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Presse

2. Quartal 2022

30.6.2022 Das FBI hat Untersuchungen zu Kindesmissbrauch in der Erzdiözese New Orleans aufgenommen. Es prüft, ob katholische Priester Minderjährige in andere Bundesstaaten brachten, um sie dort zu missbrauchen. Ggf. können solche Taten nach dem „Mann Act“ strafrechtlich verfolgt werden, weil sie nicht der Verjährung unterliegen. Einige der vorliegenden Fälle geschahen bei Ausflügen nach Mississippi oder in Freizeitparks in Texas und Florida. Quelle: ORF


30.6.2022 Erzbischof Hans-Josef Becker, Paderborn, war 1999 Personaldezernent des Erzbistums Paderborn und erfuhr von Missbrauch durch Pfarrer B. B. gestand in einer Befragung durch den Personaldezernenten die Taten in Teilen, bestritt jedoch Missbrauch von Personen unter 14 Jahren. Das Bistum sprach eine Rüge aus, untersagte die Pfarrseelsorge und verlangte vom Beschuldigten, sich in eine pastoralpsychologische Betreuung und therapeutische Aufarbeitung zu begeben. 2000 wechselte der später Verurteilte in eine ausschließlich verwaltende Tätigkeit im Generalvikariat. Als die Staatsanwaltschaft 2002 den Fall erneut aufrollte, meldete Becker, nun Weihbischof und Diözesanadministrator, die Vorwürfe an den Vatikan. Das sahen die 2002 geänderten Vorschriften – anders als 1999 – vor. Quelle: katholisch.de


30.6.2022 Im Vinzenzwerk, einem sozial- und heilpädagogisches Heim für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Münster-Handorf, wird den damals verantwortlichen Ordensschwestern „Unserer Lieben Frau“ Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Sie haben alles getan, um kein schlechtes Licht auf Kirche und Geistliche fallen zu lassen. Der heutige Geschäftsführer des Vinzenswerks, Bernhard Paßlick, wirft den Schwestern vor, vor 1960 und zwischen 1966 und 1970/71 von Übergriffen des Priesters N. gewusst zu haben und die Kinder nicht geschützt zu haben. Quelle: Kirche und Leben


 30.6.2022 Das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt (BeFo) der Evangelischen Kirche in Deutschland  ist offiziell eingesetzt. Das Forum ist der neue zentrale Ort gemeinsamer Auseinandersetzung und Lösungsfindung zwischen Betroffenen und kirchlichen Beauftragten. Alle kirchenpolitischen Entscheidungen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt erfolgen nun durch Partizipation Betroffener im Rahmen des Beteiligungsforums. Es kann eigene Impulse einbringen, Gremienanfragen bearbeiten, konkrete Beschlussvorschläge machen, die in Rat, Kirchenkonferenz oder Synode eingebracht werden. Diese Form der Mitwirkung ist verbindlich. Detlev Zander, Sprecher der BEtroffenengruppe im Beteiligungsforum kommentiert: „Die EKD hat damit ihre Deutungshoheit aufgegeben. Die Betroffenen haben jetzt die Möglichkeit konkret ihre Belange einzubringen, Maßnahmen mitzugestalten, und die Wirksamkeit zu überwachen.“ Quelle: ekd


30.6.2022 Der US-amerikanische Historiker David Kertzer hat Teile der Akten zur Amtszeit von Pius XII. eingesehen und kommt zu dem Ergebnis, dass der Papst die katholische Kirche schützen wollte und am Schicksal der Juden desinteressiert war. Zudem hat er mindestens einen Missbrauchsfall aktiv vertuscht. Kertzer fand einen Ordner von 1938 mit dem Titel: „Wien: Anordnung zur Verbrennung des gesamten Archivmaterials zu Fällen von Unsittlichkeit von Mönchen und Priestern.“ Quelle: focus


30.6.2022 Live: Umgang mit sensiblen Dokumenten zu sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Aufarbeitungskommission


29.6.2022 Das Bistum Augsburg hat einem Geistlichen die Ausübung priesterlicher Dienste verboten. Ihm wird sexuelle Nötigung einer erwachsenen Person vorgeworfen, die vor fünf Jahren stattfand.  Quelle: traunsteiner-tagblatt


29.6.2022 Im Jahr 2019 starb Pfarrer Wilfried Pilz, Erzbistum Köln, gegen den 2012 eine Meldung wegen sexuellem Missbrauch vorlag, die der Beschuldigte eingestand. Er sprach jedoch von Einvernehmlichkeit. Dokumentiert ist der Fall im Gercke-Gutachten (Aktenvorgang 148, S. 670). 2021 gab es Hinweise auf weitere Opfer. Das Erzbistum sucht nun weitere Betroffene und/oder Zeugen. Der Priester war tätig in Euskirchen (1966-1971), Bonn (1971-1972), Jugendbildungsstätte Haus Altenberg (1972-1989), Diözesanjugendseelsorger (1972-1989) Referent im Jugendhaus Düsseldorf (1977-1983), Kaarst (1989-2000), Präsident des Kindermissionswerkes der Sternsinger in Aachen (2000-2010), Seelsorger in Prag (2010-2012). Quellen: Zeit   rundschau-online   Neues Ruhrwort


29.6.2022 In Haltern gab es eine Diskussion über das Gutachten des Bistums Münster. Antonius Kock sagt, dass die Kirche eine Täterorganisation sei, habe man jetzt schwarz auf weiß. Er fordert „keine Betroffenheitslyrik“, sondern Respekt. Respekt sei den Betroffenen von den Verfassern der Studie entgegengebracht worden, nicht aber vom Bistum. Christiane Florin meint, auch die Gemeinden könnten viel mehr Teil der Aufklärung sein – und die 95 Prozent der Priester, die nicht schuldig sind, könnten einen großen Beitrag leisten. Quelle: Ruhrnachrichten


29.6.2022 Der charismatischen Gemeinschaft „Eucharistein“ wird vorgeworfen, ein „pyramidales, missbräuchliches und infantilisierendes System“ zu sein. Der Leiter kündigte nun umfassende Maßnahmen an, um die Mängel zu beseitigen. Quelle: katholisch.de


28.6.2022 Die Neue Geistliche Gemeinschaft „Verbe de Vie“, u.a. in der Erzdiözese Mecheln-Brüssel, wurde nach einer bischöflichen Visitation aufgelöst. Die Verantwortlichen für Verbe de Vie hätten alles getan, „um die Wahrheit vor den Bischöfen zu verbergen und sie zu manipulieren“.  Quelle: vativannews


28.6.2022 Wer auf der Tagung „Sacra Liturgia“ Kardinal Sarah treffen will, zahlt 20.000 US-Dollar. Ein Treffen mit Kardinal Pell kostet 50.000 US-Dollar. Weitere Angebote sind hier zu finden.


28.6.2022 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln hat seine Arbeit aufgenommen. Die sieben Mitglieder wurden in einem unabhängigen Verfahren durch einen Beraterstab benannt und vorgeschlagen worden. Kardinal Woelki ernannte die neuen Mitglieder. Die Amtszeit geht bis Ende April 2024. Quelle: Domradio


28.6.2022 Die Leitungsgremien der EKD haben ein Beteiligungsforum eingesetzt, in dem acht Missbrauchsbetroffene, und neun Vertreter*innen der Institution – leitende Geistliche, Juristen und die Präses der Synode – gemeinsam beraten. Für Beschlüsse braucht es sowohl eine Mehrheit der Betroffenen als auch der kirchlichen Beauftragten. Quelle: evangelisch.de


28.6.2022 Professor Matthias Franz, Psychoanalytiker und emeritierter Hochschullehrer für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf, erklärt die Funktion der Amygdala (Mandelkern), der Misshandlungs- und Gewalterfahrungen vorsprachlich speichert. Eine der Folgen ist häufig eine erniedrigte Stress-, Angst- und Schmerz-Schwelle, die messbar ist und krank machen kann. Franz plädiert dafür, in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass sexualisierte Gewalt „die ultimative Katastrophe für die kindliche Entwicklung ist“. Kinder mit schweren Missbrauchserfahrungen haben oft eine bis zu 20 Jahre reduzierte Lebenserwartung, etwa 30 Prozent unserer Patienten und Patientinnen in psychosomatischen Kliniken sind Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit. Quelle: dw


27.6.2022 Der Vatikan hat das „Vademecum zu einigen Fragen in den Verfahren zur Behandlung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker“aktualisiert. Quelle: vaticannews


27.6.2022 Florian Breitmeier kommentiert die Kirchenaustritte von Katholik*innen: „Doch für die Gesellschaft wäre es kein Gewinn, wenn die Verluste ungebremst weitergingen und die Kirche keine Rolle mehr spielte. Dass es dazu nicht zwangsläufig kommen muss, dafür kann die Kirche selbst etwas tun: Macht teilen, Geld teilen, Glauben teilen, Hoffnung teilen. Denn wer teilt, ist nicht allein. Wobei offenbar vielen der Glaube fehlt, dass die Kirche die Zeichen der Zeit auch verstanden hat.“ Quelle: NDR


27.6.2022 Die Deutschen Bischofskonferenz hat die Kirchenstatistik für das Jahr 2021 veröffentlicht. In diesem Jahr traten 359.339 Menschen aus der katholischen Kirche aus. 2022 waren es 221.390 Austritte. Der DBK-Vorsitzende ist erneut „zutiefst erschüttert“. Aus der evangelischen Kirche sind im letzten Jahr 280 000 Menschen ausgetreten. Quellen: katholisch.de    sueddeutsche


26.6.2022 Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer Jugendgruppe der Ev. Kirchengemeinde Brügge und vormals des CVJM Lüdenscheid-West e.V. hat an über 20 männlichen Personen sexualisierte Gewalt ausgeübt. Das wurde im Sommer 2020 bekannt. Nun gibt es Hinweise, dass der bekannte Täter auch an mehreren weiblichen Betroffenen schwere Straftaten begangen hat. Das teilte der Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg mit. Quelle: evangelisch-im-sauerland


25.6.2022 Nach Auffassung des Staatskirchenrechtlers Hans Michael Heinig, Göttingen, trägt der Staat eine Mitverantwortung am Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Er sei aufgrund eines falschen Verständisses der kirchlichen Autonomie den Missbrauchsfällen in der Kirche nicht konsequent nachgegangen. Die Kirche, so Heinig, setze ihren Status als öffentlich-rechtliche Körperschaft aufs Spiel, wenn sie Missbrauch weiterhin systematisch vertusche. Quelle: Kirche und Leben


24.6.2022 In der Diözese Fraz-Seckau, Österreich, wurde ein Ordenspriester, der im Auftrag des Bistums in der Seelsorge eingesetzt wurde, vom Dienst freigestellt. Auf elektronischen Datenträgern wurde strafrechtlich relevantes Bildmaterial gefunden. Quelle: vaticannews


24.6.2022 Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl hat im Auftrag des Erzbistums München 2010 ein Gutachten zu Missbrauchsfällen erstellt, das nicht veröffentlicht wurde. Erst 2019 hat die Staatsanwaltschaft München I das Gutachten angefordert. Dort wurden sieben Fälle körperlicher Übergriffe aufgeführt, die erst 2011 und 2013 verjährten. Die Strafverfolgungsbehörden hätten in diesen Fällen ermitteln müssen, weil ein Verdacht auf eine Straftat bestand, die Staatsanwaltschaften hätten das Gutachten anfordern müssen. Quelle: augsburger-allgemeine


24.6.2022 Die internationale Initiative von Missbrauchsbetroffenen „Brave Movement“ hat anlässlich des G-7-Gipfels in Elmau an der Kirche Sankt Peter in München eine Gedenkplakette für Opfer sexualisierter Gewalt angebracht. Sie will zudem ein „Camp der Überlebenden“ errichten, um für mehr Anstrengungen der G-7-Staaten gegen sexualisierte Gewalt an Kindern zu kämpfen. U.a. wird sie eine Petition mit 70 000 Unterschriften überreichen. Die Bewegung stellt fest, dass kein einziges G-7-Land über einen nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung sexueller Gewalt hat und kein einziger G-7-Staat Schutzmaßnahmen getroffen hat, um das Internet zu einem sicheren Raum auch für Kinder und Jugendliche zu machen. Quelle: Süddeutsche


24.6.2022 Doris Reisinger: Reproductive Abuse in the Context of Clergy Sexual Abuse in the Catholic Church. Quelle: mdpi


24.6.2022 Die „Washington Post“ berichtete von drei Fällen, in denen Priester in Venezuela nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauch wieder in der Seelsorge eingesetzt wurden.Zahlreiche Institutionen fordern eine Untersuchung der Vorwürfe. Quelle: domradio


24.6.2022 Opus Dei Argentinien hat angekündigt, eine internationale Kommission zu beauftragen, die die Vorwürfe von 43 Frauen untersuchen sollen. Die Frauen haben erklärt, dass sie in den 1970er und 1980er Jahren Opfer von Arbeitsausbeutung und Machtmissbrauch wurden. Sie haben das Opus Dei auch bei der Glaubenskongregation angezeigt. Quelle: katholisch.de


24.6.2022 Bischof Genn, Münster, hat den Dompropst und Leiter des Kirchengerichts mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres beurlaubt. Eine Meldung wegen grenzüberschreitendem, unangemessenen Verhaltens ging bei einer Ansprechperson für Fälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster ein. Eine zweite Meldung erging über das anonyme Internet-Meldeportal. Diese Meldung wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen schließt sich eine kirchenrechtliche Voruntersuchung an. Quelle: Kirche und Leben


24.6.2022 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Passau, die Universität Passau und das Bistum wollen  einen Vertrag über eine Studie der Missbrauchsfälle schließen. In drei Jahren sollen Ergebnisse vorliegen. Der Titel lautet: „Sexueller Missbrauch von minderjährigen Schutzbefohlenen durch katholische Kleriker im Bistum Passau 1945-2020. Ausmaß und Umstände – Reaktionen und Handhabung seitens Kirche, Öffentlichkeit und sozialem Umfeld der Betroffenen.“ Quelle: br


23.6.2022 Das Erzbistum Berlin sucht gemeinsam mit den Bistümern Dresden-Meißen, Görlitz und dem Katholischen Militärbischofsamt weitere Betroffene, die im interdiözesanen Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen. Quelle: Erzbistum Berlin


23.6.2022 Die katholische Kirche Italiens hat einen Bericht über Missbrauchsfälle in Auftrag gegeben, in dem die Fälle statistisch erhoben werden, die diözesanen Dienste und Beschwerdestellen qualitativ beschrieben werden und die Wirksamkeit der Prävention geprüft wird. Der Bericht soll die Jahre 2020/2021 umfassen. 16 Koordinatoren für die regionalen Dienste, 226 Referenten der diözesanen Dienste und 96 Verantwortliche für die Beschwerdestellen beteiligen sich. Die von ihnen gesammelten und anonym erhobenen Daten werden von Forschern der Katholischen Universität Piacenza ausgewertet. Eine spätere Untersuchung, die die Jahre 2000 bis 2021 umfassen soll, soll in Zusammenarbeit mit der Glaubenskongregation vorgenommen werden.  Dann sollen auch die fast 230 Diözesen ihre Archive öffnen. Betroffenenverbände kritisieren die zeitliche Begrenzung und die fehlende Unabhängigkeit. Quelle: orf religion


23.6.2022 Hier sind erste Einblicke und Einschätzungen der „Studie zu Macht und sexuellem Missbrauch im BistumMünster seit 1945″ von Regina Heyder zu finden. Quelle: theologie-und-kirche


23.6.2022 Die Münchner Soziologin Helga Dill, Institut für Praxisforschung und Projektberatung, die auch das Gutachten des Bistums Essen erstellt, beobachtet, dass es manchmal zwischen Bistümern einen „regelrechten Ringtausch“ auffällig gewordener Priester gegeben habe. Quelle: Domradio


23.6.2022 Bischof Timmerevers war von 2001 bis 2016 Weihbischof und Bischöflicher Offizial im Bistum Münster. Von Bischof Lettmann wurde er auf die pädophilen Neigungen von Franz N.(S. 95 – 113) hingewiesen. Heute sagt er: „Heute weiß ich, dass es ein Fehler war, die Andeutung von Bischof Lettmann nicht mit Vehemenz aus der zweiten Reihe nachzuverfolgen. Ich hätte ihn bedrängen müssen, hier Klarheit zu schaffen. Ich habe Handeln unterlassen. Rückblickend war das falsch. Sie können also von Schuld sprechen. Es liegt nicht an mir, mich ob dieser Schuld zu befreien. Ich bitte aber um Entschuldigung. Mein Handeln soll davon zeugen, daraus gelernt zu haben. In meiner unmittelbaren Verantwortlichkeit als Offizial gab es nach meiner Kenntnis keine Übergriffe. Hier habe ich nichts unter den Teppich gekehrt oder vertuscht.“ Quelle: katholisch.de


23.6.2022 Johannes Heibel hat das Buch „Schuldzeit“ über Übergriffe auf Schüler*innen durch Lehrpersonal geschrieben. Vorgestellt wird es am 15.7.2022, 19 Uhr. Quelle:  youtube


22.6.2022 In der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben Kinder von den 1950er bis in die 1980er Jahre körperliche und sexualisierte Gewalt erlebt. Bekannt sind Dutzende Täter und Hunderte von Fällen. Betroffene kritisieren die Zusammenarbeit mit Experten und der Gemeinde. Angelika Brandle, eine Sprecherin der Betroffenen, kritisiert, dass die Aufklärung „im Schweinsgalopp“ durchgezogen wurde, das Präventionskonzept ohne die Opfer erstellt wurde die Entschädigungen einseitig festgelegt wurden. Am Samstag, 25.6., sollen drei Mahnmale auf dem Gelände der drei Kinderheime aufgestllt werden, die der Bildhauer Gerhard Roese geschaffen hat. Betroffene kritisieren die Erinnerungsveranstaltung, das Kunstprojekt orientiere sich nicht an den Betroffenen, der Termin sei nicht abgesprochen und der Künstler bereits festgelegt worden. Detlev Zander, der 2014 die Vorwürfe öffentlich machte, moniert, dass die Erinnerungsveranstaltung wie eine Verabschiedung klinge, obwohl die Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen sei und auch nicht evaluiert wurde. Quelle: stern


