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Presse

Missbrauch in der katholischen Kirche

1. Quartal 2014

30.3.2014 Interview mit dem Kirchenrechtler Prof. Norbert Lüdecke in WDR 5, “Jenseits von Eden” ab Sendeminute 2. Thema: Die neue Missbrauchsstudie. Lüdecke sagt, dass die Geheimarchive der 27 Bistümer von den für sie verantwortlichen Bischöfen laut Kirchenrecht auch nicht für die Forschung zur Verfügung stehen dürfen. Die zu befragenden Bischöfe, von Bischof Dr. Ackermann “Kirchenverantwortliche” genannt – haben bislang keine Verantwortung für die Vertuschungen übernommen und keine Konsequenzen gezogen. Ob sich das mit dem neuen Forschungsprojekt ändern wird, bleibt abzuwarten.

29.3.2014 Die italienische Bischofskonferenz hat neue Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen vorgelegt. Danach sind Bischöfe nicht verpflichtet, den Staat über Missbrauchs-Priester zu informieren, sie haben jedoch “die moralische Pflicht, zum Gemeinwohl beizutragen.” Quelle: kath.web


28.3.2014 Der kürzlich ernannte neue Finanzchef des Vatikans, der australische Kardinal George Pell, hat Fehler im Umgang mit einem Missbrauchsopfer in seiner bisherigen Diözese Sydney eingeräumt. „Wir haben, teils unbeabsichtigt, in unserer moralischen und seelsorglichen Verantwortung vielfach versagt“. Quelle: orf und NZZ


28.3.2014 Das Kloster Mehrerau aus der Sicht der Opfer. Quelle: egbert-schmoll.com


27.3.2014 Ein ehemaliger Bischof der anglikan. Kirche von England muss am 10.4.2014 vor Gericht erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1977 und 1992 sein Amt zu sexualisierter Gewalt an Jungen benutzt zu haben. Quelle: the guardian


26.3.2014 Das Verfahren gegen einen ehemaligen Pfarrer der Pfarreiengemeinschafte Lebach wegen sexuellen Missbrauchs wurde eingestellt. Der Priester muss eine Geldbuße von 6000 Euro zahlen. Er hat inzw. auf sein Amt verzichtet. Er hatte einem 15-Jährigen Geld für sexuelle Handlungen angeboten. Ob es eine kirchenrechtliche Ahndung gibt, ist nicht bekannt. Quelle: Saarbrücker Zeitung


26.3.2014 Der Limburger Bischof wird nicht nach Limburg zurückkehren. Er hat schon seit Oktober 2013 seinen Amtsverzicht angeboten, den der Papst nun annahm. Quelle: Zeit.de


25.3.2014 In “Residential Schools”, in denen bis 1980 Indianisch stämmigen Kindern ihre Kultur ausgetrieben werden sollte, kam es zu Folter, sexueller Gewalt und körperlicher Gewalt. Quelle: mz.web


24.3.2014 “Missbrauchte schämen sich” Interview mit Ebba Hagenberg-Miliu. Quelle: Deutsche Welle


24.3.2014 Bischof Dr. Ackermann hat heute das neue Forschungsprojekt über sexuelle Gewalt in der kath. Kirche vorgestellt. Der Forschergruppe gehören 7 ForscherInnen an, u.a.:  Prof. Dreßing, Forensische Psychiatrie am Zentralinstitut für seelische Gesundheit;  der Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Heidelberg, Prof. Dieter Dölling, und der Leiter des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, Professor Andreas Kruse. Das Projekt konzentriert sich bevorzugt auf qualitative Untersuchungen. Quantitative Daten sollen erhoben werden zur Auftretenshäufigkeit und zum Umgang mit sexuellen Missbrauchshandlungen an Minderjährigen durch Geistliche. Dazu werden in 9 Bistümern Personalakten von 1945 bis heute nach Taten (nicht auch nach Tätern?) und nach Opfern untersucht. In 18 Bistümern umfasst die Untersuchung den Zeitraum ab 2000 bis heute.
Darüber hinaus sollen Täterstrategien, Opfererleben und das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche untersucht werden. Tiefeninterviews mit Opfern, Kirchenverantwortlichen und Tätern sind geplant. Quelle: katholisch.de


23.3.2014 Der Theologe Hoff nimmt Stellung zur Äußerung von Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, dass gegen den Limburger Bischof eine “Menschenjagd” stattgefunden habe. “Für Müller geht es im Fall des Limburger Bischofs ums Ganze. Die Kirche darf sich nicht von außen – und dann auch noch öffentlich – kontrollieren lassen. Sie bestimmt die Gesetze ihrer Kommunikation und Entscheidungsgewalt selbst – intern. Müller geht in seiner Solidarität mit dem Limburger so weit, dass für ihn Fragen wie die juristisch einschlägige Lüge des Bischofs keine Rolle spielen können. Eine kirchliche Lappalie offensichtlich. Schließlich steht etwas Grundsätzlicheres auf dem Spiel. An der Entscheidung zu Tebartz-van Elst erweist sich, wo es in der Kirche langgeht.” Quelle: Christ und Welt


22.3.2014 Die Besetzung der Kinderschutzkommission im Vatikan mit 8 Personen ist beschlossen. Ihr gehören an: P. Zollner (SJ, Rom bzw. Deutschland), Sean Patrick O’Malley (Kardinal , Boston), Hanna Suchocka (Polen), Humberto Miguel Yánez (SJ, Argentinien) und Marie Collins (Irland). Die weiteren 3 Mitglieder sind Claudio Papale (Kirchenrechtler, Jurist, Italien), Sheila Hollins (Psychiatrieprofessorin), Dr. Catherine Bonnet.  Die Hälfte der Mitglieder sind Frauen, fünf sind Laien. Quelle: Radio Vatikan und orf


20.3.2014 Opfer des Aloisiuskollegs berichten von ihren Erfahrungen mit einem Täter und vom Umgang mit den Missbrauchsfällen am Aloisiuskolleg: podcast-ww.wdr.de und Text von Christoph Fleischmann.


Buchhinweis: Ebba Hagenberg-Miliu (Hg.): Unheiliger Berg. Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.
Hier mehr


20.3.2014 Wenn das keine gute Nachricht ist: “Im Bistum Würzburg ist die Bewältigung der Missbrauchsproblematik gelungen”, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Diözese Würzburg. Zwischen 3/2013 und 3/2014 wurden 4 Vorwürfe gemeldet. 2012/2013 waren es 14 Fälle und 2011/2012 waren es 62 Fälle. Quelle: br.de


19.3.2014 Unter der schönfärberischen redaktionellen Überschrift “Das Grundvertrauen bleibt” bringt das Domradio ein Interview mit Klaus Mertes, SJ, der am Sonntag den Herbert Haag-Preis erhielt. Zu ergänzen wäre nämlich, was Mertes auch sagt: “Auch frage ich mich: Wie kann ich das Vertrauen in bestimmte kirchliche Personen und Strukturen neu finden? Die Antwort lautete und lautet in einigen Fällen: Es geht definitiv nicht mehr. Diesen Vertrauensverlust habe ich akzeptieren müssen.” Der Preisträger weist darauf hin, dass es schwer für Kirchenverantwortliche ist, u.a. für Personalverantwortliche, zuzugeben, dass sie weggeschaut haben. Gelernt habe er 2010, dass es nicht genügt, die Täter aufzudecken und zu bestrafen, sondern zu fragen: “Wie haben die Kinder das erlebt? Wie informieren wir die Eltern?” Quelle: Domradio
Kommentar: Zu ergänzen wäre, dass immer noch die Frage an die inzwischen erwachsen/alt/älter gewordenen Opfer fehlt, was die denn brauchen.


