Im Bistum Würzburg wurde einem Priester die Dienstausübung untersagt. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet. Dem Priester wird sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen.Die mutmaßlich Betroffene hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Quelle: br


15.7.2021 Lisa Kötter, Mit-Gründerin von „Maria 2.0“ aus Münster, ist heute aus der katholischen Kirche ausgetreten. Im März hatte sie diesen Schritt angekündigt, einen früheren Termin habe sie nicht bekommen. Quelle: Kirche und Leben


14.7.2021 Gegen den seit 2020 aus Altersgründen emeritierten Weihbischof der Diözese Buffalo, Edward Gros, gibt es einen Missbrauchsvorwurf. Der Missbrauch soll 1990 stattgefunden haben. Der Beschuldigte ist bereit, keine priesterlichen oder bischöflichen Funktionen auszuüben, bis eine gründliche Untersuchung durchgeführt wird. Er bestreitet, jemals einen Erwachsenen oder einen Minderjährigen missbraucht zu haben. Quelle: ncronline


14.7.2021 Die EKD hat ihr Datenschutzgesetz geändert, um die institutionelle Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu erleichtern. Die Verarbeitung personenbezogenener Daten soll ermöglicht werden. Veröffentlicht werden dürfen diese Daten jedoch nur bei Personen der Zeitgeschichte oder bei Personen, die eingewilligt haben. Quelle: katholisch.de


14.7.2021 Aus der katholischen Kirche traten 221.390 Menschen im Jahr 2020 aus (2019: 272.771). Im Erzbistum Köln waren es 17.281 Austritte. Im Erzbistum München (22.595) und im Erzbistum Freiburg (19.665) lagen die Austrittszahlen höher als in Köln – gemessen in Relation zur Gesamtzahl der Gläubigen. Dies gilt ebenfalls für die Bistümer Berlin, Hamburg, Limburg, Dresden, Hildesheim, Rottenburg-Stuttgart, Augsburg und Bamberg. – Aus der evangelischen Kirche traten 220.000 Menschen aus. Der DBK-Vorsitzende kommentierte: „Viele haben das Vertrauen verloren und möchten mit dem Kirchenaustritt ein Zeichen setzen. Wir nehmen das sehr ernst und müssen uns dieser Situation offen und ehrlich stellen und Antworten auf die Fragen geben, die an uns gerichtet werden.“ Quellen:  katholisch.de DBK katholisch.de


14.7.2021 In Kanada wurden auf der Kuper-Insel auf dem Gelände des ehemaligen Internats für Kinder von Ureinwohnern mehr als 160 anonyme Gräber gefunden. Bereits 1906 alarmierte der Arzt Peter Henderson Bryce das Amt für Indianerangelegenheiten und sprach von schockierenden Todesraten. An Schulen im Westen Kanadas soll demnach im Schnitt jeder vierte Schüler gestorben sein. Die meisten starben Bryce zufolge an Tuberkulose, Masern und Grippe, einige erfroren auf der Flucht, andere kamen nach Unfällen um. Quellen: faz   Kirche und Leben


13.7.2021 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart verpflichtet die 1.020 Kirchengemeinden, auf der Grundlage eines Muster-Schutzkonzeptes eigene Schutzkonzepte zu erstellen und bis Ende 2023 vorzulegen. Quelle: katholisch.de


12.7.2021 „Vielleicht fliegt uns die Kirche ja gerade um die Ohren, damit der darin verschüttete Glaube wieder auferstehen kann zu neuem Leben.“ Peter Neuhaus denkt über die Kirche der Zukunft nach. Quelle: feinschwarz.net


12.7.2021 Der Arbeitskreis Aufarbeitung in der Liebfrauen-Pfarrei in Münster thematisiert sexualisierte Gewalt durch Kleriker erneut. Sie möchte das Thema bei sich wachhalten und für sexualisierte Gewalt sensibilisieren. Dazu dienen u.a. ein Podcast, Vorträge und ein Kinoabend („Gelobt sei Gott“). In der Gemeinde wurde 2019 bekannt, dass der langjährige Pfarrer eines Gemeindeteils sexuellen Missbrauch begangen hatte. Bekannt wurde wuach, dass dieser Pfarrer bereits 1976 wegen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden war – und dennoch weiter in der Gemeindearbeit eingesetzt war. Quelle: kirche-und-leben


