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Presse

3. Quartal 2016

30.9.2016 Im Bistum Speyer meldeten sich seit 2010 insgesamt 63 mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester. In 31 Fällen zahlte die Kirche insgesamt 229.000 Euro. Drei der Täter wurden vor staatlichen Gerichten verurteilt. Derzeit laufen vier staatliche und 2 kirchliche Verfahren.

Im Januar 2015 berichtete das Bistum von 53 Opfern. Seither sind also 10 Opfer hinzugekommen, die in der Presse m.W. nicht erwähnt werden. Quelle: swr


30.9.2016 Am 2. Oktober beginnt in Rom die Generalkongregation zur Wahl eines neuen Generaloberen des Jesuitenordens. Aus diesem Anlass stellt der Eckige Tisch fest, dass in Deutschland mehr Menschen leben, die von Jesuiten missbraucht wurden, als der Orden in Deutschland noch Mitglieder hat. Bislang schütze der Orden diejenigen Mitglieder, die Missbrauch in ihrem Verantwortungsbereich zugelassen haben. Öffentlich erkennbare Konsequenzen seien nicht ergriffen worden. Der Schluss sei naheliegend, dass kein Jesuit bei Verfehlungen im Amt mit Sanktionen rechnen müsse. Quelle: eckiger-tisch-bonn.de


30.9.2016 In Frankreich haben sich dem Verein La parole liberee 400 Menschen als Opfer sexuellen Missbrauchs zu erkennen gegeben, 90% davon (= 360) als Opfer katholischer Priester. Bei der von den Bischöfen eingerichteten Hotline gingen seit April 2016 insgesamt 80 Meldungen ein. Quelle: franceinter.fr


28.9.2016 In Windesheim, Bistum Trier, heute zur Pfarreiengemeinschaft Guldenbachtal gehörend, soll der inzwischen verstorbene Pfarrer Ende der 1960er, Anfang der 1970er-Jahre laut Aussage von Opfern Kinder und Jugendliche sexuell bedrängt und teils auch missbraucht haben. Gabriel Ohler, “Kinderseelen in Not”, bestätigte im Auftrag eines Opfers, dass das Bistum ein Opfer finanziell entschädigt habe unter der Bedingung, über die Geschehnisse nicht öffentlich zu sprechen. Am 17.11.2016 ist ein Versöhnungsgottesdienst geplant. Zur Vorbereitung sind Interessierte am 25.10. eingeladen. Bistum und Gemeinde wollen den Betroffenen ihre Anteilnahme versichern und als Gemeinde Abbitte leisten. Quelle: Rheinzeitung


26.9.2016 Die kirchliche Voruntersuchung des Bistums Münster gegen einen zuletzt in Horstmar tätigen kath. Priester wegen sexuell intendierter Handlungen an einem Kind ist abgeschlossen. Die Unterlagen gehen an den Vatikan. Dort wird entschieden, welche Konsequenzen getätigt werden. Quelle: wn.de


26.9.2016 Der frühere Priester von St. Gertrudis, Horstmar, Bistum Münster, beendet zum 30.9.2016 seinen Dienst im Bistum Münster. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren eingestellt. Quelle: bistum-muenster.de


26.9.2016 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs beginnt mit den vertraulichen Anhörungen von Opfern sexuellen Missbrauchs in Kindheit und Jugend. Quelle: Domradio.de


25.9.2016 Sexueller Missbrauch in Ballarat, Australien – eine Stadt schweigt und lässt die Opfer alleine. Quelle: faz


23.9.2016 Themenheft der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster. Prävention sexualisierter Gewalt “Alle Achtung”


23.9.2016 Der Bischof von Gap, Frankreich, Jean-Michel Di Falco, ist in einem Zivilprozess zu Kindesmissbrauch vorgeladen. Ein ehemaliger Schüler des Privatcollege Saint-Thomas-d’Aquin in Paris beschuldigt den Bischof. 2002 war ein Prozess wegen Verjährung eingestellt worden. Der Bischof äußerte sich nicht zum aktuellen Prozess. Quelle: Radio Vatikan s. auch lesinrocks.com/2011


