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Presse

3. Quartal 2013

30.9.2013 Heimkinder scheitern mit ihrem Antrag auf “Entschädigung” an der Bürokratie des Heimkinderfonds. Bislang haben von den ca 800 000 Heimkindern 4500 eine Vereinbarung mit dem Fonds getroffen, der Ende 2014 ausläuft. Quelle: FR


29.9.2013 Kardinal Lehmann verweist auf die hohe Dunkelziffer von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auch in Sport, Familie und Therapie. Und er fordert, mit dem Datenschutz bei Geheim- und Personalakten sehr sorgfältig umzugehen: “Nicht um den Eindruck zu erwecken, wir haben etwas zu vertuschen, sondern um Tätern, die vielleicht nur einmal eine Dummheit gemacht haben, überhaupt eine Chance zu geben weiterzuleben.” Quelle: ntv
Kommentar: Es gehört einiges dazu, ein Verbrechen an einem Kind oder Jugendlichen eine “Dummheit” zu nennen. Kardinal Lehmann hat gegenüber 2002 leider nichts dazugelernt.


28.9.2013 Die Grünen wollen nun doch eine Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt durch Grüne einrichten. Quelle: Spiegel


28.9.2013 Der in Südafrika auf seinen Prozess wartende kath. Priester K., der eine knappe Woche im Gefängnis war, ist gegen eine Kaution von 375 Euro wieder auf freiem Fuß. Sein Prozess soll am 9.11.2013 fortgesetzt werden. Der Anwalt hatte die Freilassung beantragt mit der Begründung, die Auslieferungshaft sei eine “unbillige Härte”. Quelle: Grenznachrichten


28.9.2013 Im Fall des Vatikanbotschafters, Erzbischof Jezef Wesolowski, ermittelt nun auch die polnische Staatsanwaltschaft auf Wunsch der Dominikanischen Republik. Ebenfalls ermittelt wird gegen den Priester Wojciech G. , 36, einen Mitarbeiter des Vatikanbotschafters, der zusammen mit Wesolowski Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Wojciech G. hält sich in Polen versteckt. Es wird vermutet, dass er in seinem Heimatort ist. Die Dorfbewohner verteidigen Wojciech G. mit dem Argument, die Beschuldigungen seien nur ein Zeichen der Rache seitens dominikanischer Drogenhändler. Diese sollen den Mönch für die Bemühungen der Vertreter der Katholischen Kirche, die drogensüchtigen Kinder aus der Not herauszuholen, beschuldigen. Die polnische Bischofskonferenz entschuldigte sich für den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester. Dies ist die erste Entschuldigung der Bischofskonferenz Polens. Quelle: kath.web


27.9.2013 Ein katholischer Ordenspriester ist zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der 58-Jährige hatte vor dem Landgericht Würzburg neun Übergriffe auf den Sohn seiner Haushälterin gestanden. Er hat das Kind mehrfach missbraucht, seit es 6 Jahre alt war. Quelle: Spiegel


27.9.2013 Der peruanische Weihbischof Gabino Miranda Melgarejo, Mitglied des Opus Dei, wurde vom Papst laisiert. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Er hatte auch die Leitung der bischöflichen Kommission für Jugendseelsorge inne. Quelle: kipa


25.9.2013 Die Missbrauchsermittlungen gegen den Nuntius in der Dominikanischen Republik stehen laut KNA kurz vor dem Abschluss. Allerdings muss der Nuntius keine Strafverfolgung durch den Staat fürchten. Eine Strafverfolgung wäre nur möglich, wenn auf das am 6.8.1954 geschlossene Konkordat zwischen dem Vatikan und der Dominikanischen Republik verzichtet würde. Quelle: Religionsphilosophischer Salon


25.9.2013 In der Slowakei wird ein kath. Priester des sexuellen Missbrauchs einer zur Tatzeit Elfjährigen beschuldigt. Quelle: orf


25.9.2013 Unter dem Titel “Eine Kirche, die sich wirksam sexualisierter Gewalt entgegenstellt” formulieren kath. Reformgruppen ihre Wünsche an Papst Franziskus:

Der Skandal der sexualisierten Gewalt durch Geistliche kann nur überwunden werden, wenn Bischöfe, die diese Gewalt verharmlosen oder vertuschen, aus ihren Ämtern entfernt und nach allgemein verpflichtend errichteten Verfahren vor kirchliche und zivile Gerichte gestellt werden. Die katholische Kirche muss ernsthaft den Komplex der systembedingten Ursachen erforschen, die zu diesem Skandal globalen Ausmaßes geführt hat, und alles in ihrer Macht Stehende tun, um eine Wiederholung zu verhindern”. Quelle: Wir sind Kirche


24.9.2013 Papst Benedikt XVI. schreibt zum Thema ‘pädophile Priester in der kath. Kirche’: „Ich habe jedoch niemals versucht, diese Situationen zu verheimlichen“. Quelle: orf


24.9.2013 Ein Ordenspreister hat vor dem Würzburger Landgericht den Missbrauch des zu Beginn der Verbrechen 5 Jahre alten Jungen gestanden. Pädophil sei er nicht. Quelle: Welt


