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Presse

3. Quartal 2019

30.9.2019 Der Apostolische Nuntius in Paris, Erzbischof Luigi Ventura, kehrt in den Vatikan zurück. Im Dez. erst erreicht er die Altersgrenze. Seine Rückkehr nach Rom dürfte mit Vorwürfen übergriffigen Verhaltens gegenüber erwachsenen Männern zusammenhängen. Die diplomatische Immunität hatte der Vatikan aufgehoben. Quelle: domradio


29.9.2019 Christiane Florin sagt: „Die treffendste Übersetzung von synodalem Weg ist: weiter so.“ Quelle: DLF


29.9.2019 Im Blick auf die Entschädigungsvorschläge für kirchliche Missbrauchsopfer geht Klaus Mertes davon aus, „dass die Bischöfe eine solche Regelung nicht in der Annahme beschließen, dass nun das Kirchenvolk finanziell in Mithaftung genommen“ wird. Er warnt auch davor, dass der fatale Eindruck entstehen könne, die Kirchenleitung kaufe sich auf Kosten des Kirchenvolkes frei. Mertes sagt: „Viel wichtiger ist zum Beispiel die Investition von Zeit. Ich bin in Gesprächsprozessen mit Betroffenen, die sich manchmal über Jahre hinwegziehen. Das ist nicht immer leicht, aber es entsteht Beziehung. Es tut auch weh, die von mir geliebte Kirche in der Perspektive der Geschichten zu sehen, die ich von Betroffenen höre. Aber dieser Schmerz ist kreativ, denn er verändert etwas in mir, mein Selbstbild, mein Priesterbild, mein Kirchenbild. Das entwickelt sich in gegenseitig geschenkter Zeit. Dafür bin dankbar. Ich gebe nicht nur, ich empfange auch. Vielen Betroffenen ist es noch wichtiger, dass die Kirche sich ändert, als dass sie zahlt – das gilt auch für Betroffene, die Zahlungen fordern.“ Quelle: jesuiten.org


29.9.2019 Suzanne Smith, Investigativ-Journalistin, hat über die kirchlichen Missbrauchsfälle in Australien berichtet. Sie erzählt von den Schwierigkeiten ihrer Recherchen. Überlebende „brauchen jemanden, dem sie vertrauen können und der für ihre Sache eintritt“, sagt Smith und konstatiert, dass der Vatikan nach wie vor einen Teil der Täter schützt. Z.B. haben australische Behörden in Rom Akten angefordert, jedoch nicht erhalten. Smith berichtet auch von einer hohen Suizidrate unter Betroffenen und empfiehlt Forschung dazu. Smith sagt: „Am meisten empört mich die fehlende Empathie und das fehlende Mitleid mit den Kindern. Tausende von Kindern wurden vergewaltigt, aber Priestern und Ordensleuten war das Ansehen der Kirche wichtiger. Sie haben den Missbrauch einfach als Kollateralschaden gesehen. Was mir Hoffnung macht: In der katholischen Kirche gibt es viele grossartige Menschen. Auf sie sollte die Kirche stärker zählen.“ Quelle: kath.ch


29.9.2019 „Das Problem ist dabei nicht die Homosexualität an sich, sondern die unterdrückte, verneinte, verdrängte Homosexualität, was bis zum Hass auf Homosexuelle und damit zum Selbsthass führt. Das geht soweit, dass man sexuelle Gewalt ausübt. Das Opfer ist oft ein Migrant, ein Kind oder ein Seminarist – also immer jemand, der nicht reden und nicht zur Polizei gehen kann. Das zentrale Problem ist also nicht die Sexualität, sondern das Verhältnis zur Lüge, das Doppelleben.“ Das sagt Frédéric Martel im Interview. Quelle: deutschlandfunkkultur.de


29.9.2019 Die Tagung „Gewalt gegen Frauen in der katholischen Kirche und in Orden“ wurde von den 125 Teilnehmerinnen als „historischer Moment“ erlebt. Die Tagung befasste sich mit psychischem, geistlichem und sexuellem Missbrauch von Ordensfrauen und Frauen durch Geistliche. Eine Fortsetzung der Gespräche wurde verabredet. Zunächst soll eine telefonische Anlaufstelle eingerichtet werden, „damit Betroffene sich melden und dort professionelle Hilfe und Beratung erhalten können“. Das teilte die Vorsitzende der Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), Schwester Katharina Kluitmann, mit. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Aurica Jax, forderte mehr Sensibilität für weibliche, erwachsene Opfer. Hier müssten sich auch Theologie und Seelsorge weiterentwickeln. Quelle: Domradio.de     vaticannews


29.9.2019 Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Anuth empfiehlt dem ZdK gut zu überlegen, ob es bereit ist, den synodalen Weg mitzugehen, denn das dafür vorgesehene – bislang unveröffentlichte – Statut, wird zeigen, dass es keine begründeten Hoffnungen auf Reformen eröffnet, die über den Gesprächsprozess 2011-2015 hinausgehen. Anuth schlägt dem ZdK und Maria2.0 vor, konkrete Reformvorschläge, z.B. nach dem Frauendiakonat, bei ihren Bischöfen einzubringen, das diese als Adult an den Vatikan weiterreichen. Wenn Bischöfe dieses Anliegen dann ablehnen, dann wüssten die Betroffenen wenigstens, wie sie bei ihren Bischöfen dran sind. Quelle: WDR 5    Diesseits von Eden


28.9.2019 Die katholische Kirche Panamas hat drei Priester wegen „unangebrachten“ und „skandalösen“ Verhaltens ihrer Ämter enthoben. Im Internet waren sexuelle Begegnungen der Geistlichen mit jungen Männern, darunter einem Minderjährigen, enthüllt worden. Quelle: amerika21.de


27.9.2019 Über Entschädigung “müsse noch intensiv beraten werden, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Er sei nicht glücklich über die Summen, die genannt werden. Es gehe um die Kirchenbeiträge der katholischen Gläubigen. Sternberg fragte, ob überhaupt die Beiträge der Gläubigen zu Entschädigungszahlungen herangezogen werden können, die in einer Institution geschehen, aber nicht von ihr beabsichtigt worden sind. Quelle: katholisch.de


27.9.2019 In Australien könnte die Einigung der katholischen Kirche mit einem Missbrauchsopfer ein Präzedenzfall für weitere Klagen darstellen. Im Gespräch sind umgerechnet knapp 620.000 Euro. Quelle: domradio.de


27.9.2019 Unter dem Titel „Nackte Macht“ schaut Gregor Maria Hoff auf die mehr als prekäre Kirchensitution in Deutschland: „Das Interesse ist klar: Was der „Synodale Weg“ versucht, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken im März dieses Jahres beschlossen haben, bricht aus dem hierarchischen Gefüge katholischer Machtlogik aus. Laien können beraten. Die Entscheidungen treffen die Bischöfe. Können sie aber entscheiden, ihre Entscheidungsvollmacht zu teilen? Und dann eine synodale Entscheidung von Laien und Bischöfen als ihre Entscheidung übernehmen? Das scheint im katholischen Machtkomplex nicht vorgesehen.“ Quelle: furche.at


27.9.2019 Nach Medienangaben wurde das – bislang unbekannte – Statut des Synodalen Wegs von 51 Bischöfen angenommen, 12 stimmten dagegen, ein Bischof enthielt sich der Stimme. Einmütig jedoch sind alle Bischöfe darin, den synodalen Weg mitzugehen. Vorgesehen ist, dass eine Zweidrittelmehrheit des synodalen Wegs (DBK und ZdK) den Beschlüssen zustimmen muss und dass eine Zweidrittelmehrheit der teilnehmenden Bischöfe notwendig ist. Zudem müssen die Bischöfe die Beschlüsse in ihrer eigenen Diözese in Kraft setzen. Quelle: katholisch.de


26.9.2019 Im Erzbistum Freiburg solidarisieren sich Priester und Diakone mit den Forderungen von Maria2.0. Die Initiatoren Peter Stengele und Konrad Irslinger sagen, dass sich immer mehr Katholik*innen von ihrer Kirche abwenden werden, wenn es keine Fortschritte im Blick auf geschlechtergerechte Kirche und Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gibt. Quelle: Konradsblatt


26.9.2019 Klerikalismus gepaart mit einer obsessiven Fixierung auf Sexualität ist nach Aussage von Papst Franziskus eine schwere Sünde. Dies gelte vor allem dann, wenn anderen Sünden wie soziale Ungerechtigkeit, Verleumdung, Lügen und Geschwätz keine Aufmerksamkeit gewidmet werde. An dem Punkt müsse die Kirche sich gründlich bekehren. Quelle: katholisch.de


26.9.2019 Florian Breitmeier, NDR, kommentiert die Vollversammlung der DBK: „Aber es darf nicht nur geredet werden, sonst endet der synodale Weg in einer Sackgasse des unverbindlichen Austauschs über Themen die bereits vor 50 Jahren innbrünstig diskutiert wurden. Nur auf dem synodalen Weg unterwegs zu sein, das kann nicht das Ziel sein. Das Ziel ist das Ziel und das bedeutet, dass am Ende Reformen stehen müssen – zum Beispiel die Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder eine neue Wertschätzung für homosexueller Beziehungen, in denen Menschen gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen. Die katholische Kirche muss sich verändern, sonst stürzt sie hierzulande hoffnungslos in die Tiefe.“ Quelle: NDR


26.9.2019 Joachim Frank kommentiert die Vollversammlung der DBK: „Der Wille zur Evangelisierung kann doch im Grunde auf nichts anderes abheben als auf die Fragen: Was dient der Verkündigung der Frohen Botschaft heute? Und: Worin besteht dann eigentlich das Katholische? Darauf notorisch mit dem MZH-Dreiklang zu antworten – Männerklerus, Zölibat, Heterosexualität –, zeugt von Blindheit für die Wirklichkeit der Kirche. Die ist längst dabei, den Kontakt zu den Menschen heute zu verlieren. Es geht deshalb jetzt um eine Art Innenrevision, wie es der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck formuliert. Den eigenen Laden aufzuräumen bringt noch keine neue Kunden, kann aber die drohende Pleite verhindern. Scheitert der synodale Weg, wird auch den Treuesten der Treuen die Lust an dieser Kirche vergehen.“ Quelle: FR


26.9.2019 Kardinal Marx betont, dass es keinen deutschen Sonderweg ohne Rom bei weltkirchlich relevanten Fragen geben werde. Aber die Bischofskonferenz sei bereit, „Diskussionsbeiträge für die Weltkirche zu liefern“, sagte er. Bischof Voderholzer, Regensburg, behält sich vor, aus dem „Synodalen Weg“ auszusteigen. Er glaubt, die Weichen für eine Erneuerung der Kirche seien falsch gestellt worden. Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki stimmte gegen die Satzung. – Noch in diesem Jahr soll ein Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz gebildet werden. Quellen: katholisch.de   mehr

Kommentar: Das Vorhaben vom September 2018, zu klären, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung getragen hat, etwa für Vertuschung oder die Versetzung von Tätern, spielte auch in dieser Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz keine Rolle mehr.


26.9.2019 Seit heute ist der Film „Gelobt sei Gott“ in den Kinos. Im Interview weist der Regisseur Ozon, darauf hin, dass der Hauptdarsteller von seinem Sohn gefragt wurde, ob er noch an Gott glaube: „Das ist die wichtigste Frage, weil mit ihr der Glaube infrage gestellt wird. Ich habe sie dem echten Vater gestellt und ich kenne auch seine Antwort. Sie war mal Teil des Drehbuchs, aber ich habe mich dann dagegen entschieden. Ich wollte es lieber offenlassen, da ich in dem Moment auch mit dem Publikum kommunizieren und ihm dieselbe Frage stellen kann: Glauben Sie nach alldem noch an Gott?“ Quelle: SZ   SZ   Filmbesprechung von Josef Lederle   zeit.de   bistum-eichstaett  DLF


25.9.2019 Magnus Striet gibt in der Diskussion um Strukturfragen in der kath. Kirche versus Glaubensfragen zu bedenken: „Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und Fragen von sexueller Orientierung sind deshalb keine bloßen Strukturfragen, sondern greifen in das Zentrum des Gottesglaubens ein. Zugleich darf aber die Gottesfrage nicht ohne Konsequenzen für die Struktur der Kirche bleiben, an der schließlich sicht- und erfahrbar werden soll, auf welchen Gott diese Kirche ihre Hoffnung setzt.“ Quelle: katholisch.de   s. auch Herman Häring


25.9.2019 Der beurlaubte Stadtdechant von Düsseldorf hat auf seine Ämter verzichtet. Kardinal Wölki hat den Amtsverzicht angenommen und das Verbot des öffentlichen priesterlichen Wirkens des ehemaligen Stadtdechanten aufgehoben. Das Erzbistum wirft dem Geistlichen vor, 2001 in einem Seelsorgegespräch an einem damals 20 Jahre alten Ratsuchenden sexuelle Handlungen vorgenommen und damit „ein schweres Vergehen“ begangen zu haben. Quelle: katholisch.de


25.9.2019 In einer Studie wurden 2.375 Seminaristen in den USA befragt, 1.544 (= 65 %) antworteten. 6 % berichteten von sexueller Belästigung oder sexuellem Fehlverhalten, das sie erlebten. Weitere 4 % berichteten, nicht genau zu wissen, ob sie solche Erfahrungen (sexual harassment, abuse or misconduct) gemacht hätten. 80 % derer, die Erfahrungen von sexueller Belästigung oder sexuellem Fehlverhalten berichteten, dass Mitseminaristen oder andere Auszubildende dafür verantwortlich seien. 84 % der Befragten gaben an, dass die Seminarleitung oder die Fakultät das Problem ernst nähmen. Quelle: katholisch.de   Zur Studie


25.9.2019 Die Bischofskonferenz diskutierte die Empfehlungen der Unabhängigen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Matthias Katsch erklärte, es gehe nicht um die Anerkennung des Leids der Opfer, sondern um die Übernahme von institutioneller Verantwortung für das Unrecht. Zudem sollen nicht ausschließlich die Taten, sondern die Folgen für die Opfer entschädigt werden. Quelle: katholisch.de


24.9.2019 Empfehlungen  der Unabhängigen Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“ vom 10. September 2019, die der Bischofskonferenz am 24.9.2019 vorgelegt werden. Quelle: dbk.de


24.9.2019 Bischof Malone, Bistum Buffalo, gerät wegen Fehlverhaltens im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen zunehmend unter Druck. U.a. hat er vermutlich eine Liste mit Namen von 117 Priester-Tätern auf 42 Namen reduziert. Quelle: Domradio.de


24.9.2019 Seit Mitte August ist es Missbrauchsopfern von Klerikern in acht katholischen Diözesen des Bundesstaates New York möglich, auch jahrzehntelang zurückliegende Fälle gerichtlich verfolgen zu lassen. Seither sind mehr als 400 Klagen eingegangen.Seither stehen die Diözesen Buffalo, Rockville Centre, Albany und Ogdensburg davor, Insolvenz anzumelden. Alleine in der Diözese Buffalo sind 140 neue Klagen eingegangen. Das Bistum Rochester hat bereits Mitte September Insolvenz angemeldet. Insgesamt sind 20 US-Diözesen insolvent. Quelle: kathpress.at


24.9.2019 Die Theologin Dorothea Sattler sagt, das Geschlecht Jesu spiele in der Erlösungslehre des Christentums keine Rolle. Die Betonung des Geschlechts Jesu sei neu. Es ginge um die Mensch-Werdung Jesu, nicht um seine Geburt als Mann. Konservative Gegner der Frauenweihe berufen sich darauf, dass nur Männer Priester sein können, weil Jesus ein Mann war und Priester die Person Jesus Christus repräsentierten. Quelle: katholisch.de


23.9.2019 Die vom Vatikan veröffentlichte Teilnehmerliste für die kommende Synode zeigt, dass alle 185 stimmberechtigten Teilnehmer Männer sind. Quelle: ncronline.org


23.9.2019 Gaby Mayr zieht ein Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie Bilanz: Viele Täter, wenig Gerechtigkeit. Sie weist darauf hin, dass die Akten, die von der Kirche an Staatsanwaltschaften übergeben wurden, von der Kirche ausgesucht wurden. Zudem betont sie, dass die Informationsquelle für Staatsanwaltschaften die Betroffenen sind: „Berichte aus dem Ausland zeigen: Die Bereitschaft von Betroffenen zu Aussagen bringt Dinge in Bewegung und Straftäter, auch solche in Soutane, vor Gericht. Natürlich müssen Betroffene frei entscheiden können, ob sie aussagen wollen oder nicht. Aber ein Klima, das ihre Aussagen wertschätzt, könnte ihnen helfen, sich für eine Aussage zu entscheiden.“ Quelle: deutschlandfunkkultur.de


23.9.2019 Erzbischof Eterovic schickt ein Grußwort an die Vollversammlung der Deutschen Bischöfe. Darin betont er den Primat der Evangelisierung. Quelle: dbk

Kommentar: Mit keinem Wort geht der Nuntius auf die Frage ein, wie Bischöfe glaubwürdig das Evangelium verkünden können, wenn sie zugleich keine Verantwortung für das Vertuschen von Verbrechen übernehmen und keiner von ihnen zurücktritt, weil er Verbrecher geschützt und ihre Opfer alleine gelassen oder gar weitere Opfer ermöglicht hat.


