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Presse

1. Quartal 2015

31.3.2015 Mitglieder der vom Papst eingesetzten vatikanischen Kinderschutzkommission – Marie Collins, Dr. Catherine Bonnet, Dr. Krysten Winter-Green, Baroness Sheila Hollins und Peter Saunders – kritisierten die Ernennung des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid. Marie Collins, selbst Missbrauchsopfer, erklärte gegenüber US-Medien, sie sei sehr überrascht über die Ernennung Barros, „denn sie scheint genau dem entgegenzustehen, was der Heilige Vater gesagt hat, dass er niemand in der Kirche in einer Vertrauensstellung wolle, der nicht unzweifelhaft 100 Prozent für Kinderschutz stehe“. Peter Saunders sagte: “Pope Francis has to withdraw this appointment or I and others may find it impossible to stay on the commission.” Quelle: blog.zdf.de
Kommentar: Es wird sich zeigen, ob der Papst die vatikanische Kinderschutzkommission ernst nimmt. Fatal wäre, wenn er das nicht täte. Sollten die Opfer, die Mitglieder der Kinderschutzkommission sind, ihre Mitgliedschaft beenden, dann wäre zu erkennen, dass die Kinderschutzkommission lediglich dem Ansehen der Kirche und nicht den Opfern gilt.


31.3.2015 Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und die praktischen Folgerungen stehen nach Ansicht des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Rörig, erst am Anfang.
Mertes beklagt eine große Intransparenz bei der Aufklärung in der kath. Kirche und ein fehlendes Controlling bei den Verfahren der Glaubenskongregation. Mertes hofft auf die Kraft der unabhängigen Aufarbeitungskommission, die 2016 (!) die Arbeit aufnehmen soll. Quelle: swp.de


31.3.2015 Im Vatikan wurde die Ernennung des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid sehr genau geprüft. Es lägen keine objektiven Gründe gegen die Ernennung vor. Kritiker werfen dem Bischof die Vertuschung von einem Missbrauchsfall vor. Der Bischof erklärt seine Unschuld. Quelle: Radio Vatican


30.3.2015 Interview mit einem Opfer des Lehrers Buß. Quelle: FR


29.3.2015 Im Stift Kremsmünster wurde systematisch weggeschaut. Quelle: standard.at
Der Bericht “Heiner Keupp, Florian Straus u.a.: Schweigen – Aufdeckung – Aufarbeitung: Sexualisierte, physische und psychische Gewalt im Konvikt und Gymnasium des Benediktinerstiftes Kremsmünster”


27.3.2015 Die Missbrauchsfälle in Kremsmünster wären zu verhindern gewesen, wenn… Quelle: kurier.at


27.3.2015 Ein katholischer Kommentar zu den Medien, die über Missbrauch berichten. Quelle:katholisch.de


26.3.2015 Wer sich bei den Grünen gegen Pädophile aussprach, wurde nicht gehört. Thomas Birk geht von bis zu 1000 Opfern in Berlin aus. Quelle: dierevolutionmissbrauchtihrekinder.wordpress


26.3.2015 Nach Ansicht der Stuttgarter Zeitung setzt sich der vielfach gelobte Film “Verfehlung” nicht mit den strukturellen Ursachen der Gewalt auseinander.Quelle: stuttgarter-zeitung, s.a. dw.de


25.3.2015 Das Erzbistum Köln hat im Fall der Erzieherin weitere Unterlagen an die Staatsanwaltschaft gegeben, so dass die Behörde nun doch ermittelt. Quelle: domradio.de


25.3.2015 In Polen wurde ein inzwischen amtsenthobener Priester zu 7 Jahren Haft wegen Kindesmissbrauchs an 6 Kindern in der Dominikanischen Republik und an 2 Kindern in Polen verurteilt. Quelle: tah.de


25.3.2015 “Gewöhnliche Menschen unter ungewöhnlich hohem Druck” so beschreibt Gerd Schneider seine drei Protagonisten im Film “Verfehlung”.
Quelle: katholisch.de


25.3.2015 Der Papst empfängt ehemalige Heimkinder aus der Schweiz, die in kirchlichen Heimen missbraucht wurden. Politisch ist dieses Signal wichtig, weil in der Schweiz ein Fond diskutiert wird, der mit 250 bis 300 Millionen Franken (240 – 284 Millionen Euro) ausgestattet werden soll. Derzeit gibt es noch keine Mehrheit für den Fond. Vor allem Bauern kritisieren die Entschädigung, weil sie eine pauschale Verurteilung fürchten. Viele der Heimkinder haben als “Verdingkinder” für Bauern gearbeitet. Quelle: derbund.ch


24.3.2015 Interview mit Gerd Schneider, der von den Studien (Plural) spricht, die belegen sollen, dass es unter kath. Priestern nicht mehr Pädophile gibt als im Rest der Gesellschaft. Verlinkt wird dazu ein Artikel der Zeit über eine Studie, deren Fragwürdigkeit nicht mitgeteilt wird. (s. hier und hier)
Quelle: Zeit


24.3.2015 Über den Film “Verfehlung”. Quelle: http://heinz-magazin.de/artikel/Missbraucht


22.3.2015 Anlässlich der Weihe des chilenischen Bischofs Juan Barros Madrid versuchten ca 650 Menschen, die Weihe zu stoppen. Sie werfen Barros vor, seinen Mentor Fernando Karadima Farina (84), der Jugendliche missbraucht hat und vom Vatikan 2011 zu einem Leben in Buße und Gebet in einem Kloster verurteilt (!) wurde, geschützt zu haben, indem er seine Position ausnutzte, um Untersuchungen zu verzögern bzw. zu vertuschen. Der neu geweihte Bischof schrieb an die chilenischen Priester: “Ich hatte nie Kenntnis oder hätte mir vorstellen können, dass Pater Karadima schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hat”. Quelle: latina-press.com


20.3.2015 Der – neben dem Ex-Nuntius Wesolowski – zweite Missbrauchstäter in der Dominikanischen Republik, der Priester Wojciech G., hat sich vor Gericht inzwischen als schuldig erklärt, nachdem er sich bislang als unschuldig bezeichnet hatte. Mit seiner Schuldanerkennung erwarten ihn ca 7 Jahre Haft, ohne sie, müsste er mit 15 Jahren Haft rechnen. G. wird achtfacher Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen und zweifacher Besitz von Kinderpornografie. Das Urteil wird am 25.3.2015 erwartet. Quelle: karibik-news.com

20.3.2015 Gegen den neuen chilenischen Bischof von Osorno, Juan de la Cruz Barros Madrid, gibt es den Vorwurf, er sei als junger Priester Augenzeuge von sexuellen Übergriffen des Priesters Karadima an Jugendlichen gewesen.
Kritiker werfen Barros vor, er sei als junger Priester Augenzeuge von sexuellen Übergriffen Karadimas an Jugendlichen gewesen. Später habe er Briefe zerrissen, in denen Karadima beschuldigt wurde. Barros sagt, er habe bis 2009 nichts von den Vorwürfen gegen Karadima gewusst. 2011 war Karadima vom Vatikan verurteilt worden. Auch Kardinal Francisco Javier Errazuriz Ossa (81), Mitglied in dem von Franziskus einberufenen Kardinalsrat zur Kurienreform und emeritiertem Erzbischof von Santiago und seinem Nachfolger Ricardo Ezzati Andrello (73) wird vorgeworfen, von dem Fall gewusst zu haben. Beide widersprechen dieser Darstellung. Quelle: katholisch.de


20.3.2015 Der schottische Kardinal Keith Michael Patrick O’Brien (77), emeritierter Erzbischof von Edingburgh, hat den Papst gebeten, auf seine Kardinalsvorrechte und -privilegien verzichten zu dürfen. Ihm wird vorgeworfen, Anfang der 1980er Jahre mehrere Priesteramtskandidaten missbraucht zu haben. Quelle: Radio Vatikan und catholicherald


20.3.2015 In Polen hat sich erstmals ein Bistum verpflichtet, ein Opfer sexueller Gewalt eines Priesters finanziell zu entschädigen. Im Gegenzug muss das Opfer seine Klage zurückziehen. Das Opfer warf den Vorgesetzten des Täters vor, sie hätten nichts unternommen, um den Kontakt des Priesters, dessen pädophile Neigungen bekannt gewesen seien, zu Kindern und Jugendlichen zu unterbinden. Quelle: religion.orf.at und srf


19.3.2015 Das Erzbistum Köln hat eine Erzieherin wegen sexuellen Missbrauchs entpflichtet. Die Kirche übergab der Strafverfolgungsbehörde die Tatbestände. Die Staatsanwaltschaft sagt, die Tatbestände seien nicht ausreichend, um tätig zu werden. Das Erzbistum hat Beschwerde gegen die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft eingelegt. Das Jugendamt teilt die Einschätzung des Bistums. Quelle: KStA


19.3.2015 Kirche zwischen Schuld und Sühne – Bayerisches Fernsehen. Quelle: br.de und Kirche zwischen Schuld und Sühne, 18.3.2015
Kommentar: Immerhin kommt in diesem Film  e i n  weibliches Opfer vor. Ansonsten werden Mädchen/Frauen als Missbrauchsopfer seit 2010 nur selten thematisiert.


