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Presse

2. Quartal 2021

30.6.2021 Ein Interview mit Martin Schmitz, Selbsthilfe Rhede, Bistum Münster und Stephan Baumers, Stabsstelle Intervention und Prävention im Bischöflichen Generalvikariat in Münster über die Zusammenarbeit Betroffener miteinander und mit dem Bistum Münster. Quelle: kirche-und-leben.de


30.6.2021 Außenminister Heiko Maas hat bei die Kirche zur weiteren Missbrauchsaufarbeitung aufgerufen: „Nur durch Gerechtigkeit und Transparenz wird neues Vertrauen in die Kirche wachsen, das – wie ich auf meinen Reisen immer wieder erlebe – überall gesucht wird.“ Quelle: katholisch.de


30.6.2021 Erzbischof Woelki, Köln, hat gegen „Bild“ mehrere einstweilige Verfügungen erwirkt. Sein Kanzlei – Höcker – spricht von „frei erfundenen Lügen“. Der Axel Springer Verlag hat gegen die Verfügungen Rechtsmittel eingelegt. Quelle: Domradio


30.6.2021 Die Professorin Dr. Anja Amend-Traut ist Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Würzburg. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission plant ein Forschungsprojekt mit der Universität Würzburg, in dessen Fokus „die historischen Komponenten des Aufarbeitungsprozesses stehen werden“. Quelle: Bistum Würzburg


30.6.2021 Die Professorin Dr. Anja Amend-Traut ist Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Würzburg. Die Unabhängige Aufarbeitungskommission plant ein Forschungsprojekt mit der Universität Würzburg, in dessen Fokus „die historischen Komponenten des Aufarbeitungsprozesses stehen werden“. Quelle: Bistum Würzburg
30.6.2021 Bundespräsident Steinmeier forderte Solidarität mit den Opfern sexueller Gewalt und eine „Haltung des Hinschauens“ im Kampf gegen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Das sagte er Vertreter*innen des Nationalen Rats gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Der Rat forderte Schutzkonzepte in allen Schulen und Einrichtungen , die Kinder und Jugendliche betreuen, kindgerechte gerichtliche Verfahren, mehr Schutz im Internet, enge Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden in den Ländern und den Ausbau von Hilfen für Betroffene. Die Kirchen forderte der Ratu auf, die Aufarbeitung zu beschleunigen, die Täter namhaft zu machen und die Vertuschung zu ächten. Rörig setzte sich für eine Enquetekommission im neuen Bundestag ein. Quelle: evangelisch.de
30.6.2021 Agnes Wich wird von Bernd Kastner interviewt. Sie wurde mit neun Jahren von einem katholischen Pfarrer missbraucht und spricht offen darüber. Im Bereich des Erzbistums München und Freising will sie eine Gruppe Betroffener gründen. Quelle: Süddeutsche
30.6.2021 Mitglieder der Comboni Survivor Group trafen sich mit Bischof Marcus Stock, Leeds. Mitglieder der Gruppe erlebten sexuelle Gewalt in den 1960er und 1970er Jahren im St. Peter Claver College, einem Knabenseminar in Mirfield, das von Comboni-Missionaren geführt wurde. Stock entschuldigte sich bei den Betroffenen, nachdem er ohne Erfolg versucht hatte, ein Treffen der Gruppe und der Comboni-Ordensleitung zu arrangieren. Bischof Stock sagte: „Auch die Saat des Glaubens, die in Ihrer Kindheit gedeihen sollte, wurde in skandalöser Weise geschädigt und in einigen Fällen entsetzlich zerquetscht.“ Der Orden sagte das Übliche – er verurteile jede Handlung … u.s.w.  Quelle: catholicnewsagency
30.6.2021 Im Bistum Münster wollen sich Betroffene kirchlichen Missbrauchs selbst organisieren. Dazu haben sie einen Aufruf zur Betroffeneninitiative im Bistum Münster gestartet. Das Betroffenenbeirats-Modell anderer Bistümer lehnen sie ab, weil dort Betroffene instrumentalisiert, begutachtet, abgelehnt werden. Im Herbst 2021 soll es ein erstes Treffen geben. Einladungen dazu werden aus datenschutzrechtlichen Gründen vom Bistum verschickt. Am Treffen selber wird kein Vertreter des Bistums teilnehmen, das Treffen wird vom Bistum Münster unterstützt, ohne Einfluss zu nehmen. Quellen: Kirche und Leben   Selbsthilfe Rhede   Selbsthilfe Missbrauch Münster
29.6.2021 Im Bistum Trier steht demnächst ein Ruhestandspriester vor einem Kirchengericht. weil er vor mehr als 15 Jahren einen Jugendlichen missbraucht haben soll. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. Karin Weißenfels, Pseudonym, berichtet, dass ihre Befragung sogar im Büro des jetzt mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Priesters gewesen sei. Eine Sprecherin vom Bischof Ackermann wies den Vorwurf, der Beschuldigte habe an einer Untersuchung, bei der auch der Ruhestandsgeistliche beteiligt war, teilgenommen. Später korrigierte sie: bei der Untersuchung sei auch über den Vorwurf sexuellen Missbrauchs gesprochen worden, mit dem Ergebnis, dass keine Hinweise für sexualisierte Gewalt festgestellt worden.  Quelle: Trierischer Volksfreund, 29.6.2021, Themen des Tages 3
29.6.2021 „Polen: Missbrauchsskandal erschüttert die Kirche“ – Diese Schlagzeile gibt es seit Jahrzehnten. Lediglich das Land ändert sich. Seit 1962 waren es die USA, Irland, in den 1990er Jahren kam das Thema durch den BDKJ in Deutschland auf, Mitte der 1990er Jahre in Österreich, Australien, Belgien, Chile, Kanada, Mexiko, Peru, Polen… Nachrichten über den Machtmissbrauch in der katholischen Kirche werden uns noch Jahre und Jahrzehnte begleiten, weil die Kirchenleitungen der verschiedenen Länder sich weigern, voneinander zu lernen, Verantwortung zu übernehmen für systemische Bedingungen, die Missbrauch ermöglichen und fördern und weil nach wie vor kirchliche Täter geschützt werden, Verbrechen vertuscht und Opfer im Stich gelassen werden. Offensichtlich ist den katholischen Kirchenleitungen auch nach Jahrzehnten der Skandale noch immer nicht bewusst, dass sie nicht nur die Kirche beschädigen, sondern auch das Evangelium. Sie scheinen es in Kauf zu nehmen.
29.6.2021 Macht – Legitimation, Ausübung, Missbrauch. Vorträge, u.a. von Dr. Reisinger. Quelle: youtube
29.6.2021 Mitglieder des Betroffenenbeirats kritisieren in einem Schreiben an die Bischöfe und Generalvikare die Arbeit der Unabhängigen Komission für Anerkennungsleistungen (UKA). Betroffene seien enttäuscht über die Höhe der Anerkennung, verärgert über die Bearbeitungsdauer und frustriert wegen der Art der Kommunikation. Es fehle an Empathie mit den Betroffenen, an Transparenz und Gerechtigkeit. Dass die Höhe der Anerkennungsleistungen sich an Urteilen staatlicher Gerichte zu Schmerzensgeldern orientieren, sei nicht erkennbar. Bereits die Antragstellung sei retraumatisierend. Die Kriterien, nach denen die UKA die Fälle bewerte, seien „zu wenig transparent“.  Bistümer und Orden gingen – entgegen dem Versprechen – nicht einheitlich vor. Die Dauer der Verfahren  sei für Betroffene eine hohe seelische Belastung – ein Antrag, der heute gestellt wird, wird frühestens 2024 entschieden. Quelle: katholisch.de
28.6.2021 Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK, spricht in der Landesschau des swr von sich. Quelle: swrfernsehen
28.6.2021 Laut einer Studie wurde ein Drittel der Kinder in bayerischen Heimen von 1949 bis 1975 sexuell misshandelt. Viele Fälle sind lange bekannt. Doch die Aufarbeitung schleppt sich dahin, die Opfer warten auf Gerechtigkeit. Triggergefahr! Quelle: deutschlandfunkkultur
28.6.2021 Das Erzbistum Köln führt ab dem 1. Juli die Personalakten aller Mitarbeitenden „digital, nachverfolgbar und manipulationssicher“. Quelle: katholisch.de
28.6.2021 Im Bistum Essen waren in der MHG-Studie 60 des Missbrauchs Minderjähriger beschuldigte Priester und 85 Betroffene bekannt geworden. Inzwischen sind dem Bistum mindestens 122 Betroffene bekannt, vor allem aus inzwischen geschlossenen Kinderheimen von Ordensgemeinschaften. Die Täter waren in den meisten Fällen bereits als Täter bekannt. Das Bistum schrieb die 122 Betroffenen an, um sie über die Einrichtung eines Betroffenenbeirates zu informieren. Bis Ende Juli können sie ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Betroffenenbeirat im Bistum Essen noch erklären. Quelle: come-on
28.6.2021 Die Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stellen fest, dass ständig neue Institutionen und Tatorte erkannt werden. Vor allem gelte dies für für den Tatkontext Familie und die Verantwortung von Jugendämtern und Familiengerichten. Im Breiten- und Spitzensport kommen immer neue Missbrauchsfälle ans Licht. Dort stecke die Aufarbeitung – genau wie in den Schulen – noch in den Kinderschuhen. Quelle: Domradio
28.6.2021 Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt des polnischen Bischofs Zbigniew Kiernikowski (74) von Legnica (Liegnitz) angenommen. Wie die Polnische Bischofskonferenz am Montag weiter mitteilte, hängt der Amtsverzicht mit einer vatikanischen Untersuchung zusammen. Kiernikowski wurden demnach Fehler im Umgang mit einem Fall sexuellen Kindesmissbrauchs durch einen Priester im Bistum Siedlce vorgeworfen, das er von 2002 bis 2014 leitete. Die katholische Kirche in Polen verzeichnete von Juli 2018 bis Ende 2020 insgesamt 368 Anzeigen wegen Missbrauchs Minderjähriger zwischen 1958 bis 2020, die 292 Priester und Ordensbrüder betrafen. 347 Minderjährige sind betroffen, jeweils etwa  zur Hälfte Jungen und Mädchen. 47 Prozent der Betroffenen waren unter 15 Jahre alt, 47 Prozent zwischen 15 und 17 Jahre alt. Im März 2019 berichtete die polnische Bischofskonferenz von 382 Priestern und Ordensmännern, die 625 Minderjährige missbrauchten, von denen 345 unter 15 Jahre alt waren. Die Informationen wurden den kirchlichen Akten entnommen, die von Januar 1990 bis Juni 2018  angelegt wurden und Taten ab 1950 verzeichneten. Quellen: neuesruhrwort   kath.ch
28.6.2021 In einer Diskussion der Karl-Rahner-Akademie, Köln, erklärt Generalvikar Markus Hofmann die Krise im Erzbistum und den Aufruhr unter den Gläubigen über den Umgang der Bistumsleitung mit dem Missbrauchsskandal als Folge davon, dass das Erzbistum als erstes eine Interventionsstelle und einen Betroffenenbeirat hatte und dass es das erste Bistum mit einer Studie war, die Verantwortliche für Vertuschung namentlich nannte. Klaus Mertes warnte eindringlich davor, Harmonie zwischen der Kirche und den Betroffenen herbeiführen zu wollen. Zum x-ten Mal wurde deutlich, dass die „Institution der Missbrauchstäter und Vertuscher“ Missbrauch und Vertuschung nicht selbst aufarbeiten kann. Akademieleiter Bauer wies auf das Buch von Hans-Joachim Sander: „Anders glauben, nicht trotzdem“ und zitierte den Autor, dass es fortan keinen katholischen Glauben mehr gebe, der unbeeinträchtigt sei vom Missbrauch. Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK, formulierte es so: „Ich bin aus dem Leben gekippt. Alles ist aus den Fugen geraten, und es gibt kein Zurück in mein altes Leben.“ Quelle: KStA
28.6.2021 kfd-Gespräche unterm Purpurkreuz. Thema: Was mich trägt. Perspektiven für eine erneuerte Kirche. Quelle: youtube
27.6.2021 Im Frühjahr 2020 wurde ein Großvater wegen schwerem Missbrauch an seinen Enkeln und deren Freunden zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. Dabei berichtete er, dass er im katholischen Piusheim schwer missbraucht worden war und sprach von Sexpartiys, Prostitution und dem Selbstmord eines Mitschülers im Heim. Daraufhin ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen einen früheren Erzieher des ehemaligen Jugenddorfes in Baiern (Kreis Ebersberg) nahe München und einen Geistlichen – ohne konkretes Ergebnis. Inzwischen haben sich 14 Betroffene beim „Eckigen Tisch“ gemeldet, bei der Erzdiözese München und Freising sind elf, bei der Staatsanwaltschaft München II zehn Verdachtsfälle bekannt. Quelle: snanews
27.6.2021 Das System der kanadischen „Residential Schools“, das von Missionaren getragen wurde, hatte  verheerende Folgen für die indigene Bevölkerung, die „christianisiert“ werden sollte. Den „Wilden“ sollte „die Zivilisation“ gebracht werden – ein unmenschliches, für die Betroffenen nicht selten tödliches, kolonialistisches und rassistisches System. Quellen: (Triggergefahr!) katholisch.de  Bericht der University of Regina, July 2017, über Residential Schools in Saskatchewan
26.6.2021 Das Bonner Aloisiuskolleg plant die Einrichtung eines Gedenkortes für Betroffene von Missbrauch. Dort hatte es von den 1950er Jahren bis 2010 mindestens 60 Betroffene und 23 Beschuldigte, unter ihnen 18 Jesuiten, gegeben. Der Jesuit Martin Löwenstein meint, dass die Missbrauchsgeschichte am AKO leider erst 2010 endete. Für das AKO sei „nur wichtig, dass der Ort und die Gestaltung dazu führen, dass sich die Schule auch in Zukunft mit dem Thema auseinandersetzt und es kein ‚totes Denkmal‘ wird.“ Quelle: Domradio Kommentar: Es bleibt zu wünschen, dass die Missbrauchsgeschichte tatsächlich 2010 endete. Wer realistisch ist, muss davon ausgehen, dass sexualisierte Gewalt an Kindern weiterhin zur Normalität gehört, vielleicht auch am AKO.
25.6.2021 Auch in SOS-Kinderdörfern wurden Kinder körperlich, sexuell und emotional missbraucht. Exemplarisch wurden vier Länder untersucht, bei denen es zu Versäumnissen im Bereich des Kinderschutzes kam. Quelle: spiegel
25.6.2021 In Polen gibt es eine staatliche Kommission, die Berichte und Fälle von Missbrauch von Minderjährigen unter 15 Jahren überprüft, um die Bestrafung der Täter sicherzustellen und Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen zu erarbeiten. Blazej Kmieciak, Leiter der Kommission, berichtete, dass etwa 30% der Fälle von Missbrauch, die die Kommission analysiert, mit dem Klerus zusammenhängen. Die Kommission untersucht 330 Personen und 260 Fälle, die zu Verurteilungen führten. Anfang des Jahres bat die Kommission die etwa 40 polnischen Bistümer, ihre Akten zur Verfügung zu stellen. Ein Bistum kam der Bitte nach. Nun hat die Kommission im Vatikan angefragt.- Quelle: apnews
25.6.2021 Der vom Vatikan mit einer Disziplinarstrafe belegte Danziger Alterzbischof Slawoj Leszek Glodz (75) ist nun Ortsvorsteher seines neuen ostpolnischen Wohnortes Piaski. Laut Medienberichten erhielt Glodz alle neun abgegebenen Stimmen. Die übrigen stimmberechtigten 27 Bürger hätten sich nicht an der Wahl beteiligt. Glodz war im März 2021 vom Vatikan untersagt worden, an öffentlichen Gottesdiensten und weltlichen Zusammenkünften in seiner bisherigen Diözese teilzunehmen. Ihm wurde auferlegt, außerhalb des Bistums zu wohnen und eine „angemessene Summe“ an eine Stiftung zu zahlen, die Missbrauchsbetroffenen hilft. Glodz werden Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen und in der Bistums-Verwaltung vorgeworfen. Quellen:  kathpress.at  katholisch.de
25.6.2021 Der Vatikan prüft nach unbestätigten Medienberichten Vorwürfe der Missbrauchsvertuschung gegen Ex-Papstsekretär Kardinal Stanislaw Dziwisz. Die mit der Prüfung beauftragte Sonderkommission wird von Kardinal Angelo Bagnasco, Genua, geleitet. Die Kommission hätte bereits mehrere Personen vernommen und wolle auch Betroffene von sexueller Gewalt durch Priester anhören. Die Vorwürfe gegen Dziwisz sind seit längerem bekannt. Ein Geistlicher aus der Kirchenprovinz Krakau wirft Dziwisz vor, ein Schreiben, das der Geistliche 2012 an Dziwisz persönlich übergab, ignoriert zu haben. In dem Schreiben wirft der Geistliche Priestern sexualisierte Gewalt an Jungen vor. Quellen:  Neues Ruhrwort 24.9.2020 Domradio   Spiegel
25.6.2021 In der Landeskirche Hannover soll eine unabhängige Studie zu sexualisierter Gewalt in Auftrag gegeben werden. Im Mittelpunkt steht ein schwerer Missbrauchsfall in Nenndorf bei Hamburg. Die Ansprechpartnerin zur institutionellen Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt, Karoline Läger-Reinbold, berichtet von Missbrauch einer früheren Konfirmandin in den 1980er und 1990er Jahren. Die Landeskirche will wissen, warum niemand eingriff und warum die Leitung den Missbrauch nicht erkannte, obwohl in dem Ort bekannt war, dass der Täter gezielt die Nähe zu jungen Frauen suchte. Die Landeskirche will ungehinderten Aktenzugang ermöglichen und Zeitzeugen befragen lassen. In der Landeskirche Hannover sind bislang 130 Fälle von sexuellem Missbrauch seit 1945 bekannt. 114 von ihnen ereigneten sich in der Nachkriegszeit in Erziehungsheimen der Diakonie. 16 Fälle geschahen in Kirchengemeinden durch Pastoren, Diakone oder Kirchenmusiker. Seit 1999 gab es sieben Disziplinarverfahren gegen Pastoren, vier Mitarbeitern wurde gekündigt bzw. sie erhielten Aufhebungsverträge. Quelle: evangelisch.de
25.6.2021 Wegen Versäumnissen beim Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat der Vatikan die polnischen Bischöfe Stefan Regmunt und Stanislaw Napierala mit Disziplinarstrafen belegt. Sie müssen einen „angemessenen“ Geldbetrag für Präventionsmaßnahmen zahlen. Regmunt darf nicht an öffentlichen Gottesdiensten, Begegnungen und Sitzungen der Bischofskonferenz teilnehmen. Napierla muss öffentlichen Messen und Veranstaltungen fernbleiben. Quelle: Neues Ruhrwort
25.6.2021 Speaker webReader: Vorlesen Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat in der Debatte um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche auch über einen Rücktritt nachgedacht. Quelle: katholisch.de
25.6.2021 Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den Dekan von Memmingen wegen grenzüberschreitendem Verhalten mangels Anfangsverdacht eingestellt. Die kirchenrechtliche Voruntersuchung geht weiter. Quelle: katholisch.de
24.6.2021 Johanna Beck, Sprecherin des Betroffenenbeirates der DBK schlägt vor, dass kirchliche Opfer sich in den Betroffenenbeiräten für die Bistümer selbst organisieren, wie das im Bistum Essen geschieht. Die katholische Kirche solle dabei jedoch logistische Unterstützung leisten. – Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann räumte Fehler im Umgang mit dem Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln ein. Quelle: Domradio
24.6.2021 Nahe der ehemaligen „Marieval Indian Residential School“ in der Prärieprovinz Saskatchewan in Kanada wurden 751 unmarkierte Gräber  gefunden. Quelle: washingtonpost
23.6.2021 Regina Laudage-Kleeberg hat eine Initiative „Kirchenkrise“ ins Leben gerufen: „Viele gehen. Einige sind noch da. Die Skandale und Tiefpunkte in der katholischen Kirche nehmen kein Ende. Sexualisierte Gewalt,  Vertuschung und Verantwortungslosigkeit. Vormoderne, klerikale Strukturen, Gesetze und Entscheidungen. Wie geht es all den Menschen damit?“ Im Interview  erklärt R. Laudage-Kleeberg  ihr Anliegen. Quellen: kirchenkrise.de  Domradio   facebook
23.6.2021 „Es wird nie mehr sein, wie es vorher war!“ Podiumsgespräch über die Folgen sexualisierter Gewalt: Ulla Stollenwerk diskutiert mit Klaus Mertes SJ;  Dr. Markus Hofmann, Generalvikar des Erzbistum Köln; Johanna Beck, Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: karl-rahner-akademie
23.6.2021 Beim gestrigen Hearing zum sexuellen Missbrauch durch Kleriker des Erzbistums Berlin sagte die Gemeindereferentin Monika Petermann: „Die Menschen wollen vielfach mit einer frauenfeindlichen, homophoben, die sexualisierte Gewalt vertuschenden Kirche nichts mehr zu tun haben, auch wenn sie die soziale Arbeit vor Ort schätzen.“ Das Fazit von Steffen Zimmermann: „Es war ein gelungener und wichtiger Abend, weil ehrlich und mit offenem Visier argumentiert wurde und der Abgrund des sexuellen Missbrauchs und seiner Folgen schonungslos offengelegt wurde.“ Quellen: Tagesspiegel   katholisch.de
23.6.2021 Das katholische Hilfswerk missio fordert die Bundesregierung zum entschiedeneren Einsatz gegen moderne Sklaverei und Online-Missbrauch in aller Welt auf. Internet-Plattformen sollen verpflichtet werden, gegen Missbrauchsdarstellungen vorzugehen, die Datenspeicherung soll verlängert werden, das Personal im Bereich des Online-Kindesmissbrauchs beim BKA aufgestockt werden. Weltweit sind mehr als 40 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei. Das FBI schätzt, dass täglich weltweit ca 750.000 Täter – meist Männer – auf der Suche nach minderjährigen Opfern sind. Quelle: katholisch.de  Zur Petition
22.6.2021 Der langjährige Pfarrer von Odenthal, Klaus Anders, Erzbistum Köln, soll eine minderjährige Messdienerin jahrelang sexuell missbraucht haben. Der Geistliche war früher Kreisdechant im Rheinisch-Bergischen Kreis. Er verunglückte 2009 bei einer Wandertour in Bayern tödlich. Die Gemeinde schwankt zwischen Entsetzen über die Vorwürfe und Loyalität zu dem über Jahrzehnte geschätzten Pfarrer. Quelle: www1.wdr.de
22.6.2021 Über 40 Betroffene sexualisierter Gewalt im Bistum Essen haben sich getroffen, um sich über den geplanten Betroffenenbeirat zu informieren. Bis Ende Juli können Betroffene ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Betroffenenbeirat erklären. Die Konstituierung ist für November vorgesehen. Über die Zusammensetzung des Beirats und die Anzahl der Mitglieder beraten und legen interessierte Betroffene bei einem weiteren Treffen fest. Der Beirat soll weisungsunabhängig sein, die Mitglieder können „gefragt und ungefragt“ ihre Anliegen einbringen. Sowohl in der Aufarbeitungskommission als auch im Beraterstab ist die Einbindung Betroffener vorgesehen. Kritik übten  Betroffene an der Dauer des Verfahrens zur Anerkennung des Leids und daran, dass die Kriterien für die Leistungen unbekannt sind und Betroffene nicht transparent informiert werden. Quelle: neuesruhrwort
22.6.2021 Hearing Aufarbeitung Missbrauch im Erzbistum Berlin, Dienstag, 22. Juni, 18:30 Uhr-
21.6.2021 Ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden wurde zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses mit einer jungen Frau. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Ein kirchliches Disziplinarverfahren steht noch aus. Quelle: sonntagsblatt
21.6.2021 UN-Menschenrechtsexperten haben den Vatikan zu einem stärkeren Vorgehen gegen Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen gemahnt. Der Heilige Stuhl müsse sicherstellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und die Opfer entschädigt würden, teilte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen mit. Zudem wurde in dem Schreiben die Besorgnis über eine fehlende Antwort des Vatikans auf einen ähnlichen Brief von 2019 zum Ausdruck gebracht. Quellen: katholisch.de   nuernberger-blatt
20.6.2021 Im Erzbistum München und Freising, gingen seit Veröffentlichung der MHG-Studie rund 130 neue Meldungen ein. Sie betrafen neben Klerikern auch Pädagogen, Lehrer und Ehrenamtliche. Die meisten Hinweise galten Grenzverletzungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit. Bei 36 der 130 Meldungen lag der Tatzeitpunkt nach der Veröffentlichung der MHG-Studie im September 2018. In zehn Fällen ist eine Straftat nach weltlichem Recht nicht ausgeschlossen, in zwei Fällen hat das Erzbischöfliche Ordinariat Strafanzeige erstattet. Quelle: Süddeutsche
20.6.2021 Wolfgang Picken, Bonner Stadtdechant, kritisierte als Teilnehmer die Pressemitteilung des Erzbistums über die Sitzung des Diözesanpastoralrates. Sie sei geschönt und entspreche nicht dem verabredeten Entwurf. Die Aussage, die Beratungen seien zunehmend themenorientiert und zielorientiert verlaufen, sei falsch. Vielmehr sei es zu einer „Art explosiven Stimmung“ gekommen. Quelle: Neues Ruhrwort
20.6.2021 Seit Veröffentlichung der MHG-Studie über Missbrauch in der katholischen Kirche sind weitere Hinweise auf sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche eingegangen. Beim Eckigen Tisch haben sich ca 250 Betroffene gemeldet. Bei den sieben Bistümern in Bayern meldeten sich mindestens 205 Betroffene, unter ihnen auch Betroffene von Grenzüberschreitungen, die nicht als sexueller Missbrauch gewertet werden. Matthias Katsch geht davon aus, dass die katholische Kirche in Deutschland von mindestens 5089 Opfern ausgehen muss und schätzt die tatsächliche Opferzahl auf etwa 80.000. Quelle: Süddeutsche Kommentar: Ich habe mit Stand 18.6.2021 bundesweit seit der MHG-Studie 1033 weitere Betroffene und 568 weitere beschuldigte Priester gefunden. Ohne Dunkelziffer geht es also in der katholischen Kirche inzwischen um 6.122 Opfer und 2.892 Täter.

20.6.2021 Wolfgang Picken, Bonner Stadtdechant, kritisierte als Teilnehmer die Pressemitteilung des Erzbistums über die Sitzung des Diözesanpastoralrates. Sie sei geschönt und entspreche nicht dem verabredeten Entwurf. Die Aussage, die Beratungen seien zunehmend themenorientiert und zielorientiert verlaufen, sei falsch. Vielmehr sei es zu einer „Art explosiven Stimmung“ gekommen. Quelle: Neues Ruhrwort

20.6.2021 Seit Veröffentlichung der MHG-Studie über Missbrauch in der katholischen Kirche sind weitere Hinweise auf sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche eingegangen. Beim Eckigen Tisch haben sich ca 250 Betroffene gemeldet. Bei den sieben Bistümern in Bayern meldeten sich mindestens 205 Betroffene, unter ihnen auch Betroffene von Grenzüberschreitungen, die nicht als sexueller Missbrauch gewertet werden. Matthias Katsch geht davon aus, dass die katholische Kirche in Deutschland von mindestens 5089 Opfern ausgehen muss und schätzt die tatsächliche Opferzahl auf etwa 80.000. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Ich habe mit Stand 18.6.2021 bundesweit seit der MHG-Studie 1033 weitere Betroffene und 568 weitere beschuldigte Priester gefunden. Ohne Dunkelziffer geht es also in der katholischen Kirche inzwischen um 6.122 Opfer und 2.892 Täter.


