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Presse

2. Quartal 2020

30.6.2020 Forscher, die den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch kath. Priester in der Kirche Meckenburg untersuchen, führen nun erste Gespräche mit Betroffenen und rufen weitere Betroffene auf – vor allem aus Dömitz, Neubrandenburg, Gadebusch, Tessin, Waren, Grevesmühlen, Neustadt-Glewe und Neustrelitz -, sich zu melden. Bislang waren 17 Priester bekannt, die im mecklenburgischen Teil des heutigen Erzbistums Hamburg des Missbrauchs beschuldigt werden. 54 Personen haben sich gemeldet. Quelle: svz.de


30.6.2020 Über 600 polnische Katholik*innen haben in „La Repubblica“ in einer ganzseitigen Anzeige den Papst aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die polnischen Bischöfe Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch ergreifen. Der Vatikan reagierte: Papst Franziskus sei über das Anliegen informiert und bete für diejenigen, die die Anzeigte erstellten. Zudem müsse die ganze Kirche müsse alles ihr Mögliche tun, „damit das kanonische Recht angewandt wird, die Fälle von Missbrauch aufgedeckt werden und die dieser schweren Verbrechen Schuldigen bestraft werden“. Quelle: katholisch.de


30.6.2020 Ricarda Menne fordert eine „Theologie der Macht“. Es helfe nichts, Macht als Dienst zu verbrämen: „Aber Macht wird nicht dadurch weniger, dass man leugnet, sie zu haben. Im Gegenteil.“ Menne zitiert den Soziologen Stephen Turner: „Die Tabuisierung von Machtverhältnissen ist zugleich ein Kennzeichen von deren Stabilität.“ Quelle: katholisch.de


28.6.2020 Missbrauchter Glaube: Corona-Falschinformationen in Kirchen. Ein Blick in die religiöse Szene und ihren Umgang mit der Corona-Pandemie. Quelle: br.de

s. auch:  Wie Esoteriker Falschinformationen verbreiten


28.6.2020 Matthias Katsch beschreibt und bewertet die Missbrauchsaufklärung in der katholischen Kirche. Im Blick auf das Erzbistum München und vielleicht auch auf das Bistum Regensburg vermutet er, dass die Aufklärung so zögerlich und unvollständig und intransparent geschieht, um das Bild des früheren Papstes Ratzinger nicht zu beschädigen. Zuletzt waren Gewaltvorkommisse aus dem Erzbischöflichen Studienseminar Traunstein (s. auch hier)im Blick, für das Ratzinger in den Siebziger- und Achtzigerjahren als Erzbischof von München und Freising die Verantwortung hatte. Katsch weist auch auf das Piusheim in Ebersberg hin. Quelle: Süddeutsche


26.6.2020 Die Diözese Springfield hat den von Peter A. Velis, Richter i.R., vorgelegten Bericht veröffentlicht, in dem er seine Untersuchung einer Klage wegen sexuellen Missbrauchs durch den verstorbenen Bischof von Springfield, Christopher J. Weldon, dokumentiert. Er befindet die Aussage des Betroffenen als „eindeutig glaubwürdig“ und stellt fest, dass das Bistum dem Betroffenen gegenüber lange Zeit versagt hat. Der verstorbene Bischof wird in die Liste der glaubwürdig beschuldigten priesterlichen Missbrauchstäter aufgenommen. Quelle: ncronline.org


26.6.2020 Matthias Alexander Schmidt macht darauf aufmerksam, dass in der Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle weder Täter noch Opfer unabhängig sind. Der Beitrag kirchlicher Opfer ist für die Aufarbeitung einerseits unerlässlich, andererseits dürfen sie nicht zu Richtern gemacht werden. Umgekehrt dürften die Bischöfe nicht die letzte Verantwortung für die Zusammensetzung der Kommissionen haben, wenn diese unabhängig sein sollen. Quelle: kath.de


26.6.2020 Die katholische Kirche haben 272.771 Mitglieder verlassen. Bei der evangelischen Kirche gab es 197.207 Austritte. Daniel Deckers kommentiert: „Nur wurde mit einer derartigen Explosion erst in einigen Jahren gerechnet und dann auch nur in den schlimmsten Szenarien. Nun aber wird 2019 als das Jahr in die Annalen eingehen, in dem die Ahnung zur Gewissheit geworden ist: Die Erosion der Institution Kirche ist auch durch noch so ambitionierte Reformen nicht aufzuhalten, ja vielleicht ist sie nicht einmal mehr zu verlangsamen. Gegen den ‚Synodalen Weg‘ als solchen spricht das nicht. Doch ob er je zum Ziel führt, ist einer wachsenden Zahl von Christen gleichgültig. Kirche ist für sie schon lange vor „Corana“ irrelevant geworden.“ Quelle: FAZ


6.6.2020 Heiner Keupp, Professor em. für Sozial- und Gemeindepsychologie, benennt Schwachstellen des Limburger Aufklärungsprojektes und kritisiert u.a., dass noch immer zu viele der Projektbeteiligten kirchennah sind. In der Beteiligung Betroffener an der Aufklärung haben die Kirchen noch einen schmerzlichen Lernprozess vor sich. Nun müssten glaubhafte Strukturen aufgebaut werden, um verlorenes Vertrauen vielleicht wieder aufzubauen. Kirchenvertreter müssten ihren „merkwürdigen elitären Sonderstatus reflektieren, diese Art von abgehobener Selbstgerechtigkeit“. Zudem müsste jeder, der sich bei der Kirche meldet, einen juristischen Beistand bekommen, „denn es ist ein ganz harter schwieriger Weg, Gehör zu finden“. Quelle: fr.de


26.6.2020 Ein katholischer Priester aus Schalksmühle, Bistum Essen, wurde zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten wegen des Besitzes von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern. Er wurde suspendiert. Quelle: www1.wdr.de


25.6.2020 Bischof Ackermann, Trier, hat die Gemeinsame Erklärung für eineunabhängige Aufarbeitung unterzeichnet und rief zur Mitwirkung im zu gründenden Betroffenenbeirat auf. Dem Beirat sollen fünf Personen angehören. Meldungen an den Bischöflichen Generalvikar sind bis 31.8.2020 möglich. Ausgewählt werden die Betroffenen durch ein Gremium, dem ein/e Vertreter/in des Bischofs und aus der Fachpraxis und aus der Wissenschaft angehören. In der Aufarbeitungskommission, die von Oktober 2020 bis längstens 2026 arbeiten soll, sollen auch die Strukturen identifiziert werden, die sexuellen Missbrauch ermöglichten oder erleichterten und die Aufdeckung erschwerten. Verantwortlichkeiten sollen benannt werden. Ob auch die für Vertuschung Verantwortlichen benannt und veröffentlicht werden, ist der Meldung nicht zu entnehmen. Quelle: bistum trier


25.6.2020 Papst Franziskus hat für das polnische Bistum Kalisz einen apostolischen Administrator ernannt, Erzbischof Grzegorz Rys, Lodz. Bischof Edward Janiak wird Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Derzeit untersucht der Vatikan die Vorwürfe. Quelle: cruxnow


25.6.2020 Die US-Provinz der Maristen hat die Namen von 46 Priestern und Brüdern veröffentlicht, die des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt werden. Untersucht wurden 2.500 Akten von Priestern und Brüdern, die bis 1950 zurückreichen. 32 der Beschuldigten sind gestorben.  Quelle: kathpress.at


24.6.2020 Die Theologin Claudi Nothelle setzt sich damit auseinander, ob die Kirche in Zeiten der Pandemie systemrelevant gewesen sei und fragt, für welches System sie denn relevant sein wolle. Sie plädiert dafür, dass Kirche Systemsprengerin sein müsse, die weiterschaue und denke, im besten Sinn des Wortes transzendent (grenzüberschreitend) sei: „Genau dort liegt die Chance der Kirche: den Finger in die Wunde legen, die Missstände benennen und gleichzeitig verweisen auf den, der immer größer ist als wir. … Wenn Kirche, wenn Christinnen und Christen in diesem Sinne systemsprengend sind, dann sind sie am Ende doch relevant für das System. Oder noch viel besser: relevant für die Menschen.“ Quelle: katholisch.de


23.6.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, weist die Kritik von Klaus Mertes an der bisherigen Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche zurück. Mertes hatte u.a. bemängelt, dass die Bischöfe stets vorgeprescht seien und dann die Orden „eingeladen“ hätten, dem vorgegebenen Weg zu folgen – es habe keine echte Mitwirkungsmöglichkeit der Orden gegeben. Rörig sagt, ein Ordensvertreter sei bei den Verhandlungen dabei gewesen. Heute beginnen eigenständige Verhandlungen mit der Deutschen Ordensoberenkonferenz. Quelle: katholische-sonntagszeitung.de


22.6.2020 Vor zwei Wochen noch hatte ein Staatsanwalt aus Wyoming mitgeteilt, sie eröffne kein Verfahren gegen Bischof Hart, weil die Beweise nicht ausreichend seien. Mindestens sieben Männer beschuldigen Hart des sexuellen Missbrauchs. Nun hat die Staatsanwaltschaft doch einer erneuten Überprüfung der von der Polizei empfohlenen Anklage zugestimmt. Quelle: ncronline.org


22.6.2020 Die EKD bessert nun doch nach Hinweisen des Bundesbeauftragten für Missbrauch in Sachen Aufarbeitung nach und richtet unabhängige Aufarbeitungskommissionen ein. Quelle: ekd.de


22.6.2020 Interview mit Bischöfin Fehrs: „Wir mussten erst lernen, angemessen mit Betroffenen umzugehen“


22.6.2020 Im Erzbistum Freiburg ermittelt die Polizei gegen einen Priester aus dem Raum Bühl wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Dabei geht es um zwei Fälle aus den 1990er Jahren. Der Pfarrer erhielt ein Zelebrationsverbot. Quellen: BNN  Badisches Tagblatt