18.3.2015 Die Schüler, die in der Elly-Heuss-Knapp-Schule in ca 30 Jahren Opfer eines Lehrers wurden, sollen gehört werden. Es ist von mehr als 100 SchülerInnen die Rede, die Opfer wurden. Quelle: echo-online.de   Webseite der Opfergruppe


17.3.2015 Gegen den Erzbischof von Adelaide wird wegen des Vertuschens eines Missbrauchsfalls ermittelt. Quelle: spiegel.de  tagesspiegel.de


17.3.2015 In London hat die Polizei jahrelang einen Pädophilenring geschützt statt die Kinder zu schützen. Quelle: sueddeutsche.de


17.3.2015 Hier müssten eigentlich Stellungnahmen der katholischen Kirche zum Film “Schweigen der Männer” verlinkt sein. Allerdings: Es gibt keine…. Vermutlich hat Mertes Recht: Die Kirche hat die Tendenz, die Opfer verloren zu geben. Pater Mertes erinnerte auch daran, dass das Schweigen der Kirche Gewalt sei. (Diese Seite ist im Juni 2015 nicht mehr online. Die Aussage ist jedoch auch hier nachzulesen.)
Leider wurden nicht die ForscherInnen zum Stand der Forschung des DBK-Auftrages “MHG-Studie: Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz” interviewt. An sie wären Fragen zu stellen.


17.3.2015 Philipp Gessler im Interview zum Film “Das Schweigen der Männer”


17.3.2015 Matthias Drobinski schreibt in der Süddeutschen zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche unter dem ganz richtigen Titel: Verstörte Kinder Gottes.


17.3.2015 Kommentar zum Film “Das Schweigen der Männer”. Quelle: fr-online.de


16.3.2015 Heute Abend, 23.30 Uhr, in der ARD: Das Schweigen der Männer   Interview mit dem Autor


16.3.2015 Sexueller Missbrauch an einer hessischen Schule. Quelle: taz.de


16.3.2015 „Nach wie vor sei es ein Tabu, dass auch Priester und Ordensleute mit dem HI-Virus infiziert sind. Keiner würde darüber offen sprechen. Und eine HIV-Infektion gelte noch immer als Ausschlusskriterium für Anwärter auf das Priesteramt oder die Aufnahme in einen Orden. Dabei könnten gerade Kirchenleute, die offen mit ihrer HIV-Infektion umgehen, Vorreiter im Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung sein, schreiben die Autoren. Obwohl die Kirche zahlreiche Dienste im Zusammenhang mit HIV anbiete, sehe sie sich häufig als Stelle, „die nicht von HIV berührt ist und nicht als eine Organisation, die selbst on der HIV-Epidemie betroffen ist“, heißt es in der Studie. HIV-Infizierte würden oft als Fremde gesehen, die nicht wirklich dazugehörten.“ Quelle: welt-sichten.org


15.3.2015 Die Solidaritätsbekundungen für den Pfarrer von Erftstadt gehen weiter, obwohl er seine Schuld eingesehen hat. Nach wie vor sind aber Solidaritätsbekundungen für die Opfer verboten. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot
Interessant sind die Leserzuschriften in der Zeit.


15.3.2015 “Im Skandal um mutmaßliche Missbrauchsfälle im Kinderchor von Lluc in den 90er Jahren sind belastende E-Mails öffentlich geworden. So zitiert die MZ-Schwesterzeitung “Diario de Mallorca” in ihrer Printausgabe aus dem angeblichen E-Mail-Verkehr zwischen dem beschuldigten Prior Antoni Vallespir und dem ehemaligen Chorknaben, der Anzeige erstattet hat. Darin bittet der Geistliche den inzwischen 34-Jährigen, ihm zu verzeihen und nicht gegen ihn vorzugehen. Er sei damals schwach gewesen, hätte aber niemals zulassen dürfen, was passiert sei, zitiert das Blatt den Beschuldigten.” Quelle: mallorcazeitung.es/


15.3.2015  Der Kremsmünsterer Pater, der wegen sexuellem Missbrauch zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde, muss nun doch ins Gefängnis. Quelle: nachrichten.at


13.3.2015 Peter Saunders ist bislang der Geschäftsführer des Bundesverbandes Napac, der Menschen vertritt, die in der Kindheit missbraucht wurden. Von diesem Amt tritt er nun zurück. Er will seine Arbeit in der vatikanischen Kinderschutzkommission, deren Mitglied er ist, ausbauen. Er hofft, dass die vatikan. Kommission aufgestockt wird, um die Anzeigen aus den Ortskirchen zu bearbeiten. Sie ist derzeit mit nur einer Stelle ausgestattet, die Fr Bob Oliver innehat. Oliver ist der Sekretär der vatikanischen Kinderschutzkommission, dessen Vorsitz Kardinal Sean P. O’Malley hat. Saunders berichtet, dass er überschwemmt werde mit Nachrichten von Überlebenden, die immer noch ignoriert werden, wenn sie in ihren Ländern Missbrauch bei den Kirchenführern anzeigen. Quelle: The Tablet
Allerdings übersieht Saunders, dass es nicht die Aufgabe der Kinderschutzkommission ist, Missbrauchsfälle aufzuklären. Ihre Aufgabe ist die Prävention, wie der Papst betont. Jedoch war noch im März 2014 die Rede davon, dass die Aufgabe dieser Kommission in der Vorbeugung und in der Strafverfolgung bestehe. Nach Aussagen des Präfekten der Glaubenskongregation ist die Glaubenskongregation nicht zuständig für die Gesamtaufarbeitung bzw. die pastorale Betreuung der Opfer. In der Glaubenskongregation gehe es um die Frage, ob ein Priester, der Kinder missbraucht hat, noch im pastoralen Dienst verwendbar ist.


12.3.2015 Erzbischof Andre-Joseph Leonard, Vorsitzender der belgischen Bischofskonferenz, muss vor einem Berufungsgericht in Lüttich aussagen. Ein Missbrauchsopfer wirft ihm vor, von dem Missbrauch zwischen 1987 bis 1991 gewusst zu haben und das Opfer nicht geschützt zu haben. Quelle: kathpress.co.at


12.3.2015 Kirchlich bezahlte Wissenschaftler gehen davon aus, dass “nur” 5 – 10 % der kirchlichen Täter auf Kinder und vorpubertäre Jugendliche fixiert seien. Die meisten Täter seien Ersatzhandlungstäter. Das bezweifelt u.a. der renommierte Sexualpsychologie Dr. Ch.J.Ahlers: “Dafür haben wir keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Psychologisch betrachtet müssen wir davon ausgehen, dass es in der katholischen Kirche überzufällig viele Personen mit problematischer Sexualpräferenz gibt.” Grund sei das “Sexualitätsverbot” der katholischen Kirche, das eine Anziehungskraft ausübe auf Pädophile, die sich mit einer Kirchenkarriere vor lästigen Fragen schützen wollten. Ahlers und Prof. Beier und Prof. H.Bosinski weisen darauf hin, dass in der Kirche bislang der Besitz von Kinderpornografie bagatellisiert werde.
Ein Hilfsangebot für pädophile Kleriker, die noch nicht Täter wurden, wurde bislang von der kath. Kirche nicht aufgegriffen. Quelle: cleankids.de


12.3.2015 Fördern Strukturen der katholischen Kirche sexuellen Missbrauch? Pater Mertes im Interview. Quelle: tagesschau.de


12.3.2015 Der Ex-Pater des Klosters Stift Kremsmünster, der zu 12 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, ist nur bedingt haftfähig. Er muss in der Haftanstalt ähnlich wie in einem Pflegeheim Barrierefreiheit u.ä. vorfinden. Das zuständige Landesgericht such eine Vollzugsanstalt, die diese Bedingungen erfüllt. Quelle: nachrichten.at


11.3.2015  Ein Ettaler Pater wurde wegen sexuellen Missbrauchs von 3 Schülern zu einem Jahr und 10 Monaten auf Bewährung, einer Geldzahlung und der Verpflichtung zu einer Sexualtherapie verurteilt. Strafmildernd wurde sein Geständnis während des Prozesses gewertet. Quelle: spiegel.de
Der Verein Ettaler Missbrauchsopfer kommentiert: “Wir sind der Meinung, dass eine Strafe auf Bewährung keine Strafe ist. Dieses Strafmaß bestärkt Täter nach dem Motto: “Wenn man erwischt wird muss man halt aufhören”. Alle Erzieher und Leitenden, die Kinder und Jugendliche betreuen, brauchen ein klares Signal, dass Übergriffe unter keinen Umständen toleriert werden. Die Auflage einer Therapie für Pater G. ist sicher sinnvoll. Einige von uns befinden sich auch heute noch in Therapie, obwohl die Vorfälle bereits Jahrzehnte zurückliegen. Wer ist hier mehr bestraft? Zehn Jahre hat Pater G. die Klostergemeinschaft angelogen und seit fünf Jahren die Betroffenen genarrt. Junge Männer, die in dem Alter sich nicht mit Missbrauch, sondern mit Beziehungen beschäftigen sollten. Als wir so alt waren dachten wir auch, wir hätten keinen Schaden geommen.”


