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Presse

2. Quartal 2018

29.6.2018 Nicht wenige Flüchtlinge sind traumatisiert durch Krieg, Hunger, Gewalt im Herkunftsland und auf der Flucht, sexuelle Gewalt inbegriffen. Die neuen Beschlüsse des EU-Gipfels werden von Hilfsorganisationen scharf kritisiert. Pro-Asyl spricht von einem “Gipfel der Inhumanität”. Quelle: Domradio


29.6.2018 Der frühere Bischof von Orleans Andre Fort soll von einem Missbrauchsfall gewusst haben, diesen aber nicht der Justiz gemeldet haben. Nun muss er sich wegen Nichtanzeigens eines Missbrauchsfalls vor Gericht verantworten. Quelle: katholisch.de


29.6.2018 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, sagt anlässlich des öffentlichen Hearings der Missbrauchskommission: “Es ist schon traurig, dass wir acht Jahre, nachdem wir diese Bombe in der Öffentlichkeit erlebt haben, oder es war von Missbrauchs-Tsunami die Rede, immer noch am Anfang stehen. Aber so ist es. Wir sind mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Rahmen der katholischen Kirche, für die ich sprechen kann, immer noch am Anfang.” Quelle: deutschlandfunk  dlf   twitter.com/hashtag/geschichtendiez%C3%A4hlen


29.6.2018 Klaus Kurz war von 1965 bis 1978 im Kinderheim „Hänsel und Gretel“, Oberammergau. Das Kinderheim wurde von den Niederbronner Schwestern geleitet. Als Kurz sieben Jahre alt war, begann der Missbrauch durch einen Priester („Onkel Herrmann“). Mit zehn Jahren wurde er von einem chilenischen Gastpriester erstmals vergewaltigt. Die Vergewaltigungen dauerten wochenlang an. Auch eine Nonne habe sich an dem Kind vergangen, berichtet Kurz bei einem Hearing der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Quelle: welt.de


29.6.2018 Australien verpflichtet Priester, Missbrauchsfälle anzuzeigen, die ihnen in der Beichte anvertraut werden. Mehrere Bundesstaaten haben dazu Gesetze beschlossen. Die Kirche lehnt die Gesetze ab. Quelle: domradio.de


28.6.2018 Papst Franziskus hat den Rücktritt von zwei weiteren chilenischen Bischöfen angenommen: Vom Bischof von Rancagua, Alejandro Goic Karmelic, und von dem Bischof von Talca, Horacio Valenzuela Abarca. Goic wurde kritisiert, weil er – als Vorsitzender des kirchlichen “Nationalen Rates zur Prävention von Kindesmissbrauch”! – keine Maßnahmen gegen eine Priestervereinigung ergriffen hat, deren überwiegende Anzahl an Mitgliedern Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern konsumierte. Horacio Valenzuela Abarca gilt als Vertrauter von Karadima. Quelle: katholisch.de


28.6.2018 Interview mit Sabine Andresen: “Kirchen werden dem eigenen Anspruch im Umgang mit Betroffenen immer noch nicht gerecht.” Andresen sagte, die Kirchen seien mitverantwortlich dafür, dass das tatsächliche Ausmaß bis heute nicht bekannt sei. Die Kirche hätten “alles dafür getan”, dass sich Betroffene nicht bei ihnen melden. Andresen forderte die Kirchen auf, auf Betroffene zuzugehen und je eine zentrale Anlaufstelle einzurichten. Es fehle weiterhin an Transparenz und an einer menschlichen Haltung im Umgang mit Betroffenen. Aus einer Studie für die Aufarbeitungskommission geht hervor, dass die Hälfte der evangelischen Betroffenen und ein Drittel der Katholiken nicht an kirchliche Stellen herangetreten sind. Von denen, die sich an die Kirche gewandt haben, berichteten sämtliche evangelischen Betroffenen von negativen Erfahrungen. Von den Katholiken gab ein Fünftel an, auf Verständnis gestoßen zu sein. Quelle: zeit  evangelisch.de


28.6.2018 In Irland rufen Internetnutzer dazu auf, eine Messe von Papst Franziskus zu boykottieren. Sie wollen damit gegen die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche protestieren. Quelle: orf


28.6.2018 Hier gehts zum  Bericht von Marlene Kowalski: Fallanalyse Sexueller Kindesmissbrauch im Kontext der evangelischen und katholischen Kirche


28.6.2018 Berichte von Opfern aus der öffentlichen Anhörung der Missbrauchskommission – Triggergefahr. Quellen: zeit.de  welt.de   


27.6.2018 Florian Breitmeier berichtet vom öffentlichen Hearing zum Thema “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs” und sagt, die Kirchen stünden erst am Anfang. Opfer forderten beim Hearing, dass die EKD eine zentrale, unabhängige Aufklärungsstelle brauche. In der katholischen Kirche fehle es noch immer an einer theologischen Reflexion im Blick z.B. auf das Priesterbild oder das Thema Vergebung. Opfer forderten auch eine Neuordnung des Opferentschädigungsgesetzes und Entfristung der Stelle des Missbrauchsbeauftragten. Seitens der Politik fehlt noch immer eine Studie – wie sie u.a. in Australien durchgeführt wurde. Quelle: NDR


27.6.2018 Das Fazit des öffentlichen Hearings zum Thema “Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs”. Betroffene schildern ihr Leid, Experten teilen ihre Analyse-Ergebnisse mit. Die lassen sich so zusammenfassen: Es feh den kirchlichen Verantwortlichen an der Bereitschaft zum Zuhören, an der Empathie. Der Sozialpsychologe Keupp sagt, von Verantwortung der Kirchen habe er wenig mitbekommen. Beiden Großkirchen ginge es um die Bewahrung der glänzenden Fassade. Opfer würden sogar noch zu Tätern gemacht, wenn führende Kirchenvertreter Missbrauchsvorwürfe als Teil einer Kampagne bezeichneten. Keupp sprach von einem „ausgeprägten institutionellen Narzissmus“.
 „In der evangelischen Kirche machte kein einziger Betroffener eine positive Erfahrung“, sagte die Erziehungswissenschaftlerin Marlene Kowalski. „Aber auch bei der katholischen Kirche stießen sie auf nur wenig Empathie.“ Als „besonders beschämend“ empfindet es die Expertin, dass die Täter nur geringe berufliche Folgen hätten ertragen müssen. Quelle: tagesspiegel.de  swr.de – Videobericht  katholisch.de  Interview mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz


27.6.2018 Den Kirchen in Deutschland fällt es nach Einschätzung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs weiterhin schwer, offensiv mit ihrer Schuld umzugehen. Es habe zwar sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche „eine Reihe von einzelnen Aufarbeitungsprojekten gegeben“, sagte die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. Diese seien aber „meistens angestoßen worden durch Betroffene und durch den öffentlichen Druck“. Betroffene hätten oftmals den Eindruck, dass die Kirchen ihnen ihnen „nicht auf Augenhöhe“ begegneten, kritisierte die Vizevorsitzende des Deutschen Kinderschutzbunds. „Sie werden häufig als Bittsteller angesehen – und sie brauchen sehr lange, bis sie in einzelnen Fällen überhaupt auf eine Meldung, auf ein Schreiben eine Antwort erhalten.“ Quelle: evangelisch.de


27.6.2018 Der Vatikan hat bisher mehr als zehn Anzeigen gegen Ordensträger der Kirche in Paraguay wegen sexuellen Missbrauchs ignoriert. Fragen von Mitgliedern der Katholischen Universität in Asunción wurden nicht beantwortet. Sie sind der Ansicht, dass die Angeklagten von Mitgliedern der praguayischen Bischofskonferenz (CEP) unter Bischof Edmundo Valenzuela geschützt werden. Quelle: wochenblatt.cc


27.6.2018 Matthias Katsch von der Opferinitiative “Eckiger Tisch” sagt, die katholische Kirche habe in der Prävention sexuellen Missbrauchs viel erreicht, übernehme jedoch weiterhin viel zu wenig Verantwortung für vergangenes Unrecht. Bislang sei kein einziger Bischof oder Ordensoberer zur Verantwortung gezogen worden und es habe keine wirkliche Auseinandersetzung mit den Opfen gegeben.
Auch die evangelische Kirche sei im Windschatten der katholischen Kirche gesegelt und habe durch ihre dezentrale Organisation erreicht, dass viele Verfahren nicht öffentlich wurden.
Heute beginnt ein öffentliches Hearing in Berlin , an dem die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs und Bischof Ackermann teilnehmen. Quellen: kathpress  domradio


26.6.2018  Dokumentarfilm über Erfahrungen aus einem evangelischen Kinderheim in Hessen: Kinder wurden durch Medikamente ruhig gestellt. Betroffene berichten: “Wenn das Kinderheim zur Versuchsanstalt wird” Quellen : hr-fernsehen.de  hessenschau.de


23.6.2018 Der frühere Vatikandiplomat Monsignore Carlo C. wurde zu fünf Jahren Haft und der Zahlung von 5.000 € verurteilt. Er hat gestanden, Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern konsumiert und verbreitet zu haben. US-Behörden hatten den Heiligen Stuhl um die Aufhebung der diplomatischen Immunität gebeten, der Beschuldigte wurde jedoch im August 2017 in den Vatikan zurückgerufen. Quelle: orf


22.6.2018 Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana hat eine einwöchige internationale Konferenz zum Einfluss kultureller Unterschiede im Kampf gegen Missbrauch abgehalten. Besonders wichtig war Hans Zollner der Hinweis auf die vom Internet geschaffene Kultur. Tim Brennan, Herz-Jesu-Missionar, zuständig für Kinderschutz in der kath. Kirche Australiens mahnte, stets miteinander und voneinander zu lernen, um Missbrauchsopfern besser und sensibler antworten zu können und Kinder, junge Menschen und verletzliche Erwachsene vor Missbrauch zu schützen. Quelle: katholisch.de


21.6.2018 Charles Scicluna, Bischof aus Malta, der mit der Untersuchung des Missbrauchsskandals in Chile beauftragt wurde, hat dem Papst den 2.300 Seiten langen Bericht vorgelegt. Die Konsequenzen daraus sind noch unklar. Scicluna und der Priester Jordi Bertomeu riefen zur Entschädigung der Opfer auf, zogen aber ihr Angebot der ökonomischen Entschädigung von Seiten der Kirche einige Stunden später wieder zurück. Quelle: amerika21.de


20.6.2018 Der Papst hat Kardinal Theodore McCarrick suspendiert, bis die kirchenrechtlichen Untersuchungen abgeschlossen sind. Das Erzbistum New York hält die Missbrauchsvorwürfe gegen den Kardinal für glaubwürdig und begründet. Die Missbrauchstaten sollen zu Beginn der 1970er Jahre stattgefunden haben, als McCarrick Diözesanpriester in New York war. McCarrick kann sich nicht erinnern und glaubt an seine Unschuld. Das Erzbistum Newark und das Bistum Metuchen berichtete, dass es dort nie einen Hinweis auf Kindesmissbrauch gegeben habe. McCarrick wurde jedoch vor Jahrzehnten mit drei Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens mit Erwachsenen konfrontiert. Zwei der Fälle wurden mit Vergleichen abgeschlossen. Quelle: katholisch.de


20.6.2018 Heute ist Weltflüchtlingstag. Pro Asyl beschreibt, dass Europa die Verantwortung für den Flüchtlingsschutz abwälzt.Quelle: Pro Asyl


20.6.2018 Den Opfern müsse Gerechtigkeit widerfahren „für das Wohl des Landes wie auch der Kirche“. Gehör für die Anklagen von Betroffenen müsse das „Leitprinzip“ der kirchlichen Strafverfolgung von Missbrauch sein. Das sagte Erzbischof Scicluna am Ende seiner Reise nach Chile. Er stellte außerdem eine vom Vatikan geführte Kontaktstelle für Opfer und Zeugen vor, die ab sofort per E-Mail und Telefon erreichbar sein soll.
Die Staatsanwaltschaft von Santiago de Chile befragte Scicluna als Zeuge zu Missbrauchsfällen. Es ging um Anzeigen wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen in Schulen der Maristen und der Marianisten. Unter ihnen sollen 25 Verdächtige sein, die von ca 30 mutmaßlichen Opfern angezeigt wurden. Quelle: orf  orf


18.6.2018 Der jüngere Bruder des chilenischen Missbrauchstäter Fernando Karadima, Oscar Karadima, berichtete, die ganze Familie sei ein “Opfer von Machtmissbrauch” durch Fernando Karadima. Er, Oscar Karadima habe nie mit seinem Bruder über die sexuellen Vergehen gesprochen, weil die Angehörigen Angst vor Fernando K. hatten. Oscar Karadima wünschte, dass sein Bruder seine “Seele retten und um Vergebung bitten” solle, er glaube jedoch nicht, dass er das tun werde. Vielmehr sei Fernando Karadima von seiner Unschuld überzeugt.
Oscar Karadima berichtete auch, dass nach der Veröffentlichung der Missbrauchsfälle niemand von der Kirche zu seiner Familie gekommen sei, um zu erfahren, wie es der Familie des Täters gehe. Quellen: Domradio  cruxnow 


18.6.2018 In Chile hat der Apostolische Administrator des Bistums Osorno, P. Jorge Concha Cayuqueodie, vor einem “Gottesdienst der Versöhnung” gesagt, er sei glücklich, damit beginnen zu können, den Menschen aus den christlichen Gemeinden anzuhören. Scicluna, der vatikanische Sondergesandte, bat die Menschen in den christlichen Gemeinden um Vergebung. Quellen: kathpress  orf   katholisch.de


16.6.2018 Die Southern Baptists, die größte protestantische Konfession der USA, räumt mit sexuellem Missbrauch in ihrer Glaubensgemeinschaft auf. Ein Video über eine Aussage des langjährigen Präsidenten der 15 Millionen BaptistInnen, Paige Patterson, war öffentlich geworden. Dort riet er einer misshandelten Frau, zu ihrem Mann zurückzukehren und ihm zu verzeihen. Zahlreiche andere sexistische Äußerungen wurden öffentlich. 3.300 Frauen forderten daraufhin den Rücktritt von Patterson, der auch erfolgte. Inzwischen ist eine Grundsatzdebatte über moralische Werte und die Rolle der Frau in Kirche und Familie entbrannt. Die Reformbewegung wird von Jüngeren und von Frauen getragen. Quelle: domradio.de


15.6.2018 Papst Franziskus kritisiert die Ausbeutung und Missachtung von Frauen als “Sünde gegen den Schöpfergott”. Sie sei in der heutigen Wegwerfkultur überall zu finaden, “auch vor unserer Haustür”.Quelle: domradio.de


Kommentar: Ob sie auch im Haus der Kirche zu finden sei, erwähnte der Papst nicht.

