Skip to content

Presse

3. Quartal 2015

29.9.2015 Der 80jährige Kardinal Justin Rigali, früherer Erzbischof von Philadelphia, zelebrierte zusammen mit Papst Franziskus einen Gottesdienst in der Kathedrale von Philadelphia. Auch an dem Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern nahm er teil. Rigali wird vorgeworfen, als Erzbischof Priester gedeckt zu haben, die des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wurden. Priester, Ordensleute und Kirchenrechtler forderten den Papst auf, Rigalis Rolle von der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation untersuchen zu lassen. Der jetzige Erzbischof von Philadelphia, Chaput, verteidigte die Präsenz seines Vorgängers. Quelle: Radio Vatikan


28.9.2015 Fünfzig Reformgruppen appellieren an die Bischofssynode zu Ehe und Familie daran, dass die Situation von unterdrückten und missbrauchten Kindern und Frauen von der Synode angemessen berücksichtigt werde. „Gegenüber den Überlebenden sexuellen Missbrauchs durch Priester und Ordensleute sollte die Synode ein klares Zeichen der Reue setzen und sich verpflichten, ihnen und ihren Familien Gerechtigkeit, Mitgefühl und Fürsorge zukommen zu lassen.“ Quelle: wsk


27.9.2015 Papst Franziskus hat bei seiner USA-Reise Missbrauchsopfer von kath. Priestern, Erziehern und Familienangehörigen getroffen. Auf dem Welttreffen der Familien sagte er vor Bischöfen und Kardinälen: “Die Verbrechen und die Sünden des sexuellen Missbrauchs dürfen nicht länger geheim gehalten werden. Ich verspreche, dass die Kirche ihrer Aufsichtspflicht nachkommt, um Kinder zu schützen und alle Täter zur Rechenschaft zu ziehen.”
Im Blick auf Verbrechen durch Priester und Bischöfe sagte er, er bedauere zutiefst, wenn den Opfern nicht geglaubt worden sei. „Sie sollen wissen, dass der Heilige Vater Ihnen zuhört und Ihnen glaubt. Ich beklage zutiefst, dass einige Bischöfe ihrer Verantwortung, Minderjährige zu schützen, nicht nachkamen. Sehr beunruhigend ist es zu wissen, dass in einigen Fällen sogar Bischöfe selbst Missbrauchstäter waren. Ich verpflichte mich dazu, dem Weg der Wahrheit zu folgen, wohin immer er uns führt. Der Klerus und die Bischöfe werden über ihr Handeln Rechenschaft ablegen müssen, wenn sie Minderjährige missbrauchten oder nicht schützten.“ Quelle: Deutschlandfunk und Radio Vatikan
Kommentar: Es bleibt zu hoffen, dass den Worten auch Taten folgen. Z.B. könnte die Glaubenskongregation Zahlen von Tätern und Opfern, von Verurteilungen und Konsequenzen veröffentlichen. Die deutschen Bischöfe könnten endlich die einmal versprochenen Zahlen in ihren Bistümern überhaupt bzw. so veröffentlichen, dass Leser nicht verwirrt werden durch eine verschleiernde Sprache. Bischöfe könnten sich in Rom anzeigen, wenn sie vertuscht haben… Es gäbe viel zu tun. Denn noch darf in einem Pfarrblatt in Deutschland öffentlich gesagt werden, dass die Erinnerung von Opfern trügerisch   (http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/export/sites/gemeinden/seelsorgebereich-erftstadt-ville/Pfarreien/lambertus/news/23-1-2015.pdf) sei, obwohl der Täter sich bei den Opfern entschuldigte und seine Übergriffe eingestand. – Dass nicht nur Opfer von Klerikern, sondern auch Opfer von Erziehern und Familienangehörigen, angehört wurden, deutet hoffentlich darauf hin, dass sich die Perspektive der Verantwortlichen geweitet hat und die Opfer in Familien nicht nur als dunkle Hintergrundfolie benutzt werden, um die kath. Kirche leuchtender erscheinen zu lassen.