23.9.2019 Der Eckige Tisch wird morgen der Vollversammlung der dt. Bischöfe Entschädigungsforderungen für Missbrauchsopfer von Klerikern und kirchl. Mitarbeitern über 300.000 Euro vorlegen.

Quelle: Domradio


23.9.2019 Kardinal Marx sagte, er habe wegen des synodalen Wegs mit dem Papst und mit Kardinal Quellet ein konstruktives Gespräch gehabt und Missverständnisse ausgeräumt. Zugleich habe er deutlich gemacht, dass er gewisse Dinge anders sehe. Der Bitte des Papstes, beim synodalen Weg die Evangelisierung im Blick zu behalten, haben die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken entsprochen: Sie wollen evangelisieren, doch dazu müsse man auch die Hindernisse in den Blick nehmen. „Die Frage lautet: Wie können wir evangelisieren, wenn unsere Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist?“, so Marx. Quelle: katholisch.de


23.9.2019 In Mainz ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis wegen des Verdachts auf versuchten sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen. Der Vorfall soll sich Anfang September in Mainz zugetragen haben. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hat der Priester Anfang September 2019 im Bereich des Mainzer Hauptbahnhofes einem 14-jährigen Jugendlichen Geld für sexuelle Handlungen angeboten haben. Quellen: Rheinzeitung  swr


23.9.2019 Im Bistum Trier wurde ein katholischer Priester wegen des Verdachts, eine minderjährige Person sexuell missbraucht zu haben, beurlaubt. Der mutmaßliche Missbrauch habe sich nicht im Arbeitsumfeld des Priesters ereignet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung ruht bis zum Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen. Quelle: spiegel.de


23.9.2019 Lisi Meier, die Bundesvorsitzende des BDKJ und Mitglied des Forums „Sexualmoral“ im „Synodalen Weg“ bringt die Dinge auf den Punkt. Zur Gleichberechtigung der Frauen beobachtet sie, dass in manchen Ländern katholische Männer sagen, Frauen wünschten in der kath. Kirche keine Gleichberechtigung. Meier fragt, worin die Solidarität der Kirche denn nun bestehe: Darin, dass Frauen mitleiden? Oder darin, dass Frauen sich im „Synodalen Weg“ für gleiche Rechte für Frauen in der kath. Kirche einsetzen? Quelle: DLF


23.9.2019 Doris Reisinger sagt ein Jahr nach der Veröffentlichung der MHG-Studie: „Aufklärung sei von höchster Stelle – vom Vatikan – nicht erwünscht.“ Dreßing, verantwortlich für die MHG-Studie berichtet, er habe vor einem Jahr Bischof Ackermann gesagt, dass die Frage nach Rücktritten von Bischöfen kommen werde. Ackermann sei „verwundert“ darüber gewesen. Weiter kommentiert Dresßing, dass der Prozess der Aufarbeitung nicht einmal ansatzweise begonnen habe, denn es sei notwendig, dass Mitwisser und Verharmloser Verantwortung übernehmen müssten, weil ein kollektives Bekenntnis von Schuld und Scham nicht ausreiche. Bischof Ackermann weist darauf hin, dass viele, die Verantwortung hatten, nicht mehr im Dienst oder verstorben seien. Quelle: Tagesschau   daserste.de


22.9.2019 Wunibald Müller empfiehlt den Bischöfen, auf ein Viertel ihres Einkommens zu verzichten und damit ein Haus zu gründen, das sich um die spirituelle und psychotherapeutische Begleitung von Opfern sexualisierter Gewalt kümmert. Quelle: Mainpost


22.9.2019 Christoph Fleischmann kommentiert das geplante Forschungsvorhaben im Bistum Münster. Er konstatiert, dass der Priester Pottbäcker, ein Serientäter, von Bischöfen, Weihbischöfen, Generalvikaren geschützt wurde. Die Personalakte Pottbäckers sei dünn, daher wollen die Forscher auch Zeitzeugen befragen, unter ihnen Missbrauchsüberlebende und u.a. den Hamburger Alterzbischof Werner Thissen, der Generalvikar im Bistum Münster war. Mitglieder der Bistumsleitung hätten sich längst äußern können, wenn ihnen die Betroffenen ein Anliegen wären. Ein Interview lehnte Thissen ab. Fleischmann fragt, warum bislang kein Kirchenverantwortlicher sich öffentlich mit Betroffenen hingesetzt hat und ehrlich über seine eigene Verantwortung für Vertuschung gesprochen hat. Er vermutet, dass mit dem Forschungsprojekt – wieder einmal – auf Zeit gespielt werden soll. Forschung, sagt Dreßing, der Verantwortliche für die MHG-Studie, ist etwas anderes als Aufarbeitung. Aufarbeitung kann nur mit Überlebenden geschehen. Quelle: www1.wdr.de


21.9.2019 „Wer ‚Evangelisierung’ sagt, muss … auch ‚Selbstevangelisierung’ sagen. Da die Kirche selbst dem Evangelium immer wieder im Wege steht und aufgrund von sexuellem und geistlichem Machtmissbrauch in ihrer gegenwärtigen Erscheinungsform das wohl größte Evangelisierungshindernis darstellt, muss sie – angesichts ihrer missbrauchsbedingten Glaubwürdigkeitskrise – zunächst mit der eigenen Evangelisierung beginnen. Denn Evangelisierung ist keine Einbahnstraße.“ Das sagt Christian Bauer. Quelle: feinschwarz.net


21.9.2019 Ein Opfer aus dem Bistum Limburg wartet auf Gerechtigkeit. Quelle: zdf

20.9.2019 In den ersten drei Monaten hat die Kommission zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Frankreich zweitausend Anrufe, E-Mails und Briefe erhalten. Der Staatsanwaltschaft wurden fünfzehn Fälle übergeben. Quelle: domradio.de


20.9.2019 Filmbesprechung des Films „Gelobt sei Gott“ von Viera Pirker auf feinschwarz.net


20.9.2019 Doris Reisinger und der Psychiater Harald Dreßing, MHG-Studie, stellen fest, dass auch ein Jahr nach Veröffentlichung der MHG-Studie kein einziger Bischof persönlich Verantwortung übernommen hat. Bischof Ackermann weist darauf hin, dass viele Verantwortliche nicht mehr Dienst oder inzwischen verstorben seien. Matthias Katsch berichtet von positiven Erfahrungen in einer Kommission mit Bischöfen, Experten und Betroffenen, die über höhere Entschädigungen für Opfer berät. Quelle: katholisch.de


20.9.2019 Joachim Frank sagt: Die vorgebrachten Argumente gegen eine Frauenweihe sind „eine Rückwärtsverteidigung, die der Kirche schadet und offenkundig auf den Erhalt männlicher Machtstrukturen setzt. Umso bizarrer ist es dann, wenn die Gegner des ’synodalen Wegs‘ … beharrlich vor einer angeblich falschen Fokussierung auf Strukturfragen warnen. Unheilige und unheilvolle Strukturdebatten versus geisterfüllte und geistreiche Evangelisierung – diese rhetorische Entgegensetzung gehört zu den fatalen Suggestionen derer, denen es in Wahrheit selbst um Strukturen geht, genauer um ihre patriarchalisch-klerikale Machtbasis.“ Quelle: katholisch.de


19.9.2019 Seit 2000 hat die Erzdiözese Chicago rund 200 Millionen US-Dollar an Opfer sexueller Übergriffe durch kirchliche Mitarbeiter gezahlt. Quelle: orf


19.9.2019 Die „Arbeitsgemeinschaft katholische Dogmatik und Fundamentaltheologie“ deutschsprachiger Theolog*innen spricht sich für den „synodalen Weg“ aus: „Die ’systemischen Bedingungen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche und seiner Vertuschung‘ erforderten Konsequenzen und eine klare Aufarbeitung. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller vermutet, dass der Vatikan mit Billigung des Papstes den „synodalen Weg“ stoppen wird. Schüller sagt, dass den Laien, die am Synodalen Weg teilnehmen, nur noch beratendes Stimmrecht gewährt werde. Quelle: katholisch.de


19.9.2019 Die Geistliche Gemeinschaft „Totus Tuus“ wird überprüft. Ehemalige Mitglieder werfen ihr geistlichen Missbrauch vor. Quelle: DLF


18.9.2019 Der Artikel beschreibt, wie das Corpus-Christi- Seminar in Melbourne zum Brutplatz für pädophile Netzwerke wurde. Quelle: theage.com.au


18.9.2019 Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Ermittlungen gegen einen kath. Priester eingestellt. Es bestanden erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der erhobenen Anschuldigungen.  Quelle: bistum-regensburg.de


18.9.2019 „Zölibat, Frauen in Weihe-Ämtern, Mitbestimmung der Gläubigen – man wolle über alles diskutieren, beteuern deutsche Bischöfe. Das Vorhaben trägt einen rätselhaften Namen: synodaler Weg. Was das ist, wohin der Weg führt und wer wen anführt, ist offen. Dem Vatikan geht das alles zu weit.“ Das Feature von Christiane Florin zitiert u.a. Lisi Maier, BDKJ-Bundesvorsitzende: „Mich ärgert das wirklich sehr, dass man alles, was im September 2018 von wissenschaftlicher Seite benannt worden ist, dass man jetzt ein Jahr wieder später auf den Trichter zurückkommt, dass man sagt: Wir müssen gar nichts verändern, sondern wir müssen nur mehr glauben oder beten.“ Quelle: deutschlandfunk.de


18.9.2019 Kardinal Wölki, Köln, hat den Düsseldorfer Stadtdechanten von seinem Amt entbunden und ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Dem Dechanten wird vorgeworfen, an einem 20-Jährigen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben, der sich an den Seelsorger gewandt hatte. Quelle: Aachener Zeitung


18.9.2019 Das Bistum Münster will in einem Forschungsprojekt Missbrauchstaten von 1945 bis 2018 dokumentieren und auch zeigen, was verborgen blieb. Die Forscher erhalten freien Aktenzugang und dürfen ihre Ergebnisse frei veröffentlichen. Betroffene, Beschuldigte und Verantwortliche sollen befragt werden. Mit den Ergebnissen wird frühestens 2022 gerechnet. Generalvikar Winterkamp sagte: „Wir werden auch Namen von Verantwortungsträgern nennen, die Übergriffe vertuscht oder verheimlicht haben.“ Das gelte auch für noch lebende Personen.“ Quelle: nw.de   Münstersche Zeitung


18.9.2019 Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig, der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, wollen bis Ende 2019 erreichen, dass die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche so transparent wie möglich und nach einheitlichen Kriterien und Standards erfolgt. Auf der Ebene der Diözesen sollen Kommissionen zur Aufarbeitung mit vergleichbarer Struktur eingerichtet werden und die „Mitgliedschaft von Betroffenen, unabhängigen Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis sowie Verwaltung und Justiz soll uneingeschränkt sichergestellt werden.“ Quelle: Bistum Trier


18.9.2019 Eine Studie zeigt die Spätfolgen der #MeToo Bewegung: Frauen würden inzwischen bereits im Bewerbungsprozess ausgemustert. Quelle: Tagesschau


17.9.2019 Der High Court bestätigte, dass Kardinal Pell sich an das oberste Gericht Australiens gewandt hat. Nun prüft der High Court, ob er die Sache annimmt.  

Quelle: deutschlandfunk.de


17.9.2019 Heute nimmt das „Institut für Prävention und Aufarbeitung“ in Lantershofen seine Arbeit auf. Der Leiter, Oliver Vogt, sagt, das Institut soll „Standards und Grundlagen für die Fortentwicklung der Präventionsarbeit und der Aufarbeitung entwickeln“. Es soll die bisherige Präventions- und Interventionsarbeit der Kirche evaluieren, weiterentwickeln und die Erkenntnisse auch anderen Gruppen und Institutionen zur Verfügung stellen. Finanziert wird es aus Drittmitteln. Die bislang unterschiedlichen Initiativen sollen eine vergleichbare Struktur und einheitliche Ebene bekommen. Das Allerwichtigste sei die Sicht der Betroffenen, daher soll ein Beirat mit Wissenschaftlern, Vertretern gesellschaftlicher Gruppen, Politikern und Betroffenen eingerichtet werden. Die beiden wichtigsten Themen für Betroffene sei die persönliche Verantwortungsübernahme insbesondere kirchlicher Führungskräfte, die Überprüfung der bisherigen Leistungen zur Anerkennung des Leids und die Einsicht in kirchliche Akten. Auch eine Wahrheitskommission ist im Gespräch. Quelle: Domradio


17.9.2019 Der Justizpromotor des Vatikantribunals hat zwei Priester, Gabriele Martinelli und den ehemaligen Rektor des Präseminars  Pius X., Enrico Radice wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen angeklagt. Martinelli wird beschuldigt, einen 13-jährigen Jungen missbraucht zu haben, Radice soll Beihilfe zum Missbrauch geleistet haben. Bereits 2013 waren die Vorwürfe untersucht worden, es wurden jedoch keine Anhaltspunkte gefunden. Die Taten sollen zu einer Zeit stattgefunden haben, als eine Klage nur zulässig war, wenn die betroffene Person selbst innerhalb eines Jahres nach der Tat die Tat anzeigt. Seit dem 29. Juli 2019 (2018?) wurde diese Beschränkung aufgehoben. Quelle: vaticannews


17.9.2019 Betroffene sexualisierter Gewalt möchten, dass jemand Verantwortung übernimmt für die Taten, dass Akteneinsicht gewährt und Entschädigung gezahlt wird. „Mitleid wollen die Betroffenen nicht“, sagt die Soziologin Barbara Kavemann, Autorin einer neuen Studie. Quelle: deutschlandfunk.de

Aufarbeitungskommission: Zusammenfassung der Studie: Erwartungen Betroffener


17.9.2019 Der Justizpromotor des Vatikantribunals hat zwei Priester wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen im sog. Präseminar Pius X. im Vatikan angeklagt. Die Taten sollen sich in den Jahren vor 2012 ereignet haben. Gabriele Martinelli wird wegen Missbrauchs, der damalige Rektor Enrico Radice wegen Beihilfe zum Missbrauch angeklagt. Radice war von 2002 bis 2014 Rektor des Präseminars. Ermittlungen von 2013 ergaben keine Anhaltspunkte. Damals war die Rechtslage noch anders: Klage war nur dann zugelassen, wenn die betroffene Person selbst innerhalb eines Jahres nach dem Vorfall Anzeige erstattete. Diese Beschränkung wurde am 29.7.2019 (2018?) aufgehoben. Quelle: vaticannews.va


16.9.2019 Fast schon verzweifelt fordert Johannes Röser ein Konzil angesichts der weltkirchlich seit Jahrzehnten drängenden Fragen: „Rom will den ’synodalen Weg‘ der katholischen Kirche in Deutschland nicht, jedenfalls nicht, wie ursprünglich vorgesehen. Jetzt wird im Hin und Her versucht, vermeintliche Missverständnisse zu entkräften und weitreichend Geplantes zurückzunehmen. Dabei kann es realistisch nur eine Lösung geben, eine große.“ Quelle: CiG


16.9.2019 Die Päpstliche Kinderschutzkommission tagte am vergangenen Wochenende zum  elften Mal.
Bei ihrer Arbeit für Betroffene hat die Kommission inzwischen in drei Kontinenten Pilotprojekte zur Beratung von Missbrauchsopfern eingerichtet. Ein viertes werde in Kürze folgen. Mit ihrer Arbeit will die Kommission Diözesen, Orden und andere bei eigenen Angeboten unterstützen.