21.9.2013 Helmut Jacob schreibt einen offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. U.a. formuliert er: “In den drei Nachkriegsjahrzehnten und bis heute haben unbeschreibliche Verbrechen in allen Facetten unter den Dächern der Katholischen Kirche stattgefunden. Sie reichen von brutalsten Schlägen bis hin zu Vergewaltigungen von jugendlichen Männern und Frauen. Selbst Kinder mussten für die perversen Gelüste von katholischen Erziehern, Patern und Priestern ihren Körper hinhalten. Neben den physischen und sexuellen Gewalttexzessen wurden sie auch psychisch gequält. Unvergessen ist die Geschichte einer Frau, die als kleines Kind von einer Nonne zu nächtlicher Stunde durch den Heimflur zum Hinterhof gezerrt wurde. Dort wurde dem Kind eine Schaufel in die Hand gedrückt mit der Aufforderung: Du schaufelst jetzt dein eigenes Grab! Ihr wurde mitgeteilt, sie habe sich dort hineinzulegen, um von der Ordensschwester dann lebendig begraben zu werden….. Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen, und dies ist ein geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht eingerechnet. Auch die älteren Menschen in den Heimen fallen durchs Raster. Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche zusammen mit der evangelischen Seite 30 Millionen Euro und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes, für sein Leben gezeichnete Opfer, 5.000,-€. Der Umbau der Bischofsresidenz von Tebartz kostet wenigstens 10 Millionen Euro. Genaue Zahlen wird der Kirchensteuerzahler nie erfahren. Müsste sich die Katholische Kirche angesichts dieser Diskrepanz nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche für Luxus und Geprotze Kirchengelder aus dem Fenster wirft und für ihre Opfer lediglich Almosen bereithält?”


21.9.2013 Über das St. Vincenz-Stift in Aulhausen. Quelle: faz


21.9.2013 Im Bistum Aachen warten die Verantwortlichen ab, ob der mutmaßliche Sexualstraftäter Pfarrer K., der in Südafrika wohl schon wieder auf freiem Fuß ist, verurteilt wird oder nicht, bevor die Verantwortlichen mit den mutmaßlichen Opfern ein Gespräch führen und ggf. Mitgefühl mit ihnen zeigen. Quelle: Spiegel
Kommentar: Das ist ungefähr so als würde der berühmte barmherzige Samariter dem unter die Räuber Gefallenen erst dann helfen, wenn die Räuber dingfest gemacht und verurteilt wurden. Nicht einmal ihr Geständnis wäre ausreichend Grund, dem Opfer zu Hilfe zu kommen.


20.9.2013 Gegen den peruanische Weihbischof der Diözese Ayacucho, Gabino Miranda, wird wegen Kindesmissbrauch ermittelt. der 53-Jährige sei bereits seines Amtes enthoben. Es liegen mehrere Anzeigen wegen Kindesmissbrauch vor. Miranda soll zum Opus Dei gehören. Quelle: n-tv.de


20.9.2013 Die Staatsanwaltschaft Krefeld will die Auslieferung des in Südafrika lebenden Pfarrers K. aus dem Bistum Aachen, der in Auslieferungshaft war und inzwischen wohl gegen Auflagen wieder frei ist. Quelle: aachener-nachrichten
Und so wurden die Eltern der betroffenen Kinder von Verantwortlichen in der Kirche behandelt.


20.9.2013 Interview mit Franziskus, Teil I und Teil II
Kommentar: Dass die Reaktionen auf das Interview in Deutschland so überschwänglich ausfallen, obwohl Papst Franziskus eigentlich nur katholische Selbstverständlichkeiten formuliert, hängt vermutlich damit zusammen, dass diese menschlichen und mit den Menschen mit-fühlenden Aussagen in den letzten Jahrzehnten in Rom vergessen wurden. 


20.9.2013 Klaus Mertes plädiert angesichts der Diskussion über den Umgang der Grünen mit Pädophile dafür, statt selbstgerecht auf andere zu zeigen, grundsätzlich den Umgang mit Sexualität in der Gesellschaft zu thematisieren. Die Instrumentalisierung der Diskussion zu Wahlkampfzwecken lehnt er – ganz zu Recht! – ab. Quelle: kath.web


20.9.2013 Der mahnende Mühlstein kommt nach Hannover am 27. September, 15 Uhr, Fußgängerzone Hannover Mitte, Ecke Georgstr./Limburgstraße


19.9.2013 Vor dem Würzbürger Landgericht findet die Verhandlung gegen einen Pater statt, der einen Jungen zwischen 1994 und 1998 missbraucht hat. Die sexuelle Gewalt begann, als das Kind 3 Jahre alt war. Quelle: Mainpost


17.9.2013 Nun hat die Debatte um die Unterstützer von Pädophilen die Politik und den Wahlkampf erreicht. Auffällig ist, dass da ganz viele Leute involviert sind, sich verteidigen, andere beleidigen, sich entschuldigen, die eine Gewalt gegen die andere Gewalt aufrechnen; Überlegungen angestellt werden, wem die Debatte in der heißen Wahlkampfphase nutzt… Nur eine Gruppe von Menschen fällt unter den Tisch: Es sind die Opfer. Aber das sind die ja gewohnt. Quelle: Spiegel


17.9.2013 Missbitt und Schafsbrief fordern den Rücktritt des Missbrauchsbeauftragten, Bischof Dr. Ackermann. Quelle: Schafsbrief


