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Presse

2. Quartal 2016

30.6.2016 Das Bistum Augsburg informiert über die Online-Umfrage des Forschungsprojektes der DBK. Quelle: Bistum Augsburg


29.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung kritisiert die Aufarbeitung der kath. Kirche. Sowohl die Nennung der Täternamen als auch die Nennung der Namen derer, die Täter geschützt haben, sei nötig. Quelle: katholisch.de


28.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert von der katholischen Kirche “volle Transparenz” in der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Harald Dreßing, ZI Mannheim, weist auf die Ethikrichtlinie der Universität Heidelberg hin, die es verbiete, Namen zu nennen. – Die Forscher mussten ihre Methodik mehrfach ändern, weil sich herausstellte, dass die Personalakten der Bistümer nicht sehr aussagekräftig seien: Dokumente wurden aus Datenschutzgründen vernichtet, Hinweise absichtlich vertuscht oder Kinder trauten sich nicht, über das zu sprechen, was ihnen angetan wurde.. „In vielen Fällen finden sich überhaupt keine Spuren in den Akten“, sagt Harald Dreßing.

Umso mehr seien die Forscher darauf angewiesen, dass sich viele Betroffene melden und über ihre Erfahrungen sprechen. „Nur die Betroffenen kennen die Wahrheit”, sagte Dreßing. (Online-Umfrage (Losung: MHG2016). Quelle: Tagesspiegel


28.6.2016 Im Interview sagt Prof. Dreßing, dass ein Viertel der Täten durch kath. Priester schwere Sexualdelikte sind. Drei Viertel sind sog. hands-on-Delikte. Quelle: swr.de


28.6.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der deutschen Regierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert von der katholischen Kirche mehr Transparenz bei der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Erforderlich sei die Nennung von Namen – von Täternamen ebenso wie von Namen derer, die Täter geschützt haben. Rörig kann nicht erkennen, dass die Eignungsprüfungen für Priesteranwärter tatsächlich verändert worden wären. Er gibt die Kritik Betroffener wider, die darüber klagen, dass die Kirchenvertreter nicht auf Augenhöhe mit ihnen sprechen und sie sich “wie von oben herab behandelt” fühlen. Quelle: nwzonline.de  orf.at 


28.6.2016 Im Zwischenbericht des Forschungsprojektes werden 17% der Täter als pädophil eingestuft. Sollte sich diese Größenordnung bestätigen, entspräche das dem üblichen Durchschnitt in der Gruppe der Sexualstraftäter. Aber: “Sollte sich diese Zahl in weiteren Studien bestätigen, wäre das deutlich mehr als der geschätzte Bevölkerungsdurchschnitt von etwa zwei bis vier Prozent der Männer”. Auffallend ist der hohe Anteil (75,5%) von sog. Hands-on-Delikten (physische Übergriffe, Vergewaltigung, erzwungener Oralverkehr…). “Verstörend” sei dieser hohe Anteil, sagt der Forscher Prof. Dreßing.

Der Forscher Dölling, Heidelberg, beobachtet, dass knapp 44 % der Täter mehr als ein Opfer haben, nämlich im Durchschnitt 5,4 Opfer pro Täter. Die Ursache sieht er darin, dass das Opfer aus verständlicher Furcht heraus keine Anzeige erstattet.
Der nun vorgelegte Zwischenbericht beschäftigte sich mit 40 allgemein zugänglichen internationalen Studien über Missbrauch in der kath. Kirche und 13 Studien in weltlichen Institutionen. Der Spiegel merkt an, dass 4 von 10 Studien zu kircheninternem Missbrauch Befragungsmethoden anwandte, die sozialwissenschaftlich nicht anerkannt seien. Auch die Zahl der strukturierten klinischen Interviews sei  verschwindend gering. Psychiatrisch-psychologische Erhebungen seien in nur zehn Prozent der Untersuchungen durchgeführt worden. Quelle: Spiegel, dbk.de


28.6.2016 Das Bistum Essen beteiligt sich an der derzeitigen Studie der DBK. Es erwartet jedoch keine Überraschungen, da es selbst bereits die Akten durchforstet hat. Quelle: www1.wdr.de


28.6.2016 Bischof Ackermann sagte, oft gebe es in den Personalakten der Bistümer keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe. Eine Aktenvernichtung in größerem Stil habe es aber nicht gegeben. Es sei vorgekommen, dass die Staatsanwaltschaft gegen Priester ermittelt habe, die Kirche jedoch keinen eigenen Prozess anstrengte. Quelle: n-tv.de


27.6.2016 In den USA haben die katholischen Bischöfe des Bistums New York über 2 Millionen US-Dollar gezahlt, um Lobbyarbeit gegen eine Reform der Gesetzgebung zum Kindesmissbrauch zu betreiben. Die Reform soll es Opfern erleichtern, Entschädigungen einzuklagen. Im Bundesstaat New York können Zivilverfahren nur bis zum 23. Geburtstag eingereicht werden. Der neue Gesetzesvorschlag will diese Frist erweitern. Außerdem ist vorgesehen, dass Opfer, die nach gegenwärtiger Rechtslage keine Klage mehr einreichen können, innerhalb einer Ein-Jahres-Frist ihren Fall vor ein Zivilgericht bringen können. Die kath. Lobbyarbeit richtet sich vor allem gegen diese Ein-Jahres-Frist. Quelle:  hpd


27.6.2016 Der Jesuiten-Orden hat einen Zwischenbericht über Missbrauchsfälle an Jesuiten-Schulen veröffentlicht. Zahlen zu Tätern und Opfern jedoch sind unklar. Neu ist, dass sich auch sechs Jahre nach der ersten Aufdeckung noch Opfer bei den Beauftragten melden: Bei der beauftragten Rechtsanwältin 17 Opfer seit 2011 und bei dem Therapeuten von Brisinki seit 2014 noch 23 Opfer. Der Orden hat bislang an 118 Betroffene “Anerkennungszahlungen” geleistet (589.000 Euro plus 132.000 Euro für Therapiekosten).

Die Zahlen jedoch sind undurchsichtig: Der Bericht spricht von 34 Betroffenen am AKO – der Zinsmeister-Bericht hatte von 58 Opfer gesprochen.
Im neuen Zwischenbericht werden Pater Stüper 15 Taten zugeordnet – im Zinsmeister-Bericht wurden 31 strafrechtlich relevante Missbrauchstaten des Paters benannt. Einem zweiten Pater im AKO, Pseudonym Julius, ordnet der neue Zwischenbericht fünf Taten zu. Die anderen AKO-Täter seien “fast alle nur einmal genannt”, sagt der neue Zwischenbericht. Der Zinsmeister-Bericht von 2011 jedoch benennt weitere Mehrfach-Täter: 4 Gewaltfälle bei einem Pater Ludwig, 6 Fälle bei einem Pater Herbert, ein Pater Harald vom AKO-pro-Seminar wird dreimal schwer beschuldigt.
„Der Bericht des scheidenden Provinzials beinhaltet weiterhin Nebelkerzen. Erneut ist eine Chance auf Klarheit vertan“, kommentiert Heiko Schnitzler vom Eckigen Tisch Bonn die vorgelegten Zahlen des Ordens. Quelle: general-anzeiger-bonn.de


27.6.2016 Die Forscher, die das derzeitige Forschungsprojekt der DBK verantworten, berichten, dass nicht alle Staatsanwaltschaften ihre Akten freigeben. Dies gelte vor allem für Bayern. Von der kath. Kirche jedoch erhielten die Foscher “alles, was sie wollen”. Bischof Ackermann sagt, es gebe “keine Anhaltspunkte für die mengenweise Vernichtung von Akten”. Nach Aussage von Prof. Dreßing haben sich alle Bistümer verpflichtet, ihre Geheimarchive zu öffnen. Die (Erz-) Bistümer Bamberg, Berlin, Essen, Freiburg, Hamburg, Magdeburg, Paderborn, Speyer und Trier sollen genauer untersucht werden. Darüber, dass Vergehen/Verbrechen erst gar nicht in die Priesterakten aufgenommen wurden, sagte er nichts. Drei Viertel der Taten in der kath. Kirche sind sog. Hands-on-Handlungen. Das zeigt, dass die Taten in der Kirche keineswegs harmloser sind als Missbrauchsfälle in anderen Bereichen.

Die bislang bekannten Folgen für Opfer gehen nicht über längst Gewusstes hinaus.
Matthias Katsch kritisiert: „Es ist für die Betroffenen absolut inakzeptabel, dass Bischöfe und kirchliche Vorgesetzte, die Missbrauchstaten unter der Decke gehalten und Täter geschützt haben, nicht genannt werden sollen.“ Zu einem Neuanfang gehöre die Übernahme von Verantwortung für die Vergangenheit, sagte er. Für ihn gehörten die Nennung der Kirchenmänner, die versagt hätten, und eine ehrliche Diskussion über die innere Struktur der Kirche dazu – neben einer angemessenen Entschädigung für die Opfer.Und bisher wende die Kirche noch mehr Geld für Anwälte und PR auf als für Missbrauchsopfer. Quellen: der westen.de morgenpost.de evangelisch.de  heute.de zeit.de dw FR KStA rp-online stern zdf taz swr-Interview Radio Vatikan Radio Vatikan kirchensite.de Ärztezeitung Süddeutsche katholisch.de


27.6.2016 Das derzeitige Forschungsprojekt der DBK (online seit 3.5.2016) hat in einer Metastudie 40 Studien aus Deutschland, den USA, Kanada, Australien und anderen Ländern über die kath. Kirche und 13 über andere Einrichtungen untersucht. Die Untersuchung bezog sich auf 14.588 Taten. Im kath. Raum waren die Täter zu über 80% Gemeindepfarrer und andere Priester. Sie wiesen zu 29,6% emotionale oder sexuelle Unreife auf. 21 % zeigten eine Persönlichkeitsstörung, 17,7 % zeigten pädosexuelle Merkmale. 13,1 % waren alkoholabhängig. Bei der Mehrheit der Fälle waren die Handlungen geplant und ereigneten sich am häufigsten in der Wohnung des Täters (24,2 %), in der Schule (12,8 %), auf öffentlichen Plätzen (10,4 %) oder vor/nach dem Gottesdienst in der Kirche oder angrenzenden Räumen (9,3 %). In 82,9 % kam es zu direktem Köperkontakt.