20.6.2021 Zahlreiche Mitglieder des Diözesanpastoralrats aus verschiedenen Gremien des größten deutschen Bistums hätten am Samstag deutlich gemacht, dass sie kein Vertrauen mehr in den Erzbischof hätten, verlautete anschließend aus Teilnehmerkreisen. Woelki selbst habe darauf hingewiesen, dass er nicht gewählt, sondern berufen sei. Nur der Papst könne ihn abberufen. Der Diözesanpastoralrat will einen externen Moderator bestellen. Ein Teilnehmer beschrieb, dass im Diözesanpastoralrat Einigkeit darüber bestehe, dass man sich an einem toten Punkt befinde und das Vertrauen zerstört sei. Quelle: FAZ


19.6.2021 Die Schweizer Bischofskonferenz plant eine großflächige Studiezu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche der Schweiz. Einbezogen werden in die Studie neben den Bistümern auch die Orden, andere religiöse Gemeinschaften und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). Im Herbst soll die Vorstudie starten. Bei Entschädigungszahlungen – maximal 20.000 CHF – soll nicht mehr die Schwere der Tat, sondern die Folgen für das Opfer bewertet werden. Quelle: kath.ch


19.6.2021 Kirchenkritische Katholikinnen und Ex-Kirchenmitglieder haben einen gemeinnützigen Verein „Umsteuern! Robin Sisterhood“ gegründet. Der Verein ruft nicht zum Kirchenaustritt auf, will aber den Menschen ein Angebot machen, „die ihr Geld nicht länger einer Institution geben wollen, die Missbrauch begünstigt und Menschen diskriminiert.“ Der Verein will konkrete Hilfe leisten, z.B. Selbsthilfegruppen von Gewaltopfern unterstützen. Auch Frauen- und Kinderschutzhäuser sollen unterstützt werden. So mussten alleine in Köln 370 Frauen, die um Aufnahme in ein Frauenhaus baten, abgewiesen werden, weil nur 45 Plätze zur Verfügung stehen. Quelle: Kölner Stadtanzeiger


19.6.2021 Im spanischen Maristenorden wurden neun weitere Priester-Täter aus vier Schulen bekannt, so dass nun in der katholischen Kirche Spaniens 327 kirchliche Täter bekannt wurden, die mindestens 836 Opfer hatten. Die Zahlen stammen von El Pais. Die Kirche weigert sich zu ermitteln. Alleine in Galizien gibt es jetzt 13 Maristen, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Quelle: El Pais


19.6.2021 Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, fordert, dass auch körperliche und seelische Gewalt durch Priester anerkannt werden müsse. Quelle: news4teachers


19.6.2021 Marie-Dominique Goutierre, Ordensbruder der St. Johannes-Gemeinschaft, wurde aus dem Klerikerstand entlassen. Zudem wurde er auf Beschluss des Priors und seines Rates aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Bislang war er aus seiner Gemeinschaft entfernt worden und lebte in der Walliser Abtei St-Maurice. Dort hatte er weiterhin Kontakt zu vier ehemaligen Mitgliedern der Gemeinschaft. Der Kontakt verstieß gegen die Auflagen. Quelle: kath.ch


19.6.2021 Für einen Ruhestandsgeistlichen aus dem Großraum Trier, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hat die Glaubenskongregation in Rom Bischof Ackermann angewiesen, einen „Strafprozess auf dem Gerichtsweg“ gegen den Mann zu führen. Dafür soll ein unabhängiges Richtergremium beauftragt werden. Nach Angaben des Vereins „MissBiT e.V.“ war der beschuldigte Pfarrer viele Jahre Leiter der Abteilung Kirchenrecht und Mitarbeiter des damaligen Generalvikars in leitender Position. Im Jahr 2007 sei er zudem als Kirchenrichter und Sachverständiger am Bischöflichen Offizialat Trier tätig gewesen. Er sei mit der Erfassung und Beurteilung von Vorfällen sexualisierter Gewalt befasst gewesen.
Quellen: Bistum Trier   sr 22.6.2021


19.6.2021 Gregor Krumpholz, Andreas Otto und Karin Wollschläger haben das Berliner Gutachten auf das Verhalten der verantwortlichen Erzbischöfe hin untersucht.:- Kardinal Meisner, 1980 – 1988; Georg Sterzinsky 1989 – 2011; Kardinal Woelki 2011 – 2014; Erzbischof Koch seit 2014 – hin untersucht. Quelle: katholisch.de


18.6.2021  Die Veröffentlichung des kompletten Missbrauchsgutachtens im Erzbistum Berlin hat nur wenig neue Erkenntnisse gebracht über mögliche Fehler prominenter Bischöfe wie Kardinal Rainer Maria Woelki, Kardinal Joachim Meisner oder Erzbischof Heiner Koch. Die Anwälte verzichten auf eine Bewertung des Verhaltens der Verantwortlichen. Eruzbischof Koch wird in 13 Fällen als Verantwortlicher benannt, Kardinal Woelki in zwölf Fällen. In einem Fall zeigen sich die Autoren verwundert über die Einstellung des Voruntersuchungsverfahrens durch Kardinal Woelki – aus der Aktenlage sei diese Einstellung nicht erklärlich. In mehreren Fällen empfahlen Koch und Woelki härtere Sanktionen, die von der Glaubenskongregation jedoch abgelehnt wurden.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig nennt die Berliner Studie einen „wichtigen und weiteren richtigen Schritt“ hin zu „ungeschwärzter Transparenz“.  Matthias Katsch, Eckiger Tisch, kritisierte, dass der „Serientäter“ des Canisius-Kolleg, Peter R., sowie wie die Jesuiten-Täter Wolfgang S. und Peter E., in der Jugendarbeit des Erzbistums Berlin eine Rolle spielten, aber nicht benannt werden. Gleiches gilt für ein vom Salesianerorden in Berlin-Kladow betriebenes Kinderheim, in dem es mehrere Beschuldigte gegeben habe. Katsch fordert, dass auch der Umgang mit den Pfarrgemeinden, die oft im Unklaren über Missbrauch gelassen wurden, angeschaut werden müsse. Quelle: neuesruhrwort


18.6.2021 Ein ehemaliges Heimkind aus Oberammergau berichtet. Er war als Kind im Hänsel- und Gretel-Heim. Im Feldafinger Kinderheim „Haus Maffei“ sei es am schlimmsten gewesen. „Die Kontiuität, Intensität und Dichte der Verbrechen“ seien unvorstellbar. Beinahe das komplette Personal sei beteiligt gewesen. Der Zeuge spricht von ritualisierter sexueller Gewalt. Beteiligt gewesen sei auch Otto Oehler, der Dorfpfarrer, der 1968 mit allen Ehren verabschiedet wurde. 1987 erhielt Oehler die goldene Bürgermedaille in Betzigau bei Kemptem im Allgäu.Das Bistum Augsburg hat drei der  Betroffenen als Opfer anerkannt. Professorin Annette Eberle wird im Juli d.J. eine Vorstudie vorlegen. Quelle: merkur.de


18.6.2021 Kardinal Woelki bezeichnet nun die Beförderung des Düsseldorfer Pfarrers D. zum stellvertretenden Stadtdechanten als „großen Fehler“ und sieht das Verhalten des Priesters als „moralisch absolut verwerflich“ an. Bislang hatte Woelki sich damit, dass die Ernennung von Pfarrer D. zum stellvertretenden Stadtdechanten eine ausdrückliche Empfehlung des damaligen Stadtdechanten von Düsseldorf gewesen sei und zu diesem Zeitpunkt nur ein nicht strafbarer Vorfall von 2001 eindeutig belegt gewesen sei.

Auch der Kölner Generalvikar Hofmann hält die Entscheidung, D. zu befördern, heute für „alles andere als glücklich und richtig“. Noch im Mai hatte Hofmann im WDR die Beförderung verteidigt mit dem Hinweis, D. habe den einmaligen Vorfall im Jahr 2001 gestanden und bereut. Zudem habe es sich damals weder nach kirchlichem noch weltlichem Recht um eine Straftat gehandelt. 2021 erhielt die Interventionsstelle des Erzbistums Köln HInweise auf weitere Delikte von Pfarrer D.

Vor dem Diözesanpastoralrat sprach sich Woelki für einen vertieften Dialog mit Kirchengremien und Gemeinden aus. Einer Einladung des Diözesanrates kam er wiederholt nicht nach. Quelle: Neues Ruhrwort


18.6.2021 Im Bistum Dresden-Meißen gibt es 44 Betroffene sexualisierter Gewalt. Am 18.2.2021 war von 30 Betroffenen die Rede. Quellen: freiepresse   mdr 18.2.2021


18.6.2021 Erzbischof Burger, Freiburg, hat einen Pfarrer aus dem Bodenseeraum vom Dienst beurlaubt, nachdem der Pfarrer die Bitte um Amtsverzicht ausgesprochen hatte. Der Pfarrer war 2019 außerhalb des jetzigen pastoralen Kontextes gegenüber einem jungen Erwachsenen sexuell übergriffig geworden, was er zutiefst bedauert. Strafrechtliche und kirchenrechtliche Konsequenzen werden geprüft. Quellen: Erzbistum Freiburg  Südkurier


18.6.2021 Gegen Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), den Gründer von „Kirche in Not“, gibt es keine weiteren Vorwürfe. Bekannt wurde, dass van Straaten 1973 eine 20-jährige Frau sexuell genötigt haben soll. „Eine erhebliche Entschädigungssumme“ sei bezahlt worden. Quelle: katholisch.de


18.6.2021 In Teil C des Berliner Gutachtens gibt es nach Einschätzung des Domradios viele Details über die Fälle – doch bleibt oft unklar, wer in der Bistumsleitung für den Umgang mit den Missbrauchsfällen verantwortlich war. – Manchmal werden noch lebende Beschuldigte mit Namen genannt, manchmal nicht. So bleibt der Name des „prominentesten Klerikers“, der beschuldigt wird, geschwärzt, obwohl er bereits tot ist und in Gutachten anderer Bistümer Beschuldigte von ähnlichem Rang als Personen der Zeitgeschichte mit Klarnamen genannt werden. Quelle: Domradio


18.6.2021 Das Erzbistum Berlin hat den vollständigen Bericht der Kanzlei Redeker/Sellner/Dahs veröffentlicht – mit einigen Schwärzungen. Quellen:  Teil C (neu)  Gutachten gekürzt  Neues Ruhrwort: Überblick


18.6.2021 „Wir nehmen mit Bitterkeit wahr, dass wir nicht mehr weiterkommen“, erklärte der Diözesanrat imErzbistum Köln nach seiner Sitzung am Mittwoch, bei der Woelki trotz Einladung nicht teilgenommen hatte. Das Fazit des Vorsitzenden Tim Kurzbach: „Da ist ein großer Bruch zwischen der Kirchenleitung und ihrem Bistum.“ Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Das Bistum Dresden-Meißen warnte 2020 im Kontext einer Untersuchung wegen Missbrauchs-Vertuschung, dass „ein hohes Gefährdungspotential für Personen im Umfeld der Pallottiner“ zu befürchten sei. Ein kircheninterner Bericht empfahl, eine Überprüfung durch den Vatikan zu beantragen. Vorwürfe von Freizügigkeit statt Morallehre, Verweigerung statt Aufarbeitung stehen im Raum. Quelle: Badische Zeitung


17.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller ist angesichts der Komplexität der Lage im Erzbistum Köln „irritiert“ über die nur einwöchige Verweildauer der beiden päpstlichen Visitatoren im Erzbistum Köln. Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Gegen die vor einem halben Jahr von Kardinal Reinhard Marx kirchenrechtlich aufgelöste „Katholische Integrierte Gemeinde“ (KIG) gibt es  bislang unbekannte Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Das Erzbistum München und Freising kennt fünf Hinweise, von denen sich vier in den 1970er Jahren abgespielt haben sollen. Ein Vorgang wurde dem Erzbistum Paderborn übergeben. Die Hinweise seien 2018/2019 der Staatsanwaltschaft übergeben worden, von Ermittlungen ist nichts bekannt. Ende November 2020 ernannte das Erzbistum einen Ansprechpartner für ehemalige Mitglieder der Gemeinde. Mehrere Betroffene baten um ein persönliches Gespräch mit Kardinal Marx. Der Gesprächswunsch werde derzeit geprüft. Quelle: katholisch.de


17.6.2021 Im Herbst 2020 erhielt der aktuelle Pfarrer einer Gemeinde im Bistum Hildesheim die Information, dass ein Priester, der zuletzt als Ruhestandsgeistlicher in der Gemeinde eingesetzt war, von 1980 bis 2009 fünf Kinder sexuell missbraucht haben soll. Der damalige Bischof Homeyer und der Personalchef und Domkapitular Werner Holst wurden 1992 durch das Jugendamt informiert und übertrugen dem Beschuldigten noch 1992 eine neue Pfarrei. In folgenden Gemeinden war der Geistliche seit 1969 eingesetzt: Bad Gandersheim (St. Maria Himmelfahrt), Groß Ilsede (St. Bernward), Salzgitter-Gebhardshagen (St. Gabriel) und Uelzen (Zum göttlichen Erlöser), Ronnenberg (St. Thomas Morus), Lehre (St. Martin), Salzgitter (Christ König) und Cuxhaven (St. Marien), seit 2005 Ruhestand. Quellen: katholisch.de   Untersuchungsbericht Georg M. 2021


17.6.2021 Der Diözesanrat im Erzbistum Köln wirft Kardinal Woelki vor, die Unwahrheit zu sagen. Kardinal Woelki hatte den Delegierten eineinhalb Stunden vor deren Konferenz geschrieben, er setze Forderungen zur Aufklärung des Missbrauchsskandals um. Der Diözesanrat sagt, das stimme nicht. Forderungen wie das Einstehen für persönliches Verschulden Woelkis blieben unbeantwortet. Die zehn Laien, die Mitglied im Diözesanpastoralrat sind, kündigten an, Klartext zu reden bei deren Versammlung am Freitag. Der Diözesanpastoralrat ist ein Beratungsgremium des Erz ischofs und besteht vor allem aus Priestern. Im Erzbistum Köln geben erste Religionslehrer*innen ihre Lehrbefugnis zurück oder lassen sie ruhen.Quelle: www1.wdr.de


16.6.2021 Im Bistum Trier zeigte 2006 ein Betroffener den Pfarrer von Freisen wegen sexuellen Missbrauchs an. Das Bistum – unter dem damaligen Bischof Marx – hörte den Betroffenen nicht an. 2015 wurde der Pfarrer beurlaubt, nachdem weitere Missbrauchsvorwürfe angezeigt wurden. Der Betroffene hat einen Brief an Kardinal Marx geschrieben. In einer gemeinsamen Erklärung von München und Trier bedauern die Verantwortlichen gegenüber swr, dass 2006 Fehler gemacht wurden. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist darauf hin, dass 2006 das 2001 geltende Kirchenrecht vorschrieb, dass eine Voruntersuchung stattfinden müsse, deren Ergebnis nach Rom geschickt werden müsse. Der damalige Bischof Marx, der Generalvikar Holtenbrink und der Personalverantwortliche haben nach Einschätzung von Schüller versagt, zumal sie dem Beschuldigten Missbrauch von weiteren Kindern ermöglicht haben. Quelle: swr


17.6.2021 Ein mutmaßliches Opfer sexuellen Missbrauchs aus dem Bistum Trier kritisiert den früheren Trierer Bischof Marx. Der Betroffene hatte 2006 einen Priester in Freisen, Bistum Trier, wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein und informierte das Bistum. Die Verantwortlichen hörten den beschuldigten Pfarrer an, verzichteten aber auf weitere Untersuchungen, weil der Pfarrer die Vorwürfe bestritt. Der Pfarrer wurde nach weiteren Jahren im Amt wegen weiterer Missbrauchsvorwürfe beurlaubt. Das mutmaßliche Opfer schrieb vor einem Monat an Kardinal Marx einen Brief, erhielt jedoch bislang keine Antwort. Der Betroffene wirft Marx Vertuschung vor. Quelle: swr


16.6.2021 Christian Geyer-Hindemith schaut sich an, wie Papst Franziskus in seinem Brief an Kardinal Marx, in dem er dessen Rücktrittsgesuch ablehnt, mit den empirischen Wissenschaften umgeht. Sein Fazit: „Tatsächlich geht es im Fortgang des päpstlichen Briefes darum, die soziologische und psychologische Methodik als solche herabzusetzen, nicht erst deren pervertierende Übersteigerungen in irgendwelchen -ismen. Das sieht man daran, welchen Rang der Papst empirischen Untersuchungen einräumt, wenn es um die Schuldfrage im Umgang mit Missbrauchsfällen geht. Dieser Rang ist kein hoher, sondern ein niedriger, nachgerade nichtiger. „Es sind nicht die Untersuchungen, die uns retten werden“, schreibt Franziskus, wobei Rettung hier im Sinne von religiöser Erlösung gemeint ist – und die steht bei den möglichen empirischen Ermittlungen ja auch gar nicht zur Debatte. Zur Debatte steht, nach welchem Maßstab sich der persönliche Verantwortungsbegriff zu bemessen hat. Und hier gibt der Papst zu erkennen, dass für ihn die Empirik der Schuldfrage hinter deren Spiritualisierung zurückzustehen hat.“ Quelle: FAZ


16.6.2021 Die vatikanische Glaubenskongregation hat Marie-Dominique Gouttierre, ein führendes Mitglied der Johanneskongregation, wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs dauerhaft aus dem Priesteramt ausgeschlossen. Auch die Gemeinde selbst hat ihn aus der Versammlung ausgeschlossen. Gouttierre galt als der „geistige Sohn“ des Gründers Marie-Dominique Philippe. Goutrierre wurde vorgeworfen, mehrere Brüder und Schwestern der ebenfalls in den Niederlanden tätigen Johanniterfamilie sexuell missbraucht zu haben. Er wurde auch beschuldigt, eine Frau, die er spirituell leitete, sexuell missbraucht zu haben. Quelle: nd.nl


16.6.2021 Interview mit Prof. Thomas Schüller über die „Krise der katholischen Kirche: Missbrauchsskandal, Austritte und Protestbewegungen“. Quelle: uni-muenster


16.6.2021 Der argentinische Opferverein „Red Sobreviventes de Abuso Eclesiastico“ wirft den Mitgliedern des Exekutivkomitees der argentinischen Bischofskonferenz Amtsmissbrauch und schuldhafte Fahrlässigkeit bei der Aufklärung eines Missbrauchsfalls im „Monasterio del Cristo Orante“ in Tupungato, einem Kloster, vor. Das mutmaßliche Opfer Nicolas Bustos zeigte  den Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, den Erzbischof Marcelo Colombo von Mendoza, dessen Weihbischof Marcelo Mazzitelli sowie Bischof Dante Braida von La Rioja wegen Missbrauchsvertuschung an. Die Argentinische Bischofskonferenz sicherte den Bischöfen in einer offiziellen Erklärung „uneingeschränkte Unterstützung“ zu und wies die Vertuschungsvorwürfe „nachdrücklich“ zurück. Daraufhin hat der Anwalt von Red Sobrevivientes de Abuso Eclesiastico, Carlos Lombardi, auch die Mitglieder des Exekutivkomitees der Bischofskonferenz beim Vatikan angezeigt.

Das mutmaßliche Opfer wirft zwei Mönchen vor, ihn inzwischen 20098 und 2015 in dem Monasterio als Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Das Kloster wurde inzwischen geschlossen, einer der beiden Beschuldigten erhielt von der Kirche ein fünfjähriges Berufsverbot. Quelle: domradio.de


16.6.2021 Zu elf Monaten auf Bewährung wurde ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden, Landeskirche Bayern, verurteilt. Er hat sich im Sommer 2019 an einer jungen Frau im Kontext eines Beratungsverhältnisses vergangen. Ein erstes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestand. 2020 wurde das Verfahren wieder aufgenommen. Am 22. Dezember 2020 wurde der Beschuldigte seines Dienstes enthoben. Das kirchliche Disziplinarverfahren steht noch aus, sagte Dekan Thomas Guba. Quelle: evangelisch.de


16.6.2021 Der Wiener Fundamentaltheologe Wolfgang Treitler beklagt, dass der Papst nicht erwähnt hat in seinem Schreiben an Kardinal Marx, dess es um den Glauben an einen helfenden Gott und an eine wirklich fühlbare Erlösung im Zusammenhang mit Missbrauch „sehr finster geworden ist“. Diese theologische Frage komme an das Fundament. Zwar gebe es Erlösungsreden, aber man nehme kaum wahr, „was an katastrophaler Hilflosigkeit bei vielen Missbrauchten hängengeblieben ist, gerade in religiöser, in gottbezogener Hinsicht.“ Quelle: katholisch.de


16.6.2021 Der Strafrechtler Björn Gercke weist Vorwürfe eines „Gefälligkeitsgutachtens“ für das Erzbistum Köln zurück: „Wir sind Juristinnen und Juristen und können nur mit einer juristischen Aufarbeitung beauftragt werden. … Wer uns zu uns nicht zustehenden, moralischen Bewertungen drängen möchte, verlangt unprofessionelles und unseriöses Berufsverhalten“, sagte Gercke. Quellen: katholisch.de  zeit.de


16.6.2021 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch beim UBSKM fordert mehr Unterstützung für Betroffene, z.B. in der Vernetzung miteinander. Die Probleme in beiden Kirchen belegten, dass die Institutionen einen Aufarbeitungsprozess ohne externe Begleitung kaum bewältigen könnten. Deshalb müssten Mittel für externe Moderation, Mediation und Supervision zur Verfügung stehen. Quelle: Domradio


16.6.2021 Judith Hahn schaut sich die kirchliche Strafrechtsreform an und stellt fest, das sie den Schutz vor Missbrauch punktuell richtig einordnet, jedoch missbrauchsförderliche systeme Faktoren unberührt lässt. Quelle: feinschwarz.net


15.6.2021 Papst Franziskus hat die Drei-Monatsfrist zur Annahme der Rücktrittsgesuche von Erzbischof Heße und Weihbischof Schwaderlapp verstreichen lassen. Daher verliere die Rücktrittsgesuche jede Rechtskraft. Beide Bischöfe sind damit de jure wieder so frei wie vor der Veröffentlichung des Gercke-Gutachtens. Quelle: FAZ


15.6.2021  Auf der Webseite „www.du-auch.de“ finden Kinder und Jugendliche ab sofort Hilfe nach einer Gewalterfahrung. Quelle: evangelisch.de


15.6.2021 Der Berliner Dogmatiker Georg Essen meint, Papst Franziskus hätte den Amtsverzicht annehmen sollen, um Verantwortung für den Missbrauchsskandal der Kirche zu übernehmen: „Die Wucht einer solchen Entscheidung entspräche dem Ausmaß der Katastrophe. Das wär’s gewesen!“ Der Brief von Papst Franziskus an Kardinal Marx zeige, dass der Papst die Anliegen der Missbrauchsbetroffenen nicht ernst nimmt. Essen wartet auf Zeichen der Deutschen Bischofskonferenz, die signalisieren, „dass der Kirche von Deutschland tatsächlich es ernst ist mit jener schonungslosen Aufarbeitung, von der bereits seit zehn Jahren gesprochen wird“. Zum Fall Woelki konstatiert Essen, Woelki besitze nur noch Macht, habe seine Autorität jedoch verspielt. Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Der Südliche Baptistenverband in den USA steht vor einer Zerreißprobe. Liberale und Konservative streiten um Rassismus, Frauenordination und Missbrauchsaufklärung. In den letzten 20 Jahren seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. Von insgesamt 700 Missbrauchsopfern ist die Rede. Quelle: jesus.de


15.6.2021 In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Abbildungen verbreitet, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. 2019 wurden 681 Delikte registriert, 2020 waren es 1.038 Delikte – eine Steigerung um 52,4 Prozent. Quelle: swr


15.6.2021 Der Wuppertaler Dogmatiker Michael Böhnke vermisst im Brief von Papst Franziskus an Kardinal Reinhard Marx eine Thematisierung der systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt und ihrer Bewältigung durch Reformen. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) nennt das Ez-16-Zitat des Papstes „das größte Ärgernis an dem Brief“. Damit zeige der Papst, dass er die Notwendigkeit der Übernahme institutioneller Verantwortung nicht verstanden oder nicht für gut befunden habe. Er hätte darum bitten müssen, dass die Kirche eben nicht wie der Gott in Ez 16 wird, der der Stadt Jerusalem mit sexualisierter Demütigung droht. Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Generalvikar Klaus Pfeffer, Essen, meint, die katholische Kirche müsse sich grundsätzlich erneuern: „Im Moment sieht es so aus, als sei die Talfahrt der Kirche kaum aufzuhalten.“ Und: „Wer vom Sockel stürzt, kann nicht mehr von oben herab auf die Welt blicken.“ Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Die beiden Apostolischen Visitatoren, Kardinal Anders Arborelius und Bischof Hans van den Hende, haben ihre Visitation im Erzbistum Köln nach einer Woche beendet. Quelle: ruhrnachrichten


15.6.2021 Die katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius in Kleinenbroich, Bistum Aachen, stellt bei der Stadt Korschenbroich den Antrag, die JohannesWolfStraße umzubenennen. Hintergrund sind Berichte eines Betroffenen, der Anfang der 1960er Jahre über einen Zeitraum von sechs Monaten massive sexualisierte Gewalttaten durch Pfarrer Johannes Wolf (1945 – 1984 in Korschenbroich) erfahren hat und sich 2009 an das Bistum wandte. Ein zweiter Betroffener wandte sich 2011 an das Bistum. Zudem gibt es Hinweise auf weitere Betroffene. Quelle: gdg-korschenbroich.de


15.6.2021 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, sieht in der Ablehnung des Amtsverzichts von Kardinal Marx durch den Papst die Aufforderung an Kardinal Marx, die Spannungen auszuhalten, die sich aus der Untersuchung der Missbrauchsfälle ergeben werden. Außerdem müssten sich jetzt auch andere Bischöfe mit möglichen persönlichen Konsequenzen auseinandersetzen. Überdies bemerkt Hans Zollner, dass die entscheidenden Begriffe – institutionelles und systemisches Versagen – im kirchlichen Sprachgebrauch angekommen seien. Die Vorstellung einer sündelosen Kirche bezeichnet Zollner als Häresie. Quelle: Domradio


14.6.2021 Lucy Kalappura, indische Ordensfrau, muss nach einer Entscheidung des obersten Vatikangerichts ihren Orden der Franziskaner-Terziarinnen verlassen. Sie wartet jedoch die Entscheidung eines indischen Gerichts üäber ihr Bleiberecht ab. Der Konflikt begann im August 2019, als die Gemeinschaft die Ordensfrau wegen Ungehorsams und Bruchs ihrer Gelübde entlassen hat. Kalappura sieht ihren Ausschluss aus dem Orden als Reaktion auf ihre gemeinsam mit fünf weiteren Ordensfrauen Kampagne zur Verhaftung von Bischof Franco Mulakkal. Mulakkal steht derzeit wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer ehemaligen Ordensoberin vor Gericht. Quelle: Domradio

14.6.2021 Nach Angaben der Bild-Zeitung bezeichnete Kardinal Woelki den sexuellen Kontakt eines Priesters am 29.6.2001 mit einem obdachlosen 16-Jährigen als „Dummheit“ und „Übersprungshandlung“.  Der Sprecher von Kardinal Woelki fragt, woraus sich „eine Zwangslage ergeben soll, wenn ein 16-Jähriger Obdachloser ohne Bezahlung einen freiwilligen sexuellen Kontakt eingeht. Meinen Sie, dass jeder freiwillige sexuelle Kontakt mit einer obdachlosen Person das Ausnutzen einer Zwangslage darstellt? Dürfen Obdachlose also keinen Sex haben bzw. darf man mit diesen nicht sexuelle Kontakte haben?“ Woelki hatte der Zeitung gerichtlich verbieten lassen, den Kontakt des Pfarrers zu einem Minderjährigen als Missbrauch bzw. Straftat zu bezeichnen. Kirchenrechtlich war am 30.4.2001 das Alter Minderjähriger von 16 auf 18 Jahre hochgesetzt worden. Quelle: bild.de


13.6.2021 Der Historiker Klaus Große Kracht, Münster, geht im Rahmen des vom Bistum Münster geforderten Forschungsprojektes „Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“der Frage nach, ob es spezifische Merkmale eines pastoralen Tätertyps gibt. Dem sexuellen Missbrauch gerade pubertierender oder post-pubertärer Jugendlicher gehe nämlich des Öfteren eine langjährige spirituelle Manipulation durch den Priester voraus. Bestätigt sich diese Annahme, sollten Konsequenzen für das Verständnis des Priesteramtes und die Ausbildung der Geistlichen folgen.  Quelle: deutschlandfunk.de


13.6.2021 Ein „Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising“ fordert Kardinal Marx, die Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Teilnehmenden des Synodalen Weges, auf, endlich „die systemischen Ursachen geistlichen und sexualisierten Missbrauchs“ anzugehen und Tendenzen , die Ursachen für systemische Fehler auszuklammern und Aufarbeitung des Versagens in den kirchlichen Missbrauchsfällen nicht auf eine Verbesserung der Verwaltung zu reduzieren. Dem Netzwerk gehören an: „Wir sind Kirche“, Maria 2.0, Münchner Kreis (ein Zusammenschluss reformorientierter Priester und Diakone), Gemeindeinitiative, Priester im Dialog, Kommission Frauen im Kolping-Verband, Ordens-Frauen für Menschenwürde, Katholischer Deutscher Frauenbund, Initiative Sauerteig aus Garching an der Alz und die Katholische Frauengemeinschaft. Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Kardinal Marx muss jetzt, da der Papst seinen Rücktritt abgelehnt hat, seiner Verantwortung gerecht werden, meint Bernd Kastner. Er solle sich endlich die Zeit nehmen, den Opfern von geistlichem Missbrauch – so den früheren Angehörigen der Katholischen Integrierten Gemeinde – zuzuhören. Das sei „eine große, vielleicht letzte Chance, etwas gut zu machen“. Noch immer mangele es den Bischöfen oft an Fürsorge und Empathie für die Betroffenen. Das beklagen auch viele ehemalige KIG-Mitglieder.

Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Nach der Recherche von Correctiv und Frontal 21 zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche fordern Gemeindemitglieder in Garching an der Alz Aufklärung. Am Sonntag beginnt in der bayerischen Gemeinde die „Garchinger Präventionswoche“ mit Vorträgen und Diskussionen. Es geht um den wegen Kindesmissbrauchs bereits verurteilten Priester H., aus dem Bistum Essen stammend, der 20 Jahre lang  Kinder und Jugendliche missbrauchte. Kardinal Ratzinger, der spätere Papst, wusste in seiner Zeit als Erzbischofr von München um die Verurteilung von H. und setzte ihn trotzdem als Priester in Gemeinden ein. Die Initiative Sauerteig will helfen, alte Wunden in Garching zu heilen und hofft auf die Unterstützung von Kardinal Marx. Rosi Mittermeier, die zu H.s Zeit Kleinkindergottesdienste organisierte, berichtet, dass die Gemeinde erst im Herbst 2020 offiziell vom Ordinariat erfahren habe, dass sich auch in Garching drei Betroffene gemeldet haben. Die Sauerteig-Aktiven sind sicher, dass das Ordinariat Missbrauch hätte verhindern können, wenn es H. früher aus der Seelsorge genommen hätte. Und sie stellen fest, dass der damalige Generalvikar einen Mitarbeiter, der einen Verdacht äußerte, wider besseres Wissen zu einer Entschuldigung drängte und ein früherer Weihbischof gelogen hat. Quelle: correctiv.org


13.6.2021 Für den Dekan von Memmingen aus dem Bistum Augsburg, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen gegenüber einer volljährigen Frau ermittelt und gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren läuft, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Daran erinnert der Anwalt des Beschuldigten. Quelle: katholisch.de


12.6.2021 Im katholischen Seelsorgebereich Odenthal-Altenberg wurde im Gottesdienst öffentlich verkündet, dass Pfarrer Klaus Anders, von 1976 bis zu seinem Tod 2009 Pastor in St. Pankratius Odenthal, schwerer sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen wird. Das Erzbistum Köln bestätigte, dass eine Anzeige vorliegt und ermutigt und bittet Betroffene/ und oder Zeugen ausdrücklich, sich an die Ansprechpersonen zu wenden. Quelle: ksta.de


11.6.2021 Die vatikanische Behörde für Laien, Familie und Leben begrenzt Amtsdauer und Zahl der Leitungsposten in katholischen Verbänden und Organisationen auf internationaler Ebene, um einen „gesunden Wechsel“ sicherzustellen und Veruntreuung sowie Machtmissbrauch vorzubeugen. Diese Regeln gelten jedoch nicht für Priestervereinigungen (!) sowie für Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens. Ebenso können Gründer von Laienorganisationen (!) von den Vorgaben befreit werden. Quelle: katholisch.de


11.6.2021 Am Samstag, 12.6., wollen Katholik*innen aus dem Erzbistum Köln vor dem Tagungshaus, in dem die beiden Visitatoren untergebracht sind, protestieren. Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln kritisiert die Proteste:  „Die Demonstranten sind Aktivisten, die lautstark alles Mögliche fordern“, erklärte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder. Er sieht den Betroffenenbeirat als ein Gremium, das „nicht nur fordert, sondern aktiv echte Arbeit leistet und etwas bewegt“. Bringmann-Henselder sieht die Gefahr, dass die kirchlich Betroffenen für andere Interessen benutzt werden, z.B. für die Weihe von Frauen. Quelle: Domradio

Kommentar: Die Sorge vor der Instrumentalisierung Betroffener für (berechtigte!) kirchenpolitische Zwecke ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird sich jedoch erst noch zeigen, ob sie begründet ist. Maßstab dafür ist, ob die Betroffenen im Umkreis der Protestierenden erleben, dass sie und ihre Belange spürbar (!) in den Blick geraten und sie Zugehörigkeit erleben.


11.6.2021 Johanna Beck, Sprecherin des Betroffenenbeirates der DBK, sieht im Papstschreiben an Kardinal Marx eine schillernde Sprache, die sehr vage bleibe. Die Zukunft erst wird zeigen, wie es weitergeht. Quelle: Domradio


11.6.2021 Der Theologe Hans-Joachim Sander interpretiert das Papstschreiben an Kardinal Marx. Er sagt, nun sei keine Flucht mehr möglich vor der Katastrophe des Missbrauchs in der Kirche. Sander ist der Ansicht, dass man die Betroffenen in den Mittelpunkt stellen müsse, da bestehe offenkundig weiterhin Nachholbedarf. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Die Leserin fragt sich, warum die Betroffenen in dem Papstschreiben an Kardinal Marx so gar keine Rolle spielen. Da wäre es gut gewesen, wenn Papst Franziskus mit gutem Beispiel vorangegangen wäre und diejenigen, die die Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche unübersehbar gemacht haben, wenigstens erwähnt hätte.


11.6.2021 Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) kommentiert das Bibelzitat von Papst Franziskus – Ez 16 – im Antwortschreiben an Kardinal Marx.  Quelle: facebook


11.6.2021 Dass der Papst die Rücktrittsbitte von Kardinal Marx nicht angenommen hat, stößt auf Zustimmung – aber auch auf Ablehnung, Unverständnis und Sorge. Herrmann Schell, MissBiT Bistum Trier, meint, konkretes Handeln statt großer kirchenpolitischer Gesten sei nötig. Er fürchtet, dass das päpstliche „Weiter so“ im Blick auf Kardinal Marx bedeuten könnte, dass alles bleibt, wie’s war. „Weil ‚weiter so‘ heißt: Lass das erste Gutachten in der Schublade, verschieb das zweite Gutachten und werde nicht konkret an den Punkten, wo du dich schuldig gemacht hast – speziell in deiner Zeit im Bistum Trier.“ Quelle: BR


11.6.2021 Bernd Kastner berichtet über die Katholische Integrierte Gemeinde (KIG). Was Menschen in der KIG erlebten, nennen sie „Gehirnwäsche im Namen Gottes“. Sie beklagen zudem, dass das Erzbistum München und Kardinal Marx sich bis jetzt zu wenig oder gar nicht um die Betroffenen kümmert. Wenn der Kardinal „einfach mit den Leuten vor Ort reden würde, wäre schon viel gewonnen. Es wäre der erste Schritt, ein ganz einfacher. Er muss von seinem hohen Ross runter.“ Quellen: Süddeutsche   Aussagen von Aussteiger*innen aus der KIG


11.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht die Zukunft der Erzbischöfe Woelki, Marx und Heße noch offen. Es könne sein, dass Marx erneut seinen Rücktritt anbieten müsse, wenn ihm Fehler im Umgang mit Missbrauch nachgewiesen werden. Bei Woelki gehe es auch um das Vertrauen, das Priester und Dekane ihm entziehen werden, so Schüller. Quelle: Kirche und Leben


11.6.2021  Im Sommer werden die Ergebnisse einer Studie zu Missbrauchsvorwürfen gegen Bischof Janssen erwartet (1957- 1982). Anschließend soll eine weitere externe Studie die Zeit nach 1982 bis heute untersuchen – also die Amtszeiten von Bischof Homeyer und Bischof Trelle und Bischof Wilmer. Quelle: wolfsburger-nachrichten


11.6.2021 Ein Gespräch zum Thema: „Im Strudel der Skandale – christliche Kirchen am „toten Punkt“? Teilnehmende: Margot Käßmann, Christiane Florin, Johannes-Wilhelm Rörig und Matthias Kopp, Moderation Birgit Kolkmann. Quelle: DLF


11.6.2021 Die Visitatoren im Erzbistum Köln haben heute mit dem in einer Auszeit befindlichen Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, gesprochen. – Das Mitglied des Betroffenenbeirates, Bringmann-Henselder, sagte, der Betroffenenbeirat sei mit dem Ergebnis des Gercke-Gutachtens sehr zufrieden. „Wir arbeiten mit an den Maßnahmen, die sich aus dem Gutachten ergeben, und fordern die notwendigen Dinge ein.“ Im Erzbistum gebe es sehr wohl Aufklärung, Ursachenbekämpfung und persönliche Konsequenzen der Verantwortlichen, meinte Bringmann-Henselder. Quelle: katholisch.de


11.6.2021 Felix Neumann analysiert das Papstschreiben an Kardinal Marx und stellt fest, dass zwar vom Missbrauch geredet werde, aber unpersönlich: „Die Betroffenen kommen in diesem Brief nicht vor. Viel ist von der Krise der Kirche die Rede, die anzunehmen sei, der man sich auszusetzen habe. Die Krise, in die die Kirche und ihre Verantwortlichen ihre Opfer gezwungen haben, bleibt unausgesprochen.“ Unklar ist Neumann, was sich nun mit dem Schuldeingeständnis und den offenen Armen des Papstes geändert habe. Quelle: katholisch.de


 10.6.2021 Florian Breitmeier schätzt die Verweigerung des Rücktrittsangebots von Kardinal Marx ein: „Die Krise wird also ein Stück weit vom Papst personalisiert, und dadurch fehlt ihr ein bisschen diese institutionelle Dynamik, die der Annahme eines Rücktrittsgesuch durchaus innegelegen hätte. … Aber der Papst nimmt sich damit auch ein Stück weit zurück, denn er wäre ganz anders in der Verantwortung und in Erklärungszwang gewesen, wenn er den Rücktritt angenommen hätte. Quelle: NDR


10.6.2021 Stimmen zur Verweigerung des Rücktrittsangebots von Kardinal Marx durch Papst Franziskus. Quelle: Süddeutsche


10.6.2021 Die Opferinitiative Eckiger Tisch kritisiert die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Kardinal Marx durch Papst Franziskus. Sie sagt, der Papst wolle sich damit auch selbst schützen. Marx habe alle Bischöfe, auch den Bischof von Rom, für das System von Missbrauch und seiner Vertuschung verantwortlich gemacht. Diese Einsicht moderiere der Papst jetzt einfach weg. Zudem kritisierte der Eckige Tisch, dass Papst Franziskus die Verantwortung der Bischöfe relativiere. Von einem radikalen Neuanfang sei jetzt wenig geblieben. Quelle: Süddeutsche


10.6.2021 Im Bistum Essen treffen sich über 40 kirchliche Missbrauchsopfer, um aus ihren Reihen die Mitglieder des Betroffenenbeirates zu wählen. Generalvikar Pfeffer konstatiert, dass noch immer einige Gemeinden und manche Priester bei Missbrauch durch Kleriker von Einzelfällen ausgehen. Da habe der Beirat eine wichtige Aufgabe. Ein ehemaliges Heimkind, Peter Menger, sieht den Beirat kritisch, das Bistum versuche, Opfer für die eigene Sache einzuspannen. In der Kirche werde sich nichts verändern, meint Menger. Er wartet noch immer auf eine Entschädigung. Quelle: www1.wdr.de


10.6.2021 Die Theologin Doris Reisinger hat in einem neuen Forschungsprojekt Fälle von Übergriffen katholischer Priester weltweit untersucht, die ihre minderjährigen Opfer geschwängert oder zur Abtreibung genötigt haben sollen. Reisinger ist verwundert, dass es zu dieser Form sexualisierter Gewalt, die Reisinger „reproduktive Gewalt“ nennt, bislang praktisch keine Forschung gebe. In ihren Quellen aus dem Archiv von Bishop Accountability fand sie „Dutzende solcher Fälle“, der älteste Fall datierte von 1949, der jüngste von 2019.Reisinger fordert mehr Forschung. Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Kardinal Marx nimmt Stellung zum Schreiben von Papst Franziskus. Er sagt, es könne für ihn und für das Erzbistum nicht der Weg sein, einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen. Quelle: Erzbistum München


10.6.2021 Das Schreiben von Papst Franziskus an Kardinal Marx, in dem er dem Kardinal aufträgt, weiterhin Erzbischof von München zu sein. U.a. schreibt Papst Franziskus: „Es stimmt, dass die geschichtlichen Vorkommnisse mit der Hermeneutik jener Zeit bewertet werden müssen, in der sie geschehen sind.“ Quelle: Süddeutsche

Kommentar: In dem Schreiben kommen kirchlich Betroffene überhaupt nicht vor – es geht um die Bischöfe, um „die Kirche“. Offensichtlich geht Reform, Umkehr, … ohne Betroffene, ohne Aufklärung und auch ohne Gerechtigkeit für sie. Und dass geschichtliche Vorkommnisse mit der „Hermeneutik der Zeit“, in der sie geschahen, bewertet werden müssen, klingt so, als ob Menschenrechtsverletzungen an Kindern nicht seit jeher Bestandteil der biblischen Botschaft gewesen wären. Mir scheint, dass u.a. Mt 18,6 da sehr  anders, sehr eindeutig ist.


10.6.2021 Papst Franziskus hat den Rücktrittswunsch von Kardinal Marx nicht angenommen. Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Im Bistum Augsburg wurde ein Priester und Dekan mit sofortiger Wirkung von seinem Amt entbunden und freigestellt. Gegen ihn gibt es einen „sehr ernst“ zu nehmenden Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Generalvikar Harald Heinrich hat die zuständige Staatsanwaltschaft über die Anschuldigung informiert. Bischof Maier hat die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom über den Fall informiert und wie vorgeschrieben eine kanonische Voruntersuchung eingeleitet. Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Im Bistum Münster haben sich inzwischen neun Betroffene sexualisierter Gewalt durch einen Priester gemeldet. Der Beschuldigte starb 2007. Er war in den 1950er Jahren als Aushilfe in Goch und Kaplan und Vikar in Gescher, 1958 in Rheine, 1963 Pfarrer der ehemaligen Sankt Konrad-Pfarrei in Rheine-Gellendorf und in den 1980er Jahren bis 2007 in Gronau-Epe. Das Bistum rief weitere mögliche Hinweisgeber auf, die Ansprechpersonen der Diözese zu kontaktieren: Hildegard Frieling-Heipel unter (01 73) 1 64 39 69 oder Bardo Schaffner unter (01 51) 43 81 66 95.  Quelle: Domradio   nrz.de 11.6.2021


9.6.2021 Der Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld kritisiert detailliert das Gercke-Gutachten des Erzbistums Köln. Quelle: hpd


9.6.2021 Die ehemaligen Mitglieder des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln mussten keine Schweigeverpflichtung über die Gespräche mit den beiden Visitatoren im Erzbistum Köln unterschreiben. Die Sprecherin des Rotterdamer Bischofs van den Hende sagte jedoch, die Gespräche seien vertraulich: „Das heißt, die Teilnehmer der Treffen während der Visitation werden gebeten, über die Treffen nicht ausdrücklich zu sprechen.“ Quellen: Spiegel  Domradio


9.6.2021 Die Firmung in der Düsseldorfer Gemeinde durch Kardinal Woelki verlief ohne Proteste. Woelki war von ca 140 Gemeindemitgliedern gebeten worden, die Firmung in Sankt Margareta nicht persönlich zu spenden, sondern dafür einen Vertreter zu schicken. Woelki hatte diese Entscheidung, den Firmlingen und ihren Eltern überlassen. Ein Gespräch mit Gemeindemitgliedern im Vorfeld der Firmung habe „die Anwesenden tief erschüttert, die systemischen Ursachen sichtbar gemacht und die Verantwortung der Institution Kirche konkret offenbart“.

Quelle: katholisch.de


9.6.2021 Der Schweizer Theologe Arnd Bünker ist der Ansicht, dass alle Bischöfe, die vor 2010 im Amt waren, keine reine Weste haben, „weil die Vertuschungspraxis lange Zeit den kirchlichen Stil im Umgang mit Missbrauch gekennzeichnet hat“. Quelle: kath.ch


9.6.2021 Anna Fries weist darauf hin, dass die Zeit als Bischof von Trier (2002-2008) für Kardinal Marx eine größere Rolle bei seiner Entscheidung, dem Papst seinen Rücktritt als Erzbischof von München anzubieten, gespielt haben könnte. Quelle: kath.ch


9.6.2021 In kirchlich geführten Heimen in Deutschland kam es immer wieder zu brutalen sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern. Dabei spielten Nonnen allem Anschein nach eine weitaus größere Rolle als bisher bekannt. Dies berichten erstmals vor laufender Kamera Menschen, die als Heimzöglinge furchtbares Leid erdulden mussten. Gabriele Knetsch und Sebastian Kemnitzer habe einige von ihnen begleitet. Quelle: ardmediathek

An dieser Stelle einfach mal einen herzlichen Dank an die Journalistinnen und Journalisten, die oft seit vielen Jahren die Menschenrechtsverletzungen an Kindern thematisieren und aufdecken helfen.


9.6.2021 Der Berliner Erzbischof Koch wird von 56 Katholikinnen und Katholiken aufgerufen, das Gutachten der Kanzlei „Redeker Sellner Dahs“ vollständig zu veröffentlichen. Bislang sind nur 226 der 669 Seiten veröffentlicht.  Erzbischof Koch sicherte zu, nach der 3. Prüfung der Zulässigkeit der Veröffentlichung das Gutachten „in der verantwortbaren Form“ zu veröffentlichen. Quelle: katholisch.de


9.6.2021 Erstes Gespräch der Visitatoren im Erzbistum Köln mit Opfern sexueller Gewalt. Quelle: DLF


9.6.2021 Papst Franziskus hat die Bischofsstühle von Valparaiso und Rancagua, die seit 2018 vakant waren, mit Jorge Patrivio Vega Velasco (Valparaiso) und Guillermo Patricio Vera Soto (Rancagua) besetzt. Quelle: Domradio


9.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht das Problem des Vatikans, in Deutschland Kleriker zu finden, denn die katholische Kirche in Deutschland leide unter einem eklatanten Mangel an Klerikern, die überhaupt für das Bischofsamt in Frage kommen. Quelle: Süddeutsche


8.6.2021 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln hat sich dagegen ausgesprochen, dass Bischöfe und Kardinäle von ihren Ämtern zurücktreten. „Den Betroffenen bringt es wenig, wenn Bischöfe oder Kardinäle, die Verantwortung hatten und haben, jetzt ihren Rücktritt erklären und sich somit der Verantwortung entziehen“, teilte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder mit. „Damit lassen sie erneut die Betroffenen im Regen stehen.“ Quelle: Zeit

Kommentar: Das stimmt, denn wenn nicht alle, die bisher für Vertuschung verantwortlich waren, durch engagierte und mit Betroffenen solidarische Mitarbeiter*innen ersetzt werden, wird sich auch unter einem neuen (Erz-) Bischof nicht allzuviel ändern.


8.6.2021 Der Generalstaatsanwalt von New Mexiko, Hector Balderas, will sämtliche Dokumente über sexualisierte Gewalt durch Geistliche aus allen drei Diözesen des US-Bundesstaates zu veröffentlichen. Die Diözese Las Cruces erklärte, die Dokumente seien freiwillig und unmittelbar zur Verfügung gestellt worden, nicht erst durch einen Durchsuchungsbefehl. Die Diözese Gallup und die Erzdiözese Santa Fe äußerten sich nicht. Der Generalstaatsanwalt beabsichtigt, Missbrauchspriester in New Mexico, die zuvor in anderen Bundesstaaten tätig waren, zu überprüfen – New Mexico war ein „Abladeplatz“ für Geistliche, die sich der Gerichtsbarkeit in anderen Staaten entzogen haben. Quelle: Domradio


8.6.2021 Die Evangelische Landeskirche der Pfalz will Kinder besser vor sexuellem Missbrauch schützen und verlangt von allen Ehrenamtlichen ein erweitertes Führungszeugnis. Vier Presbyter aus Schifferstadt klagen dagegen, weil sie keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Quelle: swr


8.6.2021 Papst Franziskus hat eine interne Visitation der Kleruskongregation angeordnet, die für die rund 410.000 katholischen Priester weltweit zuständig ist. Quelle: katholisch.de 


8.6.2021 Kardinal Woelki wird in der Gemeinde in Düsseldorf-Gerresheim die Firmung feiern. Dort waren zwei der Priester tätig, gegen die zuletzt Vorwürfe laut geworden waren. In beiden Fällen wird dem Kardinal vorgeworfen, Fehler gemacht zu haben. Woelki war in der Gemeinde als Praktikant und später auch als Diakon tätig. Die frühere Düsseldorfer Bürgermeisterin und FDP-Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann, kommentiert: „Ich sehe es als großen Fehler an, dass Kardinal Woelki so tut, als ob nichts geschehen wäre.“ Quelle: www1.wdr.de


8.6.2021 „Felix Koch“ (Pseudonym) berichtet von körperlicher und sexueller Gewalt, die er im Heim der Wickenmayer’schen Kinderpflege in Würzburg in den Jahren 1986 bis 1984 erlebt habe. Seine Betreuerin von den Erlöserschwestern habe ihn missbraucht und körperlich schwer misshandelt. Flora-Nike Göthin (Pseudonym) war Mitte der 70er Jahre neun Monate lang in dem Kinderheim. Sie berichtet von rituellem Missbrauch. Der Traumatherapeut Jörg Jägers hält die Berichte für plausibel, auch Bischof Jung, Bistum Würzburg, glaubt den Betroffenen. Schwester Monika Edinger von der Kongregation der Schwestern des Erlösers hält die Berichte über rituellen Missbrauch für unglaubwürdig und räumt einen einmaligen sexuellen Übergriff durch eine Nonne gegenüber Felix Koch ebenso ein wie körperliche Züchtigung. Das Bistum Würzburg und die Erlöserschwestern haben Aufarbeitungskommissionen angekündigt.haben nun Aufarbeitungskommissionen angekündigt. Quelle: BR


8.6.2021 Patrick Bauer, ehemaliger Sprecher des Betroffenenbeirates und drei weitere ehemalige Mitglieder des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln haben heute eineinhalb Stunden mit den beiden Visitatoren des Erzbistums gesprochen. Sie haben alles sagen können, was ihnen wichtig ist – u.a. dass die Kirche die Aufklärung nicht leisten kann. Ein Protokoll des Gespräches erhalten sie nicht. Quelle: Augsburger Allgemeine


8.6.2021 Der kanadische Premierminister Trudeau hatte eine Entschuldigung anlässlich des Fundes von 215 Kinderleichen auf dem Gelände einer der 139 Residential Schools gefordert. Der Erzbischof von Toronto, Thomas Collins, findet die Äußerungen von Trudeau „unfair“. Wenn die katholische Kirche in Kanada gemeinsam mit der Regierung und der indigenen Bevölkerung zu einer Einigung gekommen sei, werde sich Franziskus offiziell entschuldigen. Trudeau hatte 2017 Papst Franziskus gebeten, um Verzeihung zu bitten und Akteneinsicht zu gewähren: „Wir stoßen immer noch auf Widerstand“, sagte er. Einzelne Einrichtungen gewähren keine Akteneinsicht, andere, z.B. die Jesuiten, kooperierten. Michelle Good hat ein Buch über die Internate des Schreckens für Indigene geschrieben: „Five Little Indians“. Ein Gespräch mit ihr in der Süddeutschen Zeitung. Quellen: katholisch.de   FAZ


8.6.2021 Der Vatikan hat Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Posens Erzbischof Stanislaw Gadecki, zurückgewiesen. Beschuldigungen mutmaßlicher Versäumnisse bezüglich sexuellen Missbrauchs von Kindern durch zwei Priester hätten sich in einer gründlichen Untersuchung als „haltlos“ herausgestellt, teilte die päpstliche Nuntiatur in Polen am Dienstag mit. Quelle: vaticannews


7.6.2021 Das Erzbistum Köln bekommt einen neuen Kommunikationschef: Christoph Hardt. Quelle: katholisch.de


7.6.2021 Die Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat eine Kontaktstelle für geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch eröffnet, weil ihr bewusst ist, dass es auch in der Fokolar-Bewegung (und wohl nicht nur in Frankreich) spirituelle Grenzüberschreitungen gab und Menschen im Kontakt mit Mitgliedern der Fokolar-Gemeinschaft verschiedene Formen von geistlichem und Machtmissbrauch gab. Quelle: katholisch.de


6.6.2021 Hermann Häring schaut auf den Zustand der katholischen Kirche und bezweifelt, dass das Ausmaß der Katastrophe tatsächlich schon verstanden wurde. Er sieht nur eine Handlungsmöglichkeit: „So ist diese Kirche nicht am toten Punkt angelangt, sondern stürzt im freien Fall noch weiter. Wie es jetzt aussieht, können nur Massenaustritte zu einer Besserung führen, weil sie aller gehorsamen Unterordnung den Boden entziehen und eine Neubesinnung in die Wege leiten. Mehr denn je gilt auch hier das Wort von Hannah Arendt: ‚Wir haben kein Recht zu gehorchen.’“ Quelle: hjhaering.de


6.6.2021 Heribert Prantl begründet, warum Kardinal Marx nicht der einzige bleiben sollte, der auf sein Amt verzichtet. Er entwickelt, wie das katholische Christentum in Demut einen Neuanfang wagen könnte. Und er stellt fest, dass der Amtsverzicht von Kardinal Marx den Papst zu einer Positionierung im Streit um den deutschen synodalen Reformweg zwingt. Quelle: Süddeutsche


6.6.2021 Nahe einem katholischen Internat im kanadischen Kamloops wurden 215 Kinderleichen entdeckt. An diesen Schulen waren indigene Kinder Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Raymond Tony Charlie berichtet. Quellen: spiegel.de   FR


6.6.2021  Die beiden ehemaligen Sprecher des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln, Betroffene sexualisierter Gewalt durch katholische Kleriker, haben für kommenden Dienstag eine Einladung zum Gespräch mit den Visitatoren bekommen. Quelle: www1.wdr.de


6.6.2021 Nach dem Rücktrittsgesuch von Reinhard Marx gibt sich der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki entschlossen, weiterzumachen. Dabei gilt Woelki als deutlich umstrittener. Quelle: Zeit


6.6.2021 Der frühere Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, hält den angebotenen Amtsverzicht von Kardinal Marx für einzig vernünftig und aufrecht.

Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Erzbistum München hat mit Bestürzung und Respekt auf den Amtsverzicht reagiert und Papst Franziskus indirekt gebeten, den Amtsverzicht nicht anzunehmen. Die Kommissions-Vorsitzende Michaela Huber stellte fest, dass Kardinal Marx auch die Notwendigkeit einer tiefergehenden, strukturellen und gesellschaftlich-soziologischen Veränderung der Institution Kirche erkenne – das unterscheide ihn von den meisten seiner Amtsbrüder. Quelle: katholisch.de


6.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller meint, dass Kardinal Woelki angesichts der dramatischen Lage im Erzbistum Köln und angesichts der Handlungsunfähigkeit des Kardinals nicht zu halten sei. Einen Nachfolger müsse das Kölner Domkapitel wählen, in dem jedoch „mehrheitlich treue Vasallen Woelkis“ seien, so dass dieses Domkapitel keine Garantie für Reformen und die Wahl eines reformorientierten neuen Erzbischofs biete. Quellen: orf  DLF


5.6.2021 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke schaut sich die Apostolische Visitation des Erzbistums Köln an, ordnet sie ein und gibt Hinweise, wie in einer eventuellen Befragung klug gehandelt werden kann. Quelle: theosalon


5.6.2021 Weitere Stimmen zum Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx im DLF.


4.6.2021 Stefan Kornelius sieht im Rücktrittsangebot von Kardinal Marx eine Kapitulation vor den Zuständen in der katholischen Kirche. In Trier habe Marx keine gute Figur gemacht und der neue Bericht der Kanzlei WSW zum Erzbistum München werde wohl nicht besser als der Kölner Bericht ausfallen. Zudem fragt Kornelius, warum der Papst, der das Rücktrittsangebot seit zwei Wochen kennt, nicht reagiert. Marx hätte als „Gesicht der modernen Kirche“ die Last auf sich nehmen müssen und bleiben müssen. Quelle: Süddeutsche


4.6.2021 Kardinal Woelki nimmt Stellung zum Rücktrittsangebot von Kardinal Marx – und erklärt alles, was er schon unternommen hat und noch unternehmen will.  Quelle: erzbistum-koeln


4.6.2021 Raoul Löbbert kommentiert das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx und bemerkt, dass endlich ein Bischof persönliche Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal zieht. Quelle: Zeit


4.6.2021 Bischof Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer massiven Krise und fordert fundamentale Reformen: „Alle, die denken, dass die Kirche aus dieser massiven Krise herauskommen könnte durch ein paar Schönheitsreparaturen äußerlicher Art, juridischer Art, verwaltungsmäßig, die täuschen sich.“ Quelle: tagesschau


4.6.2021 Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin will Akten zu Missbrauchstaten durch Kleriker in der Erzdiözese Milwaukee sehen. Erzbischof Listecki hat Bedenken wegen der Rechtmäßigkeit der Untersuchung, weil lediglich die katholische Kirche im Blick sei und weil die Bezirksstaatsanwälte zuständig seien, nicht der Generalstaatsanwalt. In der Vergangenheit seien Fehler gemacht worden, aber inzwischen sei die Kirche ein Vorbild im Umgang mit Missbrauch. Zudem würden hohe Kosten entstehen. Das Bistum ist jedoch bereit, Informationen zu eventuellen aktuellen Vorwürfen bereit zu stellen. In der Erzdiözese Wisconsin wurden 1994 Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Schönstatt-Gründer Kentenich vorgebracht, die sich auf die Jahre 1958 – 1962 beziehen. Quelle: katholisch.de


4.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert den Amtsverzicht von Kardinal Marx, den dieser dem Papst geschickt hat. Dies sei ein souveräner Schritt, an dem sich andere Bischöfe messen lassen müssen; es sei auch ein frontaler Angriff auf Kardinal Woelki und er testiere der deutschen Kirche und den Bischöfen, dass sie an einem toten Punkt angekommen seien. Der angekündigte Amtsverzicht sei auch ein Signal an Papst Franziskus, endlich Reformen anzustoßen. Quelle: pnp


4.6.2021 Das Angebot von Kardinal Marx, auf sein Amt als Erzbischof von München und Freising zu verzichten, löst viele Reaktionen und Kommentare aus.