17.9.2013 Mertes berichtet von dem peruanischen Priester German Doig, Gründer der geistlichen Bewegung Sodalicio de vida Cristiana, dessen Missbrauch kurz vor der Seligsprechung aufgeflogen ist.
Damit ist neben den Legionären Christi und der Gemeinschaft der Seligpreisungen eine dritte mir bekannte Persönlichkeit/Gruppe um eine Person, die eine autoritär geprägte Gemeinschaft gründete, der sexuellen Gewalt überführt. Quelle: tagesanzeiger.ch
Kommentar: “Die härtesten Gegner der Aufklärung sind oft die Opfer selber. In vielen Fällen vermittelt der Täter ihnen das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Diesen Mythos zu zertrümmern, ist sehr schwierig. Weil die Opfer sich oft gar nicht als Opfer sehen, sondern als Mitglied einer elitären Gruppe, kommt die Missbrauchserfahrung oft erst viele Jahre später hoch.” Diese Aussage von P. Mertes könnte aus der Perspektive eines Jesuiten, gesprochen über Jesuitenschüler, zutreffen; das weiß ich aber nicht. Dass Opfer sexueller Gewalt “Gegner der Aufklärung” (welch verletzende Polemik!) seien, jedenfalls lange Zeit die erlittene sexuelle Gewalt nicht benennen, hat viele andere Gründe: Manche leiden unter psychogenen Amnesien; andere sind außerstande, klar zu erkennen, was das war, das sie erlitten haben. Täter vernebeln immerhin die Wahrnehmung des Opfers und der Umgebung. Wieder andere haben oft an mehreren Stellen gesprochen, wurden nicht gehört und haben sich zurückgezogen. Dass Opfer daran hängen, “etwas Besonderes” zu sein, ist mir in 13 Jahren, in denen ich Kontakt mit Opfern habe, nicht begegnet.


16.9.2013 Der Zivilprozess gegen 2 Patres und die Leitung des Stiftes Admont, Österreich, beginnt. Unklar scheint derzeit, ob die Stiftsleitung oder der Staat verantwortlich für den Mangel an Aufsicht sind. Quelle: ORF


16.9.2013 Jürgen Trittin hat Anfang der achtziger Jahre als Student ein Kommunalwahlprogramm in Göttingen presserechtlich verantwortet, in dem Straffreiheit für Sex mit Kindern gefordert wird. Der Spitzenkandidat hat das eingeräumt und als Fehler bezeichnet – aber erst nachdem es der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter herausgefunden hatte. Quelle: Zeit


16.9.2013 Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Richtlinien zum Umgang mit kirchl. Missbrauchstätern neu gefasst. Quelle: Deutsche Bischofskonferenz


16.9.2013 Gegen den aus Wittlich stammenden Pfarrer Georg K. wird seit März 2010 in Südafrika wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Die Kirche hat ihn suspendiert. Jetzt wurde er auf Betreiben von Interpol in Haft genommen. Der nächste Verhandlungstermin ist am 8.11.2013. Wird er für schuldig erklärt, muss er zunächst seine Strafe absitzen, bevor er nach Deutschland ausgeliefert werden kann. Im Falle eines Freispruchs kann er sofort ausgeliefert werden. In Deutschland hat er bei der Krefelder Staatsanwaltschaft Selbstanzeige erstattet. Sie ermittelt in 37 Fällen. Quelle: wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen


16.9.2013 Eine wissenschaftliche Studie im Bistum Limburg hat zwei katholische EInrichtungen untersucht: Das Vincenzstif Aulhausen/Rüdesheim und das Jugendheim Marienhausen. Dort haben sich 55 Menschen wegen sexueller Übergriffe, incl. Vergewaltigung gemeldet. “Die Ergebnisse, die die Studie zusammengetragen hat, übersteigen alles, was ich mir jemals vorgestellt habe”, erklärte Vincenzstift-Geschäftsführer Caspar Söling und bat die Opfer um Entschuldigung. Quellen: kipa-apic.ch   Wiesbadener Kurier


13.9.2013  Der katholische Priester Shawn R. aus der Diözese Kansas-City muss 50 Jahre in Haft. Er hatte Pornobilder mit Kindern gemacht. Der zuständige Bischof Robert Finn wusste mehrere Monate lang davon, meldete den Priester aber nicht den Behörden. Er wurde zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er ist weiterhin im Amt und will katholische Einrichtungen zum Vorreiter im Kinderschutz machen. Quelle: orf


13.9.2013 Papst Franziskus beklagt die Gewalt auch in christlichen Familien. Quelle: kath.web


10.9.2013 Gegen einen bereits verurteilten Essener Domkapitular ging im Frühjahr 2013 eine weitere Anzeige eines mutmaßlichen Opfers ein. Gegen den 69-jährigen Domkapitular wird ermittelt. Bereits 2011 war der katholische Geistliche nach dem Missbrauch an einem 16-Jährigen zu einem Bußgeld in Höhe von 14 000 Euro verurteilt worden. Im Frühjahr ging eine weitere Anzeige eines mutmaßlichen Opfers bei der Essener Polizei ein, die nun wieder gegen den 69-Jährigen ermittelt. Quelle: Der Westen


10.9.2013 In Asien ist Gewalt gegen Frauen weit verbreitet. Quelle: FR


9.9.2013 In der schottischen Diözese Galloway wurde der Priester Patrick Lawson seines Amtes enthoben. Er hatte sich unter einem Pseudonym an der Aufdeckung eines mutmaßlichen Missbrauchstäters beteiligt und dem Täter, einem katholischen Pfarrer, vorgeworfen, Messdiener sexuell missbraucht zu haben. Ihn selbst habe dieser Priester ebenfalls im Jahr 1996 als Seminarist sexuell belästigt. Die Kirche sei in den 17 Jahren, die seither vergangen sind, nicht angemessen mit seinen Vorwürfen umgegangen. Quelle: kipa