23.9.2015 Papst Franziskus dankte auf seiner US-Reise den Bischöfen für ihren “großzügigen Einsatz, um die Opfer zu heilen – in dem Wissen, dass mit dem Heilen auch wir geheilt werden.” Er wisse, wie sehr die “Wunden der vergangenen Jahre” auf den Bischöfen gelastet hätten. Er lobte die Bischöfe für ihren Mut, ihre Selbstkritik, ihre Selbstdemütigung und ihre großen Opfer (sacrifice) im Umgang mit den Missbrauchsfällen.
Quelle: spiegel.de
Kommentar: Nun, zunächst haben die Wunden auf den (nach Einschätzung von Kirchenexperten (!) 100 000) Opfern gelastet und tun es meist noch immer. Und auf den Bischöfen haben sie jedenfalls nicht so sehr gelastet, dass sie nennenswerte Konsequenzen gezogen hätten und zurückgetreten wären, wenn sie die Opfer durch Vertuschung bedrückt und gedemütigt haben. Statt eines Dankes an die US-amerikanischen Bischöfe wäre eine klare Kritik des Papstes angebracht und die Aufforderung, dass jene der ca 400 anwesenden Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht und die Opfer im Stich gelassen haben, sich bei den 10 Mitarbeitern der neu eingerichteten Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation zu melden haben. Angemessen wäre auch, dass der Papst mit den Opfern spricht und sie fragt, was sie von der/ihrer Kirche brauchen.
Es ist darüber hinaus eine Verkennung der Realität vieler Opfer, wenn der Papst von ‘Heilung’ spricht – die gibt es für viele Opfer nicht. Dass P. Franziskus den Blick auf die Heilung “der Kirche” – gemeint ist die Hierarchie – richtet, zeugt von der verengten Sicht auch dieses Papstes: Die Opfer scheinen zu dem “Wir” nicht dazuzugehören.


22.9.2015 Heute ist Jef Barzin Dekan im Dekanat Antwerpen. In den 1980er Jahren gehörte er einer “Oecumenischen Werkgroep Pedofilie” an, die am 9. August 1984 in der Kirchenzeitung “Kerk en Leven” mitteilte, die Kirche sensibilisieren zu wollen für das Phänomen der Pädophilie und Vorurteile bekämpfen wollte. Darüber hinaus sollte die Gruppe ein Treffpunkt für Pädophile sein – zum Meinungsaustausch und zur gegenseitigen Ermutigung.


22.9.2015 Papst Franziskus besucht in den USA eine Kirche in der Krise. Der Missbrauchsskandal auch in den USA ist noch lange nicht aufgeklärt. Bislang hat er die kath. Kirche drei Milliarden Dollar gekostet. bishopaccountability.org schätzt, dass es in den USA mehr als 17.000 Missbrauchsopfer gibt. 95 % der Diözesen sollen betroffen gewesen sein.  Quelle: http://www.heute.de/papstbesuch-in-den-usa-leere-kirchen-leere-kassen-40173412.html


20.9.2015 Im August 2015 veröffentlichte die McLellan-Kommission ihren Bericht zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche Irlands. U.a. werden Opfer zitiert, die den entscheidenden Mangel feststellten: “No-one ever said ‘What can I do to help?’” Der Report erkennt an: “Survivors need compassion, and survivors need justice. To meet these needs may be the greatest challenge faced by the Church.”
Quelle: https://www.mclellancommission.co.uk/report/chapter-5 und https://www.mclellancommission.co.uk/report/foreword


17.9.2015 Fast jedes elfte Kind in Deutschland erlebt sexuellen Missbrauch. Quelle: aktuell.evangelisch.de17.9.2015 In Chile lädt die Kirche traditionell zu einem Gebet mit Politikern ein. In diesem Jahr erhalten die Einladenden – Kardinal Ricardo Ezzati Andrello, ein enger Freund und Vertrauter von Papst Franziksus, und Kardinal Francisco Javier Errazuriz – jedoch Absagen. Die Eingeladenen kritisieren, dass die chilenische kath. Kirche wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen ihre Glaubwürdigkeit verloren habe. Zuletzt war ein E-Mail-Wechsel bekannt geworden, in dem die beiden Kardinäle zu verhindern suchten, dass ein Opfer des Priesters Karadima in die päpstliche Missbrauchskommission berufen werde. Quelle: katholisch.de17.9.2015 In Wien steht ein kath. Priester wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Brüdern vor Gericht. Die Brüder waren zur Zeit der zwei Jahre dauernden Missbräuche 13 und 14 Jahre alt. Quelle: http://www.%C3%B6sterreich.at/chronik/Priester-verging-sich-an-Jugendlichen/204627804


