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Presse

1. Quartal 2022

31.3.2022 Die katholischen Bischöfe Bayerns wollen die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle und Prävention voranbringen. Es gebe den gemeinsamen Willen dazu, bleibe jedoch jedem Bistum überlassen. „Wir sind Kirche“ nennt die Aussagen „vage und unbefriedigend“ und fragt, warum die bayerischen Bistümer keinen detaillierten Bericht vorlegen. Quellen: Stern   erzbistum-muenchen


31.3.2022 Lorenz Wolf, Münchner Domdekan, ist ab sofort nicht mehr Leiter des Katholischen Büros Bayern. Die Freisinger Bischofskonferenz entsprach am Donnerstag der Bitte des Geistlichen um Entpflichtung. Wolfs Rückzug ist eine Konsequenz aus dem Münchner Missbrauchsgutachten, das auch ihn belastet. Quelle: Domradio


31.3.2022 Der 1. Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln gibt einen Überblick über seine Amtszeit von 2019 – 2022. Weniger als die Hälfte der Forderungen des Gremiums seien umgesetzt, erklärte Sprecher Peter Bringmann-Henselder. Quellen: Domradio  domradio


31.3.2022 Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen einen früheren Pfarrer von Freisen, Bistum Trier, erhoben. Ihm wird vorgeworfen, 1997 einen damals 14jährigen Messdiener sexuell motiviert unangemessen berührt zu haben und dabei körperliche Gewalt angewandt zu haben. Der Geschädigte konnte sich wehren und fliehen. Der Beschuldigte bestreitet die Tat. Der Pfarrer wurde mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt und legte 2006 ein Teilgeständnis ab. Alle Fälle wurden eingestellt, zumeist wegen Verjährung. Mit seinem Fall waren die Bischöfe Marx, Bätzing und Ackermann befasst. Sie haben mehrfach Fehler im Umgang mit dem Fall eingeräumt. Ein kirchliches Strafverfahren gegen den Pfarrer läuft seit 2018. Quelle: Saarbrücker Zeitung


30.3.2022 Die Bundesregierung hat die Journalistin und Beraterin Kerstin Claus zur neuen Missbrauchsbeauftragten berufen. Sie wird das Amt am 1. April für fünf Jahre übernehmen. Herzlichen Glückwunsch! Und alle guten Wünsche für die Arbeit! Quelle: NDR


30.3.2022 Im Bistum Essen wurde ein Ruhestandspriester wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung von zwei erwachsenen Frauen vom Dienst suspendiert. Das Bistum erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und leitete eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Diese ruht bis zum Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und wird unabhängig vom Ausgang der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen fortgesetzt. Quelle: katholisch.de


29.3.2022 Hubertus Wolf, Kirchenhistoriker, im Interview: „Wird die römisch-katholische Kirche zu einer fundamentalistischen Sekte?“ Quelle: swr


Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer – BAfF e.V: Traumasensibler und empowernder Umgang mit Geflüchteten. Ein Leitfaden


28.3.2022 In dieser Woche sind Vertreter*innen der kanadischen Indigenen – Metis und Inuit – bei Papst Franziskus. Sie fordern, dass der Papst nach Kanada kommt und um Entschuldigung bittet. Außerdem wollen sie, dass der Vatikan Zugang zu den Akten jener Gemeinschaften, die Internatsschulen betrieben haben, ermöglicht, um die Misshandlungen, Missbrauchsfälle und katastrophalen Zustände in den „Residential Schools“ untersuchen zu können. 2015 hatte eine nationale Wahrheitskommission von etwa 3.200 bestätigten Todesfällen in den Internaten, bei vielen wurde die Todesursache nicht erfasst. Quelle: orf


28.3.2022 Die neue evangelische Landesbischöfin in Baden, Heike Springhart, benennt die Schwierigkeit von zwischenmenschlicher Vergebung in Missbrauchsfällen. Mit Blick auf die kirchliche Rede von Vergebung im Gottesdienst, in Predigten und in der allgemeinen Frömmigkeit müsse man sich immer wieder die Frage stellen: „Wie hören das Menschen, die zu Opfern geworden sind?“ In den Landeskirchen Badens, Württembergs, Bayerns und der Pfalz soll noch 2022 eine Aufarbeitungskommission eingesetzt werden. Springhart beobachtet, dass im Bereich der evangelischen Kirche – anders als in der katholischen – häufig nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch  Erwachsene in Abhängigkeitsverhältnissen Missbrauch erlebt haben.  Quelle: zeit


28.3.2022 Mehr als 30 Strafanzeigen gegen Verantwortliche des Erzbistums Köln gingen bei der Staatsanwaltschaft Köln ein. Sie wurden wegen fahrlässiger Körperverletzung und Beihilfe zum Missbrauch erstattet. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Ermittlungen aufnimmt. – Bereits vor einigen Wochen waren Anzeigen gegen Kardinal Woelki und andere im Zusammenhang mit dem „Fall Ue.“ bekannt geworden. Quelle: katholisch.de


28.3.2022 Vertreter*innen des indigenen Volks der Metis aus Kanada waren bei Papst Franziskus. Sie fordern seine Unterstützung. Sie haben mit der Aufarbeitung der Misshandlung von indigenen Kindern in kirchlichen Einrichtungen begonnen, nun sei es am Papst, ihnen zu helfen. In den vergangenen Jahren wurden Misshandlungen, Missbrauch und katastrophale Zustände in früheren kirchlichen Schulen und Erziehungseinrichtungen bekannt, unter denen vor allem Kinder indigener Familien litten. Seit Mai 2021 wurden an ehemaligen Heimen sterbliche Überreste von über 1.000 Kindern entdeckt. Quelle: Domradio


28.3.2022 Kardinal Gerhard Ludwig Müller ist zuletzt wiederholt mit Äußerungen aufgefallen, die von Experten als Verschwörungsmythen und tendenziell antisemitischeingeschätzt wurden. Kirchliche Reformgruppen – Maria 2.0 und Wir sind Kirche – fordern  – zu Recht! – in einem Offenen Brief jetzt Konsequenzen für den Kardinal. Quelle: katholisch.de


28.3.2022 Erzbischof Stanislaw Gadecki, Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz, habe den Papst über „Schwierigkeiten“ informiert, die sich für die Weltkirche aus den Fragen ergeben, die durch „den sogenannten deutschen Synodalen Weg“ aufgeworfen würden. Franziskus habe sich von dieser Initiative distanziert, hieß es. Quelle: katholisch.de


28.3.2022 Kardinal Reinhard Marx hat „mit sofortiger Wirkung“ der Bitte des bisherigen Offizials des Erzbistum München, Lorenz Wolf, um Entpflichtung von dieser Aufgabe entsprochen. Wolfs Rechtsbeistände weisen den Vorwurf des WSW-Gutachtens, Wolf habe die Interessen der Beschuldigten vor die der mutmaßlichen Opfer gestellt, zurück. Wolf selbst nimmt Stellung und sagt, sein größter Fehler sei es wahrscheinlich gewesen, dass er vielfach zu sehr die Rolle des Vermittlers übernommen habe und der bittet die von sexuellem Missbrauch Betroffenen „von Herzen um Vergebung“. Allerdings wiederholt Wolf in seiner Stellungnahme die Vorwürfe, dass im Gutachten von einer „nicht nachvollziehbare Mischung aus Tatsachen, Unterstellungen, pejorativen Wertungen und fragwürdigen Schlussfolgerungen“ die Rede sei. Er weist zahlreiche Vorwürfe entschieden zurück und betont, in vielen Fällen gar nicht zuständig oder nicht mit der Sache betraut gewesen zu sein. Quellen: katholisch.de   Süddeutsche


27.3.2022 Prantls Blick auf „Die sündhafte Kirche“ spricht Klartext. Quelle: Süddeutsche


26.3.2022 Julia Knop, Theologieprofessorin in Erfurt, beschreibt eine christliche Kirche der Zukunft, in der der christliche Glaube nicht mehr Mainstream sein wird. Sie empfiehlt ihren Glaubensgeschwistern, die Bibellektüre wiederzuentdecken, sich „mit den Erzählungen auseinanderzusetzen und sich in die biblischen Figuren hineinzudenken, die sie in ihrer aktuellen Lebenssituation ansprechen.“ Quelle: neuesruhrwort


25.3.2022 Klaus Mertes kritisiert, dass der Staat keine „nationale Anstrengung“ zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen unternimmt. Er werde dem Ernst des Themas nicht gerecht und es entlaste die Institutionen nicht, die mit der Aufarbeitung überfordert sind. Quelle: vaticannews


25.3.2022 Eine Bonner Bundesbehörde zog eine bereits zugesagte Stelle zurück, weil die neue Mitarbeiterin wegen Spätfolgen von Missbrauch eine Weile nicht arbeiten konnte. Sie war während des Prozesses gegen ihren Onkel, Pfarrer Ue. aus dem Erzbistum Köln, einige Zeit nicht arbeitsfähig gewesen. Nachdem WDR und der Stadt-Anzeiger beim Bundeszentralamt für Steuern nachgefragt hatten, wurde die neue Mitarbeiterin immerhin zu einem Gespräch eingeladen. Quelle: www1.wdr


25.3.2022 In der evangelischen Landeskirche Sachsen werden Fälle sexualisierter Gewalt erstmals unabhängig aufgearbeitet. Ein ehrenamtlicher Kirchenmusiker soll sich in den 1990er Jahren mehreren Mädchen – damals elf und 15 Jahre alt – sexuell genähert haben. 2019 wurden die Vorwürfe bekannt, der Beschuldigte von allen Tätigkeiten entbunden. 2020 nahm eine unabhängige Kommission ihre Arbeit auf. Am 1. April 2022 soll die Aufarbeitung in der betroffenen Gemeinde beginnen. – Ende 2021 hatte das Landeskirchenamt auch Missbrauchsfälle aus den 1960er und 1970er Jahren in Chemnitz öffentlich gemacht, die nun in der dortigen Gemeinde aufgearbeitet werden sollen. Ein hauptamtlicher Jugendwart und späterer Diakon in Moritzburg wird von über 20 betroffenen Männern der Übergriffe beschuldigt. Quelle: Süddeutsche


24.3.2022 Der Ständige Rat der katholischen Bischofskonferenz in Italien konnte sich noch nicht auf ein konkretes Projekt zur Aufarbeitung sexullen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter einigen. Der Beauftragte der Bischofskonferenz für das Thema, Erzbischof Lorenzo Ghizzoni von Ravenna-Cervia, berichtete, dass es in den 226 Bistümern 140 Anlaufstellen für Betroffene gibt. Quelle: Domradio


24.3.2022 Der „Katholischen Integrierten Gemeinde“ werden geistliche Manipulationen in einem System psychischer und finanzieller Abhängigkeit vorgeworfen. Nachdem bereits andere Bistümer tätig wurden, ist der Verein nun auch im Bistum Augsburg aufgelöst. Quelle: katholisch.de


24.3.2022 Thomas Schüller, Kirchenrechtler in Münster, fordert ein Verbot des Paderborner Priesterkreises „Communio veritatis“. Der Kreis verbreitet Verschwörungserzählungen, antisemitische und andere politisch extremistische Aussagen.  Im Dezember hatte der Sprecher des Kreises, ein Briloner Priester, von der „sogenannten Covid-19-Pandemie“ geschrieben, die einem „freimaurerischen Plan der Neuen Weltordnung“ diene und als „Instrument des ‚Great Reset'“ verwendet werde. Zudem hatte er – genau wir Kardinal Müller – 2020 einen Appell des ehemaligen Vatikan-Botschafters Carlo Maria Viganò unterzeichnet, in dem im Kontext der Corona-Pandemie Verschwörungsmythen verbreitet wurden. Bisher hat sich das zuständige Erzbistum Paderborn lediglich von den Inhalten distanziert, aber Konsequenzen abgelehnt. Thomas Schüller fragt, ob das Erzbistum Paderborn sich den Vorwurf gefallen lassen wolle, auf dem rechten Auge blind zu sein. Quelle: katholisch.de


24.3.2022 „Infancia Robada“ („Gestohlene Kindheit“), eine Vereinigung spanischer katholischer Missbrauchsbetroffener, verweigert die Zusammenarbeit mit der Spanischen Bischofskonferenz bei der geplanten unabhängigen Missbrauchsstudie. Ana Cristina Cuevas, Sprecherin, begründete die Ablehnung damit, dass der Gründer und Vorsitzende der mit der Untersuchung beauftragten Anwaltskanzlei Mitglied des Opus Dei sei. Im Gespräch des Vorsitzenden der Spanischen Bischofskonferenz , Kardinal José Omella, mit Vertretern der Missbrauchsbetroffenen hatte der Kardinal versprochen, eine Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen – eine feste Zusage machte er nicht. Quelle: katholisch.de


23.3.2022 Podcast: Der Mann, der nie Pfarrer hätte werden dürfen. Quelle: Mainpost


23.3.2022 Bischof Jung, Würzburg, hat einem Priester seines Bistums die Ausübung des priesterlichen Dienstes verboten. Dem Priester wird sexuelles Fehlverhalten gegenüber einer erwachsenen Person vorgeworfen. Die Diözese zeigte die Vorwürfe bei der Staatsanwaltschaft an. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eingeleitet, dem Priester die Ausübung des priesterlichen Dienstes bis zur Klärung der Vorwürfe untersagt. Quelle: katholisch.de


23.3.2022 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums München und Freising fordert Kardinal Marx auf, den Prälaten Lorenz Wolf zu entlassen. Wolf wird im Gutachten der WSW-Kanzlei  vorgeworfen, Missbrauchsdelikte im Erzbistum München und Freising vertuschz und zu verharmlost zu haben. Quelle: katholisch.de


22.3.2022 Im Bistum Eichstätt werden Kreuzwege für Missbrauchsbetroffene gebetet. Quelle: Bistum Eichstätt


22.3.2022 Auf einer Veranstaltung des Erzbistums München und Freising mit dem Thema „Betroffene hören“ sagt Kardinal Marx, sexueller Missbrauch im Raum der Kirche stelle „das Gesamtsystem in Frage“. Thema war die zerstörerische Wirkung von Missbrauch, insbesondere auf den Glauben der Betroffenen und ihren Bezug zur Kirche als Glaubensgemeinschaft. Barbara Haslbeck, Theologin, berichtete, dass Missbrauch Vertrauen bricht. Wer so etwas in der Kirche erlebt habe, dessen Bild von Gott verdunkle sich. Kilian-Thomas Semel, Leiter des Pfarrverbands Haar, wird zum 1. Juni Seelsorger für Betroffene sexuellen Missbrauchs im Erzbistum München und Freising. Quelle: katholisch.de


22.3.2022 Der Umgang mit Fällen sexueller Übergriffe in der der katholischen Kirche ist katastrophal. Doris Reisinger beobachtet, dass weibliche Betroffene dabei noch unsichtbarer sind. Quelle: anschläge.at


22.3.2022 Der Verein ehemaliger Heimkinder kritisiert das intransparente Verfahren der UKA und ruft dazu auf, erhaltene Zahlungen offenzulegen. 


22.3.2022 Hildegunde Keul bespricht das Buch von „Johanna Beck: Mach neu, was dich kaputt macht“, in dem die Autorin von ihren Erfahrungen mit den Katholischen Pfadfindern Europas (KPE) berichtet. Sie weist darauf hin, dass der Kardinalpräfekt der Vatikanischen Kongregation für die Institute geweihten Lebens, Braz de Aviz, Anfang 2017 von etwa 70 Neuen Geistlichen Gemeindschaften sprach, die wegen missbräuchlichen Verhaltens ihrer Gründer vom Vatikan untersucht werden. Keul stellt die Frage, ob „’Geistliche Gemeinschaften’“, die sich dem Heiligen und der Rettung der Kirche verschreiben, besonders anfällig für Missbrauch und Vertuschung sind. Sehen wir hier gerade erst die Spitze, die auf einen unsichtbaren Eisberg verweist?“ Quelle: feinschwarz.net


21.3.2022 Mitglieder der evangelischen Landeskirchenleitung in Bayern haben sich mit 14 Betroffenen sexualisierter Gewalt ausgetauscht. Betroffene forderten eine bessere Vernetzung untereinander und eine größere Sensibilität für das Thema Missbrauch auch an der Kirchenbasis. Die Leiterin der Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Barbara Pühl, berichtet, dass viele Betroffene die Erfahrung machen, dass ihnen zunächst nicht geglaubt werde, damit würden Betroffene noch einmal zu Opfern gemacht. Landesbischof Bedford-Strohm sagte, die Kirche müsse dazulernen im Umgang mit Missbrauchsbetroffenen. Quellen: br   sonntagsblatt


21.3.2022 Interview mit IPP-Geschäftsführerin Helga Dill über die im Herbst vorzustellende Studie im Bistum Essen. Die Studie untersucht in einer „Tiefenanalyse“ sechs ausgewählte Fälle. Außerdem schaut die Studie auf die Auswirkungen von Fällen sexualisierter Gewalt auf ganze Kirchengemeinden, die bislang wenig untersucht wurden. Es zeigt sich, dass die Dynamik in betroffenen Kirchengemeinden viele Jahre anhalten kann. Quellen: Bistum Essen    Ausführliches Interview in Bene März/April/Mai


21.3.2022 In Costa Rica beginnt in dieser Woche ein Prozess, der die Verantwortung der katholischen Kirche im Umgang mit Missbrauchsfällen klären soll. Es geht um Fälle aus den Jahren 1993 bis 2003. Bislang hat die Kirche dazu geschwiegen. Quelle: Domradio


20.3.2022 Der Regensburger Missbrauchsbetroffene Peter Schmitt übt scharfe Kritik am Verhalten des ehemaligen Regensburger Bischofs Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Dieser habe kein Interesse an einer wirklichen Missbrauchsaufklärung erkennen lassen, sagte Schmitt, der sieben Jahre lang der Unabhängigen Aufklärungskommission zu körperlichem und sexuellem Missbrauch im Bistum Regensburg angehörte. Quelle: Neues Ruhrwort


20.3.2022 In Frankreich wurde ein erster Gedenktag für Opfer katholischer Kleriker gefeiert. Die Bistümer gestalteten den Tag individuell. Quelle: Domradio


19.3.2022 Der frühere argentinische Bischof Gustavo O. Zanchetta will gegen das Urteil wegen sexuellen Missbrauchs – Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten – Berufung einlegen. ein Opfer beric htet, Bischof Zanchetta habe seine Freundschaft mit Papst Franziskus als Druckmittel gebraucht. Die Journalistin Silvia Noviasky berichtet, dass die drei Richter überzeugt seien, dass die Kirchenspitze in Oran von den sexuellen Übergriffen gewusst hätten. Zanchetta spricht von einer Rache-Kampagne gegen sich und beteuert seine Unschuld. Quelle: Domradio


18.3.2022 Der Schwaben-Verlag teilt mit, dass die letzten Exemplare des Buches „Damit der Boden wieder trägt. Seelsorge nach sexuellem Missbrauch“ im Lauf des Jahres verkauft sein werden. Falls Sie also Interesse haben….


18.3.2022 In der „Sternstunde Religion“ sprachen Doris Reisinger, Mathias Wirth und Nicolas Betticher mit Olivia Röllin über die Missbrauchsskandale und die Vertuschungen in der katholischen Kirche. Quelle: srf


17.3.2022 Bischof Meier, Augsburg, erinnert an Ordinatio Sacerdotalis (1994), in dem geschrieben ist, die katholische Kirche habe keinerlei Vollmacht, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Zugleich betont Bischof Meier, dass die Kirche für Strukturen sorgen müsse, die es „uns“ ermöglichen, das Evangelium glaubwürdig anzubieten. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Wie Bischof Meier es schaffen will, beide Anliegen zur gleichen Zeit im Blick zu haben, verrät er nicht. M.E. gibt es nur dann Glaubwürdigkeit, wenn Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben.


17.3.2022 Bischof Wilmer, Hildesheim, lehnt die Umbettung von Bischof Janssen (1907-1988) ab. Das hatte der Wolfenbütteler Pfarreirat gefordert, weil die durch die Grablege im Hildesheimer Dom ausgedrückte Verehrtung für Betroffene und den Pfarreirat nicht zu ertragen sei. Janssen wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit sexuellen Missbrauch wissentlich geduldet zu haben. Zwei Missbrauchsvorwürfe gegen Janssen sind nicht zu belegen. Bischof Wilmer will eine Arbeitsgruppe einrichten, die Vorschläge erarbeiten soll für ein öffentliches Gedenken des Leids von Missbrauchsbetroffenen. Quelle: Domradio


16.3.2022 Die Historikerin Annette Eberle geht den Berichten über Misshandlungen und sexualisierte Gewalt ehemaliger Kinder aus dem Sonderschulheim Haus Maffei, Feldafing, nach. Sie berichtet im Interview. Quelle: Süddeutsche


16.3.2022 Joachim Frank schaut auf die Rede von Doris Reisinger anlässlich der Verleihung des Herbert-Haag-Preises: „Wenn Reisinger am eigenen Beispiel von der Verletzlichkeit der Opfer, ihren angewiderten Reaktionen auf routinierte Floskeln und von ihrer Ohnmacht angesichts einer nur behaupteten Aufarbeitung spricht, dann ist auch das prophetische Rede. Sie führt an den Rand des Abgrunds. Wer dort zu stehen kommt, muss sich entscheiden: Weitergehen und abstürzen? Einfach nur stehenbleiben? Oder kehrtmachen und (endlich) neue Wege einschlagen? ‚Hasst das Böse, liebt das Gute, und bringt im Tor das Recht zur Geltung.‘ Der Rat des Amos [Am 5,15] wäre ein Anfang.“ Quelle: katholisch.de


15.3.2022 Die katholischen Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück haben einen gemeinsamen Betroffenenrat. Die neun Mitglieder wurden von einem unabhängigen Gremium ausgewählt und beraten für drei Jahre die Bistümer. Drei der Mitglieder werden in der noch zu bildenden Aufarbeitungskommission mitarbeiten. Quelle: NDR


14.3.2022 Buch-Hinweis: Johanna Beck: Mach neu, was dich kaputt macht. Warum ich in die Kirche zurückkehre und das Schweigen breche.


14.3.2022 Im Missbrauchsfall Kurt Ströer, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, haben sich bislang mehr als 20 Betroffene gemeldet. Dennoch sagen manche Kirchenmitglieder: Der 2013 gestorbene Jugendwart hat auch Positives bewirkt. Die Aufarbeitung des Falles kann noch schmerzhaft werden. Quelle: freie presse


14.3.2022 Wegen seines Umgangs mit Missbrauchsfällen fordern Betroffene den Rücktritt des Hildesheimer Weihbischofs Heinz-Günter Bongartz. Einen solchen Schritt sehe er der Person und den derzeitigen Aufgaben des Weihbischofs als nicht angemessen an, schreibt Generalvikar Martin Wilk. Quelle: katholisch.de


14.3.2022 Die Landesregierung NRW hat für die fünf Bistümer Mitglieder der Aufarbeitungskommission ernannt: für das Bistum Aachen Dorothee Roggendorf, ehemalige Richterin und Maria Huesmann-Kaiser; für das Bistum Essen die Ex-Oberstaatsanwältin Gerda Berens und den früheren Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Münster, Reinhard Klenke; für das Erzbistum Köln die ehemalige Staatssekretärin im NRW-Familienministerium, Marion Gierden-Jülich, und den Rechtswissenschaftler Stephan Rixen; für das Bistum Münster den Vorsitzenden des Münsteraner Instituts für soziale Arbeit, Christian Schrapper, und die Jugenddezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, Birgit Westers und für das Erzbistum Paderborn die frühere Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Cirullies und den Präsidenten des Landgerichts Arnsberg, Peter Clemen. Nicht allen Personalvorschlägen aus einigen Bistümern folgte die Staatskanzlei, weil sie der Idee der Unabhängigkeit widersprochen hätten. Mehrere von der Staatskanzlei angesprochene Experten äußerten Bedenken und lehnten ab. Quelle: Kirche und Leben


14.3.2022 Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK, erhielt den Herbert-Haag-Preis. Im Interview schildert sie ihre Erfahrung mit der KPE und der katholischen Kirche. Betroffene müssten sich in der katholischen Kirche bei der Aufarbeitung einem „strapaziösen Verfahren“ aussetzen, Täter dagegen dürften vielfach weiter Priester bleiben: „Da kommen schon Ohnmachtsgefühle und das Gefühl, gegen eine Wand zu sprechen.“ Quellen: kath.ch  domradio 16.3.2022


14.3.2022 Gottes missbrauchte Dienerinnen – Arte


14.3.2022 Doris Reisinger spricht aus eigener Erfahrung und der Erfahrung vieler kirchlicher Missbrauchsbetroffener von dem, was ist: „Ich habe jegliches Vertrauen in und jegliche Erwartung an die katholische Kirche verloren. Ich habe… einfach eine Illusion verloren, an der so viele andere noch festhalten. … Es genügt als Missbrauchsopfer in der Kirche Gerechtigkeit einzufordern, und man wird von jeder Illusion über die Kirche befreit. Und das mag vielleicht paradox klingen, aber: Das ist sehr befreiend.“ Reisinger stellt fest, dass es „für uns als Betroffene unerträglich“ ist, „die Diskrepanz zwischen dem Auftreten kirchlicher Akteure in der Öffentlichkeit und ihrem Handeln uns gegenüber auszuhalten“. In der Begleitung von anderen Betroffenen zeige sich permanent, „wie bischöfliche Behörden Tag für Tag routiniert Opfern das Leben schwermachen“ durch Verzögerung, Bürokratie und Einschüchterung. Sie weist darauf hin, dass Täter weiterhin geschützt werden und berichtet von „organisiertem spirituellen Missbrauch in sektenähnlichen kirchlichen Gruppen“ und dem Umgang mit von Tätern erzwungenen Abtreibungen. Quellen: kath.ch   katholisch.de


14.3.2022 Der Herbert-Haag-Preis wurde an Menschen verliehen, die sich seit langem gegen Machtmissbrauch in der katholischen Kirche engagieren: Matthias Katsch, Johanna Beck, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth; Jacques Nuoffer (Sapec), Albin Reichmuth, Doris Reisinger und Wolfgang Treitler. Herzlichen Glückwunsch! Quellen: Domradio   kathpress.at   Alle Reden der Preisverleihung


14.3.2022 In der katholischen Kirche Italiens herrscht noch immer weitgehend Schweigen über sexualisierte Gewalt durch Kleriker. Das Netzwerk katholischer Betroffener – Rete l’abuso – wurde vor über zehn Jahren von Francesco Zanardi initiiert und dokumentiert bislang die Fälle von 360 Geistlichen, die in den vergangenen 15 Jahren wegen Missbrauchs verurteilt wurden oder gegen die ein Verfahren läuft. In Italien haben die Diözesen und die Presse völliges Desinteresse an den Betroffenen und an Aufarbeitung. Es gibt ca 52.000 Geistliche in Italien. Wenn auch dort etwa vier Prozent der Kleriker Missbrauchstäter sind, muss man womöglich von 825.000 Opfern ausgehen. Quelle: augsburger-allgemeine


14.3.2022 Im katholischen Kinderheim St. Elisabeth in Hamburg-Bergedorf hat es ab den 1950er-Jahren offenbar mehrere Missbrauchsfälle gegeben. Das recherchierte das NDR Hamburg Journal. Geleitet wurde das Heim damals von Ordensschwestern der Thuiner Franziskanerinnen das Heim. Der Orden mit Sitz im Emsland will nach eigenen Angaben von diesen Vorwürfen bisher nichts wissen. Seit 1996 ist das Erzbistum Hamburg offizieller Träger des Heims. Bislang haben zehn frühere Heimkinder Anträge auf Anerkennung des Leids gestellt. Zum Teil wurden Anerkennungsleistungen gezahlt, zum Teil werden die Anträge noch bearbeitet. Quelle: NDR


12.3.2022 Mit dem Herbert-Haag-Preis ausgezeichnet werden Matthias Katsch, Johanna Beck, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth; Jacques Nuoffer (Sapec), Albin Reichmuth, Doris Reisinger und Wolfgang Treitler. Alle Preisträger*innen setzen sich seit langem für die Belange Betroffener ein. Quelle: katholisch.de


12.3.2022 Die Situation zwischen dem Bistum Hildesheim und dem Hildesheimer Betroffenenbeirat ist festgefahren. Quelle: NDR


12.3.2022 Der Betroffenenbeirat des Bistums Speyer hat ein Hilfetelefon eingerichtet, das von Montag bis Freitag jeweils von 17-19 Uhr besetzt ist: 0151 / 44668058. Quelle: bistum-speyer


11.3.2022 Die nordirische Regierung entschuldigte sich in aller Form bei Menschen, die in Waisenhäusern und Kinderheimen missbraucht wurden: „Wir haben Sie vernachlässigt, Sie zurückgewiesen, Ihnen das Gefühl gegeben, unerwünscht zu sein. Es war nicht eure Schuld. Der Staat hat euch im Stich gelassen.“ Die formelle Entschuldigung brauchte mehr als fünf Jahre nachdem die Historical Institutional Abus Inquiry empfohlen hatte. Quelle: ncronline


11.3.2022 Ein ehemaliger Pfarrer der katholischen Liebfrauengemeinde Gütersloh steht wegen des Vorwurfs sexueller Nötigung einer Organistin vor Gericht. Quelle: nw


11.3.2022 Das WSW-Gutachten des Erzbistums München wird von Schauspieler*innen des Augsburger Staatstheaters in Auszügen vorgetragen. Ziel der Veranstaltung sei, „sich an der Herstellung von Öffentlichkeit zu beteiligen und die dringend notwendige Überwindung von sexuellem Missbrauch durch Kleriker voranzutreiben“. Quelle: stern


10.3.2022 Spaniens Parlament hat die Einrichtung einer Expertenkommission zur Untersuchung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beschlossen. Lediglich die rechtspolulistische Vox-Partei unterstützte die Initiative nicht. Bislang hat die spanische Bischofskonferenz sich gegen eine staatliche Expertenkommission gewehrt, will aber jetzt mitarbeiten. Quelle: Kirche und Leben


10.3.2022 Papst Franziskus hat den Rücktritt des Krakauer Weihbischofs Jan Szkodon (75) angenommen.  Szkodon war vorgeworfen worden, sexuell übergriffig gegenüber einem vor 20 Jahren 15-jährigen Mädchen gewesen zu sein. Die Nunitatur hatte im Juli 2021 mitgeteilt, dass der mutmaßliche sexuelle Übergriff nicht bewiesen sei und konstatiert, dass der Geistliche sich „unvorsichtig“ verhalten habe. Die Staatsanwältin hingegen hatte festgestellt, dass die Schilderung des Geschehens durch die Frau „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ zutreffe. Quelle: ORF