8.9.2013 Auch der Kinderschutzbund wurde von Pädophilen unterwandert. Walter Bärsch, Gründungsmitglied des pädophilenfreundlichen Arbeitskreises Humane Sexualität (AHS) war langjähriger Präsident des Kinderschutzbundes. Quelle: Spiegel


5.9.2013 Gegen einen irischen Priester von den Legionären Christi laufen Ermittlungen. Er soll in einer von Geistlichen betriebenen Schule in Santiago, Chile, Kinder missbraucht haben. Quelle: tagblatt


5.9.2013 Auch in Argentinien wird gegen einen katholischen Priester wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Der mutmaßliche Täter soll zwischen 1984 und 1992 mehr als 50 Schüler zwischen 10 und 14 Jahren sexuell missbraucht haben. Quelle: kath.web


5.9.2013 Der Gesandte des Vatikans in der Dominikanischen Republik, der polnische Erzbischof Josef Wesolowski, ist wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs seines Amtes enthoben worden. Er soll in kirchlichen Einrichtungen sieben Kinder missbraucht haben. Quelle: orf


4.9.2013 Was hat die Politik für die Betroffenen getan? Quelle: NDR


4.9.2013 Ein bemerkenswerter Vorgang: Bischof Dr. Ackermann entschuldigt sich bei Pfarrer Ittmann. Vor 3 Jahren hatte Ittmann einen Missbrauchsfall dem Bistum und dem Dekan gemeldet und war daraufhin mit anonymen Drohbriefen bedacht worden. Er hatte Ostern 2012 die Pfarrei verlassen. Der zuständige Dekan hatte die Vorwürfe als Gerüchte abgetan – später stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die Täter wegen Verjährung ein – ein Opfer hatte die Vorwürfe bestätigt. Der Nachweis, von wem die Drohbriefe stammten, konnte nicht geführt werden. Im Kontext der Meldung eines Missbrauchsfalls an das Bistum durch Pfarrer Ittman kamen Gerüchte auf, Ittmann habe sich in Berlin “etwas zuschulden kommen lassen”. Wer mit katholischer Sprachregelung vertraut ist, weiß, dass damit der Vorwurf sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche lanciert wird. Nun einigten sich der Pfarrer, die Gemeinde und Bischof Ackermann auf eine Klarstellung: Ittman habe keine sexuelle Gewalt angewandt und ihm geschah Unrecht durch das Bistum, durch Bischof Ackermann und durch Teile seiner Gemeinde. Bischof und Laiengremien stellen nun fest, dass Fehler passiert seien – vor Ort und im Bistum. Nicht unterschrieben hat Bischof Ackermann einen Zusatz zur Erklärung, in dem Ittmann und engagierten Mitgliedern der Pfarrei für ihre Arbeit in schwieriger Zeit gedankt wurde. Quelle: Saarbrücker Zeitung
Kommentar: Eine andere Möglichkeit des Umgangs mit einem Bistumspfarrer, der einen Missbrauchsfall bzw. 3 Missbrauchsfälle meldet, wäre natürlich gewesen, diesem Pfarrer dafür zu danken, dass er den undankbaren Job des Boten übernimmt, der eine unangenehme Botschaft überbringt und sich – durch und durch jesuanisch – für die Opfer einsetzt und künftige Opfer zu verhindern sucht. Es bestünde Grund, einem solchen Pfarrer von Herzen zu danken. Was ich hiermit tue… Ich weiß von anderen Priestern, dass auch sie nicht gehört wurden – und wünschte, es gäbe mehr solcher Priester, die sich solidarisch mit Opfern verhalten und die Konsequenzen schlicht in Kauf nehmen. Es gehört zum Erleben von Opfern von Menschengewalt, dass sie nicht ernst genommen werden und eine Menge Verachtung und mehr erleben, sobald sie den Mund aufmachen. Ihnen tut es gut, Menschen an ihrer Seite zu erleben, die wissen, wowon Opfer sprechen, wenn sie von ihren Erfahrungen erzählen, wie das war, als sie ihr Schweigen brachen.


31.8.2013 Pater Klaus Mertes sagt, die Kirche könne von den Opfern lernen. U.a. würden sie aufzeigen, dass in der Kirche ganz tief etwas nicht stimme.
Quelle: dradio


29.8.2013 Drei Jahre öffentliches Sprechen über Missbrauch: Bilanz und Ausblick von MAtthias Katsch, Eckiger Tisch. Quelle: Eckiger Tisch


29.8.2013 Nach der Bundestagswahl soll das Büro des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung geschlossen werden. Quelle: Süddeutsche


