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Presse

1. Quartal 2020

31.3.2020 Kathrin Brockmüller, Katholisches Bibelwerk, schaut auf die ägyptischen Plagen, die biblisch-apokalyptische Literatur einerseits und das Corona-Virus andererseits und stellt fest, dass Gott nicht straft. Brockmüller erinnert daran, dass biblische Texte in ihrem historischen und literarischen Kontext zu verstehen sind. Quelle: Domradio


29.3.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, fürchtet, dass wegen der Corona-Krise sexuelle Gewalt gegen Kinder und häusliche Gewalt zunimmt. In den Ländern, in denen die Ausgangssperre schon länger besteht, habe die häusliche Gewalt deutlich zugenommen. Wer in der Nachbarschaft Verdacht auf Gewalt oder sexuellen Missbrauch habe, solle direkt professionellen Rat suchen bei Polizei, Jugendämtern und anderen Beratungsangeboten. Quelle: Domradio

„Nichts erschüttert – historisch betrachtet – den Glauben so tief wie Leid, Not, Tod und Gewalt. Theologisch lassen die Erzählungen der Heiligen Schrift und auch die Geschichte der Kirche erkennen, dass nie so viel Neues im Glauben gelernt werden kann, wie im Ringen mit dem Leid. Auch Jesus selbst hat durch Leid den Gehorsam gelernt (Hebr 5,8).“

24.3.2020 „Die Gottesfrage und die Gottesklage haben immer ihr Recht. Nicht zu hinterfragen ist momentan hingegen, dass soziale – besser gesagt: physische – Distanzierung, Quarantäne und Ausgangssperren in der gegenwärtigen Situation zwischenmenschliche Akte der Nächstenliebe sind.“ Dr. Till Magnus Steiner weist darauf hin, wie in Zeiten der Bibel mit Pandemien umgegangen wurde. Quelle: dei-verbum.de


24.3.2020 Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2019 verzeichnet eine Steigerung bei der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen um 65 % (12.262 Fälle). Kindesmissbrauch stieg um 11 Prozent (13.670 Fälle). Die Verbreitung, der Besitz und die Herstellung jugendpornografischer Schriften stieg um 24 % (1.991 Fälle). Quelle: taz


23.3.2020 In Spanien wurden Fälle von Männergewalt gegen Frauen bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Ausgangssperre zu vermehrter Gewalt gegen Frauen und Kinder führt. Kinderschützer warnten bereits vor einer Zunahme von Kindesmissbrauch. Quellen: Domradio   dw.com


21.3.2020 In Taizé haben drei Brüder fünf Minderjährige sexuell missbraucht. Zwei der Täter sind gestorben. Der dritte muss nun das Dorf verlassen. Der Prior, Frère Alois, habe ihn dazu aufgefordert. Wegen seines fortgeschrittenen Alters wohne aber ein Bruder bei ihm, und andere begleiteten ihn „in diesem Abschnitt seines Lebens“. Frère Alois sagte, ihm sei bewusst, wie viel die Brüder von Taizé diesem nun ausgeschlossenen Bruder verdankten: „Dies ist für uns ein tiefer Schmerz.“ Gegen den Bruder gibt es mehrere glaubhafte Aussagen, die an die Untersuchungsbehörden weitergeleitet wurden. Quelle: katholisch.de


19.3.2020 Drobinski, Matthias/Urban, Thomas haben eine Biografie von Johannes Paul II. vorgelegt. Dort schreiben sie, dass der größte Fehler von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) der Umgang mit der Missbrauchskrise war. „Unter dem Strich war für ihn eine starke, unverwundbare Kirche wichtiger als der Blick auf die Opfer“, so Drobinski. Quelle: katholisch.de


19.3.2020Der frühere katholische Priester Bernard Preynat hat Berufung gegen das Urteil wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger eingelegt. Er hatin den 80er und 90er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht und die Taten gestanden. In Lyon wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre gefordert. Quelle: katholisch.de


18.3.2020 MissBIT, die Initiative kirchlicher Missbrauchsopfer im Bistum Trier, will mit Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Sie wirft Bischof Ackermann vor, bis heute Täter in seinem Bistum zu schützen. Im Bistum Trier gebe es 42 Priester, von denen Bischof Ackermann wisse, dass sie Täter seien und die noch immer aktiv im Kirchendienst sind, z.T. in der Jugendarbeit.
Zudem hat die Initiative Belege, dass der frühere Bischof Stein in mindestens einem Fall einen Täter geschützt hat. Quelle: 5vier.de

17.3.2020 Die Wiesbadener Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller hat die Aufgabe, als externe Prozessbeobachterin beim Aufklärungsprojekt im Bistum Limburg – mit acht Teilprojekten und 70 Teilnehmenden – zu fungieren. Die Projektgruppe „Personalakten“ legte Ende 2019 einen ersten Zwischenbericht vor. Der Zwischenbericht wurde (von wem?) dem Zugriff der anderen Projektgruppen wieder entzogen. Burgsmüller erreichte, dass der Zwischenbericht allen anderen Gruppen wieder zugänglich gemacht wurde, weil die dort präsentierten Fälle mit einer Fülle von Informationen aus den Akten dargestellt seien, die für die Fragestellungen aller einzelnen Teilprojekte von entscheidender Bedeutung sein könnten, begründete Burgsmüller ihr Vorgehen. – Einen zweiten Schwerpunkt ihrer Aufgabe als externe Prozessbeobachterin sieht sie darin, die Interessen der Betroffenen in den Vordergrund zu stellen. Bislang hätten die kirchlichen Opfer im Bistum Limburg keine Beteiligung eingefordert. Die Projektgruppen müssten den Opfern eine Anhörung anbieten und etwa die Idee einer Interessengruppe vermitteln. Auch die Rolle von Frauen als „Mitwisserinnen und Unterstützerinnen von beschuldigten Priestern“ dürfe nicht verschwiegen werden. Quelle: Bistum Limburg


17.3.2020 In den USA können Betroffene über den „Catholic Bishops Abuse Reporting Servie“ Missbrauchsvorwürfe gegen Bischöfe gemeldet werden. Die Meldungen werden an den zuständigen Erzbischof weitergeleitet bzw. an die nächsthöhere kirchliche Instanz, wenn es Vorwürfe gegen den Erzbischof gibt. Zugleich erhält ein nichtkirchlicher Experte die Meldung. Nach einer ersten Prüfung gehen die Berichte an den Nuntius, der über eine förmliche Untersuchung entscheidet. Findet eine Untersuchung statt, geht das Ergebnis an den Vatikan, der es überprüft und das weitere Vorgehen beschließt. Quelle: vaticannews


17.3.2020 Hildegund Keul fragt sich, wie es sein kann, dass 38 % der Kleriker, die Minderjährige missbraucht hatten, zwar beichteten, aber nur 9,1 % Reue zeigten. Quelle: feinschwarz.net


17.3.2020 Benjamin Leven meint, die Kirchenmänner, die Missbrauchsfälle vertuschten, könnten doch zu ihren Fehlern stehen: „Wer nicht an Gedächtnisverlust leidet, weiß, was er konkret getan und was er unterlassen hat. Er weiß, ob er seiner Verantwortung gerecht geworden ist. Es wäre darum ein Zeichen von Größe, jetzt öffentlich dazu zu stehen – und wenn nötig, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Das gilt übrigens nicht nur für Kirchenmänner aus dem Erzbistum Köln.“ Quelle: katholisch.de

16.3.2020 Der frühere Priester Bernard Preynat wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er hat über zwei Jahrzehnte Dutzende Kinder sexuell missbraucht. Quelle: katholisch.de


16.3.2020 Der Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer hat von der Bundesregierung die Rückholung der Missbrauchsakten aus dem Vatikan und von der Bischofskonferenz Schadensersatz für kirchliche Missbrauchsopfer auch für lebenslange Verdienstausfälle und die Zulassung unabhängiger Forschung verlangt. Quelle: hpd


15.3.2020 Im Bistum Münster informiert die Gemeinde St. Martinus, Greven, dass der Priester  F. G., gestorben 2008, dem Bistum als Missbrauchstäter bekannt ist. F.G. war von 1976 bis 1982 Rektoratsverwalter in Schmedehausen und auch im Stadtgebiet von Greven tätig. Zu den Tatorten und der Anzahl der Betroffenen macht das Bistum aus rechtlichen Gründen keine Angaben. Der Sachverhalt wird in allen Gemeinden des Bistums, in denen F.G. tätig gewesen ist, an diesem Wochenende bekannt gegeben. Quelle: Münstersche Zeitung


13.3.2020 Die katholische Kirche in Polen verliert zunehmend das Vertrauen der Katholik*innen. Quelle: NZZ


13.3.2020 Raoul Löbbert kritisiert die „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“ der Deutschen Bischofskonferenz. Er stellt fest, dass die möglichen Folgeschäden sexuellen Missbrauchs durch Kleriker von der neuen Regelung nicht berücksichtigt werden. Dass die Betroffenen bei einer Entschädigungszahlung die Tat und ihre Auswirkungen nachweisen müssten, widerspricht der Argumentation des Papiers, das die unabhängige Arbeitsgruppe vorgelegt hatte. Dort heißt es, dass es nach dem Vorbild des ’sozialen Entschädigungsrechts‘ genüge, dass die Angaben zum Tathergang glaubhaft sind. Als „besonders perfide und zynisch“ wertet Löbbert das Argument der Vergleichbarkeit mit dem Schmerzensgeld anderer Gruppen, da die in Deutschland zuerkannten Schmerzensgelder „zuweilen als zu gering in der Kritik stehen“, wie Bischof Bätzing sagte. So werde die mangelnde Bereitschaft anderer Institutionen, mehr als nötig zu zahlen, zum Maßstab des eigenen Handelns. Löbbert kritisiert auch die Verweigerung der Solidarität der Laien und Kirchensteuerzahler mit den kirchlich Betroffenen. Quelle: Zeit.de


12.3.2020 Das Oberste Gericht Australiens hat nach zwei Anhörungen zur Berufung gegen die Verurteilung von Kardinal Pell die Entscheidung über die Annahme der Berufung auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Quelle: vaticannews


12.3.2020 Der Kölner Generalvikar Dr. Markus Hofmann nennt die Gründe, die dazu führten, dass die Vorstellung der Missbrauchsstudie des Erzbistums Köln verschoben wurde. Seine Schlussfolgerung: „Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir mit dieser Untersuchung, bei allen Widrigkeiten, die sich jetzt zeigen, einen wichtigen Beitrag zur schmerzhaften aber notwendigen Aufarbeitung leisten. Hier werden neue Maßstäbe der Aufklärung gesetzt, und das ist auch nötig, um die Kirche wieder glaubwürdig und zukunftsfähig zu machen.“ Quelle: domradio.de

Kommentar: Dem Generalvikar geht es am Ende um die Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit der  katholischen Kirche. Solange die Glaubwürdigkeit der Kirche Ziel der Aufarbeitung ist, steht noch immer „die Kirche“ im Mittelpunkt. Es müsste zuallererst um die Betroffenen gehen, um nichts anderes. Dann würde sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Kirche erübrigen.

12.3.2020 Harald Dreßing, verantwortlich für die MHG-Studie, sagt, dass rechtliche Fragen im Vorfeld einer Untersuchung, in der auch Namen Verantwortlicher genannt werden sollen, geklärt sein müssen. Die in Auftrag gegebenen Untersuchungen der (Erz-)Bistümer Köln, Essen, Limburg, Mainz, Münster und München seien nicht einheitlich in den Bistümern und erfolgten nach nicht näher definierten Regeln. Zudem seien sie nicht interdisziplinär besetzt mit Juristen, Kriminologen, Soziologen, Ärzten und Psychologen. Die Politik sei hier gefordert.

Im Anschluss an die MHG-Studie sei es möglich gewesen, die anonymisierten Fälle der MHG-Studie auch im Blick auf die Netzwerke der Verantwortlichen zu untersuchen. Für jeden Beschuldigten müssten nun auch die Akten durchgesehen werden von den Personen, die Personalverantwortung hatte. Dazu gehörten nicht nur Personalakten, sondern auch Sitzungsprotokolle von Personalkonferenzen. Dann wären die Netzwerke erkennbar. Quelle: DLF

11.3.2020 Der australische Bischof Christopher Saunders, Diözese Broome, ist am 10.3.2020 zurückgetreten. Gegen ihn ermittelt die Polizei seit ca 18 Monaten wegen mutmaßlicher Sexualdelikte, u.a. gegen zwei junge Männer. Bischof Saunders weist die Anschuldigungen zurück. Quelle: stern.de   cna


11.3.2020 Im Erzbistum Paderborn sollen die Missbrauchsfälle zwischen 1941 und 2020 aufgearbeitet werden.Beauftragt wurde die Kirchenhistorikerin Nicole Priesching. Untersucht werden sollen die Strukturen, die Missbrauchstaten durch Kleriker begünstigt oder ihre Aufdeckung verhindert haben. Im Erzbistum Paderborn waren es bis ca 2015 (MHG-Studie) mindestens 197 Betroffene und 111 beschuldigte Kleriker. Seither sind weitere Täter bekannt geworden. Quelle: Domradio


11.3.2020Die Reaktionen kirchlicher Missbrauchsopfer auf die Verschiebung der Veröffentlichung der Studie im Erzbistum Köln sind unterschiedlich. Der BEtroffenenbeirat des Erzbistums Köln zeigt Verständnis, der Eckige Tisch fordert, dass nach der VerschiebungDie Aufklärung und Aufarbeitung nicht der Täterorganisation überlassen werden dürfe.

Quelle: Domradio

11.3.2020 Der peruanische Kardinal Pedro Barreto ist der Meinung ist, dass Gemeinschaft „Soldalitium Christianae Vitae (SCV)“ aufgelöst werden sollte. Er weist darauf hin, dass es im kanonischen Recht klare Regeln für den Umgang mit missbrauchenden Geistlichen gebe, jedoch fast nichts für Laien oder Laienbewegungen. Zwei Gründern der Gemeinschaft wurde sexueller Missbrauch vorgeworfen: German Doig Klinge (2001 verstorben) und Luis Fernando Figari, der „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand ging. Bereits 2011 wurden die Verbrechen dem peruanischen Bistum Lima gemeldet. Quelle: cruxnow.com


11.3.2020 Josef Haslinger hat in seinem Buch „Mein Fall“ seinen Missbrauch durch Patres des Sängerknabenkonvikts Zwettl dargestellt. U.a. berichtet er, dass er dreimal vor unterschiedlichen kirchlichen Kommissionen erzählen musste, was ihm geschah und schließlich aufgefordert wurde, als Schriftsteller seine Geschichte aufzuschreiben. Haslinger berichtet, dass es bislang kein Bestreben im Konvikt Zwettl gebe, konsequent aufzuarbeiten. Bislang sei auch niemand der verantwortlichen Geistlichen auf ihn zugekommen. Aber erst, wenn die Kirche sich „dieser Sünde“ stelle, könne sie wieder an die Zukunft denken. Nach seinem Austritt aus der katholischen Kirche sei ein „liturgischer Phantomschmerz“ geblieben, den er aushalten müsse. Quelle: domradio.de


10.3.2020 Raimund Neuss kommentiert die verschobene Missbrauchsstudie im Erzbistum: „Auch die Kirche muss sich an die deutsche Rechtsordnung halten, und zwar auch dann, wenn es um den Schutz Beschuldigter geht. Umso lauter muss man fragen, wo denn alle geblieben sind, die im Erzbistum Köln während der letzten drei, vier Jahrzehnte Personalverantwortung getragen haben. Ein großer Teil von ihnen lebt noch und wäre durchaus in der Lage, sich zu äußern. Ein einziger von ihnen, der frühere Personalchef Robert Kümpel, hat bisher die Größe gehabt, an die Öffentlichkeit zu gehen und Versäumnisse einzugestehen. Bei anderen Herren muss das Erzbistum offensichtlich eher Unterlassungsklagen fürchten. Und das in einer Kirche, die das Schuldbekenntnis an den Anfang jeder Messfeier stellt“. Quelle: rundschau-online.de


10.3.2020 Daniel Deckers kommentiert die Absage der geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln: „Potentielle Mittäter haben die Kölner Bistumsleitung mit juristischen Winkelzügen und Drohungen derart unter Druck gesetzt, dass der fertige Bericht nicht, wie seit Monaten geplant, am Donnerstag veröffentlicht wird. Formaljuristisch mag vielleicht alles mit rechten Dingen zugehen. Doch moralisch ist die Vorstellung einfach nur unerträglich, dass Kleriker, die ihren Teil dazu beitrugen, dass sich ihresgleichen an Kindern und Jugendlichen auf schwerste Weise versündigen konnten, und überdies Täter womöglich auch noch vor staatlicher Strafverfolgung schützten, sich nun hinter dem Vorgang des Rechtsstaates verstecken (können).“ Quelle: faz

Nachtrag: Daniel Deckers schreibt in der FAZ, 15.6.2020, S.8: „Mehrere Geistliche, die sich mutmaßlich Fehlverhalten zuschreiben lassen mussten, allen voran der vormalige Kölner Personalchef und heutige Hamburger Erzbischof Stefan Heße, ließen Anwälte sprechen. Deren Drohkulisse aus diskussionswürdigen Behauptungen über die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzerfordernisse verfehlte ihre Wirkung nicht. Mitte März wurde die Veröffentlichung der Studie auf unbestimmte Zeit verschoben.“


10.3.2020 Zwei Tage vor der geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln, teilt das Erzbistum mit, dass „nicht alle für eine Veröffentlichung relevanten rechtlichen Fragen abschließend geklärt werden“ konnten. Die identifizierbare Darstellung von Verantwortlichen müsse rechtlich so abgesichert sein, dass sie nicht angreifbar sei. Wann die Untersuchung nun veröffentlicht werden solle, ist nicht bekannt. Quelle: katholisch.de


10.3.2020 Der Sozialpsychologe Heiner Keupp hält es für notwendig, kirchliche Verantwortliche klar zu benennen, die Missbrauch vertuscht haben. Die Betroffenen hätten ein Recht zu erfahren, „was die Kirche gemacht oder eben nicht gemacht hat“. Zudem müssten kirchliche Institutionen ihre „eigene Geschichte so ergründen, dass sie verstehen, was in ihrem eigenen Haus los ist.“ Keupp erwartet vom Erzbistum München und Freising, dass nicht wieder nur ein paar Zahlen veröffentlicht werden, sondern dass die Vorgänge klar benannt werden. Er wies auf das Bistum Hildesheim hin, dort haben sich Betroffene gemeldet, die bisher nicht geredet haben, weil sie gesehen haben, dass eine neue Bereitschaft zur Aufklärung da ist. Im Bistum Hildesheim sei Transparenz in hohem Maß hergestellt worden – das erwartet Keupp auch in München.