10.3.2015 ttt: Der sexuelle Missbrauch und die katholische Kirche. Bemerkenswert die Aussagen über das neue Forschungsprojekt der DBK. Und passend dazu der Hinweis an der Erftstädter Kirchentüre: Solidaritätsbekundungen (für Opfer) sind nicht gestattet – so wird noch immer über Opfer von sexueller Gewalt gedacht und gesprochen.


10.3.2015 In Niedersachsen hat das Kultusministerium im September 2013 eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche oder deren Eltern eingerichtet. 2013 und 2014 meldeten sich ca 1000 Kinder und Jugendliche, die Mobbing und Diskriminierung beklagten. 84 mal stand sexuelle Grenzverletzung durch Lehrer oder Betreuer im Mittelpunkt. Eine Auswertung wird es nicht geben – sie sei zu aufwändig. Quelle: noz.de


8.3.2015 Der Pfarrer aus Erftstadt, der Mädchen sexuell belästigt hatte und suspendiert wurde, erhält viele Solidaritätsbekundungen seiner Gemeinde. Dass er die Grenzverletzungen eingestanden hat, scheint für die Solidarischen kein Argument zu sein. Quelle: zeit.de


7.3.2015 Der Bischof von Mallorca hat den Prior der Glaubenskongregation des Heiligen Herzens Jesu in Lluc vom Dienst suspendiert. Gegen ihn liegt eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs vor. Quelle: mallorcazeitung.es


6.3.2015 Bischof Fürst, Rottenburg, zum Film “Die Verfehlung”  (gemeint sind natürlich Verbrechen, nicht “Verfehlungen”)
Über den Film Verfehlung mit “feinen Zwischentönen” schreibt die Stuttgarter Zeitung


6.3.2015 Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, kommentiert die Einrichtung einer unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Quelle: Stuttgarter Zeitung


6.3.2015 In Erftstadt hat sich eine Gruppe gebildet, die sich mit den Opfern des Erftstädter Pfarrers solidarisiert. Die Solidaritätsaktionen für den Pfarrer, der nicht leugnet, seien „beschämende Aktivitäten“ und „unerträglichen Parolen“. Auch das Bistum wehrt sich gegen die Vorwürfe derer, die sich mit dem Pfarrer solidarisieren.


6.3.2015 Auf Mallorca hat ein mutmaßliches Opfer sexuellen Missbrauchs durch den Prior der Glaubenskongregation des Heiligen Herzens Jesu in Lluc Anzeige erstattet. Es wirft dem Prior mehrfachen sexuellen Missbrauch in der Zeit seiner Mitgliedschaft in einem kirchl. Kinderchor und Internat. Die Anwaltskanzlei forderte das Bistum auf, den Geistlichen vom Dienst zu suspendieren. Quelle: mallorcazeitung.es


5.3.2015 In der Forschung über Resilienz wird erkennbar, dass diese Fähigkeit vermutlich weniger mit der Kraft eines Kindes zu tun hat und mehr damit, ob ein traumatisiertes Kind in seiner Umgebung Unterstützung erfährt oder alleine gelassen wird. Quelle: deutschlandfunk.de


4.3.2015 Im Interview mit Franceso Zanardi, dem Gründer der italienischen Opfergruppe gegen Missbrauch „Rete L’abuso“, sagt Zanardi, dass die kath. Kirche in Italien Missbrauchsfälle weiterhin vertusche. Dern Fall Wesolowsky bezeichnet er als größten Betrug des Vatikans. Wesolowsky sei die Flucht aus der Dominikan. Republik mit einem Diplomaten-Pass gelungen. Er habe sich im Vatikan versteckt und der Vatikan habe den Eindruck erweckt, Weselovsky sei inhaftiert. Dabei sei er wenige Monate nach der Verhaftung bereits wieder frei gewesen sei. Masalles, Weihbischof von Santo Domingo, traf Wesolowski bei einem Spaziergang in der röm. Innenstadt und kommentierte die Begegnung: “Das Schweigen der Kirche hat das Volk Gottes verletzt.”  Zusammenfassend stellt Zanardi fest: “Der Schutz des eigenen Images ist der Kirche wichtiger. Sagen wir es so, für die Kirche gibt es viele Dinge, die aus ihrer Sicht „opferbar“ sind. In diesem Fall sind es die Kinder, die für die Kirche „opferbar“ sind, um den guten Namen der Kirche als Institution zu erhalten.” Auch Zanardi muss die Erfahrung machen, dass seine Organisation, die im Namen zahlreicher Opfer etliche Briefe an die Kirche geschrieben hat, nie eine Antwort bekommen hat.
In Deutschland stellt Kardinal Lehmann nach 13 Jahren Diskussion über Priester, die Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben, fest, dass der Missbrauch der Kirche geschadet habe: “Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, der offensichtlich lange Zeit verdeckt war und wurde, hat der Kirche in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten weltweit außerordentlich geschadet. Ganz gewiss ist dies nicht nur ein Problem der Kirche, gar der katholischen. Aber da die Kirche im Bereich der Gestaltung der menschlichen Sexualität große Anforderungen stellt, war das Aufdecken von Verfehlungen in ihrer Mitte besonders reizvoll, für die Kirche freilich extrem schädlich. Es gibt bis zum heutigen Tag viele Bereiche, in denen es auch Verfehlungen dieser Art anderswo gibt: im Sport, im Ballettunterricht, in Therapien usw. ” Kardinal Lehmann bedauert: “So beschämend dies alles für die Kirche und auch für die Verantwortlichen in ihr ist und bleibt, so sehr haben wir zu Beginn der 90er Jahre rasch reagiert und entsprechende Richtlinien zum Umgang mit Opfern und Tätern aufgestellt. Dies wird von verschiedener Seite durchaus anerkannt. Aber manche Leute ignorieren dies bis auf den heutigen Tag und schaffen so den Eindruck, als vertusche die Kirche auch heute noch diese Verfehlungen. Dass dies früher oft erfolgte, soll nicht geleugnet werden, was immer die Motive dafür waren.” Lehmann erwähnt, dass der Leiter der vatikan. Kinderschutzzentrums in “seiner eigenen Diözese,  dem großen Erzbistum Boston, eine der schwierigsten Situationen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch überstehen” musste. Kardinal Lehmann unterscheidet auch genau zwischen den Mitgliedern der vatikan. Kinderschutzkommission, die Experten sind und den Mitgliedern, die Opfer sind. Quelle: netzfrauen.org
Kommentar: Die Wahrnehmung der Kirchenverantwortlichen von der eigenen Aufarbeitung der kirchl. Missbrauchsfälle und von der eigenen Zuwendung zu den Opfern ist positiv. Diese Binnensicht dreht sich immer nur um sich selbst, d.h. um den Klerikerstand. Die Opfer werden immer noch nicht als “Kirche” wahrgenommen. Diese sich selbst bemitleidende Binnensicht wird unermüdlich in der Presse verbreitet. Der Blick gilt immer noch nicht den Opfern. Dabei hüten sich die Kirchenverantwortlichen, ihre vielfältigen Bemühungen von denen, denen sie gelten, nämlich den Opfern von Priestern beurteilen zu lassen. Die Sicht vieler Opfer sieht häufig – nicht immer – gravierend anders aus. Solange die Kirche nicht die Opfer befragt und sie nicht als Experten in die Aufarbeitung und die Präventionsbemühungen einbezieht, wird sich daran wohl auch nichts ändern. Da hilft auch kein Jammern über Kirchenaustritte und über ein Glaubwürdigkeitsproblem der Kirche. Dem Bischof ist uneingeschränkt zuzustimmen: “wir wollen eine Kirche sein, die für die Menschen da ist” – allein, es fehlt die Erfahrung.


4.3.2015 Klaus Mertes, SJ, fordert mehr Aufmerksamkeit der Kirche für Missbrauchsopfer. “Das Schweigen der Kirche ist nicht neutral, sondern eine Form von Gewalt”, kritisierte er. Er beobachte eine Tendenz in der Kirche, die Opfer verloren zu geben. Dabei hätten viele von ihnen zwar mit den Tätern, nicht aber mit der Institution Kirche abgeschlossen. Quelle: kathweb.at
Kommentar: Leider hat Mertes da nur zu Recht.