22.6.2022 Der BR stellt die Frage, ob wir die Kirchen noch brauchen. Dort berichtet auch ein evangelischer Pfarrer von seinen Erfahrungen in einem Kinderheim. Quelle: br


22.6.2022 Immer wieder werden Priester, die Missbrauchstaten begangen haben, auf eigenen Wunsch aus dem Klerikerstand entlassen. Peter H. ließ sich so laisieren ebenso wie ein Priester des Bistums Trier, der bei Renovabis-Projekten in der Ukraine tätig war und weiter Kinder missbrauchte. Beschuldigte Priester entgehen so einer kirchenrechtlichen Bestrafung und können auch nicht mehr durch die Kirche kontrolliert werden. Quelle: katholisch.de


22.6.2022 Ein Opfer sexuellen Missbrauchs verklagt den Missbrauchspriester Peter H. und die Verantwortlichen, die durch ihr Versagen eine Mitschuld an dem Missbrauch Minderjähriger tragen: den früheren Erzbischof von München, Kardinal Joseph Ratzinger, Kardinal Friedrich Wetter und das Erzbistum München und Freising. Die Taten sind zwar verjährt, aber der Anwalt will erreichen, dass die Verantwortung der Kirche und ihrer Vertreter festgestellt wird, um Geld geht es nicht primär. Kardinal Wetter hat bereits gesagt, er werde auf die Einrede der Verjährung verzichten. Quellen: correctiv   vaticannews


21.6.2022 Das Kolpingwerk im Bistum Münster will den eigenen Umgang mit dem des Missbrauchs beschuldigten Franz N.(S. 95 – 113) untersuchen. Quelle: Domradio


21.6.2022 Am Dienstag, 5. Juli, 19 Uhr findet unter dem Titel „Betroffene hören. Worte von Menschen mit Missbrauchserfahrung“ eine Diskussionsveranstaltung in der Katholischen Akademie München, Mandlstr. 23) statt. ORganisiert wird sie vom Betroffenenbeirat in der Erzdiözese München und Freising. Thema des Abends ist die Frage, was Betroffene wirklich bewegt. Teilnehmer*innen sind Richard Kick, Moderator, Gabriele Triebel, Grüne, Barbara Haslbeck, Theologin, Martin Miebach, Ansprechperson und Kardinal Marx. Die Veranstaltung kann auch im Stream hier oder hier gesehen werden. Quelle: Erzbistum München


20.6.2022 Die KEB Limburg diskutiert zum Thema „Ich muss raus aus dieser Kirche…(oder doch drinbleiben?) Teilnehmende sind der frühere Generalvikar von Speyer, Andreas Sturm, der zur altkatholischen Kirche konvertierte, und Beatrice von Weizsäcker, die zur katholischen Kirche konvertierte. Quelle: youtube


20.6.2022 Christoph Meyns, Sprecher des Beauftragtenrates zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gibt einen Überblick über den Stand kirchlicher Maßnahmen zu Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche und beschreibt die Herausforderungen, die sich daraus für die pastorale Prexis ergeben. Quelle: pfarrerverband


20.6.2022 Eine Diskussion zum Buch „Die schuldigen Hirten“ der KEB Limburg. Teilnehmende: Dr. Thomas Großbölting, Johanna Beck, Dr. Johannes von Eltz. Quelle: youtube


19.6.2022 In der Pfarrei St. Gudula in Rhede setzen sich Betroffene gemeinsam mit Kirchenverantwortlichen mit Missbrauch in der Kirche auseinander. Dort war Pfarrer Pottbäcker, dem viele Missbrauchsfälle nachgewiesen wurden, tätig. Die Gemeinde bemüht sich um eine Aufarbeitung der Taten. Quellen: podcast-mp3.dradio.de    st-gudula


19.6.2022 Für den Theologen Hermann Häring sind die Bischöfe für die aktuelle Kirchenkrise hauptverantwortlich. Daher sei es unverständlich, dass sie Beschlüsse des Synodalen Wegs mit ihren Stimmen blockieren können. Kritik übt er auch am Orientierungstext. Quellen: katholisch.de    Herman Häring


19.6.2022 Der ehemalige Kanzler des Erzbistums Santiago, Chile, Oscar Munoz wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er hat zwischen 2002 und 2018 mehrere Minderjährige wiederholt vergewaltigt und sexuell missbraucht. 2019 wurde er aus dem Klerikerstand entlassen. Seinen Fall hat Kardinal Ezzati vertuscht. Quelle: FAZ


19.6.2022 Johanna Beck macht sich angesichts des Todes von Christof May, Bistum Limburg, Gedanken über eine Kirche, die lebensförderlich und evangeliumsgemäß sein müsste. Sie erinnert an die (Nicht-)Überlebenden von sexualisierter Gewalt durch Kleriker und wünscht sich an Fronleichnam nicht eine mit Gold und Edelsteinen verzierte Monstranz, sondern einen schwarzen Leides-Erinnerungs-Teppich für die Marginalisierten, Verwundeten und (Nicht-)Überlebenden. Quelle: CiG


18.6.2022 Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Bistum Münster, Martin Schmitz, fordert im Umgang mit Missbrauch durch Kleriker ein staatliches Eingreifen und Handeln. Quelle: Domradio


18.6.2022 Theo Dierkes kommentiert den Auftritt von Bischof Genn, Münster, nach der Veröffentlichung des Gutachtens. Zwar habe Genn versucht, alles richtig zu machen, beim Geld höre es aber dann doch auf. Immerhin sei bemerkenswert, dass nicht der Bischof die Betroffenenvertretung wähle, sondern die sich selbst organisieren. Auch die Mitglieder der Aufarbeitungskommission werden nicht vom Bischof berufen – vielmehr laden sie den Bischof ein. Quelle: 1.wdr


17.6.2022 Drei Betroffene aus dem Bistum Münster äußern sich zur Stellungnahme von Bischof Genn. „Es sind große Worte, und in der katholischen Kirche ist nicht selbstverständlich, dass großen Ankündigungen auch Taten folgen“ – so kommentiert ein Betroffener die Ansagen von Bischof Genn. Quelle: Bistum Münster


17.6.2022 Die Stellungnahme von Bischof Genn im Anschluss an die Veröffentlichung der Studie. Quelle: bistum-muenster


17.6.2022 Bischof Genn, Münster, kann sich sein und der Kirche menschliches und moralisches Versagen im Umgang mit Missbrauchsfällen „auch nicht erklären“. Quelle: Domradio


17.6.2022 Missbrauch durch Pfarrer N. in Delmenhorst. Der zuständige Bischof Homeyer wusste, dass N. bereits vorher Kinder missbraucht hatte. Quellen: NDR 


17.6.2022 Bischof Overbeck, Essen, hat Fehlverhalten in einem Missbrauchsfall im Bistum Münster eingeräumt. Dabei geht es um einen Vorgang von 2009, als Overbeck Weihbischof und Übergangsleiter im Bistum Münster war. Overbeck hat den Fall eines beschuldigten Priesters aus dem Jahr 1997 nicht allen Mitgliedern der Missbrauchskommission, in diesem Fall zwei Frauen, vorgelegt, sondern nur dem damaligen Vorsitzenden der Missbrauchskommission Hand Döink. Quelle: Kirche und Leben


17.6.2022 Der Künstler Norbert Kleinlein stellt vom 15. bis 29.7.2022 unter dem Titel „Nein zu Missbrauch und Gewalt“ einige Zeichnungen in St. Johannis in Schweinfurt aus. Quelle: Mainpost


17.6.2022 Bischof Lucas Looy, 80 J., wurde von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt, verzichtet jedoch auf die Ernennung, weil er Missbrauchsfällen in seinem Bistum Gent von 2004 – 2019 nicht immer energisch genug nachgegangen sei. Quelle: kath.ch


17.6.2022 Bischof Genn, Münster, räumt im Umgang mit Missbrauchsfällen sowohl in seiner Zeit als Bischof von Essen wie als Bischof von Münster ein, Fälle nicht kritisch genug geprüft und nicht hart genug durchgegriffen zu haben, lehnt jedoch einen Rücktritt ab. Er habe nicht vertuscht und die Interessen der Institution nicht über die Sorge um die Betroffenen gestellt. Genn kündigte ein anonymes Meldeportal an,  Die dort eingehenden Meldungen sollen direkt an die Staatsanwaltschaft gehen. Außerdem sollen ab 1.1.2023 in Missbrauch verstrickte Mitarbeiter durch einen Beauftragten überprüft werden, ob sie die Auflagen befolgten. Dabei gehe es um übergriffiges Verhalten, das strafrechtlich nicht als Missbrauch eingestuft werde. Quellen: katholisch.de   Spiegel   1wdr


16.6.2022 Interview mit Thomas Großbölting – Studie von Münster


16.6.2022 Bischof Dominique Rey, Bistum Frejus-Toulon, ist bereit zum Dialog mit dem Vatikan, der Anfang Juni die geplanten Priesterweihen ausgesetzt hat. Der Vatikan ist besorgt über die Ordination vieler Seminaristen, die außerhalb des Bistums ausgebildet wurden in Gemeinschaften, die im Verdacht stehen, sektenähnliche Zuüge zu haben oder Missbrauch zu begünstigen. Quellen: katholisch.de   katholisch.de 18.6.2022


16.6.2022 Das Bistum Münster hat die Bischofsgruft im Dom zu Münster geschlossen, die dort beigesetzten Bischöfe Keller, Tenhumberg und Lettmann haben Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen gemacht. Das Bistum will in Zusammenarbeit mit Betroffenen eine Form finden für die Erinnerung an die Verfehlungen dieser Bischöfe. Quelle: katholisch.de


15.6.2022 Über den Täter Priester P., der zunächst von der Glaubenskongregation exkommuniziert wurde, dessen Exkommunikation dann wieder zurückgenommen wurde und der im Bistum Münster wieder als Priester tätig wurde. Bislang wurde dieser Fall in Studien nicht untersucht.  Quelle: prosieben


15.6.2022 Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Heikendorf, Nordkirche, will einen Missbrauch in einer Sommerfreizeit 1972 aufklären und sucht Teilnehmer der Sommerreise. Die Gemeinde, so der Pastor Thieme-Hachmann – will Verantwortung übernehmen. Quelle: der-reporter


15.6.2022 Interview mit dem Historiker Thomas Großbölting über sein Buch Die schuldigen Hirten, in dem er persönlich beobachtet: „Vieles von dem, was ich an sehr positiver religiöser Sozialisation in meiner Kindheit und meiner Jugend erfahren habe, erscheint nun in einem neuen Licht und nicht in einem guten Licht, sondern absolut doppelbödig, sodass ich mich persönlich im Moment religiös heimatlos fühle.“  Er plädiert für Untersuchungen in den Bistümern, die Jahre der Neuformierung des Katholizismus nach dem Zweiten Weltkrieg und die Neuorganisierung über das Zweite Vatikanum hinweg zu untersuchen, weil diese Phasen ganz entscheiden seien, um die Missbrauchszusammenhänge zu verstehen. Quelle: Domradio


14.6.2022 Ein Pfarrer aus Delmenhorst hat Kinder missbraucht, 15 Jahre lang. Zuvor bereits hat er Kinder in einem katholischen Jugendwerk missbraucht.  (S. 95-113) Quelle: ndr


14.6.2022 Die Studie der Uni Münster belegt, dass der frühere Trierer Bischof Hermann-Josef Spital in seiner Zeit als Generalvikar im Bistum Münster (bis 1980) Kenntnis von sexuellem Missbrauch im Bistum Münster hatte und im Fall Theo Wehren – einem verurteilten Priester, der Kinder eines Kinderheims missbraucht hatte – keinerlei kirchliche Sanktionen aussprach. Später hat er als Bischof von Trier auf den Brief einer jungen Frau nicht geantwortet, die als Messdienerin regelmäßig von einem Priester vergewaltigt wurde. Quelle: swr


14.6.2022 report München und El Pais decken auf, dass Emil Stehle (1926-2017) einer der Köpfe war, die straffällig gewordene katholische Priester den Strafverfolgungsbehörden entzogen, indem sie die Priester über die „Fidei Donum“-Koordinatrionsstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Lateinamerika versteckte. Finanziert wurden die Priesterüber Adveniat, das bischöfliche Hilfswerk für Lateinamerika. Antje Niewisch-Lennartz, Obfrau der Aufarbeitungskommission des Bistums Hildesheim, geht davon aus, dass die Verschickung kirchlicher Missbrauchstäter System hatte. Stehle machte einen des Missbrauchs beschuldigten Priester aus Barcelona zu seinem Privatsekretär. Auch aus dem Bistum Cali in Kolumbien wurde ein beschuldigter Priester zu Stehle nach Santo Domingo geschickt. Stehle selbst werfen nach Recherchen von report München mehr als zehn Frauen sexuellen Missbrauch vor – das jüngste Opfer war zum Tatzeitpunkt elf Jahre alt. Die Deutsche Bischofskonferenz lässt derzeit alle Dokumente von „Fidei Donum“ untersuchen – Ergebnisse können noch im Juni d.J. vorliegen. Quellen: Tagesschau    br   NDR   kathpress.at   swr


14.6.2022 Felix Neumann schaut auf die Studie im Bistum Münster. Quelle: katholisch.de


13.6.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sieht die Einbindung von Betroffenen in die Untersuchung der Universität Münster positiv. Sie unterstützt die Forderung der Autoren der Studie nach einer starken staatlichen Beteiligung an der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Der Staat dürfe die Kirche hier nicht alleine lassen.  Quelle: vaticannews


13.6.2022 Vorstellung der Studie zum Bistum Münster   und Stellungnahme von Bischof Genn bei der Übergabe der Missbrauchsstudie


13.6.2022 Zur Studie im Bistum Münster. Eine Hotline ist vom 13.-19.6. zwischen 10 und 19 Uhr zu erreichen: 0251/495-6252 Quelle: bistum-muenster


13.6.2022 Die Missbrauchsstudie über das Bistum Münster liest sich streckenweise wie die Mentalitätsgeschichte einer katholischen Hölle, kommentiert Christiane Florin. Kirchliche Spitzenkräfte hätten alles gewusst, vor allem, dass es keine Einzelfälle waren. Aber auch die sogenannten Laien seien oft eingeweiht gewesen. DLF


13.6.2022 Der Vatikan hat die Priesterweihe von Peter H. (74) annulliert. Ca 30 Betroffene werfen ihm vor, ihnen sexualisierte Gewalt angetan zu haben – die Dunkelziffer könnte größer sein. Mit der Entlassung aus dem Priesterstand hat das Bistum Essen keine Kontrolle mehr über Peter H. Mit der Annullierung der Priesterweihe ist Peter H. einer förmlichen kirchenrechtlichen Bestrafung zuvorgekommen. Quellen:  Süddeutsche    tagesschau


13.6.2022 Die Studie des Bistums Münster über Missbrauchsfälle zwischen 1945 und 2020 spricht von 610 Betroffenen, die Missbrauch durch 196 Beschuldigte erlitten. 4,1 Prozent aller Priester in diesem Zeitraum begingen Missbrauch an Minderjährigen. Die MHG-Studie hatte 138 Beschuldigte und 450 Betroffene ermittelt. Die Bischöfe Michael Keller (Amtszeit 1947-1961), Joseph Höffner (1962-1969), Heinrich Tenhumberg (1969-1979) und Reinhard Lettmann (1980-2008) hätten verurteilte Geistliche immer wieder in der Seelsorge eingesetzt und damit weitere Taten ermöglicht. Der heutige Bischof Genn (seit 2009 im Amt) habe den Umgang mit Missbrauchsfällen dem Regeln der Bischofskonferenz angepannt, jedoch eine längere Phase gebraucht, um seiner Verantwortung für Intervention und Prävention gerecht zu werden. Der heutige Essener Bischof Overbeck, der früher Weihbischof in Münster war, habe 2009 den Fall eines beschuldigten Offizialatsmitarbeiters nicht der Missbrauchskommission vorgelegt, Vorwürfe in diesem Fall aus dem Jahr 1997 seien damit nicht vollständig aufgearbeitet. In den Sechziger- und Siebzigerjahren habe es in den Gemeinden des Bistums Münster im Durchschnitt zwei Missbrauchstaten durch Priester pro Woche gegeben. Drei Viertel der Opfer seien Jungen, ein Viertel Mädchen, der Großteil sei zwischen zehn und 14 Jahre alt.  Die Forscher haben nur das Hellfeld ermittelt. Sie gehen von einem acht- bis zehnmal so großen Dunkelfeld aus, d.h. von „etwa 5000 bis 6000 betroffenen Mädchen und Jungen“ im Bistum Münster. Die Forscher*innen berichten auch, dass Gemeindemitglieder über die Umtriebe ihres Geistlichen im Bild gewesen seien, ohne das Bistum oder die Justiz einzuschalten. Quellen:  Zeit   ksta   DLF   Kirche und Leben   Spiegel   NDR  Süddeutsche   FAZ


12.6.2022 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, fordert Betroffenenräte in allen Bundesländern. Es gebe eine hohe Zahl von betroffenen Erwachsenen in Deutschland und eine „Kultur des Missbrauchs“. Claus fordert von der Politik die Erforschung des Dunkelfeldes. Quelle: nordschleswiger.dk