Die Kinderschutzkommission sucht u.a. den Dialog mit Opfern und Überlebenden. „Es sollen Plattformen eingerichtet werden, über die die Kirche die Stimme der Opfer hören und in ihre Mission einfließen lassen kann.“ Quellen: kathpress.at    vaticannews


16.9.2019 Kardinal Pell legt in der letzten Instanz, dem obersten australischen Gericht, Berufung gegen seine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs. Er war für schuldig befunden worden, 1996 als Erzbischof von Melbourne einen 13 Jahre alten Jungen missbraucht und einen anderen belästigt zu haben und zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: katholisch.de


15.9.2019 Christiane Florin kommentiert die Verweigerung der Gleichberechtigung für Frauen in der katholischen Kirche so: „Keiner der Herrn mit Hut und Mütze ermannt sich und bringt den schlichten Satz über die Lippen: Frauen und Männer sind gleichberechtigt, auch in der katholischen Kirche. Dieser eine Satz ohne Wenn und Aber wäre kein Geschenk an die deutschen Luxusweibchen, so wie es die Rechtgläubigen darstellen, wenn sie auf die ‚Weltkirche‘ verweisen. Es wäre eine Wegzehrung für die Millionen unterdrückter Frauen weltweit. Wer diesem einfachen Satz ausweicht, beugt sich dem patriarchalen Zeitgeist, passt sich den Mehrheitsverhältnissen von Machogesellschaften an. Wer ihn relativiert, steht auf der Seite der Unterdrücker.“ Quelle: weiberaufstand.com


15.9.2019 „Auch die Beteiligung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken – also den normalen Gläubigen – an dem Reformprozess stört konservative Kleriker: Die katholische Kirche sei ’nicht (…) demokratisch strukturiert‘, betonten die Mitglieder des Päpstlichen Rats. Tatsächlich sind die deutschen Katholiken in diesem Punkt schon zurückgerudert: In wichtigen Fragen soll beim Synodalen Weg allein das Votum der Bischöfe ausschlaggebend sein.“ Das schreibt die BZ. Quelle: badische-zeitung.de


14.9.2019 Kardinal Marx hat einen Brief an den Präfekten der Kongregation für die Bischöfe, Kardinal Marc Quellet, geschrieben und bemängelt, dass es vor dem Schreiben Quellets kein Gespräch gegeben habe. Er wies auch darauf hin, dass den Bischöfen die Kompetenz abgesprochen werde, sich mit Laien zusammen über die anstehenden Themen Gedanken zu machen und Reformen ins Auge zu fassen. Zudem sei der „Synodale Weg“ ein „Prozess sui generis“, der nicht mit kirchenrechtlichen Instrumenten gelesen werden dürfe. Zu den Abstimmungsquoren und Beschlussfassungsformen schreibt Marx, dass die Anwürfe sich auf einen längst überholten Satzungsentwurf beziehen. Die Bischöfe würden auf ihrer Vollversammlung über eine Satzung abstimmen, die der „besonderen Verantwortung“ der Bischöfe, gerecht werden solle. Ohnehin könne kein Beschluss des „Synodalen Weges“ einen Bischof rechtlich binden. 

Quelle: faz

Kommentar: Interessieren würde mich ja schon, wie der erste Satzungsentwurf  des „Synodalen Weges“ im Vergleich zum neueren Satzungsentwurf aussieht und ob im neueren Satzungsentwurf bereits Zugeständnisse an das Zentralismusbedürfnis des Vatikans gemacht wurden und wenn ja, welche. Außerdem weise ich darauf hin, dass das Anliegen des Papstes, die Kirche vor Ort zu stärken, von dem Schreiben Kardinal Quellets und von den Korrekturanweisungen des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte konterkariert wird. Für Betroffene sexualisierter Gewalt eine Wiederholung früherer Erfahrungen, in denen ihnen ein X für ein U vorgemacht wurde. Und darum sollte es doch ursprünglich gehen: Kirchliche Strukturen, die sexualisierte Gewalt ermöglichen und fördern, zu verändern. Ist das in Rom immer noch nicht verstanden worden?


13.9.2019 Erzbischof Gerard Hebda, St. Paul und Minneapolis, hat eine Untersuchung gegen den Bischof von Crookston, Michael Hoeppner, eingeleitet. Hoeppner wird beschuldigt, Unterlassungen mit der Absicht begangen zu haben, „sich in zivile oder kirchenrechtliche Ermittlungen von sexuellem Fehlverhalten durch Kleriker einzumischen“. Weitere Angaben machte das Bistum nicht. Der Opferanwalt Jeff Anderson aus St. Paul vermutet, dass die Vorwürfe gegen Hoeppner von einem Prozess rühren, der 2017 mit einer hohen Geldzahlung beendet wurde. Erstmals wird mit der Untersuchung eines Bischofs durch einen Erzbischof ein neues Verfahren – Vos Estis Lux Mundi – eingesetzt. Auch der New Yorker Kardinal Timothy Dolan soll Ermittlungen gegen den Bischof von Buffalo, Richard Malone, erwägen. Quelle: Domradio.de


13.9.2019 Die Bischöfe in Deutschland haben einen Brief von Kardinal Quellet mit einer Stellungnahme des Päpstlichen Rates für die Gesetzesgesetze erhalten. Dort wird zum „synodalen Weg“ u.a. ausgeführt, dass nur Bischöfe über sensible Fragen und über weltkirchliche Fragen Beschlüsse fassen dürfen.Die Themen des „synodalen Weges“ könnten „mit wenigen Ausnahmen nicht Gegenstand von Beschlüssen und Entscheidungen einer Teilkirche sein, ohne gegen die Einschätzung des Heiligen Vaters zu verstoßen“.

Nach Aussagen des Pressesprechers der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, berücksichtige die Stellungnahme des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte noch nicht die im August 2019 fortgeschriebene Fassung der Statuten. Die fortgeschriebene Fassung enthalte einige Passagen nicht mehr, auf die sich das Gutachten bezieht. Kardinal Marx hat Kontakt mit dem Präfekten der Kongregation für die Bischöfe aufgenommen und wird nächste Woche in Rom Gespräche führen, um etwaige „Missverständnisse“ auszuräumen. Quellen: dbk.de   Kommentar von Daniel Deckers

Kommentar: Mit diesem Brief dürften alle Hoffnungen auf Beteiligung von Laien an Beschlüssen und alle Hoffnungen darauf, dass auch weltkirchlich relevante Themen berührt werden, zunichte gemacht worden sein. Der vorgesehene „synodale Weg“ wird ein unverbindlicher Gesprächskreis, von dem es schon einige gab, die seit Jahrzehnten nichts verändert haben. Ob es doch noch eine Möglichkeit gibt, systemische Ursachen sexueller Gewalt durch Kleriker zu beseitigen, bleibt abzuwarten.  


17.2.2021 Der Kommunikationsverantwortliche des Bistums Basel, Hansruedi Huber, erklärt den unbürokratischen Zugang kirchlich Betroffener zu den Akten des Priesters, der sie missbraucht hat. Quelle: swr.de


12.9.2019 Marie Collins sagt: „Die Kirche steht an einem Scheideweg. Sie kann sich entweder weiterhin so verhalten, wie sie es seit Jahrhunderten tut, sich selbst schützen, oder sie kann sich öffnen und die Kirche werden, die wir alle wollen, die Kirche, die sie sein soll.“ Zudem beschreibt sie die Arbeitsbedingungen der Päpstlichen Kinderschutzkommission. Quelle: ncronline.org


11.9.2019 Im Bistum Essen will die Kirche den Missbrauch mit einer eigenen Studie wissenschaftlich untersuchen lassen. Ein Institut mit entsprechender Expertise soll herausfinden, was im Ruhrbistum dazu beigetragen hat, sexuellen Missbrauch durch Priester und andere Mitarbeitende zu ermöglichen. Zudem solle untersucht werden, warum Verbrechen nicht aufgedeckt, sondern verharmlost wurden. Ein Ziel der Studie sei auch, den Betroffenen von sexualisierter Gewalt mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken. Der Generalvikar sagte: „Wir wollen wissen, was wir verändern müssen – und dann auch Veränderungen vorantreiben.“ Quelle: katholisch.de


10.9.2019 Caritaspräsident Neher kritisiert, dass die Auswahlkriterien für die nominierten Teilnehmer*innen des Synodalen Weges“ nicht transparent sind. Er vermisst die Stimmen der Basis in den Kirchengemeinden und die Stimmen derer, die sich von Kirche und Glaube abgewandt haben oder noch nie einen Zugang dazu hatten. Den „Blick vom Rand“ hält er für wichtig. Quelle: katholisch.de


9.9.2019 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, sagt: „Wir brauchen einschneidende Veränderungen, welche die Gleichberechtigung der Geschlechter in unserer Kirche verwirklichen.“ Wenn sich nichts tue, würden sich viele engagierte Christen von der verfassten Kirche verabschieden. Quelle: katholisch.de


7.9.2019 Im Bistum Limburg startet ein Aufarbeitungsprojekt unter dem Titel „Betroffene hören – Missbrauch verhindern. Konsequenzen aus der MHG-Studie“. Aus- und Weiterbildung sollen überarbeitet werden, Konzepte der Personalführung weiterentwickelt werden. Es gehe um die katholische Sexualmoral und eine Neubewertung von Homosexualität, um die Rolle der Frau in der Kirche, um Klerikalismus und Machtmissbrauch, Kommunikation und Information oder kirchenrechtliche Konsequenzen im Sinne einer Gewaltenunterscheidung. Bisherige Fälle sexualisierter Gewalt sollen aufgearbeitet werden, umfassende Akteneinsicht soll in einem Teilprojekt gewährt werden. Bereits während des Prozesses sollen rasch umzusetzende Ideen implementiert werden. Auch die Nachhaltigkeit der Maßnahmen ist im Blick. Quelle: Bistum Limburg


7.9.2019 Andreu Soler, Mönch des Benediktinerklosters Montserrat in Katalonien, hat zwischen 1972 und 2000 ungehindert Minderjährige missbraucht. Er starb 2008 reuelos. Ob die Taten vertuscht wurden oder der Täter aus Unkenntnis nicht an den Verbrechen gehindert wurde, konnte der Untersuchungsbericht nicht erkennen. Quelle: Domradio


7.9.2019 Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat sich verpflichtet, jeden plausiblen Verdacht auf sexuellen Missbrauch an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben. In den vergangenen drei Jahren hat die katholische Kirche 16 Fälle in Paris an die Justiz weitergegeben. Sie betrafen Priester, Diakone und Ordensleute. Etwa zehn werden derzeit noch von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Quelle: Domradio


6.9.2019 Über eine Diskussion im Anschluss an den Film „Gelobt sei Gott“. Quelle: erzbistumberlin.de


6.9.2019 Die beiden „Fonds Heimerziehung“, die sich mit den Situationen in den Heimen in der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1975 und in der DDR zwischen 1949 und 1990 beschäftigt haben, haben dem Bundestag ihren Abschlussbericht vorgelegt. Ihm liegen die Zeitzeugen-Darstellungen von 40.000 ehemaligen Heimbewohnern zugrunde. Über lange Passagen liest sich dieser Report wie ein Horrorroman. Er kommt auch zum Ergebnis, dass sich die Behandlung der Kinder und Jugendlichen in West und Ost nicht wesentlich unterschieden. Quelle: t-online.de

Abschlussbericht der Lenkungsausschüsse des Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ und „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“

6.9.2019 Im Bistum Aachen haben sich fünf weitere Missbrauchsopfer von Klerikern gemeldet. Bei drei der Opfer gab es bereits Anschuldigungen gegen die Täter, die inzwischen gestorben sind. In einem Fall lebt der Beschuldigte noch. Da will das Opfer auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichten. Quelle: www1.wdr.de


6.9.2019 Der Bischof von Buffalo, Richard Malone, sieht sich seit längerem mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden, nicht rechtzeitig suspendierte. Nun wurde ein geheim mitgeschnittenen Gesprächs veröffentlicht, bei dem der Bischof erkennen lässt, dass er zum Amtsverzicht gezwungen sein könnte. Laut Medienberichten sagte er jedoch, er fühle sich ausreichend unterstützt, um im Amt zu bleiben. Quelle: katholisch.de


6.9.2019 Die Ungarische Bischofskonferenz will innerhalb eines Jahres einen Beschwerdedienst für Missbrauchsopfer von Geistlichen einrichten, um Missbrauchsfälle zügiger zu untersuchen und Opfern schneller zu helfen. Sie beabsichtigt auch, Täter aus dem Klerus auszuschließen. Quelle: vaticannews


6.9.2019 Bereits Anfang der 2000er Jahre gab es erste Anschuldigungen gegen einen Priester des Bistums Limburg. Weder das Bistum noch die Staatsanwaltschaft fanden konkrete Hinweise auf sexuelle Übergriffe. 2010 folgten weitere Anschuldigungen, die bis in die 90er Jahre zurückgingen. Sie betrafen Dusch- und Saunagänge mit minderjährigen Jungen, Küsse auf den Mund und gemeinsames Onanieren mit einem 16jährigen. Der Priester räumte die Vorwürfe teilweise ein. Strafrechtlich waren die Taten verjährt, kirchenrechtliche Ermittlungen ergaben, dass sie nicht strafbar seien. Im Frühjahr 2019 ergriff Bischof Bätzing Maßnahmen gegen den Priester. Nun versetzte er ihn in den Ruhestand – dabei hätten „persönliche und pastorale Aspekte eine Rolle“ gespielt. Der Priester erhielt die Auflage, beabsichtigte priesterliche Dienste beim Bistum anzuzeigen. Priesterliche Dienste bedürfen der Zustimmung des Bischofs. Ehrenamtliche Arbeit auch mit Kindern und Jugendlichen ist dem Priester weiterhin erlaubt, sie entziehe sich der Zuständigkeit des Bistums.

Zuletzt lehrte er außerhalb Hessens als Dozent an einer Hochschule, engagierte sich in einer christlichen Organisation und übernahm in einer Gemeinde vorübergehend auch wieder priesterliche Aufgaben. Beschwerden wurden nicht bekannt. Quelle: hr-inforadio.de


4.9.2019 Kardinal Wölki fürchtet, der geplante synodale Weg könne zu einer Spaltung innerhalb der Kirche in Deutschland führen. Zudem weist er darauf hin, dass die „Herzmitte“ überall die Entscheidung sei, das Sakramentale ins Zentrum der Seelsorge und des Gemeindeaufbaus zu stellen. Quelle: domradio.de

Kommentar: Gehört zur Herzmitte der Kirche nicht mindestens auch der Einsatz der Christ*innen für die Menschen und ihre Würde?


4.9.2019 Der Ex-Kardinal McCarrick sagt, glaubt nicht, dass er die Dinge getan habe, deren er beschuldigt wird. McCarrick wurde vom Vatikan des sexuellen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen und Erwachsenen in Verbindung mit Machtmissbrauch für schuldig erklärt. Außerdem habe er das Beichtsakrament für unangemessene Handlungen missbraucht. McCarrick vermutet, dass Feinde die Missbrauchsopfer angestiftet hätten, Lügen über ihgn zu erzählen. Er vermutet weiter, dass die Anschuldigungen eine Intrige gegen Papst Franziskus seien. Quelle: katholisch.de


4.9.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und das Deutsche Jugendinstitut stellten den Monitoring-Bericht zur Prävention sexueller Gewalt vor. Der Missbrauchsbeauftragte Rörig kommentiert: „Der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt hängt in Deutschland noch viel zu oft vom Zufall oder Engagement Einzelner ab. Der DJI-Bericht zeigt deutlich: Kitas, Schulen oder auch Sportvereine benötigen gesetzliche Vorgaben und zusätzliche Ressourcen, damit Schutz und Hilfen überall selbstverständlich werden.“ Quelle: Beauftragter Missbrauch


3.9.2019 Maria2.0 wird sich nicht am „synodalen Weg beteiligen. Die Mitinitiatorin Andrea Voß-Frick begründet die Entscheidung: „Wir wollen frei bleiben, uns nicht vereinnahmen lassen und uns keine Struktur geben.“ Quelle: vaticannews.de


3.9.2019 Die EKD will bis Jahresende viele Fragen zur Aufklärung von Missbrauch klären. Das teilte sie nach einem Treffen ihres Beauftragtenrats mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung und der Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ mit. U.a. sei über Forschungsfragen und darüber gesprochen worden, wie Betroffene umfassend beteiligt werden können. Quelle: vaticannews.va


1.9.2019 Im Bistum Osnabrück hat sich eine Frau gemeldet, die von Pfarrer Franz R. vor 40 Jahren in Brögbern sexuell missbraucht wurde. Das Opfer wünschte die Veröffentlichung, damit sich ggf. weitere Opfer melden. Bereits 2002 hatte ein Mann den Pfarrer beschuldigt, Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre übergriffig geworden zu sein. Der Priester war 1995 in den Ruhestand gegangen und erhielt 2003 ein Zelebrations- und Seelsorgeverbot. Er starb 2007. Der Beschuldigte ist unter den in der MHG-Studie 35 Beschuldigten des Bistums Osnabrück. Quellen: welt.de   Bistum Osnabrück 



1.9.2019 Diesseits von Eden; Christoph Fleischmann, WDR 5: Marie Wildermann über den Film von Francois Ozon „Gelobt sei Gott“. Der Film zeigt den kirchlichen Umgang mit Priestern, die Kinder missbraucht haben. Die Kirche redet zu viel von Vergebung und zu wenig über Gerechtigkeit und sie müsste Betroffenen in ihrem Bedürfnis nach Dazugehören unterstützen.