12.7.2021 Die Aufarbeitungskommission im Bistum Bamberg ruft Betroffene sexualisierter Gewalt in kirchlichem Kontext oder ihre Verwandten auf, der Aufarbeitungskommission ihre Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. Die Kommission ist zu erreichen unter http://www.kommission-bamberg.de/. Betroffene können sich melden unter info@kommission-bamberg.de. Quelle: wiesentbote


12.7.2021 Der Jesuitengeneral Arturo Suso meint, die Jesuiten haben die Missbrauchstaten anerkannt, detaillierte Aufarbeitungsprozesse in vielen Ländern, u.a. in Deutschland gestartet, um Vergebung gebeten und Wiedergutmachung geleistet. „Die Zeit des Vertuschens ist vorbei“, sagte er. Nun wendeten sie sich der Prävention zu. Quelle: kathpress.at


9.7.2021 Die Synode der Evangelischen Landeskirche Sachsens berät ein neues Kirchengesetz zum wirksamen Schutz vor sexuellem Missbrauch, zur Aufklärung von Missbrauchsfällen und zu Hilfen für Betroffene. Eine seit 2012 bestehende unabhängige Kommission beschäftigt sich mit erlittenem Leid durch Haupt- und Ehrenamtliche. Bislang wurden 17 Fälle von Unterstützungs- und Anerkennungsleistungen entschieden. Nähere Angaben machte Hans-Peter Vollbach, Präsident des Landeskirchenamtes nicht. Quelle: t-online


9.7.2021 Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth sieht in der Reform des kirchlichen Strafrechts keinen großen Wurf. Manches sei zwar besser geworden,um eine grundsätzliche Neuaufstellung handle es sich jedoch nicht. Sexualisierte Gewalt gegen Erwachsene werde rechtssystematisch weiterhin primär als Zölibatsverstoß eingeordnet und sexuelle Selbstbestimmung kenne das Kirchenrecht nach wie vor nicht. Die Kirchenrechtlerin Judith Hahn hatte bereits „systematische Schieflagen“ im neuen Strafrecht gesehen und kommentiert, dass der Kampf gegen Missbrauch „ohne einen grundlegenden Perspektivwechsel in der kirchlichen Sicht auf sexuelle Integrität“ kaum gelingen könne. Quelle: katholisch.de


9.7.2021 Nach einer Untersuchung über Verfehlungen im Umgang mit Missbrauchsfällen hat der Erzbischof von Kattowitz, Wiktor Skworc, 73, den Papst gebeten, einen Koadjutor-Erzbischof zu ernennen. Skworc legte sein Amt als Mitglied des Ständigen Rates der Bischofskonferenz und als Vorsitzender der Seelsorge-Kommission zurück. Das für die Untersuchung zuständige Erzbistum Krakau teilte die Untersuchungsergebnisse nicht mit. Quelle: katholisch.de


9.7.2021 Der Bamberger Theologe Thomas Weißer konstatiert, dass Singles in der Kirche oft heimatlos sind, weil dort die sakramentale Ehe das alleinige Ideal christlichen Lebens ist. Als hilfreich sieht er eine Sichtweise an, „die weniger an den äußeren Strukturen der Lebensform hängt und stärker die inneren Kriterien der individuellen Lebensführung wahrnimmt.“ Quelle: katholisch.de

Kommentar: Sehr viele Betroffene sexualisierten Missbrauchs haben sich kein Leben als Single gewählt, es wurde ihnen schicksalhaft aufgedrückt. Auch für sie sind die Hinweise Weißers wichtig.


8.7.2021 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der DBK, denkt offenbar über ein Ende seiner Tätigkeit nach. Er könne nicht sagen, ob er in zwei Jahren dieses Amt noch ausüben werde: „Die Aufgabe ist schon belastend, und die Frage ist: Wie lange hat man dazu die Kraft und die Energie, das zu machen und weiterzuentwickeln?“ Quelle: katholisch.de