10.9.2015 Ein ehemaliger Bischof der anglikanischen Kirche hat zugegeben, 18 Jungen missbraucht zu haben. Ein Opfer berichtete von Missbrauch in den 70er Jahren des 20.Jh. Eine erste Anzeige vom März 1993 blieben folgenlos. Das Urteil wird Anfang Oktober 2015 erwartet. Quelle: BBC


10.9.2015 Der Leiter des Kinderschutzzentrums der Gregoriana, Pater Hans Zollner, bezeichnet das österreichische Sytem des Umgangs mit kirchlichen Missbrauchsopfern als vorbildlich, weil es Zuhören, Therapie und finanzielle Hilfe anbiete. Seelsorgliche Begleitung nennt er nicht. Drei Fehler der Vergangenheit zeigt er auf: Den Opfern sei zu wenig zugehört worden (auch meine Kritik am e-learning-Projekt der Gregoriana blieb unbeantwortet), die kirchlich Verantwortlichen seien zugleich von den Tätern manipuliert worden. Der zweite Fehler sei gewesen, die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs zu unterschätzen und das Leid der Opfer nicht zur Kenntnis zu nehmen. Der dritte Fehler sei gewesen, davon auszugehen, dass Täter vollkommen geheilt werden könnten. Quelle: kathpress.co.at


5.9.2015 Die Veranwortlichen der evangelischen Landeskiche Württemberg lassen sich Zeit mit Überlegungen zu Zahlungen an Missbrauchsopfer der Brüdergemeinde Korntal, beklagen Opfer. Quelle: stuttgarter-zeitung.de


4.9.2015 Der Film “spotlight” wurde auf dem Filmfest Venedig gezeigt. Er erzählt von der Aufdeckung jahrelangen sexuellen Missbrauchs in der Kirche, dem Wegschauen der Kirchenverantwortlichen und der Justiz, die vom Boston Globe geleistet wurde. Quelle: swp


3.9.2015 Missbrauchsopfer des früheren Nuntius in der Dominikanischen Republik haben Schadenersatzforderungen angekündigt. Der Vatikan hat bereits Zahlungen in Aussicht gestellt, jedoch nichts über die Höhe gesagt. Quelle: orf


3.9.2015 Ein Bericht über die Anglophone Conference 2015 zu Kindesmissbrauch in der kath. Kirche fasst zusammen: “Zum ersten Mal…war eine Tagung der systematisch-theologischen Reflexion der Auswirkungen der Skandale, der Notwendigkeit von Prävention sowie der spirituellen und religiösen Motivation für Reinigung und Reform in der Kirche gewidmet.” Erneut forderte ein Teilnehmer der Konferenz, dass es für die Verantwortlichen innerhalb der Kirche zunächst und vor allem wichtig sei, Betroffenen zuzuhören – aber die Konferenz fand ohne Betroffene statt.
Quelle: Stimmen der Zeit


2.9.2015 Das Verfahren gegen einen Mönch von Admont wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Jugendlichen wurde eingestellt. Es habe kein Autoritätsverhältnis bestanden. Quelle: kleinezeitung.at


2.9.2015 Das Collegium Josephinum arbeitet mit Prof. Claudia Bundschuh die Vergangenheit auf. Beteiligt sind zwei Betroffene, ein Vertreter Betroffener, zwei Vertreter des Erzbistums Köln, zwei Wissenschaftler. Quelle: Domradio


