Skip to content

Presse

3. Quartal 2012

29.9.2012 Bischof Ackermann, der Missbrauchsbeauftragte der Deutchen Bischofskonferenz, hatte im Frühjahr 2012 eine Überarbeitung der Leitlinien angekündigt, die auf der Herbstvollversammlung der Dt. Bischöfe geschehen sollte. Den Informationen über diese Versammlung ist bislang nicht zu entnehmen, ob die Bischöfe sich mit der Frage beschäftigten, ob straffällig gewordene Priester weiterhin in der Seelsorge eingesetzt werden dürfen, wie das derzeit der Fall ist. Quelle: Der Westen vom 6.4.2012


28.9.2012 So beurteilt die KSJ Trier den Umgang der Kirche mit Missbrauchstätern und -opfern.


27.9.2012 “Eine vertane Chance” nennt CiG die Neuregelung des Kirchenaustritts. Hier ist das sog. “Pastorale Schreiben” an diejenigen nachzulesen, das Ausgetretene zum Wiedereintritt motivieren soll. Es ist eine schlichte Drohbotschaft. Wer solcher Pastoral in die Hände fällt, dem gnade Gott. Quelle: CiG


26.9.2012 Nur wer Kirchensteuer zahlt, kann Kirchenmitglied sein. Das entschieden die Leipziger Bundesverwaltungsrichter. Nun wird die Kirche erklären müssen, warum sie die Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft an die Zahlung von Kirchensteuer bindet. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz zeigte sich mit dem Urteil sehr zufrieden. Quelle: Süddeutsche


26.9.23012 Heute wurde die kirchliche Untersuchung “Hinter Mauern” zu Gewalt in Luzerner Kinder- und Jugendheimen von 1930 bis 1970 vorgestellt. Eine zweite Studie “Bericht Kinderheime im Kanton Luzern” berichtet von Handlungen gegenüber Kindern, die heute als Foltermethoden (z.B. waterboarding) bezeichnet würden. Ries, Autor der zweiten Studie, stellt fest, dass es inkirchl. Heimen drei Gewaltformen gab: allgemein akzeptierte erzieherische Sanktion, Gewaltexzess und sexueller Missbrauch. Als eine unter mehreren Ursachen nennt er auch weltanschaulich begründete. Aus ethischer und pastoraltheologischer Sicht sei – neben der Anerkennung der Opfer, dem Gespräch auf Augenhöhe, dem Benennen von Schuld und Schuldigen – auch der Diskurs über Sexualität nötig. Quelle: kipa


 24.9.2012 Die Zahl der gemeldeten Missbrauchsfälle stieg 2011 um 4,9 % auf 12.444 Anzeigen. Andere Quellen liefern andere Zahlen. Zum Vergleich: Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 300 Kinder mit Mukoviszidose auf die Welt. Quelle: derwesten.de


22.9.2012  Im Bundesstaat Victoria in Australien wurden über 620 Missbrauchsfälle durch Kleriker bekannt. Die meisten Delikte fanden zwischen 1960 und 1970 statt. Die Untersuchung geht bis in die 30er Jahre des 20. Jh. zurück. Quelle. shortnews


 21.9.2012 Wer aus der kath. Kirche austritt, wird nicht mehr exkommuniziert. Allerdings hat der Kirchenaustritt zufällig die gleichen Folgen wie eine Exkommunikation. Es gibt jedoch einen Unterschied zur bisherigen Regelung: Jetzt muss der Ortspfarrer dem Ausgetretenen einen Brief schreiben – formuliert von der Bischofskonferenz – und ihn über die Folgen des Austritts aus der Kirchensteuergemeinschaft, die keine Exkommunikation darstellen und doch eine Exkommunikation sind, informieren. Das verstehe, wer will. Verstehen mag auch, wer will, dass es in der Frage der “Kirchenzugehörigkeit nur mit Kirchensteuer” keines Wartens auf weltkirchlichen Konsens bedurfte und ein deutscher Sonderweg möglich ist – anders als in vielen Reformfragen, die hierzulande auf den Nägeln brennen. Quelle: süddeutsche


20.9.2012 Der amerikanische Schwimmverband reagiert auf Missbrauchsskandale mit Verharmlosung und Vertuschung. Dabei gibt es auch zahlreiche Zivilklagen betroffener Schwimmerinnen gegen den Verband. Quelle: faz


20.9.2012 Dem Bistum Limburg sind mindestens 5 Opfer sexuellen Missbrauchs in einem Kinderheim durch dessen früheren Leiter bekannt. Allerdings sei der sexuelle Missbrauch nicht mehr beweisbar, weil der Hauptbeschuldigte nicht mehr lebt. Unklar ist, ob der heutige Generalvikar und damalige Nachfolger des mutmaßlichen Täters tatsächlich erst 2009 von den Vorwürfen erfahren habe und nicht bereits 2006. Immerhin gab es den Selbstmord des mutmaßlichen Täters und einen Rechtsstreit mit Alexander Markus Homes um dessen Buch Prügel vom lieben Gott und um dessen Film über seine Heimkinderzeit. Homes musste in seinem Buch darauf hinweisen, es handle sich nicht um eine Dokumentation, sondern um eine literarische Verfremdung. Darüber hinaus hatte eines der mutmaßlichen Opfer bereits 1970 eine Unterschriftenaktion mit den Vorwürfen gegen den Priester unternommen, die in den Akten des Ordinariats als Notiz der Personalabteilung auftaucht. In einem internen Ermittlungsbericht von 2010 wird vom Bistum zugestanden, dass die Aussagen über vollzogene oder versuchte Vergewaltigung sogar während der Beichtsituation übereinstimmend seien und es keine Zweifel an den Missbrauchshandlungen durch den Beschuldigten gebe.
Eines der mutmaßlichen Opfer hat sich nicht beim Bistum Limburg, jedoch bei der FR gemeldet und gesagt, er könne alle Vorwürfe bestätigen, auch über sexuellen Missbrauch in der Beichtsituation. Eine Beschwerde bei der Kirche habe er nach seinen Erfahrungen als Heimkind aber nie in Erwägung gezogen. Daraufhin ermutigte der Bischof die Opfer, sich bei der Kirche zu melden. Quelle: FR und Spiegel und hpd  s.auch Video
Kommentar: Wenn Opfer sich öffentliche Doppelbotschaften anhören müssen, tun sie gut daran, sich dieser Situation nicht erneut auszusetzen. Doppelbotschaften kennen sie. Eine Doppelbotschaft ist die Aussage, dass ein Missbrauch wegen des Todes des mutmaßlichen Täters nicht mehr beweisbar ist und die gleichzeitige Aussage, dass Opfer sich doch melden mögen. Sollen sie sich melden, um sich anzuhören, dass ihr Vorwurf nicht mehr beweisbar ist? Und: Ist es der mutmaßliche Täter, der letztlich über die Wahrheit entscheidet?


