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Presse

3. Quartal 2020

30.9.2020 Gegen einen Pfarrer aus Steinfurt, Bistum Münster, sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingestellt worden. Wegen neuer Vorwürfe, die dem Bistum bekannt wurden, wird nun eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Quelle: kirche und leben


29.9.2020 Das Bistum Münster will Leid-Anerkennungszahlungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene nicht aus Mitteln der Kirchensteuer zahlen, sondern aus den Finanzen des Bischöflichen Stuhls. Quelle: kirche-und-leben.de


28.9.2020 Ein katholischer Pfarrer aus Schalksmühle, Bistum Essen, wurde wegen Beschaffung und Besitz von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern vom Amtsgericht Lüdenscheid verurteilt. Nun beginnt das kirchenrechtliche Verfahren. Quelle: come-on.de


28.9.2020 Peter Otten macht einen Vorschlag, wie Weihnachten 2020 gefeiert werden könnte. „Warum nicht so, dass sich die Sterndeuter unserer Tage – die Bischöfe und amtlichen Verantwortungsträger, die in den Verbrechen sexualisierter Gewalt an unzähligen Kindern ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden sind – endlich aufraffen. Sie könnten Weihnachten vor der Krippe niederfallen und dem göttlichen Kind huldigen. Und zwar so: ‚Ja, ich wars. Ich hätte Verantwortung tragen müssen und habe es nicht getan.‘ Und dann könnten jeder das, was er hinzulegen hat hinlegen. Und sagen: ‚Mit Gold und Geld will ich das unermessliche Leid, dass die Kinder und Jugendlichen erfahren haben wieder gut machen. Wie Jesus will ich jeden Überlebenden und jede Überlebende fragen: Was kann ich dir tun? Ich werde ihre Antwort hören und ohne zu zögern entsprechend handeln.'“ Quelle: katholisch.de


28.9.2020 Bericht von einem Mann, der Opfer seiner Frau wurde. Quelle: katholisch.de


26.9.2020 Robert Köhler, Sprecher des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer“ schlägt vor, dass Bischöfe, die Missbrauchstäter neu eingesetzt haben, so dass die Täter erneut aktiv werden konnten, auf ihre Ämter verzichten sollten. Im Fall der Vertuschung durch Bischöfe, sollte die Bischofsweihe als ungültig betrachtet werden. Quelle: katholisch.de


25.9.2020 Inge Tempelmann gibt Anstöße zu einer Kirche, die sich im Blick auf die Missbrauchs-Problematik als lernende Organisation versteht. Quelle: feinschwarz.net


25.9.2020 Karl Hauke, Mitglied des Betroffenenbeirates im Erzbistum Köln, kritisiert die Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz zu „Schmerzensgeldzahlungen“ für Missbrauchsbetroffene: „So kann man mit Betroffenen nicht umgehen“, sagt Hauke. Quelle: Domradio


25.9.2020 Harald Dreßing (MHG-Studie) und andere Forscher*innen haben untersucht, ob das System der Vertuschung in der Kirche bei sexuellem Missbrauch mit anderen Institutionen vergleichbar ist. Die Analyse von 67 Priester-Akten und 52 Vertretern anderer Institutionen zeigen, dass bei 27 Prozent der angeklagten Kleriker Kolleginnen und Kollegen versuchten, die Taten zu verharmlosen, In der Vergleichsgruppe geschah dies nur bei 15 Prozent. Bei 52 Prozent der Kleriker gab es Hinweise auf eine formelle institutionelle Verharmlosung oder Vertuschung. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 3 bzw. 6 Prozent der Täter der Fall. Dreßings Fazit: „Diese Erkenntnisse legen nahe, dass Verantwortliche in der katholischen Kirche Vorwürfen gegen Kleriker wegen eines sexuellen Missbrauchs von Kindern oder Jugendlichen zumindest in der Vergangenheit umfassender als Vertreter anderer Institutionen verharmlost und vertuscht haben.“ Quelle: Herderkorrespondenz   katholisch.de


25.9.2020Das Erzbistum Köln will die Studie zum internen Umgang mit sexuellem Missbrauch weiterhin veröffentlichen. Neben der Aufarbeitung solle auch die Rolle der damaligen und heutigen Verantwortlichen – Personalchefs, Generalvikare, Bischöfe – geklärt werden. Allerdings müsse die Untersuchung noch rechtlich abgesichert werden. Erzbischof Heße, früher Generalvikar in Köln, hatte Einspruch gegen die Veröffentlichung eingelegt, weil ihm in der Studie vorgeworfen wurde, in sechs Missbrauchsfällen nicht richtig gehandelt zu haben. Heße bestreitet die Vorwürfe und sagte, die Studie sei unsorgfältig. Ein Zeitpunkt der Veröffentlichung ist derzeit nicht absehbar.

25.9.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, lobte die Bischofskonferenz für die getroffenen Regelungen zu Leid-Anerkennungs-Zahlungen, weil mit den vereinbarten Standards die Aufarbeitung in den Bistümern endlich vorankomme. Er sagt jedoch, dass die Grenze von 50.000 Euro bei Fällen schweren sexuellen Missbrauchs als „ungerecht und nicht akzeptabel“ anzusehen sei: „Ich hoffe, dass die Bischöfe die Deckelung nicht aus Sparsamkeitsgründen getroffen haben, denn hier ist Sparsamkeit fehl am Platz.“ Quelle: Domradio


24.9.2020 Interview mit einer betroffenen Frau aus dem Bistum Trier, in deren Fall der ehemalige Bischof Stein der Vertuschung beschuldigt wird. Das Bistum Trier gewährt derzeit der Betroffenen keine Akteneinsicht. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert das Verhalten des Bistums Trier, dessen Bischof der Missbrauchsbeauftragte der Dt. Bischofskonferenz ist. Quelle: ardmediathek.de  ab min. 10


24.9.2020 Dem Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz – einem Vertrauten von Papst Johannes Paul II. – wirft der Priester Isakowicz-Zaleski (64) vor, seine Hinweise auf sexuellen Kindesmissbrauch in der Kirche ignoriert zu haben. Dziwisz bestreitet das und fordert eine Untersuchungskommission. Isakowicz-Zaleski sagt, er habe im April 2012 ein Schreiben an Dziwisz persönlich übergeben, in dem er mehreren Priestern hauptsächlich sexualisierte Gewalt an Jungen vorwarf. Zudem wirft Isakowicz-Zaleski dem ehemaligen Bischof von Bielsko-Zywiec, Tadeus Rakoczy vor, Missbrauchsverbrechen eines Pfarrers vertuscht zu haben. Quelle: Domradio

24.9.2020 Tilmann Kleinjung stellt fest, dass die katholische Kirche in Deutschland reich ist. Dennoch konnte sich die Bischofskonferenz nicht durchringen, kirchlichen Missbrauchsbetroffenen höhere Summen zu zahlen, die auch die Folgen der Verbrechen berücksichtigen und das Leid durch die Vertuschungen von Verbrechen durch Personalverantwortliche, Generalvikare und Bischöfe. Kleinjungs Fazit: „So haben es die Bischöfe verpasst, einen großen Schritt auf die Betroffenen von Missbrauch zuzugehen. Sie hätten sich mehr leisten können.“ Quelle: ARD


24.9.2020 Florian Breitmeier kommentiert den Beschluss der Bischofskonferenz zu den Leid-Anerkennungs-Zahlungen an Missbrauchsopfer: „Vertrauensbildende Maßnahmen sind das nicht. Wieder einmal hat die katholische Kirche eine große Chance verpasst, ein unmissverständliches Zeichen zu setzen.“ Quelle: NDR


24.9.2020 Christoph Strack berichtet vom einheitlichen Kurs der deutschen Bischöfe gegenüber kirchlichen Missbrauchsopfern. Sein Fazit: „Das ist nicht viel, aber besser als gar nichts.“

Zugleich berichtet er von einer Feier anlässlich des 70. Jahrestags von Kardinal Angelo Sodano. Sodano hatte in der Ostermesse 2010 vom „Geschwätz des Augenblicks“ gesprochen, durch das der Papst sich nicht irritieren lassen solle. Gemeint war die Thematisierung von sexueller Gewalt gegen Minderjährige durch katholische Priester. Quelle: dw