30.8.2019 Papst Franziskus hat den Nuntius in Chile, Erzbischof Ivo Scapolo, nach Lissabon versetzt. Dort wird er den nächsten Weltjugendtag 2022 ausrichten. Chilenische Opfer warfen ihm vor, nicht rechtzeitig reagiert zu haben, als ihn Missbrauchsvorwürfe gegen chilenische Priester erreichten. Der Vatikan nahm ihn jedoch in Schutz. Quelle: katholisch.de


30.8.2019 In einem deutschen Heim für Schwererziehbare, das in Viseu de Sus, Rumänien steht, wurden neun Kinder aus einem Heim in Bothel, Landkreis Rotenburg, schwer misshandelt. Die Einrichtung in Viseu de Sus wird von deutschen Geldern finanziert. Die Kinder wurden von Verantwortlichen aus dem Landkreis Rotenburg bei dem Projekt in Rumänien untergebracht. Der Leiter des rumänischen Heims, ein Deutscher, wurde inzwischen festgenommen. Die 23 Kinder des Heims wurden geschlagen, mit Nahrungsentzug und einer Art Isolationshaft bestraft, sie erhielten keine Medikamente, es gab keinen Schulbesuch und keinen Kontakt zur Außenwelt. Quelle: NDR


30.8.2019 Joseph Hart, ehemaliger Bischof von Cheyenne, Wyoming, droht ein Strafrechtsprozess wegen Kindesmissbrauchs. Der Betroffene erstattete 2001 Anzeige, Die Polizei ermittelte, aber das Verfahren wurde 2002 „mangels Beweisen“ eingestellt. Der nachfolgende Bischof, Biegler, kam 2018 zu einer anderen Einschätzung. Zuvor hatte es bereits in Harts Heimatdiözese in Missouri zehn Fälle von Vorwürfen gegeben, in denen außergerichtliche Einigungen getroffen wurden. 2018 traten vier weitere Betroffene aus Missouri mit Beschuldigungen an die Öffentlichkeit, die wiederum drei weitere mutmaßliche Opfer ermutigten, sich zu erkennen zu geben. Im August 2019 empfahlen die staatlichen Ermittler, Anklage gegen Hart zu erheben. Papst Franziskus stimmte im Juni persönlich einem kirchlichen Strafverfahren gegen den 87-Jährigen Hart zu. Seine mutmaßlichen Opfer fanden bislang kein Gehör, verfielen dem Alkoholismus und Depressionen oder nahmen sich – in mindestens einem Fall – das Leben.

Der amtierende Bischof Biegler sagte: „Die Leute begegnen den Opfern mit Misstrauen…In vielen Fällen haben Kirchenführer die Opfer als Gegner statt als Brüder und Schwestern gesehen und dabei versagt, sich angemessen um sie zu kümmern.“ Quelle: Domradio.de  Cruxnow


29.8.2019 Hojaifa al Mamduh, 23, Bangladesh, schreibt in sozialen Netzwerken davon, dass er in drei Koran-Schulen sexuelle Gewalt erlebte und berichtet, Missbrauch von Studenten sei „weit verbreitet und ungehemmt“. Zuvor hatte Nusrat Jahan Rafi, 19, ihren Schuldirektor wegen sexueller Belästigung angezeigt. Sie wurde auf Veranlassung des Direktors angezündet, starb nach vier Tagen und konnte zuvor noch von dem Überfall berichten. 16 mutmaßliche und teils geständige Täter müssen sich nun vor Gericht verantworten. Auch Hojaifa al Manduh wird mit Mord gedroht. Er wird beschuldigt, ein „Vertreter der Juden und Christen“ zu sein und „das heilige Bild“ der Koranschulen verschmutzt zu haben.“ Quelle: vaticannews


28.8.2019 Ein pensionierter katholischer Priester aus dem Bistum St. Gallen hat von 1987 bis 1996 einen minderjährigen Jungen sexuell missbraucht. Das Opfer meldete sich beim Bistum. Gegen den Täter wurde Anzeige erstattet. Er bereut seine Taten. Quelle: tagblatt.ch


27.8.2019 Das Recollectio-Haus in Münsterschwarzach bietet einen sechswöchigen Kurs „Stärkung der Annahme meines Menschseins“ für Diözesan- und Ordenspriester an. Die Teilnehmer sollen sich der eigenen emotionalen und sexuellen Bedürfnisse besser bweusst werden. Damit soll sexueller Missbrauch verhindert werden. Quelle: katholisch.de


26.8.2019 Bischof Wilmer, Hildesheim, stellt fest, dass die Wurzeln nicht freigelegt werden, wenn die Theologie ausgeklammert werde, wenn es um Missbrauch geht. Bislang fehle der Debatte eine „existenzielle Tiefe. Zudem sei die deutsche Theologie selbstreferenziell und zeige zu wenig Aufmerksamkeit für die theologische Debatte in anderen Ländern und Kulturen. Quellen: katholisch.de   HK

26.8.2019 Im Bistum Trier wurde ein Diakon zu 3.200 Euro verurteilt, weil er kinder- und jugendpornografische Dateien besessen hat. Das Bistum Trier hatte den Diakon beurlaubt und ein kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren eingeleitet. Quelle: saarbruecker-zeitung.de

26.8.2019 In der Toskana, Erzbistum Florenz, wurde der katholische Pfarrer von Pietramal und Montalbano suspendiert. Ihm wird vorgeworfen, sexuelle Gewalt an einer seelisch labilen jungen Frau verübt zu haben. Der Pfarrer habe die junge Frau überzeugt, dass sie vom Teufel besessen sei. Danach sei es zu einer Reihe von sexuellen Gewalttaten gekommen, die der Beschuldigte fotografiert habe. Der Pfarrer weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: vaticannews


26.8.2019 Harald Dreßing berichtet von einer neuen Auswertung bischöflicher Personalakten 2009 bis 2015, die der Frage nachging, ob die kirchliche Präventionsarbeit zu einem Rückgang der kirchlichen Missbrauchsfälle geführt hat. Das Fazit: „Eine Verbesserung der Situation ist nicht nachweisbar.“ Die vorhandenen empirischen Daten zeigen zudem, dass die Quote angezeigter Priester im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung etwa gleich hoch ist.

Dreßing weist darauf hin, dass Kardinal Marx zwar nach Veröffentlichung der MHG-Studie von einer „Wahrheitskommission“ gesprochen habe, dass dies ein richtiger Schritt in Richtung einer beginnenden Aufarbeitung des Geschehens sei, jedoch bislang keine konkreten Schritte erfolgt seien.
Stattdessen seien „andere Maßnahmen“ ergriffen worden. So seien Arbeitsgruppen eingerichtet worden, die sich mit Themen befassten, die in der MHG-Studie „bereits umfassend analysiert wurden und für die klare Empfehlungen ausgesprochen wurden“; es gebe keine unabhängige Anlaufstelle. Ein Institut zur Prävention und Aufarbeitung sei eingerichtet worden, das von einem Kirchenmitarbeiter geleitet werde. Auf Diözesanebene seien Forschungsprojekte oder Untersuchung initiiert worden – nach jeweils selbst gewählten Maßgaben und Vorstellungen. 
Dreßing empfiehlt:
  • Etablierung einer überdiözesan arbeitenden Kommission, die die in der MHG-Studie erfassten Fälle analysiert und verantwortliche Personen – insbesondere auch im Hinblick auf Vertuschungen – benennt,
  • Zahlung angemessende Entschädigungen,
  • Beforschung der Präventionsarbeit, um zu verhindern, dass Prävention als Feigenblatt benutzt werde, um Strukturreformen zu verschleppen,
  • prospektive Forschung, um zu sehen, wie die Entwicklung seit 2015 weitergeht.

Quelle: Herderkorrespondenz


26.8.2019 Der Verband der Diözesen Deutschlands wurde neu strukturiert. Ihm gehören an: sieben Bischöfe, sechs Generalvikare, drei Finanzdirektoren (darunter eine Frau); zwei Mitglieder des ZdK (darunter eine Frau). Quelle: Herderkorrespondenz


23.8.2019 Monsignore Andreas Kurte, Personaldezernent im Erzbistum Paderborn, beklagt einen Generalverdacht gegenüber katholischen Priestern, der die Priester belaste. Es falle daher vielen Geistlichen schwer, sich in der Öffentlichkeit als Priester zu erkennen zu geben. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Solange Bischöfe Täter weiterhin in der Seelsorge einsetzen und solange Priester sich nicht erkennbar mit Betroffenen solidarisieren, bleibt ein Generalverdacht nicht aus.

22.8.2019 Das Aktionsbündnis „Zeichen gegen Missbrauch“ hat eine Petition an Nuntius Thomas E. Gullickson, Schweiz, übergeben. Es fordert u.a. vollumfängliche Akteneinsicht für kirchliche Missbrauchsopfer, die Einrichtung unabhängiger Beratungsstellen in allen Ländern und die Ergänzung des kirchlichen Strafrechts. Dort müsse jede sexuelle Ausbeutung unter Strafe gestellt werden. Schwierig scheint zu sein, sicherzustellen, dass die Petition den Papst tatsächlich erreicht. Frühestens in sechs Monaten sei – wenn überhaupt – mit einer Empfangsbestätigung zu rechnen. Quelle: vaticannews


22.8.2019 Dem Bischof von Buffalo, Richard Malone, wird vorgeworfen, Missbrauchsfälle nicht transparent aufzuklären. Nun fordert ein Priesteramtsanwärter den Rücktritt des Bischofs. Der Priesteramtsanwärter, Stephen Parisi, hat das Priesterseminar verlassen. Er wirft dem Bischof vor, das Bistum nicht verantwortungsvoll zu leiten. Ein weiterer ehemaliger Seminarist, Matthew Bojanowski, sagte, das Bistum unterdrücke die Wahrheit über sexuellen Missbrauch. Zudem gab Bojanowski an, von einem Pater missbraucht worden zu sein. Das Bistum erklärte, Bojanowski habe dies in seiner ersten Beschwerde nicht erwähnt. Auch ein früherer Sekretär Malones erhebt Vorwürfe. Der Bostoner Kardinal Sean O’Malley fordert eine Untersuchung durch den Vatikan. Quelle: neuesruhrwort.de


22.8.2019 Der Erzbischof von Melbourne, Peter Comensoli, glaubt, dass das Opfer, das Kardinal Pell beschuldigt, den Täter verwechselt habe. Nicht Kardinal Pell sei der Täter, sondern jemand anderes. Quelle: katholisch.de


21.8.2019 Dem früheren chilenischen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Alterzbischof Bernardino Pinera Carvallo, 103, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Vatikan hat Ermittlungen eingeleitet. Der Übergriff soll vor rund 50 Jahren geschehen sein. Die Ermittler stünden in Kontakt mit dem mutmaßlichen Opfer. Der Nachfolger Pineras war Francisco José Cox Huneeus, dem ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wird.

Die Justiz in Chile ermittelt derzeit in mehr als 150 Verdachtsfällen wegen Missbrauchs gegen über 200 kirchliche Mitarbeiter und Kirchenvertreter. Die Opferzahl wird mit rund 240 angegeben, von denen die Hälfte zur Tatzeit minderjährig gewesen sei. Quelle: katholisch.de


21.8.2019 Der Heilige Stuhl respektiert die Entscheidung der australischen Justiz, die Revision von Kardinal Pell abzulehnen. Er erinnert daran, dass Kardinal Pell stets seine Unschuld beteuert habe und das Recht habe, in Berufung zu gehen. Außerdem bekräftigt der Heilige Stuhl seine Nähe zu den Opfern und erneuert seine Verpflichtung, gegen Klerusmitglieder vorzugehen, die sich des Missbrauchs schuldig machen. Von kirchenrechtlichen Konsequenzen für Kardinal Pell ist bislang keine Rede. Quelle: vaticannews

Kommentar: Unschuldige bekräftigen ihre Unschuld – aber Schuldige tun dies ebenfalls. Unschuldbeteuerungen beweisen also nichts.

21.8.2019 Kardinal Pell wurde in zweiter Instanz wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 13 Jahre alten Chorknaben verurteilt. Der Oberste Gerichtshof in Melbourne bestätigte die  Verurteilung aus erster Instanz. Pell erklärt sich weiter als unschuldig. Wahrscheinlich wird Kardinal Pell in die dritte und letzte Instanz gehen. Quelle: welt.de


20.8.2019 Gegen den emeritierten Bischof Joseph Hart gibt es vier neue Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs.

Im Juli 2018 gab die Diözese Cheyenne bekannt, dass der emeritierte Bischof Joseph Hart glaubwürdig beschuldigt wurde, zwei Jungen sexuell angegriffen zu haben, als er 1976 Bischof von Cheyenne war. Der Bezirksstaatsanwalt von Natrona County hatte 2002 in einem Bericht dargelegt, dass es keine Beweise gebe. Im Juli 2018 stellte die Diözese Cheyenne klar, dass sie „jetzt diese Schlussfolgerung in Frage stellt“. Grundlage waren die Ergebnisse einer Untersuchung durch einen externen Ermittler, der im Dezember 2017 eingesetzt wurde. Im August 2018 wurde eine dritte Behauptung über sexuellen Kindesmissbrauch durch Bischof Hart für glaubwürdig befunden.
Erste Anklagen von zehn Personen gegen Bischof Hart gab es bereits 1989. Sie bezogen sich auf Taten, die in den 1970er Jahren begangen wurden. Sie wurden der Diözese Kansas City – St. Joseph 2008 und 2014 bekannt. Hart wies die Anschuldigungen zurück. Quelle: NCR

20.8.2019 Der ehemalige Bischof von Nashville (1992 bis 2004) und später von Buffalo (2004 bis 2012), Edward Kmiec, wird beschuldigt, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Quelle: snapnetwork.org


19.8.2019 Dietmar Mieth stellt das Buch von Marie-Jo Thiel: „L´Église catholique face aux abus sexuels sur mineurs“ vor und fragt u.a., ob sich die Vision von Thiel mit dem bisherigen Personal überhaupt durchsetzen lasse. „Irgendwo müsste er [Papst Franziskus] bei den Institutionen der Macht einmal damit anfangen, ein geschwisterliches Verhältnis der unterschiedlich bleibenden Funktionen zu ermöglichen.“ Quelle: feinschwarz.net


17.8.2019 Im Bistum Limburg wartet ein Missbrauchsopfer, das zwischen 1986 und 1993 sexuellen Missbrauch durch einen Priester, dessen Pflegesohn das Opfer war, erduldete, noch immer auf das Ende des Verfahrens. Die Voruntersuchung durch das Bistum sei beendet, sagte ein Bistumssprecher, derzeit liege das Verfahren in Rom. Bischof Bätzing habe den nach Rom geschickten Unterlagen eine eigene Einschätzung beigefügt, die dem Überlebenden jedoch nicht bekannt gemacht werden dürfe. Die Anzeige beim Bistum erfolgte im Dezember 2018. Erste Informationen erhielt der damalige Personaldezernent Helmut Wanka jedoch bereits Ende 1996, im März 1997 folgte ein Geständnis des Priesters. Daraufhin wurde der Beschuldigte versetzt. Weder wurden der Vatikan noch die Staatsanwaltschaft informiert. Auch die im Geheimarchiv des Bischofs aufbewahrten Teile der Personalakte noch die Personalakte enthielten Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Entweder die Unterlagen wurden nachträglich manipuliert – was das Bistum bestreitet – oder sie wurden nie korrekt geführt. Quelle: faz


14.8.2019 Der Vorsitzende der Südafrikanischen Bischofskonferenz Sithembele Sipuka hat sich für eine rückwirkende Aberkennung der Priesterwürde für verurteilte Sexualstraftäter ausgesprochen. Er begründete seine Überlegungen, damit, dass es sich „in erster Linie nie um Priester handelte, sondern um kranke Männer, die versehentlich geweiht wurden und unfähig sind, Christus durch dieses Sakrament zu repräsentieren“. Quelle: katholisch.de


13.8.2019 Die Theologin Marie-Theres Wacker setzt sich mit den Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen auseinander und kommt zu dem Schluss: „Doch in Bezug auf die Priesterweihe mit dem Handeln oder dem Willen Jesu zu argumentieren hinkt insofern, als Jesus gar keine Priester geweiht hat. In den frühen Gemeinden gab es noch keine Priester.“ Sie habe den Eindruck, dass es bei vielen Argumenten gegen die Priesterweihe von Frauen gar nicht so sehr um Jesus und die Bibel gehe. Argumente gegen die Priesterweihe von Frauen seien erst aufgetaucht, seit die Frauenordination ins Gespräch gekommen sei – 1976 in der kanadisch-anglikanischen Kirche, 1994 in der Kirche von England. Quelle: katholisch.de


13.8.2019 Wegen sexuellen Missbrauchs suspendierte katholische Priester des Erzbistums München-Freising müssen sich seit 1.6.2019 regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Die Kontrollen werden von dem Erziehungswissenschaftler, Arzt und Psychologen Georg Hörmann und einer „Arbeitsgruppe Führungsaufsicht“, der fünf Personen angehören, durchgeführt. Private und dienstliche Reisen der suspendierten Priester müssen vom Ordinariat genehmigt werden. In festgelegten Intervallen soll es BEsuche in den Privatwohnungen der Täter geben, wobei die Einhaltung der Auflagen überprüft wird. Jährliche „Entwicklungsberichte“ sollen vorgelegt werden. Wenn ein Täter in der Nähe einer Kindertagesstätte wohnt, kann ein Umzug angeordnet werden. Bei Verstößen ist eine Kürzung der Bezüge bis zur Hartz-IV-Höhe möglich.