22.6.2020 Klaus Mertes, SJ, hält die bisherigen Anstrengungen der katholischen Kirche in Deutschland zur Aufarbeitung der kirchlichen Missbrauchsfälle für unzureichend. Trotz vieler Bemühungen sei es der Kirche bisher nicht gelungen, eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung so auf den Weg zu bringen, „dass sie auch von der Öffentlichkeit als unabhängig anerkannt wird“. Dieser Eindruck bleibe auch, weil die Zusammensetzung der geplanten diözesanen Aufarbeitungskommissionen letztlich durch die Bischöfe erfolge. Mertes plädiert für eine unabhängige staatliche Kommission. Quellen: katholisch.de     Beitrag in der Herderkorrespondenz


22.6.2020 Die katholischen Bischöfe und die Bundesregierung haben eine Vereinbarung zur Missbrauchsaufarbeitung in der kath. Kirche unterschrieben. Quelle: katholisch.de


21.6.2020 Christoph Fleischmann erinnert, dass Bischof Bätzing höhere Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer ablehnte, weil diese erhebliche Prüfverfahren voraussetzten und fragt: „Will man den Betroffenen Prüfungen ersparen oder der Kirche hohe Ausgaben?“ In staatlichen Verfahren zur Opferentschädigung werde zwar geprüft, aber es werden auch staatliche Entschädigungen gezahlt, die zeigen, dass die Kirchen eigentlich viel höhere Summen zahlen müssten.

Denkbar sei, dass Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts für Verbrechen, die Geistliche begingen, in Amtshaftung genommen werden können und vom Staat oder anderen Behörden in Regress genommen werden könnten.

Ein Mann berichtete, dass sein Missbrauchsvorwurf vom Erzbistum Köln anerkannt wurde. Als er um eine Bestätigung dieser Anerkennung bat, um sie im OEG-Verfahren einzubringen, wurde ihm mitgeteilt, es gebe eine solche „offizielle Bestätigung“ nicht. Quelle: christoph-fleischmann.de


21.6.2020 Kardinal Pell will sein Gefängnistagebuch veröffentlichen. Sein Verleger, der Jesuitenpater Joseph Fessio, will das Tagebuch zu einem „spirituellen Klassiker“ machen und bittet um Spenden.

Pell war zunächst wegen Kindesmissbrauch verurteilt, dann freigesprochen worden. Dass er Missbrauchsfälle vertuscht hat, hat er pauschal zugegeben. Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Pell waren bereits 2002 vor einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne verhandelt worden – Pell wurde damals aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Quelle: cruxnow


20.6.2020 Der polnische Journalist Tomasz Sekielski spricht im Interview über den Umgang der polnischen katholischen Bischöfe mit kirchlichen Missbrauchsfällen und stellt fest, dass die Mehrheit der Bischöfe auf Zeit spielt: Keine Kommentare, keine Antworten, keine Entschuldigungen. Die polnische kirchliche Hierarchie reagiere wie Deutschland, Irland, die USA Anfang oder Mitte der 90er Jahre. Bemerkenswert jedoch sei, dass ein polnischer Bischof, Primas Erzbischof Polak, einen anderen Bischof – Bischof Janiak – beim Vatikan melde. Die Opfer jedoch „stoßen an eine Wand des Unverständnisses, der Gleichgültigkeit und oft des Spotts.“ Quelle: zdf


19.6.2020 Zwei Frauen sprechen von ihren Erlebnissen mit katholischen Priestern. Als sie die Taten in den (Erz-) Bistümern Würzburg und München melden, verzweifeln sie fast an der Reaktion der Kirche. Quelle: sueddeutsche.de


19.6.2020 Buchhinweis: Johannes Heibel: „Telefonat mit einem Priestertäter. Ein verurteilter Pfarrer gibt sich als Pastoralreferent aus.“ Dokumentiert wird der Fall des verurteilten Sexualstraftäters Pfarrer W., dessen Fall auch im Abschlussbericht des Bistums Limburg und bei der Vorstellung des Berichtes (ab min 31) erwähnt wird.


18.6.2020 Ab Oktober 2020 bis 2023 lässt die evangelische Kirche durch einen unabhängigen Forschungsverbund Ursachen und Folgen sexualisierter Gewalt in der EKD untersuchen. Betroffene werden beteiligt, der 12-köpfige Betroffenenbeirat soll im Laufe des Sommers ernannt werden. Die weitere Zusammenarbeit von EKD und Unabhängigem Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ist vorgesehen. Quelle: evangelisch.de   katholisch.de


17.6.2020 In der katholishen Kirche in Polen streiten die Bischöfe, die dem Vatikan Vertuschung von Missbrauchsfällen melden mit denen, die darin einen Schaden für die Kirche sehen. Ein Beschuldigter, Bischof Janiak, verurteilt Bischof Polak, der sich mit den Filmemachern von zwei Filmen über sexuellen Missbrauch durch Kleriker getroffen hat:  „Ich brauche nicht hinzuzufügen, dass sie die Feinde der Kirche sind und von welchen niederen Motiven sie getrieben werden.“ Quelle: cruxnow


17.6.2020 In der französischen katholischen Kirche wurden mindestens 3.000 Kinder seit 1950 Opfer sexuellen Missbrauchs durch ca 1.500 Kirchenvertreter. Das ergab die Untersuchung einer unabhängigen Kommission. Bei einer Opferhotline waren 2019 ca 5300 Anrufe eingegangen.

Die Kommission beschäftigte sich auch mit Missbrauch in Orden und stellt fest, dass ein Drittel der erwachsenen Opfer Seminaristen und angehende Ordensmitglieder sind. Die meisten Menschen, die sich gemeldet haben, sind über 50 Jahre alt; zwei Drittel Männer. Mehr als die Hälfte der Fälle geschah zwischen 1950 und 1970, ein Drittel zwischen 1970 bis 1990 und 13,5 Prozent zwischen 1990 und 2019. Quellen: orf   Domradio


17.6.2020 Nach Missbrauchsvorwürfen gegen einen katholischen Priester der Diözese Würzburg hat das Amtsgericht Bad Kissingen die Anklage zugelassen. Dem Geistlichen wird sexueller Missbrauch an einem Mädchen in zwei Fällen vorgeworfen. Die Tat(en) soll(en) im Landkreis Bad Kissingen geschehen sein und vor 10 Jahren begangen worden sein. Quelle: web.de


16.6.2020 In Indonesien wurden mindestens 56 kirchliche Missbrauchsfälle bekannt. Bislang gibt es kein Verfahren im Umgang mit den Betroffenen. Obwohl mit „Vos Estis Lux Mundi“ ein Kirchengesetz vorliegt, das jede Diözese bis Juni 2020 verpflichtet, ein Meldesystem zu schaffen, sei dies in Indonesien bislang nicht geschehen, sagte die Vorsitzende der Indonesischen Katholischen Frauen, Justina Rostiawati. Es sei nötig, das Bewusstsein dafür in den katholischen Diözesen und unter den Pfarrern noch zu schaffen. Der Gerichtsvikar der Diözese Bogor, Yohanes Driyanto, wies darauf hin, dass nicht viele Priester das kanonische Recht beherrschen. Mangels Unterstützung – so die Vermutung – werden viele Fälle nicht gemeldet. Quelle: thejakartapost.com


16.6.2020 Ein Jägersburger Jugendgruppenleiter der Evangelischen Kirche in der Pfalz hat zwischen 2009 und 2011 einen Jugendlichen sexuell missbraucht, der zu Beginn der Taten 11 Jahre alt war. Der Beschuldigte war geständig und wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zu 4.000 Euro Geldbuße verurteilt. Sein Amt im Presbyterium hat er abgegeben. Vom Land Baden-Württemberg wurde er als Lehrer suspendiert. Quelle: saarbruecker-zeitung


16.6.2020 In der Schweiz wurde ein zu fünf Jahren Haft verurteilter Priester der Piusbruderschaft verhaftet. Er war in Belgien 2017 wegen Missbrauchs eines neunjährigen Jungen zwischen 2010 und 2011 in einem Brüsseler Internat der Piusbruderschaft verurteilt. Statt die Haft anzutreten, ging der Priester im Schweizer Kanton Wallis in den Ruhestand. Nach Medienberichten hatte es administrative Probleme bei der Übergabe der Daten von Belgien an die Schweiz verhindert, dass der Verurteilte seine Strafe verbüßen musste. Quelle: Domradio


16.6.2020 In Indien wurden zwei Priester des Bistums Tellicherry, Kerala, wegen des Vorwurfs, Frauen der Gemeinde sexuell missbraucht zu haben, suspendiert. Die Kirche leitete Ermittlungen ein, nachdem Telefonate und Videos der sexuellen Aktvitäten der beiden Geistlichen in den Sozialen Medien bekannt wurden. Derzeit steht Bischof Mulakkal wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Nonne vor Gerichte. In Kerala wurde im März ein Priester wegen der Vergewaltigung eines Mädchens zu lebenslanger Haft verurteilt. In Indien ist der Missbrauch von Ordensfrauen durch etliche Priester seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis. Erst im Februar 2020 hatte sich die Bischofskonferenz zur Null-Toleranz-Politik bekannt. Bereits 2015 gab es einen solchen Beschluss, der aber nie bekannt gemacht wurde. Die Theologin Virginia Saldanha wirft dem Klerus vor, Opfer zum Schweigen zu bringen. Quelle: Domradio