22.9.2016 An einer Darmstädter Schule missbrauchte der Lehrer Erich B. 35 bekannte Kinder und vermutlich viele weitere, bislang unbekannte Kinder zwischen 1961 und 1994. 2005 wurde er wegen 15 Fällen verurteilt, die übrigen Verbrechen waren verjährt. Er starb 2008. Weder die Schulleitung noch die Schulbehörde noch die Staatsanwaltschaft nahmen die Kinder ernst. Nach erstem Widerstand der Schulbehörde (es gebe keine Aktennotiz, die Akte über das Urteil sei nicht auffindbar) untersuchten inzwischen die Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller und die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, Brigitte Tilmann, die Vorgänge. Sie sprachen mit Opfern und werteten das Tagebuch des Täters aus. Die Zusammenfassung des Berichtes ist hier zu finden, der vollständige Bericht hier. Quelle: spiegel.de Internetseite der Opfer  s. auch http://www.taz.de/!5016458/


20.9.2016 In Österreich haben 1.455 Opfer katholischer Priester und Ordensleute (bei einer derzeitigen Gesamtzahl von 3.998 katholischer Kleriker in Ö) Entschädigungen erhalten. (Zum Vergleich: In Deutschland erhielten ca 1.700 Opfer katholischer Priester und Ordensleute – bei einer derzeitigen Gesamtzahl von 14.404 kath. Kleriker – eine Anerkennungszahlung.) Quelle: radiovaticana.va


19.9.2016 Aus der vatikanischen Kinderschutzkommission  ist der Kirchenrechtler – Mitglied der Glaubenskongregation und der päpstlichen Universität Urbaniana – aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Quelle: ncronline.org


19.9.2016 Der Erzbischof der Pazifik-Insel Guam, USA, Anthony Apuron, wird von mindestens vier Ministranten beschuldigt, sie in den 1970er Jahren sexuell missbraucht zu haben. Apuron war damals Gemeindepriester. Nach dreimonatiger Untersuchung durch den Kurienerzbischof Hon-Tai-Fai empfahl der Sonderermittler die Absetzung des Bischofs wegen der “äußerst ernsten Vorwürfe”. Apuron bestreitet jegliches Fehlverhalten und lehnte einen Rücktritt ab.

Das Parlament hat inzw. ein Gesetz verabschiedet, das die Verjährung bei Kindesmissbrauch abschafft. Die Kirche fürchtet nun Klagen, die zum Bankrott führen könnten. Quelle: kurier.at s. auch guampdn.com und catholicherald.co.uk


14.9.2016 Der Vatikan korrigiert, dass der Papst nicht zwei Missbrauchsopfer traf, sondern zwei Vertreterinnen italienischer Missbrauchsopfer. Quelle: orf


13.9.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung geht davon aus, dass in “jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Mädchen und Jungen sind, die von sexueller Gewalt betroffen sind.” Das sagte er bei der Vorstellung der neuen Initiative “Schule gegen sexuelle Gewalt”. Die Initiative wurde mit den 16 Kultusministerien entwickelt und soll zunächst an 6000 Schulen in Nordrhein-Westfalen starten und bis 2018 auf alle 30000 Schulen bundesweit ausgedehnt werden. Sie soll Schulen fachlich unterstützen, Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt zu entwickeln und zum Schulalltag werden zu lassen. Quelle: FR


12.9.2016 Die vatikanische Kinderschutzkommission teilte mit, sie habe ein Papier entworfen, das sich mit der Vorbeugung des Missbrauchs von Kindern, Heranwachsenden und schutzbedürftigen Erwachsenen befasst. Das Papier werde demnächst dem Papst vorgelegt. Eine neue Website (englisch, italienisch, spanisch) soll eingerichtet werden, um über die Arbeit der seit 2014 bestehenden Kommission zu informieren und Termine bekannt zu geben. Für die Menschen, die bereits Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, soll ein Gebetstag eingerichtet werden. Auf der nächsten Tagung vom 20.-26. März will die Kommission über das katholische Schulsystem in Lateinamerika reden.