11.6.2022 Der Historiker Thomas Großbölting, Gutachten im Bistum Münster, berichtet,dass es für ihn besonders eindringlich war, festzustellen, „wie stark das implizite Wissen um den Missbrauch auch vor 2010 schon verbreitet war. Sowohl in den Bistumsleitungen, in den Bistumsverwaltungen, wie auch in den jeweiligen Pfarrgemeinden.“ Sexueller Missbrauch sei ein offenes Geheimnis und manchmal sogar gar kein Geheimnis gewesen. Besonders herausstechend waren für Großbölting die Vertuschungsaktivitäten der Bistumsleitung. Prävention sei nötig, aber es bedürfe einer Veränderung der Machtstrukturen. Großbölting weist darauf hin, dass es Betroffene und Betroffenengruppen waren, die den Aufarbeitungsprozess vorangebracht hätten – mit wenig Unterstützung der Politik. Quelle: 1wdr


10.6.2022 Therapie für kirchliche Missbrauchstäter: Seit vielen Jahren setzt die katholische Kirche in Österreich auf Missbrauchsprävention. Dazu gehört auch, Beschuldigungen von Betroffenen ernst zu nehmen. Auf Vermittlung der Kirche werden jährlich 20 bis 50 Männer in der Männerberatung Wien vorstellig, die beschuldigt worden sind, sich missbräuchlich verhalten zu haben – von vereinzelten Grenzüberschreitungen bis hin zu sexualisierter Gewalt.  Quelle: orf 


10.6.2022 Im Bistum Münster wurde ein pädophiler Priester in 43 Jahren 14 mal versetzt, zweimal strafrechtlich verurteilt – und nie gestoppt. Dieser Fall steht sinnbildlich für das Wegschauen und das bewusste Vertuschen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Quelle: 1.wdr


10.6.2022 Im Bistum Mainz stehen zwei Seelsorgende für Gespräche mit kirchlichen Missbrauchsbetroffenen zur Verfügung. Quelle: Bistum Mainz


10.6.2022 Kirchlich Betroffene im Bistum Speyer, die sich nicht bei der Kirche melden wollen, können Unterstützung im SOS-Kinderdorf mit seinem Familienhilfezentrum erhalten. Kontakt: beratung.kjh-kaiserslautern@sos-kinderdorf.de. Quelle: Bistum Speyer


10.6.2022 Der Leiter der Studie des Bistums Münster, Thomas Großbölting, fordert vor der Veröffentlichung des Missbrauchs-Gutachtens mehr Einsatz der Politik für Betroffene und beobachtet, dass es für Betroffene schwierig sei, ihre Positionen gegenüber der Institution Kirche durchzusetzen. Den Kardinal-Höffner-Kreis, dem christliche Bundestagsabgeordnete angehören, kritisiert er wegen der Namenswahl: Höffner sei seiner Verantwortung nicht gerecht geworden. Der Kreis hat bereits eine Diskussion über den Namen angekündigt. Quelle: kirche-und-leben


10.6.2022 Ein Betroffener aus dem Bistum Münster erzählt, wie Bischöfe nicht verhindert haben, dass er als Zehnjähriger zum Missbrauchsopfer wurde. Quelle: wdr


10.6.2022 Im Bistum Limburg herrscht Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod des Leiters des Priesterseminars. Er wurde tot aufgefunden, nachdem er von Bischof Bätzing mit dem Vorwurf übergriffigen Verhaltens konfrontiert worden war. Quellen: bistumlimburg  Zeit


9.6.2022 Martin Schmitz aus Rhede, Sprecher des Beirats der Historikerkommission der Universität Münster. Der Beirat hatte die Aufgabe, Ideen, Anregungen und Beiträge zu liefern und zu diskutieren. Schmitz geht davon aus, dass nach der Veröffentlichung der Studie eine Leugnung der Missbräuche, ihr Schönreden und Vertuschen nicht mehr möglich sind. Er hofft, dass sich Betroffene nicht mehr für das rechtfertigen müssen, was ihnen angetan wurde, weil in der Studie Verbrecher auch Verbrecher genannt werden. Dann sind Betroffene nicht länger Nestbeschmutzer. Vom Bischof erwartet Schmitz, dass er sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester zur Chefsache macht, nötige Reformen schnell umsetzt und mit Betroffenen selbst spricht. Quelle: Kirche und Leben


9.6.2022 Am 13. Juni wird das Gutachten des Bistums Münster vorgestellt. Das Bistum richtet eine Hotline ein (0251/495-6252), die von Montag, 13. Juni, bis Sonntag, 19. Juni, jeweils von 10 bis 19 Uhr erreichbar ist Dort wird geschultes Personal die Anliegen der Anrufenden entgegennehmen und weiterleiten. Eine Beratung findet nicht statt. Quelle: Kirche und Leben


8.6.2022 Der wegen sexueller Übergriffe zu viereinhalb Jahren Haft verurteilte argentinische Bischof Zanchetta hat gebeten, wegen seines Nierenleidens die Haft in einem Franziskanerinnen-Kloster absitzen zu dürfen. Quelle: katholisch.de


8.6.2022 Bischof Genn, Münster, hat einen Priester zum 1. Juni in den Ruhestand versetzt, nachdem eine kirchenrechtliche Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen ergab. Bereits seit Februar war dem Geistlichen aus  Borken  die Ausübung priesterlicher Dienste untersagt. Das Seelsorgeteam der betroffenen Gemeinde wurde informiert. Das staatliche Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Quelle: katholisch.de


8.6.2022 Im Erzbistum München und Freising haben sich – zusätzlich zu den bislang bekannten 497 Opfern – weitere 42 Personen gemeldet. Quelle: BR


7.6.2022 In Rhede wurden mindestens 15 Minderjährige von dem 2007 verstorbenen Priester Heinz Pottbäcker missbraucht. Seit 2018 tut die Pfarrei St. Gudula viel dafür, um diese Taten aufzuarbeiten. Sie hat eine Arbeitsgruppe mit kirchlichen Gremienmitgliedern, Betroffenen und Bistumsvertretern gebildet. Ein Betroffener der Selbsthilfegruppe Rhede sagt: „Ich hatte das Gefühl, die Pfarrei ist wirklich daran interessiert, mit uns ins Gespräch zu kommen.“ Im Blick auf höhere Ebenen der Kirche sagte ein Betroffener, es sei nach wie vor schwer, Gehör zu finden. Quelle: Kirche und Leben


7.6.2022 An der Vorstellung der Studie über Missbrauch im Bistum Münster kann per Zoom am Montag, 13.6.2022, 17:30-19:00 Uhr teilgenommen werden. Link und Einwahldaten: https://go.wwu.de/aubim (Kenncode: 306835). Quelle: Bistum Münster


7.6.2022 Ein Priester des Bistums Limburg wurde 2018 von einem Opfer bei der katholischen Kirche angezeigt wegen Missbrauchs eines Minderjährigen von 1986 vus 1993. Die Staatsanwaltschaft stellte Verjährung fest. Nun ist das kirchenrechtliche Verfahren beendet, das die Schwere der Schuld konstatierte und dem Täter eine Geldstrafe auferlegte. Da der Täter während des kirchenrechtlichen Verfahrens aus dem Klerikerstand ausschied, konnte er nicht mehr als Höchststrafe aus dem Klerikerstand entlassen werden. Quellen: vaticannews   fnp.de   neuesruhrwort


6.6.2022 Die katholische Gemeinde Heilig Kreuz in Dülmen, Bistum Münster, macht einen Missbrauchsfall öffentlich, ohne den Namen des Täters, der vor fast vier Jahrzehnten verstarb, zu nennen. In den 1950er-Jahren hat ein Kaplan einem Kind sexualisierte Gewalt angetan. Der Kaplan war von 1955 bis 1957 in der Gemeinde tätig. Zu befürchten sei, dass es weitere Übergriffe gab. Quelle: wn


6.6.2022 Weihbischof Ansgar Puff, Erzbistum Köln, hat am Pfingstsonntag eigene Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt. Hintergrund könnte sein, dass er 2012 als Personalchef einen verdächtigen Priester nicht befragt haben soll. Er beantragte die Freistellung des Beschuldigten, der Papst jedoch entschied, dass der Beschuldigte im Amt bleiben solle. Quelle: ksta


6.6.2022 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat seit dem 1.1.2021 insgesamt 1.136 Anträge von Missbrauchsopfern in der katholischen Kirche bearbeitet. Rund 25 Millionen Euro seien bewilligt worden. Quelle: Domradio


3.6.2022 Der Weisse Ring hat einen Report erstellt über die Erfahrung, die Betroffene mit dem Opferentschädigungsgesetz machten. Quelle: OEG-Report  


3.6.2022 Interview mit Thomas Schnitzler über sein Buch Geschädigte durch Kindesmissbrauch und sexuelle Gewalt im Bistum Trier. Quelle: SWR


2.6.2022 Menschen mit Missbrauchserfahrung im Mittelpunkt: Aggiornamento-Preis für GottesSuche. Dr. Barbara Haslbeck und Erika Kerstner geben Einblick in die Arbeit der Initiative GottesSuche. Quelle: feinschwarz


2.6.2022 Die Justizminister der Bundesländern wollen den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch, Hatespeech und Antisemitismus verstärken. Sie wollen sich dafür einsetzen, dass Aufsichtspersonen in Kirchen, Vereinen und Institutionen bei groben Pflichtverletzungen in Missbrauchsfällen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Quelle: evangelisch.de


2.6.2022 Markus Elstner, hat einen Gedenkstein an St. Cyriakus in Bottrop aufgestellt. Er erinnert an die Opfer des Priesters Peter H., dem 23 Fälle sexuellen Missbrauchs an minderjährigen Jungen in Bottrop, Essen und Bayern vorgeworfen werden. Er soll vor allem ein Gedenken an all die Opfer sein, die ihre Geschichte nie erzählen konnten. Auch Robert Köhler, Vorstand des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, forderte auf dem Katholikentag eine innerkirchliche Erinnerungskultur. Bei der Aufarbeitung gehe es nicht nur um Gutachten, sondern aufh darum, dass Betroffene wieder „erhobenen Hauptes“ durch die Türen der Kirche schreiten wollen, sagte Köhler. Quellen: waz   kath.ch


2.6.2022 Vor der Veröffentlichung einer Aufarbeitungsstudie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster fordern Betroffene höhere Anerkennungszahlungen für Opfer. Eine Betroffene sprach von teils „lächerlichen“ Summen. Quelle: Domradio


2.6.2022 Der von Bischof Bätzing zum Bezirksdekan im Bezirk Westerwald beförderte katholische Priester (64) ist von diesem Amt zurückgetreten. Pfarrer in Hachenburg bleibt er. Dem Priester Winfried Roth warfen zwei Frauen sexuelle Belästigung vor – einmald datierten die Vorwürfe aus dem Jahr 2000, im anderen Fall 2006/2007. Bätzing nannte seine  Entscheidung, den Priester in Kenntnis der Vorwürfe zu befördern, „falsch“ und bat die Betroffenen um Verzeihung. Quellen: katholisch.de    domradio   swr


2.6.2022 Vor der Veröffentlichung einer Aufarbeitungsstudie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster fordern Betroffene höhere Anerkennungszahlungen für Opfer. Eine Betroffene sprach von teils „lächerlichen“ Summen. Quelle: Domradio


1.6.2022 Über einen Missbrauchsfall in einer evangelischen Kirche in Sachsen durch einen Chorleiter. Die Gemeinde ist gespalten. Wer zum Täter hält, erwartet, dass die Betroffenen vergeben. Die Landeskirche Sachsen hat lange zugeschaut. Quelle: share.deutschlandradio


1.6.2022 Die Missbrauchsstudie des Bistums Mainz wird Ende November 2022 erwartet. Quelle: katholisch.de


1.6.2022 Der Bericht der Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft untersuchte den Fall des Pfarrers Klaus Vollmer, der zur Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers gehörte. Weitere Problemanzeigen sind zu untersuchen: Geistlicher Missbrauch, Ausnutzung von Menschen in Abhängigkeitsstrukturen, Weitere Aufklärung und Aufarbeitung und nicht zuletzt eine theologische Reflexion. Quelle: geschwisterschaft


1.6.2022 Bayern und Baden-Württemberg wollen schärfere Regeln einführen, wenn Leiter in Kirchen, Schulen, Vereinen weitere Missbrauchsfälle an Kindern  durch fahrlässiges Handeln ermöglichen. Quelle: Zeit


1.6.2022 „Me Too“-Fälle in Frankreich: „Es ist Zeit, dass die Scham die Seiten wechselt“ Quelle: sueddeutsche


1.6.2022 Die evangelische Kirche in Heikendorf, Nordkirche, will einen Missbrauchsfall in einer Sommerfreizeit 1972 aufklären. Ein zehn Jahre alter Junge soll von einem ehrenamtlichen Betreuer missbraucht worden sein. Die Nordkirche sucht Zeugen dafür. Quelle: NDR


1.6.2022 Die Möglichkeit zur Entschädigung von Gewaltopfern nach dem Opferentschädigungsgesetz ist in Deutschland 76 Prozent der Menschen unbekannt. Das ergab eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Weißen Rings. Selbst Opfer einer Gewalttatoder Menschen, die im privaten Bereich Betroffene kennen, wissen zu 70 Prozent nichts von diesem Gesetz. Befragt wurden 4.000 Menschen in Deutschland, 700 gaben an, selbst schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein oder Betroffene im persönlichen Umfeld zu kennen. Quelle: Neues Ruhrwort


1.6.2022 Hinweis auf den Film: Sommerfahrt – Zeit heilt keine Wunden.


1.6.2022 Felipe Berrios, 65, bekannter Jesuit aus Chile, hat sich nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Er wies alle Vorwürfe zurück. Quelle: katholisch.de


1.6.2022 Im Bistum Aachen gibt es einen gemeinsamen Beraterstab für Caritas und Bistum. Seine Aufgabe ist es, Empfehlungen zu geben, wie „die Aufarbeitung von Missbrauch durch Geistliche sowie vorbeugende und einschreitende Maßnahmen weiterentwickelt werden können“. Dem Beraterstab gehören zwei kirchlich Betroffene, zwei Ansprechpüersonen und fünf Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen, aus kirchlichem und staatlichem Recht, Seelsorge und Psychiatrie an. Die Leitung liegt bei der Präventionsbeauftragten Mechild Bölting und der Caritas-Fachreferentin für Prävention und Intervention, Theresia Heimes. Eine mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kindesmissbrauch 2020 verabredete Aufklärungskommission gibt es bislang nicht. Quelle: Domradio


1.6.2022 Kirchlich Betroffene aus dem Bistum Münster sprechen von ihren Erwartungen an die Studie des Bistums Münster, die am 13. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Quelle: Kirche und Leben


1.6.2022 Die katholische St.-Georg-Gemeinde in Heidenau hat das Grab des früheren Pfarrers Herbert Jungnitsch (1898 – 1971) eingeebnet. Zuvor waren Anträge auf einen Vaterschaftstest gestellt worden, Proben wurden entnommen. Jungnitsch war von 1948 – 1971 Pfarrer in Heidenau gewesen. In mindestens vier Fällen soll er sich der sexualisierten und körperlichen Gewalt bis zum schweren Missbrauch von Kindern schuldig gemacht haben. Erste Meldungen gingen 2010 beim Bistum Dresden-Meißen ein. Opfer waren Mädchen zwischen vier und acht Jahren. Mindestens sechs andere Männer zwischen 20 und 70 Jahren sollen beteiligt gewesen sein. Sie kamen z.T. aus dem familiären Umfeld. Quelle: Freie Presse


31.5.2022 Der Staatsrechtler Josef Isensee, Bonn, wirft den katholischen Bischöfen vor, ihre persönliche Verantwortung auf die Institution Kirche abzuwälzen. Sie selbst wären es gewesen, die „lange Zeit die Untaten ihres Personals vertuscht haben“ und das Vertrauen in die Kirche zerstört hätten. Quelle: Kirche und Leben


31.5.2022 Die Glaubenskongregation hat einen ehemaligen Pfarrer (heute 88) des Bistums Osnabrück des sexuellen Missbrauchs mehrerer Minderjähriger für schuldig befunden. Er wurde nun von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen. Am 15.12.2018 hatte Bischof Bode informiert, dass in der Glaubenskongregation die Schuld des Priesters festgestellt worden war, die er zudem eingeräumt hatte. Wegen seines Alters und seiner angeschlagenen Gesundheit sei aber von einem Verfahren vor einem kirchlichen Gericht abgesehen worden. Er war in  Merzen, Dalum, Rhede und in Twist eingesetzt. Quelle: katholisch.de


30.5.2022 Die bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen stiegen Im Vergleich der Jahre 2020/2021 um 6,8 Prozent auf 15.507 Fälle. Im Bereich der Missbrauchsdarstellungen fand ein Anstieg um 108,8 Prozent auf mehr als 39.000 Fälle statt. In Deutschland wurden also täglich 42 Kinder und Jugendliche Opfer sexualisierter Gewalt. Quelle: Tagesspiegel


30.5.2022 Norbert Bauer, Leiter der Karl Rahner Akademie in Köln, über seine Eindrücke vom Katholik*innentag. Quelle: feinschwarz


30.5.2022 Das Urteil gegen den katholischen Priester U. aus dem Erzbistum Köln ist rechtskräftig: Der Verurteilte muss zwölf Jahre in Haft und an drei BEtroffene Schmerzensgeld von 50.000 Euro und Schadenersatz zahlen. Insgesamt waren dem Priester Missbrauchstaten an neun minderjährigen Mädchen vorgeworfen worden, die zwischen 1993 und 2018 begangen wurden. Quelle: Neues Ruhrwort


29.5.2022 Papst Franziskus hat entschieden, den führenden Verwaltungschef des Staates „Vatikan-Stadt“, den 77 jährigen spanischen Legionär Christi, Bischof Fernando Vérgez Alzaga, zum Kardinal zu ernennen. Quelle: vatican.va


29.5.2022  Daniel Bogner beschreibt im Interview, ob die Kirche noch zu retten ist. Kirsten Dietrich berichtet über die Präsenz des Themas Missbrauch auf dem Katholik*innentag. Heribert Prantl spricht von der Notwendigkeit der Umkehr der Kirche zu sich selbst. Johanna Beck formuliert den Stand der Aufklärung in der katholischen Kirche: „Die Kirchenvertreter denken häufig: ‚Wir sind schon sehr weit.‘ Aber wir sind noch am Anfang.“