1.9.2015 Im Vatikan fand eine Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Nuntius in der Dominikan. Republik, Wesolowski, statt. Anstelle einer Predigt gab es eine Stille. Der Ex-Nuntius war des Kindesmissbrauchs angeklagt. Quelle: domradio.de


28.8.2015 Der des sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige Erzbischof Wesolowski starb im Vatikan. Gegen ihn war am 11.7.2015 ein Prozess eröffnet worden, der nach 6 Minuten vertagt wurde, weil der Angeklagte am Vortag in eine Klinik gekommen war. Quelle: Radio Vatikan


27.8.2015 In Osthessen, Dermbach, wurde ein Pfarrer nach Angaben des Bistums Fulda “aus gesundheitlichen Gründen” beurlaubt. In einer Kinderfreizeit hat er einen nackten Jungen auf Zeckenbisse untersucht. Viele Gemeindemitglieder fordern vom Bistum die Wiedereinstellung des Pfarrers. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt, jedoch “fehlende Distanzlosigkeit” [gemeint ist vermutlich “fehlende Distanz”] festgestellt. Quelle: osthessen-news und Fuldaer Zeitung


27.8.2015 Klaus Mertes scheint die Aussagen des früheren Weihbischofs von Syndney, Geoffrey Robinson zu teilen. Robinson hat vor der australischen Kommission zur Aufklärung u.a. kirchlicher Missbrauchsfälle Kardinal Pell und Papst Johannes Paul II. für den Umgang mit kirchl. Missbrauchsopfern kritisiert und Papst Franziskus mangelnde Führungsstärke bescheinigt. Mertes stellt die Fragen vieler kirchlicher Opfer: Wer in Rom spreche eigentlich mit Opfern? Wer in der Glaubenskongregation befasst sich mit Opferberichten? “Wie glaubwürdig sind die Personen, die für Aufklärung und Untersuchungen zuständig sind? Wird es jemals eine Veröffentlichung von Untersuchungs- und Aufklärungsberichten aus Rom geben, von denen ja einige bereits in den Schubladen liegen?“ Zu Recht weist Mertes darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit der kath. Kirche tief erschüttert ist und Äußerungen aus Rom zu Familie, Sexualität, Ehe, Gender usw. nicht ernst genommen werden können. Dies sei den Bischöfen nicht einmal bewusst. Quelle: katholisch.de


24.8.2015 Der frühere Weihbischof von Sydney, Geoffrey Robinson, hat vor der staatlichen Kommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen in Australien sowohl Kardinal George Pell – bis 2014 Erzbischof von Syndney, heute Finanzaufseher des Vatikans und Mitglied der Kurienreform-Kommission – als auch Papst Johannes Paul II. (1978 – 2005) für ihren Umgang mit Missbrauchsfällen in der kath. Kirche kritisiert. Pell warf er vor, sich auf Kosten der Einheit der australischen Bischöfe mit einem eigenen Programm “Melbourne Response” profilieren zu wollen und zugleich hohe Hürden für eine Kontaktaufnahme durch Opfer aufgestellt zu haben. Den Umgang von Papst Joh.Paul II. mit dem Missbrauchsthema nannte Robinson “armselig”. Auch Papst Franziskus zeige in den kirchl. Missbrauchsfällen nicht die nötige Führungsstärke. Robinson bemängelte u.a. das, was Opfer seit Jahren weltweit feststellen: “No one – no one – wanted to touch this subject of sexual abuse.” Quelle: katholisch.de   Das Transcript der Anhörung (Tag 156) ist hier zu finden.


19.8.2015 Viele offene Fragen nach dem Missbrauchsskandal. Quelle: noz.de


19.8.2015 Das Opfer eines Meppener Maristen-Paters, einer Ordensschwester und eines ausländischen Priesters berichtet. Quelle: noz.de


18.8.2015 Schottische Bischöfe bitten um Vergebung für Missbrauch. 2013 war – erstmals nach 1927 – ein Bischof – der Erzbischof von Edinburgh, Keith Michael Patrick O’Brien – wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch zurückgetreten. Auch an der Papstwahl nahm er nicht teil. Im März 2015 hat er seine Kardinalswürde verloren. Quelle: http://www.kath.ch/newsd/schottische-bischoefe-bitten-um-vergebung-fuer-missbrauch/