24.9.2020 Im Bistum Limburg  wurde ein ambitioniertes Aufklärungsprojekt zum Thema sexueller Missbrauch angegangen, in dem – mit Zustimmung des Bischofs – sogar die Namen der Vertuscher genannt werden. Doch Opfer sexueller Gewalt kritisieren, dass sie bei Aufklärungsprozessen der Kirche oft nur pro Forma eingebunden sind. Quelle: DLF


24.9.2020 Die Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück wollen Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch gemeinsam voranbringen. Sie werden eine entsprechende Kommission und einen Betroffenenbeirat einrichten. Quelle: Bistum Hildesheim


24.9.2020 Bischof Ackermann sagt im Interview, dass die Bischofskonferenz nicht über Rücktritte von Verantwortlichen nachgedacht wurde. Er weist darauf hin, dass es in allen 27 Bistümern unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung geben wird, deren Ergebnisse seien abzuwarten. Auf die Frage nach Rücktritten von Verantwortlichen sagt Ackermann: „Wir haben in der Kirche eine andere Kultur als in der Politik. Wer zurücktritt, vollzieht zwar ein großes Symbol und macht den Weg frei für einen Nachfolger, aber gleichzeitig ist er dann auch aus der Verantwortung heraus. Wir wollen in der Kirche aber Verantwortung übernehmen und uns der Aufarbeitung stellen.“ Quelle: katholisch.de


24.9.2020 Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat entschieden, dass es für kirchliche Missbrauchsopfer ein einheitliches Verfahren für Leid-Anerkennungs-Zahlungen geben soll, das sowohl Opfer von Bistumspriestern als auch Opfer von Ordensleuten umfasst. Die Höhe der Zahlungen orientiert sich an den in Deutschland üblichen Schmerzensgeldzahlungen mit der Obergrenze von 50.000 Euro. Festgelegt werden die Zahlungen durch ein zentrales und unabhängig besetztes Gremium. Quellen: dbk.de, S. 5-7    Link zur Abschlusspressekonferenz


23.9.2020 Das Bistum Fulda hat bisher 73.000 Euro an kirchliche Missbrauchsopfer in „Anerkennung des Leids“ ausgezahlt. Es habe 116 Betroffene im Bistum gegeben – die MHG-Studie sprach noch von 75 Betroffenen – inzwischen sind also 41 weitere kirchliche Missbrauchsopfer hinzugekommen.

Im Bistum Limburg wurden bislang 192.000 Euro als Leid-Anerkennungszahlung an kirchliche Missbrauchsopfer gezahlt. Seit dem Jahr 2010 seien 40 Anträge auf Geldzahlungen eingegangen – allen wurde stattgegeben. Laut einer MHG-Folgeuntersuchung gab es im Bistum Limburg 46 Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kleriker. In der MHG-Studie wurden 85 Betroffene genannt. 

Im Bistum Mainz wurden 341.000 Euro als Leid-Anerkennungszahlungen für ca 64 kirchlich Betroffene gezahlt. In der MHG-Studie war von 169 Opfern die Rede. Quelle: hessenschau


23.9.2020 Die Veröffentlichung der Studie des Erzbistums Köln war kurz zuvor abgesagt worden. In dieser Studie wurde u.a. von dem heutigen Hamburger Bischof Stefan Heße, der zuvor im Erzbistum Köln Personalchef (2006 – 2012) und Generalvikar (2012-2015) war, gesagt: „Dieser Befund gestattet die Schlussfolgerung, dass es sich bei den Unzulänglichkeiten, einschließlich fehlender Opferfürsorge, nicht um Einzelfälle handelt, sondern um regelmäßig wiederkehrende, durchgängig festzustellende Mängel in der Sachbehandlung von Missbrauchsfällen basierend auf einer indifferenten, von fehlendem Problembewusstsein geprägten Haltung des Dr. Heße gegenüber Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker.“ Nun nimmt Erzbischof Heße Stellung zu diesem Urteil und sagt: „Ich habe erst im Laufe der Zeit gemerkt, wie tief der Abgrund ist, in den wir schauen. Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, dass ich meine Verantwortung wahrgenommen und nicht vertuscht habe. Ich habe immer hin- und nicht weggeschaut. Ob ich immer alles gesehen und richtig gemacht habe, ist eine andere Frage. Es sind Fehler passiert und sicher auch mir.“ Heße sagt auf die Frage: „Haben Sie Schuld auf sich geladen?“: “ Schuld nein, Mitverantwortung ja.“ Heße weist darauf hin, dass Missbrauchsfälle „am Ende im Miteinander“ entschieden wurden. Quelle: Zeit.de   katholisch.de

Kommentar:  Auch der frühere Freiburger Erzbischof Zollitsch, zugleich ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte: „Ich war stets eingebunden in die Gemeinschaft der katholischen Kirche und ich habe nie alleine für mich entschieden, sondern es ist eine gemeinsame Entscheidung“. Kein einziger Bischof – mit Ausnahme von Kamphaus, Limburg – sagt: Ich bin schuldig geworden, habe Täter geschützt, bin verantwortlich für weitere Opfer und habe Opfer im Stich gelassen. Ohne diese Einsicht und ohne dieses Bekenntnis wird es kaum noch möglich sein, den kath. Kirchenverantwortlichen Vertrauen entgegenzubringen.

22.9.2020 Der Theologe und Kirchenrechtler Norbert Lüdecke fürchtet, dass die Kirche auf Zeit spielt. Als Motiv vermutet er entweder „kaltes Kalkül oder sträfliche Fahrlässigkeit“. „Wer wissen und handeln wollte, der konnte das seit über 30 Jahren“, sagt er, denn in Deutschland sei spätestens seit den 1990er-Jahren  das Wissen um die Missbrauchsproblematik vorhanden. Quelle: hr-inforadio

21.9.2020  Hans Zollner, SJ, kritisiert den Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsvorwürfen. Er fordert den Rücktritt von Verantwortlichen. Quelle: sueddeutsche.de


22.9.2020 Führende Kirchenleute in München, Essen und Rom – unter ihnen der verstorbene Essener Kardinal Franz Hengsbach und der emeritierte Kardinal Friedrich Wetter aus München, vielleicht auch Erzbischof Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. – haben einen als Sexualtäter verurteilten Priester über Jahre geschützt und seine Opfer ignoriert. Der Umgang der Kirchenverantwortlichen mit dem Straftäter Peter H. ist eine Geschichte ihres Versagens. Quelle: sueddeutsche.de


21.9.2020 Das Bistum Trier beabsichtigt – wie bereits im Februar 2020 – Vertuschungsvorwürfe gegen den früheren Bischof von Trier, Bernhard Stein (1904-1993), zu klären. Inzwischen lägen HInweise vor, wonach Bischof Stein von sexuellen Übergriffen eines Priesters wusste, kein Strafverfahren einleitete und den Priester versetzt und teilweise befördert habe.  Eine im Juni „angedachte Kommission“ zur Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum soll weitere Erkenntnisse bringen. Die Betroffenen-Initiative missbit fordert zudem einen symbolischen Akt öffentlicher Verantwortungsübernahme, indem der in der Trierer Altstadt liegende Bischof-Stein-Platz in „Platz der Menschenwürde“ umbenannt wird. Quelle: katholisch.de


20.9.2020 Kardinal Wölki will in der diesjährigen Vollversammlung der katholischen Bischofskonferenz die Anliegen kirchlich Betroffenen einbringen.Dazu gab es Kontakte mit dem Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln. Der Betroffenenbeirat hatte zuletzt kritisiert, dass mit der Vereinbarung aller Bistümer mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Kirche immer noch ein „gewaltiges Mitspracherecht“ eingeräumt werde, dass es keine bundesweite Aufarbeitungskommission geben werde, dass den Betroffenen keine Akteneinsicht zugesagt wurde, dass die Regelungen nicht für Orden  gelten. Der Betroffenenbeirat erinnerte daran, dass das Bemühen um Aufarbeitung nicht „von der Notwendigkeit der Entschädigungen im mittleren sechststelligen Euro-Bereich für lebenslange Missbrauchsfolgen und für die strukturelle Ermöglichung des Missbrauchs“ ablenken dürfe. Der Betroffenenbeirat mahnte Transparenz bei der Auswahl der Mitglieder der Aufarbeitungskommissionen in den Bistümern an, Akteneinsicht für Betroffene und verbindliche Zeitvorgaben. Quellen: katholisch.de  katholisch.de