Keupp kritisiert die neuen Regelungen zu Zahlungen von Schmerzensgeld für Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche: „50.000 Euro sind für einen Menschen, der sein Leben lang unter den Taten leidet und schwere biografische Nachteile hinnehmen musste, zu wenig, ganz eindeutig.“ Quelle: Neues Ruhrwort   Domradio


9.3.2020 Die Mexikanische Bischofskonferenz hat informiert, dass die Befragungen mutmaßlicher kirchlicher Missbrauchsbetroffenen durch Erzbischof Scicluna und Pater Jordi Bertomeu wegen des Corona-Virus verschoben wurde. Inzwischen gab die Nuntiatur eine E-Mail-Adresse bekannt, über die Betroffene sich an den Nuntius in Mexiko, Erzbischof Franco Coppola, wenden könnten.

In Mexiko gab es seit 2010 insgesamt 426 Gerichtsverfahren gegen katholische Kleriker, 271 Klagen wegen Kindesmissbrauch, 155 wegen anderer Vergehen, u.a. dem Konsum von Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern.
253 Gerichtsverfahren seien abgeschlossen, 173 noch anhängig. In den vergangenen Jahren wurden 217 mexikan. Geistliche aus dem Klerikerstand entlassen. Quelle: Domradio

8.3.2020 Das Erzbistum Freiburg hat einem katholischen Pfarrer Gottesdienstverbot erteilt. Er war vor 20 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern zu einer dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Seit seiner Freilassung arbeitet er in einer kirchlichen Verwaltung. Er hatte die Auflage, keine Kontakte zu Minderjährigen aufzunehmen. Da in einzelnen Gottesdiensten Kinder dabei waren, hat der Bischof dem Pfarrer nun verboten, öffentliche Gottesdienste zu feiern. Die Arbeitsgruppe, die den Umgang mit sexuellem Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter im Erzbistum Freiburg untersucht, fand Hinweise, dass die Personalakte des Priesters unvollständig ist, bzw. dass im Nachhinein Seiten entfernt worden sein könnten. Quelle: katholisch.de  swr


8.3.2020 Das Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) sucht Menschen, die im Bistum Essen sexualisierte Gewalt durch Geistliche oder sonstige Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende des Bistums erlitten haben. Kontakt: Aufruf@ipp-muenchen.de mit Angabe des Namens und einer Telefonnummer. Oder telefonische Meldung vom 10.3.-9.4., dienstags 15-18 Uhr, donnerstags 9-12 Uhr. Tel. 0151/457 298 12.

Außerdem suchen die Wissenschaftler Betroffene, die die Studie in einem Begleitgremium unterstützen wollen. Bislang sind in dem Gremium Wissenschaftler und Vertreter des Bistums. Kontakt: begleitgremium@ipp-muenchen.de. Quelle: lokalkompass.de

8.3.2020 Maria 2.0, kfd, KDFB haben am Weltfrauentag für eine geschlechtergerechte Kirche demonstriert. Sie forderten auch die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern und die Aufhebung des Pflichtzölibats. Die Demonstationen fanden in Münster, Xanten, München, Hadamar, Köln, Hamburg, Hildesheim und Stuttgart statt. Unter dem Motto „Wir sind die Veränderung!“  wurde unter anderem in Österreich, Italien, Australien, den Philippinen, Kenia und den USA demonstriert. Voices of Faith“ und „Catholic Women’s Council“ (CWC – mit KDFB, kfd, Maria 2.0) koordinierten die Aktionen. Die Initiative „Maria 1.0“ rief zum Rosenkranzgebet auf. Quelle: katholisch.de


8.3.2020 Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, sagt, Betroffene im Bistum Münster müssten nicht mit Misstrauen rechnen. Es melde sich keiner, nur um Aufmerksamkeit zu erhalten. Bisher haben 210 Betroffene aus dem Bistum einen Antrag auf Anerkennung des Leids gestellt. Über 95 % der Anträge würden anerkannt. Quelle: azonline


7.3.2020 Im Interview von Christoph Fleischmann mit Bischof Bätzing, dem neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, sagte Bischof Bätzing, die Bischofskonferenz habe sich für Anerkennungszahlungen, deren Höhe sich nach dem Schmerzensgeld richte, entschieden, um die andernfalls nötigen „erheblichen Prüfungskontexte“ für Betroffene zu vermeiden. Viele Betroffene seien mit diesen Angeboten, wo es nicht nur um Geldleistungen, sondern um therapeutische Maßnahmen, um Begleitung, um Gespräch gehe, „eigentlich im Frieden“. Mit der getroffenen Entscheidung sei auch die institutionelle Anerkennung verbunden, „die wir mit diesem System von Anerkennung übernehmen“. Christoph Fleischmann stellt fest, dass Schmerzensgeld im staatlichen Bereich auch einen Nachweis verlange und fragt, warum die Bischofskonferenz nicht die Reduktion der Nachweispflicht für materielle Schäden beschlossen habe. Dies wäre eine außergewöhnliche Entscheidung in unserem Rechtssystem, antwortet Bischof Bätzing; so große Summen – 300.000 bis 400.000 Euro – könne man nicht auf der Grundlage einer niedrigen Plausibilitätsprüfung zahlen, das sei nicht vermittelbar. Fleischmann kommentiert: „Das wäre großzügig.“ Bischof Bätzing möchte den Begriff großzügig vermeiden und Christoph Fleischmann stellt fest, dass diese Summen für die Betroffenen nur angemessen wären. Quelle: www1.wdr.de


6.3.2020 Die angekündigten Maßnahmen der deutschen Bischöfe zur Missbrauchsaufarbeitung könnten konkreter sein, meint der Leiter des Instituts für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt (IPA), Oliver Vogt. „„Aus Sicht der Betroffenen hat sich nach meiner Einschätzung nichts geändert““, sagte er. Quelle: vaticannews

6.3.2020 Die vatikanische Untersuchung mexikanischer kirchlicher Missbrauchsfälle wurde verschoben. Der offizielle Grund ist die Corona-Epidemie. Grund könnte auch der Widerstand einiger Bischöfe gegen die Untersuchung durch Erzbischof Charles Scicluna und Pater Jordi Bermoeu sein, wie Quellen in Mexiko vermuten. Beobachter aus Mexiko und aus dem Vatikan teilten Crux mit, dass sie schätzen, dass ca 50 % der mexikanischen Bischöfe Missbrauchsvorwürfe falsch behandelt haben. Quelle: Cruxnow.com


6.3.2020 Die Geschichte der Mädchen von Rochdale – und das Versagen der Behörden. 


6.3.2020 Das Bistum Essen hat beim Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung eine weitere Missbrauchsstudie in Auftrag gegeben. Untersucht werden sollen die Missbrauchsfälle seit der Gründung des Bistums Essen, 1958. Die Studie soll klären, was zu Missbrauch führte, wie mit den Fällen umgegangen wurde; Aktensichtung und Interviews mit Tätern und Personalverantwortlichen sind vorgesehen.

Die Wissenschaftler riefen Betroffene von sexuellen Übergriffen auf, sich bei den Forschern zu melden. Interviews mit ihnen sollen in die Auswertung einfließen. Die Studie soll auch zeigen, wie sich Missbrauchsfälle auf Pfarreien ausgewirkt haben. Daher werden die Wissenschaftler*innen auch mit Gemeindemitgliedern sprechen. In der MHG-Studie wurden 85 Opfer und 60 beschuldigte Kleriker bekannt. Ob Verantwortliche für Vertuschung benannt werden, ist unbekannt. Quellen: Domradio, 28.2.2020, Domradio

6.3.2020 Johannes- Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung hat das neue Modell der Zahlungen an kirchliche Missbrauchsopfer grundsätzlich positiv gewertet. Allerdings erfülle ihn der Blick in die Rechtsprechung zur Höhe von Schmerzensgeldern der staatlichen Gerichte mit Sorge. Zudem müssten die Auszahlungen schnell erfolgen und die Spruchpraxis großzügig sein, um das individuelle Leid der Betroffenen angemessen abzubilden. Eine Deckelung nach oben dürfe es wirklich nicht geben. Quelle: Domradio.de


6.3.2020 Papst Franziskus hat das Rücktrittsangebot von Kardinal Barbarin angenommen. Barbarin war in zweiter Instanz vom Vorwurf der Vertuschung (Fall Preynat) freigesprochen worden. Ein erstes Rücktrittsgesuch hatte Papst Franziskus nicht angenommen. Barbarin sah nach eigener Aussage für sich im Bistum Lyon keine Perspektive mehr. Quelle: Domradio


5.3.2020 Bischof Charles Morerod, Diözese Lausanne, Genf und Freiburg, wird vorgeworfen, den Vorwürfen von sexuellem Missbrauch in seinem Bistum nicht genügend nachgegangen zu sein. Nun lässt er im „Fachgremium Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld“ der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) sein Amt ruhen. Quelle: Luzerner Zeitung


5.3.2020 Bei einem Thementag in Dresden zu sexuellem Missbrauch Schutzbedürftiger in der Kirche sagte der Psychologe Hans Zollner, die Kirche als Ganze befinde sich derzeit in einer Situation, die der von traumatisierten Menschen ähnele. Traumatisierte blendeten bedrohliche Erlebnisse aus und zahlten dafür den Preis eingeschränkter Lebendigkeit, fühlten sich oft innerlich gelähmt und mutlos und wüssten nicht, wie das Leben weitergehen solle. Bischof Timmerevers sagte, der Synodale Weg könne helfen, das Gefühl der Ohnmacht, in der sich viele Bischöfe befänden, zu durchbrechen. Quelle: Tag des Herrn


5.3.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, zeigte sich erleichtert, dass die Bischöfe endlich einen konkreten Vorschlag zur Fortentwicklung der Anerkennungsleistungen an kirchliche Missbrauchsopfer gemacht hätten. Das Modell gehe in die richtige Richtung, werde „für viele Betroffene aber enttäuschend sein“, sagte Rörig.

Kritik am neuen Modell der deutschen Bischöfe zur Wiedergutmachung bei sexuellem Missbrauch kommt von der Opfer-Initiative „Eckiger Tisch“. Sie bezeichnet die angekündigte Weiterentwicklung der Anerkennungszahlungen als „mutlos“ – sie bedeute ein Versagen der Bischöfe. Quelle: katholisch.de


Florian Breitmeier, NDR, weist darauf hin, dass die Schmerzensgeldzahlungen zwar den Missbrauch durch Kleriker im Blick haben, jedoch keine Verantwortungsübernahme erkennen lassen für das Vertuschen durch Kirchenverantwortliche, das oft zu erneuter Traumatisierung führte. – Matthias Drobinski, Süddeutsche, kommentiert die Entscheidung der Bischofskonferenz zu Recht so: „Ja, die katholische Kirche zahlt mehr als bisher und mehr als andere Institutionen, in denen Missbrauch geschah und geschieht. Aber es hat doch der Kleingeist den heiligen Geist besiegt. Mit Halbmut aber ist die Krise der Kirche nicht zu überwinden.“

Tilmann Kleinjung, BR, kommentiert: „… wenn die Kirche bei der Entschädigung der Opfer an ihre Schmerzgrenze gegangen wäre, wäre das ein starkes Signal der Versöhnung gewesen. Das bleibt nun aus. Das ist eine vertane Chance. All die klugen Entscheidungen, die die Bischofskonferenz in Mainz gefasst hat, geraten so in den Schatten der Zahlenangaben.“

Matthias Krause: Die Kirche Kirche könnte Milliardenentschädigung an Missbrauchsopfer leicht verkraften 


3.3.2020 Jörg Ziercke, Vorsitzender des Weißen Rings, sieht die katholische Kirche in einer Vorbildrolle bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern. Mit den Vorschlägen für Entschädigungszahlungen könne sie den Druck erhöhen, „dass auch andere Bereiche der Gesellschaft sich um solche Lösungen zu kümmern haben.“ Auf eine gesamtgesellschaftliche Lösung solle sie nicht warten.Eine Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer von 400.000 Euro hält Ziercke für angemessen. Im Vergleich zum neuen Sozialen Entschädigungsrecht erhielten Opfer mit einem Entschädigungsgrad von 30 bis 40 eine monatliche Rente von 400 Euro. Dieser unterste Grad werde bei sexuellem Missbrauch an Kindern überschritten. Eine Entschädigungssumme von 300.000 Euro reiche für 62,5 Jahre. Da es sich um einen Entschädigungseintritt in jungen Jahren handle, sei dieser Betrag „sogar eher zu niedrig angesetzt“. Quelle: neue-kirchenzeitung.de, 23.1.2020


5.3.2020 Die Bischofskonferenz hat Anerkennungsleistungen für kirchliche Missbrauchsopfer beschlossen, das sich am oberen Bereich der in Deutschland üblichen Schmerzensgeldzahlungen bewegt, d.h. die Zahlungen liegen in der Regel zwischen 5.000 und etwa 50.000 Euro. Nach oben seien die Anerkennungszahlungen offen. Einen Anspruch auf Anerkennungsleistungen gibt es nicht. Ein unabhängiges Gremium werde auf der Grundlage einer Plausibilitätsprüfung entscheiden. Bis zum Herbst 2020 sollen Details und Verfahrensfragen geklärt sein.

Die unabhängige Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz hatte im September 2019 vorgeschlagen, sich an der staatlichen Opferentschädigung mit monatlichen Zahlungen von 500 Euro zu orientieren und daher entweder eine Pauschalsumme von 300.000 Euro oder gestaffelte Einmalzahlungen von 40.000 bis 400.000 Euro zu zahlen.  Quelle: katholisch.de


3.3.2020 In Mexiko ermittelt die katholische Kirche gegen 271 Priester wegen Kindesmissbrauch. Die Zahl der Opfer ist unbekannt. Im Februar 2019 waren 152 Priester wegen Kindesmissbrauchs suspendiert. Quelle: time.com


3.3.2020 Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden: Bischof Georg Bätzing, Limburg. Quelle: katholisch.de


3.3.2020 Der Dipl.-Kfm. Matthias Krause hat sich mit der Finanzsituation der dt. Bistümer beschäftigt und stellt fest, dass die Bistümer aus den Überschüssen von zwei Jahren Missbrauchsopfer entschädigen könnten – wenn sie wollten. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.com


3.3.2020 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Weihbischofs vom Bistum Buffalo, USA, Edward Grosz, 75, ohne Nennung von Einzelheiten angenommen. Das Bistum wird seit Monaten von einem Missbrauchsskandal erschüttert, in den auch Grosz verwickelt sein soll. Erst im Dezember hatte der Papst den Rücktritt von Bischof Malone, 73, angenommen. Auch gegen ihn gab es Vorwürfe, er sei in Sachen Missbrauchsaufklärung nachlässig vorgegangen. Quelle: kathpress


2.3.2020 Erzbischof Charles Scicluna und Jordi Bertomeu sind vom 20. – 27.3. in Mexiko. Dort wollen sie die Kirchenführung im Kampf gegen sexuellen Missbrauch Minderjähriger unterstützen und diejenigen anhören, die mit ihnen Kontakt aufnehmen wollen. Der in Mexiko gegründete Orden der Legionäre Christi hatte Missbrauch von 175 Minderjährigen durch 33 Priester zugegeben, aber einige Opfer beschwerten sich über mangelnde Aufarbeitung durch den Vatikan. Quelle: NZZ


2.3.2020 Ihre Arbeitsweise und erste Ergebnisse der Studie über Missbrauchsfälle im Bistum Münster stellen die Forscher, u.a. Prof. Thomas Großbölting, Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), am 11.3.2020, 18 Uhr im Hörsaal S1 des Schlossplatz 2, Münster, vor. Quelle: myscience.de


1.3.2020 Eine Frau berichtet von ihrem mehrere Jahre anhaltenden Missbrauch durch einen evangelischen Pfarrer, der mit 17 Jahren begann. Zwei Jahre nach dem Tod des Geistlichen konnte die 46-Jährige über ihre Erlebnisse sprechen. Es dauerte Jahre, bis sie in der Kirche Ansprechpartner fand. In der Hannoverschen Landeskirche erlebte sie, wie unprofessionell mit ihr umgegangen wurde. Den Landesbischof Ralf Meister hatte sie um eine Stellungnahme gebeten – sein Vorzimmer reagierte nach Monaten mit dem Hinweis, der Landesbischof sei zu beschäftigt, sich der Sache anzunehmen. Andere Kirchenleute reagierten jedoch mit Interesse und Empathie. Quelle: weserkurier


29.2.2020 Die Diözese Buffalo, US-Bundesstaat New York, hat als 15. Bistum in den USA Insolvenz angemeldet. 2018 hatte das Bistum eine Namensliste von 42 Priestern veröffentlicht, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Eine Whistleblowerin aus dem Bischofsbüro sagte, die korrekte Zahl sei mehr als doppelt so hoch. Der damals amtierende Bischof Richard Malone trat im Dezember 2019 von seinem Amt zurück. Ihm wurde Vertuschung vorgeworfen. Der Opferverband „Survivors Network of those Abused by Priests“ kritisierte den Insolvenzantrag, weil damit die laufenden und geplanten Vernehmungen bei Schadensersatzklagen gestoppt werden. Die Diözese wolle damit das Ausmaß des Missbrauchs geheim halten. Quelle: evangelisch.de


29.2.2020 Im Bistum Würzburg ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Gemeindepfarrer. Das Bistum erteilte dem Priester Berufsverbot. Generalvikar Keßler informierte die Gemeinde. Das Bistum leitete eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Unbekannt ist, ob der Missbrauchsvorwurf eine/n Minderjährige/n oder Erwachsenen betrifft. Quelle: br


29.2.2020 Der Gesandte des Vatikans, der die Legionäre Christi reformieren sollte, erklärte den Orden 2014 für „gereinigt“. Papst Franziskus jedoch sagte, dass Opfer anderer Legionärspriester sich gemeldet haben, was darauf hindeute, dass eine Kultur des Missbrauchs weit über Maciel Degollados Verbrechen hinausging und eine Vertuschung auf hoher Ebene durch Vorgesetzte, die noch immer an der Macht sind, mit sich brachte. 

