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Presse

3. Quartal 2011

30.9.2011 Der Gründer und Chefredakteur der “Legionarios”- Agentur “Zenit” trat zurück; Jesus Colina-Diez war offenbar von der Vertuschungsstrategie des Ordens enttäuscht. Papst Benedikt XVI. hatte im Interview-Buch “Licht der Welt” von November 2010 eingeräumt, dass die Verantwortlichen der zuständigen vatikanischen Kongregationen “sehr langsam und verspätet” auf den Missbrauchs-Skandal um Maciel reagiert hätten. Der Papst betonte, dass das Doppelleben des Ordensgründers “irgendwie sehr gut verdeckt” gewesen sei.
Zur Erinnerung: Bereits 1956 gab es Anschuldigungen gegen Maciel, die von 5 mexikanischen katholischen Bischöfen im Vatikan erhoben wurden. Quelle: vaticanhistory


30.9.2011 Im Bistum Osnabrück wurde ein Verfahren gegen einen früheren katholischen Priester eingestellt. Ein kirchenrechtliches Verfahren läuft noch. Quelle: noz.de


29.9.2011 Sexuelle Gewalt wird auch von Frauen begangen: Sie liebkosen Kinder, manipulieren sie, vergehen sich an ihnen. Sexueller Missbrauch durch Frauen ist ein Tabu, die Opfer werden oft nicht ernst genommen. Andreas Marquardt musste jahrelang mit seiner Mutter schlafen, heute kann er darüber sprechen. Quelle: Spiegel


29.9.2011 Einzug in Freiburg: Papst Benedikt


28.9.2011 In Irland sind 18 000 Meldungen von Missbrauch in kirchlichem Kontext eingegangen. 18 000  Einzelfälle… Quelle: kath.web


27.9.2011 Papst Benedikt XVI. hat während seines Deutschlandsbesuchs im Erfurter Priesterseminar fünf Missbrauchsopfer getroffen. Zwei der Betroffenen, ein 63-jähriger Mann und eine 35-jährige Frau, erzählen im Interview mit report München, wie erschüttert der Papst auf ihre Geschichte reagiert hat. Quelle: oe24


27.9.2011 Jene 45-Jährige Österreicherin, die zwei Geistliche wegen sexueller Nötigung angezeigt hatte, ist von der Klasnic-Kommission enttäuscht. Die Frau bekommt zwar eine Entschädigung von 15.000 Euro, doch nur wegen der Übergriffe eines Paters. Ranghohe Kirchenmitglieder würden geschützt. Quelle: ORF


26.9.2011 Amnesty International hat in einer Untersuchung zum Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche in Irland zahlreiche Fälle als Folter und menschenunwürdige Behandlung eingestuft. “Kinder wurden gequält und brutal behandelt, sie wurden geschlagen, mussten hungern und wurden misshandelt”, sagte Colm O’Gorman von Amnesty International Irland bei der Vorstellung eines Berichts. Dies gelte unter dem Gesichtspunkt der international gültigen Menschenrechte als Folter, fügte O’Gorman, selbst ein Missbrauchsopfer, hinzu. Der Missbrauch zehntausender Kinder sei das “vielleicht größte Versagen in Menschenrechtsfragen in der Geschichte des Staates”. Quelle: ntv


26.9.2011 Die DBK formuliert: “Indirekt nahm der Papst auch zum Thema Missbrauch Stellung. Benedikt XVI. kritisierte, dass der christliche Anspruch der Kirche in jüngster Zeit von den „schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens“ überdeckt worden sei. Gefährlich werde es, wenn der Zugang zur christlichen Botschaft  durch „die Unbotmäßigkeit ihrer Boten“ versperrt werde.”
Im Original heißt es wörtlich: “Dieser Skandal, der unaufhebbar ist, wenn man nicht das Christentum selbst aufheben will, ist leider gerade in jüngster Zeit überdeckt worden von den anderen schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens. Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären skandalon des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit seiner Boten verdecken.” Quelle: Bistum Augsburg
Kommentar: Wer von Unbotmäßigkeit spricht, meint Ungehorsam gegenüber einer weisungsbefugten vorgesetzten Autorität. Er hat den Schaden der Institution im Blick. Er hat nicht den Schaden für die Opfer des Verbrechens im Blick. Und wer nicht verstanden hat, dass das Skandalon des Kreuzes keineswegs durch Verbrechen an Menschen verdeckt wird, sondern ganz im Gegenteil dazu führt, nicht nur den Skandal der Ermordung von Jesus sondern auch den Skandal der Verbrechen an Kindern und Jugendlichen aufzudecken, der hat vom Kreuz Jesu Entscheidendes nicht verstanden.


25.9.2011 Opferverbände weisen darauf hin, dass die Geste des päpstlichen Treffens mit 5 Opfern unglaubwürdig ist, solange nicht auch nach den Strukturen gefragt wird, die den Missbrauch und seine Vertuschung ermöglichten. Quelle: Wir sind Kirche


23.9.2011 Der Papst traf in Erfurt Missbrauchsopfer. In der Pressemeldung des Vatikans heißt es: “Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde. Er hat den Anwesenden versichert, dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen ist und sie darum bemüht sind, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Papst Benedikt XVI. ist den Opfern nahe und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der barmherzige Gott, der Schöpfer und Erlöser aller Menschen, die Wunden der Missbrauchten heilen und ihnen inneren Frieden schenken möge.” Quelle: Spiegel

Kommentar: Es bleibt zu hoffen, dass auch die Kirchenleute helfen, die Wunden der Missbrauchten zu lindern – von Heilung wird nur ausnahmsweise zu sprechen sein. Zur Linderung gehört eine offensive Aufklärung und eine “Entschädigung”, die die Würde der Opfer nicht erneut verletzt. Ob die wissenschaftliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle die Bezeichnung “Aufklärung” verdient, ist fraglich – denn die Akten werden von Kirchenleuten gesichtet und erst dann den Forschern übergeben. 