18.9.2020 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing, möchte, dass die Anerkennungszahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer „nicht weiter“ aufgeschoben werden. Bis Ende des Jahres sollte es ein System geben, so dass die Betroffenen die Zahlungen auch erhalten können. Quelle: Domradio


18.9.2020 Im Bistum Trier gibt es neue Vertuschungsvorwürfe gegen den 1993 verstorbenen Bischof Berhard Stein. Ein Pfarrer soll in einer Dorfschule im heutigen Kreis Vulkaneifel Dutzende Kinder missbraucht haben. Dem Bischof gegenüber habe er den Missbrauch zugegeben. 1970 wurde der Pfarrer an das Offizialat Trier versetzt, 1977 erhielt er eine eigene PFarrei im Kreis Trier-Saarburg. Quelle: swr


16.9.2020 Die Universität Paderborn sucht für eine Studie Zeitzeugen, die als Minderjährige sexuelle Gewalt durch katholische Geistliche erlebt haben oder die von sexuellen Übergriffen Kenntnis hatten. Betroffene und Zeugen können sich telefonisch unter 0 52 51 60 44 32 oder per E-Mail an christine.hartig@uni-paderborn.de wenden. Quelle: rp-online.de


16.9.2020 Matthias Katsch, Opferinitiative Eckiger Tisch, erwartet mehr Unterstützung von Missbrauchsbetroffenen durch Kirchen und Politik. Dazu zählt er u.a. Unterstützung zur Selbstorganisation, zur Selbsthilfe, zum Austausch und zur Vernetzung Betroffener. Er nennt auch eine Einrichtung, die Betroffenen die beste mögliche Therapie und Beratung vermittelt, Wissen bündelt, Fortbildungen für Therapeuten und Berater anbietet und Räume schafft, wo Opfer sich nicht lange erklären müssen, um Unterstützung zu finden. Quelle: Domradio


11.9.2020 Missio hat in einer nicht-repräsentativen Umfrage bei 101 kirchlichen Einrichtungen in Afrika, Asien und Ozeanien erhoben, dass ca zwei Drittel der Befragten aus 19 Ländern, dem Thema „Missbrauch von Ordensschwestern durch Priester“ eine hohe bis sehr hohe Bedeutung beimessen. Das Hilfswerk kündigte die Einrichtung eines Büros an, das Präventionsmaßnahmen koordinieren soll. Quellen:  missio-hilft.de   Kirche und Leben  dw


11.9.2020 Nicole Dittmer spricht mit Doris Reisinger über Missbrauch an Ordensschwestern. Quelle: srv.deutschlandradio.de


9.9.2020 In Queensland, Australien, hat der Staat den Schutz des Beichtgeheimnisses bei sexualisierter Gewalt abgeschafft. Die katholischen Bischöfe protestierten dagegen. Quelle: katholisch.de


9.9.2020 Der Stadtdekan von Frankfurt, Johannes zu Eltz, fordert die katholischen Bischöfe auf, freiwillig auf ihre Macht zu verzichten und sich eine neue Verfassung zu geben. Quelle: zeit.de


8.9.2020 Die Benediktiner-Mönche der Abtei Downside in England verlassen nach massiven Missbrauchsskandalen das Kloster, weil sie an der Schuld leiden, die ihre Mitbrüder und Lehrerkollegen auf sich geladen haben. Vor den Problemen wollen sie nicht davonlaufen, aber an einem anderen Ort neu anfangen. Quelle: kirche-und-leben.de


8.9.2020 Ruben Schneider weist auf die massiven psychischen und körperlichen Schäden hin, die die systematische Stigmatisierung und Viktimisierung bei Homosexuellen auslöst. Er fordert eine Korrektur der katholischen Lehre. Quelle: feinschwarz s. auch: Polens Bischöfe wollen Therapie für Homosexuelle fördern


7.9.2020 Michel Mulloy, der zum Bischof von Duluth in Minnesota ernannt wurde, trat noch vor seiner Weihe zum Bischof zurück. Er wird glaubwürdig der sexualisierten Gewalt beschuldigt, begangen an einem Minderjährigen in den 1980er Jahren. Der Papst nahm den Rücktritt an. Im Bistum Duluth wurden bisher 37 katholische Priester der sexualisierten Gewalt an Minderjährigen beschuldigt, 125 Betroffene erhielten Entschädigungszahlungen. Quelle: katholisch.de


7.9.2020Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, wurde zum ersten Mal (!) in eine katholische Gemeinde, in die KAB St. Paulus, eingeladen, um von seiner Arbeit zu erzählen. Unter anderem berichtet er von seinen Gewissenskonflikten, z.B. im jüngsten Fall aus Borghorst, in dem ein ehemaliger leitender Pfarrer des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde. Und er weist darauf hin, dass nicht nur Kleriker Mitwisser waren, sondern auch Gemeindemitglieder. Quelle: wn.de


4.9.2020 Ein zweiter Mann wirft in einer eidesstattlichen Versicherung einem Eichstätter Domkapitular vor, ihn während seiner Tätigkeit im Vatikan zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Weitere Zeugen bestätigen nach Angaben der Anwälte des ersten Beschuldigers den Verdacht, „dass Verantwortungsträger in Rom und Eichstätt eine Strafverfolgung des Prälaten, wider besseres Wissen und über Jahre hinweg, verschleppt und seine mutmaßlichen Taten vertuscht haben“. Der Beschuldigte wies die Anschuldigungen zurück. Er lässt seine Aufgaben ruhen. Quelle: Domradio


4.9.2020 Das gedenkort.net hat eine Unterschriftenaktion „Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche: So billig dürfen sie nicht davon kommen!“ gestartet. Quelle: weact.campact.de


4.9.2020 Im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg wurden Ende Juli von fünf Personen sexualisierte Gewalt durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Brügge/Lösenbach und vormals des CVJM Lüdenscheid-West e.V. gemeldet. Der Beschuldigte hat Selbstmord begangen. Inzwischen haben sich weitere Betroffene gemeldet. Die Gewalt umfasst mehrere Jahrzehnte und hat sich vermutlich auch nach 2000 noch ereignet. Quelle: come-on.de


3.9.2020 Die katholische Kirche in Deutschland gehe energisch gegen sexualisierte Gewalt vor, meinen 29 % der Deutschen. Fast die Hälfte der Befragten teilt diese Ansicht nicht. Unter den Katholiken sind 47 Prozent der Meinung, die katholische Kirche gehe nicht energisch gegen sexualisierte Gewalt vor, 32 % sehen das anders. Quelle: Domradio


3.9.2020 Zwölf VertreterInnen Betroffener werden im Betroffenenbeirat der EKD an der Prävention, Aufarbeitung und Hilfen bei sexualisierter Gewalt beteiligt. Sie arbeiten ab Mitte September in Zusammenarbeit mit dem Beauftragtenrat zum Schutz sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche mit. Quelle: Domradio


2.9.2020 Ein katholischer Priester aus dem Main-Kinzig-Kreis, Bistum Fulda, wurde rechtskräftig wegen des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Die Ausübung priesterlicher Tätigkeiten bleibt ihm untersagt, ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eingeleitet.  Quelle: Domradio


1.9.2020 Dr. Hannah A. Schulz, Therapeutin und Theologin, weist darauf hin, wie geistlichem Missbrauch vorgebeugt werden kann: Durch Begrenzung von Macht und das Vermeiden von Fundamentalismen. Quelle: Domradio


 1.9.2020 Der Film „Kindesmissbrauch im Sport und Spitzensport“ zeigt die Vertuschungsmechanismen, die bereits aus der katholischen Kirche bekannt sind.