18.3.2014 US-Fahnder haben einen internationalen Kinderpornoringe im Internet ausgehoben: 14 Verdächtige wurden festgenommen und angezeigt. 27.000 Kunden wurden “bedient”, mehr als 250 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren wurden dafür ausgebeutet. Quelle: Süddeutsche


18.3.2014 Ein polnischer katholischer Priester wurde verhaftet, weil ihm sexueller Missbrauch eines Minderjährigen und das Zeigen von Kinderpornografie in der Zeit vom 1.1.2000 und dem 7.1.2003 vorgeworfen wird. Bereits 2001 wurde der Priester wegen sexueller Gewalt an einem Ministranten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Offensichtlich wurde er nach dieser Verurteilung erneut in priesterlichem Dienst eingesetzt. Quelle: thenews.pl


16.3.2014 Klaus Mertes, SJ, hat den Herbert Haag-Preis erhalten. Er sagte, der Sprung aus der kirchlichen Sprachlosigkeit über die Missbrauchsskandale gehe nicht ohne Schmerzen, führe jedoch zu einer Veränderung des Selbstbildes. Er äußerte die Hoffnung, dass mit Papst Franziskus, SJ, eine neue Chance bestehe, auf das Missbrauchsthema zuzugehen. Quelle: kipa


15.3.2014 Die Öffentlichkeit geht davon aus, dass sexuelle Gewalt im kath. Kirchenrecht strenger gehandhabt wird als im staatlichen Recht. Das Erzbistum Berlin hörte den Täter an, der Täter gestand, unterschrieb jedoch das Vernehmungsprotokoll nicht, weil er davon ausging, die Vernehmung sei ein seelsorgliches Gespräch gewesen.
Der Vatikan wurde über den Vorgang informiert, ihm lag auch das nicht unterschriebene Vernehmungsprotokoll vor. Er reagierte, dass der Priester wieder eingesetzt werden könne, wenn ein forensisches Gutachten ergebe, dass der Täter keine Gefahr mehr für Kinder und Jugendliche darstelle. Daraufhin rehabilitierte das Erzbistum Berlin den Täter und informierte die Gemeinde: “Die staatlichen und kirchlichen Untersuchungen gegen Ihren Pfarrer sind inzwischen ergebnislos eingestellt worden. Aus unterschiedlichen Gründen hat das kirchliche Verfahren sehr lange gedauert und damit alle Beteiligten unnötig belastet. Ich bedaure dies ausdrücklich und bitte um Entschuldigung. Für Ihren Pfarrer steht der Wiederaufnahme seines priesterlichen Dienstes nichts mehr entgegen.” Nun hat das Opfer protestiert und das Erzbistum Berlin gestand zu, man habe nicht bedacht, wie die Erklärung auf das Opfer wirken würde: „Wir hatten im Ordinariat wohl zu sehr den Täter im Blick und nicht das Opfer“, sagte der Pressesprecher. Quellen: pnn.de und Tagesspiegel vom 20.3.2014


14.3.2014 Die Beratung ehemaliger Heimkinder ist teurer als die für den Südwesten veranschlagten 6,2 Millionen Euro, weil der Bedarf alle Erwartungen übertrifft. Derzeit müssen die mehr als 1000 Männer und Frauen, die einen Antrag stellten, monatelang warten. In Zukunft sollen die Verwaltungskosten der Anlauf- und Beratungsstelle für Heimkinder 10% des Fonds für die Heimkinder (!) betragen dürfen, nicht wie bisher 5%. Die Mittel für die Beratung ehemaliger Heimkinder im Südwesten sollen nach einer Empfehlung des Sozialausschusses des Landtags voraussichtlich verdoppelt werden. Quelle: focus


14.3.2014 Der Unterthürheimer Pfarrer ist wegen des Besitzes von Kinder- und Jugendpornos, vom Augsburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden. Der Benediktiner soll sich in den 80er Jahren in Österreich an einem Jugendlichen vergangen haben. Sein Anwalt sagte, er könne sich nicht vorstellen, wie die Vorwürfe zustande kamen. Sie seien von einem psychisch schwer gestörten Mann gekommen. Quelle: rt1-nordschwaben
Kommentar: Je schlimmer die Gewalt war, desto mehr ist mit psychischen Folgeschäden zu rechnen. Dass die Folgeschäden dann dem Opfer als Unzurechnungsfähigkeit zugerechnet werden, ist eine durchaus übliche Täterstrategie.


14.3.2014 Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Neustart des Forschungsprojektes “Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz” beschlossen. Konkrete Details wollten die Bischöfe nicht nennen. Quelle: Südwestpresse


12.3.2014 In einem Brief an Papst Franziskus hat ein Potsdamer Katholik jetzt seinen Missbrauchsfall bekannt gemacht. Quelle: maz-online


12.3.2014 “Immer mehr Kinder werden Opfer sexueller Ausbeutung. Ein UN-Bericht kritisiert die dahinter stehende Industrie. Die Nachfrage steige weiter – “unterstützt durch ein Milieu aus sozialer Toleranz, Komplizenschaft und Straflosigkeit”. ” Quelle: Süddeutsche


11.3.2014 Das Erzbistum Philadelphia, USA, stellt Beihilfen für die Opfer pädophiler Kleriker ein. Bislang erhielten 13 Kinder von Opfern sexueller Gewalt durch Priester des Erzbistums Zuschüsse zum Schulgeld, insgesamt 196.000 €, derzeit erhalten kaum 6 Opfer Zuschüsse. Das Erzbistum erklärte, die Hilfen für einzelne Familien sollten fortgesetzt werden als “klares Signal für das Engagement des Erzbischofs für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker. Einige Opfer sind empört, weil sie erst jetzt von solchen Unterstützungsleistungen erfahren. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Was es bedeutet, dass Beihilfen eingestellt werden und zugleich weitergezahlt werden, kann ich leider nicht erklären…


9.3.2014 “Auch Behinderte litten früher in Kinderheimen – doch beim Fonds „Heimerziehung“ gehen sie leer aus. Ein fatales Versäumnis soll nun geheilt werden.” Quelle: tagesspiegel.de
Kommentar: Wenn es denn wahr wird…


9.3.2014 In der Schweiz (Wohnbevölkerung ca 8,1 Millionen Menschen) gehen jährlich zwischen 3500 und 4000 Meldungen über sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen bei der Polizei ein. (Zum Vergleich: In Deutschland wurden bei 80 Millionen Menschen 2012 ca 14.865 Fälle gemeldet.) Quelle: aargauerzeitung.ch


9.3.2014 Edathy will ein Buch schreiben. Quelle: Süddeutsche
Merke: Nicht die Opfer sind die Opfer, sondern ein erwischter Täter und ggf. seine Institution ist das wahre Opfer. Das gilt auch für die KAB, deren Vorstandsmitglied wegen Kinderpornographie, d.h. wegen des Anschauens von Bildern, die die sexuelle Folter von Kindern zeigen, zurückgetreten ist. Der KAB geht es um die Institution, nicht um die Opfer. Offensichtlich ist auch dort noch nicht angekommen, dass die Opfer mitten unter uns leben und die Täter auch.