15.6.2020 Nach Missbrauchsfällen in Lügde, Bergisch-Gladbach und zuletzt nach bundesweiten Razzien, die öffentliches Aufsehen erregten, wird eine Erhöhung des Strafmaßes diskutiert. Ecpat Deutschland weist darauf hin, dass für die Prävention und den Schutz der Betroffenen entscheidend die Vernetzung und Sensibilisierung von Kinderschutz-Akteuren – Fachkräfte aus Kinderschutz, Beratungsstellen, dem Gesundheitswesen, der Strafverfolgung und der Justiz sei. Ecpat sieht Missbrauchsabbildungen als Fälle von Handel mit Kindern – diese Fälle müssten sowohl juristisch als auch gesellschaftlich entsprechend geahndet werden. Quelle: ecpat.de


15.6.2020 Das Bistum Trier hat Mitte April der Staatsanwaltschaft Saarbrücken einen Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch von Kindern durch einen katholischen Priester mitgeteilt. Die Behörde informierte, dass die Verdachtslage diffus sei, weil sich die mutmaßlich Geschädigte nicht äußern wolle und die Zeugenvernehmung bislang keine Aufklärung gebracht habe. Quelle: sr.de


15.6.2020 Das Aufarbeitungsprojekt des Bistums Limburg „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“ enthält in der schriftlichen Fassung auch die Dokumentation der Fälle. Dieser Teil wurde nicht im Internet veröffentlicht, kann jedoch im Bischöflichen Ordinariat Limburg von der Öffentlichkeit eingesehen werden. Die Positionen der noch lebenden Personalverantwortlichen zu den Missbrauchsfällen hingegen sind auch im Internet einsehbar. Bischof Kamphaus, Generalvikar Franz Kaspar und Personaldezernet Helmut Wanka werden als Verantwortliche benannt, die sich dem Schutz der Institution verpflichtet fühlen. Weil sie nicht als Privatpersonen handelten, sondern in Ausübung ihrer Ämter als „relative Personen der Zeitgeschichte“ (Burgsmüller), war es möglich, ihre Namen zu nennen.

In der gedruckten wie in der Online-Version enthalten sind jedoch die Stellungnahmen der noch lebenden Personalverantwortlichen des Bistums zu den Missbrauchsfällen, von denen sie Kenntnis erlangten. Bei der Nennung der Namen dieser Herren, die sich zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit hinein ohne Rücksicht auf die Gewaltopfer allein dem Schutz der Institution verpflichtet fühlten, wähnt sich das Bistum rechtlich auf der sicheren Seite. Bischöfe wie Franz Kamphaus, Generalvikare wie Franz Kaspar und Personaldezernenten wie Helmut Wanka handelten schließlich nicht als Privatpersonen, sondern in Ausübung ihrer Ämter als „relative Personen der Zeitgeschichte“ (Burgsmüller).

Das Limburger Aufarbeitungsprojekt geht weiter als das Projekt des Erzbistums Köln. Dies war kurz vor seiner geplanten Veröffentlichung zurückgezogen worden, weil „mehrere Geistliche, die sich mutmaßlich Fehlverhalten zuschreiben lassen mussten, allen voran der vormalige Kölner Personalchef und heutige Hamburger Erzbischof Stefan Heße“ Anwälte sprechen ließen. „Deren Drohkulisse aus diskussionswürdigen Behauptungen über die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzerfordernisse verfehlte ihre Wirkung nicht. Mitte März wurde die Veröffentlichung der Kölner Studie auf unbestimmte Zeit verschoben. Quelle: faz.net


15.6.2020 Die Berliner Pflegekinder-Studie zeigt, dass es auch in Berliner Jugendämtern über Jahrzehnte, von von 1973 bis 2003, ein pädophiles Netzwerk gab – die Jugendämter gaben mindestens zehn Pflegekinder die die Obhut des Sexualstraftäters Fritz H. Selbst der Tod eines behinderten Pflegekindes 2001 führte nur zu zwei Aktenvermerken.

Hauptverantwortlich ist der inzwischen verstorbene Pädagogikprofessor Hartmut Kentler, der sich für die Legalisierung von Sex mit Minderjährigen einsetzte. Kentler kannte den Sexualstraftäter Fritz H. persönlich und schrieb Gutachten in dessen Sinn. Kentler war jedoch nicht alleine: „Dass es ein Netzwerk quer durch die wissenschaftlichen pädagogischen Einrichtungen, insbesondere der 1960er- und 1970er-Jahre gab, in dem pädophile Positionen akzeptiert, gestützt und verteidigt wurden.“ Zu diesem Netzwerk gehörten das Pädagogische Zentrum Berlin, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Freie Universität und das Pädagogische Seminar Göttingen. Verbindeunen zwischen dem Pädagogischen Zentrum und der Odenwaldschule in Hessen sind nachweisbar. Mitarbeiter der Jugendämter und der Senatsverwaltung seien Teil dieses Netzwerks gewesen. Quelle: deutschlandfunk.de


13.6.2020 Bischof Gustavo Zanchetta werfen zwei erwachsene Seminaristen sexuellen Missbrauch vor. Nachdem er von seinem Bischofsamt von Oran, Argentinien, zurückgetreten war, wurde er von Papst Franziskus auf den eigens für ihn geschaffenen Posten eines Assessors in der Güterverwaltung beschäftigt. In Argentinien läuft derzeit mit Verzögerungen durch die Corona-Pandemie ein Verfahren gegen Zanccetta. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens ruht das kirchenrechtliche Verfahren. Nun bestätigt der Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, dass „während er [Zanccetta] den argentinischen Justizbehörden natürlich weiterhin zur Verfügung stand, konnte [Bischof] Zanchetta seinen Dienst wieder aufnehmen, was die Ermittlungen in keiner Weise behindert“. Quelle: cruxnow


13.6.2020 Live-Stream aus dem Bistum Limburg, 13.6., 13-14 Uhr: Abschlussveranstaltung „Betroffene hören- Missbrauch verhindern“

Statement einer Betroffenen, die am Projekt „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“ mitgearbeitet hat.

Abschlussbericht Bistum Limburg

Faz.net 14.6.2020

12.6.2020 Die Staatsanwaltschaft eröffnet kein Verfahren gegen Bischof Joseph Hart, Diözese von Cheyenne, weil die Beweise nicht ausreichend seien. Erste Anschuldigungen bei der Staatsanwaltschaft gab es 2002, die nach zwei Monaten abgeschlossen wurden, ohne dass ein Verfahren eröffnet wurde.

Die Familie eines Opfers wandte sich erstmals 1992 mit Anschuldigungen gegen Hart an kirchliche Amtsträger. Ein erstes kirchliches Verfahren begann 2010 und blieb ohne Ergebnis. Seit 2019 liegt ein zweites Verfahren im Vatikan. Mehrere Männer, mindestens sieben, beschuldigen Hart des sexuellen Missbrauchs. Quelle: cruxnow


12.6.2020 „Als Schüler sucht Franz Kurz Hilfe bei einem Mönch – doch der missbraucht ihn. Später gelobt der Orden, den Pater von Jugendlichen fernzuhalten – doch er bricht sein Versprechen. Jetzt räumt der Oberste der Franziskaner-Minoriten fundamentale Fehler ein.“ Ein Betroffener berichtet. Quelle: Süddeutsche


11.6.2020 Online-Tagung der Universität Frankfurt/Main am 5.6.2020: „Machtkritik durch Theologie“


10.6.2020 Paul Deselaers erinnert an Erich Zenger: Ein Glücksfall für Theologie und Kirche. Quelle: feinschwarz.net


10.6.2020 Matthias Katsch stellt sein Buch vor: Damit es aufhört: Vom befreienden Kampf der Opfer sexueller Gewalt in der Kirche. Quelle: youtube


10.6.2020 Im Bistum Limburg werden am Samstag in der Frankfurter Paulskirche die Ergebnisse des Projektes „Der Beginn der Ehrlichkeit“ vorgestellt. 70 Expert*innen haben den Umgang mit sexuellem Missbrauch analysiert und Vorschläge entwickelt, wie „systemische Faktoren künftig ausgeschlossen und Missbrauchstaten möglichst verhindert werden können.“ Ob dabei auch Täternamen genannt werden, ist unbekannt. Die Veranstaltung wird live übertragen, die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Quellen: bistumlimburg.de  domradio.de

Kommentar: Wenn der Untertitel „Beginn von Ehrlichkeit“ stimmt, dann ist dies das öffentliche Eingeständnis, dass es bislang keine Ehrlichkeit bei der Aufklärung kirchlich-katholischer Missbrauchsfälle gab. Die Erfahrungen Betroffener aus dem Kontext der katholischen Kirche sprechen genau dafür. Und wenn sie nicht ausdrücklich belogen wurden, so wurden sie Opfer der „reservatio mentalis“. Die Mentalreservation wurde z.B. im Vertrag mit Christian Pfeiffer angewandt. Ihm wurde versprochen, dass er Zugang zu allen kirchlichen „rechtlich verfügbaren“ Dokumenten erhielte. Pfeiffer musste davon ausgehen, dass damit alle Dokumente gemeint waren. Die Bischöfe hingegen wussten, dass damit die Akten der bischöflichen Geheimarchive ausgeschlossen waren. Und dies sind genau jene Akten, die u.a. Sexualstraftaten enthalten, die nicht in den Personalakten, sondern eben im bischöflichen Geheimarchiv stehen.

Can. 489 — § 1. In der Diözesankurie muß es außerdem ein Geheimarchiv geben, wenigstens aber einen eigenen Schrank oder ein eigenes Fach im allgemeinen Archiv, das fest verschlossen und so gesichert ist, daß man es nicht vom Ort entfernen kann; in ihm müssen die geheimzuhaltenden Dokumente mit größter Sorgfalt aufbewahrt werden.

§ 2. Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren.

Can. 490 — § 1. Nur der Bischof darf den Schlüssel zum Geheimarchiv haben.

§ 2. Während der Sedisvakanz darf das Geheimarchiv bzw. der Geheimschrank nur im Falle wirklicher Notwendigkeit vom Diözesanadministrator selbst geöffnet werden.