4.3.2015 In Österreich haben sich 2014 insgesamt 138 weitere Opfer sexueller Gewalt bei der Klasnic-Kommission gemeldet. Dort gab es bislang ca 1400 Opfer, an die 20 Millionen Euro gezahlt wurden. In der evang. Kirche Österreichs gibt es 55 anerkannte Opfer. Klasnic führt dies auf die geringere Zahl der evang. Internate und Heime zurück. Einen Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellen Übergriffen auf Kinder kann sie nicht sehen. Registriert hat sie, dass manche Opfer Selbstmord begangen haben. Quelle: orf.at


3.3.2015 Der Kinderschutzbund Niedersachsen hat es abgelehnt, Edathys Strafe über 5000 Euro in Empfang zu nehmen. Die Strafe zahlte Edathy, damit das Verfahren gegen ihn eingestellt wurde. Der Kinderschutzbund weist darauf hin, dass der Eindruck entsteht, dass es möglich sei, sich von Vergehen an Kindern freikaufen zu können. Quelle: Süddeutsche


3.3.2015 Der Rektor des Canisius-Kollegs sagt, “das Trauma” sei gegenwärtig und er fürchtet, dass das Jesuitengymnasium mit dem Stigma leben muss. Eine Schülerin (16) weist “belustigt” darauf hin, dass das doch “so ein Medien-Hype” war. Quelle: katholisch.de


2.3.2015 Zwei Geschichten vom Überleben sexueller Gewalt – Nicht nur Opfer und Bittsteller! Von Christoph Fleischmann. Quelle: WDR3


1.3.2015 Der vor im Februar 2010 bekannt gewordene Fall des “Sport-Paters” der Franziskaner-Minoriten, der in Bonn und Würzburg Opfer hinterließ, ist kirchenrechtlich noch immer nicht geahndet. Strafrechtlich waren die Taten verjährt. Das lange hinausgezögerte kirchliche Verfahren, das derzeit bei der Glaubenskongregation (Präfekt Kardinal Müller, ehemals Regensburg) liegt, lässt die Vermutung zu, dass die Zahl der “Fälle” klein gehalten werden soll. Quelle: mainpost.de


1.3.2015 Missbrauch – eine offene Wunde. Ein Beitrag von Manuela Göbel in der Mainpost.


28.2.2015 Der Ettaler Verein von Missbrauchs- und Misshandlungsopfern hält die Bewährungsstrafe des Paters G., Ettaler Bedediktiner, für problematisch. Der Vorsitzende des Vereins Robert Köhler sagte, es sei keine Strafe, wenn ein Täter nicht einmal eine Woche ins Gefängnis müsse. Thomas Pfister, RA und Sonderermittler in Ettal, sagte, die Unehrlichkeit der Täter sei ein großes Problem. Wenn sie die Taten bestritten, käme dies dem Vorwurf der Lüge an die Opfer gleich. Eigentlich müsse ein ehrliches Geständnis zu Beginn des Prozesses erfolgen. Andernfalls läge der Verdacht nahe, dass es nur taktisch motiviert sei, um eine Haftstrafe ohne Bewährung zu vermeiden. Quelle: katholisch.de


28.2.2015 Bischof Koch, Dresden, zum Ettaler MB-Prozess


27.2.2015 Die Benediktinerabtei des Klosters Ettal ist entsetzt, dass der Pater einen Großteil der Vorwürfe eingeräumt habe. Außerdem sind die Benediktiner “enttäuscht, dass Pater G. über einen so langen Zeitraum hinweg die Wahrheit verschwiegen” hat. Ganz so groß dürfte das Entsetzen nicht sein, denn der Angeklagte war 2005 ins Benediktinerkloster Wechselburg versetzt worden – nachdem intern Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut geworden waren. Quellen: schwaebische.de  merkur.de


27.2.2015 Am 17. März 2015 um 19.30 Uhr stellt Johannes Heibel sein Buch “Der Pfarrer und die Detektive” in Coburg, Kleine Johannisgasse 8 (Müpnchner Hofbräu Coburg) vor. Einlass ab 19 Uhr, Eintritt frei.


26.2.2015 Hier schildert ein Opfer, was Opfer erleben, wenn christliche Gemeinden sich mit dem Priester – einem Missbrauchstäter – identifizieren und die Opfer völlig ausblenden bzw. beschuldigen. Quelle: missbrauch-im-bistum-trier.blogspot.de


26.2.2015 Nachdem der angeklagte Pater des Klosters Ettal bislang leugnete, 3 bzw. 4 Jungen in den Jahren 2001 bis 2004 missbraucht zu haben, hat er heute ein “indirektes Teilgeständnis” abgelegt. Quellen: nordbayerischer-kurier.de und süddeutsche


26.2.2015 Auf Mallorca wurde jetzt ein ehemaliger Priester aus Selva angezeigt. Der Kläger beschuldigt den Pfarrer, ihn als 10-Jährigen sexuell missbraucht zu haben. Quelle: inselradio.com


25.2.2015 Ein Film von und mit Susanne Jansen – für Menschen mit großer Leiderfahrung


24.2.2015 Der Vorsitzende des Weltklimarates tritt zurück. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Quelle: tagesschau


24.2.2015 Das Bistum Regensburg reagiert auf die Anschuldigen ehemaliger Schüler der Regensburger Domspatzen-Vorschulen in Etterzhausen und Pielenhofen, dass sie permanenter körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. 72 Opfer werden mit 2.500 Euro entschädigt. Die Gewalt wurde von dem Priester Johann M. zwischen 1953 und 1992 ausgeübt. Nach Abschluss der Aufarbeitungstätigkeit des Bistums soll eine unabhängige Stelle das Vorgehen des Bistums prüfen. Quellen: http://www.bistum-regensburg.de und katholisch.de


22.2.2015 Eine Gemeinde hat Schwierigkeiten, die dunklen Seiten eines offensichtlich beliebten Pfarrers sehen zu wollen. Inzwischen ist von 3 Opfern die Rede. Quelle: ksta 18.2.2015  und ksta 22.2.2015


21.2.2015 Filmtipp: Von jetzt an kein Zurück


18.2.2015 Erklärung des Erzbistums Köln zur Suspendierung des Erfststädter Pfarrers Winfried J., der die sexuellen Grenzverletzungen eingeräumt hat.  Quelle: https://www.facebook.com/Erzbistum/posts/937779432900967


18.2.2015 Chilenische Politiker schrieben an den Papst und baten um eine Überprüfung der Berufung des früheren Militärbischofs Juan de la Cruz Barros Madrid (58) zum Bischof von Osorno/Südchile. Sie werfen Barros vor, dass er den sexuellen Missbrauch vertuschte, den der inzwischen nach Kirchenrecht wegen Verletzung seines Zölibatsversprechens verurteilte Priester Fernando Salvador Miguel Karadima Farina begangen hat. Quelle: katholisch.de


18.2.2015 Gegen einen aus Deutschland stammenden – nach wie vor als im Bistum Trier inkardiniert geführten –  Pater des Stiftes Admont erheben 2 männliche Jugendliche Anklage wegen sexuellen Missbrauchs. Der Pater ist geständig und wurde aller Ämter enthoben. Der Abt des Klosters betont, dass die Vorwürfe “in keinerlei Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Pfarr- und Jugendseelsorge” stünden und weder Schüler des Gymnasiums noch Jugendliche aus Pfarreien seien. (Als ob sexueller Missbrauch an nicht-kirchlichen Jugendlichen weniger Missbrauch wäre.) Quellen: standard und orf


18.2.2015 Der Bischof von Hildesheim hat anlässlich des Aschermittwochs Gott und die Menschen um Vergebung gebeten, denen von der Kirche Unrecht getan wurde. Im Blick auf kirchliche Missbrauchsopfer sagte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz: “Voller Scham erkennen wir, dass Priester und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen und Gemeinden Gewalt angetan haben. Auch im Bistum Hildesheim wurden Opfer zu lange alleingelassen.” Quelle: ndr.de 


17.2.2015 Gegen den Erfstädter Pfarrer Winfried J. erheben zwei weitere Frauen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. Die Gemeinde protestierte gegen die Suspendierung des Pfarrers. Gegen Kardinal Woelki und gegen den Pressesprecher des Kölner Erzbistums wurden Strafanzeigen gestellt, die derzeit geprüft werden. Quelle: ksta.de


17.2.2015 Der Erfstädter Pfarrer Winfried J., der sich noch 1m 11.2. gegen Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gewehrt hat, bittet nunmehr die Opfer um Entschuldigung. Quelle: ksta.de


16.2.2015 Im spanischen Granada wurden 2 Laien und 10 Priester wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. Nun wurden die Verfahren gegen die beiden Laien und 9 Priester wegen Verjährung eingestellt. Die Anklage gegen einen Priester wegen andauernden sexuellen Missbrauchs bleibt bestehen. Quelle: orf


14.2.2015 Ein Interview mit dem Kirchenhistoriker Hubert Wolf über die Aufgabe der Kirchengeschichte im notwendigen Reformprozess der Kirche.