Statement von Kardinal Marx  Reaktion von Bischof Bätzing   ARD

Reaktionen von Bischöfen und Kardinal Woelki   P. Hans Zollner

Christiane Florin   Markus Nolte, Chefredakteur von Kirche und Leben

Florian Breitmeier   Eckiger Tisch

4.6.2021 Kardinal Marx hat dem Papst seinen Amtsverzicht als Erzbischof von München und Freising angeboten: „Ich möchte damit deutlich machen: Ich bin bereit, persönlich Verantwortung zu tragen, nicht nur für eigene Fehler, sondern für die Institution Kirche, die ich seit Jahrzehnten mitgestalte und mitpräge.“ Quellen: katholisch.de   Der Brief im Wortlaut  Persönliche Erklärung von Kardinal Marx Kommentar: Respekt!
4.6.2021 Agnes Wich ist aus dem Betroffenenbeirat des Erzbistums München und Freising nach zwei Sitzungen ausgetreten. Als einzige Frau sei sie nicht ernstgenommen worden, sagt sie. Das Erzbistum kommentiert die Vorwürfe nicht. Missbrauchs-Aufarbeitung ist nicht nur in Köln schwierig, auch in München verzögert sich das Gutachten. Quelle: DLF
3.6.2021 Der Präventionsbeauftragte des Bistums Chur, Stefan Loppacher, kritisiert das neue Kirchenrecht: „Der Machtmissbrauch in seelsorgerlichen Abhängigkeitsverhältnissen, gerade auch auf geistlicher Ebene (Stichwort: spiritueller Missbrauch) scheint weiterhin nicht als Kernproblem erkannt zu werden.“ Echte Bereitschaft, aus der eigenen Vergangenheit zu lernen und Betroffene endlich ernst zu nehmen, sehe anders aus. Quelle: zhkath.ch
3.6.2021 Zum Vorwurf der Jurist*innen Scheinfeld, Gade und Roßmüller, dass das Gercke-Gutachten die „Geschäftsherrenhaftung“ vernachlässigt habe, nimmt die Kanzlei Gercke Stellung. Die Gutsherrenhaftung besagt, dass Manager haften müssten, wenn sie von Straftaten ihrer Mitarbeitenden erfahren und nicht dagegen vorgehen. Komme es danach erneut zu Taten, machten sich die Vorgesetzten wegen Beihilfe durch Unterlassen strafbar, argumentieren Scheinfeld, Gade und Roßmüller und wollen dieses Gesetz auch für Bischöfe anwenden. Gercke hingegen geht vom Grundsatz der Freiverantwortlichkeit aus. Danach ist jeder Kleriker für seine Taten selbst verantwortlich und kann diese unmittelbare Verantwortung nicht auf Bischöfe abwälzen. Eine Haftung hoher Würdenträger für „betriebsbezogene“ Straftaten komme nur in Betracht, wenn sich die Tat nicht außerhalb des Betriebs genauso ereignen könnte. Da sich die im Gercke-Report begutachteten Taten typischerweise nicht im kirchlichen Kontext, sondern bei Freizeitveranstaltungen oder privaten Treffen ereignet hätten, müssten Bischöfe nicht für die Verbrechen von Priestern haften. Quelle: Domradio
3.6.2021 Landesbischof Ralf Meister, Hannover, bittet um Entschuldigung für das Versagen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover beim Schutz von Heimkindern vor sexuellem Missbrauch. Im Zuge der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt wurden in der hannoverschen Landeskirche in den letzten Jahren rund 120 Fälle sexualisierter Gewalt seit 1945 bekannt. Über 80 Prozent davon sind Fälle in den Einrichtungen der Diakonie. Quelle: NDR
2.6.2021 In einem Essay macht sich Muri Darida Gedanken darüber, warum härtere Strafen für Missbrauchstäter*innen den Betroffenen nicht wirklich helfen. Das größte Problem sieht sie in dem niedrigen Entdeckungsrisiko. Legt man die Dunkelziffer zugrunde, so werden nicht mehr als ein Prozent der Täter*innen bestraft. Zudem lässt das aktuelle Strafsystem das Umfeld außer Acht, das eine elementare Rolle spielt. Notwendig sei, sexuelle Ausbeutung von Frauen, queeren Personen und Kindern als Massenphänomen sehen zu lernen. Daher sei es notwendig, die Wiederherstellung verletzter Beziehungen, die Würde und Autonomie der Tatopfer zu unterstützen. Von solchen restorativen Ansätzen können Tatopfer profitieren. Darida geht davon aus, dass erst dann, wenn Betroffene als Expert*innen von Gewalt gedacht und gehört werden, zielführende Alternativen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt überhaupt vorstellbar werden können. Quelle: Zeit
2.6.2021 Phoenix-Runde zum Thema „Wie glaubwürdig ist die Kirche noch?“ Mit dabei: Anke Plättner, Heribert Prantl, Angelika Streich, Joachim Frank, Martin Lohmann. Quelle: phoenix
2.6.2021 Der Jurist, Musiker und Katholik Thomas Quast zieht im Blick auf das Erzbistum Köln das Fazit: „Es braucht eine Veränderung. Es braucht Umkehr und vor allem – das sage ich noch mal als Jurist – sich hinter ein solches Gutachten zurückzuziehen, das hat nicht funktioniert, bis jetzt schon nicht. Und es wird zukünftig noch viel weniger funktionieren.“ Quelle: DLF
2.6.2021 Evelyn Korkmaz war von 1969 bis 1973 in dem Umerziehungsinternats St. Anne’s Indian Residential School in Fort Albany (Kanada, Provinz Ontario). Sie wurde schwer misshandelt. Das Internat wurde 1976 geschlossen. Seither kämpft Korkmaz für eine Aufklärung und Aufarbeitung der Gewalt, die Indigenen an den insgesamt 139 Umerziehungsinternaten angetan wurde. Korkmaz sagt: „Wir sollten zu Christen gemacht werden und dann haben uns diese Christen so misshandelt. Ich kann nur sagen: Schande über sie! Und Kanada sollte den Vatikan auffordern, jene Akten freizugeben, die damals nach Rom geschickt wurden. Da finden sich wichtige Informationen zu möglichen Massengräbern und dem elektrischen Stuhl. Wir wissen, es gab ihn und mit den Dokumenten ließe sich das belegen, denn unsere Missionare haben penibel Buch geführt.“ Quelle: Tagesschau  s. auch Arte-Doku
2.6.2021 Kardinal Woelki hat durch die Kanzlei Höcker (die auch die AfD und Erdogan vertreten hat) vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen zwei Berichte der „Bild“-Zeitung über einen Missbrauchsfall im Erzbistum Köln erwirkt. Die Bild-Zeitung darf nicht mehr verbreiten, dass Woelki bei der Beförderung des Priesters Kenntnis davon gehabt habe, dass dieser den Missbrauch eines Kindes gestanden habe. Woelki habe bei der Beförderung des Priesters zum stellvertretenden Dekan keine Kenntnis von einem angeblichen Kindesmissbrauch des Priesters gehabt. Falsch seien auch die Behauptungen der Bild-Zeitung, „dass es sich bei dem beförderten Priester um einen ‚Missbrauchs-Priester‘ bzw. einen ‚Sexualstraftäter‘ gehandelt habe, sowie dass dieser ’sexuelle Handlungen mit einem Minderjährigen gestanden‘ habe bzw. gestanden habe, dass er Sex mit einem minderjährigen Prostituierten gehabt habe“. Zudem bemängelte die Kanzlei Höcker, dass die Bild-Zeitung Woelki keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hat. – Auch gegen die Behauptung, Woelki habe vor der Ernennung des Priesters zum stellvertretenden Stadtdechanten Kenntnis von einem Schreiben der Polizei gehabt, die vor dem Einsatz des Priesters gewarnt habe, erwirkte die Kanzlei eine einstweilige Verfügung. Woelki habe dieses Schreiben nicht vorliegen gehabt. Quelle: katholisch.de
2.6.2021 Die Kanzlei Gercke Wollschläger weist die Kritik des Strafrechtsprofessors Jörg Scheinfeld, seiner Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Gade und des Essener Rechtsanwalts Christian Roßmüller zurück, sie hätten die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zur Geschäftsherrenhaftung nicht bzw. nur selektiv berücksichtigt. Dies sei „schlicht falsch“. Den Vorwurf, das Gutachten sei ein Gefälligkeitsgutachten, hält die Kanzlei für „geradezu absurd“. So sehe der emeritiere Münchner Strafrechtsprofessor Heinz Schöch im strafrechtlichen Teil des Gutachtens „durchweg richtige Ergebnisse“. Die rechtliche Prüfung der Pflichtverletzungen entspreche „allen wissenschaftl,ichen Anforderungen“. Quelle: katholisch.de
2.6.2021 Der Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld, seine Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Gade und der Essener Rechtsanwalt Christian Roßmüller sehen ihn dem Gercke-Gutachten „schwere Mängel“ und sagen, der strafrechtliche Teil des Gutachtens weise „viele Merkmale eines Gefälligkeitsgutachtens“ auf. Diese Fehler und Auslassungen wirkten sich zugunsten der kirchlichen Verantwortungsträger aus. Die Rechtsexperten haben Zweifel an der Objektivität der Gutachter. Sie stellen fest, dass Gercke und sein Team die aktuelle Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes nur selektiv herangezogen hätten. Im weltlichen Strafrecht müssen Manager haften (Geschäftsherrenhaftung), wenn sie von Straftaten ihrer Mitarbeitenden erfahren und nicht dagegen vorgehen. Komme es zu weiteren Taten, machen sich die Vorgesetzten wegen Beihilfe durch Unterlassen strafbar. In der kath. Kirche sind die Bischöfe die Vorgesetzten. Wenn z.B. ein Täter nach einer Versetzung übergriffig wird und sich der Betroffene suizidiert, kann einem Bischof fahrlässige Tötung vorgeworfen werden. Das WS-Gutachten berücksichtigt solche Delikte, der Gercke-Report blendet sie aus. Quellen: katholisch.de  Zeit: Juristischer Nebel Zur Erinnerung: 30.10.2020 Das Erzbistum Köln beschäftigt mit den Gutachten mindestens sechs Kanzleien und zwei Juraprofessoren. Es sind die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, die Kanzlei Gercke-Wollschläger (mit fünf Mitarbeiter*innen), die Kanzleien Höcker, Redeker, Raue und Romatka. Die Juraprofessoren sind Prof. Dr. Franz Streng und Prof. Dr. Matthias Jahn. Quelle: juve.de
1.6.2021 Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) fordert eine Überarbeitung des kirchlichen Prozessrechts. Die Reform des kirchlichen Strafrechts führe zu besseren rechtsstaatlichen Standards in der katholischen Kirche; es brauche jedoch Öffentlichkeit in Prozessen zumindest für Medienvertreter*innen und eine transparente Dokumentation der Entscheidungen und ihrer Gründe. Schon jetzt könnten die Bischöfe in Deutschland mehr Transparenz in ihren Gerichten ermöglichen. Joachim Frank, Vorsitzender der GKP, fordert die Bischöfe in Deutschland auf, mit gutem Beispiel voranzugehen. Quelle: katholisch.de
1.6.2021 Florian Breitmeier kommentiert die Apostolische Konstitution „Pascite gregem Dei“. Kleriker urteilen weiterhin über Kleriker und Betroffene sind immer noch nicht als Nebenkläger*innen zugelassen. Akteneinsicht ist Betroffenen weiterhin nicht möglich. Quelle: Tagesschau
1.6.2021 Der Catholic Women’s Council bewertet die Überarbeitungen des CIC als längst überfällig. Sie weisen jedoch darauf hin, „dass das Streben der Frauen nach der Ordination nichts anderes ist als ein Streben nach der Anerkennung der Gleichheit und Würde der Frauen auf Augenhöhe mit den Männern in der Kirche“. Der Vatikan betrachtet es jedoch als ein Vergehen, das die Exkommunikation nach sich zieht. Diese Kriminalisierung sei „beklagenswert, inakzeptabel und verletzend für Frauen. Sie untergrabe die Würde der Frauen.“ Es werde Zeit, „dass wir aus einer Kultur der männlichen Überlegenheit ausbrechen und zur Gleichberechtigung zurückkehren, die Jesus für Frauen geschaffen hat, als er sie in seinen Dienst einbezog.“ Quelle: kath.ch
1.6.2021 Die Apostolische Konstitution „Pascite gregem Dei“ regelt das Buch VI des CIC neu. Ausgeweitet wird das Strafrecht auch auf Laien; die bislang „schwerwiegenden Straftaten“ und die Wirtschaftsstraftaten werden in das CIC übernommen. Der Würzb urger Kirchenrechtler Heribert Hallermann kommentiert die Neufassung. Papst Fraziskus betont: „Die Nachlässigkeit eines Hirten, wenn es darum geht, das Strafrecht anzuwenden, macht deutlich, dass er seine Aufgabe nicht recht und treu ausübt.“ Quelle: katholisch.de
1.6.2021 Heute ab 10 Uhr Livestream: Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veranstaltet in Kooperation mit dem Schwulen Museum Berlin ein digitales Symposium zu Programmatik und Wirken pädosexueller Netzwerke. Quelle: Aufarbeitungskommission
31.5.2021 Vor dem Landgericht Münster hat ein Prozess wegen zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs eines Fünfjährigen in mehr als 20 Fällen begonnen. Die Taten liegen vier Jahre zurück. Der Beschuldigte blieb auf freiem Fuß. Das Landgericht Münster riet von einer Therapie ab, um eine mögliche Zeugenaussage nicht zu beeinflussen. Quelle: www1.wdr.de
31.5.2021 Bernhard Sven Anuth, Kirchenrechtler in Tübingen, schätzt die Lage im Erzbistum Köln im Gespräch mit Christiane Florin ein und korrigiert Berichte, dass Kardinal Woelki in seiner Vollmacht eingeschränkt sei. Woelki müsse lediglich vollumfänglich mit den Visitatoren zusammenarbeiten. Quelle: DLF
31.5.2021 Bischof Hans van den Hende und Anders Kardinal Arborelius werden am nächsten Sonntag oder Montag als Visitatoren ins Erzbistum Köln kommen. Die Ergebnisse der Visitation werden ausschließlich dem Papst mitgeteilt, nicht der Öffentlichkeit. In der Zeit vom 1.6.2021 beschreiben Raoul Löbbert, Georg Löwisch und Reinhard Wolff die beiden Visitatoren. Quelle: www1.wdr.de
31.5.2021 Joachim Frank hofft, dass die apostolischen Visitatoren im Erzbistum Köln erkennen, dass die „Krise im Erzbistum auch eine Krise der Leitung ist.“ Und er stellt fest, dass die „wichtigen Hinweise“ von außen durch die Visitatoren, was bei der Aufarbeitung „schief gelaufen“ ist, dem Kardinal seit Monaten gegeben werden: von Betroffenen sexualisierter Gewalt und von vielen anderen Menschen aus dem Erzbistum – dass sie aber den Kardinal nicht erreichen. Quelle: katholisch.de
30.5.2021 Kardinal Woelki beabsichtigt nach Angaben des Kölner Stadtanzeigers, die Leitung des Bonner Priesterseminars auszutauschen: der bisherige Leiter (Regens), Pater Romano Christen, soll durch Pfarrer Regamy Thillainathan ersetzt werden. Dieser leitet derzeit die Diözesanstelle „Berufe der Kirche“. Christens Stellvertreter Tobias Hopmann soll dem Bericht zufolge durch den bisherigen Studienbegleiter Markus Söhnlein ersetzt werden. Die Stelle von Pfarrer Axel Hammes, der als Spiritual für die geistliche Begleitung der Studenten verantwortlich war, solle Pfarrer Ralf Neukirchen übernehmen, der bisher in Köln-Chorweiler tätig ist. Bislang hat das Erzbistum nicht Stellung bezogen zu den Nachrichten. Inzwischen (31.5.2021) ist die Nachricht bestätigt. Quelle: katholisch.de
30.5.2021 Ob Kardinal Woelki am 9. Juni zur Firmung nach Düsseldorf kommt, ist immer noch unklar. Fest steht, dass viele Katholiken in diesen Tagen emotional zerrissen sind – die Basis ist gespalten. Quelle: www1.wdr.de
30.5.2021 Gegen einen 2007 verstorbenen Priester des Bistums Münster gibt es den Vorwurf grenzverletzenden sexualisierten Verhaltens. Ein Betroffener hat sich über die Historikerkommission der Universität Münster an den Interventionsbeauftragten, Peter Frings, gewandt. Der Betroffene berichtet, dass er von anderen Betroffenen weiß. Tätig war der Beschuldigte in ua. in Goch, St. Maria Magdalena (1950), Gescher (1951-1958?), Rheine, Herz Jesu (1958; Rheine, St. Konrad (1962-1983 ?), Kooperator in Gronau, St. Agatha (1983). Er wurde 1984 emeritiert. Quelle: bistum-muenster
29.5.2021 Weitere Einschätzungen und Reaktionen auf die Apostolische Visitation im Erzbistum Köln: Domradio   Deutschlandfunk   Annette Zoch/Süddeutsche   Lucas Wiegelmann   Joachim Frank (ab min.7)  dw
29.5.2021 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, schätzt die Situation von Kardinal Woelki angesichts der apostolischen Visitation ein. Quelle: www1.wdr.de
29.5.2021 Seit 1.1.2021 können Missbrauchsopfer der katholischen Kirche Anträge auf Anerkennung des Leids stellen. Bislang hat die zuständige Kommission 120 der 1040 Anträge bearbeitet. Jens Windel vom Betroffenenbeirat der DBK sieht große Mängel bei dem versprochenen zügigen Verfahren („Note sechs“). Michael S., ein Betroffener aus dem Erzbistum Paderborn, wartet seit Januar auf die Bearbeitung seines Antrages. Er berichtet, dass jeder Tag, jeder Anruf bei der Kommission oder im Erzbistum ihn spüren lasse, dass er Opfer ist. Jens Windel hört eher, dass Betroffene über die Höhe der Anerkennungszahlungen enttäuscht sind. Opfervereine vermissen Transparenz und echte Dialoge. Sie wollen, dass der Staat mit einer Wahrheitskommission eingreift. Quelle: www1.wdr.de
28.5.2021 Kardinal Woelki hat zwei Stunden mit gut 40 Mitgliedern der Düsseldorfer  Kirchengemeinde St. Margareta gesprochen. In dieser Gemeinde haben zwei Missbrauchstäter als Priester gearbeitet. Anschließend äußerte sich einer der Teilnehmer, Peter Barzel, Mitinitiator und Unterzeichner eines Offenen Briefs, enttäuscht über das Auftreten Woelkis. Er spüre das geäußerte Mitgefühl Woelkis nicht. Einen Rücktritt lehnte Woelki ab. Mehr als 100 Gemeindemitglieder empfingen den Kardinal mit einer „roten Karte“. Quelle: sueddeutsche.de
27.5.2021 Johanna Beck, Mitglied des ZdK und des Betroffenenbeirats der DBK, stellt fest, dass es in der Kirche noch immer an der Sensibilität für das Thema Missbrauch mangelt. Sie weist auch auf die hochproblematische Dichotomie von zwei Frauenbildern hin: das Idealbild der dienenden Maria und das Bild der ’normalen Frau‘ als Sünderin, das sich optimal für Täter-Opfer-Umkehr-Strategien eigne. Hoffnung mache ihr u.a., dass das Schweigen zunehmend gebrochen werde und die zunehmende Vernetzung unter den Frauen, der aufkeimende pastorale Ungehorsam. Beck beobachtet eine „Dynamik, die vieles in Rollen bringen könnte, vielleicht sogar unerwarteter und schneller als gedacht“. Quelle: feinschwarz.net
27.5.2021 Buch-Hinweis: Hans-Joachim Sander: Anders glauben, nicht trotzdem. Sexueller Missbrauch der katholischen Kirche und die theologischen Folgen, Grünewald- Vlg, 2021: „Bisher ist nur klar, was nicht länger geglaubt werden kann: die systemische Unschuld der katholischen Kirche, wem nicht mehr geglaubt werden kann: ihren vertuschenden Entscheidungsträgern, und wie nicht weiter geglaubt werden kann: mit dem schönen Schein eines über hässlichen Missbrauch erhabenen Glaubens. Das löst Angst um die Zukunft des katholischen Glaubens aus. Kann das, was sprachlos macht, überhaupt noch umgekehrt werden? Mit Trotz? Oder mit der Einsicht, anders zu glauben als bisher?“
27.5.2021 Erneut ging eine Anzeige gegen Kardinal Woelki beim Münsteraner Bischof Genn ein. Ihm wird abermals vorgeworfen, in einem Missbrauchsfall gegen das Kirchenrecht verstoßen zu haben. Das Bistum Münster teilt mit, dass Genn die Anzeige bereits an den Vatikan weitergegeben habe. Genauere Informationen zum Inhalt der Anzeige gibt es nicht. Im Erzbistum Köln ist unbekannt, ob es sich um neue oder bereits bekannte Vorwürfe handelt. Die Vorwürfe, die Genn im Dezember 2020 über den Nuntius Eterovic an den Vatikan gemeldet hatte, sind bislang von dort nicht offiziell beantwortet worden. Lediglich hieß es im Umfeld der Kurie, der Vatikan sehe im Fall O. keine Pflichtverletzung Woelkis. Quellen: katholisch.de  www1.wdr.de 28.5.2021
27.5.2021 Pater Klaus Mertes, SJ, erhält den „Theologischen Preis“ der Salzburger Hochschulwochen. Damit wird das theologische Lebenswerk von Mertes gewürdigt. Quelle: kath.ch
26.5.2021 Jörg Fegert sagt, der alltägliche sexuelle Missbrauch sei der eigentliche Skandal. Notwendig sei endlich ein wirksames Monitoring, um „zu sehen, ob wir hier über die Jahre durch die Präventionsarbeit vorwärtskommen.“ In Lockdown-Zeiten gingen die Meldungen zurück, weil die Kinder keinen Kontakt zu Lehrer*innen und Erzieher*innen hatten. Quelle: zdf
26.5.2021 Die Jesuitenkongregation in Chile räumt ein, dass zwischen 2005 und 2020 mindestens vierundsechzig Menschen Opfer von sexuellem Missbrauch – davon vierunddreißig Minderjährige – durch elf ihrer Kleriker geworden sind.Der Orden ermittelt selbst. Fünf Jesuiten wird „sexueller Missbrauch“ und „Manipulation des Gewissens“ an dreißig Erwachsenen vorgeworfen. Der ehemalige Gemeindeleiter Renato Poblete hat seit 1960 vier Jahrzehnte lang vier Minderjährige und neunzehn Erwachsene sexuell missbraucht. 2019 ging die erste Beschwerde gegen den 2010 Verstorbenen ein. Poblete arbeitete zwanzig Jahre als Kaplan in der Stiftung „Hogar de Cristo“ zur Unterstützung der Armen. Seit 2018 arbeiten die Jesuiten in Chile mit der Justiz zusammen. Von den ursprünglich 17, dann noch elf beschuldigten Priestern sind fünf verstorben, drei sind aus dem Orden ausgetreten, drei weitere stehen unter Aufsicht. Quelle: latina-press Kommentar: In dieser Jesuiten-Community war sexueller (und geistlicher) Missbrauch Erwachsener nahezu gleich häufig verbreitet wie der Missbrauch Minderjähriger. Das zeigt noch einmal die Notwendigkeit, (Macht-)Missbrauch gegenüber Erwachsenen zu untersuchen.
26.5.2021 Die Evangelische Landeskirche Bayern bereut, dass sie sich nicht früher von dem Pädophilie-Befürworter und Sozialpädagogen Helmut Kentler distanziert hat. Das berichten der Landeskirchenrat und der Landessynodalausschuss. Kentler war von 1962 bis 1965 pädagogischer Referent des Studienzentrums für evangelische Jugendarbeit in Josefstal am Schliersee. Er befürwortete eine aufgeklärte Sexualpädagogik, setzte sich jedoch zugleich für die Legalisierung von Pädosexualität ein. Kentler war über drei Jahrzehnte Zentrum eines Netzwerkes „quer durch die wissenschaftlichen pädagogischen Einrichtungen“ in Berlin. In Berlin vermittelte die Kinder- und Jugendhilfe systematisch Pflegekinder an Pflegeväter mit pädosexuellen Neigungen. Das Land Berlin will nun bundesweit die Arbeit Kentlers durch die Universität Hildesheim untersuchen lassen. Auch das Studienzentrum Josefstal untersucht Kentlers Einfluss auf die Theorie evangelischer Jugendarbeit. Die Evangelische Landeskirche Bayern wird sich an der Untersuchung beteiligen. Das Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit ruft Betroffene auf, sich an die Ansprechstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu wenden. Quelle: br
26.5.2021 Pater Hans Zollner warnt vor einem Verzeihen von Missbrauchstaten, das ohne die Gerechtigkeit für Betroffene auskommen will. Er erinnert an die katholische Bußpraxis, in der ehrliche und tiefe Reue, ein klares Sündenbekenntnis und eine angemessene Wiedergutmachung Voraussetzung für Vergebung in der Beichte sind. Da Kernpädophilie nicht heilbar ist, die Rückfallquote bei 50 % liege, und wenn Täter sich selbst als Opfer oder Verführte sehen, sei es notwendig zur Verhinderung weiterer Missbrauchstaten, die Täter wegzusperren und zu überwachen. Quellen: domradio   Podcast Würde. Leben Folge 7
26.5.2021 Von den 15 Stadt- und Kreisdechanten des Erzbistums Köln haben 14 von ihnen Kardinal Woelki und den Generalvikar Markus Hofmann aufgefordert, „persönliche Konsequenzen“ wegen der sich zuspitzenden Krise im Erzbistum Köln gefordert. Woelki hat daraufhin den Dechanten ein Gespräch angeboten. Quelle: Ruhrnachrichten
26.5.2021 Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet bei den Gewaltdarstellungen an Kindern einen Anstieg um 53 Prozent. 2020 gab es 18.761 Ermittlungen (2019: 12.262 Ermittlungen). Hinweise erhält das BKA meistens aus den USA. Auch die Zahl der Missbrauchsfälle ist von auf 16.921 Fälle gestiegen (2019: 15.936 Fälle). Die Zahlen stammen aus der sog. Ausgangsstatistik, sie spiegeln den Abschluss der Ermittlungen, nicht den Zeitpunkt der Tat(en).Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung nannte die Zahlen „unerträglich“. Quellen: taz   beauftragter-missbrauch
25.5.2021 Christoph Fleischmann schaut unter dem Titel „Wenn Verletzte stören“ auf das Scheitern des Betroffenenbeirates der EKD und die Einrichtung von Betroffenenbeiräten in den katholischen Bistümern. Sein Fazit: Den Kirchen fällt es schwer, Betroffene sexualisierter Gewalt als Experten und Gegenüber ernst zu nehmen. Quelle: Eckiger Tisch
25.5.2021 Ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden ist vorläufig des Dienstes enthoben worden. Ihm wird sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses vorgeworfen. Quelle: BR
25.5.2021 Der Psychiater Josef Aldenhoff erklärt, woran man Missbrauch in der Kindheit erkennt, warum Täter sich nicht schämen und wieso Männer eine Menge Erziehung brauchen, um gute Menschen zu sein. Quelle: Süddeutsche
23.5.2021 Die katholische Pfarrgemeinde St. Margareta in Düsseldorf bittet Kardinal Woelki, nicht – wie vorgesehen – zur Firmung in die Pfarrei zu kommen. In dieser Pfarrei waren die mutmaßlichen/tatsächlichen Priestertäter D. und O. tätig. Die Gemeinde hat das Vertrauen in den Erzbischof von Köln verloren. Quelle: ksta.de
22.5.2021 Ein Fall von sexueller Belästigung im Bistum Limburg wirft die Frage auf: Wie ernst nimmt es Bischof Georg Bätzing mit der Aufarbeitung? Quelle: taz.de
21.5.2021 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover hat ein Disziplinarverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe eröffnet. Zudem sei Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Weitere Details zu dem Verfahren könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt gegeben werden. Sobald sich ein neuer Stand ergebe, werde die EKD die Öffentlichkeit informieren. Ansonsten verweist die EKD auf die „anlaufstelle help/„, an die Betroffene sich wenden können. Quelle: NDR
21.5.2021 Doris Reisinger beschreibt das Leben der irischen Ordensfrau und Ärztin Maura O’Donohue, die sich weltweit gegen Machtmissbrauch von Priestern engagiert hat. Mit Disziplin und Feingefühl half sie Betroffenen. Quelle: zeit.de
21.5.2021 Das Bistum Trier arbeitet mit der Beratungsstelle Phoenix in Saarbrücken zusammen. Phoenix gehört zum AWO Landesverband Saarland und steht in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einem katholischen Rechtsträger. Quelle: Bistum Trier
21.5.2021 Unter 1.000 befragten Katholik*innen vertrauen 30 Prozent ihrer Kirche „sehr“ oder zumindest „eher“. 56,5 % halten sie für weniger oder gar nicht vertrauenswürdig. Das ergab eine Analyse des Meinungsforschungsinstitutes Civey im Auftrag des Spiegels. Quelle: katholisch.de
21.5.2021 Das Preseminario Pio X. soll auf Anweisung des Papstes aus dem Vatikanstaat hinaus  in ein transparenteres Umfeld verlegt werden. Derzeit findet ein Prozess wegen mutmaßlichem Missbrauch in dem Jungenseminar statt. Ein damaliger Obermessdiener und heutiger kath. Priester soll zwischen 2006 und 2012 andere Jungen schikaniert, sexuell belästigt und missbraucht haben. Dem früheren Rektor des Seminars wird der Schutz des mutmaßlichen Täters vorgeworfen. Zudem soll er die spätere Weihe des Beschuldigten gefördert und Ermittlungen behindert haben. Quelle: katholisch.de
20.5.2021 Argentinische Frauen werfen dem Opus Dei vor, sie in den 1980er 2000er Jahren als Hausangestellte ohne Bezahlung beschäftigt zu haben. Die 43 Frauen sind heute zwischen 40 und 60 Jahre alt.  Das Opus Dei bestätigte, dass es bereits von einem Anwalt kontaktiert worden sei. Die Fälle jedoch seien sehr differenziert zu betrachten. Quelle: Domradio.de
20.5.2021 Gegen den früheren Erzbischof von Newark, Peter Gerety, der 2016 mit 104 Jahren starb,  gibt es einen Missbrauchsvorwurf. Er soll in den 1970er Haren ein fünfjähiges Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben. Das Erzbistum Newark äußert sich derzeit nicht. Sein Nachfolger in Newark wurde 1984 Theodore McCarrick, der wegen Missbrauchs in den Laienstand versetzt wurde. Quelle: katholisch.de
20.5.2021 In Mexiko laufen Prozesse, um Netzwerke des Vertuschens aufzudekcen, die den Gründer der Legionäre, Marcial Maciel Degollado geschützt hatten. Dies berichtet der dortige Papstbotschafter Erzbischof Franco Coppola. Seit 2010 wurden in Mexiko insgesamt 271 Kirchenvertreter des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt. 103 Untersuchungen sind abgeschlossen, 123 Fälle laufen noch. In 45 Fällen erfolgte keine Suspendierung des Täters. Quelle: Domradio
19.5.2021 Im neuesten Bericht der Legionäre Christi ist von 170 Minderjährigen die Rede, die von Priestern der Legionäre Christi sexuell missbraucht wurden. 27 Kleriker wurden von 1941 bis heute beschuldigt. Drei der Täter starben ohne Prozess, zwei wurden verurteilt, 22 nicht vor Gericht gestellt. 16 der 27 Täter sind nach wie vor Priester. Alle Fälle seien der Glaubenskongregation gemeldet worden. Im Jahr 2020 kamen sechs neue Fälle dazu, die sich zwischen 1970 und 2013 ereignet haben sollen. Quelle: 0abusos.org
19.5.2021 Kardinal Woelki erklärt, was sich im Erzbistum Köln nach dem Gercke-Gutachten ändern wird. Der Interviewer fragt : „Die persönlichste Forderung ist ja die nach einem Rücktritt. Sie sollen moralische Verantwortung für Ihr Versagen in der Zeit als Erzbischof übernehmen. Warum sind Sie dieser Forderung noch nicht nachgekommen?“ Der Kardinal antwortet: „Natürlich mache ich mir darüber viele Gedanken und bin darüber auch im Gespräch mit den Betroffenen, um die es ja in erster Linie geht.“ Kardinal Woelki möchte die Wahrheit ans Licht bringen, sagt er. Der Interviewer stellt fest, dass ihm das nicht geglaubt werde und fragt, wie er sich das erkläre. Woelki anwortet: „Sehen Sie, was hier wieder Verhängnisvolles passiert? Eine Konzentration auf eine Perspektive, eine Engführung. Die Betroffenen geraten aus dem Blickfeld. Was brauchen sie, damit sie mit der Hypothek, die wir auf sie geladen haben, besser leben können? Die Täter geraten aus dem Blickfeld. Was müssen wir tun, damit solche Leute erst gar keine Gelegenheit bekommen. bei uns ihr Unwesen zu treiben? Die Strukturen, die Missbrauch begünstigt haben, geraten aus dem Blickfeld.“ Quelle: Domradio Kommentar: Ich werde nicht wirklich schlau aus diesem Interview. Sind nun die Betroffenen, mit denen der Kardinal spricht, verantwortlich dafür, dass er nicht zurücktritt?
19.5.2021 Gegen Christopher Saunders, Bischof von Broome in Australien, gab es Missbrauchsvorwürfe von zwei jungen Männern. Die Staatsanwaltschaft hat keine Anhaltspunkte gefunden. Kirchlich ermittelt der Vatikan gegen Saunders wegen seines Umgangs mit Mitbrauchsvorwürfen gegen Priester aus dem Bistum Broome. Ergebnisse werden Ende Mai erwartet. Saunders wurde im November 2020 vom Vatikan in eine Auszeit geschickt. Quelle: katholisch.de
18.5.2021 Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V., hatte am 17.5.2021 ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing. Thema des Gespräches war die Frage, ob die katholische Kirche neben sexueller Gewalt gegen Minderjährige und erwachsene Schutzbefohlene auch über körperliche und psychische Gewalt von Klerikern gegenüber Minderjährigen anschauen will. Bischof Bätzing sagte, körperliche Gewalt an Kindern sei in der Vergangenheit noch kein Straftatbestand gewesen, daher habe die Kirche entschieden, diese Gewaltform nicht aufzuarbeiten und nicht anzuerkennen. Und: „Ich weiß gar nicht, was ich Ihnen darauf antworten soll? – Und wenn ich das tue, weiß ich nicht, ob Ihnen das gefallen würde.“ Der Bischof bat Heibel, nicht so einen Druck zu machen. Quelle: Presseerklärung der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.
18.5.2021 Das Erzbistum Köln weist Vertuschungsvorwürfe der Bild-Zeitung zurück. Die Zeitung hatte u.a. den Fall des Priesters, der von Erzbischöf Woelki zum stellvertretenden Dechanten ernannt worden war, angeführt. Zum Zeitpunkt der Ernennung 20017 sei lediglich ein nicht strafbarer „Vorfall“ aus dem Jahr 2001 bekannt und belegt gewesen, dem Priester sei jedoch uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge durch ein psychologisches Gutachten bescheinigt worden. Erst Ende 2020 hätte es neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf aus dem Jahr 1995 gegeben. Im Gercke-Gutachten wird dem Erzbistum keine Pflichtverletzung bescheinigt, jedoch im WSW-Gutachten. Quelle: katholisch.de