Der Papst traf zwei Frauen, die Missbrauchsopfer durch katholische Priester wurden. Sie überreichten ihm zwei Bücher. In einem Buch steht der Erlebnisbericht einer Italienerin, die als Jugendliche missbraucht wurde und die erste Publikation dieser Art in Italien ist. Im anderen Buch wird sexuelle Gewalt gegen Ordensfrauen durch Seelsorger thematisiert. Quellen: Radio Vatikan katholisch.de


9.9.2016 Dem Hilfsfonds für Missbrauchsopfer geht voraussichtlich zum Jahresende das Geld aus. Nach wie vor zahlen 13 der 16 Bundesländer nicht in den Fonds ein. Die Bundesländer verweisen darauf, dass die Unterstützung des Fonds Sache des Bundes sei. Quelle: mmnews.de


9.9.2016 Das Bistum Münster bittet, dass sich ggf. weitere Missbrauchsopfer des kath. Priesters aus Lohne melden. Die Ansprechpartner sollen Berichte über “Auffälligkeiten” des Geistlichen in der Vergangenheit entgegennehmen und dokumentieren. In den vergangenen Tagen seien mehrere “Geschichten” laut geworden, die Vorwürfe gegen den Priester beinhalten. Genauer wollte der Sprecher sich nicht zu diesen “Geschichten” äußern. Quelle: ndr


8.9.2016 Die katholische Journalistin Isabelle de Gaulmyn beschuldigt den Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin, bereits vor 2007 über Missbrauchsfälle in seiner Diözese informiert worden zu sein. In ihrem am Donnerstag erscheinenden Buch „Histoire d’un silence“ (Geschichte eines Schweigens) schreibt Gaulmyn, sie habe Barbarin bereits zwischen 2004 und 2005 über die Missbrauchsfälle informiert. Die Journalistin ist stellvertretende Chefredakteurin der katholischen Zeitung „La Croix”. Ihr Anliegen sei es nicht, die Kirche nicht verletzen, sondern vielmehr Kardinal Barbarin aufzufordern, „seiner Botschaft treu zu bleiben“, so Gaulmyn. Quellen: radiovaticana.va und tempsreel.nouvelobs.com


6.9.2016 Bischof Ronald Mulkearns hat bei seinem Tod der Diözese Ballarat, Australien sein Vermögen – darunter eine Immobilie im Wert von ca 1,3 Millionen Euro – überlassen. Das Bistum will das Vermögen für die Unterstützung von Missbrauchsopfern nutzen. In Bischof Mulkearns’ Diözese hat es in den 1970er und 1980er Jahren viele Missbrauchsfälle gegeben, die der Bischof ignorierte und vertuschte. Ein enger Mitarbeiter war zu jener Zeit Kardinal Georg Pell. Mulkearns hatte vor der australischen königlichen Untersuchungskommission gestanden, dass er von den Missbrauchsfälle überfordert gewesen sei. Er sei auch nicht sicher, ob er damals gewusst habe, dass Kindesmissbrauch eine Straftat war. Quelle: orf


6.9.2016 Der Ruhestandspfarrer aus Bad Kissingen, dessen “Fall” seit 2014 beim Bistum Würzburg vorliegt, muss sich wegen Verjährung sexuellen Missbrauchs nicht vor einem staatlichen Gericht verantworten. Seine Akte wird Ende September in den Vatikan gehen. Quellen: Abendzeitung München  und mainpost.de


6.9.2016 Ein katholischer Priester aus Lohne, Landkreis Vechta, Bistum Münster, steht im Verdacht, vier Jugendlichen pornografische Bilder gezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt. Der Beschuldigte ist beurlaubt worden vom zuständigen Bischöflichen Offizialat Vechta. Quelle: nwzonline.de  ndr.de 


6.9.2016 Kardinal Marx hatte 2006 als Bischof von Trier in einem Missbrauchsfall keine Ermittlungen angestellt und nicht mit dem Opfer gesprochen. Vor kurzem rechtfertigte er sich: “Heute wird in einem solchen Fall anders verfahren…” Norbert Bauer kommentiert die Rechtfertigung des Kardinals: “Es ist schon merkwürdig: Spitzenvertreter einer Institution, die großen Wert darauf legt, dass schon Kinder ihr Handeln unter den Begriffen Schuld und Sünde reflektieren und betont, dass ohne Bekenntnis keine Vergebung möglich ist, flüchten sich in subjektlose, passive Satzkonstruktionen, wenn sie sich ihrer Verantwortung stellen sollten. Und das wohl ganz bewusst. Denn sie ahnen, wenn sie sich zu ihrem Fehlverhalten bekennen würden, wenn sie sich nicht hinter Passivformulierungen verstecken würden, sondern einfach mach ICH sagen, könnte dies auch persönliche Konsequenzen nach sich ziehen.” Quelle: theosalon


