Skip to content

Presse

3. Quartal 2018

30.9.2018 Die Missbrauchsopfer der Korntaler Brüdergemeinde fordern eine staatliche Aufklärung. Im Untersuchungsbericht der Brüdergemeinde seien viele Taten gar nicht erwähnt. Statt von 80 Tätern und Täterinnen sei nur von 8 Tätern die Rede. Quelle: swr.de


30.9.2018 Das erste Opfer von Pater Gregor Müller berichtet, dass der Abt irgendwann nach 1968 über den Missbrauch informiert war und nichts unternahm. Erst als der Großvater des Opfers zum Abt ging, wurde der Pater versetzt, nach Birnau, wo er weitere Opfer fand. Aus der Klasse des ersten Opfers mit 44 Schülern, machten nur 14 das Abitur, zwei Schüler versuchten, sich umzubringen. Quelle: blick.ch


29.9.2018 Im Monat Oktober lädt Franziskus zu einer richtiggehenden Gebetskampagne gegen den Teufel ein. Die Katholiken sollten „gegen den Teufel, der die christliche Gemeinschaft spaltet“, bitte möglichst täglich zum Rosenkranz greifen und Maria anrufen, „um die Kirche in diesen schwierigen Zeiten zu schützen“. Quelle: Radio Vatikan


29.9.2018 Für das Erzbistum Berlin übernehme Bischof Koch die Verantwortung da, „wo vertuscht oder nicht angemessen mit Schuld umgegangen wurde, wo Menschen im ‚System Kirche‘ das Offensichtliche nicht wahrhaben wollten oder systematisch weggeschaut haben“. (Was die Verantwortungsübernahme konkret bedeutet, ist nicht erkennbar.) Das Erzbistum ruft Opfer auf, sich zu melden. Quelle: Domradio


29.9.2018 In Chile wird gegen 221 Priester und 8 Bischöfe wegen sexuellen Missbrauchs und Vertuschung aufgrund von Anschuldigungen zwischen 2000 und 2018 ermittelt. Untersucht wird u.a., ob Bischöfe Opfer daran hinderten, die Justiz einzuschalten. Quelle: cruxnow


29.9.2018 83 Prozent von 1.260 von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer befragten Wahlberechtigten sind der Ansicht, dass die Katholische Kirche zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch zu wenig tut. Quelle: fuldainfo.de


29.9.2018 Der Film „Kler“ (deutsch „Klerus“) befeuert die Debatte um Missstände in der mächtigen katholischen Kirche Polens. Quelle: dw.com


29.9.2018 Hier einige Stimmen zur Reaktion der Bischöfe auf die MHG-Studie:

Marianne Heimbach-Steins, Theologin und Sozialethikerin: „Ich bin überrascht, dass jetzt viele [Bischöfe] von den Ergebnissen überrascht zu sein scheinen… Die Kirche ist seit acht Jahren mit dem Missbrauchsthema befasst. Das finde ich erschütternd… Die Kirche muss mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren… Die Kirche braucht eine unabhängige Kontrollinstanz.“ In Teilen des Klerus’ sei immer noch tief verankert, dass die katholische Kirche eine „sich selbst genügende Institution“ sei, eine „societas perfecta“. Dieses Verständnis begünstige es, eher die Institution zu schützen als Missbrauch und Fehlverhalten aufzudecken. „Dieses Kirchen- und Amtsverständnis, dieser Klerikalismus muss aufgebrochen werden“, betonte sie. Durch das verklemmte Verhältnis zu Sexualität, Beziehungen und Homosexualität habe sich die Kirche von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt. Die Bereitschaft der Gläubigen, die Kirche als moralische Instanz zu akzeptieren, schwinde.
ZdK-Präsident Sternberg beklagt den „Flickenteppich von 27 Erzbistümern“ bei der Präventionsarbeit.
Heiko Schnitzler, AKO, Eckiger Tisch: „Dieselben, die da oben [bei der Vorstellung der MHG-Studie] Krokodilstränen vergießen, sind diejenigen, die ihre Archive nicht geöffnet haben.“ „Allein an unserer Schule gab es rund 400 Fälle, wenn die Bischöfe nun rund 3700 gefunden haben, denke ich, dass da einige fehlen“, sagt er ironisch. „Hängen Sie eine Null dran.“ Der Nachfolger des Haupttäters als Schulleiter trat 2010 zurück, die Betroffenen des Eckigen Tisches unterstellen ihm Mitwisserschaft. „Er ist nun in gleichem Rang Superior einer Jesuiten-Kommunität und Seelsorger für Priester“, sagt Schnitzler. „Es ist eigentlich nichts passiert.“ Schnitzler fordert ein Eingreifen des Staates. Bei den Bischöfen gebe es „weiter einen Willen zur Verschleierung“. „Wenn mal einer Verantwortung übernehmen und zurücktreten würde, das wäre ein Zeichen.“ Quelle: waz.de
„Die Leidensfähigkeit vieler Katholiken ist erschöpft.“ sagt Giovanni di Lorenzo in der Zeit.

28.9.2018 Im Kampf gegen den Missbrauch in ihren Reihen haben die Bischöfe einen neuen Schuldigen gefunden: den „Klerikalismus“, die Selbstbezogenheit der Geistlichen. Ehrlichkeit und schonungslose Selbstkritik aber klingen anders – und sie hätten Folgen. Raoul Löbbert kommentiert. Quelle: zeit.de

28.9.2018 Norbert  Bauer stellt die richtigen Fragen: „Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Bischöfe mal die selbstreferentielle Sorge um die Kirche außer Acht gelassen hätten? Was wäre gewesen wenn sie auf ihre Christusgewissheit als Durchhalteparole verzichtet hätten.  Wie wäre es gewesen, wenn Bischof Schick Mt 28.20 nicht auf die Kirche bezogen hätte, sondern mit aller Vorsicht die Hoffnung formuliert hätte, dass diese Zusage Jesu in diesen Tagen den Opfern zunächst gelte und eben nicht der Kirche. Was wäre gewesen, wenn er nicht vom Fegefeuer der Kirche, sondern von der Hölle der Opfer gesprochen hätte ? Vielleicht wäre der von Kardinal Marx fixierte Wendepunkt auch in den Predigten erkennbar gewesen.“ Quelle: theosalon.blogspot.com/


28.9.2018 Das Erzbistum Freiburg hat eine Expertengruppe und ein Beratungstelefon für Opfer eingerichtet. Erzbischof Burger berichtete, dass auch in seinem Bistum Akten manipuliert wurden. Täter der vergangenen Jahrzehnte seien so nicht mehr zu identifizieren. Teile von Personalakten oder Einträge fehlten, 9 der insgesamt 4123 Personalakten seien komplett verschwunden. Quelle: Esslinger Zeitung/WsK


28.9.2018 Im Bistum Würzburg soll ein spezielles Seelsorgeteam Betroffene begleiten. Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de


28.9.2018 „Ich bin selber kein Täter. Aber ich bin mitverantwortlich für das System und möchte ein Zeichen setzen. Ich habe leider viel zu lange geschwiegen und weggesehen. Ich habe es gut gemeint und wollte Schaden von meiner Kirche abwenden. Ich habe so Opfer verraten und Täter geschützt. Heute sehe ich, dass das falsch war. Dafür übernehme ich die ganze Verantwortung. Ich kann nicht länger in meinem Amt bleiben und bitte die Opfer meiner Kirche und Gott um Vergebung.“

Das schlägt der Chefredakteur des Domradios, Ingo Brüggenjürgen, den Bischöfen vor zu sagen. Ihm würde es Mut machen, wenn wenigstens ein einziger verantwortlicher Kirchenmann aufsteht und dies bekennt. Quelle: Domradio

28.9.2018 Die taz kommentiert: „Die Bischöfe mögen es mehrheitlich durchaus ernst meinen mit ihrem stets betonten Willen, nach Jahrzehnten des kirchlichen Wegschauens, Leugnens und Schweigens endlich reinen Tisch zu machen. Dass sie unabhängige ForscherInnen damit betrauten, den sexuellen Missbrauch von jungen Menschen, meist Jungen, in ihrer Kirche zu untersuchen, spricht dafür. Die letzte Konsequenz aus der erschütternden Studie aber haben die Oberhirten gescheut: kein Rücktritt, nirgends. Haben sie sich wirklich nichts vorzuwerfen, was es erzwänge, für sich einen Schlussstrich zu ziehen, und sei es aus (kirchen-)politischen Gründen?“ Quelle: taz.de

Kommentar: „Ein Bischof, der einen Priester in eine andere Pfarrei versetzt, wenn ein Fall von Pädophilie entdeckt wird, ist verantwortungslos, und das Beste, was er tun kann, ist, seinen Rücktritt einzureichen.“ Das sagte Papst Franziskus am 17.2. 2016 auf der Rückreise von Mexiko. Offensichtlich nimmt ihn da kein deutscher Bischof so recht ernst.


28.9.2018 Bischof Richard J. Malone hat die Identität mutmaßlicher Priestertäter vor der Öffentlichkeit verborgen. Im März veröffentlichte er die Namen von 42 Priestern der Diözese Buffalo, die nach Missbrauchsvorwürfen das Priesteramt verlassen hatten. CNN hat inzwischen Daten erhalten, die zeigen sollen, dass die Zahl der beschuldigten Priester bis zu 200 betragen könne. Quelle: edition.cnn.com


28.9.2018 Karadima, Chile, wurde nun aus dem Klerikerstand entlassen. Ursprünglich sollte er eine mildere Strafe erhalten: er sollte sein restliches Leben in Gebet und Buße vrbringen. Missbrauchsopfer kritisierten, dass diese Strafe einer bezahlten Pensionierung gleichkomme. Geistliche betrachten die Entlassung aus dem Klerikerstand als kirchliches Äquivalent zur Todesstrafe. Quelle: tagesschau.de


28.9.2018 Der Freiburger Erzbischof will nun Opfer treffen und aktiv auf sie zugehen: „Ich möchte in der Begegnung nicht nur den Betroffenen zuhören, sondern mir von den Betroffenen erzählen lassen, woran gearbeitet werden muss, was überhaupt aus Betroffenensicht die notwendigen Konsequenzen aus dem jahrzehntelangen Missbrauch durch unsere Kleriker sind. Ich möchte gezielt eine Möglichkeit schaffen, in der Betroffene aus ihrem jeweiligen Blickwinkel erzählen, wie sie die Kirche wahrnehmen und erleben.“

Im Erzbistum Freiburg seien, so der Erzbischof weiter, in der Vergangenheit Akten gesäubert worden, so dass Hinweise auf Missbrauch bei Tätern, von denen wir heute wissen, in den Akten nicht zu finden seien. Quelle: stuttgarter-nachrichten.de,

28.9.2018 In den evangelischen Landeskirchen haben Missbrauchsopfer vergleichbare Probleme wie in der katholischen Kirche. Quelle: evangelisch.de

28.9.2018 Rechtsanwalt Eberhard Reinecke, Beiratsmitglied des Instituts für Weltanschauungsrecht, fordert die Staatsanwaltschaften auf, die Kirchenarchive der Diözesen zu beschlagnahmen. Quelle: hpd.de


28.9.2018 Anlässlich der Aufstellung des Mahnenden Mühlsteins in Münster sagt der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings: „Die Missbrauchszahlen erschrecken, erschüttern und beschämen mich“ und er stellte die Frage, wo die bischöfliche Leitungsebene versagt habe. Quelle: muensterschezeitung.de

27.9.2018 Der Maßnahmenkatalog der Bischofskonferenz stößt auf Kritik. Rörig vermisst einen konkreten Fahrplan  und schlägt vor, dass die Bischöfe ihn bis zum Gipfelgespräch im Vatikan im Februar vorlegen sollten. Wunibald Müller dringt auf rasches Handeln, es müssten jetzt Konsequenzen aus dem, was wir schon seit Jahrzehnten wissen, gezogen werden. Der Eckige Tisch ist enttäuscht von den „dürftigen Ankündigungen“ und fassungslos. Wir sind Kirche sagt, die allgemein formulierte Erklärung lasse nicht erkennen, wann die konkrete Aufarbeitung der institutionellen Verantwortung in Angriff genommen werde und ob es ein einheitliches und gemeinsames Vorgehen der Bischöfe gebe. Quelle: neuesruhrwort.de


27.9.2018 Matthias Katsch fordert eine unabhängige Untersuchung sexuellen Missbrauchs in der kath. Kirche. Bemerkenswert findet er den hohen Anteil von Mädchen in der MHG-Studie. Quelle: feinschwarz.net

Kommentar: Nach meiner Beobachtung ist der sexuelle Missbrauch junger Mädchen und junger Frauen durch Kleriker noch gar nicht recht im Blick.


27.9.2018 Zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz erklärten die Bischöfe ihre Absichten:  ein transparenter Gesprächsprozess mit Experten über den Zölibat und die Sexualmoral der Kirche solle geführt werden, die Zahlungen von Anerkennungsleistungen an Opfer sollen überprüft werden. Externe und unabhängige Anlaufstellen zu Fragen sexuellen Missbrauchs sollen zusätzlich eingerichtet werden; die Bischöfe wollen mehr als bisher Begegnungen mit Betroffenen suchen; Standardverfahren zur Führung von Personalakten sollen entwickelt werden, überdiözesane Kontrollverfahren für den Umgang mit Missbrauch und für Prävention sollen eingeführt werden.

Zudem wollen sie klären, wer über die Täter hinaus Verantwortung institutioneller Art für das Missbrauchsgeschehen getragen hat. „Ausdrücklich soll der weitere Weg gemeinsam mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs, externen Fachleuten und Vertretern unserer Laiengremien, besonders des Zentralkomitees der deutschen Katholiken erfolgen“, sagte Bischof Ackermann. Quelle: domradio

Kommentar: Am 22.10.2010 sagte der damalige Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch: „Wir haben Opfern zu wenig zugehört, Fehler falsch beurteilt und unser Handeln, wie andere auch, oft zu sehr darauf ausgerichtet, dass das Ansehen der eigenen Institution, der Kirche, bewahrt bleibe.“  Im Maßnahmenkatalog der Bischofskonferenz kommt die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche erst gar nicht vor. Der Gesprächsprozess über den Zölibat läuft ergebnislos seit Jahrzehnten. Den Opfer sollte doch seit 2010 zugehört werden – nur haben die das eher selten erlebt, dass ihnen zugehört wurde. Und diejenigen, die seit Jahren Auskunft über ihre Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen, d.h. die Vertuschung, hätten geben können und müssen, sind die Bischöfe, Generalvikare, Personalchefs. Sie müssten nur nachdenken, welche Täter sie versetzt haben, ohne auch nur die neue Gemeinde zu informieren; welchen Anzeigen und Hinweisen von Opfern sie nicht nachgegangen sind; welche Opfer sie abgeschreckt haben; welchen Meldungen sie mit Schweigen und unerträglichem Hinauszögern von Antworten – und Taten! – begegnet sind; wo sie den Tätern Glauben schenkten und die Opfer im Stich ließen.

Und schließlich: Noch immer ist nicht im Blick, dass es Missbrauchsopfer gibt, die seelsorgliche Begleitung (d.i. immerhin das Kerngeschäft der Kirche!) im Leben mit anhaltenden Traumafolgen suchen. Noch immer sind nicht auch die Menschen im Blick, die außerhalb der Kirche sexualisierte Gewalt erlebt haben und von ihrer Kirche Unterstützung erwarten. Sollen die alle weiter warten, bis den Verantwortlichen aufgeht, dass sie diese Menschen fragen müssten: „Was brauchst du? Was würde Ihnen das Leben erleichtern?“

Und wie lange sollen sie warten? Bis zum nächsten Forschungsergebnis? Wird dann wieder ein ergebnisloser Gesprächsprozess angeregt? Wird es dann wieder wortreiche Entschuldigungen und große Versprechen geben? Wird auch bis dahin kein einziger verantwortlicher Bischof  mit Nein antworten, wenn er gefragt wird: „Eine Frage noch zur persönlichen Verantwortung. … Gab es einen oder zwei [Bischöfe], die … gesagt hätten: ‚Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen. Ich kann eigentlich die Verantwortung des Amtes nicht mehr tragen?'“Aber vielleicht gibt es bis dahin sowieso niemanden mehr, den das noch interessiert. Ich fürchte, viele Bischöfe haben  den Ernst der Lage noch immer nicht erfasst, den Ernst ihrer Lage und was das für die Verkündigung des Evangeliums bedeutet. Dass viele die Situation der Opfer noch immer nicht erfasst haben, ist leider wahr.


27.9.2018 Wie die Vertuschung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche funktionierte und warum das Problem auch in Deutschland noch nicht gelöst ist. Diesen Fragen gehen Evelyn Finger, Wolfgang Thielmann, Veronika Völlinger und Marc Widmann nach: „Das Schweigen“: „Wie konnte es geschehen, dass Kleriker tausendfach Missbrauch begingen, ohne dass sie bestraft wurden? Wie konnte es geschehen, dass all die Missbrauchsfälle in den Bistumsarchiven dokumentiert wurden, folgenlos? Doris Wagners Schicksal belegt: Es geschah und geschieht nicht nur aus Angst vor Skandal. Sondern weil die Kirche, indem sie sich gegen die moderne Welt abschottete, zum Selbstzweck wurde. Weil sie in ihrem Machtwahn die Gutgläubigsten verletzte: die Kinder, die Jugendlichen, die Frommen.“ Quelle: zeit.de


26.9.2018 Prof. Dr. Harald Dreßing – Leiter forensische Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim, Jörg Vins – SWR-Abteilungsleiter Religion und Welt, Baden-Baden, Dr. Wunibald Müller – katholischer Theologe und psychologischer Psychotherapeut, Würzburg. Eine Diskussionssendung. Gesprächsleitung: Holger Gohla. Hier wird Klartext geredet. Quelle: swr.de


26.9.2018 „Papst Franziskus hat den öffentlichen Umgang mit den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche kritisiert. Es sei unfair, heutige moralische Maßstäbe an frühere Vertuschungen von sexuellen Übergriffen durch Priester anzulegen, da einst jeder Verbrechen verschleiert habe. Die Verschleierung in der Kirche an heutigen Standards zu messen sei genauso ungerecht wie ein Richten über erzwungene Bekehrungen von indigenen Völkern während der Kolonialära oder gar über die Anwendung der Todesstrafe, sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstagabend weiter. Quelle: welt.de

Ohne Kommentar


26.9.2018 „Das System Jegge“ – Film über Jürg Jegge, einen Reformpädagogen, der Schüler sexuell missbrauchte: Wie es ihm gelang, in aller Öffentlichkeit ein geschlossenes System aufzubauen. Quelle: 3sat.de


26.9.2018 Die Bundesjustizministerin Kaarina Baley sagt, Staatsanwaltschaften können auch kirchliche Einrichtungen durchsuchen und Akten beschlagnahmen. Vorausgesetzt, die gesetzlichen Voraussetzungen liegen vor. Geheimarchive gebe es in der dt. Strafprozessordnung nicht. Gebraucht wird ein Anfangsverdacht auf eine konkrete Straftat in einem konkreten Fall, etwa eine Strafanzeige gegen einen namentlich beschuldigten Täter. Eine Vermutung, dass in Geheimarchiven Hinweise auf Straftaten liegen könnten, reicht für einen Durchsuchungsbeschluss nicht aus.