Die Metastudie des Forschungsprojektes der DBK zeigt, dass im kath. Raum der Anteil männlicher Missbrauchsopfer bei 78,6 % liegt, also deutlich höher ist als in nicht-kirchlichen Kontexten. Die Welt schreibt, es solle eine biografische Befragung von Tätern und Opfern und einen Vergleich mit anderen Institutionen geben. Quelle: welt.de  Präsentation des Zwischenberichts
Kommentar: Nach Planung der Studie müsste die Opferbefragung bereits im Februar 2016 abgeschlossen sein. Allerdings wurde vor einer Woche eine Online-Befragung für Opfer gestartet, die in der Planung nicht vorgesehen war. Dass sich deutlich weniger Frauen als Männer als Opfer zu erkennen gegeben haben, könnte daran liegen, dass Mädchen eher schweigen und zurückhaltender sind, wenn es darum geht, einen Fall anzuzeigen. Vor allem diejenigen, die als Jugendliche Opfer wurden, quälen sich sehr mit der Frage nach der eigenen schuldhaften Beteiligung. Die Metastudie spricht von 17,7 % pädophiler Täter. Die Leygraf-Studie bemerkte: “Insbesondere der Anteil der Geistlichen mit einer sexuellen Präferenzstörung im Sinne einer Pädophilie ist eher gering. Die handlungsleitenden Motive für die begangenen sexuellen Übergriffe sind bei der Mehrheit der Geistlichen demnach im normal-psychologischen Bereich zu verorten.” 


24.6.2016 Kardinal Marx hat in Dublin erklärt, die kath. Kirche habe viel getan, um Homosexuelle zu marginalisieren. Sie müsse sich entschuldigen. Kardinal Parolin hatte das irische Referendum zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe 2015 noch als Niederlage für die Menschlichkeit bezeichnet. Kardinal Marx wollte zu dieser Äußerung nicht Stellung nehmen. Marx selbst hatte noch 2011 Lesben und Schwule als “gescheiterte und zerbrochene Menschen” bezeichnet. Quellen: irishtimes.comqueer.de, 2011


24.6.2016 “Im katholischen Bistum Hildesheim sind im vergangenen Jahr fünf Anträge auf finanzielle Anerkennung sexualisierter Gewalt gestellt worden. Die gezahlte Summe beläuft sich insgesamt auf 30.000 Euro. Davon seien 17.000 Euro im Jahr 2015 ausgezahlt worden, 13.000 in 2016, teilte ein Bistumssprecher NDR Info auf Anfrage mit. Im Januar hatte das Bistum Hildesheim angekündigt, einen Gutachter einsetzen zu wollen, der die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Priester Peter R. prüfen solle. Zudem erklärte die Diözese im März, auch die Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen von einem unabhängigen Gutachter aufarbeiten lassen zu wollen. In beiden Fällen hat das Bistum bislang noch keine Gutachter benannt oder eingesetzt.” Quelle: NDR


23.6.2016 Die Caritas hat eine leider nur als Buch veröffentlichte Studie über die Erfahrungen von behinderten Kindern und Jugendlichen zwischen 1949 und 1975 in Caritas-Heimen vorgestellt. In dieser Zeit lebten 30.000 bis 50.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen in katholischen Heimen. Für die Studie wurden 339 Menschen befragt, 70% berichteten über physische Gewalt, 60% berichteten von psychischer Gewalt, 30% auch von sexueller Gewalt. Hochgerechnet ergibt sich für 30.000 – 50.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung in kath. Heimen, dass 10.000-16.000 Opfer sexueller Gewalt wurden. Quellen: dw.com caritas.de dbk dbk domradio.de, katholisch.de, donaukurier.de, domradio.de, spiegel.de br24.de


23.6.2016 In der französischsprachigen Schweiz soll es nach dem Vorbild der kath. Kirche Belgiens ab September eine unabhängige Opferschutzkommission für Menschen geben, die durch Kleriker missbraucht wurden. Die Kommission besteht aus zwei Opfervertretern, drei Mitgliedern der Zivilgesellschaft und zwei Vertretern der kath. Kirche. Drei Berater werden Opfer und Beschuldigte anhören und gemeinsam mit den Opfern (!) eine Lösung erarbeiten.

Die Groupe Sapec erklärte, dass nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen Opfer von Klerikern wurde. Mädchen würden aber eher schweigen. (Das entspricht auch meiner Beobachtung.) Quelle: radiovaticana.va kath.ch


22.6.2016 Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gegen den suspendierten Pfaffenhofener Stadtpfarrer wegen der Verdachts auf sexuellen Missbrauch dauern weiterhin an. Die Anklagebehörde prüft, ob die anonymen Vorwürfe gegen den Geistlichen zutreffen oder nicht. Weitere Details nennt die Staatsanwaltschaft nicht. Der Pfarrer war kurz vor Fronleichnam kurzfristig von seinem Amt suspendiert worden. Ihm wird vorgeworfen, sich vor seinem Wechsel nach Pfaffenhofen an einem Ministranten vergangen zu haben. Quelle: sueddeutsche.de


22.6.2016 Inzwischen haben sich rund 1700 kirchliche Opfer bei der Bischofskonferenz gemeldet. Am 21.1.2016 und ebenfalls noch am 13.3.2016 waren es noch 1600 Opfer gewesen. In 3 Monaten haben sich also ca 100 weitere Opfer gemeldet. Quelle: katholisch.de, der westen.de 27.6.2016


22.6.2016 Das Bistum Trier hat kirchenrechtliche Untersuchungen von Missbrauchsvorwürfen verschleppt. Ein staatsanwaltschaftliches Verfahren gegen einen Priester wurde 2006 wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum – damals unter Bischof Marx und Weihbischof Ackermann – wurde von der Staatsanwaltschaft informiert. Konsequenzen gab es keine, die Unterlagen wurden im Geheimarchiv abgelegt. Sie waren 2013 “nicht mehr präsent”, als weitere Ermittlungen gegen den selben Priester eingeleitet wurden. Erst bei einem dritten Verfahren 2016 wurde das Bistum auf das Verfahren von 2006 wieder aufmerksam und holte sich die Unterlagen von der Staatsanwaltschaft. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen liegt weder aus dem Bistum Trier noch aus dem Erzbistum München vor. Quelle: eifelzeitung.de


21.6.2016 Zum Forschungsprojekt der Bischofskonferenz gibt es nun erstmals einen öffentlichen Aufruf an kirchliche Missbrauchsopfer, sich zu beteiligen. Vom 22.6.2016 bis zum 30.6.2017 kann eine Online-Umfrage ausgefüllt werden. Am Ende der Online-Befragung werden drei Kontaktadressen angegeben für diejenigen, die an einem vertraulichen Interview teilnehmen möchten. Zur Unterstützung für Betroffene wird auf die Hotline des UBSKM verwiesen. – Nach Planung allerdings fanden die eigentlichen Opferinterviews (S. 4) zwischen Juli 2014 und Februar 2016 statt. Seit Februar 2016 geschieht die Auswertung dieser Interviews. Wie die befragten Opfer für die inzwischen abgeschlossenen Interviews gefunden wurden, ist unbekannt – einen öffentlichen Aufruf gab es nicht. Unbekannt ist auch die Zusammensetzung des Beirates, der das Forschungsprojekt begleiten sollte und u.a. die Befragungen auswerten sollte. Quellen: ZI Mannheim, swr


21.6.2016 Das Bistum Münster hat nun verbindliche Regeln im Umgang mit kirchl. Missbrauchsfällen eingeführt. Es hat auch bekannt gemacht, dass sich seit Januar 2016 mindestens 7 weitere Opfer gemeldet haben, so dass die Gesamtzahl der bekannten Opfer im Bistum Münster bei “rund 130 Menschen” liegt. Quelle: wdr.de


21.6.2016 Inzwischen haben sich 1700 Opfer von kath. Klerikern bei der DBK gemeldet. Das Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit startet im Juli eine Online-Umfrage zum “Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Priester, Diakone und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche”. Quelle: Domradio


20.6.2016 Die bolivianische Regierung will Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche untersuchen. Quelle: KNA und vicepresidencia.gob.bo katholisch.de


18.6.2016 Gegen den Erzbischof von Guam, Antony Apuron, erhebt ein dritter Mann den Vorwurf, der Erzbischof habe ihn als 15-Jährigen sexuell missbraucht. Quelle: guampdn.com


18.6.2016 Das Morgenecho berichtet, dass Hinweise auf “Sittlichkeitsdelikte” eines Priesters des Bistums Trier 2006 im Geheimarchiv des Bischofs verschwanden, nachdem sowohl der damalige Bischof, Kardinal Marx, als auch der heutige Bischof und damalige Weihbischof Ackermann in einer Sitzung von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung erfahren hatten. Dem Priester war sexueller Missbrauch eines 15-Jährigen vorgeworfen worden. Als es 2013 erneut zu Anzeigen gegen denselben Priester kam, waren die Akten des Geheimarchivs unbekannt. Erst im Zuge eines dritten Verfahrens 2016 habe das Bistum Hinweise auf das Verfahren von 2006 gefunden und sich die Akten der Staatsanwaltschaft geben lassen.

