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Presse

1. Quartal 2013

28.3.2013 Der Eisenstädter Bischof geht zu einer Gedenkfeier anlässlich des 10. Todestages von Kardinal Groer. Zur Erinnerung: Groer war ein notorischer Sexualstraftäter, der sich an Jugendlichen verging. Quelle: standard.at 


27.3.2013  Ein früherer Kirchenmusiker der evang. Kirche in Nordenham muss sich wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Der 47-Jährige soll sich von Anfang 2011 bis März 2012 in 23 Fällen an mehreren Kindern vergangen haben. Quelle: Süddeutsche


27.3.2013 In Polen hat ein Opfer sexueller Gewalt durch einen kath. Priester 25.000 Euro “Entschädigung” von der Kirche eingeklagt. Quelle: moz.de


27.3.2013 Im Bistum Erfurt wurden 10 Anträge von Opfern sexueller Gewalt durch Priester auf eine Anerkennungszahlung gestellt. 7 wurden bislang positiv entschieden. Quelle: mdr

 


27.3.2013 Der päpstliche Nuntius in Deutschland sagt auf die Frage, ob des Lockerungen der kirchlichen Regeln geben wird, damit auch Frauen zu Priestern geweiht werden können: “Ganz sicher nicht. Das gehört zum Dogma. Wer über Frauenpriester redet, der spricht ins Nichts.”
Quelle: Mittelbayerische
Kommentar: Niemand bezweifelt, dass das Frauenpriestertum (noch) nicht zur Lehre und Tradition der kath. Kirche gehört. Ein Dogma jedoch ist es nicht.


25.3.2013 Ein Schulsozialarbeiter soll in 20 Fällen Kinder missbraucht haben. Seine Opfer suchte er vor allem in Schulen, aber wohl auch in einem Projekt mit ADHS-Kindern, einer Stiftung des nicht unumstrittenen Hirnforschers Gerald Hüther. Quelle: Spiegel


25.3.2013 Bischof Kräutler wird gefragt: Wie sollte Franziskus mit sexuellem Missbrauch und dem Geheimdossier zur Vatileaks-Affäre umgehen, das ihm Benedikt XVI. als schweres Erbe hinterlassen hat?” Seine Antwort: Der Papst soll es [das Erbe] nehmen und neue Wege beschreiten. Wenn jemand Verbrechen begeht, muss er vor einem weltlichen Gericht angeklagt werden, da gibt es kein Wenn und Aber. Schließlich geht es um Menschenleben. Die Menschenwürde. Quelle: Spiegel


23.3.2013 Auch in der Kinderpsychiatrie in Marsberg gab es körperliche, psychische und sexuelle Gewalt: Katholisch erzogen und im Internat missbraucht. Am Runden Tisch war diese Opfergruppe völlig ausgeschlossen worden. Quelle: finance


22.3.2013 Wie die Diözese Regensburg “Altfälle” verschleiert schildert Robert Werner. Quelle: regensburg-digital.de


21.3.2013 Auf Mallorca wurde ein kath. Priester wegen Kindesmissbrauchs seines Amtes enthoben. Quelle: KStA


20.2.2013 Matthias Katsch zieht eine bittere Bilanz. Er ist nicht der Einzige, der den Umgang mit Opfern von sexueller Gewalt als unsäglich beschreibt: “Aufarbeitung, Hilfe, Genugtuung−überall stehen wir am Anfang. Bei den Betroffenen ist wenig angekommen. Die meisten sind nie gehört worden. Sie haben keine Hilfeangebote bekommen, die sie sich nicht selbst organisiert haben. ” So ist es.


21.3.2013 In Uganda wurde ein kath. Priester suspendiert, weil er Missbrauchsfälle kirchlicher Mitarbeiter angezeigt hat. Begründungen: Er habe “der guten Moral der katholischen Gläubigen Schaden zugefügt” und “Hass und Verachtung gegenüber der Kirche angestachelt”. Der 55-jährige Priester Musaala hatte in einem Bericht erklärt, er sei als junger Seminarist im Alter von 16 Jahren von Mitgliedern des Klerus missbraucht worden. In einem unter seinem Namen von ugandischen Medien veröffentlichten Brief erklärte er zudem, dass Minderjährige auch weiterhin von Priestern und Bischöfen missbraucht würden. Quellen: nzz und HNA
Kommentar: Auf diese Art dürfte die Aussage von Kardinal Turkson, in Afrika gebe es keinen Kindesmissbrauch, da es keine Homosexualität gebe, noch über lange Zeit dafür sorgen, dass die Opfer nicht gehört werden.


19.3.2013 Wer immer Macht habe in Kirche, Politik oder Wirtschaft müsse wissen, dass „die wahre Macht das Dienen“ sei. Das gelte im besonderen für die Armen, die Schwachen und die Schutzlosen. Das sagte der Papst bei seinem Einführungsgottesdienst. Quelle: orf
Kommentar: Ich hoffe, dass Papst Franziskus realisiert, dass sein Augenmerk auch auf jene schutzlosen Kindern zu richten ist, die sexuelle Gewalt erleb(t)en. In Deutschland ist jeder 8. betroffen. Das dürfte weltweit nicht anders aussehen. Dem Papst ist möglicherweise bekannt – obwohl das Thema in Argentinien wenig Öffentlichkeit findet -, dass es in einem Priesterseminar zu sexueller Gewalt gegen Seminaristen kam, durch einen Priester, der später als Bischof zurücktreten musste und dem 47 Opfer zugeordnet werden. Zuvor war ein Priester, Julio César G. in der Provinz Buenos Aires wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. G. war Gründer und Leiter der Stiftung für Kinder “Felices Los Niños” (Selig sind die Kinder).