10.3.2022 Neu: Katholische Bischofskonferenz: In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche


9.3.2022 Aus der evangelischen Kirche sind im letzten Jahr 280 000 Menschen ausgetreten. Ende 2021 gehören der evangelischen Kirche 19 725 000 Menschen an, 2,5 Prozent weniger als 2020. Gründe sind Missbrauchsskandale, finanzielle Misswirtschaft, und eine empfundene ‚persönliche Irrelevanz‘ von Religion und Kirche. Quelle: sueddeutsche


9.3.2022 Mitglieder der Gemeinde St. Nikolaus sind fassungslos, dass das Bistum Münster Pastor Alwin Bokern als Pfarrer einsetzten, ohne dass die Bistumsverantwortlichen die Gemeinde über die Haftstrafe wegen schweren sexuellen Missbrauchs informierten. Verantwortlich waren damals Bischof Höffner und Generalvikar Lettmann. In der Stellungnahme formuliert die Gemeinde: „Für uns wird an dem Vorgang exemplarisch deutlich, dass die Bistumsverantwortlichen seinerzeit das Leiden der schon Geschädigten wie auch das möglicher weiterer Opfer weder gesehen noch in ihren Überlegungen berücksichtigt haben. Die Entscheidung des Bischofs Höffner und des Generalvikars Lettmann, Alwin Bokern nach Verbüßen der Haftstrafe in Bergerfurth einzusetzen, ohne die Gemeinde über die Geschichte ihres neuen Pastors zu informieren, empfinden wir im Nachhinein als Missbrauch der Menschen in der Sankt Aloyisus-Gemeinde. Quelle: nrz


8.3.2022 Maria 2.0 hat eine unabhängige Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Kirche eingerichtet: Leuchtzeichen. Träger ist der Verein „Umsteuern! Robin Sisterhood“. Das Konzept wurde von Betroffenen und Nichtbetroffenen entwickelt. Quelle: katholisch.de


8.3.2022 „Das Bewusstsein, dass sexualisierte Gewalt durch Kleriker und andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kirche auch nach der Volljährigkeit vorkommt und streng zu ahnden ist, muss in der Kirche weiterwachsen und ihre pastorale Praxis prägen.“ Das sagte Bischof Kohlgraf bei der Vorstellung des Papiers der DBK „In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche“. Quelle: katholisch.de


8.3.2022 Christiane Florin schaut sich die Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche an und kann kaum Konsequenzen entdecken. Quelle: DLF


8.3.2022 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums München und Freising richtet fünf Forderungen an Kardinal Marx: Er solle den persönlichen Kontakt mit Betroffenen suchen, eine kirchenunabhängige Ombudsstelle schaffen, Betroffenen Akteneinsicht geben, für eine ernsthafte und angemessene Entschädigung sorgen und den Betroffenenbeirat stärken. Hier ist die postwendende Antwort von Kardinal Marx zusammengefasst. Quelle: erzbistum-muenchen


7.3.2022 In der evangelischen Badischen Landeskirche und der Diakonie wurden seit den 1950er Jahren bis heute 92 Fälle sexualisierter Gewalt bekannt. Die Beschuldigten sind ausschließlich Männer. Einige Beschuldigte sind tot, im Dienst ist niemand mehr. Quelle: stern


7.3.2022  Im Erzbistum Köln werden Priester, die Missbrauch begangen haben, nicht von der Kirche kontrolliert. Jedoch gebe es eine Kommission, deren Arbeit sich in der Umsetzung befinde. In elf Bistümern wird nur der jeweilige Dienstvorgesetzte informiert, Gespräche mit Bistumsmitarbeitern ohne spezielle Ausbildung finden sporadisch statt. In Essen, Osnabrück, München und Dresden gebe es für Täter oder mutmaßliche Täter Aufsichtspersonen außerhalb der Kirchenstruktur. Das Bistum Fulda hat auf die Anfrage des WDR nicht reagiert, Paderborn und Passau machten keine Angaben, Görlitz und Berlin erklärten, es gebe bei ihnen derzeit keine Priester mit Auflagen. Im Bistum Würzburg werden die jeweiligen Dienstvorgesetzten informiert, wenn in ihrem Verantwortungsbereich Priester-Täter ansässig sind. Quellen: ksta    1.wdr.de   katholisch.de


7.3.2022  In Argentinien ist mit Gustavo Zanchetta erstmals ein Bischof wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Die Reaktionen fallen gemischt aus. Ein Opfernetzwerk sieht Papst Franziskus in der Mitverantwortung. Quelle: katholisch.de


7.3.2022 Bischof Heinrich Timmerevers darf zwei beschuldigte Priester nicht vom Seelsorgedienst in seiner Diözese ausschließen – die Betroffene zeigt sich entsetzt: Die Entscheidung zeige, dass Rom keinen Wert auf Betroffenenschutz lege. Quelle: katholisch.de


4.3.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz, kritisiert den Umgang der Politik mit sexueller Gewalt: Sie traue sich an dieses Thema nicht heran und es habe in der Politik keine Priorität. Quelle: katholisch.de


4.3.2022 Der frühere argentinische Bischof Gustavo O. Zanchetta wurde zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, in seinem Bistum Oran zwei Seminaristen wiederholt sexuell belästigt zu haben und öffentliche Gelder veruntreut zu haben. Zanchetta spricht von einer Rachekampagne. Quelle: katholisch.de


4.3.2022 Der Vatikan hat in einem mutmaßlichen Missbrauchsfall Verfügungen von Bischof Timmerevers, Dresden-Meißen, gegen zwei Pallottinerpatres außer Kraft gesetzt. Der Fall hatte zuvor auch zu Unstimmigkeiten zwischen den Diözesen Dresden und Freiburg geführt. Quelle: katholisch.de


3.3.2022 Die Hildesheimer Betroffeneninitiative wirft in einem Offenen Brief Weihbischof Bongartz manelndes Verantwortungsbewusstsein und unzureichende Reaktionen auf zurückliegende Missbrauchsfälle vor. Das Bistum Hildesheim will das Gespräch mit der Betroffeneninitiative suchen. Quelle: NDR


2.3.2022 Christiane Florin kommentiert die Aufklärung katholisch-kirchlicher Missbrauchsfälle. Quelle: DLF


2.3.2022 Kardinal Woelki hat Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. Der Papst wird darüber „zu gegebener Zeit“ entscheiden. Quelle: Süddeutsche


2.3.2022 Nach dem Urteil gegen den früheren katholischen Pfarrer U. aus dem Erzbistum Köln wegen 110-fachen sexuellen Missbrauchs hat die Verteidigung Revision eingelegt. Quelle: Domradio


2.3.2022 Nach der Vorstellung des Maßnahmenkatalogs im Erzbistum Berlin fragen Betroffene: „Warum bekleiden diese Personen weiter Führungspositionen? Warum baut Erzbischof Koch teilweise auf diese Personen in seinem Beratungsumfeld?“ Matthias Katsch formuliert: „Auch ein Jahr nach der Veröffentlichung des (größtenteils geschwärzten) Gutachtens sind die Täter immer noch nicht bekannt und niemand ist zurückgetreten, so als wäre gar nichts gewesen.“ Quelle: rbb24


2.3.2022 Nach der kirchenrechtlichen Untersuchung im Stift Klosterneuburg zu Missbrauch und dem Umgang mit Missbrauch wurde der emeritierte Propst Bernhard Backovsky ermahnt. Ihm werden Versäumnisse bei der Unterbindung und der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Quelle: Kurier.at


2.3.2022 Die Staatsanwaltschaft prüft nach dem Urteil gegen den katholischen Priester Ue., ob der noch ausstehenden schriftlichen Urteilbegründung weitere Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlicher Beihilfe durch Unterlassen oder auch fahrlässige Körperverletzung zulasten der Opfer zu entnehmen ist. Mehrere Personen haben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen Kardinal Woelki und andere Bistumsvertreter erstattet. Quelle: katholisch.de


2.3.2022 Matthias Katsch, Eckiger Tisch,  stellt nach der Vorstellung des Maßnahmenplans im Erzbistum Berlin zwei fehlende Maßnahmen fest: eine Selbstverpflichtung von Bischof und Priestern, wenn sie Missbrauchstäter oder Vertuscher sind, ihre Ämter niederzulegen. Und es fehlt der Verzicht auf die Beichte von Kindern und Jugendlichen, weil diese zu den Hauptgefährdungsbereichen gehört. Katsch bemängelt – ebenso wie der Diözesanrat des Erzbistums Berlin -, dass noch keine Entscheidung über die Einrichtung einer „Fachstelle Aufarbeitung“ gefallen ist. Quelle: Neues Ruhrwort


1.3.2022 Die Gutachten-Kommission des Erzbistums Berlin hat ihre Ergebnisse vorgelegt – und Maßnahmen vorgeschlagen. Quelle: katholisch.de   Link zur Pressekonferenz

Kommentar: Beim ersten Durchlesen fällt auf, dass die Vernetzung Betroffener unterstützt werden soll.


1.3.2022 Im Erzbistum Berlin gab es 2021 elf neue Meldungen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, vom Bistum beauftragte Ordensangehörige und andere hauptamtliche Mitarbeitende im kirchlichen Dienst. Drei der Meldungen betreffen aktuelle Sachverhalte, die anderen acht Meldungen beziehen sich auf mehr als zehn Jahre zurückliegende Taten. In den länger als zehn Jahre zurückliegenden Fällen wurden sechs Vorwürfe gegen fünf Kleriker erhoben – zwei von ihnen sind bereits im Gutachten erwähnt. Alle fünf beschuldigten Kleriker sind verstorben. Seit 2002 gab es insgesamt 112 Verdachtsfälle, die bis zum Jahr 1947 zurückgehen. Quelle: Erzbistum Berlin


1.3.2022 Knapp 13 Millionen Euro hat die zuständige unabhängige Kommission Missbrauchsbetroffenen im Raum der Kirche bisher zugesprochen – doch die Kritik der Betroffenen bleibt. Für deren Sprecher Johannes Norpoth ist klar: So kann es nicht weitergehen – und er hat Reformvorschläge. Quelle: katholisch.de


28.2.2022 In den vergangenen gut zehn Jahren war er die mahnende Stimme, wenn es um das Thema Missbrauch ging: Der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, wurde nicht müde, mehr Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu fordern. Zudem drängte er Institutionen – vor allem die stark im Fokus stehende katholische Kirche – dazu, solche Taten aufzuarbeiten. Quelle: Neues Ruhrwort  Kommentar: Danke, Johannes-Wilhelm Rörig! Und: Warum gibt es keine Nachfolgerin/keinen Nachfolger?


26.2.2022  Bischof Ackermann, Trier, hat einen Bistumspriester von seiner Tätigkeit in einer Pfarreiengemeinschaft freigestellt und ihm die Ausübung priesterlicher Dienste untersagt. Dem Priester wird sexueller Missbrauch vorgeworfen, der vor 13 Jahren geschehen sein soll. Er wurde der Staatsanwaltschaft gemeldet, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet, ruht jedoch, bis das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen vorliegt. In den letzten elf Jahren wurden im Bistum Trier 208 Missbrauchsopfer bekannt, die 73 verstorbene und 36 noch lebende Kleriker beschuldigten.  Quelle: Volkdsfreund


26.2.2022  Der Fall H. und die Folgen – Eine Gemeinde nach dem Missbrauchsskandal. Quelle: BR


25.2.2022 Seit Jahresbeginn begleitet eine Steuerungsgruppe die Aufarbeitung im Bistum Osnabrück. Inzwischen sind drei kirchlich Betroffene in der Steuergruppe: Max Ciolek, Karl Haucke und Katharina Kracht. Im ersten Projektjahr wird das Vorgehen der Bistumsverantwortlichen untersucht. Erste Ergebnisse werden im September 2022 vorgestellt. Quelle: Domradio


25.2.2022 Jens Windel, Aktionsbündnis Eckiger Tisch, ist das Urteil gegen den Kölner Pfarrer Ue. ein Zeichen, dass jetzt endlich etwas passiert. Quelle: Domradio


25.2.2022 Pfarrer Dr. Gero Weishaupt, Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat Köln, wurde mit sofortiger Wirkung vom Apostolischen Administrator Steinhäuser beurlaubt. Weishaupt hatte dem Domradio vorgeworden, es sei ein „Propagandaorgan“  „wie wir sie seit Göbbels (!) kennen“. Das Domradio hatte berichtet, dass die Finanzierung der Kölner Hochschule für Katholische Theologie nicht geklärt sei. Quelle: Erzbistum Köln


25.2.2022 Doris Reisinger stellt ihre Forschung „Reproductive Abuse in the Context of Clergy Sexual Abuse in the Catholic Church“ vor. Triggergefahr! Quelle: mdpi.com


25.2.2022 Wilfried Fesselmann, Betroffener von sexuellem Missbrauch durch den Priester Peter H. (Bistümer Essen und München), will beim Landgericht Essen eine Zivilklage einreichen. Er fordert eine echte Entschädigung. Geklärt werden soll vor Gericht, welche Verantwortung Bischof Hengsbach und andere Vorgesetzte hatten. Das Bistum könnte dann als Institution haften – auch wenn der Fall strafrechtlich verjährt ist. Das Bistum Essen kündigte an, ggf. darauf zu verzichten, sich auf die Verjährung zu berufen. Der Rechtswissenschaftler Dietrich Herzberg, Emeritus der Ruhr-Uni Bochum, geht davon aus, dass der katholischen Kirche nichts anderes übrig bleibt, als auf die Verjährung zu verzichten. Auch Markus Elstner, Betroffener von Missbrauch durch den Priester H., will klagen. Quelle: WDR


25.2.2022 Im Prozess gegen den katholischen Priester Ue., Erzbistum Köln, bescheinigte Richter Kaufmann dem obersten Kirchenrichter, Günter Assenmacher, eine „völlig aus der Zeit gefallene Betrachtung von sexualisierter Gewalt. Verwunderlich findet der Richter, dass der Kirchenrichter eine gewichtige Einschätzung abgab, ohne je die Personalakte des Priesters gelesen zu haben und ohne von den Pflegekindern gewusst zu haben. Erst im Lauf des Prozesses erfuhr die Pflegetochter von der Auflage, dass eine Haushälterin dauerhaft im Haus des Priesters hätte wohnen sollen. Die Auflage wurde nie kontrolliert. Der Pflegesohn berichtete, dass sich niemand von der Kirche bei ihm gemeldet habe – die Seelsorge vermisse er sehr. Karl Haucke, Mitglied im Betroffenenrat der Bundesregierung, wies auf den großen Unterschied zwischen kircheninternen und weltlichen Gerichten hin. Bei kirchlichen Verfahren richteten immer Priester und die hätten den Schutz des eigenen Systems im Sinn. Nicht angeklagt wurden – wegen Verjährung – die Fälle von vier weiteren Frauen. Aber die Ermittlungen laufen weiter, weil sich im Prozess neue Verdachtsmomente ergeben hatten. Quellen: WDR   Süddeutsche   faz


25.2.2022 Der Priester Ue. aus dem Erzbistum Köln wurde wegen  sexuellen Missbrauchs zu zwölf Jahren Haft verurteilt. 72 Mal hat er minderjährige Mädchen missbraucht, davon in 23 Fällen schwer. Außerdem habe er 15 Mal eine Jugendliche missbraucht und mehrere sexuelle Übergriffe begangen. Insgesamt betroffen sind neun Mädchen. Das Erzbistum Köln verspricht, die Kontrolle straffällig gewordener Beschuldigter zu verschärfen. Für das Gericht steht fest, dass U. ein „pädophiler Serientäter“ war, der über vier Jahrzehnte Missbrauch betrieben habe. Quellen: Domradio   Domradio    orf


24.2.2022 Bischöfin Beate Hofmann, Landeskirche von Kurhessen und Waldeck, berichtet von mindestens 40 Fällen, die teils bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Bei den Tätern handele es sich fast ausschließlich um Männer: Pfarrer, Küster, Diakone, Kirchenmusiker und Mitarbeiter der Jugendarbeit. Die Anerkennungskommission und die juristischen Gutachter vermuten, dass es bei vielen der bekannten Altfälle weitere Betroffene gibt und wohl auch noch weitere, bislang unbekannte Täter. Quelle: ekkw


23.2.2022 Betroffene von Missbrauch in Italiens katholischer Kirche vernetzen sich, eine Datenbank zu Missbrauchsfällen –retelabuso -geht online, die BBC veröffentlicht eine investigative Recherche zu mangelnder Missbrauchsverfolgung. Ein Beben im Land bleibt aber aus.  Quelle: domradio


23.2.2022 Im April wird der neue Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln gebildet. Jana Charlet aus dem Team des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung wird für ein gelingendes Auswahlverfahren ihre Expertise einbringen. Sie wird an einer Sondersitzung des Beraterstabs des Erzbistums teilnehmen, dieses GRemium legt Kardinal Woelki eine Liste der zu ernennenden Mitglieder vor. Wer sich beteiligen will, kann sich noch bis Ende Februar unter www.erzbistum-koeln.de/betroffenenbeirat melden. Quelle: Domradio


23.2.2022 Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen gegen den früheren Dekan von Memmingen eingestellt. Bischof Meier, Augsburg, kann jetzt ein kirchenrechtliches Verfahren einleiten. Quelle: katholisch.de


23.2.2022 Die Bischof-Janssen-Straßen in Kevelaer, Hildesheim und Duderstadt sollen umbenannt werden. Bischof Janssen wird vorgeworfen, Missbrauch in seinem Bistum wissentlich geduldet zu haben. Zudem wird dem Bischof sexualisierte Gewalt angelastet. Quelle: katholisch.de


23.2.2022 „Als die ersten Anklagen hochkamen, als die Kirche beworfen wurde, zuckte die Deutsche Bischofskonferenz zusammen. Ich habe mich damals gefragt, ob die Bischöfe denn nicht die Bibel kennen. Denn dort steht: Selig seid ihr, wenn ihr verleugnet werdet und euch Schlechtes nachgesagt wird.“ Das sagt der ehemalige Benediktinerabtprimas Notker Wolf und möchte lieber von dem Guten sprechen, das in der Kirche geschieht. Quelle: kath.ch

Kommentar: Nun, der ehemalige Benediktinerabtprimas hat die Seligpreisung der Bibel unvollständig zitiert: Da heißt es: ‚Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.Die Bischöfe werden nicht geschmäht und ihnen wird nichts Schlechtes nachgesagt, weil/wenn sie Jesus nachfolgen. Das Problem ist, dass sie genau das nicht taten – Jesus nachfolgen -, als sie Verbrecher schützten und die Opfer im Stich ließen. 


23.2.2022 Eines der Opfer von Pfarrer Ue. berichtet. Deutlich wird in diesem Bericht auch das Leid des Pflegebruders. Quellen: WDR   Süddeutsche


22.2.2022 Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat für die Bistümern Paderborn, Köln, Essen, Münster und Aachen bislang noch keine Experten in die zu bildenden Aufarbeitungskommissionen ernannt. Der Vertrag zwischen dem Unabhängigen Beauftragten der Bundregierung und den Bistümern wurde im April 2020 geschlossen. Die Bistümer fragten erst Ende März 2021 bei der Landesregierung NRW an. Seither hat auch die Politik nicht reagiert. Quelle: WDR


22.2.2022 Der frühere Düsseldorfer Stadtdechant, Pfarrer D., war beschuldigt worden, einmalig Kontakt zu einem minderjährigen Prostituireten gehabt zu haben. Die Interventionsstelle des Erzbistums Köln hatte 2021 Anhaltspunkte für mögliche weitere Delikte gefunden. Kardinal Woelki beurlaubte den Priester im April 2021 und leitete ein kirchenrechtliches Verfahren ein. Pfarrer D. habe nun in Wien Gottesdienste geleitet und  eine entsprechende Erlaubnis des Erzbistums Köln vorgelegt. Die „Bild“-Zeitung berichtete, das Erzbistum Köln habe ein Zelebrationsverbot im Oktober 2021 aufgehoben, es lediglich auf die Düsseldorfer Pfarrei des Stadtdechanten beschränkt. Das Erzbistum Köln teilte mit, die Fragen zum Aufenthalt des Pfarrers noch zu klären. Quelle: katholisch.de


22.2.2022 Kristin Wedekind, Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin, und Pfarrer Martin Kalinowski, Priesterrat, werden am 1. März 2022, 11.00 Uhr den Abschlussbericht und den Maßnahmenplan der „Gutachten-Kommission“ vorstellen. Dazu werden dann Erzbischof Heiner Koch und Generalvikar Manfred Kollig Stellung nehmen. Die Pressekonferenz wird im Livestream online übertragen.  Quelle: vaticannews


22.2.2022 Das Domradio hatte berichtet, dass die Finanzierung der von Kardinal Woelki eingerichteten Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHTK) unklar sei. Der hauptamtliche Diözesanrichter Gero P.Weishaupt im Erzbistum Köln kommentierte die Veröffentlichung durch das Domradio als „… eine Propagana (!), wie wir sie seit Göbbels (!) kennen.“ Der Kirchenrechts-Experte Wolfgang Rothe, Priester im Erzbistum München-Freising, hat inzwischen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen Weishaupt erstattet.  Inzwischen hat der Diözesanrichter P. Weishaupt seine Äußerungen zurückgenommen. Quelle: Kirche und Leben  


22.2.2022 Nach der Anerkennung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE) als privater kanonischer Verein durch die Bischofskonferenz gab es Kritik wegen unaufgeklärter Missbrauchsfälle und eines überholten Rollenbildes der KPE. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (Afj) Bianca Mohr erklärt die Gründe für die Anerkennung der KPE. Quelle: katholisch.de


22.2.2022 Die geplante Einebnung des Grabes von Pfarrer Jungnitsch in Heidenau, Bistum Dresden-Meißen, verzögert sich. Zunächst soll noch ein Vaterschaftstest gemacht werden. Dem Pfarrer Jungnitsch wird sexueller Missbrauch von mindestens vier Mädchen zwischen vier und acht Jahren vorgeworfen. Quelle: katholisch.de


22.2.2022 Nach massiver Kritik hat die Spanische Bischofskonferenz nun doch eine Anwaltskanzlei mit einer unabhängigen Untersuchung der Missbrauchsfälle beauftragt. Sie soll auch mögliche Vertuschungen aufklären und eventuelle finanzielle Wiedergutmachungen für die Opfer erwägen. Ihre Ergebnisse sollen der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt werden. Das Untersuchungs-Team besteht laut Ankündigung aus 18 Personen, neben Anwälten auch aus Experten wie etwa Psychologen. Die Untersuchung dürfte nach Schätzungen der Kanzlei 12 bis 18 Monate dauern. Verbände von Missbrauchsopfern nennen die Beauftragung einer privaten Anwaltskanzlei einen „Schachzug der Kirche“, die verhindern wolle, dass unabhängige oder staatliche Untersuchungskommissionen entstehen. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Omella sagte, die Untersuchung solle nicht die Arbeit der staatlichen Institutionen „ersetzen“, sondern „ergänzen“. Quelle: katholisch.de


22.2.2022 Der Prozess gegen den früheren Bischof von Oran, Gustavo Zanchetta, Argentinien, hat begonnen. Ihm wird neben finanzieller Misswirtschaft sexueller Missbrauch von drei Priestern/Priesteramtskandidaten vorgeworfen. Quelle: latinapress


22.2.2022 Eine Kommission des Erzbistums Berlin wird am 1. März ihre Ergebnisse vorstellen. Sie hat das Gutachten des Erzbistums ausgewertet. Quelle: Domradio


21.2.2022 Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Afrika ist trotz Fortschritten weiter schwierig. Die „Kultur des Schweigens“ sei noch nicht überwunden. Josee Ngalula, Kongolesische Theologin und Ordensschwester, konstatiert: „In Afrika sind wir dazu erzogen, der Ehre der Gemeinschaft, der Gruppe den Vorrang zu geben.“ Quelle: domradio


21.2.2022 Im Erzbistum München haben sich seit der Veröffentlichung des WSW-Gutachtens weitere ca 20 mutmaßlich Betroffene gemeldet. Quelle: zeit


20.2.2022 Kardinal Marc Ouellet, Initiator der Vatikan-Konferenz über das Priestertum, ist begeistert und sagt zu Michelina Tenace, Konsultorin der Glaubenskongregation: „Michelina, das war ja sehr entschieden, wunderbar!“ Michelina Tenace, Professorin für Dogmantik an der Gregoriana, hatte sich zuvor gegen die Priesterweihe für Frauen ausgesprochen. Zu ihrem Forschungsgebiet gehören u.a. die theologischen Aspekte von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Quelle: katholisch.de

20.2.2022 Michael Gmelch, Psychologe und Priester, hat das Buch „Hört endlich auf damit, nur betroffen zu sein!“ geschrieben. Darin setzt er sich mit der katholischen Kirche auseinander und richtet sich gegen jede Bagatellisierung von sexuellem Missbrauch. Quelle: Süddeutsche


18.2.2022 Eine Studie der „Aufarbeitungskommission der Evangelischen Geschwisterschaft e.V.“ schildert den verstorbenen Pastor Klaus Vollmer (1930-2011) als einen Mann, der seinen Einfluss auf junge Menschen missbrauchte, um homosexuelle Neigungen auszuleben. Zudem gibt es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen. Pastor Vollmer (1930-2011) arbeitete in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Die Aufarbeitungskommission stellt zudem eine „mangelnd Wahrnehmung der Aufsichtspflicht“ durch die Landeskirche fest, die das missbräuchlich Verhalten des Geistlichen mitermöglicht habe. Quellen: Bericht der Aufarbeitungskommission Evangelische Bruderschaft   evangelisch.de


18.2.2022 Der Betroffenenbeirat der DBK kritisiert, dass die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) „weder der Situation noch dem Anliegen der von sexuellem Missbrauch Betroffenen in der katholischen Kirche“ gerecht werde. Quelle: katholisch.de


18.2.2022 Christiane Florin erinnert daran, dass Kardinal Marx auf der Pressekonferenz (nicht mehr online) die Frage nicht beantwortet hat, warum Bischöfen das Schicksal von Kindern gleichgültig war. Quelle: deutschlandfunk


18.2.2022 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) hat 2021 in 606 Fällen auf Anerkennungsleistungen von insgesamt 12.890.200 Euro für Betroffene von Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen entschieden. Ausgezahlt wurden davon aufgrund zuvor bereits geleisteter Zahlungen 9,4 Millionen Euro. So steht es im jährlichen Tätigkeitsbericht der UKA für 2021. Die UKA wies die Kritik von zwei Betroffenenvertretern  im Juni 2021 zurück, sie entbehre jeder Grundlage. Ernst Hauck, stellvertretender Vorsitzender der UKA wies darauf hin, dass Betroffene auch auf Anträge verzichten könnten, um keine Retraumatisierung zu riskieren.Im Schnitt erhielt ein Opfer 21.270 Euro. In 268 Fällen wurden weniger als zehntausend Euro gezahlt. Zwischen 40.000 und 50.000 Euro erhielten 25 Betroffene. In 47 Fällen wurden mehr als 50.000 Euro gezahlt, 28 Betroffene bekanten bis zu 75.000 Euro, 13 Betroffene bis zu 100.000 Euro und sechs Betroffene über 100.000 Euro. Quellen: katholisch.de   orf


18.2.2022 Die Missionare von der Heiligen Familie legen ihren Bericht zu Missbrauch in Lebenhan, Biesdorf, Oberhundem und Betzdorf vor. Bekannt sind vier Täter und 31 Opfer. Quelle: missionare.org


17.2.2022 Über den Fachtag „Sexualisierte Gewalt in der Familie“. Quelle: DLF


17.2.2022 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat eine Disziplinarklage gegen einen nicht mehr im aktiven Dienst befindlichen ehemaligen Mitarbeiter wegen Vorwürfen der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung erhoben. Strafanzeige hat die EKD bereits 2021 gestellt. Das Ermittlungsverfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Quelle: ekd


17.2.2022 Kardinal Ouellet, Bischofskongregation, bittet während eines Symposiums über das Priestertum Opfer von Missbrauch durch Kirchenleute um Verzeihung. Er spricht von ehrlicher Zerknirschung angesichts der Skandale. Ouellet fragt, ob man angessichts der Missbrauchsskandale nicht besser „schweigen, bereuen und nach den Ursachen dieser Verbrechen suchen“ solle. „Wir sind alle gequält und gedemütigt von diesen wichtigen Fragen, die sich uns täglich stellen“, sagte er. Eine theologische, geistliche und pastorale Gewissenserfroschung sei notwendig. Das Symposium wurde auch von dem französischen Priester Tony Anatrella besucht, gegen den ein Disziplinarverfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingeleitet wurde. Eine kirchliche Untersuchung hat ergeben, dass er erwachsene Seminaristen im Rahmen einer sogenannten Konversionstherapie zur Unterdrückung ihrer Homosexualität missbrauchte. Quellen: vaticannews   thestar   kath.ch


16.2.2022 Daniel Deckers beobachtet, dass „katholische“ Richter milde Strafen gegen Pädokriminelle aussprachen und Strafverfolger der katholischen Kirche Hinweise auf bevorstehende Ermittlungen gaben. Ein Richter in Köln macht es endlich anders. Vielleicht hätte im Fall des Priesters Ue. aus dem Erzbistum Köln viel Unheil verhindert werden können, „wenn sich die örtliche Staatsanwaltschaft im Winter 2010/2011 nicht mit den verharmlosenden Aussagen von ranghohen Bistumsmitarbeitern wie dem heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße zufriedengegeben hätte“. Nun erhellt der Vorsitzende Richter der Jugendschutzkammer, Christoph Kaufmann, „nachgerade vorbildlich das Umfeld des Beschuldigten“ auf und enttarnt die Bistumsverantwortlichen als Kollaborateure. Quelle: FAZ


16.2.2022 Eine ca 30-jährige Frau hat Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs durch den 2021 verstorbenen Bischof von Le Havre, Michel Guyard, gestellt. Er habe sie über zwei Jahre ab ihrem fünften Lebensjahr missbraucht. Die Frau hat Kontakt mit Ansprechpartnern für Missbrauchsbetroffene der Erzdiözese Paris, der Französischen Bischofskonferenz und der Unabhängigen Kommission Ciase. Ciase erhält nach Veröffentlichung ihres Berichtes im Oktober 2021 weitere zahlreiche Zeugenaussagen. Quelle: kath.ch