24.9.2011 Der Kölner Theologe, Bestsellerautor und Psychiater Manfred Lütz sagt: Viele Betroffene seien so tief verletzt, dass es für sie nie genug sein kann, was Benedikt XVI. sagt oder tut. Denn zu sehr hat nach den Worten des Psychiaters der Missbrauch das Leben der Opfer bestimmt. Aber Lütz warnt davor, das Thema gleichsam zu ritualisieren, es immer und immer wieder aufzugreifen. “Die Worte verlieren dann ihre Kraft, werden irgendwann nicht mehr ernst genommen.” Nach Ansicht von Lütz müsse man fair sein, schließlich habe sich die katholische Kirche der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle intensiv und systematisch angenommen. Die meisten Missbrauchsfälle, so Lütz, ereignen sich bekanntlich in Familien und Sportvereinen. Insbesondere bei Letzteren mangelt es aber noch an vergleichbaren Maßnahmen. Quelle: rp-online
Ob das für ein Opfer sexueller Gewalt hilfreich ist, wenn es darauf hingewiesen wird, dass es andernorts noch mehr Opfer gibt? Und ob gleichsam ritualisiertes Sprechen über sexuelle Gewalt das wirkliche Problem ist? Ist es nicht so, dass die fehlenden Taten das Problem sind? 


23.9.2011 In seiner Predigt in Erfurt beklagte der Papst die Spaltung der Christenheit. Fulbert Steffensky wurde einmal gefragt, ob die blockierte Ökumene die Kirchen unglaubwürdig mache. Seine Antwort: “Sie kann einen zumindest am guten Willen gewisser Kirchenoberhäupter zweifeln lassen. Machen Sie mal jungen Menschen klar, warum sie nicht miteinander das Brot nehmen sollen, wenn rundherum die Welt brennt! Auch ich hab es satt, römisch-katholischen Bischöfen zuzuhören, wie sie ihre Phantomschmerzen über die Trennung von Protestanten und Katholiken vor dem Kirchenvolk ausbreiten. Soll man doch gemeinsam zum Abendmahl gehen, dann braucht man nicht mehr zu leiden!” Quellen: radio vatikan und reformiert


23.9.2011 Bischof Ackermann reflektiert über die Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle im katholischen Bereich: “Mut zu Wahrheit und Erneuerung”. Quelle: Stimmen der Zeit


22.9.2011 In seiner Rede im Bundestag hat der Papst sich auf den König Salomo berufen, der sich von Gott etwas erbitten durfte. Salomo erbat sich ein “hörendes Herz” – das würden sich Missbrauchsopfer auch vom Papst und den Kirchenleitungen erhoffen: ein hörendes Herz. Quelle: bundestag


22.9.2011 “Spektakulär aber ist, was sich aus dem Bekenntnis des Papstes ergeben müsste: Die Geltung dieser Rechte im innerkirchlichen Bereich! Diese Frage blieb in der Rede offen; sie kann aber nicht offen bleiben. Sie betrifft die Stellung der Frauen und der Laien in der Kirche, sie betrifft die Hierarchie. Wenn sich Benedikt XVI. zu den Grund- und Menschenrechten bekennt, kann er sie innerkirchlich nicht missachten.” Wie wahr! Quelle: Süddeutsche


22.9.2011 Ein Blick in die Realität: Viele Missbrauchsopfer leben von Hartz IV. Quelle: Morgenpost


22.9.2011 Benedikt ist in Deutschland, aber die Teilnehmer einer Berliner Demo wollen nicht Papst sein. Teils aus weltanschaulichen, teils aus persönlichen Gründen – wie Missbrauch: Schmerz verjährt leider nicht. taz


22.9.2011 Die katholische Kirche in Malta hat “Entschädigungszahlungen” an Missbrauchsopfer katholischer Priester abgelehnt. Begründung:
“Die Verbrechen seien lediglich von einigen Individuen verübt worden und die Institution könne nicht die gesamte Verantwortung übernehmen”, teilte die Kirche schriftlich am Donnerstag mit. Quelle: europeonline-magazine.eu


22.9.2011 Erzbischof Zollitsch ist der Ansicht, dass die katholische Kirche aus den Missbrauchsskandalen gelernt habe. Die Frage, ob die Überlebenden das auch so sehen, bleibt offen. Sie sind diejenigen, die das am besten beurteilen können. Meines Wissens wurden sie nicht gefragt. Quelle: newsticker.sueddeutsche.de/


Die gesellschaftlichen Kosten von sexualisierter Gewalt belaufen sich jährlich in Deutschland auf ca 11 Milliarden Euro. Nicht eingerechnet sind die Kosten, die die Überlebenden selbst aufbringen. Quelle: swp.de


21.9.2011 Die Legionäre Christi siedeln sich in Neuötting an. Sie wurden von Generalvikar Metzl “sehr wohlwollend begleitet” und vom Bistum Passau herzlich willkommen geheißten. Der Orden der Legionäre ist aus zwei Gründen umstritten: Er hat eine sehr konservativ – fundamentalistische Ausrichtung und sein Gründer hat über Jahrzehnte Seminaristen sexuell missbraucht. Quelle: sueddeutsche


20.9.2011 Matthias Katsch beschreibt das Ziel, mit dem Kirche auf die Opfer zugehen sollte: Versöhnung. Er beschreibt auch, warum das für die kath. Kirche so schwer ist. Quelle: FR


20.9.2011 Im Bistum Würzburg prüft der Missbrauchsbeauftragte Vorwürfe gegen einen katholischen Priester, er habe einen 15-Jährigen missbraucht. Der Geistliche bestreitet die Vorwürfe. Quelle: Mainnetz


20.9.2011 Transparente Aufklärung von Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch kath. Pfarrer, Ordensmänner und Kirchenangestellte sieht so aus: 51 Geistliche stehen bzw. standen in einem kirchenrechtlichen Verfahren, gegen 28 Priester ist das Verfahren noch anhängig, 18 wurden suspendiert, 2 wurden mit der Strafe der Laisierung (!) belegt. 20 Bistümer in Deutschland (von 27) haben die Fragen von Report Mainz zumindest z.T. beantwortet. Insgesamt gab es seit 1945 Hinweise auf sexuelle Gewalt bei 521 Priestern und Diakonen (meine eigenen Recherchen sprechen von ca 1000 Tätern). Report Mainz hat auch im Vatikan gefragt, wie viele Verfahren gegen Priester in Deutschland eingeleitet wurden, mit welchem Ergebnis, wie viele von ihnen aus dem Klerikerstand entlassen wurden. Der Vatikan hat keine der Fragen beantwortet. Quelle: Report Mainz


20.9.2011 Womit muslimische Frauen kämpfen, wenn sie dem Missbrauch entkommen wollen und entkommen sind. Quelle: Der Spiegel