19.3.2013 Im Bistum Würzburg gab es 8 weitere Fälle sexueller Gewalt und einen Fall körperlicher Gewalt von 8 Priestern und einem Mesner seit MÄrz 2012. Einige davon betrafen Priester, die aus anderen Bistümern kommen bzw. von Priestern aus dem Bistum Würzburg, die in anderen Bistümern arbeiteten. Quelle: br.de


18.3.2013 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen einen Ruhestandsgeistlichen des Bistums Münster haben sich nicht erhärtet. Er wurde von einem Kirchengericht freigesprochen. Quelle: wn


15.3.2013 Bericht über den Aufklärungswillen des Johanneums. Bemerkenswert ist die Aussage: “Der Orden bewegt sich auf dem Boden der von der Katholischen Kirche verabschiedeten Leitlinien zum Umgang mit Missbrauchsopfern. Das heißt, der Orden erkennt diejenigen Betroffenen als Opfer an, die sich bei ihm melden, einen Antrag auf Entschädigung stellen und deren Schilderungen, soweit noch möglich, durch Aussagen potenzieller Täter bestätigt werden.” Das bedeutet: Nur wenn die Täter – soweit überhaupt noch erreichbar – durch ein Geständnis die Angaben der Opfer bestätigen, sind die Opfer für den Orden glaubwürdig. Quelle: Deutschlandfunk

Kommentar: Von dieser Argumentation können alle Täter und Täterschützer lernen: Der mutmaßliche Täter muss das tun, was er schon immer tat: Er muss das/die Verbrechen lediglich weiter leugnen. Die Glaubwürdigkeit der Opfer hängt ab von den Tätern. 


15.3.2013 Der 2. Bericht über die Vorgänge am AKO-Pro des Aloisiuskollegs in Bonn wurde von Arnfried Bintig unter dem Titel “Grenzverletzungen im AKO Pro Scouting am Aloisiuskolleg, Bonn – Bad Godesberg ” herausgegeben. Täternamen und Namen von Verantwortlichen werden in dem Bericht nicht genannt, bemängeln Opfer. Quellen: Bonner Generalanzeiger und Generalanzeiger vom 18.3.2013


15.3.2013 Pater Mertes weist darauf hin, dass der neue Papst den Opfern zuhören müsse. Dies sei der Schlüssel, aus dem sich Änderungen im Umgang mit Betroffenen ergeben werden. Für dieses Vorgehen spricht meine eigene Erfahrung: Solange über Opfer geredet wird, statt mit ihnen, solange werden auch die gut gemeinten Maßnahmen im mutmaßlichen Interesse der Opfer bei den Opfern nicht ankommen. Die amerikanischen Bischöfe haben 2002 vorgemacht, was geschieht, wenn die Kirchenleitungen spüren, was Opfer erleiden. Erst wenn die Opfer gehört werden, wird sich etwas ändern – für sie, aber auch für die Kirche. Soweit sind wir – mit wenigen Ausnahmen – noch lange nicht.


14.3.2013 Das Opferschutzgesetz wurde geändert. Die Verjährung beginnt jetzt statt mit 18 Jahren erst mit 21 Jahren – Opferverbände nennen dies zu Recht eine “kosmetische Veränderung”. Im Zivilrecht hingegen ist die Verjährungsfrist von 3 auf 30 Jahre erhöht worden. Sie gilt nicht rückwirkend. Der versprochene Opferfond, der zur Hälfte mit Geldern des Bundes finanziert wird, soll erst einmal mit diesen Geldern anlaufen – die Zahlungen der Bundesländer stehen noch immer aus. Quelle: FR


14.3.2013 “Wir brauchen eine Wahrheits- und Versöhnungskommission um den sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche aufzuarbeiten. Diejenigen, die die Kirche in diese Krise hineingeführt haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden und den vielen tausend, die verletzt und zerstört wurden, muss Gerechtigkeit zuteilwerden, damit die Zerrissenheit der weltweiten Kirche überwunden werden kann”, Sagt Wir sind Kirche – und ich auch. Quelle: change.org   Zur Unterschriftenliste geht’s hier.


14.3.2013 Die Opfervereinigung SNAP erklärte, Millionen Kinder seien bis heute gefährdet, von katholischen Priestern missbraucht zu werden, weil die Kirche ihre Politik der Vertuschung noch nicht beendet habe. Die Organisation verwies auf zahlreiche Missbrauchsfälle im Jesuitenorden, zu dem Papst Franziskus gehört. Quellen: KStA
Der Eckige Tisch fordert Papst Franziskus auf, die Missbrauchsakten im Vatikan zu öffnen, nach Ursachen für die Verbrechen zu fragen und Konsequenzen zu ziehen, Betroffene zu treffen und ein Zeichen der Umkehr zu geben. Die Aufforderung endet mit dem Satz: “Ihr heutiger Auftritt hat viele Hoffnungen geweckt, die Bescheidenheit im Auftritt, die Demut, die Geste der Segnung durch das Volk… Viele von uns, sind sehr skeptisch, oder erwarten nichts mehr. Aber: Wir sind tatsächlich gespannt. “


13.3.2013 Die 1,2 Milliarden Katholiken und Katholikinnen haben in Papst Franziskus ein neues Oberhaupt. Es wird sich zeigen, ob mit den mafiösen Finanzstrukturen und dem omertahaften Schweigen über kirchliche Missbrauchstäter ein Ende gemacht wird und ob neben den immensen Problemen der sog. 3. Welt auch die Probleme der Industrieländer und der emanzipierten Frauen Gehör finden werden. Der Name – wenn er denn kein Etikettenschwindel ist – lässt ein klein wenig hoffen.