Gäben jedoch Insider aus einem Bistum den Ermittlern belastbares Material, könnten strukturelle Ermittlungen angestellt werden.

Justizministerin Barley sagt: „Nur die Kirche selbst kann ihre Strukturen verändern. Wären die Mauern des Schweigens früher durchbrochen worden, hätten viele Kinder geschützt werden können.“ Quelle:  zeit.de


26.9.2018 Eine Betroffene schildert ihre Erfahrungen mit der katholischen Kirche und sagt, dass viele Gemeinden das Thema Missbrauch völlig ausblenden. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Stimmt. Dabei könnte das der Ort sein, an dem Missbrauchsopfer spüren: Ich gehöre dazu.


26.9.2018 Kein Bischof tritt zurück. Quelle: Zeit.de


26.9.2018 Interview mit Prof. Dreßing. Quelle: katholisch.de


26.9.2018 Kardinal Marx bekannte eigene Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen. Aber die Bischöfe denken nicht über Rücktritte wegen eigenen Versagens oder Fehlverhaltens nach. Quelle: Domradio

Kommentar: Da bleibt zu fragen, ob den Bischöfen nicht klar ist, dass sie (einige/viele von ihnen und ihren Generalvikaren, Personalchefs, Vorgängern),  mindestens bei Mehrfach- und Serientätern Beihilfe zu sexuellem Missbrauch geleistet haben. Mir ist schleierhaft, wie die Bischöfe so Vertrauen zurückgewinnen wollen.


26.9.2018 Hier ist die ganze MHG-Studie zu finden. Quelle: dbk.de


26.9.2018 Im Bistum Münster ist man der Ansicht, dass wir härtere kirchliche und staatliche Strafen brauchen und ein Ende der Verjährungsfristen. Kirche müsste auch eine Neubewertung von Homosexualität vornehmen. Quelle: bistum-muenster.de


26.9.2018 Der dt. Arzt der Colonia Dignidad wurde 2011 in Chile wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch in 16 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er floh nach Frankfurt a.M. Nach dt. Recht kann er nicht an Chile ausgeliefert werden. Chile beantragte die Strafvollstreckung in Deutschland. Nach dt. Recht sind die im chilenischen Verfahren geschilderten Taten des Arztes nicht strafbar, so die Ansicht des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Die Entscheidung des Gerichts ist abschließend. Die Urteilsbegründung ist noch nicht öffentlich. Quelle: amerika21.de spiegel.de


25.9.2018 Das Opfer eines Berliner Kaplans informiert, dass der Täter wieder Gottesdienste feiern darf, zur Aushilfe, ohne eigene Gemeinde. 2012 wurde der Pfarrer suspendiert. Seitdem hat die Kirche intern ermittelt, hat den Fall nach Rom überwiesen, Gespräche mit Opfer und Täter geführt. Er hat sich einer forensischen Begutachtung unterzogen. Das Erzbistum geht jetzt davon aus, dass von ihm keine Gefahr mehr droht. Er bleibt im Ruhestand und bekommt keine eigene Gemeinde mehr, das sind Auflagen aus Rom. Gottesdienste darf er jedoch feiern. Quelle: Berliner Zeitung


25.9.2018 Schwester Katharina Kluitmann, Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz und DOK-Präventionsbeauftragte sagt: „Ordensobere dürfen das Gespräch mit Opfern nicht verweigern, nur weil sie dann drei Nächte nicht schlafen können. Die Opfer können oft Jahrzehnte nicht schlafen – und haben keine Wahlmöglichkeit. Wäre es nicht angemessen, das Gespräch aktiver anzubieten? Oder gar zu fragen: „Was würde Ihnen jetzt helfen?“ Die finanzielle Seite ist dabei klar: Besser, wir werden an Geld arm durch die Unterstützung der Opfer, als dass wir an Liebe arm werden – und nebenbei auch noch am letzten Rest an Glaubwürdigkeit in dieser Sache.“ Quelle: orden.de


25.9.2018 Der US-Schauspieler Bill Cosby muss wegen sexuellen Missbrauchs mindestes drei Jahre ins Gefängnis. Sein Name kommt auf die Liste der Sexualstraftäter in Pennsylvania. Quelle: Zeit


25.9.2018 Der Opferverband Eckiger Tisch hat kritisiert, dass die katholische Kirche ihren Missbrauchsskandal nicht umfassend genug aufklärt. Vor allem würden in einer Studie der Kirche dazu keine Namen fallen, weder von Tätern noch von ihren Vorgesetzten, bemängelte der Verband. „Es werden auch keine verantwortlichen Bischöfe genannt, die das System aus sexuellen Übergriffen über Jahrzehnte gedeckt und perfektioniert haben.“ Die katholische Kirche solle ihre Archive öffnen. Quelle: Zeit


September 2018: Klaus Mertes in den Stimmen der Zeit: Sprechen über den Skandal: Missbrauch institutionell aufarbeiten. „Wer sexuellen, körperlichen oder verbalen Missbrauch in Institutionen aufarbeitet, befindet sich auf einem schmalen Grat zwischen Opfer- und Institutionsperspektive. Nur wer gegen das Vergessen ankämpft, kann langfristig aus den Vorfällen lernen und nachhaltige Präventionsarbeit leisten. Über Chancen dieser Gratwanderung aber auch über ihren Preis berichtet Klaus Mertes SJ. Quelle: herder.de


25.9.2018 Hier einige Pressestimmen zur heutigen Veröffentlichung der MHG-Studie: Süddeutsche, Spiegel, Domradio, Jürgen Erbacher, katholische Verbände – ZdK, BDKJ, Familienbund, Augsburger Allgemeine, NDR


25.9.2018 Ca 22 Bistümer haben heute Täter- und Opferzahlen veröffentlicht. Nachzulesen bei katholisch.de


25.9.2018 Übertragung der Pressekonferenz der Bischofskonferenz zur Vorstellung der MHG-Studie. Die letzte Fragerin war Dr. Christiane Florin. Sie sagte/fragte: „Eine Frage noch zur persönlichen Verantwortung. Hier sind jetzt über 60 Bischöfe versammelt. Gab es einen oder zwei, die im Zuge Ihrer Beratungen gesagt hätten: ‚Ich habe so viel persönliche Schuld auf mich geladen. Ich kann eigentlich die Verantwortung des Amtes nicht mehr tragen?'“ Die Antwort von Kardinal Marx: „Nein.“


25.9.2018 Kardinal Ricardo Ezzati, Chile, hat die Opfer des Missbrauchsskandals öffentlich um Entschuldigung gebeten. Er forderte Hilfe und Unterstützung für Betroffene von Missbrauchsfällen. Es müsse alles unternommen werden, damit sich solche Fälle nicht mehr wiederholten. – Von der ihm vorgeworfenen Vertuschung sprach er nicht. Quelle: domradio.de


25.9.2018 Kardinal Raymound Leo Burke und andere Kirchenführer sind der Meinung, dass schwule Priester und Ordensleute für sexuelle Übergriffe auf Minderjährige verantwortlich sind. Das sagte er im Gespräch mit „Catholic Action for Faith and Family“. Für seine These gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Quelle: katholisch.de


25.9.2018 Sexueller Missbrauch ist in der evangelischen Kirche fast ebenso verbreitet wie in der katholischen Kirche. Das sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Ulm, Fegert. Er berief sich auf eine repräsentative Umfrage, an der sich 2.500 Menschen beteiligten. Quelle: mdr.de  (schon nicht mehr online)


25.9.2018 Im Erzbistum Berlin wurden 77 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Bis zum 15. Dezember 2017 lagen im Erzbistum Berlin 77 (59) Meldungen über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs oder sexueller Übergriffe an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, vom Erzbischof beauftragte Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst vor. Im Jahr 2017 wurden demnach sechs neue Vorwürfe erhoben. In diesen Zwischenbericht eingegangen sind jetzt 18 Fälle, die durch die MHG-Studie recherchiert wurden und Meldungen aus früheren Jahren betreffen. Insgesamt gehen die Vorwürfe bis auf das Jahr 1947 zurück, die Beschuldigten sind zum Teil verstorben. Quelle: erzbistumberlin.de


24.9.2018 Manfred Lütz kritisiert die MHG-Studie. Quelle: de.catholicnewsagency.com


24.9.2018 In der Evangelischen Kirche im Rheinland gab es in den letzten 15 Jahren gegen 27 Geistliche Ermittlungen wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs. 14 Fälle sind abgeschlossen, der Verdacht bestätigte sich. Zwei Geistliche seien entlassen worden, in anderen Fällen habe es disziplinarische Strafen oder eine Geldbuße gegeben. Acht Ermittlungen wurden eingestellt, fünf dauern noch an. Quelle: tag24.de


24.9.2018 Dem Vatikan wurden zwischen 2013 und 2017 ca 2000 Missbrauchsfälle von Klerikern gemeldet. 410 Fälle 2017, 451 Fälle 2016518 Fälle 2015522 Fälle 2014433 Fälle 2013. Der Vatikan teilt mit, dass jeweils  „die meisten dieser Fälle“ Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Geistliche umfassen.


24.9.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft will vom Erzbisum Santiago eine Kopie des Vatikan-Dekrets, das die Versetzung des Geistlichen Cristian Precht in den Laienstand dokumentiert. Kirchenvertreter hatten den Vatikan 2012 um Untersuchungen gebeten, in der letzten Woche wurde Precht in den Laienstand versetzt. Nach Angaben chilenischer Medien hat die Staatsanwaltschaft seit 2000 gegen 221 Geistliche und 8 Bischöfe ermittelt. Bishop Accountability veröffentlichte eine Liste von 122 chilenischen Geistlichen, die in Missbrauchsfälle verwickelt sein sollen. Derzeit stehen 8 der 27 Bistümer Chiles unter einer Übergangsverwaltung. Quelle: domradio.de


24.9.2018 Der pensionierte Weihbischof Robert Morneau, Bistum Green Bay in Milwaukee, USA, ist zurückgetreten. Er schrieb an Bischof David Ricken, dass er den Fall des ehemaligen Priesters David Boyea, der 1985 wegen sexueller Gewalt gegen Kinder verurteilt wurde, falsch behandelt habe. Auf Bitten der Familie des Opfers habe er eine Entschuldigung des Täters veranlasst und so geholfen, dass die Parteien sich versöhnen. Er hätte jedoch den Missbrauch melden müssen, um zu verhindern, dass der Täter einige jahre später erneut drei Minderjährige missbrauchte. Weihbischof Morneau bat um Entschuldigung, will für die Opfer beten und Wiedergutmachung leisten für das, was er 1979 nicht getan hat. Quelle: catholicnewsagency.com

Kommentar: Weihbischof Morneau ist m.W. weltweit der erste Bischof, der von sich aus seinen Fehler im Umgang mit einem Missbrauchsfall offenlegt und Konsequenzen zieht, ohne durch öffentlichen Druck dazu gedrängt zu werden. Respekt.


24.9.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Rörig, fordert eine Beteiligung des Staates an der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Verträge zwischen Staat und Kirchen sollten ein Akteneinsichtsrecht für Betroffene regeln, Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse sowie Entschädigungsansprüche. Die Kirche spüre selbst, dass es „einen weiteren mutigen Schritt“ brauche, „um den Vertrauensverlust zu stoppen, um diese Schuld aufzuarbeiten“. Auch der Staat sei gefragt, nach Wegen zu suchen, wie hier Gerechtigkeit hergestellt werden könne. Quelle: Süddeutsche


24.9.2018 Interview mit Claudia Mönius: „Nach dem Missbrauch zurück zu Glaube und Spiritualität“. Quelle: mk-online.de


24.9.2018 Alexandra W. hatte 2013 einen hochrangigen Geistlichen der Diözese Würzburg des Missbrauchs im Exerzitienheim Himmelspforten beschuldigt, er habe sie vergewaltigt. Eine zweite Beschuldigung gegen den Geistlichen wurde im Dezember 2017 der Staatsanwaltschaft durch das Bistum vorgelegt. Das Verfahren wurde im Februar 2018 eingestellt. Dass es sich beim zweiten Verfahren um den gleichen Geistlichen handelt, bestätigte eine Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft. Das mutmaßliche Opfer machte als Zeuge keine weitergehenden Angaben. Zudem war eine etwaige Tat verjährt. Nach Angaben des Bistums hat die Glaubenskongregation bezüglich des Verdachts in der ersten Hälfte der 1970er Jahre die Verjährung nicht außer Kraft gesetzt. Der Fall von Alexandra W. wurde zu den Akten gelegt. Das Bistum hatte – ohne Wissen von Alexandra W. – ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss kam, dass ein sexueller Übergriff durch den von W. beschuldigten Geistlichen ausgeschlossen sei. Im ersten Gutachten war dies nicht so eindeutig. Quelle: Mainpost


23.9.2018 Christiane Florin und Jan-Christoph Kitzler über „Strukturen des Missbrauchs. Vom Versagen der Katholischen Kirche“. Über fünf Prozent der deutschen Priester werden beschuldigt, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Der Ruf nach Veränderungen im System der Kirche wird lauter. Quelle: DLF


 23.9.2018 Interview mit Dr. Barbara Haslbeck, Theologin, mit DLF Kultur


23.9.2018 Ein Interview mit Pater Mertes über Homophobie (nicht: Homosexualität!) als eine Ursache für sexuellen Missbrauch, verübt von Klerikern. Quelle. www1.wdr.de


23.9.2018 Auf der Rückseite des St.-Paulus-Doms in Münster wird am Mittwoch, 26.9.2018, 10 Uhr, der „Mahnende Mühlstein“ aufgestellt werden. Er erinnert an die Opfer sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche. Im Kreuzgang des Doms wird die Ausstellung „Der Fluch“ gezeigt. Die Plastik „Der Fluch“ steht für das Leid und die ausweglose Situation betroffener Kinder. Die Eröffnungsveranstaltung wird unter anderem vom emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings, dem Chor der Hildegardisschule und von Johannes Heibel gestaltet. Quelle: bistum-muenster.de


22.9.2018 Zwölf Opfer von wahrscheinlich acht Hiltruper Missionaren im Johanneum meldeten sich 2011 beim Orden. Orden und Schule reagierten nicht. Juristisch wurde keiner der Täter belangt. Nun haben sechs ehemalige Schüler, Abijahrgang 1992, einen Initiativkreis gebildet. Sie ließen eine Skluptur anfertigen, der als ein Element für einen Erinnerungsort an der Schule aufgestellt wurde. Der neue Schulleiter, Oliver Schales, gerade erst ein paar Wochen im Amt, griff die Initiative der ehemaligen Schüler auf. Am Freitag wurde die Skulptur aufgestellt und ein Vertreter der Hiltruper Missionare räumte den sexuellen Missbrauch von Internatsschülern und das Versagen des Ordens öffentlich ein: „Die Opfer haben damals keinen ausreichenden Schutz erfahren. Der Orden der Herz-Jesu-Missionare bittet um Vergebung“, sagte der Superior des Konvents, Pater Ludger Holtmann. Betroffene und ihre Angehörigen weinten, für sie bedeuteten die Worte des Provinizialrates des Hiltruper Ordens endlich auch die öffentliche Wahrnehmung und ein Schuldeingeständnis für das, was ihnen in den 1970er und 1980er Jahren am früheren Internat des Johanneums widerfahren ist. Quellen: Domradio       Saarbrücker Zeitung


22.9.2018 Wie die Kirche in Polen mit Missbrauchspriestern und ihren Opfern umgeht. Von 300 Opfern und 66 verurteilten Täter ist die Rede. Genannt werden auch „ein paar Hundert Fälle“, die dann erklärt werden als „ein paar Hundert Priester“ als Täter. Quelle: mediathek.rbb-online.de


22.9.2018 Der Bischof der Diözese Jalandhar im nordindischen Punjab, Franco Mulakkal (54), dem eine Ordensschwester vorwirft, sie zwei Jahre lang vergewaltigt zu haben und der seine Unschuld beteuert, wurde inhaftiert. Quelle: katholisch.de


22.9.2018 „Allen Diözesanbischöfen liegt die identische Zusammenfassung von 15 Seiten der MHG-Studie bereits länger vor.“ Das sagte der Pressesprecher der Bischofskonferenz kath.net.


22.9.2018 Marokko hat einen kath. Priester in die USA ausgeliefert. Er wird seit 1992 wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gesucht. Kurz bevor ein Anwalt Anzeige gegen die Erzdiözese von Santa Fe erstattete und den Priester Arthur J. Perrault beschuldigte, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben, floh der Angezeigte nach Kanada, später nach Marokko. In Marokko arbeitete er weiter mit Kindern. Medien berichten, dass der Beschuldigte von 1973 bis 1992 in New Mexico gearbeitet habe und dort womöglich weitere Kinder missbrauchte. Örtliche MEdien berichten, dass die Erzdiözese New Mexico in vielen Fällen Geld gezahlt habe, um ein Bekanntwerden der Vorwürfe zu vermeiden.

Quelle: focus.de


21.9.2018  Anthony Ruff OSB, USA, denkt über Beten im Angesicht des Missbrauchs nach. Da scheint mir viel Bedenkenswertes dabei zu sein. Gebetet werden soll für „die Kirche“, die Bischöfe, die Kleriker. Allerdings fehlt in den Überlegungen erneut eine Gruppe von Menschen, die zuallerst in den Blick kommen sollte: Die Opfer. Auch sie sind, wenn sie das wollen, „Kirche“. Quelle: katholisch.de


21.9.2018 Der Erzbischof von Köln, Woelki, kündigt als erstes deutsches Bistum eine umfassende und unabhängige Aufklärung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln an. Quelle: Domradio


21.9.2018 Papst Franziskus hat das vorzeitige Rücktrittsangebot des Bischofs Carlos Eduardo Pellegrin Barrera (60 J.) von San Bartolome de Chillan, Chile angenommen. Eine Begründung teilte der Vatikan nicht mit. Gegen Pellegrin Barrera ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Vertuschung. Bereits 2011 gab es Ermittlungen wegen Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Schüler. Pellegrin leitete die Bildungskommission der Chilenischen Bischofskonferenz (2007 – 2010) und wurde 2007 Präsident der Internationalen katholischen Bildungsorganisation OIEC.