30.8.2020 Nach der Veröffentlichung der Umfrage der Deutschen Ordensobernkonferenz zu Missbrauchsfällen in den Ordensgemeinschaften nehmen folgende Personen Stellung:

Schwester Kluitmann, Vorsitzende der DOK

Matthias Katsch

Karl Haucke, Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln


27.8.2020 Die nach der Öffnung des vatikanischen Archivs bekannt gewordenen Dokumente zur apostolischen Visitation des Schönstattwerks und des Gründers Josef Kentenich, die das Pontifikat von Papst Pius XII. (1939–1958) umfassen, waren nicht Gegenstand des Seligsprechungsverfahrens. In den Dokumenten ging es um Vorwürfe geistlichen Missbrauchs und eines Falles von sexuellem Missbrauch durch Kentenich. Der Seligsprechungsbehörde lagen lediglich die Aussagen Kentenichs zu den Vorwürfen vor. Quelle: herder.de  katholisch.de


27.8.2020 Gegen die Verurteilung eines katholischen Priesters wegen sexuellen Missbrauchs einer zu Beginn des Missbrauchs zwölfjährigen Ministrantin hat der Verurteilte aus dem Bistum Würzburg Rechtsmittel eingelegt. Quelle: katholisch.de


26.8.2020 Ein Jahr nach der Gründung des Instituts für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt verlässt der Leiter, Oliver Vogt, das Institut. Quelle: Domradio


26.8.2020 Die Deutsche Ordensobernkonferenz hat eine anonyme Befragung zu Missbrauchsfällen in den 392 Ordensgemeinschaften zu sexuellem Missbrauch durchgeführt. 291 Gemeinschaften antworteten, in ihnen leben heute 88 Prozent der Ordensmitglieder. In 100 der 291 (34 %) gab es Missbrauchsmeldungen. 1412 Personen, die als Minderjährige missbraucht wurden, meldeten sich. 654 Ordensmitglieder wurden beschuldigt; männliche Beschuldigte sind „stark überrepräsentiert“. In 88 Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, in 907 nicht, in 417 Fällen wurde dazu keine Angabe gemacht. 522 der Beschuldigten sind bereits tot, 37 traten aus ihrem Orden aus. Derzeit leben also in den Orden noch ca 95 Täter*innen.

65 Frauen- und 14 Männergemeinschaften gaben an, dass auch in den Gemeinschaften Betroffene sind. Bei Frauen aus 36 Gemeinschaften geschah der Missbrauch häufiger im außerkirchlichen, bei  10 der 14 Männergemeinschaften, die Angaben dazu machten, geschah der Missbrauch im kirchlichen Kontext. Bei weiteren 18 der 65 Ordensgemeinschaften geschah den Betroffen Missbrauch sowohl im kirchlichen als auch im nicht-kirchlichen Kontext. Derzeit leben also in den Orden noch ca 95 Täter*innen. Quellen: orden.de    aachener-zeitung


21.8.2020 Der frühere Bischof von Wheeling-Charleston, Michael Bransfield, hat 400.000 Dollar an das Bistum zurückgezahlt, die er in seiner Amtszeit veruntreut hatte. Er ist jedoch der Ansicht, dass seine Aufwendungen korrekt waren. Mit den Geldern finanzierte er auch Geldgeschenke an junge Priester, die er sexuell belästigt hat. Nun sagt er, es sei niemals seine Absicht gewesen, Priester und Seminaristen sexuell zu belästigen und er bedauere, „wenn etwas, das ich gesagt oder getan habe, ein solches Gefühl bei anderen ausgelöst hat.“ Quelle: katholisch.de


20.8.2020 Von 148 Missbrauchsfällen in bayerischen Bistümern kam ein Fall vor Gericht. Der beschuldigte Priester wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten und einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Er hat eine anfänglich 12-Jährige sexuell missbraucht, die für den Kaplan schwärmte. Quelle: katholisch.de


18.8.2020 Auch in der katholischen Lungenheilanstalt der Caritas für Kinder „Maria Grünewald“ wurde der Einfluss von Contergan über ein Jahr lang an kranken Kindern getestet. Die Kinder erhielten Überdosen. In Stuttgart verabreichte ein Kinderarzt Contergan auch zwei Wochen alten Säuglingen, die als unruhig und verhaltensgestört (!) beschrieben wurden. Dies geschah zu einer Zeit, als es längst Hinweise auf die Schädlichkeit des Medikaments gab. Quelle: swr.de/report . 


17.8.2020 Christoph Fleischmann bespricht das Buch von Johannes Heibel, „Telefonat mit einem Priestertäter. Ein verurteilter Pfarrer gibt sich als Pastoralreferent aus“. Heibels Engagement in der Aufklärung des Falles Pfarrer W. wird immerhin im Aufarbeitungsbericht des Bistums Limburg gewürdigt. Fleischmann konstatiert: „Das Gespräch [mit dem Priestertäter] ist ein lebhafter Ausweis von W.s [des Täteres] Nicht-Begreifen oder kirchlich gesprochen: von seiner Unbußfertigkeit.“ Fleischmann konstatiert, dass die zentrale Botschaft von Schuld und Vergebung extrem unglaubwürdig wird „angesichts von Geistlichen, die sich nicht zu ihrer Schuld stellen können, die augenscheinlich nicht an die heilbringende Wirkung von Schuldbekenntnis und tätiger Reue glauben, obwohl sie diese anderen anempfehlen – oder die meinen Schuld könne im stillen Kämmerlein mit Gott bearbeitet werden ohne die Opfer der bösen Taten einzubeziehen. Die Botschaft von Schuld und Vergebung wird entbehrlich, wenn sie die Hörer*innen nicht motivieren kann anders mit Schuld umzugehen als es die meisten ohnehin tun: abstreiten, kleinreden, relativieren.“ Bereits in der Zusammenfassung des Limburger Aufarbeitungsberichtes hatte es geheißen: „Auch hier zeigt sich die mangelnde Verantwortungsübernahme für die Taten. […] Keiner der Beschuldigten scheint das Ausmaß seines verübten Missbrauchs zu erkennen. […] An Empathiefähigkeit mangelte es den Akten nach wohl allen Beschuldigten.“ Fleischmann erinnert auch an Bischof Kamphaus, der als einziger der Verantwortlichen von seiner persönlichen Schuld sprach.

Erinnert sei auch an die Einschätzung von Raymond de Souza, dass katholische Jorunalisten und katholische Priester und Gläüubige nicht umhin können festzustellen, dass Bischöfe nicht die Wahrheit sagen. Das Gift bischöflicher Unehrlichkeit untergrabe die Glaubwürdigkeit der Bischöfe  Quelle:  christoph-fleischmann.de


14.8.2020 Der pensionierte Bischof Howard J. Hubbard von Albany, N.Y., wird zum fünften Mal des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Missbrauch soll an einem heute 55-Jährigen von 1974-1976  verübt worden sein, als der Kläger Messdiener war. Erstmal wurde Hubbard 2004 beschuldigt und freigesprochen. Quelle: ncronline.org


14.8.2020 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Erzbischof Slawoj Leszek Glodz, 75, Bistum Gdansk-Danzig, angenommen. Glodz wird vorgeworfen, Priester des Erzbistums schikaniert und unter Druck gesetzt zu haben und zu Missbrauchsfällen durch polnische Geistliche geschwiegen zu haben. Gläubige haben Papst Franziskus aufgefordert, den Rücktritt von Glodz zu veranlassen, weil er seine moralische Glaubwürdigkeit verwirkt habe. Quelle: orf


13.8.2020 Der ehemalige chilenische Bischof Francisco José Cox ist tot. Er starb, bevor die Staatsanwaltschaft in Chile ihre Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs abgeschlossen hat. Gegen Cox gab es seit den 1970er Jahren Missbrauchsvorwürfe. 1997 wurde er mit 63 Jahren in den Ruhestand versetzt. Er war seit den 1970er Jahren immer wieder des Missbrauchs beschuldigt worden, wurde 1997 ohne Angabe von Gründen in den Ruhestand versetzt und lebte seit 2002 in Vallendar bei den Schönstattpatres. 2004 missbrauchte er dort einen 17-Jährigen, obwohl ihm der Kontakt zu Minderjährigen verboten war. Quelle: katholisch.de


12.8.2020 Inzwischen tauchte im Fall Kentenich die Abschrift eines Briefs des Münsteraner Bischofs Joseph Höffner vom 24. Januar 1965 an „einige deutsche Bischöfe“ auf, in dem Höffner schreibt: „Der Heilige Stuhl hat die einschränkenden Bestimmungen, denen H. H. Kentenich und das Schönstattwerk bisher unterstanden, aufgehoben.“ Bislang war ein Schreiben von Kardinal Ratzinger vom 2.4.1983 (!) bekannt, in dem Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation eine Rehabilitierung Kentenichs zurückweist. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dass ein Schreiben von 1965 die Aussagen eines Schreibens von 1983 aufheben soll, verstehe ich nicht.