13.3.2013 Niederländische Frauengruppen weisen darauf hin, dass die Meldefrist für weibliche Opfer kath. Kleriker zu kurz gewesen sei. Viele hätten erst jetzt erfahren, dass es eine Untersuchung gegeben habe. Die Möglichkeit, sich bei Deetmann zu melden, habe nur etwas länger als einen Monat lang bestanden. Quellen: uni-muenster.de   http://www.vpkk.nl/
Kommentar: Deetmann ist bekannt für seine engagierte Arbeit. Dennoch dürfte die Kritik fundiert sein. Mir sind Äußerungen von deutschen Missbrauchsbeauftragten bekannt, die von einer erheblichen Anzahl weiblicher Betroffener sprechen. Auch in Deutschland dürfte der Missbrauch von Mädchen vor allem in Pfarreien oder zu Hause stattgefunden haben. Bislang liegt der Blick in D. jedoch nicht auf Mädchen als Opfer.


13.3.2013 Die kath. Kirche von Los Angeles zahlt 4 Opfern eines inzwischen verurteilten Priesters fast 10 Millionen Dollar. Im Gegenzug gibt es keine weiteren Untersuchungen vor Gericht. Der Priester habe bereits 1986 Bischof Mahony den Missbrauch an Jungen gestanden, sei aber erst 2000 aus dem Dienst entlassen worden. Der Priester konnte fast 3 Jahrzehnte vermutlich bis zu 23 Jungen missbrauchen. Mahony nimmt derzeit an der Papstwahl teil. Quelle: Zeit.de


12.3.2013 Der eckige Tisch, Matthias Katsch, formuliert Vorstellungen, was ein neuer Papst aufzuarbeiten hat, wenn die kath. Kirche glaubwürdig werden will: Die Ursachen von sexueller Gewalt sind zu untersuchen, eine Erneuerung der Hierarchie, die an der Vertuschung mitgewirkt hat, ist notwendig und die Akten des Vatikans sind für eine unabhängige Untersuchung zu öffnen. Die Wahl eines Papstes durch vertuschende Kardinäle verhindert die Glaubwürdigkeit der Kirche. Quelle: eckiger-tisch.de


12.3.2013 Die Bischofskonferenz hat in ihrem Streit mit Christian Pfeiffer eine Textänderung in ihrer Darstellung der Streitursachen vorgenommen. Aus dem Satz, die Bischofskonferenz habe “einvernehmlich mit Professor Pfeiffer Formulierungen gefunden, die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit garantierten” wird nun der Satz, dass die Bischofskonferenz Formulierungen vorschlug, “die sie für geeignet hielt, die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit zu garantieren”. Quelle: kathweb.at/


12.3.2013 Jimmy Savile hätte 1964 bereits gestoppt werden können, wenn die britische Polizei Anzeigen ernst genommen hätte. Quelle: Spiegel


11.3.2013 In einer evangelischen Freikirche in Beilstein sollen Kinder jahrelang sexuell missbraucht worden sein. Quelle: swp


11.3.2013 In den Niederlanden sind Tausende Mädchen seit 1945 von kath. Priestern sexuell missbraucht und körperlich misshandelt worden. Sie waren zu Beginn des Missbrauchs zwischen 6 und 14 Jahre alt. Die genaue Zahl ist nicht feststellbar. 40% der Mädchen wurden oft über Jahre vergewaltigt. Bischöfe und Ordenskonferenzen bedauern. Quellen: orf und radio vatican


11.3.2013 In der katholischen Kirche in Eggenfelden, Bistum Regensburg,  darf das Stück “Die Beichte” von Felix Mitterer nicht aufgeführt werden. Die ursprüngliche Zusage wurde zurückgenommen, weil “ein geweihter Raum nicht der richtige Ort für dieses Stück ist.“ In dem Theaterstück geht es um den sexuellen Missbrauch durch einen katholischen Priester. Quelle: Merkur


9.3.2013 Das Bistum Augsburg legt einen Abschlussbericht über die Missbrauchsfälle vor: 148 Einzelfälle. Quelle: Bistum Augsburg


7.3.2013 In seinem 2010 veröffentlichten Buch ‘Abusos sexuales en la Iglesia Católica’ (Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche) führt der argentinische Journalist Jorge Llistosella mehr als 9.000 Fälle weltweit aus den vergangenen 50 Jahren auf. In Rom hingegen sind nur 4000 Fälle bekannt.


7.3.2013 Ein Bericht belegt, dass Mönche in Ettal Gewalt und sexuelle Übergriffe systematisch eingesetzt haben. Bis in die 1980er Jahre hinein zählten Gewalt und sexuelle Übergriffe zum “pädagogischen Repertoire”. „Eine wirkliche Reue der Täter steht aus“, berichtet Radio Vatikan. Quellen: zeit.de und welt.de   Originalbericht    Kommentar im Deutschlandfunk


7.3.2013 SNAP – ein Zusammenschluss von Missbrauchsopfern von kath. Priestern – hat eine Liste von 12 papstwahlberechtigten Kardinälen veröffentlicht, die Missbrauchsfälle vertuscht, Täter geschützt, Opfer im Stich gelassen haben oder das Problem des Machtmissbrauchs verharmlosen. Der Sprecher von Kardinal Dolan sagte, er werde nicht auf die Liste der Gruppe reagieren, “die wenig bis keine Glaubwürdigkeit hat”. Vatikansprecher Federico Lombardi meinte: “Wir glauben, es ist nicht Sache von SNAP, zu entscheiden, wer zum Konklave kommt und wer gewählt wird. Die Kardinäle können selbst entscheiden, ohne Snap um Rat zu fragen.” Quellen: sueddeutsche.de    Snap

Kommentar: Es zeugt von anhaltender Ignoranz der Verantwortlichen, wenn sie das Anliegen der Opfergruppe SNAP und anderer Opfergruppen nicht verstehen wollen. Offensichtlich ist ihnen nicht klar, dass jedes neue Oberhaupt der kath. Kirche, das mit den Stimmen von Täterschützern gewählt wurde, für Opfer keinerlei Glaubwürdigkeit mehr hat. 