8.3.2014 Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war schon zu Lebzeiten seines Vorgängers Johannes Paul II. von dessen Heiligkeit überzeugt. Das sagte er in seinem im ersten Interview nach seinem Amtsverzicht Ende Februar 2013. Für ihn war das Hauptkriterium der Heiligkeit von Johannes Paul II. dessen Mut zur Wahrheit. Quelle: Domradio

Kommentar: Die Legionäre Christi, die Opfer ihres Gründers wurden, der von Johannes Paul II. geschützt wurde, werden das sehr anders sehen.


8.3.2014 Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war schon zu Lebzeiten seines Vorgängers Johannes Paul II. von dessen Heiligkeit überzeugt. Das sagte er in seinem im ersten Interview nach seinem Amtsverzicht Ende Februar 2013. Für ihn war das  Hauptkriterium der Heiligkeit von Johannes Paul II. dessen Mut zur Wahrheit. Quelle: Domradio
Kommentar: Die Legionäre Christi, die Opfer ihres Gründers wurden, der von Johannes Paul II. geschützt wurde, werden das anders sehen.


8.3.2014 Der Sekretär der Bildungskommission der Konferenz der Bischöfe von England und Wales aus dem Dominikaner-Orden hat gestanden, 5005 zum Teil extrem brutale Bilder von Kinderpornographie, d.h. Folter von Kindern, zu besitzen. Er wurde suspendiert. Urteilsverkündung ist am 31. März.
Quelle: The tablet


7.3.2014 Das Gericht in Südafrika hat die Verhandlung gegen Pfarrer Georg K., dem auch in Deutschland sexuelle Gewalt gegen Kinder vorgeworfen wird, auf den 3.4.2014 vertagt. Dann soll geprüft werden, wie mit dem Auslieferungsantrag aus Deutschland verfahren werden soll. Inzwischen sind Jahre seit der Anzeige gegen K. vergangen. Erste Hinweise erhielt das Bistum Aachen anonym bereits 2003, nahm sie aber erst Anfang 2010 ernst.
Quelle: wz-newsline.de


5.3.2014 Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt gegen den Bundesvorsitzenden der KAB wegen des Verdachts der Kinderpornographie. Der Geständige ist noch im November 2013 als Mitglied in den Hauptausschuss des Zentralkommitees der Katholiken gewählt worden. Er ist
auch CDU-Mitglied. Quelle: www.focus


6.3.2014 Der geständige Kinderpornographie-Konsument entschuldigt sich: „Ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die durch mein Handeln Leid erfahren – bei meiner Familie, bei Freunden, bei den Politikern, bei den Bischöfen und bei meinem Verband. Ich kann verstehen, dass jetzt viele Menschen zutiefst enttäuscht sind.“

Kommentar: Er hat eine Gruppe bei seiner Entschuldigungsbitte vergessen: Die Opfer. Jene Kinder, deren sexuelle Folter er angeschaut hat.


5.3.2014 Gegen einen langjährigen Berater von David Camerone wird im Zusammenhang mit Kinderpornographie ermittelt. Er wurde verhaftet. Quelle: Blick.ch


5.3.2014 „Voglio dire due cose. I casi di abusi sono tremendi perché lasciano ferite profondissime. Benedetto XVI è stato molto coraggioso e ha aperto una strada. La Chiesa su questa strada ha fatto tanto. Forse più di tutti. Le statistiche sul fenomeno della violenza dei bambini sono impressionanti, ma mostrano anche con chiarezza che la grande maggioranza degli abusi avviene in ambiente familiare e di vicinato. La Chiesa cattolica è forse l’unica
istituzione pubblica ad essersi mossa con trasparenza e responsabilità. Nessun altro ha fatto di più. Eppure la Chiesa è la sola ad essere attaccata“.
Übersetzung: Zwei Dinge möchte ich sagen: Die Missbrauchsfälle sind schrecklich, weil sie tiefe Wunden zurücklassen. Benedikt XVI. war sehr couragiert und hat eine Straße geöffnet. Die Kirche hat viel auf dieser Straße gemacht. Vielleicht am meisten. Die Statistik des Phänomens der
Gewalt gegen Kinder ist beeindruckend, aber sie zeigt mit Deutlichkeit, dass die große Mehrheit des Missbrauchs in der familiären Umgebung und in der Nachbarschaft geschieht. Die kath. Kirche ist die einzige öffentliche Institution, die sich mit Transparenz und Rechenschaft bewegt hat. Niemand anders hat mehr getan. Doch die Kirche ist die einzige, die angegriffen wurde. Quelle: La corriere
Kommentar: Ermutigend klingt das nicht. Und natürlich gibt es in Familien mehr sexuelle Gewalt als in der Priesterschaft – es gibt ja auch mehr Familien als kath. Priester. Eine halbwegs zuverlässige Aussage über die Häufigkeit sexueller Gewalt in der Priesterschaft kann erst getroffen werden, wenn es entsprechende unabhängige Untersuchungen gibt. Für Deutschland gibt es die noch immer nicht. Dass „die Kirche“ transparent mit
den Missbrauchsfällen umgegangen ist, dürfte für einige Verantwortliche zutreffen – und für viele leider immer noch nicht. Wären die Aufklärung und der Opferschutz Chefsache für den Papst, würde seine Äußerung zum Thema anders klingen.   


5.3.2014 Nach einer repräsentativen EU-Studie hat in Deutschland jede 3. Frau seit dem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt, jede 20. Frau wurde vergewaltigt, 12% der Frauen wurden vor ihrem 15. Lebensjahr Opfer sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs durch einen Erwachsenen, d.h. jede 8. Frau. Jede 3. Frau berichtet von psychischer Misshandlung in der Partnerschaft, 18% berichten, dass sie Stalking-Opfer wurden. Nur jedes 4. Opfer von Gewalt geht zur Polizei. Quelle: spiegel.de/

Kritik an dieser Studie finden Sie hier – es ist niemandem gedient, wenn die Forscher unseriös arbeiten.