2.9.2016 Barbara Haslbeck – Erika Kerstner „Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis ich einen Seelsorger fand, der mir zuhörte“ Was Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kirche erleben, in: Pastoraltheologische Informationen, Bd. 36, Nr. 1

Lesenswert ist das gesamte Heft 1/2016 der Pastoraltheologischen Informationen “Gewalt – ein Thema der Praktischen Theologie?”2.9.2016 Barbara Haslbeck – Erika Kerstner „Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis ich einen Seelsorger fand, der mir zuhörte“ Was Menschen mit Missbrauchserfahrung in der Kirche erleben, in: Pastoraltheologische Informationen, Bd. 36, Nr. 1


2.9.2016 Ein Priester des Schweizer Bistums Lausanne-Genf-Freiburg wurde zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt. Er hat einen 17-Jährigen sexuell missbraucht. Er war geständig. Quelle: kath.ch


2.9.2016 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Bischofs von Albenga-Imperia in Norditalien angenommen. Das teilte der Vatikan ohne weitere Details mit. Hintergrund dürfte sein, dass Bischof Mario Oliveri (72) u.a. einen Priester verteidigte, der  wegen sexuellen Missbrauchs einer Messdienerin zu sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde. Quelle: Domradio


25.8.2016 Hat Kardinal Marx einen Missbrauchstäter gedeckt? fragt Hannes Leitlein in der Zeit bzw. in Christ und Welt


24.8.2016 Claudia Adams von der Opferorganisation Missbit im Bistum Trier fordert, dass es eine von der Kirche unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geben müsse. Thomas Schnitzler, Mitglied des Betroffenenbeirates, Berater und Gutachter für das Bundesfamilienministerium, fordert ebenfalls eine externe Institution zur Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Beide kritisieren das schleppende Vorangehen der Ermittlungen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Pfarrer von Freisen aus dem Bistum Trier. Schnitzler weist darauf hin, dass es bei der Untersuchungskommission der Bischofskonferenz nicht transparent zugehe. Quelle: saarbruecker-zeitung.de  


23.8.2016 Im Bistum Regensburg wird nach Informationen von regensburg-digital seit Jahren wegen körperverletzender Übergriffe in Bischöflichen Knabenseminaren, darunter im Knabenseminar Obermünster, recherchiert. Offiziell erhalten nur Regensburger Domspatzen ihre Anerkennung als Opfer von Körperverletzungen, nicht jedoch Knabenseminare, die von deutlich mehr Jungen besucht wurden als die Institution der Domspatzen. Regensburg-digital vermutet, dass ua. der als Schläger bekannte Prälat Paul M. geschont werden soll. Betroffene fühlen sich vom Bistum Regensburg hingehalten und stimmen dem “Ausgleichsmodell” nicht zu, das die Ansprechpartnerin für Opfer von Körperverletzung im Bistum Regensburg verfolge – dieses Modell diene dem Wohl des Täters und dem Schutz der Diözese. Scheitere ein Ausgleich, trete die Ansprechpartnerin mit “völlig inakzeptablen und unprofessionellen Schuldzuweisungen” gegenüber Betroffenen auf. Quelle: regensburg-digital.de


23.8.2016 Die Church of England hat ihre Bischöfe gewarnt, sich bei Opfern sexueller Gewalt durch Priester zu entschuldigen. So wollte sie Klagen vermeiden. Sie riet auch von persönlichen Treffen mit Opfern ab und empfahl bei Treffen, die dennoch stattfanden einen Rechtsbeistand. Quelle: contra-magazin telegraph


22.8.2016 Der katholische Priester Laurence Soper wurde in London verhaftet. Er war seit 2011 nach einem Verstoß gegen seine Kautionsauflagen untergetaucht. Ihm war 2011 vorgeworfen worden, fünf Schüler einer katholischen Privatschule in London missbraucht zu haben. Die Schule entschuldigte sich, nachdem ein Bericht viele weitere Missbrauchsfälle aufgedeckt hatte. Inzwischen wird Soper vorgeworfen, zwischen 1972 und 1986 neun Kinder sexuell missbraucht zu haben. Quelle: religion.orf.at