18.8.2015 In Schottland hat eine unabhängige Kommission die kath. Kirche aufgefordert, das Unrecht des sexuellen Missbrauchs anzugehen. Der Vorsitzende der Kommission, Andrew McLellan, beschrieb die Aufgabe der Bischöfe: Sie sollten sich den Verletzungen der Betroffenen stellen, sich mit ihrer dunklen Seite auseinandersetzen und Heilung für sich selbst suchen und Schritte suchen, um ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.
In Schottland waren zwischen 2006 und 2012 mehr als 23 sexuelle Übergriffe bekannt geworden. In 61% der Fälle gab es keine strafrechtliche Verfolgung. Zahlen für die Jahre 1947 bis 2005 sollen demnächst vorgelegt werden. Quellen: katholisch.de und orf


16.8.2015 Der Mühlstein, der an die Opfer von Kindesmissbrauch erinnert, kommt im September nach Rostock vor die Marienkirche.
Quelle: kirche-mv.de12.8.2015 SNAP sagt zu Recht, den Verantwortlichen in der kath. Kirche fehle es nicht an Information über sexuellen Missbrauch – es fehle ihnen an Mut. Quelle: snap


11.8.2015 Die KITA in Mainz-Weisenau soll neu getüncht werden, weil der rote Farbanstrich durch die intensive Berichterstattung über die sexualisierte Gewalt, die dort stattgefunden hat, mit den Missbrauchsvorwürfen in Verbindung gebracht werde. In einem zweiten Missbrauchsfall in einer Kita des Bistums Mainz, in Pfungstadt, registriert der Generalvikar, dass der mutmaßliche Täter zwar eine Präventionsschulung erhalten habe, die jedoch in diesem Fall nicht gereicht habe. Der Generalvikar sagte, das Bistum müsse sich fragen, ob es in Zukunft noch Mitarbeiter aus Bundesfreiwilligendiensten so einsetzen könne. Quelle: hessenschau.de
Kommentar: 1. Mit einem neuen Anstrich dürfte es nicht getan sein. 2. Es ist jedem klar, dass Präventionsschulungen die Aufmerksamkeit von BetreuerInnen erhöhen (können), dass sie aber Täter nicht von ihrem Vorhaben abhalten. Das sichtliche Erstaunen des Generalvikars erstaunt. 3. Zu Recht wehrt sich die kath. Kirche gegen einen Generalverdacht gegen Priester – und hier spricht ein Kirchen-Vertreter einen Generalverdacht gegen Bundesfreiwilligendienste aus.


11.8.2015 Nachdem Bischof Huonder, Schweiz, sich über Homosexuelle geäußert hat, ertragen manche Missbrauchsopfer diese Äußerungen nicht. Sie sagen: “Diese Heuchelei ist unerträglich. Herabwürdigende Aussagen über Homosexuelle machen, aber dafür Pädophile in den eigenen Reihen dulden.” Drei Männer, ein Rapper, ein Bluesmusiker und ein Schriftsteller geben sich als Opfer zu erkennen. Quelle: blick.ch


7.8.2015 Die Linzer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Pater des Stiftes Lambach erhoben. Er soll im Mai betrunken gegen Geld Sex mit einem 12Jährigen gehabt haben. Zunächst war der Pater in U-Haft, derzeit ist er in einer Art Hausarrest im Kloster. Quelle: orf


1.8.2015 Eine Gruppe von Priestern, Ordensleuten und Laien –  fordert eine Anklage gegen den US-Erzbischof John Myers, Newark/New Jersey. Sie wirft ihm vor, Missbrauchstäter geschützt zu haben und aggressiv gegen Opfer und ihre Anwälte vorgegangen zu sein. Quellen: ncronline.org, katholisch.de


31.7.2015 Die Kirche prüft ihre caritative Sorge um den vom Papst laisierten Priester des Bistums Würzburg, W.W., der weiterhin in einer kirchlichen Wohnung lebt. Quelle: br.de