4.3.2014 Gespräch über die Schweizer Verdingkinder Quelle: www.srf.ch/


4.3.2014 Über die vielen Worte und die wenigen Taten für Opfer von Gewalt in Kindheit und Jugend in Deutschland. Quelle: www.spiegel.de


1.3.2014 Bei einem BKA-Spitzenbeamten wurde kinderpornographisches Material entdeckt, das illegal und strafrechtlich relevant war. Das Material wurde  Anfang 2012 der Staatsanwaltschaft übergeben. Der Beamte zahlte Ende 2012 einen Strafbefehl, um einen Prozess zu vermeiden und wurde ein Jahr später in den Ruhestand versetzt. Quelle: FR


28.2.2014 Im Erzbistum Berlin wurde ein Priester, der 2010 den sexuellen Missbrauch eines Jungen in einem Gespräch mit dem damaligen Weihbischof und dem Domprobst Stefan D. gestanden hatte, vollständig rehabilitiert und wieder in seinen Dienst eingesetzt. Die Gemeinde wurde darüber informiert, dass die kirchliche Untersuchung ergebnislos eingestellt worden wäre. Generalvikar und Domprobst gaben die Information über das Geständnis nicht an die Staatsanwaltschaft weiter. Als das Opfer sich im Sept. 2013 erneut an das Erzbistum wandte, sei es ‚auf einen
Missbrauchsbeauftragten getroffen, der ihm im Gespräch signalisiert habe, es lohne sich doch nicht, gegen Windmühlen
anzukämpfen.‘ Quelle: berliner-zeitung.de


27.2.2014 Im Bistum Augsburg – Unterthürheim – wurde ein Pater wegen des Besitzes von pornographischen Darstellungen von Kindern und Jugendlichen verurteilt. Einem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, der im Ausland stattgefunden haben soll, ging das Gericht nicht nach. Quelle: http://www.stadtzeitung.de


24.2.2014 Die katholische Kirche in Kroatien hat einen Priester nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Es ist die erste Verurteilung nach dem Kirchenrecht in Kroatien. Das Strafmaß wurde nicht bekanntgegeben. 2012 berichteten Medien von angeblich mehr als 100 Jungen und von Priestern, die Opfer dieses Pfarrers geworden sein sollen. „Von seinen Untaten sollen alle in der Kirche gewusst haben, hieß es damals, doch soll der nun verurteilte Geistliche einen mächtigen Beschützer gehabt haben. Dieser sei im Vatikan wegen der Vergewaltigung einer Ordensschwester vor Gericht gestellt worden.“ Quelle: tt.com/home


24.2.2014 Auf Teneriffa wurde ein 85-jähriger britischer kath. Priester festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 1957 und 1991 sieben Kindern sexuelle Gewalt angetan zu haben, darunter auch 6-jährigen. Die Polizei hat über 20 Jahre nach dem Mann gesucht, der laut BBC auf Teneriffa mit seinem richtigen Namen gemeldet war, nach anderen Quellen den Tarn-Namen Raul Martin trug. Die Kirche hat die Polizei bei der Suche unterstützt. Quelle: sueddeutsche.de


24.2.2014 Der Erzbischof von Edinburgh, Leo Cushley, hat den Fall von Kardinal Keith O’Brien, seinem Vorgänger, in den Vatikan geschickt. Drei Priester werfen O’Brien erzwungene und missbräuchliche sexuelle Beziehungen vor. Quelle: the guardian


23.2.2014 In Minneapolis erhält ein Priester, der wegen Kindesbrauch verurteilt war, seit Jahren von der Kirche eine Berufsunfähigkeits-Rente – aus Gründen der christlichen Nächstenliebe. Quelle: merkur-online


23.2.2014 Der Sexualmediziner Beier plädiert dafür, dass Pädophile auch in Staatsämter kommen dürfen unter der Voraussetzung, dass sie die volle Verantwortung für ihre sexuelle Präferenz übernehmen und ihr Verhalten sicher kontrollieren können. „Angehörige einer sexuellen Minorität können besonders wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sein, weil sie eine ganz andere Wahrnehmung für Entrechtung und Ausgrenzung haben“, sagte Beier.
Quelle: Spiegel
Kommentar: Dass Pädophile tatsächliche eine gute Wahrnehmung für Entrechtung und Ausgrenzung haben, dürfte richtig sein – solange es um ihre
eigene Ausgrenzung geht. Dass sie eine besondere Wahrnehmung für die Entrechtung ihrer Opfer haben, darf jedoch sehr bezweifelt werden.
TherapeutInnen jedenfalls berichten von einem gravierenden Mangel an Empathiefähigkeit von Tätern. Ob dies bei Pädophilen, die nicht Täter werden, anders ist, weiß ich nicht.


20.2.2014 In Rom wird am Samstag der Erzbischof von Santiago, Ricardo Ezzati, zum papstwahlberechtigten Kardinal erhoben. Ein Missbrauchsopfer wirft ihm vor, in seinem Fall die Ermittlungen behindert zu haben. Quelle: biobiochile.cl
19.2.2014 Im Erzbistum Köln wird auch an den Schutz von Senioren und Behinderten vor sexueller Gewalt gedacht. Quelle: Berliner
Zeitung


19.2.2014 Von der neu einzurichtenden Kinderschutzkommission sagt der Jesuit Hans Zollner: „Die Kommission soll dem Schutz von Kindern und Jugendlichen dienen und unter anderem Modelle pastoraler Hilfe für Missbrauchsopfer entwickeln“, sagte der Jesuit Hans Zollner.   Und: „Nachbesserungsbedarf gibt es bei der Transparenz der innerkirchlichen Gerichtsverfahren, bei der Ausstattung der Gerichte und vor allem bei der Hilfe für die Opfer.“ Quelle: tagesspiegel
Kommentar: In Rom scheint angekommen zu sein, dass es nicht damit getan, Opfer mit Geld abzuspeisen und sie zu TherapeutInnen  weiterzuschicken. Verstanden worden ist hoffentlich, dass auch Opfer Kirche sind (wenn sie es denn noch wollen) und dazugehören.


18.2.2014 Zum Hintergrund der sog. Posing – Filme und – Fotos. Quelle: sueddeutsche.de


17.2.2014 In der Edathy-Affäre wird über alles Mögliche gesprochen – nur nicht über die Opfer. Lea Ackermann fordert mehr gesetzlichen Schütz für die Opfer von Kinderpornografie. Quelle: Solwodi


17.2.2014 Der Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis, USA, muss über die Missbrauchsfälle in seinem Erzbistum aussagen. Ein Einspruch des Erzbistums wurde vom Gericht zurückgewiesen. Quelle: orf
17.2.2014 In Polen wurde der Ordenspriester Woijciech G., 36, verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, mindestens drei Kinder in der Dominikanischen Republik sexuell missbraucht zu haben. Außerdem haben die ponlischen Behörden Ermittlungen gegen den ehemaligen Nuntius, Erzbischof Joszef Wesolowski, aufgenommen. Eine andere Quelle spricht von mindestens 10 Opfern. Außerdem berichtet sie, dass auch in Polen Ermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Kinderpornografie (d.h. Folter) eingeleitet wurden. Quelle: domrep-magazin.de


15.2.2014 Ein Pfarrer, dem das Bistum Trier sexuelle Gewalt gegen Minderjährige vorwarf, hat einen „strengen Verweis“ von Bischof Ackermann erhalten: 3000 Euro Geldstrafe und 1 Jahr Verbot der öffentlichen Amtsausübung. Weitere staatliche oder kirchenrechtliche Konsequenzen gibt es nicht. „Dem Beschuldigten konnte nach Überzeugung des Bistums insgesamt in vier Fällen im Zeitraum von 1984 bis 1986 ein Verhalten nachgewiesen
werden, das als sexuelle Übergriffigkeit und Grenzverletzung zu werten ist.“ Das damalige Kirchenrecht ging davon aus, dass „minderjährig“ bedeutet, dass ein Opfer unter 16 Jahre alt ist. Inzwischen gilt als minderjährig, wer unter 18 ist. Quelle: Rheinzeitung


11.2.2014 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Münster wurde vor 4 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von zwei 15-Jährigen verurteilt. Eine junge Frau hatte 2009 Anzeige erstattet. Nun wurde dem Priester die Berechtigung zu kirchlichen Amtshandlungen entzogen und er wurde laisiert. Der verurteilte Priester hat 1997 in Honduras ein Hilfsprojekt für Straßenkinder im Alter von 8 bis 14 Jahren ins Leben gerufen und Spenden dafür gesammelt. Quelle: nwzonline.de