6.3.2013 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte prüft die Klage eines irischen Opfers, die den staatlichen Behörden vorwirft, jahrzehntelang nichts gegen Gewalt und sexuelle Gewalt durch einen Schulleiter unternommen zu haben. Der Täter musste sich 1998 wegen 386 sexuellen Übergriffen an 21 Schülerinnen verantworten. Der irische Staat lehnt jegliche Verantwortung ab, weil der Vorgesetzte des Schulleiters, ein kath. Priester, keine Meldung an den Staat gemacht hatte. Quelle: otz.de


5.3.2013 Der Umgang mit Missbrauchsfällen scheint als Thema der Kirche bei den Bischöfen oder einigen von ihnen angekommen zu sein. Quelle: ORF


4.3.2013 Die Kath. Universität Leuven hat eine Studie gemacht, nach der 60% der Belgier sagen, die Kirche sei für ihr Leben irrelevant. Vor allem wird der Umgang mit den Missbrauchsfällen als Ursache benannt. Quelle: Radio Vatikan


4.3.2013 Im norditalienischen Savona missbrauchte ein Priester von 1981 bis 2000 mehrere Jungen. Am 8.9.2003 informierte der damals zuständige Bischof, der heutige Kardinal und Papstwähler Domenico Calcagno den Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger. Ratzinger unternahm – nichts. Calcagno schrieb an Ratzinger, dass keine Anzeige vorliege und die Presse bislang nichts erfahren habe. 1992  soll dem mutmaßlichen Sexualstraftäter sogar erlaubt worden sein, ein Zentrum für Kinder in Notlagen zu eröffnen. Möglicherweise wussten zwei weitere Bischöfe um die Straftaten des Priesters: Giulio Sanguineti und Dante Lanfranconi. Quelle: Spiegel


3.3.2013 Der britische Kardinal O’Brien hat sich bei seinen Opfern entschuldigt, sein sexuelles Verhalten habe zeitweilig nicht “den Standards” entsprochen, die von einem Priester, Erzbischof und Kardinal erwartet werden. Erwartet wird, dass bei den Generalkongregationen intensiv über die Herausforderungen debattiert wird, mit denen sich die katholische Kirche konfrontiert sieht: der Missbrauchsskandal und die sogenannte Vatileaks-Affäre. Quelle: Spiegel


2.3.2013 Der frühere Missbrauchsbeauftragte der kath. Kirche, Scicluna, lobte die Aufklärung der Missbrauchsfälle durch den emeritierten Papst Benedikt XVI. Scicluna war von 2001 bis 2012 Kirchenanwalt der Glaubenskongregation und zuständig für die Missbrauchsfälle, d.h. er lobt seine eigene Arbeit. Quelle: katholisch.de


2.3.2013 Mexikanische Missbrauchsopfer fordern Kardinal Norberto Rivera auf, nicht am Konklave teilzunehmen. Rivera hatte – zusammen mit Kardinal Mahony – über den Kindesmissbrauch durch einen früheren Priester vorsätzlich geschwiegen. Das ermöglichte dem Täter weitere sexuelle Gewalt an einem Kind. Rivera wird von einem ehemaligen Priester auch vorgeworfen, den Gründer der Legionäre, einen notorischen Missbrauchstäter, geschützt zu haben. Ebenso soll er einen Täter geschützt haben, der mehr als 60 Kinder der Sierra Negra in Puebla vergewaltigte. Quelle: kipa

Kommentar: Es ist verwunderlich, dass nur die Missbrauchsopfer von katholischen Klerikern formulieren, dass die Wahl eines Papstes, der mit Hilfe der Stimmen von Kardinälen gewählt wird, die Täter geschützt und Opfer alleine gelassen haben, unerträglich ist. Es ist verwunderlich, dass bislang kein einziger Kardinal aufgestanden ist und gesagt hat, er wolle nicht durch einen Kollegen gewählt werden, der Sexualstraftäter unterstützt und geschützt hat.


1.3.2013 Ein Kommentar zum Scheitern der Mediation zwischen der Initiative Ehemaliger Johanneum Homburg und den Herz-Jesu-Missionaren.


1.3.2013 Hans Küng über die “Aufarbeitung” der “Missbrauchsfälle” durch Papst Benedikt XVI.: “Das war eine verpasste Chance. Er war natürlich selber beteiligt in der – und zwar führend in Bezug auf die Vertuschung. Er hat im Mai 2001 ein feierliches Schreiben an sämtliche Bischöfe der Welt als Präfekt der Glaubenskongregation gerichtet und alle Bischöfe verpflichtet, jeder Fall müsse unter päpstliche Geheimhaltung gestellt werden. Und das war natürlich verhängnisvoll. Er hat sich nie dazu geäußert. Er hat zum Beispiel die irischen Bischöfe getadelt – in Irland da heben die alle gesagt: ‘Ja, wer hat’s denn angeordnet?’ Er selber. Und das hat man ihm sehr übel genommen, dass er nicht hingestanden ist und gesagt hat: ‘Ich bin eigentlich mitschuldig. In etwa sogar der Hauptschuldige für diese große Vertuschungsaktion!” Er hat da, glaube ich, mit dem Eingeständnis seiner Fehler war er nicht sehr ehrlich und ich hätte vorgezogen, er hätte es einfach gesagt, wie es war.” (Sendeminute 10-11)


1.3.2013  Der oberste Gerichtshof Großbritanniens bestätigte ein früheres Urteil: Es gibt eine Haftung des Bischofs für Priester, genau wie in weltlichen Arbeitsverhältnissen. Damit scheiterte die Berufungsklage des Bistums Portsmouth in einem Missbrauchsverfahren. Quelle: kipa


1.3.2013 Papst Benedikt XVI. hat den letzten Tag seines Pontifikates nicht genutzt, seinen eigenen Anteil als Präfekt der Glaubenskongregation und als Papst und den Anteil der Institution an Täterschutz und an der Vertuschung der Sexualstraftaten von katholischen Klerikern offenzulegen. Dieses Versäumnis wird ein neuer Pontifex zu tragen haben. Papst Benedikt hat auch die Kardinäle Brady und Mahony nicht vom Konklave ausgeschlossen. Ein neuer Papst wird mit den Stimmen jener gewählt werden, die Täter geschützt, Opfer alleine gelassen und weitere Opfer in Kauf genommen haben. Dieses Handeln/Nicht-Handeln der Kirchenleitung zeigt, dass der Satz des Papstes, “Sorge und Engagement für die Opfer ist die erste Priorität mit materieller, psychologischer, geistlicher Hilfe und Unterstützung” keine konkreten Konsequenzen hat.