19.9.2012 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, wird gefragt, wie es mit den Missbrauchsfällen gehe. Seine Antwort: „Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“ Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Wer weiß, wie schwer es ist, in Deutschland qualifizierte SeelsorgerInnen für Gewaltüberlebende zu finden, wird das Urteil des Erzbischofs nicht teilen. Es wäre an der Zeit, die Betroffenen selbst zu fragen.


17.9.2012 Das Bistum Limburg tritt Aussagen des Spiegel entgegen, der frühere Stiftungsdirektor des Behindertenheims St. Vincenzstift, Rüdesheim-Aulhausen, und jetzige Generalvikar Dr. Kaspar habe sich an der Vertuschung von Missbrauchsfällen beteiligt, die sein damaliger Vorgänger Müller begangen habe. Der Spiegel berichtet, seit 2010 liege ein internes Dokument vor, das keinen Zweifel an Müllers Täterschaft lasse. Von vollzogenen und versuchten Vergewaltigungen sogar während der Beichte ist die Rede. Hinweise auf Müllers Taten seien dem Ordinariat seit 1970 bekannt, als eine Unterschriftenaktion mit Vorwürfen gegen den Priester lief. Quelle: FR und Spiegel


17.9.2012 Auch die US-Pfadfinder haben über Jahrzehnte Missbrauchsfälle verschwiegen und vertuscht. Die Verantwortlichen wollten damit die Opfer schützen. Quelle: Die Welt


15.9.2012 “Wir wünschen uns, dass auch der Umgang mit Opfern sexualisierter Macht jesuanisch geprägt ist. Eine Kirche, die sich stattdessen vom Machterhalt leiten lässt, steht in der Gefahr, die Opfer und damit das Evangelium zu verraten. Es wäre ein furchtbarer Irrtum zu denken, das Bekanntwerden der Untat schade der Idee mehr als die Untat selbst.” Die KSJ fordert eine unabhängige Aufklärungskommission und einen kritischen Umgang mit Fragen der Struktur und Macht. Quelle: KSJ


12.9.2012 Ein Heimopfer aus Rosenheim berichtet. Quelle: ovb-online.de


12.9.2012 Der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann in der HK spricht über die Kirchenkrise. Als Kern der Krise formuliert er: “Die Phase, in der der Katholizismus von einer Sakralisierung seiner Organisation samt seiner Spitze zehrte, geht offenkundig zu Ende.”


12.9.2012 Das Verfahren gegen die Bischöfe der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg wurde eingestellt, weil Kirchenfunktionäre nicht verpflichtet sind, Straftaten anzuzeigen. Quelle: Hamburger Abendblatt


 11.9.2012 Unter Ahrensburger Opfern ist die Anzeige gegen Bischöfe der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg umstritten. Opfer weisen darauf hin, dass die Anzeige für Opfer hoch belastend sein kann. Quelle: welt.de


8.9.2012 Die evangelische Nordkirche hat eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle (insbesondere in der Kirchengemeinde Ahrensburg) eingesetzt. Bischöfin Kirsten Fehrs erklärte ganz richtig: „Eine traumatisierte Institution kann eines nicht leisten – und das ist, sich selbst zu analysieren. Dafür muss eine unabhängige Kommission aus Expertinnen und Experten eingesetzt werden.“ Quelle: nordkirche.de


7.9.2012 Gegen Pfarrer Georg K. aus Willich wird in Südafrika ein Prozess wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch geführt, seit 2008. In Deutschland wartet ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Krefeld auf Pfarrer K. Das Bistum Aachen sagte im Dezember 2011, Pfarrer K. würde sein Verfahren in Südafrika nicht verzögern, sei selbst an der Aufklärung interessiert. Die Glaubenskongregation, sagt das Bistum Aachen, habe Anweisung gegeben, erst nach Abschluss des Verfahrens kirchenrechtliche Schritte zu unternehmen. Quelle: www.wz-newsline.de/


7.9.2012 Der Bischof von Kansas City, Robert Finn, wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, die annulliert werden, wenn der Bischof alle Verantwortlichen in seinem Bistum anweist, bei Missbrauchsverdacht die Behörden einzuschalten und wenn der Bischof einen Kurs zum Thema Missbrauch besucht. Finn hatte mehrere Monate lang den Behörden nicht gemeldet, dass ein Diözesanpriester kinderpornographische Bilder auf seinem Computer hatte. Quelle: Radio Vatikan