11.2.2014 Pater Zollner, SJ, sagt im Interview, die Vorwürfe der UN an den Vatikan im Blick auf die Behandlung der Missbrauchsfälle seien für die Vergangenheit zutreffend, heute jedoch nicht mehr. Quelle: badische-zeitung.de


7.2.2014 Bischof Cristian Contreras, Chile, hat den Vatikan gebeten, Missbrauchsvorwürfe gegen ihn zu prüfen, deren Wahrheitsgehalt er bestreitet. Andere Priester haben die Vorwürfe gegenüber dem Center for Investigative Journalism/CIPER vorgebracht. U.a. soll es in einem Fall um ein 15-jähriges Kind gehen. Der Vatikan hat im Januar die Vorwürfe untersucht. Überprüft wurde auch der Priester Mariana Labarca, ehemaliger Leiter der Mercedarios, eines Ordens, bei dem Bischof Contreras Mitglied ist. Labraca hält sich derzeit in einem Kloster auf. Quelle: Radio Vatikan


7.2.2014 Der Vatikan kritisiert den Bericht der Kinderrechtskommission der UNO, die mit ideologisch geprägten Äußerungen zu künstlicher Empfängnisverhütung, Abtreibung und menschlicher Sexualität ihre Grenzen überschreite und sich in innerkirchliche Angelegenheiten einmische.
Quelle: orf
Kommentar: Wenn die UNO die Struktur der kath. Kirche nicht verstanden hat – und das scheint streckenweise tatsächlich so zu sein -, so sollte der
Vatikan doch die UNO-Aussagen zum Täterschutz und zum Mangel an Opferschutz bei den Missbrauchsfällen sehr ernst nehmen und eine Kommission einsetzen, die kirchenunabhängig arbeitet, um die Fälle der Vergangenheit wirklich aufzuklären. Aber wieder einmal sieht es so aus – wie bereits in Deutschland bei der gescheiterten Pfeiffer-Untersuchung -, dass Kirchenleute sich in einen Streit verstricken, bei dem dann die Opfer  einfach aus der Wahrnehmung rausfallen.


7.2.2014 Ein 26-Jähringer Pole beschuldigt einen katholischen Priester, ihn in der Jugend sexuell missbraucht zu haben. Der Täter wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Das Opfer fordert von der Diözese Koszalin-Kolobrzeg und einer Pfarrei knapp 48.000 Euro und eine Entschuldigung. Die Diözese verweigert die Zahlung von Schadenersatz, da es dafür keine rechtliche Grundlage und keine Beweise für eine Mitverantwortung der Kirche gebe. Das Opfer spricht davon, die Kirche habe von der pädophilen Neigung des Priesters gewusst, die Diözese weist das zurück. Sie hat den Täter 2008 wegen einer Beziehung zu einem Mann suspendiert. Quelle: orf


6.2.2014 Pater Mertes im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagt: „Bischöfe, die an Vertuschungen beteiligt waren, sollten ihr Amt verlieren oder zurücktreten. Aber stattdessen klettert ein Bischof Müller, der in Regensburg an höchster Stelle vertuscht und vernebelt hat, mir nichts dir nichts auf der römischen Karriereleiter nach oben.“ Mertes fährt fort: „Da sitzt er [Müller] als Nummer drei im Vatikan und fabuliert immer noch ständig von irgendwelchen ‚böswilligen Pressekampagnen‘ gegen die katholische Kirche. Von Reue keine Spur, und erst recht nicht von der Bereitschaft, sich auf Strukturprobleme der Kirche im Zusammenhang mit Missbrauch einzulassen. Müller macht einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Er tut so, als hätte es da halt ein paar böse Kleriker gegeben, aber sonst wäre in der Kirche alles in Ordnung und könnte so bleiben, wie es immer war. Ich halte das
für unerträglich. Unerträglich vor allem auch für die Opfer. Wie will dieser Mann ausgerechnet als Chef der Behörde, die ja nicht zuletzt für das Thema Missbrauch zuständig ist, eigentlich je wieder glaubwürdig sein?“ Quelle: Kölner Stadtanzeiger
Kommentar: Die Forderung, dass Bischöfe, die an Vertuschungen beteiligt waren, zurücktreten oder suspendiert werden sollen, ist auch dann richtig, wenn damit weltweit viele Bischofsstühle verwaisen werden. Zur Rolle von Bischof Müller ist noch zu ergänzen, dass es für Opfer unerträglich ist, dass die neue geplante Kinderschutzkommission ausgerechnet der Glaubenskongregation unterstellt werden soll, deren Präfekt Müller ist. Unter diesen Bedingungen ist von dieser Kinderschutzkommission nicht viel zu erwarten.


6.2.2014  Der Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregorian, Hans Zollner, S, äußert zum UN-Bericht u.a.: „… die jüngsten Bemühungen des Heiligen Stuhls scheinen mir nicht in genügendem Maß widergespiegelt zu sein: die Bemühungen um mehr Transparenz, den Versuch, das Kirchenrecht neu zu definieren und neue Normen einzuführen.“ Er weist jedoch darauf hin, dass zu den Punkten, die „unbedingt gelöst werden müssen“ die Frage gehört:
„Welche Mitverantwortung haben die Bischöfe oder die höheren Ordensverantwortlichen, wenn sie wussten von einem Missbrauch, der durch einen Prietser o.ä. geschehen ist, und die nicht entsprechend den kirchlichen und staatlichen Normen gehandelt haben?“ Quelle: Radio Vatikan


6.2.2014 Das Generalkapitel der Legionäre Christi hat sich bei seinen Mitgliedern und bei den Opfern des Gründers Maciel entschuldigt. Quelle: Radio
Vatikan


5.2.2014 Christian Weisner, Wir sind Kirche, kommentiert die UN-Aussagen zum vatikanischen Vorgehen in Missbrauchsfällen. Christian Pfeiffer, KFN, kommentiert ebenfalls.


5.2.2014 Der Vatikan reagiert auf die Vorhaltungen der UNO, er habe nichts zu verbergen und werde die offenen Fragen beantworten. Erzbischof Silvano Maria Tomasi, der bei der Anhörung am 16.1. dabei war, sagte: „Es geht immerhin um 40 Millionen Fälle von Kindesmissbrauch weltweit. Leider gehen einige Fälle von Missbrauch auf das Konto von Kirchenleuten, selbst wenn das mit Blick auf die Gesamtzahl der Fälle ein geringer Teil ist. Die Kirche hat darauf reagiert und tut das weiterhin. Wir müssen auf unserer Politik der Transparenz und Intoleranz von Missbrauch beharren, weil schon jeder einzelne Fall von Kindesmissbrauch ein Fall zu viel ist.“ Tomasi beklagte, dass die Neuerungen des Vatikans, die in den letzten 2
Jahren eingeführt wurden, von der UN nicht berücksichtigt worden sind. Zu den Empfehlungen der UN, katholische Positionen im Blick auf Homosexualität, Empfängnisverhütung und Abtreibung zu verändern, sagte Tomasi, das seien nicht verhandelbare Positionen der kirchlichen Lehre.
Quelle: radiovaticana.va


5.2.2014 Die UNO hat heute in Genf ihren Bericht im Anschluss an die Anhörung des Vatikans zu Kindesmissbrauch veröffentlicht. Unter anderem wirft sie dem Vatikan vor:

– Missbrauchsfälle in der Kirche nicht bzw. nicht ausreichend aufgeklärt zu haben.