1.3.2013 Interview mit Charles Scicluna, der von 4.000 Priester-Tätern spricht, die seit 2003 dem Vatikan/der Glaubenskongregation gemeldet wurden. Quelle: Faz


28.2.2013 Immerhin – e i n  Kommentator weist darauf hin: “Kandidaten, bei denen nur der geringste Zweifel an einer sauberen Bilanz in Sachen Missbrauchsverfolgung ruchbar wird, sind chancenlos. Dies könnte in letzter Konsequenz das Alter zu einem Kriterium machen – da ältere Kandidaten in ihrer lange zurückliegenden Bischofszeit möglicherweise Dinge durchgehen ließen, die man heute mit aller Härte verfolgt.” Quelle: katholisch.de


28.2.2013 In Brasilien wird einem kath. Priester vorgeworfen, drei Mädchen missbraucht zu haben. Quelle: merkur.online


28.2.2013 Pädophile Priester und sexueller Missbrauch seien nicht das “größte Problem” der Kirche. Dies sei vielmehr “die Ausbreitung von Unglauben in der Ersten Welt”, so Kardinal Pell, Australien. Der gleichen Argumentation bedient sich der polnische Bischof Tadeusz Pieronek. Der Papst habe “mit viel wichtigeren Themen gerungen als der Pädophilie”, sagte er. Bislang wurden in Polen nur wenige Priester-Täter angeklagt. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Der holländische Journalist Ekke Overbeek geht von sehr vielen Fällen aus.
Der Jesuit und Politologe Thomas Reese sieht den Umgang des Papstes und der Kirchenleitungen mit Opfern sexueller Gewalt durch kath. Priester ein wenig anders: “Beispielsweise hätte ich es schon gut gefunden, wenn 30 bis 40 Bischöfe öffentlich zugegeben hätten, dass sie versagt haben und dass sie daraus auch die Konsequenz ziehen und zurücktreten, und das hat eben noch nicht stattgefunden.” Quellen: kathweb und die presse.com und dradio.de
Kommentar: Da haben sie schon Recht, der Kardinal Pell und der Bischof Pieronek, dass der Papst Wichtigeres zu tun gehabt habe, als sich um Missbrauchspriester und deren Opfer zu kümmern. Beide Kirchenführer übersehen jedoch, dass jegliche Evangelisierungsbemühungen der kath. Kirche durch den Umgang mit den Opfern unglaubwürdig gemacht werden und die Anstrengungen Vieler an der Basis konterkariert werden durch das Verhalten der Kirchenführung.


26.2.2013 Hier ist nachzulesen, welchen Lebenswandel Joseph Kleutgen hatte, der maßgeblich an der Unfehlbarkeitserklärung des Papstes durch das 1. Vaticanum beteiligt war. Quelle: sueddeutsche.de


26.2.2013 “Und so ist die Kirche für viele heute zum Haupthindernis des Glaubens geworden. Sie vermögen nur noch das menschliche Machtstreben, das kleinliche Theater derer in ihr zu sehen, die mit ihrer Behauptung, das amtliche Christentum zu verwalten, dem wahren Geist des Christentums am meisten im Wege zu stehen scheinen.” Das sagte – völlig richtig – Abt Werlen in einem Vortrag an der Uni Luzern – Worte von Joseph Ratzinger zitierend. Abt Werlen hatte klare Worte zu den Missbrauchsfällen in der kath. Kirche gefunden.


26.2.2013 Matthias Katsch zieht eine bittere Bilanz über das, was für die Opfer von Gewalt seit Januar 2010 erreicht wurde bzw. nicht erreicht wurde.


26.2.2013 Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Levada, wies Opfergruppen zurecht, die Kardinal Mahony auffordern, nicht an der Papstwahl teilzunehmen. Levada sagte: “Es gibt ein paar Opfergruppen, denen genug nie genug ist.” Mahony habe sich ja für Fehlentscheidungen, “die gemacht wurden”, entschuldigt. Herr Levada vergisst zu erwähnen, dass die Fehlentscheidungen darin bestanden, dass Kardinal Mahony von 1985 bis 2011 pädophile Priester systematisch vor Strafverfolgung geschützt hat und damit auch weitere Verbrechen ermöglicht hat. Mahony wurde von seinem Nachfolger, Erzbischof Gomez, von seinen Aufgaben, die ihm nach Rücktritt von der Kirchenleitung der Erzdiözese Los Angeles verblieben waren, entbunden. Kardinal Mahony ist derzeit auf dem Weg nach Rom. Er schreibt in seinem Blog, er “bete für jene, die ihm seine früheren Vergehen nicht verzeihen könnten, und für Journalisten, die ihn beständig verleumdeten.” Quelle: kath.web

Kommentar: Schämen sollten sich die Kardinäle Levada und Mahony. Das tun sie aber nicht. Statt dessen beschimpfen sie die Opfer. Sie haben nichts dazugelernt. Ob sich dieses Mal jemand von den Kirchenleitungen an die Seite der beschimpften Opfer stellt und den Kardinälen Levada und Mahony erklärt, warum ihr Verhalten – gelinde gesagt – unangemessen ist? Oder ob auch diese Opferbeschimpfung – wie schon die Opferbeschimpfung von Erzbischof Müller – unwidersprochen bleibt?