8.7.2021 Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung gibt zum Ende der Legislaturperiode sein Amt nach zehn Jahren ab. Zur Zusammenarbeit mit Betroffenen sagt er, sie seien vom ersten Tag an diejenigen gewesen, von denen er viele Anregungen und Impulse erhalten habe: „Ihnen bin ich sehr dankbar für die konstruktive Kritik und die beharrlichen Forderungen und für die Offenheit, die sie mir entgegengebracht haben. Das war dann oft nicht nur die erlittene Tat als solche, von der sie erzählt haben, sondern auch von all den Hürden und Hindernissen, die sie überwinden mussten. Das hat mich persönlich bereichert und ist für meine Amtsausübung immer sehr wichtig gewesen.“ Quelle: katholisch.de


8.7.2021 Björn Odenthal beschreibt die Aufgabe der katholischen Kirche: „Die Kirche kann der Gesellschaft aktuell nicht helfen. Ihre Antworten auf die großen Fragen unsere Zeit wollen die Menschen nicht hören, solange die Kirche ihre eigenen Fragen nicht geklärt hat. Vielleicht wäre daher das stärkste Zeichen der Kirche das bedächtige Schweigen eines Büßers, um das zu tun, was sie bisher meistens versäumt hat: besser hinhören und von anderen lernen.“ Quelle: katholisch.de


7.7.2021 Queensland, Australien, verpflichtet Priester per Gesetz zur Anzeige von Sexualdelikten an Kindern, von denen sie in der Beichte erfahren haben. Das hatte die staatliche Missbrauchskommission empfohlen. Priestern, die sich weigern, das Beichtgeheimnis zu brechen, drohen mehrjährige Gefängnissstrafen. Der katholische Erzbischof von Queenslands, Mark Coleridge, wies darauf hin, dass der Bruch des Beichtgeheimnisses für die Sicherheit junger Menschen keinen Unterschied mache. In den australischen Bundesstaaten Südaustralien, Victoria, Tasmanien und im Stadtstaat Canberra gilt dieses Gesetz bereits.  Die Erzbischöfe der betroffenen Staaten hatten bereits angekündigt, das Gesetz nicht befolgen zu wollen. Quelle: kathpress.at


7.7.2021 Der Kinderschutzexperte Peter Beer, früherer Generalvikar im Erzbistum München und Freising, heutiger Professor am Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana und Vorsitzender der Stiftung „Spes et Salus“ für kirchlich Betroffene von sexuellem Missbrauch, spricht sich für Rücktrittsgesuche von Bischöfen aus, auch wenn ihnen kein persönliches Versagen in der Missbrauchsaufarbeitung nachzuweisen ist. Beer lässt nicht gelten, dass ein Bischof im Amt noch viel Gutes tun könne. Dies könne er auch außerhalb des Bischofsamtes tun. Ein Rücktritt sei auch keine Flucht vor der Aufgabe, die Konsequenzen von Versagen zu tragen. Ein Rücktritt sei vielmehr die angemessene Konsequenz aus dem Versagen. Und er erlaube, dass ein Personalwechsel das Versagen auf verantwortlicher Ebene nicht fortsetze. Quelle: domradio


7.7.2021 Der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing kritisiert das Tempo und die Methoden der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den Kirchen. In der katholischen Kirche seien das Tempo und die inhaltliche Ausgestaltung der einzelnen Aufarbeitungskommissionen der Bistümer „sehr heterogen“. Eine bundesweite Aufarbeitungskommission sei nicht vorgesehen. In der Evangelischen Kirche werden erst 2023 die Ergebnisse einer Studie erwartet. Es fehle eine breite empirische Datenbasis und die Analyse kirchenspezifischer Konstellationen, die sexuelle Gewalt begünstigen. Dreßing schlägt eine von der Kirche unabhängige Enquetekommission vor, die auch hilfreich wäre für Aufarbeitungsprozesse in anderen Institutionen. Quelle: domradio.de


7.7.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, plädiert für eine stärkere Beteiligung des Bundestags an der Aufarbeitung in Gestalt eines Aufarbeitungsrates, dem auch Bundestagsabgeordnete angehören sollten. Ein Aufarbeitungsrat könne die Aufarbeitung von Missbrauch in Institutionen begleiten und an der Vergabe von Untersuchungs- und Forschungsvorhaben und der Berichtslegung mitwirken. Die bestehende unabhängige Aufarbeitungskommission solle in einen Rat mit mehr Kompetenzen überführt werden, der beim Amt des Missbrauchsbeauftragten angesiedelt sein soll. Die Mitglieder sollen vom Bundestag berufen werden. Das Amt des Missbrauchsbeauftragten soll gesetzlich verankert werden und der Missbrauchsbeauftragte müsse dem Bundestag regelmäßig berichten. Die bisherige Kommissionsarbeit solle fortgesetzt werden. Quelle: neuesruhrwort