11.8.2020 Ein Priester aus Sacramento, Mitglied des Saint Joseph’s Battalion, hat im Hochgebet für den emeritierten statt für den aktuellen Papst gebetet. Er wurde exkommuniziert. Ihm wird zugleich spiritueller und sexualisierter Missbrauch vorgeworfen. Quellen: Domradio  catholicherald.co.uk


11.8.2020 Der Fall Kentenich – in die unklare Kommunikation zwischen dem Vatikan und der Schönstatt-Gemeinschaft war auch Kardinal Errazuriz involviert, dem Vertuschung sexuellen Missbrauchs in Chile vorgeworfen wird. Quelle: katholisch.de


10.8.2020 Erinnerung an sexualisierten und spirituellen Missbrauch von Ordensfrauen durch katholische Priester und Ordensmänner, der mindestens seit 1994 in schrecklichen Einzelheiten von der Ordensfrau O’Donohue bekannt gemacht wurde. Quelle: peacefmonline.com


9.8.2020 Die Kirchenrebellinnen – Maria 2.0 Quelle: tvspielfilm.de

Filmtipp: Luna Born: Missbraucht – und dann dem System Kirche ausgesetzt: Die Geschichte von Luna Born


7.8.2020 Anfang Juli wurde in der Kirchengemeinde Rosengarten ein Fall sexuellen Missbrauchs durch Pastor Jörg D. öffentlich gemacht, der sich in der Zeit von 1988 bis 1997 in Nenndorf ereignet hat. Die Betroffene berichtet unter dem Pseudonym Katarina Sörensen davon. Nicht ausgeschlossen kann werden, dass sich der Pastor in der Kreuzkirchengemeinde Nenndorf oder seinen anderen Wirkungsstätten, der Johanneskirchengemeinde in Tostedt (Landkreis Harburg) sowie dem Kirchenkreis Wolfsburg, an weiteren Mädchen und jungen Frauen vergangen hat. Die Gemeinden setzen sich mit dem Missbrauch auseinander. Quelle: kreiszeitung-wochenblatt.de


6.8.2020 Dem bisherigen Pfarrer von Peter und Paul, Bühl, Erzbistum Freiburg, wirft ein Mann sexuelle Grenzverletzung und sexuellen Missbrauch zu Beginn der 90er Jahre vor. Der Beschuldigte war damals Internatsseelsorger in der Heimschule Lender in Sasbach. Nun fand eine Abschiedsveranstaltung für den Pfarrer statt, in der die vielen Verdienste des beschuldigten Pfarrers gewürdigt wurden. Quelle: BNN


6.8.2020 Im Bistum Münster beschuldigt ein Priester seinen früheren Vorgesetzten, einen früher leitenden Priester im Kreis Steinfurt wegen sexueller Übergriffe. Bereits Ende 2018 habe er das Bistum Münster informiert, das jedoch nicht reagierte. Nun hat der Priester Anzeige erstattet, die der Staatsanwaltschaft Münster jedoch noch nicht vorliegt.  Quelle: Domradio


6.8.2020 Hier ist nachzulesen, wie der Schönstatt-Gründer Kentenich geschützt wird, bis heute. Quelle: Tagespost


6.8.2020 Im Anschluss an die MHG-Studie haben die Staatsanwaltschaften in Bayern Ermittlungs- oder Vorermittlungsverfahren gegen 148 katholische Priester der bayerischen Bistümer (Erzbistum München-Freising, die Bistümer Augsburg, Würzburg, Bamberg, Regensburg, Passau, Eichstätt, Teile des Bistums Fulda) aufgenommen. 139 Verfahren wurden eingestellt. Ein juristisches Verfahren läuft derzeit noch. Quelle: katholisch.de


5.8.2020 Im Bistum Fulda wurde ein katholischer Priester zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischem Material verurteilt. Das Bistum beurlaubte den Priester Anfang des Jahres, als es von den Ermittlungen erfuhr.  Zudem wurde der Geistliche vom Amtsgericht Gelnhausen der Nötigung und Beleidigung, die in den Sozialen Medien im Kontakt mit einer Minderjährigen geschahen, für schuldig befunden. Bereits 2004 war der Pfarrer wegen sexueller Beleidigung zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Quelle: katholisch.de


4.8.2020 Der Religionswissenschaftler Michael Blume spricht im DLF-Gespräch mit Christian Röther über Verschwörungsmythen als religiöses Phänomen. Quelle: DLF


3.8.2020 Das Bistum Regensburg erhöht seine Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer und setzt damit die  im Frühjahr 2020 beschlossenen Grundsätze der „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“ um. Quelle: katholisch.de


3.8.2020 Archivfunde belegen, dass der des Missbrauchs beschuldigte Schönstatt-Gründer Kentenich nie rehabilitiert wurde. Dies ist einem Schreiben des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger, an den Generalrektor der Pallottiner, Pater Ludwig Münz, aus dem Jahr 1982 zu entnehmen.  Ratzinger schrieb u.a.: „“Die Glaubenskongregation ist nicht der Meinung, dass die Beanstandungen, die der Apostolische Visitator seinerzeit an Lehre und Tätigkeit P. Kentenichs machte, ein bedauerlicher Irrtum gewesen seien und auf falschen Informationen beruhten.“ Kardinal Alfredo Ottaviani soll 1971 als Präfekt der Glaubenskongregation Kentenich um Verzeihung gebeten haben für alles, was ihm angetan worden sei. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Warum das Bistum Trier ein Seligsprechungsverfahren einleitet für einen Mann, der des Machtmissbrauchs und des sexuellen Missbrauchs glaubwürdig beschuldigt wurde, ist unverständlich. Ebenso unverständlich ist, warum eine Historikerkommission bis 2007 das Seligsprechungsverfahren betrieben hat, obwohl doch bereits 1982 von der Glaubenskongregation festgestellt wurde, dass Kentenich seine Macht missbraucht hat.


30.7.2020 Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert die „Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien“. Sie zeichne ein restauratives Priesterbild, lasse die mitbestimmende Gemeinde hinter sich, verknüpfe sakrale Macht mit autoritativer Gewalt im Priesterberuf, die ursächlich für sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige durch Kleriker erkannt sei. Der Papst sende ständig Doppelbotschaften. Quelle: katholisch.de


30.7.2020 Gegen den ehemaligen Kardinal McCarrick gibt es neue Vorwürfe. Er soll in seinem Strandhaus in den frühen 1980er Jahren nicht nur mindestens einen Minderjährigen missbraucht haben, sondern auch der „Boss“ einer Priestergruppe gewesen sein, die Kinder und Jugendliche in sein Strandhaus brachten. Ein mutmaßliches Opfer beschuldigt neben McCarrick einen weiteren Priester, ihn als Elfjährigen 1978 durch Grooming gefügig gemacht zu haben und McCarrick zugeführt zu haben. Dieser Priester war damals Schulleiter einer High School der Christian Brothers. Beschuldigt werden auch vier weitere Diözesanpriester und ein Ordensmann. Mindesten sieben weitere, identifizierte Minderjährige sollen Opfer von McCarrick gewesen sein. Quelle: Tagespost


29.7.2020 Antje Niewisch-Lennartz, Richterin, gehört zur Expertengruppe „Wissen teilen – Unabhängige Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim“. Sie berichtet, dass der Umgang mit Tätern auch in schlimmen Fällen von Verurteilungen zu mehrjähriger Haft durch brüderliche Zuwendung gekennzeichnet war, den Opfern gegenüber jedoch durch das Fehlen jeder empathischer Fürsorge. Es gab keine persönliche Befassung mit den Opfern, die tauchten gar nicht auf. Niewisch-Lennartz weist darauf hin, dass der Umgang mit den Beschuldigten eine Herausforderung werde. Zwar seien fast nie die Darstellungen der Opfer zu bezweifeln, aber die Beschuldigten können nicht als Täter benannt werden, wenn sie nicht verurteilt wurden. Die Studie wird die Beschuldigten nicht namentlich benennen – das sei in der Verantwortung des Bistums.  Derzeit werden die Erfahrungen kirchlicher Mitarbeiter*innen im Bistum Hildesheim zum Umgang mit Missbrauchsfällen per Fragebogen erhoben. Quelle: kiz-online.de