30.7.2015 Im Bistum Würzburg wurde ein Priester – 15 Jahre nach einer ersten Verurteilung vor dem Landgericht Coburg und ca 29 Jahre nach ersten Vorwürfen in Miltenberg – aus dem Amt entlassen, weil er in den Bistümern Limburg und Würzburg, vielleicht auch Bamberg Kinder sexuell missbraucht hat. Der Laisierte war bereits 1987 vom Amtsgericht Obernburg wegen sexuellen Missbrauchs und Missbrauchs von Schutzbefohlenen zu 10.500 DM Geldstrafe verurteilt. Im Jahr 2000 verurteilte ihn das Landgericht Coburg erneut wegen sexuellen Missbrauchs von 3 Kindern zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Quellen: infranken.de, mainpost.de, main-echo.de, fnp


30.7.2015 Dass die Bischöfe fast nicht mit Opfern von Klerikern sprechen, beklagen die Opfer seit langem. Ein Anwalt von Priester-Tätern berichtet, dass sie auch fast nicht mit Tätern sprechen. Quelle: kirchenrecht.blogspot.de


29.7.2015 In Wiener Neustadt wurde ein Pfarrer in einem zweiten Rechtsgang wegen sexuellen Missbrauchs zu 3 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Er sagt, er sei unschuldig und will erneut gegen das Urteil vorgehen. Quelle: orf


28.7.2015 Bislang haben 35 Frauen öffentlich gemacht, dass sie Opfer sexueller Gewalt von Bill Cosby wurden. Quelle: SZ


27.7.2015 Auch bei den Zeugen Jehovas kam es in Australien zu sexuellem Missbrauch und zu seiner Vertuschung. Akten wurden geschreddert. Bekannt wurden seit 1950 etwa 1.006 “Fälle”. Quelle: radiovaticana.va und SZ


24.7.2015 “Derzeit scheint es so zu sein, dass viele Bischöfe aus aller Welt den Wunsch hegen, in bequemen Gepflogenheiten und Machtpositionen zu überwintern, und sich nur sehr zögerlich, wenn überhaupt, auf den wunderbaren Aufbruch, den Papst Franziskus eingeleitet hat, einlassen.” So schätzt – nicht nur – der Theologe Kurt Appel die Situation in der kath. Kirche ein. Quelle: erzdioezese-wien.at


24.7.2015 Die UN-Vize-Hochkommissarin für Menschenrechte Pansieri tritt “aus gesundheitlichen Gründen” von ihrem Amt zurück. Das Kommissariat war wegen der Verzögerung der Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch UN-Soldaten in die Kritik geraten. Inzwischen wurde eine unabhängige Kommission eingesetzt. Quelle: dw.com/de
Kommentar: Die Angabe gesundheitlicher Gründe für den Rücktritt spricht nicht dafür, dass die Vertuschung ein Ende haben soll.


21.7.2015 Der frühere Nuntius Wesolowski, dessen Prozess am letzten Samstag auf unbestimmte Zeit vertagt worden war, ist inzwischen aus dem vatikanischen Krankenhaus entlassen worden. Quelle: orf


17.7.2015 Bislang wandte die kath. Kirche in Australien im Umgang mit Opfern sexueller Gewalt durch katholische Priester des sog. “Ellis Defence” von 2007 an. Es besagt, dass nicht die Kirche (mit-)verantwortlich für die Verbrechen ihrer Priester ist. Veranwortlich sei alleine der Täter und die Pfarrei, Schule oder das Krankenhaus, in dem der Missbrauch geschah. Die kath. Kirche sei keine juristische Person. Regressansprüche von Opfern müssten sich an die Pfarrei, Schule oder Krankenhaus wenden, wo der Missbrauch geschah. Nun sagt der australische Erzbischof Anthony Fisher OP, die Kirche in Australien wolle dieses Vorgehen ändern. Quelle: http://ccpblog.unigre.it/wp-content/uploads/2015/07/Post-futuro-Church-leaders-commit-to-no-Ellis-defence-2015-05-22.pdf