Auch das Rücktrittsangebot des Bischofs von San Felipe, Cristian Enrique Contreras Molina (71 J.) nahm der Papst an. Eine Begründung teilte der Vatikan nicht mit. Die chilenische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Contreras wegen sexueller Übergriffe auf einen volljährigen Mann. Contreras bestritt ein Fehlverhalten. Quelle: katholisch.de


 21.9.2018 Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan erwartet „ungeduldig“ eine Apostolische Visitation der US-Kirche. Er hoffe, dass der Vatikan eine kirchliche Untersuchung einleiten werde, um den Missbrauchsskandal um den New Yorker Alt-Erzbischof Theodore McCarrick aufzuklären. Einige Katholiken würden das „Vertrauen in die Bischöfe verlieren“, wenn sie sähen, dass ein Mann wie McCarrick in der kirchlichen Hierarchie aufsteigen könne, so der Erzbischof über seinen Vorgänger. Er könne sie gut verstehen, gab der Kardinal zu. Gleichzeitig bekräftigte er, volles Vertrauen in Papst Franziskus bei der Lösung der Missbrauchskrise zu haben. Quelle: katholisch.de

Zur Erinnerung: Kardinal Timothy Dolan soll als Erzbischof von Milwaukee 57 Millionen Dollar in einen Friedhofsfonds gesteckt haben, damit das Geld nicht an Missbrauchsopfer geht.


Die Deutsche Bischofskonferenz schaltet ab Dienstag, 25.9., 11 Uhr erneut eine Hotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch frei. Die Rufnummer 0800/0005640. Die Hotline bleibe dann an den darauf folgenden Tagen bis zum 28. September immer zwischen 14 und 20 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten rufen die Berater nach Wunsch zurück. Internetberatung ist unter https://www.hilfe-nach-missbrauch.de/ zu erreichen. Quelle: katholisch.de

Hinweis: Mittwoch, 26. September 2018, ab20.15 Uhr, Themenabend Missbrauch in 3sat.


21.9.2018 Matthias Katsch sieht die Kirche an einem Wendepunkt. Ihr wird seiner Ansicht nach nichts anderes übrigbleiben als einer unabhängigen Untersuchung zuzustimmen, die die Akten einsehen kann. Auch der Papst müsste die Akten im Vatikan freigeben. Ob er sich gegen beharrende Kräfte durchsetzen kann, sei unklar. Quelle: mazonline


20.9.2018 Der Amerikaner Ed Hanratty, Journalist, berichtet, wie er seinen Missbrauch durch einen Priester öffentlich machte. Der Priester war noch immer im Dienst und wurde nach dem Bericht suspendiert. Quelle: huffingtonpost.de


20.9.2018 Die EKD plant keine der MHG-Studie vergleichbare Studie. Die bisherigen Aufarbeitungsprozesse seien lokal und regional verortet gewesen. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und verwies auf den Abschlussbericht der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland von 2014 zum Missbrauchsskandal in Ahrensburg. Nicht jede Landeskirche habe einen Beauftragten für Missbrauch, aber es gebe Ansprechpersonen. Die Kirchenkonferenz der EKD habe gerade einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der nun in alle Landeskirchen transportiert werde. Da werde auch der Wunsch des Betroffenenrats in Berlin berücksichtigt, auch außerhalb der Kirche Ansprechpartner zu haben. Zudem solle die Zahl der bearbeiteten Fälle, die Höhe der finanziellen Leistungen und die Anzahl der Disziplinarverfahren erhoben und „anlassgemäß öffentlich kommuniziert“ werden. Geplant seien auch Empfehlungen für die Landeskirchen zu „systematischen Organisationsuntersuchungen in den kirchlichen Untergliederungen zur Minimierung des Risikos sexualisierter Gewalt“. Quelle: katholisch.de


20.9.2018 Die US-Bischofskonferenz will eine Melde-Hotline einrichten, über die Missbrauchsfälle angezeigt und zur Strafverfolgung gebracht werden sollen. Die Meldungen werden an die zuständigen kirchlichen Stellen und an die weltlichen Justizbehörden weitergeleitet. So soll sichergestellt werden, dass Vorwürfe geprüft werden. Außerdem berät sie mit Betroffenen und Experten über zusätzliche Maßnahmen, um auf den Skandal zu reagieren „und Gerechtigkeit wiederherzustellen“. Quelle: 24matins.de


20.9.2018 Das Domradio verteidigt das „indirekte Aktenstudium“ der MHG-Studie. Andernfalls wären auch Personalakten eingesehen worden von Menschen, die nichts mit Missbrauch zu tun haben. Zudem bedeutet das indirekte Aktenstudium, dass Prominente geschützt wurden, wie etwa Papst Benedikt, der ehemalige Erzbischof von München. Die Bischofskonferenz bemühe sich um ein „halbwegs geordnetes Vorgehen“. Da die Studie den Bischöfen erst auf der Herbstvollversammlung vorgestellt werden sollte, aber zuvor von Zeit und Spiegel veröffentlicht wurde, hat das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz den Text vorab per Post verschickt. – Das Domradio vergleicht – zu Recht – die John Jay-Studie mit der MHG-Studie, die auf ca 4 bzw. 4,4 % Geistliche kommen, die Minderjährige missbrauchen. Quelle: Domradio

Kommentar: Ich frage mich, wie die Bischöfe zu einer über 300-seitigen Studie Stellung nehmen wollen, wenn sie sie zuvor nicht gelesen haben. Und ich frage mich, woher der Ärger über die Vorabveröffentlichung kommt. Andernorts betonen die Bischöfe doch, dass sie den Medien dankbar seien, dass die immer wieder sexualisierte Gewalt in der Kirche thematisieren. Der Vergleich mit der John-Jay-Studie ist richtig, denn auch sie gewann ihre Erkenntnisse aus indirektem Aktenstudium. Da wo staatliche Untersuchungen stattfanden, war der Anteil der Priester-Täter jedoch deutlich höher. Aus den 6 untersuchten Diözesen in Pennsylvania hatten nach Aufforderung der US-Bischofskonferenz 2004 die Bischöfe von 143 beschuldigten Priestern gesprochen. Im Bericht der Grand Jury von Pennsylvania stellte sich heraus, dass es 301 beschuldigte Priester gibt, also mehr doppelt so viele wie im Bericht der Bischöfe. Zu den 6 genannten Bistümern kommt noch das Bistum Altoona-Johnstown mit mindestens 50 Tätern und mehreren hundert Opfern hinzu. In Boston hatte das Spotlight-Team mindestens 161 Priester-Täter gefunden. Als eine Grand Jury unter Thomas F. Reilly das Bistum untersuchte, waren es im Juli 2003 bereits 237 Priester, die Minderjährige missbraucht hatten. Diese 237 Priester sind 10 % aller Priester in der Diözese Boston. (bostonglobe.com) Die Wahrscheinlichkeit, dass bei staatlichen Untersuchungen mit direktem Aktenzugriff mehr als die 4,4 % Missbrauchstäter unter den Priestern gefunden werden, ist hoch. Und nebenbei: Es geht noch immer nicht um die Opfer: Es geht um die Täter, „die“ Kirche, die Vorabveröffentlichung der dt. Studie, im Fall Viganó – McCarrick um kirchenpolitische Auseinandersetzungen. 


20.9.2018 Papst Franziskus hat dem vorläufigen Amtsverzicht des indischen Bischofs Franco Mulakkal stattgegeben. Mulakkal wird von einer Ordensfrau vorgeworfen, sie zwischen 2014 und 2016 wiederholt vergewaltigt zu haben. Quelle: katholisch.de


20.9.2018 Evelyn Finger macht auf die kirchenrechtliche Bagatellisierung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger aufmerksam. Im CiC 1395 gilt sexueller Missbrauch als Verstoß gegen den Zölibat. Angesichts der Machtkämpfe in der Kirche sagt Finger: „Da hilft nur eins. Die Kirche muss sich um das Wichtigste zuerst kümmern. Nein, nicht um die Kirche! Nicht um Sexualmoral, Zölibat, Priestermacht! Sondern zuerst um die Opfer. Die warten noch immer auf Antwort, warum sie einst zur Beichte geschickt wurden und wie die Kirche nun sühnen will, dass sie so viele Verbrechen geschehen ließ.“ Quelle: zeit


19.9.2018 Marc Quellet forderte bei der Vollversammlung des Rats der europäischen Bischofskonferenzen, dass die Kirche künftig besser auf die Stimmen der Opfer von Missbrauch hören müssen. Quelle: orf


19.9.2018 Das Bistum Brooklyn in New York zahlt vier Missbrauchsopfern eines Religionslehrers 27,5 Millionen Dollar. Damit umgeht das Bistum einen Prozess. Quelle: orf


18.9.2018 Florian Breitmeier kommentiert die vorab veröffentlichten Zahlen der MHG-Studie. Er spricht von einem „katholischen Schweigekartell“, das nicht durch die Kirchenleitungen, sondern durch Betroffene aufgelöst wurde. Sein Fazit: „In der katholischen Kirche fehlt bislang eine tiefergehende theologische Reflexion darüber, welches institutionelle Selbstverständnis einzelne Täter geschützt und das klerikale Machtsystem insgesamt gestützt hat. Wenn die Kirche beim Aufarbeiten des Missbrauchsskandals eine Lerngemeinschaft sein will, dann muss sie die Betroffenen sexualisierter Gewalt und die Gläubigen viel stärker in den Aufarbeitungsprozess einbinden. Und Aufarbeitung bedeutet nicht nur Prävention. Es geht auch um Partizipation, Gewaltenteilung, das kirchliche Selbstverständnis, und die kirchliche Lehre. Doch genau davor haben viele leitende Geistliche große Skrupel, weil dies einen persönlichen und theologischen Kontrollverlust bedeuten kann.“ Quelle: ndr.de 


18.9.2018 Michael Räuber hat in seinem Buch „Geteilte Hölle“ den Fall des Pfarrers Timmerbeil beschrieben., der Kinder schwer körperlich misshandelte und sexuell missbrauchte. Mary Halley-Witte von der Präventionsstelle des Erzbistums Hamburg spricht von schwereren und brutaleren Formen von Missbrauch, „immer auch gepaart mit sehr schwerer physischer Gewalt“. Die Kirchengemeinde ist gespalten. Viele halten Michael Räuber für einen Nestbeschmutzer. Die Staatsanwaltschaft hat 2015 Ermittlungen eingestellt. 12 Betroffene haben sich bei der Kirche gemeldet. Gerüchteweise wird von mehr als 100 Opfern gesprochen. Quelle: ndr.de


18.9.2018 Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sagt: „Auch wir, die Verantwortungsträger im Erzbistum Freiburg, müssen uns die Frage stellen, wo wir mitschuldig geworden sind, wo wir Bedingungen unterstützt haben, unter denen Minderjährigen durch Kleriker unermessliches Leid zugefügt werden konnte. Die veröffentlichten Ergebnisse fordern von uns weiterhin eine verantwortungsvolle und sensible Aufarbeitung.“ Quelle: Konradsblatt


17.9.2018 Der chilenische Priester, Reverend Cristian Precht Banados, 77, der wegen sexuellen Missbrauchs laisiert wurde, hat in den 1970er Jahren unter der Pinochet-Diktatur das kirchl. Büro für Menschenrechte geleitet. Quelle: dailymail


17.9.2018 Neben der Erkenntnis der MHG-Studie, dass fast 10 % der kirchlichen Missbrauchstäter irgendwann ein höheres Kirchenamt innehatten, belegt die Studie, dass 67,1 % der Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt wurden. In Vergleichsgruppen (Schulen, Sportvereine) betrug die Einstellungsquote nur 20,5 %. 46,6 % der Verfahren wurden wegen Verjährung eingestellt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 3,8 Prozent der Verfahren der Fall. Die Verurteilungsrate betrug bei Klerikern nur 30,9 Prozent, während sie sich in der Vergleichsgruppe auf 67,9 Prozent belief. Quelle: orf


17.9.2018 Der Ex-Chef des Weißen Rings in Lübeck war von 29 Frauen angezeigt worden wegen Belästigung. Vor Gericht muss er wegen einer Sache, Exhibitionismus. Quelle: Spiegel.de


17.9.2018 Die meisten der 20 niederländischen Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe, denen Vertuschung vorgeworfen wird, sind inzwischen verstorben. 4 von ihnen wird zudem sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quelle: orf


16.9.2018 Im Bistum Osnabrück sind 35 katholische Priester als Missbrauchstäter und 68 Opfer bekannt geworden. Bislang war von 21 Tätern und einer unbekannten Zahl Betroffener und von 17 „Entschädigungszahlungen“ die Rede. Quelle: kirche-und-leben.de


16.9.2018 Zwanzig von 39 niederländischen Kardinälen, Bischöfen und Weihbischöfen haben im Lauf von 65 Jahren sexuellen Missbrauch vertuscht. Quelle: Theguardian


16.9.2018 Kardinal Marx äußert sich anlässlich der MHG-Studie: „Die Kirche geht durch Höhen und Tiefen. Gerade in diesen Tagen denken wir an die dunklen Seiten dessen, was in der Kirche geschehen ist und geschieht. Tief bedrückt, erschüttert und beschämt sind wir von der Realität sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen Kirche.“ Seit 2002, dann besonders ab 2010 und jetzt wieder, spüre die Kirche, dass die tiefe Wunde des Missbrauchs nicht verheile. „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Das ist unsere bleibende Verpflichtung. Es ist noch immer erschütternd, was Kindern und Jugendlichen, die sich Priestern anvertraut haben, durch dieses unvorstellbare Leid widerfahren ist“, so Kardinal Marx. Er sagte dies in Valendar in einem Gottesdienst der Schönstattbewegung. Zur Erinnerung: der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus lebt in Vallendar bei der Schönstatt-Bewegung. Ihm werden Sexualstraftaten im Kontext chilenischer kirchlicher Kinder- und Jugendheime vorgeworfen. Von seinem Amt trat er am 16. April 1997 zurück wegen seiner von der Kirche eingeräumten „etwas überschwänglichen Zuneigung“ besonders zu Kindern. Quelle: Domradio


 15.9.2018 Matthias Drobinski berichtet, dass es sogar einen Leiter eines kirchlichen Archivs gebe, der selbst beschuldigt wurde, Minderjährige missbraucht zu haben. Nach SZ-Informationen kam auch eine Beraterin der von der Bischofskonferenz geschalteten Hotline mit rund 50 Verdachtsfällen zu den Forschern, ihre Angaben wurden nicht mehr berücksichtigt. Wenn Kirche Glaubwürdigkeit gewinnen wolle, wäre es nötig, dass die päpstlichen Archive geöffnet werde, der CiC sexuellen Missbrauch nicht weiter als Vergehen, sondern als Verbrechen wertet; die Debatte über Zölibat und das Selbstverständnis der Priester geführt wird und über das Verhältnis der katholischen Kirche zur Sexualität und zur Homosexualität, zur Verbindung von Religion, Autorität und Macht. Quelle:  sueddeutsche.de


15.9.2018 Auch in Salt Lake City und San Diego werden Missbrauchsfälle berichtet. Quelle:  vaticannews.va


15.9.2018 Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Speyer, wendet sich im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch direkt an die Gemeinden und Gläubigen im Bistum Speyer. Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen. „Das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Deutschland im Jahr 2010 hat eine tiefe Erschütterung ausgelöst. Wir Bischöfe haben in dieser Situation zahlreiche Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention ergriffen. Auch sahen wir die Notwendigkeit, den Missbrauch in der katholischen Kirche durch Wissenschaftler von außen unabhängig untersuchen zu lassen“, schreibt Bischof Wiesemann. Quelle: rheinpfalz.de


15.9.2018 Auch  Weihbischof Rolf Lohmann zeigte sich erschüttert von der „enorm großen Zahl junger Opfer sexueller Übergriffe“, von der „nachgewiesenen Vertuschung durch kirchliche Verantwortungsträger“ und von der Forschererkenntnis, dass davon auszugehen sei, dass auch heute im kirchlichen Bereich sexueller Missbrauch vorkomme. Quelle: kirche-und-leben.de


15.9.2018 Bischof Gonzalo Duarto, Chile, wird inzwischen sowohl Vertuschung als auch sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Papst hatte am 11.6.2018 seinen  „Rücktritt aus Altersgründen“ angenommen. Auch Bischof Carlos Pellegrin, Chillian, wird des Missbrauchs beschuldigt. Gegen ihn wurde bereits 2011 wegen einer Reihe von anonymen Anschuldigungen ermittelt, aber im vergangenen Monat tauchten neue auf, so dass die örtliche Staatsanwaltschaft erneut wegen Missbrauchs ermittelt. Quelle: orf cruxnow.com


15.9.2018 Die französische Bischofskonferenz hat Missbrauchsopfer zu ihrer Vollversammlung eingeladen. Quelle: catholicnewsagency.com


 15.9.2018 Fast zehn Prozent der katholischen Kleriker, die in Kindesmissbrauch verwickelt sein sollen, hatten irgendwann ein leitendes Amt inne: Dechant, Regens, Offizial, Domkapitular, Weihbischof, Bischof oder Erzbischof. Quellen: Zeit  orf


 15.9.2018 Einige Bischöfe reagieren auf die Vorabmeldungen der MHG-Studie: Erzbistum Berlin, Bistum Passau. Kardinal Wölki, Köln, schreibt: Vor allem gehört zur Buße, den Betroffenen zu begegnen, sie anzuhören und ihr Leid auszuhalten. Erst dann kann die Kirche selbst auf die Vergebung Gottes hoffen, die wir sonst den Menschen zusprechen. Und erst dann können wir hoffen, dass auch die Betroffenen uns eines Tages – vielleicht – IHRE Vergebung gewähren.“ Das Bistum Trier erläutert, warum ein Beratungsangebot für Missbrauchsopfer wichtig ist, wenn anlässlich der Veröffentlichung der Studie der DBK Erinnerungen hochkommen.