18.5.2021 Angesichts der Schwierigkeiten bei der Einbindung von Betroffenenbeiräten in beiden Großkirchen empfiehlt der Jesuit Mertes eine vollständig unabhängige, ohne kirchliche Beteiligung eingerichtete Aufarbeitungskommission. Parallel dazu müssten Betroffene dabei unterstützt werden, sich selbst zu organisieren, um so den Kirchen und der unabhängigen Aufarbeitungskommission „gegenüberzutreten“. Beim derzeitigen Konzept der Betroffenenbeiräte sieht Mertes die Gefahr der Instrumentalisierung. Quellen: feinschwarz   katholisch.de


17.5.2021 Annette Zoch kommentiert die Äußerung von Bischof Ackermann über die „Aktivisten“, die seiner Ansicht nach nicht mehrheitlich in Betroffenenbeiräten sein sollen: „Seine Aussage und die De-facto-Auflösung des Beirats durch die EKD gegen den Willen der Mehrheit der Betroffenen zeigen, dass das Konzept der Beiräte in ihrer bisherigen Form unter dem Dach der Kirchen problematisch ist. …Die Kirchen müssen die Aufarbeitung aus der Hand geben. Sie können es nicht alleine. Es ist Zeit für eine unabhängige Wahrheitskommission. Quelle: Süddeutsche


17.5.2021 Missbit, Initiative für Missbrauchsopfer im Bistum Trier, fordert Bischof Ackermann zum Rücktritt auf, nachdem er beim ÖKT gesagt hatte, es sei wenig hilfreich, wenn Betroffenenbeiräte mehrheitlich mit „Aktivisten“ besetzt seien. Damit habe Bischof Ackermann sich für seine Ämter disqualifiziert, sagt Missbit. Quelle: sr.de


17.5.2021 Die katholischen Orden Deutschlands haben sich mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, auf Standards geeinigt, wie die Missbrauchsfälle in Ordensschulen, -heimen und -internaten aufzuarbeiten sind. Die Aufarbeitung orientiert sich an den Standards, die die katholischen Bischöfe mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung vereinbart haben, schaut aber auf die speziellen Strukturen und Rahmenbedingungen der Orden. Der einzurichtende „Ausschuss unabhängige Aufarbeitung“ soll als gemeinsames Dach über den geplanten Aufarbeitungsprojekten der einzelnen Ordensgemeinschaften Struktur dienen. Matthias Katsch erinnert daran, dass eine solche übergeordnete Struktur bei den Bistümern nicht erreichbar war. Eine Umfrage unter den dt. Orden ergab, dass sich gegen 654 Ordensmitglieder Vorwürfe richteten, die mindestens 1.412 Minderjährige und Schutzbefohlene betrafen. Quelle: katholisch.de  sueddeutsche.de


16.5.2021 Die Stimmen, die eine kirchenunabhängige Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD fordern, mehren sich. Nach Einschätzung von Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs, können die Kirchen die Aufarbeitung nicht alleine bewältigen. Katrin Göring-Eckardt, Synodenmitglied der EKD und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, plädiert für die Berufung eines unabhängigen Beauftragten. Quelle: domradio


16.5.2021 Bischof Ackermann bedauert seinen Ausdruck „Aktivisten“, von denen er nicht will, dass sie die Betroffenenbeiräte dominieren. Die Theologin Doris Reisinger hatte die Aussage von Bischof Ackermann als skandalös bezeichnet: „Zur Erinnerung: Die Bischöfe tragen die institutionelle Verantwortung für die Gewalt, die die Betroffenen als Kinder erlitten haben. Die Bischöfe stehen in der Schuld der Betroffenen, nicht umgekehrt.“ Quelle: katholisch.de


16.5.2021 Doris Reisinger berichtet von Thomas Doyle als einem „Helden der ersten Stunde“: „Heute ist Thomas Doyle 76 Jahre alt. Auch wenn einzelne Bischöfe sich geändert und richtig gehandelt hätten, verhalte sich die Hierarchie im Großen und Ganzen ‚heute genauso wie 1985‘, resümiert Doyle nach über 36 Jahren. Es gehe um weit mehr als eine Krise: Dass Gewalt gegen Kinder routinemäßig in Kauf genommen worden sei, offenbare eine sehr dunkle Seite der institutionellen Kirche. Die werde von den Bischöfen nicht in Ordnung gebracht, ‚weil sie es nicht können‘. Enden wird das alles erst, ‚wenn sich das System, das es geschaffen und aufrechterhalten hat, radikal ändert'“. Quelle: Zeit.de


16.5.2021 Kerstin Claus überlegt, wie die Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD funktionieren könnte. Quelle: 1.wdr.de  ab min. 19


 16.5.2021 ÖKT-Podium mit dem Thema: Wie glaubwürdig sind die Kirchen? Mit Dr. Christiane Florin, Katrin Göring-Eckardt, Wolfgang Rösch, Generalvikar des Bistums Limburg,
Ulrike Scherf, stellv. Kirchenpräsidentin der Ev. Kirche in Hessen und Nassau. An einer Stelle sagt der Generalvikar: „Wir merken momentan, wie viele Meldungen über Missbrauch aus Jugendarbeit, aus Kindergärten, aus familiärem Zusammenhang und aus Seelsorgezusammenhang kommen. Vor zehn Jahren hätte sich niemand getraut, das zu melden.“ (ca Minute 48).


15.5.2021 Philipp Greifenstein betrachtet die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in beiden Großkirchen. Sein Fazit: „Die Evangelische Kirche muss jetzt mit Aufklärung, Aufarbeitung und Prävention des sexuellen Missbrauchs ernst machen, sonst steht ihr eine Krisen-Dekade bevor, wie sie die Katholiken gerade hinter sich gebracht haben – und es wird immer so weiter gehen.“ Quelle: eulemagazin

Kommentar: Ich bezweifle, dass die katholische Kirche die Krisendekade hinter sich hat. Auch sie wird sich von Skandal zu Skandal weiterschleppen, solange, bis die Verantwortlichen in den Betroffenen ihre Geschwister sehen lernen, die unter die Räuber gefallen sind.


15.5.2021 Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hält die Berufung eines unabhängigen Beauftragten für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche für unabdingbar. Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf sagt, das Thema Missbrauch müsse ernst genommen werden. Der Generalvikar des katholischen Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, berichtet, dass ihm erst durch die Begegnung mit Betroffenen die Augen geöffnet wurden und „wir“ [wer genau?] hätten die Erschütterung gebraucht. Christiane Florin kommentiert, dass sie dann erwarte, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Die Kirchen könnten ihre Verfehlungen nicht selbst aufarbeiten, sagte sie und erinnerte daran, dass der damalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Zollitsch, 2010 von Einzelfällen gesprochen habe, obwohl jeder in Personalverantwortung gewusst habe, dass es viele sind und dass es „akut“ ist. Quelle: evangelisch.de


15.5.2021 Eine Stunde zu Kirche und Macht – u.a. mit Katharina Kracht, Johanna Beck und Dr. Barbara Haslbeck.


15.5.2021 Papst Franziskus prangert Vertuschung von Missbrauch und Gewalt gegen Kinder als „psychologischen Mord“ an und konstatiert, dass auch in der katholischen Kirche immer noch vertuscht wird. Er mahnte, gegen die alte Gewohnheit des Verschleierns anzukämpfen. Quelle: katholisch.de


15.5.2021 Auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag hatten zwei Betroffene sieben Minuten Zeit. Katharina Kracht, die dem aufgelösten Betroffenenbeirat der EKD angehörte, sprach drei Minuten. Sie kritisierte die Auflösung des Betroffenenbeirates und die Pressemitteilung der EKD, die voller Halbwahrheiten gewesen sei. Kracht nannte das Vorgehen der EKD „ein gutes Beispiel für Machtmissbrauch“. Sie forderte die evangelische Kirche auf, ihre Deutungshoheit in Frage zu stellen. – Johanna Beck vom Betroffenenbeirat der DBK sagte, dass die Missbrauchs- und Vertuschungsgeschehen der Vergangenheit schonungslos ans Licht gebracht und aufgearbeitet werden müssen und Täter und Vertuscher benannt und belangt werden müssen. Betroffene müssten für all das erlittene Leid angemessen entschädigt werden. Die Kirche müsse aus ihren Fehlern lernen und alles daran setzten, dass die Kirche in Zukunft wieder ein besserer und sichererer Ort für die ihr anvertrauten Kinder, Jugendliche und Erwachsene wird. Quellen: Die Eule   katholisch.de  Videos vom 3. ÖKT   evangelisch.de


15.5.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, erwartet von den Betroffenenbeiräten, dass sie die Kirche beraten sollen und nicht immer als Aktivisten Gegenüber zu sein, wie das z.B. Matthias Katsch ist, der Mitglied im Betroffenenbeirat des UBSKM ist. Bischof Ackermann betont, dass die Rolle der Betroffenenbeiräte nicht sein dürfe, kompromisslos die Fehler aufzudecken und zu keiner Kooperation bereit zu werden und immer den Finger in die Wunde zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun. – Auch Bischof Christoph Meyns, Braunschweig, Sprecher des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD mahnte eine Rollenklarheit bei Betroffenenvertretern an: „Hier gibt es Rollenvorstellungen, die mit dem Mandat der EKD für einen Beirat die Rolle sprengen würden.“ Der Beirat könne als Einrichtung des Rates der EKD nicht unabhängig sein, sagte Bischof Meyns. Quelle: katholisch.de

 Kommentar: Es ist gemeinhin die Aufgabe von Prophet*innen, kompromisslos die Fehler aufzudecken, nicht mit den Ausbeutern zu kooperieren, den Finger in die Wunden zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun.


14.5.2021 Der Vatikan plant eine Veränderung der Strafbestimmungen des can. 1395 CIC. Künftig sollen Verbrechen zu Lasten Minderjähriger nicht mehr als Zölibatsverstöße gewertet werden, sondern als ‚Verbrechen gegen das Leben, die Würde und die Freiheit von Menschen‘.  Die Reform des kirchlichen Strafrechts wurde von der Bischofskonferenz von England und Wales angeregt, nachdem im November 2020 der Bericht der Regierungskommission zur Untersuchung von sexuellem Kindesmissbrauch (IICSA-Report) veröffentlicht wurde. Quelle: katholisch.de


14.5.2021 Missbrauchsbetroffene des Bonner Aloisius-Kollegs stellen fest, dass die Kritik des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung an der mangelnden katholischen Aufarbeitung auch für das Aloisius-Kolleg in Bonn gilt. Sie sprechen von fragwürdigen Schutzkonzepten, Nicht-Öffnen der Archive und mangelnder Rechenschaft des eigenen Systemversagens. Der amtierende AKO-Rektor habe dem Eckigen Tisch Bonn (ETB) gegenüber sein Desinteresse bekundet, die Aufarbeitung der Vergangenheit mit den Betroffenen zu betreiben. Die Jesuiten seien Teil des Problems, nicht der Lösung, stellen die Betroffenen des AKO fest. Quelle: eckiger-tisch-bonn.de


14.5.2021 Im Bistum Regensburg steht die Gründung einer Aufarbeitungskommission unmittelbar bevor. Bislang steht jedoch die Gründung eines Betroffenenbeirats noch aus. Sie soll eine der ersten Aufgaben der Aufarbeitungskommission sein. Das Bistum weist darauf hin, dass es die Beschlüsse der katholischen Deutschen Bischofskonferenz „bereits in den vergangenen Jahren“ durchgeführt habe. Es habe zwei Studien bei den Regensburger Domspatzen gemacht und Betroffene an der Diskussion über die Höhe der Anerkennunszahlungen beteiligt. Quelle: evangelisch.de


14.5.2021 Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, will gemeinsam mit Betroffenen schnell neue Wege der Betroffenenbeteiligung finden. Quelle: evangelisch.de


14.5.2021 Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Seelsorge müssten auch gegenüber Erwachsenen verhindert und konsequenter aufgearbeitet werden, fordert der DBK-Betroffenenbeirat.  – und bezieht sich auf den Fall „Ellen Adler“. Der Betroffenenbeirat plädiert für eine „Null-Toleranz-Linie“ für sexualisierte Nähe in allen Seelsorge-Kontexten. Er kritisiert, dass die geltenden kirchenrechtlichen Vorgaben dieser Missbrauchsproblematik nicht gerecht werden. Es müsse klar sein, dass das allgemeine Strafrecht, das sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung von Beratung-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnissen sanktioniert, auch für den Seelsorgebereich Anwendung finde. Der Beirat fordert die Bischofskonferenz auf, sich für Änderungen des kirchlichen Strafverfahrens im Blick auf sexyualisierte Gewalt gegen Erwachsene in seelsorgerlichen Beziehungen einzusetzen. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Zur Erinnerung: Als der seelsorgerliche Kontakt 2001 zwischen dem damaligen Mainzer Weihbischof Eisenbach und einer Professorin sich zu einem sexuellen Kontakt entwickelt hatte, zeigte die Professorin den Weihbischof an. Das Gericht konnte damals keine Schutzwürdigkeit seelsorgerlicher Kontakte mit Erwachsenen – wie sie für Ärzt*innen, Lehrer*innen und Therapeut*innen selbstverständlich sind – feststellen. U.a. freute sich Kardinal Lehmann damals über das Urteil, denn Eisenbach war sein Schützling. Den Schaden für die Seelsorge sah er damals nicht.


14.5.2021 Erzbischof Koch, Erzbistum Berlin, früher Bischof von Dresden-Meissen (bis 2015), räumt mögliche Versäumnisse im Missbrauchsfall einer Frau ein. Die Frau beschuldigt einen Pallottiner-Novizen und seinen Novizenmeister der Vergewaltigung bzw. der Vertuschung.  Bischof Koch hat zwei Gespräche mit der Frau geführt. Aber erst 2020 wurde der Fall auf Anordnung des heutigen Bischofs von Dresden-Meissen, Timmerevers, untersucht. Timmerevers hat den Beschuldigten seelsorgerliche Tätigkeit im Bistum Dresden-Meissen untersagt. Das Erzbistum Freiburg, in dem die Beschuldigten leben, erlaubt ihnen Seelsorge. Erzbischof Koch hat sich – wie andere Bistümer und Orden auch – der Entscheidung von Bischof Timmerevers angeschlossen. Quellen: badische-zeitung  Tag des Herrn


14.5.2021 Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den bayerischen Bistümern läuft zäh. Den Sonderweg des Bistums Regensburg beurteilt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung anders als das Bistum Regensburg. Quelle: augsburger-allgemeine


13.5.2021 Einige Eindrücke vom 3. Ökumenischen Kirchentag: Der Prior der Taizé-Kommunität, Frère Alois, ruft zu einer Erneuerung der Kirchen auf, hält Strukturveränderungen für unerlässlich und betont, dass wir auch eine tiefe geistliche Erneuerung brauchen. Der Missbrauch von Schutzbefohlenen in der Kirche habe viel Vertrauen zerstört: „Heilung ist nur möglich, wenn wir zugeben, was geschehen ist“, und wenn die Kirchen die Stimmen der Opfer hörten. Quelle: evangelisch.de


13.5.2021 Die evangelische Kirche muss bei der Aufarbeitung des Missbrauchs in den eigenen Reihen wieder von vorne anfangen. Der Vertrauensverlust ist enorm. Den Schaden hat allein die evangelische Kirche zu verantworten, kommentiert Tilmann Kleinjung. Quelle: BR


13.5.2021 Bodo Wartke: Das System


12.5.2021 Doris Reisinger porträtiert Pater Thomas Doyle, der früh das Ausmaß des Missbrauchsskandals in den USA erfasste und schnell, akribisch und unbeirrt handelte. Quelle: eckiger-tisch.de


12.5.2021 Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt von Bischof Jan Tyrawa (72), Bistum Bydgoszcz/Bromberg, Polen, angenommen. Details gab der Vatikan nicht bekannt, sprach jedoch auch von „anderen Fehlern“. Tyrawa wurden Fehler im Umgang mit mehreren Missbrauchsfällen durch Priester seines Bistums vorgeworfen. Quelle: kath.ch


12.5.2021 Die Betroffenen-Initiative Süddeutschland wirft dem Erzbistum Freiburg vor, im Fall „Ellen Adler“ die Vergewaltigungs- und Vertuschungsvorwürfe nicht transparent aufzuarbeiten. Die Initiative fordert ein Seelsorgeverbot für den Ordensmann, dem die Vergewaltigung vorgeworfen wird und für den Ordensmann, der das Verbrechen gedeckt haben soll. Das Bistum Dresden-Meissen hält die Vorwürfe für plausibel, das Erzbistum Freiburg hält sie nicht für plausibel. Der zuständige Pallottiner-Orden spricht von einvernehmlichem sexuellem Kontakt. Die Betroffenen-Initiative Süddeutschland sagt, es könne nicht sein, dass in einigen Bistümern Schutz vor Gefährdern bestehe, der dann in anderen Bistümern bewusst unterlaufen werde. Wenn ein Bistum Vorwürfe als plausibel erachte, müsse dies auch bundesweit für die anderen Bistümer gelten. Zudem kritisiert die Betroffenen-Initiative, dass die Missbrauchskommission des Erzbistums Freiburg „intransparent, überfordert und keineswegs unabhängig“ sei. Quelle: Domradio.de


11.5.2021 Katharina Kracht und Henning Stein, Mitglieder des Betroffenenbeirates der EKD, beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Betroffenenbeirat. Christiane Florin erklärt die Institution und beschreibt ihre Eindrücke von der Aufarbeitung in der Evangelischen Kirche. Quelle: Zeit


11.5.2021 Regina Oediger-Spinrath, Sprecherin des Verbandes der Pastoralreferent*innen berichtet sehr offen von den Schwierigkeiten in ihrer – und der Gemeindereferent*innen – Arbeit, die sich aus der Situation im Erzbistum Köln ergeben. Quelle: Domradio


11.5.2021 Raoul Löbbert, Chefkorrespondent von Christ & Welt, konstatiert bei der Aufarbeitung in den Bistümern der katholischen Kirche einen Flickenteppich. In dem Fall eines Priesters, der von drei heutigen Bischöfen – Marx, Ackermann, Bätzing – fehlerhaft behandelt wurde, soll das Bistum Trier aufarbeiten. Wann jedoch das Ergebnis vorliegt, ob es öffentlich wird, wie es dann weiter geht, ist unklar. Zudem wurden Rücktrittsforderungen an Bischof Heße und die beiden Weihbischöfe Puff und Schwaderlapp gerichtet, die bei Marx ausblieben. Löbbert wundert sich, dass unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. Der Interviewer konstatiert, dass der „halbe deutsche Episkopat über Rücktrittsforderungen nachdenken“ müsse, wenn der Maßstab wie an Heße, Puff und Schwaderlapp angelegt würde. Löbbert stimmt zu: „Die damaligen Verantwortlichen zeigten eine Mischung aus Überforderung, Schlendrian und Verleugnungshaltung und haben eklatante Fehler gemacht. Und das ist etwas, was nicht nur Marx und Heße betrifft, sondern wahrscheinlich alle, die damals Verantwortung getragen haben.“ Löbbert meint, es wäre besser, „den gesamten Aufarbeitungsprozess einer unabhängigen Instanz zu übergeben, einer Wahrheitskommission, wie das von Opfervertretern schon gefordert wurde.“ Quelle: Domradio


11.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird ausgesetzt. Er war als Gegengewicht zum Beuaftragtenrat bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der EKD berufen worden, allerdings scheinen die Aufgaben und Kompetenzen des Beirats unklar gewesen zu sein. Die im Betroffenenbeirat verbliebene Mitglieder kritisierten, dass sie nicht ausreichend und rechtzeitig über Sachverhalte informiert wurden. Zudem seien die Anforderungen „weit über das Maß eines üblichen Ehrenamts hinausgegangen.“ Bislang gebe es keine grundlegenden Standards für die Betroffenenbeteiligung und es fehle an Transparenz. Bischof Meyns bietet den Mitgliedern des Beirates an, sich in einer Zwischenzeit  als Einzelpersonen an bestimmten Prozessen zu beteiligen. Katharina Kracht kritisiert, dass sich die Betroffenen dann nicht untereinander austauschen können. 

Nach Ansicht von Florian Breitmeier scheint es viele Unklarheiten zu geben: Was soll das Gremium leisten? Ist es ein politisches Geemium, das die Interessen Betroffener in klarer Abgrenzung zur EKD vertritt oder ist es ein Gremium, das stärker auf Kooperation setzt? Auch die Kontrollfunktionen sind unklar. Gibt es Stimmrecht in den EKD-Geremien? Hat der Betroffenenbeirat ein robustes Mandat? Quellen: NDR   NDR   Zeit  katholisch.de  kathpress.at


11.5.2021 Mehrere Opfervertreter – Katharina Kracht, Henning Stein und Detlev Zander – kritisieren die Auflösung des Betroffenenbeirates der EKD, über die sie nicht informiert wurden. Damit wolle sich die EKD der Kritik von Betroffenen an ihrer mangelhaften Aufarbeitung entziehen. Verschwiegen werde, dass die Mehrheit des Betroffenenbeirates für eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit ausgesprochen habe und nun die EKD den Betroffenen das Scheitern der Zusammenarbeit in die Schuhe zu schieben.  Quelle: Zeit.de


10.5.2021 Über den Umgang von Kardinal Woelki mit dem Düsseldorfer „Fall D.“ Quelle: rp-online


10.5.2021 Die erste Sitzung der Aufarbeitungskommission im Erzbistum München und Freising hat stattgefunden. Den Vorsitz haben Michaela Huber, Schulpsychologin. Harald Britze und Manfred Markwardt. Dem Gremium gehören weiter an Franz Joseph Freisleder, Cordula Brechmann und Peter Förster. Zwei Mitglieder benennt der Betroffenenbeirat. Die Kommission soll die Aufarbeitungsprozesse fortführen. Ihre Aufgaben sind quantitative Erhebung des sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese, Untersuchung des Umgangs mit Täter*innen, die Berücksichtigung der Belange Betroffener und die Identifikation missbrauchsbegünstigender Strukturen. Quelle: domradio.de


10.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird vorläufig ausgesetzt, weil die bisherige Konzeption gescheitert sei. Beiratsmitglieder sind zurückgetreten und es gab interne Konflikte zwischen den Mitgliedern. Außerdem wurde zwischen dem Beauftragtenrat und dem Betroffenenbeirat kein Konsens über das weitere Vorgehen erzielt. Die bisherige Form der Beteiligung sei an Grenzen gestoßen, erklärte Bischof Meyns, Braunschweig. Die Arbeit des Beirats soll extern evaluiert werden, danach sollen neue Formen der Beteiligung mit den ursprünglichen Beiratsmitgliedern diskutiert werden. Quellen: evangelisch.de  Domradio


10.5.2021 ARD und Mannheimer Morgen mit dem Redakteur Stephan Alfter berichten heute Abend, 23.05 Uhr, über eine Recherche zum Thema Missbrauch im Speyerer Kinderheim in der Engelsgasse: In Gottes Namen. Das Bistum Speyer bietet dazu verschiedene Kontakt- und Dialogmöglichkeiten an.