19.8.2016 “Wir sind Kirche” bezeichnet die Erklärung, warum der heutige Kardinal Marx und frühere Bischof von Trier Missbrauchsvorwürfen nicht konsequent nachging, als “Vertuschung light”. Wir sind Kirche kritisiert, dass die Trierer Verantwortlichen sich mit der Erklärung des Täters, er sei unschuldig zufrieden gegeben habe und keine Akten der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen anforderte. Auch die Fürsorge für die Opfer, die bereits in den LEitlinien 2002 ausdrücklich vorgeschrieben war, entfiel. “Wir sind Kirche” schreibt: “Nach den Vorgängen in Hildesheim und Würzburg zeigen die aktuellen Vorwürfe gegen Kardinal Marx, dass das Thema sexualisierte Gewalt immer noch kleingeschrieben wird und noch lange nicht aufgearbeitet worden ist. Es drängt sich der Verdacht der „Salamitaktik“ auf: Es wird immer nur scheibchenweise zugegeben, was sowieso schon bekannt ist. Wir sind Kirche erneuert daher die Aufforderung, das Versagen in der Vergangenheit offen einzugestehen, da sich nur so die Türen für eine wirkliche Aufarbeitung der Vertuschung sexualisierter Gewalt öffnen.” Quelle: wir-sind-kirche.de


18.8.2016 Der heutige Kardinal Marx wusste 2006 als Bischof von Trier von dem Missbrauchsverdacht gegen den früheren Pfarrer von Freisen, unternahm jedoch nichts. Was er möglicherweise nicht wusste, aber hätte wissen können: M. hatte die Missbrauchsvorwürfe teilweise bei der Polizei gestanden. Damals sei nach den aktuellen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz verfahren worden. Heute werde in einem solchen Fall anders verfahren, es würden eigene Ermittlungen angestrengt werden, teilte der Pressesprecher des Kardinals mit. Quelle: sr  volksfreund.de katholisch.de domradio.de


16.8.2016 Das Bistum Hildesheim hat das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München, das bereits den Missbrauch von Schülern im Benediktinerkloster Ettal sowie an der Odenwaldschule untersuchte, beauftragt, die bisherige Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof Janssen und gegen den Jesuiten Peter R. zu untersuchen und ggf. weitere Missbrauchsfälle aufzuklären. Quelle: domradio.de ndr radiovatican


14.8.2016 Im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg wurde ein kath. Priester suspendiert. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die staatliche Justiz hat Verjährung festgestellt. Das kirchliche Verfahren liegt bei der Glaubenskongregation. Quelle: radiovaticana.va


10.8.2016 Der ehemalige Ettaler Präfekt wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Quelle:  br


10.8.2016 Ein früherer Mönch und Priester, Philip Temple, 66, hat in London 12 Jungen und ein Mödchen missbraucht. Er wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Quelle: bbc.com


10.8.2016 Ein ehemaliger katholischer Priester wurde 1987 wegen sexueller Handlungen mit Kindern, 2008 wegen des Herunterladens kinderpornografischen Materials verurteilt. Nun wurde er erneut zu einer Gefängnisstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt, weil er ein zu Beginn des sexuellen Missbrauchs zwölfjähriges Mädchen 13  Jahre lang missbraucht hat und sexuelle Handlungen an vier Schülern vorgenommen hat.

Die Kirche hatte den Priester Mitte 2015 suspendiert. Quelle: kath.ch orf


10.8.2016 Zwischen Mai 2013 und Oktober 2015 wurden sexuelle Übergriffe, sexueller Kindesmissbrauch, Selbstverletzungen und Schikanen unter den Flüchtlingen auf der Pazifikinsel Nauru dokumentiert. Die Flüchtlinge werden von Australien auf der Pazifikinsel untergebracht. Quelle: zeit.de


10.8.2016 In Brasilien hat ein kath. Priester nach seiner erneuten Verhaftung Selbstmord begangen. Der Priester war bereits von 2007 bis 2015 wegen Belästigung eines 10-Jährigen und von 1995 bis 1999 wegen Missbrauchs von mehren Jugendlichen inhaftiert. Der Vatikan habe zwar Schritte gegen den Priester eingeleitet, die jedoch nie abgeschlossen wurden. Die letzte Strafe durfte der Verurteilte im Haus des Erzbischofs verbringen.  Quelle: katholisch.de


9.8.2016 Der irische Priester John O’Reilly, Legionäre Christi, der in Chile wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, muss sich nun auch vor einem vatikanischen Gericht verantworten. Im Nov. 2014 war er in Chile wegen Missbrauch eines Mädchens von 2010 bis 2012 zu 4 Jahren Schutzaufsicht verurteilt worden. Er hatte seine Stellung als Kaplan und spiritueller Direktor einer teuren Schule in Santiago de Chile benutzt. O’Reilly war einer der einflussreichsten Priester in Chile mit besten Kontakten in Wirtschaft und Politik. Quelle: orf  religionsphilosophischer-salon.de