6.7.2021 Dem 2006 verstorbenen Bischof James S. Sullivan, zuletzt im Bistum Fargo tätig, werfen zwei Betroffene vor, er habe sie Mitte der 1960er Jahre sexuell missbraucht. Sie waren etwa 11 und 12 Jahre alt zur Zeit der Übergriffe. Das Bistum Fargo, USA, hält die Vorwürfe für glaubwürdig. Quelle: ncronline


6.7.2021 CBC News berichtet, dass die katholische Kirche seit 2005 fast 300 Millionen Dollar für Kirchengebäude in Kanada ausgegeben hat. 2005 versprachen die Kirchen, sich nach Kräften zu bemühen, 25 Millionen Dollar für die Überlebenden der Residental Schools aufzubringen. Weniger als 4 Millionen Dollar wurden aufgebracht. 2015 ging die Kirche vor Gericht, beanspruchte die „best efforts“-Klausel und sagte, sie habe ihr Bestes getan. Am 16. Juli 2015 stimmte der Richter zu und entband die Kirche von ihrer rechtlichen Verpflichtung. Quelle: cbc.ca


6.7.2021 In der Bayerischen Landeskirche gibt es derzeit drei Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch. Zwei der Fälle liegen bei der Staatsanwaltschaft, im dritten Fall wurde ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet. In der Bayerischen Landeskirche sind mit Stand vom 31.12.2020 46 männliche und 14 weibliche Täter bekannt- unter ihnen 15 Pfarrer, 22 Erzieher*innen, fünf Diakone, ein Internatsleiter, ein Kirchenmusiker, ein Mesner und drei Ehrenamtliche. Insgesamt wurden 911.000 Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Quelle: Zeit


5.7.2021 Kardinal Pell, Australien, hat noch offene Rechnungen von 1,9 Millionen Euro an seine Anwälte zu zahlen. Pell sagte, diese Kosten übernähmen wohlhabende und für ihn kämpfende Unterstützer. Die Erzbistümer Sydney und Melbourne ülbernehmen die Kosten nicht. Pell hatte die „besten Anwälte Australiens“. Quelle: Domradio


4.7.2021 Christian Pfeiffer erinnert – angesichts der Anerkennung, die Kardinal Marx für sein Rücktrittsgesuch erhielt – daran, dass Marx „die Transparenz mit Füßen getreten“ habe, als er 2012 seinen Einfluss geltend machte, um die Zusammenarbeit der DBK mit Pfeiffer zu verhindern. Die DBK bestand darauf, die Daten für die Studie mit Pfeiffer selbst zu erheben und den Forschern den Zugang zu verweigern. Quelle: nrz


3.7.2021 Judith König und Prof. Gerlinde Baumann kommentieren das Zitat Ez 16 von Papst Franziskus im Schreiben an Kardinal Marx. Sie stellen Rückfragen: Welche Erwartungen können Überlebende sexualisierter Gewalt an einen Gott haben, der – wie in Ez 16 – einem sexuellen Gewalttäter ähnelt? In Ez 16 geht es um ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Gott und der „Stadt Jerusalem“, das von sexualisierter Gewalt geprägt ist. Geht es nicht nur um ein misogynes Frauenbild, sondern um die Gefahr einer Täter-Opfer-Umkehr? Die Alttestamentlerinnen weisen auf die „pornoprophetics“ hin, die nicht ohne kritische Reflexion und explizite Distanzierung verwendet werden dürfen. Ilse Müllner benennt die Aufgabe: „Die kritische Perspektive gegenwärtiger Theologie ist hier besonders stark gefordert, weil sie sich gegen den autoritativen Text stellen muss, wenn sie ihre anthropologischen Maßstäbe nicht verlassen will.“  Quelle: y-nachten


3.7.2021 Kati Sörensen erzählt ihre Geschichte.


3.7.2021 Insbesondere Schweizer Benediktiner aus Einsiedeln und Engelberg wirkten als Missionare bei der Zwangsmissionierung indigener Kinder in Kanada mit. Ihre Losung war: „Töte den Indianer, aber rette den Menschen. In dem Buch „Unter dem Nordlicht“ des Luzerner Historiker Manuel Menrath beschreibt er beschreibt er die Grausamkeiten in den Residential Schools und die Folgen für die Überlebenden. Quelle: bazonline.ch