– das Ansehen der Kirche höher einzustufen als den Schutz Minderjähriger.

– konkrete Angaben zu Missbrauchstätern zu verweigern

– Missbrauchs-Täter in ihrem priesterlichen Amt zu lassen und sie nicht der Justiz zu übergeben.
Die UN äußerte tiefe Besorgnis, dass dem Heiligen Stuhl unterstellte Mitglieder der Kirche in den Missbrauch zehntausender Kinder weltweit verstrickt
seien. Die Vatikan-Vertreter hatten bei der Anhörung ihre Weigerung, konkrete Fakten zu nennen, damit begründet, dass der Vatikan keine staatliche Verantwortung für Kircheninstitutionen sowie deren Angestellte in anderen Ländern habe. Quelle: Spiegel und Süddeutsche


3.2.2014 Peter Schruth – seit 2011 Ombudsmann für die Heimkinder in Ost und West – hat für den Fall, dass es zu einer Einschränkung des Heimkinder-Fonds Ost kommt, seinen Rücktritt angekündigt. Quelle: tagesspiegel.de


2.2.2013 Entgegen den bisherigen Versprechen sollen die „Entschädigungszahlungen“ an Heimkinder Ost noch restriktiver als bisher gehandhabt werden. Betroffene sollen nach den Plänen des Bundesfamilienministeriums nur noch etwa 3 Monate Zeit haben, pauschal und ohne (entwürdigenden) Nachweis 3 000 Euro zu erhalten. Es mangelt nicht nur an Geld im Fond – es mangelt auch an Beratern. Betroffene müssen bis zu eineinhalb Jahre auf ein Beratungsgespräch warten. Quelle: Spiegel


2.2.2014 Die Stieftochter von Woody Allen, Dylan Farrow, wirft dem Regisseur in einem Offenen Brief an die New York Times sexuellen Missbrauch vor. Ihre Mutter, Mia Farrow, hatte dies bereits in den 90er Jahren des letzten Jhs. behauptet, ohne dass es zu einer Untersuchung oder zu Konsequenzen kam. Quelle: Süddeutsche


3.2.2014 Woody Allen weist die Vorwürfe seiner Stieftochter zurück. Quelle: Spiegel


1.2.2014 Auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt. Quelle: FR


1.2.2014  Im Bistum Trier hat ein mutmaßliches Opfer im Juli 2012 einen katholischen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Seither ermittelt das Bistum. Im Dezember 2013 wehrte sich der Angezeigte, indem er Flugblätter nach einem Gottesdienst an die Gläubigen verteilte. Darin wirft er dem BIstum „Hinhaltetaktik“ vor. Inzwischen räumte der Priester einen Übergriff von 1984 an einem anderen Opfer ein. Zur Anzeige vom Juli 2012 äußert er sich nicht. Er hat jedoch – anders als das Bistum Trier – Konsequenzen gezogen und wird keine Eucharistie mehr feiern, bis die Vorwürfe geklärt sind. Der Sprecher des Bistums wies darauf hin, dass 1984 keine Anzeige beim Bischöflichen Generalvikariat eingegangen
sei. Lediglich der damals zuständige Dechant sei von Pfadfindern informiert worden. Ob der Vorfall an das Bistum weitergemeldet wurde,
sei nicht zu erkennen, es gäbe keine Notiz in der Personalakte. Quelle: Volksfreund


1.2.2014 Bernhard R., nach eigenen Angaben Opfer sexuellen Missbrauchs in den 70er Jahren durch einen Pater im Internat Lebenhan, hat über seine Rechtsanwältin Klage gegen die Diözese Würzburg eingereicht: Damit geht ein lange schwelender Streit um Behauptungen der Kirche, Rasche sei nur Zeuge sexuellen Missbrauchs und kein Opfer, nun vor dem Amtsgericht Würzburg weiter. Bernhard R. hatte das Bistum 2008 informiert, dass er Opfer eines Lebenhaner Paters geworden war – das Bistum bezeichnete ihn aber mehrfach als Zeuge, nicht als Opfer. Quelle: mainpost


1.2.2014 Die US-Diözese Helena reichte einen Insolvenzantrag ein wegen Zahlungen in Millionenhöhe an 362 Menschen, die Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester wurden. Quelle: Süddeutsche


30.1.2014 Beim Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe soll der Papst vor Klerikalismus gewarnt haben – auch dem der Laien. Außerdem forderte er die österreichischen Bischöfe auf, mit laisierten Priestern ins Gespräch zu kommen und zu prüfen, wie diese ins kirchliche Leben eingebunden werden könnten. Quelle: diepresse.com
Kommentar: Mit den laisierten Priestern sind hoffentlich nicht die 400 gemeint, die entweder um Entlassung aus dem Amt gebeten hatten oder von Papst Benedikt XVI. entlassen wurden, weil sie Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchten.


31.1.2014 Der Papst will die neu gegründete Kinderschutzkommission des Vatikans an die Glaubenskongregation anschließen. Er dankte der Glaubenskongregation für ihre Bemühungen im Kampf gegen Fälle von sexuellem Missbrauch (!). Die Kommission wurde im Dezember 2013 angekündigt.  Quelle: kathweb.at
Kommentar: Bislang war von einer unabhängigen Kommission, nun ist von ihrer  Eingliederung in die Glaubenskongregation die Rede. Chef der
Glaubenskongregation ist Erzbischof Müller, ehemals Bischof von Regensburg.


28.1.2014 Heute und morgen tagt in Würzburg der Ständige Rat der DBK. Thema wird auch das Forschungsprojekt sexueller Missbrauch sein. Die Bewerbungsfrist lief Ende Oktober 2013 aus.


28.1.2014 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einer Irin Schmerzensgeld (30.000 Euro) und 85.000 Euro Kostenerstattung) zugesprochen. Die Frau war 1973 als Neunjährige vom Schuldirektor wiederholt sexuell missbraucht worden. Der EGMR urteilte, die Frau sei als Mädchen in ihrem Recht verletzt worden und der Staat habe gegen seine Pflicht verstoßen, Kinder vor Misshandlungen zu schützen. Quelle: spiegel.de


28.1.2014 Die Bundeswehr machte 2005 eine Studie mit 7 Fragen. Sie wollte wissen, wie viele Frauen sexuelle Belästigung melden und ob sie mit der Bestrafung der Täter zufrieden seien. Drei Viertel der Frauen hatten keine Meldung gemacht, weil sie meinten, es würde sich sowieso nichts ändern. Die Frauen, die eine Beschwerde eingereicht hatten, waren unzufrieden. Fast die Hälfte von ihnen berichtete, dass es gar keine Untersuchung gab oder diese stark verzögert wurde. „Nachdenklich“ machen müsse das, kommentierten die Wissenschaftler 2005. In einer neuen Studie 2011 tauchten nun 5 der 7 Fragen erst gar nicht mehr auf. Die Begründung der Bundeswehrsprecherin dafür: Die Umfrage von 2011 sollte vergleichbar gemacht werden mit der Umfrage von 2005. Als die Resultate vor einigen Monaten der Bundeswehr vorlagen, erhielt der Wissenschaftler den Auftrag  herauszufinden, ob andere Arbeitgeber nicht ähnliche Probleme haben mit sexueller Belästigung. Das fand der Wissenschaftler auftragsgemäß heraus und bei der Vorstellung der Studie wurde dann auch betont: Nicht nur bei der Bundeswehr gibt es sexuelle Belästigung. Quelle: Spiegel
Kommentar: So formuliert man Studien, wenn man Ergebnisse nicht wissen will. Und mit Blick auf „andere“ können unliebsame Ergebnisse
relativiert werden. Das ist gut für die Bundeswehr – und schlecht für die Frauen.