28.5.2022 Die Gottessucherinnen haben den 1. Platz des Aggiornamento-Preises des Zentralkomitees der deutschen Katholiken auf dem Katholik*innentag erhalten und danken herzlich für diese Auszeichnung. Sie ist ein weiterer Schritt zur Erkenntnis, dass Betroffene sexualisierter Gewalt – Kinder, Jugendliche, Erwachsene – immer schon mitten unter uns leben und auch in allen kirchlichen Veranstaltungen und Gemeinschaften dabei sind. Den Dank haben wir in der Rede formuliert:

 2022 AggiornamentopreisSehr geehrte Frau Dr. Stetter-Karp, liebe Mitfeiernde!

 Mit unserem Dank für den Aggiornamento-Preis stehen wir hier nicht alleine – wir sind stellvertretend hier für viele von sexuellem Missbrauch Betroffene, die noch Erwartungen an ihre Kirche haben. weiter


28.5.2022 Kardinal Marx, München, sagt, die Entscheidung, das Gutachten des Erzbistums München  von 2010 nicht zu veröffentlichen, sei die Entscheidung der Anwaltskanzlei und es sei nie zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Kritiker werfen Marx vor, das Gutachten gezielt unter Verschluss zu halten, weil sonst bekannt würde, dass Marx als Erzbischof 2010 keine weitreichenden Konsequenzen gezogen hat. Quelle: kath.ch


28.5.2022 Heribert Prantl nennt auf dem Katholik*innentag den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche einen „Verrat an den Opfern und die Spucke im Angesicht Gottes“. Er sieht die Zeit für eine neue Reformation gekommen. Tröstlich sei, dass die Kirche selbst noch zu retten ist, solange sie Menschen aus ihrer Not retten könne. Johanna Rahner, Leiterin des Instituts für Ökumenische und Interreligiöse Forschung,wies darauf hin, dass Sinn und Überzeugung nicht durch Autorität zu ersetzen sind. Quelle: katholisch.de


28.5.2022 Das Thema Missbrauch war auch auf dem Katholik*innentag allgegenwärtig. Ab Herbst wollen die katholischen Bischöfe die Aufarbeitung neu organisieren. Der Vorstand des Vereins Ettaler Missbrauchsopfer, Robert Köhler, betonte, dass die Aufarbeitung nicht mit einem Gutachten getan sei und schlug eine kirchliche Erinnerungskultur vor. Betroffene sollten sich auch am Ort der Tat angenommen fühlen können. Der Theologe Peter Hundertmark gesteht der katholischen Kirche nur dann eine Chance zur Aufarbeitung zu, wenn Hilfe von außen kommt. Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz, wünscht sich, „dass diese Kirche sich in Zukunft so gestaltet und verändert, dass jemand wie ich bleiben kann“. Mitglieder des Betroffenenbeirats der DBK und andere Betroffenenorganisationen protestieren mit einem Stand zur Aufarbeitung, der als geschlossene Baustelle gestaltet ist: „Fertigstellung: Dauert noch!!!“ Quelle: Domradio


28.5.2022 Die Betroffeneninitiative MissBiT e.V., Trier, lädt zur Vorstellung des Buches „Geschädigte durch Kindesmissbrauch und körperliche Gewalt. Verantwortlichkeiten und Perspektiven. 55 Falldarstellungen der Betroffeneninitiative MissBiT e.V.“ des Autors Dr. Thomas Schnitzler ein. Termin: Montag, 30.5., 19 Uhr, Bürgerhaus Trier-Nord, Hans-Eiden-Platz 4, Trier.


28.5.2022 Redakteur Ulrich Breulmann hatte im Februar einen offenen Brief an den Papst geschrieben. Tenor: „Retten Sie unsere Kirche, Papst Franziskus!“ Jetzt hat er eine Antwort aus dem Vatikan erhalten – eine nichtssagende. Quelle: ruhrnachrichten


27.5.2022 In einem Werkstattgespräch des Katholik*innentages zum Thema „Angesichts sexualisierter Gewalt: Gehen oder Bleiben? – Erwartungen an die Kirche – Hoffnungen im Glauben“ wurde deutlich, dass die Unterstützung Betroffener nicht nur Aufgabe der 0,05 % katholischer Kleriker ist, sondern Aufgabe aller 99,95 % Mitchrist*innen an der Kirchenbasis. Klarer wurde auch, dass es beide Gruppen braucht: Die Gruppe derer, die aus der Mitte der Kirche heraus die Kirche verlassen – sie zeigen den Bischöfen und Kirchenleitungen den Ernst der Krise der katholischen Kirche und sie unterstützen die zweite Gruppe, diejenigen, die als Kirchenangehörige versuchen, die Gestalt der Kirche zu reformieren. Dass sich am Werkstattgespräch nur wenige Männer beteiligten – darunter ein einziger Priester -, dürfte bestätigen, dass es ganz überwiegend Frauen sind, die dem Thema Missbrauch und den davon direkt und indirekt Betroffenen Raum geben wollen. E. Kerstner

27.5.2022Doris Reisinger fordert auf dem Katholik*innentag, dass die Kirche auch Erwachsene als Opfer von Missbrauch in den Blick nehmen müsse. Alle vorliegenden Zahlen deuten darauf hin, dass das Problem bei Erwachsenen noch größer sei als bei Kindern. Eine Studie aus den USA zeigt, dass 30 Prozent der Ordensfrauen sexuell traumatisiert wurden. In Deutschland dürfte die Situation ähnlich sein.  Quelle: br


27.5.2022 Der Theologe Tomas Halik vergleicht die Lage der Kirche mit der Zeit vor der Reformation. und betont, dass Reformen neben institutionellen Veränderungen auch eine kontemplative Dimension brauchen. Als Hauptkonkurrenten des kirchlichen Christentums sieht er nichtkirchliche Spiritualität und die politische Nutzung des Christentums als identitätspolitische Ideologie der extremen Rechten. Wenn die von Papst Franziskus angestoßene synodale Reform gelinge, könne dies ein dritter Weg sein. Quelle: katholisch.de


27.5.2022 Die Southern Baptist Convention veröffentlicht eine 205 Seiten lange Liste mit Namen von Pastoren und anderen Kirchenmitarbeitern, denen sexueller Missbrauch angelastet wird. Zu den Vorwürfen gehört auch der Missbrauch von fünfjährigen Kindern. Quelle: stern


27.5.2022 Annette Zoch Schaut auf den Katholik*innentag: „Die Päpste, die Kurie und die Bischöfe haben jahrzehntelang unterschätzt, welch grundstürzende Erschütterung der Skandal um sexualisierte Gewalt für die Fundamente der Kirche bedeutet. Wie sehr der Umgang mit dem Missbrauch der katholischen Kirche ihren Markenkern genommen hat, nämlich die Glaubwürdigkeit.“ Quelle: Süddeutsche


27.5.2022 Der Priester des Erzbistums Köln, dem das Erzbistum Spielschulden von einer halben Million Euro – mit Nachversteuerung dann insgesamt 1,15 Millionen Euro – zahlte, ist nach der Meldung einer Zeitung selbst Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester. Der Missbrauch geschah zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr des späteren Priesters. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, kritisiert, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. Opfer, die Priester werden, würden bevorzugt. Üblicherweise erhalten kirchliche Missbrauchsopfer lediglich bis zu 50.000 € Anerkennungszahlungen. Quelle: focus


27.05.2022 Bischof Bätzing sagte auf dem Katholik*innentag, dass er heute den Betroffenenbeirat einbeziehen würde in der Entscheidung über die Beförderung eines Priesters, der mehrfach übergriffig gegenüber Frauen wurde. Quellen: Domradio   katholisch.de


27.5.2022Die italienischen Bischöfe haben beschlossen, zunächst kirchliche Missbrauchsfälle der beiden letzten Jahre untersuchen zu lassen. In einer zweiten Untersuchung sollen in Zusammenarbeit mit der Glaubenskongregation Missbrauchsfälle untersucht werden, die die Jahre 2000 bis 2021 umfassen. Quelle: katholisch.de


26.5.2022 Auf einem Podium des Katholik*innentags ist der Missbrauch Erwachsener Thema. Doris Reisinger konstatiert, dass eine radikale Aufarbeitung dieses Themas noch gar nicht angefangen habe und in diesem System auch nicht möglich sei. Zum einen sind nur ganz wenig Betroffene bereit, ihre Geschichte mit Klarnamen zu erzählen, zum anderen gebe es in der Kirche noch kaum jemanden, der sich hinter die Betroffenen stellt. Betroffene müssten vielmehr damit rechnen, dass sie nach einer Veröffentlichung selbst angegriffen und als unglaubwürdig dargestellt werden. Die Theologin Ute Leimgruber bemängelt, dass in der kirchlichen Ordnung für den Umgang mit Missbrauchsfällen lediglich Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene vorkommen, nicht jedoch sexuelle Belästigung Erwachsener, die nicht schutz- oder hilfebedürftig sind. Quelle: Bistum Essen


26.5.2022 Thomas Jansen fragt, wer dieser Kirche – der katholischen – noch zuhöre. Bischof Bätzing verteidigt die Beförderung eines übergriffigen Bischofs. Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK, hält Bätzing vor, dass er Missbrauch fälschlicherweise auf Minderjährige beschränke. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Frau Stetter-Karp, reagiert selbstkritisch auf die Frage, wo denn die Laienkatholiken im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen bislang gewesen seien: Das ZdK habe die Auffassung vertreten, dass die Bischöfe aufarbeiten müssten. Quelle: FAZ


26.5.2022 Kardinal O’Malley empfiehlt den katholischen Bischöfen Italiens, offen mit dem Missbrauch umzugehen, der in kirchlichen Einrichtungen und durch Kleriker verübt worden ist. Dies sei der einzige Weg zur Aufarbeitung. Quelle: vaticannews.va


25.5.2022 Interview mit Pater Klaus Mertes: Über die Folgen des Missbrauchsskandals, Sexualität und warum die katholische Kirche ein Global Player bleibt. Quelle: taz


25.5.2022 In einer Gemeinde im Bistum Trier arbeitete bis 2015 ein Priester, gegen den mehrfach seit 2006 Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt erhoben wurden. 2018 besuchte Bischof Ackermann die Gemeinde, die damals – vergeblich – hoffte, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen und Unterstützung in der Aufarbeitung des Missbrauchs. Nun scheibt der Pfarreienrat der Gemeinde an den Bischof und wirft ihm mangelndes Interesse und Engagement für die Probleme der Kirchengemeinde und Vernachlässigung seines Hirtenamtes vor. Außerdem fordert der Pfarreienrat Bischof Ackermann auf, zur Firmung nicht in die Pfarrei zu kommen, sondern Weihbischof Brahm zu schicken. Die Vorwürfe gegen den heutigen Ruhestandspriester beschäftigen kirchliche und staatliche Stellen. Die Bischöfe Marx, Ackermann und Bätzing waren mit diesem Fall befasst und räumten im April 2021 Fehler ein. Quelle: Domradio


25.5.2022 Nachdem bekannt wurde, dass Bischof Bätzing einen übergriffigen Priester zum Dekan ernannte, sagte Bischof Fürst, Rottenburg-Stuttgart, er sei „perpelex und überrascht“. In seiner Diözese würde er so etwas nie tun. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, betonte, dass es nicht wohl nicht um strafrechtlich relevante Taten gehandelt habe, dennoch müsse Bätzing zu einem „Fehler möglicherweise in der Vergangenheit“ Stellung nehmen. Bischof Bätzing nimmt Stellung und fragt: „Kann ich einen Priester, der vor 15 Jahren einen Fehler begangen hat, den er einsieht, für den er Reue zeigt, für den er um Entschuldigung gebeten hat und eine Strafe gezahlt hat – kann ich die unendlich lange vorhalten?“ Er sei der Mehrheit der Seelsorgenden gefolgt, die den Priester als Bezirksdekan vorgeschlagen hätten. „Es ist kein Fauxpas. Sondern ich habe im Abwägen der Gesamtsituation diese Entscheidung getroffen“, sagte Bätzing. Quellen: Süddeutsche  FAZ


25.5.2022 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat sich in seiner Vollversammlung mit den Reformen in der Kirche und mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs beschäftigt. Dabei fand auch ein Austausch mit der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, statt. Claus sieht die Gefahr eines Vakuums in den kommenden Monaten, nachdem Bischof Ackermann sich aus dem Amt des Missbrauchsbeauftragten der DBK zurückzieht. Ähnlich äußerte sich auch Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats der DBK. Kerstin Claus erwartet von den katholischen Laien, dass sie in der Aufarbeitungsdebatte sichtbarer werden und ein klares Profil gegenüber der Bischofskonferenz entwickeln. Quellen: katholisch.de    Domradio


24.5.2022 Missbrauch macht vor keiner Institution Halt, auch nicht vor dem Abraham-Geiger-Kolleg. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschland ruft dazu auf, sich an der Aufklärung der Vorwürfe zu beteiligen. Quelle: domradio


24.5.2022 Bericht über den langen und bislang vergeblichen Kampf von Hermine Schneider, einem ehemaligen Heimkind, um eine Opferentschädigungsrente. Vorsicht: Triggergefahr. Quelle: zdf


24.5.2022 Der katholische Kinderschutzexperte Hans Zollner sieht in der Kirche eine Kultur des Abschiebens von Verantwortung und Verantwortlichkeit. Dies sei eines „der Elemente der katholischen Selbstbehauptung“, sagte er. Es sei ein System zu einer gewissen Perfektion gebracht worden, bei der am Ende niemand mehr wisse, wer für was verantwortlich gewesen sei. „Accountability ist kein katholisches Wort.“ Quellen: Neues Ruhrwort   bistum-wuerzburg


24.5.2022  Einem Pfarrer des Bistums Limburg warf  im Jahr 2000 eine evangelische Pfarrerin sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vor. Auch eine Gemeindeassistentin warf ihm zwischen 2006 und 2007 sexuelle Belästigung vor. Bischof Bätzing sprach bei Amtsübernahme 2016 mit beiden Frauen, glaubte ihnen und sprach dem Pfarrer einen „förmlichen Tadel“ aus. Dennoch habe Bischof Bätzing den Geistlichen später zu einem der elf Bezirksdekane des Bistums Limburg ernannt. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisierte Bätzings Vorgehen scharf: „Es ist ein für Bischof Bätzing beschämender Vorgang, weil hier die ganze Frauenverachtung der Kirche zutage tritt.“ Schüller sagte, der Vorgang zeige, dass Frauen, die solche Vorfälle anzeigen, immer noch nicht ernst genommen werden. Man denke, die sexuellen Handlungen geschähen im gegenseitigen Einverständnis, blende jedoch die Abhängigkeit völlig aus. Das Bistum Limburg hat die Vorwürfe gegen Bischof Bätzing zurückgewiesen, er habe bei der Entscheidung, den Priester zum Dekan zu befördern, die Interessen von Betroffenen sexueller Belästigung nicht berücksichtigt. Das Bistum verteidigte die Beförderungsentscheidung und zeigte zugleich Verständnis für die Empörung der Betroffenen. Quellen: Neues Ruhrwort   rp-online   evangelisch.de (25.5.22)


24.5.2022 Der Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, informiert über die geplanten Vorgänge anlässlich der Veröffentlichung des Gutachtens der Universität Münster. Quelle: offizialat-vechta


23.5.2022 Der Südliche Baptistenverband der USA hat einen Untersuchungsbericht zu Missbrauchsfällen veröffentlicht. Führende Pastoren haben Missbrauchsopfer jahrelang ignoriert, eingeschüchtert und diffamiert. Die Namen von 703 des Missbrauchs beschuldigter Baptistenpastoren sind in dem Bericht veröffentlicht, deine eine US-amerikanische Ermittlungsfirma erstellt hat. Quelle: evangelisch.de


23.5.2022 Bei einer Veranstaltung zum Thema „Kirche und Sexualität“ in Dudweiler, Bistum Trier, an der keine Betroffenen beteiligt waren, übten katholische Vertreter Selbstkritik im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsopfern. Dr. Andreas Zimmer, Leiter der Präventionsstelle im Bistum Trier, bekannte, dass vieles im Umgang mit Missbrauchsopfern und -tätern in der Vergangenheit unwürdig und amateurhaft gewesen sei: „Ein Großteil derjenigen, die Missbrauch erlitten haben, sind in der Kirche. Eigentlich sind die Betroffenen die Kirche“, sagte er.  Quelle: Bistum Trier


23.5.2022 Vor der Vollversammlung der italienischen Bischöfe fordern kirchlich Betroffene von den Bischöfen, kirchliche Missbrauchsfälle unabhängig aufklären zu lassen. Francesco Zanardi, Vorsitzender des Netzwerkes „Rete l’Abuso“, weist auf die unabhängige Untersuchung in Frankreich hin und rechnet mit deutlich höheren Zahlen in Italien als bislang bekannt sind. Bislang verweigern die Bischöfe eine unabhängige Aufklärung. Die Öffentlichkeit reagiert verhalten. Quelle: katholisch.de


23.5.2022 Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Dezember 2021 in Absprache mit Adveniat eine unabhängige Untersuchung in Auftrag gegeben. Untersucht werden sollte, ob Adveniat sog. „Fidei-Donum“-Priester, die Sexualstraftäter waren, nach Lateinamerika abgeschoben haben. Untersucht werden soll auch, ob Bischof Emil Stehle, Erzbistum Freiburg, andere Priester durch einen Auslandseinsatz vor Strafverfolgung wegen Missbrauchs schützte. Stehle hat von 1972 bis 1984 den Missionseinsatz deutscher Geistlicher, vorwiegend in Lateinamerika und der Karibik, koordiniert.- Zudem werfen seit 2021 fünf Personen dem Bischof sexuelles Fehlverhalten vor. Ob es um Missbrauch Minderjähriger geht, ist unbekannt. Quellen: katholisch.de   Süddeutsche