2.7.2021 Die Boy Scouts of America sollen Misshandlungen von Tausenden Jugendlichen vertuscht haben. Nun haben sie sich mit mehr als 84.000 Opfern auf die Zahlung von 850 Millionen Dollar geeinigt. Die Einigung muss noch richterlich bestätigt werden. 2012 waren Geheimakten über Missbrauch bei den US-Pfadfindern veröffentlicht worden, die den Ausschluss von mehr als 1.000 Betreuern und Helfern dokumentierten, die zwischen 1965 und 1985 des Missbrauchs beschuldigt wurden. Quelle: Zeit


2.7.2021 Nach zahllosen Leichenfunden indigener Kinder rund um drei Umerziehungsheime in Kanada wurden mehrere Kirchen angezündet oder mit roter Farbe beschmiert worden. In einem persönlichen Gespräch forderte Kanadas Premierminister Justin Trudeau von Papst Franziskus eine Entschuldigung. Zwischen dem 17. und 20.12.2021 wird eine Gruppe indigener Vertreter mit Papst Franziskus im Vatikan zusammentreffen. Quelle: Domradio


2.7.2021 Dem 1993 verstorbenen Pfarrer Johannes Wolf wurde 2009 und 2011 von zwei Betroffenen Missbrauch vorgeworfen und dem Bistum Aachen gemeldet. Außerdem gibt es Hinweise auf weitere Betroffene. Nun hat die Pfarrgemeinde St. Dionysius, Korschenbroich, die Umbenennung der Pfarrer-Johannes-Wolf-Straße beantragt, der Stadtrat hat dem Antrag zugestimmt. – In Hundshagen, Thüringen, will der Ortsteilrat die vollständige Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Kardinal Meisner vor einer Entscheidung über den Kardinal-Meisner-Platz abwarten. Auch in Trier sollen die Ergebnisse der Kommission über den Bischof-Stein-Platz abgewartet werden. Quelle: katholisch.de


2.7.2021 Tony Anatrella ist ein französischer Priester und Psychotherapeut. Er beriet im Jahr 2000 die französische Bischofskonferenz bei der Ausarbeitung der ersten Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch. 2005 arbeitete er an vatikanischen Richtlinien, die schwule Männer vom Priesteramt fernhalten sollten. Er war Berater des Päpstlichen Rates für die Familie. Französische Bischöfe schickten Priesteramtskandidaten zu ihm in Therapie, damit sie lernten, ihre Homosexualität zu unterdrücken.  Er ist Autor von Bücher, die meist von Sex und Homosexualität handelten. Kardinal Lustiger soll 2001 erste Informationen von Daniel Lamarca über sexuelle Übergriffe Anatrellas erhalten haben, aber nichts unternommen haben. 2008 wurden zwei Klagen gegen Anatrella vor französischen Gerichten wegen Verjährung, eine Klage aus Mangel an Beweisen abgewiesen. Neue Anschuldigungen gab es 2016, daraufhin wurde Anatrella vom Erzbischof von Paris gerügt. 2018 wurde er suspendiert. 2019 wurde er wegen sexueller Nötigung einer 14-Jährigen angezeigt. Anatrella hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten. – Der französische Dominikaner Philippe Lefebvre, Professor an der theologischen Fakultät der Schweizer Universität Miséricorde, warnt seit 2007 vor Anatrella. Er hat 2006 sieben französische Bischöfe und den Präsidenten der französischen Bischofskonferenz angeschrieben und informiert – eine Antwort erhielt er nicht. Nun soll ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Anatrella eingeleitet werden. Quelle: ncronline.org


1.7.2021 Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin scheint es bei einem dreitägigen Besuch in Deutschland gelungen zu sein, das Wort „Missbrauch“ nicht zu verwenden: Der Elefant im Zimmer. Quelle: katholisch.de