§ 3. Aus dem Geheimarchiv bzw. Geheimschrank dürfen keine Dokumente herausgegeben werden.


10.6.2020 Dem 2018 verstorbenen Weihbischof Engelbert Siebler, Erzbistum München und Freising, werfen Schüler des kirchlichen Studienseminars Sankt Michael in Traunstein Misshandlungen vor. Ein Schüler wirft ihm sexuellen Missbrauch vor. Siebler war von 1976 bis 1985 Direktor des Studienseminars. Das Ordinariat erfuhr 2016 von den Vorwürfen, konfrontierte den Weihbischof jedoch nicht, da die Darstellung lückenhaft gewesen sei. Quellen: Süddeutsche   katholisch.de   Thomas Pfister   Angst unterm Kreuz


10.6.2020 Peter Otten erinnert an Juliana von Lüttich, die auf dem Mond einen dunklen Fleck sah, den sie als Mangel in der Kirche entdeckte: Die Bedeutung der Eucharistie, die nach 40 Jahren zum Fronleichnamsfest führte. Otten entdeckt andere blinde Flecken: „Opfer sexueller Gewalt in der Kirche vermissen, dass Bischöfe sich zu ihrer persönlichen Verantwortung bei der Vertuschung von Verbrechen sexueller Gewalt bekennen und sagen: Ich wars. Ein blinder Fleck. Neben konsequenter Aufarbeitung dieser Verbrechen vermissen sie auch eine finanzielle Entschädigung für das, was sie erlitten haben. Ein blinder Fleck. Frauen vermissen die konsequente Gleichberechtigung der Geschlechter in der Kirche – in allen Ämtern und auf allen Ebenen. Ein blinder Fleck. Menschen erklären ihren Austritt aus der Kirche und vermissen, dass sie vermisst werden. Ein blinder Fleck.“ Quelle: katholisch.de


8.6.2020 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln kritisiert an der Vereinbarung zwischen der Bischofskonferenz und dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung kirchlich-katholischer Missbrauchsfälle, dass Forderungen der Betroffenen nicht erfüllt wurden. Die Kirche unterwerfe sich dem Anschein nach der Kontrolle durch die demokratisch verfasst Gesellschaft, aber ihr werde „nun auch amtlich abgesegnet ein gewaltiges Mitspracherecht eingeräumt“. Zudem gebe es keine bundesweite Aufarbeitungskommission, da jedes Bistum ihr Aufarbeitungssetting selbst gestalten könne.Auch eine Garantie, dass sich alle Bistümer beteiligen, gebe es nicht. Zwar werde Akteneinsicht erwähnt, nicht jedoch ausdrücklich den Betroffenen zugesichert. Es werde der Eindruck erweckt, die Vereinbarung gelte für die gesamte katholische Kirche, die Orden jedoch seien nicht einbezogen. Der Betroffenenbeirat kritisiert auch, dass Ergebnisse erst in fünf Jahren vorliegen sollen. Er fordert Transparenz bei der Auswahl der Kommissionsmitglieder, verbriefte Akteneinsicht für Betroffene und verbindliche Zeitvorgaben für den Start, den Tagungsrhythmus und die Präsentation der Ergebnisse. Der Beirat wies auch daraufhin, dass Aufarbeitung ohne Entschädigung wie ein Geständnis ohne Folgen sei. Quelle: katholisch.de


7.6.2020 Pater Georges Finet (1898-1990), dem Mitbegründer der „Foyers de chrité“, einer privaten Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts, werfen Frauen vor, dass er sie als Minderjährige und junge Frauen bei der Beichte sexuell missbraucht habe. Das ergab eine unabhängige Untersuchung. Auch andere „Väter“ und Mitglieder der Foyers haben sich als Missbrauchstäter erwiesen. Zunächst hatten 26 Frauen Vorwürfe erhoben, sie seien als zumeist ehemalige Schülerinnen im Alter von zehn bis 14 Jahren missbraucht worden. Inzwischen erheben fast 50 Frauen Vorwürfe. Quellen: la-croix.com   rfi.fr


5.6.2020 Wie predige ich sensibel in Zeiten potentieller Traumata? Christine Lungershausen gibt Anregungen für die Predigt in und nach der Krise. Quelle: feinschwarz.net


5.6.2020 Im Bistum Osnabrück wird am 1. Juli 2020, 9 – 13 Uhr, der Fachtag „Über Macht muss man reden“ mit Pater Stefan Kiechle SJ online stattfinden. Anmeldung ist erforderlich über https://www.lwh.de/fachtagmachtQuelle: bistum.net


4.6.2020 Bischof Nicholas Di Marzio, Brooklyn, wird von einem zweiten Mann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer war sechs Jahre alt. Die Taten sollen sich in den 70er Jahren ereignet haben. Di Marzio weist die Anschuldigungen zurück. Die kirchlichen Untersuchungen soll Kardinal Timothy Dolan, Erzbischof von New York, vornehmen, der nach eigenen Worten ein guter Freund von Di Marzio ist. Quelle: vaticannews.va


4.6.2020 Unter Leitung der Kirchenhistorikerin Nicole Priesching untersucht die Universität Paderborn im Auftrag des Erzbistums Paderborn den kirchlichen Umgang mit Missbrauchsfällen zwischen 1941 und 2002, den Amtszeiten der Erzbischöfe Jaeger und Degenhardt. Untersucht werden sollen der Umfang des Missbrauchs, die Gewalterfahrungen Betroffener und die Folgen für ihre Lebenswege. Uneingeschränkter Aktenzugang sei zugesichert worden. Ein Beirat Betroffener soll eingerichtet werden. Die Arbeit begann im Februar 2020, die Ergebnisse sollen in drei Jahren in Buchform vorliegen. Quelle: katholisch.de


2.6.2020 Die Düsseldorfer Ambulanz „Kein Täter werden“ kann nach Aussagen von Andrej König, Psychologie-Professor an der FH Dortmund, auch nach sechs Jahren keinen empirischen Beweis für einen Therapieerfolg vorlegen. Der Sexualmediziner Till Amelung geht von 20 Prozent Rückfallquote aus und berichtet, dass Männer während oder nach der Therapie erzählen, dass sie ein Kind sexuell missbrauchen. Die Therapeuten informieren das Jugendamt nur dann, wenn die Täter einverstanden sind. Ansonsten werde versucht, Angehörige zu veranlassen, Täter und Opfer zu trennen.

Inzwischen sei die Therapie verändert worden. Zudem solle ein externer Gutachter den Erfolg untersuchen und frühestens 2023 seinen Bericht vorlegen. Quelle: www1.wdr.de


2.6.2020 Nach der Veröffentlichung des Dokumentarfilmes „Das Versteckspiel“ hat der Vatikan den Erzbischof Posen, Stanislaw Gadecki, beauftragt, die Vertuschungsvorwürfe gegen seinen Kollegen, Edward Janiak, Bischof von Kalisz, zu untersuchen. In Polen sind zwischen 1990 und 2018 insgesamt 382 Geistliche als Täter und 625 Opfer bekannt geworden. Quelle: orf


2.6.2020 Im Bistum Würzburg hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Klage gegen einen katholischen Pfarrer eingereicht. Dem Beschuldigten wird sexueller Missbrauch eines Mädchens vorgeworfen. Die Taten sollen ca zehn Jahre zurückliegen und sich im Landkreis Kissingen ereignet haben. Bislang schweigt der Beschuldigte. Quelle: br


2.6.2020 Ab 1. Juni 2020 bietet das Bistum Augsburg kirchlichen Missbrauchs- und Gewaltopfern individuell festgelegte Einmalzahlungen bis zu 75.000 Euro an. Insbesondere seien monatliche Zahlungen vorgesehen, wenn Betroffene ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Finanziert werden die Zahlungen aus dem Vermögen des Bischöflichen Stuhls. Zudem werden Kosten für Therapie und Paarberatungen übernommen. Geplant sind die Einrichtung einer Stelle für „Begleitung und Begegnung“ und eines „Sachwalters“, der Ansprechperson für Betroffene sein solle. Begleitpersonen und Ansprechpersonen werden vom Bischof ernannt. Sie dürfen in keinem kirchlichen Arbeitsverhältnis stehen. der ernannte Bischof Maier begründete das Vorgehen damit, dass den Betroffenen eine Perspektive eröffnet werden solle.

Nicht erkennbar ist, ob auch Betroffene zu den Entscheidungsträgern gehören. Auch die Unterscheidung zwischen Anerkennungszahlungen und Hilfen zum Lebensunterhalt ist nicht erkennbar. Quellen:  Bistum Augsburg  domradio.de


1.6.2020 Im Schweizer Bistum Lugano wurde ein katholischer Priester verhaftet. Ihm wird sexueller Missbrauch, den er vor fünf oder sechs Jahren begangen haben soll, vorgeworfen. Von seinen kirchlichen Aufgaben wurde er entbunden. Quelle: vaticannews


30.5.2020 Das Bistum St. Cloud, Minnesota, zahlt in einen Fonds für kirchliche Missbrauchsopfer 22,5 Millionen Dollar ein. Vereinbart zwischen Bistum und Opfern wurde auch die Veröffentlichung aller glaubwürdig des Missbrauchs beschuldigten Geistlichen. Das Bistum wird als viertes Bistum in Minnesota Konkurs anmelden. Quelle: vaticannews 

 


29.5.2020 Nachdem der Film „Das Versteckspiel“ Premiere hatte, forderte der Primas von Polen, Wojciech Polak, den Priesterrat des Bistums Kalisz auf, für den dortigen Bischof Edward Janiak eine Loyalitätserklärung zu unterschreiben. Die Mitglieder des Priesterrates lehnten die Unterschrift ab. Janiak wird in dem Film vorgeworfen, er habe mehrere Missbrauchsfälle im Bistum Kalisz vertuscht. Quelle: Deutsche Welle


