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Presse

2. Quartal 2010

30.6.2010 Nachhilfe in der Deutung von Sprache hat Kardinal Sodano erteilt. In seiner Osterpredigt hatte er dem Papst gesagt: “Heiliger Vater, mit Ihnen ist das Volk Gottes, das sich nicht vom Geschwätz des Augenblicks und nicht von den Prüfungen beeindrucken lässt, die zuweilen über die Gemeinschaft der Gläubigen hereinbrechen. Jesus hatte uns ja klar gesagt: ”In der Welt seid ihr in Bedrängnis”, doch Er fügte sofort hinzu: “Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.” (Joh 16,33). Der Vatikan ließ verlautbaren, dass der von Sodano verwandte Begriff «Geschwätz» fälschlicherweise als Ausdruck mangelnden Respekts vor den Opfern sexuellen Missbrauchs interpretiert worden. Vielmehr handele es sich um ein wörtliches Zitat aus der Palmsonntagspredigt des Papstes. Da habe dieser gesprochen «Mut, der sich nicht einschüchtern lässt vom Geschwätz der herrschenden Meinungen».

Die Vatikanmitteilung hebt hervor, dass Sodanos Haltung gegenüber den Missbrauchsopfern von dem gleichen Mitgefühl bestimmt werde wie jene des Papstes. (Oh je!) Quelle: liborius


30.6.2010 Nach Missbrauchsvorwürfen gegen einen Prämonstratenser (30 Missbrauchsfälle, ca 10 Opfer) wird das Priorat des Ordens der Prämonstratenser im nordhessischen Fritzlar zum 1. Juli offiziell aufgelöst. Quelle: Domradio


30.6.2010 Eine bemerkenswerte “Predigt über das Richten” von Hauptpastor und Propst Dr. Johann Hinrich Claussen. Quelle: St. Nikolai-Hamburg


30.6.2010 Das Bistum Osnabrück veröffentlicht Zahlen zu Missbrauchsfällen: 28 Hinweise auf Fälle von sexuellem Missbrauch, die das Bistum betreffen, sind seit Februar bei der zuständigen Kommission eingegangen. Sie erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren und beziehen sich auf 16 Geistliche und 3 sonstige kirchliche Mitarbeiter des Bistums sowie 2 seit längerem dem Erzbistum Hamburg angehörende Geistliche.  Von den 16 verdächtigten Geistlichen des Bistums Osnabrück sind 11 bereits verstorben. Vier weitere sind pensioniert und nicht mehr im Gemeindedienst. Einer dieser 4 Geistlichen wurde 2001 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger gerichtlich verurteilt. Der 16. verdächtigte Geistliche ist amtierender Priester des Bistums Osnabrück. Er wurde aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bis auf weiteres vom Dienst entpflichtet. Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ihn läuft. Quelle: Bistum Osnabrück


30.6.2010 Der Heinsberger Propst, Günter M. aus dem Bistum Aachen, lässt sein Amt bis auf Weiteres ruhen. Gehen ihn liegt der Vorwurf sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen vor 20 Jahren vor. Die Staatsanwaltschaft hat nach Feststellung der Verjährung die Ermittlungen eingestellt. Nun läuft die kirchliche Voruntersuchung, die keine Verjährungszeiten kennt. Quelle: Kirche im Bistum Aachen


29.6.2010 Im Erzbistum Paderborn liegt ein Bericht über die Missbrauchsfälle vor, die in den letzten 5 Monaten bekannt wurden: 30 Priester werden von 40 Opfern beschuldigt. Außerdem liegen 22 Hinweise auf andere Formen von Gewalt vor. Die Mehrheit der Hinweise gilt für die Zeit zwischen 1960 und 1980. 12 der beschuldigten Priester sind verstorben, 3 gehören zu einem Orden, 3 waren nicht zu ermitteln. 7 Priester sind bereits im Ruhestand, ein Geistlicher wurde suspendiert. In 5 Fällen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. 2 Ermittlungsverfahren laufen. Quelle: Erzbistum Paderborn


29.6.2010 Kirchliche Missbrauchsopfer aus Belgien hielten in Brüssel eine Kundgebung ab. Sie fordern einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche. Ein Vertreter der “Flämischen Arbeitsgruppe Menschenrechte in der Kirche” sagte, dies sei die einzige Möglichkeit, gehört und anerkannt zu werden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe erheben schwere Vorwürfe gegen Kardinal Danneels. Der habe 2000 eine Abordnung der Arbeitsgruppe beschieden, sie wolle die Kirche kaputt machen. Quelle: BFR


29.6.2010 Der Ausschussvorsitzende der belgischen kirchlichen Missbrauchskommission Adriaenssens fühlt sich nach der Beschlagnahme der Akten durch die belgische Justiz als Vertrauensperson der Opfer missbraucht, als ob er als Lockvogel für die Opfer hätte herhalten müssen. Die Kommission habe alle nicht verjährten Fälle (in Belgien 10 Jahre) der Justiz gegeben. Ebenso auch die ca 100 Fälle, in denen er ausdrücklich darum gebeten worden sei. Die anderen Betroffenen hätten um Diskretion gebeten. Adriaenssens wies darauf hin, dass diese Leute sich bei der kirchlichen Kommission und nicht bei der Justiz gemeldet haben. Die Staatsanwaltschaft begründet ihr Vorgehen damit, dass es Hinweise auf Unterschlagung von Beweismaterial durch die Kirche gegeben habe. Quelle: faznet


28.6.2010 Normalerweise kann der Vatikan als souveräner Staat in den USA nicht vor Gericht gezogen werden. Im Missbrauchsskandal gilt dies jedoch nicht. Das Oberste Gericht bestätigte nun die Entscheidung eines Zivilgerichtes. Zivilrechtlich kann der Vatikan also belangt werden. Konkret ging es um einen priesterlichen Missbrauchstäter, der ca 200 gehörlose Kinder missbraucht hat. Quelle: NZZ


28.6.2010 Der Bischof von Münster hat einen Pfarrer aus Münster rehabilitiert. Der hatte sich beim Bischof gemeldet, weil er sich Vorfällen mit Jugendlichen entsann, die längere Zeit zurücklagen. Eine anonyme Anzeige war ebenfalls erstattet worden. Sowohl die Staatsanwaltschaft Bochum als auch die Kommission des Bistums fanden keine Anhaltspunkte für sexuelle Übergriffe. Quelle: Ahlener Zeitung


28.6.2010 Eine von der ORF-Religionsabteilung in Auftrag gegebene Umfrage unter 500 österreichischen Pfarrer ergab: 79 Prozent sind für eine Abkehr von der Zölibatspflicht für Priester, 51 Prozent für die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe und 52 Prozent bekennen, dass sie in wichtigen Fragen anders denken als die Kirchenleitung. Gleichzeitig bilanzieren 69 Prozent, dass sie mit ihrem ehelosen Leben bisher in Summe recht glücklich waren.

Der emeritierte Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner hat die Umfrage geleitet. Im Gespräch mit “Kathpress” spricht er von zum Teil beträchtlichen Divergenzen zwischen Pfarrern und Kirchenleitung und sieht “extremen Handlungsbedarf”. Quelle: kath.web


28.6.2010 “Missbrauch in Institutionen – den Opfern eine Stimme geben” – Vortrag von Annette Haardt-Becker in Vallendar am 15.06.2010, anlässlich der Mitgliederversammlung 2010 der Deutschen Ordensobernkonferenz mit dem Themenschwerpunkt: Sexueller Missbrauch Minderjähriger. Quelle: Innocence in danger


28.6.2010 In der Diözese Bozen-Brixen in Südtirol ist nach dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ein 74-jähriger Priester seines Amtes enthoben worden. Quelle: Standard.at


28.6.2010 Nach der Beschlagnahme von fast 500 Opferakten durch die Justizbehörde haben die Mitglieder einer Kommission für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Belgiens die Arbeit eingestellt. Der Kommissions-Vorsitzende, Kinderpsychiater Adriaenssens, sagte, die belgische Staatsanwaltschaft halte sich nicht an Absprachen. Abgesprochen worden sei, dass die Kommission keine Vorgänge bearbeite, in denen es um noch heute strafrechtlich relevante Vorgänge gehe. Der Justizminister wies die Kritik des Papstes zurück: Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs seien Sache der Justiz und die Bischöfe seien nicht anders als andere Zeugen behandelt worden. Quelle: FR

Adriaenssens sagte, die Justiz habe offensichtlich das Gefühl, dass auch diese Kommission verschiedene Affären unter den Teppich kehren wolle.


26.6.2010 Ein Artikel in der Süddeutschen gibt Einblick in den Umgang des Kloster Ettal mit misshandelten und missbrauchten früheren Schülern. Die Informationen sind bedrückend, überraschen aber nicht wirklich. Solange “Aufarbeitung” auf katholisch so aussieht, muss sich die Kirche nicht wundern, dass sie ihre Glaubwürdigkeit weiter untergräbt – wer solche “Mitbrüder” hat, braucht keine Feinde. Quelle: Süddeutsche


26.6.2010 Die österreichische Rahmenordnung zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche ist hier nachzulesen.


25.6.2010 Die österreichische Klasnic-Kommission beschließt vier Schadensersatz-Kategorien. In Leichteren Missbrauchsfällen ohne überschießénde Gewaltanwendung sollen 5000 € gezahlt werden. Mehrfache Übergriffe über einen längeren Zeitraum bzw. eine geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung sollen mit 15000 € entschädigt werden. 25000 € sollen Opfer von fortgesetztem Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden seelischen Schmerzen erhalten. In besonders extremen Einzelfällen seien auch über 25000 € hinausgehende Entschädigungen möglich. Quelle: kath.press


Die Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” lehnt die von der Opferschutzanwaltschaft vorgeschlagenen Entschädigungssummen ab und sieht stattdessen eine “neuerliche Beleidigung der Betroffenen”. “Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet”, so Sprecher der Plattform. Hans Peter Hurka, “Wir sind Kirche-Austria”, zeigte sich hingegen mit den getroffenen Regelungen zufrieden. Quelle: kleine Zeitung


25.6.2010 “Skydaddy” weist auf mehrere Ungereimtheiten im Umgang der Abtei Mehrerau mit dem “Fall des Pater G.” hin, der in Birnau und an anderen Orten Kinder missbrauchte. Der Autor weist auch auf Unklarheiten darüber hin, ob ausschließlich die Abtei Mehrerau für die Seelsorgeeinheit Birnau (mit Birnau, Nußdorf und Deisendorf) zuständig ist oder das Erzbistum Freiburg – zumindest für die Gemeinden Nußdorf und Deisendorf.


25.6.2010 Die Anwälte des Papstes kämpfen gegen eine Vorladung Benedikts XVI. vor ein amerikanisches Gericht, vor dem er dazu aussagen soll, ob der Vatikan priesterliche Missbrauchstäter gedeckt habe. Juristen der Kirche sagen, eine Vorladung des Papstes verstoße gegen internationales Recht. Quelle: 20 Minuten.ch

Kommentar: Nach Aussagen der Vatikan-Anwälte gibt es keinerlei Beweise für eine Mitwisserschaft oder Mittäterschaft Roms an Missbrauchsfällen in der Welt und in den USA. Vorausgesetzt, der Mangel an Beweisen entspricht auch dem Mangel an Mittäterschaft und Mitwisserschaft, könnte es eine großzügige Geste des Papstes sein, einem weltlichen Gericht Auskunft zu geben – auch wenn eine “Vorladung” des Papstes nicht den diplomatischen Gepflogenheiten entspricht.  Eine solche Geste könnte der Glaubwürdigkeit der Kirche ein wenig aufhelfen.


25.6.2010 Der Vatikan zeigt sich verwundert über das Vorgehen der belgischen Ermittlungsbehören. Er beklagt die Verletzung der Vertrauenssphäre der Opfer – die Ermittlungsbehörden haben die Akten der Missbrauchsfälle konfisziert, die Handys der Bischöfe und Kirchenvertreter beschlagnahmt und die Gräber der früheren Brüsseler Kardinäle Jozef-Ernest Van Roey und Leon-Joseph Suenens “verletzt”. Quelle: kipa


24.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Memmingen erklärte gestern auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung, der frühere Leiter des Internats, Frater G., habe mehrere weitere Taten begangen. Dies hätten umfangreiche Ermittlungen in den zurückliegenden Wochen ergeben. Zu einer Anklage komme es wegen der Verjährung nicht. Quellen: Augsburger Allgemeine 24.6.2010   Augsburger Allgemeine 24.6.2010


24.6.2010 Die irische Regierung fordert 18 Ordensgemeinschaften auf, weitere 200 Millionen Euro zur Entschädigung von Missbrauchsopfern aufzubringen. Entschädigt werden sollen 14.500 Iren und Irinnen. Quelle: Radio Vatikan


24.6.2010 Die Missbrauchsbilanz im Bistum Hildesheim lautet: 71 Personen haben sich zwischen Februar und Mitte Juni beim Bistum Hildesheim gemeldet und 37 Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche im   Bistum Hildesheim beschrieben. 3 Diözesanpriester wandten seit 1995 sexualisierte Gewalt an Minderjährigen an. Zwischen 1940 und 1995 haben sich 21 Diözesanpriester vermutlich schuldig gemacht. 17 dieser Priester sind namentlich bekannt, aber verstorben. In einem Fall ist der Beschuldigte im hohen Alter, der Fall aber verjährt. Drei weitere beschuldigte Priester können namentlich nicht mehr ausgemacht werden. Da die jeweiligen Fälle sich aber auf die 50er Jahre beziehen, sind die mutmaßlichen Täter wahrscheinlich verstorben und die Fälle verjährt. Genannt werden als weitere mutmaßliche Täter 4 Ordenspriester. Quelle: Bistum Hildesheim


24.6.2010 In einer Provinzstadt vergewaltigten mehr als drei Dutzend Männer über Jahre hinweg immer wieder vier Schülerinnen – und die Behörden sagen, sie wüssten von nichts. Eine Kommentatorin formuliert:  “Ein Land, in dem so etwas über Jahre möglich ist, kann man getrost als rückständig bezeichnen.” Dann gehört auch Deutschland zu den rückständigen Ländern. Quelle: tagesspiegel


24.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen beziehungsweise von Jugendlichen. Der Beschuldigte ist Priester des Bistums Regensburg, der im Bistum Würzburg einer kleinen Nebentätigkeit nachgegangen sei. Quelle: Mainpost


24.6.2010 Der Prozess gegen den Priester, der 2007 im Auftrag der Bischofskonferenz nach Südafrika ging, wird seit Beginn der Woche in Südafrika fortgesetzt. In Deutschland hat der Beschuldigte sich selbst angezeigt. Zuvor waren Beschuldigungen gegen den Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in Deutschland angezeigt worden. Der Priester hat zugegeben, dass die Beschuldigungen in vielen Punkten zuträfen.  Quelle: rp-online


24.6.2010 Ein 53-jähriger ehemaliger Ministrant der Klosterkirche Birnau geht nun kirchenrechtlich gegen den mutmaßlichen Täter Pater G. vor. Der Kläger fordert rechtliche Schritte des Vatikan gegen den Vorgesetzten von Pater G., den früheren Abt aus Wettingen-Mehrerau. Seit 2001 könne sich jeder in Missbrauchsfällen unmittelbar an den Vatikan wenden, heißt es. Der mutmaßliche Täter ist ein tatsächlicher Täter, denn er hat den Missbrauch gestanden. Außerdem soll es drei weitere Missbrauchsopfer geben. Quelle: Südkurier

Der derzeitige Abt des Klosters weist darauf hin, dass die Untersuchung kurz vor dem Abschluss stünde. Quelle: kathweb.


24.6.2010 Der Trierer Bischof Ackermann hat 21 Frauen und Männer getroffen, die in den vergangenen Jahrzehnten Missbrauchsopfer von Klerikern waren. Quelle: Bistum Trier


24.6.2010 Die Brüsseler Staatsanwaltschaft wurde über Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch durch eine gewisse Anzahl Geistlicher informiert und durchsuchte den Hauptsitz der belgischen kath. Kirche, der in Mechelen ist. Ziel der Durchsuchung ist, die Anschuldigen zu erhärten oder nicht zu erhärten. Quelle: NZZ


23.6.2010 Der frühere Bischof von Augsburg, Mixa, sagte heute, er akzeptiere die Entscheidung des Vatikans und stelle seinen Rückstritt nicht weiter infrage. Aus dem Palais will er ausziehen. Für den Druck, den er bei der Unterzeichnung seines Rücktritts gespürt habe, mache er niemanden verantwortlich. Quelle: FR


23.6.2010 In Vorarlberg haben sich bei der Ombudsstelle der Katholischen Kirche 23 Opfer von Gewalt gemeldet. Drei stellen Entschädigungsforderungen, fünf Fällen wird nachgegangen. Quelle: ORF


23.6.2010 Die österreichische Bischofskonferenz hat u.a. beschlossen, dass die diözesanen Ombudsstellen einheitlich zu gestalten sind. SIe müssen von unabhängigen Fachleuten geleitet werden, die nicht weisungsgebunden sind. Außerdem wird in jeder Diözese eine Kommission eingesetzt, die mit dem Bischof die weiteren Konsequenzen für den mutmaßlichen Täter mit dem Bischof berät. Der mutmaßl. Täter wird dienstfrei gestellt. Die Opfer entscheiden, ob sie Anzeige erheben wollen. Die Kirche rät dem Täter zur Selbstanzeige. Eine Anzeige durch die Kirche erfolgt auch, wenn weitere Personen bei Nichtanzeige zu Schaden kämen.

Kosten für Therapien übernehmen die Ombudsstellen. Die Bischofskonferenz richtet die “Stiftung Opferschutz” ein, die von Tätern und verantwortlichen Institutionen (?) getragen werden soll. Quelle: ORF


23.6.2010 Raul Gonzalez Lara, Sohn des Gründers der Leginäre Christi, Marcial Maviel Degollada (1920-2008), hat den Orden in den USA auf Schadenersatz verklagt. Der Anwalt Andersen ist auf kirchliche Missbrauchsfälle spezialisiert. Er wirft Papst Benedikt XVI. und dem früheren Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano und anderen ranghohen Kirchenführern vor, von Maciels Drogensucht und Pädophilie gewusst zu haben und nichts dagegen unternommen zu haben. Quelle: ORF


23.6.2010 Der frühere Leiter der Wiener Ombudsstelle, Schüller, fordert, dass Priester, die des Missbrauchs schuldig sind, laisiert werden. Quelle: presse.com


23.6.2010 In der Diözese Linz gibt es bislang 65 Priester, Ordensleute und Laienmitarbeiter, die des sexuellen Missbrauchs verdächtig sind. Quelle: nachrichten.at


22.6.2010 Der Bischof von Trier, Ackermann, trifft in dieser Woche erstmals Missbrauchsopfer aus dem Bistum Trier. Quelle: Volksfreund


22.6.2010 Dr. Johannes Warmbrunn, Diözesanrat des Bistums Rottenburg, hat eine bemerkenswerte Rede gehalten, in der er den Menschen als “Maßstab” für Reformen in der Kirche bezeichnet. Bemerkenswert ist die Rede dann, wenn sie meint, was sie sagt. Quelle: Bistum Rottenburg-Stuttgart


21.6.2010 Die Trierer Staatsanwaltschaft stellt ein Ermittlungsverfahren gegen einen katholischen Priester ein. Ihm wird sexualisierte Gewalt vorgeworfen, die Taten sind jedoch verjährt. Quelle: Volksfreund


21.6.2010 Wie immer man darüber denken mag, dass der frühere Bischof Mixa durch den Vatikan/Ratzinger zum Bischof ernannt worden ist, so gilt jetzt jedoch: “Wer in eine psychiatrische Klinik geht, braucht keinen Zynismus. Er braucht Hilfe.” So formuliert der Tagesspiegel.

21.6.2010 In Fritzlar waren dem Prior der Prämonstratenser-Gemeinschaft Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen ein Mitglied der Ordensgemeinschaft seit 10 Jahren bekannt. Vor 12 Jahren war eine Delegation bei der Missbrauchsbeauftragten in Fulda, um die VOrwürfe dem Bistum Fulda mitzuteilen. Unternommen hat weder der PRior noch das Bistum Fulda etwas. Der mutmaßliche Täter, der inzwischen gestanden hat, hatte also 12 Jahre Zeit für seine Verbrechen. Quelle: hna


20.6.2010 Schuld hat nicht der Teufel – Ein Interview mit Bernd Deininger, der Geistliche therapiert. Quelle: Die Zeit


20.6.2010 In profil.at schildern kirchliche Missbrauchsopfer, wie die Kirche mit ihnen umging – fahrlässig und beschämend.


19.6.2010 Die Diözese Gurk-Klagenfurt wird nächste Woche zwei Missbrauchsfälle anzeigen, die mehr als 30 Jahre zurückliegen. Seit Jahresbeginn haben sich 44 Personen gemeldet, 22 bezogen sich auf sexuellen Missbrauch. Quelle: Der standard


19.6.2010 Der Papst wusste nach Information der FAZ von der Alkoholkrankheit von Dr. Mixa. Außerdem sollen ihm zwei Äußerungen von einem Priester aus dem Bistum Eichstätt und einem aus dem Bistum Augsburg vorgelegen haben, die unabhängig voneinander identifizierten Personen geoffenbart hatten, dass es homosexuelle Übergriffe (“sog. “Weiche Vergewaltigung” – was immer das ist) durch Mixa gegeben habe, die ihnen im Zustand emotionaler Abhängigkeit angetan worden seien. Quelle: FAZ


19.6.2010 Der Vatikan stellte auf Nachfrage von Radio Vatikan klar, dass es unbegründet sei, im Fall von Bischof Juliusz Paetz von ‚Rehabilitierung’ zu sprechen. Es sei ausschließlich um das Feiern von Messen durch den ehemaligen Erzbischof gegangen, und für diese gelte es nach wie vor, dass er zuvor das Einverständnis des zuständigen Bischofs einholen muss. Die Einschränkungen, die Paetz 2002 auferlegt wurden, gelten also unverändert.

Kommentar: Diese Falschmeldung zeigt, wie tiefgreifend der Verlust der Glaubwürdigkeit in die katholische Kirche ist. Nicht nur Kirchenkritiker, sondern auch Kirchenloyale trauen dem Papst die Rehabilitierung eines Missbrauchstäters zu. 


19.6.2010 Missbrauchsopfer haben geredet. Nun stoßen sie auf neues Schweigen. Das ist die Erfahrung von Katharina B., die seit acht Jahren ein Notruf-Telefon für Opfer sexueller Gewalt von Kirchenmitarbeitern betreibt. Quelle: Südwestpresse


19.6.2010 Piero Gelmini, 83, hat Hunderte von Drogenentzugsanstalten gegründet. Im März 2011 wird er sich wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs an 12 Patienten seiner Entzugsanstalten zu verantworten haben.

Quelle: Salzburg 24


18.6.2010 Im Jahre 2002 trat der damalige Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz, zurück. Seminaristen und Priester warfen ihm vor, sie jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe gegen Paetz hatten sich bestätigt. Er verlor sein Bischofsamt und die Erlaubnis, Priester zu weihen und Sakramente zu spenden. Der Vatikan hat ihn nun rehabilitiert – er darf wieder Priester weihen und Sakramente spenden. Quelle: Tagesschau

Kommentar: Vorausgesetzt, diese Nachricht stimmt: Es gibt eine Möglichkeit, die Unglaubwürdigkeit des Vatikan noch deutlicher zu machen: Der Vatikan könnte Herrn Paetz als Visitator in  Polen zur Untersuchung der dortigen Missbrauchsfälle einsetzen. Der irische Kardinal Cormac Murphy O’Connor, dem die Vertuschung eines pädokriminellen Verbrechens vorgeworfen wurde, ist seit März 2010 Mitglied einer Kommission, die im Auftrag des Papstes den Umgang der irischen Kirche mit den Missbrauchsfällen untersuchen soll. Da ist es doch naheliegend, Herrn Paetz nach seiner Rehabilitierung mit der Untersuchung der Missbrauchsfälle  und ihrer Vertuschung in Polen zu beauftragen. Ob die Täter und Vertuscher von gestern die Aufklärer von heute sein werden, bezweifle ich. Und für meine Zweifel habe ich Gründe.


18.6.2010 Die Staatsanwaltschaft Fulda hat ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchsvorwürfen am Elite-Internat im osthessischen Hofbieber eingestellt. Quelle: FAZ


17.6.2010 Nach einer Allensbacher Umfrage distanzieren sich die KatholikInnen immer mehr von ihrer Kirche. Wäre die Umfrage nicht im Oktober/November 2009 durchgeführt werden, würden die Ergebnisse wohl noch drastischer ausfallen. Nur noch 17% der Katholiken sind “gläubige Kirchennahe”. 37% nennen sich “kritisch kirchenverbunden” und 32 % “kirchlich distanziert”. Quelle: FR


16.6.2010 Der Missbrauch durch 12 Lehrer an der Odenwaldschule ist verjährt. Die Verjährung gilt auch für den Hauptbeschuldigten Gerold Becker. In vier Verfahren, u.a. gegen Beckers Nachfolger Wolfgang Harder werde jedoch weiter wegen des Verdachts der Strafvereitelung ermittelt. Auch ein Verfahren gegen eine Lehrerin, die einen Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll, läuft weiter. Quelle: FR


16.6.2010 Anna Catherin Loll und Peter Wensierski, SpiegelmitarbeiterInnen, berichten unter dem Titel: “Geheime Parallelwelt” über die Gelder der Katholischen Kirche – die sichtbaren und die unsichtbaren. Quelle: Spiegel   Stellungnahme des Bistums Limburg


15.6.2010 „Ich bin selbst nicht frei von Schuld, sondern musste aus meinen Fehlern lernen, um ein verwundeter Heiler zu werden.“ Das sagte der emeritierte Erzbischof Kardinal Cormac Murphy-O’Connor zum Abschluss des Priesterjahres in Maynooth. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Kardinal Cormac Murphy O’Connor hatte bereits am 20.1.2003 laut Radio Vatikan gemeint, die Kirche habe aus den Pädokriminalitäts-Skandalen gelernt, offener zu sein und sich mehr um die Opfer zu kümmern. O’Connor wurde beschuldigt, einen Fall von Pädokriminalität in seiner Diözese in den 80er Jahren verschwiegen zu haben. Ob diese Vorwürfe aufgeklärt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Seit März 2010 gehört  O’Connor einer Kommission an, die im Auftrag des Papstes den Umgang der irischen Kirche mit den Missbrauchsfällen untersuchen soll.
Für sich selbst den sowieso nicht unproblematischen Begriff des “verwundeten Heilers” in Anspruch zu nehmen, ist  schwer erträglich. Demut hätte dem Kardinal besser angestanden.