29.7.2020 Der Staat überlässt den Kirchen die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Es fehlt der politische Wille, die Aufklärung in die Verantwortung des Staates zu legen. Quelle: deutschlandfunk.de


28.7.2020 Bischöfin Fehrs weist den Vorwurf zurück, dass die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche schleppend verläuft. Die evangelische Kirche habe einen anderen Ansatz als die katholische Kirche. Zuerst sollen alle Maßnahmen standardisiert werden. Die 2019 beschlossene Gewaltschutzrichtlinie regelt u.a. die Schutzkonzepte in Gemeinden, die Einrichtung unabhängiger Kommissionen zur individuellen Aufarbeitung, die Einrichtung von Präventions- und Meldestellen. Betroffene seien bei allen Maßnahmen – so auch beim Elf-Punkte-Plan und der wissenschaftlichen Studie – einbezogen.  Quelle: sueddeutsche.de


28.7.2020 Der Theologe Georg Essen beschreibt die Instruktion uzur pastoralen Umkehr der Gemeinden“ so:  Sie „will ein Machtwort sein, das ist sehr deutlich. Rom will das Konzept in der Hand haben. Aber eigentlich ist es ein Papier der Hilflosigkeit.“ Für Essen ist das eigentliche Ärgernis der Instruktion ihre Klerikerfixiertheit und der fehlende Bezug zu weltkirchlichen Nöten. Einerseits ermuntere der Papst, an die Ränder der Kirche zu gehen und Strukturen zu verflüssigen. Wenn Christen das dann tun, komme aus der Zentrale Roms der Gegenschlag. Das geltende Kirchenrecht müsse geändert werden. Dass in Deutschland Bischöfe der Instruktion widersprochen haben, nennt Essen einen notwendigen Tabubruch, schätzt jedoch, dass der Widerspruch nicht gehört wird. Die Durchsetzungseffizienz Roms nehme immer weiter ab. Die katholische Kirche wähle nach dem Ende der Volkskirche das Dasein als Sekte. Quelle:  deutschlandfunk.de


28.7.2020 Bei Kinderkuren wurden in den 1960er Jahren bis in die 1980er Jahre hinein Kinder mit Medikamenten ruhiggestellt. Der Ablauf in den Einrichtungen sollte ungestört funktionieren. Unbekannt ist, in wie vielen der rund 1000 Kinderheime das geschah. Unbekannt ist auch, welche Folgen dies für die Kinder hatte. Im Mai beschlossen die Sozialminister der Länder, die Geschehnisse in den Kurheimen aufzuarbeiten. Aufklärung über das, was den Kindern in den Kuren geschah, soll ein im Mai von den Sozialministern beschlossenes Forschungsprojekt bringen. Quelle: tagesschau.de


26.7.2020 Der BDKJ – die Dachorganisation katholischer Jugendverbände in Deutschland, richtet eine Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ein. Vergangene Taten sollen aufgeklärt werden und das Leid der Betroffenen soll anerkannt werden. Quelle: Domradio


25.7.2020 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, kommentiert die vatikanische „Instruktion zur pastoralen Umkehr der Gemeinden“: „Jetzt trauen sich wenigstens die reformorientierten Bischöfe, Rom wirklich die Rote Karte zu zeigen und die Stirn zu zeigen. Wohin das führt, ist noch offen.“ Quelle: DLF


24.7.2020 Der frühere Nuntius Luigi Ventura muss sich wegen sexueller Übergriffe vor einem Strafgericht in Paris verantworten. Insgesamt klagen vier Männer ihn an des sexuell übergriffigen Verhaltens gegenüber erwachsenen Männern. Quelle: katholisch.de


24.7.2020 Im Erzbistum Freiburg wurde ein katholischer Priester suspendiert. Ihm wird sexueller Missbrauch, begangen in den 1990er Jahren, vorgeworfen. Bevor er nach Abschluss des Verfahrens wieder eingesetzt werden kann, muss er sich einer psychiatrischen Begutachtung unterziehen. Das Ordinariat bittet, keine Spekulationen anzustellen – aus Rücksicht auf die Opfer. Quelle: evangelisch.de


23.7.2020 Gegen den ehemaligen Kardinal McCarrick gibt es neue Vorwürfe. In den 1980er Jahren soll er in einem Strandhaus in Sea Girt, New Jersey, einen „Sex Ring“ unterhalten haben, d.h. Minderjährige zum Missbrauch an andere Kleriker vermittelt zu haben. Eine entsprechende Anklageschrift hat Jeff Anderson, Opfer-Anwalt, bei Gericht eingereicht. Quelle: katholisch.de


22.7.2020 Bischof Kohlgraf, Mainz, kommentiert die „Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien“ so: „Und zum anderen sorge ich mich um die vielen (noch) Engagierten. Bald werden sie genug davon haben, wenn ihr Engagement nur misstrauisch beäugt und von oben herab bewertet wird.“ Bischof Bode, Osnabrück, spricht von einer in der Instruktion sichtbar werdenden „Umkehr zur Klerikalisierung“. Kardinal Wölki, Köln, hingegen sieht die Instruktion als Handreichung für den richtigen Weg der katholischen Kirche.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert am 25.7.2020 die Instruktion und Reaktionen von deutschen Bischöfen.


20.7.2020 Der Vatikan hat „Die Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien“ veröffentlicht: Pfarreien dürfen weder von einem Team noch von Laien geleitet werden. Quelle: vaticannews

Kommentar: Da ist mit Regina Laudage-Kleeberg nur noch zu fragen: „Warum, liebe geweihte Klerus-Kongregationsmitglieder, fällt Ihnen nicht auf, dass Sie bei dem Versuch, die eigene Macht zu erhalten, Ihre Macht immer weiter einbüßen?“

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller spricht von einem „durch und durch klerikalen Papier“.

Zur Erinnerung: Klerikalismus ist als eine der Ursachen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker bekannt. Von „pastoraler Umkehr“ kann ich nichts finden.


18.7.2020 Mindestens drei Frauen aus der Landeskirche Sachsen wurden im Alter von elf bis 15 Jahren Opfer eines Kantors eines Kinderchores in Pobershau in den 1990er-Jahren. Öffentlich bekannt wurden die Fälle 2018, als sich der Vater einer Betroffenen an den Pfarrer wandte. Der Pfarrer schwieg nicht, suchte Hilfe bei einer Beratungsstelle der AWO und erhielt empörte Reaktionen und Briefe, die die sexuellen Übergriffe verharmlosten und dem Pfarrer vorwarfen, er stelle einen beliebten Kantor vor ein Tribunal. Die Gemeinde ist gespalten. Der Kantor wurde 2019 suspendiert. Quelle: sonntag-sachsen.de


16.7.2020 Der Vatikan hat – wie im Februar 2019 auf dem Anti-Missbrauchsgipfel beschlossen – ein Handbuch herausgegeben, in dem die Schritte von der Meldung eines Missbrauchsfalls durch einen Kleriker bis zum kirchenrechtlichen Urteil festgelegt sind. Diese „Gebrauchsanleitung“ soll dem einheitlichen Vorgehen bei Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche dienen.