Die Legionäre könnten zwar nicht leugnen, dass Maciel den Orden gegründet habe, aber „man könne ihn nicht mehr als ein nachzuahmendes Beispiel für Heiligkeit betrachten“ – das dürfte ein Hinweis darauf sein, dass einige Legionäre immer noch Fotos Degollados, des Gründers, aufbewahren und seine Schriften lesen, weil sie ihn für einen lebenden Heiligen halten.
Der Missbrauchsskandal bei den Legionären verunreinigte das Vermächtnis von Johannes Paul II., da er und seine Unterstützer Beweise, die dem Vatikan seit den 1940er Jahren vorlagen, ignorierten. Quelle: apnews

29.2.2020 „Reagiert die Institution, in der der Missbrauch geschah, mit Offenheit, Zuwendung, Empathie und der Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen und den entstandenen Schaden für die Opfer so weit als möglich einzugrenzen, so öffnet sich für diese eine Tür zum Leben. Reagiert die Institution jedoch mit Abwehr, mangelndem Willen zur Umkehr und sogar Diskreditierung der Opfer, so potenziert sie die destruktiven Machtwirkungen, die der Missbrauch längst in Gang gesetzt hat.“ Das sagt Prof. Hildegund Keul in der Herderkorrespondenz:“Die Schuld der Vertuscher. Theologisch gesehen ist Missbrauch in der Kirche die Verweigerung einer Gotteserfahrung.“ Quelle: Herderkorrespondenz 3/2020, S.6


28.2.2020 „Ich habe den Eindruck, dass wir als Kirche nicht wirklich an die Sündenvergebung glauben.“ Diese Bilanz zieht der vatikanische Kinderschutz-Experte und Jesuit Hans Zollner. Im Blick auf den Missbrauch gebe es nicht genug ehrliche Reue, zu wenig klares Bekenntnis und zu wenig Bereitschaft zur Wiedergutmachung, wie sie in der Beichte gefordert seien. „In allen drei Bereichen sind große Lücken zu finden“, sagte Zollner. Er weist auf Zahlen des Europarates hin, nach denen 20 % aller Kinder und Jugendlichen sexualisierte Gewalt erleben. Am Beispiel der sechs Diözesen in Pennsylvania zeigte Zollner auf, dass zwischen 1950 und 2014 301 Priester mehr als 1000 Minderjährige missbrauchten und in dieser Zeit 35 amtierende Bischöfe 60 Jahre lang die Missbrauchstaten vertuschten. Quelle: Tag des Herrn

28.2.2020 Das Bistum Essen hat beim Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung eine weitere Missbrauchsstudie in Auftrag gegeben. Untersucht werden sollen die Missbrauchsfälle seit der Gründung des Bistums Essen, 1958. Die Studie soll klären, was zu Missbrauch führte, wie mit den Fällen umgegangen wurde, Aktensichtung und Interviews mit Betroffenen (?), Tätern und Personalverantwortlichen sind vorgesehen. In der MHG-Studie wurden 85 Opfer und 60 beschuldigte Kleriker bekannt. Quelle: Domradio


28.2.2020 Hörspiel von Christoph Fleischmann: „Der ehrliche Bischof. Eine Erzählung zur Missbrauchsaufarbeitung in der Kirche“ mit Wolf Aniol, Regie Helga Matthea. Sendezeit: Sonntag, WDR 3, 8.30 Uhr; WDR 5, 13.30 Uhr. Quelle: www1.wdr.de


27.2.2020 Vor dem Treffen der katholischen Bischöfe fordert die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, kirchliche Opfer sexuellen Missbrauchs rasch finanziell zu entschädigen. Die Auswertung veröffentlichter Bilanzen der dt. Bistümer zeige, dass die meisten Bistümer „seit Jahren finanzielle Überschüsse erwirtschafteten“. Die Ordensgemeinschaften, die erklärten, sie seien von der Zahlung angemessener Entschädigungen überfordert, müssten ihre Bilanzen offenlegen, fordert der Eckige Tisch. Quelle: evangelisch.de


27.2.2020 Die Legionäre Christi wollen den Kampf gegen Missbrauch „energisch fortsetzen“. Das hat das Generalkapitel der Legionäre beschlossen. Dem Generalkapitel gehören 66 Legionäre an, unter ihnen mehr als ein Dutzend, die zur alten Garde des Gründers Maciel, eines Serientäters, gehören. Offensichtlich ist der 2017 gestorbene Kirchenrechtler De Paolis nicht gegen die vorgesetzten Ordensmitglieder vorgegangen, die Täter schützten. Auch gegen den neuen Vorsitzenden John Connor gibt es Vertuschungsvorwürfe.

Bereits Ende 2019 hatten die Legionäre von 33 Priestern der Gemeinschaft seit 1941 berichtet, die mindestens 175 Minderjährige sexuell missbraucht hatten. Christian Borgogno, ein früherer Priester der Gemeinschaft, kritisierte, dass die Legionäre versuchen, „die Schuld auf wenige zu konzentrieren und den Rest des Ordens weißzuwaschen“. Quelle: kathpress.at


27.2.2020 Die Erzdiözese München und Freising will Fälle sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt von 1945 bis 2019 neu aufarbeiten und auch die Namen von Verantwortlichen nennen. Geklärt werden soll auch, wie Joseph Ratzinger als Kardinal von 1977 bis 1982 mit Missbrauchsfällen umging. Beauftragt wurde die Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl, die bereits das Gutachten von 2010 erstellt hat. Für 2010 bis 2019 sollen Vorwürfe gegen alle hauptamtlichen Mitarbeiter der Diözese prüfen, also auch Ordensangehörige im Auftrag der Erzdiözese, Kirchenmusiker, Mesner. Offen ist, ob auch Namen von Tätern veröffentlicht werden.

Im Erzbistum München wurden in der Untersuchung von 2010 159 Priester auffällig, 26 von ihnen wurden verurteilt. Bei 17 weiteren sei davon auszugehen, dass sie strafbare Sexualdelikte verübten. Zwei wurden wegen körperlicher Gewalt verurteilt, bei 36 weiteren finden sich Nachrichten über Gewalttaten in den Akten. 46 Opfer erhielten seit 2010 Zahlungen in Anerkennung des Leids. Quelle: Süddeutsche
Kommentar Süddeutsche: Längst überfällige Aufklärung

27.2.2020 Der Vatikan will die vor einem Jahr auf dem Antimissbrauchsgipfel angekündigten „Task Forces“ vorstellen. Sie sollen Bischofskonferenzen weltweit bei der Erarbeitung oder Aktualisierung von Leitlinien zum Kinderschutz unterstützen. Quellle: Domradio


27.2.2020 Im Bistum Osnabrück gibt es Ansprechpartner für geistlichen Missbrauch, die Theologin Dr. Julie Kirchberg und den Pastoralreferenten Ludger Pietruschka. Quelle: Bistum Osnabrück


26.2.2020 Die Theologin Hildegund Keul sagt, Vertuschung sei eine Versündigung an den Opfern und ein Menschenrechtsverbrechen. Sie fordert die katholische Kirche zu umfassender Aufarbeitung von Vertuschung und Entschädigung der Opfer auf. In der aktuellen Debatte werden die verheerenden Folgen des Vertuschens vernachlässigt. Im Umgang mit Betroffenen könnten „Lebenschancen vergrößert oder eben zerstört“ werden. Sie weist darauf hin, dass unbekannt sei, wie viele Missbrauchsbetroffene Suizid begingen. Quelle: kathpress.at


25.2.2020 Hermann Häring: „Da gilt weder Mann noch Frau“ – Zum Ausschluss der Frauen aus den kirchlichen Kernfunktionen. Quelle: hjhaering.de

25.2.2020 Prof. Thomas Großbölting, Leiter der Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Münster, beklagt die z.T. schlechte Aktenlage der Diözese. Zudem habe er bei seinen Untersuchungen wenig „Sensibilität für die Betroffenen“ festgestellt. Die Fürsorge des Bistums galt den Beschuldigten bzw. Tätern. Die Personalkonferenz wollte den Beschuldigten ermöglichen, weiter Priester zu sein. Wer jeweils Mitglied in der Personalkonferenz war, wird nicht mitgeteilt. Die Forscher haben Zugang zu allen Archiven, Personal- und Sachakten. Laut MHG-Studie gab es im Bistum Münster mindestens 450 Betroffene und 138 Beschuldigte zwischen 1946 und 2014. Quelle: Domradio


25.2.2020 Papst Franziskus hat eine Videobotschaft an die Aufklärer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker geschrieben. Er ermutigt das Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Mexikos (Ceprome), die Aufklärungsarbeit „auch bei Drohungen gegen Leib und Leben fortzusetzen.“ Quelle: kathpress.at

23.2.2020 Marco Politi berichtet vom Widerstand gegen Papst
Franziskus durch „klerikale Nationalisten“ und „Ultrakonservative“.
Quelle: DLF


23.2.2020
In Monthey, Bistum Sitten, wurde eine Gedenktafel für kirchliche Opfer
sexuellen Missbrauchs angebracht. Sie soll an das Leid der Betroffenen
erinnern. Der Ort wurde gewählt, weil sexuelle Übergriffe durch einen
Ordensmann in Monthey stattgefunden haben. Jean-Marie Fürbringer,
Vizepräsident der Westschweizer Opferhilfegruppe Sapec, betonte, die
Opfer hätten das Recht auf Wissen, das Recht auf Gerechtigkeit, das
Recht auf Wiedergutmachung und das Recht auf die Garantie, dass alles
getan werde, damit solche Verbrechen sich nicht wiederholten. Ein
Betroffener berichtete von den Übergriffen, die ihn jeden Tag
verfolgten. Bis vor drei Jahren plagten ihn Schuldgefühle, obwohl er
selber nichts getan habe. 

Das
Bistum geht von fünfzehn Priestertätern von 1958 bis 1992 aus, vier der
Täter leben noch, arbeiten aber nicht mehr. Die Fälle sind verjährt.
2019 wurde ein weiterer Fall von 1962 bekannt. Betroffen sind mehrere
Dutzend Opfer. Quelle: kath.ch

22.2.2020
Gegen den Pfarrer Peter H., der vom Erzbistum Essen ins Erzbistum
München wechselte, hat die Staatsanwaltschaft München II ein
Vorermittlungsverfahren aufgenommen. Da gehe es um einen Vorfall aus dem
Jahr 2008 im Raum Tölz. Peter H. hat im Bistum Essen mindestens acht
Minderjährige missbraucht, möglicherweise fünf weitere. Im Raum
Ebersberg wurde er wegen neun Fällen verurteilt, in Garching gab es
mindestens drei Missbrauchsfälle. Bis heute gehört H. dem Klerikerstand
an und erhält Bezüge von der Kirche. Quelle: pnp


22.2.2020 Jean Vanier (gest. 2019), Gründer der Arche,
hat nach einem internen Bericht mindestens sechs Frauen sexuell
missbraucht. Die Übergriffe geschahen von 1970 bis 2005. Weitere Opfer
schließt der Bericht nicht aus. Vaniers Verhalten ist vergleichbar den
sexuellen Übergriffen gegenüber Frauen, die auch von seinem geistlichen
Mentor, dem Priester Thomas Philippe begangen wurden. Vanier habe Philippes Taten über Jahre gedeckt. Quelle: cruxnow.com  katholisch.de


21.2.2020 Matthias Katsch zählt auf, was Betroffenen fehlt: „Wir brauchen so
etwas wie ein Opfergenesungswerk – die Möglichkeit für Betroffene, sich
helfen zu lassen, ohne dass jede und jeder Einzelne das mit seinem
Hausarzt diskutieren muss.“ Weiter fehlen eine unabhängige Aufarbeitung
und die Klärung der Entschädigungen. Es müsse normaler werden, über
sexualisierte Gewalt zu reden, dann werde auch mehr aufgedeckt und die
Räume für Täter würden kleiner werden. Noch immer gebe es nicht mehr
Fachberatungsstellen, keine unabhängige Beratungsstelle für Betroffene im
kirchlichen Raum. Wenn kirchlich Betroffene das Recht auf Akteneinsicht
einfordern, wird sich zeigen, ob die Abschaffung des päpstlichen
Geheimnisses in Missbrauchsfällen wirksam wird. Quelle: Badische Zeitung


20.2.2020 Vor der UNO haben drei hörgeschädigte ehemalige Schüler aus Italien und Argentinien dem Papst Völkerrechtsverletzung vorgeworfen – er habe Missbrauchstaten vertuscht und die Verantwortlichen geschützt. ECA (Ending Clergy Abuse)
spricht von bis zu 300 Opfern in drei Schulen. 2016 wurden zwei
Priester zu bis zu 45 Jahren Geängnis verurteilt, zwei Verfahren sind
noch nicht abgeschlossen. Der Vatikan habe sich 2017 geweigert, den
Anwälten Betroffener Zugang zu Beweisen zu ermöglichen. Quelle: kath.ch


20.2.2020
Die Diözese Harrisburg hat 2019 an 106 Betroffene sexueller Gewalt
durch katholische Kleriker 12.1 Millionen US-Dollar gezahlt. Nun hat die
Diözese Insolvenz angemeldet. Inzwischen gibt es sechs neue Klagen. Quelle: n-tv.de


19.2.2020 Die Staatsanwaltschaft Mainz
hat die Ermittlungen gegen einen katholischen Priester des Bistums
Trier, der einem Jungen Geld gegen Sex angeboten hatte, eingestellt. Rhein-Hunsrück, 19.02.2020, 11:43 Uhr

Katholischer Pfarrer aus Rhein-Hunsrück-Kreis bot 14-Jährigem Geld für Sex: Ermittlungen eingestellt
Es
ging der Mainzer Staatsanwaltschaft nicht darum, ob der katholische
Geistliche „moralisch verwerflich“ handelte oder nicht, als er den
Jungen am Mainzer Hauptbahnhof ansprach und ihm Geld für Sex anbot. Der
Pfarrer hatte das sogar zugegeben. Aber das sei nur eine
„Vorbereitungshandlung“ gewesen.

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https://www.rhein-zeitung.de/ar.1953631

Rhein-Hunsrück, 19.02.2020, 11:43 Uhr
Katholischer Pfarrer aus Rhein-Hunsrück-Kreis bot 14-Jährigem Geld für Sex: Ermittlungen eingestellt
Es
ging der Mainzer Staatsanwaltschaft nicht darum, ob der katholische
Geistliche „moralisch verwerflich“ handelte oder nicht, als er den
Jungen am Mainzer Hauptbahnhof ansprach und ihm Geld für Sex anbot. Der
Pfarrer hatte das sogar zugegeben. Aber das sei nur eine
„Vorbereitungshandlung“ gewesen.