15.6.2010 Im Bistum Erfurt wurde Anzeige gegen einen 55-jährigen Priester erstattet. Die Taten sollen sich Mitte der 90er Jahre ereignet haben. Die Aussage der Betroffenen sei nicht eindeutig gewesen und hätte kirchenintern nicht geklärt werden könnten, deshalb seien sie der Staatsanwaltschaft übergeben worden, so der Erfurter Weihbischof R. Hauke. Quelle: mdr


15.6.2010 Ein Erzieher in einem Heim für schwer erziehbare und straffällig gewordene Kinder und Jugendliche in Weyarn steht in München vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, 25 Schutzbefohlene sexuell missbraucht zu haben. Missbrauch an 5 Jungen zwischen 13 und 15 Jahren hat der pädophile Erzieher gestanden. Schuld habe seine Frau, die ihn öfter betrogen habe. Quelle: Süddeutsche


15.6.2010 Die heute 55-jährige M. McCormack wurde zwischen 1970 und 1975 von einem Prämonstratenser-Ordensmann P.B.S. in der Diözese Kilmore, Irland, missbraucht. Sie beschuldigte auch den heutigen Primas Kardinal Sean Brady, der damals Priester der Diözese Kilmore war, an der Vertuschung früherer Taten des Täters beteiligt gewesen zu sein. Brady habe vom Missbrauch zweier Jungen gewusst, jedoch nicht die Polizei eingeschaltet. Er habe es also unterlassen, weitere Opfer, also auch Frau McCormack, zu schützen. Die irische Kirche zahlt dem Missbrauchsopfer 250.000 €. Die Entschädigung teilen sich die Diözesen Armagh und Kilmore und der Prämonstratenser-Orden. Quelle: ORF


15.6.2010 Der Regierungsbeauftragten für sexuelle Übergriffe, Christine Bergmann, wurden seit April über 1000 Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet.  90% der Betroffenen berichteten von wiederholtem Missbrauch. Ein Drittel geschah im Bereich kirchlicher Einrichtungen – vor allem katholischer,  ein Drittel im Familien- und Bekanntenkreis und ein Drittel in nicht-kirchlichen Institutionen (Schulen, Heime, Therapieeinrichtungen). Jungen erlebten Missbrauch häufiger in kirchlichen Einrichtungen, Mädchen häufiger in therapeutischen Einrichtungen. Frauen erlebten doppelt so oft Missbrauch in der Familie wie Männer. Das Durchschnittsalter derer, die sich gemeldet haben, liegt bei 50 Jahren (17-79 J.). Mehr als 60% der Anrufer hatten bisher mit niemandem über den Missbrauch gesprochen. Quelle: ZDF


14.6.2010 Im Fall des Fritzlarer Priesters aus dem Orden der Prämonstratenser, Michael L., weitet die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus.  Bislang hat sie nur den Zeitraum von 1994 bis 2001 untersucht. Nun will sie auch in der jüngeren Vergangenheit untersuchen. Die ursprüngliche Opferzahl von 30 Kindern wurde korrigiert: Es handelt sich um 30 Missbrauchsfälle, von denen etwa 10 Ministranten betroffen sind. Quelle: hna.de


14.6.2010 Im Bistum Münster kam es nach Angaben der Bistumskommission zu 106 Opfern von 56 beschuldigten Priestern. Quelle: Bild


12.6.2010 Katholische Kirche- wohin? Ein Gespräch über Macht, Moral und Missbrauch, die Folgen für die Opfer und die Gemeinschaft der Glaubenden – hörenswert. Die Langfassung ist hier (Teil 1) und hier (Teil 2) zu hören.


12.6.2010 Der emeritierte Bischof Mixa zeigte sich – oder: ist/war – enttäuscht über das Verhalten der Kirche . Offenbar waren kirchliche Würdenträger an den unbestätigten Missbrauchsvorwürfen beteiligt. “Das Bistum Augsburg” habe eine 8 Sätze lange Notiz angefertigt, die der Augsburger Weihbischof Losinger dem Generalstaatsanwalt weitergeleitet habe. Das angebliche Missbrauchsopfer habe den Verdacht umgehend als unbegründet zurückgewiesen. Quelle: Süddeutsche


12.6.2010 Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Bergmann sagt im Interview mit der Welt: “Und ich versichere Ihnen, es ist noch längst nicht alles bekannt. Wir stehen erst am Anfang.” 


12.6.2010 “Und je älter ich werde, umso stärker leide ich” – ein Missbrauchsopfer aus dem Josefsheim in Wettringen berichtet u.a. davon, dass es eine Entschädigung möchte und nicht erhält. Quelle: Ruhrnachrichten


11.6.2010 Die Diözese Graz-Seckau hat die Suspendierung von zwei Priestern aufgehoben. Sie waren vor 12 bzw. 20 Jahren wegen Sexualdelikten verurteilt worden. Kinder waren in beiden Fällen nicht beteiligt. Unter Auflagen arbeiten diebeiden Priester wieder in ihren Gemeinden. Ein dritter Fall in der Diözese Graz-Seckau ist noch ungeklärt. Quelle: die Presse


11.6.2010 In den Jahren 1994 bis 2001 soll ein katholischer Priester, Mitglied der Prämonstratenser, aus dem Bistum Fulda, in seiner Kirchengemeinde in Fritzlar Ministranten missbraucht haben. Insgesamt gebe es mehr als 30 Opfer, teilte die Staatsanwaltschaft in Kassel mit. Die Kriminalpolizei hatte bei Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial, digitale Bilder, gefunden, mit der sich die Schuld des Geistlichen belegen lässt. Der Pfarrer hat bei der Vernehmung durch die Haftrichterin ein Geständnis abgelegt. Quelle: Spiegel


11.6.2010 Der Papst hat sich bei den Missbrauchsopfern entschuldigt. Er sagte: „Es war zu erwarten, dass dem bösen Feind das neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde… So ist es geschehen, dass gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekannt wurden – vor allem der Missbrauch der Kleinen, in dem das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt wird. Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen; dass wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und dass wir die Priester mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und behüte.“ Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Die Sprache ist kaum verständlich. Der Leserin ist unklar, wer der “böse Feind” ist, der verantwortlich für das Bekanntwerden der Sünden  ist –  nicht für die Sünden selbst. Auch das “neue Leuchten des Priestertums” habe ich nicht registrieren können, das dem bösen Feind nicht gefallen hat. Es wird sich zeigen, ob den Worten Taten folgen.


11.6.2010 „Wir sind hinabgestoßen worden, durch diverse Priesterskandale, in die Gossen der Welt. Das ist nicht unser Platz.“ Das sagte der Kölner Erzbischof beim Priestertreffen in Rom. Quelle: domradio


11.6.2010 In Jütland soll eine Äbtissin eine 74-jährige Nonne bei klirrender Kälte so lange ausgesperrt haben, bis sie starb. Eine ehemalige Novizin erhebt schwerste Vorwürfe gegen Theresa B. Sie führte ihr Kloster offenbar mit eiserner Hand – der Vatikan griff nicht ein – und auch sonst niemand. Diese Tat – vermutlich: Misshandlung mit Todesfolge – ist verjährt. Quelle: Spiegel


10.6.2010 Bischof G. Fürst, Rottenburg-Stuttgart, hat den 7000 Menschen seines Bistums, die in diesem Jahr aus der Kirche ausgetreten sind, Gespräche angeboten. Es sei ihm wichtig, so sein Pressesprecher, zu hören, was die Menschen zu ihrem Austritt bewegt. Einer dieser Einladungen folgten 120 Menschen. Mehr dazu in der Stuttgarter Zeitung.
Kommentar: Wenn die Bischöfe den Menschen vor ihrem Kirchenaustritt nicht zuhören und ihre Verwaltungen auf Anfragen nicht reagieren, kommt das Gespräch zu spät, wenn es nach dem Austritt stattfindet.


11.6.2010 Bereits 1995 wusste die Diözese Innsbruck von körperlichem und sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Bis 2010 wurde dies geheim gehalten. 15 Jahre wurde über 33 bekannte Fälle Stillschweigen bewahrt, erst 2010 entschloss sich die Diözese, die Fälle und die Institutionen der Öffentlichkeit zu nennen.
Dem Ombudsmann der Diözese Innsbruck, Tauscher, gefällt dabei das Wort “geheim halten” nicht. Er möchte lieber davon sprechen, dass die Zeit noch nicht reif war. “Die Leute wären über uns hergefallen, wenn wir die Einrichtungen bekannt gegeben hätten“, so Tauscher. Quelle: tt.com


10.6.2010 Innsbruck – 150 Opfer von Missbrauch oder Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim Tiroler Ombudsmann Hans Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für Opfer in öffentlichen Einrichtungen zählte bisher 180 Kontakte (82 konkrete Fälle).Innsbruck – 150 Opfer von Missbrauch oder Gewalt in der Kirche meldeten sich bisher beim Tiroler Ombudsmann Hans Tauscher. Die Landes-Anlaufstelle für Opfer in öffentlichen Einrichtungen zählte bisher 180 Kontakte (82 konkrete Fälle). Quelle: tt.com


10.6.2010 „Missbrauchsopfer kommt nicht gut an. Man ekelt sich auch vor Wunden.“ Das sagt ein anonymes Opfer des AKO. Auf Facebook wurde unter „aloisius. das akonews magazin“ auch ein WDR-Bericht über den „2. Eckigen Tisch“ in Oberdollendorf eingestellt. Darunter stehen Mitte Mai zwei Kommentare. Ein Ex-AKO-Schüler schreibt: „Missbrauchsopfer der katholischen Kirche könnte glatt zum Ausbildungsberuf werden, so inflationär, wie sich vermeintliche Opfer melden.“ Der andere Kommentar: „Können die nicht endlich mal Ruhe geben?“ Quelle: Merkur


9.6.2010 Vor einem Jahr hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in Geistliche, 2010 waren es nur noch 55 Prozent. Quelle: Focus


9.6.2010 Die Münchner Staatsanwaltschaft informierte, dass ein Benediktinerpater des Klosters Ettal wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Strafe von 5 Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 2000 € verurteilt wurde. Gegen weitere Klosterangehörige wird noch ermittelt. In Ettal wurden einem Sonderermittler zufolge von 1953 bis in die jüngste Vergangenheit mehr als 100 Internatsschüler brutal misshandelt, einige davon auch sexuell. Als Täter wurden 15 Mönche benannt, darunter auch ein ehemaliger Abt. Quelle: nachrichten.at


9.6.2010 131 Betroffene von Gewalt in Kircheninstitutionen planen rechtliche Schritte gegen die Kirche – so die Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt”.  Vorgesehen seien von den 131 Betroffenen von Gewalt in kirchlichen Institutionen Aufforderungsschreiben an die Kirche bis hin zu Klagen auf Schadenersatz, hieß es. Quelle: ORF


9.6.2010 Die von Kardinal Schönborn ins Leben gerufene Opferanwältin Waltraud Klasnic berichtet von 193 Menschen, die sich wegen Gewalt und sexualisierter Gewalt in der Kirche bei ihr gemeldet haben. Alle Angaben stuft sie als glaubwürdig ein. Man müsse das Wort “Hoffnung” wieder vermitteln, weil viele Betroffene hoffnungslos geworden seien, dass je die Zeit kommt, wo sie jemand versteht, sagt Klasnic. Quelle: ORF


9.6.2010 “Als vor zweieinhalb Jahren von heute auf morgen der damalige Leiter des  Mindelheimer Internats abgezogen wurde, weil er rechtskräftig wegen Missbrauchs eines Jugendlichen verurteilt wurde, belog einer der Fratres die Öffentlichkeit über die wahren Gründe. Er sagte damals gegenüber der Mindelheimer Zeitung, „mein Eindruck ist, dass der Provinzial schon längere Zeit mit dem Gedanken gespielt hat, einen so fähigen Mann wie Frater G. an noch verantwortungsvollerer Stelle einzusetzen“. Quelle: Augsburger Allgemeine


8.6.2010 C. Ravasio wurde als Kind in einem Aargauer Kinderheim von Nonnen missbraucht und misshandelt. Sie berichtet. Quelle: a-z.ch


8.6.2010 Im Bistum Osnabrück gibt es derzeit 21 Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. 18 Priester und 3 Mitarbeiter sollen beteiligt sein. Zwei Priester gehören zum Bistum Hamburg, 11 sind verstorben, 4 pensioniert – einer davon wurde 2001 wegen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Nur einer der Verdächtigen amtierte bis zu seiner Suspendierung. Quelle: NDR-Online


7.6.2010 Der Pfarrer aus dem Bistum Rottenburg, dem sexueller Missbrauch an einem 17-Jährigen, vorgeworfen wird, begangen  in den 80er Jahren, hat gestanden. Quelle: Stuttgarter Zeitung


6.6.2010 Gegen einen Potsdamer evangelischen Pastor werden Missbrauchsvorwürfe erhoben. Bislang reagierte die zuständige Landeskirche nicht. Hinweise auf den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen gibt es seit 2001. Weil der mutmaßliche Täter die Vorwürfe stets bestritt, wurde er bislang nicht angezeigt. Quelle: Märkirsche Allgemeine


6.6.2010 Ein kath. Pfarrer aus dem Bistum Rottenburg steht unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs an einem damals 17-Jährigen, der in den frühen 1980er Jahren missbraucht worden sein soll. Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt. Die Kommission sexueller Missbruach berät über das weitere Vorgehen. Eine Stuttgarter Gemeinde, die der Beschuldigte übernehmen sollte, wird ihm derzeit nicht gegeben. Quelle: fehmarn 24


5.6.2010 Profil.at berichtet von einem Brief von Kardinal Groer, der dafür spricht, dass der Vatikan den “Fall Groer” vertuscht hat. Quelle: Profil.at


5.6.2010 Peter Frey, Chefredakteur des ZDF, führt die aktuelle Krise der katholischen Kirche auch auf die mangelnde Kommunikationsfähigkeit der Kirche  zurück. Die Krise sei hausgemacht, sagte er. Als Beispiele für die Kommunikationsschwäche der Bischöfe nannte er: Bischöfe empfänden „die Journalisten als natürliche Feinde“, Kardinäle täten kritische Berichterstattung als „Geschwätz“ und Kampagnenjournalismus ab, kirchliche Gremien kreisten um sich selbst und vergäßen die Fragen der Menschen. Quelle: Radio Vatikan


4.6.2010 Ein kath. Priester und Religionslehrer wurde in Wien wegen des Konsums von Folterbildern von Kindern verurteilt: acht Monate bedingte Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Quelle: Standard und Presse.com

3.6.2010 Die taz kommentiert: “Dennoch war die Anzeige richtig – und auch das Nachhaken der investigativen Journalisten, die die Sache hartnäckig verfolgt haben. Gerade Zollitsch muss als Vorsitzender der Bischofskonferenz eine reine Weste haben, will er die Aufklärung des Missbrauchsskandals vorantreiben. Insofern dienen die juristischen Vorwürfe der Aufklärung des Geschehens. Denn nur wo alles auf dem Tisch gelandet und so weit wie möglich geklärt worden ist, ist ein Neuanfang der Kirche möglich. Zollitsch ist sicherlich intelligent genug, das einzusehen.”
Kommentar: Wenn in diesen Wochen nicht wirklich alles auf den Tisch kommt, was in den Ordinariaten und bei den Personalreferenten der Bistümer bekannt ist, dann wird es unweigerlich einen nächsten Skandal geben. Der Schaden wäre noch um einiges größer als er derzeit schon ist.  s. auch die Recherchen von “Skydaddy”


3.6.2010 Der Abt von Mehrerau nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen Erzbischof Zollitsch und bestätigt, dass das Erzbistum Freiburg nicht für das Kloster Birnau zuständig ist, in dem der Missbrauch begangen wurde. Quelle: Mehrerau


3.6.2010 Nach Ansicht des Kirchenrechtlers R. Puza, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Tübingen, trägt Zollitsch keine Schuld, weil er für das Kloster Birnau, in dem der Missbrauch stattgefunden haben soll, nicht zuständig war. Zuständig war vielmehr der Abt des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau bei Bregenz/Osterreich. Die Zisterzienser sind ein Orden päpstlichen Rechts. Für sie ist nicht der Ortsbischof, sondern der Papst in Rom zuständig. Quelle: welt.de


2.6.2010 Wir sind Kirche formuliert: “Zu fragen ist zum Beispiel, ob – wie seit 1962 vom Vatikan gefordert – dieser Missbrauchsfall nicht erst 2006 sondern bereits damals nach Rom gemeldet wurde. Auch die Verantwortlichkeit des Zisterzienserordens und das wechselseitige Zusammenwirken sind zu klären», teilte die Organisation mit. Es sei nicht auszuschließen, dass auch andere Bischöfe und Personalverantwortliche nicht angemessen auf Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt reagiert hätten. Da Zollitsch nach Bekanntwerden der zahllosen Missbrauchsfälle einen Neuanfang innerhalb der Kirche angekündigt habe, wäre es zu begrüßen, «wenn auch unabhängig der strafrechtlichen und kirchenrechtlichen Bewertung lange zurückliegender Vorgänge Bischöfe und Personalverantwortliche ihre jeweilige moralische Verantwortung übernehmen würden”. Quelle: Wir sind Kirche


2.6.2010 Gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz. Zollitsch wird Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen, weil er in Kenntnis von Übergriffen eines Zisterzienser-Paters als Personalreferent veranlasst habe, dass der mutmaßliche Täter in Birnau am Bodensee erneut angestellt wurde. Das Erzbistum nennt die Vorwürfe haltlos.
Quelle: ORF und Badische Zeitung und Erzbistum Freiburg
s. auch Badische Zeitung vom 22.4.2010
s. auch Fokus
s. auch Die Zeit


2.6.2010 Der kanadische Bischof Lahey, bei dem im Sept. 2009 kinderpornografische Dateien (d.h. Bilder von gefolterten Kindern) gefunden worden waren, wird von einem Mann angeklagt, dass er den Mann von 1982 bis 1986 als Minderjährigen in einem Waisenheim seyuell belästigt habe. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf. Quelle: Radio Vatikan


2.6.2010 Im Jahr 2009 gingen bei den diözesanen Stellen in der Schweiz Meldungen von Übergriffen von 14 Tätern an 15 Opfern ein. Von Januar bis Mai 2010 wurden 72 Täter und 104 Opfer gemeldet.. Der grosse Teil der nun gemeldeten sexuellen Übergriffe geschah zwischen 1950 und 1990. Nur 9 der 2010 gemeldeten 104 Opfer erlitten Übergriffe nach 1990. Von den von Januar bis Mai 2010 gemeldeten 104 Opfern der vergangenen 60 Jahre waren zum Zeitpunkt der sexuellen Übergriffe 11 Kinder unter 12 Jahren, 15 weibliche und 61 männliche Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, 12 erwachsene Frauen und 5 erwachsene Männer. Quelle: kath.ch


2.6.2010 Rainer Bucher über “Kirche auf dem Weg weg von der Macht hin zur Autorität”. Quelle: wir sind kirche.at


1.6.2010 Die deutschen Salesianer berichten von 84 Meldungen mit Einzel- und Mehrfachbeschuldigungen von Ordensangehörigen, die bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Die Vorwürfe beziehen sich auf körperliche und psychische Gewalt sowie sexuellen Missbrauch. Bei 39 von insgesamt 63 Beschuldigten handelt es sich um Ordensangehörige. Quelle: Radio Vatikan


Mai 2010: Vatikan Spezial zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche


31.5.2010 Der Papst hat den Rücktritt des Erzbischofs von Benin City, Nigeria, angenommen. Eine Frau hatte den aus Irland stammenden Bischof beschuldigt, sie sexuell missbraucht zu haben. Daraufhin bat der Erzbischof um seinen Rücktritt. Missbrauch bestreitet er, den Bruch des Ehelosigkeitsgelübdes gibt er zu. Quelle: Süddeutsche  rhein-zeitung.de


31.5.2010 Bischof Bode, Osnabrück, hat umfassende Reformen in der kath. Kirche gefordert. Die Kirche benötige ein Klima der Offenheit. Sie brauche ein neues Miteinander von Priestern und Laien, Männern und Frauen. Autorität und Macht sollten eine radikal dienende Funktion haben. Quelle: kath.web


31.5.2010 Der Vatikan kündigte eine Visitation von 4 irischen Diözesen an, um “Bischöfen, Klerus, Gläubigen und Laien helfen, der durch die tragischen Skandale um den Missbrauch von Minderjährigen durch Priester entstandenen Situation adäquat entgegenzutreten”. Quelle: ORF


30.5.2010 “Aber niemand scheint zu fragen, wie zu erklären ist, daß zumindest in einer großen Anzahl von Fällen „vom Geist der Liebe im Rettungsdorf“ (Wichern) nichts zu spüren war, eher das Gegenteil. Die theologische Dimension kirchlich-diakonischer Mißhandlungen ist mir in der ganzen Diskussion noch nirgendwo begegnet. Es geht aber nicht nur um einzelne Sünder, sondern um ein falsch justiertes System, an dem die Kirchen einen wichtigen, auch ideologischen Anteil hatten.” Quelle: Dierk Schäfer-blog: Scham und Schande – Die Kirchen und die Heimkinderdebatte


30.5.2010 Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Vorermittlungen eingeleitet wegen Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfen im Josefsheim Reitenbuch.  Sieben Personen hatten – z.T. mit eidesstattlichen Versicherungen – von Gewalt und sexualisierter Gewalt berichtet – in der Zeitspanne von 1933 bis Ende der 80er Jahre. Bis 1999 stand das Heim unter der Leitung der Dillinger Franziskanerinnen, die nach Aussage einer Schwester den immer wieder gegebenen Hinweisen nicht nachgegangen seien. Quelle: Augsburger Allgemeine


30.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat seit dem 15.3.2010 dreizehn Missbrauchsvorwürfe an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Vorwürfe betreffen die Zeit von 1950 bis in die 1990-erJahre. Sie richten sich gegen 8  Priester, von denen 4 verstorben sind und zwei im Ruhestand leben. Zwei weitere wurden in den Ruhestand versetzt. Weitere Vorwürfe betreffen einen Priester des Bistums Hildesheim, der verstorben ist und 2 ehemalige Mitarbeiter einer kirchlichen Einrichtung im Erzbistum Hamburg. Quelle: Erzbistum Hamburg


30.5.2010  In Italien gelangten in den vergangenen Monaten einzelne Missbrauchsfälle  an die Öffentlichkeit. Der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz Grociata versicherte, jeder Missbrauchsfall sei einer zu viel, verwies aber darauf, dass die Skandale der Kirche bisher kaum geschadet hätten. (Vom Schaden für die Opfer sprach er nicht.) In Mailand wurde der 73-jährige Priester Domenico P. letzte Woche verhaftet, weil er vor einigen Jahren einen 13-Jährigen missbraucht habe. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters wurden Kinderpornos, also Folter-Bilder, gefunden.
Berichtet wurde auch von einem Prozess gegen einen Priester in Rom. Der verantwortliche Bischof von Rufina, Gino Reali, hat den vor Gericht stehenden Priester ermahnt, keine Buben mehr mit nach Hause zu nehmen. Quelle: die Presse


30.5.2010 “Die Sorge der Kirche gilt dem Wohl der Opfer”, sagte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco. Er räumte eine mögliche Vertuschung ein. Quelle: Radio Vatikan


30.5.2010 “Darin liegt das Problem der katholischen Kirche: dass ihr die eigenen Leute schützenswerter schienen als die Kinder, die ihnen als Schüler anvertraut wurden. Katholische Würdenträger müsste gerade das zutiefst erschüttern: wie kaltherzig sie mit dem großen Vertrauen der Gläubigen umgegangen sind….Von der Scham, als verantwortliche Kirche so versagt zu haben, weil man Missbräuche über Jahrzehnte systematisch gedeckt hat, ist leider viel zu wenig zu spüren. Dies ist der größte Skandal der katholischen Kirche seit Langem – aber wie viele Stimmen sind zu hören? Die katholische Kirche will ein lebendiger Ort des Glaubens sein. Krisen, Widersprüche, Scham, Fehltritte, sogar Verbrechen gehören zum Lebendigen leider dazu. Nur muss man sich dem stellen. Verdruckstes Schweigen – damit kann die Kirche nur verlieren: an Achtung und an Mitgliedern.”
Quelle: Berliner Morgenpost
Kommentar: Dieser Kommentar der Berliner Morgenpost ist richtig. Die Reaktionen der Amtskirche auf Schreiben von mir bestehen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – im Schweigen, das nach wie vor, Krise hin oder her, anhält.


30.5.2010 Hans Küng gibt Papst Johannes Paul II. die Schuld, dass die Glaubenskongregation unter Ratzinger nicht gegen Groer, Krenn, Haas und Maciel vorgehen konnten. Küng weist auch Benedikt XVI eine Mitschuld zu. Die diffamierende Äußerung Sodanos (“Geschwätz”) vom Ostersonntag sei mit dem Papst abgesprochen, meint Küng. Und er erinnert daran, dass Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 2001 ein Schreiben an alle Bischöfe “Über schwere Vergehen” gerichtet habe, in dem gefordert wurde, die Missbrauchsfälle unter des Secretum Pontificium zu stellen. Wer gegen diese Forderng verstößt, zieht sich schwere Kirchenstrafen zu. Quelle: presse


30.5.2010 “…statt einer wirklichen Geste, ihnen zu helfen. Das ist so unglaublich bürokratisch….. Eigentlich ginge es jetzt um Emotionen, die gezeigt werden müssten. Doch da sieht man eine ganz große Hilflosigkeit.” Quelle: WDR
Kommentar: Das sagt Miguel Abrantes Ostrowski vor dem gestrigen Treffen von Opfern mit Jesuiten in Berlin. Damit trifft er das Problem sehr genau. Heilsam sind nicht eine Bürokratie, ein “korrektes” Verhalten der Täterseite, wiederholte gefühllose Entschuldigungen und Betroffenheitsäußerungen, die in Mikrofone und Kameras gesprochen werden, und völlig ohne  das Gegenüber von Opfern auskommen  – heilsam ist das ehrliche und authentische Mitfühlen. Und das fehlt in der Regel. Aber das ist nicht einklagbar.


29.5.2010 Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen katholischen Pfarrer des Heidelberger Stadtteils Kirchheim, Erzbistum Freiburg. Pfarrer S. steht im Verdacht, Mitte der 1980er Jahre mindestens einen, wahrscheinlich aber mehrere Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Der Freiburger Missbrauchsbeauftragte erstattete Strafanzeige. Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung


28.5.2010 Die “Time” spekuliert über eine Vergebungsbitte des Papstes beim Welttreffen kath. Priester Anfang Juni in Rom. Die Kurie betrachte eine solche Bitte als “gefährlich”, weil dadurch die anwesenden Priester indirekt für sexuellen Missbrauch verantwortlich gemacht würden, berichtet die Time. Im Vatikan sei nichts über eine solche Vergebungsbitte bekannt. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Was die x-te Vergebungsbitte von wem auch immer – die auf ihre Korrektheit, Verträglichkeit, Nicht-Anstößigkeit bei wem auch immer und auch sonst und in jeder Hinsicht überprüft wurde, bevor sie ausgesprochen wird – bewirken soll, wird mir umso unerfindlicher, je häufiger sie ausgesprochen wird. In der Inflation der Vergebungsbitten tendieren ihr Wert und ihre Glaubwürdigkeit gegen Null. 


28.5.2010 In der Kirche Luxemburgs ist von 31 Fällen sexualisierter und körperlicher Gewalt in den letzten Jahrzehnten die Rede. AKtuelle Fälle gebe es nicht. Quelle: Domradio


28.5.2010 Im Bistum Würzburg geht der Missbrauchsbeauftragte von 83 “relevanten Kontakten” aus. Er stellt aber fest, dass die Zahl der Opfer wohl größer ist. Quelle: Abendzeitung


27.5.2010 Zudem gelte es einzusehen, dass nicht nur Vergebung, sondern auch Gerechtigkeit notwendig sei – das sagte der Papst und forderte die italienischen Bischöfe zum offenen Umgang mit Missbrauchsfällen auf. Quelle: ORF
Kommentar: Diese Aussage ist bemerkenswert, weil es der Kirche bislang um die Vergebung ging, die den Tätern – ohne den Weg über die Opfer zu nehmen – gewährt wurde. Die Gerechtigkeit für die Opfer war bisher kein Thema. J.B.Metz formulierte es mal so: „Die die biblischen Traditionen beunruhigende Frage nach der Gerechtigkeit für die unschuldig Leidenden wurde nämlich allzu schnell verwandelt und umgesprochen in die Frage nach der Erlösung der Schuldigen.”


27.5.2010 Joaquin Navarro-Valls, früherer Vatikansprecher, hat die Behauptung zurück gewiesen, Papst Johannes Paul II. habe Missbrauchsfälle vertuscht. Im Fall des Gründers der Ordensgemeinschaft “Legionäre Christi”, Marcial Maciel Degollado (1920-2008), sei das kirchenrechtliche Verfahren noch unter dem Pontifikat des polnischen Papstes eröffnet worden. Auch im Fall Groer habe der Papst nichts vertuscht. Quelle: kathweb.at
s. hingegen einen Beitrag von Christian Modehn im NDR – Podcast: “Pater Marcial Maciel hat Straftaten begangen und ein skrupelloses Leben geführt.”