15.6.2018 Wolfgang Treitler, Professor für Fundamentaltheologie an der Uni Wien, wurde als Schüler auf einem katholischen Stifts-Internat missbraucht. Er sieht die katholische Kirche auf einem guten Weg im Umgang mit Missbrauchsfällen. Quelle: vaticannews.va


15.6.2018 Der österreichische Bischof Alois Schwarz soll u.a. den Missbrauch eines Heimkindes durch einen Diakon gedeckt haben. Das von der Kirche anerkannte Opfer berichtet (Triggergefahr!) Quellen: kaernten.orf.at 


15.6.2018 Die staatliche Justiz in Chile will den Vatikan um Amtshilfe im chilenischen Missbrauchsskandal bitten. Quelle: kath.de


14.6.2018 Im Bundesstaat Südaustralien sind Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter und katholische Priester verpflichtet, alle Fälle sexuellen Missbrauchs zu melden, auch wenn sie davon bei der Beichte erfahren. Wenn sie sich weigern, müssen sie ab Oktober mit einer Geldstrafe bis zu 10.000 australische Dollar rechnen. Die katholische Kirche von Südaustralien werde die Folgen des neuen Gesetzes prüfen, teilte sie nun mit. Der Erzbischof von Adelaide, Greg O’Kelly, sagte, die Kirche habe „von dieser Änderung bis heute nichts gewusst“, die Konsequenzen würden jetzt durchdacht. In Australien wurden Zehntausende Kinder zwischen 1960 und 2015 sexuell missbraucht. Unter den kath. Priestern betätigten sich 7 % als Täter. Quelle: orf
Kommentar: Dass der Erzbischof von Adelaide bislang nichts von dieser Änderung wusste, bedeutet, dass er weder die Ergebnisse der Königlichen Australischen Untersuchungskommission gelesen hat, noch die öffentliche Diskussion mitbekommen hat, die selbst in Deutschland bekannt ist. Greg O’Kelly wurde am 3.6.2018 zum Administrator von Adelaide ernannt, weil der wegen Vertuschung von Missbrauchsfällen verurteilte Erzbischof Wilson sein Amt ruhen lässt. Bislang war O’Kelly Bischof von Port Pirie, Australien.


14.6.2018 Die chilenische Polizei hat wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs Archive der katholischen Kirche in Santiago und Rancagua durchsucht. Dabei wurden Akten beschlagnahmt von kirchenrechtlichen Verfahren seit 2007. Das Bistum Rancagua sei darüber hinaus aufgefordert worden, Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die bis ins Jahr 2003 zurückreichen. Der Nuntius Ivo Scapolo hat die Herausgabe der Akten zunächst verweigert und sich auf das nach wie vor gültige päpstliche Geheimnis (secretum pontificium) berufen. Daraufhin wurde die Beschlagnahmung angeordnet, die nach Ansicht von Rechtsexperten nur dann geschieht, wenn die Behörden annehmen, dass Unterlagen beseitigt werden sollen. Scicluna hingegen sagte den Behörden seine Unterstützung zu und begründete die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden mit dem Schutz von Minderjährigen, dem alles unterzuordnen sei.
Staatsanwalt Emiliano Arias sprach von einem “Meilenstein”, da bisher zivile Behörden nicht gegen Kirchenvertreter vorgegangen seien. In Chile gab es seit 2000 ca 80 Priester, die den Behörden wegen Verdachts auf Missbrauch gemeldet wurden.
Scicluna kündigte ein Treffen mit der Staatsanwaltschaft und die Einrichtung einer direkt dem Vatikan unterstellte Meldestelle an. Die Anlaufstelle soll in der Gemeinde Providencia im Großraum der Hauptstadt entstehen. Quelle: Spiegel.de  domradio  katholisch.de 


13.6.2018  Entbindungsheime: Die gefallenen Mädchen – Sie waren nicht verheiratet und wurden schwanger. Sie versteckten sich in Mütterheimen und gaben ihr Kind nach der Geburt weg. Manche taten es freiwillig, andere nicht. Von Nadine Ahr und Christiane Hawranek.

Quelle: zeit.de

13.6.2018 Der Vatikan berichtet, dass alle Mitglieder des Kardinalrates mit Ausnahme von Kardinal Pell an dem Treffen teilgenommen haben. Kardinal Francisco Javier Errazuriz ist Mitglied des Kardinalrates und nahm an der Sitzung teil, bleibt also Mitglied des K9-Rates. Errazuriz hatte eingeräumt, dass er die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch Karadima um 5 Jahre verzögert hat.Quelle: catholicculture.org


13.6.2018  Horst Hohmann über bischöflichen Amtsmissbrauch in Chile: “und keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus.” Und nicht nur Urs Noti fragt: “Warum feuert der Papst diesen Nuntius nicht?” Gemeint ist Ivo Scapolo, Chile.


13.6.2018 Charles Scicluna, Sonderermittler des Vatikans in Chile, soll zusammen mit Jordi Bertomeu Missbrauchsopfer befragen und die chilenischen Diözesen im Umgang mit neuen Missbrauchsklagen anleiten. Sie treffen heute mit Kirchenrechtsexperten der chilenischen Diözesen zusammen. Quelle: orf


12.6.2018 Bischof Gonzalo Duarte, Valparaiso, Chile, wurde bereits 2008 von einem Priester des sexuellen, des Gewissens- und des Machtmissbrauchs beim Nuntius Ivo Scapolo angeklagt. Der Priester sagte, er habe nie eine Antwort erhalten. Quelle: whispersintheloggia.blogspot.com

11.6.2018 Ein Pfarrer der evangelischen Badischen Landeskirche soll sich vor 10 Jahren mehrfach an einem Kind sexuell vergangen haben. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt. Quelle: swr


11.6.2018 Der Papst hat laut orf den Rücktritt von 8 chilenischen Bischöfen angenommen: Vier von ihnen sind über 75 Jahre (Erzbischof Kardinal Ricardo Ezzati (76) Santiago, Erzbischof Cristian Caro (76; Rücktritt aus Altersgründen); Puerto Montt, Bischof Gonzalo Duarte von Valparaiso, (76, altersbedingter Rücktritt;  er wird selbst des sexuellen Missbrauchs beschuldigt) und Bischof Alejandro Goic (78; Rancagua), bis Ende Mai Missbrauchsbeauftragter der chilenischen Bischofskonferenz.. Vier sind Bischöfe aus der “Pia Union Secardotal” des Missbrauchsgeistlichen Fernando Karadima: Bischof Juan Barros (62; Osorno), Bischof Horacio Valenzuela (65; Talca), Bischof Tomislav Koljatic (63; Linares) sowie Weihbischof Andres Arteaga (59; Santiago). Andere Medien, z.B. vaticannews und domradio.de, schreiben von drei angenommenen Rücktritten: Barros, Caro und Duarte. (Barros wurde also nicht entlassen und sanktioniert, sein Rücktrittsgesuch wurde angenommen. D.i. ein Unterschied.)


9.6.2018 Der Prozess gegen einen früheren päpstlichen Diplomaten beginnt am 22.6. Dem 50-Jährigen wird Besitz und Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern vorgeworfen. Gegen den Geistlichen liegt ein Haftbefehl in Kanada vor. Die Verhandlung findet vor dem  vatikanischen Gericht statt, weil die Taten begangen wurden, als der Beschuldigte Amtsträger des Heiligen Stuhls war. Quelle: katholisch.de


8.6.2018 In Australien werden demnächst katholische Priester vom Gesetz verpflichtet, in Missbrauchsfällen das Beichtgeheimnis zu brechen. Das Nichtanzeigen von sexuellem Kindesmissbrauch in Institutionen wird zu einem strafrechtlich relevanten Vergehen gemacht. Dies gilt auch für Informationen, die im Beichtgespräch gegeben wurden. Die Australische Bischofskonferenz hat die Verpflichtung zurückgewiesen. Quelle: katholisch.de


7.6.2018 US-amerikanische Diözesen und religiöse Institute zahlten zwischen 2014 und 2017 insgesamt 642.975.667 US-Dollar als Entschädigungen für sexuellen Missbrauch durch Kleriker.  Seit 2007/8 wurden 2.744.881.843 US-Dollar gezahlt. Insgesamt zahlten die US-amerikanischen Bistümer seit 2004 3.387.857.500 US-Dollar, also ca 2,869 Mrd. Euro. Zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 gab es 695 neue Vorwürfe mit 654 mutmaßlichen Opfern, über 80 % männlich. Die meisten Vorwürfe betrafen die Zeit vor 1980. Quellen: catholicculture.org  katholisch.de 8.6.2018 s. auch Bericht der US-Bischofskonferenz über Kinder- und Jugendschutz


7.6.2018 Der anglikanische Bischof Peter Ball wurde 2015 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte zugegeben, dass er zwischen den 1970er und 1990er Jahren gegenüber 18 Minderjährigen oder jungen Menschen übergriffig geworden war. Er wurde zu 32 Monaten Haft verurteilt und kam nach 16 Monaten im Februar 2017 frei. Ein 2017 veröffentlichter unabhängiger Bericht zeigte, dass Ball vom damaligen Primas der anglikanischen Kirche, Carey, gedeckt worden war.
Prinz Charles, der Ball als loyalen Freund bezeichnete, sagte, er habe nichts von den Übergriffen gewusst. Nun soll Prinz Charles vor einem Untersuchungsausschuss aussagen. Quelle: religion.orf.at   katholisch.de


7.6.2018 In Genf wurde die multinationale Initiative End Clergy Abuse (ECA) gegründet. Die Gruppe fordert den Papst auf, das Tribunal gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuschen, einzurichten.
Die Forderungen der Initiative: Die kath. Kirche soll rechenschaftspflichtig sein und Daten bereitstellen. Die öffentliche Meinung soll durch gerichtliche und legislative Maßnahmen mobilisiert werden, um klerikalen Missbrauch zu beenden und die Opfer zu schützen. Opfer sollen unterstützt und gestärkt werden durch ECA und andere Organisationen. ECA will mit Organisationen kooperieren, die sexuellen klerikalen Missbrauch untersuchen. Quelle: cruxnow.com


7.6.2018 Die evangelische Brüdergemeinde Korntal und ihre Diakonie haben die Opfer von Gewalt und Missbrauch in ihren Kinderheimen von den 1950er bis 1980er Jahren um Vergebung gebeten. Die beiden unabhängigen AufklärerInnen – die ehemalige Amtsrichterin Brigitte Baums-Stammberger (Birresborn/Eifel) und der Marburger Erziehungswissenschaftler Prof. Benno Hafeneger – legten heute ihren 400-Seiten-Bericht vor. Die Aufklärer führten Gespräche mit 105 ehemaligen Heimkindern. 93 berichten von körperlicher Gewalt, zwei Drittel von ihnen sprechen von regelmäßiger, mehrmals wöchentlicher oder täglicher Gewalt. 85 Opfer sprechen von seelischer Gewalt, 61 von sexueller Gewalt. Die sexuellen Übergriffe gingen von Mitarbeitern, aber auch von älteren Heimkindern aus. 81 Täter unter den Mitarbeitern wurden benannt, darunter acht Intensivtäter, die mehr als 10 Minderjährige gewalttätig behandelten. Quellen: idea.de  schwaebische.de  sueddeutsche.de 


.6.2018 Der chilenische Bischof Barros, dem Vertuschung von sexuellem Missbrauch vorgeworfen wird, ist bereit, mit dem Vatikan zusammenzuarbeiten. Quelle: katholisch.de


6.6.2018 2017 wurden nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg 1.637 Kinder Opfer von Misshandlungen und sexuellem Missbrauch. Der sexuelle Missbrauch stellte mit 1334 Fällen (2016: 1393) den größten Teil dar. 303 Kinder wurden misshandelt, neun dabei schwer verletzt (2016: 21). Beim Besitz und der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern gab es 624 Fälle (2016: 703). Quelle: swr


6.6.2018 Die vatikanische Ordenskongregation hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach der peruanische Laienkatholik und mutmaßliche Missbrauchstäter Luis Fernando Figari, Gründer der Gemeinschaft „Sodalitium Christianae Vitae” in Rom „geschützt oder versteckt“ werde. Quelle: vaticannews.va


5.6.2018 Inés San Martín schildert die Situation der katholischen Kirche in Chile und fragt, was es bedeutet, eine “prophetische Kirche” zu sein. Quelle: cruxnow.com   cruxnow.com


5.6.2018 Gewalt gegen Minderjährige nimmt weiter zu. 2017 wurden 4247 (2016: 4237) Kinder schwer misshandelt. 1830 davon waren jünger als sechs Jahre. 143 Kinder (2016: 133) wurden getötet. 13.539 Kinder wurden Opfer von Vergewaltigungen und anderer sexueller Gewalt. 16.317 Fälle des Besitzes und der Verbreitung von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern wurden der Polizei bekannt. Die Internet Watch Foundation (IWF) fand mehr als 80.000 Internetseiten mit Abbildungen von Kindesmissbrauch. Gegenüber 2016 ist das eine Steigerung von 35 %.  Jede dritte Seite zeigt schwere Verbrechen: Folter und Vergewaltigungen. 55 Prozent der Kinder sind jünger als zehn Jahre, 85 Prozent sind Mädchen.
Die MiKADO-Studie berichtet, dass jeder Dritte befragte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren mindestens eine Erfährung von sexueller Online-Annäherung machte. Fünf Prozent der Internetnutzer geben zu, sich im Internet Kindern und Jugendlichen sexuell zu nähern. 40 % der befragten Jugendlichen wurden bereits als Kinder erstmals mit Online-Darstellungen sexueller Ausbeutung konfrontiert. 47 % der Befragten gaben an, Darstellungen sexueller Ausbeutung mindestens einmal von einem Erwachsenen erhalten zu haben. Bei erzwungenen sexuellen Handlungen Minderjähriger live vor Webcams, die dann gespeichert und verbreitet werden, waren 98 % der Kinder jünger als 14 Jahre und 96 % Mädchen. Quelle: tagesschau  tag24.de  rtlnext.rtl.de


5.6.2018 Burkhard Jürgens macht in seinem Kommentar bemerkenswerte Beobachtungen: Der Papst spricht im Umgang mit den Missbrauchsfällen nicht von Moral, sondern von Macht und nennt die Ursünde der Kirche: Ausgrenzung und Elitenbildung. Er verweist darauf, dass die Kirche ein Raum sein müsse, in dem man “Kritik und Hinterfragen nicht mit Verrat verwechselt”. Ein “Hauptversagen nennt es der Papst, den Opfern so lange kein Gehör geschenkt zu haben. Papst Benedikt hatte auf die kirchliche Führungselite – und damit auf eine Reform von oben nach unten – gesetzt. Franziskus hingegen meint, die Erneuerung der kirchlichen Hierarchie für sich bringe nicht den Wandel, nötig sei eine aktive Teilhabe aller Getauften. Quellen: kath.ch und vaticannews.va 7.6.2018
Kommentar: Erinnert sei an das sog. Päpstliche Geheimnis.  