Das Bistum sagt zu seinem Vorgehen, es habe damals nach den Leitlinien von 2002 gehandelt. Diese Leitlinien hätten nicht vorgesehen, dass in Fällen, die staatliche Ermittlungsbehörden nicht aufklären konnten, die Kirche eigene Ermittlungen anstelle. Der  Kirchenrechtler Georg Bier widerspricht: Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung sei 2006 auch nach den damaligen Leitlinien möglich gewesen. Georg Bier sagt, es sei Aufgabe des damaligen Generalvikars Georg Holkenbrink gewesen, die ihm 2011 von seinem Vorgänger übergebenen Akten des Geheimarchivs durchzuschauen. Das geschah auch 2013 nicht. Quellen: presseportal.de  Christoph Fleischmann  Morgenecho, 18.6.2016   WDR 5 Diesseits von Eden Sendung am Sonntag, 19.6.2016, 9.05 – 9.45 


15.6.2016 Johannes Heibel, “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen” weist darauf hin, dass es für die südafrikanischen Opfer des verurteilten und laisierten Priesters Georg K. keine Aufklärung der Missbräuche zu geben scheint. Das südafrikan. Gericht hatte den Geistlichen nach Deutschland überstellt, weil seine Taten in Deutschland gravierender als in Südafrika seien (und weil Akten verschwunden waren). Da die Kirche Georg K. inzw. laiisiert hat, ist auch sie nicht mehr verantwortlich für die Aufklärung der Taten in Südafrika und für die Verantwortungsübernahme derer, die Georg K. schützten und die Opfer und ihre vier Familien alleine ließen.

Stefan Wieland, Pressesprecher des Bistums Aachen, sagte: “Trotz fehlenden, rechtskräftigen Urteilen – eigentlich Grundlage für die Anerkennung von Leistungen erlittenen Leids – unterstützt und begleitet das Bistum Aachen – in Abstimmung mit der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) als dienstvorgesetzte Behörde von dem ehemaligen Pfarrer K. für seine Zeit in Südafrika – das Antragsverfahren auf materielle Leistungen in Anerkennung des Leids.” Quelle: rp-online


14.6.2016 Pater Zollner, SJ, Leiter des vatikanischen Zentrums für Kinderschutz, berichtet, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern der sexuelle Missbrauch von Kindern im Kontext anderer Formen von Missbrauch und Gewalt gegen Kinder gesehen werden muss: „Unter anderem von Verkauf von Kindern oder Jugendlichen und ihren Organen, von Kindern, die in den Krieg ziehen oder Schwerstarbeit leisten müssen, von Kindern in tiefster Armut. Wenn wir als Westler hinkommen und sagen, jetzt kümmert euch auch um den sexuellen Missbrauch, der Kindern und Jugendlichen dort geschieht, dann sagen die, erst einmal müssen wir schauen, dass sie überhaupt etwas zu essen haben.“ Quelle: Radio Vatikan


13.6.2016 Der Bischof von Würzburg hat einen Ruhestandsgeistlichen des Dekanats Bad Kissingen aufgefordert, das Dekanat zu verlassen. Dem Bistum wurde der Vorwurf im März 2015 bekannt, im November 2015 wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Anfang Mai fand in der ehemaligen Pfarrei des Priesters ein Gesprächsabend statt, auf dem sich Generalvikar Thomas Keßler entschuldigte. Der Generalvikar berichtete Anfang Mai von der Selbstanzeige des Beschuldigten, die Staatsanwaltschaft spricht davon, dass die Anzeige erst vergangene Woche bei der Staatsanwaltschaft Schweinfurt eingegangen ist. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, vor mehr als 40 Jahren eine Minderjährige in Polen über mehrere Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Der Geistliche hat die Vorwürfe weitgehend eingeräumt, spricht aber von Einvernehmlichkeit. Quelle: br.de und mainpost


10.6.2016 Charles Scicluna, Erzbischof von Malta, stellt fest, dass das Motu Proprio “Come una madre amrorevole” nicht nur dem Schutz von Kindern dient, sondern von Vernachlässigung spricht, die anderen einen schweren Schaden zufügen kann. Der Papst weist darauf hin, dass die bischöfliche Verantwortung nicht nur Einzelnen gilt, sondern auch ganzen Gemeinschaften, die vor moralischem, spirituellen und finanziellen Schaden bewahrt werden soll. Das Motu proprio ruft Bischöfe nicht dazu auf, Missbrauchsfälle den staatlichen Behörden zu melden – da seien die jeweils üblichen staatlichen Gesetze zu befolgen, sagt Scicluna. Schon bislang konnte der Papst Bischöfe aus schwerwiegenden Gründen des Amtes entheben. Nun jedoch gibt es eine Prozedur, die den Bischöfen das Recht auf Verteidigung zugesteht.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hatte im Deutschlandfunk befürchtet: “Ich habe eine Sorge – ich sehe das positiv, aber ich habe eine Sorge, wenn man das Gesetz dann genauer liest, dass natürlich das auch Tür und Tor öffnet für Denunziationen. Ich habe ja lange ein Bischofssekretariat geleitet einen sehr profilierten Bischofs – Franz Kamphaus. Da kam jeden Tag von rechter und linker Seite Denunziationen, der Bischof würde sein Amt nicht sachgerecht ausüben. Also da müssen wir mal abwarten, wie das geht. Es kann nicht sein, dass jetzt ein Bischofsbashing beginnt und jeder, der irgendwo mal nur einen Fehler macht, seines Amtes enthoben wird. Das wäre fatal.” Quelle: de.radiovaticana.va


9.6.2016 Der irischen Kinderschutzbehörde der kath. Kirche wurden von April 2015 bis März 2016 Missbrauchsfälle gemeldet. 65 bezogen sich auf Diözesanpriester, 51 auf  Ordensangehörige. Im Jahr zuvor waren es 58 Anzeigen gegen Priester und 126 gegen Ordensangehörige. Die Mehrheit der Anzeigen bezog sich auf die 1960er bis 1980er Jahre. Eine Anzeige bezog sich auf das letzte Jahr. Quelle: irishtimes.com


9.6.2016 Das brasilianische Gesundheitsministerium ermittelte steigende Zahlen sexuellen Missbrauchs an Mädchen unter zehn Jahren. Aktenkundig wurden 2015 4.024 Fälle von Vergewaltigungen, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. 2011 wurden 2.267 Fälle aktenkundig, d.i. eine Steigerung um 77,5%. 17.871 Frauen wurden 2015 nach einer Vergewaltigung medizinisch behandelt. 57,8% der Vergewaltigungen fanden im eigenen Haushalt statt. Quelle: latina-press.com


9.6.2016 Marie Collins, letztes und einziges Opfer in der päpstl. Kinderschutzkommission, nimmt Stellung zum Motu Proprio, das die Amtsenthebung für Bischöfe vorsieht, die einen schwerwiegenden Mangel an Sorgfalt bei Missbrauch Minderjähriger walten lassen, sagt, die neuen Regelungen müssten durchgeführt werden, dann könne man ihre Wirksamkeit beurteilen. Quelle: irishcatholic.ie


8.6.2016 Der französische Kardinal Barbarin wurde über mutmaßliche Fehler bei der Weitergabe von Missbrauchsfällen von der Polizei vernommen. Quelle: orf


8.6.2016 Im Jahr 2015 wurde der frühere Willicher Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seit 2003 gab es anonyme Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Seit 2010 durfte er seine priesterlichen Aufgaben nicht mehr ausüben. Allerdings war er bis Sommer 2014 in Südafrika als Priester im Auftrag der Auslandsseelsorge der DBK (!) eingesetzt. Auch dort gab es ein Strafverfahren gegen ihn, das dann jedoch wieder eingestellt wurde wegen verlorener Beweismittel. Für die Eltern der in der südafrikan. Gemeinde betroffenen Kinder gab es ein kirchliches Redeverbot. Nun wurde der inhaftierte Pfarrer laisiert. Quelle: rp-online und Radio Vatikan s.auch Diesseits von Eden, 28.6.2015, ab min 20


7.6.2016 Der Erzbischof von Guam, Anthony Apuron, sagt, er sei das Opfer schrecklicher Verleumdungen. Roy Quintanilla wirft ihm vor, ihn sexuell missbraucht zu haben. Quelle: catholicherald


7.6.2016 Pater Mertes, SJ, hofft, dass das Motu Proprio “Come una madre amrorevole”, das die Bischöfe zur Rechenschaft ziehen soll, die Missbrauchstäter schützten und die Opfer im Stich ließen, auch wirklich umgesetzt wird oder ob dann auf der nächsthöheren kirchlichen Ebene der Hierarchie vertuscht wird. Mertes weist darauf hin, dass die Instanzen der Kirche, die in solchen Fällen urteilen, unabhängig sein müssen und transparent agieren müssen. Davon hinge die Glaubwürdigkeit der Verfahren für die Opfer entscheidend ab. Ihm sei auch nicht klar, wie die Zuständigkeiten innerhalb der Kurie geregelt seien. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es scheint unterschiedliche Gremien im Vatikan zu geben, die mit kirchl. Missbrauchsfällen beschäftigt sind:

Zuständigkeiten scheinen unklar zu sein und versprechen, dass die Institutionen sich im Streit darum verheddern und ihre eigentliche Aufgabe nicht oder nur sehr verzögert erfüllen können. Schon bisher war die Transparenz nicht gegeben, Informationen flossen spärlich und widersprüchlich, der Papst selbst ernannte einen Bischof, der der Vertuschung beschuldigt wird und belässt einen Kardinal, der als Bischof Fälle vertuschte, in einem der wichtigsten Ämter des Vatikans. Abzuwarten bleibt, ob sich daran nun etwas ändert. Allerdings warten kirchliche Opfer schon zu lange. Nicht wenige erwarten gar nichts mehr von der Kirche.