20.9.2011 In Regensburg wurde das Buch von Johannes Heibel, „Ohne Fehl und Tadel – Kirche, klerikale Täter und deren Opfer“ vorgestellt.
Der ehemalige katholische Pfarrer Guido Sauer hat ein Vorwort für das Buch geschrieben. Als Jugendseelsorger war er immer wieder mit den Erlebnissen Jugendlicher mit sexueller Gewalt konfrontiert, innerhalb der Familie, aber auch der Kirche. Der Umgang der Kirchenleitung damit sei „eine der bittersten Erfahrungen meines Lebens“ gewesen. Er sei wiederholt auf taube Ohren gestoßen und wenn in dem Buch davon die Rede sei, dass hier emotionale Analphabeten am Werk seien, die sich „nicht einfühlen können oder wollen“, dann spreche ihm das aus der Seele.
Johannes Heibel berichtet, dass er als Vorsitzender der Initiative gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sehr viele Rückmeldungen bekommen habe. „Von der Kirche war nichts dabei.“ Quelle: regensburg-digital


20.9.2011 Sie standen dem Faschismus nahe, ihr Gründer missbrauchte Ordensbrüder sexuell, gelten heute als erzkonservativ. Die umstrittenen Legionäre Christi wollen sich im bayerischen Neuötting ansiedeln – es gibt unter den Katholiken Vorbehalte. Quelle: Süddeutsche


17.9.2011 Der Verein „Glasbrechen“, in dem Opfer von Missbrauch in der Odenwaldschule zusammengetan haben, geht von 500 missbrauchten Schülern aus. Der Vorsitzende Adrian Koerfer kritisiert zudem die zurückhaltende Aufklärung durch das neue Führungsteam der Odenwaldschule und bringt als Fazit den bitteren Satz: “Alles wie gehabt.” Quelle: FR 


16.9.2011 Die katholische Kirche in Irland muss um ihr Ansehen kämpfen. Selbst ein Bischof, Martin, spricht von “Seilschaften” in Irland und im Vatikan, die hinterrücks versuchten, die staatlichen und kircheneigenen Regeln gegen den Missbrauch auszuhebeln. In der Protestorganisation “Association of Catholic Priests (ACP)” engagieren sich ca 500 katholische Priester, die kein Blatt vor den Mund nehmen: Die Bischöfe seien “ein armseliger Haufen, dem jedes Führungsvermögen fehlt”, sagt einer der Wortführer der ACP und weist darauf hin, dass der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. “selbst unter Katholiken den Großteil seiner Autorität verspielt” habe. Quelle: Spiegel


15.9.2011 Der katholischen Kirche sind im Jahr 2010 insgesamt 146 Missbrauchsfälle gemeldet worden. Die Täter waren in den häufigsten Fällen Priester. Abt Martin Werlen von Einsiedeln nimmt Stellung. Quelle: Baseler Zeitung


14.9.2011 In dem Dorf in Mittelfranken wussten wohl viele Einwohner, was Sache ist – aber keiner half der Tochter des Täters. U.a. auch, weil die Angst vor Verleumdungsklagen umging. Quelle: Süddeutsche
Und ein Interview mit einer forensischen Psychologin, die erklärt, was geschieht, wenn die Verantwortung diffus ist. Ganz richtig sagt Sandra Loohs, die Psychologin u.a. dazu: “Das Kernstück ist subtile Manipulation. Es findet eine Schuldverschiebung statt, das Opfer ist dann selbst davon überzeugt, dass es eine Mitverantwortung trägt.”


14.9.2011 Nur Schläge im Kinderheim. Drei Männer erinnern sich an Schrecken ihrer Kindheit in katholischen Heimen und sprechen darüber. Quelle: Zeit


14.9.2011 Italiens katholische Kreise reagieren heftig auf die Initiative des US-amerikanischen Verbands “Survivors Network of those Abused by Priests” (SNAP), dem Opfer pädophiler Priester angehören, und der Menschenrechtsorganisation “Center for Constitutional Rights”, die dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag ein Dossier mit Vorwürfen gegen den Vatikan vorgelegt haben. “Es handelt sich wieder einmal um eine Strategie gegen die Katholiken”, betonte der Erzbischof von Neapel, Kardinal Crescenzio Sepe am Mittwoch. Quelle: die presse.com


13.9.2011 Ein 69-jähriger Mann aus Mittelfranken soll seine Tochter missbraucht haben und 3 Kinder mit ihr gezeugt haben. Quelle: Spiegel


13.9.2011 SNAP hat beim Internationalen Strafgerichtshof eine Klage gegen Vatikan-Verantwortliche eingereicht. Die Klage benennt “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” durch Vergewaltigung, sexuelle Gewalt und Folter, begangen von kath. Priestern. Quelle: presse.com


13.9.2011 Dierk Schäfer kommentiert die Entschuldigung des Ratsvorsitzenden der EKD mit bitteren Worten. Quelle: ekd


13.9.2011 Prügel, Demütigung, sexuelle Gewalt: Das war Alltag vieler Heimkinder in der Nachkriegszeit. Das erkennt nun auch die Evangelische Kirche an. Neben großen Worten liefert sie auch Millionen für die Entschädigung der Opfer. Quelle: Spiegel.de


12.9.2011 Eine Gemeinde im Bistum Trier versucht, die Folgen langjährigen Missbrauchs durch einen Pfarrer auch für die Gemeinde aufzuarbeiten. Quelle: Volksfreund


9.9.2011 Francesco Zanardi, als Kind von einem kath. Priester missbraucht, hat bei Recherchen 130 Missbrauchsfälle durch kath. Priester zwischen 2000 und 2011 gefunden. Er hat den Papst um eine Audienz gebeten und wird ab 22.9. von Savona nach Rom zu Fuß gehen, in der Hoffnung, vom Papst empfangen zu werden. Quelle: berlin online 


8.9.2011 Ein Gericht in Hartford, USA, hat die Klage eines Opfers von sexueller Gewalt gegen die Legionäre Christi zugelassen. Der Kläger, Raúl González aus Mexiko, wirft den “Legionären” vor, sie hätten ihn nicht vor dem pädophilen Maciel (1920-2008) geschützt. Quelle: kath.ch


8.9.2011 Das Kloster Ettal entschädigt Gewaltbetroffene. Die Initiative Ettaler Missbrauchsopfer spricht davon, dass das Kloster “Maßstäbe” setze. Der Papstbesuch kostet jeden kath. Christen 1,00 €, das Entschädigungsmodell der Bischofskonferenz  0,15 €. Im europäischen Vergleich werden Opfer von Gewalt sehr unterschiedlich entschädigt: Irland: ca 68 000 €; Österreich: ca 15 000 €, Ettal: ca 10 000 €, Deutschland: 2 000 bis 5 000 €; (Odenwaldschule – nicht kirchlich):  0 € Quelle: http://ettaler-missbrauchsopfer.de/

 