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Quelle: Rheinzeitung


19.2.2020
Die Grazer Dogmatikprofessorin Gunda Werner sagt, Papst Franziskus habe
ein veraltetes Frauenbild in seinem Schreiben „Querida Amazonia“. Sie
sieht darin einen Widerspruch zum Menschenrechtsengagement des Papstes.
Das globale Armutsproblem hänge untrennbar mit der ungerechten
Verteilung der Güter und der strukturellen Benachteiligung von Frauen
zusammen. „Querida Amazonia“ leiste vor allem jenen Kräften Vorschub,
die der Gleichberechtigung der Geschlechter den Kampf ansagen. Quelle: vaticannews


19.2.2020 Der frühere Papst Benedikt ließ erklären, dass es bei seinem Besuch des
Münchner Weihbischofs Heinrich von Soden-Fraunhofen weder eine
Begegnung noch ein Gespräch mit dem Priester H. gegeben habe. Von einer
solchen Begegnung hatte „Frontal 21
berichtet. H. war auch nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs
in der Seelsorge des Erzbistums München eingesetzt worden. Er wurde
nicht aus dem Klerikerstand entlassen. Georg
Gänswein erklärte wörtlich im Namen Benedikts: „Es trifft zu, dass er im
Jahr 2000 den Weihbischof besucht hat, weil er schwer krank war.“ Aber
er habe „H. nie persönlich getroffen“. Während des Besuchs beim
Weihbischof wurde „nicht über H. gesprochen¡, erinnere sich Ratzinger.
„Dass H. in der Gemeinde lebte, in der von Soden weilte, war bekannt“,
sagte Gänswein demnach. „Alles andere weiß Benedikt nicht mehr.“ Quellen: Domradio   Neues Ruhrwort


19.2.2020 Ein Mann aus Bottrop will die katholische Kirche auf 500.000 Euro Schadenersatz verklagen. Er wurde in den 1970er Jahren von einem Priester des Bistums Essen
sexuell missbraucht. Der Täter wurde wegen ersten Missbrauchsvorwürfen
nach Essen versetzt und von dort aus später nach Bayern geschickt. Die
Bistümer Essen und München sprechen von mindestens 28 Missbrauchsfällen.
Das Bistum Essen schließt nicht aus, dass es weitere Betroffene gibt.
Der Priester lebt als freier Mann in München. Quelle: www1.wdr.de


18.2.2020 Bei den amerikanischen Pfadfindern haben sich knapp 2000 Betroffene
sexueller Gewalt gemeldet. Die Dachorganisation hat Insolvenz
angemeldet. Quelle: Süddeutsche


18.2.2020 Am 8. März ruft „Voices of Faith“ Katholikinnen auf zu Versammlungen
unter dem Motto: „Steht auf für Gleichberechtigung in der katholischen
Kirche!“ Quelle: voicesoffaith.org


18.2.2020
Hans Zollner sagte ein Jahr nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan:
„Wenn ich die gesamte Kirche anschaue, die Abläufe anschaue, die
Zuständigkeiten, wie wir organisiert sind, dann haben wir ein riesiges
Defizit in der Klarheit der Zuständigkeiten und dessen, wofür jemand
geradestehen muss.“ Zollner fordert, dass Betroffene auch beim
systemischen Bearbeiten der Verbrechen einbezogen werden
müssten. Wichtig sei, dass Verantwortungsträger sich mit Betroffenen
auseinandersetzten. Auch die Theologie habe noch nicht ausreichend
darauf reagiert, dass die Kirche als Institution im Kern ihrer Botschaft
vom Missbrauch betroffen sei. Quelle: Domradio


18.2.2020
Der aus dem Priesteramt entlassene Ex-Kardinal McCarrick soll als
Erzbischof von Washington ca eine Million Dollar an das „Institut des
fleischgewordenen Wortes“ gegeben haben. Dessen Gründer Carlos Miguel
Buela wurde 2016 wegen sexuellen Fehlverhaltens mit Seminaristen
verurteilt. Inzwischen wird auch gegen das Institut ermittelt, dem
vorgeworfen wird, im ultrakonservativen Dunstkreis Sympathien für die
ehemalige Militärjunta Argentiniens zu haben. McCarrick soll dem
Institut geholfen haben, seine Aktivitäten in den USA auszuweiten. Quelle: domradio


18.2.2020 Der Priester des Bistums Essen, H.,
der wegen Missbrauchs von zehn minderjährigen Jungen verurteilt worden
war, wurde anschließend im Erzbistum München seit Januar 1980 wieder in
der Seelsorge beschäftigt. Noch während seiner Bewährungszeit wurde er
von 1986 bis 2008 in Garching an der Alz auch in der Kinder- und
Jugendarbeit eingesetzt. Dort soll es zu weiteren Missbrauchstaten
gekommen sein. Das ergaben Recherchen von Frontal21
und dem Recherchezentrum CORRECTIV. Der Priester soll in Bottrop,
Essen, Grafing und Garching an der Alz insgesamt mindestens 28
minderjährige Jungen sexuell missbraucht haben, teilten das Bistum Essen
und das Erzbistum München-Freising mit.

Josef
Ratzinger, der emeritierte Papst Benedikt, soll eine engere Verbindung
zu dem verurteilten katholischen Priester gehabt haben als bislang
bekannt ist. 2010 hatte der frühere
Generalvikar Gruber  die Verantwortung für den Einsatz des Priesters in der Seelsorge im Erzbistum München übernommen. 
Quelle: zdf.de   t-online.de   katholisch.de   SZ


17.2.2020
Der Sohn von Yolanda Martínez wurde als Zwölfjähriger von dem Priester
Vladimir Reséndiz Gutiérrez, einem Priester der Legionäre Christi, in
einer Schule der Legionäre in Gozzano, Italien, sexuell missbraucht.
Martínez rief Kardinal Valasio De Paolis, den vom Vatikan mit der
Reinigung des Ordens der Legionäre beauftragten Vatikanbeamten an und
berichtete ihm vom Umgang der Legionäre mit dem „Missbrauchsfall“ ihres
Sohnes. Die Legionäre hatten der Familie des Betroffenen 15.000 Euro
angeboten, wenn der Sohn seine Aussage vor der Staatsanwaltschaft
Mailand zurückziehen würde. De Paolis versicherte Yolanda Martínez, dass
dieses Vorgehen in Italien üblich sei. Die Ankläger der Legionäre
behaupten, dass Anwälte und Priester der Legionäre versuchten, die
Justiz zu behindern und die Familie von Martínez zu erpressen. Sie
wollten damit strafrechtliche Ermittlungen gegen den Priester Vladimir
Reséndiz Gutiérrez beenden. Offensichtlich ist der 2017 gestorbene
Kirchenrechtler De Paolis nicht gegen die vorgesetzten Ordensmitglieder
vorgegangen, die Täter schützten. Auch Täter meldete er nicht den
staatlichen Behörden; er weigerte sich, diejenigen, die zur alten Garde
Maciels gehörten, abzusetzen und die Vertuschung der Verbrechen Maciels
zu untersuchen. Der ehemalige mexikanische Priester Alberto Athié, der
sich seit mehr als 20 Jahren für die Opfer sexuellen Missbrauchs durch
den Klerus einsetzt, darunter auch für die Opfer der Legionäre,
beschrieb das Vorgehen der Legionäre so: „Sie versuchen immer, die Opfer
zu kontrollieren, sie kleinzuhalten, zu diffamieren und sie der
Übertreibung zu beschuldigen.“ Wenn sie die gewünschte Kontrolle nicht
erreichten, versuchten sie, die Eltern zu kaufen oder zum Schweigen zu
bringen. Wenn auch dies nicht funktioniere, gingen sie vor Gericht und
täten alles, um den Fall zu gewinnen, sagte Athié. Inzwischen kommen
Opfer der Legionäre an die Öffentlichkeit und berichten über die Kultur
der Legionäre, die auf Geheimhaltung und Vertuschung beruhe.

Quelle: apnews.com


17.2.2020
Opferverbände konstatieren, dass der Papst seit dem
Anti-Missbrauchsgipfel vor einem Jahr wenig erreicht habe. Anne Barrett
Doyle, Bishop Accountability, sagte: „Was die Bischöfe dazu bringt,
etwas zu tun, sind schlechte Schlagzeilen, nicht die Verbrechen des
Missbrauchs.“ Der Opfervertreter des Eckigen Tisches, Matthias Katsch,
stellte fest, dass die Konkordate zwischen dem Vatikan und Staaten noch
immer einen angemessenen Zugriff des Staates auf kirchliche Akten
verhindern. Die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses bei
Kindesmissbrauchsfällen hingegen sei ein Fortschritt. Mängel sieht
Katsch in der Unabhängigen Aufarbeitung und in der Entschädigungsfrage.
Die Vertreter der Opferverbände fordern, dass die vatikanischen Akten
über Missbrauchsfälle unabhängigen Stellen zugänglich gemacht werden.

Quelle: dw.com


16.2.2020
„Die Vertreibung der Frauen aus den Machtpositionen ist der Kirche
gelungen. Die Entsexualisierung des Menschen kann ihr nicht gelingen“,
schreibt Heribert Prantl und bescheinigt der katholischen Kirche die
„totale Unfähigkeit zur Reform“ und Unheil, das durch „zölibatären
Zwang“ angerichtet wurde.

Quelle: sueddeutsche.de


15.2.2020
Die Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens macht darauf aufmerksam, dass
Kleriker, die einen Missbrauchsvorwurf gegen einen Mitbruder
untersuchen, möglicherweise nicht objektiv sein können.

Quelle: Domradio


14.2.2020
„Im Herbst stellten die Bischöfe ein milliardenschweres
Entschädigungsmodell für Missbrauchsopfer vor. Jetzt stellt sich heraus:
In allen wesentlichen Punkten rudert die Kirche zurück.“ Raoul Löbbert berichtet unter dem Stichwort: „Revolution der Mutlosigkeit“.

Quelle: Zeit


14.2.2020 Im Erzbistum Paderborn wurden 32 neue mutmaßliche Missbrauchsfälle im Jahr 2019 gemeldet.
29 Beschuldigte wurden namentlich bekannt, 9 weitere – bislang
unbekannte Beschuldigte – sind inzwischen verstorben. Sieben Geistliche
leben noch, sind aber nicht mehr aktiv im Dienst. Die Anschuldigungen
betreffen die Jahre zwischen 1969 und 2019.

Quelle: radiohochstift


13.2.2020
Viele Fälle von Missbrauchsverdacht aus den Bistümern Mainz, Limburg
und Fulda können inzwischen nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.
Die meisten Fälle seien verjährt oder Verdächtige seien inzwischen
verstorben.

Quelle: domradio


13.2.2020
Der Westschweizer Bischof Morerod fürchtet, dass in den
Diözesanarchiven weitere Missbrauchsfälle durch Priester liegen. Zum
Fall des Priesters F. berichtete Morerod, dass ihm das Alter des
Betroffenen verheimlicht worden sei. Der Beschuldigte habe von einem
Erwachsenen gesprochen. In den Fall involviert seien auch der
Generalvikar Rémy Berchier und der Geistliche Nicolas Betticher. Sie
sollten mit den Resultaten der ausstehenden Untersuchung des Falls F.
konfrontiert werden, um zu klären, was dem Bischof verheimlicht wurde.
Auch der ehemalige Archivar solle zur Rechenschaft gezogen werden.
Morerod sagte, die Archive befänden sich in einem desaströsen Zustand.
So würden Dokumente zum Fall F. vermisst. Morerod berichtete von einer
„wachsenden Omerta“ bei den Priestern. Die Neuen Geistlichen
Gemeinschaften machten Wachsamkeit erforderlich, wenn sie sich als
Gruppen in den Pfarreien absondern.

Quelle: kath.ch


13.2.2020 SWR 2- Forum mit Christiane Florin, Martin Lohmann und Jörg Vins über das Papstschreiben „Querida Amazonia“.


13.2.2020
Gegen den in der letzten Woche neu ernannte Leiter der Legionäre
Christi, John Connor, gibt es den Vorwurf, er habe sexuellen Missbrauch
vertuscht. Die Legionäre Christi haben den Vorwurf zurückgewiesen und
Ihr Vorgehen öffentlich gemacht. Ein Ordensmitglied wurde von zwei
Frauen im November 2017 des emotionalen Missbrauchs beschuldigt. Connor
habe den Beschuldigten suspendiert. Ein behandelnder Psychologe habe
festgestellt, dass keine „ernstzunehmende Gefahr“ von dem Beschuldigten
ausgehe. Daraufhin sei der Priester in den Dienst zurückgekehrt. Im
Oktober 2019 wurde er erneut von einer Frau des emotionalen Missbrauchs
beschuldigt. Connor habe ihn daraufhin in eine therapeutische
Einrichtung überwiesen, wo er heute noch sei.

Quelle: katholisch.de


12.2.2020
Das Frauenbild des Papstes zeigt sich in „Querida Amazonia“, dem
Schreiben im Anschluss an die Amazonas-Synode: „99. In Amazonien gibt es
Gemeinschaften, die lange Zeit hindurch sich gehalten und den Glauben
weitergegeben haben, ohne dass dort – manchmal jahrzehntelang – ein
Priester vorbeigekommen wäre. Dies ist der Präsenz von starken und
engagierten Frauen zu verdanken, die, gewiss berufen und angetrieben vom
Heiligen Geist, tauften, Katechesen hielten, den Menschen das Beten
beibrachten und missionarisch wirkten. Jahrhundertelang hielten die
Frauen die Kirche an diesen Orten mit bewundernswerter Hingabe und
leidenschaftlichem Glauben aufrecht. Mit ihrem Zeugnis haben sie uns
alle bei der Synode angerührt. 100.  Dies ist eine Einladung an uns,
unseren Blick zu weiten, damit unser Verständnis von Kirche nicht auf
funktionale Strukturen reduziert wird. Ein solcher Reduktionismus würde
uns zu der Annahme veranlassen, dass den Frauen nur dann ein Status in
der Kirche und eine größere Beteiligung eingeräumt würden, wenn sie zu
den heiligen Weihen zugelassen würden. Aber eine solche Sichtweise wäre
in Wirklichkeit eine Begrenzung der Perspektiven: Sie würde uns auf eine
Klerikalisierung der Frauen hinlenken und den großen Wert dessen, was
sie schon gegeben haben, schmälern als auch auf subtile Weise zu einer
Verarmung ihres unverzichtbaren Beitrags führen. 101.  Jesus Christus
zeigt sich als der Bräutigam der Eucharistie feiernden Gemeinschaft in
der Gestalt eines Mannes, der ihr vorsteht als Zeichen des einen
Priesters. Dieser Dialog zwischen Bräutigam und Braut, der sich in der
Anbetung vollzieht und die Gemeinschaft heiligt, sollte nicht auf
einseitige Fragestellungen hinsichtlich der Macht in der Kirche verengt
werden. Denn der Herr wollte seine Macht und seine Liebe in zwei
menschlichen Gesichtern kundtun: das seines göttlichen menschgewordenen
Sohnes und das eines weiblichen Geschöpfes, Maria. Die Frauen leisten
ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft
und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben. Auf diese Weise bleiben
wir nicht bei einem funktionalen Ansatz stehen, sondern treten ein in
die innere Struktur der Kirche. So verstehen wir in der Tiefe, warum sie
ohne die Frauen zusammenbricht, so wie viele Gemeinschaften in
Amazonien auseinandergefallen wären, wenn es dort keine Frauen gegeben
hätte, die sie aufrechterhalten, bewahrt und sich ihrer angenommen
hätten. Hier wird sichtbar, was ihre spezifische Macht ist.“

Quelle: vaticannews.va


12.2.2020
Zehn Jahre Arbeit mit Betroffenen. Dr. Barbara Haslbeck reflektiert
über Schwieriges und Gelingendes in der Arbeit von und mit Betroffenen.

Quelle: feinschwarz.net


11.2.2020
Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann kündigte für den 12. März 2020
die Veröffentlichung einer unabhängigen Untersuchung an. Auch Namen von
Erzbischöfen, Generalvikaren und Personalverantwortlichen sollen genannt
werden, wenn sie sich persönlich schuldig gemacht haben. Wenn sie aus
heutiger Sicht falsch, aber nach damaliger Kenntnislage richtig
gehandelt haben, werde man das differenziert bewerten müssen, sagte der
Generalvikar.

Quelle: rundschau-online.de  


11.2.2020
Die Wissenschaftlerin Esther Klees fordert, sexuellen Missbrauch durch
Geschwister genauer zu erforschen. Dazu gebe es bislang keine tragfähige
Untersuchung. Der Geheimhaltungsdruck sei hoch, weil sich die Eltern
mitverantwortlich für den Missbrauch fühlten.

Quelle: evangelisch.de

11.2.2020
Roland Juchem schaut auf Erreichtes und Nicht-Erreichtes ein Jahr nach
dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan. In Kenia erlaubten die Bischöfe
Sexualkundeunterricht in der Schule, Präventionsmaßnahmen und
Fortbildungsprogramme in Gemeinden und Bistümern. In Italien werde noch
viel unter den Teppich gekehrt. Das Kinderschutzzentrum der Gregoriana
hat mehr als 100 Teilnehmer aus 46 Länder im Studiengang „Safeguarding“
ausgebildet. Für den Vatrikanstaat wurde ein Erlass zum Schutz von
Minderjährigen und schutzbefohlenen Personen herausgegeben. Eine
Handreichung, wie Bischöfe bei Verdachtsfällen vorgehen sollen, fehlt
noch immer. Auch von der „Task Force“ ist keine Rede mehr – sie sollte
in weniger gut ausgestatteten Ortskirchen Hilfseinsätze gegen Missbrauch
und Vertuschung leisten. Auch die angekündigte Statistik über Verfahren
in der Glaubenskongregation, wurde bislang nicht vorgelegt.

Quelle: katholisch.at


11.2.2020
Eine Frau wirft Weihbischof Jan Szkodon, Krakau, vor, sie vor 20 Jahren
mit 15 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Der Beschuldigte weist die
Beschuldigung zurück. Die päpstliche Nuntiatur in Warschau hat ein
Verfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Krakau hat das Verfahren
wegen Verjährung eingestellt, jedoch festgestellt, dass die Schilderung
der Frau „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ zutreffen.

Quelle: Domradio


11.2.2020
Ob und wie Missbrauchsopfer in der Evangelischen Kirche in Deutschland
finanziell entschädigt werden sollen, ist umstritten.
Betroffenenvertreter kritisieren das Verfahren als intransparent und
ungerecht. Eine Studie gibt es in der evangelischen Kirche nicht.
Derzeit sind 785 Fälle bekannt. Kerstin Claus sagt, dass für die EKD und
die Landeskirchen bisher nur Diakonie und Heimkinder im Blick waren.
Erst langsam kommen auch Missbrauchsfälle im gemeindlichen Kontext zu
Tage.

Quelle: DLF


10.2.2020
„Kein System heilt sich selbst. Es braucht eine Vielfalt von
Kompetenzen und Perspektiven“, sagt Prof. Dr. Julia Knop über den Start
des Synodalen Weges.

Quelle: theologie-aktuell.uni-erfurt.de


10.2.2020 Bischof Morerod,
Schweiz, Bistum Lausanne-Genf-Fribourg, weist den Vertuschungsvorwurf
zurück. Morerod hat u.a. eine interne Untersuchung angeordnet, die
prüfen wird, welchen Inhalt das Dossier zum Priester P.F. hatte und ob
darin auch ein Brief des Opfers an den Bischof war. In einem
Radiointerview nannte Bischof Morerod auch den Namen des Opfers, das
sich eine Anzeige gegen den Bischof überlegt.

Quellen: Domradio  kath.ch


10.2.2020
Der in zweiter Instanz nun vom Vorwurf der Missbrauchsvertuschung
freigesprochene Kardinal Barbarin will nicht weiter der Erzdiözese Lyon
vorstehen. Die Entscheidung liegt beim Papst.

Quelle: katholisch.de


8.2.2020
Besprechung des Buches der Herausgeber Remenyi, Matthias, Schärtl,
Thomas, Nicht ausweichen. Theologie angesichts der Missbrauchskrise,
Regensburg , 2019 durch den Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle für
Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Andreas Heek.