8.8.2016 Interview von Katharina Weyandt mit Annette Buschmann über “Seelsorge nach sexuellem Missbrauch”. Quelle: evangelisch.de


7.8.2016 Der Vatikan hat einen Angestellten beurlaubt, der des sexuellen Missbrauchs eines Mädchens verdächtig ist. Quelle: domradio


5.8.2016 Sex mit Kindern unter 15 galt bisher in der Türkei als Missbrauch. Nun wurde diese gesetzliche Bestimmung vom Verfassungsgericht abgeschafft. Intellektuelle und Frauenrechtlerinnen sind entsetzt: Sexueller Missbrauch und Kinderehen werden in Zukunft straffrei florieren, fürchten sie, wenn kein neues Gesetz zu deren Verbot erlassen wird. Quelle: epochtimes.de


5.8.2016 “Die Pflicht zur Aufklärung endet nicht. Dazu gehört es auch, Selbstrechtfertigungen zu widersprechen, auf die Betroffenen zu hören und ihren Zorn zu respektieren. … Ein Täter, der nur zugibt, was ihm nachzuweisen ist. Ein Kloster, das zunächst trotz des Geständnisses die Zeugen und Opfer penibel auf ihre Glaubwürdigkeit überprüfen ließ – um dann bitter zu erkennen, dass der Mitbruder sie zehn Jahre lang angelogen hat. Die Betroffenen, die erst laut werden müssen, bevor etwas passiert, die ihre Demütigung noch einmal im Kopf erleben müssen, bevor der Täter bestraft werden kann: In verschiedenen Konstellationen taucht das immer wieder auf, wo Fälle sexueller Gewalt offenbar werden. Und dass sie heute immer noch auftauchen, lässt ahnen, über wie vielen Fällen immer noch die Decke des Schweigens und Verdrängens liegt.” So kommentiert M. Drobinski den derzeit laufenden Prozess gegen den Expater von Ettal. Quelle: süddeutsche


4.8.2016 Der ehemalige Pater des Klosters Ettal hat wohl nicht wie verabredet ein vollumfängliches Geständnis abgelegt. Quelle: br  süddeutsche


4.8.2016 Ein ehemaliger Pater des Klosters Ettal wurde bereits 2015 wegen sexuellen Missbrauchs an drei Kindern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nun steht er erneut vor Gericht. Im ersten Prozess hatte das Kloster Gutachten in Auftrag gegeben und Anwälte engagiert – für mehrere Zigtausend Euro -, um die Unschuld des Paters zu belegen. Quelle: br.de  radio-oberland.de orf


2.8.2016 Die französische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Lyons Kardinal Philippe Barbarin eingestellt. Es habe keine Hinweise auf mögliche Straftaten gegeben. Quelle: katholisch.de


28.7.2016 Gegen Kardinal Pell ermittelt die australische Polizei wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs. Der Kardinal spricht von einer Verleumdungskampagne. Quelle: katholisch.de süddeutsche orf  abc.net.au theguardian.com


28.7.2016 Im Bistum Regensburg wurde die Juristin Marion Kimberger als weibliche Ansprechpartnerin für Missbrauchsopfer eingesetzt. Quelle: bistum-regensburg.de


22.7.2016 Jürgen Oelkers zu “Odenwaldschule: Zur Aufarbeitung des Skandals”. Der Erziehungswissenschaftler hat das Buch “Die Karriere des Gerold Becker“, Weinheim/Basel 2016, geschrieben. Quelle: stimmen der zeit


21.7.2016 Die französische Bischofskonferenz hat eine Internetseite gegen Pädophilie eingerichtet. Quelle: orf


19.7.2016 In Neumarkt/Oberpfalz läuft ein Disziplinarverfahren gegen einen evang. Dekan. Ihm wird – nach einem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen – vorgeworfen, in zwei Fällen bei erwachsenen kirchlichen MItarbeitern die nötige Distanz nicht gewahrt habe. Quelle: Mittelbayerische