14.2.2015 Das Erzbistum München-Freising hat einen Missbrauchsbericht vorgelegt. Seit April 2011 wurden 29 Opfern in Anerkennung ihres Leides 147.000 Euro ausgezahlt. In 11 “Fällen” wurden Kosten für Psychotherapien zugesagt. Quelle: Erzbistum München-Freising


14.2.2015 Bischof Trelle, Hildesheim, wird am Aschermittwoch ein historisches Schuldbekenntnis ablegen.  Er will auch nicht verschweigen, wo Kirchenverantwortliche weggeschaut und geschwiegen haben, als Menschen in der Kirche Opfer von sexuellem Missbrauch wurden.  Quelle: Bistum Hildesheim
Kommentar: Im Blick auf die Missbrauchsfälle im Bistum Hildesheim wäre es hilfreich und der Glaubwürdigkeit dienlich, wenn das Bistum den aktuellen Wissensstand über sexuellen Missbrauch durch Kleriker mitteilen würde. Die zuletzt veröffentlichte Information des Bistums stammt vom 22.11.2012.


13.2.2015 Offener Brief des Papstes an die Kinderschutzkommission. Quelle: dbk.de


12.2.105 Ein britischer Kinderarzt wurde wegen sexuellen Missbrauchs zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er hatte Mädchen in einem Krankenhaus missbraucht – im selben Krankenhaus, in dem auch Jimmy Savile Kinder missbraucht hatte. Quelle: kleinezeitung.at


11.2.2015 Im Prozess um den Ettaler Mönch belastet ein Schüler den ehemaligen Benediktiner. Der Angeklagte beteuert seine Unschuld. Quelle: sueddeutsche.de


11.2.2015 Über das Versagen der Politik bei der Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Kindesmissbrauch. NDR-Beitrag


11.2.2015 Die staatliche Kommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in australischen Institutionen hat der kath. Erzdiözese Sydney vorgeworfen, gegenüber Opfern eine Politik der Einschüchterung betrieben zu haben. Das Erzbistum – so die Kommission – habe fundamental versagt in seinem Umgang mit dem Opfer, Mr. E., habe die eigenen Prinzipien, die in “Towards Healing” niedergelegt sind, missachtet und dem Opfer keine Unterstützung gewährt.
Von 2001 bis 2014 war Kardinal Pell Erzbischof von Sydney. Die Vorwürfe der Kommission gelten ihm. Kardinal Pell ist seit 2014 Präfekt des neuen Wirtschaftssekretariates im Vatikan. Quelle: childabuseroyalcommission.gov.au


11.2.2015 Die vatikan. Kinderschutzkommission sieht es als vordringliche Aufgabe an, sich mit dem Schutz Minderjähriger vor sexuellem Missbrauch in der Kirche zu beschäftigen. Dazu sollen internationale Leitlinien für kirchliche Einrichtungen erstellt werden. Auch andere Fragen sollen behandelt werden – so die Frage nach der Gestaltung von Seelsorge für Geschädigte und ihre Familien, nach der Sensibilisierung von Priestern für das Thema und danach, wie vorgegangen wird, wenn Bischöfe Anzeigen gegen Priester nicht ernst nehmen. Quelle: radiovaticana.va


11.2.2015 Der Erfstädter Pfarrer Winfried J. wehrt sich gegen die Anschuldigung sexueller Grenzverletzungen gegenüber einem 9 Jahre alten Mädchen.
Quelle: ksta.de


9.2.2015 Luise Schottroff ist tot. Ein Nachruf in der taz


8.2.2015 Der Anwalt des veruteilten Ex-Pfarrers Georg K. hatte vor Gericht von einer “erfolgreichen Therapie” gesprochen, die K. in Südafrika absolviert habe. Es stellt sich heraus, dass der ihn betreuende Pfarrer Stefan H. einen Gesprächstermin für Georg K. bei einer Schönstatt-Schwester vermittelt habe. Quelle: wz newsline


7.2.2015 Papst Franziskus plant einen Gebetstag für Opfer von Kindesmissbrauch. Die vatikanische Kinderschutzkommission hofft auf den Beitrag von Missbrauchsopfern für die Entwicklung von Vorbeugungsprogrammen von Kindesmissbrauch. Quelle: Kleine Zeitung
Kommentar: Ein Gebets- und Gedenktag ist sinnvoll. Gebete jedoch dürfen die Wahrheit nicht zudecken, sie müssen sie aufdecken. Dazu gehört, dass Bischöfe, Generalvikare und Personalchefs Konsequenzen aus ihren Vertuschungen ziehen und zurücktreten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Bischöfe, die vertuscht und Täter geschützt haben, ihren eigenen Verrat an den Opfern offenlegen. Der Rücktritt dieser Bischöfen kann u.a. künftigen Bischöfen deutlich signalisieren, wie ernst die Kirche die Verbrechen an Kindern nimmt. Das ist EIN Beitrag zur Entwicklung von Vorbeugungsprogrammen, er liegt schon lange auf dem Tisch. Die vatikanische Kinderschutzkommission müsste ihn nur noch hören.


6.2.2015 Der kath. Priester aus dem Bistum Aachen, der auch in Südafrika Kinder missbrauchte, ist wegen sexuellen Missbrauchs von 2 Kindern in Deutschland zu 6 Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: welt.de/ spiegel
In der Meldung des Domradios wird ausdrücklich betont, dass nicht die Kirche am Pranger stehe, sondern die Tat eines Einzelnen.


6.2.2015 Ein ehemaliger belgischer Priester ist zum zweiten Mal wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden. 1990 wegen des Missbrauchs von 8 Kindern. Nun sagten mehr als 20 Zeugen in Alaska, Angehörige der Inuits, aus, er habe sie missbraucht. Der Ex-Priester wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Martin Schlüter hat bereits vor Jahren auf den Missbrauch von Eskimos durch katholische Missionare mit eindrucksvollen Bilder aufmerksam gemacht. Quelle: nr.news-republic


6.2.2014 Papst Franziskus unterscheidet beim Schlagen von Kindern zwischen einem Schlagen, das die Würde des Kindes verletzt bzw. nicht verletzt. Mit einem Schlagen, das die Würde des Kindes nicht verletzt, ist er einverstanden. Quelle: Spiegel
Kommentar: Eine solche Äußerung ist angesichts des Leides so vieler Kinder unter elterlicher und sonstiger Gewalt weltweit – auch in Ländern mit gesetzlichem Züchtigungsverbot! – sträflich leichtfertig. Es bleibt zu hoffen, dass die theologischen und kirchenpolitischen Maßnahmen des Papstes qualifizierter als seine pädagogischen Äußerungen sind. Wie kirchliche Missbrauchsopfer ihn im Kampf gegen Missbrauchs-Priester und kirchl. Täter-Schützer weiterhin ernst nehmen sollen, bleibt unklar.


5.2.2015 Im Papstbrief zum Schutz von Kindern vor Missbrauch steht auch, “dass weiter alles nur Mögliche getan werden muss, um in der Kirche die Plage sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen auszurotten und einen Weg der Versöhnung und Heilung zugunsten derer, die missbraucht worden sind, zu öffnen.” Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Zur Heilung und Versöhnung gehört eine solide Aufdeckung der Missbrauchsfälle und die Verantwortungsübernahme derer, die Täter geschützt haben. Wenn der Papst ernst genommen wird, gibt es in Deutschland noch viel zu tun.


4.2.2015 Offener Brief eines Missbrauchsopfers bei den Regensburger Domspatzen an Bischof Vorderholzer.


3.2.2015 Der des Missbrauchs beschuldigte Priester aus Erftstadt erhält die Unterstützung seiner Gemeinde. Gemeindemitglieder sprechen von Vorverurteilung, zweifeln die Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Opfers an und unterstellen, dem Opfer ginge es um Geld. Der Pfarrer räumt die länger dauernden Vorfälle ein, widerspricht jedoch einem sexuellen Motiv. Quelle: ksta.de


3.2.2015 “Der Vatikan hat am Völkermord in Ruanda beteiligte Geistliche nach Darstellung eines ehemaligen UN-Richters vor der Strafverfolgung zu schützen versucht. Neben hochrangigen Politikern und Militärs hätten sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda auch katholische Priester verantworten müssen, “die schwer in den Genozid verwickelt waren”, sagte der Jurist Wolfgang Schomburg dem “Badischen Tagblatt” (Dienstag). “Leider hat der Vatikan sie noch lange hinterher gedeckt.” Quelle: kathpress.co.at


2.2.2015 Im Erzbistum Köln wird einem Pfarrer grenzverletzendes Verhalten vorgeworfen. Quelle: n-tv.de


1.2.2015 Interview mit Matthias Katsch


1.2.2015 Interview mit Gerd Schneider über seinen Film “Verfehlung” Quelle: www.zeit.de


31.1.2015 Im Bistum Essen wurden am 23.1.2015 56 Priester als Missbrauchstäter benannt. Am 12.10. 2014 waren es noch 88 Täter, darunter 35 Bistumspriester und 19 Ordensangehörige. Die Zahl der Priester-Täter hat sich in 3 Monaten also um 21 erhöht. Die Zahl der MissbrauchstäterInnen unter Ordensleuten hat sich um 9 TäterInnen auf 28 erhöht.
Die im Oktober benannten 159 “Hinweise” von Opfern erhöhten sich um 14 auf 173. In der Presse wurde m.W. von keinem einzigen “Fall” berichtet.