28.8.2013 Die Deutsche Bischofskonferenz hat das mit Christian Pfeiffer gescheiterte Forschungsprojekt nun neu ausgeschrieben. Ein interdisziplinäres Forschungskonsortium soll die Auftretenshäufigkeit und den Umgang mit sexuellen Missbrauchshandlungen an Minderjährigen durch Geistliche im Bereich der DBK und eine qualitative Analyse institutioneller Einflüsse (Täter-Opfer-Institutionen-Dynamik) untersuchen. Bereits vorliegende empirische Befunde und Studienergebnisse (Ettaler Untersuchung, Lexgraf-Untersuchung, Auswertung der Hotline der DBK) sollen zusammengeführt werden. Andere Forschungsergebnisse werden nicht genannt, obwohl einige internationale Studien vorliegen. 9 Bistümer sollen von 1945 bis heute untersucht werden und 18 Bistümer von 2000 bis heute. Ob damit alle 27 Bistümer in einem kleineren bzw. größeren Zeitraum erfasst werden, geht aus der Ausschreibung nicht hervor. Die Ausschreibung ist auf den 31.10.2013, also nach der nächsten Bischofskonferenzsitzung, terminiert. Die Vorauswahl wird voraussichtlich im Dezember 2013 getroffen werden. Anschließend werden die in Fage kommenden Forschungskonsortien zur genaueren Vorstellung eingeladen. Die Ausschreibung enthält auch einen Hinweis, dass die weltlichen und kirchlichen Datenschutzregeln und das Archivrecht zu beachten seien und die entsprechenden Dokumente zur Verfügung gestellt werden (!).
Quelle:
Kommentar: Ob es zu einer Überarbeitung der Leitlinien auf der nächsten Sitzung der DBK kommt, ist nicht erkennbar. Bischof Ackermann hatte die Überarbeitung auf dem Mannheimer Katholikentag angekündigt. Abzuwarten bleibt, ob es in 2 Monaten möglich ist, ein interdisziplinäres Forschungskonsortium auf die Beine zu stellen und einen gemeinsamen Antrag fristgerecht abzugeben.


28.8.2013 In Linz klagt ein Pfarrer auf Unterlassung und 126.000 Euro Schadenersatz gegen Missbrauchsvorwürfe eines heute 41-jährigen ehemaligen Ministranten. Das mutmaßliche Opfer hat von der Klasnic-Kommission Opferanerkennung, 5000 Euro und 30 Therapiestunden erhalten. Die Schuld des beschuldigten Pfarrers hingegen ist nicht erwiesen, sie sei nicht nachvollziehbar, sagte der Vorsitzende der Opferschutzkommission der Diözese Linz. Quelle: kath.web


28.8.2013 Die italienische Diözese Bozen-Brixen muss im Anschluss an einen zivilrechtlichen Prozess 700.000 Euro Schadenersatz an ein Missbrauchsopfer und dessen Eltern zahlen. Diözese und Pfarre trügen eine Mitverantwortung, hieß es. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: kath.web


25.8.2013 Ein kath. Pfarrer wird sexueller Gewalt beschuldigt. Er wurde wegen Fluchtgefahr verhaftet.
Quelle: http://www.nordbayern.de
Quelle: http://www.nordbayern.de
Quelle: http://www.nordbayern.de


24.8.2013 In Spanien wurde ein kath. Priester verhaftet, der in mehreren Gemeinden in Irland Kinder missbraucht haben soll. Quelle: Der Westen


24.8.2013 Im Bistum Eichstätt wurde ein Pfarrer wegen Fluchtgefahr nach Missbrauchsvorwürfen inhaftiert. Quelle: Süddeutsche


23.8.2013 Der schottische Kardinal Keith O’Brien, Vorsitzender der schottischen Bischofskonferenz, soll nach Angaben des Erzbischofs von Glasgow, Mario Conti,  verhindert haben, dass ein Bericht über die Missbrauchsfälle erstellt wurde. Die schottische Bischofskonferenz bestätigte inzwischen die Aussagen Contis. Zur Erinnerung: O’Brien war im Februar nach Vorwürfen persönlichen sexuellen Fehlverhaltens von seinem Amt als Erzbischof von Saint Andrews und Edinburgh zurückgetreten. Er verzichtete nach öffentlichen Protesten auch auf seine Teilnahme an der Papstwahl im März. Quelle: kipa


22.8.2013 Anlässlich eines Streites zwischen Priesters wird öffentlich, dass der eine Streitgegner, der wegen eines kirchenkritischen Interviews angegriffen wurde, von einem Priester sexuelle Gewalt erlitten hat. Quelle: polen heute


22.8.2013 Andreas Huckele (alias Jürgen Dehmers: “Wie laut soll ich denn noch schreien?”), schreibt in der Süddeutschen: “Jetzt sprengt es meine Vorstellungskraft, mit welcher zynischen Gleichgültigkeit die Informationen verarbeitet werden.” Er berichtet vom wachsenden Zorn der Betroffenen: “[Zorn] darüber, dass sie nun von einer wissenden Gesellschaft genauso alleinegelassen werden wie 2010. Gewissenlos Betrachtende sind eben noch schwieriger auszuhalten als gewissenlos Handelnde.” Quelle: Süddeutsche


19.8.2013 Das Kloster Mehrerau hat sich mit einem zweiten Missbrauchsopfer eines Mehrerau-Paters außergerichtlich geeinigt. Dem Vernehmen nach zahlt das Kloster dem Kläger 250.000 Euro Schmerzensgeld und übernimmt die Anwaltskosten. Quelle: ORF


19.8.2013 Christian Füller darf einen Artikel über das Verhältnis der Grünen zu Pädokriminalität nicht in der taz veröffentlichen. Hier geht’s zum Artikel.


18.8.2013 Ungenaue Methoden, überzogene Interpretationen und – indirekt- eine Verharmlosung der Gefahr durch Geistliche” – so urteilen im deutschlandradio Kritiker der Leygrafstudie, die im Dezember 2012 vorgestellt wurde. Ich finde darin Kritik von Annette und mir wieder.