27.5.2010 Die Missbrauchsbeauftragte Raue der Jesuiten stellte ihren Abschlussbericht vor. Mehrfach als Täter wurden 12 Jesuitenpatres benannt, 6 von ihnen sind inzw. gestorben. Raue berichtete, dass die Täter über Jahrzehnte systematisch sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder geübt hätten, die von den Oberen gedeckt und vertuscht worden waren. Insgesamt gingen seit Ende Januar 205 Opfermeldungen ehemaliger Schüler von Jesuitenschulen ein. Die meisten Fälle ereigneten sich in den 70er und frühen 80er Jahre. Der derzeitige Provinzial Dartmann bestätigte, dass die Aufklärung nur langsam angelaufen sei. Von den damaligen Oberen der Jesuiten erwarte er erklärungen. Die damals Verantwortlichen, die die Täter deckten, sind heute alle über 70 und pensioniert. Quelle: faz
Laut Radio Vatikan werden 46 Patres, weltliche Lehrer und Erzieher des Ordens, verdächtigt. Bei vielen Opfern hätten die Übergriffe schlimme Auswirkungen auf ihren weiteren Lebensweg gehabt. „Diese Leute, die sich da gemeldet haben, sprechen fast durchgängig von gebrochenen Lebenswegen, von Angst und Depressionen, Problemen im sexuellen Bereich und zerstörten Ehen und Eheproblemen“, so Raue wörtlich. Im Jesuitenorden seien viele Vorwürfe bekannt gewesen, ohne dass angemessen reagiert wurde. Die vergangenen Wochen hätten die Opfer erneut auf eine harte Geduldsprobe gestellt. s. auch den Bericht in der FR
Abschlussbericht von U. Raue
Stellungnahme des Provinzials Dartmann
Spiegel: “Wir können nicht davon ausgehen, dass wir bisher alles gehört haben. Im Gegenteil”, sagte Raue.


27.5.2010 Im Bistum Augsburg wird die Spaltung des Bistums nun auch im Internet sichtbar. Die Kirchenzeitung versuchte in ihrer Pfingstausgabe, den emeritierten Bischof Mixa reinzuwaschen von den Prügel- und Untreuevorwürfen. Das Bistum hatte sich schon zuvor für Mixas Schläge im Kinderheim Schrobenhausen entschuldigt und klargestellt, es nehme das Leid der Opfer “sehr ernst” und suche das Gespräch mit den Betroffenen. Alle Zeitungen und Nachrichtenagenturen berichteten über diese Pressemitteilung. Die Sonntagszeitung nicht. Quelle: Süddeutsche


26.5.2010 Im März wurde ein Pater der Osnabrücker Ordensprovinz der Franziskaner beschuldigt, sich beim sog. Klamottenknobeln Jugendlichen in den 70er Jahren unsittlich genähert zu haben. Der Beschuldigte gestand das unangemessene Verhalten ein, begab sich in Therapie und wird wieder in seinem bisherigen Amt eingesetzt. Vorwürfe sexualisierter Gewalt, die einem anderen beteiligten Pater zur Last gelegt werden, der den Orden 1993 verließ, werden aufrechterhalten. Quelle: Bistum Osnabrück


26.5.2010 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Berlin berichtet von insgesamt 7 Männern und Frauen, die Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer erhoben haben. Sieben der 8 Beschuldigten begingen ihre Untaten in den 50er, 70er und 80er Jahren. Sieben der 8 Beschuldigten sind verstorben oder leben im Ruhestand. Quelle: Tagesspiegel


25.5.2010 Fast drei Monate nach Veröffentlichung der ersten Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs am Internat in Mindelheim hat ihr Provinzial Frater Brandon Geary nun einen umfassenden Bericht zum Sachstand vorgelegt. Der findet sich eher versteckt auf dem Internet-Portal des Internats. Geary räumt darin Missbrauch und Gewalt ein. Und er zeigt sich tief beschämt über die inakzeptablen Vorgänge. Quelle: Augsburger Allgemeine


25.5.2010 In Italien wurden in den letzten 10 Jahren etwa 100 Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt und  nach Kirchenrecht verurteilt. Dies geht aus einer Mitteilung des Sekretärs der italienischen Bischofskonferenz hervor. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Wenn 67 ehemalige Schüler einer Taubstummen-Schule in Verona bereits  24 mutmaßliche Täter – Priester und andere kirchliche Mitarbeiter – benennen, ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.


22.5.2010 Ein italienischer Bischof wusste vom Missbrauch durch einen kath. Priester und tat nichts. Der Pfarrer wurde 2001 verhaftet, er soll zehn Jungen zwischen 11 und 16 im Zeltlager oder in der Pfarrei vergewaltigt haben. Der Beschuldigte erklärt sich zum Opfer einer Intrige. Die Aussagen jedoch belasten ihn. Der Bischof der Diözese Porto e Santa Rufina, Gino Reali,berichtete vor Gericht, dass er 2006 Gerüchte hörte, aber keine Beweise gehabt habe. Der Brief eines Missbrauchsopfers mit detaillierten Schilderungen zählte für ihn nicht als Beweis – es war ja bloß der Bericht eines Opfers. Diese Vorgänge geschehen in Italien, wenige Kilometer vom Vatikan entfernt, der von Null-Toleranz erzählt. Quelle: taz


21.5.2010 In Brasilien wurde am Freitag ein römisch-katholischer Priester verhaftet, der von einem ehemaligen Ministranten des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. Der 44jährige Marcin Michael S. soll im Pfarrhaus ein “Sex-Verlies” eingerichtet haben, in dem er sein Opfer mit Handschellen ans Bett fesselte. Der aus Polen stammende Priester wurde von der Erzdiözese Rio de Janeiro all seiner Aufgaben enthoben, als am Donnerstag der Haftbefehl bekannt wurde, erklärte ein Sprecher der Erzdiözese. Die Kirche “drückte ihr Bedauern” aus, meldet die Agentur AP. Quelle: queer-news


21.5.2010 Psychotherapeuten rechnen mit dem Bekanntwerden weiterer lang zurückliegender Fälle von sexuellem Missbrauch oder von Gewalt gegen Heimkinder. Der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dieter Best, äußerte vor Journalisten am Freitag in Berlin die Erwartung, dass da noch vieles im Verborgenen schlummert. Quelle: Domradio


21.5.2010 Mit insgesamt 174 Fällen und Anliegen ist die von der ehemaligen steierischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic geleitete Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs derzeit befasst. Quelle: kath.web


21.5.2010 Im Bistum Regensburg wurden Ermittlungen gegen den Pfarrer von St. Georg in Painten eingestellt – es liegt keine Straftat vor. Quelle: Bistum Regensburg


21.5.2010 Zuletzt räumten drei katholische Geistliche in Belgien den Missbrauch von 40 Kindern ein. Quelle: kipa


21.5.2010 Die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer wird ein Zweit-Gutachten über die Missbrauchsfälle in Jesuitenschulen erstellen. Es ist der Versuch, das Misstrauen einiger Opfer abzubauen. Quelle: Spiegel


21.5.2010 Die Süddeutsche spricht von einer pastoralen Katastrophe im Bistum Augsburg.


21.5.2010 Eine strafbewehrte Pflicht zur Anzeige bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch soll es weiterhin nicht geben. Quelle: Domradio
Kommentar: Auch wenn diese Regelung Tätern weitere Taten und Vertuschern weiteres Vertuschen erlaubt, wird der Entscheidung des Opfers Rechnung getragen. Diese Regelung, die auch wegen der Belastungen eines juristischen Verfahrens für die Opfer ihre Berechtigung hat, müsste jedoch dazu führen, die bisherigen juristischen Vorgänge opferfreundlicher zu gestalten. Da wäre einiges zu tun. Und das Ziel müsste sein, dass Täter angezeigt werden können, ohne dass das Opfer in eine retraumatisierende Situation gerät.


21.5.2010 Der Südkurier berichtet, dass es im Erzbistum Freiburg 40 Missbrauchsfälle gebe. Die Täter seien zum großen Teil verstorben und die Taten verjährt.


21.5.2010 Der Theologe Jan-Heiner Tück, Wien, denkt über die nötigen Reformen in der Kirche nach. Quelle: NZZ


21.5.2010 “Wenn die Bischöfe jetzt nicht mit ihrem Volk aufbrechen, ist das Volk eines Tages dahin.” Das sagt völlig richtig Monika Maier-Albang. Quelle: Süddeutsche


 

21.5.2010 In der Südwestpresse Ulm berichtet ein Opfer über seine Erfahrungen, über die Erwattungen an die Kirche und über Unterschiede zwischen kirchlichen und eigenen Erwartungen.


20.5.2010 Missbrauchsopfer aus Jesuitenschulen sind enttäuscht vom bisherigen Umgang mit den Opfern und mit der Aufklärung. Die Vorstellungen über einen guten Umgang mit ihnen sehen unterschiedlich aus. Quelle: Zeit


20.5.2010 In Stormarn soll ein evangelischer Pfarrer über Jahre hinweg Mädchen missbraucht haben. Das erste Opfer meldete sich 1999, aber erst jetzt hat die zuständige evangelische Kirche die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und nach weiteren Opfern gefragt. Es wurden weitere Verdachtsfälle bekannt.  Quelle: ln-online


19.5.2010 Der irische Primas, Kardinal Brady, wird sein Amt nicht aufgeben. Der neue Bericht spricht von 200 Missbrauchsfällen, die im letzten Jahr der Kommission gemeldet wurden. Quelle: Radio Vatikan


19.5.2010 Der Missbrauchsverdacht gegen den Kurseelsorger von Bad Tölz hat sich ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte mehrere noch nicht verjährte Vorwürfe. Bei dem Beschuldigten handelt es sich um jenen Priester, der mit Zustimmung des damaligen Kardinal Ratzinger von Essen nach München geholt worden war.  Dem Bistum Essen liegen seit den vergangenen Wochen sechs Hinweise auf sexuellen Missbrauch vor, den der Priester vor seiner Versetzung 1980 begangen haben soll. Quelle: ORF und Süddeutsche


19.5.2010 Die belgischen Bischöfe bitten um Verzeihung. In Belgien liegen rund 300 Klagen wegen Missbrauch vor. Quelle: ORF und Focus


19.5.2010 “Kaum thematisiert wurde die Situation der Opfer.” Die taz berichtet von einem Abend in einer Hamburger Kirchengemeinde, deren Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs suspendiert wurde. Die Sorge um das Wohl des Pfarrers war groß.


19.5.2010 Der Rektor des Bonner Jesuitengymnasiums wird nach Mannheim versetzt. Dort werde er jedoch keine Seelsorge machen, sondern Verwaltungsaufgaben übernehmen. Ihm wird Mitwisserschaft in Missbrauchsfällen vorgeworfen, die der frühere Schulleiter begangen haben soll. Die Ermittlungen dauern an, weil sich immer neue Opfer melden. Quelle: Morgenweb


 

19.5.2010 Die evangelische Landeskirche Hannover ermittelt in sieben Verdachtsfällen wegen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt. Die Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, obwohl die Fälle strafrechtlich verjährt sind. Die Opfer sind zwischen Ende 20 und 40 Jahre alt, die Täter zwischen 70 und 80. Der stellvertretende Landesbischof H.-H.Jantzen sagte, er sei nicht erschüttert. Eine Hotline, 0511-1241477, wurde eingerichtet.
Quelle: ORF


19.5.2010 In Mülheim wurde ein 78-jähriger Priester suspendiert. Ihm wird von zwei Personen sexueller Missbrauch vorgeworfen, der in den 70er Jahren in Holthausen und an einem anderen Ort geschehen sein soll. Quelle: Der Westen


18.5.2010 Bei einer Diskussion anlässlich eines Missbrauchs durch einen kath. Priester in der Seelsorgeeinheit Hemsbach, Erzbistum Freiburg, sagte eine Teilnehmerin am Schluss: “Richten Sie ihm [dem Beschuldigten] aus, dass wir hinter ihm stehen und für ihn beten.” Quelle: wnoz


18.5.2010 Die weiteren Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski durch eine britische Schauspielerin scheinen undurchsichtig zu sein. Die Anklägerin widerspricht sich. Quelle: FR


17.5.2010 Rotraud Perner führt sexuellen Missbrauch unter kath. Priestern auf deren sexuelle Unreife zurück. Quelle: Sueddeutsche


16.5.2010 Der Feldkircher Bischof Fischer will mithelfen, die gegen ihn erhobenen Gewaltvorwürfe aufzuklären. Quelle: Radio Vatikan


16.5.2010 Der emeritierte Bischof Mixa sagt: “Es tut mir weh, dass viele treue Christen wegen der haltlosen Missbrauchsvorwürfe an mir gezweifelt haben.“ Laut focus äußerte er sich nicht dazu,  dass die Opfer  der durch Herrn Mixa verursachten z.T. gefährlichen Körperverletzung teilweise bis heute in psychiatrischer Behandlung sind. Quelle: focus


16.5.2010 In Herzogenrath, Bistum Aachen, wurde ein katholischer Pfarrer wegen  standeswidrigen Verhaltens suspendiert. Genauere Auskünfte gibt es nicht. Quelle: rp-online


16.5.2010 Opfer berichten im “Netzwerk B”


15.5.2010 Cora O. berichtet im Netzwerk B (URL: http://netzwerkb.org/2010/05/15/und-nun-sitzt-er-in-rom-neben-dem-papst/) von einem Missbrauchsfall im Erzbistum Freiburg. Später findet sich die Aussage von Karin Jäckel auf Coras Internetseite “Er war ein Mann Gottes”, dass Cora O. der Kirchen-Hotline den Namen des Täters mitgeteilt habe. Karin Jäckel schreibt – Datum unbekannt – weiter: “Dann vertrautest Du Dich einem anderen Kaplan an, der heute einer der mächtigsten Gottesmänner an der Seite des Papstes in Rom ist. Er versprach Hilfe. Gesprochen hat danach niemand mehr mit Dir über das, was Du ihm anvertraut hattest. Der Missbrauch hörte nicht auf.”


15.5.2010 In der katholischen Kirche in Deutschland hat die Bischofskonferenz eine “Steuerungsgruppe” eingerichtet, die über allfällige Reformen und über Glaubwürdigkeit statt Scheinheiligkeit nachdenken will, berichtet der Spiegel. Erzbischof Zollitsch sagte jedoch laut Domradio, es gebe in der Bischofskonferenz keine Überlegungen, gemeinsam zum Thema Zölibat weiterzudenken, da diese Überlegungen ein Thema der Weltkirche seien. Bereits zwei Bischofssynoden im Vatikan hätten sich mit großer Mehrheit für die Beibehaltung des Zölibats ausgesprochen. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe betont, dass man in dieser Frage nichts ändern könne. Nun könne man, so Zollitsch, aber „untersuchen, warum das so ist“.
Kommentar: Wenn es bereits im Vorfeld der Arbeit dieser Steuerungsgruppe den Ausschluss bestimmter Themen gibt, frage ich mich, über welche Reformen denn dann gesprochen werden darf.


15.5.2010 In Wien wartet ein Missbrauchsopfer, das sich bei der kirchlichen Wiener Ombudsstelle meldete, seit 5 Wochen auf eine Reaktion. Die blieb bislang aus. Wer um den psychischen Stress einer Öffentlichmachung der eigenen Missbrauchserfahrung weiß und die Retraumatisierungsgefahr kennt, weiß, dass eine solche Nicht-Reaktion verantwortungslos ist. Quelle: Wiener Zeitung


15.5.2010 Das Martyrium des kleinen Daniel. FR


15.5.2010 Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 76-jährigen Franziskaner-Minoriten, der Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben soll. Derzeit spricht der Oberstaatsanwalt von rund 10 Betroffenen. Der Pater wies die Anschuldigungen als Intrige zurück. Quelle: Süddeutsche


15.5.2010 Eine britische Schauspielerin beschuldigt Polanski, sie mit 16 Jahren missbraucht zu haben. Der Anwalt Polanskis kann sich nicht vorstellen, dass ein Missbrauchsopfer 26 Jahre braucht, um sich als Opfer zu erkennen zu geben. Quelle: Spiegel


15.5.2010 Wie im Bistum Fulda mit Missbrauchstätern umgegangen wurde, berichtet die FR. Von einer Podiumsdiskussion über den Umgang mit den Missbrauchsfällen in Regensburg berichtet regensburg-digital.


14.5.2010 ÖKT – Veranstaltung mit Bischof Ackermann, Klaus Mertes SJ, Wunnibald Müller und anderen. Ein Überblick aus der Zeit und Spiegel


14.5.2010 Der Bischof von Burlington im US-Bundesstaat Vermont kündigte an, Immobilien zu verkaufen und einen Kredit aufzunehmen, um die Missbrauchsopfer zu entschädigen. Seit den 60er Jahren wurden in den USA 14 000 Menschen von ca 5000 Priestern missbraucht. Quelle: Welt


14.5.2010 Der emeritierte Bischof von Augsburg, Mixa, hat nach Angaben des Sonderermittlers Waisenhauskinder mit Faust, Stock und Gürtel geschlagen. Die Nonnen des Kinderheimes sollen ihn beim Prügeln angestachelt haben. Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt. Einem Mädchen habe der Ex-Bischof laut dem Bericht des Sonderermittlers Knott gesagt: “Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren.” Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe und sei nicht in der Lage, Beziehungen zu führen.
Quelle: Spiegel   Süddeutsche
Sadist in Soutane – Ex-Bischof Mixa. Quelle: FR
Neben der Brutalität von Mixa ist vom Brechen des Beichtgeheimnisses die Rede: baz-online


14.5.2010 Aus dem Bistum Fulda berichtet ein Opfer, wie es ihm im Kontakt mit der Missbrauchsbeauftragten des Bistums ergangen ist. Die Reaktion sei demütigend – im Widerspruch zu den öffentlichen Verlautbarungen. Die Missbrauchsbeauftragte habe dem Opfer gesagt, dass er den Pfarrer verklagen müsse, wenn er Schmerzensgeld wolle. Der mutmaßliche Täter streitet alles ab. Die Missbrauchsbeauftragte versprach, ein Therapieangebot zu organisieren. Nach 5 Wochen rief eine Frau an, die dem Opfer unterstellte, es wolle Kapital aus der Sache schlagen. Die Missbrauchsbeauftragte kündigt “weitere Hilfestellungen” an. Fragen der FR werden nicht beantwortet mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Gespräche mit Opfern. Quelle: FR
Kommentar: Vertrauen schaffende Maßnahmen sehen anders aus.


13.5.2010 Die vorläufigen Ermittlungen gegen den emeritierten Bischof Mixa werden wohl eingestellt. Der Verdacht sexuellen Missbrauchs hat sich nicht erhärtet. Nach Auskunft der FAZ waren sowohl in der Justiz als auch in der Kirche die Vorhaltungen gegen Mixa nicht abgetan worden, weil es in den Bistümern Eichstätt und AUgsbrug Geistliche gibt, denen sich der damalige Stadtpfarrer Mixa unsittlich genähert haben soll. Hinweise darauf von damals noch angehenden Priestern befänden sich in dem Dossier, das dem Papst vorlag, als er den Rücktritt Mixas akzeptierte. Quelle: faz


13.5.2010 Im Landkreis Miltenberg hat ein 62 Jahre alter Priester zugegeben, Anfang der 90er Jahre sexuelle Kontakte zu einer damals 15-Jährigen unterhalten zu haben. Er wurde von seinen Aufgaben entbunden. An diesem Freitag will er sich selbst anzeigen.
Der Bischof von Erfurt, Wanke, mahnte die kath. Kirche zu Reue und Umkehr. Die bislang bekannt gewordenen Missbrauchsfälle machten die Botschaft der Kirche insgesamt unglaubwürdig. Quelle: Stern


13.5.2010 Der Regensburger Theologe Beinert fordert ein neues Konzil und sieht bis in den Vatikan hinein veränderte Perspektiven. Quelle: nzz


13.5.2010 Ein spanisches Gericht ermittelt gegen Mitgliedes eines franziskanischen Ordens wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Behinderter. Quelle: rp-online


12.5.2010 “Nicht die Sorge um die Opfer treibt die Verantwortlichen um, sondern die Frage, wie die Hierarchie möglichst unbeschadet aus dem Schlamassel rauskommt”, sagt der suspendierte Theologe Gotthold Hasenhüttl. Ich hoffe, er hat Unrecht – aber ich teile seine Sorge. Quelle: Spiegel


12.5.2010 Diarmuid Martin, Erzbischof von Dublin, warf der katholischen Kirche in Irland vor, sich dem Missbrauchsskandal nicht vollständig zu stellen. Noch immer gäbe es starke Kräfte, die ein Aufdecken von Missbrauchsfällen verhinderten. Er forderte, dass die Kirche zugeben müssen, dass man die Sache bisher völlig falsch angegangen sei – mit einfachen knappen und oberflächlichen Verlautbarungen könne man sich nicht aus der Katastrophe retten. Quelle: Radio Vatikan


12.5.2010 Seit April 2010 gingen in der belgischen Kirche 270 neue Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger ein. Nach dem Geständnis eines belgischen Bischofs, dass er einen Jungen missbraucht habe, nahm die Zahl der Missbrauchsmeldungen stark zu. Der Fernsehs4ender VRT sprach von 350 Meldungen, die bei der flämischen Telefonseelsorge eingegangen seien. Zuletzt räumten – nach Angaben der Zeitung “Het Nieuwsblad –  drei katholische Priester den Missbrauch von 40 Kindern ein. Quelle: Radio Vatikan


12.5.2010 Der Bischof von Eichstätt ist verwundert über das Vorgehen der zwei Mitarbeiter, die dem Bistum Augsburg einen Verdacht auf Missbrauch durch den emeritierten Bischof Mixa meldeten, nicht jedoch den vorgesehenen Weg zum Missbrauchsbeauftragten des Bistums Eichstätt gingen. Quelle: Bistum Eichstätt


12.5.2010 Zwei Patres des Stiftes Kremsmünster, denen sexualisierte und körperliche Gewalt vorgeworfen wird, haben den Absolventenverband der Altkremsmünsterer verlassen. Quelle: kathweb.at


11.5.2012 3sat berichtet, wie dem ehemaligen Heimkind Alexander Markus Homes immer wieder verboten wird, über seine Zeit im Vincenz-Stift in Rüdesheim/Aulhausen zu berichten.


11.5.2010 Die niederländische Kirche hat eine Missbrauchskommission eingesetzt, der der protestantische frühere Bürgermeister von Den Haag, WIm Deetmann, vorsteht. Deetmann hat eine wissenschaftliche Untersuchung angeregt und gesagt, Hilfe und Betreuung für die Opfer müsse im Vordergrund der Arbeit stehen. In den Niederlanden sind bei der kirchlichen Beschwerdestelle mehr als 1500 Meldungen eingegangen – sie betreffen meistens Vergehen von Priestern und Ordensleuten. Quelle: Liborius


11.5.2010 Der Missbrauchsverdacht gegen den emeritierten Bischof Mixa, Augsburg, scheint sich nicht zu erhärten. Es würde bedeuten: Ein Opfer weniger – und das wäre eine gute Nachricht. Quelle: Augsburger Allgemeine


11.5.2010 Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen einen 30-jährigen Walldorfer wegen sexuellen Missbrauchs. Der Beschuldigte – Jugendbetreuer, Messdiener und Pfarrgemeinderatsmitglied – hat mutmaßlich fünf bis 6 Kinder oder Jugendliche missbraucht. Quelle: echo-online


11.5.2010 “Heute sehen wir in wirklich erschreckender Weise, dass die größte Verfolgung der Kirche von Feinden nicht außerhalb kommt, sondern aus der Sünde innerhalb der Kirche entsteht.” Das sagte der Papst auf seiner Reise nach Lissabon.
Dem ist nichts hinzuzufügen – es ist nur daran zu erinnern, dass diese Feindschaft sich sowohl in (sexualisierter) Gewalt als auch im Vertuschen der Straftaten äußert. Quelle: kipa


11.5.2010 Die Stadt Wien untersucht Hinweise auf systematischen Missbrauch an Heimkindern und Jugendlichen bei Sexparties in Wiener Wohnungen, die Mitte der 90er Jahre stattgefunden haben sollen. Quelle: orf


11.5.2010 Ein Pater aus Arnstein, der unter Missbrauchsverdacht geraten war, wurde zum Teil entlastet. Der Vorwurf werde nicht weiter verfolgt, da der Schüler zum Zeitpunkt der Tat bereits 17 bzw. 18 Jahre alt war. Außerdem war er zu dieser Zeit kein Schutzbefohlener mehr. Der Pater soll den Jugendlichen geküsst haben – er bestreitet den Vorwurf. Unbestritten ist jedoch, dass der Pater sich den Vorwurf der Körperverletzung gefallen lassen muss. Auch wenn der Jugendliche sich nicht an Einzelheiten erinnern könne, habe es die Übergriffe gegeben.
Insgesamt haben 7 Schüler Vorwürfe gegen vier Patres erhoben. Drei der Beschuldigten sind mittlerweile gestorben. Quelle: wa.de


10.5.2015 In Bornheim hat Pastor Wolfgang H. sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen eingestanden und bedauert. Quelle: generalanzeiger


10.5.2010 Im Bistum Münster hat ein heute 72-Jähriger einen früheren Pfarrer des sexuellen Missbrauchs an ihm beschuldigt. Das mutmaßliche Opfer war damals 11 Jahre alt. Der Missbrauchsbeauftragte spricht von einer misslichen Situation, denn der Beschuldigte ist tot, eventuelle Taten sind verjährt und die Beweislage ist schwierig. Quelle: mv-online


10.5.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagt, es sei gut, dass der ÖKT zwei Veranstaltungen zum Thema Missbrauch ins Programm aufgenommen habe. “Es sollte aber ein Thema unter vielen wichtigen Themen bleiben”, mahnt Zollitsch. Er ruft dazu auf, auf dem Kirchentag den “Blick für wichtige Themen zu weiten” – er denke an eine alternde Gesellschaft, die hohe Staatsverschuldung, die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden. Quelle: open-report.de
Kein Kommentar


10.5.2010 Der Bischof von Antwerpen hat eine erneute Überprüfung eines Missbrauchs durch einen katholischen Priester angeordnet. Der Priester soll jahrelang mindestens drei Jungen sexuell missbraucht haben. 2006 war der Fall abgeschlossen worden, nachdem das Bistum über 100.000 € gezahlt habe. Gegen den Priester sei jedoch nie ermittelt worden. Quelle: brf


10.5.2010 Jose Saraiva Martins, portugiesischer Kurienkardinal weist die Kritik von Kardinal Schönborn an der Handhabung des Falles Groer im Vatikan zurück. Nach Auskunft von Schönborn sei der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, von Kardinal Sodana gehindert worden, den Fall Groer zu untersuchen. Schönborn nannte Sodanas Wort vom “Geschwätz des Augenblicks” eine Verletzung von Missbrauchsopfern.
Saraiva Martins meint, Schönborn hätte statt eines öffentlichen Wortes eine brüderliche Zurechtweisung wählen können, denn nun drohe die Gefahr, dass “sich der Brand nocht weiter ausbreitet”. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Öffentlich eine andere Meinung als ein Kurienkardinal zu äußern ist also in der Wahrnehmung von Saraiva Martins viel schlimmer als eine Verletzung und Verunglimpfung von Missbrauchsopfern. Nach dem Motto: Mit denen kann man’s ja machen.