16.2.2022 Die im Vatikan für die Bearbeitung von Missbrauchsfällen zuständige Glaubenskongregation hat einen Rückstand von etwa 4.500 unbearbeiteten Missbrauchsfällen. Quelle: americamagazine


16.2.2022 Gegen einen weiteren katholischen Priester in Gronau, Bistum Münster, gibt es einen Missbrauchsvorwurf. Der Übergriff soll in den 1980er Jahren passiert sein. Der Beschuldigte ist noch immer im Münsterland tätig, ihm wurden jedoch nach Bekanntwerden der Vorwürfe alle priesterlichen Dienste untersagt. Die Mutter des mutmaßlichen Opfers habe die damalige Gemeindeleitung auf den Übergriff angesprochen, aber dort habe niemand mit ihr darüber sprechen wollen. Quelle: WDR


16.2.2022 Ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen vor etwa vier Jahrzehnten wurde gegen einen Priester des Bistums Münster eingeleitet. Die Bistumsleitung untersagte daraufhin dem Priester die Ausübung aller priesterlichen Dienste. Quelle: Kirche und Leben


16.2.2022 Dem Kölner katholischen Priester Ue. werden inzwischen 118 Missbrauchsfälle zwischen 1993 und 2018 vorgeworfen. Sollte er verurteilt werden, würde er als Serienstraftäter gelten. Bei Gericht meldete sich ein Pfarrer des Erzbistums, der ab 2012 U.s Vorgesetzter in Wuppertal war. Er sagte, er sei von der Bistumsleitung über die Vorwürfe von 2010 nicht informiert worden. Der frühere Vorgesetzte zeigte sich überzeugt, dass Bistumsverantwortliche spätestens ab 2010 Taten hätten verhindern können. Die FR berichtet, dass der Beschuldigte als Krankenhausseelsorger ein besonderes Vertrauensverhältnis zu einer Familie aufbaute und die Tochter missbrauchte. Quellen: katholisch.de   Kirche und Leben   FAZ   WDR   FR


16.2.2022 Bischof Genn, Münster, stellt sich im Interview den Vorwürfen kirchlich Betroffener. Quelle: Kirche und Leben


16.2.2022  Unter dem Titel „Verletzender Klerikalismusund der Aufbruch ins Magdalenische Zeitalter“ beschreibt Hildegunde Keul aus vulnerabilitätstheoretischer Sicht, was Klerikalismus anrichtet und warum es ein neues, „ein Magdalenisches Zeitalter“, braucht. Quelle: archiv.echter


15.2.2022  Betroffene von Missbrauch in der katholischen Kirche Italiens haben eine gemeinsame Koordinierungsstelle eingerichtet. Erfasst werden sollen neben Kindesmissbrauch auch Fälle sexuellen Missbrauchs von Frauen, insbesondere von ORdensschwestern. Mit der Koordinierungsstelle will die Koordinierungsstelle Druck auf Kirche und Regierung ausüben, eine unabhängige Untersuchungskommission für Missbrauchsfälle einzurichten. Quelle: Neues Ruhrwort


15.2.2022 Inzwischen melden sich weitere Zeugen und mutmaßlich Betroffene im Fall des früheren Bremer Dompredigers, der 1992 starb. Bekannt war bislang nur der Fall eines Jungen, der vor ca 50 Jahren missbraucht wurde, als der Beschuldigte eine Philosophie-AG an einem Bremer Gymnasium leitete. Die Ansprechpartnerin für Fragen sexualisierter Gewalt der Bremischen Evangelischen Kirche, Jutta Schmidt, geht von mehreren Betroffenen aus. Quelle: Zeit


14.2.2022 Notger Slenczka, Dogmatik-Professor an der Humboldt-Universität in Berlin, denkt über „einen vergessenen Aspekt in der Bewertung des kirchlichen Umgangs mit den Tätern in Missbrauchsfällen“ nach und konstatiert, dass die Kirche sich eingestehen muss, „dass sie über dem unverzichtbaren Anliegen der seelsorgerlichen Begleitung der Täter die Fürsorge für die Opfer in der Vergangenheit vernachlässigt hat“. Quellen: Zeitzeichen   faz


14.2.2022  Zum dritten Mal ist in der Maria Geburt Kirche in Aschaffenburg der Sonntagsgottesdienst ausgefallen. Stattdessen gab die Gemeinde Opfern ein Forum, um über den Missbrauchsskandal zu sprechen. Mehrere Betroffene haben die Gelegenheit genutzt. Laut Pfarrer Markus Krauth war es wichtig, dass Betroffene im Kirchenraum von ihrem Leid sprechen konnten. Quellen: BR   Mainpost


14.2.2022 Die Bonner Masterstudentin Jacqueline Richter ruft Personen ab 18 Jahren dazu auf, an einer Studie der Rechtspsychologie an der Uni Bonn teilzunehmen. Es geht um das Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen: „Wir wollen mit diesen Erhebungen näher betrachten, ob und wann Menschen, die in Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben, sich anderen Personen anvertrauen, und unter welchen Umständen dies geschieht“, erklärt Frau Richter zur Online-Befragung. Quellen: soscisurvey   ga


13.2.2022 Der Synodale Weg berät über Aufarbeitung und flachere Hierarchien – und die Bischofskonferenz erkennt die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) an, die für das genaue Gegenteil steht. Johannes Norpoth, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK, beschreibt die KPE als „organisierte Antithese zu allem“, was der Synodale Weg bedeutet. Quelle: CiG


12.2.2022 ALois Riklin, früherer Professor für Politikwissenschaft an der Uni St. Gallen und 1991/1992 Leiter der der Expertenkommission der katholischen Landeskirchen der Schweiz zur Aufarbeitung der umstrittenen Bischofswahl im Bistum Chur, reagiert auf Aussagen des Opus Dei-Mitglieds Manfred Lütz. Riklin beschreibt, wie Josef Ratzinger im Auftrag von Papst Johannes Paul II. die Bischöfe weltweit verpflichtet, Sexualstraftaten mit minderjährigen Opfern nach abgeschlossener ortskirchlicher Voruntersuchung der Glaubenskongregation in Rom zu melden sind. Diese entscheidet, ob der Fall direkt von ihr oder in erster Instanz vom Diözesangericht beurteilt wird. An den Strafverfahren dürfen als Richter, Kirchenanwälte, Notare und Verteidiger nur Priester beteiligt sein. Rinklins Fazit: „Über allem stand die Sorge um das Image der heiligen Kirche und des heiligen Priesterstandes. Das wirksamste Mittel schien die Geheimhaltung. Diese förderte erst recht die Schonung der Täter und das Im-Stich-Lassen der Opfer. So wurde die Heiligkeit zur Scheinheiligkeit und der Missbrauchsskandal zum Vertuschungsskandal. Die Vertuschung war von höchster kirchlicher Stelle angeordnet.“ Quelle: kath.ch


12.2.2022 Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, berichtet, dass die Gemeinsame Erklärung mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung „zeitnah“ unterzeichnet werden könne. Eine staatliche oder staatlich eingesetzte Kommission zur Aufklärung begrüßt sie grundsätzlich, auch wenn sie für eine kirchenspezifische Untersuchung plädiert. An individuellen Anerkennungsleistungen der evangelischen Kirche hält sie fest, meint aber auch, dass diese Frage in der Diskussion bleibt. Quelle: Augsburger Allgemeine


12.2.2022 „Die Täter haben die Schuld am Missbrauch. Wir alle tragen aber Verantwortung, auch wenn wir keine Schuld haben“, sagt die Pastoralreferentin Esther Göbel, Mitglied des Synodalen Wegs. Quelle: katholisch.de  s. auch feinschwarz.net


11.2.2022 Bischof Wilmer, Hildesheim, versetzt den früheren Propst von Duderstadt in den Ruhestand. Dem früheren Propst wird vorgeworfen, in den Achtzigerjahren eine Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Quelle: Göttinger Tageblatt


11.2.2022 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, empfindet das Schreiben von Joseph Ratzinger als Zumutung: „Statt dieses Schreibens hätte mir ein einfaches Bedauern darüber gereicht, dass er nicht alles versucht hat, um Kinder in seiner Zeit und in seinem Verantwortungsbereich vor Gewalt und Missbrauch zu schützen. Aber wesentlich hätte ich gefunden, dass er sich darüber Gedanken macht oder Hinweise gibt, wie den Opfern auch seines wie auch immer verklausulierten Fehlverhaltens geholfen werden kann.“ Katsch fordert weiterhin eine unabhängige Aufklärung, ein Opfergenesungswerk und eine faire Entschädigung kirchlich Betroffener. Am Synodalen Weg stört ihn, „dass sich zwar alle Bischöfe wortreich auf die Betroffenen berufen, aber dann doch nicht die den Betroffenen wichtigen Themen an den Anfang stellen. Vielmehr stehen wieder innerkirchliche Auseinandersetzungen im Vordergrund. Obwohl links und rechts am Wegesrand dieses synodalen Weges Betroffene liegen, die darauf warten, versorgt zu werden.“ Quelle: rnz


11.2.2022 Bischof Genn, Münster, bezeichnet die aktuelle Situation der katholischen Kirche als „sehr dramatisch“. Das Gutachten zu Missbrauchsfällen im Bistum Münster erwartet er für Juni. Quelle: Domradio


11.2.2022 Der Abschlussbericht „Gewalt am bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein. Aufarbeitung mit und für Betroffene. Abschlussbericht, Trier im Februar 2022″ liegt vor.  Im Volksfreund berichten Betroffene. Quellen: bistum-trier   wort-lu


11.2.2022 Bereits 2020 hatte das Bistum Bistum Trier einen Zwischenbericht über Gewalt am Internat Albertinum, Gerolstein veröffentlicht. Heute stellt das Bistum den Abschlussbericht im ERA Conference Centre in Trier vor. Ab 17 Uhr ist der Abschlussbericht online. Quelle: swr


10.2.2022 Anfang Januar 2022 begann eine sechsköpfige Kommission, sexuellen Missbrauch von Kindern in der portugiesischen katholischen Kirchezu untersuchen. Seither haben sich 214 Personen gemeldet und eine Zeugenaussage gemacht. Viele von ihnen erwähnten andere Kinder, die möglicherweise von demselben Täter missbraucht wurden. Finanziert wird die Kommission von der römisch-katholischen Kirche, wenn sie jedoch versuche, in den Prozess einzugreifen, würde der Leiter der Kommission – Kinderpsychiater Pedro Strecht – aussteigen. Meldungen gehen online über eine eigene Website oder über eine eigene Telefonnummer ein. Die Kommission ist darauf angewiesen, auch Zugang zu den Akten der Diözesen zu erhalten. Weil manche Personen keinen Zugang zu neuen Technologien haben, hat die Kommission auch Kontakt zu lokalen Wohltätigkeitsorganisationen und anderen Einrichtungen aufgenommen. Ergebnisse sollen in einem Jahr vorliegen. Quelle: Gettotext.com


10.2.2022 Das von der Kanzlei Gercke Wollschläger erstellte Gutachten über sexuellen Missbrauch hat es versäumt, den im Aktenvorgang 101 (S. 645) benannten Beschuldigten als Geistlichen des Opus Dei zu bezeichnen. Er wird als „Ordensgeistlicher“ benannt. Politisch brisant ist die fehlerhafte Angabe, weil das Erzbistum Köln die deutsche Zentrale der Personalprälatur des Opus Dei ist. U.a. gehören Generalvikar Markus Hofmann und Weihbischof Dominikus Schwaderlapp dem Opus Dei an. Quelle: FAZ


10.2.2022 Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, hat sich gegen eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von Missbrauch in Italiens Kirche ausgesprochen. Man solle sich davor hüten zu glauben, dass es eine dritte Macht außerhalb der Kirche gebe, die von innen heraus urteilen könne, sagte Paglia. „Die Gerichte in der Kirche funktionieren seit dem Mittelalter“, zuständig sei die Glaubenskongregation. Quelle: Kirche und Leben


10.2.2022 In der „Frankfurter Erklärung“ werden Unterschriften „Für eine synodale Kirche“ gesammelt. Quelle: change.org


10.2.2022 Im Bistum Fulda soll die Aufarbeitungskommission ihre Untersuchungen „ohne Rücksicht auf etwaige Funktionsträger oder Personen mit exponierten Namen“ durchführen. Die im September 2021 eingesetzte Kommission sichtet derzeit vor allem Unterlagen und Akten. Sie wird Betroffene anhören und das Verhalten von Verwaltung und kirchlichen Organisationen bewerten. Quellen:  Fuldaer Zeitung   katholisch.de


10.2.2022 Drei Betroffene berichten von sexuellem Missbrauch in unterschiedlichen Kontexten. Quelle: zdf Triggergefahr.


10.2.2022 Im Erzbistum Paderborn soll heute, 19:30-21 Uhr mit Bistumsverantwortlichen über Missbrauchsaufarbeitung und den Umgang mit queeren Menschen in der Kirche gesprochen werden. Die Veranstaltung wird live  übertragen. Quelle: nw


10.2.2022 Kardinal Woelki ist zu Gesprächen mit dem Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, in Rom. Ob es auch ein Gespräch mit Papst Franziskus geben wird, ist unbekannt. Im Erzbistum Köln fordern Laien- und Verbändevertreter*innen eine Befragung der Gremien oder auch der Gemeinden, wie es im Erzbistum weitergehen soll. Die Rückkehr Woelkis ist für den Aschermittwoch vorgesehen. Quelle: Presseportal


10.2.2022 Erzbischof Gänswein berichtet von einem Brief, den Papst Franziskus  an „Benedikt XVI.“ geschrieben habe. Es sei ein „sehr schöner Brief“, in dem Franziskus als Seelsorger, Mitbruder und Mensch schreibe und seine volle Unterstützung, sein volles Vertrauen und sein Gebet zum Ausdruck bringe. Quelle: Domradio


10.2.2022 Jean-Marc Sauve, Präsident der unabhängigen Untersuchungskommission zu Missbrauch in der katholischen Frankreichs, Ciase, hat Kritik an den Befunden und Methoden der Kommission zurückgewiesen. Die Kritik war von einigen Mitgliedern der Katholischen Akademie Frankreichs geäußert worden. Quelle: Neues Ruhrwort


10.2.2022 Das Entschuldigungsschreiben des em. Papstes Benedikt XVI. und die Ablehnung der Rede vom „besonderen Lehramt der Betroffenen“ beim Synodalen Weg haben beide etwas mit einem speziellen Verständnis von Kirche zu tun. Hans-Joachim Sandersieht hier einen Vorgang der „Selbstverzwergung“ und ein Trauerspiel. Quelle: feinschwarz.net


9.2.2022 „Die Bundesinnenministerin ist nicht nur zuständig für Recht und Gesetz und Sicherheit; in ihren Verantwortungsbereich fallen auch die Religionsgemeinschaften. Sie muss sich schon von Amts wegen interessieren. Alles, was recht ist, Nancy Faeser sollte den Kirchen jetzt Druck machen.“ Das schreibt Stephan-Andreas Casdorff. Quelle: Tagesspiegel


9.2.2022 Im Bistum Münster gibt es in Herten, Münster, Tecklenburger Land, Warendorf und Hamm Krisen- und Gewaltberatung für Männer. „Wir verstehen Täterarbeit als Opferschutz“, sagt Peter Frings, Interventionsbeauftragter des Bistums Münster. Quelle: Kirche und Leben


9.2.2022 Nicole Sacha und Christiane Kurpik, Mitglieder in der Betroffeneninitiative Hildesheim, machen darauf aufmerksam, dass sexueller Missbrauch nicht nur die von ihm Betroffenen belasten, sondern auch ihre Familien. Im Bistum Hildesheim haben sich Missbrauchsopfer und Angehörige digital getroffen. Quelle: kiz-online


9.2.2022 Das Bistum Eichstätt ruft erneut kirchlich Betroffene auf, sich für den Beirat zu melden. Sie können sich beim betreuenden Diplompsychologen melden: 0151-15547772.  Quelle: Bistum Eichstätt


9.2.2022 Christiane Florin gibt eine Einschätzung des Briefs von Kardinal Ratzinger ab. Quelle: DLF


9.2.2022 Georg Gänswein, Privatsekretär von Joseph Ratzinger, beklagt „viel Dreck“ gegen „Papst Benedikt XVI.“. Eine Strömung wolle mit einer Kampagne Werk und Person zerstören. Quellen: Zeit   kathpress.at


9.2.2022 Die Missbrauchsgutachten aus München und Köln zeigen, wie Bistumsverantwortliche gegen Beschuldigte mit zweierlei Maß vorging: Priester wurden in der Regel geschont, Laien häufig konsequent bestraft. Quelle: Süddeutsche


9.2.2022 Thoralf Cleven kommentiert das Schreiben von Joseph Ratzinger zu seiner Rolle als Erzbischof von München und Freising: Ratzinger „flüchtet sich in Larmoyanz und Selbstmitleid.“ Quelle: rnd


9.2.2022 Zwei kirchlich Betroffene berichten aus dem Bistum Hildesheim und dem Bistum Münster. Antonius Kock, Gründer der Selbsthilfegruppe Rhede, plädiert für individuelle Beratung Betroffener und für eine eigenständige, von Betroffenen selbst gewählte Vertretung, die die Interessen kirchlicher Missbrauchsopfer auf politischer Ebene vertritt – z.B. im Blick auf Anerkennungszahlungen und Aufarbeitung des Missbrauchs. Die Aufarbeitung dürfe nicht der Täterorganisation überlassen werden, sagt er. Quelle: duelmenplus.de


9.2.2022 In der spanischen katholischen Kirche an der Costa Blanca war es lange still um sexuellen Missbrauch. Der neue Bischof von Orihuela-Alicante, José Ignacio Munilla, sorgt mit einem Tweet für Aufregung – er wirft der Politik Desinteresse an Betroffenen vor. Das Bistum will Zahlen liefern – irgendwann. Quelle: Costanachrichten


9.2.2022 Seit dem Projektstart 2020 suchen die Forscherinnen der Studie im Erzbistum Paderborn Zeitzeug*innen, die als Minderjährige sexuelle Gewalt von Klerikern erlebten oder von sexuellen Übergriffen Kenntnis hatten. Quellen:Erzbistum Paderborn


9.2.2022 Ein Betroffener aus dem Bistum Fulda erzählt. Quelle: FR


9.2.2022 Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers sucht nach einem Missbrauchs-Vorwurf mögliche weitere Betroffene. Ein späterer Pastor soll eine 17-Jährige in den 1990er Jahren missbraucht haben. Der Pastor ist weiter im Kirchendienst, weil dienstrechtlich nicht nachweisbar war, dass die mögliche Betroffene zu Beginn der Taten minderjährig war. Zudem war der Beschuldigte noch nicht im Dienst der Landeskirche Hannover, sondern zum Zeitpunkt der Taten in Celle in der „Lobetalarbeit“ der Diakonie tätig. Dort war er „wahrnehmbar als Geistlicher“ tätig, aber noch kein ordinierter Pastor. Inzwischen habe sich eine zweite Betroffene gemeldet und berichtet, sie habe als 14- oder 15-Jährige sexualisierte Gewalt erfahren durch den Pastor. Ihr Verfahren sei wegen Verjährung eingestellt worden. Quellen: NDR   gmx


9.2.2022 Bischof Overbeck, Essen, nimmt wahr, dass viele Betroffene enttäuscht und teilweise auch entrüstet sind über die persönliche Erklärung von Joseph Ratzinger. Dies mache ihn nachdenklich, denn die Sicht der Betroffenen sollte ein großes Gewicht haben. Overbeck fürchtet, dass die Erklärung Ratzingers den Betroffenen in ihrem Aufarbeitungsprozess wenig weiterhelfen könne. Quelle: bistum-essen


9.2.2022 Das Erzbistum München und Freising will selbst aktiv auf Betroffene zugehen und die Unterstützung anbieten, die Betroffene brauchen: „Wir sind für Euch da und wollen mit Euch in den Austausch kommen.“ Es sollen Foren geschaffen werden. Quelle: domradio.de


9.2.2022 Friedrich Wetter, emeritierter Kardinal, Erzbistum München, hat seine Ehrenbürgerschaft von Landau zurückgegeben, weil er durch Auseinandersetzungen um seine Person den Frieden der Stadt nicht stören wolle.Wetter war von 1982 bis 2008 Erzbischof von München. Im WSW-Gutachten wurde ihm Fehlverhalten in 21 Fällen attestiert. Wetter, 93, hat persönliche Verantwortung für Missbrauchsfälle übernommen und für seine falsche Entscheidung im Fall H. um Entschuldigung gebeten. Quelle: katholisch.de


9.2.2022 Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz sieht im Schreiben „Benedikts“ einen „Befreiungsschlag“ und stellt fest, dass Ratzinger die „sozusagen politische Verantwortung für das, was in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising dort an Schrecklichem geschah“. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, nennt die Entschuldigung Ratzingers unzureichend. Es fehle die Empathie gegenüber den Betroffen. Die Reaktion Ratzingers überzeuge „leider nicht“. Quelle: rnd


9.2.2022 Der Sprecher des Augsburger Betroffenenbeirats im Bistum Augsburg, Friedrich Braun, sagt, dass sich viele Betroffene vom ehemaligen Papst Benedikt mehr erwartet hätten. Sie sind enttäuscht von der nur „halbherzigen Entschuldigung des emeritierten Papsts Benedikt. Quelle: BR


8.2.2022 Die Philosophin und Theologin Doris Reisinger kritisiert – völlig zu Recht! – im Schreiben von Joseph Ratzinger die von ihm gewählten Bezeichnungen für Jesus als „Freund, Bruder, Anwalt/Paraklet“. Das klinge in den Ohren Betroffener so, als stünde Jesus „auf der Seite derer, die sie all die Jahrzehnte gequält, ignoriert und verletzt haben“, nicht auf ihrer Seite. Der Brief sei eine „bodenlose Verhöhnung der Betroffenen“ und ihr selbst werde „schlecht ob so viel Selbstgefälligkeit im frommen Mäntelchen“. – Hans Zollner, Kinderschutz-Experte, kritisiert den Brief von Ratzinger als „zu allgemein gehalten“. Zollner beobachtet, dass Ratzingers Erklärung in Deutschland als ungenügend beurteilt werden, in Italien jedoch “ zumeist als beeindruckendes Schuldbekenntnis gelesen werde“. Quelle: kath.ch


8.2.2022 Im Bistum Hildesheim hat Generalvikar Wilk informiert, dass Bischof Wilmer einen Geistlichen mit Wirkung zum 1.1.2022 in den Ruhestand versetzt hat. Der Geistliche darf zwei Jahre lang weder in Gottesdiensten noch in der Seelsorge tätig werden. Beurlaubt wurde er im Dezember 2019. Ihm wird von einer Frau vorgeworfen, ihr im Alter von 16 bis 18 Jahren Anfang der 1980er-Jahre sexualisierte Gewalt angetan zu haben. Eine weitere Frau gab Ende August 2020 zusätzliche Hinweise auf grenzverletzendes Verhalten des Priesters gegenüber volljährigen Personen. Kirchenrechtliche Untersuchungen ergaben, dass die Frauen das im Kirchenrecht vorgesehene Schutzalter überschritten hatten, die Vorwürfe also kirchenrechtlich nicht justitiabel sind. Quelle: Bistum Hildesheim


8.2.2022 Georg Löwisch analysiert Ratzingers Schreiben: „In seiner Betroffenheitsprosa gehen konkrete Betroffene unter.“ Quelle: zeit


8.2.2022 „Ratzinger formuliert die ‚aufrichtige Bitte um Entschuldigung‘. Aber für diese Bitte fehlt es an irgendeiner Form eines Schuldeingeständnisses, einer Verantwortungsübernahme“, meint Christoph Strack und weist darauf hin, dass Joseph Ratzinger mit einem ungeregelten Titel unterschreibt: „Benedictus XVI, Papa emeritus“. Quelle: dw


8.2.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller beurteilt den Fall Ratzinger. Ratzinger spiritualisiert Verantwortung. Quelle: srf.ch


8.2.2022 Tilmann Kleinjung kommentiert die Reaktion auf das Münchner WSW-Gutachten: „Benedikts wertlose Entschuldigung“: Er hat nichts gewusst, nichts geahnt, nichts unternommen. Quelle: BR


8.2.2022 Ratzinger schreibt: „Ich werde ja nun bald vor dem endgültigen Richter meines Lebens stehen. Auch wenn ich beim Rückblick auf mein langes Leben viel Grund zum Erschrecken und zur Angst habe, so bin ich doch frohen Mutes, weil ich fest darauf vertraue, daß der Herr nicht nur der gerechte Richter ist, sondern zugleich der Freund und Bruder, der mein Ungenügen schon selbst durchlitten hat und so als Richter zugleich auch mein Anwalt (Paraklet) ist.“ Quelle: katholisch.de

Wenn Gott der Anwalt von Joseph Ratzinger ist, kann Gott dann noch der Anwalt der kirchlichen Missbrauchsopfer sein?


8.2.2022 Reaktionen auf das Schreiben von Joseph Ratzinger und den Faktencheck seiner juristischen Berater:

Richard Kick, Mitglied im Betroffenenbeirat der Erzdiözese München, sagt, die Betroffenen würden abgespeist, während Benedikt sich selbst beweihräuchere.

Christian Weisner stellt fest, dass Ratzinger die Verantwortung leugnet, die ein Bischof in der katholischen Kirche habe. Er habe es versäumt, an seinem Lebensende ein Signal zu setzen, dass er als Bischof Verantwortung übernehme.

Die Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“ ist enttäuscht und wütend, Betroffene können nichts mehr von „Schmerz und Scham“ hören. Solche Entschuldigungen dienten „am Ende nur dazu, den Opfern die Verantwortung aufzuhalsen, wenn sie diese Art von Betroffenheitsbekundungen nicht angemessen zu würdigen vermögen“. Das Statement Ratzingers reihe sich in die permanenten Relativierungen der Kirche in Sachen Missbrauch ein. Zwar würden die Vergehen und Fehler als geschehen bezeichnet, aber niemand übernehme konkret Verantwortung.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisiert die Erklärung Ratzingers als unzureichend. Es fehle die Aussage: „‚Ich entschuldige mich und ich übernehme Verantwortung für die schlimmen Fehler, die in Sachen Umgang mit sexuellem Missbrauch in meiner Zeit als Erzbischof von München-Freising gemacht wurden.'“ Es sei, als hätten anonym bleibende Mächte und Gewalten im Erzbistum München die Fehler gemacht. Den Betroffenen widerfahre so keine Gerechtigkeit.