Quelle: feinschwarz.net


7.2.2020
Die 13 von der Staatsanwaltschaft Frankenthal untersuchten
Verdachtsfälle sexuellen Missbrauch im Bistum Speyer wind abgeschlossen.
Alle Verfahren wurden entweder wegen Verjährung oder wegen
Nicht-Vorliegen einer Straftat nach staatlichem Recht eingestellt. – Die
übrigen 23 Fälle aus dem Bistum Speyer liegen bei den
Staatsanwaltschaften Landau, Kaiserslautern und Zweibrücken.

Quelle: swr


6.2.2020
Bischof Morerod, Schweiz, Diözese Lausanne-Genf-Fribourg, sagt, er habe
2011 kein Dossier über den suspendierten Pfarrer der Kathedrale von
Fribourg gehabt, lediglich ein Blatt, auf dem dokumentiert sei, dass ein
Gespräch zwischen dem Beschuldigten und dem Ankläger stattgefunden
habe, jedoch der Inhalt des Gesprächs nicht vorgekommen sei. Bischof
Morerod habe 2011 nicht nachgefragt. Auch als der Beschuldigte ihm 2016
on einer „einmaligen sexuellen Beiziehung mit einem Erwachsenen
berichtete, habe er nicht nach dem Alter des „Erwachsenen“ gefragt. „Es
war sicher ein Fehler, ihn dies nicht zu fragen“, sagte der Bischof.

Quelle: srf.ch


5.2.2020 Der Pfarrer der Kathedrale von Fribourg,
Schweiz, soll 1998 in Morges, einer früheren Gemeinde des Pfarrers,
einen damals 17-Jährigen sexuell belästigt haben. Der zuständige Bischof
der Schweizer Diözese Lausanne-Genf-Fribourg, Charles Morerod, hat den
Beschuldigten während der Ermittlungen von seinem kirchlichen Amt
ausgeschlossen. Bereits Ende 2019 gab es Vorwürfe von sexueller
Belästigung von einem Pfarrer in der Westschweiz, die der Beschuldigte
als „reine Diffamierung“ zurückwies. Der Tages-Anzeiger berichtet,
Bischof Morerod habe seit 2011 das Missbrauchs-Dossier gehabt, aber erst
reagiert, als er mit Recherchen konfrontiert wurde. Weder der Bischof
noch der beschuldigte Priester äußerten sich.

Quelle: fm1today.ch   srf.ch


5.2.2020
Vatikansprecher Matteo Bruni sagte, Erzbischof Gänswein sei nicht
suspendiert worden. Vielmehr habe er einen veränderten
Aufgabenschwerpunkt – er konzentriere sich bis auf weiteres auf seine
Aufgabe als Privatsekretär von Kardinal Ratzinger.

Quelle: orf

5.2.2020 Papst Franziskus soll Erzbischof Georg Gänswein auf unbestimmte Zeit beurlaubt haben. Gänswein, der auch Privatsekretär des früheren Papstes Benedikt XVI. ist, bleibe Präfekt des Päpstlichen Hauses, werde jedoch freigestellt. „Die Tagespost“ vermutet, dass der Hintergrund dieser Entscheidung die „unglücklich gelaufene“ Präsentation des Zölibat-Buchs von Kardinal Sarah sei. Zudem wolle Gänswein mehr Zeit für Benedikt XVI. gewinnen.

Quelle: katholisch.de

Bischof Reinaldo Nann schreibt einen „Nachruf


4.2.2020 Der Blogger „skydaddy“ beschreibt, wie der Missbrauchsskandal hätte verlaufen können, wenn Journalisten ihren Job“  gemacht hätten.


4.2.2020 „There is general mistrust and suspicion on cardinals and bishops. This is not just happening in U.S. and Australia — the level of trust on bishops is below zero. And this has devastated an institution that is built on trust and faith.“ Das sagte P. Zollner, der der Päpstlichen Kinderschutzkommission angehört und das Kinderschutzzentrum der Gregoriana leitet. Er sei „erstaunt“, wie die eine Bischofskonferenz die gleichen Fehler wiederhole, die die andere gemacht habe, sagte er. Als einen der Gründe nannte er den Klerikalismus unter Klerikern, aber auch unter Nichtklerikern.

Quelle: ncronline.org


4.2.2020 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke erinnert im Kontext des Synodalen Weges daran, dass es in der katholischen Kirche für Gläubige keinen hierarchiefreien Raum gebe. Dies hätten Maria 2.0 und andere, „die um ihrer Würde als Lai*innen willen auf eine Teilnahme am ‚Synodalen Weg‘ verzichten“,  durchschaut.

Quelle: feinschwarz.net


4.2.2020 Der Historiker Dr. Thomas Schnitzler, Opferinitiative missbit, recherchierte die Rolle des ehemaligen Trierer Bischofs Bernhard Stein (1967–1980) und wirft ihm Vertuschung im Fall des Priesters Alfred S. vor. S. war 1968 Kaplan in St. Bonifatius, Trier. Eine Frau aus Gerolstein, dem vorherigen Dienstort von S., informierte den Offizial über 15malige unzüchtige Handlungen an ihrem 1953 geborenen Sohn. Ein Prälat erfuhr bereits 1966 davon, der Beschuldigte gab dem Prälaten gegenüber sechs Übergriffe zu. Der Offizial schrieb am 23.3.1968 Bischof Stein, dass die Taten von Alfred S. nicht ungesühnt bleiben dürften. Bischof Stein übergab am 1.7.1968 dem Täter die Pfarrei St. Maximin in Bettingen, Dekanat Bitburg. Alfred S. missbrauchte weitere Kinder; von 20 Opfern ist die Rede. Die Initiative fordert die Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes in Trier. Bischof Ackermann sieht keine Anhaltspunkte für ein Mitverschulden von Bischof Stein, sagt jedoch eine unabhängige Aufklärung zu und meint, für eine Umbenennung des Platzes sei es zu früh.

Quelle: swr   katholisch.de


4.2.2020 Elisabeth Mette, frühere Präsidentin des Bayerischen Landessozialgerichts, sucht im Auftrag des Bistums Augsburg weitere Opfer aus dem Kinderheim Reitenbuch. In dem Kinderheim sollen von 1956 bis 1983 drei Geistliche, ein Nachbar und Ordensschwestern übergriffig geworden sein. Bislang haben sich 15 Jungen und ein Mädchen als Opfer körperlicher Gewalt bis hin zu „regelrechten Prügelattacken“, aber auch von sexuellem Missbrauch bekannt. Tatorte waren das Pfarrhaus und ein Bienenhaus. Auch ehemalige Zöglinge des Marienheims in Baschenegg bei Ustersbach sind aufgerufen, sich zu melden. Kontakt: Tel: 0821/3166-8393, Email:  projektgruppe.reitenbuch@bistum-augsburg.de.

Quelle: br.de


4.2.2020 Der Gründer des Ordens der Gemeinschaft „Miles Christi“ (Soldat Christi), Roberto Juan Yannuzzi, wurde aus dem Klerikerstand entlassen. Ihm wird vorgeworfen, gegen erwachsene Seminaristen übergriffig geworden zu sein. CNA zitiert Papst Franziskus: Der Papst habe die Entlassung aus dem Klerikerstand verfügt, „wegen Verstößen gegen das Sechste Gebot mit Erwachsenen, der Absolution des Komplizen [!] sowie des Amtsmissbrauchs“. Yannuzzi gründete den „ausgesprochen konservativen“ Orden 1994 in Argentinien. Ziel des Ordens, dem Kleriker, Ordensleute und Laien angehören, ist die „Rechristianisierung unserer Kultur“.

Quelle: katholisch.de


4.2.2020 Der „Eckige Tisch Bonn“ (ETB) wirft dem Aloisiuskolleg (AKO) in Bad Godesberg vor, auch zehn Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals die Vorfälle nicht ausreichend aufgearbeitet zu haben und nötige Konsequenzen nicht gezogen zu haben. Der Adressat des Offenen Briefes des ETB, Pater Löwenstein, SJ, sieht das anders.

Quelle: rundschau-online.de


4.2.2020 Der Vatikan hat eine weitere Untersuchung des Verhaltens von US-Bischof Michael Hoeppner angeordnet. Dem Bischof wird vorgeworfen, u.a. ein mutmaßliches Opfer unter Druck gesetzt zu haben, seine Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester zurückzunehmen. Erzbischof Bernard A. Hebda, Erzdiözese St. Paul und Minneapolis, wurde mit der Untersuchung nach den Vorgaben von „Vos estis Lux Munid“ beauftragt. Bereits Ende Oktober 2019 wurden die Ergebnisse einer ersten Untersuchung an die Bischofskongregation weitergeleitet.

Quelle: de.catholicnewsagency.com


4.2.2020 Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Leiter des Pastoralverbundes Willebadessen-Peckelsheim, Erzbistum Paderborn, wegen sexuellen Missbrauchs wegen Verjährung eingestellt. Das kirchenrechtliche Ermittlungsverfahren wird fortgesetzt. Der Beschuldigte bleibt beurlaubt. Die Vorwürfe seien der Interventionsbeauftragten, Dr. Petra Lillmeier, vor dem 16.1.2020 bekannt geworden, der Beschuldigte wurde am 16.1.2020 gehört.

Quelle: westfalen-blatt.de


3.2.2020 Die katholischen Frauenverbände kfd, KDFB, SKF und kfb aus dem deutschsprachigen Raum haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Sie fordern eine geschlechtergerechte katholische Kirche. Dazu gehört der Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche.

Quelle: frauenbund.de


3.2.2020 Tilmann Kleinjung stellt fest, dass die Perspektive der (kirchlichen) Missbrauchsopfer auf der ersten Sitzung des Synodalen Weges „weitgehend fehlte“. Zentrale Fragen haben die Bischöfe im Vorfeld nicht geklärt: Die unabhängige Aufarbeitung und die Entschädiguzng kirchlicher Opfer.

Claudia Nothelle kommentiert, dass die Probleme  offen ausgesprochen wurden. So hat Mara Klein aus Halle vom Verein von Tätern und der strukturellen Sünde gesprochen und ihrer Hoffnung, gemeinsam daraus ausbrechen zu können.

Quelle: katholisch.de   katholisch.de


3.2.2020 Bischof Ackermann erwartet eine „schnelle Einigung“ zur Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer.

Quelle: domradio


1.2.2020 Zwei ehemalige Heimkinder des Josefsheims in Ludwigsburg-Hoheneck berichten von sexuellem Missbrauch durch einen Pfarrer.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten


31.1.2020 Bischof Voderholzer, Regensburg, bezweifelt die Wissenschaftlichkeit der MHG-Studie und fordert weitere vergleichende Studien, die prüfen sollen, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen katholischen Besonderheiten (Priesterzölibat, Sexualmoral) und sexuellem Missbrauch gebe. Mehrere Redner*innen wiesen die Fundamentalkritik des Bischofs zurück.

Quelle: domradio.de


31.1.2020 Nach dem Freispruch von Kardinal Barbarin wegen des Vorwurfs der Nichtanzeige sexuellen Missbrauchs muss Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch Barbarins als Erzbischof von Lyon entscheiden. Papst Franziskus werde die Entscheidung „zu gegebener Zeit“ treffen, sagte der Pressesprecher Matteo Bruni.

Quelle: vaticannews


30.1.2020 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke, Bonn, kritisiert die Debatte um Entschädigungen für Missbrauchsopfer aus Kirchensteuermitteln: „Mit der „Parole ‚Entschädigung aus Kirchensteuern‘ wird eine Diskussion darüber provoziert, wer welche Verantwortung hat. Bis das dann ausdiskutiert ist, redet keiner mehr über Entschädigung. Nein, solch mieses Spiel mit der Zeit der Betroffenen darf nicht länger funktionieren.“ Zudem warnte Lüdecke vor einer „Komplett-Entschuldung“ der Laien. „Aber zu behaupten, der Laienstand als solcher stehe hier rein und ohne jede moralische Mitverantwortung da, bedeutet erneut Entschuldung auf Kosten der Betroffenen – die übrigens nicht irgendwelche Fremden, sondern meist katholische Mitlaien sind.“ Auch „Ermittler mit Beißhemmung“, „Staatsanwälte mit Verfolgungsnachsicht“ und „Journalisten mit mangelndem Verständnis für das katholische Kirchensystem und/oder geringem Recherche-Elan“ seien Laien gewesen. „Die Frage nach der Mitverantwortung der Laien entlastet nicht die Bischöfe, sondern muss Teil der bislang noch nicht einmal begonnenen Aufarbeitung sein.“

Quelle: katholisch.de


30.1.2020 Das Bistum Hildesheim bietet unter dem Titel: „Wissen teilen“ Gespräche mit Obfrau Antje Niewisch-Lennartz über die Arbeit der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt an am kommenden Mittwoch, 5. 2. 15 bis 18 Uhr in Duderstadt. an. Eingeladen sind alle Menschen mit Anliegen und Fragen zum Thema sexualisierte Gewalt.

Quelle: stadtradio-goettingen.de


30.1.2020 Das Bistum Münster überprüft bei 18 Priestern, die Minderjährige missbraucht haben, die eingeleiteten Maßnahmen. Bei drei der Geistlichen wurden unklar formulierte Verbote öffentlicher Gottesdienste präzisiert. In vier weiteren Fällen hole das Bistum derzeit externen Rat ein. In zwei weiteren Fälle seien noch kirchengerichtliche Verfahren anhängig. Erst danach würden Entscheidungen zu Konsequenzen gezogen. Bei einigen hochbetagten Geistlichen gebe es keinen Handlungsbedarf, weil sie nicht mehr öffentlich zelebrierten. Insgesamt gebe es Missbrauchsvorwürfe gegen 57 lebende Priester. Darunter fallen auch Fälle, die nicht bewiesen werden konnten. Dann gebe es auch keine Dekrete.

Quelle: Domradio


30.1.2020 Am 27.1. wurde in den USA eine neue, unabhängige Datenbank mit fast 6.000 Priestern, die des Missbrauchs beschuldigt werden, gestartet von der gemeinnützigen Nachrichtenredaktion ProPublica, die Machtmissbrauch untersucht. Sie wurde nach dem Bericht der Grand Jury in Pennsylvania begonnen. Seither haben zahlreiche Diözesen eigene Listen angeklagter Priester veröffentlicht. ProPublica fand, dass zahlreiche Missbrauchstäter nicht aufgeführt wurden. 178 Listen existieren, 41 Diözesen und Dutzende Orden haben bislang keine Listen veröffentlicht. Professor Faggioli, Universität Villanova, rät zur Vorsicht, weil die Datenbank u.a. nicht zwischen Missbrauch Minderjähriger und anderen Fällen sexuellen Fehlverhaltens unterscheidet.
Ein pikanter Fall, der auch in Deutschland so passieren könnte, wird geschildert. Larry Giacalone beschuldigt 2017 den Priester Richard Donahue, Boston, des sexuellen Missbrauchs. Das Erzbistum entschädigte Giacalone mit 73.000 US-Dollar wegen körperlicher Misshandlung und körperlichen und emotionalen Verletzungen, veröffentlichte aber nicht den Namen des Täters. Auf Nachfrage von ProPublica wurde der Name aufgenommen – in die Liste der „unbegründeten Fälle“. Mitchell Garabedian, Rechtsanwalt, der Hunderte Missbrauchsfälle bearbeitete, sagte: „Einem Opfer eine beträchtliche Geldsumme zuzusprechen, aber zu behaupten, dass der Angeklagte kein Pädophiler ist, ist eine Beleidigung der eigenen Intelligenz.“
Quelle: cruxnow


30.1.2020 Der ehemalige Personalchef des Erzbistums Köln von 1984 bis 1996, Domkapitular Robert Kümpel, wirft früheren Verantwortlichen und sich selbst einen zu laxen Umgang mit Missbrauchstätern vor. Er sagte, das die Personalkonferenz des Bistums in vielen Punkten anders hätte handeln können. Zur Personalkonferenz gehören der Erzbischof, die Weihbischöfe, der Generalvikar und weitere Verantwortliche. Zweimal habe Kümpel vorgeschlagen, Täter in den Ruhestand zu versetzen. Das habe ihm ein nachsichtiges Lächeln seiner Kollegen eingebracht. Zudem seien jahrelang keine kirchenrechtlichen Strafprozesse in die Wege geleitet worden. Das Erzbistum Köln lässt derzeit die Personalakten untersuchen. Die Ergebnisse sollen im März veröffentlicht werden.

Quelle: katholisch.de


301.2020 Der Mitbegründer der amerikanischen Willow Creek Community Church und Mentor des Pastors Bill Hybels, Gilbert Bilezikian, wird beschuldigt, eine langjährige Mitarbeiterin in den Achtzigerjahren sexuell bedrängt zu haben. Die Gemeinde räumte am Dienstag Fehler ein.

Quelle: pro-medienmagazin.de


30.1.2020 Das Berufungsgericht in Lyon hat Kardinal Barbarin vom Vorwurf der Nichtanzeige sexueller Übergriffe freigesprochen. Der Staatsanwalt begründete seine Entscheidung mit Zweifeln: Die Verurteilung des Kardinals wegen Nichtanzeige des Priesters Preynat, der mindestens 70 Kinder missbrauchte, wäre eine zu „weitreichende Auslegung“ des Rechts gewesen. Die Zivilparteien im Prozess, unter ihnen neun Opfer, haben durch ihre Anwälte mitteilen lassen, dass sie den Prozess in der nächsten Instanz weiter verfolgen.

Quelle: katholisch.de   NZZ


29.1.2020 Der neue Bischof von Augsburg, Bertram Meier, hat vor wenigen Wochen eine Kommission zur Untersuchung von Jahrzehnte zurückliegenden Missbrauchsfällen in zwei Kinderheimen im Kreis Augsburg eingesetzt. Ihm sei die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ein wichtiges Anliegen, ebenso wie Prävention. Im Bistum Augsburg sei auch bisher nichts verdrängt worden, sagte der Bischof.