Der Würzburger Bischof Franz Jung berichtet, dass beim Einführungskurs neuer Bischöfe in Rom ein ganzer Tag diesem „schwierigen Thema“ eingeräumt worden sei, „das die Kirche sehr belastet“. Quelle: katholisch.de


14.9.2018 Hermann Häring im Gespräch über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche. Quelle: br.de


14.9.2018 Die Süddeutsche spricht von den Einschränkungen, denen die MHG-Studie unterliegt und benennt die Verbindung zum Auftraggeber, die bei aller seriös geleisteten Arbeit, die Zweifel nie ganz ausräumen könne. Nach Informationen der SZ kam z.B. eine Beraterin der von der Bischofskonferenz geschalteten Hotline mit rund 50 Verdachtsfällen zu den Forschern zu spät, um Eingang in die Studie zu finden. In einem
anderen Fall war der Leiter des bischöflichen Archivs einer der Beschuldigten. Quelle: Süddeutsche


14.9.2018 Josh Shapiro, verantwortlich für die Untersuchung in 6 Bistümern von Pennsylvania, berichtet, dass mehr als 1.000 Anrufe seit der Veröffentlichung der Studie eingegangen sind. Quelle: wjactv.com


14.9.2018 Die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Lisi Maier, macht „Männerbünde“ innerhalb der katholischen Kirche für fehlende Aufklärung von sexuellem Missbrauch verantwortlich. „Das sind etwa Karrierenetzwerke, bei denen sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen. Diese Netzwerke verhinderten Aufklärung. Sie fordert, die „größere Macht der Geistlichen in der Kirche im Vergleich zu den Laien“ zurückzudrängen. Quelle: katholisch.de


14.9.2018 In Chile wurden in Valparaiso, Osorno, Concepcion und Chillian Durchsuchungen der Bistümer vorgenommen. Auch der E-Mail-Verkehr hochrangiger Kirchenvertreter wurde sichergestellt. Ermittelt wird gegen die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Javier Errazuriz. Bischof Cristian Contreras Molina aus San Felipe steht im Verdacht für Missbrauchsfälle verantwortlich zu sein, Luis Infanti de la Mora aus Aysen wird die Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen, wie die Tageszeitung „La Tercera“ (Donnerstag Onlineausgabe) berichtete. Quelle: Domradio


14.9.2018 Interview mit Dr. Christiane Florin im Deutschlandfunk: Was ist Gerechtigkeit für Missbrauchsopfer?


12.9.2018 Nicht nur Minderjährige und (erwachsene) Seminaristen gehören zu den Opfern klerikalen Missbrauchs, sondern auch Ordensfrauen, selbst wenn sie gerne die letzten sind, denen in der Kirche Aufmerksamkeit zuteil wird. Aus Afrika kamen schon früher vereinzelt Fälle ans Licht. Irgendwann wird auch diese Welle wirklich losbrechen: missbrauchte Schwestern. Quelle: katholisch.de


11.9.2018 Aus Sicht von Kurienerzbischof Georg Gänswein erschüttern die Missbrauchsskandale die katholische Kirche in ähnlichem Maß wie die Terrorattacken vom 11. September 2001 die USA. „Heute schaut in der Tat auch die katholische Kirche voller Befremden auf ihren eigenen 11. September…“ Gänswein stellte das Buch von Rod Dreher „Die Benedikt-Option – Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft“ vor. Der US-Autor war wegen ans Licht gekommener Missbrauchsfälle 2006 von der katholischen zur orthodoxen Kirche gewechselt. Quelle: katholisch.de   Spiegel.de

Kommentar: Das Bild, das Kurienerzbischof Georg Gänswein wählt, zeigt Terrorismus, der von außen kommt. Sexuelle Gewalt durch Kleriker hingegen ist Terror, der aus dem Inneren der Kirche kommt. Vermeidet Gänswein also die Umkehr der Kirchenverantwortlichen zu den Opfern? Sieht er Verantwortung nicht in zentralen Themen des Christentums (Klerikalismus, Umgang mit Laien und Frauen…)?


5.9.2018 Bischof Genn, Bistum Münster, fordert ein Ende des Klerikalismus. Er fordert nicht die gleichen Rechte für Frauen in der katholischen Kirche und auch nicht die Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester. Quelle: katholisch.de


5.9.2018 Der Wiener Theologe Paul Zulehner warnt, Homosexualität und sexuellen Missbrauch zu vermengen. Aus wissenschaftlichen Gründen lehne er diese Vermengung ab. Sexueller Missbrauch sei keine Frage der sexuellen Ausstattung, sondern der sexuellen Reife.
Quelle: katholisch.de


5.9.2018 Papst Franziskus traf Kardinal Wuerl. Diskutiert wurde die Lage Wuerls, der wegen seines Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen während seiner Zeit als Erzbischof des US-Bundesstaats Pittsburgh in Pennsylvania in der Kritik steht. Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt.
Quelle: religion.orf.at


5.9.2018 Der Churer Weihbischof Marian Eleganti fordert, dass Homosexuelle nicht Priester werden dürfen. Quelle: aargauerzeitung.ch


4.9.2018 Kardinal Wuerl stieß bei seiner Sonntagspredigt auf Protest der Gemeinde: „Schäm dich!“ rief ein Gottesdienstbesucher.  Amerikanische KatholikInnen äußern ihren Zorn inzwischen offen und fordern den Papst auf, die Fragen rund um den Fall McCarrick (wer wusste wann was? Wer tat wann was?) zu beantworten. Auch die Rolle von Kardinal Wuerl ist zweifelhaft, er zeigte sich als Aufklärer, ging zugleich jedoch nicht hart genug gegen Sexualstraftäter vor oder versetzte sie lediglich. Quellen: katholisch.de   katholisch.de


4.9.2018 Die Schweizer Bischofskonferenz will ihre Meldepflicht verschärfen. Sexuelle Übergriffe sollen künftig in jedem Fall zu einer Anzeige bei der Justiz führen, wenn es Hinweise auf ein Offizialdelikt gibt. Die Bischofskonferenz will ihre Direktiven entsprechend anpassen. Quelle: bluewin.ch


4.9.2018 Die IG Feministische Theologinnen nennt den Klerikalismus der römisch-katholischen Kirche eine der Hauptursachen für die zahlreichen Missbrauchsskandale. Sie fordert die Schweizer Bischofskonferenz auf, die klerikalen Strukturen als Faktoren des Machtmissbrauchs zu verstehen und Maßnahmen für Strukturreformen zu ergreifen, die über Sexualkurse für Priester und andere Präventionsarbeit hinausgingen. Empört sind die Theologinnen darüber, dass der Papst seinen Appell zur Umkehr an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung nicht beim Kirchenvolk, sondern bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen lägen. Ohne eine Veränderung der zölibatär-klerikalen und autoritär-patriarchalen Amtsstrukturen werden sich der Klerikalismus und damit die Anfälligkeit für sexuellen Machtmissbrauch wohl auch in Zukunft nicht vermeiden lassen, sagen die Theologinnen. Quelle: kath.ch


 3.9.2018 Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche haben mehrere Bischöfe Papst Franziskus zur Einberufung einer Sondersynode aufgerufen – so der Bischof von Dallas, Edward Burns; der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput und Bischof Philip Egan, Portsmouth. Quelle: orf


3.9.2018 Der emeritierte Erzbischof Francisco José Cox von La Serena lebt in Valendar. Eines seiner Opfer, Hernán Godoy, hat sich Mitte August mit einer Kommission – zwei Priestern und dem derzeitigen Erzbischof von La Serena – getroffen, um seine Anzeige gegen Cox vorzubringen. Godoy hat bereits ein zivilrechtliches Verfahren gegen Cox eingeleitet. Erzbischof Cox musste 1997 sein Amt wegen Missbrauchsvorwürfen aufgeben. Es gab weder staatliche Maßnahmen gegen ihn noch kirchenrechtliche Konsequenzen. Die Kirche begründete den Rücktritt mit „etwas überschwänglicher Zuneigung besonders zu Kindern“. Zuerst wurde er nach Kolumbien und von dort nach Deutschland geschickt. Quelle: diarioeldia.cl


 

 


3.9.2018 In einem Offenen Brief an die Bischöfe und Gemeinden beider Großkirchen haben 18 kirchliche Missbrauchsopfer geschrieben, beide Großkirchen mangele es an Willen zur Aufklärung. Betroffene seien „Bittsteller, die abgewehrt und mit heimlichen Zahlungen abgespeist“ würden, um die Geschehnisse anschließend wieder mit dem Mantel des Schweigens zu verhüllen. Nötig sei aktive und proaktive Mitarbeit der Gemeinden und der aktuellen Priester, Diakone und Laien. Die Unterzeichner fordern eine zentrale und öffentliche Dokumentation von Missbrauchsfällen und unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung. Die AutorInnen des Offenen Briefes beklagen, dass bisherige Prozesse eher den Betroffenen als den Tätern gemacht worden seien. Quelle: katholisch.de


 2.9.2018 Burkhard Jürgens weist darauf hin, dass Papst Franziskus am 27.9.2015 vor 300 Bischöfen aus aller Welt versprochen habe, alle für Vertuschung von Missbrauchsfällen durch Kleriker Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Im Juni 2015 war eine eigene Gerichtssektion innerhalb der Glaubenskongregation angekündigt worden – sie sollte gegen vertuschende Bischöfe vorgehen. Später wurde der Beschluss als Missverständnis bezeichnet. Dann erschien der Erlass „Wie eine liebende Mutter“ im September 2016, aber niemand scheint zu wissen, was daraus geworden ist. Dort ist geregelt, dass die Kurie bei ernst zu nehmenden Hinweisen Ermittlungen aufnehmen kann. Ihr Urteil legt sie dem Papst vor, der ein ad hoc zu berufende Juristenkollegium mit der Prüfung beauftragt und ggf. deren Urteil billigt. Ausführungsbestimmungen gibt es nicht. Der Papst berichtete auf dem Rückflug von Irland, dass zuletzt Erzbischof Apuron nach diesem Verfahren verurteilt worden sei. Im Erlass ist die Rede von der „zuständigen Kongregation“ – gemeint ist wohl die Bischofs- und die Missionskongregation. Apurons Fall jedoch wurde vor der Glaubenskongregation verhandelt, also nach dem Modell von 2015. Das vatikan. Presseamt konnte auch nach einer Woche interner Recherchen nicht sagen, wie viele Verfahren seit 2016 begonnen haben. Gründe für Bischofsrücktritte werden seit einiger Zeit nicht mehr vom Presseamt mitgeteilt. Das Fazit von Herrn Jürgens: „Papst Franziskus hat Transparenz zugesichert, um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Aufgabe beginnt, wie es scheint, im eigenen Haus.“ Quelle: katholisch.de


 1.9.2018 Die EU-Bischofskommission COMECE hat sich angesichts der ernsthaften Angriffe auf die Kirche und den Papst hinter den Papst gestellt und ihm Unterstützung, Treue und Vertrauen zugesagt. Quelle: orf
Kommentar: Der Solidaritätserklärung ist nicht zu entnehmen, ob die Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben, von sich aus ihren Rücktritt anbieten, wie der Papst das gewünscht hat. Bislang wurde mir kein Rücktrittsgesuch eines europäischen Bischofs bekannt.


 31.8.2018 Die Zahl der Ermittlungen gegen kirchliche Mitarbeiter in Chile hat sich innerhalb weniger Wochen verdreifacht. Derzeit wird gegen 167 Verdächtige ermittelt, unter ihnen 96 Priester und sieben Bischöfe. Quelle: 24matins.de


 31.8.2018 Die Bischöfe von Spanien, Argentinien, Peru und Paraguay drücken ihre Solidarität mit Papst Franziskus ebenso aus wie CELAM, der lateinamerikanische Bischofsrat. Die Bischöfe in den USA scheinen gespalten zu sein. Zwar bat die Bischofskonferenz der USA unter ihrem Vorsitzenden Daniel DiNardo um eine Audienz, aber einzelne Bischöfe würdigten Erzbischof Viganó als integren Kirchenmann. Der Bischof von San Diego, Robert McElroy, nahm pointiert Stellung: Viganòs Zeugnis sei inspiriert von Hass auf den Papst und auf das, was er lehre.
Von der dt. Bischofskonferenz oder deutschen Bischöfen gibt es bislang keine Stellungnahme. Quelle: vaticannews.va
Kommentar: Um die im Raum stehenden Vorwürfe zu klären, könnte Papst Franziskus die Öffnung der Akten anordnen. Das Format, eigene Fehler zu sehen und öffentlich einzugestehen, hat er.


 31.8.2018  Thomas Jansen schaut sich das Schreiben von Erzbischof Viganó genauer an.  Quelle: katholisch.de


31.8.2018 Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Mark Coleridge, sagte, es werde keine Vertuschungen mehr geben, keine Versetzungen von Beschuldigten und der Ruf der Kirche werde nicht mehr über die Sicherheit von Kindern gestellt werden. Bistümer und Orden erklärten, sie würden die Empfehlungen der australischen Missbrauchskommission akzeptieren, d.h. auch die Prüfung eines freiwilligen Zölibats und die Änderung des Kirchenrechts. Statt der bisherigen Definition von Missbrauch als „moralische Verfehlung“, solle Kindesmissbrauch als „Straftat“ ins Kirchenrecht. Die Abschaffung des Beichtgeheimnisses lehnte die Bischofskonferenz ab.
Der Journalist Paul Collins wies darauf hin, dass Erzbischof Coleridge nichts zur Priesterausbildung, dem Klerikalismus und einer transparenten Führungs- und Verwaltungsstruktur gesagt habe, weil die australische Bischofskonferenz gespalten sei. Viele „reaktionäre Bischöfe“ hätten das Ausmaß des Missbrauchsproblems noch nicht begriffen. 
Quelle: religion.orf.at


 31.8.2018 Die katholische Kirche in Polen spielt das Missbrauchsproblem herunter. Marek Lisinski, selbst Opfer eines Priesters, sucht die Öffentlichkeit und kritisiert den früheren polnischen Papst Johannes Paul II. Das Ansehen, das Johannes Paul II in Polen genießt, erschwere seine Aufklärungsarbeit, sagt Marek Lisinski. Denn viele wollten verhindern, dass ein schlechtes Licht auf den mittlerweile heilig Gesprochenen und sein Pontifikat fielen. Quelle: DLF


 30.8.2018 Der australische Erzbischof Philip Wilson wird gegen seine Verurteilung wegen der Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern Berufung einlegen. Das berichten australische Medien. Quelle: religion.orf.at


30.8.2018 Mittlerweile gibt es in der katholischen Kirche eine bizarre Entwicklung: Der Papstankläger taucht unter aus Angst um sein Leben, die Diskussion um Homosexualität als Ursache für Kindesmissbrauch lebt wieder auf. Die deutschen Bischöfe schweigen laut in dieser Situation. Auch der Papst schweigt. US-Bischöfe fordern Aufklärung darüber, ob Papst Franziskus im Fall McCarrick etwas wusste. Der pennsylvanische Staatsanwalt sagt, er habe Beweise dafür, dass der Vatikan von der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen durch US-amerikanische Bischöfe wusste, jedoch keine Beweise dafür, dass Papst Franziskus Bescheid wusste. Extrem Konservative nutzen die Krise, um ihre Agenda (gegen Homosexualität, gegen die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zu den Sakramenten, u.s.w.) durchzusetzen. Kurz: Hier geschieht, was in allen Gemeinschaften geschieht, die mit Aufklärung von Missbrauch konfrontiert sind: Sie spalten sich. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen bleibt eine Gruppe außen vor: Die Opfer sexueller Gewalt. Wieder einmal werden sie für andere Interessen instrumentalisiert, diesmal für kirchenpolitische.


29.8.2018 Klaus Mertes weist darauf hin, dass Spaltung zum Aufklärungsprozess dazugehört und wehrt sich gegen den diffamierenden Kampfbegriff „homosexuelle Netzwerke“, der aus dem homophoben Sumpf stamme und bis in die höchsten Spitzen der Hierarchie reiche. Schwule sollten als Sündenbock dienen. Diese Sündenbocksuche diene dazu, die notwendige Strukturdebatte zu vermeiden. Im Übrigen gehörten auch Heteros zu „männerbündischen Netzwerken“. Quelle: katholisch.de


29.8.2018 Paul Zulehner zeigt sich entsetzt darüber, dass die europäischen Bischöfe zu den Angriffen gegen Papst Franziskus schweigen.
Quelle: zulehner.wordpress.com


29.8.2018 Rainer Bucher sagt, für Klerikalismus dürfe es keinen Platz mehr in der Kirche geben. Papst Franziskus identifiziere den Klerikalismus als Wurzel des Missbrauchs in der Kirche und die „machtgestützte Selbstbezüglichkeit“ als Kern des Klerikalismus. Das sei ebenso wahr, „wie es gerne verschämt beschwiegen wird“. Quelle: kathpress.at


29.8.2018  Der Staatsanwalt von Pennsylvania sagt, er habe Beweise, dass der Vatikan über die Vertuschungsversuche in den USA informiert war. Ob Papst Franziskus selbst Kenntnis von den Vertuschungen hatte, könne er nicht sagen. Die Grand Jury fand handschriftliche Notizen in Geheimarchiven, in denen der Missbrauch detailliert beschrieben worden sei. Kleriker seien vom Bostoner Kardinal Bernard Law gezwungen worden, „alles“ zu dokumentieren. Diese Politik bezeichnete der Staatsanwalt als „unerklärlich“. Er beklagte, Kirchenführer hätten „Gemeindemitglieder am Sonntag belogen, die Öffentlichkeit belogen, die Täter vor der Öffentlichkeit geschützt, aber alles dokumentiert und es in Geheimarchive gelegt“.
Seit Bekanntmachung des Reports für die katholischen Bistümer im Bundesstaat Pennsylvania habe es über die Hotline rund 700 weitere Hinweise auf Sexualstraftaten gegeben. Quelle: katholisch.de   domradio.de


18.8.2018 Wir sind Kirche international fordert die Kirchenverantwortlichen auf:

  • Alle Akten bezüglich sexuellem Missbrauch zu öffnen, im Vatikan, in den regionalen Bischofskonferenzen, auf Diözesanebenen, damit sie von Experten eingesehen und analysiert werden können
  • Alle Bischöfe, die sexuellen Missbrauch vertuscht haben, aus ihren Ämtern zu entfernen und sicherzustellen, das kein zukünftiger Bischof je Missbrauch begangen, gefördert, erleichtert oder vertuscht hat
  • Sofort alle Anstrengungen zu unterlassen, die notwendige Satzungen für Begrenzungen für sexuellen Missbrauch an Kindern hinauszögern oder wenn vorhanden, wieder ausrotten wollen
  • Das nötige Geld für Beratung und finanzielle Entschädigung zur Verfügung zu stellen für all jene, deren Anklage wegen sexuellen Missbrauch durch einen Kleriker von einer unabhängigen Gruppe von Experten als wahr erkannt worden ist
  • Einen Prozess öffentlicher Versöhnung in die Wege zu leiten, ähnlich wie den in Südafrika, wo Opfer und Überlebende von Missbrauch Kirchenführern von ihren Erfahrungen berichten können
  • Sicherzustellen, dass alle, die sexuellen Missbrauchs oder Justizbehinderung schuldig sind, auch vor Zivilgerichte gestellt werden
  • Laienkommittees zu errichten, die allen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs nachgehen und darauf entsprechend reagieren
  • Sich bei jedem einzelnen Missbrauchsopfer und bei allen betroffenen Familien persönlich zu entschuldigen.

Nur durch die sofortige Abschaffung des Systems, das Missbrauch und Vertuschungen jahrelang ermöglichte, kann die Kirchenleitung beweisen, dass sie es ernst meint mit der Reue und dass Kinder in der Kirche in Zukunft sicher und unverletzt bleiben.