6.6.2016 Papst Franziskus hat den Erzbischof Anthony Apuron, Guam/Pazifikinsel, beurlaubt. Dem Erzbischof wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Quelle: 11alive.com

6.6.2016 Alain Christnacht, Vorsitzender der französischen katholischen Kommission gegen Pädophilie, möchte jeden bekannten Fall von sexuellem Missbrauch in der Kirche “objektiv analysieren.” Dazu sei es notwendig, “Abstand von den Ereignissen zu gewinnen und jeden Fall in seiner Komplexität zu betrachten… Wir müssen eine Stellungnahme zu den Tatsachen und Persönlichkeiten ausarbeiten, ohne dabei Untersuchungsrichter, Psychologen oder Psychiater zu sein“, sagte er. Quelle: Radio Vatican


4.6.2016 Der Papst hat ein Motu Proprio mit dem Titel “Come una madre amrorevole” (“Wie eine liebende Mutter”) erlassen, das am 5. September in Kraft tritt. Darin ist geregelt, dass Bischöfe von ihrem Amt abgelöst werden, wenn ihnen ein schwerwiegender Mangel an Sorgfalt – sowohl durch Handlungen als auch durch Unterlassungen –  bei Missbrauch Minderjähriger nachgewiesen wird. Für Bischöfe ist die vatikan. Bischofskongregation oder die Missionskongregation zuständig, für Provinziale und Äbte die Ordenskongregation. Die Glaubenskongregation (Präfekt: der ehemalige Regensburger Bischof Müller) ist nicht damit befasst. Die letzte Entscheidung liegt beim Papst, der von Kirchenrechtlern beraten wird.  Quelle: Radio Vatican und kathpress.at


3.6.2016 In der Schweiz unterstützt die katholische Kirche die Regelung, dass Personen, die verurteilt werden, weil sie die sexuelle Unversehrtheit eines Kindes oder einer abhängigen Person beeinträchtigt haben, endgültig das Recht verlieren , eine berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit mit Minderjährigen oder Abhängigen auszuüben” Quelle: kath.ch


3.6.2016 Im Fall des mutmaßlichen Missbrauchs eines Jugendlichen durch einen Pfarrer in Freisen hätte das Bistum Trier möglicherweise schon viel früher Vorkehrungen treffen können. Nach SR-Informationen hatte das Bistum Trier schon vor zehn Jahren konkrete Hinweise auf den mutmaßlichen Missbrauch eines 15-jährigen Jungen. Quelle: sr


31.5.2016 Das Opfer des früheren Pfarrers von Freisen, Bistum Trier, spricht. Quelle: sr


31.5.2016 Der Jesuitenorden veröffentlicht einen Zwischenbericht (2010 – bis 3/2016) über Missbrauchsfälle. Quelle: jesuiten.org


30.5.2016 Matthias Katsch sagt: “Die Aufarbeitung sexueller Gewalt in der Kirche ist noch nicht gescheitert, denn sie hat noch gar nicht richtig begonnen.” Quelle: taz


30.5.2016 Vermutlich der einzige Pressebericht über die wenigen Katholikentagsveranstaltungen zum Thema “Prävention und sexueller Missbrauch” in der Mainpost.


30.5.2016 Pater Zollner SJ über Missbrauchsprävention in der Kirche: “Weil es psychische, strukturelle und systemische Abwehrmechanismen gibt: Die Kirche will keine Institution sein, die einen Makel hat, will sich nicht eingestehen, dass Verantwortungsträger so etwas Schreckliches machen. Konflikte werden gescheut, persönliche oder professionelle Bindungen spielen eine große Rolle. Die Erfahrung lehrt, dass alle Institutionen den Schutz ihrer Mitglieder vor andere Überlegungen rücken. … Bei der katholischen Kirche kommt erschwerend hinzu, dass wir uns auf höhere Ideale berufen. Die Menschen klagen uns zu Recht an, wenn wir diese Ideale verraten. Außerdem haben manche Kirchenleute Unbehagen, mit dem Thema Sexualität offen umzugehen. Man hofft, dass Täter, die versprechen, nie wieder Kinder zu missbrauchen, das auch einhalten … Das ist eine falsch verstandene Vergebungsspiritualität.” Quelle: katholisch.de


29.5.2016 Sexueller Missbrauch bei den Piusbrüdern: Über die bekannten und üblichen Strategien von Tätern und Täterschützern und die Chancenlosigkeit der Opfer auf Gerechtigkeit. Quelle: Spiegel


26.5.2016 Gegen den Stadtpfarrer von Pfaffenhofen, Bistum Augsburg, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das Bistum informierte die Gemeinde. Bis zur Klärung ist der Pfarrer von seinem Amt entbunden. Quelle: donaukurier und br süddeutsche


23.5.2016 Der Bischof der italienischen Diözese Oppido Mamertina-Palmi, Milito, erhält Drohungen wegen seiner Kritik an der Mafia. U.a. wird auf Vergehen gegen Minderjährige angespielt. Ein Priester der Diözese wurde im Dezember 2015 wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs festgenommen. Quelle: Radio Vatikan


23.5.2016 Das Bistum Trier nimmt Stellung zu seinem Umgang mit dem Freisener Missbrauchsfall. s. auch saarbruecker-zeitung.de


23.5.2016 Das Bistum Trier hat gegen einen ehemaligen Pfarrer aus Freisen ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger Ende der 1990er Jahre eingeleitet. Bereits 2006 hatte die Staatsanwaltschaft die Ereignisse als verjährt eingestuft. Kirchenrechtlich seien die Vorgänge nicht verjährt. Das Bistum Trier habe erst im Zusammenhang mit den späteren Verfahren (2013 und 2016) von den Taten erfahren. Warum das Bistum nicht bereits 2006 die Akten angefordert und ein kirchliches Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, ist unklar. Quellen: swr.de und focus23.5.2016 Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg sucht nach möglichen Missbrauchsopfern eines früheren Superintendenten. Quelle: noz.de 


22.5.2016 In einem offenen Brief wird die Aufklärungsarbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, kritisiert. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de


 

21.5.2016 Nur 2 von 16 Bundesländern haben bislang in den Fonds für Opfer sexuellen Missbrauchs in Familien eingezahlt. Die anderen Bundesländer weigern sich weiterhin zu zahlen – die Zahlungen sind freiwillig und werden daher auch nicht geleistet. Inzwischen geht dem Fonds das Geld aus – da hilft auch die Verlängerung über den April 2016 hinaus nichts. Glücklich schätzen können sich die Brandenburger und Brandenburgerinnen – da wurde die Zahlung nicht geleistet mit der Begründung, man beteilige sich nicht an einer bundesweiten Regelung, weil es in Brandenburg nur einen Fall sexuellen Missbrauchs in Familien aus dem Jahr 1981 gibt, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Quelle: FR und Welt.de


21.5.2016 In der Landeskirche Hannover hat sich ein Mann als Missbrauchsopfer – damals 14 Jahre alt – des inzwischen verstorbenen Superintendenten des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg, Kurt Eckels, zu erkennen gegeben. Die Landeskirche Hannover hat inzwischen die mehr als 300 ehemaligen Konfirmanden der Jahrgänge 1965 bis 1976 angeschrieben, damit ggf. weitere Opfer ermutigt werden, sich zu melden. Quelle: schaumburger-zeitung.de und landeskirche-hannovers.de


20.5.2016 Heute sprach der Papst mit Kardinal Barbarin von Lyon, dem das Vertuschen von Missbrauch vorgeworfen wird. Die französische Justiz ermittelt noch. Dass der Papst die Opfer der Täter, deren Taten eingestanden und mutmaßlich vertuscht wurden, empfangen habe, wird nicht berichtet. Quelle: radiovativana.va 


20.5.2016 Im Bistum Trier – dem Bistum des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz – wurde gegen einen Priester dreimal (2006, 2013 und 2016) wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs staatsanwaltlich ermittelt. Die Ermittlungen wurden zwei Mal wegen mangelnden Tatnachweises und in einem Fall wegen Verjährung eingestellt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Der Priester wurde – aus anderen Gründen – beurlaubt und in den Ruhestand versetzt, zelebriert jedoch weiterhin Messen. Ob das Bistum Trier 2006 und 2013 und 2016 ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet hat, wollte der Sprecher des Bistums mit Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte nicht sagen. Man könne jedoch davon ausgehen, dass das Bistum Trier entsprechend den von der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten Leitlinien agiere, sagte er. Quelle: volksfreund.de und focus.de

Kommentar: Das Problem ist, dass inzwischen auch die Gutwilligsten den Glauben verloren haben, dass die kath. Kirche tatsächlich aufklären will: Es gibt zu viele Fakten, die den Aufklärungswillen der kath. Kirche widerlegen.  