Mit diesen Maßnahmen sollen weitere Übergriffe vermieden werden. Mit einer eventuellen Wiedereingliederung in das Arbeitsleben soll negativen Konsequenzen der Untätigkeit und einer sozialen Isolation entgegengewirkt werden. Quelle: katholisch.de

12.8.2019 Prof. Dr. Julia Knop schreibt über die Chancen des synodalen Weges. Im Forum „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“ zeichne sich schon jetzt ab, dass es nicht genüge, für eine bessere Ausbildung von Amtsträgern hinzuwirken. Nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie des kirchlichen Amtes müsse auf den Prüfstand. Knop bestätigt, dass die strukturellen Reformen und eine echte theologische Erneuerung enge Grenzen haben, die nicht nur am Mangel guten Willens einzelner Bischöfe liege, sondern in der zentralistischen ORganisation der Weltkirche, die durch JOhannes Paul II. und Benedikt XVI. massiv verstärkt worden seien. Den Ermutigungen von Papst Franziskus müssten erst noch Taten folgen. Knops Fazit: „Doch es geht kein Weg an einer ernsthaften, theologisch wie strukturell belastbaren kirchlichen Erneuerung vorbei. Die Probleme sind zu groß; das Zeitfenster für nachhaltige Reformen vermutlich klein.“ Quelle: aktuell.uni-erfurt.de


12.8.2019 Frater Fidelis, der dem Orden der Mariannhiller Missionare angehört, gestand 2014 den Missbrauch an einem Jungen, widerrief jedoch sein Geständnis wieder, nachdem das Opfer fünf Monate später Strafanzeige gestellt hatte. Das Opfer erhielt 5.000 Euro und verpflichtete sich, „alle Anschuldigungen und Forderungen gegen Fidelis ruhen zu lassen und in Zukunft zu schweigen“. Quelle: bild.de


10.8.2019 Ein „Hirtenbrief“ genannter Text von Kardinal Pell hat aus dem Gefängnis heraus wurde von „Unterstützern von Kardinal George Pell“ auf Twitter veröffentlicht. Ob dies auf seine Veranlassung geschah oder ohne sein Wissen, ist unbekannt. Gefängnisinsassen sind in Australien Aktivitäten in sozialen Netzwerken verboten.

Inhaltlich setzt sich Pell in dem „Hirtenbrief“ mit den Vorbereitungen der Amazonas-Synode auseinander, nennt sie „verstörend“, bezeichnet das Instrumentum laboris als „nicht das erste Dokument von schlechter Qualität, das das Synodensekretariat erstellt hat“. Er weist darauf hin, dass die Kirche keine „Verwirrung“ zulassen dürfe und nicht Widersprüchliches lehren dürfe, das der Apostolischen Tradition Schaden zufüge. Quelle: Domradio

9.8.2019 Die Südafrikanische Bischofskonferenz von Südafrika, Botswana und Swasiland will die Meldung von Missbrauchsfällen verbessern und verpflichtet sich, die Opfer bei ihrem Heilungsprozess zu begleiten und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden. Besorgt sind die Bischöfe über die „Eskalation der Gewalt in der südafrikanischen Gesellschaft“, die vor allem in den Familien angegangen werden müssen. Zudem wollen sie sicherstellen, dass die Sicherheit von Frauen in der katholischen Kirche oberste Priorität hat. Quelle: fides.org

9.8.2019 Bis zum 31.1.2015 wurden im Bistum Münster 138 Kleriker des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt. Seit 2016 gibt es vier weitere aktuelle Beschuldigungen. Quelle: rp-online.de


8.8.2019 Der Krakauer Erzbischof, Marek Jedraszewski, hat die LGBT-Bewegung als „Regenbogen-Seuche“ bezeichnet. Nun hat die polnische Bischofskonferenz die Politiker aufgefordert, sich gegen die Einführung der Homo-Ehe zu wehren und die LGBT-Bewegung als Ideologie bezeichnet. Quelle: katholisch.de


7.8.2019 Die Kleinstadt Staufen wird wohl bald wieder wegen eines Missbrauchs-Prozesses in den Schlagzeilen stehen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen einen 41-Jährigen. Er soll vier Jungen hundertfach missbraucht haben. Quelle: evangelisch.de


7.8.2019 AP hat Briefe des Ex-Kardinals McCarrick an drei seiner Opfer veröffentlicht. Präventionsexpertinnen stellten darin Anzeichen von Grooming fest. McCarrick hat gezielt versucht, sexuelle Kontakte anzubahnen, indem er den Opfern schmeichelte, Vertrautheit herstellte und wegen seiner Macht prahlte, um die jungen Männer dann auszunutzen. Quelle: katholisch.de


7.8.2019Im Bistum Speyer haben die Missbrauchsbeauftragten 238 Verdachtsfälle seit 2010 geprüft. Ein Drittel davon etwa fand sich in den Personalakten, zurückgehend bis ins Jahr 1912. Bis 2000 richtete sich der Tatverdacht in zwei Dritteln der Fälle gegen Priester. Zwischen 2000 und 2009 wurden je zur Hälfte Verdachtsfälle gegen Priester bzw. kirchliche Mitarbeiter geäußert. Seit 2000 gab es zwei Verurteilungen von einem Priester und einem Sozialpädagogen. Seit 2010 gab es 28 angezeigte Verdachtsfälle, fünf davon richteten sich Priester. Quelle: wochenblatt-reporter.de

6.8.2019 In Bolivien soll eine Website über die Verfahren informieren, die die Kirche bei Berichten über sexuellen Missbrauch von Kindern und schutzbedürftigen Personen anwenden will. Zudem soll es eine kostenlose Telefonleitung geben, über die Missbrauchsfälle gemeldet werden können.

Auch die Kommission der bolivianischen Bischofskonferenz wurde öffentlich vorgestellt. Quelle: vaticannews

6.8.2019 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg wegen sexuellen Missbrauchs, der sich vor mehr als zehn Jahren zugetragen haben soll. Das Bistum Regensburg beurlaubte den Pfarrer vorläufig vom Dienst. Quelle: idowa.de


4.8.2019 In einem Brief an die katholischen Priester dankt Papst Franziskus am Gedenktag des Pfarrers von Ars den Priestern für ihren Dienst und warnt sie vor Trägheit (acedia) und Apathie. U.a. schreibt er: „Ohne den von einigen unserer Brüder verursachten Schaden zu leugnen oder zu verkennen, wäre es ungerecht, viele Priester nicht anzuerkennen, die beständig und tadellos alles, was sie sind und haben, zum Wohl der anderen aufwenden (vgl. 2 Kor 12,15) und eine geistliche Vaterschaft leben, die mit den Weinenden zu weinen weiß…“

„Er [Der Herr] haucht seinen Geist auf uns, um seiner Braut, die auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt wurde, die Schönheit zurückzugeben.“
„Wenn in der Vergangenheit die Unterlassung zu einer Form der Antwort werden konnte, so wollen wir heute, dass die Umkehr, die Transparenz, die Aufrichtigkeit und die Solidarität mit den Opfern zu unserer Art und Weise werden, Geschichte zu schreiben, und uns helfen, aufmerksamer zu sein gegenüber allem menschlichen Leiden.“ Quelle: w2.vatican.va
Kommentar: Noch immer spricht Papst Franziskus nur von „einigen unserer Brüder“, die Schaden angerichtet haben. Und noch immer bringt er Kindesmissbrauch in die Nähe des 6. Gebotes. Er will, dass Priester umkehren, transparent, aufrichtig und mit den Opfern solidarisch werden. Umkehr, Transparenz, Aufrichtigkeit und Solidarität mit den Opfern sind bitter nötig.

4.8.2019 Die Stiftung „Brücken bauen“ der ehemaligen Odenwaldschule hat bislang 568 636 Euro für die Opfer der Internatslehrer*innen bereitgestellt. Das Geld reicht, um alle Anträge 2019 zu erfüllen. Studien gehen von 500 bis 900 Opfern aus. Quelle: t-online.de

3.8.2019 Dr. Florian Straus vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) stellte den Zwischenbericht über das Kinderheim St. Josef, Hoheneck, vor. Der zuständige Orden der Karmelitinnen lässt die Jahre 1960-1980 untersuchen. Auffallend sei der lange Zeitraum, für den Gewalterlebnisse vorliegen. Daher sei zu fragen, ob es nicht vielmehr ein institutionelles Problem war. Psychische Gewalt sei in Hoheneck ausgeprägt gewesen. Die Generalvikarin und Hausoberin in Hoheneck, Schwester Edith Riedle, weist darauf hin, dass auch geklärt werden müsse, inwiefern der Orden von möglichen Übergriffen von Geistlichen gewusst habe oder gar beteiligt war. Zwei der Heimkinder wurden mutmaßlich sexuell missbraucht durch Priester. Der Name eines Priester-Täters ist bekannt, seine Akten liegen der Diözese Rottenburg Stuttgart vor. Zu klären ist im zweiten Missbrauchsfall, welcher Priester dafür in Frage kommt. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart reagierte auf die Missbrauchsanschuldigungen: Manche Schilderungen seien fragwürdig. Quelle: lkz.de


3.8.2019 Ein Baden-Badener evangelischer Pfarrer wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in sechs Fällen zu einer Bewährungsstrafe von unter einem Jahr verurteilt. Quelle: goodnews4.de


3.8.2019 Das „Opus Bono Sacerdotii“ (Werk zum Wohl der Priester, OBS) setzt sich in den USA seit 1999 für Priester ein, die des sexuellen Missbrauchs oder anderer Sexualstraftaten beschuldigt werden. Joe Maher und Peter Ferrara gründeten die Organisation, die Priester „aus der Schusslinie nahmen“, ihnen Wohnungen besorgten und einen Rechtshilfefonds zur Verteidigung von Geistlichen, die wegen sexueller Übergriffe und Kindesmissbrauch in Verdacht geraten waren, einrichteten. Motiviert wurden sie u.a. durch Pfarrer Perrone. Das Erzbistum Detroit hat inzw. den Vatikan gebeten, zu prüfen, ob die Vorwürfe gegen Perrone zutreffen, er bae sich selbst an einem Minderjährigen vergriffen. OBS wirbt damit, bereits 8.000 Priestern geholfen zu haben. Unterstützt wurden und werden sie von Kardinal Raymond Burke, Kardinal Edmund Szoka (+ 2014) und dem früheren Erzbischof von Baltimore, Edwin O’Brien. Einer der Unterstützer von OBS, der Priester John Neuhaus, nannte 2002 die Forderung nach Bestrafung von Priester-Tätern „eine Form der Rache“.

Die Tochter des Mitgründers Maher, Mary Rose Maher, erstatte Anzeige gegen die Organisation ihres Vaters wegen Veruntreuung von Spendengeldern. Die Ermittlungen endeten in einem Vergleich, der die gesamte OBS-Führung zum Rücktritt zwang. Mary Rose Maher hat inzwischen eine eigene gemeinnützige Organisation gestartet, die Betroffenen von Missbrauch und sexuellen Übergriffen durch Kleriker helfen will. Quelle: katholisch.de


2.8.2019 In Argentinien beginnen am Montag drei Prozesse gegen zwei Priester und den Gärtner des Antonio Provolo Instituts, Armando Gomez, 49. Dem Priester Nicola Corradi (83) wird ebenso wie dem Priester Corbacho (59) in 28 Fällen die Vergewaltigung von Minderjähren zwischen vier und 17 Jahren angelastet. Erstmals wurde Corradi etwa im Jahr 1969 in Italien des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Vatikan weiß seit 2009 von den Anschuldigungen. Ob Corradi jemans vom Vatikan sanktioniert wurde, ist nicht bekannt. Es gab jedenfalls kein Hindernis für ihn, von Verona nach Mendoza, Argentinien, zu wechseln, wo er weiter blinde Schüler missbrauchte.

Ein zweiter Prozess gegen die japanische Schwester Kosaka Kumiko ist geplant. Ein dritter Prozess verhandelt Vorwürfe gegen den ehemaligen gesetzlichen Vertreter des Instituts, Graciela Pascual, und weitere 12 Angeklagte.
Argentiniens Staatsanwaltschaft erwägt ein offizielles Hilfeersuchen an den Papst. Sie will Einsicht in die kirchlichen Untersuchungsakten, die im Vatikan sein sollen. Quellen: cruxnow.com   kathpress.at 3.8.2019

1.8.2019 Interview von Christiane Florin mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über den Pflichtzölibat, den Begriff des Zölibates, der sich immer wieder veränderte und über die Notwendigkeit, den Pflichtzölibat angesichts der MHG-Studie abzuschaffen.

Kardinal Brandmüller hat Wolfs Buch über den Pflichtzölibat zum Anlass genommen, seine eigene Position darzustellen: „Wenn dieser [der Pflichtzölibat] fällt, so sagten schon die Gegner der Kirche im späteren neunzehnten Jahrhundert, dann ist auch die Kirche am Ende.“ Quellen: deutschlandfunk.de


31.7.2019 Interview mit Udo Kaiser, der 1956 bis 1962 bei den Regensburger Domspatzen war. Kaiser hat bei der Aufarbeitung eine wichtige Rolle gespielt. Durch die sozialwissenschaftliche Analyse wurde der Bericht von Weber bestätigt. Der historische Forschungsbericht wird lediglich als Buch veröffentlicht. Von den Kirchenoberen fordert Kaiser gar nichts mehr, „weil’s keinen Sinn hat“. Quelle: bfg-muenchen.de


31.7.2019 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hält Papst Franziskus für einen „Ankündigungspolitiker“. Seinen Willenserklärungen zur Dezentralisierung folgten keine Taten. Der Amazonas-Synode erteilt er keine Beschlusskompetenz und bleibe unverbindlich. Schüller sagt, der Papst setze auf Zentralismus. Quelle: kirche und leben


31.7.2019 Nun hat auch der Vatikan in seinem Staatsgebiet, den Kurieneinrichtungen und in Einrichtungen des Heiligen Stuhls außerhalb seines Territoriums – z.B. in den Vatikanbotschaften – ein Meldesystem für sexuellen Missbrauch angekündigt. Eingerichtete werden soll es bis Jahresende. Der zuständige Referent ist der Kirchenrechtler Robert Oliver, der zugleich Sekretär der päpstlichen Kinderschutzkommission ist. Quelle: kathpress.at


31.7.2019 Dem Jesuiten Renato Poblete, Chile, werfen 22 Frauen, darunter vier mindejährige Mädchen, sexuellen Missbrauch vor. Poblete, der 2010 starb, war einer der angesehensten Geistlichen Chiles. 2009 erhielt er die Auszeichnung „Premio Bicentenario“ für herausragende Leistungen in den Bereichen Soziales und Kultur. Staatspräsident Pinera erwog, ihn zum Kaplan des Präsidentenpalastes zu machen. 1982 bis 2000 war Poblete Kaplan von „Hogar de Cristo“, einer Organisation, die Menschen in extremer Armut betreute. Eine freiwillige Helferin der Organisation brachte die Ermittlungen ins Rollen. Der Jesuitenprovinzial Cristian del Campo wies Vertuschungsvorwürfe zurück, bestätigte jedoch, dass es Hinweise gegeben habe, die ein früheres Einschreiten des Ordens erfordert hätten.

Die Jesuiten gestanden ein, nicht nur im Fall Poblete nicht „entschlossen, gewissenhaft und effektiv auf Nachrichten, Informationen oder beunruhigende Zeichen“ reagiert zu haben. Der Orden bot den Opfern Pobletes, aber auch den Opfern der Ordenspriester Jaime Guzman und Leonel Ibacache und anderer Jesuiten Dialog und Wiedergutmachungsmaßnahmen an. Quelle: Domradio   vaticannews.va


30.7.2019 Gegen den evangelischen Pfarrer Arno W. wurde von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage wegen des Besitzes und der Verbreitung von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Jugendlichen erhoben. Quelle: saarbrueckereinblick.home.blog


30.7.2019 Erzbischof Wojciech Polak, Primas der katholischen Kirche in Polen, hat eine gründlichere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals angekündigt. Kirchenrechtliche Schritte und ein Hilfsfonds für Missbrauchsopfer sind im Gespräch.