5.6.2018 In Braunschweig findet die Woche der Wahrheit statt. Wolfgang Beck, Juniorprofessor an der Hochschule St. Georgen, Frankfurt, bewertet positiv, dass im Bistum Hildesheim erkannt wurde, dass externe Beratung nötig ist. Er sehe jedoch derzeit die Tendenz, den Tätern die alleinige Verantwortung zu übergeben und sich als Institution zu distanzieren. Zudem handele es sich bei kirchlichen Institutionen oft um intransparente Männerbünde mit vielen Abhängigkeiten und Gefälligkeiten. Die Frage, wie “wir” dahin kommen könnten, die Interessen der Betroffenen zu schützen, blieb nicht nur aus Zeitgründen unbeantwortet.  Quelle: woche-der-wahrheit.de


3.6.2018 Papst Franziskus hat für das Erzbistum Adelaide, Australien, den Apostolischen Administrator Bischof Gregory O’Kelly (76) von Port Pirie geschickt, der das Bistum verwalten soll. Der Erzbischof Wilson lässt sein Amt ruhen, um die Begründung eines Urteils zu prüfen. Er wurde für schuldig befunden, in den 1970er-Jahren als Priester den Missbrauch an Jungen durch einen Geistlichen nicht bei der Polizei angezeigt zu haben.Die Anwälte Wilsons hatten argumentiert, dass in den 1970er-Jahren sexueller Missbrauch nicht als anzeigewürdiges schweres Verbrechen angesehen worden sei. Quelle: domradio.de  vaticannews.va  katholisch.de 5.6.2018


3.6.2018 Die sieben chilenischen Priester, die beim Papst zu Gast waren und von denen 5 Missbrauchsüberlebende sind, sind mit den Gesprächen mit dem Papst zufrieden. In den Gesprächen sei es um Trost und Heilung von Wunden gegangen. Der Papst wollte durch die Gespräche die Wirklichkeit eines Teils der chilenischen Gläubigen und Kleriker besser verstehen und den “inneren Zusammenbruch der kirchlichen Gemeinschaft” in Chile beheben. Zwei Sprecher der Gruppe betonten, dass es einen tiefgreifenden Wandel in der Kirche geben müsse. Zu wenig bewusst sei, dass “normale Gläubige” seit dem 2. Vatikanischen Konzil aufgefordert seien, Priestern und Bischöfen auch Kritisches zu sagen. Quelle: katholisch.de


2.6.2018 Der Papst feiert mit fünf Priestern zu Beginn seines Treffens mit ihnen Eucharistie. Diese chilenischen Priester sind Missbrauchsüberlebende.
Quelle: vaticannews.va
Kommentar: Damit fällt ein Licht auf eine Opfergruppe, die bislang höchst selten in den Blick kam: Katholische Priester. Über sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern durch Priester wurde die Kongregation für die Ordensberufe bereits 1995 informiert. Der Bericht wurde unter Verschluss gehalten. 2001 gingen Berichte durch die Presse. Seither ist der Missbrauch von Ordensschwestern kein Thema mehr. Auch das Buch des Kirchenhistorikers Hubert Wolf, Die Nonnen von Sant’Ambrogio, hat am kirchlichen Desinteresse nichts geändert. Wolf beschreibt in diesem Buch sehr detailliert ein ganzes Missbrauchssystem.


2.6.2018 Die Bischofskonferenz der USA veröffentlicht ihren 17. Rechenschaftsbericht. Die Anzahl der Vorwürfe ist deutlich zurückgegangen, zugleich gebe es besorgniserregende Anzeichen für zunehmende Selbstzufriedenheit.Quelle: Bericht der US-Bischofskonferenz über Kinder- und Jugendschutz J


1.6.2018 Hans Zollner sagt, die Frage des sexuellen Missbrauchs habe mit der Frage zu tun: “Wer sind wir als Kirche?”. Quelle: cruxnow.com


1.6.2018 Der Papst hat den Gläubigen in Chile einen Brief geschrieben, in dem er betonte, dass die “Kultur des Missbrauchs” und das “System der Vertuschung” nur durch die Mitarbeit aller beseitigt werden könnten. Er forderte erneuerte Formen der Teilhabe, wenn die Kirche synodaler und prophetischer werden solle. Franziskus schreibt, dass die Bildung kleiner Eliten und theologische und spirituelle Engführungen für die “Verödung und Pervertierung” der Kirche verantwortlichen seien. Er wandte sich gegen Klerikalismus, der das Charisma der Gläubigen immer kontrollieren und bremsen wolle. Es gelte Räume zu schaffen, “in denen die Kultur des Missbrauchs und der Vertuschung nicht das beherrschende Schema ist, in denen man Kritik und Hinterfragen nicht mit Verrat verwechselt”. Ein Hauptversäumnis sei gewesen, den Opfern nicht zuzuhören.
Die chilenische Kirche begleite den Brief des Papstes mit tiefer Dankbarkeit [!], ließen die Bischöfe wissen. Sie berichteten, sie arbeiteten an einem Vorschlag, der u.a. eine Reform des Nationalen Rates zur Prävention von Missbrauch  und (!)  Begleitung von Opfern vorsehe.
Von heute bis zum Sonntag wird der Papst Gespräche mit fünf Geistlichen aus dem Umkreis Fernando Karadimas führen. Zwei weitere Priester, die Opfern rechtlichen und geistlichen Beistand leisteten und zwei Laien werden ebenfalls an den Gesprächen teilnehmen.
Der chilenische Bischof Barros ist bereit, mit der Vatikan-Delegation zusammenzuarbeiten. Quellen: katholisch.de  domradio.de  domradio.de


1.6.2018 Die Erzdiözese Saint-Paul und Minneapolis in Minnesota hat sich mit den rund 450 Missbrauchsopfern geeinigt, ihnen 210 Millionen Dollar (179,50 Mio. Euro) zu zahlen. 91 Priester der Erzdiözese werden des Missbrauchs beschuldigt. [Dort waren 2007 ca 483 Priester/Ordenspriester tätig, d.h. 18 % sind Missbrauchstäter.] Quelle: orf  zeit.de


31.5.2018 Die Liste der katholischen Diözesen und Orden, die Konkurs angemeldet haben in den vergangenen 14 Jahren. Der Liste sind auch Zahlungen und die Anzahl der Opfer zu entnehmen. Quelle: ncr


30.5.2018 Die katholische Kirche Australiens beteiligt sich an der Entschädigung von Missbrauchsopfern. Für rund 60.000 Opfer aus unterschiedlichen Institutionen werden etwa 2,9 Milliarden Euro benötigt. Quelle: vaticannews.va


27.5.2018 Der Bischof von Rancagua, Alejandro Goic, ist von seinem Posten als Beauftragter der chilenischen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle zurückgetreten. Er müsse sich auf den Fall von 14 Geistlichen aus seiner Diözese konzentrieren, die kürzlich wegen “unangemessenen Verhaltens” suspendiert worden waren. Einige von ihnen werden verdächtigt, sich an Minderjährigen vergangen zu haben. Bischof Goic hatte sich entschuldigt, dass er nicht gehandelt hat, als er vor zwei Jahren von den Vorwürfen erfuhr. Erst als die Presse die Vorgänge meldete, reagierte der Beauftragte der chilenischen Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle. Quelle: tah.de


25.5.2018  Das Schreiben des Papstes an die Bischöfe Chiles – zur Meditation. Quelle: zeit.de


25.5.2018 Der Skandal von Chile wird zum Test, wie energisch Franziskus seine Kirche umbaut. Beobachtungen von Julius Müller-Meiningen. Quelle: zeit.de


24.5.2018 Pater Óscar Munoz Toleado, ehemaliger Kanzler der Erzdiözese Santiago, Chile, hat bisher Missbrauchsvorwürfe gegen Kleriker bearbeitet und dokumentiert. Ihm oblag die Organisation und der Schutz aller Dokumente und Akten der Erzdiözese Santiago. Im Januar hat er sich selbst angezeigt, er habe einen Menschen, mutmaßlich Minderjährigen, sexuell missbraucht. Munoz Toleado hat u.a. die Anschuldigen von Juan Carlos Cruz gegen Karadima aufgenommen. Quelle: cruxnow


24.5.2018 Ein Mitarbeiter der Kinder-Stadtkirche Karlsruhe wird des sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Quelle: ka-news.de


24.5.2018 Nicht nur Felix Neumann wundert sich über eine Aussage des vatikanischen Sonderermittlers, Jordi Bertomeu Farnos, dass es im Unterschied zu den Missbrauchsskandalen in den USA und in Irland in Chile nicht nur um sexuellen Missbrauch, sondern auch um den Missbrauch von Macht gehe. Neumann: “Als ob es eine chilenische Besonderheit sei, dass sexualisierte Gewalt mit Macht zu tun hat. Als ob in den USA, Irland oder auch Deutschland Macht und Autorität keine Rolle dabei gespielt hätten, dass sich über Jahrzehnte Schweigekartelle halten konnten. Diese Verbrechen lassen sich nicht auf eine missgeleitete Sexualität reduzieren und individualisieren. Die persönlich verantwortlichen Täter handeln in einem Umfeld, das Missbrauch begünstigt hat, und ihre persönliche Macht ist ein wesentlicher Aspekt davon.”, dass erst in den chilenischen Missbrauchsfällen von Machtmissbrauch die Rede sei – als sei es nicht auch bisher bereits um Machtmissbrauch gegangen. Quelle: katholisch.de  s. auch  dw.com


24.5.2018 Der chilenische Geistliche Villa Prat Sergio Diaz wirft dem päpstlichen Nuntius, Erzbischof Ivo Scapolo vor, ihn nicht empfangen zu haben, als er ihn über Missbrauchsfälle informieren wollte. Bischof Tomislav Koljatic, Bistum Linares, sei nicht ans Telefon gegangen, als er ihn über Missbrauchsfälle informieren wollte. Als Villa Prat Sergio Diaz Kardinal Ezzati per Mail über das Verhalten des Nuntius informierte, habe Ezzati nicht geantwortet. “Wie wollen sie so etwas nennen. Vertuschung”, sagte der Geistliche. Quelle: katholisch.de


24.5.2018 Sexueller Missbrauch an Minderjährigen ist in Italien kein öffentliches Thema. Dort sind ca 1000 Kleriker wegen Missbrauch oder Vertuschung angeklagt (2% der kath. Priester in Italien), aber die Bevölkerung und die Medien thematisieren das Thema nicht. Emiliano Fittipaldi schreibt: “Die italienische Bischofskonferenz hält es immer noch für nicht notwendig, dass ihre Mitglieder Kindesmissbrauch anzeigen. Ich fragte einen Bischof aus Malta, der am vatikanischen Gerichtshof als Ankläger im Fall von Priesterpädophilie tätig ist, warum in Italien, im Vergleich zu den USA, Irland und Deutschland, wo es große Missbrauchsskandale gab, nichts dergleichen stattfand. Seine Antwort: Überall dominiert ein Verschweigen dieser Realität, eine Art Schweigepflicht.” Quelle: deutschlandfunk.de


23.5.2018 Bischof Vitus Huonder, Bistum Chur, Schweiz, hat Strafanzeige gegen den Pfarradministrator von Tujetsch gestellt wegen einer “mutmaßlich strabaren Handlung gegen die sexuelle Integrität einer erwachsenen Person. Quelle: katholisch.de


23.5.2018 Entgegen der Aussage der chilenischen Bischöfe, dass alle in Rom anwesenden (amtierenden) Bischöfe ihr Amt zurückgeben, wird nun berichtet, dass nur 29 Bischöfe ihr Amt zur Verfügung stellen. Der Militärbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz Santiago Silva und der apostolische Vikar von Aysen, Luigi Infanti della Mora haben dem Papst kein Schreiben, in dem sie die Rückgabe ihres Amtes bekunden, gegeben. Von den drei in Rom anwesenden emeritierten Bischöfen – Bischof Juan Luis Ysern, Kardinal Errazuriz und Kardinal Ezzati – habe nur Bischof Juan Luis Uysern sein Amt zur Verfügung stellt. Unbekannt ist auch, dass der chilenische Nuntius, Erzbischof Ivo Scapolo, sein Amt zur Verfügung stellte. Quelle: katholisch.de 


23.5.2018 Der Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, hat angekündigt, sein Amt ruhen zu lassen. Zurücktreten will er nicht. Er wurde wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt. Das Strafmaß ist noch nicht festgelegt. Quellen: catholicnewsagency.com

 

Kommentar: Der der Vertuschung überführte Erzbischof entscheidet also selbst, ob er denn nun zurücktreten will oder nicht. Es scheint, dass nicht einmal in einem solchen Fall kirchliche Gesetze eingehalten werden ( Motu proprio „Come una madre amorevole”, September 2016).