18.7.2016 Das Ermittlungsverfahren gegen einen Priester aus Horstmar, Bistum Münster, wurde eingestellt, weil es “keinerlei Anzeichen für ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Priesters” gibt. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung wird fortgesetzt. Quelle: 1.wdr.de


18.7.2016 Heute entscheidet sich, ob gegen den Bischof von Lyon, Kardinal Barbarin, ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Anzeigepflicht eingeleitet wird. Quelle: domradio.de


17.7.2016 Der Trierische Volksfreund berichtet, dass das Bistum Trier bereits 2013 einen Pfarrer von Freisen wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hatte. Während des fast eineinhalbjährigen Ermittlungsverfahrens durfte der Pfarrer jedoch weiterhin Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten und mit einzelnen Messdienern in Urlaub fahren. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de


16.7.2016 Der 66-jährige Aldo di Cillo Pagotto (Bundesstaat Paraiba) wird beschuldigt, von Priestern in seiner Diözese begangenen sexuellen Missbrauch an Minderjährigen ignoriert zu haben. Papst Franziskus nimmt den Rücktritt an. Quelle: latina-press.com


14.7.2016 Das Bistum Trier soll bereits “vor Jahren” von den Mitgliedern einer Pfarrerkonferenz des Dekanates St. Wendel über Missbrauchsvorwürfe gegen einen früheren Pfarrer von Freisen informiert worden sein. Ein Informant der Saarbrücker Zeitung, ein Priester, äußerte den Verdacht, dass der zuständige Weihbischof “seine schützende Hand” über den Beschuldigten hielt – in dieser Sache wurde jedenfalls nichts vom Bistum unternommen. Schließlich habe sich die Pfarrerkonferenz entschlossen, Bischof Ackermann zu informieren, nachdem sie nicht nur Hinweise aus der Bevölkerung bekam sondern auch Zeugen beobachteten, “wie auffällig der Pfarrer mit Kindern unterwegs war”. Eine Stellungnahme des Bistums Trier liegt nicht vor. Quellen: saarbruecker-zeitung.de saarbruecker-zeitung.de sr.de sr-mediathek.sr-online.de (ab min.11) domradio.de


13.7.2016 Gegen einen kath. Pfarrer i.R. ermittelt die Staatsanwaltschaft nun zum 4. Mal. 2006 bereits hatte sie ein Verfahren wegen Verjährung und 2013 und 2015 die Verfahren wegen mangelndem Tatnachweis eingestellt. Nun ist eine neue Anzeige eines mutmaßlich weiteren Opfers bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Kirchenrechtlich sind die bisher angezeigten Taten nicht verjährt. Das Bistum Trier hat im Mai 2016 eine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet. Quelle: welt.de


12.7.2016 Jan-Heiner Tück im Gespräch mit Günther Bernd Ginzel über eine Theologie nach Ausschwitz. Teil 1  Teil 2


11.7.2020 Das Erzbistum Freiburg hat einen Priester – Kooperator in der Seelsorgeeinheit Sigmaringen beurlaubt. Ihm wird vorgeworfen, eine Frau unsittlich berührt zu haben. Die Gemeinden wurden informiert, der Beschuldigte von seiner Tätigkeit entbunden. Quelle: genios.de


8.7.2016 Die Suche nach unabhängigen Gutachtern, die im Fall des ehemaligen Bischofs Janssen und des Paters Peter R. (Haupttäter am Canisius-Kolleg Berlin) den Umgang des Bistums Hildesheims mit Missbrauchsvorwürfen prüfen sollen, gestaltet sich schwierig. Seit Anfang des Jahres 2016 wurde kein Gutachter gefunden. Das derzeit laufende Forschungsprojekt habe gezeigt, dass in internationalen Studien über 10.000 Würdenträger der kath. Kirche “im Alter von 15 bis 90 Jahren zu Tätern” wurden. Ihnen stünden fast 16.000 Opfer zwischen 0 und 25 Jahren gegenüber. (Nun: kath. Würdenträger dürften älter als 15 Jahre sein.) Quelle: ndr.de

Kommentar: Diese Zahlen dürften sich auf die angeschauten Studien beschränken, denn alleine in den USA wurden nach Angaben der US-amerikanischen Bischöfe 6.528 Priester zwischen 1950 und 2015 angeklagt, d.h. 5,9% der 109.694 Priester. Zählt man die seit 2002 Ordinierten dazu, so sind 5,6% der 116.701  Priester wegen Missbrauchs angeklagt worden. Alleine in Irland gingen Regierung und Kirche im Jahr 2004 von ca 11.000 Opfern aus. 2005 hatten 15.000 Menschen aus Irland Anklage erhoben. Die Täter- und Opferzahlen, die das derzeit laufende Forschungsprojekt veröffentlichte, dürften nur einen Bruchteil der Täter und Opfer in der katholischen Kirche umfassen.