10.5.2010 In Fritzlar wurde ein Prämonstratenser-Pater beurlaubt, weil ihm distanzloses bzw. übergriffiges Verhalten vorgeworfen wird. Die Vorwürfe werden derzeit geprüft. Quelle: FR


10.5.2010 Schweizer Ärzte weisen darauf hin, dass auch bei Ärzten sexueller Missbrauch vorkomme – und ähnlich geleugnet werde, wie dies bisher in der katholischen Kirche üblich war. Quelle: a-z.ch


10.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat einen Priester beurlaubt, der Mitte der 70er Jahre einen Jugendlichen missbraucht haben soll. Der Priester sei geständig und habe (nach anderen Quellen: vier) weitere Betroffene benannt, mit denen es bis 1984 zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Quelle: Radio Vatikan und Abendblatt


10.5.2010 Die österreichische Pfarrerinitiative stellt fest: “Seit mehreren Wochen werden schwerwiegende Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. bezüglich dessen Vorgangsweise als Präfekt der Glaubenskongregation in Fällen sexueller Ausbeutung erhoben.  Die bisher unterbliebene Klärung durch den Papst selbst schadet der Glaubwürdigkeit aller Bemühungen in der Kirche um einen  entschiedenen und transparenten Umgang mit den bisherigen Vorfällen und um eine möglichst wirksame Verhinderung weiterer Fälle.” Sie fordert den Papst auf, die schwer wiegenden Vorwürfe gegen ihn durch eine unabhängige Kommission überprüfen zu lassen – oder sein Amt zur Verfügung zu stellen. Quellen: Pfarrer-Initiative und ORF


10.5.2010 Der Kooperator einer Seelsorgeeinheit im Kinzigtal wurde von der Erzdiözese Freiburg beurlaubt. Bereits 2003 war er wegen des Vorwurfs, nicht die vorgeschriebene Distanz zu Kindern gewahrt zu haben, beurlaubt worden. Ein Verfahren wurde eingestellt und er unter der Auflage, diese Distanz einzuhalten, wieder eingesetzt . Inzwischen wird ihm vorgeworfen, die Auflage nicht eingehalten zu haben. Quelle: BNN, Bistum Freiburg


10.5.2010 In der Badischen Zeitung wird am berichtet, dass der Stadtpfarrer von Gengenbach, Erzbistum Freiburg, vor etwa 30 Jahren in Freibureg übergriffig geworden sei. Er bestreitet dies. Er wurde beurlaubt, bis eine Klärung herbeigeführt ist.


10.5.2010 Auf einem sich katholisch nennenden Internetportal wurde der Name eines mutmaßlichen Opfers von Mixa gehandelt. Der als mutmaßliches Opfer Bezeichnete dementierte, von Mixa missbraucht worden zu sein. Quelle: presseportal


10.5.2010 Im Bistum Köln wurde ein katholischer Priester beurlaubt. Er bekannte sich schuldig, vor 34 oder 35 Jahren einen damals 15-Jährigen missbraucht zu haben. Quelle: Generalanzeiger


10.5.2010 In einem bemerkenswerten Essay über den “Aufstand der Ungeschützten” formuliert Caroline Fetscher: “Werden dessen [des himmlischen Vaters] irdische Stellvertreter zu Tätern, bricht die letzte Illusion des Schutzes ein. Das, und kein statistischer Unterschied, löst die besondere Empörung angesichts von Klerikern aus, die sich kriminell an Kindern vergehen.” Quelle: tagesspiegel


10.5.2010 Michael Ohnewald berichtet vom Missbrauchsskandal in Rottenburg „Das Schweigen der Lämmer“. Quelle: stuttgarter-zeitung.de


9.5.2010 Reuters berichtet, dass Vorwürfe von Kardinal Schönborn, Wien, bekannt wurden: Der Kardinal-Staatssekretär Sodano habe Ermittlungen gegen H.H.Groer verhindert. Damit habe Sodano sich gegen Kardinal Ratzinger durchgesetzt. Schönborn trat erneut für eine schonungslose Aufklärung ein und gegen Täterschutz – vor dem Opferschutz.
Im April hatte es Vorwürfe aus den USA gegen Sodano gegeben, er habe den Fall eines pädophilen amerikanischen Priesters vertuscht. Zunächst leugnete der Vatikan, dass sie Anschuldigungen gegen den Priester zuträfen, räumte sie dann aber ein. Quelle: Reuters


9.5.2010 Der Bischof von Würzburg hat zwei Priester beurlaubt. Gegen beide ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf gegen den 62jährigen Priester besagt, er habe 1985 eine 17-Jährige sexuell belästigt.
Gegen einen 59-jährigen Priester der Diözese Fulda, der im Bistum Würzburg arbeitete, wird wegen des Verdachts sexueller Übergriffe gegenüber Heranwachsenden in seiner früheren Arbeit im Bistum Fulda ermittelt. Ein Generalvikar der Diözese Fulda, hat am 5.5. die Diözese Würzburg darüber informiert. Quelle: osthessen-news


9.5.2010 Im Bistum Essen, in Lüdenscheid, wurde ein 78-jähriger katholischer Priester beurlaubt. Ein Missbrauchsverdacht ist der Grund. Die Vorwürfe sind verjährt.  Quele: come-on.de


8.5.2010 Im Bistum Limburg hat ein Pfarrer, St. Martin in Lahnstein, grenzüberschreitendes Verhalten im Umgang mit jungen Leuten eingestanden. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Es soll sich um drei Fälle handeln. Quelle: Bistum Limburg


8.5.2010 Im ehemaligen Kilianeum in Miltenberg sollen Internatsschüler Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre brutal misshandelt worden sein. Zwei ehemalige Schüler meldeten sich während der Telefonaktion der Diözese Würzburg. Die Fälle wurden dem Missbrauchsbeauftragten übergeben.
Quelle: faz.net


8.5.2010 Der Papst hat das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa angenommen. Begründet wurde der Rücktritt mit einem Paragrafen des Kirchenrechts, der den Ruhestand eines Geistlichen vorsieht wegen Kranheit oder aus anderen schwerwiegenden Gründen. Mixa ist damit auch nicht mehr Militärbischof. Der Weihbischof Grünwald leitet in der Vakanz das Bistum Augsburg. Quelle: süddeutsche


8.5.2010 In der Stuttgarter Zeitung wird berichtet, wie Täter geschützt wurden. Und wie Gemeinden zu pädophilen Priestern halten und wie Opfer und Menschen, die mit Opfern solidarisch sind, verunglimpft und weggeschickt wurden.


7.5.2010 Die fälligen Fragen stellt n-tv: Was wusste die Kirche von den Missbrauchs-Vorwürfen? Waren sie schon bekannt, als Mixa zum Rücktritt gedrängt wurde?  Haben Marx und Zollitsch darüber mit dem Papst gesprochen?” Würden diese Fragen mit ja beantwortet werden, habe sich die “Kirche erneut der Vertuschung schuldig gemacht”.


7.5.2010 Joachim Frank kommentiert in der FR: ” Der “Fall Mixa” indes ist nicht erledigt. Wenn ein Mann mit solcher Vorgeschichte, die offenbar allzu vielen kein Geheimnis war, in höchste Ämter gelangen konnte, dann haben Rekrutierung und Rekruteure der kirchlichen Führung versagt. Wieder fällt dabei ein Schatten auf Benedikt XVI.: Die erste Personalentscheidung des deutschen Papstes für sein Heimatland war – die Ernennung Walter Mixas zum Bischof von Augsburg.”
Ebenfalls in der FR ist zu lesen: “Nach Informationen der Frankfurter Rundschau steht unterdessen die Annahme des Rücktrittsgesuchs [von Bischof Mixa] unmittelbar bevor, das Mixa im April an Papst Benedikt XVI. gerichtet hat. Mixa soll von seinem Amt entbunden werden. Dem Papst lagen für seine Entscheidung auch die Informationen über den Missbrauchsvorwurf vor. Dieser bezieht sich auf die Zeit zwischen 1996 und 2005, als der heute 69 Jahre alte Mixa Bischof von Eichstätt war.

“Zur Unruhe und Besorgnis unter den deutschen Bischöfe tragen nicht zuletzt Informationen über eine unangemessene Nähe Mixas zu Priesteramtskandidaten und auch Priestern bei, die – wie es heißt – die authentische Amtsführung eines Bischofs als fragwürdig erscheinen ließen. In Medienberichten war dies wiederholt angedeutet worden. Trotzdem lösten die nun bekanntgewordenen Vorwürfe mitsamt den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine Schockwelle in der Kirchenführung aus.” Quelle: FR


7.5.2010 Die Schülerin aus Illertissen, die aus der Kirche austrat, darf nun doch weiterhin die katholische Schule besuchen. Quelle: Bistum Augsburg


7.5.2010 In den Niederlanden gingen bei der bischöflichen Meldestelle für Missbrauchsfälle inzwischen 1500 Meldungen ein. Ende März waren es 1100 Meldungen gewesen. Quelle: Radio Vatikan


7.5.2010 Der Papst hat den Rücktritt von zwei irischen Bischöfen angenommen. Beide wurden aufgrund ihres Alters in den Ruhestand geschickt. Der eine, Bischof Duffy, hatte im März zugegeben, 1989 einen pädophilen Priester geschützt zu haben, indem er gegenüber der Polizei schwieg. In den Ruhestand geschickt wurde er jedoch aus Altersgründen. Quelle: ORF


7.5.2010 Bischof Mixa weist die Vorwürfe mit Entschiedenheit zurück und will mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Quelle: Spiegel


7.5.2010 Gegen Bischof Mixa, Augsburg, hat die Staatsanwalt ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Es soll Hinweise geben, die nach den Leitlinien der DBK über den Umgang mit Missbrauchsfällen der Staatsanwaltschaft zu melden sind. Der Vorwurf soll auf  sexuellen Missbrauch lauten und soll sich auf Mixas Zeit als Bischof von Eichstätt (1996 – 2005) beziehen.
Ein Vorermittlungsverfahren wird eingeleitet, wenn es Hinweise gibt, die nicht übesehen werden dürfen, wenn aber noch nicht klar ist, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden solle. Quelle: domradio


7.5.2010 Im Bistum Mainz werden Missbrauchsvorwürfe gegen einen katholischen Pfarrer im Altkreis Lauterbach, Dekanat Alsfeld, erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 1991/1992. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Der mutmaßliche Täter kann sich nicht dazu äußern – aus gesundheitlichen Gründen. Quelle: lauterbacher-anzeiger


29.12.2010 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt, weil die Verbrechen verjährt sind. Quelle: Lauterbacher Anzeiger
s.auch: Lauterbacher Anzeiger 8.1.2011


6.5.2010 Brasilien: Seit Ende April ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den katholischen Priester Fernando Karadima. Mehrere Männer werfen ihm vor, sie wiederholt sexuell belästigt zu haben, während sie – als Jugendliche oder junge Erwachsene – in seiner Pfarrei tätig waren. Der bisherige Anwalt des mutmaßlichen Sexualverbrechers hatte psychiatrische Gutachten von den Opfern anfordern wollen. Der jetzige RA bemüht sich um Schadensbegrenzung. Der Erzbischof von Santiago gab zu, eine kircheninterne Ermittlung gegen den Pfarrer von El Bosque 2005 gestoppt zu haben. Der Anwalt des mutmaßlichen Täters berichtet, dieser sei “sehr mitgenommen”. Quelle: womblog


6.5.2010 In Österreich wurden bisher ca 150 Verdachtsfälle auf sexualisierte Gewalt bei der von Waltraud Klasnic geleiteten Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs angezeigt. Die Ombudsstellen verzeichneten ihrerseits im April “einen spürbaren Rückgang”. Österreichweit habe es insgesamt 257 Kontakte gegeben, teilte der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata, mit. In den Monaten davor habe es 566 Kontakte mit allen Ombudsstellen gegeben, fast alle davon im März. Quelle: Kleine Zeitung


6.5.2010 Fälle sexualisierter und körperlicher Gewalt hat die katholische Kirche jahrzehntelang vor der Justiz verborgen gehalten. Das berichtet das Justizministerium in München. In diesem Jahr gab es 41 Ermittlungsverfahren und 55 Fälle von Vorermittlungen. Nur 2 der fast 100 Fälle betreffen die evangelische Kirche. In manchen Fälle habe sich gezeigt, dass die kath. Kirche die Verdachtsfälle seit langem kannte. Auffällig gewordene Geistliche wurden versetzt. „Das ist eine Art des Umgangs mit den Opfern, die man als in hohem Maße zynisch bezeichnen muss“, sagte dazu die stellvertretende Ausschusschefin Petra Guttenberger (CSU). In mehr als der Hälfte der Fälle wird es keine Verhandlungen geben – sie sind verjährt oder die verdächtigen Priester sind tot.
Elke Hümmeler, Vorsitzende der Kommission „Prävention von sexuellem Missbrauch“ im Münchner Ordinariat, berichtet von der Arbeit zur internen Aufklärung von Übergriffen von Priestern. Eine Gruppe im Ordinariat sei zurzeit damit beschäftigt, die Personalakten zu sichten. Sie sagt: „Wir sind erschüttert über das, was wir finden.“ Man stoße auf ganz viel Vertuschung aus der Vergangenheit. Es gebe versteckte Hinweise, die Akten seien unvollständig, es fehlten häufig auch wichtige Unterlagen wie Gutachten. Es sei der Hammer, so Hümmeler weiter, dass in der Erzdiözese pädophile Priester wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt worden seien. So wisse man nun von einem pädophilen Seelsorger, der versetzt und wieder rückfällig geworden sei. Quelle: Abendzeitung    BR-Online   Wir sind Kirche



6.5.2010 Kardinal Levada, Präfekt der Glaubenskongregation, soll – wie das üblich war –  bis 2002 mehrere pädophile Priester erneut eingesetzt haben. Er sagt, er habe Anfang der 80er Jahre noch nie von einem übergriffigen katholischen Priester gehört gehabt.  Quelle: Spiegel


6.5.2010 Anja Röhl, Tochter des Konkret-Herausgebers Klaus Rainer Röhl, berichtet, dass sie von ihrem Vater, heute 81, missbraucht wurde. Quelle: Welt


6.5.2010 Der Bischof von Regensburg, Müller, hat katholische Geistliche aufgefordert, sich durch die vielen Berichte über Missbrauchsfälle nicht einschüchtern zu lassern. Er kritisierte, dass es den Medien gelungen sei, katholische Kirche und Missbrauch in eine Verbindung zu bringen. Dabei falle der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 %. Quelle: open-report


6.5.2010 In Brasilien hat der Erzbischof von Porto Alegre, Dadeus Grings, zum Auftakt der jährlichen Bischofskonferenz in einer Rede vor 300 Kollegen gesagt: “Wenn man beginnt, Homosexuellen Rechte zuzugestehen, ihnen das Recht gibt, sich öffentlich zu äußern, werden bald einige denken, dass auch Pädophile Rechte haben.” Bei diesen Vergehen handele es sich um Verbrechen, die bestraft werden müssten, sagte er. Die Bischofskonferenz war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Quelle: google.com


5.5.2010 Der Bischof von Essen äußerte seine Beschämung und Fassungslosigkeit über sexualisierte Gewalt inm Bistum Essen. Insgesamt geht das Bistum bisher 49 Hinweisen auf Fällen sexuellen Missbrauchs  aus den 50er, 60er und 70er Jahren nach. Die Vorwürfe richteten sich gegen 22 Priester, fünf Ordensgeistliche, einen Diakon und vier kirchliche Mitarbeiter, die zum größten Teil bereits verstorben seien. Drei Priester wurden vom Dienst beurlaubt. Quelle: evangelisch.de


5.5.2010 Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Umfeld der Birnau. Es besteht der Anfangsverdacht, dass es durch Pater G. nicht nur in den 60er-, sondern auch Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre in der Birnau zu sexuellen Übergriffen kam. Gibt es solche Fälle, sind sie möglicherweise noch nicht verjährt.

Der Bericht schildert auch, wie im Umfeld des Klosters Birnau mit einem Opfer umgegangen wird. Quelle: Südkurier


5.5.2010 Ein Mann aus dem Bistum Paderborn berichtet, dass er mit 13 Jahren von einem katholischen Priester missbraucht wurde. Der Missbrauchsbeauftragte hält die Schilderung des mutmaßlichen Opfers für authentisch. Der beschuldigte Priester lebt in einem Seniorenheim. Das Verbrechen ist vermutlich verjährt. Quelle: Westfalen-Blatt


5.5.2010 Ein in Südafrika des sexuellen Missbrauchs angeklagter katholischer Priester hat gestanden, im Bistum Aachen Kinder missbraucht zu haben. Er war von 1994 bis 2007 im Pfarrdienst in verschiedenen Gemeinden am Niederrhein tätig. Die Vorwürfe, die in Südafrika erhoben werden, bestreitet der Angeklagte. Quelle: Der Westen


5.5.2010 In Spanien hat ein Karmeliter-Orden die Staatsanwaltschaft Valencia informiert, dass einem kath. Priester sexueller Missbrauch an einem Kind im Jahr 2007 vorgeworfen wird. Quelle: news Yahoo


4.5.2010 Sexuelle Gewalt durch philippinische und andere kath. Priester: Die Hölle von St. Philomena. Quelle: faz


4.5.2010 Dr. Barbara Haslbeck hat in einer Veranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinde Bamberg den Finger in die Wunde der Kirche gelegt. Sie weist im Interview darauf hin, dass die Perspektive der Opfer eingenommen werden muss und die Kirche Mit-Gefühl mit den Opfern entwickeln muss. Daraus, so Dr. Haslbeck, entwickeln sich die Konsequenzen. Quelle: Bayerischer Rundfunk

Kommentar: Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielleicht ist nur zu ergänzen, dass die vielen vielen Entschuldigungsbitten oft schon gesprochen sind, noch bevor die Opfer erzählen konnten, was ihnen geschehen ist und welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hatte.


4.5.2010 Kardinal Meisner sagt, sexueller MIssbrauch sei ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Und besonders schlimm sei es, wenn Priester die Täter seien, denn ihre Verbrechen (er sagt: Taten) beschädigten auch  „das Vertrauen, das der Kirche als Ganzer entgegengebracht wird“. Quelle: Domradio

Kommentar: Kardinal Meisner hat erneut die Kirche im Blick. Offensichtlich ist das die bevorzugte Blickrichtung von Kirchenleuten. Opfer finden das zerschlagene Vertrauen in Kirche auch schlimm. Aber viel schlimmer ist für sie, dass das Vertrauen in Gott zerschlagen wurde. Es wäre an der Zeit, dass Kirchenleute die Perspektive der Opfer befragen und nicht permanent ihre eigene Perspektive. 


4.5.2010 Eine Schülerin einer kirchlichen Schule in Illertissen ist aus der Kirche ausgetreten. Die Schulleitung beabsichtigt, sie wegen Verstoßes gegen den Vertrag des Schulbesuchs aus der Schule auszuschließen. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Es gäbe noch eine andere Reaktion: Kirche könnte die Kritik dieser Schülerin ernst nehmen und der Schülerin helfen, ihre eigene Gewissensentscheidung zu treffen und durchzuhalten – auch wenn die gegen den Schulvertrag verstößt. Eine junge Frau, die zu ihrer Gewissensentscheidung steht, obwohl ihr Sanktionen drohen, müsste als Geschenk für ihre Schule betrachtet werden. Und Kirche hätte die Möglichkeit, dieser jungen Frau überzeugend zu zeigen, dass der Grund ihres Austritts aus der katholischen Kirche hinfällig ist – indem Kirche sich zu den Opfern bekehrt. So einfach wäre das. 


4.5.2010 Das Erzbistum Köln hat einen katholischen Priester beurlaubt. Der Priester hat Mitter der 70er Jahre einen Jugendlichen missbraucht. Der Priester ist geständig. Weitere Vorwürfe liegen nicht vor. Die Tat ist verjährt. Das Erzbistum ist in Kontakt mit dem Opfer. Quelle: Erzbistum Köln


4.5.2010 Das Erzbistum Hamburg hat die Beurlaubung eines Priesters wieder aufgehoben. Von zwei angeblichen Missbrauchsopfern liegen inzw. eidesstattliche Erklärungen vor, die den Priester entlasten. Quelle: Abendblatt


4.5.2010 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hält es für falsch, wenn die Institution Kirche sich für die Missbrauchstaten entschuldigt. Verantwortlich für Missbrauch seien die Täter, nicht die Institution. Das gelte auch für die Verantwortlichen, die den Vorwürfen nicht nachgegangen sind, wie sie es – auch nach damaligen Kriterien – hätten tun müssen. Quelle: focus.de


4.5.2010 Die Aufklärung im Franz-Sales-Haus im Bistum Essen wird sehr unterschiedlich beurteilt. Ein Opfer hat Angst, zum zweiten Mal Opfer zu werden – jetzt durch die schleppende Aufklärung. Morgen will der Bischof von Essen die Presse informieren. Drei ehemalige Heimbewohner haben sich beim Bistum Essen gemeldet. Sie berichten von der ganzen Palette sexualisierter Gewalt durch einen Geistlichen. Quelle: Der Westen


4.5.2010 Nach Informationen der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V. gibt es neue Verdachtsmomente gegen Pfarrer K., die über das bereits Bekannte hinausgehen.  Ein junger Mann erstattete Anzeige und die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt. Der bischöfliche Beauftragte in Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche steht im Kontakt zur Familie des Betroffenen. Quelle: Bistum Aachen


3.5.2010 Der Bischof von Limburg hat einen Priester von seinen Funktionen entbunden. Dem Priester werden drei Vorfälle aus den 1980er Jahren vorgeworfen. Die Vorfälle wurden an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Quelle: FR


3.5.2010 Die belgische Zeitung “De Morgen” berichtet, dass die belgische Bischofskonferenz Klagen gegen katholische Geistliche wegen sexuellen Missbrauchs ignoriert habe. Die Organisation “Menschenrechte in der Kirche” hatte die Bischöfe Ende der 90er Jahre über insgesamt 90 Anzeigen gegen 87 Geistliche informiert. Die Bischöfe sollen nur nichtssagend geantwortet haben. Quelle: brf.be


3.5.2010 In einem Kinderheim im Kanton Luzern soll es in zwei Fällen in den 1930er Jahren zu Gewalt mit Todesfolge gekommen sein. Das Kinderheim unterstand damals den Ingenbohler Schwestern. Die Informationen stammen aus einem Tagebuch eines ehemaligen Heimkindes. Zweifel an der Richtigkeit der Tagebuchnotizen gibt es nicht. Quelle: Radio Vatikan


3.5.2010 In der FAZ steht ein Bericht über ein junges Mädchen, das jahrelang von bis zu 7 katholischen Priestern vergewaltigt wurde. Berichtet werden auch die üblichen Vertuschungsversuche. Und es wird berichtet, wie einem Menschenkind der Glaube zerschlagen wurde – von der katholischen Kirche und ihren Vertretern. Quelle: faz


3.5.2010 Roman Polanski beklagt sich, dass die USA ihn den Medien zum Fraß vorwerfen. Er wehrt sich unter dem Titel “Ich kann nicht länger schweigen”  gegen seine Auslieferung an die USA, weil das Gesuch an die Schweiz auf einer Lüge basiere. Polanski begründet, dass bereits vor 33 Jahren eine Übereinkunft erzielt worden sei. Damals saß Polanski ganze 42 Tage wegen der Vergewaltigung einer 13Jährigen in Haft, die er zuvor mit Drogen gefügig gemacht hatte.

Für ihn scheint mit 42 Tagen Haft der Gerechtigkeit Genüge getan worden zu sein. Quelle: Spiegel


3.5.2010 Bischof Felix Genn, Münster, bat anlässlich der Eröffnung der Wallfahrtssaison in Kevelaer um das Gebet der Gläubigen für die Kirche, die sich in einer schwierigen Zeit befinde. Quelle: rp-online

Kommentar: Von der Bitte um Gebet für die Opfer von sexualisierter und körperlicher Gewalt wird nichts berichtet. Es ist die Kirche, die in einer schwierigen Situation ist.


3.5.2010 Dem Gründer der Legionäre Christi wird vorgeworfen, unzählige Seminaristen missbraucht und mit zwei Frauen drei Kinder zu haben. Zwei der Kinder werfen Marcial Maciel Delgado ebenfalls sexuellen Missbrauch vor. Die ersten 10 Opfer, die in den 50er Jahren im römischen Seminar missbraucht wurden, haben den Vatikan bereits vor 30 Jahren verständigt. Der Vatikan unternahm nichts. Noch 19094 lobte Papst Johannes Paul II. Maciel wegen dessen “effizienter Führung der Jugend” – obwohl dem damaligen Papst die Vorwürfe seit 1983 bekannt waren. Die erste Opfergruppe berichtete 1997 von Hunderten von Knaben, die Maciel missbraucht habe. 1998 erhoben die Opfer Anklage bei der Glaubenskongregation. Josef Ratzinger hörte sie nicht an. 2002 ging die Gruppe daher zur UNO und klagte über die Untätigkeit der Glaubenskongregation. Kurz vor Maciels Tod ordnete Papst Benedikt dann an, Maciel solle in völliger Zurückgezogenheit leben. Quelle: Tagesspiegel


2.5.2010  Die Psychotherapeutin und Psychologin Gabriele Amann, Uni Salzburg, betreut Missbrauchsopfer seit 20 Jahren, darunter auch immer wieder Opfer aus dem kirchlichen Bereich. Jetzt hat sie erstmals den Eindruck, dass die Wand des Schweigens und Vertuschens durch die Führung des Klerus nicht mehr hält. Sie macht auf etwas Wichtiges aufmerksam, das in der öffentlichen Diskussion untergeht: Die Prävention setzt vorwiegend bei den Kindern als potentiellen Opfern an, also bei dem schwächsten Teil. Damit wird die Botschaft an die Kinder (und an inzwischen erwachsene Opfer) transportiert, dass diese selber Schuld seien, wenn sie missbraucht wurden. Quelle: ORF


2.5.2010 Gegen drei Priester werden von zwei Männern Vorwürfe sexualisierter und körperlicher Gewalt  und der Vorwurf des Psychoterrors erhoben. Josef H. und Ludwig P. aus Passau und Umgebung berichten von Prügelarien. Josef H. berichtet auch von sexualisierter Gewalt. Viele andere seien Opfer geworden. Die Gewalt ging aus von dem damaligen Präfekten des Seminars St. Max in Passau, Monsignore Konrad S., dem Direktor des Seminars, Monsignore Johann B. Ludwig B. nennt Monsignore B., der Jungen sexuell missbraucht habe. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Quelle: pnp


1.5.2010 Ein früherer Musiklehrer an der Odenwaldschule hat  in den 70er und 80er Jahren kinderpornografische Fotografien und Filme hergestellt. Ein Ex-Schüler hat bei der Kripo Heppenheim Strafantrag gestellt, weil er und ander Opfer fürchten, dass die Filme und Fotografien heute noch existieren und transferiert oder kopiert worden sein können. Die Kripo teilte dem Ankläger mit, die Causa sei verjährt und es existierten keine Ermittlungsansätze. Quelle: faz.net


1.5.2010 Die Kirche sollte jetzt nicht fragen: Wer diskreditiert uns? Wer unter Druck steht, muss sich vor Selbstmitleid hüten. Die Gesellschaft ist nicht ungnädig mit Sündern, sie ist ungnädig mit Heuchlern – und zwar zu Recht. Die Kirche muss die Krise nutzen, um neue Kräfte zu entfalten und ihrer großartigen Botschaft gerecht zu werden. Das sagte Annette Schavan. Quelle: nachrichten-rp


1.5.2010 Die NY-Times veröffentlicht eine Einschätzung des “Falles Maciel” und vermutet, dass dieser Ordensgründer u.a. deswegen viele Jahre lang nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, weil er mit weitreichenden Verbindungen zu finanzkräftigen Kreisen der Kirche zu Geld verhalf.