7.9.2012 Gegen Maria Jepsen, ehemalige Bischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg, gegen den ehemaligen Lübecker Bischof Karl Ludwig Kohlwage und gegen Heide Emse, ehemals Pröpstin in Ahrensburg und Detlev Sonne, Personalchef der Nordelbischen Kirche wird wegen Strafvereitelung ermittelt. Es ist zu klären, wann wer über den Ahrensburger Missbrauchsfall informiert war und nichts unternommen hat zum Schutz der Opfer. Quelle: Hamburger Abendblatt


6.9.2012 In Irland wurde ein neuer Untersuchungsbericht über Kindesmissbrauch veröffentlicht. Dabei sorgten die Äußerungen des amtierenden Bischofs von Clonfert, John Kirby, für Irritation und Verstimmung. Kirby hatte sich für die Versetzung zweier pädophiler Priester in den 1990er Jahren entschuldigt und erklärt, er habe damals Pädophilie für Freundschaft gehalten, die eine Grenze überschritten habe. Ian Elliott, Geschäftsführer des kircheninternen Gremiums für Kinderschutz, das die Untersuchungen durchgeführt hatte, verurteilte Kirbys Äußerungen. Er zog auch Kirbys Eignung für das Bischofsamt in Zweifel. Quelle: kath.web zum Vergleich Radio Vatikan
Kommentar: Da frage ich mich, wie jemand ein Bistum leiten kann, der so wenig Ahnung hat. Über Gewalt gegen Frauen und über Kindesmissbrauch wird im englischen Sprachraum seit Beginn der 80er Jahre geforscht, diskutiert, veröffentlicht. 


5.9.2012 In Österreich sind die ca 1090 “Missbrauchsfälle” zu zwei Dritteln “abgearbeitet” – von der Kommission, nicht von den Opfern. Quelle: orf


4.9.2012 Der “mahnende Mühlstein” liegt derzeit vor dem Limburger Rathaus. Ein Redner, Pfr. i. R. Janssen, ließ keinen Zweifel daran, dass die katholische Kirche  noch Verbesserungsbedarf hat: “Teile der Amtskirche sind mehr am Erhalt der Hierarchien interessiert als an Aufklärung”. Quelle: fnp


3.9.2012 In Vorarlberg trat ein Priester von seinem Amt zurück. Er habe seit recht langer Zeit Schwierigkeiten gehabt, Vertreter einer von Rom zentralistisch regierten Kirche zu sein, sagte er. Quelle: orf


31.8.2012 Der New Yorker Fernsehpfarrer, Franziskaner der Erneuerung (CFR) Benedict Groeschel arbeitet mit Priestern, die an Missbrauchsfällen beteiligt waren. Zur Frage der Verantwortung für den Übergriff sagte er: “Angenommen, Sie haben einen Mann mit einem Nervenzusammenbruch, und ein Jugendlicher sucht seine Nähe. In vielen Fällen ist der Jugendliche – 14, 16, 18 Jahre alt – der Verführer.” Außerdem plädierte er dafür, dass alle (?) Beteiligten “für ihre erste Straftat nicht ins Gefängnis sollten, weil es nicht ihre Absicht war, ein Verbrechen zu begehen”. Groeschels Denken hat Tradition. So zeigte er in einem Interview auch Verständnis für Jerry Sandusky, einen ehemaligen Football-Trainer der Penn State University, der wegen sexuellen Missbrauchs an zehn Jungen verurteilt worden war. Er bezeichnete Sandusky als “armen Kerl”.Quelle: Spiegel
Kommentar: Groeschel sagt im Grunde das, was nicht Wenige – und nicht nur unter den Katholiken – denken.


28.8.2012 Einer der Aktivisten für “Proposition 8”, die sich gegen die Eheschließung homosexueller Partner einsetzen, ist in Kalifornien festgenommen worden. Der Grundschullehrer Caleb H. soll in seiner evangelikalen Jugendgruppe Kinder missbraucht haben.Quelle: queer.de


28.8.2012 In der Bundeswehr gibt es jede Menge Einzelfälle sexueller Gewalt. Das sagt der Wehrbeauftragte der Budesregierung, Hellmut Königshaus. Anders sieht es Gerhard Kümmel, der wissenschaftliche Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr. Der Geschäftasführer des Instituts, Ernst-Christoph Meier korrigiert Kümmel und sagt, Kümmel verwende veraltete Daten bei seiner Eischätzung. Sexuelle Gewalt in der Bundeswehr sei seltener als in anderen Streitkräften oder Unternehmen. Kümmel darf sich nun nur noch mit Genehmigung äußern.
In einer Studie hatte Kümmel 2008 festgestellt, dass 58% der Befragten von sexistischen Bemerkungen berichteten, 19% von unerwünschten Berührungen und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, 4,6% von sexueller Gewalt. Drei Viertel der 584 Befragten meldeten die Fälle sexueller Belästigung nicht, weil sie meinen, dabei käme nichts heraus, 18% erwarteten, dass ihre Situation im Fall einer Anzeige schlimmer würde. Tatsächlich gingen die Vorgesetzten in 20% der gemeldeten Fälle den Anschuldigungen nicht nach. Quelle: FR


28.8.2012 Nun soll es eine neue Studie geben. In der wird der Themenkomplex sexuelle Belästigung und Gewalt gar nicht oder nur noch in abgeschwächter Form behandelt. Im Entwurf seien die einschlägigen Fragen, die einen Vergleich mit der Studie von 2008 ermöglicht hätten, noch vorhanden gewesen. Im Zuge des ministeriellen Genehmigungsprozesses seien sie auf Anweisung des ehemaligen Inspekteurs der Steitkräftebasis und stellvertretenden Generalinspekteurs Wolfram Kühm aber gestrichen worden. Quelle: MZ

Kommentar: Wir sehen, dass das Vertuschen, Verharmlosen, Kleinreden, Verschwinden-Machen durchaus kein Privileg der katholischen Kirche ist. Und auch der Umgang der Bundeswehr und der Politik mit wissenschaftlichen Studien erinnert sehr an das Schicksal der Studie der Bistümer Deutschlands über sexuelle Gewalt in der Kirche, mit dem der Kriminologe Christian Pfeiffer beauftragt ist oder war.