Kardinal Marx begrüßt Ratzingers Stellungnahme. Bischof Bätzing ist dankbar für Ratzingers persönliche Stellungnahme. Quellen: BR2    Zeit   Eckiger Tisch


8.2.2022 correctiv.org weist darauf hin, dass der Kirchenrechtler Korta mit dem Fall H. vertraut war. Er wurde nämlich nach dem 21.5.2010 von Kardinal Marx beauftragt, den Fall zu prüfen. Korta berichtete der Glaubenskongregation regelmäßig über den Fall und schickte am 8.11.2012 den Voruntersuchungsbericht an die Glaubenskongregation. Quelle: correctiv.org


8.2.2022 Joseph Ratzinger schreibt einen Begleitbrief: „Ich habe in der katholischen Kirche große Verantwortung getragen. Umso größer ist mein Schmerz über die Vergehen und Fehler, die in meinen Amtszeiten und an den betreffenden Orten geschehen sind. Jeder einzelne Fall eines sexuellen Übergriffs ist furchtbar und nicht wieder gut zu machen. Die Opfer von sexuellem Mißbrauch haben mein tiefes Mitgefühl und ich bedauere jeden einzelnen Fall.“- Ratzinger hatte in einem Schreiben an die Kanzlei WSW angegeben, im Fall H. nicht an einer Ordinariatssitzung teilgenommen zu haben, was nachweislich unrichtig ist. Nun betont Ratzinger, der Fehler sei nicht beabsichtigt gewesen und „ist, so hoffe ich, auch entschuldbar“. Begangen haben ihn seine Berater: Der Kirchenrechtler Prof. Mückl, der Kirchenrechtler Prof. i.R. H. Pree, der Kirchenrechtler Korta und der Kölner Rechtsanwalt Brennecke aus der Kanzlei Höcker. Ratzinger fühlt sich tief verletzt: „Daß das Versehen ausgenutzt wurde, um an meiner Wahrhaftigkeit zu zweifeln, ja, mich als Lügner darzustellen, hat mich tief getroffen“, schreibt er. – Ratzinger berichtet von seinen Begegnungen mit Missbrauchsbetroffenen. Dort habe er verstehen gelernt, „daß wir selbst in diese übergroße Schuld hineingezogen werden, wenn wir sie übersehen wollen oder sie nicht mit der nötigen Entschiedenheit und Verantwortung angehen, wie dies zu oft geschehen ist und geschieht“. Er spricht zwar von „Vergehen und Fehlern in seinen Amtszeiten und an den betreffenden Orten“, übernimmt aber keine persönliche Verantwortung. Ratzinger schreibt: „wie groß auch immer meine Schuld heute ist, der Herr vergibt mir…“. Die Berater von Ratzinger stellen fest, dass das Gutachten keinen Beweis für einen Vorwurf des Fehlverhaltens oder der Mithilfe bei einer Vertuschung liefere: „Als Erzbischof war Kardinal Ratzinger nicht an einer Vertuschung von Missbrauchstaten beteiligt“, schreiben sie. Quellen: Kirche und Leben   katholisch.de   Tagesspiegel     Domradio   Süddeutsche


8.2.2022 In der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) wurde ein Missbrauchsfall bekannt. Täter ist ein ehemaliger Bremer Domprediger, der seit 1958 das Amt des Dompredigers in der St.-Petri-Domgemeinde inne hatte und in den 1990er-Jahren starb. Eine juristische Aufarbeitung ist nicht mehr möglich, jedoch soll eine externe Stelle den Fall im Laufe des Jahres individuell aufarbeiten. Quelle: buten un binnen


8.2.2022 Die Leiterin der Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Würzburg, Anja Amend-Traut, berichtet von der Arbeit der Kommission. Der Kommission gehört kein Vertreter des Bistums mehr an. Zunächst soll die strafrechtliche Aufarbeitung geschehen, die neben der Identifizierung von Tätern und Taten auch die Verantwortlichen in den Fokus nimmt und Verdeckungstaten zwischen 1945 bis 2019 untersucht. Ein öffentlicher Aufruf zur Mitarbeit Betroffener an dieser strafrechtlichen Aufarbeitung wird erwogen. Die Kommission, nicht das Bistum, wird ein Gutachten bei einer Kanzlei in Auftrag geben. Zugang zu den Akten hat ausschließlich die Kanzlei. Die Aufarbeitungskommission hat vom Bistum Geld für ein Gutachten erhalten und kann unabhängig vom Bistum darüber verfügen. Ergebnisse der Kommission müssen vor Veröffentlichung dem Bischof nicht vorgelegt werden. Quelle: Mainpost


7.2.2022 Der Kurienbischof Josef Clemens und der Justizia der Diözese Fulda untersuchen im Auftrag des Vatikans Missbrauchsfälle im Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Von 1945 bis heute seien dort acht Anschuldigungen von Missbrauch ans Licht gekommen. Ende 2017 stellte eine vom Stift beauftragte Expertenkommission „strukturelle Mängel“ im Umgang mit Missbrauchsfällen fest. Der Vatikan beauftragte danach eine neuerliche Überprüfung. Quelle: vaticannews


7.2.2022 Bericht vom zweiten Sonntag in der Gemeinde Maria Geburt, Aschaffenburg, in dem Betroffene sexualisierter Gewalt im Zentrum des Sonntagsgottesdienstes stehen. Quelle: maria-geburt


7.2.2022 Der Kurienbischof Josef Clemens und der Justizia der Diözese Fulda untersuchen im Auftrag des Vatikans Missbrauchsfälle im Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Von 1945 bis heute seien dort acht Anschuldigungen von Missbrauch ans Licht gekommen. Ende 2017 stellte eine vom Stift beauftragte Expertenkommission „strukturelle Mängel“ im Umgang mit Missbrauchsfällen fest. Der Vatikan beauftragte danach eine neuerliche Überprüfung. Quelle: vaticannews


7.2.2022 Bericht vom zweiten Sonntag in der Gemeinde Maria Geburt, Aschaffenburg, in dem Betroffene sexualisierter Gewalt im Zentrum des Sonntagsgottesdienstes stehen. Quelle: maria-geburt


7.2.2022 Synodaler Weg – Alibi oder echter Aufbruch? DLF-Diskussion mit dem Kirchenrechtler Anuth und der Theologin Julia Knop. Quelle: DLF


7.2.2022 Im Fall des Adveniat-Bischofs aus dem Erzbistum Freiburg haben sich bei Adveniat fünf Personen gemeldet. Bei der Juristin Antje Niewisch-Lennartz, die eine Aufarbeitungsstudie im Bistum Hildesheim leitete, meldeten sich sechs Frauen mit Missbrauchsvorwürfen. Ob es sich um die gleichen Personen wie bei den Meldungen an Adveniat handelt, ist unklar. Im Erzbistum Freiburg gab es 2005 einen Hinweis. Adveniat und die DBK haben eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse bis Mitte 2022 erwartet werden. Die bei Adveniat eingegangenen Meldungen wurden je nach Zuständigkeit an das Erzbistum Freiburg, die Deutsche Bischofskonferenz oder das jeweilige lateinamerikanische Bistum weitergeleitet. Quelle: katholisch.de


7.2.2022 Aufruf der Universität Regensburg: Suche nach Interviewpartnerinnen für das Forschungsprojekt „Missbrauch an Ordensfrauen“


7.2.2022 Im Bistum Münster haben sich erstmals 56 kirchlich Betroffene sexuellen Missbrauchs zu einem Vernetzungstreffen versammelt. Das Bistum verschickte die Einladungen und übernahm die Veranstaltungskosten, nahm jedoch nicht an dem Vernetzungstreffen teil. Für viele Teilnehmenden war das Treffen eine befreiende Erfahrung. Es zeigte weiterhin große Skepsis gegenüber Bischof Genn und der Bistumsleitung im Blick auf die Aufklärung, die Benennung bischöflicher Vertuscher und Konsequenzen. Viele Teilnehmer*innen forderten eine „unabhängige und aufrichtige Aufklärung durch eine staatliche Aufklärungskommission“ und konkrete Initiativen zur Prävention, z.B. durch die Selbsthilfegruppe Rhede. Die Arbeit der UKA bezeichneten die Betroffenen als „grotesk langsam; das Fehlen einer „traumasensiblen Seelsorge“ beklagen sie. Offen ist, ob und in welcher Form sich Betroffene im Bistum Münster organisieren, Interesse an einer Mitarbeit in Beiräten besteht kaum. Die Initiatoren des Treffens überlegen eine „weitere Vernetzung der Betroffenen“ – etwa nach der Vorstellung der Ergebnisse der unabhängigen Historikerkommission unter Leitung von Thomas Großbölting, die im Juni 2023 veröffentlicht werden soll. Quelle: Kirche und Leben


6.2.2022 Sexueller Missbrauch von Kindern ist nicht nur ein Kirchenthema. Nur war seit der Veröffentlichung des jüngsten Gutachtens aus der Politik nicht viel zu hören. Matthias Katsch von der Initiative „Eckiger Tisch“ fordert eine Wahrheitskommission. Quelle: BR


6.2.2022 Missbrauchsbetroffene sind enttäuscht, dass auf dem Synodalen Weg die Anliegen kirchlich Betroffener keine Rolle spielten, sagte der Eckige Tisch. Das anvisierte Schuldbekenntnis sei gut gemeint, lenke aber von den Forderungen der Betroffenen, die sie seit nunmehr zwölf Jahren erheben, ab:  finanzielle Unterstützung für die Selbstorganisation kirchlich Betroffener, ein „Opfergenesungswerk“ für praktische Hilfen und Unterstützung und eine angemessene Entschädigung auf der Grundlage der Expertenempfehlungen von 2019. Quelle: zeit.de


6.2.2022 Der Theologe Gregor Maria Hoff weist darauf hin, dass die ursprüngliche Textvorlage des Synodalen Wegs, die vom „besonderen Lehramt der Betroffenen“ sprach, geändert wurde. Nun heißt es, die Kirche „muss auf die Stimme derer hören, die von kirchlichem Machtmissbrauch betroffen waren und sind. In ihnen wird nach dem Zeugnis der Hl. Schrift (Mt 5,1-12; Mt 25,31-46) die Stimme Christi vernehmbar. Ihr Schrei ist ein besonderer ‚Locus theologicus‘ für unsere Zeit.“ Quelle: katholisch.de


5.2.2022 Der Berufsverband Deutscher Kriminalbeamter mahnt die Erfüllung der gesetzlichen Pflicht zur Strafverfolgung von Missbrauchstaten in der Kirche an. Quelle: Domradio


5.2.2022 Daniela Ordowski, Mitglied des Synodalen Wegs und Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) sieht in reformorientierten Aussagen von Bischöfen keine Lichtblicke mehr: „Ich möchte, dass die Bischöfe auch endlich zeigen, dass sie hinter ihren Worten stehen und mit diesem Votum auch nach Rom gehen.“ _Quelle: Tagesschau


5.2.2022 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke schätzt den Synodalen Weg ein: „Nichts außer Placebo-Beteiligung in einer ständemonarchischen Kirche“ Quelle: deutschlandfunk


4.2.2022 „Das Jahresgedächtnis für einen Menschen zu lesen, dem schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, in eben der Pfarrkirche, die einst sein Arbeitsplatz war und in deren Schutz er vermutlich tätig werden konnte, das verstört. Wieder einmal scheint die Fürsorge der Kirche nicht ausschließlich den Opfern zu gelten.“ Quelle: rundschau-online


4.2.2022 Der Betroffenenbeirat der Bistümer Fulda, Limburg und Mainz hat sich konstituiert. Er ist erreichbar unter: Betroffenenbeirat-FD-LM-MZ@posteo.de Dem Vorstand gehören Sebastian Dickhut, Jürgen Herold und Claudia Schmidt an. Quelle: bistummainz


4.2.2022 Michael Steindorfner aus dem Bistum Passau berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Bistum Passau. Quelle: Süddeutsche


4.2.2022 Interview mit Agnes Wich, Betroffeneninitiative Süddeutschland. Sie kommentiert das Münchener WSW-Gutachten, Entschädigungszahlungen an kirchliche Betroffene und das Verhalten von Kirchenverantwortlichen. Quelle: lora924.de


4.2.2022 Synodale sind entsetzt über die Anerkennung der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE) als privaten kanonischen Verein. Der Jugendbischof Wübbe zeigt sich selbstkritisch. Der KPE werden eine traditionalistische theologische und spirituelle Ausrichtung und pädagogische Mängel beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen vorgeworfen. Quelle: katholisch.de


4.2.2022 Die russisch-orthodoxe Kirche beabsichtigt, ein neues Gesetz über das „Schutzalter für sexuelle Beziehungen“ zu fordern. Damit könnte besser unterschieden werden „zwischen Fällen wirklich einvernehmlicher sexueller Beziehungen und solchen, in denen Extreme der Gewalt sichtbar würden.“ Quelle: vaticannews


4.2.2022 Björn Odendahl weist auf die Gefahren hin, die – wie vom Synodalen Weg geplant – ein Schuldbekenntnis mit sich bringen kann. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Einem Schuldbekenntnis vorausgehen muss die Gewissenserforschung. Im Kontext sexualisierter Gewalt innerhalb der Kirche entspricht dies der Aufklärung. Und da fangen die Probleme schon an: Was taugt eine Gewissenserforschung, die nicht von den Personen selbst ausgeht, sondern erst durch Gutachten angestoßen werden muss? Und: Die Aufklärung hat gerade erst angefangen…


3.2.2022 Ein Sekretär von Kardinal Joseph Ratzinger, des späteren Papstes Benedikt, habe ihn sexuell bedrängt. Über bisher geheime Briefe, sieben dunkle Jahre, ein Versöhnungsgespräch im Fahrstuhl und wundersame Erlebnisse im Stift Klosterneuburg spricht Pfarrer Imlau. Sieben dunkle Jahre  s. auch Podcast


3.2.2022 Gegen den 2017 verstorbenen Bischof Emil Stehle sind zunächst Vertuschungs- und nun auch Missbrauchsvorwürfe in sechs Fällen laut geworden. 2005 ging im Heimatbistum Freiburg ein erster Hinweis auf übergriffiges Verhalten ein. Bereits 2002 oder 2003 habe sich eine andere Person beim Portal der DBK gemeldet. Dem Erzbistum Freiburg sind derzeit drei Missbrauchsvorwürfe gegen Stehle bekannt. „Unlängst“ habe sich eine weitere Person beim Erzbistum gemeldet, die einen Übergriff aus der Zeit meldete, als Stehle in Südamerika war. Eine weitere Betroffene habe sich an die Hilfesheimer Expertengruppe gewandt. Drei der Fälle ereigneten sich zur Zeit Stehles als Priester in der Erzdiözese Freiburg. Im ersten Halbjahr 2022 soll es einen Bericht der „Arbeitsgemeinschaft Aktenanalyse“ des Erzbistums Freiburg geben. Die „Arbeitsgemeinschaft Aktenanalyse“ soll der im Oktober 2021 gegründeten Kommission zur Aufarbeitung im Erzbistum Freiburg ihre Ergebnisse übergeben. Diese Kommission entscheidet über das weitere Vorgehen und die Form der Veröffentlichung. Quelle: rnz


3.2.2022 Der Christinnen-Verband „Indian Christian Womens’s Movement“ fordert „mehr Klarheit, Transparenz und Entschiedenheit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch innerhalb der indischen Kirche. Dazu gehöre etwa ein stärkeres Einbeziehen von Frauen auf allen Ebenen und die flächendeckende Einrichtung von Beschwerde-Instanzen in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen.“ Zwar gebe es kircheninterne Beschlüsse, die seien aber kaum umgesetzt worden. Die Bewegung beklagt auch mangelnde Sensibilität im Umgang mit Betroffenen und zu wenig Entschiedenheit kirchlicher Vorgesetzter, gegen Sexualstraftäter in den eigenen Reihen vorzugehen. Quelle: vaticannews


3.2.2022 Julia Knop skizziert die Bedeutung der heute begonnenen 3. Versammlung des Synodalen Weges. Der heute verabschiedete Orientierungstext“ setzt die Koordinaten der anstehenden Reformen. Quelle: Zeit

So wurde über den Orientierungstext abgestimmt: 178 (86,41%)  Ja-Stimmen, 28 (13,59 %) Nein-Stimmen; 6 Enthaltungen. Die Bischöfe stimmten mit 41 (71,93 %) Ja-Stimmen, 16 (28,07 %) Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen. Die Bischöfe erreichten also die Zweidrittelmehrheit.


3.2.2022
Im Bistum Limburg hat sich eine Aufarbeitungskommission konstituiert. Je zwei Mitglieder wurden von der hessischen Landesregierung, dem Diözesansynodalrat und dem Bischof benannt, drei Mitglieder vom Betroffenenbeirat bestimmt. Das Gremium soll vor allem prüfen, ob die bereits erfolgte
Aufarbeitung den Standards entspricht und ggf. weitere Aufträge initiieren. Zudem soll sie die Umsetzung der bereits beschlossenen Schritte kontrollieren und kritisch begleiten. Domradio


3.2.2022 Das Bistum Magdeburg sucht weiterhin Betroffene von Missbrauch durch Kleriker für den Betroffenenbeirat. Ein umfassendes Gutachten plant das Bistum nicht, weil es sich den finanziellen Aufwand nicht leisten könne. Es gibt jedoch eine ehrenamtlich arbeitende Kommission. Den Vorsitz hat der Psychologe und Pädagoge Wolfgang Stein. Nach eineinhalb Jahren soll eine Zwischenbilanz vorliegen, nach drei Jahren ein Abschlussbericht. Im Bistum Magdeburg wurden seit 1946 13 Priester-Täter und 23 Betroffene bekannt. Bislang zahlte das Bistum
Leidanerkennungs-Gelder in Höhe von 105.000 Euro an Betroffene. Außerdem wurden zehn Laien-Mitarbeitende mit elf Betroffenen seither bekannt.
Quelle: Domradio


3.2.2022 Die Kölner Staatsanwaltschaft will nach dem Hauptverfahren gegen den Priester Ue., Erzbistum Köln, prüfen, ob es rund um den jetzt behandelten Fall Anhaltspunkte für weitere Straftaten gibt. Dies bezieht sich nicht auf bestimmte Personen. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte den Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld zitiert, der die Kölner Bistumsleitung unter dem Verdacht einer strafbaren fahrlässigen Körperverletzung sehe. Auch eine vorsätzliche Beihilfe durch Unterlassen könne ggf. geprüft werden. Quelle: Domradio


3.2.2022 Lorenz Wolf, „Fall 30“ des Münchener WSW-Gutachtens S. 514, Kirchenrichter im Erzbistum München, bat um Entschuldigung für seinen Umgang mit Missbrauchsopfern. Er wolle „aus tiefstem Herzen um Verzeihung bitten, um Vergebung“, für Situationen, die er „falsch eingeschätzt“ habe, in denen er „zu kurz angebunden war, den Ton nicht getroffen“ oder „Hilferufe nicht gehört“ habe, sagte er. Eine ausführliche Stellungnahme zum Münchener WSW-Gutachten kündigte er an. Für den BR-Verwaltungsrat werde er wohl nicht kandidieren. Sein Amt als Vorsitzender des Rundfunkrats lässt er derzeit ruhen. Von einem Rücktritt aus diesem und anderen Ämtern ist keine Rede. Quellen: katholisch.de   Traunsteiner Tagblatt


3.2.2022  Der Synodale Weg plant einen Arbeitskreis zum Thema „Schuldbekenntnis“: „“Mit der Initiative kann ein wichtiger Beitrag des Synodalen Weges zum Bewusstwerden und zu einem Mentalitätswechsel geleistet werden“, sagte Bischof Bätzing. Ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Osnabrücker Bischof Bode als Vertreter des Präsidiums, Esther Göbel und Marcus Schuck für die Antragsstellenden sowie Johannes Norpoth als Vertreter des Betroffenenbeirats habe bereits stattgefunden. Quelle: katholisch.de


3.2.2022 Der Vorsitzende der Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Trier, Gerhard Robbers, rechnet im Herbst mit Ergebnissen zu Vorwürfen gegen den früheren Trierer Bischof Bernhard Stein. Quelle: Domradio


3.2.2022 Harald Dreßing, Mitautor der MHG-Studie, weist darauf hin, dass bereits die MHG-Studie gezeigt hat, dass Bischöfe und andere Kirchenverantwortliche Verantwortung für den Umgang mit Missbrauchsfällen tragen. Er habe jedoch von keinem Kleriker dieser Hierarchieebene bisher gehört, „dass er von sich aus, ohne dass ihm entsprechendes nachgewiesen wurde, gesagt hätte: Ich habe da Fehler gemacht und bin bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Die MHG-Studie sei eine wissenschaftliche Studie, keine Aufarbeitung, sondern die Basis, auf der Aufarbeitung hätte beginnen können. Es könne nicht sein, dass jede Diözese selbst anfängt, nochmal eine Studie in Auftrag zu geben oder eine Kommission zu gründen. Dreßing plädiert für eine nationale Wahrheitskommission auf gesetzlicher Grundlage, die auch Zugriffsrechte auf Akten hat. Er berichtet, dass es Bemühungen gab für eine große nationale Dunkelfeldstudie. Die Politik habe Interesse bekundet, aber bislang keine Dunkelfeldstudie gefördert. könnte, neues Vertrauen als moralische Instanz zurückzugewinnen. Quelle: Tagesschau


3.2.2022 Zwei Wochen nach der Präsentation des Münchener WSW-Gutachtens über sexuelle Gewalt im Erzbistum München und Freising haben sich 15 weitere Betroffene bei der Diözese gemeldet.  Quelle: Süddeutsche


3.2.2022 Daniel Deckers geht davon aus, dass Kardinal Marx schon früh in die „Lügen“ – Strategie von Joseph Ratzinger eingebunden war und sie noch befördert hat. Kardinal Marx schrieb in einer Stellungnahme am 5.11.2021 an die WSW-Kanzlei, dass Erzbischof Ratzinger nicht an einer Sitzung teilgenommen habe, in der die Einstellung des Priesters H. Gegenstand war. Joseph Ratzinger hatte dies am 15.12.2021 geschrieben, musste die Aussage jedoch korrigieren. Nach Angaben von Marx in seiner Stellungnahme am 5.11.2021 schrieb er, er habe bereits im März 2010 gewusst, dass Ratzinger nicht anwesend war. Die Pressestelle des Erzbistums jedoch stellte den Sachverhalt 2010 so dar, dass Ratzinger sehr wohl an der fraglichen Sitzung teilgenommen hatte, über den späteren Einsatz des Priesters in der Seelsorge jedoch nicht mehr informiert wurde. Quelle: FAZ


2.2.2022 Kardinal Marx, München, hat die Vermutung zurückgewiesen, dass er oder seine engsten Mitarbeiter Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 in der Missbrauchsdebatte aus der Schusslinie nehmen wollten. „Weder damals noch heute wollten und wollen wir ihn weder in falscher Weise schützen noch ihm schaden“, sagte er. Quelle: katholisch.de


2.2.2022 Timothy Meehan, aus Boston stammender Geistlicher des Ordens „Legionäre Christi“, war in drei Südtiroler Pfarreien eingesetzt worden, ohne dass die Pfarrverantwortlichen über eine frühere sexuelle Beziehung Meehans mit einem abhängigen 17-Jährigen informiert worden waren. Bischof Muser, Bistum Bozen-Brixen, räumte ein, dies sei ein schwerwiegender Fehler gewesen, für den er selbst die Verantwortung übernehme. Quelle: rainews


2.2.2022 Im Bistum Magdeburg wurden keine kirchlich Betroffenen gefunden, die bereit sind, in einem Betroffenenbeirat mitzuarbeiten. In der MHG-Studie wurden zwischen 1946 bis 2014 acht Priester gefunden, die Minderjährige missbraucht hatten. Fünf von ihnen waren gestorben. Nach der Studie wurden fünf neue Priester als Täter bekannt.  Insgesamt gibt es 23 Betroffene. Hinzu kommen zehn Laien, die Täter wurden und elf Minderjährige missbrauchten. Zwischen 2005 und 2017 wurden drei weitere Täter wegen Kinderpornografie verurteilt. Quelle: tag24


2.2.2022 Der Mainzer Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld hält mindestens eine strafbare fahrlässige Körperverletzung der Bistumsleitung unter Kardinal Rainer Woelki und Generalvikar Markus Hofmann im Fall des den katholischen Priester und mutmaßlichen Serientäter Ue. für denkbar. Quelle: neues ruhrwort


2.2.2022 NDR Info – Redezeit: Katholische Kirche unter Druck – Wie viel Vielfalt ist möglich? Mit Beate Bäumer, Isabel und Annalena Staps und Florian Breitmeier. Heute, 21.03 – 22 Uhr. Live


2.2.2022 Ein Antrag für die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche wurde mit breiter Mehrheit im Parlament angenommen. Die Spanische Bischofskonferenz hatte es abgelehnt, Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche von einer unabhängige Kommission untersuchen zu lassen. Die Generalstaatsanwaltschaft forderte zunächst aus ganz Spanien die Unterlagen aller laufender Missbrauchsverfahren im kirchlichen Milieu an. Wenn wegen der Verjährungsfrist keine Strafverfolgungsmaßnehmen mehr möglich sind, werde eine opferorientierte Justiz angewendet werden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Quelle : katholisch.de   DLF


2.2.2022 Das Münchner Missbrauchsgutachten und die damit einhergehenden Äußerungen von Verantwortlichen zeigen das Versagen von Hierarchen und die Unfähigkeit zum Übernehmen persönlicher Schuld. Angesichts der morgen beginnenden Vollversammlung des deutschen Synodalen Weges kritisiert der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke pointiert, dass dabei das aktuelle System weiterhin gestützt und eine Unterwerfung der „Schafe unter die Hirten“ zelebriert werde. Quelle: feinschwarz.net


2.2.2022 Detlef Pollack, Religionssoziologe, schaut nach den Ursache für die Abkehr vieler Menschen von der katholischen Kirche. Im Missbrauchsskandal kanalisiert sich Ablehnung, die aus unterschiedlichen Quellen – natürlich auch aus dem Missbrauchsskandal – speist. Quelle: Domradio


2.2.2022 Hans Zollner, Papst-Berater in Missbrauchsfragen, spricht sich für eine systematische Untersuchung von Kindesmissbrauch in der römisch-katholischen Kirche Italiens aus. In Italien hat „niemand wirklich ein Interesse daran, die Büchse der Pandora zu öffnen und der Situation ins Auge zu sehen.“ Allerdings gebe es bei den italienischen Kirchenoberen einige „Zeichen“, die auf einen Sinneswandel hindeuteten, sagte er. Quelle: orf


1.2.2022 Die bayerische Landtagspräsidenten Ilse Aigner fordert eine unabhängige Aufklärung katholische Missbrauchsfälle in Bayern, Einblick in die Archive für die Strafverfolgungsbehörden des Staates gehört für sie dazu. Aigner sprach mit allen bayerischen Bischöfen und erlebte sehr unterschiedliche Sichtweisen: „von sehr großer Aufgeschlossenheit für Reformen bis hin zum Abschotten in der eigenen Welt. Aigner fordert zudem, über die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch nachzudenken. Quelle: Donaukurier


1.2.2022 Die bayerische Landtagspräsidenten Ilse Aigner fordert eine unabhängige Aufklärung katholische Missbrauchsfälle in Bayern, Einblick in die Archive für die Strafverfolgungsbehörden des Staates gehört für sie dazu. Aigner sprach mit allen bayerischen Bischöfen und erlebte sehr unterschiedliche Sichtweisen: „von sehr großer Aufgeschlossenheit für Reformen bis hin zum Abschotten in der eigenen Welt. Aigner fordert zudem, über die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch nachzudenken. Quelle: Donaukurier


1.2.2022 Bischof Jung, Würzburg, hat einem Priester im Ruhestand die Ausübung priesterlicher Dienste untersagt. Dem Priester wird vorgeworfen, dass er es im Umgang mit Angehörigen eines Missbrauchsopfers an der erforderlichen Empathie habe fehlen lassen. Der Priester war 2011 bereits in den Ruhestand verabschiedet worden, weil er eingestandenermaßen Anfang der 1980er Jahre sexuelle Kontakte zu einer minderjährigen Person gehabt habe. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Glaubenskongregation hatten Verjährung festgestellt. Thomas Keßler, 2018 Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators, hatte dem Priester seit Januar 2018 eine eingeschränkte Erlaubnis zu Aushilfen erteilt. Dafür bat er nun um Entschuldigung. Quelle: BR


1.2.2022 Der des Missbrauchs an mindestens acht Minderjährigen beschuldigte Priester Ue. hat die Vorwürfe einer Zeugin eingeräumt, die zum Tatzeitpunkt etwa zehn Jahre alt war. Die Mutter der Betroffenen berichtete, dass sie vor einigen Wochen vom Verteidiger des Angeklagten, Rüdiger Deckers, einen Anruf erhalten habe. Deckers riet der Tochter, sich einen Anwalt zu nehmen, da sie bei der polizeilichen Vernehmung die Unwahrheit gesagt habe. Die Mutter sagte, sie habe diesen Anruf als Einschüchterung empfunden. Quelle: Domradio


1.2.2022 In Neuseeland ergab eine interne Untersuchung der katholischen Kirche, dass es gegen 14 Prozent des katholischen Klerus Missbrauchsvorwürfe gibt.1.122 Menschen machten insgesamt 1.680 Anzeigen von katholischen Klerikern und Laien ab 1950 bis heute. 592 der Beschuldigten sind namentlich bekannt. Die Untersuchung behandelte lediglich aufgezeichnete Berichte. Opfervertreter gehen von noch höheren Zahlen aus. Quellen: katholisch.de  The Guardian


1.2.2022 Bitte, auf Triggergefahr achten! „Wie ich das überlebt habe, weiß ich nicht“ – Unter diesem Titel beschreibt „Franz Mayer“ Erinnerungen an seine Heimzeit vom 6. bis 20. Lebensjahr. Er war u. a. in Birkeneck, Hallbergmoos, das von Herz-Jesu-Missionaren geleitet wurde; im Johanneshaus und im Marienheim, Unteraching, beide geleitet von Dillinger Franziskanerinnen; im Piusheim in Baiern, Kreis Ebersberg. In allen Heimen erlebte er Gewalt, inclusive sexuellen Missbrauch. Im SW-Gutachten tauchen diese kirchlichen Heime nicht auf, weil nur Einrichtungen untersucht wurden, in denen Bistumskleriker nachweislich im Auftrag der Erzdiöezese München tätig waren. Am 19.5.2011 beantragte sein Therapeut beim Erzbistum München Entschädigungsleistungen und Kostenübernahme für die Therapie. Auf dem Formblatt jedoch fehlte das Kreuzchen bei den Therapiekosten. Das beigefügte Schreiben zum Thema Therapiekosten fand „nicht ausreichend Berücksichtigung“, erklärt das Erzbistum München. Acht Jahre nach Antragstellung erhielt Franz Mayer 2019 vom früheren Träger des Piusheims eine Anerkennungsleistung über 5000 Euro. Quelle: Süddeutsche


1.2.2022 Im Bistum Passau hat der Kapuzinermönch und Kirchenmusikdirektor Norbert Weber fast vier Jahrzehnte lang minderjährige Jungen missbraucht. 14 Betroffene haben sich inzwischen gemeldet, das Dunkelfeld dürfte groß sein. Das berichten Ralf Fahnenbruck, Sprecher des Betroffenenbeirats des Bistums Passau und die Justiziarin Antonia Murr. Die allermeisten Betroffenen wollen sich nicht an die Kirche wenden. Antonia Murr berichtet, dass zwei Betroffene von Weber Entschädigungszahlungen erhalten haben. Insgesamt habe das Bistum Passau knapp 130.000 Euro an Missbrauchsopfer gezahlt. Quelle: br


1.2.2022 Marco Politi kritisiert – ähnlich wie Andreas Englisch – die Verteidiger von Joseph Ratzinger. Die konservativen Kräfte sehen im Münchener WSW-Gutachten den Versuch, den Ruf Ratzingers zu schädigen. Aber das Gutachten schaue darauf, wie die Erzbischöfe in München und Freising mit Missbrauchsfällen umgegangen sind – die Gutachter stehen nicht kirchenpolitisch auf einer Seite. Politi sieht das Problem in den mehr als 90 Prozent der Bischofskonferenzen in der Welt, die keine Aufklärungsarbeit leisten wollen. Mit Ratzingers Verhalten seien die reaktionären Kreise im Vatikan geschwächt worden.Quelle: Domradio


31.1.2022 Gespräch in der Katholischen Akademie in Bayern über die Situation im Erzbistum München nach Veröffentlichung des WSW-Gutachtens mit Richard Kick, Mitglied des Betroffenenbeirats; Michaela Huber, Vorsitzende der Aufarbeitungskommission, dem Sozialpsychologen Professor Heiner Keupp und mit Hiltrud Schönheit,Vorsitzende des Katholikenrats der Region München. Quelle: youtube


31.1.2022 Die katholische Gemeinde St. Gertrud, Lohne, Bistum Osnabrück, hat in Solidarität mit kirchlichen Missbrauchsbetroffenen und nicht-heterosexuellen Menschen einen Gemeindegottesdienst gefeiert, um Sprachlosigkeit und Ohnmacht auszudrücken: „Uns fehlen die Worte!“ In der Gemeinde St. Johannes Steinfeld, in Gemeinden Mühlen, Holdorf und Handorf-Langenberg, feierte die Gemeinde ebenfalls ohne Gesang, Predigt und Glockengeläut. In Mariä Himmelfahrt Vechta ersetzte die Gemeinde die Fürbitten durch eine Zeit der Stille für persönliche Gebete für Betroffene von Missbrauch und Ausgrenzung. Quelle: Kirche und Leben


31.1.2022 Im Bistum Fulda lud der Katholikenrat zu einem Gottesdienst in Gedenken an die Opfer sexuellen Missbrauchs mit Dechant Stefan Buß 30.1. ein. Zum Abschluss des Gottesdienstes las Bettina Faber-Ruffing den Psalm 55: „eine Klage aus der Zeit zwischen 1000 und 600 v. Chr.“, der die Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit des Menschen vor Gott trägt. Quelle: nh24