Der brightsblog bringt eine Übersetzung/Zusammenfassung. Mai 2010 Die Maristen nehmen Stellung zu den Vorwürfen.


1.5.2010 Der Vatikan hat sich 54 Jahre nach den ersten Beschuldigungen eine Meinung über den Gründer der Legionäre gebildet: “Die Apostolische Visitation hat ergeben, daß die Lebensführung von Pater Marcial Maciel Degollado ernste Folgen im Leben und in der Struktur der Kongregation der Legionäre Christi verursacht hat, und zwar dermaßen, daß ein Weg tiefgehender Revision erforderlich sein wird. Das sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel, das durch unbestreitbare Zeugenaussagen belegt ist, äußert sich bisweilen in Gestalt von wirklichen Straftaten und offenbart ein gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung.” Quelle: Vatikan


30.4.2010 Überraschend hat der Papst die Visitatoren getroffen, die die “Legionäre Christi” überprüft haben. Der Gründer der Legionäre ist des vielfachen sexuellen Missbrauchs von Priesterseminaristen beschuldigt. Die Kleine Zeitung berichtet, dass es diese Vorwürfe seit 1997 gegeben habe.

Quelle: Kleine Zeitung
Ergänzung: Immer neu wird offensichtlich übersehen, dass Maciel 5 Jahrzehnte lang seine Sexualverbrechen im Schutz der katholischen Kirche hat begehen können, ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn man vom “Rückzug aus der Öffentlichkeit” als wirklich schlimmer Strafe mal absieht.
Seit dem Sommer 2005 spätestens ist mir Folgendes bekannt: 
1956 wurde eine Untersuchung gegen Maciel eingeleitet wegen verschiedener Vergehen. U.a. wandten sich fünf Bischöfe Mexikos Ende August 1956 an Rom und beklagten, Maciel würde die Sodomie mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Seit der Zeit wurde eigentlich schon über die Päderastie des obersten Legionärs nach Rom berichtet. Maciel wurde freigesprochen.
1978 und 1989 hatte der amerikanische Psychologieoprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben und keine Antwort erhalten.
2005 beschuldigten sieben ehemalige Seminaristen Maciel, sich in den 50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht verjährt. Weitere 20 ehemalige Seminaristen waren 2005 bereit, gegen Maciel auszusagen. Die Ankläger sind ehemals hochrangige Legionäre, heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure. Diese Klage wurde bereits 1999 im Vatikan eingereicht.
Im Mai 2006 befahl der Papst Maciel den völligen Rückzug aus der Öffentlichkeit – von sexualisierten Gewaltverbrechen war keine Rede. Im Januar 2008 starb Maciel – nicht in Rom, wohin er sich hatte zurückziehen sollen, sondern in den USA.
Christian Modehn beschreibt die Karriere Maciels ein wenig genauer.


30.4.2010 Auch im Dormagener Raphaelshaus hat es Mitte der 60er Jahre sexualisierte Gewalt gegen Jungen gegeben. Mehrere Jungen wurden vergewaltigt. Der heutige Leiter sagte: “In meinem Büro ist in den letzten vier Wochen mehr geweint worden, als in 25 Jahren vorher.” Das lässt hoffen.

Quelle: Domradio


30.4.2010 Nach dem Rücktritt des Bischofs von Brügge, der den sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden hat und gegen den gestern ein weiterer Verdacht erhoben wurde, gab es innerhalb einer Woche 120 Beschwerden über sexualisierte Gewalt durch Geistliche.

In belgischen Zeitungsberichten vom Freitag hieß es, das zweite Opfer könne nicht mehr zu den Vorwürfen aussagen, weil es inzwischen verstorben sei. Quellen: Domradio und Radio Vatikan


30.4.2010 Ein Opfer erhebt schwere Vorwürfe gegen Bischof André Léonard, Primas der katholischen Kirche in Belgien. Quelle: grenzecho

30.4.2010 Der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz hat sich gegen eine Verharmlosung sexueller Missbrauchsfälle unter katholischen Klerikern gewandt. Quelle: Radio Vatikan


Kommentar: Diese Nachricht macht nur Sinn, wenn katholische Kleriker in Italien sexuellen Missbrauch verharmlosen.

30.4.2010 In Brasilien wurde ein 74-jähriger katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs von  8 Kindern angeklagt. Er wurde suspendiert. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Quelle: blick.ch


30.4.2010 “Lehmann gegen pauschale Zahlungen an Opfer” – so heißt die Überschrift eines Artikels, in dem der ehemalige Vorsitzende der DBK, Kardinal Lehmann, Mainz, sich gegen eine generelle finanzielle Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs ausspricht. Es könne keine pauschale Zahlung geben, die die Vergehen wie auf einer Preisliste aufzähle, sagte Lehmann. Der beinahe ausschließliche Ruf nach finanzieller Entschädigung sei darüber hinaus “verräterisch”. Da sexueller Missbrauch schwerste Schäden anrichten könne, sei die Forderung “Ich will endlich Geld sehen, viel Geld” eine Verkennung “des ethischen Schwergewichts einer solchen Verfehlung und auch der Formen möglicher Wiedergutmachung”. Quelle: swr

Kommentar: Kardinal Lehmann unterstellt Opfern die Aussage “Ich will endlich Geld sehen, viel Geld”. Das ist sein Versuch, Opfer moralisch als “geldgierig” zu diskriminieren. Natürlich geht Opferbeschuldigung auch so. Diese Variante ist mir neu.


30.4.2010 Pfarrer H., zuletzt Bad Tölz, hat u.a. Wilfried F. missbraucht. F. berichtet, er habe 2006 eine Email an Pfarrer H. geschickt und gefragt, ob der kein schlechtes Gewissen habe. Es kam keine Antwort. 2 Jahre später schrieb er erneut. Diesmal kam die Antwort vom Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese München. Kurz danach standen 7 Polizisten vor der Tür des Opfers. Es kam zu einer Anklage wegen Erpressung. Das Opfer F. hatte den Täter H. nach einer Entschädigung gefragt. Einer der Polizisten machte dem Opfer F. Vorwürfe, dass Herr Pfarrer H. total an der Wand stehe und seinen Job nicht mehr ausüben könne. Das Opfer F. wurde vor Gericht freigesprochen. Es hieß, es sei gut für das Opfer F. gewesen, die Medien nicht eingeschaltet zu haben.

Zur Erinnerung: Das muss 2008 gewesen sein. Damals waren die Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche seit 6 Jahren in Geltung.
Das Opfer F. berichtete, dass das polnische Fernsehen und die BBC sich bei ihm meldeten – nur die Kirche nicht.
Demnächst soll es jedoch ein Gespräch mit dem Bistum Essen geben. Quelle: merkur


29.4.2012 Das unselige Handeln nach Kirchenraison:  Hauptsache, die Heiligkeit der Institution gerät nicht in Gefahr – diese Maxime ist der wahre Skandal und der Grund für die Krise. Von Ernst-Wolfgang Böckenförde. Quelle: wir sind kirche


29.4.2010 In Österreicht hat die Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” seit dem 4wöchigen Bestehen der Hotline 260 Anrufer verzeichnet. Ein Psychologe wertete 170 Fälle aus. Dort berichten Fauen und Männer von körperlichen Misshandlungen und sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen. Quelle: ORF


29.4.2010 In einem evangelischen Heim bei Köln soll es zu schwerem körperlichen und sexuellen Missbrauch gekommen sein. 5 ehemalige Bewohner des Heims “An der Linde” erhoben die Vorwürfe. Ältere Schüler hätten jüngere missbraucht und drei Pädaogogen und ein Erzieher-Paar hätten die Heimbewohner immer wieder zum Sex gezwungen. Die Heimleitung habe auf Beschwerden nicht reagiert. Quelle: ORF


29.4.2010 Gegen einen Sportlehrer, der bis 1996 an der Stiftsschule Amöneburg unterrichtete, wird wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt. Das Bistum Fulda teilte mit, dass ein Verfahren von der zuständigen Behörde eingeleitet sei. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Mitte der 90er Jahre.

Im März hatten zwei ehemalige Bewohner weitere Missbrauchsvorwürfe geäußert. Inzwischen gebe es konkrete Hinweise auf weitere sexuelle Übergriffe, informierte das Bistum Fulda. Quelle: FR


29.4.2010 In Belgien wirft ein Missbrauchsopfer dem Brüsseler Erbischof vor, in den 1990er Jahren einen Missbrauchsfall vertuscht zu haben. Die Zeitung “De Morgen” veröffentlichte Dokumente, die belegen sollen, dass der damalige Bischof von Namur einen Priester deckte, der wiederholt einen Jugendlichen vergewaltigt hatte. Die Zeitung berichtet weiter, dass der Geistliche nach einer Vereinbarung zwischen Bistum, Täter und Opfer über die Aufteilung der Therapiekosten weitere 5 Jahre im Amt blieb und weitere Jugendliche missbraucht haben soll.

Das Bistum wies die Vorwürfe zurück. Quelle: Liborius


29.4.2010 Ein katholischer Priester muss ich in Rom wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dass er sieben Kinder zwischen 1998 und 2008 missbraucht habe. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld. Der zuständige Bischof Reali wird aussagen müssen, ob er schon länger von den Vorwürfen gewusst habe. Quelle: Kipa


29.4.2010 Bei der Diözese Würzburg meldeten sich mehr als 50 mutmaßliche Opfer körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt. 13 Fälle beziehen sich auf Orden, fünf Fälle beträfen die Diözese Würzburg. In diesen Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.  Die Meldungen, die Orden betrafen, gelten dem Seminar des Augustinerordens in Münnerstadt. Mutmaßliche Opfer hätten von massiven physischen Misshandlungen berichtet, bei denen sexualisierte Gewalt nicht auszuschließen sei. Eine Meldung betraf einen Franziskanerminoriten (76), die sich auf seine Zeit im Rheinland beziehe. Quelle: rp-online


29.4.2010 Eine Zehntklässlerin des Gymnasiums „Kolleg der Schulbrüder“, das sich in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg befindet, muss am Ende des Schuljahres gehen. Der Grund: Mit ihrer Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, verstößt sie gegen den Schulvertrag. Quelle: Augsburger Allgemeine


29.4.2010 Der emeritierte Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat sich für Schläge gegen Schüler entschuldigt. Quelle: Liborius


29.4.2010 Ein Team evangelikaler Forscher will die Überreste der Arche Noah auf dem Berg Ararat entdeckt haben. Es sei eine mehrteilige Holzkonstruktion und die Forscher seien sich zu 99,9% sicher, dass es sich um die Arche Noah handelt.

Kommentar: Es ist einfach peinlich, wenn Forscher keine Vorstellung von literarischen Gattungen haben und in der Folge etwas zu finden meinen, was es nach Auskunft der Textsorte nicht gibt.


28.4.2010 Erzbischof Schick zu Macht und Machtmissbrauch. Erzbistum Bamberg  s. auch: domradio.de, 5.5.2010


28.4.2010 Kardinal Schönborn, Wien, sagt, die Zeit des Vertuschens sei vorbei. Bei der Kommission unter Leitung von Waltraud Klasnic werden derzeit 100 Vorwürfe untersucht. Schönborn wörtlich: “Täter wurden oft geschützt, weil in der Kirche gesagt wurde, wir müssen vergeben können. Doch das ist eine falsch verstandene Barmherzigkeit.” Quelle: Wiener Zeitung


28.4.2010 “Das war wohl der wahre Sinn der Sendung: zu zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis diese Gewalt wirklich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sein wird.” So beschreibt Matthias Drobinsky in der Süddeutschen die Diskussion bei Beckmann.

Kommentar: Wie weit entfernt Kirche noch immer von den Opfern ist, zeigt sich an der Sprache des  Vatikans. Da ist von “sexuellen Vergehen” die Rede. Gemeint jedoch ist sexualisierte Gewalt. Im Papstbrief zum Priesterjahr 2009 war noch von den “Schwächen der Priester” die Rede. So gesehen, ist die neue Sprachregelung direkt ein Fortschritt. Immerhin werden nun aus den “Schwächen” wenigstens “Vergehen”. Bis zum korrekten Begriff “Verbrechen” scheint noch ein weiter Weg zu sein.


28.4.2010 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart weiß seit Anfang 2005, dass der Geistliche aus Sulz, der jetzt vom Dienst suspendiert wurde, einen sexuellen Übergriff an einem Jugendlichen eingeräumt hatte. Bereits 2005 war der Fall strafrechtlich und kirchenrechtlich verjährt. Daher habe der Priester nur eine “ultimative Ermahnung” erhalten. Jetzt jedoch seien weitere Übergriffe bekannt geworden. Deshalb wurde er nun vom Dienst suspendiert. Quelle: welt.de


28.4.2010 Die Erzdiözese Freiburg hat einen Priester beurlaubt. Er hatte um die Beurlaubung gebeten, nachdem in Irland gegen ihn wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs ermittelt werde. Der Priester war von 1993 bis 1995 in einer Ordensgemeinschaft in Irland tätig.

Im Juni werde der Beschuldigte in Tiengen zurückerwartet. Der Leiter der Seelsorgeeinheit. sagte, sein Kollege habe ihm in einem persönlichen Gespräch erklärt, dass die Vorwürfe vollständig unbegründet seien. Quelle: Südkurier


28.4.2010 Wenn Mütter Kinder missbrauchen – eines von mehreren Tabus. Quelle: stern


28.4.2010 Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat das Verfahren gegen einen Bruder der Mescheder Abtei Königsmünster eingestellt. Der Ordensmann hatte sich selbst angezeigt und von 19 Missbrauchsfällen berichtet. Nach den Berichten meldeten sich weitere Opfer. Die Taten sind verjährt. Quelle: Der Westen


27.4.2010 Der Sonderermittler von Ettal, Pfister, hat angeregt, die Opferberichte einer begrenzten Öffentlichkeit freizugeben. Seiner Ansicht nach ist die Freigabe auch nötig, um eine Legendenbildung zu verhindern, damit später die sexuellen und körperlichen Misshandlungen nicht verharmlost werden. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Die Verharmlosung war bereits in der Beckmann-Diskussion unüberhörbar.


27.4.2010 Die Missbrauchsdebatte bei “Beckmann” hat sich in der Verharmlosung verloren, kritisiert der  Spiegel und in der Süddeutschen wird das Fazit gezogen: “Das war wohl der wahre Sinn der Sendung: zu zeigen, wie lange es noch dauern wird, bis diese Gewalt wirklich im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen sein wird.”

Die TeilnehmerInnen sprechen so, als wüssten sie nichts von sexualisierter Gewalt. Johann Heibel und der Moderator sind am nächsten an der Realität dran.


27.4.2010 Auch im Bistum Essen gab es einen Missbrauchsfall. Ein Vikar war in den 50er Jahren in der Altenbochumer Liebfrauenkirche eingesetzt und arbeitete als Religionslehrer von zwei damaligen Realschulen.  Er missbrauchte 10 Schüler und Schülerinnen  und wurde 1963 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Reue zeigte er nicht. Unbekannt blieb der Öffentlichkeit, dass der Verurteilte nicht nur Religionslehrer sondern auch Priester war. Das Bistum Essen bestätigte den Fall und erklärte, der Verurteilte sei nach seiner Haft 1965 ins Bistum Fulda gegangen und 2001 gestorben. Quelle:  Der Westen


27.4.2010 In Sulz, Württemberg, Bistum Rottenburg-Stuttgart wurde ein Priester vom Dienst entbunden. Er soll Kinder missbraucht haben. Noch im Herbst 2009 hatte der Rottenburger Bischof diesem Priester (und einem weiteren, der inzw. suspendiert ist) eine neue Gemeinde anvertraut. Da gab es bereits Missbrauchsverdacht. Erst jetzt jedoch habe sich der Verdacht erhärtet, sagte der Sprecher der Diözese. Quelle:  swr


27.4.2010 Sechs Wochen ist es her, dass der Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir und der kinderpolitische Sprecher Marcus Bocklet gleich lautende Briefe an die drei für Hessen zuständigen Bischöfe schrieben – mit der Bitte um einen “Dialog” über sexualisierte Gewalt. Doch bis Dienstag hatten sie nichts gehört von Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg), Heinz Josef Algermissen (Fulda) und Karl Lehmann (Mainz).”Da kann man sich vorstellen, wie es Opfern geht”, kommentierte der kinderpolitische Sprecher der Grünen, Marcus Bocklet. Quelle:  fr-online


27.4.2010 Im katholischen Gymnaisum Leoninum in emsländischen Handrup haben sich Opfer von sexualisierter und sonstiger Gewalt gemeldet. Die Schule wird in den nächsten Tagen frühere Schüler anschreiben. Das Gymnaisum wird von Herz.-Jesu-Priestern geführt. Quelle:  Leonium


27.4.2010 Der katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht die kirchliche Sexuallehre in vielen Bereichen als nicht mehr zeitgemäß. Quelle: Domradio


27.4.2010 Aus einem vatikanischen Dokument der Glaubenskongregation gehe hervor, dass Papst Johannes PAul II. nicht umfassend über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi informiert war. Allerdings habe es Briefe an den Papst gegeben, die den Gründer der Legionäre Christi beschuldigten. Ob diese Briefe den Papst erreichten, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Quelle: Domradio


27.4.2010 35.000 Opfer, Vertuschung, Rücktritte von Bischöfen. Irland hadert seit Beginn der neunziger Jahre mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Eine Chronologie in der Zeit


27.4.2010 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz berät über die Fortschreibung der Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Ergebnisse werden im Juni erwartet. Quelle: dbk

26.4.2010 Schwulen- und Lesbenhetze – von erzkonservativen christlichen Netzwerken aus den USA nach Uganda, Kenia und Nigeria importiert. Wie Menschenrechte als imperiale Importware verunglimpft werden. Quelle: dw.world


27.4.2010 Österreichische Missbrauchsopfer haben vor, eine Plattform zu gründen.


26.4.2010 Der Abt von Einsiedeln hat hunderte Schüler angeschrieben mit der Bitte, Gewalterfahrungen zu melden. Quelle: Radio Vatikan


26.4.2010 Der Bischof von Stockholm hat die Verantwortung dafür übernommen, dass das Bistum mit einem Missbrauchsfall “nicht angemessen” umgegangen sei. Bereits 2003 habe das Opfer den Bischof aufgesucht und von Missbrauch in den 50er und 60er Jahren berichtet. Bereits 1990 hatte die Frau dem Vorgänger-Bischof berichtet. Sie habe die Empfehlung bekommen, eine Therapie aufzusuchen. Quelle: Radio Vatikan


26.4.2010 In Erfurt hat ein Jugendlicher Missbrauchsvorwürfe gegen einen Laien-Mitarbeiter der kath. Kirche erhoben. Der Beschuldigte hat gestanden. Das Ordinariat Erfurt hat Strafanzeige erstattet. Quelle: news yahoo


26.4.2010 In einem ehemaligen Konvikt in Bensheim soll es in den 70er Jahren zu sexuellen Misshandlungen an Jungen durch den Internatsleiter gekommen sein. Ein Erzieher sagte, er habe vor 30 Jahren das Bistum Mainz auf die Missstände hingewiesen und auf Absetzung des Rektors gedrängt. Nach sechsjähriger Arbeit im Internat wurde der Leiter abgelöst. Quelle: zdf


26.4.2010 Im Bistum Augsburg wurde nun ein Zwischenbericht über sexualisierte und sonstige Gewalt vorgstellt. Es gibt fast 50 Hinweise über Gewalt in 70 Jahren. Ein Schwerpunkt liegt in den 50er und 60er Jahren. Ca 30 Hinweise betreffen sexualisierte Gewalt. 25 Beschuldigte werden genannt, 4 davon sind inzw. gestorben. Quelle: Augsburger Allgemeine


26.4.2010 Der belgische Bischof Vangheluwe hat sich erst zum Rücktritt wegen sexuellen Missbrauchs entschlossen, nachdem die Familie des Opfers alle kath. Bischöfe Belgiens über den Missbrauch informiert hatte. Seitdem der Erzbischof von Mechelen-Brüssel letzten Freitag zur Aufklärung aufgerufen hat, seien 30 bis 40 neue Missbrauchsmeldungen eingegangen – nach den 20 Meldungen seit Jahresbeginn.
Der zurückgetretene Missbrauchs-Bischof hat nach einem Bericht der “Nieeuwsblad” 1995 einen Diakon geweiht, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war. Die Eltern des Opfers hatten versucht, die Weihe zu verhindern. Der Diakon sei bis heute im Amt. Quelle: Domradio


26.4.2010 Die Kirchenaustritte in Österreich haben im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 42% zugenommen. Im letzten Jahr haben 53216 KatholikInnen die Kirche verlassen. In diesem Jahr wird mit 70 000 bis 80 000 Austritten gerechnet. Quelle: Passauer Neue Presse


25.4.2010 Der Berliner Kurier fragt, was der Papst verschweigt und ob zurückgetretene Bischöfe nur die Bauernopfer seien.


25.4.2010 Die saarländische Landesregierung hat einem Internat, das der traditionalistischen Pius-Bruderschaft nahesteht, die Betriebserlaubnis entzogen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass auch nicht genehmigte Wohngruppen der Einrichtung geschlossen werden müssen. Es seien offenbar über Jahre hinweg gegenüber der Behörde falsche Angaben gemacht worden. Der Sprecher des Sozialministeriums, Thorsten Klein, wird mit den Worten zitiert: „Es wurde versucht, uns hinters Licht zu führen.“ Quelle: Domradio


25.4.2010 Zartbitter, Ursula Enders, kritisiert die bischöflichen Leitlinien


25.4.2010 Ein Missbrauchsopfer berichtet, wie der Täter, Zisterzienser-Pater Gregor, unbehelligt von kirchlichen Behörden, die von den Vorwürfen wussten, in Birnau, in Mehrerau, vielleicht in Baden/Wien und in Schülbelhof weiter mit Kindern und Jugendlichen arbeiten durfte. Quelle: Badische Zeitung


25.4.2010 Ein angehender Erzieher einer evangelischen Kindertagesstätte in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) ist in den Verdacht geraten, kinderpornografisches Material zu besitzen. Der zuständige Kirchenkreis Berlin-Neukölln teilte am Samstag mit, gegen den Mann sei ein Kündigungsverfahren eingeleitet und ein Hausverbot ausgesprochen worden. Quelle: rbb-online


25.4.2010 Der belgische Kardinal Godfried Daneels (76) hat bestritten, schon seit langem vom sexuellen Missbrauch eines Kindes durch den Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, gewusst zu haben. “Ich kann mich an ein solches Gespräch nicht erinnern”, sagte er am Wochenende in Brüssel zu Äußerungen des Ex-Priesters Rik Devillé. Quelle: az-web


25.4.2010 In der kleinen schwedischen katholischen Kirche wurden 5 Missbrauchsfälle bekannt. Der zuständige Bischof hat die Verantwortung für die bisherige Geheimhaltung übernommen. Quelle: Kleine Zeitung


24.4.2010 Dr. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL)., fordert, sexuellen Missbrauch in Einrichtungen der Behindertenhilfe auszudecken und zu bekämpfen. Sie weist darauf hin, dass behinderte Menschen wegen ihrer Hilflosigkeit häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind. Behinderte Frauen haben ein dreimal so großes Risiko, missbraucht zu werden, wie nicht-behinderte Frauen. Dr. Arnade kritisiert auch, dass keine Behindertenverbände am Runden Tisch teilnehmen. Eingeladen sind nur die Träger, die Wohlfahrtsverbände. Quelle: Kobinet


24.4.2010 Überdurchschnittlich viele KatholikInnen verlassen ihre Kirche. Quelle: FR


24.4.2010 Eine Studentin berichtet, was sie in ihrer Schule erlitten hat: sexuellen Missbrauch, Schwangerschaft, Abtreibung….. “Es war ziemlich praktisch für die Schule, dass ich niemandem was erzählen wollte. Da konnten die sich gut hinter verstecken.” Quelle: FR


26.4.2010 Gegen den Lehrer wird ein Verfahren eingeleitet. Quelle: FR


24.4.2010 Drei ehemalige Messdiener in Brasilien, die einen früheren katholischen Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt haben, sind bedroht worden und stehen jetzt unter Polizeischutz. Quelle: Schweizer Fernsehen


24.4.2010 Am Runden Tisch, der gestern eröffnet wurde, fehlen VertreterInnen von Zartbitter, Wildwasser und Tauwetter. Quelle: Kölner Stadtanzeiger


23.4.2010 Der Kurienkardinal Hoyos verteidigt die frühere Praxis von Bischöfen, pädophile Priester nicht in jedem Fall anzuzeigen. Das wäre doch so gewesen, als ob man jemanden zwänge, vor Gericht gegen ein Familienmitglied auszusagen, sagte der langjährige Kurienkardinal am Donnerstag in einem Radiointerview. „Das Recht in entwickelten Staaten sieht nicht vor, dass jemand gegen sein Kind oder gegen seinen Vater aussagt“, so Hoyos wörtlich: „Warum sollte man das dann von der Kirche verlangen? Das ist ungerecht.“  Gleichzeitig bestehe aber kein Zweifel daran, „dass die Kirche an der Seite derer steht, die wirklich Opfer waren“. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Zur “Familie” gehören die Täter, die Opfer offenbar nicht. Der Ausdruck “wirkliche Opfer” transportiert den Verdacht, es gebe auch vermeintliche Opfer und solche, die sich zu Opfern erklären, ohne es zu sein. Solches Denken konterkariert jegliches Bemühen der Kirche, sich an der Seite der Opfer zu positionieren. Die größten Feinde der katholischen Kirche scheinen ihre ranghöheren Mitglieder zu sein.


23.4.2010 Ein katholischer Priester des Bistums Würzburg hat Ende der 70er-Jahre eine 15 Jahre alte Ministrantin sexuell missbraucht. Der 63-Jährige zeigte sich nach Bistumsangaben selbst bei der Staatsanwaltschaft an. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann entband den Mann derweil von seinen Aufgaben und versetzte ihn in den Ruhestand. Quelle: focus


23.4.2010 Eines der Opfer des kath. Priesters Murphy, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll, will den Vatikan verklagen, weil der Papst von den Missbrauchsvorwürfen (als Präfekt der Glaubenskongregation) gewusst habe und nichts unternommen habe. Der Vatikan nennt dieses Vorgehen eine Publicity-Aktion und und erklärt, das Mitgefühl gelte den Opfern dieses Priesters. Quelle: Spiegel Quelle: Die Zeit


23.4.2010 Ein homosexueller Theologe auf dem Weg zu sich und zur Wahrheit. In der FR berichtet David Berger, bisher Herausgeber und Schriftleiter der konservativen Zeitschrift “Theologisches”.