28.8.2012 Heute hat sich ein Bischof der katholischen Weltkirche dafür entschuldigt, dass am Ende des 20. und am Beginn des 21. Jh. Opfer von sexueller Gewalt innerhalb und außerhalb der damaligen Kirche so lange um Gehör und Gerechtigkeit kämpfen mussten. Er plädierte für die Errichtung eines Gedenksteines, konnte aber keinen Sponsor dafür finden. Ein Museum, das die Leiden der Opfer und vor allem die Gewissensqualen der Täter dokumentiert, wurde bereits 2404 eröffnet. Quelle: Kommunikationssystem kath. Kirche


27.8.2012 Jahrelang verging sich ein Familienvater aus dem Kreis Dithmarschen an drei seiner Töchter. Wegen sexuellen Missbrauchs ist er zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Auch zwei seiner Söhne missbrauchten wohl die Schwestern; einer von ihnen erhielt eine Bewährungsstrafe. Der Prozess gegen den anderen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt – weil der Angeklagte selbst noch minderjährig ist.
Quelle: Süddeutsche


27.8.2012 Die vatikan. Glaubenskongregation hat 2011 insgesamt 404 “delita graviora” behandelt, bei denen es um den Verdacht auf Missbrauch Minderjähriger ging. In 125 Fällen kam es zu einer Laisierung eines Klerikers, in 135 Fällen zu einer Suspendierung vom Priester- oder Diakonenamt. Quelle: Radio Vatikan


27.8.2012 Belgische Priesteramtskandidaten sollen Kinderschutz-Kurse besuchen, die von Psychiatern geleitet werden. Ziel sei die Prävention und der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Seit Ende Juni gibt es in Belgien eine kirchl. Kinderschutzkommission. Seit 2010 haben sich mehr als 700 belgische Zeugen für sexuelle Belästigung und Missbrauch durch Geistliche oder Kirchenmitarbeiter gemeldet. Quelle: Radio Vatikan


24.8.2012 In der Tiroler Landeserziehungsanstalt St. Martin, Schwaz, waren vor 30 Jahren 15- und 17-Jährige beim Marmeladenhersteller Darbo beschäftigt. Der Lohn wurde von der damaligen Heimleitung einbehalten. Nun zahlt Darbo den Lohn noch einmal auf dem heutigen Lohnniveau und fordert das von der Heimleitung einbehaltene Geld zurück. Quelle: standard


24.8.2012 SF 1, 20.05 Uhr, Dokumentation der Lebensgeschichte eines Missbrauchsopfers. Quelle: sf


24.8.2012 Etwa 25% aller Häftlinge in Deutschland werden monatlich im Gefängnis Opfer von Gewalt. Junge Strafttäter sind zu fast 50% betroffen. Das ergab die erste (!) Studie über Gewalt in Haftanstalten. Quelle: Die Zeit und Die Zeit


23.8.2012 Die Komplizin von Marc Dutroux wird nach 15 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen. Ein Kloster wird sie aufnehmen. Opfer sind empört. Quelle: Spiegel


27.8.2012 Der Bischof von Lüttich, Aloys Jousten, hat die Bereitschaft des belgischen Klosters in Namur begrüßt, Dutroux-Komplizin Michelle Martin nach ihrer Freilassung Unterschlupf zu gewähren. Jousten sagte dem Belgischen Rundfunk in Eupen, die Klarissen legten mit ihrer Entscheidung ein wahrhaft christliches Zeugnis ab. “Ein Mensch bleibt immer Mensch”, betonte er. Wie Öffentlichkeit und Medien auf die Entscheidung reagierten, tue ihm weh – “auch für die Schwestern”, so der Bischof. Es sei “großartig”, was die Klarissen auf sich nähmen.
Kommentar: Ginge die Kirche vergleichbar hilfreich mit Opfern von Gewalt um, dann wäre dieser Vorgang immer noch schwer erträglich, aber in Ordnung. Nur: Die Kirche geht mit Opfern nicht hilfreich um. Ihre Täterfreundlichkeit ist ungebrochen, ihre Opferabwehr auch. 


23.8.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung lobt die kath. Kirche für ihre Anstrengungen, Missbrauch in Zukunft verhindern zu wollen. Jetzt komme es darauf an, die Maßnahmen auch durchzusetzen. Quelle: Domradio


21.8.2012 Der Vatikan haftet nicht für pädophile Priester in den USA. Quelle: ORF


20.8.2012 Ein Priester aus dem Bistum Rottenburg- Stuttgart, der ein Missbrauchstäter ist, muss 20% seines Ruhegehaltes (ca 550€) drei Jahre lang an einen Opferfond zahlen. Ihm bleiben ca 2.200 €. Er hat Widerspruch eingelegt. Quelle: badische zeitung


17.8.2012 Kommentar zu den Vorgängen im Bistum Trier von Jörg Vins. Quelle: swr


16.8.2012 Die Geschichte des Missbrauchspriesters Maciel Degollado, der von höchsten Kreisen des Vatikan jahrzehntelang gedeckt wurde, wird verfilmt. Quelle: welt.de