30.1.2015 Im Bistum Münster sind inzwischen 100 TäterInnen und 122 Opfer  bekannt. Das sind 11 Opfer mehr als am 30.9.2014 bekannt wurden. Die zuletzt benannte Täterzahl – 60 – enthielt möglicherweise keine Ordenspriester und Laienmitarbeiter. Keiner dieser neuen “Fälle” ging m.W. durch die Presse. Quelle: kirchensite


29.1.2015 Ein zu Unrecht wegen Kindesmissbrauch Verurteilter erhält 50.000 Euro Schmerzensgeld für 683 Tage Haft. Quelle: Spiegel


29.1.2015 Die Erinnerung an die mit dem Namen Auschwitz verbundene Judenvernichtung spielt in der christlichen Theologie kaum mehr eine nennenswerte Rolle. Zu diesem nüchternen Befund kam der Wiener Theologie Jan-Heiner Tück. Quelle: radio Vatikan


29.1.2015 Das Oberlandesgericht Linz entscheidet, ob der ehemalige Konviksdirektor des Stiftes Kremsmünster zu 12 Jahren Haft verurteilt wird. Der Oberste Gerichtshof hat den Schuldspruch bereits bestätigt. Der Täter hat Berufung dagegen eingelegt. Ihm werden sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf 24 ehemalige Schüler vorgeworfen. Quelle: orf


29.1.2015 Auszüge aus dem Buch von Hubert Wolf: Krypta. Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte, München 2015. Quelle: Herder-Korrespondenz
Interview von Hubert Wolf mit dem Deutschlandfunk Teil I und Teil II


29.1.2015 “Wir sind Kirche” kritisiert, dass die Missbrauchsfälle die kath. Kirche bislang nicht veranlassten, nach den strukturell begünstigenden Ursachen und nach dem System an Vertuschungen zu fragen. Quelle: Wir sind Kirche


29.1.2015 Pater Zollner, Psychologe, Theologe und Leiter des vatikanischen Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana, verteidigt den Umgang der kath. Kirche mit Opfern sexuellen Missbrauchs: “Das heißt, dass in vielen Bereichen der Kirche das Bewusstsein da ist. Und auch die Schritte getan werden, um zu systemischen Veränderungen zu kommen.” In Deutschland sei nicht bekannt, dass auch der Vorsitzende der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, die Arbeit des Kinderschutzzentrums unterstütze. Quelle: katholisch.de


28.1.2015 Das Erzbistum Köln will sexuellen Missbrauch am Collegium Josephinum, Bad Münstereifel, wissenschaftlich aufarbeiten.


28.1.2015 Prof. Becker, Opfer des Direktors Otto K. im Erzbischöflichen Collegium Josephinum, trifft im Krankenhaus auf einen Seelsorger, der ebenfalls dort missbraucht wurde. Quelle: berliner-zeitung.de


28.1.2015 Im Bistum Rottenburg sind 169 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester bekannt geworden. Damit hat sich die bislang bekannte Opferzahl um 39 erhöht. Auf katholisch.de war noch vor zwei Tagen von 126 Opfern die Rede. In der Presse war 2014 m.W. lediglich von einem Täter berichtet worden. Neuere Täterzahlen sind nicht bekannt. 159 Hinweise auf Missbrauch hat es in diesen Jahren gegeben. Der Zeitraum betraf die Jahre 1950 bis in die unmittelbare Gegenwart, Schwerpunkt waren laut Lota die Jahre 1960 bis 1980. Genau 88 potenzielle Täter aus dem Bereich des Bistums Essen wurden benannt, darunter 35 Priester und 19 Ordensangehörige, letztere wohl überwiegend aus dem Franz-Sales-Haus. Quelle: derwesten.de


28.1.2015 In Spanien wurden 10 Priester wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Jugendlicher angeklagt. Quelle: Spiegel  nachrichten.at


28.1.2015 Im Bistum Speyer wurden 2014 vierzehn Priester und Kirchenmitarbeiter neu angezeigt wegen sexuellen Missbrauchs. Die Zahl der Opfer sei auf 50 angewachsen. Am 28.1.2015 war von 53 Opfern die Rede. In der Presse wurde m.W. von keinem einzigen “Fall” berichtet. Quelle: swr.de


27.1.2015 Das Bistum Würzburg legt eine neue Missbrauchsbilanz vor: 41 Anschuldigungen bezogen sich auf 33 Priester des Bistums. Im Blick war der Ermittlungszueitraum seit 2010. Quelle: Mainpost


27.1.2015 “Aufklärung unerwünscht” titelt rp-online.


27.1.2015 Im Bistum Paderborn hat sich die Zahl der bekannt gewordenen Priester-Täter mindestens um 10 erhöht auf nunmehr mindestens 47. Die Zahl der bislang bekannten Opfer stieg von 84 auf 95. Quelle: wdr


27.1.2015 Es sind 81% der Deutschen, die die Geschichte der Judenverfolgung “hinter sich lassen” möchten und sich gegenwärtigen Problemen widmen möchten. Das ermittelte die Bertelsmann-Stiftung. 58% der Befragten wollen einen Schlussstrich ziehen. Unter den 40-49-Jährigen gilt dies für jeden Zweiten. Bei den über 60-Jährigen stimmen 61 % zu. In Israel hingegen wollen nur 22% mit der Vergangenheit abschließen – vielleicht können sie es auch nicht: als unmittelbar Betroffene, als Nachfahren der Ermordeten oder Überlebenden. Quelle: taz.de.
Kommentar: Es wird vermutlich keine freie und wirkliche Zukunft geben für diejenigen, die sich nicht erinnern wollen. Dies gilt für jene, die die Shoa vergessen machen wollen. Es gilt auch für diejenigen, die das anhaltende Leid von Missbrauchsopfern hinter Aktionismus, Hochglanzpapieren und (sinnvollen und wichtigen!) Präventionsprojekten vergessen machen wollen. Ich glaube, es braucht Menschen, die dem schrecklichen und oft nicht wieder gut zu machenden Unrecht, das Menschen zugefügt wurde, ins Auge blicken, umkehren zu den Opfern und ehrlichen Herzens an der Seite der Opfer bleiben. Nebenbei: Christen sind Menschen, die sich erinnern – an das Leid des Jesus von Nazareth, eines Juden – und all das Leid, das Menschen zugefügt wurde und wird. 


26.1.2015 Der Regensburger Bischof Voderholzer bat die Opfer um Vergebung. Quelle: tv-aktuell
Vergebung dürfte für viele Opfer schwierig sein, denn in der Regel bereuen die Täter nicht. Und auch diejenigen, die über Jahre hinweg Täter schützten, übernehmen keine Verantwortung für das Im-Stich-Lassen der Opfer. Nach wie vor sind sie Personalchef, Generalvikar und/oder Bischof. Dabei kennt die katholische Kirche den Begriff der “tätigen Reue”, die zu jeder Buße dazugehört. Bitte um Vergebung macht erst Sinn, wenn tätige Reue zu erkennen ist. Die sehe ich in der Regel nicht.


26.1.2015 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, hat eine ernüchternde, teils niederschmetternde Bilanz der letzten 5 Jahre gezogen: Es fehlt an finanziell abgesicherten Beratungsstellen, es mangelt an Therapieplätzen und noch immer sind Tausende Kinder ohne Schutz und noch “immer liegen nahezu alle Täter-Netzwerke in den betroffenen Kirchen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen im Verborgenen. Eine zentrale Aufklärungsstelle gibt es bisher nicht, der Auftrag und das Mandat für eine solch schwierig zu bewerkstelligende Aufgabe sind unklar oder nach wie vor noch nicht vergeben. Und viele Menschen, die als Kinder Opfer sexueller Gewalt von Priestern geworden sind, berichten darüber, dass ihre Fälle dem Vatikan zwar bekannt seien und dort bearbeitet werden sollten, sie aber keine Rückmeldungen auf ihre Fragen bekommen.” So hat Matthias Katsch seit 24 Jahren keine Antwort erhalten. Am Freitag bringen die Regierungsfraktionen einen Antrag im Bundestag ein – eine geplante “Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch” soll mit einem umfangreichen Mandat und genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Quelle: rponline
Im Wortlaut:
P. Mertes SJ: „Der größte Gewinn von 2010 ist, dass kirchlich und auch gesellschaftlich Sprachlosigkeit bei Opfern, Mitwissern und auch bei Tätern aufgebrochen wurde. Das ist zugleich die Voraussetzung für Aufklärung und Prävention. Mein Grundsatz dazu lautet: „Schulen und andere pädagogische Institutionen müssen auf die Gewalt reagieren, die sichtbar ist, um sehend zu werden für die Gewalt, die unsichtbar ist.“
Katsch: „Das Bewusstsein in der Gesellschaft hat sich durch die breite Debatte der letzten Jahre gewandelt. Missbrauch ist Gewalt. Er ist eine Beziehungstat, in deren Mittelpunkt nicht die Sexualität, sondern die Macht gegenüber dem Kind steht. Dieses Machtgefälle setzt sich heute fort, wenn Bischöfe sich beharrlich weigern, mit Betroffenen auf Augenhöhe über ihre Forderungen zu sprechen. So sehr wir alle präventiven und sonstigen in die Zukunft gerichteten Maßnahmen für die Kinder von heute begrüßen, so energisch muss ich an diesem fünften „Jahrestag“ darauf hinweisen, dass die an uns begangenen Taten bislang weder systematisch noch unabhängig aufarbeitet worden sind, so wie wir bisher keine angemessene Entschädigung erhalten.“ Katsch berichtet auch, dass keines der Opfer aus katholischen Institutionen von einem deutschen Bischof angehört worden sei. mehr: sueddeutsche.de und spiegel und spiegel