Quelle: Domradio


28.7.2019 Im Erzbistum Freiburg wurde für die Priester, die bereits auffällig geworden sind, die Kategorie „Gefährder“ neu eingeführt. Zu ihnen zählen 27 der 32 in der MHG-Studie Beschuldigten sowie acht weitere Personen, die erst nach Abschluss der Studie gemeldet wurden. Von diesen 35 Männern werden knapp zehn als Gefährder im engeren Sinn eingestuft. Diese Gefährder i.e.S. wurden nach Rom gemeldet. Sie stehen unter Beobachtung und müssen sich von Jugendlichen fernhalten. „Mit pastoraler Seelsorge haben sie nichts mehr zu tun“, versicherte Erzbischof Burger. Quelle: Badische Zeitung

Kommentar: Bedeutet das, dass die 25 (bzw. 30) auffällig gewordenen Männer , die nicht als Gefährder i.e.S. eingestuft wurden, weiterhin in der pastoralen Seelsorge anzutreffen sind?


26.7.2019 Im Bistum Regensburg erhielten 367 Betroffene Zahlungen zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro. Insgesamt wurden fast 3,8 Millionen Euro ausgezahlt. In der unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene beim Müncher Informationszentrum für Männer (MIM) trifft sich eine kleine Gruppe Betroffener. Geplant ist ein Mahnmal auf dem Gelände der Regensburger Domspatzen, das Anfang 2020 enthüllt werden soll. Quelle: wochenblatt


26.7.2019 Ein Chorherr im Augustinerstift Klosterneuburg verging sich 1993 an einem Ministranten, 16 Jahre alt. Bereits in den Jahren zuvor soll es Beschwerden gegeben haben. Der Täter beantragte seine Entlassung aus dem Orden. 1996 wurde er dann in Siebenbürgen/Rumänien zum Priester geweiht. Während seiner folgenden Arbeitslosigkeit wurde er von einem Kollegen vorübergehend aufgenommen und schwärmte von „billigen Jungs aus Rumänien“. Der Kollege warf ihn hinaus. Ein alter Studienkollege aus Trier vermittelte dem Täter zwei Vertretungsstellen in Südbaden und der Schweiz. Er wohnte dann in einem Nonnenkloster bei Rickenbach im Landkreis Waldshut. Dort habe er ständig Jungen um sich gehabt, in seinem Garten haben überall leere Flaschen herumgelegen. Im Juni und August 1998 übernahm er Gottesdienste in einer Pfarrgemeinde am Hochrhein. Der Pfarrer der Hochrhein-Gemeinde im Erzbistum Freiburg vermittelte dem Ex-Chorherren eine Stelle im Bistum Würzburg und sagte, er habe in einem Dreiergespräch den damaligen inzwischen verstorbenen Würzburger Generalvikar über die Vergehen in Klosterneuburg informiert. Das Bistum Würzburg sagt, es sei nicht über eventuelle pädophile Neigungen des Chorherren informiert worden, es habe auch kein Dreiergespräch gegeben, sondern nur ein Gespräch zw. dem Hochrhein-Pfarrer und dem Generalvikar. Der mutmaßlich dritte Teilnehmer an dem Gespräch steht inzwischen selbst unter Missbrauchsverdacht. In Würzburg soll der Ex-Chorherr einen weiteren Jungen missbraucht haben. Das Bistum Würzburg meldete das Vergehen von 1993 der Staatsanwaltschaft, die das Verfahren wegen Verjährung einstellte. Seit zwei Jahren liegt der Fall bei der römischen Glaubenskongregation. Anfang 2019 – 26 Jahre nach dem ersten bekannt gewordenen Missbrauch – verbot das Bistum Würzburg dem ehemaligen Chorherren den Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Familien, nachdem es neue Vorwürfe distanzlosen Verhaltens im Umgang mit jugendlichen Flüchtlingen gab.
Das Erzbistum Freiburg stellte fest, dass es zu dem sog. „Dreiergespräch“ keine Unterlagen gebe und daher die Ermittler in Würzburg für die Aktivitäten des Hochrhein-Pfarrers zuständig seien. Quelle: badische-zeitung.de

25.7.2019 Im Erzbistum Freiburg gab es 186 Zahlungen an Missbrauchsopfer. Abgelehnt wurde „so gut wie kein“ Antrag. Die Arbeitsgemeinschaft „Machtmissbrauch und Aktenanalyse“ will herausfinden, ob Dokumente fahrlässig oder vorsätzlich entfernt wurden. Sie konzentriert sich darauf, wer was im Ordinariat gewusst hat und wer verantwortlich war. Exemplarisch untersuchen die Arbeitsgemeinschaft den Fall von Oberharmersbach, wo ein Pfarrer mindestens 25 Opfer hatte. Der Pfarrer von Bühl und Löffingen wird von 20 Gemeindemitgliedern beschuldigt, der Pfarrer von Eisenbach und Freiburg von fünf Opfern. Besonders kompliziert sei der mehrfache Missbrauch in der Wallfahrtskirche Birnau – dort ist immer noch unklar, ob das Erzbistum Freiburg oder das Kloster Mehrerau zuständig war.

Die „Arbeitsgemeinschaft Prävention“ geht von 30 sog. Gefährdern im Erzbistum Freiburg aus. Gefährder sind Personen, die schon einmal Minderjährige missbrauchten, „deren Taten länger zurückliegen und die „sich weiterhin im Bereich des Erzbistums aufhalten oder ihren Dienst versehen und im Dienst der Diözese stehen“ (min 7:00). Erzbischof Burger präzisierte (min 40): „Klar ist, dass dieser Personenkreis, die noch irgendwelche Dienste wahrnehmen, nicht mit Bereich Jugendarbeit oder sonstigem zu tun haben, je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen sind, mit Sonderaufgaben betraut bis hin in die Verwaltung hinein. Also da ist es für uns als Diözese eindeutig und klar, Personen, die mit dieser Vergangenheit zu tun haben, dementsprechend nur so einzusetzen, dass sie nicht erneut zu Personen werden, die hier tatfällig werden.“ Bei 5 der 30 Gefährder soll ein Gutachten erstellt werden.
Um die Rückfallquote einzuschätzen, wird auf Verhaltensauffälligkeiten, Uneinsichtigkeit, Konsum von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern  – „sofern er von der Polizei ertappt wurde“ – geachtet. Diese Überwachung geschieht nicht durch das Bistum. Die Gefährder sollen in einem Umfeld leben, in dem sie nicht in Versuchung geraten, Ausflüge und Zeltlager müssten tabu sein.Sie sollen Therapien und Fortbildungen angeboten bekommen. Quelle: badische-zeitung.de
Kommentar: Ob auch diejenigen, die beschuldigt wurden und die Beschuldigungen zurückwiesen, zu den Gefährdern gehören, ist unbekannt. Die Formulierung, dass dieser Personenkreis “ je nachdem auch komplett aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen“  wurde, legt die Vermutung nahe, dass nicht alle Gefährder aus der pastoralen Seelsorge herausgenommen wurden. Müssen Christ*innen also damit rechnen, im Gottesdienst, in der Seelsorge etc. einen Gefährder vor sich zu haben?

24.7.2019 Das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) forderte von Bischof Johnston, Kansas Sity, dass die Bischöfe Robert Finn und Joseph Hart aus dem Dienst entlassen werden und sich aus allen kirchlichen Versammlungen und Aktivitäten zurückziehen sollen. Hart, 87, hat mindestens drei Minderjährige sexuell missbraucht. Bischof Finn wurde wegen Vertuschung verurteilt. Beide Bischöfe nehmen weiterhin an kirchlichen Aktivitäten teil. Quelle:  ncronline.org

24.7.2019 Das Erzbistum Freiburg plant spätestens ab 1.1.2020 monatliche Zahlungen an kirchliche Opfer, die infolge sexuellen Missbrauchs durch Kleriker bedürftig sind. Zudem will das Erzbistum Betroffenen bei der Suche nach Therapeuten helfen und die Gründung eines Betroffenenbeirats unterstützen. Die Fälle sexuellen Missbrauchs durch einen Gemeindepfarrer in Oberharmersbach und die Vorwürfe gegen mehrere Priester in Birnau sollen weiter aufgeklärt werden.

Bei 33 Tätern gibt es keine Informationen über die Personen. Quelle: katholisch.de   Erzbistum Freiburg  Pressekonferenz  StZ

23.7.2019 Patrick Bauer, ein Betroffener des Aloisius-Kollegs, heute Seelsorger, berichtet. Er ist Sprecher des Beirats für Betroffene von sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln. Quelle: general-anzeiger-bonn.de 



22.7.2019 Die Diözese Springfield, Massachusetts hat den Richter i.R. Peter Velis beauftragt, Anschuldigen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 1982 verstorbenen Bischof Christopher Weldon zu prüfen. Der Richter wurde beauftragt, weil die vatikanischen Verfahren wahrscheinlich nicht für verstorbene Bischöfe gelten. Quelle: ctpost.com


22.7.2019 Bei den Regensburger Domspatzen habe es ein abgeschottetes soziales System mit eigenen moralischen Maßstäben gegeben, das von außen nicht – auch vom Staat nicht – kontrolliert wurde. Dem langjährigen Domkapellmeister Georg Ratzinger seien „sein Wegschauen, fehlendes Einschreiten trotz Kenntnis vorzuwerfen“. Und dem früheren Bischof, Kaardinal Müller, sei anzukreiden, dass er nicht mit den Opfern gesprochen habe. Quelle: Zeit.de  regensburg-digital


22.7.2019 Heute wurden eine historische und eine sozialwissenschaftliche Studie zu den Vorgängen bei den Regensburger Domspatzen 1945-1995 vorgelegt. 

Bernhard Frings / Bernhard Löffler (Universität Regensburg)„Der Chor zuerst. Institutionelle Strukturen und erzieherische Praxis der Regensburger Domspatzen 1945-1995“– Ergebnisse der historischen Studie (22. Juli 2019) (wird nur als Buch veröffentlicht.

Regensburger Aufarbeitungsstudie – Sozialwissenschaftliche Analysenund Einschätzungen zur Gewalt bei den Regensburger Domspatzen 1945 bis 1995

Damit wird der im Juli 2017 veröffentlichte Bericht von  Ulrich Weber „Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen. Untersuchungsbericht Ulrich Weber/Johannes Baumeister ergänzt.


21.7.2019 Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Gadecki, fürchtet, dass das Thema Kindesmissbrauch ein leicht ausnutzbares Thema für Angriffe auf die moralische Glaubwürdigkeit der Kirche geworden sei. Quelle: katholisch.de


20.7.2019 Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Missbrauchsbeauftragter unterstützt die Einordnung des sexuellen Missbrauchs als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr.“ „Das wäre ein klares und überfälliges Statement des Rechtsstaats gegen Kindesmissbrauch“, sagte er.
Quelle: welt.de

19.7.2019 Der ehemalige Bischof Michael Bransfield, Bistum Wheeling-Charleston, West Virginia,darf nicht mehr in der Diözese leben, nicht an einer öffentlichen Feier der Liturgie teilnehmen und muss für einen Teil des von ihm verursachten Schadens aufkommen. In einer kirchlichen Untersuchung wurden die Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens als glaubwürdig eingestuft. Das Kirchengericht stellte überdies fest, dass Bransfield Kirchengelder für Essen, Trinken, Geschenke, private Reisen und Luxusartikel ausgab. Quelle: registercitizen.com


19.7.2019 Im Jahr 2018 haben 216.000 Menschen die katholische Kirche und 220.000 Menschen die evangelische Kirche verlassen. Den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm schmerzt jeder Austritt. Hans Langendörfer, Sekretär der katholischen Bischofskonferenz hält die Entwicklung für besorgniserregend. Quelle: Zeit


19.7.2019 Einem inzwischen verstorbenen Ordenspriester, der aus Rees, Bistum Münster, stammte und im Bistum Osorno, Chile, arbeitete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Pater arbeitete seit den 60er Jahren in Chile und kehrte in den 2000er Jahren ins Bistum Münster zurück, wo er in mehreren Gemeinden als Priester tätig war, u.a. in Wesel. Den Personalakten sei nichts über Missbrauch zu entnehmen. Der Pfarrer von Rees wurde informiert.

Das Bistum Osorno gab an, dass es nicht möglich gewesen sei, die Vorwürfe dem Chefaufklärer des Vatikans, Erzbischof Charles Scicluna, zu übergeben. Sie seien dann Ende April der Abteilung zur Missbrauchsprävention der Chilenischen Bischofskonferenz angezeigt worden, die an das Bistum Osorno weitergeleitet wurden. Das Bistum steht mit dem mutmaßlichen Opfer in Kontakt. Quelle: rp-online.de   Domradio

19.7.2019 Die Theologieprofessorin Julia Knop weist darauf hin, dass hörende Bischöfe noch keine dialogische Kirche sind. „Solange ausschließlich Kleriker über Lehre, Gottesdienst und Struktur der Kirche bestimmen, kann von einer Partizipation der Gläubigen keine Rede sein. … Ihre Hörbereitschaft bleibt eine Floskel, solange sie darüber urteilen, was hörenswert ist. Daran hat sich ja nichts geändert: Die Gläubigen werden gehört, wenn sie gefragt werden – nicht, wenn sie sich selbst zu Wort melden, wie jüngst bei ‚Maria 2.0‘. … Die Themen müssen auf die Agenda – aber es braucht auch partizipative Diskurs- und Entscheidungskulturen. Die Frauen von ‚Maria 2.0‘ sind vielleicht die letzten ihrer Generation, die sich überhaupt noch zu Wort melden.“ Quelle: katholisch.de


18.7.2019 Der katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf weist in seinem Buch „Zölibat. 16 Thesen“ (Leseprobe) nach, dass ein Zölibat für Priester weder historisch noch theologisch gerechtfertigt sei. Es gebe weder einen Auftrag Christi noch ein göttliches Gebot noch eine apostolische Anordnung, die den Zölibat für Priester verbindlich vorschreibt. Selbst im II. Vatikan. Konzil wird der Zölibat als „angemessen“ für den priesterlichen Dienst bezeichnet, nicht jedoch als wesentlich. Erst 1917 wurde im Codex Iuris Canonici die Weihe zum Ehehindernis und die Ehe zum Weihehindernis. Das II. Vaticanum diskutierte den Zölibat, kam aber zu keinem Ergebnis. Papst Paul VI. verbot 1967 jegliche Diskussion.
Wolfs Fazit: „Was braucht es für den Selbsterhalt eines Systems? Der Zölibat schafft quasi von selbst eine Priesterkaste mit klerikalem Korpsgeist und Standesdünkel. Er führt zu Milieu-Verengung und Selbsthermetisierung. Er ist der wichtigste Identitätsmarker des klerikalen Systems. Jenes Systems, das man neuerdings angeblich überwinden will. Das kann aber nur gelingen, wenn man den Zölibat abschafft oder zumindest Alternativen eröffnet. Tut man das nicht, sind alle Kampfansagen an den Klerikalismus bloße Sprüche.“ Quelle: fr

18.7.2019 Der Theologe Michael Seewald (Reform. Dieselbe Kirche anders denken, Freiburg 2019) glaubt nicht, dass die aktuelle Reformdebatte in der katholischen Kirche zu konkreten Veränderungen führen wird. Er könne sich kaum vorstellen, dass aus dem von den Bischöfen beschlossenen „verbindlichen synodalen Weg“ konkrete Ergebnisse herauskommen, die die Kirche in Deutschland befrieden könnten: „Der Autokorrekturmodus ist ein sehr selten anzutreffendes Phänomen in der katholischen Kirche“. Seiner Einschätzung nach, wurde der „ganze Bereich von Geschlechterrollen und Sexualmoral in den letzten Jahrzehnten zu einem identitären Marker des Katholischen für viele Kreise… An diesem Bereich hängt eine ganz gewisse Gesellschaftsordnung, die das Lehramt aufrecht erhalten will, und deswegen reagiert es so äußerst sensibel auf abweichende Positionen in diesen Fragen.“ Quelle: deutschlandfunk.de


17.7.2019 Zwei Betroffene aus dem Bistum Trier berichten von ihren Erfahrungen, nachdem sie gesprochen haben. Quelle: zeit.de


16.7.2019 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des irischen Bischofs von Clonfert, John Kirby, angenommen. Kirby war 2012 im Untersuchungsbericht des „National Board for Safeguarding Children“ für seinen Umgang mit Missbrauchsfällen kritisiert worden. Quelle: orf

16.7.2019 In Münster bietet das Stadtdekanat den Frauen, die sich bei Maria 2.0 engagieren, Unterstützung und Vernetzung an. Quelle: kirche-und-leben.de