31.1.2022 Die katholischen Jugendverbände BDKJ, DPSG und PSG können nach eigenen Worten „nur schwer nachvollziehen“, dass die Deutsche Bischofskonferenz der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“ (KPE) als privatem kanonischen Verein die bundesweite Anerkennung ausgesprochen hat. Die Jugendverbände kritisieren veraltete Rollenbilder und Gesellschaftsmodelle, das pfadfinderische und religionspädagogische Konzept und die politische Ausrichtung der KPE. In den letzten Jahren wurden Übergriffe in der KPE bekannt. Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK äußerte sich entsetzt über die Anerkennung. Noch am 24.1.2022 hatte sie vor dem Ständigen Rat der Bischofskonferenz gesprochen und auf ihre Missbrauchsgeschichte in der KPE hingewiesen. Über die Anerkennung der KPE habe sie niemand informiert. Quelle: neuesruhrwort


31.1.2022 „Alle Bemühungen und guten Beschlusstexte des Synodalen Wegs, die um Reformen am System der Kirche ringen, das sexualisierte Gewalt und ihre Vertuschung begünstigt hat, greifen zu kurz, wenn nicht eine grundlegende Bewusstseins- und Haltungsänderung aller Gläubigen mit ihnen verbunden ist. Denn alle in der Kirche, vom Neu-Getauften bis zum Bischof sind vom Missbrauch „kontaminiert“, wie Hans-Joachim Sander treffend formuliert. Deshalb ist es nicht nur an Bischöfen und Vatikan, endlich zu handeln, sondern auch an der Zeit für eine persönliche und gemeinschaftliche Auseinandersetzung aller Gläubigen mit dieser Verantwortung – für eine Erneuerung der Kirche und ein Umdenken im Umgang mit Missbrauch aller Art.“ Das schreiben Konstantin Bischoff, Esther Göbel, Marcus Schuck und Susanne Schuhmacher-Godemann, Delegierte des Synodalen Weges. Sie plädieren beim Synodalen für klare Forderungen, nicht für „Beruhigungspillen“, und für solidarischen Einsatz für die Ausgegrenzten, denn „zu verlieren gibt es ja eigentlich kaum noch etwas“. Quelle: feinschwarz.net


31.1.2022 Bischof Bätzing, DBK-Vorsitzender, fordert Joseph Ratzinger auf, die kirchlichen Missbrauchsopfer um Verzeihung zu bitten. Bätzing übt vor allem Kritik an den Beratern von Ratzinger. Quelle: Aachener Zeitung


30.1.2022 Die katholische Kirche Italiens will eine ausführliche und ernsthafte Untersuchung kirchlicher Missbrauchsfälle, sagte Kardinal Gualtiero Bassetti, Vorsitzender der Bischofskonferenz. Dabei solle es nicht nur um Zahlen gehen, sondern um eine vertiefte inhaltliche Aufarbeitung. Ziel müsse sein, die Prävention zu verbessern und Verantwortliche im kirchlichen Bereich stärker für das Thema zu sensibilisieren. Den Betroffenen solle Gerechtigkeit zuteil werden, jedoch „ohne Übereilung“. Quelle: vaticannews


30.1.2022 Podcast: Ansgar Wucherpfennig: Wie hat Jesus Eucharistie gewollt? Quelle: Domradio


30.1.2022 Katrin Brockmöller, Direktorin des Bibel-Werkes, setzt sich mit Hintergründen verschiedener  Bibelübersetzungen auseinander: „Der Übersetzer ist immer ein Verräter“ – traditore traduttore. Quelle: katholisch.de


29.1.2022 „Aktuell wurde die Ordnung für die Aufarbeitungskommission zwischen den beteiligten Bistümern und der Militärseelsorge abgestimmt und finalisiert“, erklärte der Pressesprecher des Bistums Dresden-Meißen. „Wir gehen daher von einer Errichtung der Kommission im Frühjahr 2022 aus.“ Quelle: Domradio


29.1.2022 Thomas Schüller kommentiert das Verhalten von Joseph Ratzinger im Umgang mit Missbrauchsfällen: „Ratzinger legt die Axt an das Papstamt“. Quelle: reformiert.info


29.1.2022 Roman Siebenrock, Theologe, Innsbruck, fordert Joseph Ratzinger auf, wegen seiner Rolle als Erzbischof von München bei der Vertuschung von Missbrauch sichtbare Konsequenzen zu ziehen: das Papstgewand ablegen, einfacher Priester sein und nur noch Joseph heißen. Damit signalisiere er, dass Buße nicht nur mit Worten, sondern mit Handeln geschehen müsse. Zudem müsse – gerade in Deutschland – gelernt werden, dass es nicht nur eine Kirche der Sünder, sondern auch eine sündige Kirche gebe. Quelle: katholisch.de


29.1.2022 Stadt und Landkreis Traunstein, Regensburg, Freising und andere Orte diskutieren, ob Ehrenbürgerschaft und Denkmale für/von dem emeritierten Papst Benedikt bestehen bleiben sollen, angesichts seines Verhaltens im Missbrauchsskandal. Quelle: Süddeutsche


29.1.2022 „Die Leitungsämter in der Kirche von Bischöfen, Pfarrern und Seelsorgern sowie in den Pfarreiverwaltungen und Ordinariaten sollten auf Zeit vergeben werden, zum Beispiel sieben Jahre.“ Diesen Vorschlag macht Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg. Quelle: vaticannews


29.1.2022 Die Akademie im Bistum Dresden-Meißen hat mit Johanna Beck, Hans Zollner und Goerg Löwisch die Konsequenzen aus der kirchlichen Glaubwürdigkeitskrise analysiert: „Was nun, Franziskus?“ Quelle: youtu.be


29.1.2022 Presseclub, Phoenix, 30.1.2022, 12 Uhr: Missbrauch, vertuscht, gelogen: Das moralische Inferno der katholischen Kirche?

Missbrauch, Lügen, Vertuschung – ist diese Kirche noch zu retten? ARD, 30.1.2022, 21,45


29.1.2022 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, sieht eine Verletzung der Aufsichtspflicht über den Priester Ue. durch Kardinal Woelki und Generalvikar Markus Hofmann. Sie hätten gegen die bischöflichen Leitlinien verstoßen, weil sie zwar das öffentliche Betätigungsverbot am 4.4.2019 gegen Ue. aussprachen, jedoch keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um einen Kontakt Ue.s zu Minderjährigen auszuschließen und damit neue Missbrauchstaten zu verhindern. Das Erzbistum erklärte, das Dekret beinhalte ein Kontaktverbot zu Minderjährigen im Rahmen des priesterlichen Dienstes. Zwar sah das Bistum ab Ende 2018 ein Gefahrenpotenzial, ließ den damals für Ue. zuständigen Euskirchener Kreisdechanten Guido Zimmermann aber weitgehend im Unklaren. Die kirchlichen Leitlinien verlangen, dass der zuständige Bischof bereits bei ersten Anhaltspunkten für möglichen Missbrauch alles dafür tun muss, dass keine weitere Gefahr für Minderjährige besteht. Schüllers Beurteilung: „Woelki und Hofmann sind zumindest in einer moralischen Mithaftung. Wer noch 2018/19 die selbstverständlichen Schutzvorkehrungen unterlässt, hat eben gar nichts verstanden und kann im Grunde nicht mehr Bischof oder Generalvikar sein.“ Quellen: presseportal      www1.wdr   katholisch.de


28.1.2022 SWR2 Forum: Missbrauch und Lüge – geht Glaube ohne Institution? Lukas Meyer-Blankenburg diskutiert mit Nora Bossong – Schriftstellerin und Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, Berlin, Dr. Christiane Florin – Journalistin beim Deutschlandfunk, Köln, Dr. Manfred Lütz – Theologe und Psychiater, Köln. Quelle: swr


28.1.2022  Klaus Mertes fordert erneut eine staatliche Beteiligung bei der Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche, weil sich das System nicht allein selbst reformieren könne. Mertes kritisierte die Gemeinsame Erklärung der katholischen Kirche und des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung als „nicht wirklich unabhängig. Die Kirche müsse die Kontrolle loslassen. Matthias Katsch sagte, die Erklärung sei „der kleinste gemeinsame Nenner“ gewesen. Quelle: Neues Ruhrwort


28.1.2022 Im Jahr 2021 gab es im Bistum Würzburg 18 neue relevante Vorwürfe wegen Missbrauchshandlungen oder wegen Grenzüberschreitungen. 14 der Vorwürfe richteten sich gegen Bistumspriester, 13 der Beschuldigten sind verstorben. Ein Vorwurf betraf einen Ordensmann und ein Vorwurf einen Diakon im familiären Umfeld. Zwei Vorwürfe richteten sich gegen unbekannte Personen. Quelle: Bistum Würzburg


28.1.2022 Am 21. März soll es in München eine Veranstaltung für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche geben. Dabei sollen Betroffene in einem geschützten Raum in Austausch kommen können, teilte der Betroffenenbeirat mit. Quelle: deutschlandfunk


28.1.2022 Seit Veröffentlichung des Gutachtens über sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising vor einer Woche haben sich zahlreiche neue Betroffene gemeldet. Beim Betroffenenbeirat selbst seien es sieben Menschen gewesen, über die Hotline des Erzbistums mehrere Dutzend, sagte Richard Kick vom Betroffenenbeirat. Quelle: BR


28.1.2022 Richard Kick, Mitglied im Betroffenenbeirat der Erzdiözese München und Freising, berichtete von einer „perfiden Art“ des langjährigen Kirchenrichters Lorenz Wolf, mit Betroffenen umzugehen. Damit hätte Wolf die Bereitschaft Betroffener 2010, sich zu offenbaren, zum Erliegen gebracht. – Heiner Keupp, Sozialpsychologe, plädiert dafür, dass die Münchner Weihbischöfe genauer untersucht werden sollten und dass das Piusheim in Glonn oder das Traunsteiner Studienseminar Sankt Michael in einer Studie untersucht werden sollte. Quelle: katholisch.de


28.1.2022 Die Forschungsergebnisse der wissenschaftlichen Theologie würden vom kirchlichen Lehramt nicht berücksichtigt, beklagt der Katholisch-Theologische Fakultätentag. Eine Folge des Missbrauchsskandals sei, dass „uns die Studierenden davonlaufen“. Beim „moralischen Debakel“ des Missbrauchs gehe es auch um die Frage der Perspektive wissenschaftlicher Theologie. Quelle: katholisch.de


28.1.2022 Statt Sonntagsgottesdienste zu feiern will die Gemeinde Maria Geburt in Aschaffenburg, Bistum Würzburg, in den kommenden drei Wochen die Erzählungen von Missbrauchsbetroffenen hören und aus dem Münchner Gutachten vorlesen. Das Bistum Würzburg kritisiert die Aktion. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Vielleicht gelingt ja dem Verzicht auf die Eucharistie was der Feier der Eucharistie in den letzten zwölf Jahren nicht gelang: Dass die Kirchenverantwortlichen sich den katholischen kirchlichen Betroffenen ehrlich zuwenden.


28.1.2022 Nach dem Coming-Out von 125 Kirchenmitarbeitern steht das kirchliche Arbeitsrecht im Fokus der Debatten. Bischof Franz Jung, Würzburg, sagt, dass nicht mit einer baldigen Änderung zu rechnen sei. In diesem Zusammenhang seien „unendlich komplizierte Diskussionen“ zu erwarten. Quelle: katholisch.de


28.1.2022 Der katholische Priester Ue. aus dem Erzbistum Köln wurde verhaftet. Weitere mutmaßliche Geschädigte gaben konkrete Hinweise auf eine Vielzahl neuer Vorwürfe aus jüngerer Zeit, die nach Aussage des Gerichtssprechers „den Haftgrund der Wiederholungsgefahr“ begründeten. Quelle: ksta


27.1.2022 Wenn Kinder von ihren Eltern gleichgültig oder abwertend behandelt werden, kann das traumatische Spuren in ihrer Psyche hinterlassen. Solche Erfahrungen sind typisch für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Einige Fachleute halten die Diagnose gerade deshalb für falsch. Quelle: spektrum


27.1.2022 Wenn Kinder von ihren Eltern gleichgültig oder abwertend behandelt werden, kann das traumatische Spuren in ihrer Psyche hinterlassen. Solche Erfahrungen sind typisch für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Einige Fachleute halten die Diagnose gerade deshalb für falsch. Quelle: spektrum


27.1.2022 Im Bistum Essen können kirchlich Betroffene sich an eine Duisburger Praxis für Sexualität wenden, um sich über Hilfsangebote informieren und beraten zu lassen. Das Angebot wird vom Bistum finanziert, erfolgt aber auf Wunsch auch anonym. Quelle: rp-online


27.1.2022 Tilman Kleinjung meint: „Wenn dem Münchner Erzbischof wirklich ernst ist damit, sich auf die Seite der Opfer zu stellen, dann muss er die Entschädigungspraxis der Kirche ändern. … Und schließlich muss sich Kardinal Marx ernsthaft auf die Suche machen nach den Opfern, die die Verfasser des Gutachtens in einem gigantischen Dunkelfeld vermuten. Quelle: BR


27.1.2021 Der Missbrauchsskandal – Wie glaubwürdig ist die Kirche noch? Alexander Kähler diskutiert mit Karl Haucke, Franz Meurer, Matthias Kopp und Christiane Florin. Quelle: Phoenix


27.1.2022 Die Gemeinde Maria Geburt, Aschaffenburg, appelliert an die katholischen Bischöfe, die kostspieligen Gutachten über Verstorbene zu beenden, das Geld Betroffenen zukommen zu lassen und die Aufarbeitung außerkirchlichen Stellen zu übergeben. Weiter ruft sie die Bischöfe und Generalvikare auf, sofort ihren queeren Mitarbeitern zuzusichern, dass die keine Kündigungen wegen ihrer Sexualität erhalten. An den Sonntagen bis zum 13.2.22 verzichten sie auf Gottesdienste und versammeln sich aus Solidarität mit sexuell missbrauchten Menschen in ihrer Kirche, hören Erzählungen Betroffener, lesen aus dem WSW-Gutachten und schweigen in der Gegenwart Gottes. Quelle: maria-geburt


27.1.2022 Kardinal Hollerich, Luxemburg, stellt fest, dass die Bischöfe der katholischen Kirche Missbrauchsfälle „verdrängt, verschwiegen oder verharmlost“ hätten. Das gelte für die gesamte katholische Kirche: „Eigentlich alle haben falsch reagiert, die ganze Kirche hat falsch reagiert“, sagte er. Alle hätten so gehandelt, „mehr oder weniger gleich, alle haben – grob gesagt – vertuscht“, sagte er. Quelle: katholisch.de


27.1.2022 Bischof Bätzing, Limburg, nennt die heutige Stellungnahme von Kardinal Marx zum Münchener Gutachten „stark und authentisch“. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), kritisierte hingegen die Reaktion von Marx als „überraschend unkonkret“. Sie sei enttäuscht, dass Marx kein klares Wort zur Causa Benedikt finde und sich immer noch vor den emeritierten Papst stelle. Zudem sei die Opferperspektive erneut nach hinten gerückt, wenn Kardinal Marx sagt, die Kirche könne ihren Platz nicht räumen, weil Bayern christlich bleiben müsse. Quelle: katholisch.de


27.1.2022 Günter Assenmacher, früherer oberster Kölner Kirchenrichter, der im Fall des Priesters U. als Zeuge vernommen wurde, hat seine Zuständigkeit in der Bearbeitung von Missbrauchsfällen zurückgewiesen. Er räumte jedoch ein, dass es 2010 bei der ersten Missbrauchsanzeige gegen U. eine Meldung an den Vatikan hätte geben müssen. Assenmacher räumte auch ein, dass spätere Taten hätten vermieden werden können, wenn das Erzbistum Köln sich mehr um Aufklärung bemüht hätte. Dass Mitarbeitende des Krankenhauses in Wuppertal, wo U. als Krankenhauspfarrer wieder eingesetzt worden war, vor U. warnten, habe er nicht gewusst, sagte Assenmacher. Er berichtete, dass U. 2010 alle Vorwürfe abstritt. Die Vorwürfe seien schwerwiegend und plausibel gewesen. Aber heutzutage könnten solche Vorwürfe mit Hilfe einer „Internetrecherche zusammengeschrieben“ werden. Zudem gebe es auch Menschen, die auf diese „Tour“ zu Geld gekommen seien – also zu kirchlichen Anerkennungszahlungen für Missbrauchsbetroffene. „Wenn man mit Geld winkt, muss man auch immer damit rechnen, dass die falschen Leute sich melden“, sagte Assenmacher. Quellen: katholisch.de  ksta

Kommentar: Das hätte ich nicht vermutet, dass der Mythos von der Lügenhaftigkeit und der Geldgier Betroffener noch immer so offen kolportiert wird.


27.1.2022 Der Salzburger Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff  beobachtet, dass die Kirche sich „in einem schier unauflösbaren Labyrinth von Lügen verstrickt“ habe. Jeder Schritt bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle führe „nur tiefer in den Abgrund“ und die „seriellen Betroffenheitsbekundungen von Bischöfen verfangen nicht mehr“, weil sich „die Beharrungslogik im System als übermächtig“ erweise. Auch die zahlreichen kirchlichen Schritte in Richtung Aufarbeitung und Prävention könnten das nicht ändern. Die Aussagen des emeritierten Papstes, der auf seinem Nichtwissen über seine Teilnahme an einer Ordinariatssitzung beharrte, ließen sich nur deswegen von einem Meineid unterscheiden, weil das Gutachten kein Gericht ist. Hoff sagt, der emeritierte Papst habe sich als „Verschleierungskünstler“ gezeigt. Die Abwesenheit von Kardinal Marx bei der Vorstellung des Gutachtens nennt Hoff eine „Sedisvakanz der Verantwortung“. Quelle: katholisch.de


27.1.2022 Kardinal Ruini, früherer langjähriger Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz, verteidigt den ehemaligen Papst Benedikt gegen Vorwürfe nach dem Münchener WSW-Gutachten. In Deutschland gebe es einen breiten Strom an Widerspruch gegen die theologischen, pastoralen und geistlichen Orientierungen des ehemaligen Papstes, der alles getan habe, um die „die Plage der Pädophilie von Klerikern auszurotten“. Er glaube den Äußerungen Benedikts, der eine „Person großer Demut und Ernsthaftigkeit“ sei. Hätte sein Gewissen ihm Anlass gegeben, hätte er die Ämter als Präfekt der Glaubenskongregation und als Papst nicht angenommen. Quelle: katholisch.de


27.1.2022 Bereits am 9. Dezember 2021 hat die Deutsche Bischofskonferenz die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) als privaten kanonischen Verein anerkannt. Damit kam ein jahrelanger Prozess des gegenseitigen Kennenlernens zwischen KPE und den betreffenden kirchlichen Strukturen zu einem erfolgreichen Abschluss. Die KPE dankt den Bischöfen für ihr Vertrauen, das sie durch diese Anerkennung zum Ausdruck bringen. Bisher war die KPE auch unter den Bischöfen umstritten. Quelle: KPE  s. auch: kath-kirche-stuttgart


27.1.2022 Der Münchner Offizial Wolf lässt alle Ämter und Aufgaben ruhen. Kardinal Marx ist damit einverstanden. Zu gegebener Zeit werde Wolf Stellung nehmen. Matthias Katsch, Eckiger Tisch, erwartete heute Morgen noch klare Worte zu dem, was Marx selber 2010 getan hat, um den emeritierten Papst vor den Konsequenzen seines Handelns zu schützen. Kardinal Marx bleibt als Erzbischof von München und Freising im Amt, obwohl ihm im WSW-Gutachten Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. Der Journalist Derek Scally, Irish Times („The Best Catholics in the World“) fragt nach dem „Elefanten im Vatikan“ und nach möglichen Maßnahmen gegen den emeritierten Papst. Kardinal Marx sagt, der emeritierte Papst habe die Aufklärung nicht verhindern wollen, interpretiere die Fakten anders und wird sich noch dazu äußern. Er weist darauf hin, dass ein Gutachten kein Gerichtsurteil sei, schon gar nicht über die Lebensleistung des emeritierten Papstes. Persönlich wollte Marx sich nicht dazu äußern. Quelle: Merkur


27.1.2022 Florian Breitmeier kommentiert die Pressekonferenz von Kardinal Marx zum Münchener WSW-Gutachen. Es gehe nicht mehr darum, die Glaubwürdigkeit der Kirche zurückzugewinnen, denn dies stelle die Kirche erneut und immer noch ins Zentrum; es gehe darum, die Betroffenen sexualisierter Gewalt konsequent in den Mittelpunkt kirchlichen Handelns zu stellen und Taten folgen zu lassen, z.B. die Kritik der Betroffenen am finanziellen Anerkennungssystem aufzunehmen. Entschuldigungen und Erschütterungen haben die Gläubigen schon viel gehört. Quelle: tagesschau


27.1.2022 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, ist enttäuscht über den Auftritt von Kardinal Marx: „Ich bezweifle, dass Bischöfe, die wie Kardinal Marx mitverantwortlich sind für das System des Missbrauchs in der Kirche, den Aufbruch und die notwendige Veränderung wirklich organisieren können.“ Jetzt sei die Zeit zu fragen, wie den Betroffenen „endlich die lange versprochene Unterstützung und Hilfe“ organisiert werden könne. Katsch erneuert die Forderung nach einer bundesweit erreichbaren, unabhängigen Beratungsstelle, die von Betroffenen kontrolliert werde. Thomas Schüller, Kirchenrechtler, kommentiert: „Niemand übernimmt persönliche Verantwortung. Das Erzbistum München-Freising geht in den normalen Verarbeitungsmodus über und macht auf business as usual.“ Quellen: Zeit   DLFkultur


27.1.2021 Der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier bewertet das Münchener WSW-Gutachten. Die Ergebnisse seien erschütternd, aber nicht überraschend. Quelle: katholisch.de


26.1.2022 Anlässlich des Münchener WSW-Gutachtens weist der Betroffenenbeirat im Bistum Passau darauf hin, dass über dem Versagen der katholischen Kirchenleitung die Opfer nicht aus dem Blick verloren werden dürfen. Sie kämen in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz oder kämen nur als „Randnotiz“ vor. Quelle: Stern


26.1.2022 Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln lobt das Münchener Gutachten von WSW für den Nachweis des „desolaten Zustandes der Verwaltung“ des Erzbistums München und Freising, die  unterschiedliche Behandlung von Priester- und Laien-Tätern und die fehlende Organisationskultur und damit bewusst forcierte Ermöglichung von Verantwortungslosigkeit. Der Sprecher des Betroffenenbeirats Peter Bringmann-Henselder kritisiert jedoch die Präsentation des Gutachtens, die durch Wertungen und Emotionalität Stimmungen erzeugt habe. Populistisch sei die in den Vordergrund gestellte Falschaussage von Joseph Ratzinger, die dieser inzwischen eingeräumt und korrigiert habe. Gerade im Fall des Priesters X (= Peter H.) habe Kardinal Wetter mehr Fehlverhalten als Joseph Ratzinger. Bringmann-Henselder versteht nicht, „dass die Kanzlei WSW das Gutachten als Bühne nutzt, um ihr Beleidigtsein wegen des nicht veröffentlichten Gutachtens für das Erzbistum Köln darzustellen“. Quelle: Tagespost


26.1.2022 Hans Zollner bewertet die im Münchener Gutachten zu lesenden Reaktionen der Verantwortlichen: „Es gibt Leute, die Fehler eingestehen. Es gibt Leute, die Missbrauch bedauern, aber keine persönliche Verantwortung sehen. Und es gibt Leute, die sich geweigert haben, an der Aufklärung mitzuarbeiten. Das Bewusstsein für die Übernahme persönlicher Verantwortung in der Kirche ist nur gering vorhanden. Man nimmt die Annehmlichkeiten des Amtes in Anspruch, aber nicht die Schattenseiten.“ Daher müsse praktisch und theologisch über die Rolle der katholischen Bischöfe nachgedacht werden. Nach Ansicht von Zollner stehen in den Äußerungen des emeritierten Papstes, Joseph Ratzinger, im Münchener Gutachten Dinge, die mit den theologischen Positionen Ratzingers nicht in Einklang zu bringen sind, z.B. seine Aussagen über den Zeitgeist von 1980, die er als Entschuldigungsgrund für seine Entscheidungen in München anführt.  Auch seine Aussage, dass es nicht als Missbrauch eines Priesters zu werten ist, wenn er im privaten Bereich missbraucht. Quelle: Kiz


26.1.2022 Der Katholikenrat des Bistums Fulda solidarisiert sich mit den kirchlichen Opfern sexualisierter Gewalt. Quelle: fuldainfo


26.1.2022 Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Bistum Speyer will eine wissenschaftliche Studie über Missbrauchsfälle von 1945 bis in die Gegenwart durchführen lassen. Schon 2018 gab es eine eigene Untersuchung von 1946-2014, in der 89 Priester als mutmaßliche Täter und 189 mutmaßliche Opfer bekannt wurden. Die neue Studie soll Verdachtsfälle unabhängig überprüfen. Quelle: swr


26.1.2022 Während der Verhandlung gegen den Gummersbacher Priester Ue. am Landgericht Köln weinte eine Frau im Zuschauerraum und gab sich auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Christoph Kaufmann als weiteres Opfer von Ue. zu erkennen. Sie ist zur Aussage bereit. Quelle: WDR


26.1.2022 DLF Zur Diskussion: Denn sie wussten, was sie tun. Der Missbrauch in der katholischen Kirche.  mit Christiane Florin, der Generalsekretärin der DBK, Matthias Katsch, dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung


26.1.2022 Hans Zollner, Kinderschutz-Experte des Vatikans, fordert konsequente Rücktritte im Missbrauchsskandal. Bischöfe sollten „Manns genug“ sein und zurücktreten, egal was der Papst sage. Zollner fordert mehr staatliche Aufklärungsarbeit in allen Bereichen, in denen Missbrauch geschehe: in den Kirchen, Koranschulen, im Sport, in Heimen, Schulen und Familien. Quelle: katholisch.de


26.1.2022 Münchens ehemaliger Generalvikar Peter Beer greift das Erzbistum an und kritisiert mangelnde Aufklärungsbereitschaft: „Diese Kirche kann sich nicht selbst aufklären. Das ist meine bittere Erfahrung“, sagt er in der ZEIT. „Auch deshalb habe ich vor zwei Jahren mein Amt aufgegeben. Die Widerstände waren zu groß, selbst für einen Generalvikar.“ Die Institution sträube sich damals wie heute gegen Aufklärungsbemühungen. Ein Kardinal nannte Beer einen schlechten Priester und ein Domkapitular bezeichnete Beer als „Verräter“, berichtete Beer. Zu den ihm vorgeworfenen vier Fehlern im WSW-Gutachten sagte er: „Die sind passiert, dafür bin ich verantwortlich… Punkt.“ Quellen: Presseportal  Spiegel   katholisch.de

Kommentar: So geht Gewissenserforschung: „Dafür bin ich verantwortlich!“


26.1.2022 Andrea Tornielli, Leiter der Vatikan-Medien, nimmt Stellung zu den Vorwürfen gegen den früheren Papst Benedikt, Joseph Ratzinger. Nach Einschätzung von Kirche und Leben kann dies als offizielle Reaktion des Vatikans gelten. Tornielli weist darauf hin, dass Joseph Ratzinger den Fragen der Anwaltskanzlei nicht ausgewichen sei. Er habe immer die die Verurteilung dieser Verbrechen nachdrücklich betont. In der letzten Phase de Pontifikats von Johannes Paul II. habe er als Präfekt der Glaubenskongregation das Phänomen bereits bekämpft und als Papst äußerst strenge Vorschriften gegen klerikale Missbrauchstäter erlassen. Bereits in den irischen und deutschen Skandalen habe er das Gesicht einer bußfertigen Kirche gezeigt.  Tornielli wandte sich gegen einseitige Schuldzuweisungen, die Suche nach Sündenböcken und Pauschalurteile. Quellen: vaticannews   Tagesspiegel


26.1.2021 Die Thuiner Franziskanerinnen legen einen Zwischenbericht über Vorwürfe sexueller Gewalt und körperlicher Misshandlungen in ihren Kinderkurheimen zwischen 1970 und 1990 vor. Schwester Maria Cordis Reiker sagt: „Die ehemaligen Kurkinder unserer Einrichtungen sollen wissen, dass wir ihre Erinnerungen nicht in Frage stellen. Ich möchte, dass ihre Stimmen nach so langer Zeit gehört werden: von allen Schwestern in unserem Orden, von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Einrichtungen und von allen, die sich diesem Leid bisher verschlossen haben.“ Quelle: franziskanerinnen-thuine


27.1.2022 Pressekonferenz des Erzbistums München, 27. Januar 2022, 11 Uhr –  www.erzbistum-muenchen.de/stream


26.1.2022 Unter dem Titel „Das Schweigen der Gemeinden“ berichten drei Männer, die als Minderjährige Missbrauch in Kirchen des Bistums Münster erlebten. Sie erzählen vom Schweigen, Reden, Kämpfen – und von dem Umgang der katholischen Kirche mit den Tätern von damals. Quelle: forum-opferhilfe


25.1.2022 Das Münchener WSW-Gutachten nimmt das Missbrauchsgeschehen in den Ordensgemeinschaften im Erzbistum München und Freising nicht in den Blick. Die Aufarbeitung liegt bei den Orden selbst – und verläuft ziemlich zäh, beklagen Betroffene. Quelle: br     Interview mit Betroffenen ab min 12


25.1.2022 Der katholischen Kirche in Frankreich gelang es, innerhalb von fast drei Monaten ein umfassendes System zur Anerkennung und Entschädigung von kirchlichen Missbrauchsopfern einzurichten. Dazu wurde ein Stiftungsfonds eingerichtet, in den Bischöfe, Diözesen und Gläubige, die das wünschen, einzahlen. Zudem soll eine Instanz zur Begleitung von Opfern, Inirr, eingerichtet werden. Quelle: vaticannews


25.1.2022 „Eine Kultur des Narzissmus. Was wir aus dem Missbrauchsgutachten lernen“ – Hermann Häring macht Zukunftsvorschläge, wie wir uns angesichts der „moralischen Insolvenzerklärung“ unserer Kirchenleitungen verhalten können. Quelle: hjhaering