9.5.2021 Kardinal Woelki, Köln, räumt mögliche Fehler im Umgang mit dem Fall des Priesters D., die er möglicherweise begangen hat, ein. Der Priester D. hat einen sexuellen Kontakt zu einem 17-jährigen obdachlosen Jungen eingeräumt, Kardinal Woelki hat ihn dennoch zum stellvertretenden Dechanten ernannt. Woelki fragt sich ob er auf Gerüchte hätte hören müssen. Der Priester D. hat alle Gerüchte „vehement abgestritten“. Quelle: Domradio


8.5.2021 Die katholischen Bischöfe von Kanada haben eine zweisprachige Online-Seite eingerichtet, auf der durch Bischöfe begangener oder vertuschter sexueller Missbrauch gemeldet werden kann. Damit reagieren sie auf die Forderung von Papst Franziskus, „eine oder mehrere öffentliche, stabile und leicht zugängliche Meldungsmöglichkeiten zu schaffen“. Vorwürfe werden von einem Erzbischof oder Metropoliten geprüft. Sind Erzbischöfe oder Metropoliten die Beschuldigten, werden die Vorwürfe an den päpstlichen Vertreter weitergeleitet. Der Vatikan beauftragt dann einen Bischof zur Untersuchung. Innerhalb von 90 Tagen muss der Bericht des untersuchenden Bischofs vorliegen. Der Vatikan verhängt dann Disziplinarmaßnahmen. Quelle: vaticannews


8.5.2021 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, plädiert für eine staatliche Mitwirkung an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Er erhofft sich vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Unterstützung und will eine ähnliche Vereinbarung mit ihm treffen, wie sie in der katholischen Kirche getroffen wurde. Quelle: evangelisch.de


8.5.2021 Anna-Nicole Heinrich wurde zur Präses der EKD-Synode gewählt. Wir freuen uns und gratulieren herzlich!


7.5.2021 ARD und Mannheimer Morgen mit dem Redakteur Stephan Alfter berichten über eine Recherche zum Thema Missbrauch im Speyerer Kinderheim in der Engelsgasse. Quelle: ARD-Mediathek


7.5.2021 Kindesmissbrauch gilt in Zukunft nicht mehr als Vergehen, sondern immer als Verbrechen. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr Gefängnis. Das hat der Bundesrat beschlossen. Quelle: Zeit


7.5.2021 Jessica Scheiper informiert über die Archive der katholischen Kirche. Das historische Archiv ist in der Regel zugänglich, es sei denn, dass das Wohl der Kirche gefährdet würde. Sind schutzwürdige Belange noch lebender oder in jüngerer Zeit verstorbener Personen betroffen, gilt eine Sperrfrist von 40 Jahren, manchmal von 60 Jahren. Zu wissenschaftlichen Zwecken oder wenn es im kirchlichen Interesse liegt, kann die Sperrfrist verkürzt werden. Die Wissenschaftler*innen müssen sich dann jedoch verpflichten, Stillschweigen zu bewahren, wenn Dokumente nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Das Geheimarchiv ist kirchenrechtlich vorgeschrieben, nur der Diözesanbischof hat Zugang – ohne seine Zustimmung und Kenntnis können keine Akten eingesehen werden. Im Geheimarchiv sind u.a. Akten von „Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren“ (c. 489 § 2 CIC) bzw. kirchenrechtliche Voruntersuchungsakten (c. 1719 CIC).  Vorgeschrieben ist, dass Voruntersuchungs- bzw. Prozessakten von Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren zu vernichten sind, wenn die Beschuldigten verstorben sind oder ihre Verurteilung zehn Jahre zurückliegt. Lediglich ein Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils bleibt archiviert. Das Geheimarchiv kann aufklärungshinderlich sein. Jedoch könnten jeder Bischof oder Bischofskonferenzen den Papst um Dispens von der Geheimarchivierungspflicht bitten. Quelle: feinschwarz.net


7.5.2021 Zum Betroffenenbeirat des Bistums Trier gehören Werner Baulig, Dr. Uwe Christoffer, Werner Huffer-Kilian, Prof. Dr. Eric Mührel und Dr. Karl-Horst Wirz. Der Beirat wird sich in Kürze konstituieren. Er wird als Impulsgeber gehört im Vorfeld geplanter Maßnahmen und gibt dazu Hinweise und Vorschläge. Quelle: Domradio


7.5.2021 Die Evangelische Kirche will die Arbeit des Betroffenenbeirates mit sofortiger Wirkung aussetzen. Der Beirat mit 12 Mitgliedern wurde im August 2020 für vier Jahre berufen. Inzwischen sind nur noch sechs namentlich bekannte und ein anonym benanntes Mitglied im Betroffenenbeirat. Die EKD will alle bisherigen Mitglieder zur Evaluation der bisherigen Arbeit einladen. Grund für den Ausstieg von fünf Mitgliedern sind interne Konflikte. Quellen: Zeit.de   br.de   Eule-Magazin


7.5.2021 Im Fall des Priesters M. sind drei Bischöfe involviert: Kardinal Marx und die Bischöfe Ackermann und Bätzing. In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Bischöfe, sie wollten Verantwortung übernehmen und Fehler seien passiert im Umgang mit Betroffenen und in der Bearbeitung des Falles. Christ&Welt hatte erstmals 2016 über den Fall berichtet und inzwischen weitere Details und Zusammenhänge recherchiert. Alle drei Bischöfe plädieren für eine Untersuchung des Falles, die von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Bistums Trier geleistet werden soll. Die Mitglieder der Kommission sind gerade erst benannt worden, von einem Zeitplan ist keine Rede. Ein juristisches Gutachten – wie in Aachen, Berlin, Köln und München – ist bislang nicht in Auftrag gegeben worden. Auch eine historische Untersuchung – wie in Münster – oder ein interdisziplinärer Ansatz – wie in Limburg oder Osnabrück – gibt es aus unbekannten Gründen im Bistum Trier bislang nicht.  Quelle: Zeit.de


6.5.2021 Wolfgang Picken beschreibt die Situation vieler Gläubigen im Erzbistum Köln und fragt, wer die Verantwortung dafür übernimmt, dass Missbrauchstäter in der Kirche Karriere machen konnten. Quelle: wolfgang-picken.podigee.io


6.5.2021 Das Erzbistum Köln hat zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen eine Stabsstelle eingerichtet. Den Vorsitz übernimmt von der Bank, bisheriger Leiter der Abteilung Kommunikationsberatung. Quelle: DLF


6.5.2021 Menschen, die von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche betroffen sind, können bei der neu eingerichteten Unabhängigen Kommission (UKA) einen Antrag auf Anerkennung ihres Leids stellen. Die Kommission tagt ein- bis zweimal im Monat und hofft, dann jeweils 30 Anträge  pro Sitzung bearbeiten zu können. Derzeit liegen ihr fast 1.000 Anträge vor. Zunächst sollen die Anträge  älterer Missbrauchs-Betroffenen behandelt werden. Der Hildesheimer Jens Windel, Mitglied im Betroffenenbeirat der DBK, fordert auch eine Priorisierung besonderer Härtefälle. Windel bedauert, dass die Kriterien für die Höhe der Zahlungen nicht nachvollziehbar seien. Quelle: NDR


5.5.2021 Der Betroffenenbeirat im Bistum Speyer hat sich konstituiert. Sein Sprecher Bernd Held berichtet, mit welchen Widerständen des Ordens der Herz-Jesu-Missionare (Hiltruper Missionare) er seit zehn Jahren zu tun hat. Er „möchte, dass andere Betroffene nicht die gleichen schmerzlichen Erfahrungen der verweigerten Anerkennung erleben und durchstehen müssen.“ Die Orden unterstehen meistens nicht den Bistümern. 412 Ordensobere sind in Deutschland im Dachverband der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zusammengeschlossen.  92 Orden haben einen Missbrauchsbeauftragten, 40 Orden haben sich inzwischen – einer Empfehlung der DOK folgend – der neuen Verfahrensordnung der DBK zur Anerkennung des Leids angeschlossen. Quelle: Pilger-Speyer


5.5.2021 Rund 29.000 Unterschriften Betroffener sexualisierter Gewalt wurden heute in einer Petition von Vertretern eines Bündnisses von Betroffeneninitiativen den Religionsbeauftragten aller Bundestagsfraktionen (ausgenommen AfD) übergeben. Die Petition sucht Unterstützung bei der „Aufarbeitung, Hilfe und Entschädigung für die Opfer sexueller Gewalt in der Kirche“. „Die Aufarbeitung der Verbrechen sexueller Gewalt durch Priester an Kindern und Jugendlichen darf nicht länger nur den Verantwortlichen in der katholischen Kirche überlassen werden“, heißt es in der Petition. Die Initiatoren erwarten die Einsetzung einer „Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission“, die die Aufarbeitung begleitet. Die Aufarbeitung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Voraussetzung für gelingende Prävention. Außerdem fordern die Betroffenen ein Opfergenesungswerk, das von den Kirchen finanziert werden soll, aber unabhängig von den Kirchen sein soll. Auch die Vernetzung und Beratung Betroffener müsse finanziell unterstützt werden. Zudem solle das Parlament klären, wie „angemessene Entschädigungen“ aussehen sollten. Quelle: katholisch.de


4.5.2021 Ronen Steinke weist auf mehrere Möglichkeiten des Staates hin, Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen: In den USA dürfen Ermittler Seiten im dark net „kapern“ und nicht nur die Administratoren, sondern auch die User enttarnen. Wenn es in Deutschland eine Anzeigepflicht bei sexueller Gewalt gäbe, könnten Täter eher gefasst werden. Auch wenn der Staat z.B. in den Kirchen ermitteln würde, könnten mehr Täter gefasst und Opfer verhindert werden. Quelle: Süddeutsche


4.5.2021 Der Betroffenenbeirat des Bistums Würzburg hat sich konstituiert. Nun kann auch die Aufarbeitungskommission ihre Arbeit beginnen. Quelle: Bistum Würzburg


4.5.2021 Kardinal Woelki soll in der Akte des Priesters D., den er nach eingestandenem sexuellen Missbrauch eines 17-jährigen obdachlosen Jungen zum stellvertretenden Dechanten beförderte, die Warnung der Polizei gekannt haben, den Priester mit Minderjährigen arbeiten zu lassen.  Das Erzbistum sagt, Woelki habe 2017 die Akte von D. vor der Ernennung des Priesters nicht gekannt. Die Führung und Bewertung von Personalakten habe in der Personalabteilung gelegen. Quelle: Bild

 4.5.2021 Kardinal Marx hat als Bischof von Trier in einem Missbrauchsfall gegen mehrere „Pflichtenkreise“ (Gercke-Gutachten Köln) verstoßen. Nach Einschätzung des Kirchenrechtlers Thomas Schüller kam er seinen Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflichten im Fall M. nicht nach. Sollten sich die Verdachtsmomente bestätigen, „wäre wohl ein Moment gekommen, wo der Kardinal selbst erkennen dürfte, dass er dem Papst seinen Rücktritt anbieten sollte“. Die Maßstäbe für einen Rücktritt ergäben sich aus der päpstlichen Gesetzgebung von 2001, 2010 und 2019. Pflichtverletzungen im „Fall M.“ seien auch den Bischöfen Bätzing und Ackermann vorzuwerfen. Quelle: Augsburger Allgemeine


4.5.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig fordert in der kommenden Legislaturperiode des Bundestages die Einrichtung einer Enquetekommission zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Kinderschutz und Datenschutz müssten ausbalanciert werden, sagte er. Der Datenschutz dürfe nicht den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch verhindern. Internetprovider müssten gesetzlich verpflichtet werden, Hinweise auf die Darstellung von sexueller Gewalt an Kindern müssten dem BKA gemeldet werden, die Mindestspeicherdauer von IP’s verlängert werden. Zuletzt war die Plattform „boystown“ mit mehr als 400.000 Mitgliedern gesprengt worden. Drei Administratoren wurden verhaftet, gegen einen Nutzer liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Die Nachfrage nach Kinderpornografie ist in der Corona-Pandemie gestiegen.Quelle: evangelisch.de


4.5.2021 Das Erzbistum Freiburg nimmt Stellung zum Vorwurf sexuellen Missbrauchs durch zwei Ordensleute der Pallottiner. Die Vorwürfe hätten sich nicht erhärten lassen und das Erzbistum Freiburg sehe daher – wie der Vatikan auch – keine kirchenrechtliche Grundlage für Maßnahmen gegen die beschuldigten Ordensmänner, die im Erzbistum Freiburg leben. Einen Dissenz zwischen Erzbischof Burger und Bischof Timmerevers gebe es nicht. Quelle: Erzbistum Freiburg


4.5.2021 Die Deutsche Region der Jesuiten ist dem seit dem 1. Januar 2021 geltenden Verfahren zur Anerkennung des Leids kirchlicher Missbrauchsopfer beigetreten. Quelle: jesuiten.org


4.5.2021 Der Kölner Katholikenausschuss ist fassungslos wegen der Beförderung eines Geistlichen zum stellvertretenden Dechanten durch Kardinal Woelki, obwohl der Geistliche vor 20 Jahren sexuellen Kontakt zu einem 17 Jahre alten obdachlosen Jungen hatte. Die Bistumsleitung argumentierte, es sei einem Priester nicht verboten, die Prostitution eines minderjährigen Jungen auszunutzen. Dem Katholikenausschuss fehlen die ethisch-moralischen und christlichen Wertmaßstäbe. Er forderte Kardinal Woelki und Generalvikar Hofmann auf zu prüfen, ob sie in der Lage sind, „die selbstangerichteten katastrophalen Probleme und Fehler zu beseitigen“. Quelle: katholisch.de


4.5.2021 Das Bistum Osnabrück lässt ein juristisch-historisches Gutachten über den Umgang mit Missbrauchsfällen 1945 – bis heute durch die Universität Osnabrück erstellen. Ziel der Studie ist, die verschiedenen Wahrnehmungen von sexualisierter Gewalt vor dem jeweiligen zeitgenössischen Hintergrund zu untersuchen und typische Missbrauchsmuster im kirchlichen Raum und den Umgang mit den Fällen aufzudecken und zu bewerten. Erste Ergebnisse, besonders zu Pflichtverletzungen der Bistumsleitung, wollen die Forscher 2022 vorlegen. Bei der Veröffentlichung sollen auch Namen von Verantwortlichen genannt werden, soweit dies rechtlich zulässig ist. Die Wissenschaftler*innen erhalten uneingeschränkten Aktenzugang. Betroffene werden beteiligt. Quelle:  Bistum Osnabrück


3.5.2021 Der Kardinal-Hoeffner-Kreis diskutiert, ob er seinen Namen ändern will. Eine Entscheidung traf er noch nicht. Quelle: tagespost


3.5.2021 Der Jesuitenorden hat in Afrika eine Tagung zum Kinderschutz ausgerichtet. Dabei wurden Klerikalismus und Patriarchat als Missbrauch begünstigende Faktoren benannt. Die Dogmatik-Professorin Schwester Josée Ngalula verortete Klerikalismus auch unter Laien. Sie plädierte für ein entpatriarchisiertes Priestertums. Der Jesuit Lawrence Daka stellte fest, dass es in Afrika noch keine Strukturen des Kinderschutzes gebe und das Problembewusstsein bei der Leitung nicht vorhanden sei. Der nigerianische Jesuit Noel Nwadike wies darauf hin, dass der Missbrauch von Ordensschwestern nolch kaum Gehör finde bei den Vorgesetzten. Eine Betroffene konstatierte: „Wie wir Opfer aus dem Trauma herauskommen, ist unsere Sache.“ Das sei die Realität einer großen Zahl von Ordensfrauen, sagte er. Quelle: vaticannews


3.5.2021 Der Kölner Offizial Günter Assenmacher, 69, hat sein Amt in Köln aufgegeben. Nach dem Kölner Gercke-Gutachten war er beurlaubt worden, weil ihm nachgewiesen wurde, in zwei Missbrauchsfällen falsche Rechtsauskünfte gegeben zu haben. Zudem hat er die Kölner Bistumsleitung in mehreren Fällen nicht auf die Verletzung kirchenrechtlicher Normen im Umgang mit Missbrauchsfällen hingewiesen, obwohl er von den Gesetzesübertretungen gewusst habe.Aus seinen Ämtern im Bistum Essen und im Bistum Limburg ist er bereits ausgeschieden. Quelle: Kirche und Leben


3.5.2021 Ein Gespräch mit dem Würzburger Missbrauchsbeauftragten, dem Juristen Alexander Schraml, der in den letzten Wochen Gespräche mit zehn Betroffenen führte, die sich erstmals gemeldet haben. Quelle: mainpost.de


3.5.2021 Ein früherer Bewohner (35) des Kinderheims in der Engelsgasse in Speyer behauptet, im Kinderheim der „Niederbronner Schwestern“ ab 1994 von einer Nonne missbraucht worden zu sein. Die Nonne lebt in einer Ordensgemeinschaft. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft die Verjährung. Filmbeitrag am 10.5., 22.50 Uhr „In Gottes Namen“ Quellen: swr   ludwigshafen24.de

3.5.2021 Der frühere katholische, inzwischen altkatholische Priester Michael Schenk berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Erzbistum Köln, als er den an ihm durch drei Priester begangenen Missbrauch anzeigte. Zum Gercke-Gutachten sagt er:  „Was das Gutachten zeigt, wussten alle.“ Quelle: DLF


3.5.2021 Bischof Timmerevers, Dresden-Meißen, hat zwei Pallottinerpatres den Seelsorgedienst in seinem Bistum untersagt. Erzbischof Burger, Erzbistum Freiburg, erlaubt den Patres den Seelsorgedienst – sie wohnen im Erzbistum Freiburg. Dem einen Mönch wird vorgeworfen, 1990 eine damals 22-Jährige missbraucht zu haben. Der andere Mönch soll den Missbrauch gedeckt haben. Timmerevers schätzt die Vorwürge als glaubhaft und wahrscheinlich ein, Burger als „nicht bewiesenoder plausibilisiert“. Timmerevers leitete eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Danach verbot er den beiden Patres den Dienst, nicht als Strafe sondern als Präventionsmaßnahme. Das Erzbistum Freiburg sieht im Einvernehmen mit dem Vatikan dafür ki5rchenrechtlich keine Basis. Die Glaubenskongregation hatte die Zuständigkeit von Timmerevers bestätigt, die Kleruskongregation setzte auf Antrag der Beschuldigten den Beschluss außer Vollzug. Strittig ist, ob die Betroffene 1990 schutzbedürftig war und ob der Hauptbeschuldigte, damals Novize, schon zum Orden gehörte und Kleriker war. Das Bistum Dresden berichtete, dass der zuständige Pallottiner-Provinzial, Helmut Scharler, dem Bistum Dresden-Meißen mit einer Verleumdungsklage drohte. Scharler wollte dazu nicht Stellung nehmen. Quelle: Sächsische  Badische Zeitung


2.5.2021 Der Vorsitzende der Gesellschaft Katholischer Publizist*innen Joachim Frank bedauert, dass in der Versöhnung zwischen der Tübinger Theologieprofessorin Johanna Rahner und Bischof Oster, Passau, ein Bekenntnis zur Pressefreiheit ausgeblieben ist. Quelle: GKP


2.5.2021 Aus Protest gegen das vatikanische Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare haben ca 2.000 Personen die Löschung ihres Taufeintrags in den Registern der flämischen Diözesen beantragt., berichtete der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny. Das vatikanische Papier sei theologisch schwach und zeuge von einer „Unfähigkeit, zeitgenössische Entwicklungen in der biblischen, der Sakramenten- und der Moraltheologie“ aufzunehmen. Quelle: kathpress


1.5.2021 Ein Mitglied des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche hat die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der EKD kritisiert. Die öffentlich bekannte Zahl von 900 Fällen sei „nicht einmal die Spitze des Eisbergs“, sagte das Mitglied des Betroffenenbeirats Katharina Kracht. Zu Recht stehe die katholische Kirche in der Kritik und die evangelische Kirche stehe zu Unrecht nicht in der Kritik, sagte Kracht. Kracht plädierte für eine unabhängige Ombudsstelle und eine bessere Ausstattung und professionelle juristische Beratung des Betroffenenbeirates. Quelle: evangelisch.de


30.4.2021 Der Kirchenrechtler Matthias Pulte weist darauf hin, dass das Kirchenrecht der Lehre folgt. Reformorientierte Initiativen müssten sich daher zuerst auf eine Rezeption theologischer Forschungsergebnisse durch das universale kirchliche Lehramt ausrichten. Dann sei es „nur ein kleiner Schritt, das Recht der Kirche dem Fortschritt in der Lehre anzupassen“. Quelle: katholisch.de


30.4.2021 Die Tübinger Theologieprofessorin erwartet von Bischof Oster, Passau, eine Entschuldigung. Bischof Oster  hatte der Theologin vorgeworfen: „Jüngst hat etwa die Tübinger Dogmatik-Professorin Johanna Rahner in der Frage nach der Frauenweihe lehramtstreue Katholikinnen und Katholiken, und damit einschließlich den Papst, zu ‚Rassisten‘ erklärt, zumindest wenn der Wortlaut der KNA-Meldung stimmt, die das Portal katholisch.de aufgegriffen und mit reißerischer Überschrift verarbeitet hat.“ Tatsächlich hatte Rahner jedoch gesagt: „… wenn wir diese Diskriminierung [von Frauen in der katholischen Kirche] nicht als solche benennen, wird sich daran nichts ändern. Wer aber daran nichts ändern will, ist nichts anderes als ein Rassist.“ Inzwischen sind die Kontrahenten wieder aufeinander zugegangen. Ihre gemeinsame Erklärung im Wortlaut. Quelle: Zeit.de


30.4.2021 Der frühere Fußballprofi Christoph Metzelder wurde wegen der Weitergabe von Darstellungen gefolterter Kinder zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Metzelder hat sich bei „Roter Keil“, einer Kinderschutzorganisation engagiert. Quelle: Domradio


30.4.2021 Im Erzbistum Köln wurde eine vierte Personalstelle in der Interventionsstelle geschaffen, um Missbrauchsfälle schneller zu bearbeiten. Quelle: Domradio


30.4.2021 Im Oktober 2020 waren dem Bistum Aachen 192 Betroffene sexualisierter Gewalt bekannt und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden 94 Priester, Ordensleute, Diakone und Priesteramtskandidaten. In der MHG-Studie war von 86 Betroffenen und 55 Beschuldigten die Rede. Quelle: rp-online


30.4.2021 Der Abschlussbericht zur Aufarbeitung von Gewalt im Gerolsteiner Internat, Bistum Trier, verzögert sich aufgrund der Pandemie um drei Monate und wird im Januar 2022  veröffentlicht. Weiterhin können sich ehemalige Beschäftigte des früheren Bischöflichen Internates melden. Gewalt gehörte für viele damalige Schüler zum Alltag, sagte die Projektleiterin Claudia Bundschuh. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Trier sind wohl alle mutmaßlichen Taten verjährt. Quelle: lokalo


30.4.2021 Der Kardinal-Höffner-Kreis in CDU und CSU debattiert über seinen Namen. Kardinal Höffner waren im Kölner Gercke-Gutachten acht von 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit kirchlichen Tätern und Betroffenen nachgewiesen worden. Der Historiker Thomas Großbölting nennt die Debatte angebracht, denn es sei zu fragen, für welchen Politikstil Kardinal Höffner (1906-1987) stehe. Zudem sage der Name auch etwas über diejenigen aus, die ihn wählen. Zwar sei Höffner gefangen gewesen in der Mentalität seiner Zeit, allerdings müsse ihm klar gewesen sein, dass er die kirchenrechtlichen Regeln zugunsten der Täter sehr gebeugt habe. Quelle: Neues Ruhrwort


29.4.2021 Die Ausschreibungsfrist für den Betroffenenbeirat zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Berlin wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Die (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz sowie die Katholische Militärseelsorge erneuern ihre Bitte an Betroffene, sich zu beteiligen. Quelle: Erzbistum Berlin


29.4.2021 Die Universität Osnabrück wird unter Leitung der Historikerin Siegrid Westpfahl und des Juristen Hans Schulte-Nölke Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück und den Umgang damit untersuchen. Ergebnisse sollen in 2024 vorliegen. Alle Archive und Akten sollen uneingeschränkt zur Verfügung stehen, Verantwortliche für Fehler benannt werden. Quelle: evangelisch.de


29.4.2021 Merkur und t-online berichten, dass laut „Bild“-Zeitung im Jahr 2018 der damalige Missbrauchsermittler des Bistums, Oliver Vogt, zu dem Schluss kam, dass im Fall des Priesters D. aufgrund der Hinweise im Jahr 2010 „weitere Schritte“ hätten eingeleitet werden müssen. 2010 habe Woelki die persönliche Warnung eines Gemeindemitglieds erhalten; dort wurde darauf hingewiesen, dass Pfarrer D. in den vergangenen Jahren „kein normales Verhältnis zu Messdienern“ gehabt habe. Woelki hatte bei einer Pressekonferenz im März erklärt, dass er in seiner Zeit als Weihbischof von 2003 bis 2011 mit keinerlei Missbrauchsfällen konfrontiert worden sei. – Zuletzt habe das Erzbistum Ende 2020 neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Pfarrer aus dem Jahr 1995 erlangt. Im Januar 2021 wurde der Fall der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Quellen: t-online  merkur   Süddeutsche   Pressemitteilung des Erzbistums Köln


29.4.2021 Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann hat die Beförderung des Geistlichen D. 2017 zum stellvertretenden Dechanten  verteidigt. 2001 wurde ihm ein sexueller Kontakt zu einem 17jährigen wohnungslosen Jungen vorgeworfen. Der Priester habe gestanden, bereut, eine Abmahnung bekommen und eine Therapie gemacht. Ein Experte habe ihm unbeschränkte Einsetzbarkeit attestiert. Weder nach damaligem kirchlichem, noch nach staatlichem Recht sei dies eine Straftat gewesen. Die weiteren Vorwürfe seien anonym erfolgt, D. habe sie abgestritten: 2010 habe ein Diakon gemeldet, dass Pfarrer D. mit dem minderjährigen Patensohn Pornofilme angeschaut habe und die Sauna besucht habe. D. bestritt die Vorwürfe. Ebenfalls 2010 beschuldigte eine volljährige Person den Priester, ihn sexuell belästigt zu haben. Diesen Vorwurf wies der Geistliche zurück. Auch anonyme Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs in den Jahren 2010 und 2015 wies D. zurück. Nachdem 2015 Altfälle aufgearbeitet wurden, wurde der Verdachtsfall von 2001 erneut geprüft. 2018 wurde der Fall an die Glaubenskongregation geschickt. Generalvikar Hofmann betont, dass Erzbischof Woelki zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befördert habe, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte. Quelle: katholisch.de


29.4.2021 Pater Hans Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana, kommentiert die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle in Deutschland. Er weist darauf hin, dass die Betroffenenperspektive weitgehend fehlt, dass es in den Bistümern keine gemeinsamen Aufarbeitungsstandards gibt, dass eine lediglich juristische Beurteilung zu kurz greift. Wichtig sei, dass die Kirche die Bedingungen der Aufarbeitung nicht schon definiert hat, bevor Betroffene beteiligt werden. Wenn auch viele Gläubige das Missbrauchsthema nicht mehr hören wollen, verfehlen sie ihr Wesen – entsprechend ihrem eigenen Selbstverständnis.