7.9.2011 Johannes Heibel hat das Buch “Ohne Fehl und Tadel. Kirche, klerikale Täter und deren Opfer” veröffentlicht, in dem Opfer von Klerikern zu Wort kommen. Es wird am 16. September 2011 ab 19.30 Uhr im Dollingersaal des Historischen Rathauses in Regensburg vorgestellt. Quelle: Regensburg-digital


7.9.2011 Die taz kommentiert das Buch von Jürgen Dehmers über die Odenwaldschule “Wie laut soll ich denn noch schreien?” unter anderem so: “Klartext hilft. Dehmers spricht ihn.” Wer das Buch gelesen hat, weiß, dass der Kommentator Recht hat. Quellen: taz   Süddeutsche vom 27.9.2011


6.9.2011 Der Jesuit Theo Schneider wurde in sein Amt als Jesuitensuperior und Gemeindeseelsorger in Göttingen eingeführt. Schneider war zuvor Rektor des Bad Godesberger Aloisiuskollegs. Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte für Schneider Mitwisserschaft an zahlreichen Missbrauchsfällen ermittelt, die in seine Jahrzehnte als Ako-Internatsleiter und – Rektor fielen. Quelle: genios.de


6.9.2011 Ein Opfer des Aloisius-Kollegs berichtet. U.a. davon, dass sich bis zum 6.9.2011 kein Täter und kein anderer Jesuit bei den Opfern gemeldet hat. Briefe an den Generaloberen der Jesuiten und an den Papst blieben unbeantwortet. Einer der Täter jedoch meldete sich – mit der Androhung einer Verleumdungsklage. Den Wert der Verleumdung bezifferte Pater S. mit 75.000 Euro. Daraufhin rechneten die Opfer nach: Wenn eine Verleumdung 75.000 Euro wert ist, dann sind körperliche, seelische und sexuelle Gewalt etwa 84.000 Euro wert. Quelle: wdr


 4.9.2011: In Kanada wurden 80.000 Kinder in katholischen Schulen und Internaten missbraucht. Das sind 6,9% der Inuits, der Metis und der Angehörigen der First-Nation. 80.000 Einzelfälle. Quelle: Liborius

Kommentar: Bezeichnend ist die Überschrift: “Missbrauch in der katholischen Kirche Kanadas: Mehr als 700 Millionen Euro für Opfer” – der Leser soll wissen, dass die Kirche hohe Unkosten durch die Opfer hat.


4.9.2011 Der Vatikan sagt, die katholische Kirche in Irland habe Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht. Im Vatikan seien hingegen keine Fehler gemacht worden. Es habe keinen Eingriff in die staatlichen Rechte in Irland gegeben. Vgl. den Brief an die Kirche in Irland von Luciano Storero, dem Apostolischen Nuntius, in dem es u.a. hieß: “Insbesondere ergeben sich aus der Situation der ‘verpflichtenden Anzeige’ [beim Staat] ernsthafte Vorbehalte sowohl moralischer als auch kirchenrechtlicher Natur”.) Quelle: ARD


2.9.2011 Die Legionäre Christi wollen sich im Bistum Passau niederlassen. Quelle: Süddeutsche


1.9.2011 In Rheinland-Pfalz soll ein heute 79Jähriger über Jahrzehnte hinweg “etliche” Kinder missbraucht haben. Quelle: Spiegel


31.8.2011 “Wie laut soll ich denn noch schreien?” fragt sich Jürgen Dehmers (Pseudonym) von der Odenwaldschule. “Dehmers schont nicht die Leser, nicht die Täter und schon gar nicht sich selbst. Zwei Bücher sind bisher über die Verbrechen an der Odenwaldschule erschienen, aber erst Dehmers gibt den Blick frei auf die seelischen Verwüstungen, die die Verbrechen in den Opfern hinterlassen haben.” Quelle: FR


30.8.2011 Die Kirche in den USA hat in der Missbrauchs-Causa einen gewagten und nicht unumstrittenen Schritt gesetzt: Der Bostoner Erzbischof Kardinal Sean O’Malley veranlasste die namentliche Anführung von 159 gerichtlich angezeigten Priestern und Diakonen auf der diözesanen Website www.bostoncatholic.org. Quelle: kath.ch


30.8.2011 Zu sechseinhalb Jahren wurde ein 32-Jähriger verurteilt. Er hat sexuelle Gewalt gegenüber 6 Kindern ausgeübt. Quelle: Süddeutsche


30.8.2011 Ein Vater hat den sexuellen Missbrauch von 2 Töchtern gestanden. Eine Tochter ist schwanger – vermutlich von ihrem Vater. Quelle: Spiegel


29.8.2011 Viele Iren und Irinnen sind mit der katholischen Kirche fertig. Ministerpräsident Enda Kenny hatte den Vatikan mit Vorwürfen überzogen: Rom pflege nach wie vor eine „dysfunktionale,
abgehobene, elitäre und narzisstische Kultur“. Gerry O’Hanlon, SJ, ehemaliger Provizialoberer der irischen Jesuiten in Irland, kommentierte: „Der Taoiseach hat vielen Iren aus der Seele gesprochen.“Quelle: faz


29.8.2011 Im österreichischen St. Peter am Hart wird ein 80-Jähriger des jahrzehntelangen Missbrauchs an zwei Töchtern beschuldigt. In dem Dorf sind die “Hauptschuldigen” aber schon ausgemacht: die Mutter und die Großmutter mütterlicherseits. Quellen: FR  sueddeutsche


26.8.2011 Abt Werlen meint, die kath. Kirche sei durch die Missbrauchskrise ehrlicher geworden. Quelle: kath.ch


26.8.2011 Ein Interview mit Herrn Ansari, einem der wenigen Lehrer der Odenwaldschule, der sich an die Seite der Opfer stellte. Er sagt, dass sich bis heute noch viele Reformpädagogen weigern, die Verbrechen zu thematisieren. Quelle: Spiegel


25.8.2011 Weil der Missbrauch von Kindern bis ca 4 Jahre schwer nachweisbar ist, gehen Täter oft straflos aus. Quelle: FR


25.8.2011 In Krefeld lässt sich ein Arzt nieder, der in der Colonia Dignidad mitverantwortlich für sexuelle Gewalt ist. In Chile wurde er verurteilt und wird per Interpol gesucht. Deutschland jedoch liefert nur ausnahmsweise jemanden aus. Quelle: Spiegel


24.8.2011 Einem Lehrer wird vorgeworfen, ein Abhängigkeitsverhältnis zu einer Schülerin, 14 J., ausgenutzt zu haben. Quelle: Spiegel