23.5.2018 Inzwischen hat sich die Zahl der katholischen Priester aus dem Bistum Rancagua, Chile, die wegen sexueller Kontakte zu Minderjährigen im Internet suspendiert wurden, von 12 auf 14 erhöht. Sie gehören der Priestergruppe “La Familia” an, die aus 17 Geistlichen besteht. Der zuständige Bischof  Alejandro Goic habe Informationen für einen Scherz gehalten. Im Bistum Rancagua gibt es derzeit 68 Diözesanpriester (2007: 76). 20 % werden also sexueller Kontakte zu Minderjährigen beschuldigt.
Papst Franziskus hat 5 katholische chilenische Priester aus dem Umkreis des Missbrauchstäters Karadima, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, zum 1.-3.6. zu Gesprächen in den Vatikan eingeladen. Quelle: latercera.com  domradio.de  katholisch.de  catholicnewsagency.com


22.5.2018 In Argentinien wurde ein katholischer Priester für schuldig befunden, im Priesterseminar in Paraná zwischen 1985 und 1993 mindestens sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Täter war für Disziplin und Seelsorge zuständig. Die bekannten Opfer waren 13-14-jährige Internatsschüler. 2010 wandten sich die Kläger an die Staatsanwaltschaft, weil die Kirche nichts unternommen habe. Der Täter wurde 2012 aus dem Seminar abgezogen, durfte aber weiter als Priester arbeiten. Die Vorwürfe bezeichnete der Täter als Verschwörung. Zuständig für das Bistum Paraná war bis 2010 Erzbischof Mario Luis Bautista Maulión, seit 2010 ist Erzbischof Juan Alberto Puiggari verantwortlich. Quelle: welt.de


22.5.2018 Bischof Ackermann gesteht, dass das Bistum Trier bereits 2006 gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, hätte vorgehen müssen. Der Beschuldigte – so Ackermann – habe “Menschen für persönliche Zwecke eingespannt, ja gar instrumentalisiert”. In der Folge kam es zu einer Spaltung der Gemeinde. Ackermann gesteht auch, dass der jetzige Pfarrer in dieser Situation zu wenig Unterstützung vom Bistum bekommen habe. Quelle: Saarbrücker Zeitung  katholisch.de


22.5.2018 Erzbischof Philip Wilson, Adelaide, Australien, wurde wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs verurteilt. Ihm drohen zwei Jahre Haft.
Quelle: cruxnow.com


21.5.2018 Marie Collins fordert, dass die chilenischen Bischöfe nicht einfach zurücktreten sollen – ihr Verhalten müsse überprüft werden und sie müssen dafür verantwortlich gemacht werden. Weltweit verhalten sich Bischöfe wie ihre chilenischen Kollegen. Wenn das individuelle Fehlverhalten der Bischöfe und der Kardinäle nicht geklärt wird, gehen sie in den Ruhestand, werden nie für schuldig befunden, behalten alle Titel und Privilegien.
Nötig ist, dass diese Männer zur Rechenschaft gezogen werden. Die Päpstliche Kinderschutzkommission hat 2015 ein Tribunal gegen vertuschende Bischöfe vorgeschlagen, der Papst hat den Vorschlag angenommen und personelle und finanzielle Ressourcen zugesagt. Die Glaubenskongregation hat die Einrichtung des Tribunals als unnötig abgelehnt, es gebe bereits Werkzeuge und rechtliche Mittel der Kongregation für die Bischöfe, um vertuschende Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Nur: Diese Werkzeuge wurden nie angewandt, auch im Fall der chilenischen Bischöfe und Kardinäle nicht. Collins fragt, ob die Werkzeuge jemals angewandt werden, wenn sie bei den chilenischen Bischöfen nicht angewandt werden. Das würde bedeuten, dass kein Bischof Sorge haben muss, Rechenschaft über seinen Umgang mit Tätern und Opfern ablegen zu müssen. 
Maßnahmen gegen den C9-Kardinal Errazuriz sind bislang nicht ergriffen worden. Er ist weiterhin Mitglied des C9-Rates und trat auch nicht zurück, weil er in der chilenischen Kirche kein Amt hat. Errazuriz wies darauf hin, dass er gegen den Missbrauchstäter Karadima nichts unternahm, weil Karadima für Priesternachwuchs sorgte. Errazuriz war es, der gemeinsam mit Kardinal Ezzati dafür sorgte, dass das Karadima-Opfer Cruz auf der Anglophonen Konferenz 2014 nicht sprechen durfte und nicht in die Päpstliche Kinderschutzkommission berufen wurde. Quelle: mariecollins.net


20.5.2018 Bischof Alejandro Goic, Chile, Diözese Rancagua, hat 12 Priester seines Bistums suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, im Internet Kontakt zu Minderjährigen gesucht zu haben und Gespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben. Der Bischof war von 2004 bis 2010 als Präsident der Bischofskonferenz. Die Vorwürfe sind dem Bischof vor nahezu einem Jahr bekannt gemacht worden, ohne dass er handelte.
Quelle: religion.orf.at und cruxnow.com


18.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, die an dem Treffen mit dem Papst teilgenommen haben, haben dem Papst kollektiv ihren Rücktritt angeboten. Ob auch Kardinal Errazuriz, der nicht mehr als Bischof amtiert, ebenfalls seinen Rücktritt anbot, ist unbekannt. Er gehört dem C9-Rat des Papstes an, der die Reform des Vatikans vorantreiben soll.
In einem bekannt gewordenen 10-seitigen Brief schreibt der Papst, “es gebe eine ‘schmerzende, offene Wunde’. Diese sei bislang mit einer Medizin behandelt worden, die anscheinend mehr geschadet als genutzt habe. ‘Es wäre ein schweres Versäumnis, die Probleme nicht an der Wurzel zu packen.’ Der Papst spricht von besorgniserregenden Erkenntnissen…. So seien mehrere Geistliche, die wegen ‘sittenlosen Verhaltens’ entfernt worden seien, wieder in anderen Diözesen aufgenommen worden. Obendrein haben man ihnen Aufgaben mit ‘einem täglichen und direkten Kontakt zu Minderjährigen’ anvertraut.”
Der Papst schreibt von groben Fehlern. In etlichen Fällen sei die Aufklärungsarbeit gezielt behindert worden. Zudem kritisiert der Papst die elitäre Haltung einiger Geistlicher. Sie interessierten sich weder für Jesus noch für ihre Mitmenschen. “Perversion im kirchlichen Dasein” nennt der Papst diese Einstellung. Quelle: katholisch.de  orf
Kommentar: Ich hoffe, der Papst nimmt die kollektiven Rücktrittsgesuche nicht undifferenziert an. Es ist nötig, dass die Bischöfe (und ihre Generalvikare und Personalchefs und sonstigen Helfer) konkret benannt werden, die sich an Versetzungen von Tätern, Behinderungen der Ermittlungen, Einschüchterung und Verleumdung der Opfer, Vernichtung von Akten etc. beteiligt haben. Und dass sie angemessen sanktioniert werden. Im anderen Fall geschieht, was z.B. in Australien geschah: Kardinal Pell gestand vor der australischen Königlichen Missbrauchskommission ein, dass “die Kirche in Australien” Missbrauchsfälle vertuscht hat. Wer für die Vertuschung verantwortlich war, wurde nicht benannt. Die Strukturen und Denkweisen, die die Vertuschung ermöglichten, wurden weder untersucht noch verändert. Das allgemeine Eingeständnis blieb also völlig folgenlos.
Von einem Rücktritt des K9-Ratsmitglieds Errazuriz und dem Rücktritt des Nuntius Erzbischof Ivo Scapolo ist bislang keine Rede. Keine Rede ist auch von anderen Bischöfen und Bischofskonferenzen weltweit, die wegen der Vertuschung von Missbrauch und dem Im-Stich-Lassen von Opfern entlassen und sanktioniert werden. Auch die Installierung eines Tribunals für Bischöfe, das die Glaubenskongregation für überflüssig erklärt hatte, scheint nicht wieder im Gespräch zu sein.
Hoffentlich werden – nach 16 Jahren! – endlich die “Perversionen im kirchlichen Dasein” zum Thema und damit die nötigen Veränderungen im Denken und in den Strukturen, damit personell und strukturell abgesichert wird, dass Opfer nie wieder im Stich gelassen werden.  

18.5.2018 Der buddhistische Mönch Thich Thien Son, bis 2009 Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft e.V. (DBO), soll sich in den Klöstern “Pagode Phat Hue” in Frankfurt am Main und “Buddhas Weg” im Odenwald an mehreren Klosterschülern sexuell vergangen haben. Einem mutmaßlichen Opfer sagte er, dem Opfer bliebe die Erleuchtung verwehrt, wenn es nicht weitermache. Quelle: spiegel.de


17.5.2018 Nach den Gesprächen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen gab Franziskus ihnen einen Brief mit: “Nach diesen Tagen des Gebets und der Reflexion bitte ich Sie, den Aufbau einer prophetischen Kirche fortzusetzen, welche weiß das Wichtigste ins Zentrum zu stellen: den Dienst am Herrn im Hungrigen, im Gefangenen, im Einwanderer, im Missbrauchten.” Ziel sei es, Gerechtigkeit und kirchliche Gemeinschaft wiederherzustellen. Konkreter benannte der Papst die Maßnahmen nicht. Quelle: vaticannews.va   cruxnow.com


16.5.2018 Film: Das Schweigen der Hirten. Der Film beleuchtet die sog. geographische Lösung für Priester, die Minderjährige sexuell missbrauchten: Täter werden von der Kirche in andere Bistümer und andere Länder geschickt, um sie der Justiz zu entziehen. Die Journalisten haben 95 belegte “Versetzungen” ermittelt. Auch Papst Franziskus soll in seiner Zeit als Erzbischof versucht haben, ein argentinisches Gericht – mit Hilfe einer Studie, in der u.a. die Opfer beschuldigt wurden – zu beeinflussen. Quelle: zdf.de


15.5.2018 Kardinal Errazuriz, Chile, schrieb über die Ankläger von Karadima: “They were accusing a priest with a great pastoral calling, whose preaching enriched more than 30 young people who were ordained priests and four priests who were consecrated bishops. They also accused a priest who inspired a youth association that propagated his fame.” U.a. ließ Errazuriz einen Karadima-Schützling Schweigegeld an ein Opfer erklären als “Werk der Barmherzigkeit” bzw. als “gemeinnützige Spende”. Vertuschungsvorwürfe weist der Kardinal zurück. Quelle: washingtonpost


15.5.2018 Die chilenischen Bischöfe haben auf einer Pressekonferenz ihren Schmerz und ihre Scham über die Vergehen an Minderjährigen bekannt. Der Papst erklärte, er werde sich weder während noch nach dem Treffen zu den Gesprächen, die heute beginnen, äußern. Quelle: domradio.de
Kommentar: Transparenz geht anders.


14.5.2018 In Chile hat der Maristenbruder Abel Perez 2010 gestanden, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Nun haben die Maristen eine kanonische Untersuchung und rechtliche Schritte gegen Perez eingeleitet. Inzwischen ist von mindestens 14 minderjährigen Opfern von den 1970er Jahren bis 2008 die Rede. Jetzt haben die Opfer Strafanzeige gegen drei katholische Priester, einen Kapuzinerbruder und sechs Maristen eingereicht. Die Misshandlungen fanden am Alonso de Ercilla-Institut statt. Der erste Priester, den die Maristen mit der Voruntersuchung beauftragten, wurde wieder entfernt, nachdem chilenische Medien berichtet hatten, er sei selbst wegen sexueller Übergriffe angeklagt.
Scicluna hatte bei seinem Chile-Aufenthalt nicht nur den Auftrag, den Fall Karadima und die Vertuschungen der Bischöfe zu untersuchen, sondern auch andere Beschuldigungen aufzunehmen. Zeugen sagten aus, dass die Kirchenführer auch im Fall von staatlich verurteilten kirchlichen Missbrauchstätern untätig blieben. 1995 waren ca 75 % der Chilenen katholisch, 2017 nur noch 45 %. Quelle: cruxnow


14.5.2018 Die chilenischen Bischöfe, inclusive Errazuriz, sind im Vatikan eingetroffen und werden vom 15.-18.5. mit dem Papst beraten, wie das Vertrauen in die Kirche in Chile wieder gewonnen werden kann. Vielleicht werde der Papst den Bischöfen sagen, auch sie seien zu der Umkehr gerufen, die sie anderen predigen. Laien in Chile fordern ein Mitspracherecht – auch von Frauen – bei der Ernennung von Bischöfen. Sie seien nicht nur Beobachter und Befehlsempfänger.
Quelle: katholisch.de  cruxnow.com


13.5.2018 Kardinal Errazuriz wird nun wohl doch an dem Treffen des Papstes mit den chilenischen Bischöfen teilnehmen. Er habe es sich anders überlegt. Quelle: de.catholicnewsagency.com


12.5.2018 Von Dienstag bis Donnerstag trifft Papst Franziskus, die chilenischen Bischöfe, um in einem synodalen Prozess „vor Gott die Verantwortung aller und eines jeden Einzelnen“ zu klären. Die Mechanismen des Vertuschens sollen geprüft werden. Der Papst will wissen, wie es zu diesem Macht-, sexuellen und Gewissensmissbrauch in Chile und zu schweren Unterlassungen gegenüber Opfern kommen konnte. Er will auch wissen, welche angemessenen und dauerhaften Änderungen nötig sind. Quelle: vaticannews.va


11.5.2018 Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte auf dem Katholikentag in Münster, erst 2010 haben die Berichte über Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg ein Umdenken in der Kirche eingeleitet. Danach habe die Kirche die Perspektive der Opfer wirklich ernst genommen. Die Kirche müsse in der Gesellschaft Vorreiter in der Aufarbeitung und der Prävention von Missbrauch bleiben. Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, sagte, die Kirche sei “auf einer anderen Stufe” im Umgang mit Missbrauch angekommen. Die Opfer erwarteten Gerechtigkeit von den Kirchenführern und dass ihnen zugehört werde.
Bischof Ackermann hob hervor, dass die Kirche Nachholbedarf habe. Dazu zählte er Fragen der Transparenz, der Machtkontrolle und der Gewaltenteilung. Der Pastoraltheologe Michael Schüßler sagte, die Kirche dürfe dem Gespräch mit den Opfern nicht ausweichen. Nun müsse sich die Theologie mit den Missbrauchsskandalen und ihren Folgen auseinandersetzen. Quelle: religion.orf.at  domradio.de