We Are Church International verpflichtet sich, mit den Opfern der klerikalen Missbräuche solidarisch zu sein und darauf hinzuarbeiten, dass ihnen endlich Gerechtigkeit widerfährt. Quelle: wir-sind-kirche.at


28.8.2018 Was ist Klerikalismus und was bedeuten die Aussagen des Papstes in seinem Brief an das Volk Gottes für die Laien? Dazu nimmt der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher im Gespräch Stellung. Quelle: kirchenzeitung.at


28.8.2018  Kardinal Joseph Tobin aus Newark zeigte sich am Montag „schockiert, traurig und bestürzt“ über die Vorwürfe Viganos. Washingtons Kardinal Donald Wuerl, der sich selbst mit Vorwürfen der Vertuschung von Missbrauch konfrontiert sieht, erklärte, er wisse nichts von Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick oder Sanktionen gegen den Geistlichen. Die US-amerikanischen Bischöfe drängen auf baldige Aufklärung der Vorwürfe Viganós. Quelle: religion.orf.at  domradio.de


28.8.2018 Die Einschätzung der Richtigkeit von Viganós Vorwürfe an Papst Franziskus geht weit auseinander. Einige Kenner halten die Vorwürfe für berechtigt, andere haben massive Zweifel und vermuten einen innerkirchlichen Machtkampf zwischen Papst Franziskus und der Rechten. Quelle: NZZ


27.8.2018 Das Schreiben des Erzbischofs Viganó wirft Fragen auf: Hat Papst Benedikt Kardinal McCarrick tatsächlich mit Reiseverbot, Vortragsverbot etc. bestraft? Oder geht es Viganó darum, Papst Franziskus zu beschädigen und den eigenen Kampf gegen Homosexuelle und die Integration Wiederverheiratet Geschiedener fortzuführen? Quelle: Papstgeflüster


26.8.2018 Papst Franziskus bittet um Vergebung. vgl. Papst Benedikt bittet um Vergebung, 11.6.2010 Quelle: vaticannews.va


26.8.2018 Der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, fordert Papst Franziskus zum Rücktritt auf. Er habe den Papst bereits im Juni 2013 über die sexualisierte Gewalt von Kardinal McCarrick informiert, der Papst habe nichts unternommen: „In this extremely dramatic moment for the universal Church, he must acknowledge his mistakes and, in keeping with the proclaimed principle of zero tolerance, Pope Francis must be the first to set a good example to Cardinals and Bishops who covered up McCarrick’s abuses and resign along with all of them,“ schreibt Vigan.
Papst Benedikt habe 2009 oder 2010 Sanktionen gegen McCarrick erlassen. U.a. durfte er nicht mehr öffentlich Messe feiern, Vorträge halten, reisen und an öffentlichen Versammlungen teilnehmen. Er solle das Seminar, in dem er lebte, verlassen und ein Leben des Gebets und der Buße führen.
Vigan nennt Namen von Kardinälen, die McCarricks Verbrechen kannten und/oder um die Sanktionen wussten: Kardinal Tarcisio Bertone, Leonardo Sandri, Kardinal William Levada, Kardinal Angelo Sodano, Kardinal Pietro Parolin, Kardinal Marc Ouellet, Kardinal Lorenzo Baldisseri, Erzbischof Ilson de Jesus Montanari, Kardinal Leonardo Sandri, Kardinal Fernando Filoni und Kardinal Angelo Becciu u.a.
Vigano sagt, dass alle in seinem Schreiben an Papst Franziskus erwähnten Memos, Briefe und andere Dokumente beim Staatssekretariat des Heiligen Stuhls oder bei der Apostolischen Nuntiatur in Washington, D.C. erhältlich seien. Quelle: cbsnews.com   cruxnow   ncregister.com   catholicherald.co.uk


26.8.2018 Der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, fordert Papst Franziskus zum Rücktritt auf. Er habe den Papst bereits im Juni 2013 über die sexualisierte Gewalt von Kardinal McCarrick informiert, der Papst habe nichts unternommen: “In this extremely dramatic moment for the universal Church, he must acknowledge his mistakes and, in keeping with the proclaimed principle of zero tolerance, Pope Francis must be the first to set a good example to Cardinals and Bishops who covered up McCarrick’s abuses and resign along with all of them,” schreibt Vigan.
Papst Benedikt habe 2009 oder 2010 Sanktionen gegen McCarrick erlassen. U.a. durfte er nicht mehr öffentlich Messe feiern, Vorträge halten, reisen und an öffentlichen Versammlungen teilnehmen. Er solle das Seminar, in dem er lebte, verlassen und ein Leben des Gebets und der Buße führen.
Vigan nennt Namen von Kardinälen, die McCarricks Verbrechen kannten und/oder um die Sanktionen wussten: Kardinal Tarcisio Bertone, Leonardo Sandri, Kardinal William Levada, Kardinal Angelo Sodano, Kardinal Pietro Parolin, Kardinal Marc Ouellet, Kardinal Lorenzo Baldisseri, Erzbischof Ilson de Jesus Montanari, Kardinal Leonardo Sandri, Kardinal Fernando Filoni und Kardinal Angelo Becciu u.a.
Vigano sagt, dass alle in seinem Schreiben an Papst Franziskus erwähnten Memos, Briefe und andere Dokumente beim Staatssekretariat des Heiligen Stuhls oder bei der Apostolischen Nuntiatur in Washington, D.C. erhältlich seien. Quelle: cbsnews.com   cruxnow   ncregister.com   catholicherald.co.uk


25.8.2018 Marie Collins nahm zusammen mit 7 anderen Missbrauchsopfern an einem 90minütigen Gespräch mit Papst Franziskus teil. Ein Tribunal, wie die Päpstliche Kinderschutzkommission vorgeschlagen hatte und das nie eingeführt wurde, wird es auch in Zukunft nicht geben. Vier vatikanische Ämter seien mit der Sanktionierung vertuschender Bischöfe beschäftigt – die Instrumente seien vorhanden, um Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings scheint der Papst bereit zu sein, die wahren Gründe für den Rücktritt von Bischöfen zu nennen. Collins nennt dies einen Schritt vorwärts. Quelle: ncronline.org


24.8.2018 Marie Collins, Irin und ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sieht eine Ursache, dass die katholische Kirche Missbrauchsfälle der Kleriker nicht ernsthaft aufklären will, darin, dass sie einen Dominoeffekt fürchtet. Bislang habe jede genauere Untersuchung gezeigt, dass die Kirche sich und ihren Ruf schützt. Marie Collins erinnerte auch an das nach wie vor gültige “päpstliche Geheimnis“, das Verfahrensbeteiligten an einem Prozess wegen sexuellem Missbrauch Schweigen auferlegt. Quelle: irishtimes


24.8.2018 Kurienerzbischof Georg Gänswein fordert, Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche umfassend aufzuarbeiten. Es gebe nichts zu beschönigen, die Schuldigen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte er und betonte, die Kirche gehe bei Aufklärung und Aufarbeitung seit Jahren mit gutem Beispiel voran. Quelle: vaticannews


24.8.2018 In der “Clergy Abuse Hotline” in Pennsylvania haben sich weitere 300 Opfer von Kindesmissbrauch durch Kleriker gemeldet. Die Justiz wird diesen Fällen ebenfalls nachgehen. Quelle: zeit.de


24.8.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes Rörig sieht die Kirche angesichts der Missbrauchsfälle in einem “historischen Moment”: “Es gibt ja einen sehr, sehr langen Vorlauf, über 20 Jahre, wenn man an Boston denkt, an den Film “Spotlight”, wo der Missbrauch in der Katholischen Kirche so gut dargestellt wurde, England, Australien, Deutschland, Chile. Es geht ja um zehntausende von Opfern sexueller Gewalt. Ich glaube, jetzt ist der entscheidende Punkt für eine Kehrtwende, für umfassende Aufarbeitung und Aufklärung der Sexualverbrechen im kirchlichen Kontext.” Quelle: DLF


24.8.2018 Papst Franziskus und die gesamte Kirche leide „unglaublich tief“ an der Aufdeckung der Missbrauchsfälle. Das sagte der Mailänder Erzbischof, Kardinal Angelo Scola – und ich glaube es ihm aufs Wort. Quelle: vaticannews


24.8.2018 Marie Collins nimmt Kardinal O’Malley in Schutz: Nicht an seiner Leitung der Päpstlichen Kinderschutzkommission sei es gelegen, dass die Kommission so wenig erreicht hat, sondern an den Widerständen in der vatikanischen Kurie. Quelle: ncronline.org


24.8.2018 Die weltweite Initiative “Ending Clerical Abuse” fordert eine Reform der Päpstlichen Kinderschutzkommission. In den 4 Jahren ihres Bestehens habe es keine sichtbaren Fortschritte gegeben. Die Kommission brauche einen neuen Leiter. ECA schlägt Erzbischof Diarmuid Martin vor. Quelle: Domradio


24.8.2018 Der Brief des Papstes zum Thema Misbrauch hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Dabei will Franziskus es aber offenbar nun belassen. Quellen im Vatikan zufolge sollen keine weiteren Anweisungen des Papstes mehr folgen. Der Papst meine, die katholische Kirche verfüge bereits über die nötigen rechtlichen Instrumente, um sexuellen Missbrauch zu bekämpfen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, schrieb der Vatikan-Experte Andrea Tornielli. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nun ja, diese Instrumente gibt es ja wirklich – aber wenn sie nicht angewandt werden oder personell so unterbesetzt sind, dass eine effektive Arbeit nicht möglich ist, dann ist das auch eine Form, das Problem zu verdrängen.


24.8.2018 Eine Online-Petition für einen Rücktritt des Lyoner Kardinals Philippe Barbarin hat bis Donnerstagvormittag mehr als 50.000 Unterzeichner gefunden. Dem französischen Primas wird Nichtanzeige sexueller Übergriffe vorgeworfen. Er wurde 2017 vor Gericht angehört; die Hauptverhandlung ist nach mehreren Verschiebungen nun für Oktober anberaumt.

Nachdem erste Hinweise auf Vertuschung auftauchten, stellte die französische Staatsanwaltschaft im August 2016 zunächst die Ermittlungen ein. Im Februar 2017 stand Barbarin erneut vor Gericht wegen Nichtanzeige von sexuellen Übergriffen gegen Minderjährige und wegen unterlassener Hilfeleistung. Er wurde freigesprochen. Im September 2017 haben zehn Opfer eines Priesters einen anderen Rechtsweg eingeschlagen. Der Prozess soll im Oktober 2018 stattfinden. Im Mai 2016 war Barbarin von Papst Franziskus empfangen worden. Kurz zuvor hatte der Papst Forderungen nach einem Amtsverzicht von Barbarin zurückgewiesen – sie kämen einem Schuldeingeständnis gleich.
Barbarin hatte im August 2016 Fehler zugegeben: “es habe Fehler bei der Ernennung einiger Priester gegeben”. Wer die Fehler gemacht hat, sagte er nicht. Quelle: katholisch.de


24.8.2018 “Das [sexueller Missbrauch in der kath. Kirche] ist keine Nebensache, keine Marginalie, sondern hier geht es um die Existenzfrage der römisch-katholischen Kirche. Wenn wir das nicht anpacken, können wir einpacken.” Mit diesen Worten plädiert der Kirchenrechtler Thomas Schüller für eine Bischofssynode. Quelle: domradio


23.8.2018 Philipp Egan, Bischof von Portsmouth, schlägt Papst Franziskus vor, eine außerordentliche Synode zum Leben und Wirken von Geistlichen abzuhalten. Sexueller Missbrauch durch Geistliche scheine ein weltweiter Phänomen zu sein, schreibt Egan.  Als Katholik und als Bischof erfüllten ihn diese Enthüllungen mit tiefer Sorge und Scham, schreibt Egan. Quelle: die-tagespost.de

Kommentar: Ich habe Mühe zu verstehen, dass unter Geistlichen unbekannt sein soll, dass ihr Amt ein Dienst an den Menschen sein soll und dass weder sexueller Missbrauch dem Amt angemessen ist noch das Vertuschen von Verbrechen.


22.8.2018 Kardinal Parolin sagt, Missbrauch sei eine Schande für die Kirche: “Ich glaube, dass wir sehr tief von diesem Phänomen betroffen waren und noch sind. Das hat einen erschreckenden Einfluss auf die Zeugnisvermittlung der Kirche genommen. Der Papst hat immer darauf bestanden und tut dies auch weiterhin, dass es unsere oberste Pflicht und Aufgabe ist, den Missbrauchsopfern beizustehen, ihnen zu helfen, damit sie wieder ihr Leben aufbauen können. Ich glaube, dass die katholische Kirche in Irland ihre Unterlassungen, Fehler und Sünden eingesehen und gleichzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen hat, damit solche Fälle nicht mehr geschehen können. Ich glaube, dass die Reise des Papstes nach Irland auch ein Zeichen der Hoffnung ist.” Quelle: vaticannews.va


Der bischöfliche Beauftragte der irischen katholischen Kirche sieht das anders – er würde heute diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, wegen des Widerstands der Bischöfe.  irishtimes.com


22.8.2018 Erzbischof Schick, Bistum Bamberg, schreibt auf Twitter: Die Wahrheit macht nicht nur frei, sie ist auch die notwendige Voraussetzung für jede Heilung und allen Fortschritt im Guten.” Quelle: https://mobile.twitter.com/BischofSchick/status/1032154951013883909?p=v

Kommentar: Nun, die Wahrheitssuche hätte schon Jahre und Jahrzehnte früher beginnen können. Es ist kaum erträglich, dass dieses Zitat aus dem Johannes-Evangelium erneut auftaucht. Was sollte Opfer veranlassen, den Verantwortlichen dieses Mal Glauben zu schenken?


22.8.2018 Der Jesuit und frühere Vatikansprecher Federico Lombardi sieht Nachbesserungsbedarf beim Kinderschutz in der katholischen Kirche Italiens. Hans Zollner, SJ, stellte fest, dass “die katholische Kirche des Landes … im Blick auf sexuelle Ausbeutung und Machtmissbrauch durch Kleriker noch keinen ‘solchen Moment der Wahrheit erlebt’” habe. Quelle: kathpress.at


22.8.2018 Der Jesuitenpater Godehard Brüntrup spricht noch immer von “sexueller Lustbefriedigung”, wenn er sexuellen Missbrauch Minderjähriger meint. Er hat nicht verstanden, dass der Missbrauch Minderjähriger ein Machtgeschehen ist, das sich sexualisiert ausdrückt. Es geht um Macht, nicht um Sex. So einfach ist das. Und das müsste sich doch inzwischen rumgesprochen haben. Quelle: Domradio 


21.8.2018 Margarete Stokowski berichtet, dass ihr Bistum sie nach Missbrauch durch einen kirchlichen Mitarbeiter alleine gelassen hat. Sie erhielt lediglich die Nachricht, der Täter arbeite nicht mehr im Bistum. Den Beteuerungen einzelner Kirchenvertreter, ihnen läge an Aufklärung, glaubt sie nicht mehr. Die Kirche habe genügend Chancen gehabt, die Aufklärung radikal voranzutreiben. Quelle: spiegel.de


21.8.2018 George Zirwas, katholischer Priester im Bistum Pittsburgh, gehörte einem priesterlichen Pädophilenring an, der u.a. die Kinder “zeichnete” – mit einem großen Kreuz! -, um sie als zugerichtete Opfer für Kollegen sichtbar zu machen. Das Bistum wusste seit 1987 Bescheid. Zirwas blieb bis 1994 Priester und wurde dann “aus persönlichen Gründen” beurlaubt. Der damals zuständige Bischof, Anthony J. Bevilacqua, bestrafte Zirwas nicht. Donald Wuerl, damals Bischof von Pittsburgh, setzte ihn wieder als Priester ein, suspendierte ihn jedoch, als ihm Beschwerden über Zirwas bekannt wurden. Quelle: welt.de


221.8.2018 Ein am 28. Juni 2018 zum Kardinal ernannter mexikanischer Erzbischof, Sergio Obeso Rivera, sagt, dass einige Ankläger sexuellen Missbrauchs durch Kleriker sich schämen sollten, mit dem Finger auf Kleriker zu zeigen, denn viele von ihnen hätten selbst Leichen in ihrem Schrank. Quelle: cruxnow.com


21.8.2018 Kardinal O’Malley übernimmt die Verantwortung dafür, dass er einen Brief von Pater Boniface Ramsey aus New York im Juni 2015 über Kardinal McCarrick nicht erhalten hat. Der Brief wurde an OMalley in seiner Funktion als Präsident der Päpstklichen Kommission für Kinderschutz geschickt. Pater Kichkam, Sekretär,  hatte den Brief nicht weitergeleitet und geantwortet, die Päpstliche Kinderschutzkommission habe nicht das Mandat, Vorwürfe zu untersuchen.

Der Brief ging nach Aussage von Ramsey auch an den damaligen päpstlichen Botschafter in den Vereinigten Staaten, den 2006 verstorbenen kolumbianischen Erzbischof Gabriel Montalvo und den 2015 verstorbenen Kardinal Edward Egan aus New York. Quelle: cruxnow.com
Was es konkret bedeutet, dass O’Malley die Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit übernimmt, ist dem Artikel nicht zu entnehmen. Immerhin will er die Verfahren ändern, so dass in Zukunft ein solcher Brief nicht mehr übersehen wird.