26.5.2020 Das Bistum Görlitz wird zusammen mit dem Erzbistum Berlin und dem Bistum Dresden-Meißem eine gemeinsame Aufarbeitungskommission berufen. Quelle: saechsische.de

24.5.2020 Auch in den fünf Bistümern in NRW – Paderborn, Köln, Essen, Aachen, Münster – gibt es wie in den bayerischen Bistümern noch keine konkreten Pläne für die Einrichtung der beschlossenen Aufarbeitungskommissionen. In den Bistümern, in denen bereits Untersuchungen stattfinden, wird geprüft, ob sie den Auftrag der Aufarbeitungskommissionen schon erfüllen. Quelle: Aachener Zeitung


24.5.2020 Die Königliche Australische Kommission hatte der katholischen Kirche von Australien 86 Punkte zur Erneuerung der kirchlichen Leitungsstrukturen vorgelegt. Die Kirche will im November den Bericht besprechen, den Experten rund um den ehemaligen Richter und Vorsitzenden des „Truth, Justize an Healing Council“ Neville Owen erarbeitet haben. Der Bericht liegt der australischen Bischofskonferenz vor, ist jedoch nicht öffentlich. Nach Medienrecherchen empfiehlt der Bericht den Bischöfen, ihre Beschlüsse nicht mehr allein zu treffen, sondern zusammen mit entsprechend ausgebildeten Laien, die auch die Entscheidungen der Bischöfe überprüfen sollen. Nicht zuletzt bei den Finanzen sehen die Experten Handlungsbedarf. So sind bislang kirchliche Wohltätigkeitsorganisationen von einer umfassenden Berichtspflicht ausgenommen. Zudem hat die Kirche den Wert ihrer Besitzungen bisher als zu gering angegeben, um weniger Zahlungen an Missbrauchsopfer leisten zu müssen. Quelle: katholisch.de


24.5.2020 Der Film Das Versteckspiel von Tomasz Sekielski wurde in Polen in dern ersten drei Tagen von fünf Millionen Menschen gesehen. Er thematisiert die Frage, ob sich seit dem ersten Dokumentarfilm „SAG ES NIEMANDEM“ von 2019 in der polnischen katholischen Kirche zum Umgang mit Missbrauchsfällen etwas geändert habe und konstatiert, dass es keine Änderung gab. Nach wie vor werden Betroffene abgewimmelt und Täter lediglich versetzt. Weder werden Anschuldigungen an die Staatswanwaltschaft weitergegeben, noch wird ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet. Darüber hinaus leiten Staatdswanwaltschaften Akten an die Kurie weiter und verzögern Ermittlungen. Quelle: Diesseits von Eden, WDR 5, ab min 31


24.5.2020 Kerstin Claus kritisiert die EKD und stellt fest, dass die geplante Forschung noch keine Aufarbeitung ist, die Betroffenen helfen könnte. Lediglich im geplanten Betroffenenbeirat der EKD auf Bundesebene ist die Teilnahme Betroffener vorgesehen. Die Empfehlung der EKD für die Landeskirchen in der Gewaltschutzrichtlinie sieht eine Betroffenenbeteiligung nicht vor. Ohne Beteiligung Betroffener wurde bereits entschieden, dass Geldleistungen individuell gezahlt werden sollen. Quelle: Diesseits von Eden, WDR 5, ab min 25    christoph-fleischmann.de


22.5.2020 Film Freistatt


22.5.2020 Missbrauchsopfer der katholischen Kirche in Frankreich können sich bis zum 31.10.2020 bei der Aufklärungskommission melden. Die Frist wurde wegen der Pandemie-Krise um fünf Monate verlängert. Der Bericht soll im Herbst 2021 veröffentlicht werden. Der Kommission gehören 22 Mitglieder an; finanziert wird sie mit 3 bzw. 3.5 Millionen Euro. Bislang erhielt die Kommission 5.000 Anrufe und 1.500 ausgefüllte Fragebogen. Die meisten mutmaßlich Betroffenen sind über 50 Jahre alt, zwei Drittel sind männlich. Über die Hälfte der Fälle geschahen zwischen 1950 und 1970, ein Drittel zwischen 1970 und 1990 und 13,5 Prozent zwischen 1990 und 2019. Quelle: Domradio


21.5.2020 Der Theologe Thomas Hieke erklärt in seinem neuen Buch (Hieke/Konrad Huber: Bibel falsch verstanden), wo die Bibel falsch verstanden wird: „Um eine fundamentalistische Bibelauslegung halten zu können, darf man nicht umblättern, weil man dann andere Texte findet, die das wieder relativieren.“ Quelle: DLF


19.5.2020 Erich Garhammer kommentiert die Unterschrift von Kardinal Müller unter das Schreiben von Carlo Maria Vigano: Kardinal Müller befeuert krude Weltverschwörungstheorien: „Er fügt damit der Kirche immensen Schaden zu, weil in Teilen der Öffentlichkeit seine Position als offizielle Stellungnahme der Kirche wahrgenommen wird. Die Distanzierung von dieser Position kann nicht deutlich genug ausfallen.“ Quelle: theologie-und-kirche.de


18.5.2020 Film: „Die Geheimnisse der Akten“ – erste Einblicke in die Handlungen von Pius XII. während der Hitlerzeit.


18.5.2020 In Polen verweigern weite Teile von Kirche und Justiz echte Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle. Auch in einer von Polens Parlament am 30.8.2019 beschlossenen Gründung einer staatlichen Untersuchungskommission geschah bislang nichts. Die Glaubenskongregation hat erst acht Monate nach einer Anzeige Ende Mai 2019 die Vorwürfe gegen Bischof Jan Szkodoń zu untersuchen begonnen. Quelle: Süddeutsche  


17.5.2020 Nach dem bei YouTube veröffentlichten Film „Das Versteckspiel“ – einem Dokumentarfilm (engl. Untertitel) über Kindesmissbrauch durch katholische Priester in Polen – will der Primas, Erzbischof Polak, die Vorwürfe durch den Vatikan prüfen lassen. In dem Film wird der Bischof Edward Janiak, Kalisz, beschuldigt, nichts gegen einen Priester unternommen zu haben, der Kinder sexuell missbraucht habe. Janiak ist weiterhin Bischof. Die Kurie von Kalisz sagte zur Entlastung Janiaks, die Eltern eines der im Film dargestellten Opfer hätten nicht das richtige Verfahren befolgt.Der Film stammt von Tomasz Sekielski, der bereits 2019 mit dem Film „Sag es niemandem„, der mehr als 23 Millionen mal angeschaut wurde, Aufsehen erregte. Quellen: vaticannews epochtimes


15.5.2020 Über körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt im Jugendheim Pius, Erzbistum München, ist bislang nur wenig bekannt. Quelle: zdf.de


14.5.2020 Bislang gibt es 770 Betroffene sexualisierter Gewalt, die sich bei der evangelischen Kirche gemeldet haben. Der Beauftragtenrat will noch vor der Sommerpause Studien in Auftrag geben, die weniger das Ausmaß von Missbrauch untersuchen, sondern missbrauchsbegünstigende Strukturen untersuchen sollen. Erfasst werden sollen alle kirchlichen Berufsgruppen und neben Missbrauch an Minderjährigen auch Missbrauch von Erwachsenen, Behinderten und anderen Schutzbefohlenen. Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenbeirat der Bundesregierung, kritisiert, dass an der Entscheidung über Entschädigungszahlungen Betroffene nicht beteiligt werden. Die Kommissionen, die über Entschädigungen entscheiden, gehören Mediziner, Psychotherapeuten und Sachverständige an. Quelle: br


14.5.2020 Die Staatsanwaltschaft Freiburg teilt mit, dass sie in 236 kirchlichen Missbrauchsfällen im Erzbistum Freiburg tätig wurde. Bei 139 Fällen gab es keine Ermittlungen, weil die Täter tot sind. 97 Fälle wurden weiterverfolgt: gegen 52 Personen und gegen 11 Unbekannte wurden Ermittlungen eingeleitet. Hinzu kamen 34 Verfahren, die die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe nach Freiburg überwies.

Bereits im Anschluss an die MHG-Studie gab es für 1946 – 2014 190 Fälle. Dabei wurden 50 Verfahren eingestellt (31 verjährte Fälle, 9 Fälle ohne strafrechtlich relevantes Verhalten; 5 Beschuldigte starben, 5 waren bereits verurteilt.) 11 Fälle wurden an andere Staatsanwaltschaften übergeben. Derzeit gibt es noch ein Verfahren. Alle anderen Verfahren im Kontext der MHG-Studie sind abgeschlossen. Quelle: Domradio


13.5.2020 Anselm Neft: Von bösen Mächten wunderbar geborgen. Über den Glauben an Verschwörungstheorien.


13.5.2020 Bislang halten sich die katholischen Bistümer mit konkreten Plänen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche zurück. Das ergab dine dpa-Umfrage unter den sieben Bistümern in Bayern. Quelle: welt.de


11.5.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig fürchtet, dass sich in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie viele von Missbrauch betroffene Kinder keine Hilfe holen können. Der BKA-Präsident Münch berichtete, dass 2019 112 Kinder getötet wurden und mehr als 4000 Kinder misshandelt wurden. 2018 wurden 136 Kinder getötet. Sexuelle Gewalt gegen Kinder stieg um neun Prozent auf 15.936. Mehr als 12.000 Fälle von Herstellung und Verbreitung von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern wurden bekannt. Das ist ein Anstieg von 65 Prozent. Quelle: evangelisch.de   youtube.com   riskid.de


11.5.2020 Generalvikar Pfeffer, Essen, wünscht sich mehr deutliche Worte gegen einen Aufruf von Erzbischof Vigano, Kardinal Müller, dem ehemaligen Bischof von Hongkong und anderen und beklagt, dass sich der Widerspruch in Grenzen halte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte am 10.5.2020 gesagt: „Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands. Allerdings füge ich hinzu, dass sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Deutsche Bischofskonferenz grundlegend von dem gestern veröffentlichten Aufruf unterscheidet.“ Quelle: katholisch.de