23.4.2010 Roman Polanskis Antrag, in Abwesenheit über ihn in den USA zu verhandeln, wurde abgelehnt. Abgelehnt wurde auch der Antrag des Opfers auf Strafverschonung. Nun steht der Auslieferung Polanskis aus der Schweiz und der Überstellung in die USA nichts mehr im Weg. Quelle: FR


23.4.2010 Der bisherige Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Augsburg, Dirk Hermann Voß (50), ist von seinen Aufgaben entbunden worden. Er hatte die öffentliche Diskussion um die Prügelvorwürfe gegen Bischof Mixa und um das Finanzgebaren des Bischofs als “Medienkampagne gegen die Kirche” bezeichnet und dem Bischof geraten, alle Vorwürfe als unwahr zurückzuweisen und er hatte den Ex-Heimkindern, die eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatten, mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen gedroht. Quelle: Augsburger Allgemeine


23.4.2010 Matthias Drobinski kommentiert das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa. Der umstrittene Bischof von Augsburg tut eigenes Fehlverhalten als entschuldbare Lappalie ab – und sieht sich als Opfer einer Kampagne gegen seine Person, sagt Drobinski. Quelle: Süddeutsche


23.4.2010 Der dienstälteste belgische Bischof – nach Informationen der Nachrichtenagentur Belga der Bischof von Brügge – hat um seinen Rücktritt gebeten. “Schwerwiegende Taten” haben ihn dazu bewogen. Quelle: focus
Bischof Vangheluwe (Bistum Brügge) hat sich heute in einem Schreiben an die Presse zum sexuellen Missbrauch an einem Jungen bekannt. Der Bischof hat zudem ein Rücktrittsgesuch an Papst Benedikt XVI. geschickt. Vangheluwe war der dienstälteste Bischof des Landes und fast 30 Jahre im Amt. Vangheluwe hatte sich kaum eine Stunde öffentlich zu seiner Tat bekannt, da nahm der Papst das Rücktrittsgesuch auch schon an. Quelle: shortnews


23.4.2010 Dem Nachrichtenmagazin “profil” zufolge gibt es neue Vorwürfe gegen Bischof Elmar Fischer. Er soll laut Zeugen mehrmals Kinder geschlagen und einem Schüler die Rippe gebrochen haben. Die Diözese übt Kritik an der Vorgangsweise der möglichen Opfer: Die Opfer sollten die Ombudsstelle der Diözese Feldkirch kontaktieren und keine Vorwürfe über die Medien erheben. Quelle: ORF


Elmar Fischer wies die Vorwürfe in einer Aussendung zurück. Die Frage, ob er die massiven Vorwürfe zurückweise, weil sie nicht stimmen, wurde auf Nachfrage im Pressebüro nicht beantwortet. Die Aussage sei klar, mehr könne man dazu nicht sagen, hieß es. Fischer hatte zuvor gesagt, er habe einmal einem Schüler eine Ohrfeige gegeben – und dieser habe ihm später gesagt, das habe ihm – dem Schüler – geholfen. Quelle:  Vorarlberg


23.4.2010 Nichts sei bewusst vertuscht worden, man habe im Interesse der Opfer Informationen über Missbrauchsfälle vor der Öffentlichkeit zurückgehalten. Das sagte der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke. Quelle: Thüringer Allgemeine


Kommentar: So kann man es auch sehen. Die Erfahrungen jedoch sprechen von einer anderen Wahrheit.

23.4.2010 In den USA hat ein Opfer des Priesters Murphy Papst Benedikt verklagt. Der Mann beschuldigt den Vatikan, die Missbrauchsfälle an einer katholischen Schule für Gehörlose in Wisconsin zu verschleiern. Quelle: Zeit


22.4.2010 In einem Kommentar im Spiegel wird darauf hingewiesen, dass es eine Inflation von Opfererzählungen gibt. Sie können zu einer schleichenden Entwertung echter Missbrauchserlebnisse führen, die es unzweifelhaft in beschämender Zahl gegeben hat. Quelle: Spiegel


22.4.2010 Bruder Paulus Terwitte sagt über den späten Rückzug des Augsburger Bischofs: “Ein Bischof, der in der Öffentlichkeit Opfer beleidigt, der muss einfach zurücktreten, und es ist eine Beleidigung, wenn man Leuten, die versichern, geprügelt worden zu sein, sagt, das ist nicht wahr. So was geht einfach nicht. Wir brauchen in der Kirche eine Atmosphäre des Dialoges, wo auch der Kleinste die Vollmacht bekommt, wirklich sprechen zu dürfen. Hier muss in den kirchlichen Kreisen ganz neu gelernt werden, dass die Opfer nicht erst eine Ordinariatsleiter hochsteigen müssen, durch alle Abteilungen gehen müssen, bis sie den Bischof persönlich sprechen dürfen.” Quelle: Domradio


22.4.2010 Der Ire Moriarty hatte sein Rücktrittsgesuch beim Papst im vergangenen Dezember abgeschickt. Er wird beschuldigt, sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Geistliche in Dublin vertuscht zu haben. Moriarty ist nun der vierte Bischof, der im Zuge des Skandals sein Amt verlassen muss. Quelle: www.nachrichten


22.4.2010 Bischof Mixa bietet seinen Rücktritt an. Dem Rücktrittsgesuch muss vom Papst zugestimmt werden. Wolfgang Wagner, FR, kommentiert: “Man muss es betonen: Mixa wird kein sexueller Missbrauch vorgeworfen. Dennoch war er mit seiner Uneinsichtigkeit ein fleischgewordenes Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche. Wie soll man den Bischöfen abnehmen, dass sie die Gewaltfälle konsequent aufklären, wenn sie einen solchen Relativierer in ihren Reihen dulden? Das Vertuschen und Rechtfertigen der Gewalttaten in der katholischen Kirche muss ein Ende haben. Hoffentlich ist das Abservieren von Mixa ein Zeichen dafür, dass es die Bischöfe mit der Aufklärung ernst meinen.” Quelle: FR


22.4.2010 Bischof S. Ackermann glaubt – anders als früher – nicht mehr, dass ein Getaufter und zum Priester Geweihter schon automatisch bei Jesus angekommen sei. Ackermann kritisierte auch Fehler in der Kommunikation der Bischöfe und von Rom aus. Quelle: Radio Vatikan


21.4.2010 Die chilenischen Bischöfe bitten die Opfer von Missbrauch um Entschuldigung. Es ist von 20 beschuldigten Priestern die Rede. Strafen habe es in 5 Fällen gegeben, zehn Angeschuldigte wurden freigesprochen. Quelle: Radio Vatikan


21.4.2010 Die Rechtsreferentin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Karla Sichelschmidt, berichtete, dass ein internes Disziplinarverfahren gegen einen heute 75-jährigen Heimleiter eingeleitet werden soll. Ihm wird Missbrauch vorgeworfen. Misshandlungsvorwürfe beträfen einen heute noch tätigen Mitarbeiter des Heims. Diese Vorwürfe müssten noch überprüft werden. Quelle: Mittelbayerische


21.4.2010 Leonardo Boff im Interview der Süddeutschen über den Papst nach 5 Jahren im Amt. Boffs Urteil ist vernichtend. Quelle: Süddeutsche


21.4.2010 Ein mexikanisches Missbrauchsopfer hat Klage gegen zwei katholische Kardinäle eingereicht, weil sie einen des Missbrauchs beschuldigten mexikanischen Priester gedeckt haben sollen. Die in Los Angeles eingereichte Klageschrift richtet sich gegen den US-Kardinal Roger Mahony und seinen mexikanischen Kollegen Norberto Rivera. Quelle: welt.de


21.4.2010 Bei der evangelischen Kirche in Köln haben sich 10 Betroffene gemeldet, die von Straftaten zwischen 1940 und 1970 berichteten. Die Täter seien alle tot. 4 der Opfer gaben an, in evangelischen Kinderheimen missbraucht worden zu sein. Sie berichten auch von Prügeln, stundenlangem Stehen auf dem Flur, Übernachtungen in einer Badewanne und dem Essen von Erbrochenem. Die Leiterin der Beratungsstelle sagt: “Es herrschte eine Atmosphäre permanenter Demütigungen und Quälerei”. Ein Missbrauchstäter , Psychologe, sei Presbyter in Köln gewesen, ein Ehrenmann. Quelle:  wdr


21.4.2010 In Österreich haben mehr als 30.000 KatholikInnen von Januar bis März 2010  die Kirche verlassen. Quelle: Kurier.at


21.4.2010 Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Augsburger Bischof Walter Mixa öffentlich aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Nach Angaben der FR gibt es unter den Bischöfen zum einen die Sorge, dass die Mixa-Affäre die Aufklärung über Fälle von sexueller und anderer körperlicher Gewalt in der Kirche überlagert. Zum anderen sehen die Bischöfe auch, in welch schwierige Lage Mixa sein Bistum Augsburg bringt, in dem sich Laienvertreter inzwischen weigern, am Veranstaltungen mit dem Bischof teilzunehmen. Quelle: FR


20.4.2010 Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen katholischen Moraltheologen spricht sich dafür aus, den Pflichtzölibat als Voraussetzung für das Priesteramt zu überprüfen. Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Pflicht zur Ehelosigkeit von Priestern und den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gebe, könnten „indirekte systemische Zusammenhänge sehr wohl bestehen“, heißt es in einer Erklärung. Quelle: Domradio


20.4.2010 Der Papst hat einen neuen Erzbischof für Miami ernannt. Sein Vorgänger, 74, John C. Favalora, hatte um seinen Rücktritt nachgesucht. Ihm werden Vertuschungen in Fällen von Missbrauch durch Priester seiner Diözese vorgeworfen. Quelle: kath.web


20.4.2010 In Augsburg geht ein Priester auf Distanz zu Bischof Mixa. Quelle: Augsburger Allgemeine


20.4.2010 Ein früherer Dekan aus dem Dekanat Weinheim bekennt sich als Missbrauchstäter. Quelle: morgenweb


20.4.2010 Der Papst will keinen, der mit ihm spricht. Zu allen Vorwürfen schweigt der Papst, so böswillig sie auch sein mögen. Sein Erzrivale sprach stattdessen für ihn. Wer berät, jetzt in der Krise, Benedikt XVI.? Inzwischen fünf Jahre im Amt, hat er sich weitgehend abgeschottet. Die Anatomie eines Hofstaates. Daniel Deckers. Quelle: faz


20.4.2010 Gegen einen Priester aus dem Bistum Mainz, der dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester angehört und der gegenwärtig in der Deutschen Auslandsseelsorge in Washington D.C. eingesetzt ist, sind Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Wie durch den Generalrektor des Schönstatt-Instituts in Simmern am 30. März 2010 mitgeteilt wurde, steht der betroffene Priester im Verdacht, in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben, die sich ihm in seiner Eigenschaft als Seelsorger der Schönstatt-Mädchenjugend anvertraut hatten. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren besteht nicht. Die Leitung des Schönstatt-Institutes wusste seit  Ende März 2004 von den Vorwürfen, hat aber das Bistum nicht informiert. Quelle: Bistum Mainz


20.4.2010 Missbrauchsvorwürfe haben Lateinamerika erfasst: In Uruguay mussten Kirchenvertreter zugeben, einen verdächtigen Ex-Priester geschützt zu haben. Eine Nonne hatte dem Geistlichen vorgeworfen, in Bolivien drei Kinder vergewaltigt zu haben. In Chile wurde ein Priester des Kindesmissbrauchs in acht Fällen angeklagt. Eines der Opfer soll seine Tochter sein. Quelle: Spiegel


20.4.2010 Agostino Marchetto, Kurienerzbischof, hat den europäischen Staaten die Verletzung von Grundrechten vorgeworfen im Umgang mit MigrantInnen. Bootsflüchtlinge hätten ebenso ein Recht auf ein gerechtes Verfahren wie Flüchtlinge, die auf dem Landweg kommen. Das Recht der Bootsflüchtlinge werden durch die europäischen Einwanderungsbestimmungen verletzt. Quelle: ORF


20.4.2010 Bischof Walter Mixa, Augsburg, bittet angesichts der Vorwürfe gegen ihn um Verzeihung. Nach einem Gespräch mit dem Priesterrat seines Bistums am Montag Abend erklärte er wörtlich: „Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung.“ Der Priesterrat sprach von einer „offenen“ Beratung „über die schwierige Lage unseres Bistums“. Die 35 Priester, die dem Rat angehörten, teilten „die Sorge vieler um die Glaubwürdigkeit der Kirche“. Der Rat „setzt sich gemeinsam mit dem Bischof dafür ein, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe lückenlos aufgearbeitet werden.“ Quelle: Radio Vatikan


20.4.2010 Ein Kaplan der katholischen Kirche in Rostock, Erzbistum Hamburg, wurde am 12.4.2010 angezeigt, weil er vor 10 Jahren Minderjährige missbraucht haben soll. In einer Anhörung durch den Missbrauchsbeauftragten bestritt der Priester die Vorwürfe. Bis zur Klärung wurde er vom Dienst entfernt. Quelle: katholisch.de


20.4.2010 In Brasilien wurde ein katholischer Priester, 83, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch an mehreren Jungen festgenommen. Das jüngste mutmaßliche Opfer soll 12 Jahre alt gewesen sein. Zuvor hatten in einer parlamentarischen Anhörung 20 Zeugen schwere Vorwürfe gegen den Festgenommenen und zwei weitere Priester der selben Erzdiözese erhoben. Quelle: ORF


19.4.2010 Rotraut Perner, Psychoanalytikerin, ist der Ansicht, dass derzeit die Perspektive der Täter gänzlich ausgespart werde. “Es dreht sich alles um die Opfer, während die Täterseite nicht beleuchtet wird”, sagt Perner. Quelle: Wiener Zeitung


19.4.2010 Im Erzbistum München gab es bislang 60 Meldungen über unterschiedliche Missbrauchsformen. Drei Viertel der Meldungen betreffen die Zeit vom Ende der 50er Jahre bis in die 90er Jahre. Wie die 60 Meldungen genauer zu bewerten sind, ist noch offen. Wegen einer Ohrfeige jedoch, sagte der Missbrauchsbeauftragte, hätte niemand angerufen.
Von besonderer Wichtigkeit sei, “sich in die Sicht der Opfer zu versetzen”, betonte  er. Im “weiteren Vorgehen der Kirche mit diesem Phänomen” sei es “entscheidend, leise und demütig vorzugehen und sich von den Schicksalen berühren zu lassen”. Quelle: welt.de


19.4.2010 Bei seinem Besuch auf Malta hat sich Papst Benedikt XVI. am Sonntag mit Opfern von Missbrauch durch Geistliche getroffen. Der Papst sei tief bewegt gewesen, berichtete Papstsprecher Federico Lombardi. Er habe den Opfern seine Scham und seinen Schmerz angesichts ihres Leides und dessen ihrer Angehörigen ausgedrückt. Er sagte, die Kirche sei “verletzt durch unsere Sünden”. Die acht Männer im Alter von Mitte dreißig waren in einem Waisenhaus den Übergriffen von Priestern ausgesetzt gewesen. Quelle: Süddeutsche und Stern


19.4.2010 In der Odenwaldschule hat das Lehrerkollegium erst jetzt eine Erklärung verfasst, in der es sich zu Becker, der viele Kinder und Jugendliche missbrauchte, äußerte. “Das hat zwölf Jahre gedauert!”, sagt Amelie Fried empört. Die Rücktrittserklärungen der kürzlich abgetretenen Vorstandsmitglieder seien in einem “jammernden Tonfall” verfasst, niemand gebe Fehler zu. Ein Lehrer, der vor wenigen Tagen Teile einer vertraulichen Mail eines Opfers an den Täter weitergegeben hatte und dafür von der Schule angezeigt worden war, wünscht sich “mehr Anteilnahme an seiner Situation”, berichtet Fried. “Irgendwie ist hier keiner für irgendwas verantwortlich.” Quelle: Badische Zeitung


18.4.2010 Der Papst Johannes Paul II. förderte Vertuschung. Ein kolumbianischer Kardinal, der einem französischen Bischof ausdrücklich für die Geheimhaltung eines Missbrauchsfalls gedankt hatte, ist Kritik mit den Worten begegnet, sein Schreiben sei vom damaligen Papst Johannes Paul II. genehmigt gewesen. “Der Heilige Vater erlaubte mir, diesen Brief an alle Bischöfe in der Welt zu schicken und wir stellten ihn auch ins Internet”, sagte Dario Castrillón Hoyos laut einem Bericht der spanischen Regionalzeitung “La Verdad”. Quelle: ntv


18.4.2010 Brasilianische Behörden ermitteln gegen den auch im Osnabrücker Nordland bekannten deutschen Pater Benedikt L. wegen „Internet-Pädophilie“. Der Geistliche weist die Vorwürfe zurück und macht einen Schützling für die kinderpornographischen Dateien auf seinem Computer verantwortlich. Benedikt L. rief im Nordosten Brasiliens Hilfsprojekte für Straßenkinder ins Leben, die er aus Spendengeldern finanziert. Dazu hat er sich in Deutschland einen Unterstützerkreis aufgebaut, zu dem die Kolpingsfamilie Ankum gehört, aber auch die St.-Ursula-Schule und die Ludwig-Windthorst-Schule in Hannover und zahlreiche Kirchengemeinden. Quelle: neue oz


18.4.2010 Mixa bekommt “Unterstützung” vom ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Walter. Dieser sieht in der Missbrauchsdebatte “fundamentalistische Aufklärer” am Werk. Mixas Kritiker würden verkennen, dass körperliche Züchtigung vor einigen Jahrzehnten in Deutschland normal war, sagte das ZdK-Mitglied. Auch seine Mutter habe ihn “verprügelt: Es hat mir nicht geschadet”, sagte Walter. Ihm seien dadurch Grenzen aufgezeigt worden. Dass Mixa die Vorwürfe zunächst abgestritten hatte, nannte Walter glaubwürdig. Der Bischof habe die Ohrfeigen nicht als Gewalt gegen Kinder empfunden. Quelle: FR
Kommentar: So sieht es aus, wenn Kinder geschlagen werden: Sie spüren als Erwachsene nicht einmal mehr, wenn sie jemanden verletzen. Und die Opfer als “fundamentalistische Aufklärer” zu denunzieren, heißt, sie noch einmal verletzen.


17.4.2010 Die “Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen” fordert den Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghoff. Am 8. Januar hatten Eltern eines 19-Jährigen den Fall beim Personalchef des Bistums Aachen gemeldet. Danach passierte – nichts. Der Priester Georg K. soll den jungen Mann vom zehnten Lebensjahr an schwer missbraucht haben. Auch andere Kinder seien betroffen. Das Bistum erklärte, es habe ja nur der Vater angerufen. “Der Junge hätte sich als Opfer schon selbst bei uns melden müssen, nicht wir bei ihm.” Der Beschuldigte K. streitet die Vorwürfe ab. Quelle: an-online
Kommentar: Natürlich kann Kirche so mit Opfern umgehen. Keine Frage! Und sie beweist ja auch, dass sie es kann, denn sie geht ja mit Opfern um, wie es kaum zynischer sein könnte. Das ist der sicherste Weg, um auch bei den Gutwilligsten jeden Kredit zu verspielen.


19.4.2010 Das Bistum Aachen stellt den Sachverhalt anders dar: Der Priester ist bereits in Südafrika in Haft. Der bischöfliche Missbrauchsbeauftragte beziehe die staatlichen Ermittlungsbehörden ein, wenn das Opfer dem zustimmt. Der Vater des Opfers jedoch habe um Stillschweigen gebeten. Das Bistum bedauere, dass es nach dem Anruf des Vaters beim Personalreferenten im Januar 2010 zu keinem weiteren Kontakt gekommen ist. Inzwischen hat die Familie den mutmaßlichen Täter angezeigt. Der Bischof hat den Missbrauchsbeauftragten gebeten, der betroffenen Familie ein Gespräch anzubieten. Quelle: an-online


17.4.2010 Im katholischen Internat und Gymnasium Haus Overbach in Jülich bei Aachen soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Drei Opfer meldeten sich und berichteten von Missbrauch in den 50er-Jahren. Sie beschuldigen Ordensleute der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Quelle: FR


17.4.2010 Am Dienstag wurde in Baden-Württemberg ein weiterer Fall bekannt. Betroffen ist das Kapuzinerkloster in Bad Mergentheim. Die Staatsanwaltschaft wurde für die Prüfung eines Missbrauchsfalls eingeschaltet, wie ein Sprecher der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz in Münster bestätigte. Anfang der 70er Jahre soll ein heute knapp 80 Jahre alter Pater mindestens einen Schüler missbraucht haben. Das Opfer habe sich erst in den vergangenen Tagen gemeldet. Der Beschuldigte sei erst vor zwei Jahren wieder nach Bad Mergentheim versetzt worden. Da es “Auffälligkeiten” gab, sei er seit Jahren von allen seelsorgerischen Diensten entbunden. Erste Hinweise auf sexualisierte Gewalt in einem früheren hessischen Jungeninternat in Bensheim datieren von den 70er- und 80er-Jahren. Bis 1979 soll es sexualisierte Gewalt und Misshandlungen gegeben haben. Quelle: FR


17.4.2010 Für diejenigen, die die Loyalität von Kirchenleuten kennen, ist die Nachricht nicht überraschend: Der Papst sollte “aus der Schusslinie” genommen werden. Deswegen  wurde der frühere Generalvikar Gruber wohl gedrängt, die Verantwortung in der Affäre um den pädophilen Priester Peter H. zu übernehmen. Vertraute Grubers schilderten dem SPIEGEL, Gruber solle als Sündenbock für den Papst herhalten. Wörtlich im Spiegel: “Als die Affäre Mitte März aufflog, sei er [Gruber] am Telefon eindringlich “gebeten” worden, die volle Verantwortung zu übernehmen, klagte Gruber gegenüber Freunden. In einem Brief an seine Vertrauten schreibt Gruber, er habe eine fertig formulierte Stellungnahme zugefaxt bekommen. Änderungswünsche habe er anmerken können. Über die Darstellung des Bistums und darüber, dass man ihm “eigenmächtiges Handeln” im Fall H. vorwarf, empfinde er jedoch großen Unmut. Auch der Ausdruck “Eigenmächtigkeit” sei nicht mit ihm abgesprochen worden. Gruber hatte bisher alle Schuld auf sich genommen.” Quelle: Spiegel


21.4.2010 Der ehemalige Generalvikar Gruber erklärte, sein Freund habe ihn missverstanden. Er habe nicht davon gesprochen, dass Druck auf ihn ausgeübt worden sei, sondern dall alle unter Zeitdruck standen. Quelle: Süddeutsche


17.4.2010 “Der Bischof von Augsburg hat in einer für die Kirche höchst kritischen Situation den größten anzunehmenden Unfall verursacht: Er hat alle Beteuerungen der katholischen Würdenträger Lügen gestraft, von nun an Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe offensiv und transparent zu klären.” “Wollten die Bischöfe und der Papst den Schaden für die Kirche begrenzen, müssten sie Mixa umgehend zum Rücktritt drängen. Doch selbst wenn sich Mixa in seinem Amt hält, ändert das nichts daran, dass das Bistum Augsburg keinen Bischof mehr hat. Da ist nur noch ein Mann im Bischofsornat, aber es fehlt ihm das, was dieses Amt auszeichnen soll: Glaubwürdigkeit, Autorität, Integrität und Würde.” Quelle: Süddeutsche


17.4.2010 Zwei Personen, frühere Bewohner des Oldesloer Kinder- und Jugendhauses St. Josef, erheben Missbrauchs – Vorwürfe. Ein Vorwurf richtet sich gegen einen weltlichen Mitarbeiter des Hauses. Ein Ex-Bewohner erhebt Vorwürfe gegen einen Geistlichen. Er berichtet von Fesselspielen im Pfarrhaus von St. Josef. Quelle:  In-online


17.4.2010 Joachim Frank bemerkt in der FR: “Seine [Mixas] gewundenen Ausflüchte machen zunichte, was Papst und Bischöfe derzeit über die Ehrlichkeit und den Aufklärungswillen der Kirche predigen. All das ist unglaubwürdig, solange höchste Funktionäre die Unkultur des Leugnens und Abwimmelns in eigener Sache pflegen. Mit der vielbeschworenen Würde des geistlichen Amtes hat das ohnehin nichts mehr zu tun. Fragt sich, wann Mixas Mitbrüder ihm das endlich sagen wollen, und wann Rom reagiert.”


17.4.2010 In Österreich wurden in den letzten Wochen 6 Priester vom Dienst suspendiert, 2 vorläufig beurlaubt, einer quittierte den Dienst. Ihnen wird sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige vorgeworfen. Quelle: ORF 


16.4.2010 Die katholische niederländische Kirche hat einen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Diözese Rotterdam teilte mit, der Pfarrer sei aus dem Dienst entfernt worden. Quelle: reuters.com


16.4.2010 In einem Waisenhaus in Luzern soll es zu körperlichen Übergriffen, Schwerstarbeit und sexuellem Missbrauch durch Patres gekommen sein. Das berichten Schweizer Medien unter Berufung auf einen ehemaligen Heimschüler an diesem Freitag. Die Stadt will die Vorwürfe gegen das Kinderheim nun prüfen, hieß es weiter. Das Kloster der Ingenbohler Schwestern hat unterdessen Aufklärungswillen bekundet. Quelle: Radio Vatikan


16.4.2010 Reaktionen auf den Brief des Theologen Hans Küng an die Bischöfe in Deutschland:
Der emeritierte Kölner Weihbischof Klaus Dick hat den offenen Brief von Hans Küng zurückgewiesen. Die Bischöfe zu Widerstand gegen Papst und Vatikan aufzurufen, sei eine „Unverschämtheit“. Quelle: Domradio
Norbert Scholl, kath. Theologieprofessor in Heidelberg, meint, der Papst müsse verstehen, dass es Zeit für ein ökumenisches Konzil sei. Scholl benennt als Probleme die hierarchische Struktur, die Zwei-Klassengesellschaft, den römischen Zentralismus, die uneingeschränkte monachistische Machtbefugnis des Papstes. Quelle: FR


16.4.2010 Der Sonderermittler der Katholischen Waisenhausstiftung im Bistum Augsburg, der Anwalt S. Knott, ermittelte und stellt seine Ergebnisse vor. Er berichtet von Weinrechnungen, Geschenken an Neupriester und Kirchenteppichen, die auf Kosten des Kinderheims gekauft wurden. Und von einem Bischofsring aus Feingold, mit Insignien graviert, der 3854, 34 Mark kostete und ebenfalls von der Stiftung bezahlt wurde.
Mixa wird von inzwischen acht ehemaligen Heimkindern vorgeworfen, er habe sie in den siebziger und achtziger Jahren geschlagen – teils mit Faust, Stock oder Teppichklopfer. Alle Betroffenen sind bereit, ihre Vorwürfe vor Gericht unter Eid zu bezeugen. Mixa bleibt jedoch bei seiner Aussage, “schwere körperliche Züchtigung hat es durch mich nie gegeben.”
Der Sonderermittler konnte weder mit dem Bischof sprechen, noch mit den Ex-Heimkindern, die den Bischof mit 8 eidesstattlichen Erklärungen belasten, noch mit den Schwestern, denen die Heimkinder Prügel vorwarfen. Quelle: Süddeutsche


16.4.2010 Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken beklagte eine weitreichende Resignation unter den Katholiken. Dringend notwendig für die Kirche sei es jetzt, Vertrauen zurückzugewinnen. Nach Einschätzung des ZdK-Präsidenten ist derzeit noch offen, ob gegenwärtige Erschütterung zu einer zukunftsweisenden Erneuerung der Kirche oder zu einem dauerhaften Bedeutungsverlust führen werden. Quelle: Domradio


16.4.2010 Pater Mertes, SJ, kritisiert diejenigen Kirchenrepräsentanten, die die Kirche selber als Opfer des Skandals darstellten. Eine solche Haltung verletze die Opfer ein weiteres Mal. Quelle: Domradio


16.4.2010 Die Staatsanwaltschaft Marburg ermittelt gegen den früheren Leiter des katholischen Kinderheims Berwardshof, Himmelsthür, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch. In den 70er Jahren soll er in Amöneburg mindestens zwei Jungen missbraucht haben. Quelle: Hildesheimer Allgemeine


16.4.2010 Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat erstmals eingeräumt, in seiner Zeit als Stadtpfarrer Kinder und Jugendliche geschlagen zu haben. Er könne nicht ausschließen, dass er vor 20-30 Jahren  den Jugendlichen “die eine oder andere Watsch’n” gegeben habe. “Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch”, fügte er hinzu. Quelle: FR
Kommentar: Die Prügelstrafe in Bayern wurde 1980 abgeschafft. In anderen Bundesländern Deutschlands schon vorher. Dass es “vollkommen normal” gewesen sein soll, dass Körperstrafen trotz eindeutiger Gesetzeslage durchgeführt wurden, kann ich mir kaum vorstellen.