Quelle: cruxnow.com


15.7.2020 Die EKD hat eine Fachstelle „Sexualisierte Gewalt“ eingerichtet. Ihre Aufgabe ist, bestehende Maßnahmen zu verstärken, die Aktuere noch umfassender zu vernetzen und auf Dauer Vorkehrungen und Strukturen gegen sexualiusierte Gewalt zu schaffen. Auch die Umsetzung des Elf-Punkte-Plans soll die Fachstelle begleiten. Quelle: evangelisch.de


15.7.2020 In Polen gibt es Vertuschungsvorwürfe gegen den Bischof von Kalisz, Edward Janiak und Missbrauchsvorwürfe gegen den Weihbischof Jan Szkodon ,73, Bistum Krakau. Szkodon werden sexuelle Übergriffe auf ein damals 15-jähriges Mädchen vor mehr als 20 Jahren vorgeworfen. Es ist der erste kirchliche Strafprozess gegen einen Bischof, der der sexuellen Belästigung beschuldigt wird. Szkodon weist die Vorwürfe zurück. Quelle: domradio.de


14.7.2020 Katholische Geistliche und mutmaßliche Opfer werfen der Kirche in Peru die Vertuschung von Missbrauchsfällen vor. Priester aus Huamachuco und Geschädigte hätten mehr als 40 Schreiben an peruanische Kirchenleute geschrieben. Die Anschuldigungen seien nur schleppend oder gar nicht aufgeklärt worden.Die Briefe richteten sich auch an die Erzdiözese Trujillo. Das Erzbistum sagt, es habe stets sofort auf die Vorwürfe reagiert. Seit 1999, als Erzbischof Hector Miguel Cabrejos Vidarte das Bistum übernahm, habe es jedoch keinen einzigen Vorwurf gegeben. Quelle: katholisch.de


14.7.2020 Das Erzbistum München will Betroffene, die im Kontext des Studienseminars Sankt Michael in Traunstein, Gewalt erlebten, anhören. Dem 2018 verstorbenen Münchner Weihbischof Engelbert Siebler wird vorgeworfen, Internatsschüler misshandelt zu haben. Auch sexueller Missbrauch wird ihm von einem früheren Schüler, der sich 2016 an das Erzbistum wandte, vorgeworfen. Aus Sicht des Erzbistums seien die Vorwürfe jedoch unkonkret und lückenhaft gewesen, weshalb man den damals noch lebenden Weihbischof nicht mit ihnen konfrontierte. Generalvikar Christoph Klingan und die Amtschefin des Ordinariats, Stephanie Herrmann, betonen, dass der Staat in der Pflicht sei, einheitliche Regelungen für die Aufklärung vorzugeben, wenn auch nach dem jetzigen Bemühen des Erzbistums noch Misstrauen bleibe. Hiltrud Schönheit, Vorsitzende des Katholikenrats in der Diözese, mahnt Aufklärung auch im Fall des Piusheims, Landkreis Ebersberg an, wo frühere Heimkinder von Missbrauch und Prostitution berichten. Sie wünscht sich eine „proaktive Aufklärung“ – die Kirche müsse von sich aus auf potenziell Betroffene zugehen. Im Ordinariat lehnt man das wegen der Gefahr des Generalverdachtes ab. Inzwischen wartet die Erzdiözese auf den zweiten Westpfahl-Bericht, der auch Namen von Verantwortlichen Beschuldigten und Tatorten nennen soll und veröffentlicht werden soll. Besonders interessant dürfte seinm, ob der von 1977 bis 1082 amtierende Erzbischof Ratzinger über die Vertuschung von Missbrauch informiert war. Quellen: Domradio   Süddeutsche


14.7.2020 Die Kentenich-Biografin Schwester Dr. D. Schlickmann nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen den Gründer von Schönstatt. Quelle: katholisch.de

Zusammenfassung der bisherigen Diskussion: kiz-online.de


13.7.2020 Das Erzbistum München und Freising will im Herbst 2020 eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch einrichten. Sie soll sich auch um Vorgänge in kirchlichen Heimen kümmern und entscheiden, um welche Heime es gehen soll. Der Aufarbeitungskommission soll auch das erweiterte Gutachten einer externen Anwaltskanzlei zur Verfügung stehen, das auf der nicht öffentlichen Untersuchung von 2010 aufbauen wird. Die Anwaltskanzlei wird Fälle bis 2019 untersuchen. Quelle: katholisch.de


13.7.2020 Die indische Franziskanerin Lucy Kalappura hatte im September 2018 an einer Veranstaltung teilgenommen, auf der die Verhaftung von Bischof Franco Mulakkal wegen Vergewaltigung einer Nonne gefordert wurde. Daraufhin wurde sie im August 2019 wegen angeblicher Verstöße gegen ihre Gelübde – Armut und Gehorsam – aus dem Orden ausgeschlossen und aus dem Kloster ausgewiesen. Der Vatikan bestätigte den Ausschluss. Kalappura weigert sich, das Kloster zu verlassen. Nun hat sie – nachdem eine erste gerichtliche Anordnung von der Polizei nicht befolgt wurde – Polizeischutz erhalten, weil der Franziskanerinnenorden und zwei Priester „Schläger“ angeheuert haben sollen, die sie gewaltsam aus dem Kloster entfernen sollen. Quelle: kathpress.at


11.7.2020 Seit dem 14.5.2020 haben sich in der EKD weitere 97 Missbrauchsbetroffene gemeldet, so dass nun 867 Betroffene in der EKD bekannt sind. Nun wurde bekannt, dass der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Abbruch der offiziellen Gespräche zur Missbrauchsaufarbeitung gedroht hat. Danach habe der von Bischöfin Fehrs geleitete EKD-Beauftragtenrat eingelenkt und versprochen, bis Ende September einen Entwurf für eine gemeinsame Vereinbarung zu präsentieren. Quelle: katholisch.de


10.7.2020 Raymond de Souza, katholischer Priester, stellt fest, dass die Missbrauchskrise der katholischen Kirche katholische Journalisten gelehrt hat, nicht davon auszugehen, dass das, was ihnen Bischöfe und Diözesen erzählen, auch wahr ist. Das Gift bischöflicher Unehrlichkeit untergrabe die Glaubwürdigkeit der Bischöfe auch in den Augen der Priester. Die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Bischöfe nennt de Souza ein „Generationenprojekt“. Quelle: catholicherald.co.uk


10.7.2020 „Katharina Sörensen berichtet von Übergriffen durch einen evangelischen Pastor. Quelle: ndr.de


10.7.2020 In einer evangelischen Kirchgemeinde in Pobershaus bei Marienberg, Erzgebirge, kam es in den 1990er Jahren zu sexuellen Übergriffen. Bekannt wurden vier Übergriffe 2019. Die weitere notwendige Aufarbeitung übernehme eine Kommission mit externen Experten. Quelle: evangelisch.de


9.7.2020 Hildegunde Keul über gefährliche Heilsversprechen, religiöse Deutungsmuster und die Vergöttlichung von Gerold Becker im Kontext der Odenwaldschule, die ein Gewaltsystem erlaubten, dem Hunderte Minderjährige zum Opfer fielen. Quelle: feinschwarz.net


8.7.2020 Die Theologin Alexandra von Teuffenbach – Dogmatikerin und Kirchenhistorikerin – fordert das Schönstattwerk auf, die Akten zum Fall Kentenich zu veröffentlichen. Quelle: katholisch.de


7.7.2020 In den evangelischen Kirchen in Niedersachsen wurden seit 1945 ca 140 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen bekannt; 123 betreffen die Hannoversche Landeskirche. Die Opfer waren zu fast 90 Prozent Heimkinder, die in Einrichtungen der Diakonie untergebracht waren. Seit 1998 seien die Täter aus dem Dienst entfernt worden, wenn die Kirchenleitungen informiert waren. Quelle: nwzonline.de

 

 


 

 

 

 

7.7.2020 Dem 1985 verstorbenen früheren Frankfurter Stadtdekan Monsignore Walter Adlhoch wirft eine Frau vor, sie 1979 im Kontext ihrer Erstkommunion vergewaltigt zu haben. Im Abschlussbericht des Bistums Limburg steht auch, dass die Frau 1979 von dem Beschuldigten zu einem Schwangerschaftsabbruch genötigt worden sei. Ein mit Adlhoch befreundeter Arzt habe die Abtreibung vorgenommen. Quellen: fnp   hessenschau


6.7.2020 Die Statuten und der Führungsstil der geistlichen Laiengemeinschaft „Memores Domini“ wird von einem päpstlichen Delegaten überprüft. Bislang gibt es nur eine unzureichende Trennung von persönlichem „Forum internum“ (Beichte, Geistliche Begleitung, therapeutische Situationen) und der Leitung oder anderer Angelegenheiten der Gemeinschaft. Die mangelnde Trennung gilt als ein Anzeichen geistlichen Missbrauchs. Quelle: katholisch.de


6.7.2020 Pfarrer Zurkuhlen, Bistum Münster, darf ein Jahr nach seiner Verharmlosung von sexuellem Missbrauch wieder Gottesdienste feiern. Das Bistum teilt mit, er habe sich beim Bischof und bei Betroffenen entschuldigt. Betroffene widersprechen: Der Pfarrer habe sich beim Bischof entschuldigt, nicht jedoch bei Betroffenen. Quelle: www1.wdr.de