17.8.2013 Die anglikanische Kirche lässt die Missbrauchsfälle – inclusive vor der Zeit von 1950 – von einem unabhängigen Institut untersuchen. Dabei werden auch die Akten verstorbener Priester untersucht. Quelle: kath.web


15.8.2013 “Es war der eigene Vater – Eine Pfarrerin kämpft um ihr Leben” ist – nach Protest beim Sender durch Susanne Jensen – wieder online.


15.8.2013 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig mahnt die kath. Kirche, die Missbrauchsfälle in der Kirche wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Quelle: www.zeit.de/  s.auch “Kontraste”


15.8.2013 Der BBC – Radiomoderator Dave Lee Travis wird verdächtigt, zwischen 1977 und 2007 zwölf sexuelle Straftaten begangen zu haben. Er weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: spiegel.de


12.8.2013 In der Bundeswehr werden Sexualstraftaten bekannt. Quelle: zeit.de


11.8.2013 Alice Schwarzer kommentiert den Umgang der Grünen mit Pädokriminalität. Thomas Schlingmann, Tauwetter, kommentiert ebenfalls.


11.8.2013 Nicht nur bei den Grünen, auch in der FDP gab es Befürworter von Kindesmissbrauch. Quelle: faz


11.8.2013 In Großbritannien wird aufgedeckt, dass Polizisten schutzlose Menschen, z.B. Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, missbrauchten. Quelle: zeit.de

 


11.8.2013 Erzbischof Zollitsch zieht eine positive Bilanz der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Er hob die Überarbeitung der Leitlinien, die Entschädigungen und die Präventionsmaßnahmen hervor. Er kündigte auch an, die Missbrauchsfälle wissenschaftlich untersuchen lassen zu wollen, nachdem der Vertrag mit Christian Pfeiffer gescheitert ist. Quelle: domradio.de
Kommentar: Lobend erwähnte er nicht den Umgang Kirchenverantwortlicher mit den Opfern katholischer Kleriker oder mit den Menschen, die in den vielzitierten Familien Opfer sexueller Gewalt wurden – da ist nämlich noch (fast) nichts geschehen.


10.8.2013 Erzbischof Zollitsch wagt im Interview: “Die schwierigste Frage, die uns beschäftigt hat, war tatsächlich das Auftauchen der Missbrauchsfälle. Keiner von uns hatte sich das vorstellen können, keiner von uns hat das je gedacht, und wir haben gespürt, dass hier eine Welle auf uns zukommt. … Ich war über den Skandal selber überrascht, und noch mehr über das Ausmaß, weil ich mir von meiner Lebenserfahrung einfach so etwas gar nicht vorstellen konnte. Quelle: dradio.de
Kommentar: Als langjähriger Personalreferent seines Bistums hat Erzbischof Zollitsch mit Sicherheit Missbrauchsfälle mitbekommen und entsprechende “Maßnahmen” eingeleitet – seine Überraschung ist kaum glaubhaft.


8.8.2013 Aus dem Bistum Münster hatte es geheißen, dass ein Priester aus Ostbevern, dem sexuelle Gewalt vorgeworfen worden war, freigesprochen worden war. Nun korrigiert das Bistum: Es sein kein Freispruch wegen erwiesener Unschuld, sondern aus Mangel an Beweisen. Ursprünglich durfte der Geistliche öffentlich keine Eucharistie mehr feiern oder andere priesterliche Tätigkeiten ausüben. Diese Sanktionen wurden aufgehoben. Quelle: epd.de/


6.8.2013 “Warum interessiert sich die Kirche mehr für die Erlösung der Schuldigen als für die Gerechtigkeit gegenüber den unschuldig Leidenden? Warum tut sie sich mit schuldigen Tätern leichter als mit unschuldigen Opfern? Und warum trat sie so oft im triumphalistischem Purpur vor die Welt und spendete den Mächtigen ihren Segen?”
Dieser Frage und anderen Fragen – die auch für Gewaltüberlebende ChristInnen bedeutsam sind – ging der Theologe Johann Baptist Metz nach. Er feierte gerade seinen 80. Geburtstag. Quelle: Zeit


6.8.2013 Petition gegen die Überwachungen: change.org


2.8.2013 Über die alltägliche Gewalt in Ägypten – an Frauen, Männern und Kindern. Quelle: Süddeutsche


2.8.2013 Video mit Susanne Jensen – eine Stimme aus dem Chor der Genichteten 31.7.2013


1.8.2013 Die kath. Kirche in Kalifornien veröffentlicht Akten über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch Ordensangehörige von 5 Orden.
Quelle: moz


31.7.2013 Zwei Priesterseminaristen aus dem Würzburger Priesterseminar werden wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen und Haltungen aus dem Priesterseminar ausgeschlossen. Quelle: Süddeutsche


30.7.2014 Die UNO fordert den Vatikan auf, detailliert Stellung zu Missbrauchsfällen in der Kirche zu nehmen und von den Hilfen zu berichten, die der Vatikan den Opfern zukommen lässt. Quelle: lamula.de/
Kommentar: Bislang ist lediglich von juristischen, therapeutischen und finanziellen Hilfen die Rede. Wichtig wäre auch kompetente (!) seelsorgliche Unterstützung und Begleitung für die Menschen, die in der Kirche oder in Familien, im Nahbereich, in nicht-kirchlichen Institutionen Opfer von sexueller Gewalt wurden und die seelsorgliche Begleitung – immerhin ein Alleinstellungsmerkmal einer christlichen Kirche! – wünschen. Muss die UNO das der Kirche sagen?