Dass der Vatikan sich nicht an seine eigene Pflicht, 30 Tage nach einer Anfrage wegen Vertuschung zu reagieren, hält, könne dies mit Arbeitsüberlastung erklärt werden, meint Pater Zollner und weist darauf hin, dass der Vatikan alleine aus Polen mehrere solcher Meldungen zu bearbeiten hat. Quelle: kiz-online.de


29.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung ruft auf, dass Betroffene oder Zeug*innen von Gewalt in der Schule sich melden. Quelle: aufarbeitungskommission


29.4.2021 Kardinal Marx wird gelobt dafür, dass er auf das Bundesverdienstkreuz verzichtet. Quelle: Süddeutsche


28.4.2021 Der US-Bundesstaat Wisconsin hat eine Untersuchung über sexuellen Missbrauch in den fünf Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften angekündigt. Jerry Topczewski, Sprecher des Erzbischofs Milwaukee, erklärte, dass die Kirche Bedenken wegen der negativen Auswirkungen, die dies auf Missbrauchsüberlebende haben könnte, habe, wenn die Betroffenen vor der Öffentlichkeit erneut zu Opfern würden. Bislang gibt es 160 bekannte Fälle von Missbrauch durch Priester in Wisconsin. Quelle: Domradio


28.4.2021 Für Kardinal Marx ist inzwischen klar, dass auch „Unwissenheit bei falschem Handeln bzw. Unterlassen“ nicht verhindere, „dass Verantwortung und auch Schuld vorliegen und übernommen werden müssen. Eine genauere Untersuchung des gesamten Falls sollte das meines Erachtens klären.“ Aus heutiger Sicht hätte er veranlassen müssen, dass das Bistum Trier, dessen Bischof Marx im Jahr 2006 war, die Akte der Staatsanwaltschaft anfordern und die Vorwürfe in einer eigenen kirchenrechtlichen Voruntersuchung verfolgen hätte müssen. Er bedauere sein damaliges Verhalten und stelle sich die Frage, ob er weitere Taten hätte verhindern können. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagt Prof. Dreßing, das Kölner Gercke-Gutachten habe nur wenig Erkenntnisgewinn gebracht – wie die meisten Untersuchungen im Nachgang zur MHG-Studie. Das Ergebnis des Gercke-Gutachtens sei trivial, denn es sei klar gewesen, dass vertuscht wurde. Überrascht habe ihn, wie wenig Namen im Gercke-Gutachten genannt wurden, denn ein Bischof oder Generalvikar sei ja nicht im luftleeren Raum tätig. Untersuchungen ohne die Sicht Betroffener seien nicht weiterführend. Dreßing merkt an, dass der Aufarbeitungsprozess „immer noch nicht sonderlich weit“ sei. Die Verantwortlichen, die ihren Rücktritt angeboten haben, hätten dies erst nach dem Gutachten gemacht: „Durch einen selbstbestimmten Rücktritt kann ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden, bei einem erzwungenen nicht“, kommentiert Dreßing. Sein Fazit: „Nach der Vorstellung der MHG-Studie wurde in der katholischen Kirche die große Chance vertan, wirklich verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umzugehen und mit der gebotenen Dynamik einen Aufarbeitungsprozess einzuleiten.“ Die „unabhängigen Aufarbeitungskommissionen“ nennt Dreßing „sogenannte unabhängige Aufarbeitungskommissionen, weil in ihnen auch Bistumsvertreter sitzen. Notwendig wäre eine überdiözesane, nationale und völlig unabhängige Kommission, die die Aufarbeitung begleitet und vorantreibt. Dreßing beklagt, dass die Politik nicht aktiv genug ist. Auch das Tempo der Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche bemängelt er. Quelle: Augsburger Allgemeine


28.4.2021 Die Sprecher der (Erz-)Bistümer München-Freising, Limburg und Trier, deren heutige Bischöfe beschuldigt werden, in einem Missbrauchsfall im Bistum Trier gegen kirchliche Vorschriften und die Leitlinien gehandelt zu haben, haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben: „Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen.“ Es seien in diesem Fall Fehler passiert, sowohl in der Handhabung der Bearbeitung als auch im Umgang mit den Betroffenen. Der Fall sei sehr komplex wegen mehrerer staatsanwaltlicher Ermittlungsverfahren, mehreren Betroffenen und zwei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen. 2017 sei die Glaubenskongregation eingeschaltet worden, die das kirchliche Strafverfahren dem Erzbistum Köln übergeben habe. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, daher seien auch noch keine finanziellen Anerkennungsleistungen gezahlt worden. Die Aufarbeitungskommission des Bistums Trier solle sich mit dem Fall befassen. Insgesamt achtmal wurde der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt, blieb aber im Amt. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Die Zeit-Beilage „Christ & Welt“ berichtet, Kardinal Reinhard Marx habe als Trierer Diözesanbischof (2002 – 2007) im Umgang mit Missbrauchsfällen Pflichtverletzungen begangen. So habe er 2006 „starke Hinweise“ auf Priester M. als Missbrauchstäter erhalten, aber nicht gehandelt. Später seien mit dem Fall M. auch Bischof Ackermann (seit 2009) und der damalige Trierer Generalvikar Bätzing (2012-2016) befasst gewesen. -Die Kirchenrechtler Schüller und Anuth haben den Fall M. nach den Kriterien des Gercke-Gutachtens bewertet und als Ergebnis fest, dass Bischof und Generalvikar damals ihrer Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflicht nicht nachgekommen seien. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das bisherige Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana wird zum 1. September zum „Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen“ (IADC). Pater Hans Zollner sagt, damit würden auch schutzbefohlene Personen, Ordensfrauen, die missbraucht wurden und geistlicher Missbrauch in den Blick genommen. Auch durch die #MeToo-Bewegung sei deutlich geutlich geworden, dass man den Blick auf die Menschenwürde weiten müsse. Die Aufwertung des CCP als IADC ermögliche auch akademische Kooperationen in Forschung und Lehre. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat einem Bericht der „Bild„-Zeitung widersprochen, wonach Kardinal Rainer Maria Woelki einen geständigen Missbrauchspriester befördert haben soll. Nach heutigem Kenntnisstand habe der Erzbischof zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befördert, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte, teilte die Erzdiözese mit. Quellen: katholisch.de   Tagesspiegel


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat den Düsseldorfer Priester D., früherer stellvertretender Stadtdechant in Düsseldorf, Ende 2020 wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen angezeigt, nachdem die Stabsstelle Intervention neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Geistlichen D. aus dem Jahr 1995 erhalten hatte. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eröffnet, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Da in aktuellen Medienberichten alte Vorwürfe veröffentlicht wurden, sei das Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde beeinträchtigt, daher sei er bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt.  2017 wurde Priester D. auf Empfehlung durch den Stadtdechanten H., der inzwischen nach sexueller Grenzüberschreitung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten sein Amt abgegeben hat, als stellvertretender Dechant eingesetzt. Dabei sei lediglich ein nicht strafbarer Vorfall von 2001 eindeutig belegt gewesen. Ein psychologisches Gutachten habe die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge attestiert. Als 2015 Altfälle im Erzbistum Köln überprüft wurden, wurde auch der Fall D. von 2001 überprüft und dann 2018 an die Glaubenskongregation im Vatikan übermittelt. Quelle: Domradio


27.4.2021 Tilman Kleinjung kommentiert die Ablehnung des Bundesverdienstkreuzes durch Kardinal Marx: „Noch in diesem Jahr soll eine zweite Studie erscheinen, diesmal ungefiltert, mit Namensnennung. Von 1977 bis 1982 war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Erzbischof in München. Und Marx hat deutlich gemacht, dass er bei der Aufarbeitung auch auf mehr oder weniger prominente Vorgänger keine Rücksicht nehmen wird. Das wäre tatsächlich aller Ehren wert: Aufklärung ohne Rücksicht auf die Institution und große Namen. Unabhängig durchgeführt und engagiert vorangetrieben von Bischöfen, denen es nicht um die eigene Ehrenrettung geht, sondern um die Ehre der Überlebenden des Missbrauchs.

Die taz kommentiert: „Marx war also kein unwürdiger Preisträger, aber es hing ein Schatten über dieser Ehrung.“ Quellen: BR   taz  srv – Interview mit Christiane Florin


29.4.2021 Pater Hans Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana, kommentiert die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle in Deutschland. Er weist darauf hin, dass die Betroffenenperspektive weitgehend fehlt, dass es in den Bistümern keine gemeinsamen Aufarbeitungsstandards gibt, dass eine lediglich juristische Beurteilung zu kurz greift. Wichtig sei, dass die Kirche die Bedingungen der Aufarbeitung nicht schon definiert hat, bevor Betroffene beteiligt werden. Wenn auch viele Gläubige das Missbrauchsthema nicht mehr hören wollen, verfehlen sie ihr Wesen – entsprechend ihrem eigenen Selbstverständnis.

Dass der Vatikan sich nicht an seine eigene Pflicht, 30 Tage nach einer Anfrage wegen Vertuschung zu reagieren, hält, könne dies mit Arbeitsüberlastung erklärt werden, meint Pater Zollner und weist darauf hin, dass der Vatikan alleine aus Polen mehrere solcher Meldungen zu bearbeiten hat. Quelle: kiz-online.de


29.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung ruft auf, dass Betroffene oder Zeug*innen von Gewalt in der Schule sich melden. Quelle: aufarbeitungskommission


29.4.2021 Kardinal Marx wird gelobt dafür, dass er auf das Bundesverdienstkreuz verzichtet. Quelle: Süddeutsche


28.4.2021 Der US-Bundesstaat Wisconsin hat eine Untersuchung über sexuellen Missbrauch in den fünf Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften angekündigt. Jerry Topczewski, Sprecher des Erzbischofs Milwaukee, erklärte, dass die Kirche Bedenken wegen der negativen Auswirkungen, die dies auf Missbrauchsüberlebende haben könnte, habe, wenn die Betroffenen vor der Öffentlichkeit erneut zu Opfern würden. Bislang gibt es 160 bekannte Fälle von Missbrauch durch Priester in Wisconsin. Quelle: Domradio


28.4.2021 Für Kardinal Marx ist inzwischen klar, dass auch „Unwissenheit bei falschem Handeln bzw. Unterlassen“ nicht verhindere, „dass Verantwortung und auch Schuld vorliegen und übernommen werden müssen. Eine genauere Untersuchung des gesamten Falls sollte das meines Erachtens klären.“ Aus heutiger Sicht hätte er veranlassen müssen, dass das Bistum Trier, dessen Bischof Marx im Jahr 2006 war, die Akte der Staatsanwaltschaft anfordern und die Vorwürfe in einer eigenen kirchenrechtlichen Voruntersuchung verfolgen hätte müssen. Er bedauere sein damaliges Verhalten und stelle sich die Frage, ob er weitere Taten hätte verhindern können. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagt Prof. Dreßing, das Kölner Gercke-Gutachten habe nur wenig Erkenntnisgewinn gebracht – wie die meisten Untersuchungen im Nachgang zur MHG-Studie. Das Ergebnis des Gercke-Gutachtens sei trivial, denn es sei klar gewesen, dass vertuscht wurde. Überrascht habe ihn, wie wenig Namen im Gercke-Gutachten genannt wurden, denn ein Bischof oder Generalvikar sei ja nicht im luftleeren Raum tätig. Untersuchungen ohne die Sicht Betroffener seien nicht weiterführend. Dreßing merkt an, dass der Aufarbeitungsprozess „immer noch nicht sonderlich weit“ sei. Die Verantwortlichen, die ihren Rücktritt angeboten haben, hätten dies erst nach dem Gutachten gemacht: „Durch einen selbstbestimmten Rücktritt kann ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden, bei einem erzwungenen nicht“, kommentiert Dreßing. Sein Fazit: „Nach der Vorstellung der MHG-Studie wurde in der katholischen Kirche die große Chance vertan, wirklich verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umzugehen und mit der gebotenen Dynamik einen Aufarbeitungsprozess einzuleiten.“ Die „unabhängigen Aufarbeitungskommissionen“ nennt Dreßing „sogenannte unabhängige Aufarbeitungskommissionen, weil in ihnen auch Bistumsvertreter sitzen. Notwendig wäre eine überdiözesane, nationale und völlig unabhängige Kommission, die die Aufarbeitung begleitet und vorantreibt. Dreßing beklagt, dass die Politik nicht aktiv genug ist. Auch das Tempo der Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche bemängelt er. Quelle: Augsburger Allgemeine


28.4.2021 Die Sprecher der (Erz-)Bistümer München-Freising, Limburg und Trier, deren heutige Bischöfe beschuldigt werden, in einem Missbrauchsfall im Bistum Trier gegen kirchliche Vorschriften und die Leitlinien gehandelt zu haben, haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben: „Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen.“ Es seien in diesem Fall Fehler passiert, sowohl in der Handhabung der Bearbeitung als auch im Umgang mit den Betroffenen. Der Fall sei sehr komplex wegen mehrerer staatsanwaltlicher Ermittlungsverfahren, mehreren Betroffenen und zwei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen. 2017 sei die Glaubenskongregation eingeschaltet worden, die das kirchliche Strafverfahren dem Erzbistum Köln übergeben habe. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, daher seien auch noch keine finanziellen Anerkennungsleistungen gezahlt worden. Die Aufarbeitungskommission des Bistums Trier solle sich mit dem Fall befassen. Insgesamt achtmal wurde der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt, blieb aber im Amt. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Die Zeit-Beilage „Christ & Welt“ berichtet, Kardinal Reinhard Marx habe als Trierer Diözesanbischof (2002 – 2007) im Umgang mit Missbrauchsfällen Pflichtverletzungen begangen. So habe er 2006 „starke Hinweise“ auf Priester M. als Missbrauchstäter erhalten, aber nicht gehandelt. Später seien mit dem Fall M. auch Bischof Ackermann (seit 2009) und der damalige Trierer Generalvikar Bätzing (2012-2016) befasst gewesen. -Die Kirchenrechtler Schüller und Anuth haben den Fall M. nach den Kriterien des Gercke-Gutachtens bewertet und als Ergebnis fest, dass Bischof und Generalvikar damals ihrer Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflicht nicht nachgekommen seien. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das bisherige Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana wird zum 1. September zum „Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen“ (IADC). Pater Hans Zollner sagt, damit würden auch schutzbefohlene Personen, Ordensfrauen, die missbraucht wurden und geistlicher Missbrauch in den Blick genommen. Auch durch die #MeToo-Bewegung sei deutlich geutlich geworden, dass man den Blick auf die Menschenwürde weiten müsse. Die Aufwertung des CCP als IADC ermögliche auch akademische Kooperationen in Forschung und Lehre. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat einem Bericht der „Bild„-Zeitung widersprochen, wonach Kardinal Rainer Maria Woelki einen geständigen Missbrauchspriester befördert haben soll. Nach heutigem Kenntnisstand habe der Erzbischof zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befördert, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte, teilte die Erzdiözese mit. Quellen: katholisch.de   Tagesspiegel


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat den Düsseldorfer Priester D., früherer stellvertretender Stadtdechant in Düsseldorf, Ende 2020 wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen angezeigt, nachdem die Stabsstelle Intervention neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Geistlichen D. aus dem Jahr 1995 erhalten hatte. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eröffnet, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Da in aktuellen Medienberichten alte Vorwürfe veröffentlicht wurden, sei das Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde beeinträchtigt, daher sei er bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt.  2017 wurde Priester D. auf Empfehlung durch den Stadtdechanten H., der inzwischen nach sexueller Grenzüberschreitung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten sein Amt abgegeben hat, als stellvertretender Dechant eingesetzt. Dabei sei lediglich ein nicht strafbarer Vorfall von 2001 eindeutig belegt gewesen. Ein psychologisches Gutachten habe die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge attestiert. Als 2015 Altfälle im Erzbistum Köln überprüft wurden, wurde auch der Fall D. von 2001 überprüft und dann 2018 an die Glaubenskongregation im Vatikan übermittelt. Quelle: Domradio


27.4.2021 Tilman Kleinjung kommentiert die Ablehnung des Bundesverdienstkreuzes durch Kardinal Marx: „Noch in diesem Jahr soll eine zweite Studie erscheinen, diesmal ungefiltert, mit Namensnennung. Von 1977 bis 1982 war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Erzbischof in München. Und Marx hat deutlich gemacht, dass er bei der Aufarbeitung auch auf mehr oder weniger prominente Vorgänger keine Rücksicht nehmen wird. Das wäre tatsächlich aller Ehren wert: Aufklärung ohne Rücksicht auf die Institution und große Namen. Unabhängig durchgeführt und engagiert vorangetrieben von Bischöfen, denen es nicht um die eigene Ehrenrettung geht, sondern um die Ehre der Überlebenden des Missbrauchs.

Die taz kommentiert: „Marx war also kein unwürdiger Preisträger, aber es hing ein Schatten über dieser Ehrung.“ Quellen: BR   taz  srv – Interview mit Christiane Florin

27.4.2021 In der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen der katholischen Bistümer waren am 19.4.2021 insgesamt 909 Anträge Betroffener eingegangen. Bisher wurden 67 Fälle entschieden. Von den 909 Anträgen betrafen 73 Orden als Träger von Kinderheimen, Schulen oder anderen Einrichtungen. Bisher beteiligten sich allerdings nur 46 Ordensgemeinschaften an dem Verfahren. Was die übrigen Orden anbelange, habe die UKA keine Entscheidungsbefugnis. Quelle: vaticannews


27.4.2021 Im Bistum Speyer lag „früheren Angaben zufolge“ die Zahl Betroffener sexualisierter Gewalt seit 1946 bei 221, die der Beschuldigten bei 112. Von den 82 an die Staatsanwaltschaft gemeldeten Fällen wurden 62 eingestellt; 15 endeten mit einer Verurteilung oder einer Einstellung gegen eine Geldzahlung. Zudem gab es im Januar fünf laufende Verfahren. Seit der MHG-Studie sind 35 Betroffene und 23 Beschuldigte hinzugekommen. Quelle: rnf.de


27.4.2021 Kardinal Marx verzichtet auf die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Seine Begründung: „Ich bin überzeugt, dass das mit Rücksicht auf diejenigen, die offensichtlich an der Auszeichnung Anstoß nehmen, und insbesondere mit Rücksicht auf die Betroffenen, der richtige Schritt ist.“ Er möchte damit auch ein Zeichen setzen, dass ihm die „weitere Aufarbeitung und nach Möglichkeit Heilung im Bereich von sexuellem Missbrauch in Kirche und Gesellschaft ein wichtiges Anliegen bleibt“. – Die Betroffenenvereine Missbit und Eckiger Tisch begrüßen die Entscheidung von Kardinal Marx. Hermann Schell, Missbit, stört, dass der Kardinal auf die Kritik inhaltlich nicht eingeht. Quellen: ErzbistumMünchen  zeit.de


27.4.2021 Das Erzbistum Köln teilt mit: „Die Behauptung in einer Zeitung, der Kardinal habe in Düsseldorf einen Priester befördert, der Kindesmissbrauch gestanden hat, ist falsch. Nach heutigem Kenntnisstand hat der Kardinal zu keinem Zeitpunkt einen Priester befördert, der nach damals geltenden Recht, mit Kindesmissbrauch zu tun hatte. Vielmehr liegt dem Kardinal ausdrücklich an einer fortwährenden Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle und er begrüßt jede Bemühung, Gerechtigkeit für die Betroffenen zu erreichen.“ Quellen: Erzbistum Köln  Zeit


27.4.2021 Der Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, soll laut Bildzeitung im Jahr 2017 den Düsseldorfer Pfarrer Michael D. zum stellvertretenden Stadtdechanten befördert haben, obwohl Woelki zwei Jahre zuvor erfahren hatte, dass der Pfarrer eingestandenermaßen obdachlose minderjährige Jungen missbraucht hatte. Quelle: www1.wdr.de


27.4.2021 Veranstaltung der Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart: „Brüder im Nebel“. Der Offizial Domkapitular Thomas Weißhaar nimmt im Gespräch mit Dr. Verena Wodtke-Werner Stellung zu Leistungen und Grenzen des juristischen Gutachtens zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese Köln. youtu.be


26.4.2021 Im Podcast Würde. Leben spricht der Kinderschutzexperte des CCP, Peter Beer über die kirchliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Er meint, die Kirche könnte und sollte schon weiter sein. Der Kirche fehle die geistliche Kraft und Größe, für Abhilfe zu sorgen und den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Aktenführung nannte Beer unprofessionell, sie sei jedoch durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und damit auch Gerechtigkeit ein Teil der Missbrauchsprävention. Quellen: radio.mk-online


26.4.2021 Missbrauch aufklären – wie kann das gelingen? Ein Podcast mit der Historikerin Ulrike Winkler, die über Missbrauch durch Jugendliche im Margaretenhort in Hamburg-Harburg geforscht hat, das der Evangelisch-Lutherischen Kirche unterstand. Hätte sie nur die Akten angeschaut, würde ihr Bild ganz anders aussehen, berichtet sie. Ihre Studie ist veröffentlich: Kein sicherer Ort. Der Margaretenhort in Hamburg-Harburg in den 1970er und 1980er Jahren. Verlag für Regionalgeschichte. Quelle: reflab.ch


26.4.2021 Der Psychiater Manfred Lütz bescheinigt dem Erzbischof von Hamburg, Heße, ihn als „fähigsten Personalchef“ des Erzbistums Köln erlebt zu haben, der „vor allem viel Empathie für die Opfer zeigte“. Lütz sagt, er sei nie als Gutachter vom Erzbistum Köln eingesetzt worden, er habe in Wahrheit kein einziges Gutachten gemacht. Das Gercke-Gutachten vermerkt in mehreren Aktenvorgängen (10, 12, 16, 18, 23) eine irgendwie geartete Beteiligung von Lütz. Quelle: katholisch.de


26.4.2021 Die Staatsanwaltschat Rottweil hat ein weiteres Missbrauchsverfahren gegen den früheren Pfarrer von Freisen eingestellt, weil der Verdacht auf Missbrauch eines Messdieners 2007 nicht hinreichend bestätigt werden konnte. Die Anwältin hat Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart eingelegt. Bislang sind vier staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen den Priester eingestellt worden. Ein kirchenrechtliches Verfahren beim Erzbistum Köln ist noch anhängig. Quelle: sr   saarbruecker-zeitung


25.4.2021 Michael Zeihen, Leiter für Männer-, Väter- und Jungenarbeit beim Sozialdienst Katholischer Männer im Erzbistum Köln, berichtet von den Schwierigkeiten, die viele Männer haben, über Gewalterfahrungen zu sprechen. Quelle: Domradio


25.4.2021 Klaus Mertes spricht über seine Erfahrung und seine Einsichten zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Für ihn ist am Ende klar: „Ich glaube, dazu gehört dann irgendwann auch der Punkt, an dem in Deutschland die Bischöfe sich dazu durchringen müssen, Kontrolle bei der Aufarbeitung aus der Hand zu geben, den Prozess nicht mehr selbst zu kontrollieren, sondern wirklich in eine unabhängige Aufarbeitung der Institution hinein zu geben, die dann auch das Recht hat, Entscheidungen zu treffen.“ Quelle: Domradio

Kommentar: In seiner Aussage „Man stimmt dem ja gefühlsmäßig zu“ bleibt unklar, wer mit „man“ gemeint ist. Wenn die Betroffenen gemeint sind, halte ich das für eine falsche Interpretation. Denn die Betroffenen spüren, dass etwas nicht stimmt, ohne es klar benennen zu können.


25.4.2021 Nachdem der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Kardinal Marx wegen dessen Beteiligung an Vertuschung in seiner Amtszeit in Trier protestierte, hält der Bundespräsident an dieser Ehrung für Kardinal Marx fest. Der Betroffenenbeirat erwartet, dass alle, die im Kontext der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt das Bundesverdienstkreuz erhalten haben, dieses zurückgeben, wenn Kardinal Marx geehrt wird. Quelle: katholisch.de


24.4.2021 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) will die bundesweit aktiven Verbände in die Lage versetzen, die Arbeit der Unabhängigen Ausklärungskommissionen in den Bistümern zu begleiten. Damit sollen die Bischöfe angehalten werden, die Vereinbarungen mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung einzuhalten. Auf der Vollversammlung des ZdK bestärkten vier Mitglieder des Betroffenenbeirates bei der DBK das ZdK, sexuelle Gewalt nicht als Krise des Klerus, sondern als Krise der Kirche zu begreifen und den Co-Klerikalismus in den kirchlichen Strukturen in den Blick zu nehmen. Johannes Norpoth, Gelsenkirchen, schilderte die unter den Betroffenen weitverbreitete Erfahrung, dass Kirchengemeinden das Geschehene oft bis heute nicht wahrhaben wollten. Dort wie in den Verbänden kämen Opfer und Täter oft „aus demselben Umfeld“. Daher müssten auch diese ihre Geschichte aufarbeiten. Die Sprecherin des neuen Arbeitskreises, Birgit Aschmann, sagte, das ZdK sei in einer Doppelrolle – einerseits den Opfern nahe, andererseits Teil des Systems -, das helfe dem ZdK, zwischen Bistumsleitungen und Betroffenen zu vermitteln. Quelle: faz


24.4.2021 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln protestiert in einem Offenen Brief bei Bundespräsident Steinmeier gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Kardinal Marx. Der Betroffenenbeirat begründet seine Bitte, Kardinal Marx nicht zu ehren wegen eines Falls aus dem Bistum Trier, der sich in den 1980er und 1990er Jahren ereignet haben sollen. Kardinal Marx habe als damaliger Bischof von Trier den Fall vertuschen wollen. Außerdem habe er das Gutachten von WSW 2010 nicht veröffentlicht. Quelle: Domradio.de


24.4.2021 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen Erika Ganz sagt: „Die Frauenfrage ist in der katholischen Kirche eine, wenn nicht sogar die Nagelprobe, an der sich ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden wird.“ Das begründet die 50-Jährige in ihrem Buch „Frauen stören„. Quelle: katholisch.de


23.4.2021 „In der Phase, in der wir uns gerade befinden, können wir uns nicht sicher sein, ob der Kardinal sein Amt so ausführt, dass eine Perspektive entsteht“ – das sagt der Diözesanrat des Erzbistums Köln nach einem Treffen mit Kardinal Woelki. Den pastoralen Zukunftsweg des Erzbistum bezeichnet der Diözesanrat als einen „top down Prozess, bei dem Beteiligung oft nur suggeriert werde. Die Sorgen der Menschen in den Gemeinden und Verbänden würden nicht berücksichtigt. Der Diözesanrat fragt sich: „Will der Erzbischof uns normale Christinnen und Christen noch in den Gemeinden haben?“ Quelle: dioezesanrat


23.4.2021 Erstmals (!!!) sprachen Betroffene in der Vollversammlung des Zentralkomitees der Katholiken, unter ihnen Johanna Beck, neues Mitglied im ZdK. Seit November 2020 gibt es im ZdK eine  Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Die Leitung der Arbeitsgruppe haben die Professorin Birgit Aschmann und ZdK-Vizepräsident Wolfgang Klose. Das ZdK will Gespräche mit Betroffenen aufnehmen und am Fortgang des Aufarbeitungsprozesses in der Kirche mitzuwirken. Wolfgang Klose plädierte für die Wahrnehmung, dass Betroffene aus den eigenen Reihen stammen und für die Solidarisierung mit ihnen. Birgit Aschmann wies auf den Entwicklungsprozess im ZdK hin, das bislang die Aufarbeitung als Aufgabe der Bischöfe angesehen habe und erst jetzt realisiere, dass es als Vertretung der Laien selbst Verantwortung habe, denn die Betroffenen seien aus katholischen Familien gekommen. Quelle: ZdK


23.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Passau hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird Projekte der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche festlegen – und ihre Arbeit später in Form von Berichten, Presseveröffentlichungen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen transparent machen. Quelle: Bistum Passau

23.4.2021 Christian Röther stellt die Debatte über die Äußerung der Theologin Johanna Rahner dar. Rahner hatte als „Rassisten“ jene Menschen bezeichnet, die nichts an der Diskriminierung von Frauen in der katholischen Kirche ändern wollen. Bischof Oster, Passau, hat ihr die Diffamierung romtreuer Gläubigen vorgeworfen und die Bischöfe an ihre Aufgabe erinnert, Verantwortung zu tragen für die, die Theologie lehren dürfen. – Die ehemalige Bildungsministerin und Vatikan-Botschafterin Annette Schavan verteidigt Johanna Rahner: Eine Theologin sei kein Mitglied des diplomatischen Dienstes, ein Bischof müsse sich provozieren lassen. Quellen: deutschlandfunk.de   DLF


23.4.2021 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, kritisierte die Äußerung der Theologin Johanna Rahner, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei „ein Rassist“. Es wäre gut, wenn sie den zugespitzten Satz zurücknehmen könnte. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Zur von Bischof Oster geforderten Einschränkung der Pressefreiheit und der theologischen Forschung an Universitäten äußert sich Bischof Bätzing nicht.