23.8.2011 Der ehemalige Bischof von Cloyne, John Magee, hat sich für seine Rolle im Missbrauchsskandal entschuldigt. Er bitte die Opfer auf Knien um Vergebung, falls er ihr Leiden durch ungenügende Umsetzung der Kinderschutzrichtlinien verschlimmert habe, sagte er. Außerdem bot er den Opfern ein privates Gespräch an. Quelle: religionv1.orf


19.8.2011 Die evangelische Kirche plant, sich bei den Heimkindern zu entschuldigen. Quelle: unserekirche


13.8.2011 KlerikalesaKlerikales Schweigekartell – Der katholische Geschmack des Missbrauchs. Klaus Hofmeister und Michael Katsch. Quelle: swr


13.8.2011 Die Anzeigen gegen drei österreichische Kirchenvertreter – einen Tiroler Pater, den österreichischen Missio-Generaldirektor Leo M. und Kradinal Schönborn, der über die Vorfälle informiert gewesen sei – waren von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt worden. Die Clearing-Stelle legt nun ein Gutachten einer Psychologin (keine Ferndiagnose!) vor, die die Grenzverletzungen durch die beiden beschuldigten Kirchenvertreter als gravierend einschätzt. Die Clearing-Stelle empfiehlt eine weitere Therapie und ggf. eine Entschädigung in Höhe von 70 000 Euro.  Quelle: derstandard.at/


13.8.2011 Ein Benediktiner der Abtei St. Matthias, Trier, hat offenbar nicht 3, sondern 6 Jugendliche missbraucht. Auch diese Taten dürften verjährt sein. Vorwürfe, die Abtei habe schon vor Jahrzehnten von den Übergriffen gewusst und sie vertuscht, wies der Abt zurück. Es habe zwar Gerüchte gegeben, sagt Ignatius Maaß, “aber nichts Greifbares”. Erst nachdem sich die ersten Opfer bei ihm gemeldet hätten, “hatten wir etwas in der Hand”. Quelle: volksfreund.de


12.8.2011 Drei weitere Opfer eines Paters der Benediktinerabtei St. Mathias in Trier haben sich gemeldet. Das teilte der Abt der Abtei mit. Es handle sich um schwerwiegende Taten. Quelle: Domradio  (nicht mehr online) rp-online.de


11.8.2011 Pfarrer aus dem Erzbistum Berlin melden Widerstand gegen die Untersuchung ihrer Personalakte durch Wissenschaftler an. Untersucht werden soll der sexuelle Missbrauch Minderjähriger durch Priester, Diakone und männl. Ordensangehörige. Quelle: freie welt


11.8.2011 Ein Gericht sprach den Eltern von zwei minderjährigen Opfern eines kath. Priesters in Kolumbien 170 000 Euro Schadenersatz zu. Die Kinder gehören zu einer Flüchtlingsfamilie und waren zum Tatzeitpunkt 7 und 9 Jahre alt. Der Geistliche war Flüchtlingsseelsorger. Er wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Es ist die erste Verurteilung in Kolumbien. Quelle: Radio Vatikan


11.8.2011 Erzbischof Clifford, irische Diözese Cloyne, hat ein Treffen aller Priester der Diözese angekündigt, um über den jüngsten Bericht über Vertuschungen zu sprechen. Ein Mitglied der “Vereinigung kath. Priester” sagte, das Klima unter den Geistlichen sei schlecht. “Wir verspüren wirkliche Verbitterung, aber die gibt es auch unter den Kirchenbesuchern, die es genau wie wir Priester nur schwer verstehen können, dass die Kinderschutz-Richtlinien nicht eingehalten wurden, und wir müssen mit ihnen darüber reden.” Von der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über Missbrauchsfälle in der Diözese Raphoe sagte dessen Bischof, die Berichterstattung sei ungenau, irreführend und deshalb nicht im öffentlichen Interesse. Quelle: kath.web


11.8.2011 Die Diözese von Belleville und ihre Versicherung zahlten an ein Opfer eines Priesters 6,3 Millionen US-Dollar. “Er hat niemals Hass auf Kownacki gezeigt”, sagt Mike Weilmuenster, der Anwalt des Opfers. “Er ist nur zerstört.” Und: “Die Diözese hat bis heute nicht anerkannt, dass er missbraucht wurde. Auch eine Entschuldigung gab es nie.” Quelle: welt.de


9.8.2011 Begreifen, was hinter dem Wort Missbrauch steckt: Anderthalb Jahre nach dem Skandal um die Odenwaldschule und ihren ehemaligen Leiter Gerold Becker beschäftigt sich die Dokumentation „Geschlossene Gesellschaft“ mit der Unfähigkeit der Verantwortlichen, sich den Vorwürfen zu stellen. Quelle: Spiegel


7.8.2011 „Juristisch wie menschlich höchst bedenklich“: Weil ihre Personalakten an ein Forschungsprojekt zu Missbrauchsfällen weitergegeben wurden, protestieren nach Spiegel-Informationen katholische Priester bei der Bischofskonferenz. Sie beklagen die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte. Quelle: Spiegel


9.8.2011 Christian Pfeiffer, Mitverantwortlicher für die wissenschaftliche Untersuchung von Personalakten der Priester, bestätigt, dass die Persönlichkeitsrechte gewahrt werden, berichtet das Domradio. WsK merkt zu Recht an: “Im Unterschied zu Irland handelt es sich bei den deutschen Studien nicht um von der Regierung in Auftrag gegebene und terminierte Untersuchungen, sondern um ein nach langem Zögern von den Bischöfen selbst genehmigtes Verfahren. Welche Auswirkungen dieses Zögern auf den Umfang der auswertbaren Akten hat, ist noch nicht absehbar. Für München und Freising wurden 2010 „umfangreiche Aktenvernichtungsaktionen“ festgestellt.” 