21.5.2022 Dem Kinderfotografen Achim Lippoth wird Kindesmissbrauch vorgeworfen. Er bestreitet die Vorwürfe. In den letzten 25 Jahren gab es bereits drei Anzeigen gegen Lippoth. Erst bei der vierten Anzeige im Juni 2021 ermittelte die Polizei. Quelle: Zeitmagazin 


21.5.2022 Im Interview mit Christiane Florin sagt Bischof Bätzing: „Ich gebe zu, ja, der Papst enttäuscht mich auch, aber im Sinne einer Täuschung. Der Papst ist auch in der Katholischen Kirche, auch mit allem Recht, was ihm zustünde, nicht der, der die Kirche vom Kopf auf die Füße stellen könnte, was wir uns wünschen. Er tut, was er kann. Er bringt nämlich einen Prozess in Gang, wo all diese Fragen auf den Tisch kommen.“ Quelle: deutschlandfunk


20.5.2022 Die Bild-Zeitung hatte geschrieben, dass Kardinal Woelki einen „Missbrauchspriester“ und Sexualstraftäter“ befördert habe und sie hatte von einem „Woelki-Skandal“ berichtet, nach dem alle deutschen Bischöfe zurücktreten könnten. Woelki ging vor Gericht, das ihm im ersten Fall Recht gab. Die Bildzeitung darf nicht mehr schreiben, dass Woelki einen „Missbrauchspriester/Sexualstraftäter“ zum stellvertretenden Stadt-Dechanten befördert habe, weil der stellvertretende Stadtdechant keinen Kindesmissbrauch gestanden habe, sondern den Kontakt zu einem jugendlichen Prostituierten. Vom Woelki-Skandal, Missbrauchs- und Vertuschungsskandal jedoch darf „Bild“ weiter schreiben, weil unstreitig sei, dass es in der Kirche einen Missbrauchsskandal gebe, der vertuscht werden sollte. Als Beleg wertete das Gericht, dass der Papst Woelki gemaßregelt habe wegen Fehlern bei der Missbrauchsaufarbeitung und weil unstrittig sei, dass das erste Gutachten von WSW von Woelki nicht veröffentlicht wurde. Die Nichtveröffentlichung des ersten Gutachtens wertet das Gericht als Vertuschung. Quellen: FAZ  Domradio


19.5.2022 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission ruft Betroffene von Missbrauch auf, die die Verbrechen bei den Zeugen Jehovas erlitten haben. Quellen: aufarbeitungskommission  domradio


19.5.2022 Vergebung kann es für den Münchner Theologen und Psychoanalytiker Eckhard Frick nicht auf die Schnelle geben. Das gelte insbesondere in Fällen sexualisierter Gewalt oder im Krieg. Ansonsten täte man den Betroffenen Unrecht.  Quelle: Domradio   s. auch gottes-suche


19.5.2022 Reinhold Harnisch, einer der Sprecher des Betroffenenbeirats im Bistum Paderborn, berichtet, wie es zum Betroffenenbeirat kam. Er kritisiert das Anerkennungsverfahren als entwürdigend und retraumatisierend. Quelle: Der Dom


19.5.2022 Für ihr Missbrauchsgutachten im Auftrag der Erzdiözese München und Freising hat die Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) rund 1,45 Millionen Euro in Rechnung gestellt. Zum Vergleich: Das Erzbistum Köln zahlte 1,98 Millionen Euro plus 820 000 Euro für PR-Beratung. Quelle: Süddeutsche


18.5.2022 Cynthia Rosenberger, Mitglied des Pfarreirats der Delmenhorster Marienkirche, wird in zwei Gottesdiensten über ihre Erfahrungen mit Missbrauch durch ein Familienmitglied sprechen. Ihr ist wichtig, Betroffene zu ermutigen, über ihr Leid zu sprechen. Sie will das Thema wachhalten, zumal auch in der damals noch selbständigen Pfarrei Allerheiligen ein Priester Missbrauchstäter war. Quelle: Kirche und Leben


18.5.2022 Weltweit sind in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas Fälle von sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen bekannt geworden. Die staatlichen Kommissionen einiger Länder wie Australien und Großbritannien haben bereits Aufarbeitungsprojekte durchgeführt. In Ländern wie etwa den Niederlanden wurden wissenschaftliche Untersuchungen begonnen. Betroffene, die Mitglieder der Zeugen Jehovas waren, haben sich auch an die deutsche Kommission gewandt und von sexuellem Kindesmissbrauch innerhalb der Gemeinschaft und deren Umgang mit Betroffenen berichtet. Quelle: aufarbeitungskommission


17.5.2022 Zu einer Arbeitstagung trafen sich 14 der inzwischen 16 (von 27 Bistümern) existierenden Vorsitzende der Unabhängigen Kommissionen zur Aufarbeitung secuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Sie berieten über den Stand der Entwicklung in den Bistümern. Die Vorsitzenden der Kommissionen werden in ihrer Herbstsitzung eine vorsitzende Person und zwei Stellvertretungen wählen. Quelle: Wiesentbote


17.5.2022 Kerstin Claus, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, will in ihrer Arbeit drei Schwerpunkte setzen: Vernetzung aller staatlichen Ebenen, eine Dunkelfeldstudie und eine weitere Sensibilisierungskampagne. Eine repräsentative Umfrage ergab, dass 90 Prozent der Menschen in Deutschland wissen, dass Missbrauch vor allem in den eigenen Familien stattfindet, nur elf Prozent hingegen halten es für wahrscheinlich, dass er in der eigenen Familie geschieht. Nur wer Missbrauch im persönlichen Umfeld für möglich halte, beginne über Schutzräume nachzudenken, sagte Claus. Anfang Juli ist ein Gespräch mit beiden Großkirchen verabredet. Mit der evangelischen Kirche laufen noch Verhandlungen über eine Vereinbarung über Aufarbeitungs-Standards. Ob das neue Modell der Betroffenenbeteiligung der EKD tragfähig ist, werde sich noch zeigen. Quelle: evangelisch.de


17.5.2022 Der frühere Generalvikar des Bistums Speyer Andreas Sturm nennt drei Gründe für seinen Rücktritt: den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche und den Umgang der Kirche mit dem Missbrauch, den Umgang der Kirche mit Frauen und schließlich auch den Zölibat. Quellen: Neues Ruhrwort 


16.5.2022 Ein evangelikaler Pastor wurde zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er für schuldig befunden worden war, 10 indigene Mädchen im Alter zwischen 3 und 10 Jahren in Naranjal, Alto Paraná, Paraguay sexuell missbraucht zu haben. Der Verurteilte leugnete die Verbrechen. Quelle: wochenblatt.cc


16.5.2022 Die Entscheidung von Andreas Sturm, vom Amt des Generalvikars zurückzutreten und aus dem Dienst des Bistums auszuscheiden, wird von vielen mit Bedauern aufgenommen, u.a. von der Diözesanversammlung, dem Katholikenrat und dem BDKJ. Quelle: bistum-speyer


13.5.2022 Papst Franziskus will vom 24.-30. Juli d.J. nach Kanada reisen. Er will sich für die Rolle der katholischen Kirche in den Internaten und Heimen entschuldigen, die zu Missbrauch, Gewalt, Verwahrlosung und zum Tod so vieler indigener Kinder führte. Der Papst werde in die Städte Edmonton, Québec und Iqaluit reisen. Quellen: ref.ch   parstoday


13.5.2022 Der Betroffenenbeirat der DBK würdigt die Arbeit von Bischof Ackermann als Missbrauchsbeauftragtem der DBK. Er habe das Amt angetreten als noch die überwiegende Mehrheit der kath. Bischöfe meinte, das Thema Missbrauch sei ein temporäres Thema. Der Betroffenenbeirat wünsche, an der geplanten Neuordnung der Aufarbeitung „auf Augenhöhe“ beteiligt zu werden.Zugleich kritisierte der Betroffenenbeirat, dass eine gut ausgestattete und begleitete Betroffenenarbeit, eine adäquate Anerkennung des Leids und die transparente Aufarbeitung bislang nur in Ansätzen zu erkennen seien: „Echte Lösungen oder gar grundlegende und von Bischöfen wie Betroffenen gemeinsam getragene Perspektiven fehlen weiterhin und müssen zwingend gefunden werden“, kritisieren die Betroffenenvertreter. Quellen: evangelisch.de  katholisch.de


13.5.2022 Andreas Sturm, Generalvikar des Bistums Speyer, scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst des Bistums aus. Bischof Wiesemann hat den Rücktritt angenommen und den Generalvikar von allen priesterlichen Aufgaben entbunden. Sturm wird als Pries6ter in der altkatholischen Kirche arbeiten. Seinen Schritt begründet er:  „Ich habe im Lauf der Jahre Hoffnung und Zuversicht verloren, dass die römisch-katholische Kirche sich wirklich wandeln kann.“ Quellen: Zeit   katholisch.de


13.5.2022 Hier ist über die Karriere eines katholischen Priesters berichtet. 1994 wurde er im Bistum Trier wegen 28-fachen Missbrauchs Minderjähriger zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.Er reist nach Bad Kohlgrub, Bistum Augsburg und wird dort 1996 Priesterlicher Leiter der Seelsorge im Pfarrverband. Als Auslandsgeistlicher geht er in Zusammenarbeit mit Renovabis in die Ukraine. Dort wird er erneut übergriffig. Um 2012 ist er Krankenhaus- und Altenheim-Seelsorger im Landkreis Bad Kreuznach, Bistum Trier. Er zeigt sich selbst an, das Verfahren wird wegen Verjährung eingestellt. 2014 wurde ein kirchliches Verfahren auf dem Verwaltungsweg mit der Feststellung der Schuld abgeschlossen. 2021 meldeten sich weitere Betroffene beim Bistum Trier mit Vorwürfen aus den 1970er bis 1990er Jahren. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung stellte im Januar 2022 mehrfachen, teils schweren sexuellen Missbrauch fest. Am 22. April laisierte Papst Franziskus den Priester. Wer jeweils zuständig war, ist klar, wer wann jedoch was gewusst habe, ist unklar. Quellen: Süddeutsche   BR  Bistum Trier   katholisch.de


12.5.2022 Auch im Erzbistum Köln gibt es nun eine Unabhängige Aufarbeitungskommission, wie 2020 mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung verabredet. Quelle: aachener-zeitung   erzbistum-koeln


12.5.2022 Bischof Ackermann, Trier, gibt im Herbst das Amt des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ab. Die Bischöfe kündigten an, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen neu aufzustellen. Quelle: katholisch.de


12.5.2022 Charles Scicluna, vatikanischer Ermittler und Erzbischof von Malta, fordert die konsequente Umsetzung der 2019 von Papst Franziskus erlassenen Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch in allen katholischen Diözesen weltweit. Zahlreiche Diözesen hätten die Vorgaben umgesetzt, bei einigen Bischöfen fehle jedoch das Problembewusstsein. Die Vorgaben des Apostolischen Schreibens „Vos estis lux mundi“ liegen nach Aussage von Scicluna allerdings nicht in allen Landessprachen vor, zudem habe die Pandemie den Prozess verlangsamt. Quelle: kathpress


12.5.2022 Das Bistum Essen hat einen Priester wegen des Verdachts eines sexuellen Missbrauchs suspendiert. Dem Priester werden sexuelle Handlungen an einem Jugendlichen vor über 30 Jahren vorgeworfen. Ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft war wegen Verjährung eingestellt worden. Der Beschuldigte räumte die Tat ein und wurde suspendiert. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eingeleitet. Quelle: zeit


12.5.2022 In den USA liegt ein Bericht der Regierung über die Zustände in den Internaten für Ureinwohner*innen vor. Allein in 19 bislang untersuchten Internaten kam es zwischen 1819 und 1969 zu über 500 Todesfällen. In dieser Zeit gab es in den USA mehr als 400 Internate, die indigende Kinder zwangsweise besuchen mussten. Die Autoren gehen von „Tausenden oder Zehntausenden“ Kindern aus, die in noch unentdeckten Gräbern verscharrt worden sind. Quellen: faz   Zeit


11.5.2022 Pater Zollner bemerkt, dass die Kultur in der katholischen Kirche es den Verantwortlichen beinahe unmöglich machen, „Schuld beim Umgang mit Missbrauchsfällen einzugestehen, Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten“. Das sagte er anlässlich der Vorstellung der ersten Arbeitsergebnisse der unabhängigen Untersuchungskommission zum Missbrauch in der portugiesischen Kirche. Er wies darauf hin, dass das System überall ähnlich sei und es nicht genüge, Missbrauchsfälle zu untersuchen und Entschädigungen für die Opfer zu zahlen. Die Aufarbeitungskommission der Kirche in Portugal lobte er. Diese Kommission hat sein Januar d.J. 326 Missbrauchsfälle erfasst. Der Kommissionsvorsitzende, Kinderpsychiater Pedro Strecht, spricht von der „Spitze des Eisbergs“. Quelle: katholisch.de


11.5.2022 In der EU liegt ein Gesetzentwurf vor, der Anbieter wie Google oder Facebook verpflichtet, ihre Dienste nach Fotos und Videos von sexuellem Missbrauch im Netz suchen zu lassen. Gleiches gilt für Grooming. 2021 wurden weltweit 85 Millionen Bilder und Videos gemeldet – die Dunkelziffer wird als deutlich höher eingeschätzt. Die Stiftung Internet Watch berichtet, dass 2021 die Meldungen im Vergleich zu 2020 um 64 Prozent angestiegen sind . Manche Abgeordnete befürchten eine Überwachung durch Eingriffe in die Privatsphäre von Bürger*innen. Andere Kritiker befürchten eine „anlasslose Massenüberwachung“. Hans Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana, entgegnet Kritikern des Gesetzentwurfs: „Es wird viel über Kinderschutz geredet. Aber es kann nicht sein, dass bei der konkreten Güterabwägung dann immer wieder Kinder und Jugendliche hinten runterfallen.“ Quellen:  gmx   Süddeutsche   kathpress


10.5.2022 Seit 2010 ergaben Recherchen in vollstätionären Wohneinrichtungen für behinderte Menschen in Deutschland, dass in 37 Einrichtungen 41 Gewalttaten von 222 Täter*innen an 180 Betroffenen vorgenommen wurden. Quelle: ableismus


9.5.2022 Das Mülheimer Amtsgericht hat einen katholischen Priester zu drei Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro verurteilt. Das Gericht konnte nachweisen, dass der Priester sich zumindest bei einem Treffen mit einem damals Minderjährigen strafbar gemacht hatte. Das Opfer sagte aus, dass es eine freundschaftliche Affäre gewesen sei. Der Priester betonte, er sei kein Missbrauchstäter. Quelle: WDR


9.5.2022 In einem katholischen Kindergarten im Bistum Erfurt besteht der Verdacht, dass es durch eine aushelfende minderjährige Person zu sexualisierter Gewalt gegen zwei Kinder  gekommen sein soll. Die beschuldigte Person habe ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge vorgelegt, sei nach der Präventionsordnung belehrt worden und habe an einer Präventionswoche zu den Gefahren sexuellen Missbrauchs teilgenommen. Quelle: katholisch.de


9.5.2022 Bischof Stefan Oster ist sich sicher, dass im Bistum Passau während seiner Amtszeit kein Missbrauchsfall vertuscht worden ist. Quelle: Domradio


9.5.2022 Chiles Präsident Gabriel Boric überlegt die Gründung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Anlass sind Missbrauchsvorwürfe gegen Felipe Berrios, einen Jesuiten. Eine Frau wirft ihm vor, sie sexuell missbraucht zu haben, als sie minderjährig war. Präsident Boric kritisierte auch, dass bei einem ökumenischen Gottesdienst aus Anlass des Regierungswechsels die Kardinäle Ezzati und Errazuriz anwesend waren. Quelle: Domradio


8.5.2022 Die EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich spricht vom Umgang mit Missbrauchsfällen als einem „Dauerthema“ in der evangelischen Kirche. Es müsse immer im Zusammenwirken mit den Betroffenen geschehen. Zur Zukunft der Evangelischen Kirche sagte sie, in den nächsten zehn bis 15 Jahren gehe es um eine „wirkliche Transformation“ der Kirchenstrukturen. Quelle: evangelisch.de


8.5.2022 Kurt Stöer (1921 – 2013), Jugendwart der sächsischen Landeskirche, soll in der Amtszeit 30 Menschen sexuell missbraucht haben. Die Taten datieren in den 1960er-und 1970er-Jahren, die Betroffenen sind heute zwischen 55 und 79 Jahre alt. Der Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach, Landesbischof Tobias Bilz und Synodalpräsidentin Bettina Westfeld haben sich im April mit 17 der Missbrauchsopfer getroffen. Der Beschuldigte gehörte zur Diakonengemeinschaft Moritzburg. Dort ging bereits 2012 eine Meldung ein, die an das Landeskirchenamt weitergereicht wurde. Quelle: sonntag-sachsen


7.5.2022 „Opfer brauchen Solidarität“, sagt Wolfgang Beck im Wort zum Sonntag im Blick auf die Ukraine und auf so viele andere Opfer von Gewalt, auch bei uns, auch in der Kirche. Quelle: ardmediathek


6.5.2022 Die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland hat das Gesetz zum Schutz vor sexueller Gewalt von 2012 nachgeschärft, weil es dem Täterschutz nicht wirksam genug entgegentritt. Das erklärte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden vor der Synode. Das neue Gesetz soll die Prävention stärken und das Vorgehen schon im Verdachtsfall klären. Zur Beratung der Kirchengemeinden und Synodalverbänden wird eine neue Personalstelle eingerichtet. Quelle: ref.ch