20.5.2016 Im Deutschlandfunk gab es heute Morgen ein Gespräch über sexuelle Gewalt an Kindern mit Andreas Huckele, Prof. Heiner Keupp, Julia von Weiler, Tamaria Luding und Tanja von Bodelschwingh. Quelle: ondemand-mp3.dradio.de


20.5.2016 Auch im Wilhelmsdorfer Heim der Brüdergemeinde Korntal gab es körperliche und seelische Gewalt und sexuellen Missbrauch. Die Aufarbeitung kommt nicht voran. Quelle: schwaebische.de


18.5.2016 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung zieht Bilanz: 1 Million Kinder und Jugendliche werden in Deutschland sexuell missbraucht, Hinzu kommen 7-8 Millionen Erwachsene, die als Kinder und Jugendliche sexuelle Gewalt erlebten. Die Grausamkeiten sind kaum vorstellbar, die Kinder erleiden. Und die Hilfen sind unzureichend: Fachberatungsstellen finanzieren sich zumeist über Spenden. Das “Ergänzende Hilfesystem “entwickelt sich zur Farce: Bevor es richtig gestartet ist, fehlen Gelder und die Antragsfrist soll bereits Ende August enden. Der Fonds Sexueller Missbrauch in der Familie wurde inzwischen zwar unbegrenzt verlängert, da es jedoch kein weiteres Geld zu geben scheint, bringt die Verlängerung nichts. Rörig sagt, dass Politik und Gesellschaft das Investment in Prävention und Hilfen erheblich erhöhen müssen, weil der Bereich sträflich unterfinanziert ist. Er spricht auch von kriminellen Strukturen und erinnert an Dutroux (Belgien) – dort kamen über 20 Menschen um, bevor sie aussagen konnten. Quelle: Welt.de


18.5.2016 Dem Fonds für Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs geht das Geld aus. Nur der Bund und 2 Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern und Bayern) haben eingezahlt. Eine weitere Finanzierung ist nicht in Sicht. Quelle: Spiegel


18.5.2016 In Kentucky hat der kath. Bischof Medley, Diözese von Owensboro, einen Priester suspendiert. Der Vorwurf: unangemessener Kontakt mit einem Minderjährigen sexueller Natur. Quelle: 14news.com


17.5.2016 Ein Mann aus Guam (einem nichtinkorporierten Territorium der USA) beschuldigt den Erzbischof Anthony Sablan Apuron des sexuellen Missbrauchs. Das Erzbistum will gegen diejenigen vorgehen, die “bösartige Lügen” über die lokale Kirche verbreiten. Quellen: guampdn.com und pacificnewscenter.com


17.5.2016 Monsignore Tony Anatrella, Diözese Paris, französischer Psychoanalytiker, Priester und  Berater des Päpstlichen Rates für die Familie wird von sieben Männern des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Erste Informationen soll der damalige Kardinal Lustiger 1999 erhalten haben, aber es geschah nichts.

Anatrella hatte noch im Februar 2016 bei einer Fortbildung neu ernannter Bischöfe gesagt, dass Bischöfe nicht verpflichtet seien, staatliche Stellen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch kath. Priester einzuschalten. Quelle: ladepeche.fr s.auch cruxnow.com und retelabuso.org


17.5.2016 Papst Franziskus hat sich gegen einen Rücktritt des französischen Primas Erzbischof Philippe Barbarin von Lyon ausgesprochen. Er nannte einen Rücktritt “unklug”, weil er als Schuldeingeständnis ausgelegt werde. Abzuwarten seien die staatlichen Ermittlungen. Quelle: kathpress.at und la-croix.com


16.5.2016 Kritik an der Arbeit des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz übt ca: “Bischof Ackermann: vom Missbrauchsbeauftragten zum Vertuscher”. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de


13.5.2016 Interview mit der Mainpost, Würzburg. Quelle: Mainpost


12.5.2016 Dem früheren Pfarrer von Ergenzingen (1938-1962), Alfons L., wurde vom Ergenzinger Ortschaftsrat und vom Rottenburger Gemeinderat posthum das 1961 verliehene Ehrenbürgerrecht entzogen. Das Bistum Rottenburg hatte darum gebeten “aus Respekt vor den Betroffenen”, denn dem Pfarrer wurde glaubhaft und plausibel der schwere sexuelle Missbrauch von drei Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren, zum Teil über Jahre hinweg, vorgeworfen. Quellen: schwarzwälder-bote.de und tagblatt.de


10.5.2016 Das Verfahren gegen einen Priester des Bistums Würzburg, der in Polen eine Jugendliche sexuell missbrauchte, soll – nach anderthalbjähriger Bearbeitungszeit im Bistum – nach Rom geschickt werden. Der Priester scheint trotz eines Verbotes weiterhin Gottesdienste zu halten. Vertreter des Bistums Würzburg waren zu einem Gespräch mit der Gemeinde, in der der Beschuldigte tätig war, gekommen. Generalvikar Keßler entschuldigte sich: “Für den mutmaßlichen Täter. Für die lange Zeit vom ersten Hinweis bis zum entschlossenen Umgang damit. Für das späte Gespräch mit der Gemeinde. Und für das ‘nicht funktionierende Krisenmanagement’ der Diözese. Quelle: Mainpost


10.5.2016 David Ridsdale, Opfer seines Onkels, des Priesters Gerard Ridsdale, hat seinerseits als 18Jähriger einen damals 12-Jährigen sexuell missbraucht. Er ist Sprecher der Opfer von Ballarat, Australien, und war in dieser Eigenschaft zusammen mit anderen Opfern und Angehörigen von Opfern in Rom, um die Aussage von Kardinal Pell vor der australischen königlichen Missbrauchskommission anzuhören. Andere Missbrauchsopfer fühlen sich von D. Ridsdale verraten. Quelle: 9news.com.au


9.5.2016 Kardinal Lehmann sagt im Interview: “Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester, die mich bis in die jüngste Zeit erreichen, erschüttern mich jedes Mal aufs Neue, auch wenn sie sehr lange zurückliegen und ich manchmal den Eindruck habe, es gehe den Opfern heute nicht zuletzt um die Entschädigung.” Quelle: ksta.de

Kommentar: Das nennt man eine solide Opferbeschuldigung. Bedauerlich ist, dass der Kardinal leider nichts dazu gelernt hat.


5.5.2016 Die königliche australische Untersuchungskommission stellt fest, dass die katholische Kirche in Australien einige der schlimmsten Pädophilen hervorgebracht hat und  will im Februar 2017 ein letzter Hearing durchführen. Untersucht werden sollen Struktur und Leitung der kath. Kirche, die Rolle des Vatikans, das kanonische Recht, die Rolle des Zölibats, Auswahl, Screening, Ausbildung und Kontrolle der Arbeit von Priestern. Das abschließende Hearing will auch das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in kath. Institutionen in Australien untersuchen. Der Vorsitzende der Kommission, Francis Sullivan, sagte, die bisherigen Anhörungen haben offenbart, dass Geheimhaltung, Verschleierung und Komplizenschaft in der Kirche eine instinktive Reaktion zur Verteidigung der Kirche, zur Verhinderung eines Skandals und dem Schutz der Kirche dienten. Die Bedürfnisse der Kirche seien den Bedürfnissen der Opfer untergeordnet worden. Quellen: childabuseroyalcommission.gov.au und katholisch.de


4.5.2016 Der Papst prangert sexuelle Gewalt gegen Frauen an. ”Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand geschoben und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind”, sagte er und forderte mehr Einfluss von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Über ihren mangelnden Einfluss in kirchlichen Leitungs- und Entscheidungsgremien sagte er nichts. Quelle: domradio


3.5.2016 Heute stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Rörig, die unentgeltlich und ehrenamtlich arbeitende Aufarbeitungskommission vor. Rörig sagte, Politik und Gesellschaft müssten erst noch die riesige Dimension des sexuellen Kindesmissbrauchs begreifen. Sabine Andresen, Vorsitzende, erklärte, dass die Unabhängige Kommission Forschungsaufträge vergeben könne. Im Mittelpunkt jedoch werde die Anhörung Betroffener stehen. Betroffene sollen in vertraulichen Anhörungen oder in öffentlichen Hearings sprechen dürfen. Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches und Kommissionsmitglied formulierte: “Diesmal wollen wir es wirklich wissen.”  2017 will die Kommission einen Zwischenbericht vorlegen. Quelle: tagesschau.de und Deutschlandfunk

Aufarbeitungskommission: “Wir möchten Sie ermutigen, uns von Ihren Erfahrungen zu berichten.” (Hilfetelefon 0800-2255530, Sprechzeiten Mo, Mi und Fr. 9-14 Uhr, Die und Do: 15-20 Uhr; ausgenommen Feiertage, 24.12. und 31.12.; E-Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de)

Hier ist das öffentliche Interesse erkennbar.
https://www.youtube.com/watch?v=1YSpGDod_r0


2.5.2016 Ein Benediktiner aus dem Priorat Damme, Abtei Münsterschwarzach, hat in den 60er und 70er Jahren Schüler des Internats Damme sexuell missbraucht und misshandelt. Die Vorwürfe waren seit 2014 bekannt. Im März 2016 entschloss sich der Orden, alle Schüler der betreffenden Jahrgänge anzuschreiben. Mindestens 5 Opfer haben sich gemeldet. Die Opfer wünschen keine weitergehende Information der Öffentlichkeit. Quellen: nwz-online und abendblatt


2.5.2016 Ein Rückblick auf den Umgang mit Schülern im Bistum Regensburg – und die Frage, ob der Bischof nur die Ereignisse in Etterzhausen und Pielenhofen untersuchen lässt, oder auch andere kirchliche Schulen und Internate. Quelle: regensburg-digital


2.5.2016 Ein früherer katholischer Pfarrer aus Hürth-Efferen wurde 2011 von einem Betroffenen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, begangen in den 1970er Jahren. Der Pfarrer hat gestanden. Die Glaubenskongregation hat ihm die öffentliche Feier der Eucharistie und die Sakramentenspendung untersagt, der Titel “Pfarrer i.R.” wurde ihm aberkannt, Kinder- und Jugendeinrichtungen und Schulen des Erzbistums Köln darf er nicht mehr betreten. Eine Geldstrafe muss er zahlen. Das Erzbistum Köln hat Hinweise auf weitere Betroffene aus der Zeit des Pfarrers in Köln-Bilderstöckchen.