28.7.2013 Christoph Fleischmann im WDR (ab Min.8): Er lässt ein Opfer des Oberkirchenrats zu Wort kommen, dessen erstinstanzliches Urteil des EKD-Gerichtes zur Entlassung des Täters führte. Inzwischen gibt es ein letztinstanzliches Urteil vor: Aufgrund des Alters des Täters und seines Gesundheitszustandes sei die verhängte Strafe unverhältnismäßig. Der Täter wurde gehört, das Opfer nicht. Das kirchliche Gericht betrifft die Beziehung des Pfarrers zur Kirche.  Die Tatfolgen für Opfer spielen keine Rolle. Quelle: Christoph Fleischmann.de
s. auch den Kommentar von Christoph Fleischmann in PF


26.7.2013 Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, über den Reformbedarf der kath. Kirche in der Süddeutschen


23.7.2013 Die Grünen und ihr Umgang mit Pädophilie. Quelle: welt.de


29.7.2013 Im Bistum Dresden liegt ein Bericht über den Stand der Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vor. Quelle: Bistum Dresden


28.6.2013 Im Bistum Trier wird einem Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat sexueller Missbrauch vorgeworfen. Das Bistum schweigt. Quelle: missbit


27.7.2013 Helmut Schüller, Pfarrerinitiative Österreich, darf nicht in der Diözese Boston auftreten. Das ordnete der Bostoner Erzbischof Sean Patrick O’Malley, der zu den 8 Papstberatern zur Kurienreform gehört, an. Die Begründung: Einzelpersonen werden keine öffentlichen Auftritte in katholischen Pfarren oder bei kirchlichen Ereignissen erlaubt, wenn deren Positionen der katholischen Lehre widersprechen. Quelle: die presse

27.7.2013 Zum ersten Mal wurde in Spanien, auf Mallorca ein Priester wegen Kindesmissbrauch seines Amtes enthoben. Quelle:mallorcainfos.com

26.7.2013 Die römische Polizei ermittelt gegen 9 Priester im Vatikan, darunter einen Bischofssekretär sowie einige höher gestellte Prälaten, wegen des Verdachts, einem Prostitutionsring anzugehören, der von einem Polizisten geleitet wird. Mutmaßliche Opfer sind Jugendliche aus Rumänien, die zwischen 150 und 500 Euro erhalten haben sollen. Anzeige erstattet hat ein Ex-Priester, der wegen Pädokriminalität im Gefängnis war und anschließend – vergeblich – um Wiederaufnahme ins Priesteramt bat. Kardinalvikar Vallini wies die Vorwürfe gegen die Geistlichen zurück. Er habe “vollstes Vertrauen in das Gericht” und sei der Überzeugung, dass die Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprächen. Quelle: Süddeutsche

24.7.2013 Der Lebacher Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird und der die Vorwürfe bestreitet, verzichtet auf sein Amt. Quelle: volksfreund


24.7.2013 Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg. Quelle: intern-at.de


23.7.2013 Veranstaltungshinweis: Freitag, 30.8.2013, 19 Uhr, in Eckerförde; Pastorin Susanne Jensen “Kunst und Glaube – als Befreiungsweg einer Missbrauchsüberlebenden”


19.7.2013 Im Jahr 2012 sind 118.288 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten. Quelle: Spiegel


16.7.2013 Bayrischen Kindern geht es gut. Da gibt es keine sexuelle Gewalt gegen Kinder, zumindest nicht im sonst üblichen Ausmaß. Das sonst übliche Ausmaß: jede/r 8. ist Betroffener, 12% aller Kinder unter 14 Jahren. Da dies in Bayern anders ist, beteiligt sich die Schulbehörde nicht an einer Umfrage unter SchülerInnen, die das Ausmaß der Gewalt erheben soll. Quelle: Süddeutsche


16.7.2013 In Polen soll ein 52-jähriger kath. Priester in ein Altersheim gehen und seine Gemeinde aufgeben. Der Pfarrer hatte die nachgiebige Haltung seines Bischofs gegenüber pädokriminellen Pfarrern und gegen Antisemitismus beklagt. Quelle: europaonline


16.7.2013 Die irischen Frauenorden, die die Magdalenen-Häuser betrieben haben, in denen bis 1996 junge Mädchen als Zwangsarbeiterinnen lebten, zahlen keinen Beitrag zum Entschädigungsfond. An der Aufarbeitung der Geschichte wollten sie jedoch mitwirken und ehemalige Heiminsassen in Betreuungseinrichtungen ihrer Orden versorgen. Quelle: kipa
Kommentar: Ob ehemalige Zwangsarbeiterinnen im Alter und in Pflegebedürftigkeit noch einmal in die Häuser zurück wollen, in denen sie einst misshandelt und ausgebeutet wurden und die ihnen heute Gerechtigkeit verweigern, ist nur schwer vorstellbar. Aber vielleicht ist das ja das Ziel des Angebots der Mercy Sisters, der Sisters of Our Lady of Charity und der Goot Shepherd Sisters.