25.1.2022 Moritz Findeisen berichtet von seinen Erfahrungen als queerer Mensch. Er erzählt von bodenständigen Seelsorgern, verschlossenen Karrierewegen und seiner Hoffnung auf Veränderung. Mehrere katholische Bischöfe signalisierten, dass sie das Kirchenrecht ändern wollen. Quellen: katholisch.de   katholisch.de   Wie Gott uns schuf


25.1.2022 Der Berliner Strafverteidiger Andreas Schulz, prüft, „ob noch lebende Beteiligte in der Befehls- und Hierarchiekette vom Vatikan bis hinunter zu den jeweiligen Bistümern strafrechtlich verantwortlich sein könnten“. Wenn dies der Fall ist, würde er die zuständigen Strafverfolgungsbehörden informieren. Diese entscheiden, ob ein Strafverfahren eingeleitet wird. Quelle: WAZ


25.1.2022 „… aus Respekt vor den Betroffenen, aus Achtung vor den Gläubigen und aus innerer Verpflichtung heraus“ sagen die derzeit tagenden katholischen Bischöfe, sie wollten einen „umfassenden kirchlichen Kulturwandel“. Quelle: dbk


25.1.2022 Erzbischof Wetter bittet im Fall des Missbrauchspriesters H. um Entschuldigung und spricht von einer „falschen Entscheidung“. Die anderen ihm vorgeworfenen 20 Fehler in Missbrauchsfällen bestritt er teilweise. Quellen: katholisch.de  Süddeutsche   Kirche und Leben


24.1.2021 Doris Reisinger über den intellektuellen und moralischen Bankrott der katholischen Kirche und den Kern der sogenannten Missbrauchskrise. Quelle: hoheluft-magazin


24.1.2022 Bischof Kohlgraf, Mainz, nimmt Stellung zur kirchlichen Aufarbeitung von Missbrauch. Quelle: bistummainz


24.1.2022 Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Bayern, hat die Ergebnisse des Münchener Gutachtens mit Betroffenheit aufgenommen. In der Bayerischen Landeskirche sind 166 Fälle bekannt. Die vor mehr als 20 Jahren gegründete Ansprechstelle für sexualisierte Gewalt ist inzwischen eine Fachstelle mit 14 Mitarbeitenden geworden, die Betroffene begleiten und sich um Prävention, Intervention und Aufarbeitung kümmern. Es gibt kontinuierliche Begegnungen des Landesbischofs mit Betroffenen. Im März ist die nächste Begegnung. Wer als Betroffene/als Betroffener Kontakt aufnehmen will und Interesse an einem Austausch hat, kann die Ansprechstelle kontaktieren: Telefon: 089 5595 676 oder E-Mail ansprechstellesg@elkb.de  Quelle: bayern-evangelisch


24.1.2022 Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ bezeichnete die Stellungnahme von Joseph Ratzinger zum Münchener Gutachten als „peinlich“. Das persönliche Schuldeingeständnis fehle noch immer. Quelle: Spiegel


24.1.2022 Gregor Podschun, Bundesvorsitzender des BDKJ, beschreibt die Situation im katholischen Jugendverband: „“Wir erleben, dass sich junge Menschen die Frage stellen nach der Kirche und nach ihrem Glauben.“ Sie würden feststellen, dass die Institution Kirche nicht einhalte, was das Evangelium verspreche. „Es gibt also eine Spaltung zwischen ihrem Glauben und der Institution Kirche, und das kann dazu führen, dass sie aus der Kirche austreten aber weiterhin gläubig bleiben.“ Die Kirche dürfe sich nicht selbst retten: „Wenn wir Leid aufklären und verhindern wollen und dafür in Kauf nehmen, dass wir diese Kirche, so wie sie ist, zerstören, dann muss dieser Weg gegangen werden und erst danach kann der nächste Schritt sein, die Kirche neu aufzubauen.“ Quelle: DW


24.1.2022 Kardinal Friedrich Wetter wirft das Gutachten Fehlverhalten in 21 Fällen vor. Zwar habe er die Fälle nicht bestritten, ein Fehlverhalten seinerseits aber schon. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass 40 Kleriker auch nach Missbrauchsfällen weiterhin in der Seelsorge tätig waren bzw. geduldet wurden. 18 unter ihnen waren zuvor einschlägig verurteilt worden. Bei 43 Klerikern seien die gebotenen „Maßnahmen mit Sanktionscharakter“ unterblieben. Dafür verantwortlich seien vor allem die Münchner Bischöfe – Kardinal von Faulhaber, Kardinal Wendel, Kardinal Döpfner, Joseph Ratzinger, Kardinal Wetter, Kardinal Marx – und Generalvikare. – Der frühere Generalvikar des Erzbistums München, Peter Beer, 2010-2020, gesteht eigene Fehler ein. Das ZdK verlangt ein Ende „der organisierten Verantwortungslosigkeit“ in der Kirche. Die Präsidentin des ZdK ist erschreckt, weil der emeritierte Papst kein Fehlverhalten einräumt. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, spricht vom „kalten Pragmatismus“ in der Kirche. Ihm habe auch nach zehn Jahren im Amt das Gutachten fast die Sprache verschlagen. Quelle: fr


24.1.2022 Nach der Ausstrahlung der Doku Wie Gott uns schuf fordert Bischof Wilmer, Hildesheim, „auch das kirchliche Arbeitsrecht in den Blick zu nehmen, damit Mitarbeitende der Kirche eine homosexuelle Orientierung nicht weiter verheimlichen müssen.“ Bischof Bode dringt auf Lösungen, die für alle Seiten verlässlich sind – Einzelfalllösungen führten immer zu Unsicherheiten. NDR


24.1.2022 Matthias Altmann zeichnet den „Fall H.“ nach und geht auch auf die Rolle des Erzbistums München ein, die die Strategie verfolgt, Ratzinger, inzwischen Papst, aus der öffentlichen Schusslinie zu nehmen. Verantwortlich dafür – so das Gutachten von WSW – sei Domdekan Lorenz Wolf, Offizial des Bistums. Die Gutachter sagen zu dem Fall, der sich über fast vier Jahrzehnte mit 29 Opfern erstreckt: „Dieser, sich über nahezu vier Jahrzehnte hinweg erstreckende Fall X. stellt aus unserer gutachterlichen Perspektive einen durchaus als Sittengemälde zu qualifizierenden Sachverhalt dar.“ Quelle: katholisch.de


24.1.2022 Matthias Katsch sagt, Joseph Ratzinger habe sich nur dafür entschuldigt, eine falsche Angabe zu einer Sitzung gemacht zu haben, entschuldigen müsste er sich aber für seine Verantwortung, dass der Priester nach seiner Aufnahme im Erzbistum München anschließend jahrzehntelang Kinder gefährden konnte. Ratzinger gebe nur zu, was sich nicht bestreiten ließ: „Damit trägt er dazu bei, dass man wirklich das Gefühl hat, man kann ihnen nichts glauben.“ Thomas Schüller, Kirchenrechtler, wirft dem ehemaligen Papst vor, weiterhin die Unwahrheit zu sagen, weil er bestreite, etwas über die Vorgeschichte des pädophilen Priesters gewusst zu haben: „Joseph Ratzinger verstrickt sich immer mehr in seine Lügengebilde und wird auch … den irreparablen persönlichen Schaden für sich und sein Lebenswerk nicht mehr beseitigen können. Er beschädigt damit dauerhaft das Papstamt und damit die katholische Kirche.“ Quellen: kurier.at  Antenne Münster


24.1.2022 Wolfgang Beinert, Ratzinger-Schüler und -Weggefährte, fordert eine öffentliche Entschuldigung von Joseph Ratzinger. Äußerungen Ratzingers, einer der beschuldigten Priester habe als Privatmann gehandelt, kommentiert Beinert:  „Ich glaube, Ratzinger hat die Dimension dessen, was da geschehen ist, überhaupt noch nicht begriffen.“ Quelle: rnd


24.1.2022 Doris Reisinger, Philosophin, schildert die sich ändernden Narrative für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: Kirchenverfolgung, Einzelfälle, Lernkurve und Reformbedarf. Ihr Fazit: „Wir haben es nicht mit einem Lernprozess einer schwerfälligen Institution zu tun. Sondern wir haben es mit ihrem intellektuellen und moralischen Bankrott zu tun.“ Quelle: hoheluft-magazin


24.1.2022 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Freiburg hat die Leitungsverantwortlichen in der katholischen Kirche kritisiert, zu wenig für Opfer von Missbrauch und sexualisierter Gewalt zu tun. Auch im Erzbistum Freiburg warten Betroffene auf die Veröffentlichung einer Studie. Den früheren Erzbischof Zollitsch rief der Beirat auf, einzugestehen, dass in der Diözese „über Jahrzehnte weggeschaut, vertuscht und den Opfern nicht geglaubt wurde“. Quelle: Domradio


24.1.2022 Kai Christian Moritz berichtet, wie die Kirche mit seinem „Fall“ umgegangen ist. Eine verstörende und realistische Darstellung. Quelle: BR


24.1.2022 Missbrauch durch Geistliche nehme die katholische Kirche in Osteuropa nach Einschätzung des tschechischen Theologen Tomas Halik nicht ernst genug. Quelle: katholisch.de


24.1.2022 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, ist erschüttert. Quelle: katholisch.de


24.1.2022 Bischof Voderholzer, Regensburg, denkt, die Kirche und vor allem der frühere Papst Benedikt seien „Sündenbock für ein gesamtgesellschaftliches Problem“. Er sieht hinter dem „Zeitpunkt der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens, der medialen Vorbereitung und der inhaltlichen Ausrichtung “ einen „weiteren Akt der Instrumentalisierung des Missbrauchs“. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Sündenböcke sind unschuldig.


24.1.2022 Einhundertfünfundzwanzig (125)  nicht-heterosexuelle Mitarbeitende katholischer EInrichtungen sind gemeinsam an die Öffentlichkeit gegangen. Mit queeren Menschen in der katholischen Kirche solidarisieren sich u.a. ZdK, KDFB, KFD, „Agenda“, BDKJ, SKF, SKM und AKH. Ein nicht-heterosexueller Mensch begründet, warum er nicht an der Aktion teilnimmt. Quellen: Tagesschau   Link   Doku: Wie Gott uns schuf   Kirche und Leben   Kirche und Leben


24.1.2022 Daniel Brin kommentiert „Wie aus barmherzigen Hirten unbarmherzige Verbrecher wurden“. Quelle: transatlantic-journal


24.1.2022 Der frühere Papst Benedikt korrigiert eine bisherige Aussage. Er habe doch an der Ordinariatssitzung am 15.1.1980 teilgenommen, allerdings sei in dieser Sitzung „über einen seelsorgerlichen Einsatz des betreffenden Priesters nicht entschieden“ worden. Vielmehr habe man lediglich der Bitte entsprochen, dem Mann „während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen“. Joseph Ratzinger will noch erklären, wie es zu diesem Versehen bei der redaktionellen Bearbeitung in seiner Stellungnahme kam, das nicht aus aus böser Absicht geschehen sei. Quelle: Tagesspiegel


24.1.2022 Maria 2.0 fordert den früheren Papst auf, auf seinen päpstlichen Namen zu verzichten. Quelle: Spiegel


23.1.2022 Heribert Prantl kommentiert das Münchner WSW-Gutachten. Am peinlichsten und beschämendsten seien die Stellungnahmen Retzingers im Gutachten, eine „Abwimmelorgie“ und eine „Suada des Nichtwissens und der offenkündigen schriftlichen Lügen“. Die Erklärung, die Ratzingers Berater geschrieben haben, liefe „darauf hinaus, dass er sich selbst freispricht: Ego me absolvo. Es ist dies Verhöhnung des Bußsakraments.“ Quelle: Süddeutsche


23.1.2022 Ein Redakteur der Bild-Zeitung berichtet, als 15-Jähriger missbraucht worden zu sein. 30 Jahre später zeigte er den Fall an. Der beschuldigte Pater sei straffrei ausgegangen und in den Vatikan aufgestiegen. Quelle:bild


23.1.2022 Matthias Katsch plädiert für eine angemessene Unterstützung kirchlich Betroffener und spricht – zu Recht und zum wiederholten Mal – von einem „Opfergenesungswerk“.  Quelle: nd-aktuell


23.1.2022 Ulrich Schäfer schreibt, dass der emeritierte Pontifex dadurch, dass er zum Fall von Peter H. „ständig ausweicht, relativiert oder, entgegen der Aktenlage, Unkenntnis vorschiebt“. Die katholische Kirche könne ihre schwere Krise nur überwinden, wenn sie ausspricht, was ist, sagt er. Quelle: sueddeutsche


 23.1.2022 „Unwürdig“ findet die Theologin Doris Reisinger das Verhalten des emeritierten Papstes Benedikt in der Missbrauchsaffäre. Als Präfekt der Glaubenskongregation habe er mit Missbrauchsberichten zu tun gehabt, aber „die Fälle jahrelang liegen lassen“. Quelle: deutschlandfunkkultur


23.1.2022 Willi Winkler erinnert sich an seine Zeit als Internatsschüler: Bete, arbeite und beziehe Prügel. Quelle: sueddeutsche


23.1.2022 Annette Zoch kommentiert das Verhalten von Joseph Ratzinger. Quelle: sueddeutsche


23.1.2022 Der Chef des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Ulrich Hemel, sieht ein kollektives Führungsversagen in der katholischen Kirche Deutschlands, „das von Rom über die Deutsche Bischofskonferenz bis in die einzelnen Diözesen reicht. Wir brauchen eine Erneuerung der Kirche an Haupt und Gliedern. Bisher hat die Kirche die Perspektive der Opfer systematisch und in meinen Augen schuldhaft ausgeblendet.“ Dass Kardinal Marx sich zuallererst zuständig für die Verkündigung sieht, ist für Hemel ein eklatantes Beispiel für das Führungsversagen, denn Kardinal Marx übersehe dabei, „dass die Verkündigung des Wortes Gottes immer durch Wort und Tat geschieht.“ Hemel hält eine externe Bewertung der Sachverhalte für richtig, weil der Binnenblick nicht genüge. Innerkirchlich plädiert er für einen Wahrheits- und Versöhnungsprozess für nötig. Quelle: Domradio


23.1.2022 Richard Kick vom Betroffenenbeirat des Erzbistums München erwähnt die Haltung des obersten Münchener Kirchenrichters, der Opfer wegen Verleumdung angezeigt hat, wenngleich er das später revidierte. Er wünscht von der Kirche ein „wirklich proaktives Zugehen auf Betroffene“. Als „Armutszeugnis menschlicher Art“ bezeichnet er die Aussage Kardinal Marx‘, der meinte, man hätte ihm sagen müssen, dass er auf Betroffene zugehen solle. Bei den vielen, die sich gemeldet haben, habe sich niemand von der Kirche gerührt, sagt Kick. Er geht weiterhin davon aus, dass großer Druck gemacht werden müsse. Inzwischen hat der Generalvikar immerhin ab Mitte des Jahres einen Seelsorger zur Verfügung gestellt. Der Betroffenenbeirat ist unter der Mailadresse kontakt@betroffenenbeirat.de zu erreichen. Quelle: katholisch.de


23.1.2022 Christina Zühlke berichtet von ihren Eindrücken beim Prozess gegen Pfarrer U. und der Zeugenaussage von Erzbischof Heße. Und sie berichtet von ihren Eindrücken vom Münchener Gutachten und von der Reaktion Betroffener darauf. Quelle: WDR 5


22.1.2022 Karin Jäckel, Autorin („Er war ein Mann Gottes“) berichtet von einem Fall im Erzbistum Freiburg. Sie wurde als Zeugin gehört und am Ende – 2021 –  zum Schweigen verpflichtet. Auch mit dem Opfer dürfe sie nicht reden. Sie verabschiedete sich aus der Anhörung mit der Aussage, dass ein Priester, „der einst Zeuge des Missbrauchs in Oberkirch wurde und dem missbrauchten Kind Hilfe versprochen hatte“ auf mehrere Schreiben in den Vatikan nicht reagierte- abgesehen von einer Weihnachtskarte.  Quelle: ursula-neumann


22.1.2022 Johannes Norpoth, Sprecher des Betroffenenbeirats der DBK, sieht das Besondere des Münchener Gutachtens auch darin, dass geschildert wurde, wie die Vertuschung über Bistumsgrenzen hinweg funktionierte und dass Joseph Ratzinger selbst sein Lebenswerk zerstörte. Das Verständnis von sexuellem Missbrauch – ohne Körperberührung ist z.B. das Onanieren vor Minderjährigen kein Missbrauch – zeigt, dass Ratzinger nicht verstanden hat, was Missbrauch ist. Dies lasse auf den mangelnden Aufarbeitungswillen der Kirche blicken, zumal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegenüber Minderjährigen für die Weltkirche zuständig war. Norpoth beobachtet, dass in der Pressekonferenz die Gutachter mehr um Fassung ringen mussten als die Verantwortlichen. Die Bischöfe fordert Norpoth auf, endlich für eine angemessene Anerkennung des Leids zu sorgen. Zudem sollten die Bischöfe nicht immer nur das zugeben, was ihnen ohnehin eindeutig nachgewiesen werden kann. Sie müssten sich eingestehen, „dass sie mit ihrem eigenen Handeln das Leben von Menschen zerstört haben“. Quelle: rnd


22.1.2022 Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) erklärte nach der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens, dass das Ziel einer ernsthaften Aufarbeitung nicht die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Kirchen sein dürfe, denn dann würde das bestehende Machtsystem geschützt. „Stattdessen muss das Ziel sein, neues Leid zu verhindern.“ Der Bundesvorsitzende des BDKJH, Gregor Podschun, sprach sich für einen rechtlichen Rahmen aus, „in dem der Opferschutz mehr wiegt als die Persönlichkeitsrechte der Täter“. Quelle: rnd


22.1.2022 Pfarrer im Erzbistum München und Freising haben die Anordnung des Erzbischöflichen Ordinariats erhalten, „keine Stellungnahmen, Kommentare, Einschätzungen oder ähnliches zum Gutachten gegenüber Medienvertretern“ abzugeben. Ein Pfarrer meint, das Gutachten habe ihn sehr betroffen, er könne das alles fast nicht glauben. Seine Gemeindemitglieder hätten keinen großen Bedarf, mit ihm darüber zu sprechen, ihm selbst ist es peinlich, darüber zu sprechen. Quelle: merkur


22.1.2022 Das Neue Ruhrwort zitiert ausländische Pressestimmen: das Erbe von Benedikt sei durch sein Verhalten beschädigt worden; er gebe das Bild ab „eines übermäßig unengagierten Managers, dessen Amtszeit inmitten von Korruptionsvorwürfen und Inkompetenz unter Vatikanbeamten endete.“ Der Bericht zeige den Deutschen „den Mangel an Empathie (und Menschlichkeit?) ‚ihres‘ Papstes“. Zwar hätten die Gutachter den Ausdrück „Lüge“ vermieden, aber Benedikt XVI. habe tatsächlich versucht, die Ermittler zu belügen. Die Untersuchung habe ergeben, dass Ratzinger versäumt habe, vier Geistliche zu stoppen – dies sei „schockierend, aber kaum überraschend“. Der frühere Papst habe versäumt, Demut zu zeigen. In seiner Stellungnahme klinge er „wie der Chef eines Autokonzerns, der von der jüngsten Abgasaffäre nichts gewusst haben will“. Quelle: Neues Ruhrwort


22.1.2022 Bischof Bätzing, Vorsitzender der DBK, spricht von einem „desaströsen Verhalten“ und erwähnt dabei auch Joseph Ratzinger: „Vertuscht, verdeckt wurde lange genug…Jetzt ist die Zeit der Wahrheit.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Bode, sagte, dass auch Joseph Ratzinger sich äußern müsse, ebenso Kardinal Marx und andere. Quelle: Kirche und Leben


22.1.2022 Das Zentralkomitee der deutschen Katholik*innen (ZdK) bringt eine Wahrheitskommission im Bundestag ins Gespräch. Auch Lamya Kaddor, Grüne, plädiert für eine Wahrheitskommission. Die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp fordert eine „unabhängige Instanz, die nach der Wahrheit sucht“. Die Philosophin Doris Reisinger fordert neben dem Eingreifen der Politik auch das Einmischen der kirchlichen Basis:  „Es braucht laute Kritik an der katholischen Kirche. Mandatsträger, beispielsweise im Bundestag, müssen sich zu Wort melden und ihre Instrumente nutzen“, sagte sie. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Erst langsam fangen Mitchrist*innen an der Kirchenbasis an zu erkennen, dass auch ihre Solidarität mit den Missbrauchsopfern von Klerikern gefragt ist. Und gefragt ist auch ihre Solidarität mit familiären Opfern – denn auch christliche Familien sind keine gewaltfreien Räume.


22.1.2022 Hans Zollner sieht den Wert des Münchener Gutachtens darin, dass nicht nur rechtliche Aspekte behandelt wurden, sondern dass das Geschehen auftragsgemäß auch am kirchlichen Selbstverständnis gemessen wurde. Zudem  wurden Betroffene einbezogen und Zeitzeugen befragt. – Zollner empfiehlt Joseph Ratzinger, eine persönliche Erklärung abzugeben und macht ihm einen Formulierungsvorschlag. Erstaunt ist Zollner, dass Ratzinger nur auf juristische, aussagerechtliche und kirchenrechtliche Aspekte eingeht, und die menschliche Seite und die Außenwahrnehmung übersieht. Zum Beispiel sieht er bei dem vor minderjährigen Mädchen masturbierenden Priester keinen Missbrauch, weil es zu keiner Berührung kam. Zollner berichtet, dass man im Vatikan verwundert sei, dass Ratzingers Stellungnahme nicht mit anderen Stellen abgesprochen wurde. Nun sei die Aufgabe, das Vertrauen der Geschädigten langsam wiederzugewinnen und ein Klima zu schaffen, in dem Wunden heilen können: „Kirchenvertreter erwecken den Anschein, als glaubten sie nicht an die Wirkkraft des Sakramentes der Versöhnung – die Beichte –, wenn es um die Sünden und das Versagen von Verantwortungsträgern geht. Gewissenserforschung – das wäre das Gutachten -, Bekenntnis, Reue und ein Akt der Wiedergutmachung – all das sind nach klassischer katholischer Lehre die Bedingung für Vergebung. Das gilt für Einzelne wie Diözesen und Bischofskonferenzen.“ Quelle: katholisch.de


21.1.2022 Das neue Gutachten zu Missbrauchsfällen im Erzbistum München und Freising hat tiefes Entsetzen ausgelöst. Wie Betroffene, Experten und Beschäftigte der katholischen Kirche die Ergebnisse bewerten und welche Konsequenzen sie fordern, berichtet Andrea Schlaier. Quelle: sueddeutsche


21.1.2022 Unfehlbar als Mensch muss kein Papst sein. Aber einsichtsvoll und reuig. Ratzinger wird sein Leben in Schande beschließen. Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorf. Quelle: tagesspiegel


21.1.2022 Andreas Englisch zeichnet einige Hintergründe im Vatikan nach und geht davon aus, dass das „System Ratzinger“ geschwächt wurde. Ratzinger verliere Unterstützer, meint er. Quelle: rnd


21.1.2022 Astrid Mayer, Betroffeneninitiative Süddeutschland, berichtet von Reaktionen Betroffener auf das Münchener Gutachten. Endlich einmal werde nicht mehr nur nach der Schuld der Würdenträger gefragt, sondern „auch danach, wie sehr die Geschädigten vernachlässigt wurden, dass es diese überhaupt gibt. Die Perspektive der Betroffenen wurde viel stärker eingenommen.“ Dass Kardinal Marx nicht an der Pressekonferenz zur Vorstellung des Gutachtens verwundert Mayer nicht, schockiert ist sie über die „routinierte Scham- und Schuldbekundung“ von Marx. Sie berichtet, dass für Betroffene die Begegnungen mit Herrn Mary „oftmals nicht sonderlich positiv verlaufen sind“. Es lohnt, das ganze Interview zu lesen. Quelle: t-online


21.1.2022 Nach Ansicht von Oliver Meiler, Rom, befeuert die Veröffentlichung des Münchener GutachtensAnimositäten zwischen dem sogenannten traditionalistischen und dem liberalen Lager neu. Quelle: sueddeutsche


21.1.2022 Wieder wird der Vorwurf erhoben, dass auch Papst Franziskus in seiner Heimat Argentinien nicht mit der nötigen Strenge und Konsequenz gegen mutmaßliche Priester-Täter vorgegangen sei. Bishop Accountability kritisiert, dass Bergoglio, der von 2005 bis 2011 Argentiniens Bischofskonferenz leitete, zum sexuellen Missbrauch argentinischer Priester geschwiegen habe. Er habe das Problem des Kindesmissbrauchs „nicht öffentlich gemacht, sich bei den Opfern nicht entschuldigt und keine Richtlinien zum Umgang mit Pädophilen innerhalb der katholischen Kirche veröffentlicht“. Quelle: Tagesspiegel


21.1.2022 Kirchlich Betroffene haben in Essen vor dem Dom Kerzen angezündet für diejenigen, die nicht die Kraft und den Mut haben zu sprechen. Die Grablichter erinnern auch an Opfer, die aus Verzweiflung Selbstmord begangen haben. Bischof Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer gehen auf die Betroffenen zu. Die Medizinhistorikerin Sylvia Wagner, die den Skandal um Medikamentenversuche im Franz Sales Haus enthüllte, sagt: „Jahrelang wurde Missbrauchsopfern in der katholischen Kirche nicht geglaubt, heute sehen wir, wo die wahren Lügner und Vertuscher sitzen.“Sie fordert, dass die Kirche ihre Archive öffnet und Zugang zu Protokollen, Briefen und Akten gibt.Sie unterstützt die Forderung nach einer unabhängigen Anlaufstelle, die nichts mit der Kirche zu tun hat. Wilfried Fesselmann fordert von der Kirche Finanzierung für die Opfer, nicht nur für die Täter. Quelle: waz


21.1.2022 Hans Zollner konstatiert, dass die Veröffentlichung des Gutachtens zum Missbrauch und seiner Vertuschung in der Erzdiözese München-Freising zeige, „dass Aufklärung und Aufarbeitung in der Kirche weiterhin großen Widerständen begegnen“. Persönliche Verantwortung zu übernehmen, hinge wohl mit einer „Überidentifizierung mit der Institution“ und mit einem „einseitigen Kirchenbild“ – auch von Kardinal Ratzinger – zusammen. Bischof Bätzing, Vorsitzender der DBK, kündigte eine „schonungslose“ Aufklärung an. Quelle: Spiegel


21.1.2022 Statt Scham und Schock seien Konsequenzen in der Kirche nötig, sagt Thomas Schüller, Kirchenrechtler. Es brauche einen moralischen Gesinnungswandel, der sei aber nicht in Sicht. Schüller überlegt täglich, ob er weiterhin Katholik sein will. Da ist er nicht der einzige. Quelle: www1.wdr.de


21.1.2022 Das grausame Schweigen: Die katholische Kirche müsste eigentlich ein Erdbeben erleben – nach dem Münchner Gutachten. Christiane Florin analysiert, warum das ausbleibt und warum so viele in der Kirche immer noch schweigen. Quelle: DLF


21.1.2022 „Kirche und Leben“ fragt Betroffene, wie sie die Veröffentlichung des Münchener Gutachtens erleben und einordnen. Quelle: Kirche und Leben


 21.1.2022 Hans Zollner macht darauf aufmerksam, dass kirchlich Betroffene sexualisierter Gewalt sehr verletzt werden, wenn die kirchlichen Täter keine Schuld eingestehen: „Das ist umso schwerwiegender, weil das Menschen sind, für die wir besonders da sein müssten.“ Mit „wir“ sind hier wohl Kleriker und Kirchenverantwortliche gemeint. Quelle: nordbayern


21.1.2022 Heute stehen ab 16 Uhr kirchlich Betroffene vor dem Essener Dom. Mit Beginn der Dämmerung zünden sie Kerzen an – im Gedenken an alle Menschen, die von Geistlichen missbraucht wurden. Markus Elstner, Bottrop, hat die Aktion initiiert. (Danke!) Quelle: www1.wdr.de


21.1.2022 Doris Reisinger kommentiert das Verhalten des emeritierten Papstes : „Der Hammer dieses Gutachtens ist: Wir wissen jetzt, dass Ratzinger bereit ist, öffentlich zu lügen, um sich seiner Verantwortung zu entledigen. Wie dreist oder wie verzweifelt muss man sein, um so etwas zu tun?” Quelle: Kölner Stadtanzeiger


21.1.2022 Matthias Sellmann, Theologe, fordert Konsequenzen nach der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens: „Wir brauchen Rücktritte, die auch angenommen werden. Wir brauchen erkennbare kirchenpolitische Zeichen, dass wir die Erschütterung durch Missbrauch in den eigenen Reihen wirklich ernst nehmen.“ Versagen bei Missbrauch und dessen Vertuschung stünden dem „Weg zu Gott“ massiv im Weg, konstatierte Sellmann.  Quelle: katholisch.de


21.1.2022 Thomas Arnold, Leiter der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen, fragt nach der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens: „Denn welchen Aussagen der Kirche kann man noch trauen, wenn deren Spitze attestiert wird, wenig glaubhaft zu sein?“ Quelle: katholisch.de


21.1.2022 Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigt, dass es vier weitere weibliche Betroffene sexualisierter Gewalt durch den Priester Hans U. gibt. Quelle: katholisch.de


21.1.2022 Nach der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens fordert die katholische Kirche zu umfassender und transtarenter Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs. Die Sprecherin von Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte: „Entscheidend ist, dass das Vertrauen in den Aufarbeitungswillen der katholischen Kirche und von einzelnen Würdenträgern gestärkt wird.“ Quelle: diepresse.com


21.1.2022 Gespräch Christiane Florins mit Agnes Wich von der Betroffeneninitiative Süddeutschland und Raoul Löbbert. DLF


21.1.2022 Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) hat der Staatsanwaltschaft im August 2021 „41 Fälle zur Verfügung gestellt“, einen weiteren Fall dann im November 2021. Diese 42 Fälle betreffen ausschließlich noch lebende Verantwortungsträger und wurden anonymisiert weitergegeben. Wenn sich Verdachtsmomente hinsichtlich strafrechtlich relevanten Verhaltens ereben, werden die Unterlagen von der Kanzlei angefordert. Welche strafrechtlichen Normen verletzt wurden, wird geprüft. Quelle: ZDF