26.2.2013 Inzwischen liegt eine “Deutsche Traumafolgekostenstudie” der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Ulm vor. Prof. Fegert nannte heute Zahlen. Die Studie bezieht sich auf 15-64-Jährige (2009)- Von den 53,9 Millionen Menschen dieser Altersgruppe warten 14,5% von schwerer bis extremer Kindesmisshandlung, -missbrauch oder Vernachlässigung betroffen. 1,6 Millionen Betroffene (20%) tragen langzeitfolgen davon, die die Gesellschaft jährlich 11 Milliarden Euro kosten. Quelle: uniklinik ulm


25.2.2013 In Wien wurde die Begleitforschung zu den Ergebnissen der Klasnic-Kommission vorgestellt. Dem Bericht ist noch ein wenig das Erschrecken über die Folgen der Gewalt anzumerken. Die Psychologin Lueger-Schuster sagte: „Die vorliegenden Forschungsergebnisse beinhalten Daten, die in ihrer Summe ein erschreckendes Bild ergeben.“ Sie wies darauf hin, dass unter den in den 1950er Jahren und den folgenden Jahrzehnten Aufgewachsenen  sich heute „viele Menschen, die ebenfalls Missbrauch und Gewalt in ihrer Kindheit und Jugend erlebten, aber weiterhin schweigen“, finden. Sie rechnet mit einer erheblichen Dunkelziffer. Die Studie ergab, dass die Hälfte der Opfer, die einer Befragung zustimmten, unter einer „posttraumatischen Belastungsstörung“, an seelischen und körperlichen Folgen des erlittenen Missbrauchs sowie an Störungen im Beziehungsleben leiden. 83% der Opfer leiden unter einzelnen Symptomen der posttraumat. Belastungsstörung. Quelle: orf


24.2.2013 Drei Priester und ein früherer Priester werfen dem britischen Kardinal Keith O’Brien (74) “unangemessenes Verhalten” vor. Die Vorwürfe datieren eine Woche vor der Rücktrittserklärung des Papstes. Die BBC berichtete, die kath. Kirche in Schottland habe die Beschuldigungen zurückgewiesen und wolle rechtliche Schritte gegen die Beschwerdeführer einreichen. kath.web
Inzwischen ist der beschuldigte Kardinal zurückgetreten. Sein Rücktritt wurde angenommen und er wird nicht am Konklave teilnehmen. Bemerkenswert an dem Vorgang ist, dass ehemalige Priesterseminaristen die Anschuldigungen vorbringen. 


24.2.2013 Ein Bericht über die Missbrauchsfälle am Homburger Johanneum in sr


28.2.2013 Inzwischen sind die Mediationsgespräche zwischen dem Orden und den Betroffenen des Johanneums gescheitert.


23.2.2013 Der Bürgermeister Manfred Dickert von Grebenhain hat einen Brief an den Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, geschrieben, in dem er das Bistum Mainz zu einer Entschuldigung und einem ehrlichen Umgang mit den Missbrauchsfällen in Grebenhain aufforderte. Quelle: kreis-anzeiger.de


22.2.2013 Der polnische Bischof Tadeusz Pieronek hat mit mutmaßlich verharmlosenden Aussagen über Kindesmissbrauch von katholischen Geistlichen Empörung ausgelöst. Auf das zu Ende gehende Pontifikat von Benedikt XVI. angesprochen, sagte der Ex-Generalsekretär der Bischofskonferenz einem TV-Sender, der Papst habe “mit viel wichtigeren Themen gerungen als der Pädophilie”. Diese habe es immer gegeben und werde es immer geben, meint er. Quellen: austria.com   derstandard.at
Kommentar: Dass es sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche immer gegeben hat, ist wohl richtig. Falsch hingegen ist, dass ein Papst mit wichtigeren Themen zu tun habe. Im zentralen Text des Evangeliums zum Thema wird im Kontext nämlich die Frage gestellt: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Die Antwort Jesu an den Fragesteller/Gesetzeslehrer ist die Gleichnisgeschichte von dem Samariter, der dem half, der unter die Räuber fiel. Bischof Peronek sollte sein Evangelium (Lukas 10, 25-37) lesen. Nichts weniger als das “ewige Leben” steht auf dem Spiel. 


22.2.2013 Ob die Berichte in italienischen und deutschsprachigen Presseorganen über die Gründe für den Rücktritt des Papstes zutreffen, ist schwer auszumachen. Eine gewisse Plausibilität (s. die Kurzfassung des nie veröffentlichten Westpfahl-Berichts aus dem Erzbistum München von 2010) ist ihnen aber kaum abzusprechen. Quelle: kurier.at


22.2.2013 Die Vollversammlung der katholischen Bischöfe in Trier führte nicht zu Enttäuschungen, weil es keine Erwartungen (mehr) gegeben hatte. Quelle: wochenspiegel


22.2.2013 “Wir selber können als Bischofskonferenz nicht anfangen, mit einzelnen Gruppen [von Missbrauchsopfern] Gespräche zu führen, denn sonst würden solche Gruppen unsere Bischofskonferenz bestimmen und wir kämen nicht zu unseren Themen”. Erzbischof Zollitsch. Quelle: swr
Kommentar: “Unsere Themen”, “unsere Bischofskonferenz” einerseits und “solche Gruppen” andererseits – deutlicher kann der Sprecher der Bischofskonferenz nicht formulieren, was der Erfahrung der Opfer exakt entspricht: Sie gehören – aus der Sicht der Bischofskonferenz – nicht dazu. Jesus würde das mit Sicherheit anders sehen. Die Bischöfe haben immer noch nicht verstanden, dass es keine Glaubwürdigkeit “unter Umgehung der Opfer” geben wird.