13.7.2013  In einem Caritas-Kinderheim hat ein ehrenamtlicher Mitarbeiter vier Jungen über mehrere Wochen sexuell missbraucht. Der Mitarbeiter hatte ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis vorgelegt. Nach Informationen von tz wurde gegen ihn wegen ähnlicher Delikte mehrfach ermittelt. Quelle: tz-online.de


12.7.2013 Das Erzbistum Köln möchte keine Zahlen zu Missbrauchsfällen in der Kirche vorlegen. Quelle: KStA


10.7.2013 Das Kinderrechtskomitee der UN wird vom 13.-31.1.2014 vom “Heiligen Stuhl” die Darlegung seiner Maßnahmen zum Schutz von Kindern verlangen. Darlegen soll der Vatikan auch, was er zur Unterstützung von Opfern tut, wie viele minderjährige Opfer Therapien oder finanzielle Entschädigungen erhalten. Im Blick auf Kinderprostitution und Kinderpornografie soll der Vatikan mitteilen, ob Kirchenmitarbeiter, die mit Opfern in Kontakt kommen, ein besonderes Training erhalten haben. Gefragt wird auch nach den “Magdalene Laundries” in Irland und nach der Wegnahme von Säuglingen gegen den Willen ihrer Mütter unter dem Diktator Franco – mit Hilfe der katholischen Kirche. Quelle: kath.web


8.7.2013 Die anglikanische Kirche entschuldigt sich bei den Missbrauchsopfern von anglikanischen Priestern. Sie habe den Opfern nicht zugehört. Quelle: jesus.de


8.7.2013 Papst Franziskus hat die Insel Lampedusa besucht, um der ca 20.000 Menschen zu gedenken, die auf der Flucht vor Hunger und Not im Mittelmeer ertrunken sind. Franziskus spricht von einer “Globalisierung der Gleichgültigkeit.” Quelle: Radio Vatikan


5.7.2013 Einem Jugendtrainer bescheinigt das Gericht Mangel an Einsicht in das Unrecht und gute Manipulationsfähigkeit. Quelle: Spiegel


4.7.2013 Im Bistum Osnabrück wurde der frühere Pfarrer von Spelle/Emsland in einem kirchengerichtlichen Verfahren verurteilt, seine priesterliche Tätigkeit wurde eingeschränkt. Die Staatsanwaltschaft lehnte ein Verfahren mangels hinreichendem Tatverdacht ab. Quelle: bistum-osnabrueck.de


3.7.2013 Der frühere Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ihm werden – neben anderen Delikten – sexueller Missbrauch, Sexual- und Gewaltdelikte vorgeworfen. In 39 Fällen wurde ermittelt, von 24 Opfern ist die Rede, 15 unter ihnen sind Opfer sexueller Gewalt. Der Angeklagte hat gestanden und sich bei den Opfern entschuldigt. Die Anwälte der Opfer vermissen jedoch Reue. Gegen das Urteil werden die Anwälte des Verurteilten Berufung einlegen. Quelle: kath.web


3.7.2013 “Eine Vatikanbank wie die bisherige aber braucht niemand mehr. Sie ist der institutionalisierte Glaubensverrat”, sagt Matthias Drobinsky in der Süddeutschen. Recht hat er.


3.7.2013 Kardinal Timothy Dolan soll als Erzbischof von Milwaukee 57 Millionen Dollar in einen Friedhofsfonds gesteckt haben, damit das Geld nicht an Missbrauchsopfer geht. Das ergibt sich aus Bistumsdokumenten. Quelle: dw


2.7.2013 Das für eine Heiligsprechung nötige 2. Wunder, das Papst Johannes Paul II. gewirkt haben soll, ist gefunden. Seine Heiligsprechung könnte noch 2013 stattfinden. Quelle: zeit.de
Kommentar: Unterlassene Hilfeleistung und Täterschutz – wie im Fall des Gründers der Legionäre Christi – wiegen natürlich weniger schwer als ein Wunder.


2.7.2013 Der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern war suspendiert worden und hatte Teile seiner Pension verloren, weil ihm sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Fehlverhalten gegenüber weiblichen Untergebenen vorgeworfen wurden. Nun hat der Disziplinarhof der Evang. Kirche dieses Urteil vom Februar 2011 aufgehoben und das Verfahren eingestellt, mit der Begründung, das Urteil sei unverhältnismäßig gewesen und es habe eine ganze Reihe von Verfahrensfehlern gegeben. Kommentierende Darstellung des Falles


2.7.2013 Der frühere Kardinal Timothy F. Dolan, jetzt Erzbischof von New York, hat im Jahr 2007 57 Millionen Dollar Kirchgelder in Sicherheit gebracht – vor den Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester. Damit Opfer keinen Zugriff auf die Gelder haben, wurden sie – auf Anfrage beim Vatikan – in eine Friedhofsstiftung gesteckt. Vor kurzem sagte Kardinal Dolan, er habe nicht versucht, Gelder in Sicherheit zu bringen. Timothy Dolan hatte sich immer für die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester eingesetzt – so schien es. Quellen: New York Times und DW


2.7.2013 Der australische Bischof William Wright hat sich für das Versagen seiner Diözese Maitland-Newcastle beim Krisenmanagement in mehreren Fällen sexuellen Missbrauchs an Kindern “bedingungslos” entschuldigt. Quelle: kath.web


1.7.2013 Markus Ries, Valentin Beck (Hg.): Hinter Mauern. Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern.  Quelle: lukath.ch