16.4.2010 Der Kirchenanwalt der Glaubenskongregation für schwere kirchenrechtliche Vergehen, Charles Scicluna,  hat sich bereit erklärt, im Juni Missbrauchsopfer aus Malta zu treffen. Scicluna, ist selbst Malteser und bei der Glaubenskongregation mit der Aufarbeitung von Sexualstraftaten betraut. Quelle: Liborius.de


16.4.2010 Im Jahr 2001 dankte der damalige Präfekt der Kongregation für den Klerus, Dario Castrillón Hoyos dem französischen Bischof Pican,  Diözese Bayeux-Lisieux, für dessen Entscheidung, einen pädophilen Priester nicht den Behörden gemeldet zu haben. Hoyos schreibe, er freue sich über Pican, der in den Augen der Geschichte und aller anderen Bischöfe auf der Welt das Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen habe.
Der Vatikan wies darauf hin, dass das Schreiben Hoyos die Bedeutung der inzwischen vorgenommenen Reformen im Vatikan zeige.
Die Kinder waren unter 15 Jahre alt, als sie von dem Priester sexuell missbraucht wurden. Die Eltern mehrerer Opfer hatten den Bischof verklagt, weil er von dem Missbrauch ihrer Kinder gewusst, aber nichts dagegen unternommen habe. Der pädokriminelle Priester war im Oktober 2000 zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: ORF und Spiegel und Golias


16.4.2010 Der Vatikan hat sich von dem Schreiben von Kardinal Hoyos vom 8. September 2001 an den französischen Bischof Pican distanziert – dieses Vorgehen entspreche nicht der Linie des Heiligen Stuhls. Am 30. April 2001 hatte der damalige Papst das Motu prorio “Sacramentorum sanctitas tutela” veröffentlicht, in dem das Verfahren bei Pädophiliefällen neu geregelt wurde und unmittelbar der Zuständigkeit der Glaubenskongregation unterstellt. Quelle: Lioborius.de
Kommentar: Der Präfekt der Kongregation für den Klerus, angesiedelt im Vatikan, hält sich also nicht  an die mutmaßlich “neue Linie” der Glaubenskongregation, die bereits 4 Monate lang gilt. Wenn sich Kardinal Hoyos der Zustimmung “aller anderen Bischöfe auf der Welt” so sicher war, und wenn seine damalige Einschätzung richtig ist, dann bedeutet dies, dass Opfer auf der ganzen Welt keinen einzigen Bischof auf ihrer Seite hatten. Und es schließt sich die Frage an, ob die Bischöfe auf der Welt inzwischen gelernt haben, auf der Seite der Opfer zu stehen.


16.4.2010 Ursula Enders und Yücel Kossatz über Verantwortung der Kirche und Opferschutz”


16.4.2010 Hans Küng schreibt einen Offenen Brief an die Bischöfe in Deutschland. Süddeutsche


16.4.2010 Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ermittelt gegen einen etwa 60-jährigen Pfarrer von Munderkingen wegen sexuellen Missbrauchs. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Ein heute Vierzigjähriger hat die Diözese informiert, dass er mit ca 11 Jahren von dem Pfarrer missbraucht wurde. Inzwischen gibt es Hinweise, dass auch in der früheren Arbeitsstelle des mutmaßlichen Täters ein minderjähriger von dem Pfarrer belastigt worden sein soll. Schon eta 1994 gab es Hinweise der Haushälterin, dass ein Minderjähriger aus dem Bett des Pfarrers gekommen sei. Damals wurde diesem Hinweis von Seiten der Diözese nicht ernsthaft nachgegangen. Quelle: Schwäbische. de


15.4.2010 Die Bischofskonferenz von England und Wales hat die Behauptung Bertones, des 2. Mannes im Vatikan, zurückgewiesen, dass Pädophilie mit Homosexualität zusammen hinge. Darüber gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Quelle: Radio Vatikan


15.4.2010 Der Theologe Hans Küng fordert laut ORF die deutschen Bischöfe zum Widerstand gegen den Papst auf.


15.4.2010 Zwischen dem Kloster Ettal und dem Erzbistum München gibt es Auseinandersetzungen über den Umgang mit den Missbrauchsfällen.  Quelle: kurier.at


15.4.2010 Pfarrer Helmut Schüller, früherer Leiter der Wiener Ombudsstelle für Missbrauchsopfer, ist überzeugt, dass die Missbrauchs-Skandale in der katholischen Kirche Konsequenzen haben müssen – und zwar ganz oben, bei der Kirchenführung in Rom. Schüller macht die Machtkonzentration beim Papst für die Kirchen-Krise mitverantwortlich. Er verlangt mehr “Machtkontrolle”. Unter bestimmten Umständen sei ein Rücktritt des Heiligen Vaters “unausweichlich”, sagt Schüller. Quelle: kurier.at


15.4.2010 Hermann Häring in der Südwestpresse über den Papst nach 5 Jahren Amtszeit


15.4.2010 Edelbert Hörhammer war von 1973 bis 2005 Abt von Ettal und zuvor dort Internatserzieher. Er hat die Verantwortung für Misshandlungen und Missbrauch durch Mitglieder seines Ordens übernommen. Auch er habe als Erzieher wiederholt Schüler misshandelt. Es tue ihm leid. Quelle: Vatikanradio


15.4.2010 Ein Jurist aus Buchs erklärte, dass er aktuelle und ehemalige Verantwortliche der Bistümer Chur und Basel wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsfällen angezeigt habe. Quelle: Vatikanradio


15.4.2010 Der Erzbischof von Denver, USA, hat einen 74-jährigen Priester aus dem seelsorglichen Dienst entlassen und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Dem Priester werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die vor 35 Jahren begangen worden sein sollen. Erzbischof Caput verteidige sich gegen den Vorwurf, überstürzt reagiert zu haben. Quelle: Vatikanradio


15.4.2010 Eine Frau erzählt in der Welt, wie ihr Glaube ihr geholfen hat, mit den Missbrauchsfolgen fertig zu werden.


14.4.2010 Klaus Mertes, SJ, greift Bischof Mixa an und hält ihm vor, Opfer zu diskreditieren. Den Bischöfen hält er vor, dass diejenigen, die sich selbst als Opfer sehen, die Kirche diskreditieren. Ehemalige Schüler beginnen die Rolle ihrer Eltern zu durchschauen und werfen ihnen Versagen vor. Quelle: tagesspiegel


14.4.2010 Wolfgang Niedecken, Musiker von BAP, wurde von einem Pallottiner-Pater missbraucht und geschlagen. Quelle: faz


14.4.2010 In der katholischen Kirche scheint sich etwas zu ändern. Vor 15 Jahren hatte sich ein Mann wegen Missbrauchs bei der Diözese in Rottenburg gemeldet. “Damals bin ich gnadenlos abgewimmelt worden”, berichtet der Betriebswirt. “Diesmal war das ganz anders.” Quelle: Stuttgarter Zeitung


14.4.2010 Nach Angaben der Kirche wurden auf Malta innerhalb der vergangenen zehn Jahre gegen 45 von insgesamt 850 Priestern Vorwürfe laut, sich an Minderjährigen vergangen zu haben. In der Regel wurden sie nur kirchenintern verfolgt. Es ist nicht bekannt, wie viele ihres Amtes entbunden wurden. 10 der Opfer wollen den Papst treffen. Ob er sie auch treffen will, ist unklar. Quelle: FR 


14.4.2010 Misshandlungen und sexualisierte Gewalt in Kinderheimen der Ex-DDR – Bericht aus Torgau. Quelle: dw-world


13.4.2010 Am Montag wurden vom Vatikan die „Hinweise zum Verständnis der Verfahrensgrundlagen der Glaubenskongregation bei Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs“ veröffentlicht, die vom 30.4.2001 stammen und in Verbindung mit dem Kodex des kanonischen Rechts von 1983 gelten. Jost Müller-Neuhof weist darauf hin, dass die veröffentlichten Hinweise nicht besagen, dass es eine Anzeigepflicht der Kirche gebe, wenn sie von Missbrauch erfahre. Der Text besage nur, dass staatliche Richtlinien einzuhalten seien. In Deutschland gibt es keine Anzeigepflicht für sexuellen Missbrauch. Quelle: Tagesspiegel


13.4.2010 Ein New Yorker Rabbi wurde wegen sexuellen Missbrauchs an einem 16-Jährigen in den Jahren 2004 und 2005 zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei weitere Missbrauchsanklagen sind noch zu verhandeln. Quelle: focus


13.4.2010 Das Erzbistum Freiburg, Generalvikar Dr. Fridolin Keck, möchte mit allen, die aus der Kirche ausgetreten sind in diesen Wochen ins Gespräch kommen. Quelle: Erzbistum Freiburg
Kommentar: Muss ich erst aus der Kirche austreten, um in meiner Diözese Gehör zu finden?


13.4.2010 Der Tagesspiegel über die Verliese des Vatikans.
Kommentar: 2003 trat eine Leitlinie in Kraft, die besagt, dass die zivilen Rechtsvorschriften, die die Anzeige von Verbrechen bei den zuständigen Behören vorschreiben, zu befolgen seien. Ich verstehe nicht, wie die Bischöfe nach diesen vatikanischen Leitlinien von 2003 noch immer diskutieren können ob bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche eine Anzeigepflicht besteht oder nicht.


13.4.2010 Rik Devillé, ein belgischer katholischer Priester hat eine Arbeitsgruppe gegen Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche mitbegründet. Er berichtet, dass es in den 90er Jahren 300 Pädophilie-Beschwerden gegeben habe. Nur 15 Klagen hätten zu Geständnissen geführt. Sanktionen habe es – von Zwangsversetzungen abgesehen – keine gegeben. Die übrigen Beschwerden seien im Sande verlaufen. Das berichtet devillé der Nachrichtenagentur Belga. In der Regel seien die Opfer mit Verweis auf eine Verjährung abgefertigt worden, beklagte der Geistliche im Ruhestand. “Sehr wenige Bischöfe haben uns geholfen.” Quelle: FR und klamm.de


13.4.2010 Die Hinweise auf sexuellen Missbrauch am Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel häufen sich. Es ist von der Zeit Ende der 70er – Jahre bist 1984 die Rede. Bislang haben sich 12 ehemalige Schüler an die Provinzleitung der Steyler Missionare gewandt. Quelle: sol.de


13.4.2010 Dem Priester Kruschina, Diözese Rottenburg, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Beschuldigte war von 1953 bis 1965 Priester in Wurmlingen.Die bischöfliche Missbrauchskommission wies auf die „unbestreitbaren Verdienste“ des Pfarrers hin. Innerhalb der Gemeinde kam es zu einer Spaltung. Quelle: tagblatt.de


12.4.2010 Beim Besuch des Papstes auf Malta wollen 10 MMänner, die als Kinder von vier Priestern in den 80er und 90er Jahren missbraucht wurden, den Papst treffen. Quelle: Tagesanzeiger


12.4.2010 Ein 67 Jahre alter katholischer Priester steht im Verdacht, in den 70er und 80er Jahren als Kaplan in Bremen 1972 oder 1973 einen Jungen und in Lingen zwischen 1976 und 1983 zwei Mädchen missbraucht zu haben. Der Geistliche ist seit 1995 im Erzbistum Hamburg tätig. Er sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe im März in den Ruhestand versetzt worden, sagte ein Sprecher der Erzdiözese am Montag. In Bremen hatte sich ein Mann gemeldet, der angab, 1972 oder 1973 Opfer von Übergriffen des Priesters geworden zu sein. In Lingen soll er zwischen 1976 und 1983 zwei Mädchen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaften Bremen und Osnabrück sind eingeschaltet. Quelle: newsticker


12.4.2010 Der Vatikan hat klargestellt, dass bei sexuellem Missbrauch durch Geistliche die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten sind. Heute wurde das entsprechende Dokument aus dem Jahr 2003, nach dem bereits längere Zeit verfahren worden sein soll, veröffentlicht. Quelle: ORF


12.4.2010 Im Bistum Regensburg wurde ein Pfarrer aus  dem Landkreis Tirschenreuth vom schulischen und pfarrlichen Dienst beurlaubt. Ihm wird ein Übergriff auf eine Schülerin vorgeworfen. Die Missbrauchsbeauftragte Dr. Böhm erhielt aus der Pfarrei Hinweise auf möglicherweise weitere geschädigte Kinder. Quelle: Mittelbayerische Zeitung
Nachtrag 11.8.2010: Das Urteil ist rechtskräftig: Bewährungsstrafe von zehn Monaten und Zahlung einer Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung.
Quelle: Süddeutsche


12.4.2010 Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, macht einen bedenkenswerten Vorschlag. Zunächst stellt er fest, dass die Vorwürfe gegen Ratzinger wegen seines saumseligen Verhaltens in früheren Tagen das geläuterte Verhalten in neueren Tagen verdecken. Prantl konstatiert, dass die Glaubwürdigkeit der Kirche weltweit gelitten hat. Er fragt: “War es bewusstes Hinauszögern, oder war es kirchenjuristische Akkuratesse?… Der Missbrauchsskandal hängt wie ein Mühlstein am Hals der katholischen Kirche….Der Vatikan hat die Möglichkeit, die Kirche vom Mühlstein an ihrem Hals zu befreien, ja den Stein vielleicht gar zu zertrümmern. Dazu müsste er gegen Priester, die Kinder und Jugendliche missbrauchen, die schärfste Strafe verhängen, die das Kirchenrecht kennt: Die Exkommunikation, also den Ausschluss aus der religiösen Gemeinschaft.”


12.4.2010 Der frühere Leiter der Odenwald-Schule, Gerold Becker, soll auch einen Jungen, der unter seiner Vormundschaft stand, sexuell missbraucht haben. Quelle: faz.net


12.4.2010 Informationen zum Abschlussbericht des Sonderermittlers in der Klosterschule stehen in der Süddeutschen. “Es muss unbedingt allen klar werden, dass nicht die betroffenen Schüler die Nestbeschmutzer sind, sondern die Patres, die sich an den Kindern vergangen haben”, sagt der Sonderermittler. Er hat nicht vergessen, dass sich die Gemeinschaft früherer Internatsschüler gegen die Nestbeschmutzer und den Sonderermittler gestellt haben.


12.4.2010 Ehemalige Heimkinder erheben schwere Vorwürfe gegen die Dernbacher Schwestern.


12.4.2010 Ein Video über Ex-Heimkinder und wie Kirche (Bistum Aachen) mit ihnen umging. Quelle: frontal21.zdf


12.4.2010 Ein Video mit Peter Henselder, der die Heimkinder-Demo am Donnerstag initiiert hat. Quelle: Spiegel


11.4.2010 Ursula Raue, die Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens, hatte im März von 61 Opfern im Canisius-Kolleg berichtet. Nun berichtet sie von rund 170 Opfern, darunter seien 59 (nicht 61) ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kollegs. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung


11.4.2010 Die Kardinäle der Weltkirche planen eine Solidaritätsveranstaltung – nein, nicht mit den Opfern pädokrimineller Priester – sondern mit dem Papst. Sie wollen ihm nach den scharfen Attacken wegen der Missbrauchsfälle ihre Solidarität ausdrücken, berichtet die römische Tageszeitung “La Repubblica” am Sonntag. Am 13. Mai soll zudem auf dem Petersplatz eine große Kundgebung mit Hunderttausenden Demonstranten zur Unterstützung des Papstes stattfinden. Quelle: Kleine Zeitung


11.4.2010 Bericht der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu den Missbrauchsfällen. Stand: 26.3.2010


11.4.2010 In der Diözese Innsbruck hat sich ein Priester, der ein Sexualverbrechen begangen hat, selbst angezeigt. Er wurde vom Dienst suspendiert. Bei der Ombudsstelle der Diözese Innsbruck werden derzeit 115 Fälle behandelt. Quelle: ORF tirol


11.4.2010 Im Kinderheim St. Josef, Eschweiler, wurden um 2002 Vorwürfe laut, dass in den 50er und 60er Jahren dort Kinder schwer misshandelt und sexuell missbraucht wurden. Sowohl die Dernbacher Schwestern, die in den 50er und 60er Jahren das Kinderheim führten, als auch die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, die heute das Heim führt, stellten Strafanzeige gegen die ehemaligen Heimkinder. In einer Pressekonferenz im Ordinariat Aachen breiteten Anwälte des Ordens und der Pfarrgemeinde den Verdacht aus, die ehemaligen Heimkinder wollten den Staat um Opferentschädigungen betrügen. Der Orden ging in einer Mitteilung vom 29.3.2010 davon aus, dass die Vorwürfe nicht den Tatsachen entsprechen, falsch und ehrverletzend seien. Auf der Internetseite der Dernbacher Schwestern steht inzwischen eine Entschuldigung, falls den Heimkindern Dinge geschehen seien, die den Erziehungszielen widersprachen. Quelle: a-z.web


11.4.2010 Die FR berichtet vom Fall des Priesters Stephan Kiesle aus Kalifornien, Diözese Oakland. Im Juni 1981 wandte sich der damalige Bischof, John Cummins, mit der dringenden Bitte an den Vatikan, einen pädophilen Priester zu entlassen. Kiesle hatte Kinder zwischen 11 und 13 Jahre missbraucht. Als Kardinal Ratzinger im Februar 1982 Präfekt der Glaubenskongregation wurde, bat Bischof Cummins erneut um die Entlassung von Kiesle, der bereits 1978 von einem US-Gericht verurteilt worden war. Cummins wurde informiert, dass Rom die Angelegenheit “zu gegebener Zeit” weiterverfolgen werde. 1985 erhielt das Bistum Oakland den lateinischen Zwischenbescheid Roms, es sei mehr Zeit nötig, um den Fall zu untersuchen. Man müsse ja auch “das Wohl der gesamten Kirche” berücksichtigen. Inzwischen möge Bischof Cummins dem Beschuldigten “so viel väterliche Fürsorge” wie möglich angedeihen lassen. 1986 – 8 Jahre nach der staatlichen Verurteilung – wurde Kiesle dann vom Priesteramt suspendiert und später wegen weiterer Fälle angeklagt. Der stellvertretende Sprecher des Papstes Benedikt XVI. erklärte, der Fall habe so lange Zeit gebraucht, weil er “sehr sorgfältig unter Berücksichtigung aller Seiten” zu untersuchen gewesen sei. Es handle sich um eine Kampagne gegen den Papst, sagte der Sprecher. Der US-Anwalt des Vatikan wies darauf hin, dass nicht feststehe, ob die vorgelegten Dokumente echt seien und im Übrigen sei es seinerzeit Sache des zuständigen Bischofs gewesen, Maßnahmen zu ergreifen. Quelle: FR


10.4.2010 Zeugenaussagen über Gewalt bei den Windsbacher Sängerknaben – ein Pfarrer erzählt. Quelle: Süddeutsche


10.4.2010 Noch vor wenigen Jahren soll es sexuellen Missbrauch an der Odenwaldschule gegeben haben. Das berichtet der Frankfurter Opferanwalt Thorsten Kahl dem Spiegel. Weil er sich von ehemaligen Mitschülern unter Druck gesetzt fühle, dem Ruf der Schule nicht noch weiter zu schaden, wolle sich der betroffene Ex-Schüler nicht an die Staatsanwaltschaft wenden, sagte Kahl. Quelle: hr-online


10.4.2010 Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich soll von Missbrauchsvorwürfen gegen einen früheren Leiter eines Nürnberger Diakonie-Jugendheimes nach Aussagen eines Opfers gewusst haben. Friedrich kann sich nicht erinnern. Quelle: Merkur


10.4.2010 Im Elite-Internat Birklehof in Hinterzarten gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen Schularzt. Quelle: FR


10.4.2010 Der kanadische katholische Priester Bernard Prince verbüßt derzeit eine  im Jahr 2008 verhängte vierjährige Haftstrafe wegen des Missbrauchs von 13 Jungen zwischen 1964 und 1984. Ein heute 53-jähriges Opfer erklärt, dass es die Diözese Pembroke/Ontario ein Jahr vor der Ernennung des Täters zum Generalsekretär des Päpstlichen Werks für die Glaubensverbreitung im Jahr 1991 über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs informiert habe. Der Täter wurde dennoch zum Generalsekretär befördert. Hier ist ein Beitrag über ihn nachzulesen. Der inzwischen verstorbene Bischof von Pembroke, Joseph Windle, warnte in einem Brief an den päpstlichen Gesandten in Kanada, Carlo Curis, im Februar 1993 vor Prince. Den Geistlichen in einer so hohen Position im Vatikan zu sehen, könnte seine Opfer zusätzlich aufbringen, schrieb Windle. „Die Folgen wären katastrophal, nicht nur für die kanadische Kirche, sondern auch für den Heiligen Stuhl.” 2009 enthob Papst Benedikt XVI. den Sexualstraftäter des Priesteramts.
2005 ging bei der Polizei die Beschwerde eines Mannes ein, er sei 1969 als Junge von Prince missbraucht worden. Quelle: 20 min


10.4.2010 Es sei nicht gut, den religiösen Frieden zu stören, hatte man der Mutter eines Opfers gesagt, als diese das Leiden ihres Sohnes vor Jahren öffentlich machen wollte. Jetzt ist es öffentlich geworden – und das ist gut so. Dem Opfer Dank für seinen Mut! Quelle: Tagesanzeiger


10.4.2010 Hier ist eine Stimme, die es in Zukunft noch häufig zu hören geben wird: “Ohne den Opfern zu nahe treten zu wollen:  …. (es) trifft den Nerv Vieler, die langsam die Nase voll haben von Enthüllungs-Stories über sexuellen Missbrauch.” Quelle: otz
Und der Missbrauch mit dem Missbrauch wird hier auch schon thematisiert.
Kommentar: Was von der wissenschaftlichen Qualität der sogenannten false-memory-Forschung zu halten ist, ist nachzulesen bei Martha Schallek: Rotkäppchens Schweigen. Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer.
Es muss damit gerechnet werden, dass diese Stimmen, die Opfer diskriminieren in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt auftauchen. Erstaunlich ist, dass sie erst jetzt beginnen.
Hier gibt es weitere Hinweise darauf, mit welchen Argumenten man in bewährter Art und Weise Opfer mundtot machen kann.


10.4.2010 Der Vatikan wehrt sich gegen die neuen Vorwürfe. Er erklärte dazu jetzt: “Kardinal Ratzinger hat den Fall Stephen Kiesle aus Kalifornien nicht gedeckt.” Vielmehr habe der heutige Papst “einzig darum gebeten, die Sache gründlicher zu untersuchen zum Wohl aller Beteiligten”, kommentierte der Vizepressesprecher des Vatikans, Padre Ciro Benedettini, die neuen Vorwürfe. Quelle: Spiegel


10.4.2010 Ratzinger bat, die Entlassung eines pädophilen Priester genau zu prüfen. Dieser Vorgang dauerte von 1978 (Termin der Verurteilung) bis 1987, d.h. 9 Jahre. Der betreffende Priester wurde bereits 1978 wegen der sexuellen Belästigung von zwei Buben zu einer dreijährigen Bewährung verurteilt. 1981 suchte er um Entlassung aus dem Priesterstand nach. 1985 kam die Antwort Ratzingers, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. In diesem Schreiben äußert der damalige Kurienkardinal Ratzinger Bedenken hinsichtlich der Folgen einer Amtsenthebung für den Geistlichen. Diese Bedenken hatte Ratzinger im Blick auf das Wohl der Weltkirche und die christliche Gemeinschaft.
1987 wurde der verurteilte Priester dann aus dem Priesteramt entlassen. 2004 wurde der ehemalige Priester wegen des Missbrauchs eines Mädchens 1995 zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Zwischen 1981 und 1987 seien keine weiteren Übergriffe des Mannes mehr bekanntgeworden. Der heute 63-jährige registrierte Sexualstraftäter lebt in Kalifornien. Quellen: standard.at   ntv.de


10.4.2010 Die Leiterin der Frauenberatungsstelle Sofra in Aschaffenburg,  Gerti Metzls, weist darauf hin, dass sexueller Missbrauch vor allem Mädchen trifft, vor allem in Familien vorkommt und von den Tätern sorgfältig geplant wird. In letzter Zeit wenden sich verstärkt auch ältere Frauen an die Beratungsstelle. Das Bewusstsein für die Problematik häuslicher Gewalt habe sich geändert. Quelle: faz.net


10.4.2012 Der Anwalt Jeff Anderson veröffentlichte in der Nacht auf Samstag eine Serie von Briefen aus den 80er Jahren, wonach sich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger 1985 als Präfekt der Glaubenskongregation gegen eine rasche Entlassung eines pädophilen Geistlichen aus Kalifornien aus dem Priesteramt ausgesprochen habe. Der Bischof von Oakland, John Cummins, ersuchte den Vatikan den Dokumenten zufolge im Juni 1981 erstmals, den Priester Stephen Kiesle, der Ende der 70er Jahre laut einem Gerichtsverfahren sechs Kinder zwischen elf und 13 Jahren missbraucht hatte, aus dem Kirchendienst zu entlassen. Er habe sich auch direkt an den damaligen Papst Johannes Paul II. gewandt. Der Fall wurde über Jahre hinweg im Vatikan nicht abschließend bearbeitet, erst im November 1985 schrieb Ratzinger, dass in dem Fall mehr Zeit benötigt werde. Quelle: stern


10.4.2010 Der Sonderermittler Thomas Pfister berichtet dem Magazin Focus: “Es waren Berichte über so abartige Gräueltaten, dass ich nachts nicht einschlafen konnte.” Insgesamt 15 Mönche, darunter ein früherer Abt, sollen im Kloster Ettal weit mehr als einhundert Schüler systematisch gequält und sexuell missbraucht haben. Das gehe aus dem Abschlussbericht hervor, den der Sonderermittler der katholischen Kirche in den kommenden Tagen vorstellen werde, heißt es im “Focus”. Rechtsanwalt Pfister war Ende Februar im Auftrag des Erzbistums München und Freising in das oberbayerische Kloster gefahren, um die Einzelheiten der Missbrauchsvorwürfe aufzuklären. Die mutmaßlichen Opfer berichten von Prügeln mit Skistöcken, von durch Schläge geplatzten Trommelfellen und von lebendigen Molchen, die sie essen mussten. Ein heute 74-jähriger Geistlicher, der von 1973 bis 2005 Abt des Klosters war und vorher als Lehrer und Erzieher arbeitete, galt dem Bericht zufolge als “unbeherrschter Schläger”.
Quellen: ntv.de    focus   welt.de

 


9.4.2010 Der Vatikan soll mittlerweile zahlreiche US-Anwälte beschäftigten, die finanzielle Ansprüche von Opfern abwehren sollen. Quelle: Wiener Zeitung


9.4.2010 In der katholischen Kirche Norwegens, einer sehr kleinen Kirche, gebe es vier weitere potenzielle Fälle sexueller Übergriffe von Geistlichen auf Kinder, sagte Bischof Bernt Eidsvig am Freitag in Oslo. Zwei Vorfälle hätten sich allem Anschein nach den in 50er Jahren abgespielt, der dritte vor zwei Jahrzehnten. Zudem gebe es Gerüchte über einen weiteren Missbrauchsfall. Quelle: Reuters


9.4.2010 Informationen über die Besonderheiten der Erinnerungen bei Traumatisierung. Quelle: Zeit


9.4.2010 Im Bistum Essen hat ein Opfer von Missbrauch durch einen kath. Priester drei Jahre seine Therapie selbst gezahlt, ca 17.000 €. Das Opfer habe sich geschämt, bei der Krankenkasse vorstellig zu werden. Das Bistum Essen lehnte eine Kostenübernahme für eine bereits stattgefundene Therapie ab. Unklar ist, ob dies in allen Diözesen so gehandhabt wird. Quelle: taz


9.4.2010 Lahey, früherer Bischof von Antigonish, Kanada, trat im September 2009 zurück, nachdem auf seinem Computer “angeblich” kinderpornographische Fotos entdeckt wurden. Ein früherer Zögling eines Waisenhauses werfe ihm nun vor, in in den 80er Jahren immer wieder missbraucht zu haben. Quelle: Radio Vatikan


9.4.2010 Der Papst habe “sehr gelitten” wegen “dieser Priester, die ihrer eigenen Berufung und Mission untreu geworden sind”, sagte der Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Quelle: FR 9.4.2010 S. 6
Kommentar: Der Papst hat wieder nur die Täter im Blick und die Kirche – nicht die Opfer. 