In der Öffentlichkeit wurde die Anschuldigung 2011 nicht bekannt gemacht, der Pfarrer wurde auch nicht suspendiert, wie dies nach den Leitlinien vorgesehen ist. Der Grund: Er habe sich bereits im Ruhestand befunden. Quelle: rundschau-online


2.5.2016 Dem suspendierten, aber bis vor Kurzem weiterhin amtierenden argentinischen Priester Carlos Ibanez, 58, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er soll zu Beginn der 90er Jahre in Argentinien, in Bell Ville, mindestens zehn Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Nach seiner Suspendierung tauchte er in Paraguay unter. Auch dort wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht, aber nicht gefunden. Beim Besuch des Papstes in Paraguay am 12.7.2015 stand er in der ersten Reihe, wie Bilder vom Gottesdienst in Nu Guasu zeigen. Die Zeitung “La Nacion” schreibt, dass fünf argentinische Priester in Paraguay untergetaucht seien. Die Zeitung geht von einem “Netzwerk des Schweigens” aus, das das Untertauchen der Gesuchten ermöglichte. Der Apostolische Nuntius in Paraguay, Ariotti, soll seit Weihnachten von dem Fall gewusst haben, was er bestreitet. Außerdem habe die Kirche versucht, “die brisante Veröffentlichung zu verhindern.” Quelle: katholisch.de und cafeparaguay.com


2.5.2016 Die Autoren des Münchner Instituts IPP, die eine Studie zu Missbrauchsfällen im Stift Kremsmünster (ebenso wie in Ettal) durchführten, dürfen die Studie nun doch als Buch herausgeben. Damit liegt es in wissenschaftlichen Bibliotheken aus. In Kremsmünster waren 24 Täter beschuldigt worden, 350  Fälle sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt angewandt zu haben. Ein Täter wurde verurteilt. Quelle. orf


1.5.2016 Der Papst ermutigt die italienische Opfergruppe Meter, sich weiterhin gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu engagieren. Für Kindesmissbrauch verlangt er harte Strafen. Dass er den im Sommer 2015 versprochenen Gerichtshof für Bischöfe, die kirchliche Täter schütz(t)en, eingerichtet hat, berichtet er nicht. Quelle: kathpress


29.4.2016 SRF – Hansjörg Schult: Wie viel Transparenz will die Kirche? Quelle: srf.ch


29.4.2016 SRF: “Sexuelle Gewalt an Kindern im grossen System” Quelle: srf.ch


28.4.2016 In Frankreichs katholischer Kirche werden Missbrauchsfälle bekannt in der Pius-Bruderschaft und der Johannesgemeinschaft, aber auch in Bistümern. Im Bitum Orléans hat der Bischof Blaquart 2012 Anzeige gegen einen Pfarrer erstattet, den Angezeigten aber erst 2016 suspendiert. Er hätte das früher tun sollen, meinte der Bischof. In Lyon haben sich 17 Opfer bei der Selbsthilfegruppe La parole libérée gemeldet. Der Bischof von Lyon, Kardinal Barbarin, wusste seit 2007 von einem Missbrauchstäter (der bereits 1991 gestanden hatte), hat den Pfarrer jedoch nicht seines Amtes enthoben. Inzw. ermittelt die Justiz gegen den Pfarrer und den Kardinal. Die Bischöfe Frankreichs stellten sich hinter Barbarin.

Der Opfer-Verein Avref weist auf weitere Missbrauchsfälle bei den Pius-Brüdern und der Johannes-Gemeinschaft hin. Ein mutmaßliches Opfer bei den Pius-Brüdern erstattete Anzeige in Rom – vergeblich. Der verantwortliche Bischof für die Johannes-Gemeinschaft, der Bischof von Autun Rivière, reagierte bisher nicht auf die Vorfälle, obwohl ihm Akten und Klagen zugeschickt wurden. Quelle: deutschlandfunk


27.4.2016 Drei australische Schulbeamte aus dem Bistum Melbourne bezweifeln die Glaubwürdigkeit von Kardinal Pell. Der Kardinal hatte vor der australischen königlichen Missbrauchskommission ausgesagt, er sei als damaliger Weihbischof von der Leitung des Schulamtes im Fall des Pfarrers Peter Searson, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben worden war, getäuscht worden. Die Leitung des Schulamtes habe den Fall zum Schutz des damaligen Erzbischofs Frank Little “vertuschen” wollen. Nun haben der Direktor des Schulamtes Thomas Doyle und sein damaliger Stellvertreter Peter Annett die Anschuldigungen zurückgewiesen. Ein dritter ehemaliger Schulamtsmitarbeiter Allan Dooley kann sich nicht erklären, wie der Kardinal zu diesen Schlussfolgerungen kommen kann. Dooley sagte, er habe weder den Erzbischof geschützt noch die Vorwürfe gegen Searson unter der Decke gehalten. Quelle: katholisch.de und Zeugenliste und Transkript vom Tag 189


26.4.2016 Das Erzbistum Freiburg wendet sich gegen den Report-Bericht, es habe Missbrauchsopfer bei Verhandlungen über Entschädigungszahlungen unter Druck gesetzt. Ein Bistumssprecher sagte, es habe keine Drohungen oder vergleichbare Äußerungen gegeben. Zur Äußerung eines anderen Opfers aus Oberharmersbach, die Kirche habe ihn nach der Geldzahlung im Stich gelassen, betonte das Bistum, nach wie vor mit Opfern im Gespräch zu sein. Das Bistum habe in 101 Fällen 911.000 Euro gezahlt. Quelle: katholisch.de und Erzbistum Freiburg


Kommentar: Dass das Bistum mit Opfern im Gespräch ist, beweist nicht, dass es auch mit dem Opfer aus Oberharmersbach im Gespräch ist, das den Vorwurf erhob, im Stich gelassen worden zu sein. 2014 sprach das Erzbistum von 130 Opfern, die die Kirche finanziell entschädigt habe.

25.4.2016 Der französische Kardinal Barbarin, Erzbischof von Lyon, gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein, weist jedoch den Vorwurf der Vertuschung zurück. Darüber hinaus stellte er klar, dass die “Verantwortung bei der Ernennung von Priestern nicht allein bei den Bischöfen liege, sondern auch bei Mitarbeitern einer Diözese. Demnach müssten auch Fehler bei der Ernennung gemeinsam verantwortet werden.” Barbarin hatte in mehreren mutmaßlichen Missbrauchsfällen keine Meldung an die staatlichen Behörden gemacht. Der Generalvikar Yves Baumgarten sagte: “Nous avons manqué à nos obligations d’investigation, de recherche de la vérité ” (Wir haben unsere Untersuchungsaufgabe verpasst, die Wahrheit zu recherchieren). Einen Rücktritt des Kardinals lehnt die Mehrheit der Priester des Bistums ab. Quelle: deccanchronicle.com und orf und Radio Vatikan


25.4.2016 Missbrauchsopfer aus dem Erzbistum Freiburg berichten, dass die Kirche ihnen 20.000 Euro anbot als Anerkennung für erlittenes Leid durch sexuellen Missbrauch, den ein Pfarrer aus Oberharmersbach an mindestens 22 Kindern beging. Acht der Opfer lehnten die Zahlung zunächst ab. Ihre Anwälte erhielten daraufhin ein Schreiben des Bistums, dass der Betrag für die acht Opfer dem Präventionsfonds zur Verfügung gestellt werde, wenn die Opfer das Angebot endgültig nicht annehmen wollen. Das Erzbistum weist die Vorwürfe zurück: “Es gab keine Drohungen oder vergleichbare Äußerungen, vielmehr nur den korrekten Hinweis darauf, dass es sich um freiwillige Leistungen handelt.” Die Opfer kritisieren auch das Verhalten der Kirche nach der Zahlung. Sie hätten das Geld bekommen “und dann hört man nichts mehr von der Kirche. Für die ist der Fall abgeschlossen und gut ist”, sagte Missbrauchsopfer Gerhard M. Ein anderes Opfer wartet bis heute darauf, “dass sich seitens der Kirche jemand bei uns mal meldet und vor allen Dingen auch mal fragt, wie es uns überhaupt heute damit geht. Und das finde ich schon beschämend, weil seither ist da nichts gekommen.”