10.5.2018 Kardinal Francisco Javier Errázuriz, Chile, wird der “Einladung” des Papstes nach Rom nicht folgen. Er gibt persönliche und finanzielle Gründe an (Rom zahlt die Reisekosten nicht). Errazuriz wird von Opfern vorgeworfen, den Fall Karadima jahrelang vertuscht zu haben. Er war zuletzt anlässlich eines Treffens des C9-Rates, dem er angehört, am 23.-25.4.2018 in Rom und habe dem Papst Informationen zum Fall Barros/Karadima übergeben. Quelle: cruxnow


9.5.2018 Dem inzwischen verstorbenen Priester, der im Gerolsteiner Internat Albertinum unterrichtete, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er war von 1969 bis 1982 Direktor des Internats und starb 2007. Einem zweiten Priester, Oberpräfekt, wird Misshandlung vorgeworfen. Gerüchte über körperliche, psychische und sexuelle Gewalt kursieren seit vielen Jahren. Das Bistum Trier ist seit 2010 informiert, bestätigt seine Kenntnis darüber aber erst jetzt auf Anfrage des Trierer Volksfreundes.  Quelle: volksfreund.de  s. auch allgemeine-zeitung.de 11.5.2018saarbruecker-zeitung.de  sueddeutsche.de  swr.de


9.5.2018 Ein früherer Schüler des Benediktinerstifts Kremsmünster hat das Stift auf 100.000 Euro verklagt. Er war von 1987 bis 1996 Internatsschüler in Kremsmünster und wurde Opfer sexueller Übergriffe des damaligen, inzwischen verurteilten Internatsleiters. Kläger und Stift sind zu Vergleichsgesprächen bereit. Der nächste Gerichtstermin ist der 26. Juni.Quelle: religion.orf.at


9.5.2018 Hans Zollner, Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission und Präsident des Centre for Child Protection an der Gregoriana, kritisiert das VErhalten der Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen: Die Kirche sei wie paralysiert, habe nicht die Sprache, den Mut und den Willen, sich wirklich mit sexuellem Missbrauch auseinander zu setzen. Sie steuere daher mit “Karacho auf die Wand zu”. Erneut beklagt Zollner, dass zwar Kirchenrechtler und Psychiater mit der Thematik beschäftigt seien, nicht jedoch Theologen und Sozialwissenschaftler. Bischöfe lernten nicht von den Erfahrungen anderer Bischöfe in anderen Ländern. Aktiven Widerstand gebe es nicht, aber viel Unbehagen, Unwissen und Unwillen. Nach wie vor würden viele Betroffene nicht gehört und spürten nicht, dass die Kirche bei ihnen sei. Quelle: kirche-und-leben.de


8.5.2018 Anlässlich der heutigen Bekanntgabe der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2017 durch Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, die Bundesregierung auf, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche konsequent zu bekämpfen und für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz im Netz einzutreten. Rörig weist auf den Anstieg der Darstellung sexueller Ausbeutung von Kindern um 14.5 % und von Jugendlichene um 24 % hin. Sexueller Kindesmissbrauch ist in seiner Häufigkeit weitgehend unverändert geblieben. Auch die Gefahren sexueller Gewalt mittels digitaler Medien steigen. Jungen und Mädchen werden mit Sexting-Bildern bloßgestellt und erpresst, erleben Cyber-Grooming und sind mit Darstellungen sexueller Ausbeutung konfrontiert. Rörig fordert die Modernisierung des Jugendmedienschutzes und alles zu tun, damit Sexualstraftäter sich nicht mehr sicher fühlen können. Quelle: beauftragter-missbrauch.de


8.5.2018 Der ehemalige Erzbischof Apuron von Guam wurde von einem Kirchengericht wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hat Widerspruch gegen das Urteil eingelegt. Beim 50. Jahrestag der Gründung des Neokatechumenalen Weges, dessen Mitglied und Unterstützer Apuron ist, saß er in der Nähe des Papstes auf einem Ehrenplatz auf einer Bühne in Rom.  Quellen: guampdn.com  37’25 und 39’25  cruxnow.com


7.5.2018 Eine heute 41-jährige Frau gibt an, sie sei ab 1990 als Dreizehnjährige in dem kirchlichen Erziehungsheim Hollabrunn von dem dort tätigen Kaplan über Jahre hinweg zu sexuellen Handlungen gezwungen und zweimal schwanger geworden. Die zweite Schwangerschaft durch denselben Priester mit Drillingen sei eine Eileiterschwangerschaft gewesen. In der Vorgeschichte war die Frau sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Das Erzbistum Wien sagt, der Geistliche sei erst im April 1994 überhaupt in die Erzdiözese gekommen.
Die Frau berichtet, dass sie in der ersten Schwangerschaft von einer Klosterschwester schwer misshandelt worden mit dem Ziel, die Schwangerschaft abzubrechen. Sie beschuldigt Kardinal Schönborn, er habe die Adoption erzwungen. Kardinal Schönborn sprach am Wochenende von einer “Affäre” und einer “problematischen Beziehung” ohne strafrechtliche Relevanz, weil sich das junge Mädchen freiwillig mit dem Priester getroffen habe.
Ein weiterer Vorwurf betrifft die von der Frau geschilderte “unfreiwillige Eizellenabnahme, die angeblich an ihr und offensichtlich bei mehreren Klosterschülerinnen vorgenommen wurde.“
In Österreich hat die Opferschutzanwaltschaft ca 1700 Missbrauchsfälle entschieden. Quelle: orf


6.5.2018 Mehrere Dutzend KatholikInnen haben im Vatikan gegen Pädokriminalität und der Darstellung sexueller Ausbeutung von Kindern inner- und außerhalb der Kirche demonstriert. Sie forderten Null Toleranz vom Papst. Der italienische Priester Fortunato Di Noto, Präsident der Opfervereinigung Meter, hatte den 22. Tag der Kinder organisiert. Der Papst ermutigte die Opfervereinigung, “ihr Engagement für die Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, fortzusetzen. Quelle: orf


6.5.2018 Als Kardinal Pell von Papst Franziskus in den K9-Rat berufen wurde, kannte der Papst die Vertuschungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen Pell. Ein zweites K9-Ratsmitglied, der frühere Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Francisco Errazuriz, soll an der Vertuschung der Missbräuche von Karadima beteiligt sein. Ein drittes K9-Ratsmitglied und zugleich Vorsitzender, Kardinal Maradiaga, ist in undurchsichtige Finanzgeschäfte verwickelt. Darüber hinaus wird sein Weihbischof, Juan José Pineda, beschuldigt, ungehemmt mit Geld umgegangen zu sein und es für einen Geliebten ausgegeben zu haben. Außerdem wird Pineda vorgeworfen, Seminaristen sexuell belästigt zu haben. Der Papst hatte einen Ermittler beauftragt, dessen Bericht liegt dem Papst längst vor – geschehen ist nichts. Quelle: tagesanzeiger.ch


6.5.2019 Heribert Prantl: “Die Gemeinheit der Amtsträger in den Missbrauchsskandalen entehrt die katholische Kirche. Es ist wieder Zeit für eine Reformation.” Und: “Die Unwürdigkeit der Person erfasst das Amt, die Gemeinheit des Amtsträgers entehrt die katholische Kirche. Erstens, weil es so viele Amtsträger sind, die als unwürdig entlarvt werden. Zweitens, weil die Amtskirche so lange weggeschaut hat, und drittens, weil lügnerische Figuren das Wort Hierarchie zu einem Synonym für Heuchelei machen.” Und: “Die Missbrauchsskandale sind die Dornen in der Dornenkrone. Sie sind die Spucke im Angesicht dessen, den die Christen als Gott verehren. Die Kirche muss mit sich selbst ins Gericht gehen – und sich dann aus der Schuld zu befreien versuchen. Wie? Damit sind wir wieder bei Vorschlägen, die die staatliche Untersuchungskommission in Australien gemacht hat. Die katholische Kirche muss ihre Strukturen ändern, sie muss den Zölibat hinterfragen. Es hat sich gezeigt, dass viele Priester, die Minderjährige missbrauchen, in ihrer sexuellen Entwicklung auf der Stufe eines 13-Jährigen stehengeblieben sind. Das lässt sich nicht mit Beten ändern. Das verlangt Änderungen im System Kirche. Das muss Thema auf dem Katholikentag zu Münster sein.” Quelle: sueddeutsche.de


 

6.5.2018 Das Erzbistum Wien erklärt, die Beziehung eines Priesters zu einer 17-Jährigen sei problematisch, aber strafbarer Kindesmissbrauch habe zweifelsfrei nicht stattgefunden. Quelle: orf


Horst Hohmann fasst einige Ereignisse im Umgang der katholischen Kirche mit kirchlichen Kindesmissbrauchern zusammen. Er listet die Formen auf, in denen Bischöfe ihr Amt missbrauchten: Sie vernichteten belastendes Archivmaterial, sie haben gelogen und vor Gericht Meineide geschworen, sie haben Schmiergelder gezahlt/versprochen, um Zeugen zum Schweigen zu bringen; sie haben die Opfer und ihre Familien als Kirchenfeinde beschimpft und ihnen mit Schadenersatzklagen gedroht; sie haben beschuldigte Priester in andere Pfarreien versetzt. Quelle: imprimatur-trier.de   imprimatur-trier.de


5.5.2018 Papst Franziskus ruft den Neokatechumenalen Weg zur Einheit mit der Kirche auf und warnt vor Isolationismus und aggressiver Glaubensverkündigung. Öffentliche Beichten (Berichten von Persönlichen) vor der Gruppe scheinen üblich zu sein; Eucharistiefeiern sind oftmals nur den Mitgliedern offen. Quelle: Erzdiözese Wien


4.5.2018 Die Abgeordneten des kanadischen Unterhauses haben Papst Franziskus offiziell eingeladen, sich für die Rolle zu entschuldigen, die die katholische Kirche in Kanada bei der Errichtung und Leitung der Internate für Ureinwohner gespielt hat. In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Indianern, Mestizen und Inuit von ihren Familien getrennt und in kirchlich geführten Internaten untergebracht worden. Viele von ihnen wurden misshandelt oder sexuell missbraucht. Die kanadische Bischofskonferenz hat bereits vor 25 Jahren um Vergebung gebeten. Sie argumentiert, dass weder der Heilige Stuhl noch die Bischofskonferenz an der Leitung der Internate beteiligt war. 2009 hatte es ein Treffen zwischen dem Vorsitzenden der Versammlung der Ersten Nationen in Kanada gegeben und Papst Benedikt gegeben. Damals seien die erwarteten Entschuldigungen gemacht worden. Der Papst könne nicht persönlich auf den Appell des Unterhauses reagieren. Quelle: vaticannews.va


4.5.2018 Am Dienstag beginnt der erste Schadenersatzprozess im Missbrauchsfall rund um das Stift Kremsmünster vor dem Landesgericht Steyr (Oberösterreich). Betroffene kritisieren, das Stift verweigere Schadenersatz und Verantwortung. Das Stift dementiert und sagt, dass die Übergriffe außerhalb der Schulzeit erfolgt seien und verjährt seien. Quelle: religion.orf.at


4.5.2018  Neuer Vorsitzender der australischen Bischofskonferenz ist der Erzbischof von Brisbane, Mark Coleridge. Stellvertretender Vorsitzender ist der Erzbischof von Sydney, Anthony Fisher (58). Von Coleridge sagen Opfer, er sei im Blick auf Missbrauch lernfähig. Anthony Fisher hatte anlässlich des Weltjugendtages in Sydney Missbrauchsopfern vorgeworfen, sie störten die gute Stimmung des Weltjugendtages und würden griesgrämig auf alten Wunden herumreiten. Die australischen Bischöfe klären nach den Untersuchungen der Missbrauchsfälle durch die Australische Königliche Kinderschutzkommission, bei der 7 % der Priester als Sexualstraftäter benannt wurden, ob und wie sie die Empfehlungen der Kommission umsetzen wollen. Quelle: katholisch.de


4.5.2018 Der Papst hat neben den amtierenden Bischöfen Chiles nun auch die 19 im Ruhestand befindlichen Bischöfe zu einem Gespräch eingeladen. Zu den Ruheständlern gehört auch Kardinal Francisco Errazuriz und Kardinal Jorge Medina Estevez. Estevez hatte zu den Taten von Karadima erklärt, ein 17-jähriger Jugendlicher wisse, was er tue. Es handle sich also nicht um sexuellen Missbrauch. Quelle: katholisch.de  orf


4.5.2018 Der ehemalige Büroleiter des Limburger Bischofs Bätzing, ein Theologe, Diakon und Kirchenrechtler, wurde zu einer Geldstrafe von 12.000 € wegen des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen mit Kindern und Jugendlichen (Posing-Darstellungen) verurteilt. Der Bistumsmitarbeiter ist freigestellt. Nach dem Abschluss der staatlichen Ermittlungen wird das kirchenrechtliche Verfahren fortgesetzt. Quelle: katholisch.de


4.5.2018 Im Fall einer Frau, die 1995 mit 18 Jahren nach einer “Affäre” mit einem jungen Priester Zwillinge geboren hat, die zur Adoption freigegeben wurden, prüft die Erzdiözese Wien den Sachverhalt erneut. Der Priester war in seinen Funktionen belassen worden mit der Auflage, die “Beziehung” nicht fortzusetzen und seine Verantwortung gegenüber Mutter und Kindern wahrzunehmen. Die Erzdiözese war von der Freiwilligkeit der Beziehung ausgegangen. Die Klasnic-Kommission rollt den Fall neu auf, weil die Frau berichtet, der Priester sei übergriffig gewesen und die Freigabe der Kinder zur Adoption sei nicht freiwillig erfolgt. Das Erzbistum teilte mit, heute wisse man, dass der Begriff Freiwilligkeit bei Beziehungen mit Minderjährigen sehr problematisch sei. Die Konsequenzen für den Priester werden entschieden, wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Das Erzbistum gesteht ein, dass es zu wenig den der Frau durch die Beziehung zugefügten Schaden und ihr weiteres Schicksal im Blick gehabt habe. Dem Priester wurden seit 1995 keine sexuellen Kontakte mit Minderjährigen vorgeworfen. Quelle: orf  spiegel.de 