21.8.2018 Der Papst könne das nach wie vor existierende “päpstliche Geheimnis” rund um Missbrauchsfälle aufheben, sagt Matthias Katsch. “Der Papst könnte seine Bischöfe auffordern, das gleiche bei sich vor Ort zu tun. Er könnte dafür sorgen, dass seine Bischöfe aufhören, gegen die Verlängerung von Verjährungsfristen sich einzusetzen in vielen Ländern. … Es braucht eine Aufarbeitung auch an der Spitze der Kirche. Es braucht auch eine Aufarbeitungskommission, die sich mit den Vorgängen im Vatikan, mit den Verantwortlichkeiten beschäftigt.” Quelle: DLF


21.8.2018 Kardinal O’Malley sagt, die Laien sollten den Klerikern bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle helfen: “Bekehrung, Transparenz und die nötige Rechenschaftspflicht seien überhaupt nur möglich mit Hilfe der Laien, die ihre Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten in die Aufgabe einbringen können.” Quelle: vaticannews.va


21.8.2018 Opfervertreter anerkennen die starken Worte des Papstes zu den kirchlichen Missbrauchsfällen und ihrer Vertuschung, fordern jedoch Taten, insbesondere im Vatikan. Die Vorsitzende des irischen Selbsthilfevereins One in Four, Maeve Lewis, vermisst einen klaren Aufruf zum Handeln, man habe genug von “bedeutungslosen Entschuldigungen und Solidaritätsbekundungen”. Quelle: domradio.de  kathpress.at


21.8.2018 Der Papst  hat mit seiner Reise nach Irland einen schwierigen Weg vor sich. Der Besuch zum Weltfamilientreffen wird von den Veröffentlichungen von Missbrauch durch Kleriker in Pennsylvania, Irland, Chile, … überschattet. Quelle: katholisch.de


21.8.2018 Bischof Ackermann würdigt den Papstbrief an die KatholikInnen, stellt jedoch auch fest: “Sicher wird die Frage gestellt werden, warum der Papst dieses Schreiben an das ganze Volk Gottes richtet, wo doch die Schuld und Verantwortung in erster Linie bei den Priestern, den Bischöfen und Ordensoberen liegt. Spricht der Papst nicht allzu leicht in der Wir-Form und nimmt damit diejenigen in der Kirche mit in Haftung, die aufgrund des skandalösen Verhaltens von Priestern selbst eher zu den Leidtragenden gehören? Der Brief wird sich diese Frage gefallen lassen müssen.” Quelle: katholisch.de


21.8.2018 Wir sind Kirche International“ den Vatikan am Montag aufgefordert, acht konkrete Maßnahmen gegen Missbrauch zu setzen. Dazu gehört, dass alle Akten bezüglich sexuellem Missbrauch, auch die vatikanischen, geöffnet werden und von Experten analysiert werden sollen. Bischöfe, die Fälle vrtuschten, sollen aus ihren Ämtern entfernt werden. Kein künftiger Bischof dürfte ernannt werden, der Missbrauch begangen, gefördert, erleichtert oder vertuscht hat. Verjährungsfristen müssen aufgehoben werden. Ein Prozess öffentlicher Versöhnung sollte stattfinden. Quelle: orf


21.8.2018 In Österreich hat die Unabhängige Opferschutzkommission seit 2010 1812 zugunsten der Opfer entschieden, 245 Fälle sind noch in Bearbeitung. Bei 44 % dr Vorfälle sei es um sexuellen Missbrauch gegangen, in den anderen Fällen um körperliche und psychische Gewalt. 54,5 % der Fälle geschahen vor 1970, 44,6 % von 1970 bis 1999, 0,9 % seit 2000. Quelle: ORF


21.8.2018 Joachim Frank macht darauf aufmerksam, dass der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung mit dem Vorwurf, die katholische Kirche öffne nicht ihre Archive, Unrecht hat. In der derzeit noch laufenden MHG-Studie gehe es im quantitativen Teil darum, dass nur einige Bistümer stichprobenartig ihre Archive ab 1945 öffnen. Quelle: katholisch.de


21.8.2018 In einem Offenen Brief an Kirchengemeinden, die von sexuellem Missbrauch durch Priester oder Mitarbeiter betroffen sind, fordern die UnterzeichnerInnen:

  • Eine zentrale Dokumentation der Missbrauchsfälle, öffentlich zugänglich.
  • Unabhängige Missbrauchs-Kommissionen, die nach Standards arbeiten
  • Die Suche nach weiteren Opfern, wenn sich eine Gemeinde als betroffen erweist
  • Konkrete Angebote der Unterstützung (statt Diskreditierung und Diskriminierung!) an diese – alles andere ist unterlassene Hilfeleistung!
  • Angemessene Entschädigungen
  • Den ehrlichen Willen zu Aufklärung der Taten und Unterstützung der Betroffenen

Quelle: talkingaboutsexualtrauma.wordpress.com


 

 

20.8.2018 Papst Franziskus hat an alle KatholikInnen einen Brief geschrieben, in dem er sich für “die Kirche” entschuldigt, den Klerikalismus als Ursache für sexuellen, Macht- und Gewissensmissbrauch ausmacht und Umkehr einfordert. Er sei sich der Bemühungen in den verschiedensten Teilen der Welt bewusst. Dazu gehöre auch die Null-Toleranz-Politik und die Maßnahmen, Rechenschaft zu fordern von allen, die diese Verbrechen begehen oder decken. “Mit Scham und Reue geben wir als Gemeinschaft der Kirche zu, dass wir nicht dort gestanden haben, wo wir eigentlich hätten stehen sollen und dass wir nicht rechtzeitig gehandelt haben, als wir den Umfang und die Schwere des Schadens erkannten,” schreibt er.
Quelle: dbk.de
Kommentar: Worte sind zu wenig. Kirchliche Opfer warten seit vielen Jahren auf Taten, die sie die Solidarität auch spürbar erfahren lassen. Ich wüsste gerne konkret, was der Papst zu unternehmen gedenkt, um Rechenschaft zu fordern von denen, die vertuschten. Immerhin ist er der einzige Vorgesetzte der Bischöfe. Sie sind ihm gegenüber rechenschaftspflichtig. Aber Papst Franziskus quittiert Vertuschung von Bischöfen noch immer normalerweise damit, dass er einem Rücktrittsgesuch eines Bischofs stattgibt. Nicht einmal die Gründe werden immer genannt.
Zudem spricht der Papst – neben viel Richtigem – von einem “Wir als Volk Gottes”, und es bleibt unklar, ob die verwundeten Brüder und Schwestern dazugehören oder nicht. Ich bin Glied der Gemeinschaft der Kirche, aber ich gebe nicht zu, dass ich nicht dort gestanden hätte, wo ich hätte stehen sollen.

20.8.2018 bishop accountability hat mehr als 70 Geistliche in der Republik Irland und Nordirland identifiziert, die wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt wurden oder deren Missbrauch in den Berichten Ferns, Ryan, Murphy und Cloyne ausführlich dokumentiert wurde. Quelle: bishop-accountability.org


19.8.2018 Zur Kritik des Missbrauchsbeauftragten an der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche kommt nun die Information an die Öffentlichkeit, dass von 27 Diözesen 18 alle Akten von Priestern zugänglich machen, die im Jahr 2000 noch lebten. Neun Diözesen stellen nur jene Akten von Priestern zur Verfügung, die 1946 noch lebten, darunter auch die Diözese Essen. Zudem können die federführenden Wissenschaftler nicht selbst auf die Akten zugreifen, vielmehr schicken sie Fragebögen an die Kirchenarchive und die dortigen MitarbeiterInnen suchen die Akten heraus. Quelle: rp-online


Außerdem erinnert hpd daran, dass die Akten von Sittlichkeitsverfahren in den bischöflichen Geheimarchiven nach 10 Jahren bzw. dem Tod eines kirchenrachtlich Straffälligen an die Glaubenskongregation geschickt werden müssen. D.h. in den Geheimarchiven bleibt lediglich ein “Tatbestandsbericht” und das Endurteil. Die Forscher der MGH-Studie müssen also im Vatikan die Akten anfordern, die sie in ihrer Studie untersuchen sollen.


19.8.2018 Hans-Joachim Sanders erklärt, dass Bischöfe, die der Kirche viel zu verdanken haben, sich schwer tun, ihre eigene Kirche zu kritisieren. Quelle: Deutschlandfunk


19.8.2019 Die Vertuschung von Missbrauch deutet auf ein totes Gewissen in der kirchlichen Hierarchie hin. Quelle: cruxnow


19.8.2018 Gegen den Missbrauch Minderjähriger in der Kirche seien nach Ansicht von Hans Zollner, vatikanischer Kinderschutzexperte,  nicht nur Gesetze, sondern auch ein grundlegender Mentalitätswandel in der Kirche nötig. Pennsylvania zeige, dass in den letzten 70 Jahren etwa 4-6 % der Priester wegen Missbrauchs angezeigt oder verurteilt worden. Der Bericht von Pennsylvania zeige auch, dass seit 2002 die Fälle drastisch gesunken seien. Quelle: kathpress.at

Kommentar: Dass die kirchlichen Missbrauchsfälle in den USA seit 2002 gesunken sind, ist hoffentlich richtig. Allerdings wissen wir das vermutlich erst in 20-40 Jahren, wenn die heutigen Opfer sich erinnern werden/können. Die Angabe von 4-6 % der Priester, die Missbrauchstäter seien, dürfte ein wenig geschönt sein. Überall da, wo genau und unabhängig hingeschaut wurde, (Australien, stellenweise in den USA) müssen wir von 6-9 % Tätern unter den Priestern ausgehen. Allerdings dürften da auch eine gewisse Zahl an Priestern einbegriffen sein, die nicht angezeigt und nicht verurteilt wurden.


19.8.2018 Kardinal O’Malley sagte, dass die Katholiken ihre Geduld mit den Kirchenverantwortlichen und die Gesellschaft ihr Vertrauen verloren habe. Die Krise sei das Ergebnis von klerikalen Sünden und klerikalem Versagen. Es brauche Umkehr, Transparenz und Glaubwürdigkeit und dazu müssten Laien verstärkt einbezogen werden. Die Jesuitenzeitschaft “America” schlägt einen Fast- und öffentlichen Reuetag vor, an dem die Zeugnisse der Gläubigen gehört werden sollten. Quelle: vaticannews


19.8.2018 Erzbischof Wuerl, Washington, kommt nicht zum Weltfamilientreffen in Dublin. Eine Begründung gibt es nicht. Erzbischof Kardinal Sean O’Malley, Boston, hat abgesagt wegen einer aktuellen Untersuchung in seinem Priesterseminar. Quelle: Domradio


19.8.2018 Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, sagt: “Es reicht nicht, sich nur zu entschuldigen.” Quelle: religion.orf.at


18.8.2018 In den USA haben rund 140 Theologen und engagierte Laien die Bischöfe des Landes aufgerufen, dem Papst wegen des jüngsten Missbrauchsskandals geschlossen ihren Rücktritt anzubieten – wegen eines “allgemeinen Systemversagens” der Kirche im Umgang mit dem Missbrauch durch Priester. Quelle: Domradio


18.8.2018 Matthias Katsch weist auf das Vorgehen bei der MHG-Studie hin: Nicht alle Bistümer lassen ihre Akten untersuchen, Orden sind nicht einbezogen; es wid keine Täternamen geben, auch keine Namen von Verantwortlichen (Bischöfen), die vertuschten. Die Forscher selbst dürfen keine Akten einsehen. Sie haben einen Fragebogen erarbeitet, mit dem Bistums-Mitarbeiter versuchten, in den Archiven die Sachverhalte zu ermitteln. Quelle: https://www.ovb-online.de/bayern/erneute-erschuetterung-10131620.html


18.8.2018  Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur “Augsburger Allgemeine”, sagt, die Missbrauchsfälle in Pittsburg seien verstörend, verstörender sei, “wie sehr sich das Verhalten der Personen an der Spitze ähnelt. Da sind nicht allein die Belege, dass Bischöfe die sexuellen Vergehen ihrer Priester gedeckt oder sogar gerechtfertigt haben. Nein, der Vorwurf trifft auch die Vertreter von Petrus auf Erden.”… “Franziskus versteht sich also auf Symbolik. Aber gerade bei der Sexual-und Geschlechterfrage, für so viele ein Symbol der Ausgrenzung, hat er Symbolik bislang gescheut – und die Männerbastion Vatikan nicht geschleift.” Quelle: Deutschlandfunk


18.8.2018 Was sie damals versprachen, versprechen sie auch heute, sagt Matthias Rüb. Der Erzbischof von Washington und langjährige Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Kardinal Donald Wuerl, beteuert, weder von den Untaten des als „Uncle Ted“ bekannten Kardinals McCarrick – seines Vorgängers als Erzbischof in der Hauptstadtdiözese Washington – noch von den Missbrauchsfällen in seiner Diözese Pittsburgh und in den anderen Diözesen Pennsylvanias etwas gewusst zu haben – immerhin waren die Taten in den Kirchenarchiven dokumentiert. Wuerl war immerhin von 1988 bis 2006 Bischof von Pittsburgh. Quelle: faz


18.8.018 John O. Bambrick, katholischer Pfarrer, USA, selbst Missbrauchsopfer eines Priesters, Gründungsmitglieder der “Catholic Whistleblowers”, plädiert für Reformen. U.a. sagt er, auch Laien sollten bei der Wahl von Bischöfen beteiligt werden, Priesterseminaristen strenger ausgewählt. Bambrick wurde als 15Jähriger missbraucht. Während seiner mehr als 20-jährigen Versuche, den Priester zur Rechenschaft zu ziehen, hätten Kirchenobere seine Erlebnisse von Kirchenoberen als “Sommerromanze” oder pure Erfindung dargestellt. “Ich erinnere mich, dass manche mich fragten, warum ich das Leben dieses Mannes ruinieren will – als wäre ich der Abnormale.” Quelle: Domradio


17.8.2018 Erzbischof Eamon Martin von Armagh, irischer Primas, sagt, die Menschen wollten vom Papst, wenn er Irland besucht, keine Entschuldigungen für kirchliche Missbrauchsfälle, sondern Taten. Opfer erwarten, dass die Kirche endlich die systemischen Ursachen angeht. Quelle: cruxnow


17.8.2018 Das aktuell gültige Gesetz in Pennsylvania erlaubt es Opfern von Kindesmissbrauch nur bis zum Alter von 50 Jahren, strafrechtliche Klage einzureichen. Bei zivilen Klagen liegt das Limit beim 30. Lebensjahr. Viele Opfer sind schon älter, können die Täter also nicht mehr anklagen. Die Verfasser des Berichtes empfehlen, die Verjährungsfrist abzuschafen. Bislang hat sich die katholische Kirche erfolgreich gegen die Abschaffung der Verjährungsfristen gewehrt – ein Großteil der Verbrechen läge in der Vergangenheit und die aktuellen Würdenträger seien nicht verantwortlich, argumentiert die Kirche. Quelle: sueddeutsche.de


17.8.2018 Der Stern listet Reaktionen auf die Veröffentlichungen der kirchlichen Missbrauchsfälle in Pennsylvania auf. Quelle: stern


17.8.2018 Wie gewohnt äußert der Vatikan Scham und Trauer angesichts der bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Pennsylvania und weist wie gewohnt darauf hin, dass der Papst an der Seite der Opfer stehe. Am 15.8.2018 noch kommt ein Kommentar von P. Hagenkord, Vatikannews, ohne die Nennung der Täter- und der Opferzahl in 6 der 8 Bistümer Pennsylvanias aus.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wirft der katholischen Kirche in Deutschland  unzureichende Aufklärung vor. Für eine entsprechende Studie der Deutschen Bischofskonferenz hätten leider nicht alle Bistümer ihre Archive geöffnet, Aufarbeitung werde wohl noch zu oft als Gefahr für die eigene Institution gesehen. Bischof Ackermann widerspricht: Er habe keine Anhaltspunkte dafür, dass nicht alle Bistümer ihre Geheimarchive geöffnet hätten. Quelle: zeit  Spiegel


16.8.2018 Opfer berichten aus Pennsylvania. Der Vatikan nimmt bislang keine Stellung. Bereits im Juli hatte der Generalstaatsanwalt von Pennsylvania, Josh Shapiro, einen persönlichen Brief an Papst Franziskus geschrieben und ihn gewarnt, dass “eine umfassende Untersuchung” durch sein Büro “einen weit verbreiteten sexuellen Missbrauch von Kindern und eine systemische Vertuschung durch Führer der katholischen Kirche” gefunden habe. Eine Antwort erhielt Shapiro nicht. Hans Zollner hält die Skandale von Pennsylvania nicht für die letzten. Er ist überzeugt, dass wir uns noch lange mit diesen Themen beschäftigen werden. Quellen: Spiegel   Stuttgarter Zeitung  edition.cnn.com


16.8.2018 Dem FBI, das in 6 der 8 Diözesen in Pennsylvania ermittelte, fiel auf, dass das Muster des Verhaltens der Kirchenverantwortlichen systematisch gewesen ist: Primär ging es darum zu verhindern, dass die Polizei von den Anschuldigungen etwas erfuhr. In internen Berichten war nicht von Vergewaltigung die Rede, sondern von “Grenzproblemen” und “nicht angemessenem Verhalten”. (Richard Sipe hatte bereits 2010 und früher darauf hingewiesen, dass die Kirche “Code-Wörter” verwende.) Die Kirche habe absichtlich nicht-qualifiziertes Personal, d.h. andere Geistliche, mit der Untersuchung von Anschuldigungen beauftragt, die dann nicht die wichtigen Fragen stellten. Angeschuldigte wurden an kirchliche psychiatrische Einrichtungen überwiesen, um Integrität vorzuspielen. Dort seien mutmaßliche Täter auf der Basis ihrer eigenen Aussagen evaluiert worden. Bei Versetzungen der Täter habe die Kirche die neuen Arbeitsstellen nicht über die Gründe der Versetzung informiert. Quelle: NZZ


16.8.2018 Ian Elliott, der für die katholische Kirche in Irland Kinderschutzstrukturen geschaffen hat, würde dies wegen des Widerstandes der Bischöfe nicht mehr tun. “Wenn ich wieder mit der Aussicht konfrontiert würde und wüsste, was ich jetzt weiß, würde ich diesen Weg wieder gehen? Die Antwort ist nein. Ganz bestimmt nicht,” sagte er und sprach von “viel Lippenbekenntnis” und einem “sehr begrenzte Engagement… Alle wollten eine Reform. Sie erkannten, dass es ein Problem gab. Sie wollten das Problem lösen. Sie waren entschlossen, dieses Problem zu lösen, und sie wollten, dass ich diesen Prozess leite. Aber das war nicht der Fall…. Ich begegnete einer Menge Feindseligkeit, manchmal war es nicht einmal irgendwie versteckt, es war völlig feindselig.” Mit Erzbischof Diarmuid Martin habe er gute Erfahrungen gemacht, sagte Elliott. Quelle: iris htimes.com


16.8.2018 Ein Opfer aus Pennsylvania berichtet. Quelle: t-online


15.8.2018 In Pennsylvania wurden 6 der 8 Bistümer genauer untersucht im Blick auf Missbrauchsfälle und deren Vertuschung. 300 Priester-Täter und etwa 1000 Opfer – überwiegend Jungen, aber auch Mädchen, wurden in den letzten 70 Jahren identifiziert. Die Untersucher gehen von einer Dunkelziffer bei Tätern und Opfern (“Tausende”) aus. Die Täterzahl erhält nochmal ein erschreckendes Gewicht, wenn man bedenkt, dass es in den 5 Bistümern laut wikipedia 1426 Diözesanpriester und 349 Ordenspriester gibt. – Als ein prominenter “Vertuscher” wird Kardinal Donald Wuerl genannt, der Ex-Bischof von Pittsburgh und seit 2006 Erzbischof von Washington. Wuerl, 77, ist ein wichtiger US-Berater von Papst Franziskus.