Das Erzbistum hingegen stellt fest: “Wir sind nach wie vor mit den Opfern im Gespräch, kümmern uns um sie, vermeiden dabei aber eine dauernde Retraumatisierung durch regelmäßige Rückfragen. Einige Opfer nutzen auch aktuell weitere Hilfen: Über die in Aussicht gestellte Erstattung von Therapiekosten hinaus begleiten wir Menschen in Krisen- und Umbruch-Situationen mit unserer Unterstützung.” Quelle: swr.de   s. auch: swr.de und badische-zeitung.de


24.4.2016 Prof. Laubenthal, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg, weist darauf hin, dass bis September 2010 die Missbrauchsbeauftragten Kontaktpersonen zur Staatsanwaltschaft waren und Strafanzeigen stellten. Seit den reformierten Leitlinien vom September 2010 (und 2013) liegt das Stellen einer Strafanzeige in der Verantwortung der Bischöfe bzw. anderer kirchlicher Dienstgeber. Laubenthal versteht daher auch den Zusammenhang nicht, den das Bistum zwischen der von ihm durchgeführten Plausibilitätsprüfung im zuletzt bekannten Fall einer Frau aus dem Bistum Würzburg einerseits und der nicht-erfolgten Strafanzeige durch das Bistum andererseits herstellt. Das Bistum reagierte nämlich auf die Feststellung der Verjährung und auf den Vorwurf der Vertuschung mit dem Satz: „Aufgrund der sofortigen Weitergabe des Vorwurfes zur Aufklärung an den Missbrauchsbeauftragten Professor Dr. Klaus Laubenthal gingen und gehen alle Vorwürfe, die in diese Richtung laufen, ins Leere.“ Die Staatsanwaltschaft jedoch prüfte den Fall, d.h. die Verjährung erst, nachdem die Frau in der Presse ihren Fall öffentlich machte. Quellen: mainpost.de und mainpost.de


22.4.2016 Florian Breitmeier, Redaktion Religion und Gesellschaft des NDR, erinnert daran, dass das Bistum Hildesheim zugesagt hatte, unabhängige Gutachter mit der Aufgabe zu betrauen, die Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Bischof Janssen und gegen Peter R., den Haupttäter des Canisius-Kollegs zu untersuchen. Bislang ist nichts geschehen. Noch wurden keine Aufklärer ernannt. Breitmeier schreibt: “Fakt ist: Es gibt bislang keine umfassende Aufklärung der jüngsten Missbrauchsvorwürfe. Das ist mittlerweile erklärungsbedürftig.” Quelle: ndr.de


22.4.2016 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall der Beschuldigung eines hochrangigen Geistlichen aus dem Bistum Würzburg wegen Verjährung eingestellt. Das Bistum Würzburg erklärte: “Die Feststellung der Staatsanwaltschaft zeigt, dass die Entscheidung der Diözese Würzburg, den Vorwurf eines offensichtlich verjährten mutmaßlichen Geschehens nicht zur Anzeige zu bringen, kein Vertuschungsversuch ist.” Quelle: br.de


21.4.2016 Bei der Wiedereröffnung der beschmierten Kiliansgruft in Würzburg sagte der Bischof, man müsse “allerdings auch fragen, ob eine solche Entgleisung nicht doch in einem weiteren Zusammenhang mit öffentlichen Kampagnen der vergangenen Wochen gegen die Kirche steht. Wird nicht oft genug ohne greifbare Belege unter Missachtung der Unschuldsvermutung und durch ständige Wiederholung unbewiesener Anklagen ein Boden bereitet, der Unruhe, Zwietracht und Frust fördert?” Quelle: pow.bistum-wuerzburg.de

Kommentar: Der Bischof spielt vermutlich auf den jüngst öffentlich gewordenen Missbrauchsfall in seinem Bistum an. Dabei nimmt er die Unschuldsvermutung für den Beschuldigten sehr wohl in Anspruch, unterschlägt jedoch die Vermutung, dass das mutmaßliche Opfer die Wahrheit sagt. Bei dieser schwierigen Wahrheitssuche von einer Kampagne gegen die Kirche zu sprechen, halte ich für nicht angemessen.


20.4.2016 In einer katholischen Jungen-Schule in Japan wurden Kinder vergewaltigt. Die kirchlichen Verantwortlichen sagen, sie hätten die Vorfälle der Polizei gemeldet. Die Polizei findet jedoch keine Unterlagen über die Meldung. Quelle: whig.com


19.4.2016 Das Bistum Würzburg nimmt Stellung zur Erwartung von zwei Opfern, dass das Bistum in den betroffenen Gemeinden den Missbrauch durch den Priester öffentlich zugeben soll und sich schützend vor die Opfer stellen solle. Quelle: Mainpost


19.4.2016 Im Bistum Würzburg erwarten zwei Opfer eines kath. Priesters, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, dass das Bistum sich öffentlich in der Gemeinde Eichenbühl/Lkr. Miltenberg entschuldigt. Beide Opfer fordern, dass sich die Kirche klar und deutlich hinter die Opfer stellt und den Missbrauch durch den Priester überhaupt erst einmal öffentlich in den Gemeinden zugibt. Und beide fordern zudem die Bistumsleitungen auf, vor allen Mitgliedern in allen Gemeinden, in denen Missbrauchstaten durch Priester bekannt und auch bestätigt wurden, zu erklären, dass die Opfer keine Nestbeschmutzer sind, dass sie nicht böswillig sind, dass sie nicht durch ihre Vorwürfe unbescholtene Menschen in Misskredit bringen. Den Opfern ist klar, dass damit die “Harmonie” gestört werde, weil Viele lieber Gras über die Sache wachsen lassen wollen. Sie sind überzeugt, dass erst dann nach vorne geblickt werden kann, wenn die Kirche offensiv alle Fälle auf den Tisch legen würde. Quelle: mainpost.de – siehe auch christoph-fleischmann.de


18.4.2016 Ein Opfer bei den Regensburger Domspatzen hat sich bei RA Weber, dem unabhängigen Ermittler gemeldet: „Zum ersten Mal wird uns geglaubt.“ Solange die Kirche nur Aufklärung in eigener Sache betrieb, verweigerte sich das Opfer „diesen Spielchen“. Quelle: fr-online.de


18.4.2016 In einem Elternrundschreiben der St. Mary’s Grundschule in Melbourne bat der kath. Priester Bill Edebohls um Gnade für pädophile Kollegen. Er kritisierte die Königliche Kommission Australiens, die Missbrauchsfälle in Institutionen untersucht. Die “Royal Commission” konzentriere sich im Falle von pädophilen Priestern nur darauf, dass die Opfer Gerechtigkeit erfahren, nicht aber auf den Heilungsprozess der Täter. Diesen werde zu oft Gnade für ihr Verhalten verwehrt, schrieb der Priester. Sexuelle Gewalt gegen Kinder verglich er mit der biblischen Geschichte, in der Jesus einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden worden war, Gnade erwies. Heutzutage müsse die Ehebrecherin durch “pädophiler Priester” ersetzt werden. Die Eltern reagierten empört, das Bistum Melbourne versucht zu erklären, warum der Priester dieses biblische Beispiel gewählt habe und Bernard Barrett, ein Forscher der Opfer-Organisation “Broken Rites”, sagte, die Königliche Kommission untersuche Straftaten, nicht Sünden. Edebohls spiele schwere Straftaten herunter. Quelle: focus.de


15.4.2016 In Uruguay entschuldigen sich die Bischöfe für sexuellen Missbrauch durch Priester und wollen eine Hotline einrichten. Missbrauchsfälle geschahen auch in der “Jerusalem Community” durch den Salesianer und Gründer Adolfo Antelo. Die Bischöfe Uruguays verboten daraufhin die Gemeinschaft. Der Vatikan erlaubte der Gemeinschaft, unter anderem Namen in anderen Ländern weiterzuarbeiten. Quelle: washingtonpost


14.4.2016 Nach den Vorwürfen gegen einen kath. Pfarrer, der Kinderpornografie konsumierte, bangt die Kirche um ihren Ruf und fürchtet einen Imageschaden. Quelle: naumburger-tageblatt.de


14.4.2016 Der Vatikan ernannte Joseph Anthony Ferrario († 2003) zum Bischof von Honolulu (von 1982 bis 1993, Amtszeit von Papst Johannes Paul II.), obwohl bekannt war, dass Ferrario ein Missbrauchstäter war. Gläubige hatten vor der Ernennung zum Bischof im Vatikan mit einer Briefaktion protestiert. Nach Angaben von P. Thomas Doyle ignorierte der Vatikan die Informationen. Quelle: hawaiinewsnow.com


14.4.2016 Mehrere ehemalige Bewohner zweier Jugendheime in Silz und Ludwigshafen haben gegenüber einem Anwalt u.a. von gewalttätigen und sexuellen Übergriffen durch Mitinsassen und Heimangestellte berichtet. Die Vorwürfe reichen von Mobbing über Verletzung der Aufsichtspflicht bis hin zur Vergewaltigung durch Mitinsassen, Bedrohung und Nötigung. Zudem sollen schon 12-jährigen Mädchen Verhütungsmittel gegeben worden sein und sexuelle Kontakte zwischen Minderjährigen nicht unterbunden worden sein. Beschwerden über sexuelle Annäherungen und Übergriffe durch Mitbewohner seien ohne Reaktion der Erzieher geblieben. Quelle: mrn-news.de


14.4.201613.4.2016 Der frühere Erzbischof von Posen, Julius Paetz, darf nicht an den 1050-Jahr-Feiern der Christianisierung Polens teilnehmen. Vom Apostolischen Nuntius in Polen, Erzbischof Celestino Migliore, wurde er daran erinnert, dass der Vatikan ihm vor drei Jahren die Teilnahme an öffentlichen Feiern untersagt hatte. Er hatte angekündigt, an den Feiern teilnehmen zu wollen. Quelle: katholisch.de 


14.4.201613.4.2016 Im Bistum Magdeburg ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einem Hinweis des FBI gegen einen katholischen Priester aus Braunsbedra wegen des Besitzes von Kinderpornografie. Der Beschuldigte wurde beurlaubt und von seinen seelsorgerlichen Pflichten entbunden. Er soll “abgetaucht” sein. Der Pfarrer gilt als beliebt und hat sich u.a. für die Integration von Flüchtlingen eingesetzt. Quelle: mz-web.de und FR und mdr


13.4.2016 Die kath. Kirche in Frankreich richtet Anlaufstellen für Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Kleriker ein und eine unabhängige Expertenkommission. Anlass sind Justizermittlungen gegen den Erzbischof von Lyon, Barbarin, dem vorgeworfen wird, frühere Missbrauchsfälle nicht den staatlichen Behörden gemeldet zu haben. Darunter ist der Fall eines Priesters, der vor 25 Jahren Pfadfinder sexuell missbrauchte und erst im August 2015 amtsenthoben wurde. Opferverbände sehen Fortschritte, bemängeln jedoch, dass es bisher nur Absichtserklärungen sind. Quelle: orf und arte

Kommentar: Bereits im November 2000 hat sich die französische Bischofskonferenz mit Missbrauch durch Priester beschäftigt.