5.7.2020 Das Bistum Trier hat die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ in Kraft gesetzt. Betroffene, die im Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen, können sich bis 31.8.2020 beim Generalvikar des Bistums melden. Die Auswahl der Mitglieder des Betroffenenbeirates geschieht durch eine/n Vertreter/in des Bischofs, eine/n Vertreter/in aus der Fachpraxis und eine/n Vertreter/in aus der Wissenschaft. Quelle: paulinus.de


4.7.2020 Gespräch mit Christiane Florin über ihr Buch „Trotzdem!“ Quelle: ksta.de


4.7.2020 Bislang mehr als 100.000 Menschen haben in einer Petition an Papst Franziskus gefordert, dass Kardinal Pell aus dem Priesteramt entlassen wird. Von sexuellem Missbrauch wurde Pell freigesprochen, dass er Missbrauchsfälle in Australien vertuscht hat, hat er pauschal bei einer Anhörung durch die Königliche Australische Missbrauchsuntersuchung eingeräumt. Quelle: katholisch.de


3.7.2020 Melanie Ploch berichtet über die Diskussion zur Aufarbeitung kirchlichen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Polen. Zu beobachten sind ähnliche Abwehr-Strategien von Bischöfen, wie sie auch aus anderen Ländern bekannt sind. Quelle: katholisch.de


2.7.2020 Gemeinsam mit der Landeskirche Hannover will eine Frau ihren Missbrauch durch einen evangelischen Pastor, der inzwischen gestorben ist, öffentlich machen. Der Missbrauch geschah in den 1980 und 1990er Jahren in einer Kirchengemeinde in Seevetal im Kirchenkreis Hittfeld. Mit der Öffentlichmachung sollen weitere Betroffene ermutigt werden, sich zu melden. Wenn es zwischen 1971 und 1986 in Wolfsburg zu sexualisierter Gewalt durch den Pastor kam, mögen sich die Betroffenen melden. Der Beschuldigte arbeitete ab September 1971 bis Oktober 1972 in der St. Marien-Gemeinde (heute: Nordstadtgemeinde), danach bis März 1986 Pastor der Stephanusgemeinde in Detmerode. Zugleich war er Kreisjugendpastor und Religionslehrer an der Volksschule 15, später an der Erich-Kästner-Schule. Am 1.4.1986 wechselte er in den Kirchenkreis Hittfeld. Quellen: evangelisch.de   wolfenbuetteler-zeitung.de   Interview mit der Betroffenen, 6.7.2020


2.7.2020 Im Stift Klosterneuburg findet derzeit eine apostolische Visitation statt. Der Grund ist der Umgang mit einem Missbrauchstäter, der von der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch und der Mainpost-Journalistin Jeske aufgedeckt wurde. Ein neuer Probst soll nach dem Rücktritt des bisherigen erst nach Abschluss der Visitation gewählt werden. Quelle: profil.at

2.7.2020 In der katholischen Kirche wurden im Juni 2020 verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig verabredet. In der evangelischen Kirche gibt es bisher lediglich eine Absichtserklärung – Letter of Intent – dass es für alle Landeskirchen unabhängige Aufarbeitungskommissionen geben soll, die Melde-, Anlauf- und Beschwerdestelle sein sollen und auch die quantitative Dimenseion sexualisierter Gewalt in der EKD erfassen soll. Die 2019 angekündigten Aufarbeitungsstandards gibt es bislang nicht. Die EKD hat sich auf die Einrichtung eines Betroffenenbeirates und ein Forschungsprojekt konzentriert.

Kerstin Claus, evangelisches Mitglied des Betroffenenrates beim UBSKM, kritisiert, dass eine Studie den Betroffenen hier und heute nicht helfe.Die Studie analysiere Problemlagen, sie zeige keine Problemlösungen. Völlig offen sei zudem, ob die Studien HAndlungsempfehlungen aussprechen werden und ob diese dann auch umgesetzt werden. Die Evangelische Kirche verweist auf ihre „unabhängige ‚Zentrale Anlaufstelle .help‘ für Betroffene.“ Claus stellt fest, dass diese Anlaufstelle nichts anderes tue, als Betroffene an die zuständige kirchliche Stelle vermittle. Wer sich an „help“ wende, könne von den kirchlichen Strukturen „überrumpelt“ werden. Quelle: Deutschlandfunk


2.7.2020 Papst Franziskus hat Gonzalo Arturo Bravo Salazar (57) zum Bischof von San Felipe ernannt. Missbrauchsopfer und Laienvertreter kritisieren die Ernennung, weil Bravo versucht habe, Missbrauchsfälle zu vertuschen und mutmaßlichen Opfern Schweigegeld anzubieten. Bravo ist Nachfolger von Cristian Contreras Molina (73), gegen den die Staatsanwaltschaft wegen angeblicher sexueller Übergriffe auf einen volljährigen Mann Ermittlungen eingeleitet hatte. Contreras bestritt die Vorwürfe. Zudem sei Bravo ein Vertrauter von Bischof Gonzalo Duarte, gegen den ehemalige Priesterseminaristen Vorwürfe erheben, er habe Missbrauchsfälle vertuscht. Quelle: Domradio


2.7.2020 P. Juan Pablo Catoggio,Präsident des Schönstatt-Werkes, schreibt, dass die Vorwürfe gegen den Gründer, P. Kentenich, in der Exilszeit von Kentenich überprüft worden seien und entkräftet wurden. Auch im Kontext des 1975 eröffneten Seligsprechungsverfahren seien die Vorwürfe erneut aufgegriffen und geklärt worden. Weder wäre das Exil beendet noch eine Unbedenklichkeitserklärung zur Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens ausgesprochen worden, wenn es Zweifel an der moralischen Integrität von Kentenich gegeben hätte. Die Darstellung der Tagespost hingegen sieht völlig anders aus. Siehe auch hierQuelle: schoenstatt.de


1.7.2020 Der Psychologe und Missbrauchs-Experte Heiner Keupp sagt, die katholische Kirche habe Vertrauen auf Jahrzehnte hin verloren. Zuerst sei eine Änderung der Priesterausbildung notwendig und dass viele Kirchenvertreter „insgesamt ihren merkwürdigen elitären Sonderstatus reflektieren, diese Art von abgehobener Selbstgerechtigkeit“. Das Vorgehen im Bistum Limburg sei gut, weil das Bistum proaktiv handelte und nicht erst auf Anstöße von außen gewartet hat. Quelle: katholisch.de


1.7.2020 Für den Gründer der Schönstatt-Bewegung  Josef Kentenich läuft seit 1975 ein Seligsprechungsprozess. Nun wird bekannt, dass Schwestern der von Kentenich gegründeten Marienschwestern Vorwürfe systematischen Machtmissbrauchs und sexuellen Missbrauchs in einem Fall gegen Kentenich erhoben haben. Dies geht aus Dokumenten aus der Amtszeit von Papst Pius XII. (1939-1958) hervor. Vatikanische Visitatoren stufen die Vorwürfe als glaubwürdig ein. Kentenich werde in den Berichten um 1950 als hochgradig manipulativ und die Schwestern in ihrer Gewissensfreiheit planmäßig behindernd beschrieben. Der Vatikan schickte Kentenich 1951 ins US-amerikanische Exil. Paul VI. hat ihn 1965 rehabilitiert. Quelle: katholisch.de


1.7.2020 Dr. Gabriel Dy-Liacco, Psychotherapeut, Professor an der Divine Mercy University in Virginia und Gründungsmitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, weist darauf hin, dass die katholischen Kirchenführer anfangen, dass Missbrauchsthema besser zu verstehen, aber noch einen langen Weg vor sich haben. Wesentlich präsenter als der Kinderschutz sei die Umweltenzyklika „Laudato si“ . Dy Liacco sagt, dass Tätern mehr Ressourcen zur Verfügung stehen als Überlebenden. Die meisten Diözesen hätten Programme für Jugend-, Familien- und Lebenspastoral, aber „wir haben dies nicht für Opfer, weder für klerikalen Missbrauch noch für jede andere Art von Missbrauch“. – Erzbischof Charles Scicluna von Malta betonte die Notwendigkeit, den Opfern wirklich zuzuhören und sie über Verfahren zu informieren. Quelle: cruxnow