Quelle: idowa.de


29.1.2020 Giovanni Nerbini, Bischof von Prato in Italien, hat zugesagt, mit den staatlichen Behörden zusammenzuarbeiten, die gegen fünf Priester, drei Ordenspriester und einen Ordensbruder der „Discepoli dell’Annunciazione“ wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Minderjährigen ermitteln. Unter den Beschuldigten ist auch Don Giglio Giglioli, der Gründer der Gemeinschaft. Die Ordensgemeinschaft wurde vor zehn Jahren gegründet. Sie versammelte mehrere junge Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt, die Ordenspriester werden wollten. Die Vereinigung war von der Diözese Prato genehmigt worden, wurde jedoch im Dezember 2019 vom Vatikan aufgelöst, nachdem in zwei Untersuchungen Probleme aufgedeckt wurden und Mitglieder der Gruppe flohen.

Im Domradio (30.1.2020) werden die drei Ordenspriester und der Ordensbruder nicht genannt. Dort ist von „fünf Priestern“ die Rede.

Quellen: avvenire   ncronline.org   gonews.it


29.1.2020 Das Bistum Augsburg will Missbrauchsfälle in Josefsheim Reitenbuch in Fischach und  im Marienheim Baschenegg in Ustersbach aufklären. Ein Mann berichtete im Herbst 2019, dass er vor über 40 Jahren im Josefsheim jahrelang sexuell missbraucht wurde durch einen Geistlichen. Aus dem Marienheim sind bislang keine Vorfälle bekannt. Das Gremium, das die Vorgänge in den Kinderheimen untersuchen soll, wird geleitet von Elisabeth Mette, ehemalige Präsidentin des Bayerischen Landessozialgerichts. U.a. arbeitet auch Manfred Prexl mit, ehemaliger Vorsitzender Richter des Münchner Oberlandesgerichtes, der im Heim in Donauwörth zahlreiche Fälle aufdeckte.

Quelle: Süddeutsche


28.1.2020 WDR-5-Tagesgespräch: Missbrauch – handelt die Kirche angemessen?  u.a. mit dem Kirchenrechtlicher Thomas Schüller.


28.1.2020 Ehemalige Schüler des Bonner Aloisiuskollegs werfen den Jesuiten mangelnde Aufarbeitung vor. Nur ein Teil der Übergriffe sei in den wissenschaftlichen Berichten von 2011 und 2013 berücksichtigt. Unberücksichtigt seien Ereignisse, die nach Erscheinen der Berichte bekannt wurden. Zudem fehle die Untersuchung von körperlicher und seelischer Gewalt und von Suiziden. Betroffene seien auch nicht an der Überarbeitung des Präventionsleitfadens beteiligt worden. Den früheren Rektor Theo Schneider bezeichnen die früheren Schüler als „Vertuscher und Mitwisser“. Johannes Siebner, Provinzial der deutschen Jesuitenprovinz, wikes den Vorwurf, der ORden stelle sich nicht seiner Verantwortung, zurück. Siebner räumte jedoch ein, dass Aufarbeitung und Prävention noch nicht am Ende seien. Er wolle jedoch konkrete Schritte nicht in der Presse erörtern, sondern im direkten Gespräch. Siebner rief die Mitglieder des Eckigen Tisches auf, die 2018 abgebrochenen Gespräche mit dem Orden wieder aufzunehmen. Am Aloisiuskolleg und dem dortigen Pro-Seminar gab es mindestens 60 Betroffene und 23 Beschuldigte, darunter 18 Jesuiten.

Quelle: katholisch.de


30.1.2020 Pater Johannes Siebner, Provinzial der deutschen Jesuitenprovinz, tritt dem Vorwurf entscheiden entgegen. Man stelle sich Verantwortung und Aufarbeitung.

Quelle: Domradio


28.1.2020 Pater Mertes sagt, dass Missbrauch in der Kirche auch im Jahr 2020 noch möglich ist. Er erlebe das derzeit sehr konkret, wolle aber nicht darüber sprechen. Nach wie vor gebe es die „geistlichen Missbrauchssysteme, in denen schwerwiegende Übergriffe auf die Freiheit und die Autonomie der Mitglieder stattfindet. Zum Teil manchmal vor den Augen der Öffentlichkeit, auch der kirchlichen, einschließlich der Hierarchie.“

Quelle: Domradio


28.1.2020 Die dt. Bischöfe bitten um Gelduld bei der Bearbeitung der „komplexen Themen“, die die MHG-Studie in Gang setzte. Beispielhaft nannten sie

  • ein verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Aufarbeitung, Intervention und Prävention,
  • unabhängige Aufarbeitung, bei der auch geklärt werde, wer über die Täter hinaus institutionell Verantwortung für das Missbrauchsgeschehen in der Kirche getragen habe und
  • Fortentwicklung des Verfahrens zur materiellen Anerkennung erlittenen Leids.
  • Standardisierung in der Führung der Personalakten von Klerikern
  • Schaffung kirchlicher Strafgerichte und einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit an.

Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht.

Quelle: katholisch.de   dbk.de

Kommentar: Bereits am 27.9.2018 benannte die Bischofskonferenz diese zu bearbeitenden Punkte. Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hat am 20.11.2018  „… den Anspruch an Konsequenz, Transparenz und Dringlichkeit bekräftigt und drängt auf eine entschlossene Durchführung.“


28.1.2020 Zehn Jahre Missbrauchsskandal

3.1.2020 Radio Revue: „Kirche, was tust du? 10 Jahre Missbrauchsskandal und kein Ende

Isabel Fannrich-Lautenschläger sagt, die Bilanz vieler Betroffener und Aufklärer ist bitter.

Matthias Katsch: „Aber gleichzeitig ist es für uns Betroffene schier unerträglich, dass wir nach zehn Jahren immer noch darauf warten, dass die Aufarbeitung wirklich Hand und Fuß bekommt.

Matthias Drobinski: „Die tatsächliche Aufarbeitung der Gewalttaten steht aber auch zehn Jahre nach dem ersten Artikel in der Morgenpost immer noch am Anfang, das ist der Skandal im Skandal.“

Johannes-Wilhelm Rörig: Auch im Jahr 2020 werde in Deutschland beim Thema sexuelle Gewalt „ohrenbetäubend geschwiegen“.

Schleppender für mehr Schutz von Kindern – Deutsche Welle

Interview mit Klaus Mertes

Johannes-Wilhelm Rörig, UBSKM

Tilmann Kleinjung: Den Betroffenen gegenüber wirkt die Bitte der Bischöfe um Geduld zynisch. Auch im Blick auf die Frage, welcher Bischof für die Vertuschung verantwortlich war, bitten die Bischöfe um Geduld: „Und so entsteht der Eindruck, dass manchen Oberhirten das Ansehen der Institution und die Reputation der Amtsträger immer noch wichtiger sind als schonungslose Aufklärung.“

Jörg Vins: fürchtet, dass der Synodale Weg in der Gefahr steht, einmal mehr die Opfer aus den Augen zu verlieren und auf die Außenwirkung der Kirche fixiert zu bleiben.


28.1.2020 Dr. Wolfgang Rothe, Priester der Diözese St. Pölten, ehemaliger Subregens des Priesterseminars der österreichischen Diözese St. Pölten und jetzt Pfarrvikar in München, wirft Bischof Klaus Küng einen versuchten sexuellen Übergriff im Jahr 2004 vor. Der emeritierte Bischof Küng weist den Vorwurf „aufs Schärfste“ zurück. Rothe nimmt dazu Stellung und berichtet vom Ergebnis staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen: Die zuständige Staatsanwaltschaft St.Pölten habe die der Anzeige zugrunde liegenden Vorfälle als „versuchte Vergewaltigung“bewertet, stellte das Verfahren jedoch wegen Verjährung ein.

Quelle: ots.at


28.1.2020 Karl Hauke berichtet von seinem vier Jahre dauernden Missbrauch durch einen Pater des Collegium Josephinums in Bonn. Heute engagiert er sich für Betroffene, u.a. im Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln.

Quelle: www1.wdr.de


28.1.2020 Der Schauspieler Kai Moritz kommentiert zehn Jahre Aufarbeitung in der katholischen Kirche: „Es gibt kein wirkliches Selbsthinterfragen: Sie leuchten in die Betten der Menschen hinein, um Kontrolle auszuüben. Sie selbst blicken aber nicht in ihre dunklen Ecken.“

Quelle: br.de


27.1.20020 Um den bei einem Flugzeugabsturz zusammen mit seiner Tochter umgekommenen ehemaligen Basketball-Superstar Kobe Bryant trauern auch US-Bischöfe. Hier können Sie nachlesen, wie das Opfer einer mutmaßlichen Vergewaltigung von 2003 durch Bryant in der Presse behandelt wurde. Das Verfahren wurde eingestellt, es kam zu einer zivilrechtlichen Einigung. Bryant sagte anlässlich der Einstellung des Verfahrens: „Obwohl ich wirklich glaube, dass diese Begegnung zwischen uns einvernehmlich war, erkenne ich jetzt an, dass sie diesen Vorfall nicht so sah und sieht, wie ich es tat. Nach Monaten der Überprüfung der Entdeckung, des Anhörens ihres Anwalts und sogar ihrer persönlichen Aussage verstehe ich jetzt, wie sie sich fühlt, dass sie nicht in diese Begegnung eingewilligt hat.“

Quelle: thinkprogress.org


27.1.2020 Der Schriftsteller Josef Haslinger, berichtet in seinem Buch „Mein Fall„, dass er von drei Lehrern, u.a. von seinem damaligen Religionslehrer Pater Pater Gottfried Eder (1937-2014) in den 1960er Jahren im Internat des Stiftes Zwettl, einer Außenstelle von Stift Heiligenkreuz, sexuell missbraucht wurde. Der zuständige Abt Maximilian Heim von Heiligenkreuz hatte bereits 2011 von einem anderen Opfer des Paters aus dem Internat des Stiftes Zwettl gehört. Der beschuldigte P. Gottfried Eder wies 2011 alle Vorwürfe zurück. Da er bereits seit 2008 nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt war und bereits ein Pflegefall gewesen sei, wurde er nicht von seinen priesterlichen Diensten entpflichtet. Jedoch seien umgehend alle in der Rahmenordnung der kath. Kirche Österreichs vorgesehenen Schritte eingeleitet worden. Der Abt von Stift Heiligenkreuz nahm Kontakt mit Haslinger auf, vom Stift Zwettl gab es keine Kontaktaufnahme.

Quelle: kathpress.at   Interview 31.1.2020


27.1.2020 Anlässlich der heutigen Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz, an dem alle (Erz-)Bischöfe teilnehmen, benennen Matthias Drobinski und Annette Zoch die unterschiedlichen Ansichten der Bischöfe im Blick auf die Frage nach der Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer.

Quelle: Süddeutsche


25.1.2020 Der Vatikan sicherte mehr Hilfe für Ordensfrauen zu, die ihre Ordensgemeinschaft verlassen haben oder verlassen mussten. Diese Frauen erhalten bisher weder Begleitung noch Unterstützung. Manche landeten in der Prostitution. Papst Franziskus habe in Rom eine Anlaufstelle für Ordensschwestern geschaffen. Der für Ordensgemeinschaften zuständige Kurienkardinal Joao Braz de Aviz berichtete, dass Oberinnen teils Ausweisdokumente zurückgehalten haben, um Schwestern am Verlassen des Ordens zu hindern. Brav de Aviz spricht davon, dass in vielen Frauengemeinschaften Angst herrsche.

Quelle: Domradio.de


25.1.2020 Der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung und der Beauftragte der DBK verständigten sich darauf, dass die kath. Kirch in Deutschland ihre Akten zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen für externe Experten öffnen. Zunächst müssen sich alle 27 dt. kath. Bischöfe schriftlich zu einer unabhängigen und transparenten Aufarbeitung verpflichten. In jeder Diözese soll eine siebenköpfige Kommission, die überwiegend mit externen Experten und mit Betroffenen besetzt ist, den Missbrauch aufklären und Strukturen offenlegen, die Missbrauch ermöglichten. In fünf Jahren soll ein vorläufiger Abschlussbericht vorliegen. Am 27.1.2020 soll der Ständige Rat der DBK den Fahrplan besprechen. Dem Ständigen Rat gehören alle 27 (Erz-)Bischöfe an.

Quelle: orf


23.1.2020 Jörg Ziercke, Vorsitzender vom Weißen Ring, sieht die katholische Kirche in einer Vorbildrolle bei der Entschädigung von Missbrauchsopfern. Mit den Vorschlägen für Entschädigungszahlungen könne sie den Druck erhöhen, „dass auch andere Bereiche der Gesellschaft sich um solche Lösungen zu kümmern haben.“ Auf eine gesamtgesellschaftliche Lösung solle sie nicht warten.Eine Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer von 400.000 Euro hält Ziercke für angemessen. Im Vergleich zum neuen Sozialen Entschädigungsrecht erhielten Opfer mit einem Entschädigungsgrad von 30 bis 40 eine monatliche Rente von 400 Euro. Dieser unterste Grad werde bei sexuellem Missbrauch an Kindern überschritten. Eine Entschädigungssumme von 300.000 Euro reiche für 62,5 Jahre. Da es sich um einen Entschädigungseintritt in jungen Jahren handle, sei dieser Betrag „sogar eher zu niedrig angesetzt“.

Quelle: neue-kirchenzeitung.de


23.1.2020 Matthias Katsch, Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, beklagt die mangelhafte Unterstützung von Missbrauchsopfern durch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. In den letzten zehn Jahren habe es keine Demonstrationen oder andere Zeichen der Unterstützung durch Laien gegeben. Die fehlende Solidarität mit Opfern sexuellen Missbrauchs sei ein gesamtgesellschaftes Problem. Auch die Politik scheue sich bis heute, sich mit der Kirche anzulegen.

Quelle: katholisch.de


23.1.2020 Im Bistum Speyer wurden neun neue Missbrauchsfälle gemeldet, zwei von ihnen geschahen 2019. Die vier tatverdächtigen Priester, die zwischen 1960 und 1987 die Verbrechen verübten, sind verstorben. Zu den Tatverdächtigen gehören fünf kirchliche Mitarbeiter*innen. Ein Täter wurde verurteilt, sechs Verfahren wurden eingestellt, zwei Verfahren sind noch nicht abgeschlossen.

Seit 1946 gab es 114 Verdachtsfälle mit 97 Beschuldigten und 194 Betroffenen. 74 Verdachtsfälle, in denen Beschuldigte nicht verstorben sind, wurden der Staatsanwaltschaft gemeldet. 54 Verfahren wurden eingestellt, in 13 Fällen kam es zur Verurteilung, Einstellung des Verfahrens oder einer Geldstrafe. Fünf Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Das Bistum zahlte Anerkennungsleistungen an 55 Betroffene in Höhe von 325.000 Euro.

Quelle: bistum-speyer.de


23.1.2020 Das Erzbistum Ottowa stützt sich auf jahrzehntealte Verträge mit Versicherungen, in denen verabredet wurde, dass die Versicherung „jederlei Kosten“ in Bezug auf Missbrauchsfälle tragen müsse. Die Versicherungen sagen, bei kriminellen Vergehen handle es sich um absichtliche Taten, die von den Verträgen nicht gedeckt werden. Nun hat das Erzbistum Ottawa drei Versicherungsgesellschaften verklagt, weil sie bereits gezahlte Entschädigungen nicht erstatten.


23.1.2020 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, erwartet bis zum Sommer eine Einigung der katholischen Bischöfe in der Entschädigungsfrage für Missbrauchsopfer. Die Summe müsse dabei für die Betroffenen akzeptabel sein. Zudem erwartet Rörig, dass die Bischöfe sich im Frühjahr auf gemeinsame Standards der Aufklärung festlegen. Die Aufarbeitungskommissionen und die Betroffenen müsste unmittelbare Rechte auf Akteneinsicht erhalten. IKm Blick auf Rücktrittsforderungen sagte Rörig, die Kirche müsse sich die Frage stellen, ob jemand im Amt bleiben könne, der maßgeblich zur Vertuschung beigetragen und Aufklärung verhindert habe.


22.1.2020 Das Erzbistum Paderborn hat eine Strafanzeige gegen einen Pfarrer aus dem Kreis Höxter wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gestellt. Der Pfarrer, der zuletzt in Willebadessen eingesetzt war, wurde beurlaubt. Die angezeigte Tat liege längere Zeit zurück.

Quelle: Domradio


22.1.2020 Steffen Zimmermann kommentiert die Tatsache, dass fast alle staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen des sexuellen Missbrauchs verdächtige Kleriker in Bayern eingestellt wurden: „Trotzdem – oder gerade deswegen – erwächst der Kirche aus dieser Tatsache eine große Verantwortung. Gerade weil das strafrechtliche Instrumentarium aufgrund der Verjährung – an der die Kirche durch das jahrzehntelange Vertuschen der Missbrauchsfälle in ihren Reihen eine erhebliche Mitschuld trägt – nicht greift, muss sie umso mehr selbst glaubwürdig und transparent für eine Aufklärung der abscheulichen Taten und eine angemessene Entschädigung der Opfer sorgen. Viel ist in dieser Hinsicht schon passiert – aber längst noch nicht genug!“

Quelle: katholisch.de

21.1.2020 Papst Franziskus hat einen Ruhestandspriester des Bistums Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Der Priester stammte aus der rumänischen griechisch-katholischen Diözese Oradea. Im Jahr 2000 bis 2002 war er Pfarradminstrator einer Pfarrgemeinde im Bistum Würzburg. Dort missbrauchte er einen elfjährigen Schüler und erhielt eine Bewährungsstrafe, wurde suspendiert und durfte nicht mehr als Priester tätig sein. 2017 ergaben Recherchen von Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, dass der Priester sich bereits 1993 in Österreich an einem 16-Jährigen vergriffen hatte, was dem Bistum Würzburg nicht bekannt war.

Heibel fand auch Ende 2018 heraus, dass sich der Ruhestandspriester in der Nähe seines Wohnortes gegenüber Jugendlichen distanzlos verhalten habe. Anfang 2019 meldete sich ein weiterer Betroffener aus Klosterneuburg bei Heibel. Heibel bedauert, dass die involvierten Bistümer ihn bei der Aufdeckung nicht unterstützt haben. Das müsse sich ändern, wenn die Kirche ernsthaft und glaubwürdig Aufarbeitung betreiben wolle, sagte Heibel.