16.7.2019 Der Bischof von Münster, Genn, ist bereit, sich einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit unterzuordnen. Zudem werde er die Missbrauchsfälle durch eine unabhängige Expertenkommission überprüfen lassen. In dem Schreiben an die Mitglieder in den Pfarreiräten und Kirchenvorständen sagt er: „Jenseits der Schuld und Verantwortung einzelner Täter und Beschuldigter, sowie derjenigen, die Täter und nicht Opfer geschützt haben, gibt es auch systemische Bedingungen, die sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche begünstigen. Die zwingende Konsequenz kann daher nur lauten, dass wir diese systemischen Bedingungen soweit als möglich verändern. Hiermit beschäftigen wir uns mit Nachdruck und mit externer Unterstützung auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz; wir werden uns bei zentralen Fragen hier auch mit den Verantwortlichen der Weltkirche besprechen und auseinandersetzen.“ In der Aufarbeitung der Vergangenheit durch eine unabhängige, wissenschaftliche Kommission ist es das Bestreben, auch Betroffene unmittelbar einzubinden und zu beteiligen“. Wie dies gelingen kann, ist ungeklärt. Der Bischof ist für Vorschläge dankbar. Quelle: bistum-muenster.de   Flyer


16.7.2019 Nicolas Betticher, leitender Schweizer Kirchenrichter, fordert unabhängige Gerichtshöfe für Missbrauchsfälle. Nur so könne die Kirche glaubwürdig werden. Er schlägt vor, dass für jede Bischofskonferenz ein Gerichtshof installiert wird, der sich mit Missbrauchsfällen befasse. Der Papst müsse das neue Gericht ermächtigen – und er könnte solche Gerichtshöfe sofort einrichten. Quelle: tagblatt.ch


15.7.2019 Der Priester des Bistums Agana, Guam, der ein zu Beginn  10-jähriges Mädchen zwei Jahre lang missbrauchte, sagte dem Kind, sie werde nie in die Hölle kommen, weil sie ein gutes Mädchen sei. Er werde den Teufel von dem Kind fernhalten. Seit 2016 gibt es mehr als 220 Fälle von Missbrauch durch Geistliche, in denen Klage erhoben wird. Quelle: eu.guampdn.com


15.7.2019 Auch im Judentum gibt es sexuelle Übergriffe. Igal Avidan berichtet, dass vor fast 20 Jahren Frauen in Isrsael einen orthodoxen Rabbiner zum ersten Mal öffentlich beschuldigten. Ein rabbinisches Gericht hielt die Beschuldigungen für „Fantasie“. Der Verein Tanaka hilft Betroffenen. Quelle: DLF


13.7.2019 Wie das Treffen des Trierer Bischofs Stephan Ackermann mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in der Kirche verlaufen ist, wird hier geschildert. Quelle: Volksfreund  


13.7.2019 ARD: Sexueller Missbrauch im Sport – das große Tabu


13.7.2019 In Bocholt-Barlo, Bistum Münster, gibt es von drei mutmaßlichen Betroffenen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Pfarrer Theo W. Auf einer Gemeindeversammlung wurden viele kritische Fragen gestellt, auf die es meist bislang keine Antwort gibt. Pfarrer W. war im November 1976 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden und hatte auch danach Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, organisierte Ferienfreizeiten und erteilte Religionsunterricht. Nun soll eine externe Expertenkommission die Fragen klären. Offen ist derzeit, ob auch in Selm, einem weiteren Dienstort des Pfarrer, eine ähnliche Informationsveranstaltung wie in Bocholt-Barlo geben wird. Quelle: ruhrnachrichten.de


13.7.2019 Kommentar von Christoph Fleischmann zur Vergebungspredigt des Pfarrers von Münster für Missbrauchstäter: Er fragt, ob man Gerechtigkeit für4 die einen und Vergebung für die anderen wirklich zusammenbringen könne und sagt: „Hier liegen große Lernfelder für die Kirchen insgesamt.“ Zudem beobachtet Fleischmann, dass Pfarrer Z. von Münster mit Sicherheit nicht der einzige Pfarrer ist, der für Vergebung für die Täter plädiert zugleich das Leid der Opfer kleinredet. Quelle: wdr

12.7.2019 Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf „hat ein Buch mit 16 Thesen (Zölibat. 16 Thesen)  geschrieben, die den Zölibat sehr alt aussehen lassen. Dabei geht er auch auf die historische Dimension des ewigen Streitfalls ein. Er illustriert die Dringlichkeit der Debatte auch am Priestermangel in europäischen Diözesen und zeigt den Zölibatsverteidigern ihre selbstfabrizierten Widersprüche auf. Für seine Thesen wird Wolf unter anderem als Mitglied einer „Mafia der Kirchenzersetzer“ angegriffen. Quelle: sueddeutsche.de


12.7.2019 Der Missbrauchs-Beirat des Erzbistums Hamburg hat beschlossen, dass Forscher der Universität Ulm die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Mecklenburg wissenschaftlich aufarbeiten soll. Die Forschungsarbeit soll im Herbst 2019 beginnen – unter Beteiligung Betroffener. Ziel ist, betroffene Männer und Frauen psychisch zu entlasten und einen Beitrag zur individuellen Aufarbeitung zu leisten. Von 1945 bis 2015 haben in Mecklenburg 17 Priester 54 Kinder und Jugendliche missbraucht. – Ob auch die Verantwortung von Kirchenverantwortlichen, die Täter schützten, untersucht wird, ist der Pressemeldung nicht zu entnehmen. Quelle: stimme.de


12.7.2019 Claudia Adams kritisiert – zu Recht! – die Fragen, die kirchlich Betroffene bei einem Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ , beantworten müssen. Sie vermutet – nach meiner Erfahrung zu Recht! – dass nicht wenige Betroffene darauf verzichten, einen Antrag zu stellen oder sich zu melden, weil die Gefahr der Retraumatisierung groß ist. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.com


12.7.2019 „Die Kirche hat ein Problem mit der Macht, soviel scheint klar. Woher aber die Ressourcen nehmen, um dieses Problem zu lösen? Bettina Eltrop stellt sich einer nahe liegenden Möglichkeit: Sie liest die Bibel.“ Ihr Fazit: „In der Rückbesinnung auf das biblische Zeugnis geht es in der Kirche derzeit um nichts weniger als um den Bruch mit alten Herrschaftsformen. Kirche muss beginnen, alternative Konzepte lebendiger und Leben spendender Machtausübung nach dem Vorbild der Bibel zu entwickeln und einzuüben. Worum geht es dann? Darum, Macht an echte Autorität zu binden und zu demokratisieren!“ Quelle: feinschwarz.net


12.7.2019 Pater Mertes bewertet den Umgang des Papstes mit Missbrauch kritisch, die päpstliche Strategie sei „haarscharf daneben“. Der Papst sehe nicht, dass Täter nicht von außen kommen, sondern aus dem Inneren der Kirche. Zudem übersehe der Papst die Vertuschungen. Auch das Festhalten am Naturbegriff sei verfehlt und katapultiere die Kirche aus dem Dialog mit der Gesellschaft. In den Themenbereichen Sexualität und Beziehungen sei die Kirche weit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen. Quelle: Domradio


12.7.2019 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, lobt das Vorgehen des Bistums Münster im Fall des Priesters Z. als sachgerecht und angemessen und würdigt die Reaktionen der Gläubigen, die im Gottesdienst aufgestanden waren und gegen die Forderung des Pfarrers, Opfer müssten den kirchlichen Tätern verzeihen, protestiert hatten. Auch das Gespräch der Gemeinde wertete er positiv. Quelle: Domradio


12.7.2019 Maria 2.0 bekommt Unterstützung vom Diözesankomitee des Bistums Münster, dem obersten Laiengremium des Bistums. Quelle: kirche-und-leben.de


12.7.2019 In einer bislang unveröffentlichten Studie der Uniklinik Ulm ergibt eine Hochrechnung für die katholische und evangelische Kirche je 114.000 von sexuellem Missbrauch Betroffene. Im Bereich des Sports kommt die Hochrechnung auf 200.000 Betroffene. Eine öffentliche Debatte darüber sei nötig, sagt Jörg Fegert. Die ARD zeigt am Samstag, 13.7., 19.05 Uhr, die Doku: „Das große Tabu“. Quelle: tagesschau.de


12.7.2019 Bischof Ackermann, Trier, will die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs vorantreiben, sagte er in einer Gesprächsrunde mit Betroffenen. Im Vordergrund stehe, wer Verantwortung trage und wie ‚man‘ in der Kirche mit Missbrauchsfällen umgegangen sei. Bis zum Herbst sollen unabhängige Experten Eckpunkte und Kriterien festlegen. Missbit, Missbrauchsinitiative im Bistum Trier, fordert, dass auch die Mitschuld der Institution geklärt werden müsse und die notwendige Aufarbeitung in den Pfarreien geleistet werden müsse. Quelle: swr.de


11.7.2019 In Ludwigsburg wollen Priester eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich zu selbstkritischem Umgang mit Macht verpflichten. Sie wollen ihre Rolle transparent machen und sie kooperativ ausüben und Abhängigkeitsverhältnisse aufdecken und verändern. Die bisherigen Reaktionen der Kirchenleitung zum Umgang mit Macht bezeichnen die Priester als „ziemlich verhalten“. Quelle: kirche und leben

11.7.2019 Inzwischen sind die Namen derer bekannt, die an den Foren des „synodalen Weges“ beteiligt sind. Lediglich das Frauen-Forum wurde noch nicht besetzt. Bislang sind 32 Männer (65 %) und 17 Frauen (34,6 %) eingebunden. Quelle: zdk.de


11.7.2019 Der Theologe Florian Kleeberg nimmt Stellung zur Frage nach Vergebung für Missbrauchstäter durch ihre Opfer: „Die Opfer sind völlig frei, Vergebung zu gewähren. Im Vergebungsgeschehen dreht sich das Machtverhältnis um, das Opfer hält den Schlüssel in der Hand. Eine Aussöhnung kann nur erbeten, sie kann nicht erzwungen werden. Nur das Opfer kann den Täter entschuldigen und so von der Last seiner Schuld befreien.“ Kleeberg weist darauf hin, dass Vergebung manchmal gar nicht möglich sei: „es gibt eben auch Verbrechen, die den Menschen in der Identität so sehr treffen können, dass sie nicht mehr heil werden. Wenn die Verletzung zu groß ist, ist die Fähigkeit zur Vergebung ausgelöscht. Selbst wenn man das wollte, könnte man es nicht.“ Quelle: domradio.de


11.7.2019 Die Mitarbeiterin an der MHG-Studie, Britta Bannenberg, Strafrechtlerin, nennt Erkenntnisse der MHG-Studie, die ausschließlich auf die katholische Kirche zutreffen: Die meisten Opfer sind männlich, der Anteil pädophil veranlagter Täter beträgt 28 % der Täter und ist damit höher als in anderen gesellschaftlichen Gruppen. Dies trifft auch auf den Anteil homosexueller Täter zu. Außerdem wies Bannenberg auf relevante Versetzungspraktiken und fehlenden Aufklärungswillen hin. Der katholische Religionspädagoge Prof. Franz-Josef Bäumer fordert, dass des Missbrauchs schuldige Kleriker exkommuniziert werden sollten, möglicherweise auch auf Zeit. Quelle: Domradio


11.7.2019 Im Bistum Limburg gibt es ein Projekt „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“. In der Öffentlichkeitsarbeit des Bistums werden Betroffene „in Bezug auf die zuletzt bekannt gewordenen Missbrauchsfälle“ beteiligt. Vor Projektstart ist die Projektleitung verpflichtet, Betroffenenvertreter*innen „Planung, Vorgehen und Arbeitsweise“ prüfen zu lassen. Die „Sicht der Betroffenenvertreter“ soll Mitte August 2019 eingeholt und eingearbeitet werden. Quellen: Projekt  Beschreibung


11.7.2019 Eine unabhängige Kommission soll „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein (Landkreis Vulkaneifel)“, Bistum Trier, aufarbeiten. Projektstart ist im Herbst 2019, Projektende im Spätsommer 2021. Eingeladen wird öffentlich. In die Aufarbeitung werden Betroffene einbezogen. Die Leitung liegt bei Prof. Claudia Bundschuh und Dr. Bettina Janssen. Quelle: albertinum-gerolstein.de


10.7.2019 Interview mit Daniel Bogner „Ihr macht uns die Kirche kaputt – aber wir lassen das nicht zu. Quelle: wdr


10.7.2019 Pater Hans Zollner, Präfekt des Kinderschutzzentrums der Gregoriana und Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ist sich sicher, dass Prävention wirkt. Quelle: vaticannews


10.7.2019 Der emeritierte Pfarrer Z. des Bistums Münster sagte gestern im WDR, dass er sich über die Opfer wundere, „dass sie so lange damit [mit dem Gehen an die Öffentlichkeit] gewartet haben“ und fügte hinzu: „Wenn Kinder wirklich so etwas Schreckliches erlebt haben bei einem Jugendkaplan, warum gingen sie immer wieder dahin, hinterher?“Generell vertritt er im Blick auf den sexuellen Missbrauch die Auffassung, „dass es vielleicht nicht so tragisch für die Kinder war“, sagte der zuständige Bischof Genn und legte dar, dass Pfarrer Z. sich nicht mehr zur Sache äußern darf, keinen Dienst mehr als Seelsorger wahrnehmen darf (Zelebration, Predigt, Beichte) und unter Kürzung der Bezüge in den Ruhestand versetzt wurde. Zudem erwartet der Bischof eine „glaubhafte schriftliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen, gegenüber der Gemeinde, den Kolleginnen und Kollegen, gegenüber all den Menschen, die er verletzt hat.“ Genn war/zeigte sich fassungslos darüber, dass nach all den Jahren seit 2010 ein Pfarrer noch immer nichts verstanden hat. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Dass sich eine Gemeinde mit Betroffenen solidarisiert, ist ebenso bemerkenswert wie die klare Positionierung des Bischofs.

10.7.2019 In Polen soll eine staatliche Kommission Kindesmissbrauch in der Kirche, in anderen Glaubensgemeinschaften, im Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Sportsektor aufarbeiten. Drei Kommissionsmitglieder sollen vom Parlament mit Drei-Fünftel-Mehrheit gewählt werden, vier Mitglieder sollen vom Regierungschef, Staatspräsidenten und der nationalen Kinderrechtsbeauftragten bestimmt werden. Quelle: domradio.de


10.7.2019 Pater Mertes nimmt Stellung zur Aufforderung an Missbrauchsopfer, vergeben zu müssen. Er sagt: „Die Moralisierung von Vergebung als quasi 11. Gebot ist anti-theologisch. Wenn wir in der Eucharistie die Versöhnung feiern, die Gott stiftet, dann feiern wir eben das Wunder, das Gott wirkt. Und wenn wir das Wunder der Versöhnung mit dem moralischen Imperativ an uns selbst oder gar an andere verwechseln, „unseren“ Tätern zu vergeben, dann sind wir schon wieder bei uns und nicht bei Gott. Moralische Imperative kann man nicht feiern, Gottes Versöhnungswillen und -handeln aber umso mehr.“ Quelle: katholisch.de


9.7.2019 Till Magnus Steiner, Alttestamentler, macht sich Gedanken zur „Vergebung in Zeiten der Missbrauchskrise“: „Jemandem zu vergeben wird im Hebräischen durch das Verb סלח (gesprochen: salach) ausgedrückt und das einzige mögliche Subjekt dieses Verbes ist Gott. Nur Gott kann vergeben. Und die Voraussetzung der Bitte um Vergebung sind Reue, das Schuldbekenntnis und die Umkehr…“ Quelle: dei-verbum.de

8.7.2019 Samuel Tiesi, TOR (Tertius Ordo Franciscanus regulatus), Kaplan an der Franciscan University of Steubenville in den 1980er und 1990er Jahren, missbrauchte über Jahre hinwenig Studentinnen. In einem Offenen Brief berichtet eines der Opfer, Karen, dass Samuel Tiesi von vielen Menschen geschützt wurde, die von seinen Übergriffen und Missbräuchen wussten. Sie benennt als Schützer des Täters: Präsident der Franziskanischen Universität Michael Scanlan, Pater Jim Angert, Pater Ron Mohnicky, Pater Dan Sinisi, Msgr. Kurt Kemo, Msgr. Roger Foys (inzwischen Bischof), Pater Jordan Hite, Pater Edmund Carroll, Pater Christian Oravec, Pater Nicholas Polichnowski, Pater Richard Davis und das Bistum Steubenville. Quelle: patheos.com

8.7.2019 Lucia Scherzberg und August H. Leugers-Scherzberg untersuchen Kardinal Benedikts Schreiben und stellen vor allem in der Analyse seiner rhetorischen Mittel fest, dass es „wesentliche Kriterien populistischer Propaganda erfüllt“. Sie beobachten: schwarz-weiß-malerische Einteilung sozialer Akteure, Einteilung in eine Freund-Feind-Dichotomisierung, Konstruktion interner und externer Sündenböcke, Komplexitätsreduktion durch drastische, vereinfachende Veranschaulichung, Hypostasierung, Personalisierung, Dramatisierung und Emotionalisierung, Falschinformationen… Quelle: feinschwarz.net