6.5.2021 Zwei Betroffene aus dem Bistum Würzburg, die vom gleichen Täter missbraucht wurden, der in beiden Fällen „fast identisch“ vorging, erhielten von der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) Geld: der eine erhielt 3.500 Euro, der andere 17.000 Euro. Nach Einschätzung dieser beiden Betroffenen haben die Mitglieder UKA nicht erkannt, dass es sich um den gleichen Täter handelt, der immer gleich vorgegangen sei. Im UKA-Bescheid jedoch steht, dass die „materielle Leistung in der festgesetzten Höhe, auch unter Berücksichtigung vergleichbarer Taten“ für angemessen gehalten werde. Der Sprecher des Würzburger Betroffenenbeirats, Matthias Wimmer, kommentiert: „Der Verfahrensweg der UKA ist nicht nachvollziehbar.“ Dies gelte auch für andere Entscheidungen der UKA. Quelle: Mainpost


6.5.2022 In Singapur wurde ein hochrangiger Vertreter der katholischen Kirche, ein Ordensmann, wegen sexueller Gewalt an zwei Teenagern zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Erzbischof von Singapur, William Goh, bezeichnete die Verbrechen als „Weckruf für uns alle“. Quelle: vaticannews


6.5.2022 Der Münchner Jurist Ulrich Wastl, der auch am Münchner WSW-Gutachten mitarbeitete, sagt, die Aufklärung von Missbrauchsfällen in Institutionen seit auch wegen der Abhängigkeit von Zeugen und Tätern gegenüber Verantwortlichen schwierig. Solche Abhängigkeiten könnten in Einzelfällen sogar zu Erpressbarkeit der Zeugen und Verantwortlichen führen. Wagenburgmentalitäten und Abhängigkeiten zeigten sich auch  im militärischen und polizeilichen Bereich. Quelle: Kirche und Leben


6.5.2022Die kfd im Erzbistum Köln kritisiert die Auffassung des Vatikans, wonach die Zahlungen im Erzbistum Köln für Gutachter und Kommunikationsberater rechtens seien. Die Differenzierung zwischen Diözesan- und Sondervermögen sei „spitzfindig“, befindet die Presseerklärung der kfd. Wenn es nach dem Kirchenrecht rechtmäßig sei, dass ein Diözesanbischof über solche Vermögen frei verfügen könne, stimme etwas nicht. Quelle: domradio


6.5.2022 Die Berufsgenossenschaft VBG fordert beide Großkirchen auf, Missbrauchsfälle, die an ehrenamtlich für die Kirchen Tätigen – Ministrant*innen, Jugendgruppenleiter*innen z.B. – verübt wurden, der Berufsgenossenschaft zu melden. Diese Versicherung könnte in vielen Fällen Therapien oder sogar eine Verletztenrente zahlen. Die Betroffenenvertreter Ellen Adler und Hermann Schell nennen die Möglichkeit, dass Ehrenamtliche Leistungen der Berufsgenossenschaft erhalten können, einen „Meilenstein auf dem Weg zu mehr Rechtssicherheit für Betroffene“. Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind vor dem Sozialgericht einklagbar. Zudem richten sich Versicherungsleistungen nach den Tatfolgen, nicht wie in der Kirche nach der Schwere der Tat. Die Versicherung ruft Betroffene auf, sich direkt bei der Versicherung zu melden. Zu fragen ist, ob die Kirchen eine Möglichkeit ausgelassen haben, das Leben Betroffener zu verbessern.  Quelle: Zeit


6.5.2022 Im Jahr 2020 vereinbarte die katholische Kirche mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung die Einrichtung von diözesanen Aufarbeitungskommissionen. In 18 Bistümern gibt es Aufarbeitungskommissionen, in 9 Bistümern gibt es sie noch nicht. Quellen: katholisch.de   bistumlimburg


6.5.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller beurteilt die unkontrollierte Entnahme von Geld aus dem Fonds für die „Bedürfnisse des Bistums“ durch Kardinal Woelki ohne Zustimmung der diözesanen Gremen als widerrechtlich. Die Bischofskongregation des Vatikans hatte Woelkis Vorgehen richtig erklärt. Woelki selbst ist Mitglied der Bischofskongregation. Quelle: deutschlandfunk


5.5.2022 Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) kritisiert die Auffassung des Vatikans, der die Geldzahlungen von Kardinal Woelki aus dem Fonds für „Bedürfnisse des Bistums“ für rechtens erklärt hat. Woelki hat ohne Konsultation diözesaner Gremien 2,8 Millionen Euro für zwei Missbrauchsgutachten, darunter 820 000 Euro für eine PR-Beratung ausgegeben. Der Münchner Kirchenrechtler Helmuth Pree hingegen hält die Entscheidung des Vatikans für richtig, weil der Fonds für „Bedürfnisse des Bistums“ kein Diözesanvermögen und „auch nicht im strikten Sinne“ Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls und daher nur dem Erzbischof unterstehe. Quellen: katholisch.de   rundschau online


5.5.2022 Der ehemalige Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen soll während seiner Amtszeit sexuellen Missbrauch in der Kirche wissentlich geduldet zu haben. Nun wird die nach ihm benannte Straße in Hildesheim in Marie-Wagenknecht-Straße umbenannt. Die Arbeitsgruppe, die die Beschlussvorlage zur Umbenennung erstellte, argumentierte: „Vor dem Hintergrund zeitgenössischer und aktueller Moral- und Rechtsprinzipien ist das Handeln Bischof Janssens als verbrecherisch zu bezeichnen und eine Beibehaltung des Straßennamens aus Sicht der AG nicht zu rechtfertigen.“ Marie Wagenknecht (1885-1970) engagierte sich im Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Bundesrepublik vielfältig in Hildesheim und zählt zu den Gründerinnen der örtlichen Arbeiterwohlfahrt (AWO). Quelle: katholisch.de


29.4.2022 In eigener Sache: „Die Initiative ‚GottesSuche‘ hat den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis des Deutschen Katholikentags 2022 gewonnen. Die Initiative unterstützt Personen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben und Halt im christlichen Glauben suchen.“ Quellen: ZdK   Domradio

Wir danken herzlich für die Auszeichnung, die die Bedeutung der Begleitung christlicher Betroffener würdigt.


5.5.2022 Heute stellt die Initiative MissBiT eine Studie über Missbrauch im Bistum Trier vor. 55 Fälle werden erwähnt, von denen der frühere Bischof Stein einige vertuscht haben soll. 55 beschuldigte Kleriker werden dort teils erstmals mit bürgerlichem Namen erwähnt. Quellen: swr  swr


4.5.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert die Bischofskongregation, die Kardinal Woelki einen kirchenrechtlich korrekten Umgang mit dem Sondervermögen des Bischofs bescheinigt hatte. Schüller sagte, der Vatikan mache sich so „zum Handlanger des Kardinals und seiner Entourage“. Auch „Wir sind Kirche“ beurteilt den Umgang Woelkis mit dem Sondervermögen als „in höchstem Maße irritierend“ und nennt den Umgang Woelkis mit dem Sondervermögen einen Ausdruck eines absolutistischen Amtsverständnisses. Aus dem Sondervermögen hat Woelki zwei Missbrauchs-Gutachten und eine externe PR-Beratung finanziert.  Quelle: Welt


4.5.2022 Auch im Bistum Mainz hat es Fälle sexueller Gewalt gegeben, eine unabhängige Untersuchung läuft, die im Laufe des Jahres veröffentlicht werden soll. Das Bistum hat nun Richtlinien erlassen, die solche Vorfälle künftig verhindern sollen. Im Interview berichtet der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Mainz, Volker Braun. Quelle: swr


4.5.2022 Martin Pusch, ein am Münchner Missbrauchsgutachten beteiligter Rechtsanwalt, fordert eine Überprüfung des Handelns der staatlichen Justiz in kirchlichen Missbrauchsfällen. In den wenigen Dokumenten zu staatlichen Strafverfahren gegen beschuldigte Priester sei der „Eindruck entstanden, dass man gegenüber kirchlichen Missbrauchstätern mit einem gewissen Wohlwollen agiert“ habe. Pusch wies auch darauf hin, dass die Rolle der Opfer in kirchlichen Verfahren überdacht werden müsse. Sie seien dort nicht Nebenkläger, sondern nur Zeugen, haben keine Rechte auf Beweisanträge und Akteneinsicht. Quelle: katholisch.de


4.5.2022 Die Historikerin Alexandra von Teuffenbach beurteilt die Aussetzung des Seligsprechungsverfahrens für Pater Josef Kentenich durch Bischof Ackermann als „überfällig“. Sie hatte die Akten , hauptsächlich aus den Archiven der Pallottiner in Limburg ausgewertet und im Sommer 2020 veröffentlicht. Bemerkenswert ist, dass niemand von Seiten des Bistums mit ihr Kontakt aufgenommen hat, auch das Schönstatt-Präsidium kam nicht auf sie zu. Die Schönstätter Marienschwester strengten ein gerichtliches Unterlassungsverfahren gegen die Historikerin an, in dem sie jedoch unterlagen. In einem weiteren Buch setzt sich die Wissenschaftlerin Teuffenbach vor allem mit Kentenichs Exil in Milwaukee auseinander, noch lange sei nicht alles bekannt, sagt sie. Sicher sei jedoch schon jetzt, dass Kentenich alle kirchenrechtlichen Strafen ignoriert habe, die ihm auferlegt wurden. Quelle: katholisch.de 


3.5.2022 Der Vatikan hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki mit Blick auf den Umgang mit Finanzen entlastet. Bei der Entnahme von 2,8 Millionen Euro für Gutachter und weiterer Gelder für sein Hochschulprojekt habe er keine Fehler gemacht. Woelki reagierte erleichtert.  Quellen: Kirche und Leben   vaticannews


3.5.2022  34 kirchliche Missbrauchsbetroffene aus dem Bistum Aachen haben ihren Betroffenenrat aus sieben Personen gewählt. Der Betroffenenrat wird sich eine Geschäftsordnung geben und dann mit dem Bistum Vereinbarungen zur „eigenständigen und weisungsunabhängigen Arbeit“ treffen. Insgesamt 120 dem Bistum bekannte Betroffene waren von einer Steuerungsgruppe angeschrieben worden. Im Vorfeld der Wahl des Betroffenenrates gab es mehrere Treffen. Quelle: Domradio 


3.5.2022 Im Bistum Basel wird einem katholischen Seelsorger vorgeworfen, vor ca zehn Jahren sexuelle Handlungen mit einem Kind vorgenommen zu haben. Ein staatliches Strafverfahren wurde eingeleitet, auch ein kirchliches Verfahren läuft. Quelle: kath.ch


3.5.2022 Bischof Ackermann, Bistum Trier, hat die Seligsprechung des Schönstatt-Gründers Pater Josef Kentenich vorerst abgesagt, bis alle Missbrauchsvorwürfe geklärt seien. Er könne nicht einen Seligsprechungsprozess für eine Person fortführen, „gegen die Anschuldigungen vorliegen, die derzeit nicht sicher entkräftet werden können“. Leben und Wirken von Pater Kentenich seien von den Vorwürfen allerdings unberührt, sagte Bischof Ackermann. Die Kirchenhistorikern Alexandra von Teuffenbach hatte eine Archivdokumentation („Vater darf das!“) vorgelegt, in der Missbrauchsvorwürfe gegen Kentenich vorgebracht wurden. Außerdem wurde bekannt, dass Kentenich zwischen 1958 bis 1962 einen Menschen in den USA, Milwaukee, sexuell missbraucht haben soll. Quellen: katholisch.de   vaticannews


29.4.2022 Helmut Kraus, Betroffener von sexualisierter Gewalt durch einen Pater der Steyler Missionare in St. Wendel, berichtet, welchen Einfluss die Gewalt auf sein weiteres Leben hatte. Quelle: pressreader


29.4.2022 Ein Priesterkreis im Bistum Chur lehnt die Unterzeichnung eines Verhaltenskodex zum Problem des sexuellen und spirituellen Missbrauchs ab. Dort heißt es: „In Seelsorgegesprächen greife ich Themen rund um Sexualität nicht aktiv auf. In jedem Fall unterlasse ich offensives Ausfragen zum Intimleben und zum Beziehungsstatus. Dies gilt auch für Gespräche, die ich als Vorgesetzte führe.“ Der Priesterkreis begründet seine Ablehnung, dass dann die kirchliche Lehre zu Ehe und Homosexualität nicht mehr verkündet werden könne. Quelle: neuesruhrwort


29.4.2022 Die katholische Kirche in Tschechien will Priester für die geistliche Begleitung von Missbrauchsopfern beauftragen. Außerdem sollen die Priester das Sakrament der Versöhnung anbieten. (?) Quelle: katholisch.de


29.4.2022 Papst Franziskus forderte die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission auf, mit Missbrauchsbetroffenen in Kontakt zu treten und „die Zeugnisse der Überlebenden“ bekannt zu machen. Er rief jedes Mitglied der Kirche auf, „Verantwortung für die Verhinderung von Missbrauchsfällen zu übernehmen und sich für Gerechtigkeit und Heilung einzusetzen“. Franziskus fordert von der Kinderschutzkommission einen jährlichen Bericht über die kirchlichen Initiativen. Der Schutz und die Fürsorge für diejenigen, die Missbrauch erfahren haben, solle in allen Bereichen des kirchlichen Lebens zur Norm werden.  Quelle: katholisch.de


28.4.2022 Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen Erzbischof Cargnello und den Unbeschuhten Karmelitinnen in Salta, Argentinien, ist die unterschiedliche Bewertung der selbsternannten Seherin Maria Livia Galliano. Galliano behauptet, seit 1990 Visionen der Gottesmutter Maria zu empfangen. Die Kirche erkennt die angeblichen Marienerscheinungen nicht an und lehnt den Kult um die Seherin ab. Quelle: katholisch.de


28.4.2022 Die (Erz-)Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn haben eine neue Präventionsordnung erstellt. Institutionelle Schutzkonzepte müssen nun auch fachlich bewertet werden und Schulungsreferent*innen müssen sich nach drei Jahren erneut zertifizieren lassen. Präventionsfachkräfte werden auf fünf Jahre ernannt. Quelle: katholisch.de


28.4.2022 Der Leiter der neuen Stabsstelle zur Beratung und Seelsorge für Missbrauchsbetroffene im Erzbistum München, Pfarrer Thomas Semel, will die Kirche nicht als „Täterkirche“ bezeichnen, weil die meisten Priester mit Respekt vor den Menschen arbeiten. Die Stabsstelle wurde eingerichtet, weil klar wurde, „dass der Verlust des Glaubens und der religiösen Heimat für viele Betroffene eine offene Frage oder sogar eine offene Wunde ist“. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Das Buch zum Thema erschien 2016: Kerstner, Haslbeck, Buschmann: Damit der Boden wieder trägt. Seelsorge nach sexuellem Missbrauch. Auch  zu empfehlen ist: Andreas Stahl: „Wo warst du, Gott? Glaube nach Gewalterfahrungen


28.4.2022 In der evangelischen Landeskirche in Baden und der Diakonie sind bisher 92 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Bekannt sind die Namen von 62 Tätern. Quelle: faz


28.4.2022 Der Betroffenenbeirat der Erzdiözese Freiburg hofft, dass sich der frühere Erzbischof Zollitsch (83) zu Taten während seiner Amtszeit äußert. Zollitsch war von 1983 bis 2003 Personalreferent und von 2003 bis 2014 Erzbischof. Sein Nachfolger Erzbischof Burger hatte nach dem Bekanntwerden Hunderter Missbrauchsfälle gesagt, als Personalreferent der Erzdiözese und später als Erzbischof habe Zollitsch Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen und bei der Aufarbeitung begangen. Die Vorsitzende des Betroffenenbeirats sagte, die Vorstellung des Gutachtens sei eine gute Gelegenheit für Zollitsch, Verantwortung zu übernehmen. Quelle: swr


27.4.2022 Die Päpstliche Kinderschutzkommission berät in dieser Woche über „die nächsten Schritte zur Unterstützung der Ortskirchen bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzstrategien und Leitlinien, insbesondere im Hinblick auf die Begleitung von Opfern und Überlebenden von Missbrauch“. Auch die neue Kurienverfassung „Praedicate Evangelium“ wird Thema sein. Quelle: vaticannews


27.4.2022 Das Gutachten der Freiburger Erzdiözese zu Fällen sexuellen Missbrauchs soll voraussichtlich am 25. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Quelle: Zeit


27.4.2022 Der Beraterstab des Erzbistums Köln hat sich über Empfehlungen der UBSKM zur Neubildung des Betroffenenbeirats hinweggesetzt. Jana Charlet, Referentin für „Aufarbeitung in den Kirchen“ vom UBSKM, hatte u.a. eine deutliche Verlängerung der Bewerbungsfrist für Betroffene und ein stärkeres Zugehen auf Betroffene empfohlen. Eine weitere Empfehlung lautete, die Leitung des Auswahlverfahrens an eine unabhängige Stelle mit Betroffenenexpertise zu geben, so dass auch bisher nicht beteiligte Betroffene hätten partizipieren können. Der Beraterstab hingegen empfahl Kardinal Woelki, die derzeit fünf Mitglieder des Betroffenenrats und zwei zusätzliche Kandidat*innen zu ernennen. Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte, zeigte sich enttäuscht. Das Erzbistum berichtet, die Empfehlung des Beraterstabs läge ihm noch nicht vor. Der derzeitiger Sprecher des Gremiums, Peter Bringmann-Henselder, wurde kritisiert. Quelle: Neues Ruhrwort


27.4.2022 Jakob Grottogini, hat Anfang der 1950er Jahre eine Dissertation zum Thema „Werden und Krise des Priesterberufes“ geschrieben. Sie hätte ein frühes Warnsignal für die Schwierigkeiten von katholischen Klerikern mit der Geschlechtlichkeit, die als eine der Ursachen für den Missbrauch Minderjähriger in der katholischen gilt. 1955 verweigerte der Vatikan teilweise die Druckerlaubnis, ein Jahr später verbot er das ganze Buch. Ein Ergebnis der Studie war die Erkenntnis, dass die Sexualität für angehende Priester ein zentrales Problem war. Die Bonner Kirchenrechtsexpertin Jessica Scheiper hat den «Fall Crottogini» 2019 in einer Dissertation aufgearbeitet, soweit die Akten zugänglich waren. Fehlende Details hat sie nun recherchiert. Sie kommentiert: „Womöglich hätte viel Leid verhindert und Glaubwürdigkeit gewahrt werden können, hätte die Kirche Studien wie jene von Crottogini für die Priesterausbildung genutzt.“ Quelle: NZZ