David Zubik, Bischof von Pittsburgh, wies den Vorwurf zurück, die Kirche habe versucht, die Untaten zu vertuschen. “Es gab keine Vertuschung”, sagte er nach der Vorstellung des Reports, “ich finde es wichtig, das festzuhalten.” (zitiert nach Süddeutscher Zeitung vom 16.8.2018) Quelle: Spiegel  Der Report stern.de
Kommentar: Überall da, wo jemand genau hinschaut, zeigt sich, dass ca 6-9 % der katholischen Kleriker Missbrauchstäter sind. Unter den Bischöfen, die priesterliche Missbrauchstäter schützen, dürfte der Prozentsatz deutlich höher liegen, denn es dürfte weltweit kaum ein Bistum geben, in dem es nicht zu sexuellem Missbrauch durch Kleriker kam. Nur einige Bistümer wurden von unabhängigen Kommissionen untersucht – die Zahlen sind entsetzlich. Würden weltweit alle Bistümer untersucht, wäre der Befund vermutlich in jedem Bistum ähnlich.


15.8.2018 Chilenische Ermittlungsbehörden haben gestern die Räumlichkeiten der chilenischen Bischofskonferenz nach Missbrauchsunterlagen durchsucht und Akten beschlagnahmt. Sie ermitteln im Fall der Maristen-Schulbrüder – dort sollen Geistliche Seminaristen missbraucht haben. Eine Stiftung hat Klage gegen zwei Kardinäle – Ezzati und Errazuriz – eingereicht, sie wirft den Kardinälen Vertuschung vor.

Die Botschaft Chiles hat offiziell den Antrag gestellt, den Untersuchungsbericht von Scicluna zu erhalten. Quelle: katholisch.de


14.8.2018 Ein Geschworenengremium von Pennsylvania hat 6 der 8 Bistümer im Staat Pennsylvania untersucht. Im Abschlussbericht seht, dass in den letzten 70 Jahren 301 katholische Priester sexuelle Übergriffe auf mindestens 1000 Minderjährige begangen haben. Generalstaatsanwalt Shapiro sprach von einer “jahrzehntelangen Vertuschung” durch Kirchenobere in Pennsylvania und im Vatikan. Die Kirche habe ihre Institutionen geschützt – “kostete es, was es wolle”. Fast alle der aufgezählten Fälle seien mittlerweile verjährt. Zwei Priester hätten jedoch innerhalb der vergangenen zehn Jahre Kinder missbraucht.

Die meisten Opfer waren der Untersuchung zufolge Jungen, viele vorpubertär. Es gibt auch Berichte, dass Priester junge Mädchen vergewaltigten und schwängerten. Von einer Abtreibung wird berichtet.  Der zuständige Bischof habe anschließend sein Mitgefühl ausgedrückt – nicht mit dem Opfer, sondern mit dem Priester. “Es muss eine sehr schwere Zeit für Sie sein.”
Ausgewertet wurden eine halbe Million Seiten kircheninterner Dokumente, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren. Sie mussten aufgrund juristischen Drucks herausgegeben werden. Unter den Verdächtigen sind nach Angaben von Generalstaatsanwalt Shapiro auch hochrangige Kirchenvertreter.
Der Erzbischof von Washington und frühere Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Donald Wuerl widersprach der Darstellung, die Kirche habe nichts unternommen. Er selbst sei nach Rom gefahren und habe erfolgreich die Wiedereinstellung eines Priesters verhindert. Quellen: dw.com  domradio  NZZ  katholisch.de


14.8.2018 Erzbischof Wilson, Australien, muss nicht ins Gefängnis. Er darf seine zwölfmonatige Haftstrafe im Hausarrest – mit elektronischer Fußfessel – absitzen. Nach sechs Monaten entscheidet das Gericht, ob die zweite Hälfte der Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden kann. Der Richter bescheinigte dem Erzbischof, weder Reue noch Bußfertigkeit zu zeigen. Quelle: religion.orf.at


13.8.2018 Kardinal Pell, Mitglied des päpstlichen Reformrates, steht in Australien wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs vor Gericht.Quelle: sueddeutsche.de


11.8.2018 Nun wird bekannt, dass der ehemalige vatikanische Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodana, in zwei  privaten Gesprächen vom britischen Staat erwartete, zugunsten der Kirche/des Vatikans einzugreifen. Im Gespräch mit der damaligen Präsidentin Mary McAleese schlug Sodana im November 2003 ein Konkordat vor, um sicherzustellen, dass die laufenden irischen staatlichen Missbrauchsuntersuchungen keinen Zugriff auf kirchliche Dokumente haben. McAleese beendete die Diskussion sofort. Ein Jahr später, im November 2004, schlug Sodano Außenminister Dermot Ahern vor, dass der irische Staat die katholische Kirche von rechtlichen Schritten zur Entschädigung von Überlebenden des klerikalen Kindesmissbrauchs in Irland freistellen könnte. Ahern wies den Kardinal klar und deutlich zurück. – Sodano war es, der das Verfahren gegen Kardinal Hans Hermann Groër eingestellt hatte. Er beendete auch 1998 die Untersuchung gegen P. Marcial Maciel Degollado. Beide Kleriker erwiesen sich später als Serientäter. Quelle: irishtimes.com  katholisch.de


10.8.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft hat Unterlagen aus dem Archiv der Militärdiözese beschlagnahmt. Militärbischof ist der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz, Santiago Silva Retamales (63). Er ist der Nachfolger von Juan Barros, der von 2004 bis 2015 Militärbischof war.

In Peru ermittelt die Staatsanwaltschaft offenbar gegen den Erzbischof von Lima, Kardinal Juan Luis Cipriani und drei weitere Personen. Es scheint einen Anfangsverdacht wegen versuchter Vertuschung im Missbrauchsfall gegen den Gründer der geistlichen Gemeinschaft “Sodalitium Christianae Vitae, Luis Fernando Figari. Quelle: orf


9.8.2018 Gegen zwei vom Benediktinerorden geführte Schulen in Großbritannien – Ampleforth in der Grafschaft North Yorkshire und Downside in Somerset  – gibt es Vorwürfe eines breiten Spektrums von Missbrauch, u.a. sadistischen und sexuellen Missbrauch. Die Vorwürfe reichen zurück bis in die 60er Jahre. Das steht in einem Bericht der unabhängigen staatlichen Untersuchungskommission (IICSA). Die jüngsten Opfer seien sieben Jahre alt gewesen. Der Ruf der Schule war wichtiger als das Wohl der Kinder. Die Schulen vertuschten auch nach Einführung neuer Aufklärungs- und Präventionsstandards im Jahr 2001. Insgesamt wurden zehn Personen, darunter auch Ordensbrüder, wegen Missbrauchs verwarnt oder verurteilt. Der Bericht geht jedoch noch von einem wesentlich höherem Ausmaß von Übergriffen aus. Kardinal O’Malley lässt die Vorwürfe überprüfen. Quelle: katholisch.de  katholisch.de 11.8.2018  religion.orf.at


8.8.2018 Zusammenfassung der Schwierigkeiten von Papst Franziskus bei der Reform der Kurie. U.a. wird darauf hingewiesen, dass gegen Kardinal O’Malley der Vorwurf im Raum steht, er habe 2015 von einem Priester einen Brief erhalten, der Behauptungen gegen McCarrick einzeln aufführt, aber nur die Antwort eines Angestellten erhielt, in der mitgeteilt wurde, es liege nicht in der Verantwortung des Kardinals, sich dieser anzunehmen. Quelle: de.catholicnewsagency.com


7.8.2018 In Pennsylvania werden in den nächsten Tagen Missbrauchsfälle aus sechs Diözesen Pennsylvanias veröffentlicht. Der Bischof von Pittsburg hat in einem Schreiben an die Gläubigen geschrieben, der Bericht werde tragisch und traurig ausfallen. Er betont, dass die Kirche nicht versucht habe, den Bericht zu blockieren und versichert, dass aktuell kein Priester oder Diakon im Dienst sei, gegen den ein begründeter Missbrauchsvorwurf erhoben werde. Auch die Namen der Beschuldigten werden publik gemacht werden. Quelle: Domradio


7.8.2018 In einer Sondervollversammlung der chilenischen Bischöfe beschlossen sie: Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, weitergehende Befugnisse für die nationale kirchliche Missbrauchskommission, Entschädigung der Opfer, persönlichen Kontakt mit Betroffenen, Einbindung von Laien in kirchliche Institutionen. Der Papst lobte die chilenischen Bischöfe für ihr Vorgehen. Quelle: domradio.de


7.8.2018 Gegen Bischof Francisco Javier Prado, den ehemaliger Weihbischof von Valparaiso und gegen Bischof Santiago Silva, heute Chiles Militärordinär und Präsident der Bischofskonferenz, und gegen Bischof Gonzalo Duarte, dessen Rücktrittsgesuch 2018 vom Papst angenommen wurde, liegen Vertuschungsvorwürfe vor. Duarte z.B. war außerstande, dem Zeugnis von 70 Personen zu glauben, die gegen Pater Jaime DaFonseca Missbrauchsvorwürfe erhoben. Quelle: cruxnow.com


7.8.2018  Bischof Edward Scharfenberger, Diözese Albany, schickte einen öffentlichen Brief an den gesamten US-Episkopat, in dem er schrieb, dass die Lösung von Kardinal Würl bei den Gläubigen keine Glaubwürdigkeit besitze. Er forderte stattdessen ein nationales, von der Kirche unabhängiges Gremium von Laien. Quelle: ncregister.com


6.8.2018 NCR berichtet, will der Erzbischof von Washington, Würl, ein Gremium der US-Bischofskonferenz gründen, das Vorwürfe gegen Bischöfe oder entsprechende Gerüchte untersucht. Quelle: vaticannews.va


5.8.2018 Die US-amerikanischen Bistümer Pittsburgh und Harrisburg veröffentlichen die Namen von Priestern, die Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten. Quelle: Domradio


4.8.2018 Die katholische Kirche in Chile befürchtet eine Welle von Entschädigungsprozessen, wenn es in den strafrechtlichen Fällen zu Verurteilungen kommt. Der Leiter der Kommunikationsabteilung des Erzbistums Santiago signalisierte, dass man Schadensersatzzahlungen leisten werde. Die Betroffenen James Hamilton, José Andrés Murillo und Juan Carlos Cruz verlangen ca 600.000 Euro. Falls es zur Verurteilung kommt, wollen sie den BEtrag wohltätigen Zwecken zukommen lassen. Allerdings hatten die Sonderermittler des Vatikans, Erzbischof Scicluna und Bertomeu eine gegebene Zusage von Entschädigungszahlungen Stunden später bereits wieder zurückgezogen. Quelle: amerika21.de


3.8.2018 Einen Gedenkort für die Missbrauchsopfer von Herz-Jesu-Missionaren am Gymnasium Johanneum in Homburg wollen ehemalige Schüler errichten. Dort gab es zahlreiche Opfer, zwei der Patres legten ein umfassendes Geständnis ab. Quelle: pfaelzischer-merkur.de/region/homburg


 

2.8.2018 Die chilenische Staatsanwaltschaft hat im Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche in Chile den Vatikan offiziell um Amtshilfe ersucht. Es geht um Akteneinsicht zu neun Klerikern, gegen die von drei regionalen Justizbehörden in Chile wegen sexueller Vergehen an Minderjährigen ermittelt wird. Quelle: derstandard.de


 

1.8.2018 Der Bischof der Diözese von Harrisburg, Ronald Gainer, wird eine Liste von Geistlichen veröffentlichen wird, die seit den 1940er Jahren des sexuellen Missbrauchs angeklagt sind. Die 71 Namen der Täter betreffen 37 Priester der Diözese Harrisburg, 3 Diakone, 6 Seminaristen. 9 Geistliche kamen aus anderen Bistümern und 16 Namen stammen aus religiösen Gemeinschaften. Quelle: local21news.com/


 

1.8.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, nennt die Kirchenführer, die von Kardinal McCarricks Missbrauchstaten wussten, ohne etwas dagegen zu unternehmen, “Komplizen”. Die vermeintliche “Null-Toleranz” in der US-amerikanischen katholischen Kirche klammere Bischöfe und Kardinäle aus. Kardinal O’Malley fordere nun, was die Kinderschutzkommission, der er als Leiter angehört, bereits 2015 vergeblich gefordert habe: Rechenschaftspflicht für Bischöfe in einem sog. Tribunal. 2015 hatte der Papst seine Zustimmung gegeben, die Glaubenskongregation unter Kardinal Müller sich jedoch geweigert.Quelle: thetablet


 

1.8.2018 Die Vereinigung “Leadership Conference of Women Religious” (LCWR) hat ihre Mitglieder aufgefordert, jeden sexuellen Missbrauch durch Geistliche zu melden. Die kirchlichen Behörden forderten sie auf, “Maßnahmen zu ergreifen, um eine Kultur des Schweigens zu beenden, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und den Missbrauchten Unterstützung zu gewähren”. Quelle: katholisch.de


 

31.7.2018 Die chilenischen Bischöfe werden fünf Tage über ihren künftigen Umgang mit Missbrauchsfällen beraten, u.a. darüber, wie sie mit den staatlichen Behörden zusammenarbeiten wollen. Der chilenische Staatsanwalt Emiliano Arias bestätigt, dass seiner Erkenntnis zufolge Ordensobere Beweismittel vernichtet hatten, um Missbrauchsermittlungen in der Kirche zu behindern. Quelle: Radio Vatikan


 

31.7.2018 Der Kirchenrechtler Lüdicke präzisiert zur Entlassung eines Kardinals: “Eine Entlassung aus dem Kardinalsstand ist im Kirchenrecht, dem Codex Iuris Canonici (CIC), nicht vorgesehen. Der Verlust der Kardinalswürde dürfte im Fall von Theodore McCarrick dadurch ermöglicht sein, dass er das angeboten und Papst Franziskus dieses Angebot angenommen hat.” Quelle: Domradio


 

30.7.2018 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Wilson, Adelaide/Australien angenommen. Wilson (67) war im Mai wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen zu 12 Monaten Hausarrest verurteilt worden. Quelle: Radio Vatikan 


 

29.7.2018 “An important ministry for us as bishops is to ‘see, judge, and act.’ It’s not enough to see. Yet, seeing clearly leads to sound judgment that requires fortitude for us to act… If we don’t do that as pastors we sell our vocation as shepherds in exchange for a career as hirelings.” (Ein wichtiger Dienst ist es für uns als Bischöfe zu sehen, zu urteilen und zu handeln. Es genügt nicht zu sehen. Doch klares Sehen führt eindeutig zu einem gesunden Urteil, das Kraft braucht, damit wir handeln können. .. Wenn wir das als Hirten nicht tun, verkaufen wir unsere Berufung als Hirten im Tausch für eine Karriere als Mietlinge.”
Das sagt Bischof Michael F. Olson von Fort Worth, Texas den Gläubigen. Die Gerechtigkeit verlange, dass alle Mitglieder der Kirchenleitung, die von den Verbrechen von Kardinal McCarrick wussten und nichts dagegen taten, zur Verantwortung gezogen werden. Multipliziert würden die schlimmen Auswirkungen von den Taten des Kardinals dadurch, dass finanzielle Abmachungen mit Opfern ohne Transparenz getroffen wurden und ohne Konsequenzen für den Kardinal blieben.
KArdinal McCarrick war eine führende Stimme, die in der US-Kirche 2002 Reformen forderte. Er gilt als Architekt der “Charta für den Schutz von Kindern und Jugendlichen” Quelle: catholicnewsagency.com  cruxnow


 

28.7.2018 Die Grand Jury zur Untersuchung des sexuellen Missbrauchs in sechs katholischen Diözesen in Pennsylvania (Harrisburg, Pittsburgh, Allentown, Scranton, Erie und Greensburg) nennt mehr als 300 Priester, die Missbrauchstäter waren. Damit dürften in den genannten Bistümern mehr kirchliche Missbrauchstäter sein als in Boston (248 Priester als Täter). 


 

Quelle: pennlive.com


 

28.7.2018 Die Nachrichten sind nicht eindeutig: Entweder hat der Papst Kardinal McCarrick aus dem Kardinalsamt entlassen oder McCarrick bat um seinen Rücktritt vom Kardinalsamt und der Papst nahm das Rücktrittsgesuch an. Hans Zollner geht davon aus, dass der Papst den Kardinal entlassen hat. Quelle: cbsnews.com   ncronline.org  katholisch.de  Radio Vatikan
Kommentar: Es macht einen Unterschied, ob der Papst den Kardinal entlässt oder dessen Rücktrittsgesuch annimmt. 


 

27.7.2018 Mark Crawford berichtete dem damaligen Erzbischof Theodore McCarrick, dass er von einem Priester sexuell missbraucht wurde. McCarrick sagte Crawford zu, dass der Priester nie wieder Zugang zu Kindern haben werde. Zwei Jahre später wurde sein Täter bei einer Kinderparty mit McCarrick fotografiert. Quelle: cronline.org


 

27.7.2018 Drei Nonnen der Congregación Hermanas del Buen Samaritano in Molina, Bistum Talca, Chile, berichten von sexuellen Übergriffen, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Machtmissbrauch durch Priester, aber auch eine ältere Nonne. 15 Novizinnen verließen den Orden. Den Nonnen, die sich bei der Oberin beschwerten, antwortete die Oberin: “Du läufst wie eine läufige Hündin hinter den Schwestern her”. Die Opfer wurden gezwungen “Buße zu tun” und mit monatelangem 24 Stunden Bereitschaftsdienst ohne Wochenende bestraft. Das schloss die Bedienung ihrer Peiniger ein. Ihre Post wurde kontrolliert und Telefonate vermutlich abgehört. So konnten sie niemandem außerhalb des Konvents informieren.