7.7.2016 Der Erzbischof des Bistums Paraiba in Brasilien, Aldo Di Cillo Pagotto, ist zurückgetreten. Bereits seit 2015 durfte er keine Diakone und Priester mehr weihen oder neue Seminaristen aufnehmen. Ihm war vorgeworfen worden, Priester und Seminaristen zu weihen bzw. zuzulassen, die von anderen Bischöfen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs Minderjähriger aus ihren Bistümern entfernt worden waren. Der Rücktritt wurde vom Papst nach Can. 401,2 angenommen. Dieser Paragraph regelt den Rücktritt wegen angegriffener Gesundheit “oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund”. Dem Erzbischof werden auch eigene “unziemliche sexuelle Kontakte” (mutmaßlich eine sexuelle Beziehung zu einem 18-Jährigen) angelastet. Quelle: radiovaticana.va orf irishexaminer.com 6.7.2016 Papst Franziskus am den Rücktritt des brasilianischen Bischofs Aldo di Cillo Pagotto, Bundesstaat Paraiba, angenommen. Pagotto wird beschuldigt, sexuellen Missbrauch an Minderjährigen, der von Priestern seiner Diözese begangen wurde, ignoriert zu haben. Quelle: argentinien.de


5.7.2016 Zum Tod von Eli Wiesel ein Zitat aus seiner Rede zum Friedensnobelpreis 1986: „Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“


2.7.2016 Der Kardinal von Lyon, Barbarin, hat vier Priester entpflichtet. Alle vier standen vor Gericht wegen Missbrauchs Minderjähriger, nicht alle wurden verurteit. Gegen weitere Priester seien „spezielle Massnahmen“ ergriffen worden. Quelle: radiovaticana.va


1.7.2016 Florian Breitmeier, NDR Redaktion Religion und Gesellschaft, schreibt: “Bislang ist nicht vorgesehen, dass die Forscher bei erwiesenen Fällen sexualisierter Gewalt oder bei Vertuschung auch konkrete Täternamen nennen. Die Forscher begründen dies mit eigenen Ethikrichtlinien. Im Sinne der viel beschworenen Transparenz und Glaubwürdigkeit sollte hier aber unbedingt gehandelt, sprich Namen genannt werden. Es ist vollkommen klar, dass es hierbei nicht um die Verbreitung halbgarer Gerüchte gehen kann. Dort aber wo womöglich Kardinäle, Bischöfe oder Generalvikare Täter nachweislich geschützt, Übergriffe vertuscht und eine umfassende Aufarbeitung behindert haben, da gibt es ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit, eventuelle Widersprüche zwischen Amt, offiziellen Verkündigungen und Taten zu erfahren. In diesen begründeten Fällen können sich kirchliche Vorgesetzte nicht auf das Persönlichkeitsrecht und damit auf die Privatsphäre beziehen. Denn ihre Entscheidungen trafen sie oder ihre Vorgänger unzweifelhaft in einem berufsbezogenen Kontext.” Breitmeier fordert die Forscher auf, sich nicht hinter den eigenen Ethikrichtlinien zu verstecken und Bischöfe sollten an schonungsloser Klarheit interessiert sein. Quelle: ndr.de

Kommentar: Wem es um die Glaubwürdigkeit der Kirche geht, muss m.E. auf Aufklärung beharren.


1.7.2016 Der niederländische Beauftragte für sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche, Deetman, kritisiert die Geheimhaltung, die zwischen der kath. Kirche und 361 Opfern verabredet wurde. Ob dabei Druck auf die Opfer ausgeübt wurde, ist der Kommission nicht bekannt. Im Bereich der Bistümer gab es 6 Vereinbarungen mit Vertraulichkeitsbestimmungen, bei den Orden waren es mindestens 255. Quelle: katholiek.nl


1.7.2016 Heute gibt es beim ZI Mannheim einen Probandenaufruf – den ersten in der MHG-Studie der DBK. Quelle: ZI-Mannheim