26.4.2022 Die badische evangelische Landesbischöfin Heike Springhart hat kirchliche Opfer sexuellen Missbrauchs aufgefordert, sich zu melden. Quelle: swr


26.4.2022 Das Bistum Würzburg ist einem Votum des Betroffenenbeirats gefolgt und spricht sich gegen eine Kooperation mit pro familia aus. Begründet hat der Betroffenenbeirat sein Votum damit, wie Pro Familia sich zur Frage der Abtreibung positioniert und wie die Organisation in den 1970er und 1990er Jahren sich im Blick auf Entkriminalisierung von Pädosexualität verhalten hat. Pro Familia Bayern weist die Vorwürfe „aufs Schärfste“ zurück.  Zudem verweist der Verband auf einen Vertrag mit der Diözese Würzburg hin, der bis zum 31.1.2023 gilt. „Wir sind Kirche“ schrieb an Bischof Jung einen Offenen Brief: „Wenn die Kirchenleitung an die Kirche denselben Maßstab wie an Pro Familia anlegen würde, dann müsste sie all ihre Beratungsstellen schließen, weil sie sich nicht genügend von den Verbrechen und der Vertuschung distanziert hat und teils immer noch nicht distanziert.“ Bernhard Rasche, Vorstand der Betroffeneninitiative Süddeutschland, weist die Vorwürfe des Würzburger Betroffenenbeirats zurück. Burkhard Löffler, Mitglied des Beraterstabs von 13 Ordensgemeinschaften, die im Bistum Würzburg tätig sind, findet das Vertragsende mit Pro Familia „nicht schlüssig nachvollziehbar, enttäuschend und bedauerlich“. Quelle: Mainpost


26.4.2022Das Landgericht Saarbrücken prüft, ob sich ein Pfarrer aus dem Bistum Trier wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung verantworten muss. Der Vorwurf einer sexuell motivierten unangemessenen Berührung unter Anwendung körperlicher Gewalt an einem 14-jährigen Ministranten ist noch nicht verjährt.Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf. Bereits in der Vergangenheit wurde gegen den Priester mehrfach wegen des Vorwurfs sexualisierter Gewalt ermittelt, fünf weitere Verfahren wurden eingestellt. Erste Hinweise erhielt das Bistum Trier bereits 2006, der Priester arbeitete jedoch bis 2015. Im Jahr 2017 leitete das Bistum alle Informationen zu dem Fall an die Glaubenskongregation in Rom weiter. Quelle: katholisch.de


26.4.2022 Franziskus hat das 2021 geänderte Strafrecht der katholischen Kirche an einer Stelle präzisiert. Bisher musste ein Ordensangehöriger nach sexueller und körperlicher Gewalt aus dem Orden entlassen werden. Nun dürfen Ordensobere in bestimmten Fällen entscheiden, ob sie den Ordensangehörigen ausschließen oder ob auf andere Weise „ausreichend für die Besserung des Ordensangehörigen und die Wiederherstellung der Gerechtigkeit oder für die Wiedergutmachung des Skandals gesorgt werden kann“. Quelle: vaticannews


26.4.2022 Das Erzbistum Köln teilt in einem internen Schreiben an die Mitglieder des Kölner Kirchensteuer- und Wirtschaftsrates mit, dass die noch von Kardinal Meisner (1933–2017) befürwortete Zahlung als „unentgeltliche Zuwendung“ des Erzbistums an den Pfarrer erfolgt sei. Da es keine vertragliche Regelung zwischen Pfarrer und Erzbistum sowie zwischen Erzbistum und Gläubigern gegeben, hätten die Zahlungen nicht genehmigt werden müssen. Der Zahlungsweg „unentgeltliche Zuwendung“ sei gewählt worden, um Schadensersatzansprüche der Kirchengemeinden gegen das Erzbistum abzuwenden. Quelle: rp-online.de


26.4.2022 Die katholischen Bischöfe Spaniens haben kirchlich Betroffene von sexuellem Missbrauch um Verzeihung gebeten. Der Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Juan Jose Omella, betonte den Willen der Bischöfe zur Aufklärung, zugleich hat die Bischofskonferenz eine Anwaltskanzlei beauftragt, die Missbrauchsfälle zu untersuchen, dessen Kanzleivorsitzender, Javier Cremades, dem Opus angehört. Nach Aussagen Betroffener hat das Opus Dei in der Vergangenheit immer wieder „Opfer direkt bedrängt“. Dem Anwalt bescheinigen Betroffene geringes Einfühlungsvermögen. Die Mehrheit der spanischen Missbrauchsopfervereinigungen traut der beauftragten Kanzlei keine unabhängige und neutrale Aufarbeitung zu. Quelle: neuesruhrwort


25.4.2022 Am neuen Modell der Betroffenenbeteiligung der EKD gibt es Kritik. In dem neuen Gremium – einem „Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt“ –  sind ca 20 Mitglieder: acht Betroffene, Geistliche und Kirchenjuristen aus dem Beauftragtenrat, die Präses der EKD-Synode Anna Nicole Heinrich, der EKD-Bevollmächtigte bei der Bundesrepublik, Martin Dutzmann, sowie Vertreter aus Diakonie, Landeskirchen und der EKD-Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt. Die Kirchenvertreter sind in der Überzahl. Katharina Kracht gehörte dem alten Beirat an. Sie kritisiert, dass sie „praktisch aus dem Betroffenenbeirat rausgeschmissen worden“ sei. Zudem stünden sechs von acht Betroffenen in einem Dienst- oder Anstellungsverhältnis bei einer Landeskirche oder der Diakonie. Kracht fragt, wie die Interessen der vielen Betroffenen vertreten werden sollen, die eher Distanz zur Kirche halten. Die Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Kerstin Claus, kann noch nicht beurteilen, ob das neue Modell wirklich zur Stärkung der Beteiligung Betroffener diene.Ihr ist unklar, „welche Mitwirkungs- und Gestaltungsrechte Betroffene konkret erhalten und wie sie ihre Anliegen öffentlich sichtbar machen können“. Nach der Vorgeschichte – dem Aussetzen des vorherigen Beirats durch die EKD – sei eine „klare und transparente Mandatierung“ der Teilnehmer wichtig. Quellen: Süddeutsche  evangelisch.de


25.4.2022 Die EKD will bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt Betroffene stärker beteiligen. Dafür soll ein neues Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt sorgen, das eine aktive Rolle bei der Aufarbeitung, Prävention, Intervention, Unterstützung und Anerkennung spielt. Dieses neue Forum solle zum zentralen Gremium innerhalb der EKD werden, in dem alle Fragen, die sexualisierte Gewalt betreffen, bearbeitet werden. Quellen: EKD   Zeit


23.4.2022 Papst Franziskus hat den Rücktritt von Erzbischof Oscar Urbina Ortega, Erzdiözese Villavicencio,  angenommen, da er das Alter von 75 Jahren erreicht hat. Er war ehemaliger Bischofskonferenzvorsitzender von Kolumbien. Zunächst hatten Olga Cristancho, ehemalige Staatsanwältin, und Socorro Martinez, ehemalige Beamtin der Staatsanwaltschaft, die Missbrauchsvorwürfe untersucht. Sie stellten fest, dass Erzbischof Urbina die Taten eines Priester-Netzwerkes von 38 Priestern von Meta und Guavire vertuschte. Sie identifizierten mindestens 20 Opfer. 2021 schickten sie ihre Ergebnisse an den Vatikan, von der Kirche wurden sie geächtet. Der Journalist Juan Pablo Barrientos setzte die Arbeit von Crisancho und Martinez fort. Er veröffentlichte ein Buch und fand Hinweise, dass Erzbischof Urbina Ortega einer der 38 Priester sei, die am sexuellen Missbrauch eines Säuglings beteiligt waren. Derzeit hat die kolumbianische Staatsanwaltschaft die Fälle übernommen. Das Erzbistum hat 172 Priester und Ordenspriester (2021). Quellen: infobae   rtbf   vaticannews


22.4.2022 Kardinal Stanislaw Dziwisz, Polen, war vorgeworfen worden, nicht richtig mit Missbrauchsfällen umgegangen zu sein, die in seine Amtszeit als Erzbischof von Krakau von 2005 bis 2016 fielen. 2021 hatte der Vatikan den emeritierten Erzbischof von Genua, Kardinal Angelo Bagnasco, mit der Untersuchung beauftragt. Das Ergebnis der Untersuchung liegt nun vor: „Die Analyse der gesammelten Unterlagen gestattete es, das Vorgehen von Kardinal Stanislaw Dziwisz als richtig zu bewerten, und diesbezüglich beschloss der Apostolische Stuhl, nicht weiter zu verfahren.“ 2021 hatte der Vatikan gegen rund zehn emeritierte Bischöfe in Polen Disziplinarstrafen – Geldstrafen und in den meisten Fällen das Verbot öffentlicher Gottesdienste – wegen Vernachlässigung ihrer Pflichten bei Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche verhängt. Quelle: katholisch.de


22.4.2022 Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat zwei unabhängige juristische Gutachter*innen – die ehemalige Kasseler Staatsanwältin Andrea Boesken und den Vizepräsidenten des Landgerichts Mühlhausen – eingesetzt. Sie sollen die ca 40 bekannten Altfälle sexualisierter Gewalt in der Landeskirche zwischen 1950 und 2021 rechtlich prüfen. Bischöfin Beate Hofmann geht von einer unvollständigen Liste Betroffener und Beschuldigter aus und hofft, dass sich weitere Betroffene melden. Quelle: evangelisch.de


20.4.2022 Im US-Bundesstaat Wisconsin wurden mehr als 200 Missbrauchsfälle angezeigt, 51 von ihnen waren Erstanzeigen. Die Vorwürfe betreffen mehr als 150 Personen. Quelle: Domradio


20.4.2022 Die Diözese Camden, USA, hat sich mit Anwälten von rund 300 Betroffenen von sexuellem Missbrauch auf einen Vergleich geeinigt, der noch gerichtlich bestätigt werden muss. Geplant sind Zahlungen in Höhe von 87,5 Millionen US-Dollar, so dass die Kläger durchschnittlich 290.000 US-Dollar erhalten. Vor zwei Jahren hatte New Jersey die Verjährungsfrist für zivilrechtliche Ansprüche erweitert. Betroffene können bis zu ihrem 55. Lebensjahr oder innerhalb von sieben Jahren nach der Erkenntnis, dass ihnen Schaden zugefügt wurde, Klage erheben. Seither hat die Diözese Camden Dutzende neue Klagen erhalten und meldete Konkurs an. Quelle: Domradio


20.4.2022 Der Bischof von Augsburg, Meier, sprach Anfang des Jahres mit zwei Missbrauchsopfern. Die beiden sind inzwischen enttäuscht vom Umgang der katholischen Kirche mit ihren Therapiekosten. Die Bischofskonferenz gibt als Höchstgrenze 50 Therapiestunden vor, die die Bistümer zahlen sollen. Im Fall der beiden Betroffenen ging das Bistum „etwas über diese Grenze hinaus“. Quelle: BR


20.4.2022  Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands bezeichnet die Situation im Erzbistum Köln als „untragbar und unzumutbar“. Die Katholikinnen und Katholiken litten unter dem Fehlverhalten sowie auch unter der Untätigkeit des Vatikans. Die Verwendung des Sondervermögens des Erzbischofs von Köln für die Schuldentilgung eines Priesters sei ein schwerer Fehler und bedeute einen „weiteren großen Vertrauensbruch zwischen dem Bischof und den Gläubigen.“ Auch die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hatte kritisiert, dass die Krise im Erzbistum Köln der Kirche als Ganzer schade. Quelle: Domradio


20.4.2022 Ein zweiter Chorherr der Kongregation vom Grossen St. Bernhard wird des sexuellen Missbrauchs eines Kindes beschuldigt. Der Missbrauch eines 12-jährigen Internatsschülers soll sich Anfang der 1980er Jahre im Collège de Champittet, Lausanne, ereignet haben. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eingeleitet. Der beschuldigte Priester gab die Taten zu. Quelle: Blick.ch


20.4.2022 Das Bistum Würzburg wird auf Wunsch des Würzburger Betroffenenbeirates die Zusammenarbeit mit Pro Familie beenden. Pro Familie hatte kirchliche Missbrauchsbetroffene unabhängig beraten Sollen. Der Betroffenenbeirat nannte als Grund Anschuldigungen gegen Pro Familie aus den 1970er und 1990er Jahren bezüglich der Entkriminalisierung von Pädosexualität und die Haltung von Prof Familia zur Abtreibung. Quelle: katholisch.de


19.4.2022 Das Erzbistum Köln hat die Schulden eines katholischen Priesters in Höhe von knapp 500.000 Euro übernommen. Die nachträgliche Versteuerung kostete ca 650.000 Euro. Nun teilt das Erzbistum mit, dass die genutzten Mittel aus einem Sondervermögen stammen und kein Cent aus den Leistungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene entnommen wurde. Zudem habe eine rechtliche Prüfung ergeben, dass für dieses Vorgehen keine Genehmigung durch Aufsichts- und Kontrollgremien notwendig gewesen sei. Quelle: rnd


19.4.2022 Die Oberin eines Konvents der Unbeschuhten Karmelitinnen und eine weitere Ordensfrau haben den argentinischen Erzbischof Mario Antonio Cargnello, Salta, wegen gewalttätiger Handlungen angezeigt. Sie werfen ihm psychische, physische und ökonomische Gewalt gegenüber mehreren Frauen aus dem Orden vor. Neben Cargnello sollen auch der emeritierte Bischof Martín de Elizalde und ein an der Kathedrale von Salta tätiger Priester von den Ordensfrauen angezeigt worden sein. Gegen Cargnello läuft eine weitere Untersuchung wegen Verleumdung eines Theologieprofessors. Cargnello soll über den Theologen Missbrauchsvorwürfe verbreitet haben, die schließlich zur Entlassung des Theologen aus der Universität führte. Cargnello gehört als Großkanzler der Leitung der Universität an. Quelle: katholisch.de


Ostersonntagmorgen: Allen, die hier vorbeischauen, wünsche ich Frohe Ostern und dass es keinen Tag ohne die Osterhoffnung geben möge und das Vertrauen darauf, dass nicht der Tod, sondern das Leben das letzte Wort habe!   


14.4.2022 „Trauma Konstruktionsprinzip einer zeitgemäßen Theologie. Zu einem bahnbrechenden Buch von Michael Pflaum“ – ein Beitrag von Hermann Häring.


14.4.2022 Der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) kritisiert den Missbrauchsbeauftragten, Bischof Ackermann. Der Bruch des Pseudonyms einer Betroffenen ziehe „einen eklatanten Vertrauensverlust auch im Betroffenenbeirat bei der DBK nach sich“, schreiben die Mitglieder in einer Stellungnahme. Dieses Verhalten disqualifiziere den Missbrauchsbeauftragten der DBK und verletze die Mindeststandards für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Quellen: Süddeutsche   dbk


14.4.2022 Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, dass das Erzbistum Köln mit etwa der Hälfte von 1,15 Millionen Euro  für die Schulden eines Priesters aus dem Erzbistum ein, die unter anderem durch Glücksspiel entstanden waren. Das Erzbistum habe dem Geistlichen in einer außergewöhnlichen seelischen Notlage helfen wollen, heißt es. Eingeleitet wurde der Vorgang durch Kardinal Meisner und von Kardinal Woelki fortgeführt. Wegen einer nicht erfolgten Versteuerung der Zuwendung zahlte das Erzbistum nach einer Selbstanzeige 2020 bei den Finanzbehörden 650.000 Euro Lohnsteuer inklusive Zinsen nach. Entnommen wurde das Geld dem BB-Fond des Erzbischofs „für besondere Bedürfnisse“, dem auch die Zahlungen an Missbrauchsbetroffene entnommen werden. Die Aufsichts- und Kontrollgremien des Erzbistums waren nicht eingebunden, weil – so die Auskunft des Erzbistums – keine Gremien beteiligt werden mussten. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller, Münster, weist jedoch auf eine Partikularnorm der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2002 hin, die vorsieht, dass das „Einstehen für fremde Verbindlichkeiten“ zu den „Akten der außerordentlichen Vermögensverwaltung“ gehört und den Aufsichtsgremien vorgelegt werden müsse. Quelle: Presseportal


14.4.2022 Die IPA-Leiterin Mary Hallay-Witte informiert über eine Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Bonn, um weiter Wissen für Forschung und Praxis zu generieren. Der Dekan der Hteologischen Fakultät, der Moraltheologe Jochen Sautermeister, sieht in der Zusammenarbeit positive Effekte für beide Seiten. Das IPA stärke mit seiner Expertise auch das an der Fakultät angesiedelte Forschungsprojekt „Zuhören – Verstehen – Konsequenzen ziehen“ zum Thema sexualisierte Gewalt. Umgekehrt profitiere das Institut von der neuen Anbindung an die Exzellenzuniversität. Quelle: Domradio


13.4.2022 In Frankreich sollen die bis zu 330.000 Personen, die von katholischen Priestern sexuell missbraucht wurden eine finanzielle Entschädigung zwischen 5.000 und 60.000 Euro erhalten. Quelle: FR


13.4.2022 Das Amtsgericht Esslingen hatte einen Pfarrer wegen des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben nun Rechtsmittel eingelegt. Eine Nachricht über die Verurteilung finde ich nicht. Quelle: stuttgarter-zeitung


12.4.2022 Birgit Aschmann (Hg.): Katholische Dunkelräume. Die Kirche und der sexuelle Missbrauch


12.4.2022  Ein Laienkomitee hat sich in Portugal mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche befasst. Nach dreimonatiger Arbeit hatten sich 290 mutmaßliche Opfer gemeldet. Berichtet wurde von den mutmaßlich Betroffenen Missbrauch im Alter von 2 Jahren bis 17 Jahren. Mehr als die Hälfte der gemeldeten Fälle lassen darauf schließen, dass viel mehr Opfer beteiligt waren. Das sagte Pedro Strecht, der Leiter des Komitees und wies darauf hin, dass Kirchenvertreter – darunter auch amtierende Bischöfe, deren Namen er nicht nannte, versucht hätten, Missbrauch zu vertuschen. Versetzungen Beschuldigter seien häufig gewesen. Der Ausschuss bat alle 21 portugiesischen Bischöfe um ein Gespräch, 12 stimmten einem Treffen zu, fünf antworteten nicht. Quelle: apnews


12.4.2022 Der gemeinsame Betroffenenbeirat der (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz und der katholischen Militärseelsorge hat die Ausschreibung für den Beirat aktualisiert und entfristet. Zur Mitarbeit werden nun auch Personen gesucht, die nicht ihren Wohnsitz in den genannten (Erz-ä)Bistümern haben. Inzwischen fanden Treffen zweimal statt. Der Beirat hat sich jedoch noch nicht konstituiert. Quelle: Erzbistum Berlin


12.4.2022 Bischof Jung, Würzburg, sprach in der Chrisam-Messe vom Wohlgeruch der heiligen Öle und vom „ätzenden Geruch der Kirchenkritik“.  Er sagte, dass Teilhabegerechtigkeit, Transparenz und Strukturen anstünden und dringend notwendig seien. Ob die Reformbemühungen am Ende das Haus wieder füllten, stehe noch dahin. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Hat der Bischof nicht verstanden, dass es nicht darum geht, „das Haus wieder zu füllen“?