16.8.2012 Der Berliner Peter Bringmann-Henselder erhält das Bundesverdienstkreuz. Er engagiert sich „mit außerordentlichem persönlichen Engagement für die gesellschaftlichen Belange von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren”. Außerdem leiste er Präventionsarbeit zu sexuellem Missbrauch, sexuell übertragbaren Krankheiten, Gewalt und Rechtsextremismus. Bringmann-Henselder war als Kind selbst betroffen von sexuellem Missbrauch. Er wuchs in einem katholischen Waisenheim in Köln auf. Als er einer Schwester von seinem Missbrauch durch einen katholischen Priester berichtete, verprügelte sie ihn und schickte ihn beichten – zum Pfarrer. Als Erwachsener wendet sich Peter an das Erzbistum Köln. Er bekommt zur Antwort: „Das muss der Pfarrer mit dem lieben Gott und mit seinem Gewissen ausmachen.“ Als er sich später noch einmal beim Juristen des Bistums erkundigt, ist die Anfrage erneut vergeblich: Die Vorfälle, heißt es, seien längst verjährt. Quelle: Tagesspiegel


 16.8.2012 In Belgien sind mehr als 800 Klagen wegen sexueller Gewalt bei der Kirche eingegangen, 200 alleine in diesem Jahr. Quelle: Tageblatt


15.8.2012 Der Botschafter des Papstes, Jean-Claude Périsset, in Deutschland hat die Position des konservativen “Netzwerks katholischer Priester” bei der Bewältigung des Missbrauchsskandals scharf kritisiert. Das Netzwerk hatte sich gegen die Auswertung personenbezogener Daten von Priestern für die Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz ausgesprochen.
Quelle: welt.de


15.8.2012 Der ehemalige Bischof von Brügge, Robert Vangheluwe, wird von einem weiteren Opfer des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer lebte in einem Kinderheim, als die mutmaßlichen Verbrechen geschahen. Vangheluwe hält sich vermutlich in einem Kloster an einem unbekannten Ort auf. Quelle: brf


15.8.2012 In Österreich sollen mindestens 15 Priester, die Kinder oder Jugendliche missbrauchten, weiterhin in der Seelsorge tätig sein, darunter ein ehemaliger Rektor eines Knabenseminars, ein bereits wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Pfarrer und ein Ordensmann, der vorübergehend verschwunden ist. Ein Mitglied des Opus Dei soll behinderte Frauen im Beichtstuhl bedrängt, ein anderer Geistlicher einem Ratsuchenden Alkohol eingeflößt haben, um ihn anschließend sexuell zu nötigen. Auch ein Prälat soll unter den einschlägig tätig Gewordenen sein. Die Namen der Verdächtigen liegen der Redaktion vor. Es gilt die Unschuldsvermutung. Quelle: nachrichten.at


14.8.2012 In einem offenen Brief stellt Pfarrer Ittmann, ehemals aus dem Bistum Trier, dar, wie Kollegen und Bistumsleitung mit ihm umgingen, als er zusammen mit einem Priester einer traditionalistischen Gemeinde, den sexuellen Missbrauch durch 2 Priester und einen Laien aufdecken wollte.
Quelle: Diese Quelle musste unter Androhung von Strafe aus dem Blog entfernt werden. (23.11.2012)
Weitere Quellen: swr-info


14.8.2012 Der swr greift den Verdacht auf, dass im Kontext der Erfahrungen von Herrn Ittmann der zuständige Dekan möglicherweise anonyme Drohbriefe an Herrn Ittmann geschrieben hat. Das Bistum Trier gab keine Stellungnahme ab.


16.8.2012 Der Beschuldigte, Pfarrer von St. Wendel, weist die Vorwürfe zurück. sr-online


16.8.2012 swr berichtet.
Saarbrücker Zeitung 2.2.2012
Saarbrücker Zeitung 17.3.2012
Spiegel 26.3.2012
Spiegel 29.3.2012
Saarbrücker Zeitung 28.7.2012
Pfälzischer Merkur 28.7.2012
Volksfreund 14.8.2012
swr 16.8.2012
Saarbrücker Zeitung 20.8.2012


13.8.2012 Das vergessene Thema: Missbrauch. Noch liegt einiges im Argen, sagt Christine Bergmann. Quelle: ZDF


11.8.2012 Ein Trainer der deutschen Olympia-Schwimmer muss sich ab 14.8.2012 in Kiel wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener vor Gericht verantworten. Der mutmaßliche Täter arbeitet inzwischen für einen Sportverein in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Schwimm-Verband weiß von nichts. Quelle: welt.de


10.8.2012 Pater Dr. Boguslaw P., im Erzbistum München des Missbrauchs verdächtig ebenso wie in seiner polnischen Heimat, wurde tot am Grab seiner Eltern gefunden. Vor zwei Tagen wurde er mit Missbrauchsvorwürfen in seiner Heimat konfrontiert. Quelle: welt.de


10.8.2012 Teen Dating Violence, Gewalt in Beziehungen von Jugendlichen, ist in Deutschland noch kaum untersucht, dürfte jedoch häufiger vorkommen.Quelle: FR


9.8.2012 Der Religionssoziologe Jose Casanova rief bei den Salzburger Hochschulwochen zum zivilen Ungehorsam in der kath. Kirche auf. Dies sei die angemessene Form, theologische Verantwortung in einer Situation des Auseinanderdriftens von gesellschaftlicher und kirchlicher Moral zu übernehmen. Er wies darauf hin, dass insbesondere Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und der Sexualmoral aus soziologischer Sicht die Baustellen der Zukunft in der Kirche seien. Quelle: ORF