21.1.2022 Die Staatsanwaltschaft München I untersucht derzeit 42 Fälle von Fehlverhalten kirchlicher Verantwortungsträger im Erzbistum München. Bernd Kastner, Nicolas Richter, Ronen Steinke und Annette Zoch fragen nach der Rolle der Justiz in Bayern. Fazit: Kirchliche Hoffnung auf Milde traf auf juristische Trägheit. Quellen: DLF   Süddeutsche


20.1.2022 Joachim Frank kommentiert das Münchener Gutachten: „Altpapst Benedikt XVI. versetzt in einem fast jämmerlich zu nennenden Versuch der Selbstexkulpation sich selbst und seiner Kirche einen Vernichtungsschlag.“ Quelle: FR


20.1.2022 Christiane Florin kommentiert das Münchener Gutachten der Kanzlei WSW: „Kinder sind weniger wert als Kleriker. Der Schutz der Hierarchen galt den Tätern, nicht den Schutzbefohlenen. Die Betroffenen wurden als Kinder und Erwachsene missachtet, ignoriert, als Bedrohung gesehen. Wie in anderen Bistümern auch. ….Einzelne Personen in Machtpositionen hätten zwar Menschen viel Leid ersparen können. Aber sie bewegen sich in einem System, das deformiert. Der einfache ethische Grundsatz, dass die Schwächsten zu schützen sind, wird weggeweiht…. Die römisch-katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. … Joseph Ratzinger erklärt in einer spitzengeklöppelten Stellungnahme mit dem päpstlichen Briefkopf Benedictus XVI. [!], was er wann nicht gewusst habe – ein taktischer Umgang mit der Wahrheit. Das Ohnmachtsgehabe eines der mächtigsten Männer der Kirche zeigt auch, dass er bis heute nicht versteht, was sexualisierte Gewalt mit Kindern macht.“ Quelle: DLF


20.1.2022 Die Münchener Gutachter der Kanzlei WSW sprechen sich für eine Ombudsstelle und eine stärkere Einbeziehung der betroffenen Pfarreien in die Aufarbeitung ist. Für Opfer müsse ein geschützter Raum geschaffen werden, in dem sie sich äußern können. „Geschützt“ bedeute, dass niemand dabei ist, „der einen weißen Kragen zum schwarzen Hemd trägt“. In der Pressekonferenz fragte ein Gutachter: „Wie viele Gutachten und Studien braucht das Land eigentlich noch, um sich dieser Erkenntnis zu stellen?“ Quelle: Tagesspiegel


20.1.2022 Der Kommentar von Daniel Deckers kommt der Wirklichkeit, wie kirchlich Betroffene von Missbrauch sie erleben, sehr nahe. Er spricht im Blick auf Vertuschungen katholischer Missbrauchsfälle von „an Komplizenschaft grenzende Mitwissernschaft bis in höchste Kreise und die fast allgegenwärtige Gleichgültigkeit gegenüber Betroffenen.“ Es zeige sich, dass „jeder, aber auch jeder“ meint, in der Vergangenheit nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Die Bischöfe zögen sich heute auf Normunkenntnis und Unzuständigkeit zurück. Der frühere Papst Benedikt habe gezeigt, wie zynisch das Verhalten der Verantwortlichen angesichts der drückenden Beweislast ist. Quelle: FAZ


20.1.2022 Florian Breitmeier weist darauf hin, dass im Münchner Gutachten Kardinal Marx bescheinigt wird, er habe bis 2018 kein großes Interesse an den Betroffenen sexualisierter Gewalt und deren Schicksal gezeigt.  Für schwerwiegend hält Breitmeier, dass die Gutachter den Bischöfen und Erzbischöfen bescheinigen, den Betroffenen nicht die nötige Beachtung geschenkt zu haben – vor allem nach 2010, als sie immer wieder bekundeten, dies verstanden zu haben. Quelle: NDR


20.1.2022 „Auch im Jahr 2022 heißt die bittere Realität: Das System der Vertuschung, des Vergessens und der schnellen Vergebung ist nicht aufgebrochen worden“, sagte die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp. – „Braucht es erst ein Gutachten aus jedem (Erz-)Bistum, damit Verantwortliche ihre Aufgaben ernst nehmen?“, fragte Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende. – Der Religionsbeauftragte der SPD im Bundestag, Castellucci, hat eine allein von der Kirche geleistete Aufarbeitung scharf kritisiert: „Keiner kann sich selbst aufklären, dafür gibt es unseren Rechtsstaat.“ Quellen: Süddeutsche s. auch: Tagesschau  Süddeutsche  DW


20.1.2022 Bischof Overbeck, Essen, betont die individuelle Verantwortung in der Kirchenleitung. Der Essener Generalvikar Pfeffer sieht im Münchner Gutachten ein Signal, in der katholischen Kirche „endlich Schluss damit zu machen, Verantwortlichkeiten nicht klar zu benennen“. Quelle: Bistum Essen


20.1.2022 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, kommentiert das Verhalten des früheren Papstes Benedeikt so: Da habe Joseph Ratzinger „die bekannte Karte des Vergessens und Nicht-gewusst-Habens“ gespielt. Damit habe „ein ehemaliger Papst die Axt an die Kirche gelegt“ und demaskiere sie „als korrumpierte amoralische Institution“. – Matthias Katsch denkt an die Menschen, die durch die Entscheidung, den Täter nach München zu holen, zu Opfern wurden. Es hätte sie nicht gegeben, wenn anders verfahren worden wäre. Da alle Münchner Bischöfe und Kardinäle nach 1945 Fehler gemacht haben, erweise sich, dass es im System einen Fehler gebe. Eigentlich müsste jetzt die Konsequenz sein, dass alle zurücktreten. – „Wir sind Kirche“ hält ein persönliches Schuldeingeständnis Ratzingers für sein damaliges Handeln beziehungsweise Nicht-Handeln für einen dringend notwendigen Akt und gleichzeitig für ein großes Vorbild für andere Bischöfe und Verantwortungsträger weltweit. Quellen: katholisch.de   Brennpunkt


20.1.2022 „Es muss auch in kirchlichen Reihen endlich mal jemand die Verantwortung übernehmen. Anders wird man die Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen.“ Das sagt Ingo Brüggenjürgen. Und: „Es macht einen aber immer noch fassungslos.“ Quelle: Domradio

Kommentar: Ich erhalte Mails kirchlich Betroffener, die davon sprechen, dass ihnen nur schlecht wird heute. Und das sind Menschen, die seit vielen Jahren sagen, auch Verantwortliche im Vatikan seien involviert in die Vertuschung. Und manche wissen so gar nicht, was sie denken und fühlen sollen, wenn ihnen der Verrat der „Hirten“ am Evangelium und an den Opfern – bis in die höchste Kirchenleitung hinein – dokumentiert wird, wie es das Münchener Gutachten tut.


20.1.2022 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig, fordert, dass der Bundestag sich viel mehr für die Arbeit des Unrechts interessen müsse und involviert werden müsse. Er sprach sich für eine parlamentarische Begleitgruppe der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Zum Münchner Gutachten von WSW sagte er: „Das Gutachten zeigt eine beschämende Kaltherzigkeit der höchsten Kleriker im Umgang mit missbrauchten Kindern. …Allein die deutliche Einschätzung der Gutachter, dass es eine vollständige Nichtwahrnehmung der betroffenen Kinder und der Folgen für ihr Leben gab, hat mich tief schockiert.“ Quellen: rnd   Sonntagsblatt


20.1.2022 „Es fehlt bis heute eine aufrichtige Aussage zu persönlicher Schuld. Alle relativieren, streiten ab, sagen, sie hätten es nicht so genau gewusst oder seien nicht zuständig. Es ist ein Verantwortungs-Verdunstungsbetrieb, in dem das, was man anderen predigt – Moral – völlig ausgeblendet wird. Da wurden – das kann man gar nicht anders sagen – da wurden mafiöse Strukturen beschrieben.“ So beschreibt Christiane Florin die katholische Kirche im Blick auf die Missbrauchsfälle und die Vertuschung. Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung,  kritisierte den empathielosen Umgang mit Missbrauchsopfern in der katholischen Kirche. Quelle: DLF


20.1.2022 „Der emeritierte Papst drückt, wie er es bereits mehrmals in den Jahren seines Pontifikats getan hat, seine Scham und sein Bedauern aus über den von Klerikern an Minderjährigen verübten Missbrauch aus (sic) und erneuert seine persönliche Nähe und sein Gebet für alle Opfer„, das berichtet der Privatsekretär von Joseph Ratzinger, Georg Gänswein. Quelle: Spiegel

Kommentar: Mindestens so hilfreich wie ein Gebet des früheren Papstes für die kirchlichen Opfer wäre es, wenn Joseph Ratzinger zu seinen Vertuschungen und Fehlern stehen würde, die weitere Opfer  kosteten. Ein Gebet ohne Eingeständnis eigener dramatischer und für andere Menschen folgenschwerer Fehler halte ich für nutzlos, vielleicht sogar für blasphemisch – und für eine Zumutung für Betroffene. Und ob die persönliche Nähe Ratzingers überhaupt erwünscht ist, müssten die Betroffenen entscheiden. So pauschal von oben herab angeboten ist das Angebot der „Nähe“ übergriffig. Einfach nichts gelernt.


20.1.2022 „Für eine wirkliche Aufarbeitung sind die menschliche, psychische und spirituelle Seite wichtig. Nur dann begreift man, was mit den Opfern passiert ist“, sagt Pater Hans Zollner. Die Ergebnisse würfen ein anderes Licht auf die Amtszeit von Benedikt XVI. als Papst von 2005 – 2013. Zollner meint, es sei wichtig, dass Benedikt sich entschuldigt. Quellen: Spiegel   /neuesruhrwort


20.1.2022 Unter www.erzbistum-muenchen.de/stream wird heute, 16:30 Uhr ein Statement von Kardinal Marx übertragen.


20.1.2022 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, sieht die Reputation des ehemaligen Papstes Benedikt „dauerhaft beschädigt“: „Joseph Ratzinger hat die letzte Chance vertan, reinen Tisch zu machen. Er wird der Unwahrheit überführt und demaskiert sich damit selbst als aktiver Vertuscher. Er fügt der katholischen Kirche und dem Papstamt damit einen irreparablen Schaden zu.“ Als „eigentlichen Skandal“ bezeichnet Schüller die „kultivierte Verantwortungslosigkeit hoher kirchlicher Würdenträger und ihre fehlende Empathie mit den Opfern, die ihnen in ihrem Leid schlicht egal sind, bei gleichzeitig mit fast schon krimineller Energie praktiziertem Täterschutz“. Niemand übernehme Verantwortung, die Opfer sexualisierter Gewalt blieben allein mit ihrem sie lebenslang verfolgenden Trauma. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Man muss es so drastisch wie Schüller formulieren.


20.1.2022 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, spricht angesichts des Münchner Gutachtens von einer „historischen Erschütterung“ der Kirche. Er sagte: „Dieses Lügengebäude, was zum Schutz von Kardinal Ratzinger, von Papst Benedikt, errichtet wurde hier in München, das ist heute krachend zusammengefallen.“ Einige Missbrauchsfälle seien nur deshalb möglich gewesen, weil Joseph Ratzinger als Erzbischof von München entschieden habe, einen Missbrauchstäter in seinem Bistum einzusetzen. Das „täterzentrierte System“ katholische Kirche sei an der Spitze belastetund an sein Ende gekommen, konstatiert Katsch. Hans Zollner erwartet, dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. auf das Gutachten reagiert. Quelle: Mittelbayerische


20.1.2022 Der Heilige Stuhl sieht sich verpflichtet, dem Untersuchungsbericht der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Nach Einsicht in den Text wird der Vatikan in der Lage sein, den Bericht im Einzelnen zu prüfen. Quelle: vaticannews


20.1.2022 Das Gutachten der Kanzlei Westphfahl Spilker Wastl liegt vor. Die Angaben von Joseph Ratzinger zu einem brisanten Fall halten die Gutachter für „wenig glaubwürdig“. Der emeritierte Papst schreibt, er habe an der Ordinariatssitzung 1980, in der der Fall des Priesters, der aus dem Bistum Essen übernommen werden solle, gar nicht teilgenommen. Im Protokoll jedoch wird der damalige Erzbischof Kardinal Ratzinger nicht als abwesend notiert. Zudem habe „der Herr Kardinal“ bei dieser Sitzung über die Trauerfeier für Kardinal Bengsch und über vertrauliche Gespräche mit dem damaligen Papst Johannes Paul II. über Hans Küng berichtet. Der zur fraglichen Zeit amtierende Generalvikar Gruber hatte 2010 die alleinige Verantwortung für die Entscheidung, den in Essen straffällig gewordenen Priester zu übernehmen, übernommen. Nun relativiert er seine Aussage und sagt nun, er sei dazu gedrängt worden. Er zweifle nicht daran, dass Ratzinger die Umstände, die zum Wiedereinsatz des Priesters führten, gekannt habe.- Kardinal Wetter wirft das Gutachten in 21 Fällen Fehlverhalten vor. Wetter bestreitet – außer in einem Fall – sein Fehlverhalten. – Kardinal Marx halten die Anwälte Fehlverhalten im Umgang mit zwei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch vor. Es gehe dabei um Meldungen an die Glaubenskongregation in Rom. Marx war bei der Vorstellung nicht anwesend. Die Gutachter werfen Kardinal Marx vor, sich nicht ausreichend um die Behandlung der Fälle sexuellen Missbrauchs gekümmert zu haben. Marx sehe die Behandlung von Missbrauchsfällen in erster Linie bei Generalvikar und Ordinariat. – Die Gutachter finden Hinweise auf mindestens 497 überwiegend männliche Minderjährige, die von Missbrauch betroffen sind. Unter den 235 mutmaßlichen Tätern waren 173 Priester und 9 Diakone. 40 Kleriker seien wieder in der Seelsorge tätig gewesen, 18 davon auch nach einschlägiger Verurteilung. Bei insgeamt 43 Klerikern seien „gebotene Maßnahmen mit Sanktionscharakter“ unterblieben. Dass die Betroffenen nicht im Blick waren, ist nicht neu. Quelle: FAZ Weitere Berichte: Spiegel   Zeit    www1.wdr.de   Kirche und Leben


20.1.2022 Tilmann Kleinjung gibt einen Überblick über die Diskussion der Verantwortlichkeit von Joseph Ratzinger und Kardinal Marx, wie sie mit Missbrauchsfällen im Erzbistum München und Freising umgingen. Quelle: Tagesschau


20.1.2022 Thomas Boutellier berichtet über Missbrauch und Prävention in der katholischen Kirche der Schweiz. Weiterhin treten auch dort Missbrauchsfälle oder Vertuschungen zu Tage. Gerade Übergriffe unter Erwachsenen in einem Abhängigkeitsverhältnis werden oft nicht angezeigt. Quelle: kath.ch


19.1.2022 Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) weiß von 70 Verdachtsfällen seit 1947. Verdachtsfälle umfassen auch Fälle aus Heimen in evangelischer Trägerschaft. 20 mal wurden Pfarrer verdächtigt. Quelle: ekhn


19.1.2022 Matthias Katsch ist gespannt darauf, „wann der Bayerische Landtag oder der Deutsche Bundestag endlich einsehen, dass die Kirche mit der Aufarbeitung nicht alleine gelassen werden darf“. Quelle: dw


19.1.2022 Der Privatsekretär des früheren Papstes Benedikt, Gänswein, dementiert, dass Ratzinger vor seiner Zeit als Papst persönlich von einem Priester auf Missbrauchsfälle beim Orden der Legionäre hingewiesen worden sei. Ein Ex-Mitglied der Legionäre soll nach eigener Aussage 2004 persönlich ein Dossier über Missbrauchsopfer überreicht haben. Gänswein erklärte außerdem, es sei nicht zutreffend, dass Ratzinger wenige Jahre zuvor schon durch Missbrauchsopfer selbst auf die Priestergemeinschaft aufmerksam gemacht wurde. Benedikt leitete Anfang 2005 Untersuchungen gegen Marcial Maciel, den Ordensgründer, ein. Der für das Ordensleben weltweit zuständige Kardinal Joao Braz de Aviz hat öffentlich zugegeben, dass dem Vatikan bereits seit 1943 erste Anzeigen bekannt waren. Der Priester Félix Alarcón, ein ehemaliger Legionärsführer, sagte gegenüber EL PAÍS. „Der Vatikan hat 240 Dokumente erhalten, die zeigen, dass die Situation bekannt war, lange bevor sie zugegeben wurde, dass sie bekannt war. Unsere Beschwerde geht auf das Jahr 1988 zurück, und als Ratzinger noch Kardinal war, reichten sie sich gegenseitig diese schreckliche heiße Kartoffel, ohne etwas zu unternehmen.  Quellen: BR    Religionsphilosophischer Salon


19.1.2022 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart hat die Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Beschäftigte ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium ist unabhängig und besteht aus zwei Frauen und fünf Männern, unter ihnen auch Betroffene. Den Vorsitz haben Jörg Eisele, Strafrechtler und Thomas Halder, ehemaliger Ministerialdirektor im Kultus und Sozialministerium. Einmal jährlich soll die Öffentlichkeit über die Arbeitsergebnisse informiert werden. Bei der UKA stellten fast 70 Betroffene aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart Wiederholungs- und Erstanträge. Quelle: vaticannews


 19.1.2022 Kirchliche Reformgruppen haben am Mittwochabend gemeinsam mit der Giordano-Bruno-Stiftung auf dem Münchner Marienplatz gegen die Vertuschung von kirchlichem Missbrauch protestiert.Der Betroffenenbeirat der DBK erwartet kaum neue Erkenntnisse durch die Veröffentlichung des Münchner Gutachtens morgen. Die Untersuchung werde „keine neuen systemischen Erkenntnisse“ bringen, es werde sich lediglich zeigen, dass die Leitungsverantwortlichen nicht nur Ortsbischöfe, sondern auch Kardinäle und der Papst selbst (Joseph Ratzinger) waren. Für die Opfer von sexuellem Missbrauch und von Vertuschung sei es letztlich unerheblich, wer vertuscht habe. Auf jeder Hierarchiestufe habe Täterschutz vor Opferschutz gestanden. Quelle: katholisch.de


19.1.2022 Im Bistum Aachen wurden alle rund 120 Betroffenen angeschrieben, 20 kamen zu einer Informationsveranstaltung über die Gründung eines Betroffenenrats. Für den zu bildenden Betroffenenrat, der unabhängig und weisungsungebunden ist, werden sieben Mitglieder gesucht, zwei davon sollen auch in die Aufarbeitungskommission des Bistums geschickt werden. Quelle: Domradio


19.1.2022 Nach der Veröffentlichung des externen Gutachtens am 20.1.2022, 11 Uhr zu sexuellem Missbrauch im Bereich der Erzdiözese München und Freising durch die damit beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl gibt Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag, 20. Januar, um 16.30 Uhr ein kurzes Pressestatement ab. Das Statement kann auf dieser Seite im Livestream verfolgt werden.-


19.1.2022 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat eine Internetseite „Geschichten, die zählen“ freigeschaltet. Quelle: geschichten-die-zaehlen


19.1.2022 Reinhard Lettmann war von 1980 bis 2008 Bischof von Münster. Er starb 2013. Nun erhebt ein Priester, der von 1974 bis 1987 im Bistum Münster war, den Vorwurf eines grenzverletzenden Übergriffs durch Lettmann. Der Priester, der die Beschuldigung erhob, hat seine Aussage mit einer eidesstattlichen Versicherung bestätigt. Zeugen gibt es nicht. Der Vorwurf wird den Historikern der Universität Münster vorgelegt, die an einer Aufarbeitungsstudie des Bistums Münster arbeiten. 2020 hatten die Wissenschaftler bereits festgestellt, dass u.a. Bischof Lettmann große Milde für Missbrauchstäter unter den Klerikern gezeigt habe.  Quellen: wn    katholisch.de


19.1.2022 Die Sozialwissenschaftlerin Helga Dill vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) kritisiert das Erzbistum München-Freising für die fehlende Kooperationsbereitschaft in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Das IPP untersucht im Bistum Essen Missbrauchsfälle. Die Studie soll im Herbst 2022 erscheinen. U.a. wird der Fall des Priesters Peter H. untersucht. H. war unter Josef Ratzinger, dem damaligen Erzbischof von München, aus dem Bistum Essen übernommen worden. Das Bistum Essen hatte dem Bistum München eine Zusammenfassung der Essener Personalakten zur Verfügung gestellt. Das Erzbistum München verweigerte dem IPP Akteneinsicht. Dill forderte die Kleriker zur Zusammenarbeit bei ihrer Studie auf: Kardinal Marx, Kardinal Wetter, Bischof Genn, den früheren Bischof von Essen. Wünschenswert sei auch ein Gespräch mit Kardinal Ratzinger. Quelle: nachrichten-heute.net


19.1.2022 Correctiv geht der Frage nach, was die Kirche zum Missbrauchsskandal in Garching, Erzbistum München, an entscheidenden Details weggelassen hat. Correctiv hat Dokumente und interne Briefe eingesehen. Aus Unterlagen geht hervor, dass H. der Kirche sein Schweigen anbot. Das außergerichtliche Strafverfahren stellte in einem Dekret von 2016 fest, dass Ratzinger als Erzbischof von München spätestens 1986 nach dem staatlichen Gerichtsverfahren ein kirchenrechtliches Verfahren hätte einleiten müssen und den Fall an die Glaubenskongregation senden müssen. Dies geschah nicht. Unerwähnt bleibt im Dekret von 2016 auch, dass Weihbischof von Soden-Fraunhofen als „Aufpasser“ vor Ort in Garching eingesetzt war. Der Kirchenrechtler Schüller meint: „Für die Sachverhaltsbeschreibung hätte das Dekret die tatsächliche Rolle des Weihbischofs von Soden klar benennen müssen.“ Die Rolle des Bischofs von Soden-Fraunhofen sieht er kritisch, sie sollte „Gegenstand einer innerkirchlichen Untersuchung werden“. Quelle: correctiv.org


18.1.2022 Heute hat Erzbischof Heße im Prozess gegen Pfarrer Hans Bernhard U. ausgesagt. Heße bescheinigt sich, konsequent, entschlossen, prompt und schnell gehandelt zu haben, weil er 2010 als Personalchef im Erzbistum Köln den des Missbrauchs beschuldigten Priester suspendierte. Nachdem die Staatsanwaltschaft jedoch die Ermittlungen einstellte und die Betroffenen nicht mehr aussagen wollten, haben „Fachjuristen des Erzbistums“ – u.a. Günter Assenmacher – keine Grundlage mehr für ein kirchliches Verfahren gesehen. Der Beschuldigte wurde erneut in der Seelsorge eingesetzt, hatte erneut Kontakt zu Kindern und soll erneut Kinder missbraucht haben. In der Verhandlung sagte Heße (was ihm bereits nachgewiesen worden war), dass er 2010 die Vorwürfe an den Vatikan hätte melden müssen. Nicht erklären kann sich Heße einen Aktenvermerk, in dem es hieß, der Priester habe in einem Gespräch im Generalvikariat „alles erzählt“ und es sollte kein Protokoll angefertigt werden. Der Aktenvermerk trägt das Zeichen von Heße. Vor Gericht sagte Heße, der beschuldigte Priester habe ihm gegenüber immer alle Vorwürfe bestritten. – Vor dem Landgericht demonstrierten Missbrauchsbetroffene. Martin Schmitz von der Initiative Selbsthilfe Rhede sagte: „Bislang haben sich Gerichte und der Staat immer weggeduckt.“ Er forderte, dass der Staat sich in die Aufklärung von Missbrauch einschalten müsse. Quellen: NDR   katholisch.de


18.1.2022 Polens staatliche Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch bekommt vorerst keinen Zugang zu Akten kirchlicher Verfahren gegen Beschuldigte. Da Strafprozesse gegen Priester von der Glaubenskongregation geführt werden, müsse der polnische Staat den Vatikan um internationale Rechtshilfe bitten, um die Dokumente kanonischer Verfahren zu erhalten. Quelle: Neues Ruhrwort


17.1.2022 Hermann Häring bespricht das Buch von Wolfgang Rothe: „Missbrauchte Kirche“ und nennt es eine Publikation, die „zu einem konstitutiven Teil einer ganz neuen Diskurslinie“ wird. Quelle: feinschwarz.net


17.1.2022 Das Aufarbeitungsprojekt „Gewalt am Bischöflichen Internat Albertinum Gerolstein (Landkreis Vulkaneifel) – Aufarbeitung mit und für Betroffene“ (1946 bis 1983) wird von den Projektleiterinnen Professorin Dr. Claudia Bundschuh und Dr. Bettina Janssen am Freitag, 11. Februar 2022, um 15 Uhr nicht presseöffentlich vorgestellt. Danach findet ein Pressegespräch statt. Dann ist auch der Bericht unter www.albertinum-gerolstein.de auch online. Der Zwischenbericht vom Oktober 2020 ist hier nachzulesen. Quelle: Bistum Trier


17.1.2022 Das Bistum Speyer hat bislang an 72 kirchliche Missbrauchsopfer ca 1,2 Millionen Euro – inclusive Therapiekosten – gezahlt. Das Bistum prüft derzeit, ob Leistungen an Betroffene in besonders prekären Lebensumständen auch in Form einer monatlichen Rente gezahlt werden können. Bisher wurden 160 Verdachtsfälle untersucht, 86 an die Staatsanwaltschaft gemeldet, weil die Beschuldigten noch leben. Die Staatsanwaltschaft stellte 68 Verfahren ein, in 16 Fällen erfolgte eine Verurteilung oder eine Einstellung mit Geldauflage. Derzeit prüft das Bistum, eine Organisation mit der Aufgabe zu betrauen, als Ansprechstelle außerhalb der Kirche zu fungieren. Quelle: Rheinpfalz


17.1.2022 Stand der Aufarbeitung in den katholischen Bistümern – ein Überblick von KNA. Quelle: katholisch.de


16.1.2022 Annette Zoch bespricht drei Bücher. Birgit Aschmann (Hg.): Katholische Dunkelräume (Open Access!); Wolfgang F. Rothe: Missbrauchte Kirche. Eine Abrechnung mit der katholischen Sexualmoral und ihren Verfechtern. Klaus Mertes: Den Kreislauf des Scheiterns durchbrechen. Damit die Aufarbeitung des Missbrauchs am Ende nicht wieder am Anfang steht. Quelle: sueddeutsche


16.1.2022 „Wir sind Kirche“ sieht im Umgang mit Missbrauchsfällen im katholischen Erzbistum München und Freising «ein trauriges Muster der üblichen Vertuschungen». Christian Weisner, Sprecher sprach kurz vor der Vorstellung des Gutachtens des Erzbistums München von „katastrophalen Langzeitfolgen für das Ansehen der Kirche“. Quelle: Zeit


16.1.2022 Matthias Katsch stellt fest, dass auch der Staat wenig oder kein Interesse daran hatte, kirchliche Missbrauchsfälle aufzuklären. Er ist sicher, dass sich dies ändern wird und sieht, dass die Kirchenverantwortlichen durch ihren Mangel an Aufklärungsbereitschaft der Kirche schaden. Quelle: www1.wdr – Diesseits von Eden


15.1.2022 Ob Kardinal Woelki nach Köln zurückkehren wird, ist unklar. Der Diözesanpastoralrat hat darüber abgestimmt. Weder ihm noch der Öffentlichkeit soll das Ergebnis bekannt gemacht werden. Es wird nach Rom geschickt. In die geplante Untersuchung der Auftragsvergaben, die zunächst vom Vatikan gestoppt wurde, dürfte auch die Frage eingehen, ob Kardinal Woelki bei der Gründung einer eigenen Kölner Hochschule für die Priesterausbildung alle Gremien entsprechend den Vorschriften beteiligt hat. Quellen: www1.wdr.de   Domradio


14.1.2022 Gabriele Knetsch beobachtet, dass sexueller Missbrauch der Kirche durchaus bekannt war und sie ihn planmäßig vertuschte und die Betroffenen abwimmelte und hinhielt. U.a. wird die Wickenmayersche Kinderpflege in den Blick genommen. Quelle: br


14.1.2022 Nun beginnt die Debatte darüber, wie in den USA mit indigenen Kindern an meist kirchlichen Internatsschulen umgegangen wurde. Die gewaltsame Christianisierung der Indigenen in der US-Geschichte soll von einer Untersuchungskommission untersucht werden, die auch die Todesumstände hunderter Internatsschüler aufklären soll. Die katholischen Bischöfe von Gallup, New Mexico, und von Oklahoma City schlossen sich der Forderung nach einer historischen Aufarbeitung an. Quelle: Domradio


14.1.2022 Lüdecke weist auf die „Chiffrierungs(un)kultur“ hin, mit der innerkirchlich eine verklausulierte Sprache verwendet wurde. So wurde aus sexuellem Fehlverhalten von Klerikern „gesundheitliche und familiäre oder psychische Probleme, freundschaftliche Verstrickungen oder Unvorsichtigkeiten gegenüber Jugendlichen. Außerdem fordert Lüdecke, dass das 1. Gutachten des Erzbistums München von 2010 (Kurzfassung) veröffentlicht werden solle, ggf. geschwärzt. Es sei wichtig zu wissen, ob das neue Gutachten „nur die datenschutzrechtliche Absicherung der damaligen Befunde“ sei oder ob es auch neue Erkenntnisse enthalte. Interessant sei auch zu erfahren, ob die neuen Erkenntnisse entsprechend kenntlich gemacht werden und warum sie 2010 übersehen wurden. Wichtig zu wissen sei auch, ob es ggf. andere als datenschutzrechtliche Gründe für eine weitere Geheimhaltung gebe. Quelle: katholisch.de


14.1.2022 Die spanischen katholischen Bischöfe waren zum Ad-limina-Besuch im Vatikan. Auch innerkirchlicher Missbrauch war Thema.  Der Vorsitzende der Spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Juan Jose Omella, Barcelona meinte, das Wichtigste sei, sich für die Opfer einzusetzen.  Den Bischöfen sei gesagt worden, sie sollen so weitermachen. Eine landesweite unabhängige Untersuchung sei in Spanien nicht nötig, die Bischöfe seien bereit hzu ermitteln. Kardinal Antonio Canizares, Valencia, warf „El Pais“ vor, „unklug“ gehandelt zu haben. Canizares stellte auch die Substanz der Vorwürfe von El Pais infrage. El Pais hatte von 251 mutmaßlichen Missbrauchsfällen seit 1943 gesprochen. Quelle: kathpress.at