24.1.2015 Der Ex-Pfarrer von Lebach hat seine Klage zurückgezogen. Er hatte mit der Klage erreichen wollen, dass die von ihm genommenen und gespeicherten Daten, Fotos und Fingerabdrücke gelöscht werden. Sie waren erhoben worden, weil dem Pfarrer versuchter sexueller Missbrauch an einem 15-Jährigen vorgeworfen wurde. Das Verfahren war gegen Zahlung von 6000 € eingestellt worden. Quelle: saarbruecker-zeitung.de


23.1.2015 Im Bistum Essen hat sich seit Oktober 2014 die Zahl der kirchlichen Missbrauchstäter und ihrer Opfer erhöht: Bislang war von 159 Opfern die Rede, nun wird von 173 Opfern ausgegangen. Auf drei der Opfer ging das Bistum von sich aus zu, um einen Antrag zu stellen. Die nun veröffentlichten Zahlen kirchlicher TäterInnen – Diözesanpriester, Ordenspriester, Ordensschwestern – sind nur bedingt mit den im Oktober 2014 genannten Zahlen vergleichbar, weil unklar ist, ob Ordenspriester bereits in der Priesterzahl enthalten sind oder nicht. Es ist von mindestens 14 (bis maximal 30) innerhalb von 3 Monaten neu bekannt gewordenen Tätern und Täterinnen auszugehen. Quelle: Bistum Essen


22.1.2015 Heute begann der Prozess gegen Pater G. aus dem Kloster Ettal. Der Angeklagte bezeichnete alle Vorwürfe als unzutreffend. Daher müssen seine Opfer – zur Tatzeit Kinder unter 14 Jahren und Jugendliche unter 16 Jahren – vor Gericht noch einmal detailliert aussagen. Quelle: Spiegel und Süddeutsche


22.1.2015 Ein 4. Opfer bei den Regensburger Domspatzen hatte sich im März 2010 an das Bistum gewandt – eine Antwort gab es nicht. Quelle: regensburg-digital


22.1.2015 Robert Köhler, Vorsitzender des Vereins der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, zieht eine überwiegend positive Bilanz der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Kloster Ettal. Dort ist es offensichtlich gelungen, dass der Orden die Missstände anerkannte und Verantwortung dafür übernahm. Quelle: katholisch.de


21.1.2015 Im November 2015 wurde bei der Glaubenskongregation eine Stelle eingerichtet, die die Untersuchung von Missbrauchsfällen und anderen delicta graviora beschleunigen soll. Das Gremium soll Einsprüche von Priestern gegen Entscheidungen der Kongregation bearbeiten.
Nun wurden die Mitglieder des Kollegiums benannt: Charles J. Scicluna, Weihbischof in Malta – er war von ca 2001 bis 2012 Justizpromotor an der Glaubenskongregation und mit “delicta graviora” befasst. Weitere Mitglieder sind: Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der Bildungskongregation, Kardinal Attilio Nicora, der emeritierte Präsident der APSA, Kardinal Francesco Coccopalmerio, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Kardinal Giuseppe Versaldi, der Präsident der Wirtschaftspräfektur, die argentinischen Bischöfe José Luis Mollaghan und Juan Ignacio Arrieta Ochoa de Chinchetru. Als zusätzliche Mitglieder wurden Kardinal Julian Herranz und Bischof Giorgio Corbellini ernannt. Quelle: Radio Vatican


21.1.2015 Der Prozess gegen das Kloster Mehrerau von Egbert Schmoll, überarbeitet


20.1.2015 Bericht über die Kritik von Missbrauchsopfern an der Aufklärung der Missbrauchsfälle im Bistum Trier (ab Minute 19.51) Quelle: swr


20.1.2015 Klaus Mertes, SJ, weist darauf hin, dass es bis in die Führungsspitze der Kirche hinein „immer noch Kräfte, die aus der Verteidigungshaltung nicht herauskommen“, gebe. Grund dafür sei vor allem der fehlende Kontakt zu Opfern sexuellen Missbrauchs. Quelle: FR


20.1.2015 Die Bistümer Mainz und Speyer berichteten dem Morgenweb neue Opferzahlen. Im Bistum Mainz erhöhte sich die Opferzahl um 2 auf nunmehr 42 anerkannte Opfer. Das Bistum Speyer spricht von 52 Opfern und damit von 13 Opfern mehr als bislang bekannt. Täterzahlen wurden nicht genannt. Quelle: morgenweb


20.1.2015 “Hier muss die Kirche genau hinhören, was die Betroffenen wollen. Das kann nicht nur in der Zahlung einer Geldsumme bestehen,” sondern “in einer ehrlichen Anerkennung des Leides. Manche Opfer wünschen sich das noch stärker.” Diese Empfehlung gibt der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing der katholischen Kirche mit Blick auf die Opfer sexuellen Missbrauchs. Quelle: Radio Vatikan und Morgenweb
Kommentar: Damit spricht Dreßing aus, was ich von vielen kirchlichen Opfern höre: Ihnen fehlt die “ehrliche Anerkennung”.


19.1.2015 In einem Offenen Brief wendet sich das Missbrauchsopfer aus dem Bistum Regensburg, dessen Fall neu aufgerollt werden soll, an das Bistum. Er widerspricht dem Bistum, dass neue Fakten die Wiederaufnahme des Verfahrens begründeten – die Fakten seien dem Bistum längst bekannt. Außerdem warnt dieses Opfer andere Opfer, sich an das Bistum zu wenden. Quelle: regensburg-digital


19.1.2015 Das Erzbistum Berlin veröffentlicht zum dritten Mal einen Zwischenbericht zu den Missbrauchsfällen im Erzbistum und Orden, soweit sie im Dienste des Erzbistums standen. Die Zahl der Täter hat sich im letzten Jahr um drei – auf 31 – erhöht. Drei weitere Opfer haben Anträge auf Leistungen in Anerkennung ihres Leids gestellt. Quelle: Erzbistum Berlin


18.1.2015 Hans Zollner, SJ, vatikanische Kinderschutzkommission, hält das Zölibatsgebot als solches nicht für einen spezifischen Auslöser für Missbrauch in der kath. Kirche. Auch die Vertuschung der Verbrechen geschehe nicht nur in der kath. Kirche, sondern z.B. auch in Schulen oder bei der BBC. Quelle. http://www.eslarn-net.de


16.1.2015 Der Prozess gegen den letzten verdächtigten Pater G. vom Kloster Ettal beginnt am kommenden Donnerstag. Es dürfte der letzte der insgesamt 3 Prozesse sein. Die beiden anderen Prozesse endeten mit Bewährungsstrafen. Verdächtigt wurden 15 Patres und 3 weltliche Erzieher, die zwischen 1960 und 1990 Schüler körperlich oder sexuell missbraucht haben sollen. Der Sonderermittler Pfister sprach 2011 von wahrscheinlich mehreren hundert Opfern.
Pater G. ist wohl der letzte, der sich verantworten muss. Viele andere Beschuldigte sind tot oder ihre Taten verjährt. Die Vorwürfe gegen G. sind seit 2005 (!) bekannt. Der Geistliche soll sich an insgesamt vier seiner Schüler vergangen haben. Die Opfer waren zu den mutmaßlichen Tatzeitpunkten noch keine 16 Jahre alt. Ettaler Missbrauchsopfer hingegen sprechen von 20 Opfern dieses Mannes. Quelle: merkur-online.de


16.1.2015 Der in Krefeld wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht stehende Pfarrer K. aus dem Bistum Aachen wollte heute dann doch nicht aussagen. Beide Opfer wurden inzwischen vor Gericht vernommen, eines der Opfer zweimal. Quelle: Aachener Zeitung


16.1.2015 Der Bistumssprecher des Bistums Regensburg, Clemens Neck, begründete, warum das Bistum den Fall des in der ARD-Dokumentation über Regensburger Domspatzen erneut prüfen wolle damit, dass in der Sendung Aussagen zu Straftaten gemacht wurden, die bislang nicht in den Akten stehen. Die Schwester des Betroffenen sagt:  „Es ist jetzt acht Jahre her, seit sich mein Bruder an das Bistum gewandt hat. Seitdem ist dort alles ganz genau bekannt und dokumentiert.“ Quelle: regensburg-digital