3.8.2012 Das Krankenhaus im Kreis Neuwied, an dem ein katholischer Geistlicher mit pädophiler Vergangenheit beschäftigt war, hat sich von dem Seelsorger getrennt. Der Krankenhaus-Mitarbeiter sagte, es sei am Mittwoch ein Schreiben verfasst und an das Bistum Trier geschickt worden, in dem das Bistum aufgefordert worden sei, den Pfarrer von seinen Pflichten im Krankenhaus zu entbinden. Krankenhausmitarbeiter berichten von ihrem Eindruck, dass sich das Bistum nicht um seine Mitarbeiter kümmere. Sie sprechen von sozialer Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber Menschen in schweren sozialen und emotionalen Notlagen. Quelle: www.nr-kurier.de


3.8.2012 Gegen den Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lebach im Saarland ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Es besteht der Verdacht, dass der Priester Anfang Juli einen Jugendlichen für sexuelle Handlungen bezahlen wollte. Nach dem bisherigen Kenntnisstand fanden keine sexuellen Handlungen statt. Der Beschuldigte hat die Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat selbst über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen informiert. Er streitet die Vorwürfe ab. Quelle: Bistum Trier

Der Beschuldigte hat nach seiner Dienstentpflichtung durch das Bistum offensichtlich weiterhin Gottesdienste gehalten. Quelle: missbitt


1.8.2012 Im Siegerland wurde ein katholischer Pfarrer zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung und 4000 Euro verurteilt. Er war im Besitz von Kinderpornografie und hatte sie auch verbreitet. Quelle: www.wirsiegen.de


31.7.2012 Die “Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt” nannte den Diözesen Namen missbrauchsverdächtiger Priester, die teilweise noch im Amt sein sollen. Die Diözesen sehen teilweise unrichtige Behauptungen und drohen mit Klagen.
Quelle: die presse.com


30.7.2012 Gegen einen Pfarrer im Ruhestand der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle wegen des Verdachts auf Missbrauch von Kindern. Grundlage ist eine Anzeige der Kirche, die ihrerseits ein Disziplinarverfahren gegen den 78-Jährigen eingeleitet hat. Der Mann soll sich nach Aussagen von zwei Zeugen in den Jahren 1973 bis 1978 in der Kirchengemeinde Bad Lauchstädt (Saalekreis) an Kindern vergangen haben. Quelle: www.mz-web.de


30.7.2012 Kardinal George Pell, Australien, hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt, sieht aber keine Notwendigkeit für eine landesweite Ermittlungskommission. Anlass dieser Stellungnahme war der Suizid von John Pirona, der an einer kath. Schule in Nexcastle offenbar mehrfach Opfer eines Priesters wurde – wie mehrere andere Kinder auch. Quelle: kath.web s.auch wikipedia Stichwort Australien


28.7.2012 In der Erzdiözese Philadelphia wird ein 56-jähriger Priester wegen eines Übergriffs auf einen Ministranten 1997 angeklagt. Ein weiteres Verfahren gegen einen anderen Priester soll von der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es in der Erzdiözese weitere Opfer gibt. Quelle: Radio Vatikan


26.7.2012 Die Ordensgemeinschaft der “Legionäre Christi” wird von einem neuen Missbrauchsvorwurf erschüttert. Der irische Geistliche John O’Reilly wurde von seinen Aufgaben als Seelsorger an einer chilenischen Schule suspendiert; die Familie eines minderjährigen Mädchens hatte schwere Vorwürfe gegen das Ordensmitglied erhoben. O’Reilly gehörte zu denen, die den Ordensgründer Maciel verteidigten. Quelle: abendblatt.de


25.7.2012 Der ehemalige Personalverantwortliche der Erzdiözese Philadelphia, Lynn, ist wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch zu mehreren Jahren (3-6 Jahre) Haft verurteilt worden. William Lynn habe den Schutz seiner Kirche über den der Opfer gestellt, erklärte Richterin Maria Teresa Sarmina laut US-Medienberichten bei der Urteilsverkündung am Dienstag. Quelle: ORF


25.7.2012 Am zweiten Prozesstag im Schadenersatzprozess eines Missbrauchsopfers gegen das Kloster Mehrerau, Bregenz, erkrankte der als Zeuge geladene Altabt Lauterer. Auch der des Missbrauchs beschuldigte Pater Johannes B. erschien nicht. Sein Prior, Vinzenz Wohlwend, sagte, er habe versprochen, den Aufenthaltsort des Beschuldigten nicht bekannt zu geben. Er hält sich an sein Versprechen und die Ladung konnte nicht zugestellt werden. Zu klären ist, ob die Klosterleitung von der Verurteilung des Pater Johannes wusste, als sie ihn als Erzieher, Lehrer und Internatsleiter einstellte. Quelle: derstandard.at


24.7.2012 Der kath. Monsignore William Lynn wurde zu 3 bis 6 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine Missbrauchsbeschwerde gegen einen Priester vertuschte. Lynn war verantwortlich für die Priester der Erzdiözese Philadelphia. Quelle: bbc.com


24.7.2012 “Vergebung ohne Reue ist eine schwierige Sache”. Das sagt der norwegische Bischof Bernt Eisdvig über den Attentäter Anders Behring Breivik. Recht hat er. Quelle: kath.web


22.7.2012 Das Bistum Dresden-Meißen, das Erzbistum München-Freising und das Bistum Regensburg sind aus dem Forschungsprojekt der Bistümer Deutschlands im Blick auf die Missbrauchsfälle ausgestiegen. Sie begründen dies mit Datenschutzproblemen. Christian Pfeiffer: “Da haben wir dann doch registrieren müssen, dass die Widerstände innerhalb der Kirche etwas größer sind, als wir zunächst dachten.“ Renommierte Wissenschaftler, die für das Projekt eingestellt wurden,  haben bereits gekündigt: Sie rechnen nicht mehr mit einer Realisierung der Untersuchung. Quelle: WDR

(kath.net hatte diese Nachricht bereits am 7.7.12 verbreitet. Meine Anfrage an die Bischofskonferenz zum Wahrheitsgehalt der Nachricht wurde bislang nicht beantwortet.)