3.5.2018 JD Flynn, CNA, berichtet, dass auch der apostolische Nuntius in Chile, Erzbischof Ivo Scapolo, Teil des Problems der Fehlinformation des Papstes ist. Flynn stellt Überlegungen an, wer den Papst im Fall Barros falsch informierte, nachdem Cruz dem Papst vor der Ernennung von Barros einen Brief geschrieben hatte. Im April 2015 hat Marie Collins den Brief an O’Malley gegeben mit der Bitte, ihn an den Papst weiterzuleiten. O’Malley berichtete später u.a. Cruz und Collins von der Übergabe des Briefes. Unklar ist, ob O’Malley den Brief direkt an den Papst oder an einen Untergebenen übergab. Wenn er oder der Papst den Brief an einen Untergebenen weitergab, ist es möglich, dass er nie vom Papst gelesen wurde. Dann wäre zu klären, ob jemand vom persönlichen Personal des Papstes Barros beschützte oder dem Papst unangenehme Nachrichten vorenthielt. Denkbar ist auch, dass der Papst den Brief las, sich dann aber mit Errazuriz beriet, der die Aussagen von Cruz als politischen Angriff auf die Kirche abtat. Es bleibt die Frage, ob der Papst in Missbrauchsangelegenheiten auf das Urteil von Beratern vertraut, ohne sich selbst über einen Fall zu informieren. Dies geschah im Fall Inzoli. Der Papst wird entscheiden müssen, wann er sich auf welche Berater verlässt und wann er sich selbst informiert.
(Auch Bischof Robert Finn von Kansas City wurde von seinen Beratern falsch informiert und für nachfolgende falsche Beurteilungen und Handlungen verurteilt.) Quelle: catholicnewsagency.com


3.5.2018 Der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Hart, hat eine neue kirchliche Kommission gegen sexuellen Missbrauch eingerichtet. Das Gremium soll alle katholischen Gruppen ansprechen, Laien, Geistliche und Bischöfe.
Dies ist die dritte kirchliche Kommission in Australien. Im Oktober 1996 bereits hat der damalige Erzbischof von Melbourne die “Melbourne Response” eingerichtet. Damit kam er der Bischofskonferenz zuvor, die für die gesamte Kirche in Australien verbindliche Standards “Towards Healing” (Dezember 1996) veröffentlichen wollte. Quellen: DLF   Tag des Herrn


3.5.2018 Juan Carlos Cruz, James Hamilton und Jose Andres Murillo nennen sexuellen Missbrauch durch Geistliche eine Epidemie von Verbrechen und und Verderbtheit, die Tausende auf dem Gewissen habe. Dieser Missbrauch sei eine Erfahrung, die andere nicht überleben konnten. Die Geschhichten von der Ahnungslosigkeit mancher heutiger Kirchenoberer habe Risse bekommen. Als Eckstein von Missbrauch und Vertuschung nannten die drei Opfer die “pathologische und uneingeschränkte Machtausübung”. Wiederholung sei möglich, solange Missbrauch nicht gesühnt werde. Murillo sprach von einem neuen Umgang mit Macht, der auch eine andere Beteiligung von Gruppen brauche, die bislang eingeschränkt sei, etwa die Beteiligung von Frauen. In den Gesprächen der Opfer mit dem Papst ging es auch nicht nur um pastorale Zuwendung zu den Opfern, sondern auch darum, Änderungen in der Kirche zu thematisieren. Zur Sprache kaum auch die Rolle von Kardinal Francisco Errazuriz, Mitglied des des Kardinalsrates, der über mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Vergehen unterbunden habe. Der Papst bat die Gesprächspartner um ein Vorschlagspapier und werde mit ihnen in Kontakt bleiben. Was mit dem Brief von Cruz geschehen ist, ob der Papst ihn erhalten, gelesen und ernst genommen hat, ist weiterhin unbekannt. Cruz sagte: “Meine Schlussfolgerung ist, dass der Papst in Wirklichkeit schlecht informiert war.” Gelogen habe Franziskus nicht, die Unterlagen, die Indizien, die sie dem Vatikan geschickt haben, seien wohl nie bei ihm angekommen. Quelle: kath.press  tagesschau.de


3.5.2018 Der Jurist Heribert Prantl verliert die Geduld. Er sagt, für Kardinal Pell gelte die Unschuldsvermutung, nicht bzw. nicht mehr jedoch für die katholische Kirche. Sie habe zu lange zugeschaut. Sie müsse Änderungen der Struktur herbeiführen, incl. des (Pflicht-)Zölibates. Viele der Missbrauchsskandale – so zitiert Prantl die Australische Königliche Untersuchungskommission – haben mit den Schweigestrukturen in der Kirche und den Abgründen, in die der Zölibat führen könne, zu tun. Die Kirche müsse mit sich selbst ins Gericht gehen und nicht weiter diese Fragen von sich wegschieben. Quelle: sueddeutsche.de


3.5.2018 Bill Cosby, inzwischen als Sexualstraftäter verurteilt, und Roman Polanski, der sich seit 1977 der Justiz entzieht, wurde wegen der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs die Mitgliedschaft in der Oscar-Akademie entzogenQuelle: tagesschau


2.5.2018 Die drei chilenischen Opfer, die mit dem Papst gesprochen haben, bewerteten die Gespräche als offen und respektvoll. Der Papst habe gesagt, er sei Teil des Problems (“I was part of the problem, I caused this, and I apologize to you.”). Die Opfer hoffen, dass die Kirche ein Verbündeter im Kampf gegen Missbrauch werde und nicht ein Zufluchtsort für Missbrauchstäter. Franziskus müsse seinen Worten nun “beispielhafte Taten” folgen lassen; andernfalls wäre das Treffen vergebens, sagten die Opfer. Gegen Kardinal Francisco Errazuriz haben sie auf einer Pressekonferenz schwere Vorwürfe erhoben: Errazuriz habe mehr als fünf Jahre die Strafverfolgung sexueller Verbrechen unterbunden, sagte James Hamilton. Errazuriz sei seit 2002 über die Verbrechen Karadimas informiert gewesen. Der kirchliche Strafverfolger Eliseo Escudero habe die Anschuldigungen als glaubwürdig eingestuft. Aber erst 2009 seien nach einer neuen Zeugenaussage von Cruz die Vorwürfe zur röm. Glaubenskongregation gekommen. Karadima wurde 2011 verurteilt. Auch der amtierende Erzbischof von Santiago, Kardinal Ricardo Ezzati, sei an der Vertuschung beteiligt, sagte Cruz. Quelle: domradio.de  katholisch.de


2.5.2018 Bei der Organisation “Reclaimed Voices” gingen seit November 2017 in den Niederlanden Meldungen über 276 Fälle sexuellen Missbrauchs bei den Zeugen Jehovas ein. Raymond Hintjes, der Vorsitzende der Organisation, wundert sich, warum das Thema in Deutschland noch nicht aufgegriffen worden ist – anders als in Norwegen und Großbritannien. Quelle: orf


2.5.2018 Das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen Kardinal Pell wird in zwei getrennte Verfahren aufgeteilt. Quelle: orf


1.5.2018 Jürgen Erbacher kommentiert: “Missbrauchsskandal ohne Ende” und konstatiert: “An seinem [Papst Franziskus] weiteren Handeln wird man dann messen können, wie konsequent er bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle wirklich handelt. Gerade die vergangenen Wochen haben wieder gezeigt, dass auch im Pontifikat von Franziskus der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein Dauerthema ist, auch wenn es in der Öffentlichkeit längst nicht mehr so präsent ist, wie in der Amtszeit seines Vorgängers.” Quelle: zdf.de


1.5.2018 Kardinal Pell, seit 2013 Mitglied des Kardinalsrates und seit 2014 Finanzchef des Vatikans, wird in Australien wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. In einem Vorverfahren wurden zahlreiche Anschuldigungen fallen gelassen, eine Melbourner Richterin entschied jedoch, dass die restlichen Indizien schwerwiegend genug seien, dass eine Anklage und ein ordentlicher Prozess angebracht seien. Pell soll sich in seiner Zeit als Priester in seiner Heimatgemeinde Ballarat (1976-1980) und als Erzbischof von Melbourne (1996-2001) an Jungen vergangen haben. Nach Angaben des Erzbistums Sydney handelt es sich um 10 Fälle (nicht: Opfer). Kardinal Pell hat wiederholt seine Unschuld erklärt.
Bereits 2016 hatte Kardinal Pell vor der Königlichen Australischen Missbrauchskommission ausgesagt, er habe nichts von Missbräuchen durch Priester in Ballarat gewusst. Die Missbrauchskommission glaubte ihm nicht. 2002 war Pell von einer Untersuchungskommission der Erzdiözese Melbourne vom Missbrauchsvorwurf aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Ein Mann hatte Pell beschuldigt, ihn als Zwölfjährigen in einem katholischen Jugendlager sexuell missbraucht zu haben.
Pell ist weiterhin beurlaubt. Quelle: NZZ  spiegel  domradio 30.4.2018  katholisch.de


1.5.2018 Der honduranische Weihbischof Juan José Pineda soll Seminaristen sexuell belästigt und missbraucht haben. Bereits 2017 gab es eine Untersuchung dieser Vorwürfe durch Bischof Casaretto. Pineda ist bis heute im Amt. Quelle: kath.net  ncregister.com


30.4.2018 In der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB), Immensee, soll es vor 50 und mehr Jahren in der Schweiz zu sexuellen Übergriffen durch Mitglieder der Missionsgesellschaft auf zwei mutmaßliche Opfer gekommen sein. Die SMB beabsichtigt, eine externe historische Untersuchung in Auftrag zu geben. Quelle: kath.ch


27.4.2018 Auf Sizilien, im Bereich des Bistums Acireale, gründete der katholische Pater Stefano Cavalli – “spiritueller Sohn” von Padre Pio – die katholische Laienorganisation Lavina, später umbenannt in “Katholische Kultur- und Umweltvereinigung”. Von der Gemeinschaft wurde seit etwa 1976 von abweichenden Lehren und spirituellen Praktiken und von psychologischer Einschüchterung vor allem junger Mädchen berichtet. Die Rede war auch von einem starken Personenkult um den Laienführer Piero Capuana, genannt “Erzengel”. Seit Anfang der 80er Jahre wusste das Bistum auch von einem Roman, den Capuana über Beziehungen mit jungen Mädchen schrieb. Seit mindestens 2010 ist dem Bistum auch sexueller Missbrauch minderjähriger Mädchen durch Capuana bekannt. Vier Bischöfe behandelten trotz der Hinweise auf problematisches, sektenhaftes Gebaren der Leitung die Laiengemeinschaft als legitime katholische Organisation. Quelle: cruxnow


27.4.2018 Neben dem chilenischen Journalisten Carlos Cruez und dem Philosophen José Andrés Murillo ist auch der Arzt James Hamilton zum Gespräch mit dem Papst eingeladen. In einem Interview erinnert er auch daran, dass einige der Opfer des Priesters Karadima sich das Leben genommen haben. Quelle: dw.com


27.4.2018 Die Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, neu ernanntes Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, ist zuversichtlich, dass das Treffen chilenischer Missbrauchsopfer mit dem Papst neue Entwicklungen ermöglichen wird. Die Arbeit der Kommission habe mit der Anhörung einer Gruppe von Opfern aus England und Wales begonnen. Wijlens glaubt, dass die Erfahrung des Austausches mit den Opfern als prägende Erfahrung für die Kommissionsarbeit bleibt.
Als Kirchenrechtlerin sieht sie ihre Aufgabe darin, die Kommission über die jeweiligen Zuständigkeiten für Bistums- und Ordensangehörige, die z.B. in Bistümern arbeiten, aufzuklären. Auch die Frage der Aufhebung von Verjährungsfristen müsse geprüft werden, ebenso die Frage, welche Autorität die Aussagen von Opfern haben und wie Vertraulichkeit gehandhabt werden solle: “Wer hat ein Recht auf Informationen und wie kann man diese Rechte auch umgehen, sodass eine gewisse Klarheit auch für die Opfer deutlich wird? ” Quelle: vaticannews.va,  s. auch srf.ch


27.4.2018 Cruz glaubt nicht, dass die Einladung zum Gespräch mit dem Papst eine PR-Aktion sei. Er hoffe auf grundlegende Schritte in Richtung auf eine Null-Toleranz-Politik und frage sich, warum der Papst nicht früher gehandelt habe. In die Arbeit der vatikanischen Sonderermittler Erzbischof Scicluna und Jordi Bertomeu Farnos habe er Vertrauen. Negativ äußerte er sich über den früheren Erzbischof von Santiago, Kardinal Francisco Javier Errazuriz. Cruz glaubt nicht, dass es genügt, einige chilenische Bischöfe zu entlassen, die Kirche brauche “eine Null-Toleranz-Politik in Sachen Missbrauch”. Cruz berichtet von einer Begegnung mit Errazuriz in der chilenischen Botschaft Roms. Errazuriz sei wütend und habe vermutlich über die chilenischen Opfer geschimpft. Er versuche Lobbyarbeit zu machen. Quelle: kathpress.at
Zur Erinnerung: Von Null-Toleranz-Politik ist seit 2002 die Rede.