5.8..2011 Wegen des Missbrauchsskandals trauen sich Geistliche in Irland immer seltener in geistlicher Kleidung in die Öffentlichkeit. Vor allem junge Priester blieben zu Hause, um Beschimpfungen zu entgehen, berichtete die Tageszeitung „Irish Independent“. Quelle: kath.ch


 3.8.2011 Dr. Haslbeck über ihre Arbeit mit Gewaltüberlebenden in campus passau


3.8.2011 Ein Sozialarbeiter wurde verhaftet. Er arbeitete in der Diözese Plymouth als Beauftragter für Kinderschutz in der Kirche. Auf seinen privaten und dienstlichen PCs wurden ca 4000 Bilder von Kindern gefunden, die deren Gefoltert-Werden zeigten. Quelle: ibtimes


2.8.2011 Zu Haftstrafen von fünf beziehungsweise sechs Jahren hat ein maltesisches Gericht in Valletta am 2. August zwei katholische Priester verurteilt. Die Geistlichen wurden für schuldig befunden, in den 1980er Jahren in einem Waisenhaus elf Knaben im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Die Verurteilten wollen Berufung einlegen. Ein dritter starb, bevor Anklage erhoben wurde. Bekannt wurden 11 Opfer. Quelle: kath.ch


1.8.2011 Nach Mitteilung von Erzbischof Michael Neary, Irland, ist die Kirche Irlands erschüttert über die Enthüllungen des Berichts aus der Diözese Cloyne. Neary sagte, es handele sich um das “Fehlverhalten einiger Priester”. Quelle: kath.web


1.8.2011 Die Rede des Katholiken – Premier – Enda Kenny vor dem irischen Parlament. Video    Kommentar von imprimatur


26.7.2011 Der Vatikan ruft seinen Botschafter in Irland zu Konsultationen zurück. Der stellvertretende Pressesprecher des Vatikan, Pater Ciro Benedettini, erklärte auf Nachfrage von Journalisten, dass es darum gehe, gemeinsam mit dem Nuntius eine offizielle Antwort des Vatikan auf den Cloyne Report zu formulieren. Das Einbestellen sei aber auch ein Zeichen dafür, wie schwerwiegend die Situation im Augenblick sei. Es zeige auch, wir überrascht und betrübt der Vatikan über „einige übertriebene Reaktionen“ sei. Quelle: Domradio


24.7.2011 Der Jesuit Mertes berichtet, dass es unter den Katholiken eine laute, selbstgerechte Minderheit gibt, die eine aggressive Diskussionskultur habe. Vertreter der Amtskirche verhielten sich gegenüber dieser „lauten, selbstgerechten Minderheit“ zu nachgiebig, „aus Angst davor, selbst beschimpft zu werden“. Zu oft werde „von oben“ schweigend zugeschaut, „wie einige Leute in der Kirche andere immer frecher überfallen mit dem Vorwurf, sie würden die Kirche spalten, insbesondere dann, wenn sie sich in Verbänden, Gremien oder gar im Zentralkomitee der deutschen Katholiken engagieren“, so Mertes weiter. Quelle: Domradio


22.7.2011 Der Vatikan bedauert, dass ein Brief von 1997 an die irischen Bischöfe von diesen missverstanden worden sei. Die irischen Bischöfe waren angehalten worden vom Vatikan, Missbrauchstäter nicht der Polizei zu übergeben. Der Brief habe auch die Drohung enthalten, dass sich Rom auf die Seite der Angeklagten stellen werde, falls die Kinderschutzrichtlinien der Bischöfe Irlands von 1996 durchgesetzt würden. Der Vatikansprecher Lombardi hatte zu diesem Vorgang gesagt, das Schreiben des Vatikan an die Bischöfe Irlands sei missverstanden worden. Und im Übrigen seien die vatikan. Normen und Zuständigkeiten inzwischen ja grundlegend geändert und verschärft worden. Quelle: ORF


22.7.2011 Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen hat die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern einen Diakon vom Dienst suspendiert. Der Diakon hatte eine leitende Funktion in einem Kinderheim, wie die Landeskirche am Mittwoch in München mitteilte. Quelle: n-tv


21.7.2011 Nach den ungewöhnlich harschen Vorwürfen des irischen Premierministers Enda Kenny gegen den Vatikan wegen dessen Umgang mit sexuellem Missbrauch hat sich auch Dublins Erzbischof Diarmuid Martin der Schelte angeschlossen: Es gebe Gruppen in der katholischen Kirche, die sich den Maßnahmen zum Schutz von Kindern widersetzten, sagte er im irischen Fernsehen RTE. Er sei „verärgert, beschämt und erschrocken“ über diejenigen, „die glauben, sie könnten tricksen“. Quelle: die presse und Spiegel


21.7.2011 Der Jesuitenpater Theo Schneider wurde Leiter der Göttinger Jesuitenkommunität. Schneider war zuvor Rektor des Aloisius-Kollegs, Bad Godesberg. Er hatte zu den ihm bekannten Verfehlungen eines Kollegen geschwiegen und minderjährige Schutzbefohlene im Stich gelassen. Quelle: taz


20.7.2011 Wie eine Frau, die als Jugendliche von einem evang. Pastor missbraucht wurde, im Paragraphendschungel untergeht und vergeblich um ihr Recht kämpft. Quelle: Süddeutsche


20.7.2011 Die katholische Bischofskonferenz entschädigt ca 560 Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester oder Ordensleute. Die Anerkennungsquote liegt bei 95 %. Kritiker gehen von mehr als 2000 Opfern aus. Viele stellen keinen Antrag – sie haben gute Gründe. Quelle: Süddeutsche


20.7.2011 “Mangelnde Distanz” sei dem Bistum Hildesheim im Fall des Priesters aus Salzgitter, der gestanden hat, drei Kinder sexualisiert misshandelt zu haben, bekannt gewesen. Quelle: Spiegel


17.7.2011 Der in Salzgitter verhaftete kath. Priester hat sexuelle Gewalt gegenüber zwei weiteren Jungen zugegeben. Keinen Zusammenhang  mit sexueller Gewalt jedoch scheint es mit dem Selbstmord eines Obdachlosen in der Wohnung des Priesters zu geben, der sich 2007 erschossen hat. Quelle: stern


17.7.2011 In  Irland hat sich der vom Vatikan eingesetzte Verwalter der südirischen Diözese Cloyne, Erzbischof Dermot Clifford, erneut bei den “Opfern der Missbrauchskrise” (?) und beim Kirchenvolk entschuldigt. Die Diözese Cloyne hatte 19 Missbrauchstäter nicht den Ermittlungsbehörden gemeldet und die Täter geschützt. Clifford sicherte erneut Maßnahmen zu, um künftig einen umfassenden Schutz zu gewährleisten. Quelle: kath.ch


 16.7.2011 Von brutalen Lehrern und gewalttätigen Priestern war im Zuge der Debatte über sexuellen Missbrauch an Schulen immer wieder die Rede. Besonders demütigend ist es für Kinder und Jugendliche jedoch, von Gleichaltrigen missbraucht zu werden. Solche Übergriffe sind besonders in Heimen und Internaten nicht selten. Quelle: Süddeutsche