15.7.2015 Der frühere Nuntius Wesolowski, dessen Prozess wegen Kindesmissbrauch und Besitz von kinderpornografischen Medien am letzten Samstag eröffnet und nach 6 Minuten vertagt wurde, weil der Angeklagte auf der Intensivstation lag, hat die Intensivstation verlassen und befindet sich in einem vatikanischen Krankenhaus. Quelle: wprost.pl

15.7.2015 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana veröffentlicht ein Referat von Robert Barron: “Scriptural Sources for Renewal”, gehalten auf der Konferenz des Kinderschutzzentrums 2015. Quelle: ccpblog.unigre.it


13.7.2015 Am 15.6.2015 veröffentlichte das Kinderschutzzentrum des Vatikans einen Hinweis auf Forschung, die belegen soll, dass aus Opfern Täter werden. Am 19.6.2015 machte ich die für die Veröffentlichung verantwortliche Mitarbeiterin des Kinderschutzzentrums auf einen Forschungsbericht aufmerksam, der belegt, dass Kindern tatsächlich zu 29% von Menschen, die früher Opfer waren, Gewalt angetan wird – aber auch zu 26% von Menschen, die keine Gewalterfahrung hatten.  Daraufhin erhielt ich eine Antwort: Dem Kinderschutzzentrum ginge es um den Schutz der Opfer… Die Forschung, die die Ubiquität von Gewalt im Umgang mit Kindern belegt, wurde jedoch – bislang – nicht auf dem Blog des Kinderschutzzentrums veröffentlicht. Es bleibt also dabei: Wieder einmal ging es darum, Opfer als künftige Täter darzustellen. Es geht mitnichten um einen umfassenden Blick auf die Gewaltproblematik.
Ebenso wurde bislang nur ein Referat auf dem Kongress 2015 veröffentlicht, der sich der theologischen und spirituellen Fragen im Umgang mit den kirchlichen Missbrauchsfällen widmete. Und in dem vorliegenden Referat geht  es – wieder einmal – um die Institution Kirche. Noch immer scheinen die Opfer nicht in den Blick zu geraten, obwohl die Pressemitteilungen ankündigen, dass es um die Opfer ginge und m.E. durchaus richtige Fragen stellen. Es scheint, dass die Verantwortlichen noch immer nicht in der Lage sind, die Perspektive zu wechseln: Weg von der Sorge um die Institution, hin zur Perspektive der Opfer.


13.7.2015 “Opfer von Gewalt im Kindesalter leiden häufig noch als Erwachsene unter ‘massiven Schädigungen’. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie über die Langzeitfolgen von Missbrauch in Häusern der Wiener Jugendwohlfahrt.” Allerdings dürfte das keine Überraschung sein.
Bemerkenswert jedoch ist, wie diese Studie die Opfer einbezieht. Quelle: orf


11.7.2015 In Palermo wurde der Priester Paolino M. zu 6 Jahren Haft verurteilt. Er hat ein 13-jähriges Mädchen, das Nonne werden wollte, sexuell missbraucht. Das Opfer erhielt 150.000 Euro Euro, seine Familie 30.000 Euro “Entschädigung”. Quelle: ilmattino.it


11.7.2015 Heute sollte der Prozess gegen den vatikanischen Ex-Nuntius Wesolowski im Vatikan beginnen. Nun ist der Angeklagte heute vor Beginn der Eröffnung des Prozesses auf die Intensivstation einer Klinik eingeliefert worden. Der Prozess beginnt also mit einer kurzen Anhörung – ohne den Angeklagten. Quelle: Spiegel und Radio Vatikan


10.7.2015 Ingo Fock, wirft den Grünen (damals AL) vor, bei der Aufklärung der Berliner Missbrauchsfälle die Ideologie zu verharmlosen, die die Partei in der Propagierung von Sex mit Kindern vertreten habe. Sie erkenne ihre Verantwortung nur dort, wo ein institutioneller Verantwortungszusammenhang bestehe, d.h. wo Missbrauch am Rande von Parteiveranstaltungen und unter Duldung parteilicher Gremien stattfand. Sie übersehe, dass die Ideologie darüber hinaus gewirkt habe. Außerdem kritisiert Fock, dass in dem Anhörungsbeirat der Grünen der Bundesvorstand bei Uneinigkeit in der Anerkennung eines Opfers das letzte Wort habe. Zudem gibt es eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die der Bundespartei erlaubt, die Vertraulichkeit auch ohne Absprache zu brechen, wenn Betroffene zuvor – auch anonym – an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Bundespartei sagte, sie nehme diese Kritik ernst. Quelle: Süddeutsche