27.4.2018 An diesem Wochenende treffen drei chilenische Missbrauchsopfer mit Papst Franziskus zusammen. Juan Cruz, eines der Opfer, sagt, in der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen gebe es “gute Leute”, aber es sei “ziemlich beschämend”, dass die Kommission den Überlebenden wenig geholfen habe. Quelle: americamagazine.org


26.4.2018 Die Independent Inquiry into Child Sexual Abuse (IICSA), geleitet von Alexis Jay, hat einen Zwischenbericht über die Untersuchung von 21 britischen Institutionen, dareunter die Church of England und die kath. Kirche. Untersucht wurde, wie die Institutionen auf Missbrauchsvorwürfe reagierten. Hinweise an die Polizei ergingen über Vorwürfe aus Schulen und Kinderheimen, gefolgt von Vorwürfen aus religiösen Einrichtungen. Die Auswirkungen des Missbrauchs auf den religiösen Glauben wurden ebenfalls untersucht. Wenn Täter aus der Kirche kamen, fühlten sich die Opfer oft von Gott verlassen oder bestraft und begannen, ihr Verständnis der Welt in Frage zu stellen. Einige der angehörten Opfer praktizierten weiterhin ihren Glauben, um ihren Kindern ein Aufwachsen mit dem Glauben zu ermöglichen. Einige andere nutzten ihren Glauben, um mit dem sexuellen Missbrauch umgehen zu können, hatten damit jedoch Schwierigkeiten. Quelle: christiantoday.com


26.4.2018 Im ehemaligen Kinderheim Heilig Kreuz, Donauwörth, sind bei einem Runden Tisch auch Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Priester – Max Auer – aufgetaucht. Max Auer starb 1980, er war der Enkel des Lehrers und Verlegers Ludwig Auer. Ein ehemaliges Heimkind, Stefan Schmid, berichtet u.a. von Vergewaltigung. Auch Cornelia Heiderich erzählt, dass Max Auer sie als kleines Mädchen unsittlich berührte, wenn die Haushälterin nicht da war. Andere ehemalige Heimkinder berichten von brutalen Methoden der weltlichen Erzieherinnen. Der für das bis 1977 bestehende Kinderheim zuständige Bischof von Augsburg will eine Arbeitsgruppe einrichten, die die Vorgänge aufklären soll. Die Koordinierung der Arbeitsgruppe hat Manfred Prexl, ein von der Kirche unabhängiger Richter i.R. Der Bericht soll der Öffentlichkeit “zu gegebener Zeit” zugänglich gemacht werden. Nach einem öffentlichen Aufruf haben sich bislang zwölf Personen gemeldet. Quelle: katholisch.de  br.de (25.4.2018)
Kommentar: Bereits im September 2011 waren Vorwürfe von Gewalt, körperlicher und psychischer Misshandlung (Triggergefahr!) und von sexuellen Übergriffen anderer Heimkinder im Donauwörther Kinderheim öffentlich bekannt geworden – öffentlich reagiert hat die zuständige kirchliche Behörde damals jedoch nicht.


26.4.2018 Der Theologe Alvaro Ramis, Universidad de Chile, erklärt, dass der Fall Karadima mit der engen Verflechtung der katholischen Kirche und der wirtschaftlichen Elite in Chile zusammenhänge: “Die ersten Vorwürfe gab es in den 80er Jahren, aber sie führten zu Nichts, weil der Priester Karadima der Kirche viele wirtschaftliche Vorteile brachte durch Spenden, da er Freundschaften zu mächtigen Unternehmergruppen pflegte. Er warb außerdem erfolgreich junge Männer aus hohen sozialen Schichten für das Priesteramt an, die auch wiederum viele Kontakte hatten, um Spenden für die Kirche zu erwerben. Was damals niemand wusste war, dass Karadima diese jungen Männer für seine Sekte manipulierte und indoktriniert. Der sexuelle Missbrauch war der letzte Preis, den sie zahlen mussten, um zur Gruppe zu gehören.” Im BLick auf die Fehlinformation des Papstes über den Fall Barros und andere chilenische Bischöfe sagt Ramis: “Die Verantwortung hat jetzt nicht mehr der Papst, sondern die Informanten. Und diese Informanten sind der ehemalige Erzbischof von Santiago Francisco Errázuriz, der Apostolische Nuntius in Chile Ivo Scapolo, der aktuelle Erzbischof von Santiago Ricardo Ezzati und sicherlich noch weitere Bischöfe. Die starke Aufmerksamkeit, der Aufruf zu Ordnung und dass die gesamte Bischofskonferenz im Mai nach Rom reist, zeigt, dass es hier um eine kollektive Verantwortung geht. Die gesamte chilenische Bischofskonferenz hat falsche Informationen weitergegeben.” Quelle: deutschlandfunk.de  s. auch: Inés San Martin, 25.4.2018


25.4.2018 Fast 100 Prozent der Männer, die sechs Jahre nach dem Ende einer Therapie wegen Pädophilie in der Berliner Charité – “Kein Täter werden” – befragt wurden, haben keinen Missbrauch begangen. Nur einer von 56 Männern therapierten Männer habe sexuellen Missbrauch begangen. Quelle: saarbruecker-zeitung.de


25.4.2018 In der Schweiz gibt es verschiedene Gremien innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche, die kirchliche Missbrauchsfälle aufklären sollen und den Bischöfen Empfehlungen geben für den weiteren Umgang mit Opfern, u.a. im Blick auf Entschädigungszahlungen. Nun hat die Präsidentin der unabhängigen Kommission “Cecar”, Sylvie Perrinjaquet, aus Protest ihre Arbeit unterbrochen. Sie wirft den Bischöfen vor, die Arbeit von Cecar infrage zu stellen und viele der Empfehlungen von Cecar anzuzweifeln. Perrinjaquet vermutet, dass die Bischöfe argwöhnisch geworden seien, weil ihre Kommission oft für eine Entschädigung von 20.000 SF plädiere. Vermutlich wolle die Kirche sparen. Liliane Gross, Landeskirche Zürich, widerspricht: Die Entschädigungen müssten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein. Die Schweizer katholische Kirche beteuert, auf der Seite der Opfer zu stehen. Daran zweifelt die “Cecar”-Präsidentin: “Ich habe das Gefühl, dass die Kirche noch nicht in der Realität angekommen ist. Sie hat kein Gespür dafür, was die Opfer in ihrem Alltag durchmachen müssen.” Nun gibt es eine Krisensitzung zwischen Kirchenvertretern und Vertretern von Cecar. Quelle: 3sat.de


24.4.2018 Seit den 70er Jahren gab es Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Erzbistums Köln. Seit acht Jahren lebte der Ruhestandsgeistliche im Bistum Trier. Dort hatte er jahrelang Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, obwohl ihm vom Erzbistum Köln verboten worden war, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen. Das Bistum Trier wurde nicht vom Erzbistum Köln über die Vorwürfe und die Auflagen informiert. Beide Bistümer gaben die Einsatzorte des Ruhestandspriesters aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt. Die Vorgänge fielen erst auf, als das Bistum Trier dem Ruhestandsgeistlichen eine Pfarrverwaltung übertragen wollte und es einen Kontakt zum Erzbistum Köln gab. Erst da fiel dem Erzbistum Köln auf, dass der Geistliche nur unter Auflagen hätte arbeiten dürfen. Erst da fiel auch auf, dass der Geistliche sich nicht an die Auflage hielt, “keine Angebote für Kinder und Jugendliche” zu machen. Der Kölner Erzbischof entschuldigte sich beim Trierer Bischof. Der Kölner Stadtanzeiger sagt, der Fall werde laut Erzbistum “nach Abschluss der vorgeschriebenen Maßnahmen zur Überprüfung nach Rom” gemeldet. Quelle: Saarbrücker Zeitung  Kölner Stadtanzeiger
Kommentar: Das Erzbistum Köln braucht also 8 Jahre, um die vorgeschriebenen Maßnahmen abzuschließen, damit der Fall nach Rom gemeldet werden kann? Einem Missbrauchstäter lediglich die Auflage zu erteilen, keine “Angebote für Kinder und Jugendliche” zu machen, ist nicht hilfreich – Seelsorger begegnen in allen seelsorglichen Handlungsfeldern Kindern und Jugendlichen – da muss ein Täter gar keine gezielten “Angebote für Kinder und Jugendliche” machen.  


24.4.2018 Bill Kilgallon, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, berichtet, dass die Kommission Leitlinien erstellte, um Bischofskonferenzen weltweit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch zu unterstützten. Die Glaubenskongregation hatte zuvor schon an Richtlinien gearbeitet. Die Kinderschutzkommission bat die Glaubenskongregation, über die dort geleistete Arbeit informiert zu werden. Die Glaubenskongregation lehnte dies ab.
Weitere Themen der Kinderschutzkommission waren Kirchenrecht und Änderungen der Praxis im Umgang mit Missbrauchsbeschwerden, Fristen für Missbrauchsfälle und eine bessere Definition “gefährdeter Erwachsener”. Eine Arbeitsgruppe kümmerte sich um Bildung und Ausbildung der Kirchenleitung (P. Zollner) eine andere Arbeitsgruppe um die Stimmen der Überlebenden (M. Collins) und eine dritte Arbeitsgruppe um Bildung in kirchlichen Gemeinschaften.
Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, schreibt, es sei beschämend, dass die Glaubenskongregation noch immer nicht auf Briefe von Missbrauchsüberlebender reagiert, obwohl sie durch den Papst dazu angewiesen wurde. Quelle: nzcatholic.org.nz


22.4.2018 Papst Franziskus beabsichtigt, den Status der Kinderschutzkommission definitiv zu bestätigen. Die Vollversammlung der Kommission hat in dieser Woche großes Augenmerk auf die Anhörung von Missbrauchsüberlebenden gelegt. Die angehörten Missbrauchsopfer beraten auch die katholische Kinderschutzkommission von England und Wales. Sie hätten sich durch die Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wurde, gestärkt gefühlt. Auch weiterhin soll den Zeugnissen von Opfern katholischer Priester großes Gewicht beigemessen werden. Thema der Beratungen waren auch die Ergebnisse der Australischen Königlichen Kommission. Die Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission wurden vom Papst in Privataudienz empfangen. Quelle: vatikannews


21.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, konstatiert, dass die Kommission sich erstmals seit 7 Monaten trifft und bislang wenig praktischen Wandel erreicht hat. Bisher gibt es keine Rechenschaftspflicht von Bischöfen, weil das Tribunal gegen vertuschende Bischöfe von der Kurie ebenso abgelehnt wurde wie die Wahrung der Leitlinien. Collins wünscht Transparenz der Arbeit der Kommission und hofft, dass am Ende des Treffens ein umfassender Bericht über die aktuelle Arbeit und die künftigen Pläne veröffentlicht wird. Quelle: twitter.com


20.4.2018 Erstmals hat der Vorsitzende der chilenischen Bischofskonferenz Ezzati sich von den Bischöfen distanziert, denen Vertuschung sexuellen Missbrauchs vorgeworfen wird. Ezzati sagt: “Es ist bedauerlich, dass einige den Heiligen Vater betrogen haben.” Bischof Barros lässt bekanntgeben, dass er gesundheitliche Probleme habe. Bischof Koljatic hat bereits gestern geäußert, er werde zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte. Quelle: Domradio


20.4.2018 Die Korntaler Brüdergemeinde, in deren Heimen Kinder Gewalt und Missbrauch erlitten haben, hat erste Geldzahlungen angewiesen. Die Mitglieder der Vergabekommission sind unbekannt. Voraussetzung für Zahlungen war ein Gespräch mit der Juristin Brigitte Baums-Stammberger, die 112 Interviews führte. Weitere Interviews sollen folgen. Bis Sommer 2010 können sich Opfer noch melden. In ersten Stellungnahmen von Vertretern von Opfergruppen wird von unterschiedlichen Reaktionen der Opfer berichtet. Eine Opfergruppe bemängelt die Intransparenz der Entscheidungskriterien für die Vergabe der Gelder. Angemahnt wird eine bislang fehlende Erinnerungskultur und eine ehrliche Entschuldigung. Detlev Zander, der die Gewaltvorfälle vor vier Jahren publik machte, sagt: “Jetzt haben wir nur aufeklärt. Die Menschen sind befriedet. Jetzt muss es weitergehen.” Auch der Sprecher der Brüdergemeinde gab zu erkennen, dass es mit der Bezahlung nicht getan ist. Die gemeindebezogene Aufarbeitung habe schon begonnen, sagte er. Quelle: Stuttgarter Zeitung


19.4.2018 Bischof Tomislav Koljatic, Linares, Chile, sagte, er werde zum Wohl der Kirche zurücktreten, wenn der Papst ihn darum bitte. Zugleich erklärte er, es seien nie Vertuschungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden und er sei auch keines Vergehens angeklagt worden.
Quelle: orf


19.4.2018 In der Schweiz wird jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sexuell missbraucht. Nach Schätzungen gibt es in der Schweiz 50.000 Täter. Das erklärte Marie-Jo Abey von der Vereinigung Groupe Sapec. Bruno Gravier, Professor und Psychiater forderte für Pädophile psychiatrische Begleitung. Groupe Sapec berichtete, dass viele Vereine Prävention scheuten, aus Sorge, man unterstelle ihnen dann Missbrauchsfälle. Bischof Morerod, Westschweiz, sagte, in seinem Bistum sei der Umgang mit Verdachtsfällen schwierig. Er müsse die Polizei über Verdachtsfälle informieren, habe aber Angst, dass man daraufhin noch mehr Dinge vor ihm verstecken wird. Er sehe keine perfekte Lösung. Quelle: kath.ch


19.4.2018 Martin Grichting, Generalvikar von Chur, konstatiert, dass die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche durch die Geringschätzung des kirchlichen Rechts und die undifferenzierte Forderung nach Dezentralisierung der Kirche begünstigt haben. Quelle: NZZ


18.4.2018 Katholische Whistleblower – Priester, Ordensleute und Laien – fordern eine substanzielle Überarbeitung der Politik der US-amerikanischen katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen. Sie wollen, dass Missbrauchsüberlebende und Laien einbezogen werden, Die Nulltoleranzpolitik auf alle geistlichen, religiösen und kirchlichen Angestellten ausgedehnt wird, dass auch Bischöfe einbezogen werden. Zudem sollen Täter, denen “erhebliche Vorwürfe” gemacht werden, auf den Internetseiten der Bistümer veröffentlicht werden. Die Kirche solle mit den Gesetzgebern jeden Staates zusammenarbeiten, die die Verjährungsfristen für sexuellen Missbrauch aufheben wollen. Die Forderungen wurden in einem Schreiben vom 1.4. an den Präsidenten der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, gerichtet und abschriftlich an den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Christoph Pierre, und an alle aktiven und pensionierten Bischöfe in den USA geschickt. Eine Antwort ging bislang nicht ein.
Von dem Bischof von Lafayette, Indiana, Timothy Lawrence Doherty allerdings erhalten die Anliegen der Wihistleblower Unterstützung. Quelle: ncronline.org


17.4.2018 Die von Marcial Maciel Degollado gegründeten Legionäre Christi in ihrem Zweig des Regnum Christi berät neue Statuten. Die Statuten sollen verhindern, dass erneut ein System von Betrug und sexuellem Missbrauch entstehen kann, wie Degollado (1920-2008) es aufgebaut hatte. Quelle: katholisch.de