22.2.2013 Über das Schweigen der Kirchenmänner – Johanneum in Homburg. Quelle: SR

 


21.2.2013 Der belgische Kardinal, einziger Teilnehmer Belgiens an der Papstwahl, Godfried Danneels, soll nicht am Konklave teilnehmen, weil er wegen seines Verhaltens während des Missbrauchsskandals keine moralische Autorität mehr besitze. Das sagt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe “Menschenrechte in der Kirche”, Rik Deville. Die Arbeitsgruppe vertritt mehr als 800 Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester in Belgien. Quelle: kipa


21.2.2013 Ein indischer katholischer Priester ist wegen Vergewaltigung von 4 Mädchen – 6-8 Jahre alt – verhaftet worden. Quelle: kipa


21.2.2013 Der irische Staat entschuldigt sich bei den mehr als 10 000 Frauen, die zwischen 1922 und 1996 in den Magdalenenheimen unter “schändlichen Zuständen” zur Zwangsarbeit eingesetzt waren. Vor 2 Wochen hat ein 1000 Seiten langer Bericht die Zustände angeprangert. Die irische Regierung kündigte konkrete Maßnahmen zur Wiedergutmachung an. Quelle: spiegel.de


21.2.2013 In einem CNN-Interview sagte Kardinal Turkson, Homosexuelle seien schuld, dass Kinder durch pädophile Priester missbraucht werden. Auf dem afrikanischen Kontinent gebe es so etwas (gemeint ist sexuelle Gewalt gegen Kinder) nicht. Und innerhalb der afrikanischen Kirche gebe es – weil es ein kulturelles Tabu sei – keine homosexuellen Priester in der kath. Kirche. Kardinal Turkson, Ghana, wird als einer der möglichen Kandidaten für das Papstamt genannt. Quelle: shortnews


20.2.2013 Bilanz des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch: Es gab viele Vorschläge und nur wenig wurde umgesetzt. Quelle: süddeutsche und Spiegel


20.2.2013 In Trier fordern Missbrauchsopfer von Priestern “Aufklärung”: swr. Auf einer Podiumsdiskussion fragen sie, warum Priester Täter werden – Bischof Ackermann hat eine Teilnahme an der Diskussion abgesagt.


20.2.2013 Neben Mahony geraten vier weitere Kardinäle, die an der Papstwahl teilnehmen, unter Druck. Auch sie sollen Sexualstraftaten von Klerikern vertuscht haben. Daneels (Belgien), Pell (Australien), Brady (Irland) und Justin Rigali (Philadelphia) werden genannt. Quelle: heute.at


20.2.2013 Kardinal Mahoney soll sich im Vatikan für die Suspendierung eines priesterlichen Sexualstraftäters, Kevin B., eingesetzt haben, der mindestens 8 minderjährige Jungen missbraucht hatte. Kevin B. legte in Rom Widerspruch ein. Mahony wurde vom Vatikan nicht zur Sache gehört. 10 Jahre lang dauerte es, bis Kevin B. seines Amtes enthoben wurde. Das berichtet die Los Angeles Times.
Derzeit vergleicht Mahony, dem von Opfern geraten wird, nicht an der Papstwahl teilzunehmen, sich mit Jesus, der von allen verlassen wurde, am Kreuz starb und “wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde”. Still habe der Herr sein Leid ertragen – “niemals gegen Missverständnisse aufbegehrt, niemals wütend werdend bei falschen Anschuldigungen”. Und eben das sei so schwer für die Menschen: “Es ist mit Sicherheit schwer für mich auf meiner Reise.” Quelle: Spiegel


19.2.2013 Ein Interview über die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in Oberharmersbach, Erzbistum Freiburg, mit einem der mutmaßlich 100 – 150 Opfer. Quelle: brennpunkt-ortenau.de  Und ein Bericht dazu.


19.2.2013 Das Kloster Mehrerau strebt einen außergerichtlichen Vergleich mit 2 Klägern an, deren sexuelle Gewalterfahrung noch nicht verjährt ist, wie neulich ein Gericht feststellte. Quelle: Vorarlberg.orf


19.2.2013 Kardinal Mahony, der Missbrauchstäter vor der Justiz schützte, habe das “Recht zur Teilnahme” an der Papstwahl, sagte Kardinal Velasio De Paolis, römischer Kirchenrechtler. “Dies ist eine verwirrende Situation, aber die Regeln müssen eingehalten werden.” Allenfalls könne Mahony mittels einer privaten Intervention “mit hoher Autorität” den Rat bekommen, “nicht teilzunehmen”. Die in derartigen Fällen “gängige Praxis” sei die der “Überzeugung”. Im Endeffekt werde es dem “Gewissen” Mahonys obliegen, die Entscheidung zu treffen. Quelle: n-tv
Kommentar: Beim Im-Stich-Lassen der Opfer und dem Versetzen von Tätern von einem Ort zum anderen funktionierte das Gewissen von Kardinal Mahony nicht. Auch als er einen Meineid schwor, funktionierte sein Gewissen nicht. Wenn ein neuer Papst unter Beteiligung von Kardinälen, die sich der Vertuschung von Sexualstraftaten schuldig gemacht haben, gewählt wird, verspielt die Kirchenleitung weitere Glaubwürdigkeit, nicht nur bei den Opfern von Sexualstraftätern im Priestergewand.
Der Vorwurf, Täter geschützt, Verbrechen verharmlost und Opfer im Stich gelassen zu haben, trifft auch andere wahlberechtigte Kardinäle. So RE Giovanni Battista,   Bertone Tarcisio, S.D.B., Daneels Godfried (s.auch spiegel.de), Brady Seán Baptist, Levada William Joseph (Fall Gauthe), Dolan Timothy Michael (zahlte an Priester, die des sexuellen Missbrauchs schuldig waren, wenn sie das Priesteramt verließen), Rivera Carrera Norberto (schwieg vorsätzlich über den Kindesmissbrauch durch einen früheren Priester und versetzte den betroffenen mexikan. Geistlichen 1987 nach L.A., ohne die zuständige Erzdiözes über die Vorwürfe in Kenntnis zu setzen), Robles Ortega Francisco (verteidigte den Umgang des Präfekten der Glaubenskongregation, des späteren Papstes Benedikt XVI., mit dem Gründer der Legionäre Christi. Catrillon Hoyos Darío (gratulierte 2001 Bischof Pican, Frankreich, weil dieser sich geweigert hatte, den sexuellen Missbrauch durch einen Priester der französisichen Polizei zu melden. (s.auch Domradio)