1.7.2021 Bischof Ackermann, Trier, erwartet von der Aufarbeitungskommission, dass „wir der Wahrheit des Bistums nach der geleisteten Arbeit ehrlicher ins Gesicht schauen können“. Er geht davon aus, dass bei den Untersuchungen „unschöne Sachen dabei sein“ könnten und meint: „… das muss die Bistumsöffentlichkeit aushalten“. Quellen: Neues Ruhrwort   domradio

Kommentar: Die „unschönen Sachen“ sind für die Betroffenen ein oft lebenslanges gravierendes Leid. Die Frage ist, wer „die Bistumsöffentlichkeit“  ist, die die „unschönen Sachen“ aushalten muss: die Betroffen wissen seit Jahrzehnten darum; der Bischof und seine Vorgänger undMitarbeiter*innen wissen ebenfalls darum. Zudem gibt es auch in den betroffenen Gemeinden Wissen um die Missbrauchsfälle.


1.7.2021 Der Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs begrüßt die Gesetzesänderungen zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die Reform müsse auch in der Verfahrenspraxis des Straf- und Familienrechts ankommen. Der Schutz betroffener Kinder, Jugendlicher und Erwachsener müsse weiter gestärkt werden, ein Rechtsanspruch auf kostenlose Rechtsberatung vor der Anzeige eingeführt werden. Unterstützungsstrukturen rund um die Verfahren seien aufzubauen, die Strafverfahren müssen kind- und betroffenengerecht werden. Quelle: domradio


1.7.2021 Der Kölner Betroffenenbeirat ist gegen eine zentrale Bearbeitung von Anerkennungsleistungen und sieht eine staatliche Aufarbeitungskommission kritisch. Bringmann-Henselder, Sprecher des Kölner Betroffenenbeirates hält nichts von Vorwürfen an die Kirche, da „komme ich keinen Schritt weiter, da blockiert die andere Seite. Man kann nur miteinander reden und miteinander Vorschläge nach vorne bringen“, sagt er. Quelle: domradio.de


1.7.2021 Die Stadt München will untersuchen, welche Verbrechen an Kindern zwischen 1945 und 1999 in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien begangen wurden. Zusätzlich zu den bekannten Tatorten – Kinderheim und Hilfsschule Feldafing, Hänsel-und-Gretel-Heim Oberammergau, Kloster Ettal – soll es auch im Jugendheim Salesianum in München zu Missbrauch gekommen sein. Quelle: sueddeutsche


1.7.2021 „Gehen oder bleiben? Kirchenkrise – zwischen Austritt, Frustration und Engagement“ Matthias Remenyi berichtet von einer Veranstaltung u.a. mit Christiane Florin, Regina Laudage-Kleeberg und Maria Mesrian. Fast 180 Teilnehmende hatten sich zugeschaltet. Die These des Abends: ehrlich bleiben. Quelle: feinschwarz.net


1.7.2021 Prof. Großbölting, Historiker, der die Studie des Bistums Münster leitet, berichtet von seinem Erstaunen, wie viel schon zeitgenössisch auch vor 2010 über die Missbrauchsfälle gewusst wurde: im Bistum, in Klerikerkreisen, in den Gemeinden. Aus diesem Wissen sei nichts gemacht worden. Großbölting spricht von etwa 300 Opfern und 200 Priester-Tätern. In der MHG-Studie war von 138 Beschuldigten und 450 Betroffenen die Rede. Quelle: Westfalenspiegel


1.7.2021 In Kanada wurden nahe der St. Eugene’s Mission School bei Cranbrook in British Columbia, einem früheren kirchlichen Umerziehungsheim, 182 unmarkierte Gräber von mutmaßlich Indigenen entdeckt. Es ist der dritte Fund dieser Art binnen weniger Wochen. Quelle: kathpress.at   Triggergefahr: zeit.de


1.7.2021 Im Erzbistum Köln wird eine Kommission zur Kontrolle beschuldigter oder straffällig gewordener Kleriker eingerichtet. Vorsitzender ist der Personalchef Mike Kolb, Mitglieder sind die Leiterin der Stabsstelle Intervention und weitere Personen aus psychologischen, personalfachlichen und kirchenrechtlichen Bereichen. Außderm werden zwei Personen – eine Psychologin und ein Priester – ernannt, die die Auflagen und die Lebenssituation besagter Kleriker regelmäßig überprüfen und der Kommission berichten. Daraus leitet die Kommission Empfehlungen an den Erzbischof ab. Quelle: katholisch.de