Quelle: Mainpost


20.1.2020 Der französische Priester Preynat fiel erstmals mit 14 oder 15 Jahren dem Leiter eines Prä-Seminars für künftige Priester als pädophil auf. Dennoch wurde er 1972 zum Priester geweiht. Von den Verbrechen Preynats erfuhr Kardinal Renard 1978. Ab 1982 wusste Kardinal Albert Decourtray davon, nachdem er von Eltern informiert wurde. Weitere Beschwerden erhielt Decourtry 1985 und 1991. 2001 wurde Preynat vom Kardinal von Lyon, damals Louis-Marie Bille, vorgeladen. Der Kardinal wollte wissen, ob die Taten noch strafrechtlich verfolgt werden könnten und schickte Preynat zu einem Anwalt. Seit 2002 hat Kardinal Barbarin davon wissen müssen. Preynat war bis 2015 in einer Pfarrei auf dem Land bei Lyon im Dienst.

Quelle: cruxnow


20.1.2020 Der seit August 2007 als Pfarradministrator in der katholischen Kirchengemeinde in Steinau-Marborn arbeitende katholische Priester (52) des Bistums Fulda wurde wegen Besitzes der Darstellungsexuellen Kindesmissbrauchs von allen Ämtern beurlaubt. Zuvor war er in der Kirchengemeinde Romsthal tätig. Dem Bistum Fulda wurde die Beschuldigung bekannt durch eine Information der Staatsanwaltschaft Hanau. Bereits 2004 war der Beschuldigte wegen sexueller Beleidigung mit einer Geldstrafe auf Bewährung belegt worden. Er sei „unter Auflagen“ in Marborn eingesetzt worden. Im Herbst 2019 hatte Bischof Gerber im Rahmen der Begleitung des Pfarrers ein erneutes psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die getroffenen Regelungen zu überprüfen. Auch in diesem Kontext habe der Pfarrer nicht auf das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft hingewiesen.

Quelle: katholisch.de


20.1.2020 Zehn Jahre, nachdem der Vatikan den Orden der Legionäre Christi durch den Kurienerzbischof Velasio De Paolis auf dem „Weg der Reinigung“ begleitete, sprechen Kritiker davon, dass Kurienerzbischof De Paolis sich vor fast einem Jahrzehnt geweigert habe, einen Priester – Fernando Martínez Suárez -, der die damals ca achtjährige Ana Lucia Salazar (und mindestens sechs andere Kinder) missbrauchte, und die Vorgesetzten, die seine Verbrechen vertuschten, zu bestrafen. Viele von denen, die vertuscht haben, seien bis heute im Amt. De Paolis soll ausdrücklich gesagt haben, es werde keine Hexenjagd geben, und die Konsequenz sei, dass der Missbrauch und seine Vertuschung ungestraft blieben“, sagte Pastor Christian Borgogno, ein ehemaliger Priester der Legion. Eine Reform sei so unmöglich gemacht worden. Am derzeitigen Generalkapitel in Rom nehmen mehr als ein Dutzend Legionäre (von 66) teil, die noch zur alten Garde des Gründers Maciel, eines Serientäters, gehören. Auch die mexikanische Bischofskonferenz hat inzwischen ihr Schweigen über die Legionäre beendet und verurteilt das Versäumnis der Legion, „einen konkreten Akt der Gerechtigkeit oder der Wiedergutmachung für die Opfer“ zu setzen. Der Erzbischof von Monterrey – einer Hochburg der Legion – prangert das „verbrecherische Schweigen“ der Legionäre und die Behandlung der Opfer an.

Derzeit findet das Generalkapitel der Legionäre in Rom statt. Die Themen stehen noch nicht fest. Es werde aber zweifellos um Prävention und um „präventive Aufarbeitung“ gehen. Was „präventive Aufklärung“ ist, wird nicht berichtet.

Quelle: startribune.com


19.1.2020 Kardinal Timothy Dolan, New York, ermittelt auf der Grundlage von „Vos estis lux mundi“ gegen Bischof Nicholas DiMarzio, Brooklyn wegen sexuellen Missbrauchs. DiMarzio wird vorgeworfen, als Priester in den 70er Jahren einen Messdiener mehrfach missbraucht zu haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. DiMarzio war selbst als Missbrauchsermittler im Bistum Buffalo tätig, wo der dortige Bischof, Richard Malone, im Dezember zurücktrat, weil er nachlässig mit der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle umgegangen sei.

Quelle: katholisch.de


19.1.2020 Christian Pfeiffer, dessen Missbrauchsstudie der kath. Kirche scheiterte, kritisiert, dass es für die Täter kaum strafrechtliche Konsequenzen gab. Er fordert den Rücktritt von Kardinal Marx vom DBK-Vorsitz und sagt, Marx habe eine ehrliche, transparente Aufklärung des Skandals verhindert. In Bayern haben die Staatsanwaltschaften eineinhalb Jahre nch Veröffentlichung der MHG-Studie in keinem einzigen Fall Anklage erhoben. Lediglich vier Ermittlungen laufen in Bayern (München, Bamberg, Nürnberg) noch, einige wenige Fälle wurden an Staatsanwaltschaften außerhalb Bayerns weitergegen, alle anderen zu den Akten gelegt. DBK-Sprecher Matthias Kopp weist die Vorwürfe Pfeiffers zurück. Pfeiffer sagte: „Die Bischofskonferenz hatte uns damals im Vertrag Forschungsfreiheit garantiert. Aber im Auftrag von Marx hat dann eine Münchner Anwaltskanzlei für die Bischofskonferenz einen neuen Vertragsentwurf erarbeitet, der Zensur bedeutet hätte. Diesen Machtanspruch der Kirche konnten wir nicht akzeptieren. Deswegen war als erstes sein Bistum München-Freising aus der Zusammenarbeit ausgestiegen. Danach folgte Regensburg. Als wir den Zensur-Vertrag endgültig nicht unterschreiben wollten, beendete die Bischofskonferenz das Projekt. Aber bereits vorher hatte Kardinal Marx die erwähnte Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Missbrauchsakten seiner Diözese zu analysieren. Auf diese Weise wurde verhindert, dass unser Forschungsprojekt klären konnte, wie der damalige Papst Benedikt früher als Erzbischof von München und Freising mit Tätern und Opfern umgegangen war.“

Quelle: Neue Presse  Süddeutsche  tag24.de


18.1.2020 Klaus Mertes, SJ, sieht auch zehn Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um massenhaften sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche „eine harte Verweigerungsfront, die das alles gar nicht will und die Aufklärung als Kampagne gegen die Kirche deutet“. Die Kirche als Ganze sei noch nicht gewonnen für die Aufklärungsarbeit. Dies sei ein Teil des Problems un der Grund, dass die Aufklärung des Skandals nach wie vor stocke.


17.1.2020 Klaus Mertes spricht sich für ein Drittes Vatikanisches Konzil aus. Sexueller Missbrauch durch Kleriker sei ein gesamtkirchliches Problem, Geldzahlungen dürften daher auch nur dann aus Mitteln der Kirchensteuer geleistet werden, wenn es eine Beteiligung der Kirchensteuerzahler an dem Prozess der Versöhnung oder der Klärung der Beziehung zu den Opfern gebe. Opfer – so Mertes – wollen ihre Beziehung zur Institution klären. Entweder wollen sie zur Institution zurückkehren, mit ihrer Geschichte und ohne Verbot, ihre Geschichte erzählen zu dürfen. Oder sie wollen klären, dass sie definitiv nichts mehr mit der Institution zu tun haben wollen. Mertes warnte, die Anerkennung und Entschädigung von Opfern auf Geldleistungen zu beschränken, weil Geldzahlungen nicht wirklich Frieden bringen werden.

Quelle: DLF


17.1.2020 Matthias Katsch, Sprecher der Initiative „Eckiger Tisch“, die sich für Betroffene sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche einsetzt, hält Entschädigungszahlungen seitens der katholischen Kirche in sechsstelliger Höhe je Opfer für angemessen. Die deutsche Kirche sei die reichste der Welt. Sie könne mit angemessener Entschädigung ein Zeichen setzen, dass sie Verantwortung übernehme. Damit wäre sie nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung. Eine gesamtgesellschaftliche Einigung anzustreben würde bedeuten, keine Lösung zu finden.

Quelle: NDR


17.1.2020 Das Bistum Speyer hat ca 325.000 Euro Anerkennungszahlungen geleistet und für Therapiekosten von Missbrauchsbetroffenen ausgegeben. 60.000 Euro davon wurden von Tätern gezahlt, 265.000 Euro aus dem Bistumshaushalt. Seit 2010 gab es 28 Verdachtsfälle, fünf der Beschuldigten waren Priester, 23 Beschuldigte waren kirchliche Mitarbeiter*innen (Erzieherinnen, Pfleger, ehrenamtliche Betreuer).

Quelle: pilger-speyer.de


17.1.2020 Bischof Oster, Passau, ermutigt zur Teilnahme am Betroffenenbeirat der DBK.

Quelle: Bistum Passau


17.1.2020 Der Staatsanwalt fordert acht Jahre Haft für den ehemaligen katholischen Priester Bernard Preynat, dem vorgeworfen wird, in den 1980er Jahren Dutzende Kinder sexuell missbraucht zu haben. Das Urteil ist für den 16.3.2020 vorgesehen.

Quelle: wort.lu


16.1.2020 Die slowenische Initiate „Es reicht“, Dovolj.je, wirft der katholischen Kirche in Slowenien systematische Vertuschung kirchlicher Missbrauchsfälle vor und fordert den Laibacher Erzbischof und Vorsitzenden der slowenischen Bischofskonferenz, Staisly Zore zum Rücktritt auf. Außerdem fordert sie die Auflösung der kirchlichen Kommission, weil diese „inkompetent und untätig“ sei. Igor Vovk kritisiert, dass Empfehlungen lediglich auf dem Papier blieben. Die slowenische Bischofskonferenz wies die Rücktrittsforderung als „unberechtigt“ zurück. Erzbischof Zore sei ein entschlossener Befürworter des Schutzes der Kinder. – Die seit knapp einem Jahr tätige Initiative sammelte bisher 38 Aussagen von Opfern, die Missbrauchsvorwürfe gegen insgesamt 22 Geistliche erhoben haben. Einige Fälle wurden entsprechend behandelt, andere weiterhin ignoriert.

Die slowenischen Bischöfe verteidigen ihr Vorgehen bei der Aufarbeitung und Prävention von Missbrauchsfällen in der Kirche mit Nachdruck. Der Bischof von Murska Sobota, Peter Stumpf, drohte im Fall eines Rückzugs von Erzbischof Zore mit seinem eigenen Rücktritt. Die Bischöfe würden in Sachen Missbrauchsaufarbeitung „ihr Bestes geben“, könnten aber „keine Wunder wirken“, sagte er.

Quelle: kleinezeitung.at  vaticannews.va, 17.1.2020


16.1.2020 Für Matthias Katsch ist nicht vorstellbar,  „dass die Bischöfe in ihrer Gesamtheit für das System aus Missbrauch und Vertuschung keine Verantwortung tragen.“ Es gehe bei sexualisierter Gewalt in der Kirche, „um ein ganzes System, an dem man mitgewirkt und das man aufrechterhalten hat. Auch hier wäre eben die Frage, ob nicht so ein kollektives Angebot an den Papst, das Amt zurückzulegen, so wie das die chilenischen Bischöfe 2018 gemacht haben.“

Katsch bedauert das Schweigen der Kirchenmitglieder und der Mitgliedervertretung. Im Blick auf Entschädigungszahlungen für kirchliche Missbrauchsbetroffene schlägt er vor, dass auch die Kirchensteuer ein Element sein könne, um einen Ausgleich zwischen kirchlichen Körperschaften und Gruppierungen zu schaffen. Katsch meint, Kirche sei nicht nur Teil des Problems sexueller Missbrauch, sie habe auch die Chance, Teil der Lösung zu sein im Kampf gegen sexuelle Gewalt und deren Überwindung.

Quelle: DLF


16.1.2020 Zehn Jahre Missbrauchsskandal in katholischer Kirche „Ein Pfarrer tut so etwas nicht. „Es ist ja mit den Opfern noch immer kaum was passiert. Jedes Jahr zwei Mal auf der Bischofskonferenz wird drüber geredet, geredet, geredet, geredet. Manchmal werden sogar Dinge genannt, die man den armen Opfern jetzt endlich Gutes tun könnte. Zuletzt haben sie von 300.000 bis 400.000 Euro geredet. Und danach kommt das große Schweigen“, sagt Ana Carola Pasquay, die viele Jahre lang Betroffenen zuhörte.

Quelle: DLF


15.1.2020 Der katholische Priester Preynat hat sexuelle Übergriffe auf Jungen zwischen sieben und 15 Jahren in einem Zeitraum von 20 Jahren gestanden. Die Opfer-Anwältin Emmanuelle Haziza sagte, der Priester sei einer der größten Sexualverbrecher der Region von Lyon. Preynat gibt zu, hunderte Kinder angefasst zu haben. Zehn Opfer treten in dem Verfahren als Zivilkläger auf. Kardinal Barbarin wurde in erster Instanz schuldig gesprochen, den Täter jahrelang gedeckt zu haben. Barbarin hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Es soll am 30.1.2020 gesprochen werden.

Quelle: orf


15.1.2020 Einem seit 2003 im Ruhestand befindlichen Priester des Bistums Trier hat die Glaubenskongregation dauerhaft verboten, seinen priesterlichen Dienst öffentlich auszuüben oder sich in der Öffentlichkeit als Kleriker zu präsentieren. Der Priester hat sich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre des sexuellen Missbrauchs an zwei Minderjährigen in Koblenz schuldig gemacht. Er hat gestanden. Inzwischen hat sich eine weitere betroffene Person gemeldet; eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet.

Quelle: Bistum Trier


15.1.2020 Fernando Martínez Suárez, Priester der Legionäre Christi, wurde von der Glaubenskongregation aus dem Klerikerstand entlassen, weil er zwischen 1991 und 1993 sechs Mädchen im Alter von 6 bis 11 Jahren sexuell missbraucht hat. Weiterer Misshandlungen im Jahr 1969 wird er beschuldigt,  darunter der Misshandlung eines Jungen im Alter von vier bis sechs Jahren. Martinez wurde selbst 1954 im Alter von 15 Jahren vom Gründer der Legionäre Christi sexuell missbraucht. 1964 wurde er zum Priester geweiht.

Quelle: cna  kathpress


15.1.2020 In der Evangelischen Kirche des Rheinlands wurden seit 2003 gegen 29 Pfarrer*innen wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Neun Verfahren wurden eingestellt, sechs sind noch anhängig, in 14 Fällen kam es zu einem Urteil. Seit 2012 haben sich bei der Kommission 20 Betroffene gemeldet, die sieben Pfarrer, 13 Jugendmitarbeiter, Dieakone und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen beschuldigten. Die Evangelische Kirche im Rheinland will verbindliche Regeln zum Schutz vor sexualisierter Gewalt festlegen.

Quelle: rp-online.de


14.1.2020 Im Bistum Hildesheim sind die Missbrauchstaten eines Priesters verjährt. Der Beschuldigte wurde beurlaubt. Nun prüft ein unabhängiger RIchter, ob ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet werden kann.

Quelle: NDR


14.1.2020 Der Beauftragte der Bundesregierung für sexuellen Missbrauch, Rörig, ermahnt die Kirchen, gegenüber Betroffenen schnell zu Entscheidungen zu kommen. Strukturen für die Aufarbeitung müssten geschaffen werden, Betroffene mit starken Rechten ausgestattet werden und die Frage von Entschädigungen müssten geregelt werden. Verstanden hätten die Kirchen, dass Aufarbeitung ohne die Betroffenen nicht möglich sei. Noch immer gebe es Widerstände und Vertreter in der Kirche, die „den Mantel des Schweigens immer noch nicht in den Mülleimer der Geschichte geworfen haben“. Wenn der Ständige Rat der Bischofskonferenz sich Ende Januar mit Entschädigungsfragen beschäftige, müssten die Bischöfe Farbe bekennen. Klaus Mertes lobte die Präventionsarbeit der kath. Kirche. Die Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ warf der kath. Kirche Verzögerungstaktik vor. Teile der Kirche fingen bereits wieder an, Widerstände zu organisieren.

Quelle: evangelisch.de


14.1.2020 Klaus Mertes, SJ, berichtet, dass die persönlichen Angriffe in der Kirche sein Vertrauen zu den „leitenden Personen und zu den Kreisen, die bis heute gegen mich agieren, dauerhaft schwer beschädigt“ haben. Mertes sieht in höheren Zahlungen die Versuchung, dass die Kirche dann meinen könne, sie habe die Sache hinter sich und dann Ruhe. Das wäre ein Freikauf, eine Ablass-Logik. Für problematisch hält er auch, dass die Bischöfe die Forderungen von Betroffenen nach Entschädigung schweigend zur Kenntnis genommen haben und „hintenrum“ beschwichtigend sagen, dass es zu so hohen Zahlungen nicht kommen werde. Dadurch entstünde auf Betroffenenseite die Hoffnung, dass tatsächlich in der Höhe der Vorschläge gezahlt werde. Das führe zu einer tiefen Enttäuschung bei den Betroffenen.

Quelle: rbb24.de


14.1.2020 Kardinal Josef Ratzinger hat sich von der Autorschaft des Buches „Des profondeurs de nos coeurs“, das von dem Kurienkardinal Robert Sarah herausgegeben wurde, distanziert. Erzbischof Gänswein informierte, dass er auf Bitten von Kardinal Ratzinger Kardinal Sarah gebeten habe, beim Verlag die Entfernung von „Namen und Bild Benedikts XVI.“ zu veranlassen. Auch die Unterschrift Benedikts XVI. unter die Einführung und die Schlussfolgerungen des Buches solle gestrichen werden, weil er diese nicht mitverfasst habe. Den Text über das Priestertum habe Ratzinger im Sommer 2019 geschrieben und Kardinal Sarah zur freien Verfügung gegeben in dem Wissen, dass er in einem Buch erscheinen solle. – Kardinal Sarah hingegen sagt, Ratzinger habe am 19.11.2019 ein vollständiges Manuskript erhalten, das „wie wir vereinbart hatten, den Einband, eine gemeinsame Einleitung und Schlussfolgerung, den Text von Benedikt XVI. und meinen eigenen Text enthält“.