8.7.2019 Der Vatikan hat die Immunität des Nuntius in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem päpstlichen Botschafter sexuelle Übergriffe gegen Männer vor. Quelle: NZZ


8.7.2019 „Die Kirche und ihre Amtsträger gleichen Patienten, die nicht zum Arzt gehen, weil der die Krankheit offenlegen könnte.“ Das sagt Werner Kleine und prognostiziert: „Die Therapie muss wohl radikal sein, an die Wurzeln gehen. Wenn die schon befallen ist, gibt es gar keine Rettung mehr. Viel Zeit bleibt auf jeden Fall nicht mehr.“ Quelle: katholisch.de


8.7.2019 Der seit 100 Tagen als Interventionsbeauftragter des Bistums Münser eingesetzte Peter Frings berichtet, dass er seit Amtsantritt im April „in gut 40 Fällen in Zusammenhang mit Missbrauch angesprochen“ wurde. Seither veröffentlichte das Bistum drei Fälle von inzwischen verstorbenen Priestern unter Missbrauchsverdacht. 138 Personalakten wurden der Staatsanwaltschaft vorgelegt, deren Verfahren jedoch wegen des Todes der Beschuldigten bzw. wegen Verjährung alle eingestellt wurden. Quelle: Domradio


8.7.2019 Ansgar Schreiner, der unabhängige Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer, berichtet, dass zwischen 2000 und 2009 nur sieben Fälle gemeldet wurden. Seit 2010 bis heute hingegen seien 28 Verdachtsfälle gemeldet worden, fünf davon richteten sich gegen Priester, 23 gegen Erzieherinnen, Pfleger oder ehrenamtliche Betreuer. Insgesamt wurden seit der Einsetzung unabhängiger Missbrauchsbeauftragten 238 Verdachtsfälle überprüft, etwa ein Drittel wurde in den Personalakten – zurückgehend bis 1912 – gefunden. Die übrigen Fälle wurden den Missbrauchsbeauftragten mitgeteilt. Zur Erinnerung: Die MHG-Studie untersuchte die Personalakten von 1946-2014 und fand 89 Beschuldigte. Quelle: Bistum Speyer


6.7.2019 Im Erzbistum München-Freising werden derzeit 20 Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs bzw. von Grenzüberschreitungen untersucht. Das sagte die neue Missbrauchsbeauftragte, Kirstin Dawin, Leiterin des Kinderschutz-Zentrums München. Quelle: hallo-muenchen.de


6.7.2019 Etwa 600 Frauen demonstrierten in Münster für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche. Der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Reidegeld, bat sie um Geduld. Er sagte, es gebe Forderungen, die schnell umgesetzt werden sollten – dies gelte aber nicht bei den Punkten „Diakonat für Frauen“ und „Priesteramt für Frauen“. Er wurde mit Pfiffen unterbrochen. Quelle: Domradio


6.7.2019 Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) berichtete, dass er die Bischöfe überzeugen musste, dass auf dem geplanten synodalen Weg das Frauenthema kein Querschnittsthema sein soll, sondern ein eigenes Forum bekommen müsse. Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Zwei Stimmen zur Reformbereitschaft der katholischen Bischöfe: Philipp Greifenstein  und Werner Kleine (8.7.2019).


5.7.2019 Raoul Löbbert antwortet auf den Brief des Papstes an das pilgendernde Volk Gottes in Deutschland: „Ich lese Ihren Brief. Er zermürbt mich: kein Wort über unsere Schuld, unsere Verantwortung, unseren Missbrauch. Dafür schreiben Sie über die „Erosion und den Verfall des Glaubens“, als seien dafür ominöse andere verantwortlich, der „starke Rückgang der Geburtenzahl“ etwa oder „die Überalterung der Gemeinden“. Auch der „Zeitgeist“ wird mal wieder herbeizitiert. Er bewirkt, suggerieren Sie, dass die Menschen der katholischen Wahrheit den Rücken kehren. Dabei kehren die Menschen nicht der Wahrheit den Rücken, sondern einer Institution, die, wie im Missbrauchsskandal offensichtlich wurde, diese Wahrheit verraten hat, es aber noch immer nicht zugeben kann ohne Relativierung. Vielleicht weil sie befürchtet, dass dann alles zusammenbricht, was noch Heimat und Obdach ist für das ‚pilgernde Volk Gottes‘.“

Löbbert kritisiert, dass der Papst noch vor Beginn des synodalen Weges darauf hinweist oder damit droht, dass eine Teilkirche sich nicht von der Weltkirche entfernen dürfe. Er fragt an, wie der eingeforderte „Primat der Evangelisierung“ gelingen solle, wenn die Kirche blind ist für das eigene Versagen in der Vergangenheit. Quelle: zeit.de


5.7.2019 Bischof Ackermann ruft zu Besonnenheit angesichts der neueren Zahlen, dass sexueller Missbrauch durch kath. Kleriker nicht zurückgegangen sei, auf. Er wies darauf hin, dass bisher eine seriöse Wirkungsforschung für den Bereich der Prävention fehle. Quelle: Domradio.de


5.7.2019 Das Erbistum Köln widerspricht dem Forscher Dreßing, ZI Mannheim, der aufgrund der Daten der MHG-Studie ermittelte, dass die Quote der Priester, die Minderjährige missbrauchen, nicht zurückgegangen sei. Der Kölner Interventionsbeauftragte Vogt sagt, die gemeldeten Missbrauchsfälle seit den 1990er Jahren sei im Erzbistum Köln zurückgegangen, die Zahl der Missbrauchsvorwürfe insgesamt sei jedoch gleichgeblieben. Die Vorwürfe bezögen sich aber „zu fast 90 Prozent auf Vorfälle, die weit vor dem Jahr 2009 stattgefunden haben sollen“. Dreßing hatte die Jahre 2009 bis 2015 im Vergleich zu 1946 bis 2008 untersucht. Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Wichtige Kirchenvertreter und der Vatikan sollen bereits 2012 Informationen über den verschwenderischen Lebensstil und die Veruntreuung von Kirchengeldern des US-Bischofs Bransfield erhalten haben. Informiert gewesen seien der damalige US-Nuntius Vigano, Kardinal Leo Burke, Erzbischof Lori von Baltimore. Lori, Burke und Vigano haben Geldgeschenke von Bransfield erhalten. Insgesamt verteilte Bransfield 350.000 Dollar. Allein für private Reisen soll Bransfield 2,4 Millionen Dollar ausgegeben haben. Erzbischof Lori soll er 3.000 Dollar „als Auslagenersatz“ für zwei Messen gegeben haben. Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Zusätzlich zu den Themen „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung – Sexualmoral – Priesterliche Lebensform – soll es im angekündigten synodalen Weg auch das Thema „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ geben. Bischof Bode wird dieses Forum leiten. Im Herbst 2019 wird die Zustimmung der Bischöfe und Laien (ZdK) erwartet. Die ersten drei Foren sollen im Herbst 2019 erste Zwischenergebnisse vorbereiten. Starten sollen die Reformgespräche am 1. Advent 2019. Erstes Treffen ist im Frühjahr 2020 geplant. – Kardinal Marx wies darauf hin, dass kein Bischof gezwungen sei, die Ergebnisse des Reformdialogs in seinem Bistum umzusetzen. Quelle: katholisch.de


5.7.2019 Zwei mutmaßliche Opfer sexueller Übergriffe des Erzbischofs Luigi Ventura, Nuntius in Frankreich, haben den Erzbischof im Vatikan verklagt. Der Prozess in Frankreich ruht derzeit, weil der Nuntius unter diplomatischer Immunität steht. Laut La Croix soll auch ein ostfranzösischer Bischof von Ventura unsittlich berührt worden sein. Auch in Kanada und Chile, wo Ventura zuvor tätig war, soll es mögliche Fälle geben.

Seit Juli 2013 kann die Justiz des Vatikanstaates auch über Straftaten urteilen, in denen Vatikan-Bedienstete ihre Macht im Ausland missbraucht oder ihre Pflichten verletzt haben. 

Quelle: kleinezeitung.at


4.7.2019 Der Rottenburger Generalvikar Stroppel widerspricht dem Forscher Dreßing und legte Zahlen zu den bistumsweit 181 bekannten Missbrauchstaten und Beschuldigungen gegen Geistliche vor. „Demnach gab es in den 1960er Jahren mit 59 die meisten Fälle, in den 1970er Jahren waren es 29, in den 1980er Jahren 33 Missbrauchsvorwürfe beziehungsweise -taten. Seitdem gingen die Fallzahlen deutlich zurück: Für die 1990er Jahre dokumentiert die Diözesanstatistik 16 Fälle, für die 2000er Jahre 11 Fälle und seit 2010 noch 6 Missbrauchstaten. Die jüngsten Fälle stammten aus den Jahren 2011 und 2014, wo es jeweils Vorwürfe gegen einen Priester gegeben habe. Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben.“

Später wurde dieser letzte Satz ergänzt um „Präzisierungen“: „Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit würden vereinzelt nach wie vor gemeldet.“ Und aus dem Satz: „Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben“ wurde der Satz: „Seit 2015 habe es keine neuen Hinweise auf Fälle von aktuellem sexuellen Missbrauch gegeben.“ Quelle: katholisch.de

Kommentar: Also gab es sehr wohl Hinweise auf sexuellen Missbrauch seit 2015, die sich auf „Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit“ beziehen. Ob diese neu bekannt gewordenen alten „Fälle“ in die angeführten Zahlen seit den 1960er Jahren eingegangen sind, ist nicht erkennbar.


4.7.2019 Der katholische französische Priester Preynat hat in einem kanonischen Verfahren „wegen der großen Zahl der Opfer“ und wegen des „Missbrauchs seiner Autorität die klerikale Würde verloren. Er gestand, zwischen 1986 und 1991 „mehrere Pfadfinder“ missbraucht zu haben. Kardinal Barbarin wurde in seinem Fall wegen Vertuschung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und lässt derzeit sein Amt als Bischof von Lyon ruhen. Seinen Rücktritt nahm Papst Franziskus nicht an. – Preynat hatte vergeblich die Ausstrahlung des Filmes „Grace à Dieu“ verhindern wollen, die sich aus Opferperspektive mit seinem Fall beschäftigt. Quelle: nau.ch


4.7.2019 Pfarrer Z. predigte in der Münsteraner Kirche Heilig Geist. Dabei warb er um Vergebung, führte zwei Frauen an, die sich abfällig über ihre verflossenen Ehemänner äußerten und bezog die Aufforderung zur Vergebung auf diese Frauen, die ihren Männern vergeben sollten und zugleich auf Priester, die als Täter Minderjährige missbraucht haben. Auch den Tätern müsse vergeben werden. Daraufhin verließen Teile des Chores und rund 70 Gottesdienstbesucher*innen den Gottesdienst. Im Gespräch mit der Kirchenzeitung führte der Pfarrer aus, auch Jesus habe der Ehebrecherin und der barmherzige Vater dem verlorenen Sohn vergeben. Er beklagte, dass auch Bischöfe von Priester-Tätern als Verbrecher sprechen, obwohl diese auch gute Seelsorger gewesen seien. Pfarrer Z. brach seine Predigt ab, weil er mit seiner Stimme nicht gegen „den schreienden Mob“ angekommen sei, berichtete er „Kirche und Leben“.

Der leitende Pfarrer Stefan Rau bedauerte das Geschehen. Daher wird es am Montag, 8.7., ein Gespräch in der Gemeinde über die Predigt geben. An diesem Gespräch wird der Pfarrer Z., der seine Predigt verteidigte, nicht teilnehmen. Rau sagte, dass auch von Missbrauch Betroffene in dem Gottesdienst waren. Pfarrer Z. meinte im Gespräch mit der Kirchenzeitung, das sei ihm nicht bewusst gewesen. Quelle: Kirche und Leben

Kommentar von Pfarrer Dierk Schäfer

Kommentar: Offensichtlich hat sich noch immer nicht rumgesprochen, dass ca 14 % der  Kinder zwischen 0 und 14 Jahren sexuell missbraucht werden. Und natürlich sind Missbrauchsopfer überall anzutreffen – auch in Gottesdiensten.


3.7.2019 Die Quote der sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester ist zwischen 2009 und 2015 nicht zurückgegangen, sondern konstant geblieben. Das haben Wissenschaftler*innen unter Federführung des Forschers Dreßing, ZI Mannheim, festgestellt. Dass die Quote nicht zurückgegangen ist, erstaunt, da es ab 2002 bereits Leitlinien gibt. Erhoben wurden nur Fälle, die im Jahr der Erhebung stattgefunden haben sollen und bei dem Kinder jünger als 14 Jahre waren. Die Analyse ergab auch, dass Priester ebenso häufig wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt wurden wie Männer in der Allgemeinbevölkerung. In einigen Jahren lag die Quote der beschuldigten Priester sogar höher als die der männlichen Allgemeinbevölkerung. 2015 gab es 33,4 beschuldigte Priester pro 100.00 (2014: 25,5; 2013: 50,2). Bezogen auf die ca 14.000 Priester entspricht das einer absoluten Zahl von 4,7 Neubeschuldigungen. – Dreßing erklärte den Befund damit, dass Prävention bei einigen Priestern „auf Granit stoße“ und dass strukturelle Risikofaktoren – klerikale Macht, Zölibat, kirchliche Sexualmoral – unverändert sind. Quellen: thieme.de   katholisch.de   domradio 5.7.2019


3.7.2019 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann sieht im Klerikalismus der kath. Kirche ein Haupthindernis für jegliche Kirchenreform. Die Kirche habe sich mit ihrer klerikalen Hierarchie von der Moderne entfremdet und entfremde sich auch zunehmend von ihren Gläubigen. Kaufmann fordert die Entkoppelung von Leitungskompetenzen und sakramentalen Kompetenzen.

Kaufmann beschreibt den Ausbau der Sonderstellung von Klerikern gegenüber Laien durch Pflichtzölibat, Gehorsamspflicht und Sakramentenverwaltung und deren Überhöhung als „göttliches Recht“ im 19. Jahrhundert. Quellen: faz  orf


1.7.2019 Matthias Katsch, Gründer der Opferinitiative Eckiger Tisch, Canisius-Kolleg, erhält den Kulturpreis der Internationalen Paulusgesellschaft. Damit wird sein EInsatz für die Aufarbeitung sexueller Verbrechen an Minderjährigen in der katholischen Kirche gewürdigt. Quelle: evangelisch.de

1.7.2019 Der Vatikan hat die Unverletzlichkeit des Beichtgeheimnisses bekräftigt und sich gegen die Erwartung, die katholische Kirche müsse ihre Rechtsordnung an jene einzelner Staaten anpassen, verwahrt. Wenn in der Beichte Straftaten zur Sprache kommen, dürfe als Bedingung für die Lossprechung nicht verlangt werden, dass die Straftat vor einem zivilen Gericht gemeldet werden müsse. Zugleich betont der Vatikan, dass für eine Vergebung aufrichtiges Bedauern und Besserung Voraussetzung seien. Quelle: domradio


1.7.2019 Harald Dreßing fordert im Interview mit Christiane Florin u.a. angemessene Entschädigungen für Opfer („Wenn man solche schweren Verläufe sich anschaut, ist man sicherlich schnell auch in sechsstelligen Eurobereichen.“), Einsicht in die Akten und Veröffentlichung der Namen derjenigen, die Täter geschützt haben. Er beschreibt die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Missbrauchs und weist auf die dauerhaft ge- oder zerstörte spirituelle Identität hin. Dreßing vermisst „eine Fokussierung der Präventionsarbeit auf die spezifischen Risikokonstellationen des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker.“

„Also, wenn die genannten spezifischen Risikokonstellationen nicht angegangen werden, dann ist alle Präventionsarbeit, die gemacht wird, insoweit wirkungslos, wenn es sich auf die Prävention des sexuellen Missbrauchs durch katholische Kleriker bezieht. Es ist ja auch so, dass – auch das war ein Teil unserer Studie – die Präventionsbeauftragten gesagt haben, in Kindergärten und in Schulen kommen wir ganz gut mit unseren Präventionskonzepten voran, aber wenn es um Prävention bei Klerikern geht, erfahren wir häufig Ablehnung und Widerstand.“

Zum neu gegründeten „Institut für Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt“, das in Lantershofen angesiedelt wird, sagt Dreßing, dieses Institut sei „Klerikalismus in Reinform“. Der Verantwortliche – der bisherige Präventionsbeauftragte des Erzbistums Köln – ist zwar kein Geistlicher aber kirchlicher Mitarbeiter.

Dreßing kommentiert: „Also, wer so etwas macht, hat eigentlich über die spezifischen Risikostrukturen wirklich nichts verstanden. Die Täterorganisation kann keine Aufarbeitung machen. Das wissen wir aus organisationssoziologischen Studien. Das müssen unabhängige Institute sein.“
Bei der Bischofskonferenz vermisst er eine konzertierte Strategie. Quelle: DLF