11.4.2022 Bischof Stephan Ackermann vom Bistum Trier hat sich bei einer bekannten Betroffenen sexueller Übergriffe für die Offenlegung ihres Pseudonyms entschuldigt. Quellen: Domradio   Süddeutsche


11.4.2022 Im Interview zu ihrem Buch „Mach neu, was dich kaputt macht“  sagt Johanna Beck: „„Wenn die Kirche eine Zukunft haben will, dann muss sie auf diese Stimmen hören und darf sie nicht marginalisieren oder ignorieren oder gar negieren.“ „Evangelisierung“ bedeutet für Beck, dass die Kirche ihre Strukturen und Denkmuster verändert und reformiert. Quelle: vaticannews


11.4.2022 Die Aufarbeitungskommission des Erzbistums München und Freising fordert vergleichbare Standards im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs. Michaela Huber, Vorsitzende der Aufarbeitungskommission weist darauf hin, dass die UAK sehr unterschiedliche Zahlungen empfehle und dass dies auch daran liege, dass die diözesanen Ansprechpartner so unterschiedlich arbeiten. Bislang hat ein Prozent der Opfer 50 000 Euro und mehr erhalten, ein Drittel weniger als 10 000 Euro. Huber forderte, dass Kardinal Marx mehr in Kontakt mit Betroffenen trete. In den nächsten Wochen werden Betroffene aus dem Erzbistum München einen Brief von Kardinal Marx erhalten. Auch der Umgang mit Tätern müsse sich ändern, sagte Huber. Quelle: Zeit


10.4.2022 Dreißig Betroffene haben sich bei der sächsischen Landeskirche gemeldet und als Opfer eines früheren Jugendwartes zu erkennen gegeben. Ursprünglich war von 20 betroffenen Männern ausgegangen worden. Quelle: gmx


10.4.2022 Das Aktionsbündnis von Betroffeneninitiativen  fordert den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, auf, sein Amt als Missbrauchsbeauftragten niederzulegen. Bischof Ackermann hatte „den Klarnamen einer Betroffenen enthüllt, die bisher ausschließlich unter einem Pseudonym bekannt war. Er setzt die Betroffene damit öffentlicher Bloßstellung aus und verletzt auf das Gröbste ihr Persönlichkeitsrecht und ihr Recht auf Schutz vor Einblicken der Öffentlichkeit in ihre innerste private Lebensführung“, begründet das Aktionsbündnis seine Forderung.


8.4.2022 Bei den Legionären Christi sind zwischen März 2021 und März 2022 vier neue Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Mitglieder der Kongregation eingegangen. Neue Anschuldigungen wurden auch gegen Priester erhoben, gegen die bereits ein kanonisches Verfahren läuft. Quelle: crux


8.4.2022 „Wir sind Kirche“ beschreibt die Zustände im Erzbistum Köln: „Ein Kardinal im Abseits. Ungeklärte Situation und neue Fakten belasten die ganze Kirche in Deutschland“. Quelle: wir-sind-kirche


8.4.2022 Die unabhängige Studie zu sexualisierter Gewalt im Bistum Münster zwischen 1945 und 2020 wird am Montag, 13. Juni, präsentiert. Bischof Genn wird sich voraussichtlich am 17. Juni dazu äußern. Zur Studie wird am 13.6.2022 auch das Buch „Die schuldigen Hirten. Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche“ von Thomas Großbölting erscheinen. Bislang hat das Bistum Münster 2,62 Millionen Euro in Anerkennung des Leids ausgezahlt. Quellen: kirche-und-leben   katholisch.de


8.4.2022 Ein Priester aus dem Bistum Osnabrück wurde im November vom Dienst suspendiert, nachdem gegen ihn Ermittlungen wegen Kinderpornografie-Besitz aufgenommen worden waren. Nun teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass bei der Auswertung der beschlagnahmten Datenträger Dateien im mittleren vierstelligen Bereich gefunden wurden. Hinweise auf Verbreitung der Daten gibt es nicht. Quelle: katholisch.de


8.4.2022 Der Kirchenhistoriker Matthias Daufratshofer beschäftigt sich intensiv mit dem päpstlichen Lehramt im 20. Jahrhundert. Für ihn steht fest: Gerade in Sachen kirchlicher Sexualmoral hat es sich in eine unheilvolle Sackgasse manövriert. Quelle: katholisch.de


7.4.2022 Ein Chorherr der Kongregation vom Grossen St. Bernhard ist bei der Walliser Staatsanwaltschaft  wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Die mutmaßlichen Taten liegen mehr als dreissig Jahre zurück und sind verjährt. Das mutmaßliche Opfer war zum Tatzeitpunkt wahrscheinlich minderjährig. Auch in Rom wurde der Fall angezeigt. Die Beschuldigungen können für den Chorherren kirchenrechtliche Konsequenzen haben. Quelle: bielertagblatt


7.4.2022 Christiane Florin äußert sich in gewohnter Sachlichkeit und in gewohntem Engagement darüber, dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann aus Trier, das Pseudonym von Karin Weißenfels durch den Klarnamen ersetzt hat – ohne Zustimmung von Frau Weißenfels. Quelle: deutschlandfunk


6.4.2022 Die Betroffenenorganisation „Eckiger Tisch“ erhält vom Bund eine Förderung von 400.000 Euro. Sie dienen der Einrichtung einer Geschäftsstelle und dem Aufbau einer Online-Plattform. Drei Stellen sollen damit finanziert werden. In der Vorlage für den Ausschuss, der das Geld bewilligte, wird betont, dass der Verein „Eckiger Tisch“ über ein großes Maß an Expertise und Erfahrung im Umgang mit Kirche und Kirchenrecht verfüge. Der Eckige Tisch sieht in der Förderung die Bereitschaft der jetzigen Regierungskoalition, den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch und den Einsatz für die Opfer zu einem wichtigen politischen Thema zu machen. Quelle: katholisch.de


6.4.2022 Der Vatikan hat gegen den ehemals hochrangigen Düsseldorfer Priester D., Erzbistum Köln, wegen des Verdachts sexueller Übergriffe ein kirchliches Strafverfahren in Form eines Verwaltungsverfahrens angeordnet. Nach Aussage des Kirchenrechtlers Klaus Lüdicke wird ein Verwaltungsverfahren in der Regel angeordnet, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und keine Zeugen befragt werden. Kardinal Woelki beauftragte den Kirchenrichter Peter Fabritz mit dem Verfahren. Woelki hatte den Beschuldigten D. 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten in Düsseldorf befördert. Dabei war dem Bistum seit 2001 bekannt, dass der Geistliche sexuellen Kontakt zu einem 16- oder 17-jährigen Prostituierten hatte. Seit 2010 wurden dem Bistum weitere Anschuldigungen gemeldet. Quelle: neues ruhrwort


6.4.2022 Pastor Frank Unterhalt, Brilon, wird die Verbreitung von Verschwörungserzählungen und Antisemitismus vorgeworfen. Das zuständige Erzbistum Paderborn prüft nun dienst- und kirchenrechtliche Schritte gegen ihn. Quelle: katholisch.de


6.4.2022 Landauf landab werden Kommissionen gebildet, die Missbrauch in der katholischen Kirche aufarbeiten sollen. Ergebnisse liegen in Form diverser Gutachten vor. Sie dokumentieren: Die Kirche war nicht nur im Bilde, sondern sie hat Täter auch systematisch geschützt. Doch welche Rolle spielte der Staat? Hat er über Jahre weggeschaut? Auch darauf liefern die Gutachten Hinweise. Unter anderem im Hinblick auf die Erzbistümer München-Freising und Hildesheim. Quelle: BR


6.4.2022 Das neu gegründete internationale Netzwerk von Missbrauchsbetroffenen, „Brave Movement„, hat die Staaten der G7 aufgefordert, einen neuen Fonds für Opfer von sexueller Gewalt einzurichten. Geplant ist, dass die Staaten zehn Milliarden US-Dollar in den Fonds einzahlen. Das forderte der geschäftsführende Koordinator, der US-amerikanische Arzt Paul Zeitz. Das Geld soll für Prävention, Heilung und Gerechtigkeit für Opfer in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen verwendet werden. Quelle: evangelisch.de


5.4.2022 Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2021 zeigt bei Kindesmissbrauch einen Anstieg um 6,3 Prozent auf 15.507 Fälle. Der Handel mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs an Kindern verzeichnet ein Plus von 108,8 Prozent. Zum einen werden mehr Taten entdeckt, zum anderen teilen Kinder und Jugendliche kinder- und jugendpornografische Bilder in Gruppenchats, manchmal ohne zu wissen, dass dies verboten ist. Quelle: Stern


5.4.2022 Die Universität Leipzig macht eine Umfrage zu Bedeutung und Umgang mit der Bibel. Quelle: umfrage.uni-leipzig


5.4.2022 Die Französische Bischofskonferenz evaluiert auf ihrer Vollversammlung ihre Maßnahmen gegen Missbrauch. Quelle: vaticannews


5.4.2022 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, hat den Klarnamen einer Frau genannt, über die bisher unter einem Pseudonym berichtet wurde. Die Frau war von einem katholischen Priester geschwängert und zur Abtreibung gedrängt worden war. Ackermann unterschrieb eine Unterlassungserklärung. Quellen: Volksfreund   Süddeutsche


4.4.2022 Bischof Saje von Slowenien, Bistum Novo Mesto, sagte im Blick auf kirchliche Missbrauchsfälle, die Kirche bemühe sich um Veränderungen der Strukturen. Anfang 2020 hatten sie einen Fonds zur Finanzierung psychotherapeutischer Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs eingerichtet. Seit Ende 2020 gibt es Richtlinien zum Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener vor Missbrauch im kirchlichen Bereich. Opferverbände fordern die Einrichtung einer angemessen finanzierten unabhängigen Kommission, die Fälle von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch durch Geistliche untersuchen soll. Quelle: Domradio


4.4.2022 Die Schweizer Bischofskonferenz, die katholischen Ordensgemeinschaften der Schweiz (KOVOS) und die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) wollen katholische Missbrauchsfälle von der Universität Zürich untersuchen lassen. Damit beauftragt wurden die Historikerinnen Monika Dommann und Marietta Meier. Beide wollen die „Kultur des Schweigens, Wegschauens und Vertuschens“ untersuchen. Zunächst werden in der Pilotphase Geheimarchive und Archive der diözesanen Fachgremien angeschaut. Auch Gespräche mit Bischöfen, Opferorganisationen, Betroffenen und weiteren Zeitzeugen sind vorgesehen. Zuständig für das Missbrauchsdossier in der Bischofskonferenz ist Bischof Bonnemain, Chur. Vreni Peter, Interessensgemeinschaft für Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld, erwartet, dass der Pilotstudie „unverzüglich eine umfassende Studie und Aufarbeitung folgen wird“. Die Historikerin Meier kündigte an, dass im Anschluss an das Pilotprojekt das größere Forschungsprojekt aufdecke, wer nicht kooperiert habe. Quellen: katholisch.de   Luzerner Zeitung


4.4.2022 Gewalt und Missbrauch entsetzen und verstören. Leib und Seele von Betroffenen bleiben oft alleine und verletzt zurück. Andreas Stahl, Pfarrer und Traumafachberater, hat das Buch „Wo warst du, Gott? Glaube nach Gewalterfahrungen“ geschrieben. Im Interview stellt er dar, wie traumasensible Theologie und Seelsorge möglich sind. Quelle: evangelisch.de


3.4.2022 Bischof Oster, Passau, hat Missbrauchsbetroffene „im Namen der Kirche von Passau“ um Vergebung gebeten. „Wir bekennen, es ist Unverzeihliches passiert. Und letztlich kann nur Gott Unverzeihliches verzeihen“, sagte er bei einer Kreuzwegandacht in Altötting, zu der er auch Betroffene eingeladen hatte. Quelle: Domradio


2.4.2022 Auf einer Tagung  der kath. Männerseelsorge der DBK – „Als Mann von Machtmissbrauch in der Kirche betroffen. Grenzverletzung, Übergriffigkeit, spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt an erwachsenen Männern sichtbar machen“ – wurde deutlich, dass Missbrauch an Männern in der katholischen Kirche noch immer ein Tabuthema mit einem großen Dunkelfeld ist. Es brauche unabhängige Beratungsangebote für betroffene Männer. Besonders gefährdet seien Menschen in fundamentalistisch ausgerichteten geistlichen Gemeinschaften, sagte Peter Hundertmark. Veranstaltet wurde die Tagung von der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) und der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Bistümern. Quelle : katholisch.de   DBK


2.4.2022 Der Generalvikar des Erzbistums Köln, Markus Hofmann tritt zurück. Erzbischof Woelki hat den Rücktritt angenommen. Grund für den Rücktritt sind wohl Unregelmäßigkeiten im Stiftungsbereich, möglicherweise geht es um die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT). Zudem will das Erzbistum Köln die Vermögensverwaltung professionalisieren. Grund für den Rücktritt sind nicht Pflichtverletzungen des Generalvikars im Umgang mit Missbrauchsfällen.  Quellen: Kirche und Leben   katholisch.de   kath.ch


1.4.2022 Der evangelische Bischof Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, hat Versäumnisse seiner Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt eingeräumt. Anlass für dieses Eingeständnis war der 2019 bekannt gewordene Fall eines ehrenamtlichen Kirchenmusikers, der sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren sexuell näherte. Seit Anfang 2022 wird dieser Fall in Pobershau nun unabhängig aufgearbeitet. Quellen: sonntag-sachsen   zeit


1.4.2022 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Fulda hat Gerhard Möller zum Sprecher des Vorstands gewählt. Die Kommission wird schwerpunktmäßig Betroffene hören, eine zweite Arbeitsgruppe sichtet die Akten. Quelle: fuldainfo


1.4.2022 Papst Franziskus bittet Kanadas Indigene um Vergebung. Er kündigt seinen Besuch in Kanada für Juli 2022 an. Hintergrund der Gespräche im Vatikan waren in den vergangenen Jahren zutage getretene Skandale in früheren kirchlichen Internatsschulen für indigene Kinder, den sogenannte Residential Schools. Im 19. und 20.Jh. wurden nach Schätzungen mehr als 150.000 Kinder indigener Mütter häufig zwangsweise in Residential Schools untergebracht. Viele von ihnen wurden körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht. Viele starben. 2015 hatte eine nationale Wahrheitskommission von etwa 3.200 bestätigten Todesfällen in den Internaten berichtet, bei vielen wurde die Todesursache nicht erfasst. Quelle: kathpress.at


1.4.2022 Ein früherer katholischer Priester in Costa Rica, Mauricio Viquez, wurden wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Er missbrauchte einen Jungen, der für ihn Botengänge machte und dafür Mahlzeiten für seine Familie erhielt. Viquez wurde 2019 aus dem Priesteramt entfernt. Anklagen wegen Missbrauchs aus der Zeit vor 2003 wurden wegen Verjährung nicht verfolgt. Der Erzbischof von San Jose, Jose Quiros, wird zivilrechtlich angeklagt, weil er den Missbrauch durch Viquez gedeckt haben soll. Quelle: latinapress


1.4.2022 Entscheidungen der vatikanischen Kleruskongregation im Fall „Ellen Adler“ schwächen die Missbrauchsordnung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und erschweren Präventionsmaßnahmen. Der Tübinger Kirchenrechts-Professor Bernhard Anuth kommentiert: „Die Kongregation hat im vorliegenden Fall dokumentiert, dass sie zum Schutz des vermeintlich guten Rufes von Klerikern auch bereit ist, die Kompetenzen eines Diözesanbischofs zu beschränken.“ In Teilen sei die Anwendung der DBK-Missbrauchsordnung erschwert worden und es entstehe der Eindruck, „dass in Rom auch heute noch beschuldigten Klerikern eher geglaubt wird als ihren mutmaßlichen Opfern, und die Kongregation nach wie vor tendenziell kleriker-, das heißt gegebenenfalls auch täterfreundlich eingestellt ist.“ Quelle: badische-zeitung