11.5.2020 Joachim Frank kommentiert den Aufruf von Erzbischof Vigano, Kardinal Müller, dem ehemaligen Bischof von Hongkong und anderen: „Welche Freiheit ist das, die existenzielle Gefahren leugnet, unkalkulierbare Risiken in Kauf nimmt und sich über die Opfer hinwegsetzt, die bisher schon gebracht wurden? Es ist die Freiheit der Ignoranz. Es ist aber auch die Freiheit, die nach Kants Definition dort endet, wo die Freiheit des anderen beginnt. Schauerlich, dass Kirchenmänner – hochrangige Kirchenmänner – den geistlosen Querdenkern und Verschwörungstheoretikern argumentativ Schützenhilfe leisten.“ Quelle: katholisch.de


9.5.2020 Die EKD will mit übergreifenden Studien zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ab Oktober beginnen. Untersucht werden sollen etwa Täterstrukturen und Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs auf die Biografie Betroffener. Auch eine Metastudie ist geplant. Die Studien sollen im Oktober 2023 abgeschlossen sein. Die Sprecherin des Beauftragtenrats der EKD, Bischöfin Fehrs plädierte dafür, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen solle. Zwischenergebnisse sollen mit dem noch zu bildenden Betroffenenbeirat diskutiert werden. Derzeit laufen die Auswahlgespräche mit Betroffenen. Quelle: evangelisch.de


8.5.2020 Nun werden Verschwörungserzählungen auch von katholischen Bischöfen weitergegeben, von Erzbischof Vigano, Kardinal Müller, dem ehemaligen Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, dem ehemaligen Erzbischof von Riga, Kardinal Janis Pujats. Ob auch Kardinal Sarah das Manifest unterschrieben hat, ist zwischen Vigano und Sarah umstritten. Vordergründig geht es den Autoren um die Bewahrung von Freiheitsrechten, u.a. der Religionsfreiheit in der Pandemie. Sie beschuldigen „fremde Mächte“, „supranationalte Einheiten“, eine „Politik der drastischen Bevölkerungsreduzierung“, und Mächte, die eine Weltregierung schaffen wollen. Auch vor strukturellem Antisemitismus scheuen sie nicht zurück. Immerhin widerspricht ein Generalvikar, Klaus Pfeffer, den katholischen Verschwörungserzählern. Quelle: katholisch.de


8.5.2020 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Weihbischofs der US-amerikanischen Erzdiözese Cincinnati, Joseph Binzer (65) angenommen. Binzer wird vorgeworfen, seinem Vorgesetzten, Erzbischof Dennis Schnurr, Vorwürfe über unangemessenes Verhalten eines Priesters gegenüber Minderjährigen verschwiegen zu haben. Bereits vor Monaten war er als Personalchef suspendiert worden. Gründe für die Annahme des Rücktritts teilt der Vatikan nicht mit. Quellen:  orf   NCR


7.5.2020 Der im Dezember beurlaubte Propst von Duderstadt, Bistum Hildesheim, ist von seinem Amt zurückgetreten. Ein Zusammenhang mit dem laufenden kirchenrechtlichen Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs bestehe nicht. Dem Propst warf eine Frau im November 2019 vor, sie in den 1980er Jahren im Alter zwischen 15 und 18 Jahren missbraucht zu haben. Quelle: katholisch.de


7.5.2020 Die Piusbruderschaft in den USA will sexuellen Missbrauch untersuchen lassen. Betroffene fordert sie auf, sich an einen Priester oder ein sonstiges Mitglied zu wenden. Anlass für die Untersuchung war eine Veröffentlichung der ultrakonservativen Website „Church Militant“, die Missbrauchsfälle bei der Piusbruderschaft öffentlich machte. Die Bruderschaft will einen unabhängigen und ständigen Ausschuss zur Überprüfung von Missbrauch einrichten. Quelle: katholisch.de


7.5.2020 Der Bericht der australischen Königlichen Missbrauchskommission hat die Untersuchungsberichte zum Fall Pell inzwischen freigegeben. Dort wird gesagt, Pell habe in seiner Zeit als Priester und als Weihbischof vom massenhaften Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche gewusst. Spätestens 1973 habe Pell von den Taten Ridsdales gewusst. Er habe dafür gesorgt, dass „Gerede darüber“ vermieden werde.Die Missbrauchskommission geht auch davon aus, dass Pell von Bischof Mulkearns weder vorsätzlich noch unabsichtlich getäuscht wurde. Den Vorwurf eines Neffen von Ridsdale, Pell habe ihm Schweigegeld angeboten, hält die Missbrauchskommission nicht für wahr. Pell bestreitet die Vorwürfe.
Quelle: katholisch.de


6.5.2020 Johann Pock weist darauf hin, dass in der Pandemie wenig von Seelsorge die Rede ist. Sie aber ist das Kerngeschäft der Kirche. „Seelsorge hat hier vor allem mit dem Aufmerksamwerden zu tun, wo jene Menschen sind, die Hilfe brauchen – und eben nicht nur mit dem Warten, dass sich jemand von sich aus rührt und kommt (so wichtig es ist, dass Menschen auch wissen, wohin und an wen sie sich wenden können!). Das Nachfragen ist dabei möglicherweise verbunden mit der Erfahrung der Abweisung; aber dennoch: Seelsorger*in sein heißt hier, sich auszusetzen und auch mit Ablehnung der angebotenen Hilfe zu rechnen.“ Quelle: theocare


5.5.2020 Die katholische Kirche und sexualisierte Gewalt – Die Blockade der Bischöfe. Ein Feature von Gaby Mayr im DLF Kultur.


3.5.2020 Florian Breitmeier kommentiert die gemeinsame Erklärung zur Aufklärung sexueller Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und sieht dabei nicht nur die Kirche, sondern auch den Staat in der Pflicht. Breitmeier weist darauf hin, dass entscheidend sein wird, „ob bei der Aufarbeitung und der geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse der Persönlichkeitsschutz von Tätern und Vertuschern mit Verweis auf das kirchliche Datenschutzgesetz absolut gilt oder nicht“. Quelle: ndr.de


29.4.2020 Daniel Deckers und Thomas Jansen machen darauf aufmerksam, dass die Bischöfe dafür gesorgt haben, dass ihnen in der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle niemand allzusehr hineinredet, denn der Unabhängige Beauftragte für Fragen des Kindesmissbrauchs errörtert mit dem jeweiligen Bischof in einem „Verständigungsprozess“ (2.1.), ob eine bestehende Kommission den Anforderungen genüge. Die Gemeinsame Erklärung gilt nicht für Ordensgemeinschaften. Quelle: faz


29.4.2020 Die Bistümer Aachen, Essen, Hamburg, Köln, Limburg, Mainz, München, Münster und Paderborn haben bereits unabhängige Studien initiiert. Im Bistum Hildesheim wird lediglich der Zeitraum 1957 bis 1982 untersucht. In diesem Zeitraum war Heinrich Maria Janssen Bischof, dem selbst sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde. Im Erzbistum Köln wurde eine Veröffentlichung gestoppt, weil eine „identifizierbare Darstellung der Verantwortlichen“ Rechtsstreitigkeiten zur Folge haben könnte.

Im Bistum Essen wird das Institut nur dem Auftraggeber Namen nennen, nicht jedoch der Öffentlichkeit. Das Bistum wird Verantwortliche für Vertuschung „nach Maßgabe des Rechts zur Verantwortung ziehen.

Im Bistum Mainz hat der Rechtsanwalt Ulrich Weber „im Rahmen des rechtlich Möglichen“ freie Akteneinsicht. Derzeit werden Kriterien dazu erarbeitet. Im Bistum Münster wird eine juristische Absicherung mit Blick auf Persönlichkeitsrecht angestrebt. Man könne nie ausschließen, dass sich jemand gegen eine Veröffentlichung wehren wird, jedoch solle das Risiko einer Klage ausgeschlossen oder minimiert werden. In der Diözese Limburg gibt es eine Art „Wahrheitskommission“. Drei Experten unter Kontrolle der Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller werden dem Bistum Empfehlungen geben, wie es mit Einzelfällen umgehen sollte. Quelle: Domradio


29.4.2020 Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben sich mitschuldig am II. Weltkrieg gemacht, weil sie kein eindeutiges Nein sprachen, sondern weil die meisten Bischöfe den Willen zum Durchhalten stärkten. Das ist das Ergebnis einer kirchlichen Untersuchung zur Rolle der dt. Bischöfe in der Hitlerzeit. Die Untersuchung ist unter dem Titel „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ veröffentlicht. Quelle: orf


29.4.2020 Wir sind Kirche kommentiert die Erklärung zur Missbrauchsaufarbeitung: „Vage Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Schneckentempo“. Quelle: wir-sind-kirche


29.4.2020 Im Bistum Fulda soll in den kommenden Monaten die Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland durch Gegenzeichnung von Bischof Gerber zur Grundlage für die Aufarbeitung werden. Zudem soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die Schritte der Gegenzeichnung und der Umsetzung vorbereitet. Quelle: bistum-fulda


28.4.2020 Die katholische Bischofskonferenz hat nach 18-monatigen Verhandlungen Standards einer unabhängigen Aufarbeitung, die von Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig, dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung unter Mitwirkung Betroffener erarbeitet wurden, zugestimmt. In allen Bistümern sollen Kommissionen gebildet werden, die Betroffene anhören kann, Akteneinsicht bekommen soll und regelmäßig über ihre Arbeit berichten soll. Zusammengesetzt werden sollen die Kommissionen aus Betroffenen, unabhängigen Fachleuten und Kirchenleuten. Kirchenleute dürfen nicht die Mehrheit in den Kommissionen haben. Letztentscheidend für die Besetzung der Kommission ist der Bischof. U.a. haben die Kommissionen die Aufgabe, die Vernetzung Betroffener zu unterstützen. Verpflichtend ist die unabhängige Aufarbeitung jedoch erst, wenn ein Bischof sie für sein Bistum unterschreibt und veröffentlicht. Ein Termin, bis wann die Kommissionen eingerichtet sein müssen, wird nicht genannt. – In der evangelischen Kirche gibt es bislang keine entsprechende Vereinbarung.