15.1.2015 Das Bistum Regensburg rollt nun doch den Fall eines Missbrauchsopfers wieder auf, das in der ARD-Dokumentation “Sünden an den Sängerknaben” von seiner Ablehnung des Antrags durch das Bistum Regensburg berichtet hatte. Ein ehemaliges MItglied der Domspatzen und Opfer rät Opfern ab, sich an das Bistum Regensburg zu wenden. Quelle: nordbayern.de


15.1.2015 Die mit der wissenschaftlichen Erforschung des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und sonstige MitarbeiterInnen der kath. Kirche betrauten Forscher führen derzeit Interviews mit Opfern und Tätern. 46 Opfer und 6 Täter wurden bislang befragt. Zum Forschungsauftrag gehört nicht, als mögliche Ursache auch den Pflichtzölibat zu untersuchen – individuelles “Fehlverhalten” soll erforscht werden. Zwar heißt es, dass der wichtigste Wert der Studie “in den aus den Erkenntnissen gezogenen Konsequenzen liegen” werde. Vermutlich sind damit nicht die Konsequenzen gemeint, die Kirchenverantwortliche, die Täter schützten und Verbrechen vertuschten, von kirchlichem oder staatlichen Recht zu erwarten haben.
Statistische Erkenntnisse über die relative Häufigkeit von sexuellem Missbrauch durch Geistliche sind ebenfalls nicht zu erwarten – dafür sind die Fallzahlen zu gering und es fehlen Vergleichszahlen von anderen besonders gefährdeten Berufsgruppen (Lehrer, Mediziner, Jugendbetreuer).1
 Quelle: rp-online.de und tagesspiegel.de und kath.ch und katholisch.de
An anderer Stelle heißt es: “Schließlich gebe es bereits Untersuchungen, wonach das Ausmaß an Kindesmissbrauch unter katholischen Priestern nicht größer sei als unter evangelischen Geistlichen oder Trainern.” Diese Aussage wird immer wieder getätigt, einen Beleg dafür habe ich bislang nicht gefunden. Auch über den Prozentsatz der Männer (und Frauen), die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen verüben, gibt es bislang keine Untersuchungen.
Die John-Jay-Studie spricht 2011 von 4,3 % Tätern unter den Priestern in den USA. 2009 nannte Kardinal Hummes 4 % Täter. Papst Franziskus halbierte diese Zahl am 13.7. 2014 auf 2 % Täter – das hätten ihm seine vatikanischen Mitarbeiter gesagt. Richard Sipe spricht von 6-9% Tätern.


15.1.2015 Die katholiche Kirche hat 1500 Anträge von Missbrauchsopfern kirchlicher Täter bearbeitet. Ca 95 % der Anträge wurde stattgegeben. Quelle: rp-online.de


15.1.2015 Interview mit Bischof Dr. Ackermann über die Missbrauchsdebatte und ihre Konsequenzen für die Kirche. Quelle: katholisch.de
Interview mit einem Betroffenen.


14.1.2015 Im Bistum Lausanne, Genf, Freiburg (Schweiz) lässt der Bischof sexuelle Übergriffe und Misshandlungen im ehemaligen Waisenhaus und Pensionat Marini im Broyebezirk von zwei externen Experten untersuchen. Die Untersuchungen gelten für die Zeit zwischen 1930 und 1950. Quelle: srf.ch


14.1.2015 In Nitra, Slowakei, wurde ein kath. Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs eines 11jährigen Mädchens zu einer bedingten dreijährigen Haftstrafe und einer Sexualtherapie verurteilt. Das milde Urteil rief Empörung hervor. Ein kirchenrechtliches Verfahren steht noch aus. Quelle: heute.at


13.1.2015 Der in Krefeld vor Gericht stehende kath. Pfarrer Georg K., dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, will nun doch vor Gericht aussagen. Georg K. spricht – fälschlicherweise – davon, dass er in Südafrika freigesprochen wurde. Tatsache ist, dass das Verfahren vorerst eingestellt wurde und er nach Deutschland überstellt wurde, weil hier eine höhere Strafe zu erwarten ist. Quellen: rponline und express


13.1.2015 Zwischen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal und den Heimopfern, die sich im Februar treffen wollten, kommt es immer wieder zu Irritationen. “Doch auch abseits der aktuellen Aufregung verläuft der Aufarbeitungsprozess nicht reibungslos. Denn es gibt auf beiden Seiten Kräfte, die die Erinnerung an die Ereignisse am liebsten ruhen lassen möchten.” Quelle: Stuttgarter Zeitung und tagblatt.de


13.1.2015 Fünf Jahre nach dem sog. “Krisenjahr der kath. Kirche” zieht Bischof Ackermann eine vorläufige Bilanz: Die Missbrauchsdebatte habe zu einem Reinigungsprozess der Kirche geführt, dieser Prozess sei aber noch lange nicht zu Ende. Nun gelte es, nach vorne zu schauen und sich den Themen “Missbrauch und Mobbing im Internet” zu widmen. Auch Klaus Mertes zog “vorsichtig eine optimistische Bilanz”. Quelle: radio vatikan und Domradio
Ob die Missbrauchsopfer von Priestern und Ordensleuten diese Sicht teilen, ist den Artikeln nicht zu entnehmen. Sie müssten es vermutlich am besten wissen.


10.1.2015 Der Anwalt des Bistums Regensburg nimmt auf regensburg-digital Stellung zu dem Fernsehbeitrag der ARD über drei ehemalige Domspatzen und ihre Erfahrungen dort und über die Erfahrungen, die sie mit dem Bistum Regensburg machten. Das Bistum Regensburg berichtet von Donausegnung, den Sternsingern, einer “trau-dich”-Aktion von Paaren… Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der drei ehemaligen Regensburger Domspatzen finde ich nicht.


9.1.2015 Der Priester aus dem Bistum Aachen, dem sexueller Missbrauch in Deutschland (und Südafrika) vorgeworfen wird, verweigert die Aussage. Deshalb müssen seine Opfer nun vor Gericht aussagen. Die Kirche wusste seit 2003 von den Vorwürfen. schickte den Pfarrer 2007 dennoch nach Südafrika. Quelle: express.de


9.1.2015 Der Vatikan hat bislang weder die UN-Menschenrechtserklärung noch die Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichne, weil der Mensch nicht über sich selbst bestimmen könne. Er habe sich vielmehr dem Naturrecht unterzuordnen. Quelle: Deutschlandfunk


8.1.2015 Kardinal Burke beklagt die Verweiblichung der kath. Kirche, Männer seien durch die Frauen “marginalisiert” worden. Erkennbar sei dies daran, dass weibliche Messdiener zugelassen wurden. Weil Jungen nicht tun wollten, was Mädchen tun, seien die Priesterberufungen zurückgegangen. Die Feminisierung der Kirche habe auch dazu geführt, dass Priester Kinder missbraucht hätten – die Priester seien feminisiert worden und verwirrt über ihre eigene sexuelle Identität. Quellen: welt.de und religionnews.com
Kommentar: Es ist ein beliebtes Spiel, Sündenböcke zu suchen. Das hat in der Theologie (und nicht nur dort) eine sehr lange Tradition.


8.1.2015 ARD/SWR – Mediathek: Doku zu den Regensburger Domspatzen und der “Aufklärung” der kath. Kirche im Bistum Regensburg


8.1.2015 Inzwischen gibt es viele Hinweise, dass sozial und emotional belastende Situationen – wie ein Trauma sie darstellt – auf Dauer den Organismus angreifen und die Immunabwehr schwächen. Dadurch können im Körper chronische Entzündungsvorgänge aktiviert werden. Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass viele Krankheiten – u.a. Diabetes, Gefäßverkalkung, Demenz – durch chronische Entzündungsprozesse entstehen. Quelle: Süddeutsche


8.1.2015 Ein inzwischen pensionierter Priester aus dem Bistum Trier klagt gegen die Polizei. Er fordert die Löschung seiner Fotos und Fingerabdrücke. Gegen ihn war wegen versuchten Missbrauchs eines Jungen ermittelt worden. Gegen Zahlung von 6000 Euro wurde das Verfahren eingestellt. Der Seelsorger soll dem Minderjährigen Geld für Sex angeboten haben. Der Junge hat – nach Angaben der Ermittler – das Geld angenommen, die vereinbarten sexuellen Handlungen jedoch fanden nicht statt. Der Priester bestritt die Vorwürfe. Quelle: saarbruecker-zeitung.de


7.1.2015 Heute Abend, 23.30 Uhr, gibt es in der ARD eine Doku zu den Regensburger Domspatzen


4.1.2015 Einladung zur Buchvorstellung “Der Pfarrer und die Detektive”, von Johannes Heibel. Viersen, 20.1.2015, 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), Mehrgenerationenhaus der Caritas (Bistro), Heierstraße 17


1.1.2015 Hinweis: Am Mittwoch, 7. Januar, 23.30 Uhr sendet die ARD einen Film über die Erfahrungen von ehemaligen Regensburger Domspatzen mit vielfältiger Gewalt und mit der Aufklärung durch die Kirche. Quelle: mittelbayerische.de