Papst Franziskus hat laut Eugenio Scalfari, Ex-Chefredakteur von „La Repubblica“ die Diskussion kommentiert mit den Worten, in einer Organisation mit hunderten Millionen Personen gebe es immer jemanden, der mit etwas nicht einverstanden sei. Der Papst habe die Initiative um Kardinal Sarah nicht ernst genommen (16.1.2020).

Quelle: katholisch.de


13.1.2020 Die peruanische Journalistin Paola Ugaz hat in ihrem Buch „Half Monks, Half Soldiers“ über die Laienvereinigung Sodalitium Christianae Vitae, dessen Gründer Mitglieder der Vereinigung sexuell missbrauchte, geschrieben. Nun wird sie von der Vereinigung SCV und der Vereinigung nahestehenden Gruppen mit Klagen überzogen. Ending Clergy Abuse, ECA, nimmt zugunsten von Ugaz Stellung: „Im Fall des Missbrauchs von Klagen gegen Paola Ugaz ist es klar, dass es nicht darum geht, Gerechtigkeit zu suchen, sondern sie zum Schweigen zu bringen.“ Auch Erzbischof Carlos Castillo, Lima, sagte, dass „anstatt die Wahrheiten in Missbrauchsfällen aufzuklären“, Ugaz‘ Ankläger wollten die Wahrheit verdecken. Unterstützt wird Ugar auch von der Interamerikanischen Pressevereinigung, der Nationalen Vereinigung für Journalisten, dem Institut für Presse und Gesellschaft, dem peruanische Presserat und dem Komitee zum Schutz der Journalisten und dem Nuntius in Peru, Erzbischo Nicola Girasoli.
Quelle: cruxnow


13.1.2020 Kardinal Josef Ratzinger, der emeritierte Papst Benedikt XVI., hat sich gegen eine Aufweichung des Pflichtzölibats für römisch-katholische Priester ausgesprochen. Papst Franziskus hatte im Kontext der Amazonas-Synode eine Diskussion über die Ehelosigkeit von Priestern angestoßen und will in Kürze in enem Schreiben Stellung beziehen. Kommentatoren werten die Aussagen Ratzingers als „Grenzüberschreitung“ und vermuten, dass Benedikt „in seiner Schwäche instrumentalisiert wird“ (Püttmann). Christian Weisner, WsK, kommentiert: „Das ist eine Kirchenspaltung, zu der er ganz entschieden und in ganz unverantwortlicher Weise beiträgt.“ Der Theologe Massimo Faggioli spricht von einem unglaublichen Vorgang: „Benedikt XVI. belehrt seinen Nachfolger (…), wie man Papst zu sein hat“ und fürchtet, dass es in der kath. Kirche ein Lager mit dem Ex-Papst und eines mit dem aktuellen Papst gebe. Daniel Deckers, FAZ, meint, dass der frühere Papst dem jetzigen Papst Franziskus offen in den Rücken falle. Damit sei der Geist der Kirchenspaltung aus der Flasche: „Die Saat der Selbstzerstörung, die in dem Beharren Benedikts auf dem Titel ‚papa emeritus‘ angelegt war, ist nach sieben Jahren aufgegangen.“ Ingo Brüggenjürgen, Chefredakteur vom Domradio meint: „Ich denke, er wird von seinem Umfeld vorgeschoben, vielleicht auch in gewisser Weise missbraucht.“ Der Pressesprecher Bruni des Vatikans reagierte auf die Aussagen Ratzingers mit Zitaten von Papst Franziskus zum Pflichtzölibat: „Ich persönlich meine, dass der Zölibat ein Geschenk für die Kirche ist … Ich bin nicht damit einverstanden, den optionalen Zölibat zu erlauben…Es würden nur einige Möglichkeiten bleiben in entlegensten Gebieten wie den Pazifischen Inseln.“ Und: bei „pastoraler Notwendigkeit“ müsse „der Hirte an die Gläubigen denken“. Quelle: zeit.de


12.1.2020 Bischof Genn, Münster, hat einen ehemaligen Halterner Kaplan (79) in den Ruhestand geschickt. Dem ehemaligen Kaplan wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quelle: halternerzeitung.de


11.1.2020 Matthias Katsch von der Opferinitiative „Eckiger Tisch“ stellt fest, dass die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland noch lange nicht beendet ist. Es fehle die systematische Aufarbeitung durch Experten, die Zugang zu allen Akten haben und Zeugen befragen dürfen. In der Frage von Entschädigungszahlungen gebe es keinen Fortschritt. Eine staatliche Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission zur Kirche sei nicht durchsetzbar gewesen. Was Hilfe, Unterstützung, Beratung und Entschädigung angehe, sei „wenig bis nichts passiert“, kritisierte Katsch. Die Kirche müsse klären, ob die für systematisches Verheimlichen verantwortlichen Kirchenleitenden weitermachen können. Katsch erinnert an die chilenischen Bischöfe, die dem Papst kollektiv ihren Rücktritt angeboten haben. Dies wäre auch in Deutschland eine Möglichkeit der Erneuerung. Quelle: katholisch.de   Domradio.de


11.1.2020 Klaus Mertes, SJ, vermutet, dass noch viel an Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche herauskommen wird. Entschuldigungen der Bischöfe reichen nicht aus, sie müssten im Fall der Fälle zurücktreten, wenn sie vertuscht haben, sagt Mertes. „Und sie müssen die systemischen Ursachen angehen. Solange sie sich nur bewegen, weil das Kirchenvolk Druck macht, sind sie nicht bei der tätigen Reue angelangt.“ Im Blick auf Entschädigungen wünscht Mertes, dass sie von einer unabhängigen Institution festgelegt werden – weder von Bistümern, noch von Orden, noch von Opferverbänden. Nicht in Ordnung findet Mertes, dass die Bischöfe, die zur Höhe der Forderungen schweigen, sich neben die Opfer stellen und gemeinsam mit ihnen dem Kirchenvolk die Solidaritätsfrage stellen. Zudem sieht Mertes die Gefahr, dass Kirchenverantwortliche die Frage der Opfer nach Gerechtigkeit auf Geld reduzieren. Dabei gehe es auch um die Beziehung der Opfer zur Kirche.

Quelle: pressreader.com


11.1.2019 Antonius Kock, Selbsthilfegruppe Rhede, legt eine Einschätzung des „Betroffenenrates bei der Deutschen Bischofskonferenz“ vor, die ich teile. (EK)  Quelle: selbsthilfe-rhede


11.1.2020 Die im Bistum Münster mit der Untersuchung der kirchlichen Missbrauchsfälle beauftragte Historikerkommission hat derzeit 140 Fälle von Tätern vorliegen. Die Kommission will einen Beirat mit bis zu acht Mitgliedern bilden, in dem Betroffenenvertreter mitarbeiten. Martin Schmitz, Rhede, www.selbsthilfe-rhede.de gehört dazu. Er ist erstaunt, dass die Kirche so tue, als „würde jetzt alles vom Himmel fallen. Die Fälle sind alle bekannt, und die Verantwortlichen wissen darum“, sagt er.

In der MHG-Studie war von 138 Klerikern die Rede, bei denen es Hinweise auf Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegeben habe. Das Bistum sprach im September 2018 davon, dass es bei 41 weiteren Priestern ernstzunehmende Hinweise auf Missbrauchstaten gibt, die aber juristisch nicht verurteilt wurden – zum Teil, weil sie schon tot sind.

Quelle: die-glocke.de


10.1.2020 Sexuelle Gewalt hinterlässt über Generationen hinweg ihre Spuren. Fast eine Million deutsche Frauen wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs vergewaltigt. Die Kinder und Enkel der Opfer leiden bis heute unter den Folgen. Quelle: NZZ   Triggergefahr


10.1.2020 Bis Juli 2019 waren im Bistum Agana, Guam, mehr als 220 Missbrauchsfälle durch katholische Kleriker bekannt. Inzwischen haben 280 Betroffene Klage erhoben. Quelle: loopnauru.com


10.1.2020 Klaus Mertes glaubt, dass die Thematik sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und die Vertuschung bzw. Blindheit der kirchlichen Leitungsebene im Blick auf Verantwortung die Kirche zu einem „echten Turnaround“ führt. Allerdings nur, wenn die Kirche „begreift, dass es im innersten Kern der Sendung der Kirche schädlich bis zerstörerisch wirkt, wenn sie nicht in der Lage ist, Kinder vor Tätern und Vertuschung zu schützen. Die Täter brechen ja nicht einfach von außen in die Kirche ein, sondern kommen aus dem Innersten der Kirche, tragen in ihr Verantwortung und repräsentieren. Deswegen, glaube ich, ist die Missbrauchsgeschichte ein Signal und ein Fanal an die Kirche, umzudenken im Sinne der biblischen Buße und Umkehr.“ Das Argument, der Missbrauchsskandal werde kirchenpolitisch genutzt, um z.B. die Abschaffung des Zölibats durchzusetzen, sei ein „ungeheuerliches Totschlagargument“ – vor allem, wenn es von Bischöfen komme. Quelle: domradio


9.1.2020 Christiane Florin kommentiert das magere Ergebnis des Aufklärungswillens der katholischen Kirchenleitung: „Schon 2010 beteuerten die Bischöfe, an der Seite der Opfer zu stehen. Tatsächlich haben sie auf Zeit gespielt, während die Verjährungsuhr gnadenlos tickte. Das Thema Entschädigung, eine der frühen Forderungen von Opferverbänden, wird erst jetzt angegangen. Für die Betroffenen waren die vergangenen zehn Jahre, sollten sie den bischöflichen Beteuerungen geglaubt haben, besonders bitter. Für die Kirchenleitung hat sich die Zeitschinderei gelohnt. Niemand musste wegen Missbrauchs oder Vertuschung zurücktreten, kein hochrangiger deutscher Kleriker steht vor Gericht. Der Staat macht keinen Druck. Die katholische Kirche hat schon gar keine moralische Fallhöhe mehr, aus der sie abstürzen könnte. Für manche ist das ein komfortabler Zustand.“ Quelle: Deutschlandfunk


9.1.2020 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, sagt, die Aufarbeitung der kirchlichen Missbrauchsfälle beginne erst jetzt. Er hoffe, dass die Bischöfe im Frühjahr der unabhängigen und transparenten Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch nach einheitlichen Kriterien zustimmen werden. Erst dann könnten unabhängige Forscher in die Archive der Bistümer gehen und Verantwortliche benennen – was bisher noch nicht passiert sei. Katsch bilanziert seinen zehnjährigen Kampf um Aufklärung in dem Buch „Damit es aufhört.“ Es wird am 14. Januar erscheinen – rechtzeitig vor dem 10. Jahrestag der Aufdeckung des Skandals am Berliner Canisius-Kolleg am 28. Januar 2010.

Christian Weiser, Wir sind Kirche, sagt, dass die konkrete Aufarbeitung noch immer fehle. Es sei unendlich traurig und schmerzhaft, dass die Kirche so langsam lerne. Ihr moralischer Autoritätsverlust und der erlittene Schaden seien enorm. Er schätzt, dass es Jahrzehnte dauern werde, bis sich die Kirche wieder davon erholt habe. Quelle: allgemeine-zeitung.de


9.1.2020 Kirchliche Missbrauchsopfer und Experten beklagen, dass es auch 10 Jahre nachdem der Missbrauchsskandal an die Öffentlichkeit kam, noch immer keine unabhängige Studie gibt, die Zugriff zu den Archiven hat und Täter und Mitwisser benennt. Die Vertuschungen bleiben weiterhin im Dunkeln. Bischof Ackermann sagt, die Aufklärung sei ein fortlaufender Prozess, daher sei eine vorläufige Bilanz zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. MissBiT, die Trierer Betroffenengruppe, hat Christian Pfeiffer eingeladen, der die mangelnde Transparenz für das Scheitern der ersten Studie verantwortlich macht. In der nachfolgenden MHG-Studie konnten die Forscher keine Originalakten einsehen – Kirchenmitarbeiter schickten ihnen ausgefüllte, anonymisierte Fragebögen. Weitere Forschung sei nötig, sagen die Forscher. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, sagt, dass noch lange nicht alle 27 Bistümer mit der umfassenden Aufarbeitung begonnen haben. Selbst in Mainz, Münster und Limburg, wo weitere Aufarbeitungsprojekte angekündigt wurden, gibt es bislang kein abgestimmtes Vorgehen. Für Frühjahr 2020 ist geplant, dass die Bistümer einer transparenten Aufarbeitung nach einheitlichen Kriterien zustimmen sollen.

Im Dezember 2019 wurde angekündigt, dass ein Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz künftig „auf die Finger schauen soll“. Allerdings wird der Betroffenenrat nicht von Betroffenen gewählt. Interessierte können sich bis zum 7.2. melden. Quelle: tagesschau


8.1.2020 Ein Vikar, Bistum Münster, soll Anfang 1983 in Neuscharrel einen damals neunjährigen Jungen missbraucht haben. Die Mutter habe die Kirchenverantwortlichen vor Ort informiert. Daraufhin kam der Geistliche ins Dinklager Benediktinerinnenkloster, Anklage wurde nicht erhoben. Anschließend war er sechs Monate in einer Suchtklinik, bevor er in Stromberg eingesetzt wurde. Die Laisierung wurde ihm nahegelegt und 1985 wurde er laisiert. Die Akte liegt derzeit bei der Kommission der Uni Münster. Für eine Bewertung der innerkirchlichen Vorgänge sei es zu früh. Quelle: wn.de


7.1.2020 Unter dem Titel „Wer Kleriker sät, wird Klerikalismus ernten!“ reflektiert Judith Müller die pastorale Praxis und fragt: „Wie spricht die Kirche in ihren (Amts-)Strukturen von Gott? Wie kommt Bewegung in ein erstarrtes System? Wie kann es mit dem Amt in der Kirche weitergehen?“ Ihre kurzgefasste Schlussfolgerung: „Die Kirche kann und darf – und sie muss deshalb auch – die Strukturen entwickeln, die der Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute dienlich sind. Wer nur nachdenkt, kommt immer zu spät. Es ist Zeit zum ‚Vormachen’“. Quelle: feinschwarz.net


6.1.2019 Das Meinungsforschungsinstitut forsa befragte zum Institutionen-Ranking 2.505 Menschen. Dabei sagten 36 %, sie hätten großes Vertrauen in die evangelische Kirche. 14 % der Befragten bekundeten großes Vertrauen in die katholische Kirche. Quelle: katholisch.de


4.1.2020 Gary Fields, Juliet Linderman und Wong Maye-E machen darauf aufmerksam, dass die Kirche wenig dazu getan hat, um Opfer sexuellen Missbrauchs zu identifizieren und zu erreichen. Gerade farbige Überlebende haben wenig Ressourcen, um sich bei der Kirche zu melden. Zugleich gehören sie wie Minderheiten auch – zu der am meisten gefährdeten Gruppe, die sexualisierte Gewalt erlebt. So wurden priesterliche Missbrauchstäter vor allem in wirtschaftlich benachteiligte Gebiete geschickt. Darauf weist Brian Clites, Professor an der Case Western Reserve University in Cleveland hin. Quelle: apnews.com


3.1.2020 Radio Revue: „Kirche, was tust du? 10 Jahre Missbrauchsskandal und kein Ende.


2.1.2020 „Jede Gewalt an der Frau ist eine Schändung Gottes, der von einer Frau geboren wurde“, denn „im Schoß einer Frau haben sich Gott und die Menschheit verbunden, um sich nie mehr zu trennen.“ Das sagte Papst Franziskus. „Daran, wie wir den Leib der Frau behandeln, erkennen wir den Grad unserer Menschlichkeit.“ Quelle: Katholisch.de

Kommentar: Gewalt gegen Frauen kann auch strukturelle Gewalt sein. Da hat die katholische Kirche viel zu tun, die strukturelle und sonstige Gewalt gegen Frauen im eigenen Haus zu verändern.  


1.1.2020  Robert J. Goldberg, 61, beschuldigt den Jesuiten Donald McGuire, ihn ab dem elften Lebensjahr sexuell missbraucht und wie einen Sklaven behandelt zu haben. McGuire missbrauchte den Jungen mehr als 1.000 mal in unterschiedlichen Staaten der USA, aber auch in Europa, auch in Deutschland und Österreich, während er Exerzitien abhielt. Erste Vorwürfe kamen kurz nach der Priesterweihe 1961 aus Deutschland. Daraufhin zog ihn der darüber informierte Jesuitenorden ab und übergab ihm einen Lehrauftrage an der Loyola Akademie. Dort belästigte er Studenten, die später Klagen einreichten. McGuire hatte enge Kontakte zu Mutter Teresa von Kalkutta, die sich 1994 für ihn einsetzte und meinte, die Vorwürfe seien unwahr.
Nach einer weiteren Klage 2002 beschränkten die Jesuiten McGuires Dienst auf die Erzdiözese Chicago. Im Jahr 2003 wurde die erste von mehreren Klagen gegen McGuire und seine Jesuitenoberen eingereicht. Er wurde verurteilt und starb 2017 im Gefängnis. Quelle: ncronline.org


1.1.2020 „In Australien gibt es einen Fall in einer Ordensgemeinschaft, die behinderte und psychiatrische Patienten betreut. Dort haben sich vierzig Prozent der Brüder des Missbrauchs schuldig gemacht. Vierzig Prozent!“ Das berichtet Karlijn Demasure und plädiert für eine Art Befreiungstheologie, „die Strukturen anprangert und den Opfern eine Stimme gibt.“ Demasure empfiehlt eine „Theologie des Kindes“. Quelle: kath.ch