10.7.2015 In Großbritannien untersucht eine neuseeländische Richterin Missbrauchsfälle. Sie wirft der Polizei vor, über Jahrzehnte hinweg Missbrauchsfälle ignoriert oder nur nachlässig ermittelt zu haben. In bekannt gewordene Skandale waren Unterhaltungsstars (BBC-Mitarbeiter Savile u.a.), Entertainer, Geistliche und Krankenhausmitarbeiter ebenso verwickelt wie hochrangige Politiker, z.B. der frühere Innenminister Leon Brittan.
Quelle: http://www.spiegel.de


9.7.2015 Der Prozess gegen den Ex-Nuntius Wesolowski beginnt. Quelle: katholisch.de


9.7.2015 Der Heimkinderfonds wurde nun um 182 Mio Euro aufgestockt. Die bislang zur Verfügung gestellten 120 Mio Euro reichen bei weitem nicht aus. Bislang haben 20 000 Heimkinder Anträge gestellt, 13 000 haben Leistungen erhalten. Die übrigen warten noch… Quelle: zeit.de


8.7.2015 Auf Mallorca muss sich der ehemalige kath. Pfarrer von Selva vor Gericht verantworten. Er soll ein 12jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben. Der Priester ist inzwischen im Ruhestand, unterstützt jedoch weiterhin zahlreiche Pfarreien, auch diejenige, in der der Missbrauch geschehen sein soll. Zwei weitere Anzeigen liegen gegen ihn vor. Quelle: radioaleman.com


8.7.2015 In Italien wurde ein kath. Priester, Don Rasia, der 6 Jugendliche sexuell missbrauchte, in einem Berufungsverfahren zu 4 Jahren Haft verurteilt. Ursprünglich war die Strafe mit 6 Jahren Haft angesetzt worden. Quelle: vcoazzurratv.it


8.7.2015 Eine italienische kath. Pfarrei muss an drei Opfer eines kirchlichen Mitarbeiters, der zu 9 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, 30.000 Euro zahlen. Die Pfarrei war über die Vorwürfe informiert und hat den Beschuldigten dennoch weiter beschäftigt. Quelle: oggimilazzo.it8.7.2015 ErzieherInnen des Mainzer Kindergartens, in dem es zu körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt von Kindern gegen Kinder kam, ohne dass die ErzieherInnen etwas bemerkt haben wollen, haben einem Vergleich mit dem Bistum nicht zugestimmt. Ihnen wurde vom Bistum fristlos gekündigt. Nun werden die Kündigungen und ihre Gründe in einem Kammertermin geprüft. Quelle: welt.de


7.7.2015 Eine Studie über die Landeserziehungsheime Jagdberg (Vorarlberger/Schlins), St. Martin (Schwaz), Mariatal (Kramsach) und Kleinvolderberg (Tirol) kommt zum Ergebnis: „Das System der Erziehungsheime hat gewaltvolle Erziehungspraktiken in all ihren Formen der körperlichen, psychischen und sexualisierten Gewalt erzeugt, toleriert und war zu ihrer Verhinderung nicht willens oder nicht imstande.“ Die Studie wertete historische Quellen aus und interviewte 54 Betroffene. Quelle: orf


4.7.2015 Dubiose Geschäfte – große Summen – Bereicherung und Inkompetenz. Quelle: diepresse.com


3.7.2015 Der Deutsche Bundestag beschließt eine Unabhängige Aufarbeitung von Kindesmissbrauch. Quelle: bundestag.de


2.7.2015 Sexueller Missbrauch – noch immer ein Schmuddelthema. Quelle: nemup.de/