15.7.2011 “Mich schmerzt am meisten, dass es uns bei einigen Opfern nicht gelingt, in irgendeiner Form zu einer Versöhnung zu kommen.” Das sagt Bischof Ackermann in einem Interview.” Quellen: volksfreund.de    domradio


15.7.2011 Bischof Ackermann weist in einem Interview darauf hin, dass im Erzbistum München-Freising durch die genaue Untersuchung der Akten seit 1945 neunmal mehr Missbrauchsfälle kenntlich wurden als durch Opfermeldungen angezeigt wurden. Dies dürfte nach meiner Erfahrung  ein ziemlich realistisches Bild darstellen. Quelle: Badische Zeitung


14.7.2011 ‘Missbrauch ist kein Thema der Vergangenheit, sondern der Gegenwart’, sagte Christine Bergmann. Eine Untersuchung über Missbrauch in Institutionen bestätigt ihren Eindruck. Gut zwei Drittel der Heime meldeten mindestens einen Fall in den letzten drei Jahren. Bei Schulen und Internaten meldete jeweils knapp die Hälfte zumindest einen Vorfall. Seit 2007 wurden insgesamt 1000 Verdachtsfälle publik – nicht alle Vorwürfe konnten erhärtet werden. Man muss von mehreren Tausend Missbräuchen pro Jahr – im Hellfeld – ausgehen. In den wenigsten Fällen wurden Beschäftigte der Institutionen – etwa Lehrer oder Erzieher – als mutmaßliche Täter genannt. Viel öfter wurden Gleichaltrige für Übergriffe verantwortlich gemacht. In Heimen waren es 40 Prozent. Beim größten Teil der Verdachtsfälle (von 32 bis 49 Prozent) soll der Missbrauch aber nicht in der Einrichtung, sondern außerhalb stattgefunden haben, etwa in Familien. Die hohe Zahl der Verdachtsfälle in Heimen erklärte Rauschenbach mit den Lebensumständen: Anders als in einer Schule und selbst einem Internat lebe man eng, wie in einer Familie, zusammen. Auch stammten die Kinder fast immer aus schwierigen Verhältnissen. Quelle: Spiegel


14.7.2011 Frühere Heimkinder fordern die Untersuchung ungeklärter Todesfälle in Kinderheimen der frühen BRD. Auch die hohe Sterblichkeit in Säuglingsheimen der 1950er, 60er- und 70er Jahre müsse aufgeklärt werden.  Quelle: nd


14.7.2011 Die irische Regierung hat nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts über die angebliche Vertuschung von Kindesmisshandlungen durch katholische Priester in den Jahren 1996 bis Anfang 2009 den Botschafter des Vatikans einbestellt. Erzbischof Giuseppe Leanza sollte am Donnerstag auf Außenminister Eamon Gilmore treffen und zu dem Vorwurf Stellung nehmen, dass der Vatikan irischen Bischöfen davon abgeraten habe, die pädophilen Priester der Polizei zu melden. Im Regierungsbericht ist von 19 Priestern die Rede, die sexualisierte Gewalt anwandten und deren Fälle bislang unbekannt waren, obwohl der zuständige Bischof Magge versichert hatte, die Polizei über alle mutmaßlichen Verbrechen in Kenntnis gesetzt zu haben. Radio Vatikan bestätigt, dass der Bischof von Cloyne sich nicht an die seit 15 Jahren existierenden kirchlichen Regeln zum Umgang mit Missbrauchsfällen gehalten hat. Quelle: kath.ch


13.7.2011 Die Frau, die den österreichischen Missio – Chef Leo M., der sexuellen Gewalt beschuldigt hatte und deren Anzeige zurückgewiesen wurde, hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wurde gerettet. Quelle: standard at


13.7.2011 Ein neuer Untersuchungsbericht über die Verschleierung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Irland hat deren Versagen bei der Aufklärung der Verbrechen ans Licht gebracht. So wird in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht unabhängiger Ermittler deutlich, wie Verantwortliche der Diözese von Cork von 1996 bis 2009 Beweise zu Beschwerden über 19 Priester bewusst zurückhielten.
Quellen:   Badische Zeitung

 


13.7.2011 Nach einer Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts mussten sich 80 Prozent der Heime, knapp 70 Prozent der Internate und 50 Prozent der Schulen in der jüngeren Vergangenheit mit Verdachtsfällen sexueller Gewalt auseinandersetzen.
Quelle: hna


13.7.2011 Christian Pfeiffer, einer der Untersucher der von den kath. Bischöfen in Auftrag gegebenen Forschung über Täter und Überlebende, im Interview bei Domradio. Er weist übrigens darauf hin, dass alle Opfer, die dies wollen, mit der Forschungsgruppe Kontakt aufnehmen können.
Quellen: Domradio    DBK


12.7.2011 Die Ermittlungen gegen den belgischen Bischof Vangheluwe wurden eingestellt. Quelle: archivioradiovaticana


12.7.2011 In Quebec steht ein katholischer Priester, der 13 Kinder missbraucht hat, vor Gericht. Quelle: tz-online


10.7.2011 Beim ersten Dialog-Treffen in Mannheim kristallisierten sich folgende Themen für die Weiterarbeit heraus: “Viele wünschten sich eine Kirche, in der die Laien mehr zu sagen haben und Frauen zumindest Diakoninnen werden können, eine Kirche, in der Geschiedenen oder sonst Gescheiterten nicht die Rechtgläubigkeit abgesprochen wird und Wiederverheiratete zur Eucharistiefeier gehen dürfen. Sie wollen eine Kirche mit einer anderen Sexualmoral, die Homosexuelle nicht ausgrenzt.” Quelle: Tagesspiegel


8.7.2011 Der kath. Priester aus dem Bistum Aachen, der in D. wegen sexuellen Missbrauchs von 25 Kindern mit Internationalem Haftbefehl gesucht wird, steht derzeit in Südafrika vor Gericht. Quelle: Grenzlandnachrichten