 


24.1.2014 “Dem Vernehmen nach ist die Vergabe [des neuen Forschungsvorhabens “Missbrauch in der kath. Kirche”] an einen interdisziplinären Forschungsverbund entscheidungsreif. Bis 2017 soll er Ergebnisse liefern. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, legt Wert darauf, dass für das Projekt alle benötigten Akten zur Verfügung gestellt werden – auch jene aus sogenannten Geheimarchiven.” Quelle: katholisch.de
Kommentar: Da dürfen wir gespannt sein – z.B. auf die Langfassung des bislang nur als Zusammenfassung veröffentlichten geheimen Westpfahl-Berichts aus dem Erzbistum München. Interessant dürfte auch werden, ob denn nun die Vorgaben des kirchlichen Datenschutz- und Archivrechtes nicht mehr gelten und ob es tatsächlich die nötigen Sondergenehmigungen zur Akten-Einsicht in allen 27 Bistümern und in allen Orden gibt – auch in die Geheimakten und die bischöflichen Handakten. Im gescheiterten Forschungsprojekt mit Christian Pfeiffer/KFN war dies noch nicht möglich gewesen. In der Ausschreibung des jetzigen Forschungsprojektes war noch die Rede davon, dass die Regelungen des kirchlichen Datenschutz- und Archivrechtes zu beachten seien.


23.1.2014 Jeff Anderson, Opferanwalt aus den USA, hat den Papst aufgefordert, ein kirchliches Disziplinarverfahren gegen Kardinal Francis George einzuleiten, um ihn für seine Rolle in der Vertuschung von Missbrauchsfällen zu bestrafen. Quelle: kipa


23.1.2014 Der Eckige Tisch zieht Bilanz der Aufarbeitung von sexueller Gewalt durch zwei der Haupttäter, Wolfgang St. und Peter R.. Die Bilanz ist bitter: “Das ist der Stand der Dinge vier Jahre nach der Bekanntmachung der Missbrauchsfälle durch Betroffene: Den Tätern geht es gut. Die Kirche fühlt sich als Vorreiter bei der Aufklärung sexuellen Missbrauchs. Und die Opfer können sehen, wo sie bleiben.” Quelle: Eckiger Tisch


23.1.2014 In Psychologie heute 1/2013 wird die Verarbeitung sexueller Gewalt von katholischen Opfern untersucht. Das Ergebnis: Katholisch geprägte Opfer interpretieren das Erlebnis mit katholisch-christlicher Semantik. In einem in der Zusammenfassung geschilderten Fall übernimmt das Opfer die “Suggestion von Freiwilligkeit und Komplizenschaft” und “weist sich im Rahmen einer katholischen Semantik selbst die Schuld für sexuelle Gewalterfahrungen zu.” Ein anderes Opfer interpretiert die Gewalt als eine “Prüfung Gottes”. Quelle: psychologie-aktuell
Kommentar: Wenn die Kurzfassung die Ergebnisse richtig wiedergibt, dann sind sie nicht überraschend. Jedes Opfer interpretiert das, was ihm widerfährt, innerhalb des ihm vertrauten Sinnsystems – eigentlich keine Überraschung. Und dass das Opfer sich selbst die Schuld zuweist, gehört zur Dynamik sexueller Gewalt – die ist unabhängig von Glauben bzw. Konfession.


23.1.2014 Im Bistum Trier sollen sich in den letzten vier Jahren 107 Missbrauchsopfer gemeldet haben. 72 Anträge auf Geldleistungen gingen ein, 68 davon wurden bearbeitet. Quelle: focus


21.1.2014 Das Erzbistum Chicago will die Akten von 30 ehemaligen Priestern öffnen, die Kinder missbrauchten. Akten von weiteren 35 Priestern waren im Gespräch. Quelle: orf und Süddeutsche v. 22.1.2014


19.1.2014 Der englische Observer wirft BBC-Verantwortlichen vor, sie hätten von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen des pädophilen Jimmy Savile gewusst, aber nichts unternommen. Eine Untersuchung geht von Hunderten, ggf. bis zu eintausend Opfern in 4 Jahrzehnten aus. Quelle: faz.net


19.1.2014 Michael Lerchenberg, Regisseur, berichtet über seine Zeit im ehemaligen Internat des Augsburger Gymnasiums St. Stephan. Quelle: augsburger-allgemeine.de


17.1.2014 Der Vatikan  hat 2011 und 2012 insgesamt 384 Priester ihres Amtes enthoben, weil sie sexuelle GEwalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt hatten. Quelle: tagesanzeiger.ch
Kommentar: Da lohnt es, genauer hinzuschauen. 2011 waren es 135 Priester, die ihr Amt von sich aus zurückgaben und 125, denen das Amt entzogen wurde. 2011 gab es 67 freiwillige Rücktritte und 57 angeordnete Rücktritte vom Priesteramt. Die genaue Schlagzeile müsste also heißen: Der Vatikan hat 2011 und 2012  insgesamt 182 Priestern das Priesteramt entzogen. 202 traten freiwillig von ihrem Amt zurück.
Quelle: ncronline


17.1.2014 Der Vatikan wehrt sich gegen eine Berichterstattung wie diese und betont, dass er nur für Fälle zuständig sei, die im Vatikanstaat geschehen, ansonsten müsse sich die UN an die lokalen Behörden, d.h. wohl die Bistümer wenden:
„Es lag nicht in der Kompetenz des Komitees, nach Einzelfällen zu fragen – auch wenn es einen Einzelfall gibt, der unter die Kriterien der Konvention fällt. Das ist der Fall eines Diplomaten, der ein Bürger des Vatikanstaats ist [Erzbischof Jozef Wesolowski, früherer Nuntius in Santo Domingo, Anm.]. Zu den entsprechenden Vorwürfen werden derzeit Ermittlungen durchgeführt, und das wurde vom Leiter unserer Delegation, Nuntius-Erzbischof Tomasi, offen angesprochen. Bei anderen Fällen lautete die Antwort des Heiligen Stuhls, dass diese auf lokaler Ebene behandelt werden und dass man da auf lokaler Ebene nachfragen sollte.“ Das sagte Weihbischof Charles Scicluna im Radio – Vatican-Interview dazu.