Ob auch die Namen von Tätern und Vertuschern genannt werden oder ob deren Veröffentlichung den kirchlichen und staatlichen Datenschutzverordnungen widerspricht, ist der Erklärung nicht zu entnehmen. Quellen: br   Wortlaut der Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland

27.4.2020 Das Erzbistum Hamburg hatte 18 Akten zu mutmaßlichen Missbrauchsfällen an die Staatsanwaltschaften weitergegeben. Inzwischen sind die staatlichen Ermittlungen weitgehend eingestellt. Lediglich in einem Fall prüft die Staatsanwaltschaft noch einen „Teilaspekt“. In den anderen Fällen lag entweder Verjährung vor oder es bestand kein hinreichender Tatverdacht. Quelle: Domradio


27.4.2020 Nun sind die Akten der australischen Königlichen Missbrauchskommission zum Fall des Kardinals Pell freigegeben. Sie waren verschlossen, solange der Prozess gegen Pell noch lief. Pell war vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden, weil ihm keine Taten nachgewiesen werden konnten. Pell wird weiterhin Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen. Vor der Missbrauchskommission hatte Pell eingeräumt, er habe den Unschuldsbeteuerungen beschuldigter Priester geglaubt. Die Veröffentlichung der Akten könne zu neuen Klagen wegen Behinderung der Justiz führen, vermuten Missbrauchsexperten. Quelle: Domradio


27.4.2020 Dem Thema „Glaube und Aberglaube in der Corona-Krise“ widmet sich Gunter Prüller-Jagenteufel. Quelle: theocare.wordpress.com


26.4.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig fordert die katholischen Bischöfe in Deutschland anlässlich der morgigen Sitzung des Ständigen Rates der DBK zu einer entschlossenen und unabhängigen Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in ihren Bistümern auf. Zu den Standards der Aufarbeitung gehöre auch, die Regeln der Veröffentlichung zu Beginn der Aufarbeitung klar und verbindlich festzulegen. Dazu liegt eine gemeinsame Erklärung der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung und der Dt. Bischofskonferenz vor. Christian Weisner, Wir sind Kirche, weist darauf hin, dass die Kirche – wie beim Piusheim im Erzbistum München – immer erst auf Nachfrage und auf Anstoß aus der Politik reagiere, nie von sich aus handle. Quellen: radio-bamberg   Domradio

 

24.4.2020 Der Kirchenhistoriker Hubertus Wolf hat mit seinem Team in den inzwischen freigegebenen Archivbeständen des Vatikans ein bislang vertuschtes Dokument gefunden, das das Wissen von Pius XII. (1939-1958) um die Judenvernichtung belegt. Papst Paul VI. hatte vier jesuitische Professoren beauftragt, alle Akten des Heiligen Stuhls von 1939 bis 1945 durchzuarbeiten und in den elf Bänden der „Actes et Documents“ zu sammeln. Dr. Sascha Hinkel fand ein bislang unbekanntes Dokument, das belegt, dass der Heilige Stuhl Informationen einer jüdischen Organisation über die Ermordung von 500.000 Juden innerhalb eines halben Jahrs in der Ukraine hatte. Diese Informationen wurden von dem ukrainischen katholischen Erzbischof Andrej Szeptyzkyj bestätigt. Kardinal Angela Dell-Acqua wiederum wollte verhindern , dass Papst Pius XII. gegen die Ermordung hunderttausender Juden öffentlich protestierte und stellte die voneinander unabhängigen Zeugnisse von Juden und von dem ukrainischen Erzbischof als unglaubwürdig hin, indem er schrieb, dass man Juden ohnehin nicht trauen könne und auch den orientalischen Katholiken nicht, weil sie zu Lügen und Übertreibungen neigten. Nach Einschätzung Wolfs wurde damit ein Schlüsseldokument gefunden, das eindeutig antisemitisch ist und die Hintergründe aufzeigt, warum Pius XII. nicht öffentlich gegen den Holocaust protestierte. Die elf Bände der „Actes et Documents“ lösen den Zusammenhang auf, in dem die Akten im Archiv liegen. Quelle: Kirche und Leben


23.4.2020 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs fordert eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung der Heimerziehung in der Bundesrepublik und der DDR. Noch immer falle es der Gesellschaft, vor allem auch den Trägern der Heimerziehung in Deutschland schwer, sich ihrer Verantwortung zu stellen. In Heimen waren von 1945 bis Mitte der 79er Jahre ca 800.000 Kinder und Jugendliche untergebracht, 500.000 in der DDR. Die Kommission fordert ein Konzept für Ausgleichszahlungen, das die verhinderten Lebenschancen, Rentenansprüche und Pflege berücksichtigt. Quelle: evangelisch.de


22.4.2020 Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) wollte ursprünglich die Ergebnisse einer internen Erhebung ohne wissenschaftlichen Anspruch zum Ausmaß sexuellen Missbrauchs in Ordenseinrichtungen Anfang 2020 vorlegen. Wegen der Pandemie verzögert sich die Öffentlichmachung. Im Mai 2019 hatte die DOK einstimmig beschlossen, die Zahl der Missbrauchsopfer, die Zahlungen in Anerkennung des Leids zu ermitteln, Personalakten zu durchsuchen, Studien zu Schutzkonzepten und zu Ansprechpartnern zu planen. Die DOK vertritt ca 13 450 Ordensfrauen und 3550 Ordensmänner in fast 1600 Klöstern. Quelle: saarbruecker-zeitung


19.4.2020 Hier berichten Betroffene von ihren Erfahrungen mit Gewalt und Missbrauch im Piusheim, Erzbistum München. Quelle: spiegel.de


18.4.2020 Die italienische Kinderschutzorganisation „Meter“ berichtet, dass Internetaktivitäten im Kontext von Pädokriminalität während des Lockdowns stark zugenommen haben. Der Präsident von Meter, DiNoto sagte, dass allein im März und Anfang April die Datenströme um 40 % angestiegen seien. Quelle: vaticannews.va


17.4.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung vermisst ein „starkes Signal“ von Kardinal Marx angesichts der Vorwürfe von sexuellem Missbrauch, Gewalt und Prostitution im Piusheim. Kardinal Marx wolle eine unabhängige Aufklärung, sagte sein Sprecher Bernhard Kellner. Rörig hingegen sagt, Marx habe kein starkes Signal gesetzt. Er, Rörig, habe gehofft, Marx werde im Vorfeld der Zusammenkunft des Ständigen Rates Ende April 2020 ein klares Signal für die Schaffung unabhängiger diözesaner Aufarbeitungskommissionen setzen. Quelle: Domradio


14.4.2020 Der australische Kardinal Pell rechnet mit neuen Anklagen, weil er „Opfer eines Trends“, den Anklägern zu glauben, sei. Jede Anklage werde als reine Wahrheit angesehen. Das sei ungerecht und unangebracht. Quelle: Domradio

Kommentar: Tatsache ist, dass Kardinal Pell bislang jedes Mal mehr Glauben gefunden hat als einer seiner Ankläger. Bereits 2002 wurde er mangels Beweisen von einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne vom Missbrauchsvorwurf freigesprochen.


12.4.2020 Bischof Wilmer stellt fest, dass durch das Streamen von Eucharistiefeiern eine Engführung des Glaubens sichtbar wird: „Es kann auch nicht sein, dass wir nur auf die Eucharistie fixiert sind! Natürlich ist sie wichtig, aber das Zweite Vatikanische Konzil sagt, der Herr ist nicht nur gegenwärtig in der Eucharistie, sondern auch in den Heiligen Schriften, im Lesen der Bibel, und wir sollten das Wort Jesu ernst nehmen, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Wir können uns zusammensetzen auch über das Internet, auch über die modernen Medien, um dies zu tun.“ Außerdem weist er darauf hin, dass „wir das Eckige, Kantige in unserem Glauben rundgeschliffen haben. Die Wahrheit ist, dass wir Gott in eine Schachtel gepresst haben, eine rote Schleife drumgebunden haben und denken: Wir haben es. So ist er, das ist mein Bild. Und das geht nicht! Auch die Ereignisse jetzt zeigen, das Leben ist unberechenbar und vor allem, Gott bleibt ein Geheimnis.“ Quelle: DLF


12.4.2020 Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Bätzing nennt die Vertuschung kirchlicher Missbrauchsfälle einen „kolossalen Fehler“. Man müsse bedenken, dass die damalige Perspektive ohne das heutige Wissen auskommen musste.“ Aus heutiger Perspektive ist es gar nicht mehr zu begreifen, dass Betroffene nicht gehört und Täter geschützt wurden“, sagte er. Quelle: Domradio

Kommentar: Wenn Kleriker bis vor wenigen Jahren auch nicht die Folgen sexualisierter Gewalt gekannt haben, so hätten sie doch den Paulusbrief an die Korinther*innen (1 Kor 6,9) kennen müssen, in dem Paulus „Knabenschändern“ das Erbe des Reiches Gottes verwehrt. Sie hätten auch die Vorschrift der der Synode von Elvira (Abs. 71), ca 306 n.Chr., kennen können: „Diejenigen [Kleriker], die Jungen sexuell missbrauchen, können auch dann nicht kommunizieren, wenn der Tod naht.“


12.4.2020 Ostersonntag. Jetzt ist die Zeit zu entscheiden, was wichtig ist und was unwichtig ist und zu klären, ob unser Leben auf Sand gebaut ist oder ob es in allen Erfahrungen auf den Gott des Lebens vertrauen kann. Frohe Ostern!