17.4.2018 Am 1.5.2018 entscheidet die australische Justiz, ob gegen Kardinal Pell ein Prozess wegen Missbrauchsvorwürfen eröffnet wird. Die Anwälte Pells fordern die Einstellung des Verfahrens. Quelle: religion.orf.at


16.4.2018 Marie Collins, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen Kinderschutzkommission, kommentiert die chilenischen Ereignisse so: “Was in Chile passiert ist, ist dasselbe wie in einem Land nach dem anderen, wo Überlebende einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Ortskirche hat mit Hilfe von Verschleierung geschaut, wie sie ihre Kollegen schützen kann – seien es die Täter oder die nachlässigen Bischöfe. Der einzige Unterschied in diesem Fall war, dass die chilenischen Kirchenverantwortlichen nicht nur versuchten, die Laien zu täuschen, sondern auch versuchten, den Papst zu täuschen. Der einzige Weg, zu verhindern, dass dies wieder passiert, ist sicherzustellen, dass es schwerwiegende Folgen für jeden Kardinal, Bischof oder religiösen Führer hat, die versuchen, ihre Kollegen auf Kosten der Opfer zu schützen. Es muss Rechenschaftspflicht bestehen.” Quelle: www.latercera.com


16.4.2018 Häusliche Gewalt nimmt zu. In der Gesellschaft wird Gewalt oft noch immer verharmlost und gerechtfertigt. Das Thema muss immer wieder angesprochen werden, auch auf politischer Ebene. Quelle: Süddeutsche


14.4.2018 Papst Franziskus wird am 28. und 29.4. drei chilenische Missbrauchsopfer treffen. Darunter ist auch Juan Carlos Cruz. Quelle: vaticannews.va


13.4.2018 J. Müller-Meiningen benennt die Kardinäle Ricardo Ezzati und Francisco Errázuriz als “Urheber einer Diffamierungskampagne gegen chilenische Missbrauchsopfer” und kommentiert: “Ein Papst, der sich explizit für eigenes Fehlverhalten entschuldigt, markiert nicht nur eine Änderung in der Sache, sondern im System.” Quellen: Augsburger Allgemeine 


13.4.2018 Hans Zollner sagt, dem Papst gehe es keineswegs nur um “eine schnelle Entschuldigung”. Vielmehr ginge aus dem Brief des Papstes an die chilenische Bischofskonferenz hervor, dass er den Vorgängen in Chile „bewusst auf den Grund gehen“ wolle. Quelle: vaticannews.va


13.4.2018 Mit der Entschuldigung des Papstes für seine Fehleinschätzung der Behandlung der Missbrauchsfälle in Chile gerät auch die Rolle des dortigen Nuntius in Santiago, Erzbischof Ivo Scapolo, in den Blick. Aufgabe des Nuntius ist es, den “Heiligen Stuhl” auf dem Laufenden zu halten. Offensichtlich hat Scapolo dies nicht getan. Auch die Rolle des Kardinalsrats-Mitglieds Errazuriz gehört auf den Prüfstand. Zu fragen ist, wie es möglich ist, dass der Papst drei Jahre lang die Informationen nicht erhält, die er gebraucht hätte, um die Situation der kath. Kirche in Chile richtig zu beurteilen.
Quelle: ncregister.com
s. auch Daniel Deckers, FAZ: Der Papst, ein Opfer? “Der Papst ist kein Opfer. Anders als für seinen Vorgänger Benedikt hat die strukturelle Dimension des Themas Missbrauch bis heute für Franziskus keine Priorität. Im Fall Barros kommt hinzu, dass Franziskus dem eigenen Urteilsvermögen und den Einflüsterungen aus seiner Umgebung mehr vertraute  als allen Zweiflern. Auch das ist eine Spielart der doch so verheerenden ‘institutionellen Selbstgewissheit’, die die Kirche immer wieder an den Tag legt – und das nun in Gestalt des Papstes selbst.” Der Papst habe die Risiken der Netzwerke von Tätern und Mitwissern unterschätzt und gleich drei Kardinäle in sein engstes Beratungsgremium aufgenommen, “auf deren Amtsführung ein langer Schatten lag, darunter eine der Schlüsselfiguren der chilenischen Missbrauchsaffäre. Man kannte sich, man half sich.”


13.4.2018  Die Mitglieder der chilenischen Bischofskonferenz sind vom Papstbrief (englische Übersetzung) überrascht und geben sich selbstkritisch. “Wir haben nicht genug dagegen getan”, sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Militärbischof Santiago Silva. Zugleich betont er, man habe Franziskus alle verfügbaren Informationen zukommen lassen. Der Papst benennt als Ziel, die Wiederherstellung der kirchlichen Gemeinschaft in Chile, die Wiedergutmachung des Skandals und die Herstellung von Gerechtigkeit. Quelle: katholisch.de


12.4.2018 Einer österreichischen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung zufolge werden 27% der 11-18-Jährigen mit sexueller Belästigung im Internet konfrontiert. Mädchen geraten mit 40% dreimal so oft in eine solche Situation wie Jungen. Nur 8% melden der Polizei Vorfälle.
27 Prozent der Elf- bis 18-Jährigen in Österreich sind schon sexueller Belästigung im Internet ausgesetzt gewesen. Mädchen geraten mit einem Anteil von 40 Prozent fast dreimal so häufig in solche Situationen wie Burschen, sagt Raphaela Kohout vom Institut für Jugendkulturforschung. Die Täter sind oft Unbekannte und meist viel älter als die Betroffenen. Neue Freunde finden und sich verlieben, das passiert für Jugendliche heute laufend auch in Online-Spielen, auf Chatportalen und auf Instagram. Dass sie dabei mitunter “ungut angegangen werden” – bis hin zu strafrechtlich relevantem Missbrauch –, werde von vielen als “normal” empfunden: “Obwohl wir tagtäglich mit dem Problem konfrontiert sind, waren wir sehr schockiert, wie sehr sich Jugendliche mit sexueller Belästigung im Internet abgefunden haben”, sagt Elke Prochazka, Psychologin beim Jugendnotruf Rat auf Draht. Rat auf Draht und SOS-Kinderdorf, das die Beratungsstelle seit 2014 führt, waren Auftraggeber der Umfrage unter 400 Elf- bis 18-Jährigen. – derstandard.at/2000077812311/Missbrauch-im-Internet-27-Prozent-der-Elf-bis-18-Jaehrigen. Quelle: der-standard.at


11./12.4.2018 Papst Franziskus schreibt den chilenischen Bischöfen, er habe sich  „aufgrund eines Mangels an genauen und ausgewogenen Informationen” ein falsches Bild von der Situation in Chile gemacht. Charles Scicluna hat dem Papst einen Bericht seiner Anhörungen in Chile vorgelegt. Dieser Bericht habe einen tiefen Eindruck beim Papst hinterlassen. Er halte die Zeugenaussagen für glaubwürdig. Die Zeugen beschuldigen Bischof Barros der Vertuschung der Missbrauchshandlungen durch den Priester Karadima. Dankbar sei der Papst denen, die „mit Ehrlichkeit, Mut und Sinn für die Kirche ein Treffen mit meinen Gesandten einforderten und ihnen die Wunden ihrer Seele zeigten“. Er entschuldigt sich bei allen, die er beleidigt hat und werde dies auch bei Treffen mit Vertretern der befragten Personen persönlich tun. Der Papst plant, die chilenischen Bischöfe zu Beratungen in den Vatikan zu berufen, um Schlussfolgerungen aus dem Bericht zu diskutieren. Von einer Entlassung des Bischofs Barros sprach er nicht. Auch die Namen der weiteren beschuldigten Bischöfe – Tomislav Kohljatic, Horatio Valenzuela, Erzbischof Francisco Javier Errazuriz Ossa – werden nicht genannt; ebenso wenig wie die Namen derer, die den Papst nicht wahrheitsgemäß informierten.
kathpress berichtet, dass Barros selbst übergriffig geworden sein soll. Quelle: vaticannews.va  katholisch.de  domradio.de  kathpress.at


11.4.2018 Erzbischof  Philip Wilson, Adelaide, Australien, sagte vor Gericht, er erinnere sich nicht, dass zwei Ministranten ihm von sexuellem Missbrauch durch den Priester James Fletcher berichtet hätten. Hätten sie ihm davon berichtet, hätte er dem damals 15-jährigen mutmaßlichen Opfer und seiner Familie Seelsorge zukommen lassen und die Vorwürfe seinen Vorgesetzten gemeldet.
Bei Wilson wurde eine beginnende Alzheimer-Krankheit diagnostiziert, aber er sieht sich imstande, weiterhin das Bischofsamt auszuüben. Quelle: cruxnow.com


9.4.2018 Die neu zusammengesetzte Päpstliche Kinderschutzkommission trifft sich Mitte nächster Woche erstmals. In einem Opferbeirat sollen auch Opfer gehört werden. Aufgabe der Kommission ist es, den Papst zu beraten, Kontakt zu Betroffenen zu haben; Initiativen und Möglichkeiten zu fördern, die Minderjährige im kirchlichen Raum schützen; Leitlinien zu Prävention und Intervention zu verbessern und anzuwenden und Verantwortliche zu informieren und zu schulen. Voraussichtlich trifft sich die Kommission zweimal jährlich in Rom.  Quelle: domradio


7.4.2018 Ein früherer Kirchendiplomat der Nuntiatur in Washington, Angehöriger des Bistums Mailand, hatte in Kanada von einem kirchlichen Rechner Missbrauchsdarstellungen von Kindern heruntergeladen. Die kanadische Justiz erließ Ende September 2017 einen Haftbefehl, stellte jedoch keine Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden. Sehr wohl jedoch forderten kanadische und amerikanische Behörden die Aufhebung der diplomatischen Immunität des Beschuldigten. Der Vatikan holte ihn jedoch nach Rom. Nun hat ihn die vatikanische Justiz in Untersuchungshaft genommen. Quellen: kathpress.at  faz.net 10.4.2018


6.4.2018 Bischof Lawrence T. Persico, Bistum Erie, Pennsylvania, hat eine Liste von 34 glaubhaft des Missbrauchs beschuldigten Priestern und 17 Laien veröffentlicht. Er begründete: “Als Katholiken glauben wir, dass der Herr unendliche Barmherzigkeit und Absolution für diejenigen hat, die zerknirscht sind und aufrichtig Vergebung suchen. Aber das bedeutet nicht, dass sie frei von den Auswirkungen ihres Verhaltens sind.” Quelle: crux-now


5.4.2018 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte dringend zusätzliche Therapeuten und spezifische thrapeutische Angebote für komplex traumatisierte Missbrauchsopfer, sowohl für Minderjährige als auch für Erwachsene. Rörig fordert darüber hinaus zum wiederholten Mal die Reform des Opferentschädigungsgesetzes und die Beseitigung der Missstände beim Ergänzenden Hilfesystem. Derzeit müssen Betroffene mit einer Bearbeitungszeit von zwei Jahren rechnen. Quelle: beauftragter-missbrauch.de


5.04.2018 Seit 2010 gingen im Bistum Würzburg 111 Missbrauchsmeldungen ein. Im letzten halben Jahr wurden drei Priester beschuldigt. Das Bistum zahlte an 21 Opfer materielle Leistungen von 100.500 €. Beschuldigt  wurden 34 Priester, von denen 16 bereits verstorben sind. Zudem gibt es 16 Vorwürfe gegen weitere Mitarbeiter. In 14 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft, in einem Fall gab es eine gerichtliche Verurteilung. Quelle: main-echo.de


4.4.2018 Der britische Bericht über das Schicksal der Kindermigranten ist erschienen. Kinder aus armen oder verwahrlosten Familien oder uneheliche Kinder wurden bei angeblich wohltätigen Institutionen in ehemaligen oder damaligen Kolonien untergebracht: In Australien, Kanada, Neuseeland und Südrhodesien (Simbabwe). Zwischen 1946 und 1970 wurden ca 4000 Kinder in ausländische Heime verlegt. Erst 2010 bat der damalige Premierminister Gordon Brown die Überlebenden von Staats wegen um Vergebung. Der heute 75-jährige Michael O’Donoghue berichtet, dass er als Zehnjähriger von einem Kinderheim in London in ein Waisenhaus in Australien geschickt wurde. Dort, bei katholischen Glaubensbrüdern in Clontarf in Westaustralien, wurde der Knabe systematisch gequält und vergewaltigt. Hier berichten weitere Kindermigranten von ihrem Schicksal. Quelle: NZZ


4.4.2018 Kardinal Barbarin, Lyon; Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, Chef der Glaubenskongregation und fünf weitere katholische Kirchenvertreter sind vom 7.-9.1.2019 vor ein Lyoner Gericht geladen. Er wird beschuldigt, den sexuellen Missbrauch von Pfadfindern durch Pater Bernard Preynat vertuscht zu haben. Erzbischof Ladaria und die anderen Kirchenvertreter sollen informiert gewesen sein, den Missbrauch jedoch nicht an die Behörden gemeldet haben. Erzbischof Ladaria habe 2015 Kardinal Barbarin mitgeteilt, dass die Glaubenskongregation angemessene Disziplinarmaßnahmen empfohlen habe und angeordnet habe, einen öffentlichen Skandal zu vermeiden. Quellen: cruxnow.com  La-croix

4.4.2018 Ein 50-jähriger Priester aus dem Erzbistum Leon, Guanajuato, Mexiko, wurde wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Jugendlichen zu 90 Jahren Haft verurteilt. Die Jugendlichen hatten das psychologische Beratungsangebot des Täters an einer katholischen Schule in Irapuato genutzt. Weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den Geistlichen liegen vor. Quelle: kathpress.at  katholisch.de


3.4.2018 Papst Franziskus hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch des Weihbischofs Thomas J. Curry, Los Angeles, angenommen. 2013 wurde bekannt, dass der frühere Erzbischof von LA, Kardinal Roger Mahony und Curry als Personalverantwortlicher in den 1980er Jahren gezielt pädophil auffällig gewordene Priester sowohl einer Therapie als auch der staatlichen Strafverfolgung entzogen haben. Mahony wurde daher von seinem Amtsnachfolger Jose Gomez Velasco im Februar 2013 von allen Aufgaben entbunden. Curry hatte zeitgleich seinen Rücktritt angeboten, den Papst Benedikt aber nicht annahm. Quelle: orf