7.7.2011 Die Deutsche Bischofskonferenz hat zwei Forschungsaufträge vergeben. Sie sucht verlässliche Informationen zu den Missbrauchsfällen, zur Vorgehensweise und den Motiven der Täter und zu den Opfererfahrungen. Ziel ist eine wirksamere Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch. An den Projekten beteiligt sind Bischof Ackermann, der Kriminologe Christian Pfeiffer und der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Uni Duisburg-Essen, Norbert Leygraf.  Skydaddy bezweifelt die Unabhängigkeit der beauftragten Forscher. Wir sind Kirche merkt an: “Doch über die Untersuchung von Einzelfällen hinaus müssen nach Ansicht der katholischen Reformbewegung in diesen Forschungsprojekten auch die Fragen nach möglichen strukturellen Ursachen und nach den tieferen Zusammenhängen von Macht, Sexualität und Missbrauch gestellt werden, die zu sexualisierter Gewalt und ihrer oft jahrzehntelangen systematischen Vertuschung führen. Das schließt auch Fragen der kirchlichen Amts- und Machtstruktur ein, denn jeder Fall von sexualisierter Gewalt ist zunächst ein Machtmissbrauch. Auch der Umgang der katholischen Kirche mit dem Thema Sexualität und Homosexualität ist vermutlich ein wesentlicher Teil des Problems.” WsK weist auch auf die Möglichkeit umfangreicher Aktenvernichtungsaktionen hin, die in der Zeit zwischen Ankündigung der Untersuchung und Beginn möglich geworden sind. WsK mahnt ebenfalls an, dass sexualisierte Kindesmisshandlung kein Phänomen des letzten Jahrzehnts ist, eine Untersuchung der letzten 10 Jahre dem Ausmaß des Problems also nicht gerecht wird. “Die geplante detaillierte Befragung der Überlebenden sexualisierter Gewalt (sogen. „Opfer“) per Fragebogen wirft einmal mehr die Frage auf, wie viel ungefragte Konfrontation mit dem Tathergang die Überlebenden verkraften. Es entsteht der Eindruck, als seien für ein individuelles Eingehen auf ihre Bedürfnisse weder ausreichend Personal noch ausreichende Mittel vorhanden. Warum verweigern die Bischöfe den Betroffenen nach wie vor die Qualifizierung als „Überlebende“? Wer diese Würde der Betroffenen nicht wahrnimmt und achtet, zeigt einmal mehr, dass er zu einer Begegnung auf Augenhöhe weder willens noch in der Lage ist.” Quelle: Spiegel
Kommentar: Die Vorgabe, dass die Untersuchung auf die letzten 10 Jahre beschränkt wird, nimmt in Kauf, dass alle diejenigen, die durch Traumatisierung amnestisch wurden und/oder aufgrund der Gewaltfolgen nicht in der Lage sind, sich zu äußern oder Anzeige zu erstatten, unberücksichtigt bleiben. Das Bild dürfte kaum der Wirklichkeit entsprechen. Ob die Maßnahmen von Vorgesetzten, die durch Versetzung, Vertuschung, Aktenvernichtung…. Täter schützten, ebenfalls untersucht werden, ist nicht bekannt.


6.7.2011 Ein irischer Priester verklagt den irischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender RTE wegen übler Nachrede. Der Sender hatte über jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch durch kath. Missionare in Afrika berichtet und u.a. den Mill-Hill-Missionar Kevin R. beschuldigt, in Kenia ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben und ein Kind mir ihr gezeugt zu haben. Der Angeschuldigte musste als Seelsorger zurücktreten und aus dem Pfarrhaus ausziehen. Er sagt, er sei unschuldig. Quelle: kath.web


4.7.2011 Nach langem Ringen hat sich die KSJ – Diözese Würzburg – von ihrem langjährigen Mentor, einem Franziskaner-Minoriten, getrennt, der wegen sexuellen Missbrauch suspendiert wurde. Hilfreich war ein Treffen von KSJ-Mitgliedern mit einem Opfer des Mentors. Quelle: mainpost   mainpost 4.10.2010


4.7.2011 In der Evangelischen Kirche im Rheinland haben sich inzwischen 56 mutmaßliche Missbrauchsopfer gemeldet. Quelle: nachrichten t-online


4.7.2011 Die irischen Orden mussten ihre Vermögenslage aufdecken. Sie besitzen 3,8 Milliarden € und beteiligen sich mit  476 Millionen € an den Zahlungen von 1,36 Milliarden Euro an “Entschädigungszahlungen” für Missbrauchsopfer. Quelle: Radio Vatikan


3.7.2011 SWR-Aula: Hans Küng im Interview über eine sterbenskranke Kirche


3.7.2011 Bischöfe sollen nach Ansicht des vatikanischen Chefermittlers für Missbrauchsfälle Missbrauchsopfer persönlich treffen. Wer nicht selbst mit den Betroffenen spreche, könne „das Drama dieser schrecklichen Sünden niemals wirklich verstehen“, so Scicluna im Gespräch mit dem Internetportal Vatican Insider. Quelle: Radio Vatikan


1.7.2011 Der Hausarrest, dem der frühere IWF-Vorsitzende Strauss-Kahn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Hotelangestellten unterlag, wurde aufgehoben. Die Rolle des mutmaßlichen Opfers ist unklar. Möglicherweise hat die Frau mehrfach gelogen und versucht, eine Situation herzustellen, aus der sie Kapital schlagen wollte. Quelle: Spiegel


1.7.2011 Die Österreicherin, die z.T. hochrangige Geistliche des Missbrauchs beschuldigt, wurde von einem Psychiater, den ein Beschuldigter um ein Gutachten bat, aufgrund von vielen sms’ und Mails als “Borderlinerin” diagnostiziert, ohne dass dieser Gutachter die Frau je gesehen hat. Unklar scheint auch zu sein, wie eine solche Diagnose an die Öffentlichkeit gelangen kann. Die Frau hat Strafanzeige  bei der Ärztekammer gestellt. Der Gutachter ist inzwischen aus der Gesellschaft für Psychiatrie ausgetreten. Die Ärztekammer überprüft das Geschehen. Quelle: ORF


1.7.2011 Gegen einen Geistlichen, der in Kempen, Lobberich und Hinsbeck tätig war, wird in Johannesburg verhandelt. Ihm wird vorgeworfen, er habe sich mehreren Erstkommunionkindern sexuell genähert. Wie das Verfahren ausgeht, ist offen. Deutschland hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Priester erwirkt, weil in Deutschland mindestens 25 Zeugenaussagen vorliegen, die den Vorwurf sexuellen Missbrauchs erheben. Quelle: wz


1.7.2011 Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den früheren Pfarrvikar der katholischen Seelsorgeeinheit Tiengen-Lauchringen – in Irland im Auftrag der Legionäre Christi tätig – eingestellt. Die irischen Behörden haben ihre Ermittlungen ebenfalls eingestellt. Ob die angezeigten Vorwürfe überhaupt für eine Anklageerhebung ausreichten, ist unklar. Zudem ist seit mehr als 10 Jahren Strafverfolgungsverjährung eingetreten. Das Erzbistum Freiburg hält die derzeitige Beurlaubung aufrecht. Quelle: Südkurier