19.7.2012 Täterschutz wird selten so unverhüllt praktiziert. Eine Dozentin der Katholischen Universität Eichstätt hat einem Studenten, der des sexuellen Missbrauchs angeklagt war (und inzwischen verurteilt ist zu 4 Jahren Gefängnis) die Fortsetzung des Religionspädagogischen Studiums in Aussicht gestellt und ihn für einen Praktikumsplatz empfohlen. Der Bischof von Eichstätt hat inzw. interveniert. Quelle: Augsburger Allgemeine


18.7.2012 In Lille, Nordfrankreich, hat ein katholischer Priester 3 Jahrzehnte lang Jungen missbraucht. 10 Opfer sind identifiziert, der Täter hat gestanden. Quelle: focus


17.7.2012 Hans Zollner, Vizechef der Gregoriana, sieht die kath. Kirche weltweit auf einem guten Weg in Sachen Missbrauchsbekämpfung, auch wenn er noch Verbesserungspotential erkennt. Verbesserungspotenzial sieht er u.a. beim Umgang mit Opfern. Quelle: kath.web


16.7.2012 Youtube berichtet über stockende Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der kath. Kirche.


14.7.2012 In Italien hat die Polizei am Wochenende den “Medienpfarrer” und Diözesanpressesprecher Giacomo R., Leiter der Kommunikationsabteilung der Diözese Fano, wegen des Verdachts auf Missbrauch verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, sich an einem 13 Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. Bischof Armando Trasarti entband R. daraufhin am gleichen Tag von allen seelsorgerischen Aufgaben und untersagte ihm eine weitere Spendung der Sakramente. Der Priester wurde nach der Festnahme in das Gefängnis von Pesaro gebracht. Kollegen und Laien wollen es nicht glauben: „Don G. è una persona stimata da tutti, ha lavorato tanto per i giovani, è nato nel mondo scout, non può aver fatto una cosa del genere’’, sagt ein Laie. Ein Priester kommentiert: “Non c’era alcun sospetto, non è possibile, non posso credere a una notizia così”. Quelle: kathweb.at


13.7.2012 Das Bistum Trier hat einen Priester, der zwischen 1966 und 1980 fünf minderjährige Jungen missbraucht hatte, aus dem Klerikerstand entlassen. Dies ist die erste Entlassung im Bistum Trier. Bislang war von 3 Opfern die Rede gewesen. Quelle: Bistum Trier und Wormser Zeitung


12.7.2012 kath.net verbreitet die Nachricht, dass die Forschungsprojekte (oder nur eines der beiden?), die den sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche erhellen sollen, von Rom gestoppt worden sein sollen und von vielen Bistümern storniert sein sollen. Meine Anfrage nach dem Wahrheitsgehalt dieser Nachricht ist bei der Bischofskonferenz.


12.7.2012 Der Papst ist – m.E. völlig zu Recht! – verletzt durch die unsägliche Titanic-Karikatur. Und es ist gut, dass es juristische Wege gibt, die ihm erlauben, sich dagegen zu wehren. Allerdings wünsche ich mir und Anderen, dass er mit der gleichen Sensibilität auf die Verletzung von Rechten von Gewaltopfern reagieren würde. Das tut er bislang nicht, nicht einmal in seinem Einflussbereich.


12.7.2012 Nach Ansicht des zuständigen britischen Gerichtshofes spielt die katholische Kirche – es ging um die Diözese Portsmouth – gegenüber ihren Priestern eine ähnliche Rolle wie Arbeitgeber gegenüber Arbeitnehmern. Danach könne die Institution auch für Verfehlungen ihrer Mitarbeiter haftbar gemacht werden. Quelle: kipa


12.7.2012 Die Schweizer Verdingkinder wollen demnächst eine große Kampagne über den Missbrauch in der katholischen Kirche lancieren. Quelle: kipa


11.7.2012 Auch Mütter missbrauchen ihre Töchter und Söhne. Der Spiegel berichtet von einer Dokumentation. 


11.7.2012 In einem Brief an den Vatikan berichten ehemalige Schülerinnen von schweren psychischen Misshandlungen beim katholischen Orden Legionäre Christi. Quelle: welt.de


10.7.2012 Gegen den früheren Dekan von Völklingen wird von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Er steht im Verdacht, anonyme Drohbriefe an einen früheren Köllerbacher Pfarrer geschrieben zu haben. Der Pfarrer hatte Anzeige erstattet, nachdem er Hinweise auf Missbrauchsfälle in einer traditionalistisch-katholischen Gemeinde erhalten hatte. Das Opfer bestätigte die Vorwürfe und berichtete, ein weiterer Geistlicher wäre gegenüber seinem Bruder übergriffig geworden. Der Dekan hatte die Vorwürfe als “Gerüchte” bezeichnet. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die anonymen Drohbriefe an den anzeigenden Pfarrer führten dazu, dass er die Gemeinde verließ und heute in einem anderen Bistum arbeitet. Ob die Drohbriefe tatsächlich vom Dekan stammen, ist zu klären. Quelle: Saarbrücker Zeitung


28.7.2012 Inzwischen wehren sich die Köllerbacher Gläubigen. Quelle: Saarbrücker Zeitung


9.7.2012 Astrid Prange, Redakeurin, fragt: “Warum ist das Thema sexueller Missbrauch ein „hochsensibler Bereich“ und ein „vermintes Gelände“, wie es in Kirchenkreisen heißt, wenn sich doch anscheinend alle einig sind, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessert werden muss?” Quelle: Christ und Welt
Kommentar: Die Formulierungen “hochsensibler Bereich”, “vermintes Gelände” haben Sinn. Sie dienen dazu, dass Kirchenleute ihr Nicht-Handeln und ihren Mangel an Solidarität hinter diesen vermeintlich anerkennenden Worten verstecken können.