12.4.2016 Der osthessische kath. Priester, der Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete, sagte, ein Jugendlicher sei sein Opfer. Die Tat sei einvernehmlich geschehen und es sei keine Gewalt angewendet worden. Johannes Heibel von der “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch” forderte die Ermittlungsbehörden auf, das Verhalten des Pfarrers über einen längeren Zeitraum zu prüfen, da Einzeltaten die Ausnahme seien. Quelle: move36.de


11.4.2016 Bischof Ronald Mulkearns, Bischof von Ballarat zu einer Zeit, als Priester im Bistum Ballarat Kinder serienweise sexuell missbrauchten, wurde in einem schlichten Grab beigesetzt. Mulkearns wird Vertuschung der Missbrauchsfälle vorgeworfen. Der heutige Kardinal Pell war Generalvikar und Berater des Bischofs im Umgang mit Missbrauchsfällen und hat zuletzt vor der australischen königlichen Missbrauchskommission ein paar Fehler eingestanden, aber jegliche Verantwortung oder gar Konsequenzen zurückgewiesen. Quelle: abc.net.au


10.4.2014 In Osthessen wurde ein kath. Pfarrer suspendiert. Er hat sich selbst angezeigt. Ihm werden Handlungen mit Jugendlichen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum vorgeworfen, “die den Verdacht von Verstößen gegen die Präventionsordnung im Bistum Fulda begründen”. Quelle: katholisch.de


8.4.2016 Der Diözesanratsvorsitzende von Würzburg hat in einem Leserbrief zum Spiegel-Artikel vom 26.3.2016 als Privatmann Stellung genommen. Er gibt Ehrenerklärungen für den von ihm vermuteten Beschuldigten und für den verstorbenen Generalvikar ab und er bescheinigt dem Bistum einen vorbildlichen Umgang mit dem mutmaßlichen Opfer. Er beklagt eine unzureichende Darstellung der Bemühungen des Bistums in den Medien.

Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg, Laubenthal, kommentiert den Leserbrief des Diözesanratsvorsitzenden: „Dies mag die Meinung eines Privatmannes sein. Mehr nicht. Ich glaube, dass die von der beschuldigten Person im Verfahren der Plausibilitätsprüfung gemachten Einlassungen ebenso wie weitere Indizien zureichend in den Medien dargestellt sind. Jeder kann daraus – auch als Laie – seine persönlichen Schlüsse ziehen.“ Quelle: mainpost.de
Kommentar: Auch ein als Privatmann schreibender Diözesanratsvorsitzender kann im konkreten Fall gar nichts zur Qualität des Opferschutzes sagen. Das kann nämlich nur das Opfer. Und das mutmaßliche Opfer hat offensichtlich gerade nicht die Erfahrung gemacht, dass die Verantwortlichen im Bistum Würzburg gut und hilfreich mit ihm umgegangen sind und umgehen. Der Diözesanratsvorsitzende unterstellt dem mutmaßlichen Opfer, es wolle die Glaubwürdigkeit der Kirche in Zweifel ziehen. Genau das tun die kirchlichen Verantwortlichen selbst. Dass der Leserbriefschreiber seine Hand für die Unschuld des Beschuldigten ins Feuer legt, ist nachvollziehbar. Er übersieht dabei jedoch, dass es im Kontext von sexuellem Missbrauch normal ist, dass die Umgebung “das nie von dem Mann gedacht hätte”. Das bedeutet nicht, dass der Beschuldigte unschuldig ist. Es bedeutet auch nicht, dass er schuldig ist. Es besagt also gar nichts. Der Leserbrief dokumentiert, was er widerlegen möchte: Den mangelnden Opferschutz des Bistums Würzburg. Ich weiß von keiner Stimme innerhalb der Organisation Kirche, die vergleichbar für das Opfer sprechen würde.


8.4.2016 Der Bischof von Pontoise, Lalanne, hat sich dafür entschuldigt, dass er nicht gewusst habe, dass Pädophilie, d.h. sexuelle Gewalt gegen Kinder, eine Sünde ist. Er hat sich entschuldigt. Quelle: katholisch.de


8.4.2016 Es ist 20 Jahre her, dass ein kath. Priester, Alois B., 14 Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Haren-Erika, Landkreis Emsland, missbrauchte – von 1987 bis 1995. Der heutige Pfarrer wird bis heute auf die damaligen Ereignisse angesprochen. “Bei allem Verständnis sieht sich Willmann (der heutige Pfarrer) in diesen Situationen selbst als Opfer. Er müsse sich für Taten rechtfertigen, die er gar nicht begangen habe.” Quelle: ndr.de

Kommentar: Hier wird wieder einmal nicht erkannt, wer die wahren Opfer sind. Wieder einmal hält sich ein Kirchenmann für das wahre Opfer.


7.4.2016 Im Rahmen einer Diskussionssendung sagte der französische Bischof von Pontoise, Lalanne: “Die Pädophilie ist ein Übel. Ist sie aber eine Sünde? Das wüßte ich nicht zu entscheiden. Es ist für jede Person unterschiedlich. Es ist aber ein Übel, und das Wichtigste, das zu tun ist, ist der Schutz der Opfer oder der möglichen Opfer.“ Die Opfergruppe La Parole Libérée protestierte. Quelle: katholisches.info

Kommentar: Wenn der Bischof auch nach Jahren intensiver Diskussion in der kath. Kirche die Sündhaftigkeit sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche nicht aus den 10 Geboten ableiten kann, dann sollte er sie zumindest aus dem Kirchenrecht ableiten können: zum Beispiel Normae de gravioribus delictis Art. 6 §1.1; CiC Can. 1395 §2. Was ist von einem Bischof zu halten, der weder das staatliche noch das kirchliche Recht zu kennen scheint? 


7.4.2016 Das Vorgehen gegen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester in Belgien lässt sich so zusammenfassen: “sechs Jahre Ermittlungsarbeit für Nichts, weggeworfenes Geld und verlorene Mühe. Und noch viel schlimmer: falsche Hoffnungsschimmer für die ohnehin schon schwer getroffenen Opfer.” Quelle: brf.be


4.4.2016 Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Anklage gegen den früheren Verlobten der tot aufgefundenen Maria Baumer erhoben. Sie wirft dem ehemaligen Domspatz vor, einen Schüler des Domspatzengymnasiums 2003 und 2004 sexuell bzw. einen weiteren Schüler von Februar 2006 bis Juli 2011 schwer sexuell missbraucht zu haben – die Schüler waren 11 oder 12 bzw. 13 Jahre alt. Vorgeworfen wird dem Angeklagten auch sexuelle Nötigung und vorsätzliche Körperverletzung einer früheren Patientin (20 Jahre). Außerdem wird dem Angeklagten der Diebstahl von Medikamenten und der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Quelle: Mittelbayerische und Wochenblatt


4.4.2016 Der australische Bischof Mulkearns ist gestorben. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Bischof von 1971 bis 1997 Übergriffe vertuscht und Belege dafür beseitigt zu haben. George Pell, Kardinal und Chef der vatikan. Finanzen, war ein enger Mitarbeiter Mulkearns. Pell hatte dem Bischof zuletzt vorgeworfen, ihn in einem Missbrauchsfall getäuscht zu haben. Quelle: orf


4.4.2016 Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den italienischen Bischof Gerardo Antonazzo wurden wegen eines Formfehlers eingestellt. Die Staatsanwaltschaft schickte die Unterlagen an den Vatikan. Der Vatikan betrachtet die Vorwürfe als unbegründet. Laut einer ungenannten vatikan. Quelle heißt es, die Vorwürfe stammten von nicht angenommenen Priesteramtskandidaten. Quelle: orf


3.4.2016 Der italienische Bischof von Sora-Cassino-Aquino-Pontecorvo, Gerardo Antonazzo, wird von 8 Seminaristen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Bischof weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: corriere.it


2.4.2016 Teresa Kettelkamp wurde in die vatikanische Kinderschutzkommission berufen. Sie sagt, der Papst meine den Kinderschutz ernst. Quelle: cruxnow.com


2.4.2016 Kindesmissbrauch – Verharmlosung und Vertuschung: Für die südafrikanischen Opfer des in Deutschland verurteilten Täters Georg K. wird es keine Gerechtigkeit geben. Pfarrer Breitenbach sagt, die Buchveröffentlichung über die Taten des Pädophilen-Pfarrers (“Johannes Heibel: Der Pfarrer und die Detektive”) habe zur Suspendierung und Verurteilung beigetragen. Er sei darüber erleichtert, aber: „Das kommt leider auch zu spät“, meint er. Quelle: mainpost.de/


1.4.2016 Ein Missbrauchsopfer eines zweiten Lyoner Priesters hat Anzeige gegen Kardinal Barbarin gestellt. Der Kardinal habe einen (zweiten) Priester, der des Missbrauchs schuldig ist, bis März 2016 in der Seelsorge belassen. Er war wohl bereits 2009 informiert worden. Anders als Erzbischof Scicluna sagt, scheint es ja auch in Frankreich noch möglich zu sein, Missbrauchstäter in der Seelsorge zu belassen. Quelle: katholisch.de und Radio Vatikan