9.4.2010 Im Bistum Erfurt wurde ein Priester, der  1980 bis 1996 Übergriffe auf vier Minderjährige zugegeben hat, wegen sexueller Nötigung vom Bistum angezeigt. Das Bistum Erfurt hat den Beschuldigten von 2004-2006 im Jugendgefängnis eingesetzt. Quelle: Spiegel


9.4.2010 Ein spanisches Gericht hat einen katholischen Geistlichen, F.V.T., wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Mädchen, 10 und 11 Jahre alt, verurteilt. Eine Gerichtsverhandlung fand nicht statt, da eine Vereinbarung zwischen der Verteidigerin des ehemaligen Marister Burder, dem Staatsanwalt und der Anklagepartei erreicht wurde. Quelle: esma-touristic


9.4.2010 Manfred May, der Thüringer Berater für SED-Opfer, berichtet, dass sich seit Juni vergangenen Jahres rund 160 Betroffene gemeldet haben, die von körperlichen Misshandlungen und sexuellem Missbrauch in DDR-Kinderheimen berichten. Quelle: mdr.de

8.4.2010 Bedauern in Malta über den Missbrauch von Brüdern – ob auch Mädchen und Frauen betroffen sind, ist nicht erkennbar. Quelle: orf

8.4.2010 Der deutschstämmige Bischof, der in Trondheim den sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen gestanden hat, hat im Bistum Osnabrück Gottesdienste gehalten. Weder das Bistum noch die Klinik, in der er Gottesdienste hielt, waren informiert. Quelle: NDR

8.4.2010 Der Vatikan teilt aus – er sollte personelle Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal ziehen. Quelle: Die Zeit

7.4.2010 Auch in Afrika gab es nach Angaben des Erzbischofs Buti Tlhagale, Johannesburg, Missbrauch von Kindern durch Geistliche. Die Verbrechen der Priester kamen jedoch nicht so sehr in die Medien wie in Deutschland oder Irland. Quelle: news.yahoo


7.4.2010 Ein ehemaliger Messdiener gesteht sexuellen Missbrauch. Quelle: FR


7.4.2010 Erfahrungen von Missbrauch machen vor keiner Institution Halt – auch nicht vor der evangelischen Kirche. Quellen: Spiegel und Spiegel


7.4.2010 Erfahrungen mit der Hotline – Dr. Andreas Zimmer, Trier


7.4.2010 Willi Anderau, der Regionalobere der Deutschschweizer Kapuziner und Präsident des Katholischen Mediendienstes, reagierte auf die Medienkritik Sodanos, der die Aufdeckung und Aufklärung der Missbrauchsverbrechen durch katholische Priester als “Geschwätz des Augenblicks” abgetan hatte. Er sagte, Sodano beleidige „all jene Kirchenmitglieder, die sich um Transparenz und Aufklärung bemühen“. Durch die Vertuschungsversuche solidarisiere sich die Kirche mit der Täterseite statt mit den Opfern. (So ist es!) Quelle: Vatikanradio


7.4.2010 Die Affäre um Pater Maciel Marcial Degollado, den Gründer des Ordens “Legionäre Christi”, geht erneut durch die Presse. Demnächst wird der Bericht der vatikanischen Untersuchungskommission vorgelegt. Bekannt ist schon lange, dass der Vatikan unter Kardinal Ratzinger trotz jahrzehntealter und mehrfach wiederholter Anzeigen Pater Degollado nicht zur Rechenschaft zog. Degollado hat mehrere Priesterseminaristen missbraucht. Quelle: stern
Der Vatikan weist die Vorwürfe des Stern gegen den Papst als paradox zurück. Quelle: ORF


7.4.2010 Ein aus der Eifel stammender Priester, Wolfgang Müller, war Bischof von Trondheim. 2009 trat er zurück. Als Grund wurde Unzfriedenheit mit dem Trondheimer Gemeindeleben angegeben. Der wirkliche Grund: Müller gestand den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen vor ca 20 Jahren. Die Zeitung Adresseavisen deckte den Skandal auf. Quelle: Focus


6.4.2010 Der Neffe des Priesters. Quelle: Spiegel


6.4.2010 Bei den dutzenden Priestern, gegen die in Italien wegen pädokrimineller Täten ermittelt wird, handelt es sich nur um die Spitze des Eisberges, sagt Sergio Cavaliere, ein Anwalt, der mehr als 130 Fälle gezählt hat. 88 Mal seien die mutmaßlichen Täter mit Namen genannt worden. Anzeige sei in keinem einzigen Fall erstattet worden – weder bei den Behörden noch bei der Kirche. Der Mailänder Staatsanwalt Pietro Forno bestätigt diese Angaben. (Bei 50 000 Priestern müsste mit ca 4% Missbrauchstätern gerechnet werden, das wären 2.000.) Quelle: orf


6.4.2010 Lars Müller (Name geändert) wurde jahrelang von einem katholischen Priester des Erzbistums Freiburg missbraucht. Er sagte in einem Interview, dass er sicher sei, dass der frühere Personalreferent des Erzbistums Feiburg, Robert Zollitsch, von dem Missbrauch gewusst habe. Timm kann Zollitsch nicht abnehmen, dass er tief überrascht von den Missbrauchsfällen sei. Quelle: dradio


6.4.2010 Der Odenwaldschule liegen Berichte ehemaliger Schüler vor, die bis weit in die 90er Jahre von Lehrern sexuell missbraucht wurden. Die Schüler sprechen von grausigen Ritualen; die Rektorin Margarita Kaufmann spricht davon, dass die Vorstellungskraft gesprengt werde. Sie berichtete auch, dass sie Hinweise habe, dass sich mehrere missbrauchte Ex-Schüler umgebracht hätten, zuletzt 1999. Quellen: FR   Spiegel   Süddeutsche


6.4.2010 Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke bekannte: “Natürlich bedrückt es uns, wenn wir Schuld und Versagen begegnen.” Hanke kritisierte aber auch indirekt die Berichterstattung über den Missbrauchsskandal. Die öffentliche Diskussion habe manchen Christen “auf seinem Glaubensweg gelähmt”. Quelle: br-online

Kommentar: Die Diskussion über Missbrauchsskandal lähmt manchen Christen auf seinem Glaubensweg. Dass der Missbrauch das Vertrauen – und damit natürlich auch den Glauben an Gott – zerstört, das ist dem Bischof nicht der Rede wert. 


6.4.2010 Der frühere vatikanische Justizminister, Kardinal Julian Herranz, berichtet, dass die Missbrauchsaffäre in der katholischen Kirche für Papst Benedikt XVI. “ein unsägliches, bitteres, tiefes Leiden” bedeute. Quelle: kleinezeitung


6.4.2010 Bei der am 30. März gestarteten Hotline gingen in den ersten drei Tagen rund 13.300 Anrufe von etwa 2.670 Personen ein, wie der Sprecher der Diözese Trier, Stephan Kronenburg, sagte. Die meisten von ihnen bezeichneten sich demnach als Opfer sexuellen Missbrauchs, einige gaben auch an, sie seien misshandelt worden. Mit bisher 394 Personen führte das Team aus Psychologen und anderen Experten intensivere Gespräche. Quelle: epochtimes


6.4.2010 Der Augsburger Diözesanrat verlangt von Bischof Mixa, dass er die Vorwürfe, er habe Kinder geschlagen, aufklärt. Claudia Roth fordert Mixa auf, sein Amt ruhen zu lassen. Bislang hat Mixa die Vorwürfe bestritten. Er argumentierte, da er sich an die Personen, die eine eidesstattliche Erklärung abgegeben haben, nicht erinnern könne, könnten die sich auch an ihn nicht erinnern.
Der Sprecher des Priesterrats im Bistum, Bernhard Ehler, sagte, der Fall werde im Bistum heftig diskutiert. Quelle: Morgenpost


9.4.2010 Bischof Mixa verlangt von der Süddeutschen, die eidesstattlichen Erklärungen vorzulegen. “Ich möchte in dieser Angelegenheit die Vorwürfe geklärt haben“, sagte Bischof Mixa. ” Quellen: Bistum Augsburg    ORF


6.4.2010 Der indische Bischof A. Almaraj, Diözese Ootacamund, hat es abgelehnt, den mutmaßlichen pädokriminellen Priester Joseph Palanivel Jeyapaul seines Amtes zu entheben. Der Bischof sagte, der Priester sei durch Gebet im Kloster bestraft (!).
Der Vatikan ist seit 2006 über die Vorwürfe gegen den Priester informiert, hat aber bislang nichts unternommen. Nun will der Vatikan die US-Justiz beim Vorgehen gegen den mutmaßlichen Missbrauchstäter unterstützen. Das Netzwerk von Überlebenden von Missbrauch durch Priester – SNAP – hat den Fall veröffentlicht. Quelle: abendblatt


6.4.2010 Die belgische Kirche will Wissenschaftler unterstützen, die Missbrauchsskandale aufklären. Quelle: Spiegel


6.4.2010 “Wir sind Kirche” – Austria – rief alle Bischöfe auf, gegen die Reden von Cantalamessa und Sodano zu protestieren, weil sie alle jene, die sich um Aufarbeitung der Verbrechen mühten, als unehrlich und unglaubhaft erscheinen lassen. Ebenso lud die innerkirchliche Reformbewegung alle Gläubigen ein, dem Vatikan die rote Karte zu zeigen. Und zwar mit einer Mail mit roter Schriftfarbe an: benediktxvi@vatican.va.  Quelle: der standard.at


6.4.2010 Auch in einer Stuttgarter (evangelischen) Gemeinde gab es sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer. Der mutmaßliche Täter starb 1994. Quelle: Stuttgarter Nachrichten


6.4.2010 Der Kommentar der FR: “Vom Propaganda-Vorwurf an die Kritiker (“Geschwätz des Augenblicks”) über die Solidaritätsadresse an den Papst bis hin zum Antisemitismusvergleich hatte Rom alles zu bieten, was zu einem ordentlichen PR-Desaster gehört. Nicht um die Missbrauchten kümmert man sich, sondern um sich selbst. Und weil man nicht zu den Tätern zählen will, verliert man kein Wort über die Opfer.” Quelle: FR


5.4.2010 Die Kritik am Umgang des Vatikans mit pädophilen Priestern reißt nicht ab: Missbrauchsopfer in den USA fordern die Suspendierung eines katholischen Priesters in Indien, von Joseph Palanivel Jeyapaul. Er soll 2004 im US-Staat Minnesota eine 14-Jährige zum Oralsex gezwungen haben. Der mutmaßliche Täter wies die Anschuldigungen zurück. Der Vatikan wurde Ende 2006 durch den damaligen Bischof von Crookston, Victor Balke, über die Vorwürfe informiert. Der zuständige Präfekt der Glaubenskongregation, Levada, ergriff aber keinerlei Schritte gegen den Beschuldigten, wie aus der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Dokumenten hervorgeht. Quelle: ORF


5.4.2010 Der geplante Runde Tisch stößt auf Widerspruch. “Es sieht so aus, als wolle sich die Politik mal wieder mit Aktionismus und vielleicht drei Plakatkampagnen aus der Affäre ziehen”, sagte der Trauma-Fachberater von Tauwetter, Thomas Schlingmann. Die Geschäftsführerin von Wildwasser Berlin, Iris Hölling, befürchtet, “dass die Debatte auf der Alibi-Ebene verharrt”. Quelle: FR


5.4.2010 Politiker fordern Bischof Mixa zum Rücktritt auf. Quelle: taz


5.4.2010 Opfer sind – zu Recht – empört, wenn Sodano ihnen “Geschwätz” vorwirft. Quelle: Der Spiegel
Kommentar: Der Vatikan bezeichnet das Schreien der Opfer als “unbedeutendes Geschwätz”. Wie anders reagierte doch Gott auf das Schreien seines Volkes in ägyptischer Sklaverei!
Jetzt bleibt die Frage, ob Sodano nur sagt, was viele denken. Spannend wird es zu sehen, wer von den Bischöfen, die es mit ihrem neuen Umgangsstil mit Opfern ernst meinen, ihm widerspricht.


5.4.2010 Der ehemalige Bischof von Evreux, Jacques Gaillot, hat in den 1980er Jahren in seinem früheren Bistum einen pädophilen Priester arbeiten lassen. Es habe sich um einen Geistlichen aus Kanada gehandelt, der  durch den Einsatz in der Diözese von Evreux or einer 20-monatigen Haftstrafe geschützt werden sollte.  Er war wegen Pädokriminalität dazu verurteilt worden. Der Priester missbrauchte zwischen 1989 und 1992 erneut Minderjährige sexuell. 2005 wurde er von einem französischen Gericht verurteilt. Quelle: Radio Vatikan


5.4.2010 Der Zeit liegt ein Geheimprotokoll vor, das belegen soll, dass Kardinalstaatssekretär Bertone den “Fall Murphy”, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbrauchte, klein halten wollte. Die Akten sind hier nachzulesen.


5.4.2010 Missbrauch in Südamerika – immer mehr KatholikInnen gehen zu evangelikalen Gruppierungen. Quelle: Der Spiegel


5.4.2010 Irische und britische Bischöfe entschuldigten sich bei den Osterfeierlichkeiten bei den Missbrauchsopfern. Quelle: Salzburg.com


4.4.2010 Aus den Dornen wird eine Krone – Das Opfer ist mächtiger als die Mächtigen: Was die Kirche aus den Missbrauchsfällen lernen kann. Ein Beitrag von Pater Mertes, SJ. Quelle: Tagesspiegel


4.4.2010 Hier sind die Fehleinschätzungen und Erklärungen von Missbrauchstätern nachzulesen: Sie sagen, sie hätten niemals Druck ausgeübt, alles sei in beiderseitigem Einvernehmen geschehen und im Übrigen sei es doch Jahrzehnte her. Stimmt – für den Täter, der sich für unschuldig hält, ist nicht wirklich etwas Verbrecherisches geschehen – für das Opfer sieht es ganz anders aus. Quelle: allgemeine-Zeitung


4.4.2010 Kardinal William Levada, Nachfolger Ratzingers in der Glaubenskongregation, wir von Anwältinnen mutmaßlicher Missbrauchsopfer in Oregon vorgeworfen, dass er Joseph Baccellieri erneut im Gemeindedienst eingesetzt habe. 1994 wurden Missbrauchsverbrechen aus den 70er Jahren an mehreren Jugendlichen bekannt. Levada, damals Bischof von Portland, suspendierte den Täter, setzte ihn aber 2 Jahre später wieder als Vikar ein. Die Gemeinde wurde nicht über die Missbrauchsvorwürfe informiert. Levada sagte, dass die Vorwürfe zum Zeitpunkt der Versetzung 20 Jahre zurückgelegen hätten und der Priester therapiert gewesen sei. Quelle: tagesschau


4.4.2010 Antje Vollmer soll bereits 2002 über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Schulleiter der Odenwald-Schule informiert gewesen sein. Quelle: Spiegel


4.4.2010 Der Dekan des Kardinalskollegiums Angelo Sodana sagte in einem Gruß an den Papst zu Beginn der Ostermesse, das Volk Gottes lasse sich nicht beeindrucken vom „Geschwätz des Augenblicks, von den Prüfungen, die manchmal die Gemeinschaft der Gläubigen treffen“. Sodano versicherte den Papst des Rückhalts der Kardinle, Kurienmitarbeiter, der Bischöfe und der Priester. Er nannte den Papst den “makellosen Fels der heiligen Kirche Christi” und fügte hinzu:  “Wir bewundern Ihre große Liebe, mit der sie mit dem Herz eines Vaters sich die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten, zu eigen machen“. Quelle: Domradio
Kommentar: Dass diese Liebe bei vielen Armen und Bedrängten nicht so recht ankommt, darüber machte Sodano sich keine Gedanken. Schade – es wäre eine Chance gewesen.
Außerdem übersieht Sodana, dass nicht das Volk Gottes der Vertuschung angeklagt wird – sondern die Kirchenleitungen. Und die berechtigten Anklagen als “Geschwätz des Augenblicks” zu bezeichnen, zeugt von profunder Realitätsverweigerung Sodanos. Dass die Opfer sexualisierter und sonstiger Gewalt, die in kirchlichem Kontext misshandelt und missbraucht wurden, mit dieser Formulierung diffamiert werden, hat eine lange Geschichte. Manche unter ihnen warten darauf, dass diese Geschichte in ihrer Kirche ein Ende hat. Es wird höchste Zeit.


4.4.2010 Anfang der 90er Jahre klagte in Tucson, Arizona, ein Kirchentribunal Michael Teta des Missbrauchs an Kindern von 7-9 Jahren an. Der damalige Bischof, Manuel Morena, übergab die Klage der Kongregation für die Glaubenslehre. Der mutmaßliche Missbrauchstäter wurde an anderer Stelle eingesetzt, an der er weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. 2004 wurde der Priester Teta bestraft. 12 Jahre nach der ersten in Rom bekannten Beschuldigung. Quelle: newstoaster


4.4.2010 Zwei weitere Heimkinder berichten von körperlicher Gewalt durch den damaligen Stadtpfarrer und heutigen Bischof Mixa. Quelle: open-report


4.4.2010 Der Papst hat das Rücktrittsgesuch des irischen Bischofs John Magee von Clyone angenommen. Der 73 – Jährige war unter drei Päpsten Sekretär. Seit einem Jahr war ihm ein Apostolischer Administrator zugeordnet worden. Magee hatte sich geweigert, der Polizei Unterlagen über kirchliche Missbrauchstäter auszuhändigen. Quelle: Sonntagszeitung


3.4.2010 Der Stand der Missbrauchsfälle im Erzbistum Freiburg. Dort wird derzeit von 31 Beschuldigten gesprochen. Quelle: swr


3.4.2010 US-Medien werfen dem Papst vor, er habe als Kurienkardinal das kirchenrechtliche Verfahren gegen den Priester Miachel Teta, Arizona, über Jahre schleifen lassen. Der Vatikansprecher nannte den Vorwurf “abwegig”, denn aus den Dokumenten gehe hervor, dass die Glaubenskongregation auf einen Abschluss des Prozesses vor dem kirchlichen Gericht in Tucson gedränt habe. 1990 war der Priester wegen pädokrimineller Übergriffe suspendiert und 1997 in den Laienstand versetzt worden. Die Berufung des Laiisierten sei 2004 abschlägig beschieden worden.
Ein zweiter Fall betrag den Priester Trupia. Der damalige Ortsbischof M.D.Moreno (1982 – 2003) hatte den Priester als erhebliches Risiko für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bezeichnet und sich an den Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger, gewandt. In den Unterlagen findet sich keine Antwort von Kardinal Ratzinger. Der Vatikansprecher erklärte auch Anfrage, dieser Fall sei nicht bei der Glaubenskongregation angesiedelt gewesen. Quelle: Domradio


3.4.2010 Misshandlungen in DDR-Heimen. Alleine aus Torgau sind inzwischen mehr als 30 Opfer bekannt. Quelle: Spiegel


3.4.2010 Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche in Irland kritisierte die katholische Kirche in Irland. Der Skandal sei für die katholische Kirche in Irland ein “kolossales Trauma”, durch das sie “all ihre Glaubwürdigkeit” verloren habe, sagte der Erzbischof von Canterbury. in einem BBC-Interview. Und da die katholische Kirche in Irland so eng mit der Gesellschaft verbunden sei, seien die Missbrauchsfälle für jeden Iren ein Problem. Quelle: news.yahoo
Osternacht: Inzwischen hat der Chef der Anglikaner sich dafür entschuldigt, dass er die Wahrheit über den Zustand der katholischen Kirche gesagt hat. Quelle: Spiegel


3.4.2010 Im Bistum Passau wurde ein Pfarradministrator vom Dienst freigestellt. Ihm wird übergriffiges Verhalten an seiner früheren Arbeitsstätte in Tettenweis vorgeworfen. Quelle: pnp


3.4.2010 Benedikt Trappen berichtet vom – verjährten – Missbrauch durch einen angesehenen Theologieprofessor – und wie das Bistum Trier derzeit damit umgeht. Quelle: Spiegel
Kommentar: Das ist es, wovor nicht wenige Opfer Angst haben: Dass sie hingehalten werden. Die Argumentation, ein Bericht von Missbrauch – in Buchform -, sei eine Literaturgattung und kein Erzählen von realen Ereignissen, begegnet mir nicht zum ersten Mal. 


3.4.2010 Bischof Ackermann spricht sich für eine Verschärfung der Leidlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen aus. Auch für bereits verjährte Taten müsse es ein gerichtsmedizinisches Gutachen  über den Täter geben. Quelle: google.news


2.4.2010 “Die Schande wird dann öffentlich gemacht, und die Opfer haben wieder die Schande.” – Wie es Missbrauchsopfern in einer steirischen Pfarrei ergangen ist.” Der Bericht aus dem  Main-Netz ähnelt sehr einem Missbrauchsfall in der Schweiz von 2003.


2.4.2010 Raniero Cantalamessa, persönlicher Prediger des Papstes, verglich die Kritik am Papst und an der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal mit dem Antisemitismus. Die Anschuldigungen der Opfer stellte er als “Kampagne” dar. Papstsprecher Pater Federico Lombardi distanzierte sich später. Ein solcher Vergleich könne zu Missverständnissen führen, sagte er. Cantalamessas Ausführungen entsprächen nicht der Haltung des Vatikan.
Quelle: focus und tagesschau
Kommentar: Es ist das bekannte Verfahren: Aus den Opfern werden Täter gemacht und die Kirche wird als das wahre Opfer hingestellt. Nicht berichtet wird, dass der Papst den Prediger unterbrochen habe und das Opfersein der Opfer und den Täterschutz durch die Kirche klargestellt hätte.


2.4.2010 Die Süddeutsche über das Leiden an der Kirche. “Die Priester missbrauchen ihre Opfer und sie missbrauchen die Aura des Vertrauens, die ihnen gegeben ist. Die katholische Kirche steht daher in der moralischen Insolvenz. Sie hat furchtbares Leid zugefügt und sie leidet an sich selbst. Das ist die Situation der katholischen Kirche vor Ostern 2010.” Quelle: SZ


2.4.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat Fehler im Umgang mit den Opfern eingeräumt. In einer Erklärung zum Karfreitag sagte der Bischof, die Kirche habe den Opfern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig geholfen. In Zukunft gelte ihnen das Hauptaugenmerk. Quelle: dw-woerld.de
Kommentar: Dann kann ich ja nun hoffen, dass alle bislang unbeantworteten Kontaktversuche nun beantwortet werden. Einige Begründungen für die bisherige Zurückweisung habe ich in einem Kirchenkabarett aufgelistet.


31.3.2010 Bitte nur lesen, wenn du dir das zumuten kannst! In die Karfreitagsfürbitten der katholischen Kirche soll auch eine Fürbitte für die Opfer von Missbrauch und sonstiger Gewalt und eine Fürbitte für die Täter eingefügt werden, schlug Bischof Ackermann vor. Quelle: Focus.de
Hier ist die Fürbitte im Bistum Regensburg nachzulesen. Sie macht die Menschen, die Opfer kirchlicher Pädokrimineller wurden, in einer Fülle unterschiedlicher Opfer unsichtbar.
Kommentar: Eine Fürbitte, in der Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, ist für nicht wenige Opfer ein “no go”. – Diese Fürbitte ist geeignet, den Opfern wieder einmal ihr Ausgeschlossen-Sein zu signalisieren: “Die sind nicht mal bereit, für die Täter zu beten.” Da weiß doch die katholische Welt wieder, was von Opfern zu halten ist…. Auf die Idee, Opfer per Fürbitte auszugrenzen, muss man erstmal kommen….


2.4.2010 Eine ehemalige Schülerin des Johanneums in Homburg wirft der damaligen Schulleitung vor, den Missbrauchsvorwürfen nicht nachgegangen zu sein. Der frühere Direktor, Pater Werner Gahlen, widerspricht dem. Ein Gespräch mit der Schulleitung habe es nicht gegeben. Quelle: Saarbrücker Zeitung


2.4.2012 Wie Ratzinger und Bertone mit dem Fall Murphy umgingen – ein Priester, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbrauchte. Quelle: Zeit.de


2.4.2010 Als «einzigen gigantischen Karfreitag» hat die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen genannt. Quelle: tagesschau.sf.tv.


2.4.2010 Bei der österreichischen Hotline der Bistümer haben mehr als 170 Opfer angerufen; 34% berichteten von sexuellem Missbrauch, die Hälfte von Gewalt, der Rest von psychischem Druck. Quelle: rp-online.de

2.4.2010 Im Bistum Trier wurden 27 Missbrauchsfälle durch Priester bekannt. Quelle: sol.de


2.4.2010 Aus der katholischen Kirche in Österreich treten viele Menschen aus. Quelle: der standard


2.4.2010 Aus der katholischen Kirche in Deutschland treten viele Menschen aus. Quelle: der westen


2.4.2010 Austritte im Bistum Augsburg. Quelle: Augsburger Allgemeine


2.4.2010 “Frau Marianne Heimbach-Steins versteht sich als Wissenschaftlerin. Das Handwerkzeug hierzu scheint sie allerdings nicht zu beherrschen. Mit ihrem Interview („Frankfurter Rundschau“ vom 30.03.2010) voller Gemeinplätze und ideologischer Voreingenommenheiten erweist sich Heimbach-Steins als Teil eines Systems, das von der Kirche lebt, aber gegen sie arbeitet.” Damit reagiert das Bistum Augsburg auf einen Beitrag von Marianne Heimbach-Steins in der FR. Quelle: Bistum Regensburg


1.4.2010 Dierk Schäfer über “Symbolhandlungen und ihre Glaubwürdigkeit – Und die Opfer zweiter Klasse”. Schäfer arbeitet seit vielen Jahren im Interesse der Heimkinder.


1.4.2010 Kardinal Lehmann sieht die Kirche in der Krise. Domradio


1.4.2010 Bischof Mixa droht den mutmaßlichen Opfern mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen. Hier die persönliche Stellungnahme von Bischof Mixa.


1.4.2010 Im Bistum Speyer wird für die Opfer gebetet.


1.4.2010 Die Leitung des Internats Salem muss zur Kenntnis nehmen, dass es 2004 zu seinem sexuellen Übergriff auf einen Schüler gab, der gravierend war. Bislang hat der frühere Direktor Bueb von vergleichsweise harmlosen Übergriffen gesprochen.
Quelle: Spiegel


1.4.2010 Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, kritisierte erst vor wenigen Tagen die “Ermittler in Kirchenrobe”: “Die Aufklärung von Straftaten ist Sache derer, die gesetzlich legitimiert und dafür ausgebildet sind – Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte.” Die Leitlinien, so Freiberg, bergen die Gefahr der Vertuschung und Verschleierung.
Quelle: welt.de


1.4.2010 Auch in DDR-Heimen gibt es zahlreiche Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Bei der Leiterin der “Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau in Sachsen” haben sich bislang 25 ehemalige Insassen von DDR-Kinderheimen gemeldet. Quelle: Spiegel


1.4.2010 In einer Caritas-Einrichtung im rheinland-pfälzischen Limburgerhof ist eine Patientin mit schweren Hirnschädigungen sexuell missbraucht worden. Die Frau sei nun im fünften Monat schwanger, sagte die Polizei am Mittwoch Anfrage der Nachrichtenagentur ddp. Der Täter sei noch unbekannt. Der Speyerer Caritasdirektor ist erschüttert. Quelle: Spiegel


1.4.2010 Die Akte Bertoni – ein Bericht auf der Website Gehörloser. Quelle: Zeit