14.1.2022 Michaela Huber, Schulpsychologin aus Dachau und Vorsitzende der Aufarbeitungskommission im Erzbistum München, attestiert Kardinal Marx einen Lernprozess seit 2010, zweifelt jedoch zugleich am Aufarbeitungswillen der katholischen Kirche. Sie plädiert für eine einheitliche Zahlung von 50.000 Euro an kirchliche Missbrauchsopfer, weil die Schwere der Tat nicht alleiniger Maßstab sein könne. Auch von außen gesehen scheinbar harmlose Übergriffe können Betroffene komplett aus der Bahn werfen. Sie sagt, die Bearbeitung der Anträge müsse mit mehr Einfühlungsvermögen und echter Seelsorge verbunden werden. Quelle: kirche-und-leben


14.1.2022 Ein betroffener katholischer Priester berichtet, wie er mit dem erlittenen Missbrauch umgeht. Hans Zollner weist darauf hin, dass vielen Kirchenverantwortlichen und der Öffentlichkeit nicht bewusst sei, dass es im Klerus nicht allein Missbrauchstäter, sondern auch Betroffene von sexueller Gewalt gebe. Quelle: focus


14.1.2022 Ein indisches Gericht hat den katholischen Bischof Franco Mulakkal vom Vorwurf der Vergewaltigung der Ordensschwester  Lucy Kalappura freigesprochen, weil die ihm vorgeworfenen 13 Vergewaltigungen nicht nachweisbar waren. Die Anwälte der Nonne wollen Berufung einlegen. Im Februar 2020 beschuldigte eine zweite Ordensfrau den Bischof der sexuellen Belästigung. Quelle: katholisch.de


14.1.2022 Das Opfer eines polnischen Priesters hat das Bistum Bielsko-Zywiec wegen Missbrauch verklagt. Das Bistum wollte nun feststellen lassen, ob der Betroffene schwul ist und deshalb den Missbrauch genossen habe. Nun hat sich das Bistum dafür entschuldigt. Quelle: katholisch.de


13.1.2022 Dr. Thomas Schnitzler, Vorsitzender von MissBiT e.V., Historiker, wollte am 12.1.2022 bei der KEB Koblenz einen Vortrag über den Trierer früheren Bischof Stein halten. In dem Vortrag sollten 27 von bislang 43 bekannten Klerikern benannt werden, deren Sexualstraftraten durch Bischof Stein vertuscht wurden. Der letzte Stand der Auseinandersetzung besagt, dass es laut den Verantwortlichen vor Ort bis zu einem Ergebnis der Aufarbeitungskommission zu Bischof Stein überhaupt keine öffentliche Veranstaltung der KEB im Bistum Trier hierzu geben dürfe. Quelle: missbit  Pressemitteilung: Bischof Ackermann weiter voll auf Vertuscherkurs


13.1.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller geht davon aus, dass bei einer Versetzung eines Priesters von einer Diözese in eine andere die Bischöfe informiert wären. In München müssten also die Erzbischöfe Ratzinger, Wetter und Marx Bescheid gewusst haben. Schüller geht davon aus, dass das Münchener Gutachten bestätigen wird, was „in vielen Diözesen in Deutschland der Fall war, dass die Bischöfe systematisch vertuscht haben“. Schüller plädiert für eine unabhängige Kommission, die die kirchlichen Missbrauchsfälle aufarbeitet, weil die Kirchen das Problem nicht selbst lösen können. Dafür müsse die gesetzliche Grundlage geschaffen werden. Quelle: BR


13.1.2022 In Kalifornien erlaubt ein neues Gesetz den Nachkommen , Schadenersatzklagen einzureichen. Nun haben die Kinder eines bereits gestorbenen Missbrauchsopfer des Priesters Stephen Kiesle Schadenersatzklage eingereicht, weil ihr Vater lebenslang unter dem Missbrauch gelitten hat. 1981 schrieb der zuständige Bischof Cummins an den Präfekten der Glaubenskongregation – damals Franjo Seper – und bat um die Laisierung von Kiesle. Kiesle war 1978 festgenommen worden, weil er sechs Jungen missbraucht habe. Ratzinger, inzwischen Präfekt der Glaubenskongregation, schrieb 1985 an Bischof John Cummins, der Fall müsse „sorgfältig“ untersucht werden. Dies erfordere Zeit. Kiesle schied 1987 aus dem Priesteramt aus. Quelle: Domradio  s. auch Reisinger/Röhl: Nur die Wahrheit rettet, S. 53 ff


13.1.2022 Das Erzbistum München wird am Donnerstag, 27.1.2022 um 11 Uhr eine Pressekonferenz abhalten, die im Livestream zu sehen sein wird. Quelle: erzbistum-muenchen


13.1.2022 Josef Ratzinger gingen die Schicksale der Missbrauchsopfer „sehr zu Herzen“, lässt er durch Erzbischof Gänswein ausrichten. Ratzinger wünsche sich „im Interesse der Opfer und Betroffenen von Fällen sexuellen Missbrauchs eine gute, lückenlose und erfolgreiche Aufarbeitung“. Quelle: BR


13.1.2022 Der Berliner Jurist Andreas Schulz will den emeritierten Papst Joseph Ratzinger und mehrere andere Kirchenleiter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzeigen. „Die Verantwortlichkeit der Bischöfe zeigt sich in diesem Fall so deutlich wie nie zuvor“, sagt er. Ob eine Anzeige Erfolg haben wird, ist ungewiss. Quelle: correctiv


13.1.2022 Im Erzbistum München und Freising nimmt eine neue Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene von sexuellem Missbrauch der Erzdiözese ihre Arbeit auf. Ihr Anliegen ist, Betroffenen unkompliziert und niederschwellig Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten zu geben und Gespräche anzubieten.Die Angebote umfassen auch seelsorglichen Beistand und Unterstützung bei der Antragstellung bei der UKA. Anfänglich stehen ab dem 20.1.2022 vierzehn Tage lang bis zu sechs Psychologen und Psychotherapeuten montags bis samstags von 9-20 Uhr (Telefon 089/2137-77000) zur Vergügung. Weitere Infos unter www.erzbistum-muenchen.de/anlaufstelle. Quelle: Erzbistum München


13.1.2022 Das Gutachten des Erzbistums München und Freising wird am Donnerstag, 20.1. um 11 Uhr im Livestream übertragen. Quelle: katholisch.de


13.1.2022 Günter Assenmacher, ehemaliger Leiter des Kölner Kirchengerichts, sagte im Prozess gegen den Priester U. vor Gericht aus, dass keine kirchenrechtlichen Schritte möglich waren, weil die Anzeige gegen den Beschuldigten zurückgezogen worden sei. Zudem habe er 2010 und 2011 lediglich beratende Funktion gehabt und nicht die Aufgabe, das Umfeld des Geistlichen zu überprüfen.  Außerdem habe er sich gefragt, „inwieweit ich die Autonomie einer Familie respektiere, Dinge untereinander zu regeln“. Es sei ja die Mutter gewesen, die ihre Töchter immer wieder zu Pfarrer U. gebracht habe. Assenmacher sieht sich für seine Hilfsbereitschaft bestraft – er hätte Anfragen auch an andere Stellen verweisen können. Die Staatsanwaltschaft stellte 2010/2011 die Ermittlungen ein, nachdem die Anzeige zurückgezogen worden war. Das Erzbistum Köln setzte den zunächst beurlaubten Pfarrer wieder als Krankenhausseelsorger ein und meldete den Fall nicht an den Vatikan. Der frühere Interventionsbeauftragte Oliver Vogt spricht vor Gericht davon, dass es 2010 einen Anfangsverdacht gab, der eine Meldung nach Rom verlangt hätte. Quellen: katholisch.de   FAZ   www1.wdr.de


13.1.2022 Die „Betroffeneninitiative Süddeutschland“ ist inzwischen als Verein gegründet worden. Der Verein  stellt allen Betroffenen aus den Diözesen Freiburg, Würzburg, München-Freising, Regensburg und Rottenburg-Stuttgart Unterstützung zur Verfügung. Agnes Wich, München, Gründungsmitglied, kritisiert die Betroffenenbeiräte der Bistümer – sie hätten eine Feigenblattfunktion, würden instrumentalisiert und seien systemerhaltend. wich fordert eine kirchenunabhängige Institution für Betroffene“. Ein weiteres Gründungsmitglied, eine Journalistin, weist darauf hin, dass viele Betroffene aus dem katholischen Raum, im Zuge des Verfahrens zur Anerkennung erlittenen Leids retraumatisiert wurden. Bernhard Rasche, Vorstand des Vereins, weist auf die wachsende Zahl frustrierter Missbrauchsopfer hin. Quelle: Süddeutsche   Badische Zeitung


13.1.2022 Im Bistum Graz-Seckau, Österreich, wurde ein katholischer Priester wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildern und Videos zu einer Geldstrafe und zu bedingter Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt. Der Verurteilte war geständig und nahm das Urteil an. Ein kirchenrechtliches Verfahren ist eingeleitet. Quelle: ORF


13.1.2022 Heute wird der frühere Offizial des Kölner Erzbistums, Günter Assenmacher, als Zeuge vor dem Kölner Landgericht im Fall des Priesters Ue., dem vorgeworfen wird, drei Nichten und ein weiteres Mädchen missbraucht zu haben. Zunächst hatte eine der Nichten die Anzeige zurückgezogen, so dass eine Verurteilung vor einem Strafgericht nicht möglich war. Das Erzbistum Köln jedoch war über die Vorgänge informiert. Assenmacher hatte den mutmaßlichen Missbrauch als „Familiensache“ eingeschätzt. Quelle: www1.wdr.de


12.1.2022 Der Kriminologe Christian Pfeiffer wirft der Deutschen Bischofskonferenz und ihrem früheren Vorsitzenden Kardinal Marx, vor, über Jahre die Aufklärung von Missbrauch in der katholischen Kirche „eher verhindert als ermöglicht“ zu haben. Quelle: Domradio


12.1.2022 Im Erzbistum München und Freising hat sich ein viertes mutmaßliches Missbrauchsopfer von Peter H. gemeldet. Der Betroffene gibt an, der frühere Priester in Garching an der Alz habe sich jahrelang an ihm vergangen. Quellen: Spiegel    ardmediathek  Interview mit Kirchenrechtler Schüller


12.1.2022 Landesbischof Bedford-Strohm und Mitglieder des Landeskirchenrats der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern laden Betroffene, die bisher noch keinen Kontakt mit Vertretern der Landeskirche hatten, zu einem Gespräch ein. In der bayerischen Landeskirche war zuletzt von 55 „Altfällen“ aus den 1970er und 1980er Jahren die Rede, die strafrechtlich als verjährt gelten. Kerstin Claus fordert, dass die Kirche aktiv nachforschen müsse und nicht nur wartet, bis Betroffene sich zu melden. Die EKD hat bislang 942 Anträge auf Anerkennungsleistungen bearbeitet. Wie hoch die tatsächliche Zahl der Opfer ist, ist unbekannt. Die sogenannte ForuM-Studie soll Missbrauchsfälle in der Evangelischen Kirche untersuchen. Quelle: BR


12.1.2022 Die katholische Kirche in Portugal hat eine unabhängige Kommission zur Untersuchung von Missbrauch eingerichtet, die Betroffene unter dem Stichwort „Dem Schweigen eine Stimme geben“ aufruft, sich zu melden. Der Untersuchungszeitraum liegt zwischen 1950 und heute. Untersucht werden Kirchendokumente, Zeitungsarchive, Justizunterlagen und Archive von Opferorganisationen. Am Wichtigsten sei die persönliche Mithilfe der Betroffenen. Quelle: Domradio


12.1.2022 Auch für einen emeritierten Papst müsse die Unschuldsvermutung „als zentrales Element einer jeden Rechtskultur“ gelten, sagt der Kirchenrechtler Helmuth Pree und zweifelt zudem an Vorwürfen gegen Benedikt XVI. in einem 42 Jahre alten Missbrauchsfall. Quelle: katholisch.de


12.1.2022 Ein Priester des Bistums Essen wurde suspendiert. Gegen ihn wurde ein kirchenrechtliches Verfahren angestrengt. Die Staatsanwaltschaft legt dem Priester „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zur Last. Tatort und Tatzeit ist unbekannt. Quelle: nrz


12.1.2022 Aufarbeitung und Dokumentation des sexuellen Missbrauchs von katholischen Priestern und anderen im Dienst der Katholischen Kirche stehenden Personen an Minderjährigen in Mecklenburg von 1946 bis 1989, vorgelegt am 5.7.2021 


12.1.2022 Marcus Bensmann, Gabriela Keller, Antje Dechert und Justus von Daniels von „Correctiv“ gehen der Geschichte von „Stefan“ nach, der von Peter H. missbraucht wurde. Sie schauen auch das Umfeld in Garching und die Mittäterschaft von Bischöfen – auch von Josef Ratzinger – an, die den Täter schützten.  Quellen: correctiv   Neues Ruhrwort   BR


11.1.2022 Im Prozess gegen den Kölner Priester U. gab es „Nachermittlungen“, weil es neue Erkenntnisse gibt und die Staatsanwaltschaft weiter ermittelt. Der des Missbrauchs seiner Nichten beschuldigte Priester selbst  bezeichnete sich als Bauernopfer und sagte seinem damaligen Vorgesetzten, die Nichten wollten nur Geld. Am 13.1. wird der frühere Offizial Günther Assenmacher aussagen und am 18.1. der ehemalige Kölner Generalvikar Stefan Heße. Sie sollen klären, inwieweit sie die Aufklärung der Vorwürfe gegen den angeklagten Priester betrieben haben. Quelle: www1.wdr.de


11.1.2022 Heute, 21.45 Uhr wird ein Gespräch zwischen Bischof Maier, Augsburg, und zwei ehemaligen Heimkindern ingekürzter Fassung bei report München ausgestrahlt. In der Mediathek online. Quelle: BR


11.1.2022 Die Staatsanwaltschaft in Frankenthal hat die Ermittlungen gegen eine Nonne der Niederbronner Schwestern eingestellt, nachdem sie den Vorwurf geprüft hat, die Nonne hätte vor fast 30 Jahren einen Jungen in einem Kinderheim in Speyer sexuell missbraucht. Das mutmaßliche Opfer hat seine Aussage verändert: er sei von der Ordensschwester geschlagen und gedemütigt worden, jedoch nicht sexuell missbraucht worden. Quelle: swr


11.1.2022 Der Historiker Großbölting zeichnet die Geschichte der Kirchenaustritte nach. Im Blick auf die Missbrauchsfälle sagte er, er gehe davon aus, dass der Missbrauchsskandal Folgen habe: „Aus Sicht vieler Bürger haben die Bischöfe bei der Aufklärung von Missbrauch versagt; niemand will Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Auch Nichtchristen haben den christlichen Religionsgemeinschaften bislang hohes moralisches Kapital zugestanden. Das wird jetzt zunehmend durch Distanz, gelegentlich sogar von grundsätzlichem Misstrauen ersetzt. Auch Politiker, die von der Nähe zu den Kirchen lange profitiert haben, gehen auf Distanz.“ Quelle: katholisch.de


10.1.2022 Das Neue Ruhrwort listet den Stand der Aufarbeitung in den 27 Bistümern in Deutschland auf. Quelle: neuesruhrwort


10.1.2022 Das Erzbistum Hamburg lässt sexuellen Missbrauch im Bereich Mecklenburg von 1946 bis 1989 untersuchen. Im Dezember 2021 wurden erste Ergebnisse bekannt. von 1946 bis 1989. Die verdachtsunabhängige Durchsicht von bisher 1017 Akten lässt auf 16 Täter schließen. Prof. Manuela Dudeck berichtet, dass die ursprünglich befürchteten Fallzahlen von 54 Opfern geringer seien. Heute sind alle Betroffenen alt. Die Aufarbeitung komme 40 Jahre zu spät, kritisiert Prof. Dudeck. Quellen: donau3fm   Zeit v. 12.1.2022   augsburger-allgemeine 11.1.2022


9.1.2022 Eine Gruppe ehemaliger Heimkinder aus den „Kinderbewahranstalten“ der Erlöserschwestern in Würzburg und Umgebung (Eltmann, Wollbach etc.) hat inzwischen eine Webseite und startet einen Aufruf an Betroffene des Bistums Würzburg. Quelle: heimkind-würzburg.net Der Würzburger Bischof Franz Jung sagte am 16.6.2021, dass er den Vorwurf des „rituellen Missbrauchs“ in einem Kinderheim, in dem Erlöserschwestern arbeiteten, für plausibel halte. Das gründete vor allem auf „Informationen der Missbrauchsbeauftragten der Diözese  Würzburg und auf persönlichen Gesprächen des Bischofs mit der Betroffenen“, sagte der Sprecher der Diözese Würzburg, Bernhard Schweßinger. Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/wuerzburg-ritueller-missbrauch-1.5324317


9.1.2022 Carsten Bickschlag, NWZ-Redaktion Münsterland, berichtet von seinen Recherchen zum Missbrauchstäter Pfarrer Georg Meyer, Bistum Münster, und seinem Kontakt mit den Betroffenen. Hörenswert. Quelle: nwzonline


7.1.2022 Die chilenische Gemeinde Nunoa hat Kardinal Francisco Javier Errazuriz die Ehrenbürgerschaft entzogen. Kardinal Errazuriz wird u.a. vorgeworfen, in seiner Zeit als Erzbischof von Santiago de Chile (1998-2010) die Strafverfolgung des Priesters Karadima aktiv verhindert sowie in seiner späteren Aussage einen Meineid geleistet zu haben. Karadima ist ein Serientäter und inzwischen aus dem Priesterstand entlassen. Quelle: katholisch.de


7.1.2022 Martin Jäggle, katholischer Theologe, ist besorgt über zunehmende antisemitische Tendenzen in Österreich und ganz Europa und wendet sich gegen Antisemitismus, Verschwörungsmythen und NS-Verharmlosung. Der Missbrauch von Judensternen sei verstörend, „ja empörend und völlig inakzeptabel“, sagte er. Quelle: katholisch.de   s.auch Podcast Michael Blume  Interview   


7.1.2022 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, bezweifelt, dass der damalige Erzbischof von München, Ratzinger, die Vorgeschichte des Priesters Peter H. nicht gekannt habe, als er den Priester ins Erzbistum München übernahm. Von Betroffenen berichtet Schüller, dass sie „dieses Spiel“ mit „großem Ekel“ verfolgen, weil es noch immer um das Reinwachsen der Kirche, um kirchliche Karrieren gehe und um das vermeintlich heiligmäßige Leben eines von vielen verehrten ehemaligen Papstes. Quelle: BR


7.1.2022 Kardinal Ezzati, Chile, wird 80 Jahre alt und nimmt damit nicht mehr an der nächsten Papstwahl teil. Ihm wird vorgeworfen, als Erzbischof von Santiago (2010-2019) Missbrauchsfälle vertuscht oder Strafverfolgung von Priestern vereitelt zu haben. Quelle: kath.ch


6.1.2022 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller weist darauf hin, dass Kardinal Woelki nach seiner Rückkehr in den Dienst des Erzbistums Köln Anfang März 2022 selbst entscheiden könne, „welche ihm genehmen Kirchenrechtler*innen diese vermögensrechtlichen Vorgänge prüfen werden“. Dabei könne es auch um die Finanzierung der Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) in Köln gehen. Auch der Diözesanrat im Erzbistum Köln kritisiert den Vatikan dafür, dass die Prüfung der Finanzen erst nach der Rückkehr von Kardinal Woelki stattfinden soll. Quellen: kirche-und-leben  Neues Ruhrwort


6.1.2022 Lisa Kötter, Initiatorin von Maria 2.0, kommentiert im Vorfeld des Gutachtens des Erzbistums München Freising: „Ich weiß nicht, was erschreckender ist: Die Empathielosigkeit gegenüber den betroffenen Personen, die hier zutage tritt oder die Schamlosigkeit, mit der immer von neuem verhindert wird, dass Unrecht benannt und so für die Geschädigten endlich so etwas wie Gerechtigkeit hergestellt werden kann“. Kötter beobachtet ein Muster, das alle Aufarbeitungsversuche durchziehe: „Im Dunkeln wurde anders gehandelt als im Hellen.“ Quelle: Zeit  Zur Erinnerung: Ein Gespräch von Christiane Florin mit dem Chefredakteur der KNA Ring-Eifel und Doris Reisinger


6.1.2022 Norbert Lüdecke, Kirchenrechtler, weist darauf hin, dass ein Diözesanbischof die Verantwortung für das Handeln seines Generalvikars nicht von sich weisen könne. Der frühere Generalvikar Gruber des damaligen Münchener Erzbischofs Ratzinger hatte 2010 die Verantwortung für den Einsatz des Wiederholungstäters Peter H. in einer Pfarrei übernommen und mit dieser Verantwortungsübernahme den Erzbischof Ratzinger zu entlasten versucht. Der emeritierte Papst Benedikt ließ nun über seinen Sekretär Georg Gänswein sagen, er habe zum Zeitpunkt der Entscheidung, den Missbrauchstäter Peter H. aus dem Bistum Essen ins Erzbistum München zu übernehmen, keine Kenntnis von den Missbrauchsvorwürfen gegen Peter H. gehabt. Lüdecke ist von dieser Aussage nicht überzeugt. Zudem gebe es bislang keinen Widerspruch zum Dekret. Außerdem fragt Lüdecke, was von der Verantwortung eines Erzbischofs zu halten sei, der sich nicht um derart brisante Angelegenheiten kümmere und in einer Ordinariatssitzung überhöre, wovon gesprochen wird. Inzwischen ist der 74jährige Peter H. wieder im Bistum Essen und wird dort überwacht: bis zu viermal in der Woche erhält er Besuch von Sozialtherapeuten, Psychotherapeuten, Sozialbetreuern und Pastoralpsychologischen Begleitern. Quellen: katholisch.de   Neues Ruhrwort


6.1.2022 Erinnerung an die Aufdeckung der Vertuschung sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige durch katholische Bischöfe in den USA 2002 – Erinnerung an „Spotlight“ und an 20 Jahre Missbrauchsskandal. Quelle: katholisch.de


6.1.2022 Bischof Overbeck, seit Oktober 2009 Bischof von Essen, verteidigt sein Vorgehen im Fall Peter H. Er habe nach seinem Amtsantritt und nach Einblick in Personalakten den Diözesanpriester Peter H. in den Ruhestand versetzt und ihm das Ausüben priesterlicher Dienste untersagt. Er habe erreichen wollen, dass Peter H. aus dem priesterlichen Dienst entlassen wird und von ihm keine weitere Gefahr ausgehe. Ein Dekret habe die Suspendierung des Geistlichen bestätigt. Damit sei das Vorgehen gegen H. auf eine kirchenrechtliche Grundlage gestellt gewesen. Gewünscht habe er sich rückblickend, dass „die Vorgänge und Verbrechen konsequenter aufklärt und vor allem die Betroffenen und Zeugen der Missbrauchstaten anhört und ernst nimmt“. Quelle: katholisch.de


5.1.2022 Das sollte eigentlich geheim bleiben: Ein Kirchengericht kritisiert das Versagen deutscher Bischöfe in einem Missbrauchsfall. Die Beurteilung trifft auch den früheren Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt. „Dieses Dekret torpediert eine Totalvertuschung“, sagen die zwei Professoren Bernhard Anuth und Norbert Lüdecke im Interview mit Raoul Löbbert und Georg Löwisch. Quelle: eckiger-tisch


5.1.2022 Jahrzehntelang wurden indigene Kinder in Heimen in Kanada misshandelt oder sexuell missbraucht. Um einen Rechtsstreit beizulegen, hat sich die kanadische Regierung nun zu Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe bereit erklärt. Quelle: Spiegel


5.1.2022 Annika Brockschmidt zeichnet in ihrem Buch „Amerikas Gotteskrieger – Wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet“ (Hamburg 2021) den Einfluss christlicher Nationalisten in den USA auf das Land und seine Politik auf. Quälend und wichtig zu lesen. Quelle: katholisch.de


5.1.2022 Eine kirchlich Betroffene berichtet, warum sie sich in der Aufarbeitung in der katholischen Kirche engagiert. Quelle: swr-fernsehen


4.1.2022 Externe Prüfer sollen klären, ob es bei Auftragsvergaben im Erzbistum Köln zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Dabei geht es vor allem um rund 2,8 Millionen Euro, die Kardinal Woelki für die Aufarbeitung des Umgangs mit sexuellem Missbrauch ausgegeben hat. Allein 820 000 Euro entfielen auf PR-Beratung für Woelki. Der Heilige Stuhl ordnete nun an, dass die externe Prüfung erst nach der Rückkehr von Kardinal Woelki am 2.3.2022 beginnen solle. Quelle: Süddeutsche


4.1.2022 Die Zeit zitiert aus dem „Außergerichtlichen Dekret“ des Kirchlichen Gerichts der Erzdiözese München und Freising vom 9.5.2016. Das Dokument zeigt, dass die Bischöfe und ihre Generalvikare aus Essen und München der „Verantwortung gegenüber den ihrer Hirtensorge anvertrauten Kindern und Jugendlichen nicht gerecht geworden“ seien. Ratzinger, sein Nachfolger Kardinal Friedrich Wetter sowie deren Generalvikare, hätten „bewusst auf eine Sanktionierung der Straftat [von Peter H.] verzichtet“. Ratzinger habe weder als Münchner Erzbischof den Fall an die Glaubenskongregation gemeldet, noch ab 1982 als Präfekt der Glaubenskongregation vom Erzbistum München und seinem Nachfolger eine Meldung eingefordert. Kardinal Marx – seit Februar 2008 Erzbischof von München – wurde im August 2008 ein neues Gutachten über Peter H. bekannt, dem auch ein Teilgeständnis von Peter H., das dem Münchner Ordinariat bekannt war, zugrunde lag. Dennoch wurde Peter H. in die Kurseelsorge versetzt. Kardinal Marx hätte eine Untersuchung einleiten müssen. Er ist der dritte Kardinal, der nach den Kardinälen Ratzinger und Wetter einen Serientäter schützt. Schließlich meldet das Bistum Essen 2010 den Fall nach Rom – nach mehr als 30 Jahren und nach mindestens 29 Opfern von Peter H. 2012  empfahlen Bischof Overbeck und Kardinal Marx, H. aus dem Priesteramt zu entfernen, ohne ein kirchliches Strafverfahren. Die Begründung von Kardinal Marx war: „Der Fall H. erregte weltweit Aufsehen in den Medien, da vermutet wurde, der damalige Erzbischof von München und Freising, heute Papst Benedikt XVI., habe zumindest Mitverantwortung für den Einsatz von H. Obwohl diese Vorwürfe entkräftet wurden, muss damit gerechnet werden, dass sie im Falle eines kirchlichen Strafverfahrens erneut aufgegriffen werden.“ Kardinal Gerhard Ludwig Müller, damals römischer Präfekt, lehnt den Vorschlag ab und ordnet ein „außergerichtliches Verfahren auf dem Verwaltungswege“ an. In einem solchen Verfahren wird nach Aktenlage und ohne Zeugenvernehmungen entschieden. Die Begründung in dem abschließenden Dekret des außerberichtlichen Verfahrens lautet, dass die kirchlichen Autoritäten „zu jedem Zeitpunkt über die Erkrankung des Beklagten und die meisten seiner Vergehen informiert“ gewesen seien und dennoch H. in Bereichen mit Kinder- und Jugendarbeit einsetzten. Quellen:   Zeit   Stuttgarter Nachrichten   ZDF


4.1.2022 Im Fall des katholischen Priesters Peter H. wird sowohl dem früheren Erzbischof von München, em. Papst Benedikt XVI., als auch dem amtierenden Erzbischof von München, Kardinal Marx vorgeworfen, Pflichten versäumt zu haben. Der frühere Papst Benedikt habe 1980 als Münchener Erzbischof zugestimmt, Peter H. vom Bistum Essen zu übernehmen, obwohl er von dessen sexuellen Vergehen an Minderjährigen gewusst habe. Ratzinger habe – nach einem Dekret eines Münchner Kirchengerichts von 2016 – bewusst auf eine Sanktionierung der Straftat verzichtet. Erzbischof Gänswein wies diese Behauptung im Namen von Joseph Ratzinger zurück. Kardinal Marx wiederum habe 2008 eine psychiatrische Begutachtung des vorbestraften Pfarrers Peter H. beauftragt und ihn versetzt, nicht jedoch die vorgeschriebene interne Voruntersuchung angeordnet und den Fall auch nicht an den Vatikan gemeldet. Peter H. wird von insgesamt 29 Betroffenen im  Bistum Essen und im Erzbistum München sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quellen: Neues Ruhrwort   zdf    br


3.1.2022 Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat drei neue Mitglieder: Linda Beeking, Psychologin, Arnfried Bintig, Psychologe und Soziologe, Kerstin Guse-Manke, Richterin. 2021 wurden 1.560 Anträge auf Anerkennungsleistungen gestellt und 617 Anträge entschieden. Quelle: katholisch.de


3.1.2022 Das Bistum Münster hat den kanonischen Verein „Totus Tuus“ wegen sektenartiger Strukturen aufgelöst und pastoralen Mitarbeitern verboten, in dem Verein mitzuwirken. Nun hat auch das Bistum Essen seinen pastoralen Mitarbeitern die Mitwirkung in dem Verein untersagt. Quelle: katholisch.de


3.1.2022 Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), mahnt dazu, die Toten in der Corona-Pandemie nicht zu vergessen.  In Deutschland sind bislang mehr als 112.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Quelle: evangelisch.de


2.1.2022 Hans Zollner, Leiter des Instituts für Safeguarding an der Gregoriana in Rom, ist der Ansicht, dass Papst Franziskus noch entschiedener gegen Missbrauch von Minderjährigen in der katholischen Kirche vorgehen könne, z.B. indem er größere Rechtssicherheit schafft. Quelle: kath.ch 


1.1.2022 Papst Franziskus ruft zu gesellschaftlicher Solidarität und mehr Einsatz für die Würde von Frauen auf. Jede Gewalt an der Frau bezeichnet er als „Schändung Gottes, der von einer Frau geboren wurde“. Quelle: Kirche und Leben

Kommentar: Meine Empfehlung: Papst Franziskus geht mit gutem Beispiel voran, gibt Frauen die gleichen Rechte wie Männern in der katholischen Kirche und sorgt auch dafür, dass Ordensfrauen nicht weiterhin von Klerikern misshandelt und missbraucht werden. Das wäre ein Anfang.