23.4.2021 Bischof Oster, Passau, zeigt sich in der ersten Sitzung der Aufarbeitungskommission, zu der auch zwei Betroffene gehören, überrascht  von der Dimension sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er habe die kirchlich-systemische Dimension des Missbrauchs unterschätzt, sagte er. Das Bistum Passau ruft erneut Betroffene auf, sich zur Mitarbeit in dem zu gründenden Betroffenenbeirat zu melden. Quelle: BR


23.4.2021 Das 2012 gegründete Kinderschutzzentrum CCP an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom soll im September in ein neues „Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen“ (IADC) überführt werden. Es erhält einen eigenen Lehrkörper und kann dann neben den Abschlüssen Diplom und Lizenziat auch eine Promotion in Anthropologie anbieten. Quelle: Domradio


23.4.2021 Ein Jahr nach der Vereinbarung der Bischofskonferenz mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung über Standards zur Missbrauchsaufklärung gibt es erst in zwei der 27 Bistümer – in Bamberg und Passau – Unabhängige Aufarbeitungskommissionen. Studien wurden bislang von 12 der 27 Bistümer in Auftrag gegeben. Veröffentlicht wurden Studien aus Limburg und Aachen. In Köln wurde eine zweite Studie veröffentlicht, die erste nur kurz einsehbar. In Berlin wurden Teile der Studie veröffentlicht. In Arbeit sind derzeit Gutachten für München, Münster, Essen, Mainz, Freiburg, Padebrorn, Hildesheim und den mecklenburgischen Teil des Erzbistums Hamburg. Die Studien bzw. Gutachten haben unterschiedliche Fragestellungen. Quelle: Domradio


23.4.2021  Im Erzbistum Paderborn ist ein Statut zur grundlegenden Aufgabe und Zusammensetzung der Aufarbeitungskommission in Arbeit. Es gibt Kontakt zu möglichen Mitgliedern. Die Aufarbeitungskommission soll die Jahre 2002 bis in die Gegenwart in den Blick nehmen.  Zudem sei der Interventionsbeauftragte Thomas Wendland dabei, Kontakte zu möglichen Mitgliedern des Betroffenenbeirates aufzunehmen und das Besetzungsverfahren zu planen. Das Forschungsprojekt der Universität Paderborn beschäftigt sich mit den Jahren 1941 bis 2002. Die Forscherinnen haben uneingeschränkten Aktenzugang, führen Gespräche mit Betroffenen und entscheiden über die Veröffentlichung. Das Erzbistum hat keine Weisungsbefugnis. Quelle: Domradio


22.4.2021 Die französischen Bischöfe haben einen Brief an die Katholik*innen Frankreichs geschrieben, in dem sie Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung bzw. deren Fortsetzung ankündigen. Bemerkenswert ist ihre Feststellung, dass ethisch gesehen Missbrauch eine Handlung ist die dem Gebot „Du sollst nicht töten“ zuzordnen ist. Sie anerkennen, dass das Evangelium sie dazu verpflichtet, keinen „Kleinen“ zu Fall zu bringen und zu schädigen. Die Verantwortung der Bischöfe „als Seelsorger“ schließt ein, dass Betroffene auf ihrem Lebensweg begleitet werden. Ebenso gelte dies für die Eltern, Geschwister, Familien, Ehepartner und Kinder Betroffener. Die Bischöfe haben beschlossen, die Arbeit mit Opfern fortzusetzen; Schulungen für „die Aufnahme und die menschliche und geistliche Begleitung von Opfern sexueller Übergriffe in der Kirche anzubieten“, finanzielle Unterstützung anzubieten, die ein unabhängiges Gremium entscheidet; Verbesserung der Ausbildung von Priestern und pastoralen Mitarbeiter*innen; Verbesserungen in der Begleitung schuldiger Priester, Schaffung eines Erinnerungsortes; Einrichtung eines jährlichen Gebetstages für die Betroffenen; Einrichtung eines Fonds, in den auch die Bischöfe einzahlen. Die beschlossenen Maßnahmen sollen der CIASE zur Prüfung vorgelegt werden. Quelle: eglise.catholique.fr


21.4.2021 In den Ricklinger Anstalten, einer Einrichtung der Diakonie in Schleswig-Holstein, wurden in den 50er bis 70er Jahren Medikamentenversuche an psychisch kranken Menschen vorgenommen. Landespastor Heiko Naß sagt, die Diakonie und die Kirche stünden zu ihrer Verantwortung. Quelle: NDR


21.4.2021 Norbert Scholl schaut sich die Argumentation von Bischof Oster an und stellt fest, dass ein Glaube, dessen Aussagen nicht weiterentwickelt werden, verkümmert. Quelle: feinschwarz.net


21.4.2021 Die Theologin Johanna Rahner hatte gesagt, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei „ein Rassist“. Mehrere katholische Kirchenzeitungen hatten darüber berichtet. Daraufhin schlug Bischof Oster, Passau, vor, über die Finanzierung von Kirchenzeitungen und über die Berechtigung von Theolog*innen, an Universitäten zu lehren, zu diskutieren. Die Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP) reagiert: „Wer die Verbreitung unliebsamer Inhalte zum Anlass nimmt, die Finanzierung kirchlicher Medien infrage zu stellen, offenbart ein vormodernes, autoritäres und dirigistisches Verständnis von Kommunikation.“ Quelle: Domradio


20.4.2021 Der Diözesanrat des Erzbistums Köln hat eine Diözesansynode gefordert. Ziel der von Laien und Bistumsleitung geführten Synode sollte sein, einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft zu schaffen und die systemischen Ursachen für Missbrauch zu thematisieren. Das Erzbistum lehnte den Vorstoß des Diözesanrates ab und ließ die Absage begründen: Eine derart breite Beteiligung der Gläubigen wie beim diözesanen „Pastoralen Zukunftsweg“ sei im kirchenrechtlich vorgesehenen Rahmen einer Bistumssynode nicht möglich. Sehr wohl jedoch könnte jede und jeder, der sich für die Zukunft der Kirche im Erzbistum Köln einsetzen will, dies im Pastoralen Zukunftsweg tun. Der Diözesanrat wiederum hat die Mitarbeit beim Pastoralen Zukunftsweg aufgekündigt – aus Protest am Vorgehen von Kardinal Woelki bei der Missbrauchsaufarbeitung. Quelle: katholisch.de


19.4.2021 Frauen- und Männerorden in Frankreich wollen Reformen zur Missbrauchsbekämpfung in ihren Gemeinschaften abstimmen.Sie wollen nicht auf den Ciase-Bericht warten. In Fragen finanzieller Entschädigung wollen sie sich von Ansätzen inspirieren, wie sie in Südafrika nach der Apartheid oder von Opfern medizinischer Kunstfehler verfolgt wurden. Konkrete Beträge wollen sie erst im Herbst nach den Empfehlungen der Ciase-Kommission angehen. Quelle: Domradio.de


19.4.2021 Der Jesuit Mertes sagt, oberstes Ziel der Missbrauchsaufarbeitung müsse das Streben nach Gerechtigkeit für die Opfer und Betroffenen sein. Die Interessen der Institution müssten dahinter zurückstehen. Zum Streben nach Gerechtigkeit gehöre neben der Anerkennung der Wahrheit von Missbrauch auch ein Täter-Opfer-Ausgleich, der nicht auf Entschädigungszahlungen reduziert werden dürfe: „Geld ist ohne existenzielles Engagement kein Beitrag zum Frieden für die Betroffenen und mit den Betroffenen“, sagte Mertes. Er forderte erneut die Einrichtung von vollständig unabhängigen Aufarbeitungs-Kommissionen. Dies sei nur möglich, wenn Bischöfe und Ordensobere Macht und Kontrolle über das Verfahren abgeben. Bislang seien die Aufarbeitungskommissionen nicht unabhängig von den Bischöfen oder Ordensoberen. Zudem müsste Betroffenen ein Klagerecht eingeräumt werden. Sie dürften nicht übergangen oder nur als Zeugen gehört werden, weil ihnen in diesem Falle nur nochmals Ohnmacht vorgeführt werde. Quelle: katholisch.de


18.4.2021 Zwischen 2018 und 2020 galten 18.292 unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche als verschwunden, nachdem sie in staatlicher Obhut waren. In Deutschland betraf dies 7.806 Minderjährige. 7.082 tauchten wieder auf, von 724 fehlt jede Spur. Quelle: kath.ch


18.4.2021 Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln fordert eine Diözesansynode, bei der alle Akteure im Erzbistum beteiligt werden sollen. „Die Diözesansynode solle einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft des Bistums schaffen und die systemischen Ursachen für Missbrauch, welche die MHG-Studie benennt, thematisieren“, erklärte der Vorsitzende Tim-O. Kurzbach. Quelle: evangelisch.de


17.4.2021 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing, sieht die katholische Kirche durch ihren Umgang mit Missbrauchsvorwürfen in einer kritischen Lage. Alleine juristische Aufarbeitung bringe das Vertrauen nicht zurück. Die Menschen müssten „spüren, dass sich wirklich etwas verändert“. Inzwischen haben 17 Diözesen die Gemeinsame Erklärung zu den Standards der Aufarbeitung unterzeichnet. 10 Bistümer haben die Erklärung noch nicht unterzeichnet. Quelle: katholisch.de


17.4.2021 Die katholische Theologin Johanna Rahner, Tübingen, sagt, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei „ein Rassist“. Man könne nicht von der gleichen Würde von Frauen und Männern sprechen, ohne ihnen die gleichen Rechte einzuräumen. Da gebe es „eine Verpflichtung zum Widerstand“. Quelle: katholisch.de


17.4.2021 Christiane Florin spricht mit Doris Reisinger und dem Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur Ludwig Ring-Eifel über die Rolle von Joseph Ratzinger im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen. Doris Reisinger hat zusammen mit Christoph Röhl das Buch „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben. Quelle: DLF


16.4.2021 Interview mit Harald Dreßing: open.spotify.com


16.4.2021 Buchhinweis: Michael Pflaum: Für eine trauma-exitentiale Theologie. Missbrauch und Kirche mit Traumatherapien betrachtet. 2020


15.4.2021 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, meint: „Die Frauenfrage ist in der katholischen Kirche eine, wenn nicht sogar die Nagelprobe, an der sich ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden wird.“ Das begründet sie in ihrem Buch Frauen stören. Quelle: Domradio.de


15.4.2021 Die Karnevalsgesellschaft von Waldbröl hat dem verstorbenen Kardinal Meisner einen 1992 verliehenen Orden posthum aberkannt. Die Entscheidung sei „aufgrund der aktuell bekannt gewordenen grausamen Taten vieler Kleriker und pastoraler Mitarbeiter innerhalb der katholischen Kirche sowie den wohl absichtlichen Vertuschungen und Verleumdungen des ehemaligen Kardinals Joachim Meisner getroffen“ worden. Die Karnevalsgesellschaft Waldbröl will sich damit von den Missbrauchsfällen und den Beschuldigten distanzieren. Quelle: katholisch.de


15.4.2021 katholisch.de weist auf die Anlaufstelle für Frauen, die in der Kirche Gewalt erlebt haben hin. Quelle: katholisch.de


14.4.2021  Die Theologin Eva Wawrzyniak, Lic.Theol., verabschiedet sich von ihrer Kirche und nennt ihre Gründe. Quelle: peter-paul-kirche


14.4.2021 In Frankreich wird seit Kurzem eine Debatte um sexuelle Gewalt in der Familie geführt. Den Anstoß gab das Buch von Camille Kouchner „La familia grande“, in dem sie ihrem Stiefvater, dem Politologen Olivier Duhamel, vorwarf, seinen Stiefsohn sexuell missbraucht zu haben. Kouchner sagt, dass viele Prominente der Pariser Elite diese und ähnliche Taten stillschweigend gebilligt haben. Duhamel hat inzwischen alle Ämter an der Uni Sciences Po niedergelegt. Unter den Hashtags #Metooinceste und #scienceporcs berichten inzwischen Tausende Franzosen und Französinnen von Missbrauch in der Familie. Quelle: n-tv.de


14.4.2021 Im Bistum Aachen gibt es nach der Veröffentlichung des Missbrauchs-Gutachtens jetzt fünf unabhängige Ansprechpersonen aus unterschiedlichen Regionen, die erste Anlaufstelle für Betroffene, für Angehörige, für Menschen mit Vermutungsmeldungen und weitere Fragen sind. Quelle: Bistum Aachen


14.4.2021 Der Hochschulpfarrer Burkhard Hose stellt in der Diskussion um die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fest, dass es um Gerechtigkeit geht. Die volle Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften heiße, „dass die Würde der Person immer vor der Würde der Institution steht“. Das gelte auch für die Anerkennung der Rechte von Frauen und für Betroffene von Missbrauch. In dieser Sicht auf Menschenrecht habe die katholische Kirche Nachholbedarf. Wenn sie ihre Lehre in diesen Punkten nicht ändere, werde sie in der Gesellschaft irrelevant.

Im Blick auf eine mögliche Spaltung der katholischen Kirche sagt Hose: „Ich glaube, man muss sich bei der Frage nach einem Konzil auch fragen, was eine Spaltung bedeuten könnte: Um welchen Preis erhalte ich die Einheit aufrecht? Dieser Preis kann für mich nicht heißen: Abstriche von Menschenrechten.“ Quelle: katholisch.de


14.4.2021 Das französische Kassationsgericht hat die gegen Kardinal Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung eingelegte Berufung abgewiesen. Barbarin war 2020 im Strafverfahren wegen der Nicht-Anzeige von Missbrauch durch den katholischen Priester Preynat frei gesprochen worden. Das Gericht begründet die Zurückweisung der Berufung damit, dass Barbarins Verpflichtung zur Anzeige der Übergriffe zu dem Zeitpunkt entfallen sei, zu dem die Opfer selbst volljährig geworden waren und Anzeige hätten erstatten können. An Barbarin können nun auch keine Schadenersatzforderungen gerichtet werden. Quelle: Kirche und Leben


13.4.2021 Das Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck sucht ehemalige Heimkinder, Verwandte oder Mitarbeiter, die aus den Heimen Martinsbühel, Scharnitz, das von Benediktinerinnen geleitet wurde, aus dem Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams berichten können. Zeitzeugen können sich für ein Forschungsprojekt telefonisch (0512/507-44 016) oder per E-Mail bei den Projekt-Mitarbeitern melden: friedrich.stepanek@uibk.ac.at; ina.friedmann@uibk.ac.at. Quelle: vaticannews


13.4.2021 Der Vatikan hat Segnungsfeiern für homosexuelle Paare mit Verweis auf das Alte Testament abgelehnt. (Nicht nur) Der Bonner Alttestamentler Ulrich Berges informiert, dass das Alte Testament und die altorientalische Welt keine homosexuellen Beziehungen im Sinne gleichberechtigter und rechtlich anerkannter Lebenspartnerschaften gekannt haben. ReadSpeaker webReader: Vorlesen Die zitierte Bibelstelle Lev 18,22 („Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel“) beschreibe keine einvernehmliche sexuelle Handlung, sondern eine Vergewaltigung. Das habe bereits 2019 die Päpstliche Bibelkommission festgestellt. Auch auf „die Idee, sexuelle Handlungen gleichgeschlechtlicher Partner würden die gottgewollte Differenz zwischen Mann und Frau widerlegen oder bedrohen“, seien die Autoren der Bibel nicht gekommen. Quelle: katholisch.de


13.4.2021 Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt von Bischof Michael Hoeppner (71), Crookston, angenommen. Gründe für den Rücktritt wurden nicht genannt. US-Medien berichten, dass gegen Noeppner Untersuchungen laufen wegen der möglichen Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs. Quelle: Domradio


13.4.2021 Zur Aufarbeitungskommission im Bistum Augsburg gehören Dr. Bernhard Koloczek, Richter am Bundessozialgericht i. R., Prof. Dr. Michele Noterdaeme, Chefärztin der Kinder-/ Jugendpsychiatrie und –therapie am Josefinum Augsburg, Hubert Paul, Präsident des Sozialgerichts Augsburg, Manfred Prexl, Vors. Richter am OLG München i. R., Prof. Dr. Gerda Riedl, Theologin (Mitarbeiterin der Diözese Augsburg). Die beiden Mitglieder aus dem Betroffenenbeirat fehlen noch. Der Betroffenenbeirat wird von der Aufarbeitungskommission gewählt. Acht Bewerbungen für die fünf Mitglieder des Betroffenenbeirats sind eingegangen. Quelle: Bistum Augsburg


13.4.2021 Martin Braun ist in den 1990er Jahren von einem Potsdamer Kaplan missbraucht worden. Bis heute ist der Täter im Dienst der Kirche. Der Fall zeigt: Nicht nur im Erzbistum Köln wurde die konsequente Verfolgung von Tätern verfehlt. (Paywall) Quelle: maz-online


12.4.2021 Das Erzbistum Köln dementiert einen Bericht der „Bild„-Zeitung, die behauptet hatte, Kardinal Woelki könne als damaliger Geheimsekretär von Kardinal Joachim Meisner von Missbrauchshandlungen durch Priester erfahren haben. Die Zeitung bezieht sich auf die Fälle 11 und 12 im Gercke-Gutachten. Das Erzbistum Köln schreibt: „Es bleibt dabei, dass Kardinal Woelki als Geheimsekretär keine Kenntnis von Vertuschung hatte.“ Quelle: katholisch.de


12.4.2021 Die französische Journalistin Céline Hoyeau hat in französischen Geistlichen Gemeinschaften die Gründerpersonen angeschaut, die des Missbrauchs schuldig wurden: u.a. die Brüder Marie-Dominique und Thomas Philippe, André-Marie von der Borght, Ephraim, Thierry de Roucy und Jean Vanier. Die von ihnen gegründeten Neuen Geistlichen Bewegungen entstanden in einer Krisenzeit, in der große Hoffnungen auf eine katholische Erneuerung bestanden und es zugleich keine Kontrolle gab. Gemeinsam war den Gründern eine charismatische Persönlichkeit und ein Talent zum Predigen. Da ihre Taten so lange unentdeckt blieben, ist dies auch ein Versagen des Systems, wie Hoyeau in ihren Buch „La Trahison des pères“ („Der Verrat der Väter“) konstatiert. Nur ein kleiner Teil der Gründer seien „echte Perverse“ gewesen, der Großteil hatte starke narzisstische Veranlagungen. Quelle: katholisch.de


12.4.2021 In Australien hat ein Missbrauchsopfer umgerechnet 960.000 Euro Entschädigung vom Schulorden der Christian Brothers und dem Bistum Ballarat zugesichert bekommen. Der 58-Jährige war von Ordensleuten missbraucht worden. Quelle: katholisch.de


12.4.2021 Der vierten Pressemitteilung der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vom 24.3.2021 zum Verhalten der Verantwortlichen des Erzbistums Köln im Zusammenhang mit dem WSW-Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum kritisieren die Autor*innen die Nicht-Veröffentlichung des Gutachtens durch das Erzbistum Köln. Sie weisen darauf hin, dass es keine äußerungsrechtliche Bedenken gegen ihr Gutachten gibt und dass das Gercke-Gutachten ein Gutachten von „Recht ohne Moral“ sei.  Sie missbilligen die begrenzten Möglichkeiten der Einsichtnahme in ihr Gutachten und bieten erneut seine Veröffentlichung an. Quelle: westpfahl-spilker.de


11.4.2021 Im Fall Woelki gibt es laut Bild-Zeitung Hinweise im Gercke-Gutachten auf Mitwisserschaft Woelkis. Quelle: Bild


11.4.2021 Interview mit Luna Born zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Quelle: www1.wdr


11.4.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, ist optimistisch, dass eine „Gemeinsame Erklärung“ zu den Aufarbeitungsstandards mit der Evangelischen Kirche noch im Mai 2021 unterschrieben wird. Vermutlich werden dort vier bis sechs Aufarbeitungskommissionen festgeschrieben. Vorgesehen sind Siebener-Kommissionen: Zwei Betroffene, zwei externe, von der jeweiligen Landesregierung benannte Experten und maximal drei Kirchenleute.  Quelle: Zeit


10.4.2021 Bis 2020 hat Bischof Michel Dubost das Bistum Lyon verwaltet. Nun soll er als Apostolischer Administrator der Kirche in der Diözese Cayenne, Französisch-Guyana, helfen, Vorwürfe der sexuellen Vorteilsnahme gegen dessen emeritierten Bischof Emmanuel Lafont (75) aufzuklären. Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen und eine kanonische Untersuchung ist eingeleitet. Quelle: Domradio


10.4.2021 Carola Moosbach’s Bücher (Lobet die Eine, Gottflamme Du Schöne und Himmelsspuren) sind seit langem vergriffen. Nun ist eine Sammlung ihrer Gottespoesie erschienen: Ins leuchtende Du. Eine Leseprobe ist hier zu finden.


9.4.2021 Nach Informationen der Mainpost geht die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg nach. Sie hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Der Anzeigeerstatter sei besorgt, dass die Aufklärung ebenso lange dauere wie im Fall eines Priesters im Landkreis Bad Kissingen. Damals waren erste Hinweise 2011 ergangen, das Urteil gegen den Priester aus Bad Bocklet erging jedoch erst im August 2020. Sowohl Bischof Jung, Würzburg, als auch Kardinal Marx als Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz wurden informiert. Quelle: BR


9.4.2021 Der Theologe Georg Essen beklagt, dass der Kontakt zwischen der wissenschaftlichen Universitätstheologie und der Lehramtstheologie „nahezu abgebrochen“ sei. Katholische Theologinnen und Theologen führten „weithin Sonderdebatten, an denen wir uns berauschen und mit denen wir vielleicht auch Leute auf Gemeindeebene begeistern können“, so Essen. „Aber das römische Lehramt interessiert das nicht.“ Essen weist darauf hin, dass der Synodale Weg sich außerhalb des geltenden Kirchenrechts bewege und die Beschlüsse daher keine Bindungswirkung haben. Quelle: neuesruhrwort.de


8.4.2021 Gegen den französischen Philosophen Michel Foucault erhebt der Autor Guy Sormann den Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Der 1984 verstorbene Philosoph und Historiker soll in Tunesien kleinen Jungen Geld für Sex angeboten und sie vergewaltigt haben. Belege dafür scheint es nicht zu geben. Quellen: Deutschlandfunk Kultur   FR 11.4.2021


8.4.2021 Thomas Großbölting über Missbrauch im Bistum Münster


8.4.2021 Thomas Großbölting, Historiker, der derzeit für das Bistum Münster eine unabhängige Missbrauchsstudie erstellt, kritisiert, dass Kardinal Woelki nicht zurücktritt. Im katholischen Bischofskollegium scheine es keine Schuldkultur zu geben. Ein Rücktritt Woelkis sei tatsächlich nur ein Symbol – auch die strukturellen Probleme müssten angegangen werden. Weltweit träten pro Woche zwei bis drei Bischöfe wegen ihres Umgangs mit sexuellem Missbrauch zurück, nur in Deutschland funktioniere das nicht. Großbölting kritisiert auch den  Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Die 2020 beschlossenen Standards der Aufarbeitung hätten nicht in Verhandlungen mit den Bischöfen entstehen dürfen. Vielmehr hätten die Bischöfe lediglich ihre Zusammenarbeit anbieten dürfen, Mittel zur Verfügung stellen sollen und die Akten öffnen sollen. Damit hätten sich die Bischöfe „entmächtigt“ und die Aufarbeitung in die Hände von unabhängigen Experten und Betroffenen geben sollen. Quelle: neuesruhrwort


8.4.2021 Klaus Mertes und Matthias Katsch haben heute das Bundesverdienstkreuz für ihren jahrelangen Kampf gegen sexuellen Missbrauch erhalten. Bundespräsident Steinmeier sagte: „Sie beide haben sich in der Tat große und vor allem auch bleibende Verdienste um unser Gemeinwesen erworben. Sie haben sich mit viel Mut und großer Beharrlichkeit für die Aufdeckung und Aufklärung abscheulicher Verbrechen in unserer Gesellschaft engagiert. Sie sind eingetreten für die Schwächsten unter uns, für an Leib und Seele tief verletzte Kinder und Jugendliche, für lange Zeit Vergessene oder Verschwiegene.“ Herzlichen Glückwunsch! Quelle: katholisch.de


8.4.2021 Hermann Häring schaut sich das Verhalten Kardinal Woelkis und seine Hintergründe an: „Die Nebel einer unmoralischen Amtsführung“. Er stell u.a. fest: „So wirft er [Woelki] mit keinem Satz die Frage auf, was genau den Opfern geschadet hat, ob den juristischen Verfehlungen nicht ein entscheidendes moralisches Versagen voranging und welche Genugtuung dafür fällig ist. Somit handelt Woelki moral-los, also amoralisch im klassischen Wortsinn. Seine Exilierung von Moral disqualifiziert ihn als Christen ebenso wie als Theologen.“ Härings Fazit: „Im Jahr 1985 belegte Johannes Paul II. – in einem Anfall von päpstlicher Überheblichkeit – den brasilianischen Theologen Leonardo Boff mit einem Bußschweigen. Ein Jahr solle er sich zurückziehen und über seine Irrlehren nachdenken. Kirchendienern, die der Kirche so sehr schaden wie Sie, verehrter Herr Kardinal, sollte ein Bußschweigen von mindestens einem Jahrzehnt auferlegt werden. Dem Gottesvolk sei aber gewünscht, in unserer Periode amtskirchlicher Selbstzerstörung möge es einen wohlbedachten eigenverantwortlichen Weg finden. Nicht das Gottesvolk trennt sich von Leuten wie Woelki, denn er hat sich zuvor vom Gottesvolk getrennt.“ Quelle: hjhaering.de


8.4.2021 Heute beginnt eine dreitägige internationale Online-Konferenz der Päpstlichen Kinderschutzkommission zum Thema Missbrauch. Bei dem Symposium soll geschaut werden, welche Rolle verschiedene Glaubensgemeinschaften bei der Prävention von sexuellem Missbrauch Minderjähriger spielen können und wie sie Opfern bei der Heilung des Traumas helfen können. Quellen: vaticannews   hfh.fas.harvard.edu


7.4.2021 Weil es noch immer nicht verstanden ist, muss es wieder und wieder gesagt werden: „Es geht um die Betroffenen und es geht um die Gerechtigkeit für die Betroffenen. Wenn man immer wieder die Eigeninteressen der Institution in den Vordergrund stellt, auch die eigene Angst davor, weitere Mitglieder zu verlieren, dann wird man in der Aufarbeitung nicht weiterkommen“ , sagt Pater Mertes, der morgen zusammen mit Matthias Katsch das Bundesverdienstkreuz bekommt. Quelle: Domradio


6.4.2021 Hans Küng ist tot. Unvergessen die Gespräche 1970 über „„Unfehlbar? Eine Anfrage“. Nachruf von Lucas Wiegelmann   Nachruf von Burkhard Schäfers


6.4.2021 In Kolumbien hat Erzbischof Oscar Urbina eine kirchliche Voruntersuchung gegen zehn Priester der Erzdiözese Villavicencio eingeleitet. Sie wurden suspendiert und stehen im Verdacht, zu einem Netzwerk zu gehören, das Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Quelle: domradio.de


Ostern ist das Fest, an dem die Traurigen sich freuen dürfen, die Weinenden lachen lernen, die Ausgegrenzten dazugehören – und der Tod seinen Schrecken verlieren kann. Er wird nicht das letzte Wort haben. In dieser Hoffnung wünsche ich allen, die hier vorbeischauen „Frohe Ostern!“


3.4.2021 Allein in Frankreich beläuft sich laut Schätzungen die Zahl der in ihrer Kindheit durch sexuelle Gewalt Betroffenen auf 3,5 Millionen – Väter, Brüder, Familienbekannte, Trainer, Priester oder Lehrer sind die Täter. Quelle: vaticannews.va


3.4.2021 Vielen Christen bleibt dieses Jahr ihr Halleluja in der FFP2-Maske stecken. Soll man noch glauben, inmitten von Missbrauchsskandalen, Korruption und der Musealisierung des Christentums? Dabei könnte gerade die christliche Hoffnung auf Erlösung durch die Pandemie helfen. Quelle: Süddeutsche


2.4.2021 In der Karfreitagspredigt klagt Bischof Jung, Würzburg, dass „die Sensibilität für die Betroffenen“ aus dem Blick geraten sei. Bischof Overbeck, Essen, sagte, „viele glauben nicht mehr daran, dass wir als Kirche im Missbrauchsskandal wirklich die Opfer redlich um Entschuldigung bitten und Konsequenzen ziehen, weil wir all die geschehenen Gewalttaten, das Verurteilen und Verleugnen verabscheuen und zutiefst bereuen.“ Missbrauchsgutachten drohten hohl zu werden, „wenn nicht alle systemischen Zusammenhänge und die moralische Verantwortung, die damit einhergeht, benannt werden“. Quelle: Tagesschau


2.4.2021 Karfreitag: Große Fürbitten. Ohne Kommentar.


2.4.2021 Magdalena Hürten konstatiert, dass Frauen, die in der katholischen Kirche mit zwei Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn sie Erfahrungen von Missbrauch deuten und sich mit anderen darüber austauschen wollen. Zum einen werden ihre Erfahrungen oft nicht verstanden bzw. missverstanden. Diese „Zeugnisungerechtigkeit“ wird erweitert durch „hermeneutische Ungerechtigkeit: Ihre Bewertung einer Erfahrung als Missbrauch wird nicht anerkannt, denn Frauen sind aus dem Prozess, in dem die Bedeutung sozialer Erfahrungen ausgehandelt wird, aufgrund ihres Frauseins ausgeschlossen. Betroffene müssen „erleben, dass nach der Verletzung von Selbstbestimmung, Körper und Seele auch ihre Fähigkeit, als Subjekt von Wissen zu agieren, übergangen wird. Die Tatsache, dass ihnen zwei der alltäglichsten epistemischen Praktiken – das Deuten der eigenen Erfahrungen und der Wissensaustausch – verweigert werden, kann eine weitere Demütigung bedeuten.“ Quelle: feinschwarz.net


1.4.2021 Guido Sprügel, Jungle world, erwähnt GottesSuche: „Während derzeit die katholische Kirche Schlagzeilen macht, weist die ­ökumenische Selbsthilfegruppe »Gottessuche – Glaube nach Gewalterfahrungen« darauf hin, dass sexuelle Übergriffe in allen christlichen Kirchen ­vorkommen. Und während sich die derzeitige Debatte vor allem um Übergriffe auf Jungen dreht, berichtet Barbara Haslbeck, die für den Verein [der Verein ist erst im Werden:-)]tätig ist, davon, dass auch viele Frauen von solchem Missbrauch betroffen seien. ‚An uns wenden sich Frauen aus den beiden großen christlichen Kirchen, aber auch aus Freikirchen. Hier finden ebenso viele Übergriffe statt und die Frauen erzählen genauso, dass sie ­keinen Ort haben, um den Missbrauch ­anzusprechen.'“ Quelle: jungle.world


1.4.2021 Jahrelang wurden in der katholischen Kirche Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder nur zögerlich aufgearbeitet. Dabei besonders im Fokus: Das Erzbistum Köln. Das will jetzt aufklären – aber vielen Gläubigen reicht das nicht. Die Zahl der Kirchenaustritte steigt. Quelle: DLF


1.4.2021 Christiane Florin kommentiert die Vorgänge im Erzbistum Köln: „Lassen Sie uns bitte sachlich bleiben! Von Schafott, Kreuz und Kreisen“ Quelle: Weiberaufstand