11.4.2020 Der Tübinger katholische Theologe Peter Hünermann, 91, berichtet aus seinem Leben als Theologe. Hervorheben möchte ich nur zwei seiner Beobachtungen: Die Corona-Pandemie konfrontiert eine ganze Gesellschaft mit ihrer Sterblichkeit und mit der Erfahrung, dass entscheidende Dinge nicht in der Hand der Gesellschaft liegen. Diese Erfahrung wird – auch mit künftig zu erwartenden weiteren Pandemien – prägend sein. Dies stellt die Gesellschaft vor Fragen, die in der Moderne neu sind. Aufgabe der Theologie wäre es, diese Grenzerfahrung aufzuarbeiten. (bis min 5) – Hünermann erfuhr bereits in den 40er Jahren des 20. Jhs. von Pädophilie unter Geistlichen (min 10). Quelle: swr.de

10.4.2020 Karfreitag: Bischof Wilmer: Warum leiden?


8.4.2020 Der ehemalige Chorknabe, der gegen Kardinal Pell ausgesagt hat, akzeptiert den Freispruch Pells. Er weist darauf hin, dass dieses Urteil dazu führe, dass viele Sexualdelikte an Kindern ungestraft bleiben. Der Freispruch hat vorausgesetzt, dass die“Gewichtung des Systems“ zugunsten des Angeklagten höher war als die Glaubwürdigkeit des Opfers. In Missbrauchsfällen an Kindern sei es schwierig, die Taten zweifelsfrei nachzuweisen. Quelle: orf


8.4.2020 Die bayerischen Behörden haben schon seit Jahren Hinweise auf möglichen sexuellen Missbrauch in dem ehemaligen katholischen Piusheim in Baiern bei München. Bei der regionalen Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder in Bayern meldeten sich zwischen 2012 und 2018 insgesamt 28 frühere Bewohner des Erziehungsheimes. Der Leiter des Landesjugendamtes, Hans Reinfelder, konnte nicht differenzieren, ob die Meldungen nur das Piusheim oder auch andere Heime betrafen. Auch beim Eckigen Tisch meldeten sich neun mutmaßlich Betroffene oder Zeugen.

Quelle: sueddeutsche.de


8.4.2020 Der Council of woman kommentiert den Freispruch mangels Beweisen von Kardinal Pell: „Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts, erkennen aber gleichzeitig an, dass ein unzureichender Beweis für einen Schuldspruch an sich noch kein Beweis für die Unschuld ist.“ Quelle: voicesoffaith.org


8.4.2020 Burkhard Jürgens stellt im Domradio fest, dass das Oberste Gericht im Fall Pell nicht geprüft hat, ob Pell unschuldig ist, sondern nur, ob ihm die Schuld nachgewiesen werden kann. Ob die kircheninterne Untersuchung durchgeführt wird, ist derzeit unbekannt. Quelle: Domradio


7.4.2020 Nach 18 Jahren haben die katholischen Bischöfe Japans eine Missbrauchsstudie veröffentlicht. Untersucht wurde der Zeitraum von 1950 bis in die 2010er-Jahre. Der Bericht zeige nur die Spitze des Eisbergs, sagte der Erzbischof von Nagasaki. Gezeigt wurde, dass die Bischöfe und Ordensoberen ihre Nachfolger nicht über Missbrauchsfälle informierten. Zudem seien die Akten unvollständig oder fehlten. Die Studie fand 15 Missbrauchsfälle. Sechs Opfer waren weiblich, sieben männlich, bei zwei Opfern ist das Geschlecht unbekannt. Die Opfer waren zwischen 6 und 17 Jahre alt. Sieben der Täter waren japanische Priester, sieben waren ausländische Priester, einer war ein japanischer Missionar. Zwei der Täter wurden suspendiert, acht wurden innerhalb von Japan oder ins Ausland versetzt. Über die weiteren fünf Täter liegen keine Informationen vor. Quelle: katholisch.de


7.4.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, wäre erleichtert, „wenn Kardinal Reinhard Marx für das Erzbistum München-Freising jetzt die Chance ergreift und noch vor Ostern ein starkes Signal pro Aufarbeitung sendet“ zu den Vorgängen im Piusheim in Baiern bei München. Eine unabhängige Aufklärung durch externe Experten und unter Beteiligung von Betroffenen müsse in Gang gesetzt werden. Quelle: katholisch.de  


7.4.2020 Anthony Fischer, Pells Nachfolger als Erzbischof von Sydney, wertete den Freispruch Pells als Sieg für die Kirche. Der Prozess gegen Pell sei eine „Verfolgungsjagd“ gewesen. Zur Erinnerung: Erzbischof Fischer hatte 2008 beim Weltjugendtag Missbrauchsopfern vorgeworfen, sie störten die gute Stimmung des Weltjugendtages. Quelle: Zeit

7.4.2020 Kardinal Pell wurde vom obersten Gericht Australiens vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen freigesprochen. Seine Haftstrafe wurde aufgehoben. Die Entscheidung der sieben Richter war einstimmig.

Pell drohen weitere, zivilrechtliche Klagen wegen Missbrauchs Jugendlicher. Möglich sind auch weitere strafrechtliche Verfahren wegen Meineids und Behinderung der Justiz.
Der Vatikan begrüßte den Freispruch für Kardinal Pell. Die australische Bischofskonferenz gab zu erkennen, dass die Entscheidung des Gerichts von den einen begrüßt wurde und für andere niederschmetternd war. Viele Juristen nahmen die Entscheidung des High Court mit Verwunderung auf. Ben Mathews, Jura-Professor an der Technischen Universität von Queensland, kommentierte: „In dieser Berufung vor dem High Court ging es nicht darum, ob Pell die Straftaten begangen hat. Es ging darum, ob die Mehrheit der (drei) Richter des Berufungsgerichts in Melbourne bei der Zurückweisung von Pells Berufung einen Fehler hinsichtlich der Art der korrekten Rechtsgrundsätze oder ihrer Anwendung gemacht haben.“ Letztlich habe das Gericht den Behauptungen über mangelnde Tatgelegenheit einen höheren technischen Rechtsstatus verliehen als der Aussage des Opfers. Quellen: Domradio  katholisch.de

6.4.2020 In dem im Januar 2018 begonnenen kirchlichen Verfahren gegen einen ehemaligen Pfarrer aus Freisen, Bistum Trier, wurde nun ein vierter Zeuge gehört. Mögliche Zeugen, die zu den Lebensumständen Betroffener etwas mitteilen könnten, haben sich auf ein Anschreiben von 2019 nicht gemeldet. Eine neue Anfrage erfolgte. Der Beschuldigte wird befragt, wenn die Zeugenaussagen vorliegen. Quelle: Saarbrücker Zeitung


5.4.2020 Im Kontext eines Gerichtsprozesses wurden gegen das ehemalige Jugenddorf Piusheim, Baiern bei München, Vorwürfe von massivem sexuellen Missbrauch, Gewalt und Prostitution bekannt. Die Staatsanwaltschaft München II hat Vorermittlungen gegen einen früheren Erzieher und einen damals angehenden Priester aufgenommen. Ob die Angaben belastbar sind, muss sich noch zeigen. Das Erzbistum München-Freising bestätigte, dass ihr seit 2010 neun Verdachtsfälle gemeldet wurden. In zwei Fällen seien Anerkennungszahlungen geleistet worden. In einem Fall sei es um einen namentlich nicht bekannten Priester gegangen. In der Öffentlichkeit bekannt wurde nur ein Fall. Christian Weisner, „Wir sind Kirche“, warf der Kirche vor, noch immer mehr am Schutz der eigenen Institution interessiert zu sein als an der Benennung konkreter Täter und Vertuscher und an der Aufdeckung der Vertuschungsstrukturen. Quellen: merkur.de   br   ARD


3.4.2020 Der Erzbischof der kolumbianischen Erzdiözese Villavicencio, Monsignore Oscar Urbina, hat 19 Ordensmänner suspendiert. Ihnen wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Autor eines Buches über Pädophilie in Kolumbien, Juan Pablo Barrientos, weist darauf hin, dass diese Ordensleute in Italien, in San José des Guaviare in Südostkolumbien und in den Vereinigten Staaten tätig waren. Der Vatikan spricht von 15 suspendierten Priestern. Das ist etwa ein Zehntel des kolumbianischen Klerus. Quelle: elpais


2.4.2020 Das Oberste Gericht Australiens enscheidet am 7.4.2020, ob Kardinal Pell seine Haftstrafe antreten bzw. fortsetzen muss. Inzwischen tauchten neue Missbrauchsvorwürfe gegen Pell auf. Ein 53-Jähriger berichtete dem Sender ABC, Pell habe ihn sexuell missbraucht, als er in einem Waisenhaus in Ballarat war. Im Juni 2019 hatte außerdem ein Mann eine zivilrechtliche Klage gegen Pell eingereicht mit dem Vorwurf, Pell habe in den 80er Jahren als Leiter der Schulabteilung des Bistums Ballarat sexuellen Missbrauch von Schülern durch einen pädophilen Ordensmann vertuscht. Quellen: katholisch.de   vaticannews


1.4.2020 Nur kurz suchte die Katholische Fakultät der Universität Bonn einen Priester, der Exegese des Neuen Testaments lehren sollte. Die Hochschule forderte „einschlägig qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung“ auf. Inzwischen hat sie die Stellenanzeige wieder geändert:-( Quelle: katholisch.de


1.4.2020 Die Bistümer Limburg, Mainz und Fulda werden Entschädigungszahlungen an kirchliche Opfer sexueller Gewalt nicht aus Kirchensteuereinnahmen nehmen.

Quelle: faz