16.1.2014 Matthias Katsch, Sprecher der Opfergruppe Eckiger Tisch, äußert sich kritisch zum Urteil über den Haupttäter des Canisius-Kollegs: 4000 Euro, in Raten an einen Fond für Missbrauchsopfer einzuzahlen und Entzug des Priesteramtes. Verhandelt wurde EIN Fall, den der Täter in Hildesheim beging. Die Taten am Canisius-Kolleg wurden nicht berücksichtigt. Nach Schätzungen der Jesuiten müssten es ca 50 – 60 Fälle sexuellen Missbrauchs an Jungen sein. Der Eckige Tisch schätzt die Zahl der Betroffenen auf mehr als 100. Quelle: Spiegel und Eckiger Tisch


16.1.2014 Heute war die Anhörung des “Heiligen Stuhls” vor einer UNO-Kommission zur Behandlung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche. Charles Scicluna, früherer Chefermittler des Vatikans und Tomasi, Vertreter des Hl. Stuhles bei der UNO, waren die Gesprächspartner. Im Dezember hatte der Vatikan Auskunft über die kirchlichen Verfahren verweigert.
Insgesamt wurden von den Diözesen in den vergangenen Jahren rund 4.000 Fälle an die Glaubenskongregation weitergeleitet.
Kritiker werfen dem Vatikan vor, mit seinem Schweigen die Missbrauchsvorwürfe gegen Kirchenmitarbeiter vertuschen zu wollen, doch der Vatikan erklärt, dadurch Zeugen und Opfer schützen zu wollen. Quelle: religion.orf.at/
Kommentar: Dass der Vatikan die Opfer schützen wolle, ist neu. Und dass es weltweit rund 4.000 Fälle geben soll, dürfte eine Phantasie-Zahl sein. In den USA geht man davon aus, dass 6-10% der Priester Missbrauchstäter sind. Bei ca 410.675 Priestern und Bischöfen/Ordensbischöfen weltweit müsste von ca 24.000 Tätern weltweit ausgegangen werden.


16.1.2014 Der Papst fordert zu mehr Schuldbewusstsein und und Selbstkritik im Blick auf die Missbrauchsskandale in der kath. Kirche auf. Sie seien eine Schande der Kirche. Dass sie “richtig Geld” gekostet hätten, sei gut so. Hinter den Skandalen stünden Männer und Frauen ohne Gottesbeziehung, aber mit einer Machtposition in der Kirche. Quelle: kathpress


16.1.2014 Auf den Philippinen wurde ein Pädophilen-Ring ausgehoben. Die Täter übertrugen die Gewalttaten live ins Internet. 15 Kinder – 6 – 15 Jahre alt – wurden in Sicherheit gebracht, 29 Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen sind auch Angehörige der Opfer. Quelle: Spiegel


15.1.2014 Interview mit Matthias Katsch anlässlich der Verurteilung eines Canisius-Kolleg-Täters zu 4000 Euro Strafe und Entzug des Priesteramtes.
Quelle: Deutschlandradio


15.1.2014 Im Erzbistum Berlin meldet die KNA 28 katholische Priester als Missbrauchstäter seit 1947. Bislang waren 22 Täter bekannt. Bis zum 4.6.2012 waren 19 Täter bekannt. Quelle: Erzbistum Berlin


15.1.2014 Immer mehr Opfer sexueller Gewalt durch katholische Priester melden sich in Polen. Quelle: Süddeutsche


14.1.2014  Klaus Mertes, SJ, plädiert – ganz zu Recht! – dafür, dass das Thema gleichgeschlechtliche Sexualität in Schulen behandelt wird. Quelle: Badische Zeitung


14.1.2014  Die Anglikanische Kirche, bis vor wenigen Jahren die größte und dominierende christliche Einzelkonfession Australiens, ist von dem Missbrauchsskandal ähnlich stark betroffen wie die Katholische Kirche. Quelle: aktuell.evangelisch


14.1.2014 In Nordirland sollen Hunderte Fälle von Kindesmissbrauch zwischen 1922 und 1995 in Kinderheimen und anderen öffentlichen Institutionen aufgearbeitet werden. Zur Entscheidung steht die Frage, ob der Missbrauch systematisch erfolgte und ob die Behörden versagt haben. Im Vorfeld hatten sich 430 mutmaßliche Opfer gemeldet. Quelle: ttcom


14.1.2014 Das Bistum Stockton, Kalifornien, will als zehntes von 194 US-Bistümern Gläubigerschutz beantragen. Die Entscheidung sei schwierig, sagte der Bischof, erlaube jedoch, die Opfer sexuellen Missbrauchs so fair wie möglich zu entschädigen. Quelle: kipa


14.1.2014 Im Jahr 1999 wurden in Baden-Württemberg 2.300 Fälle sexueller Missbrauchs bekannt. 2006 waren es zirka 4.100 Fälle, 2011 rund 12.400 Fälle und 2012 etwa 12.600 Fälle. Alle Experten sind sich jedoch einig: nicht die Zahl der Fälle ist gestiegen, sondern die Zahl deren Anzeige. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist überzeugt, dass ihr Leitfaden zur Sensibilisierung erheblich beigetragen hat. Quelle: Ärztekammer Ba-Wü
Kommentar: 12.600 Fälle 2012 alleine in Baden-Württemberg. Die Kriminalstatistik für ganz Deutschland spricht für 2012 von 14.865 Kindern, die Opfer wurden. Es muss also wohl eher von der Richtigkeit der Schätzungen von Opfergruppen ausgehen: 200 000 Kinder pro Jahr.


10.1.2014 Mehr als 1000 mutmaßliche Opfer sexueller Gewalt in Institutionen haben vor der australischen Untersuchungskommission ausgesagt. Ca 22% wurden in kirchlichen Kinderheimen sexuell misshandelt, 21% in kirchlichenSchulen/Internaten, 16% in Kirchen und religiösen Orten, 9% in staatlichen Kinderheimen, 31% in anderen Institutionen. Quelle: radio vatican


9.1.2014 Der des sexuellen Missbrauchs an 5 Kindern beschuldigte Nuntius in Polen, Wesolowski, wird nicht nach Polen ausgeliefert. Erzbischof W. sei Bürger des Vatikanstaates und das vatikanische Strafrecht lasse eine Auslieferung nicht zu. Das kirchliche Ermittlungsverfahren läuft. Quelle: katholisch.de
Nachtrag: Der Vatikan dementiert – Polen habe lediglich nach dem derzeitigen Status und Wohnort des Ex-Nuntius gefragt, nicht jedoch dessen Auslieferung beantragt. Quelle: radio vatican


7.1.2014 Auf Vorschlag des Roermonder Bischofs Franz Wiertz sollen Missbrauchsopfer einen Heiligen bekommen: Bischof Frans Schraven. Schraven wurde 1937 ermordet – und mit ihm 8 weitere Priester -, als sie chinesische Frauen vor Zwangsprostitution durch Japaner schützen wollten. Quelle: radiovaticana.va
Kommentar: Dringender als einen toten Heiligen brauchen Opfer sexueller Gewalt lebendige solidarische Christen, die die Aufklärung voranbringen und die Opfer fragen, was sie brauchen.


6.1.2014 Das Erzbistum Santa Fe, USA, hat die meisten seiner 92 Pfarreien als gemeinnützige Organisationen eintragen lassen. Damit sind die Gemeinden vom Bistum unabhängiger und können nicht zu Entschädigungsansprüchen wegen sexueller Gewalt herangezogen werden, wie das Albuquerque Journal berichtete. Quelle: kipa