9.7.2012 Der Jesuit Zollner, der an der Gregoriana Psychologie lehrt und mitverantwortlich für den Missbrauchskongress der Gregoriana im Februar 2012 war, sagt: “In gleichgeschlechtlichen Gruppen kann man bei homosexuellen Männern sehr oft feststellen, daß es um Phänomene wie Eifersucht und Klüngelei geht. Das ist für kirchliche Kreise eine schwierige Frage, wenn homosexuelle Priester ihre jeweiligen Freunde, Bekannten oder auch homosexuelle Partner nachziehen und so eine Seilschaft entstehen würde, die nicht auf Qualifikation beruht, sondern darauf, daß eine gegenseitige Anziehung vorhanden ist.” Auf weiteres Befragen fügte er noch hinzu: “Meines Erachtens sind sehr viele Menschen, die sich als homosexuell erleben, nicht in diesem Sinn ausschließlich tief verwurzelt homosexuell. – Das Problem ist heute, daß durch die gesellschaftliche Anerkennung der Homosexualität, die schon sehr weit gediehen ist, viele glauben, Homosexualität sein eine völlig problemlose Variante der menschlichen Sexualität. Ich glaube das tatsächlich nicht (…).” Zollner, Vizepräsident der Gregoriana, kooperiert mit dem e-learning-Projekt zum Kinderschutz, das u.a. mit dem Erzbistum München und der Gregoriana zusammen aufgebaut wird. Zum Missbrauchsthema meint er, es brauche zusätzliche Kraft. Quelle: internetpfarre


8.7.2012 Norbert Denef befindet sich am 31. Tag seines Hungerstreiks, den er im Interesse der Aufhebung der Verjährung für sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche macht.


7.7.2012 Ein Kommentator schreibt vom gestörten Vertrauen in den Vatikan. Dabei spricht er davon, dass der heutige Papst die Machenschaften des Gründers der Legionäre Christi aufgedeckt habe und “entschieden durchgegriffen” habe. Das “entschiedene Durchgreifen” bestand offensichtlich darin, von der ersten Information an Kardinal Ratzinger spätestens 1983 (die Glaubenskongregation wusste bereits seit den 50er Jahren Bescheid!) bis 2005 – also 22 Jahre und viele weitere Opfer später! – zu warten und dann den Täter zu einem “zurückgezogenen Leben der Buße” zu verurteilen. Der Kommentator übersieht, dass es die ersten Opfer und mexikanische Bischöfe 1956 waren, die den Missbrauch aufdeckten. Es folgten 1978, 1989, 1999 (oder 1997?) Anzeigen von Opfern. Zuletzt wurden die Untersuchungen 2002 wieder abgebrochen, bis sie dann 2005 fortgeführt wurden. Wer aus 22 Jahren Täterunterstützung, denen 27 Jahren Nicht-Handeln vorausgingen ein “entschiedenes Durchgreifen” macht, hat Interesse an Mythenbildung.


7.7.2012 Weltweit hat etwas mehr als die Hälfte aller Bischofskonferenzen Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen beschlossen. Quelle: Radio Vatikan


6.7.2012 Ein wegen des Besitzes von Bildern, die gefolterte Kinder zeigten, verurteilter katholischer Priester aus dem Bistum Trier wurde in der Krankenseelsorge eingesetzt, ohne dass die Klinikleitung über die Verurteilung des Priesters informiert wurde. Nachdem sie informiert wurde, bat sie das Generalvikariat, den Krankenhausseelsorger abzuberufen, was auch geschah. Mit dem Leitbild des Klinikums ist nicht vereinbar, dass ein Priester, der kinderpornografische Bilder besitzt und deswegen verurteilt wurde, als Klinikseelsorger tätig wird. Quelle: Rheinzeitung


6.7.2012 Die Oblatenmissionare in den USA müssen einem Missbrauchsopfer 5,1 Millionen Euro Schadenersatz zahlen, weil sie Hinweise auf pädophile Übergriffe durch einen Lehrer ignorierten. Der Kläger war von 1961 bis 1964 in der katholischen Schule St. Benedict, Seattle, wöchentlich missbraucht und vergewaltigt worden. Weder sein Vater noch die Priester, die für die Schule verantwortlich waren, haben die Bitten des Opfers um Hilfe beachtet. Der Orden ist gegen Entschädigungsansprüche aufgrund sexueller Gewalt versichert. Der Kläger hatte bereits gegen das zuständige Erzbistum geklagt und ca 400 000 Euro Schadenersatz erhalten. Quelle: rp-online.de


6.7.2012 Patienten müssen oft lange auf einen Therapieplatz bei PsychotherapeutInnen warten. Quelle: Spiegel


4.7.2012 Die ehemaligen Regensburger Domspatzen, die Opfer von sexueller und körperlicher Gewalt wurden, planen im Internet eine Dokumentation. Dem Bistum Regensburg werfen sie vor, oberflächlich und teilweise menschenverachtend mit den Opfern sexuellen Missbrauchs umzugehen. Quelle: regensburg-digital


2.7.2012 Der Regensburger Bischof Müller ist zum Chef der Glaubenskongregation ernannt worden. Die Reaktionen reichen von Glückwünschen bis zur Aussage, dass diese Ernennung eine Katastrophe sei. Ich erinnere an den Umgang des Regensburger Bischofs mit dem Missbrauchsfall von Riekofen.
Quelle: orf
Weitere Quellen:
mittelbayerische.de
br.de/fernsehen
bistum-regensburg.de