Die berichtenden Nonnen wurden auch Zeuginnen von Kommentaren von Kardinal Ezzati, Erzbischof Scapola (Nuntius) und des Bischofs von San Bernardo, Errazuriz. Die Herren beschimpften die Opfer, die Aufklärung im Fall Karadima forderten und fragten, wann die Opfer “endlich aufhören”. Eine der Nonnen berichtete, Karadima habe nach seiner Verurteilung von ihrem Orden etwa 25.000 Euro erhalten für seine “persönlichen Bedürfnisse”. Entlassene Nonnen erhielten keine Unterstützung durch den Orden – sie hatten nie ein Gehalt erhalten und keine Rentenbeiträge gezahlt.
Beschwerdeschreiben an Erzbischof Scapola blieben unbeantwortet, die Oberin, Patricia Ibarra Gómez, verweigerte jeden Kommentar, der frühere Bischof von Talca, Horacio Valenzuela, zog es vor, aus seinem Arbeitsbüro über den Garten vor den Fragen zu fliegen. Kürzlich wurde er vom Papst wegen seiner Beteiligung an der Vertuschung der sexuellen Agressiones Karadimas des Amtes enthoben. Quelle: newslocker.com


 

27.7.2018 Kardinal Sean O’Malley fordert, dass die Kirche „schnell und entschieden“ gegen bischöfliche Missbrauchstäter reagieren müsse; die große Enttäuschung und Wut vieler Menschen sei nur verständlich. Die Opfer müssten gelobt werden, dass sie ihre tragischen Erfahrungen öffentlich machen und müssten mit Respekt und Würde behandelt werden.
O’Malley wird von dem New Yorker Priester Boniface Ramsey vorgeworfen, O’Malley habe 2015 auf seine Konfrontation mit Vorhaltungen gegen McCarrick nicht reagiert. O’Malley reagierte: Er habe den Brief Ramseys “nicht persönlich erhalten”. Das Erzbistum Boston teilte Boniface Ramsey mit, O’Malley könne nichts tun, da die Angelegenheit nicht in seine Rolle als Leiter der Kommission für sexuellen Missbrauch des Vatikans oder seiner Erzdiözese fiel. Quelle: religion.orf.at  ncregister.com


 

26.7.2018 In Chile soll eine Gruppe von Schwestern vom Orden der „Barmherzigen Samariter“ von Priestern in Molina sexuell missbraucht und von ihren Vorgesetzten misshandelt worden sein. Die Nonnen haben den Nuntius Ivo Scapolo informiert. Eine Nonne meldete den Vorfall bei ihrer Oberin, Patricia Ibarra und wurde von ihr der Lüge bezichtigt. Sie wurde zur Beichte (!) zum Täter geschickt. – Das Bistum von Temuco, Südchile, hat Pfarrer Jaime Valenzuela Pozo suspendiert. Der Seelsorger der Pfarrei Perquenco wurde in einer Beschwerde des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt – die Taten sollen sich vor 17 Jahren ereignet haben. Quelle: latina-press.com


 

 

 

26.7.2018 Kardinal Theodore McCarrick wird vorgeworfen, Priesterseminaristen sexuell missbraucht zu haben. Der Priester Desmond Rossi, Diözese Albany, war wohl einer von ihnen. Die mehrfachen sexuellen Belästigungen durch McCarrick und ein Übergriff zweier Priesterkollegen verursachten bei Rossi eine tiefe Depression. Rossi ließ sein Amt 15 Jahre ruhen und nahm erst 2017 den Dienst wieder auf. Sein jetziger Bischof Edward Scharfenberger sagte Rossi seine volle Unterstützung für die Veröffentlichung seiner Erfahrungen zu. Dies sei notwendig für die eigene Heilung des Geistlichen UND die Solidarität mit anderen Opfern, sagte Scharfenberger. Quelle: katholisch.de


25.7.2018 Am 25. und 26. August besucht Franziskus Irland anlässlich des Welttreffens der Familien. Missbrauchsopfer in Irland fordern, dass der Papst den Anteil, den der Vatikan an den Vertuschungen von Missbrauchsfällen hat, benennt – ähnlich wie in Chile. Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagt: “The devastation to ordinary Catholics, ordinary people was huge, leaving aside survivors and their families altogether.” Große Worte und allgemeine Entschuldigungen bewirkten nichts, sagte Collins.


25.7.2018 Der NCR macht darauf aufmerksam, dass in Missbrauchsfällen, die von Klerikern verübt werden, der Verrat an der Gemeinschaft unberücksichtigt bleibt. Geschehen müsse eine tiefgründige Gewissenserforschung aller, die in den letzten 40 Jahren Macht in der Kirche innehatten. Sie müssten sagen, was sie jeweils wussten, was sie tolerierten und worüber sie geschwiegen haben. Quelle: ncronline.org


25.7.2018 Inzwischen häufen sich – nicht überraschend – Missbrauchsvorwürfe auch gegen katholische Bischöfe und Kardinäle. Der Bostoner Kardinal und Vorsitzende der päpstlichen Kinderschutzkommission, Sean O’Malley, sagt, hier gebe es eine große Lücke und es seien “klarere Verfahren erforderlich. Dabei hat er nicht nur sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Blick, sondern auch den “sexuellen Umgang” von Bischöfen und Kardinälen mit Erwachsenen. Er kündigte an, er werde das Thema im Vatikan mit “großer Dringlichkeit” zur Sprache bringen.
Quelle: domradio.de
Kommentar: Der gesamte Bereich sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester/Kleriker in seelsorglichen Abhängigkeitsbeziehungen, von dem mutmaßlich nicht wenige junge Frauen betroffen sind, hat in Deutschland noch kaum Interesse gefunden.  


25.7.2018 Mit schöner Regelmäßigkeit erheben Kirchenverantwortliche die Forderung, dass die katholische Kirche sexuellen Missbrauch durch Kleriker entschiedener aufklären und ahnden müsse. Dieses Mal kommt die Forderung von Kardinal Sean O’Malley, Boston, der u.a. Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission ist. Quelle: vaticannews.va


25.7.2018 Die chilenische Justiz hat den Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Ricardo Ezzati vorgeladen. Er muss sich zu dem Vorwurf äußern, der Klerus habe sexuellen Missbrauch ranghoher Geistlicher vertuscht. Ezzati hatte übrigens Auftrag, die Gründungen Degollados und der Legionäre zu untersuchen. Seine Untersuchung der chilenischen Legionärs-Universität Finis Terrae bestand in einem einstündigen Treffen mit dem akademischen Rat der Universität. Quelle: religion.orf.at


24.7.2018 Die chilenische Bischofskonferenz wird eine Sondersitzung abhalten. Chilenische Ermittlungsbehörden untersuchen Vorwürfe gegen 138 Kleriker und  20 Laien. 266 Opfer sind betroffen, 178 davon Minderjährige, 31 Erwachsene und 57 nicht näher benannte Opfer. Quelle: vaticannews.va  religion.orf.at


24.7.2018 Kardinal Theodore McCarrick, der jetzt des Missbrauchs eines Kindes und von Seminaristen beschuldigt wird, war 2002 eine führende Stimme in der Reaktion der US-Kirche auf die Missbrauchskriste. In dem Dokument, das die Bischofskonferenz verabschiedete, wird lediglich von Priestern und Diakonen gesprochen, die Rechenschaft ablegen sollten und sanktioniert werden sollten, wenn sie Kinder/Jugendliche sexuell missbrauchten. Erzbischof Elden Curtiss, Omaha, fragte nach dieser Sprachregelung und wies darauf hin, dass auch Bischöfe Kleriker seien. Im Kirchenrecht wird von Klerikern gesprochen, das Diakone, Priester, Bischöfe, Kardinäle… umfasst. Offensichtlich sahen die Bischöfe nicht, dass in den eigenen Reihen Missbrauchstäter sein könnten – McCarrick jedoch hätte es besser wissen müssen.
2005 und 2007 zahlten die Diözese Metuchen und die Erzdiözese Newark Gelder an Priester, die sagten, sie seien von McCarrick missbraucht worden. Ob der Erzbischof John Myers und der Bischof Paul Bootkoski die Zahlungen und ihre Gründe dem Vatikan oder dem Nuntius meldeten, ist unbekannt. Die Gemeinden jedenfalls wurden nicht – wie in den USA üblich – informiert.
Auch andere Bischöfe, die mit McCarrick in Kontakt waren, könnten von seinem Verhalten gewusst haben: Kardinal Joseph Tobin, Bischof James Checchio und Kardinal Donald Wuerl. Auch Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laizität, Familie und Leben, könnte mehr gewusst haben: Er teilte in Washington eine Wohnung mit McCarrick.
Kardinal Sean O’Malley, Boston, der Mitglied des Kardinalsrats ist und Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission muss sich von Pater Boniface Ramsey, einem New Yorker Priester, fragen lassen, was mit seiner – Ramseys – Meldung von 2015 geschehen ist. Ramsey hatte O’Malley über Vorwürfe gegen McCarrick berichtet, jedoch keine Antwort von O’Malley erhalten.
Gegen Bischof Michael Hoeppner, Crockston, liegt der Vorwurf vor, er habe den Diakon Ronald Vasek gezwungen,  einen Vorwurf des Missbrauchs zurückzuziehen, den er 2010 über einen Priester machte, der Vasek 1971 missbrauchte. Daraufhin sei die Klage beigelegt worden. Im Mai 2017 verklagte der Diakon Bischof Hoeppner deswegen. Quelle: ncregister.com  katholisch.de 25.7.2018


21.7.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Weihbischofs von Tegucigalpa, Honduras, Juan José Pineda Fasquelle (57), angenommen. Der Vatikan gab keine Gründe an. Bekannt wurde, dass Anzeigen ehemaliger Seminaristen wegen “sexuellen Missverhaltens des Weihbischofs vorliegen.
Quelle: channelnewsasia.com/  vaticannews.va mehr unter de.catholicnewsagency.com


20.7.2018 Mary E. Hunt, amerikanische Theologin, macht darauf aufmerksam, dass weitere Bereiche von Machtmissbrauch durch katholische Kleriker weiterhin ein blinder Fleck sind. Dies gilt einmal für Abhängigkeitsverhältnisse von Seminaristen und untergebenen Priestern, die auf Vorgesetzte und Bischöfe angewiesen sind, wenn sie Priester werden wollen oder in der Kirche Karriere machen wollen.
Hunt sagt weiterhin: “The abuse of minors and the utilization of underlings are variants on the systematic abuse of women rooted in an ideology of female subordination to male power. To have that top-down schema recapitulated with young and vulnerable men is totally consistent with the patriarchal logic on which it is based.” Hunt fürchtet, dass es wenig Hoffnung auf dringend benötigte Veränderungen im priesterlichen Verhalten und den kirchlichen Strukturen gibt. Quelle: ncronline.org


20.7.2018 Gegen den inzwischen suspendierten amerikanischen Kardinal Theodore McCarrick wird neben dem sexuellen Machtmissbrauch von Seminaristen und Priesteranwärtern auch über den jahrelangen sexuellen Missbrauch eines anfänglich 11-jährigen Jungen berichtet. Dem Vatikan seien die Vorwürfe “seit Jahren” bekannt, berichtet AP. Quelle: catholicnewsagency.com  cruxnow.com 


20.7.2018 Der Papst hat den Rücktritt des Weihbischofs der Erzdiözese von Tegucigalpa in Honduras, Juan José Pineda Fasquelle (57), angenommen. Gründe wurden nicht genannt. Quelle: vaticannews.va


19.7.2018 Australiens Premierminister Malcolm Turnbull hat den Papst gebeten, dass er Erzbischof Philip Wilson aus seinem Amt entfernt. Wilson weigert sich zurückzutreten – trotz einer Verurteilung zu zwölf Monaten Haft. Quelle: katholisch.de


18.7.2018 Alexander Probst hat als Domspatzenschüler Gewalt und Missbrauch erlebt, als einer dr ersten das Schweigen gebrochen und ist heute im Aufarbeitungsgremium des Bistums Regensburg. Er bezeichnet die Zusammenarbeit mit dem Bistum als optimal. Quelle: br


18.7.2018 Angesichts der sog. Flüchtlingskrise, die eine Krise der Menschlichkeit ist, sei an Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann. Tagebuchaufzeichnungen 1938 – 1945, Berlin 1947 erinnert.


17.7.2018 Die Laienorganisation im chilenischen Bistum Osorno fordert den Rücktritt von Kardinal Ezzati als Erzbischof von Santiago. Ezzati habe durch die Handhabung von Missbrauchsfällen Autorität verloren. Ezzati erklärte, die Justiz habe das letzte Wort. Er solidarisiere sich mit den Opfern und fühle großen Schmerz für Munoz, seine Familie und die Opfer. Munoz war Kanzler des Erzbistums Santiago, Missbrauchsbeauftragter und Missbraucher von sieben Kindern. Quelle: domradio.de


14.7.2018 In Indien bitten 168 UnterzeichnerInnen – darunter Mitglieder der Vereinigung indischer Theologen, des Frauen-Theologen-Forums und der Bewegung christlicher Frauen in Indien – den Papst, den unter Vergewaltigungsverdacht stehenden Bischof Franco Mulakkal, 54, seines Amtes zu entheben. Die indische Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bischof Mulakkal weist die Anschuldigung der Ordensfrau zurück. Die Ordensfrau habe die Vergewaltigung frei erfunden, um von einem kircheninternen Disziplinarverfahren gegen sie abzulenken, in dem ihr ein sexuelles Verhältnis mit dem Ehemann einer Cousine vorgeworfen wird.
Die katholische Bischofskonferenz in Indien hat Richtlinien für den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen verfasst, die sind aber nicht öffentlich. Quelle: katholisch.de


14.7.2018 In Temuco und Villarrica, Chile, haben die staatlichen Behörden am Freitag Dokumente und Computer bei Razzien gegen die katholische Kirche beschlagnahmt. Die Bischöfe hatten sich geweigert, die von den Staatsanwälten angeforderten Informationen zu übergeben. Quelle: presstv.com


13.7.2018 Im Januar 2018 räumte der chilenische Priester Oscar Munoz ein, einen Minderjährigen missbraucht zu haben. Im Mai 2018 wurde er abgesetzt. Inzwischen wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben. Zunächst hatte die kath. Kirche selbst ermittelt, dann den Fall an den Vatikan weitergegeben. Im Juni hatten sich die chilenischen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet und Archive der kath. Kirche durchsucht. Die chilenischen Behörden gehen auch dem Vorwurf nach, dass hochrangige Geistliche – u.a. Erzbischof Francisco Javier Errazuriz und RIvardo Ezzati, Missbrauch vertuscht hätten. Quelle: religion.orf.at


13.7.2018 Fragen an Doris Reisiger geb. Wagner, ehemals Mitglied „Das Werk“: #Nunstoo – warum der Missbrauch von Ordensfrauen ohne Konsequenzen bleibt. Quellen: kulturradio.de, rbbmediapmdp-a.akamaihd.net,mp3, ab 7:30 min


Juni 2018 In den „Stimmen der Zeit“ schreibt Doris Reisinger (Wagner) über „Sexueller Missbrauch an Ordensfrauen. Fakten und Fragen“:„Sexueller Missbrauch von Ordensfrauen ist weltweit verbreitet. In vielen Fällen nutzen die Täter hierfür ihre Rolle als Beichtväter oder geistliche Begleiter der Frauen aus.“ Sie erinnert an das Buch von Hubert Wolf „Die Nonnen von Sant’Ambrogio“, das ausdrücklich von sexuellem Missbrauch (u.a. durch einen hochrangigen Vertreter des Unfehlbarkeitsdogmas) spricht, was in der Rezeption aber nicht wahrgenommen wird. Sie erinnert an Marie McDonald von den Missionaries of Our Lady of Africa, die Benediktinerin Esther Fangman und vor allem anMaura O’Donohue von den Medical Missionaries of Mary, die in den 1990er-Jahren auf das Problem aufmerksam machte, ohne dass der Vatikan etwas unternommen hätte. Quelle: herder.de


12.7.2018 Der frühere Bischof von Regensburg, Müller, wurde während des öffentlichen Hearings “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ als abschreckendes Beispiel, wie die kath. Kirche mit Missbrauchsfällen und Opfern umgegangen ist, benannt. Kardinal Marx war nicht zu dem Hearing erschienen. Quelle: regensburg-digital.de


12.7.2018 Auf Hawai gibt es ein neues Gesetz, das Missbrauchsopfern bis April 2020 Anzeige gegen mutmaßliche Missbrauchstäter erlaubt. Derzeit liegen Beschuldigungen gegen 58 Geistliche vor. Die meisten Anzeigen betrafen die katholische Kirche. Ein Bericht geht davon aus, dass auf Hawai Priester geschickt wurden, die andernorts sexuellen Missbrauch begangen haben. 2017 gab es auf Hawai, das identisch ist mit dem Bistum Honolulu, 134 Priester und Ordenspriester. Quellen: kitv.com  de.wikipedia.org


10.7.2018 Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana empfiehlt, bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der kath. Kirche schnellere und zentralisierte Prozesse, um Vertuschungen durch Kirchenobere zu verhindern. Die juristischen Vorgaben über das Vorgehen bei Anschuldigungen seien in der kath. Kirche weltweit gleich. In den Bistümern werden Voruntersuchungen angestellt, die im Fall begründeter Anschuldigung an die Glaubenskongregation weitergeleitet werden müssen. Um in den Ortskirchen angemessen mit den Fällen umgehen zu können, seien mehr Kirchenrechtler notwendig.Quelle: vaticannews.va  s. jedoch apnews.com/


4.7.2018 Im Bistum Cheyenne, USA, haben sich Missbrauchsvorwürfe gegen den emeritierten Bischof Joseph Hart bestätigt. Das gab das Bistum nach eigenen Untersuchungen bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Untersuchung aus Mangel an Beweisen eingestellt. Hart wird beschuldigt, 1976 zwei Jungen mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Er wies diese Anschuldigungen stets zurück. Quelle: katholisch.de


4.7.2018 Der australische Erzbischof Philip Wilson geht in Berufung. Nach Abschluss des Berufungsverfahrens will er entscheiden, ob er dem Papst seinen Rücktritt anbietet. Quelle: katholisch.de


3.7.2018 Der suspendierte amerikanische Kardinal Theodore McCarrick hat wohl jahrzehntelang sexuellen Machtmissbrauch begangen. Dem Erzbistum Washington seien keine weiteren Vorwürfe bekannt außer denen zu Beginn der 1970er Jahre. “Der amerikanische Journalist Rod Dreher berichtet in der jüngsten Ausgabe des „American Conservative“ von zahlreichen weiteren Vorfällen in den Diözesen New York und Metuchen, wo McCarrick in den siebziger und achtziger Jahren tätig war. Aus Gerichtsdokumenten und aus eigenen Recherchen Drehers ergibt sich das Bild eines Priesters, Bischofs und Erzbischofs, der seine wachsende Macht systematisch zur sexuellen Ausbeutung von Seminaristen und Priesteranwärtern ausnutzte. Seine Opfer waren in aller Regel nicht minderjährig, aber sie waren ihm untergeben. Die eifrige homosexuelle „Aktivität“ McCarricks war weithin bekannt. Doch weil der Kardinal mächtig, gut vernetzt und ein fleißiger Spendensammler war, schwiegen das kirchliche, politische und intellektuelle Establishment.”
In Amerika wird McCarrick mit dem Hollywood-Produzenten Weinstein verglichen. Quelle: FAZ


3.7.2018 Der wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch schuldig gesprochene australische Erzbischof Philip Wilson ist zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Er ist einer der ranghöchsten verurteilten römisch-katholischen Geistlichen in Australien. Es klärt sich noch, ob er die Haft im Hausarrest verbringen kann. Quelle: orf  katholisch.de  domradio.de


1.7.2018 Über die Schwerhörigkeit der evangelischen Kirche, wenn Missbrauchsopfer Anzeige erstatten. Quelle: wdr.de  


1.7.2018 Im Vatikan gibt es noch immer kein Verfahren für den Umgang mit Bischöfen, die Missbrauchsfälle innerhalb des Vatikans nicht behandeln.  Quelle: apnews.com/