19.2.2013 Hermann Häring schlägt vor, die Papstwahl erst in 2 Jahren durchzuführen. Er begründet den Vorschlag damit, dass eine Papstwahl ohne gesamtkirchl. Beteiligung nicht hinzunehmen seit, dass aus Gründen einer christlichen Geschwisterlichkeit die gegenwärtige Form des Papstamtes nicht akzeptabel sei, dass eine Reform des Papsttums eine disziplinäre, aber auch theologisch dogmatische Revision der Grundlagen voraussetze. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hätten ihre Kirche trotz anhaltender Warnungen in eine katastrophale Krise manövriert; sie und die Kardinäle hätten die Reformimpulse des Zweiten Vatikanischen Konzils 50 Jahre lang hartnäckig blockiert, keinerlei Bereitschaft zu neuem Nachdenken gezeigt, dadurch die Glaubensgemeinschaft schwerst geschädigt und alle Autorität verspielt. Dass nicht gehandelt wurde, sei ausschließlich den Kirchenleitungen anzulasten. Zudem lägen die entsprechenden Analysen, Forderungen und theologischen Lösungen schon seit Jahrzehnten auf dem Tisch. Eine zügige Inventur der Reformbegehren sei also möglich.
“Durch diese Verweigerungshaltung hat sie [die Kirchenleitung] mit der Glaubwürdigkeit der römisch-katholischen Kirche Raubbau getrieben, innerhalb und außerhalb der Kirche die vielen Opfer ihres Regimes verhöhnt und ihren eigenen Triumph der gebotenen Solidarität mit den Verlorenen vorgezogen. Um der Kirche willen darf und muss nach fünfzig Jahren die Geduld der Kirchengemeinschaft am Ende sein,” sagt Prof. Häring.
Quelle: Publik Forum


19.2.2013 Auf der Bischofskonferenz, die derzeit in Trier tagt und von Protestveranstaltungen von Menschen, die sexuelle Gewalt durch Priester erlitten haben bzw. diesen Menschen verbündet sind, stellte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, klar, dass es kein Treffen zwischen Bischöfen und Vertretern von Opferverbänden geben werde. Man wolle sich die Tagesordnung “nicht von außen” bestimmen lassen. Opferverbände und “Wir sind Kirche”, dass die Bischöfe die Missbrauchsfälle lediglich als „Imageproblem“  betrachteten. Erzbischof Zollitsch verteidigte die bisherigen Anstrengungen seiner Kirche: Keine zweite Institution in Deutschland habe mehr zur Aufklärung des Missbrauchs unternommen, sagte er. Quelle: euronews
Kommentar: Diese Sicht der Kirchenleitungen – die Opfer sind “die Anderen”, die nicht dazugehören und “draußen” sind  – ist Teil des Problems. Das Problem wird noch immer nicht wahrgenommen. Und: Es stimmt, dass die kath. Kirche als einzige Institution die Aufklärung von Missbrauchsfällen begonnen hat. Dass andere Institutionen gar nichts getan haben, bedeutet jedoch nicht, dass die kath. Kirche gut mit den Opfern und mit der Aufklärung umgegangen ist. Die Kirchenleitung wäre gut beraten, diejenigen zu fragen, was sie brauchen, die unter die Räuber gefallen sind.


18.2.2013 Amerikanische KatholikInnen setzen sich dafür ein, dass Kardinal Mahoney, der Missbrauchstäter in seinem Bistum Los Angeles 1985 bis 2011 vor Strafverfolgung geschützt hat und sie lediglich versetzt hat, nicht an der Papstwahl beteiligt sein soll. In einer Petition fordern sie Mahoney auf, sich selbst aus dem Konklave für die Wahl des Nachfolgers von Benedikt XVI. auszuschließen. (s.a. auch Amy Berg: Erlöse uns von dem Bösen, DVD). Quelle: orf
Kommentar: Es wäre interessant zu wissen, welche von den Papstwahlberechtigten nicht an Vertuschungen von Missbrauchsfällen beteiligt waren.


15.2.2013 Bijayalaxma Nanda, 45, Inderin, über sexuellen Missbrauch in Indien und die Schwierigkeiten, davon zu sprechen. Quelle: zeit.de


15.2.2013 Ein neuer Papst sollte nicht nur Betroffenheit angesichts der vielen Sexualstraftaten durch kath. Priester äußern – er sollte auch Verantwortung dafür übernehmen. Zur Verantwortungsübernahme gehört, dass

  • die im Vatikan gesammelten Akten von einem kirchenunabhängigen Institut untersucht werden
  • Kirchengesetze, die vor Ort Untersuchungen verhinderten oder unnötig erschwerten, geändert werden
  • die Beteiligung der Kirchenleitungen an den Vertuschungen in allen Bistümern aufgedeckt wird
  • die Vertuschungen durch personelle Konsequenzen – Rücktritte – geahndet werden
  • nach strukturellen Ursachen gefragt wird, die keiner Einschränkung unterliegen
  • keine zu überprüfende Hypothese ausgeschlossen werden darf
  • doktrinäre und theologische Reformen durchgesetzt werden, um die Begünstigung sexueller Gewalt durch kirchliche Strukturen und Machtgefälle zu verhindern
  • das vermeintliche Ansehen der Kirche nicht vor der Solidarität mit den Opfern rangieren darf

Dass ein neuer Papst nicht an Vertuschungen beteiligt gewesen sein sollte, versteht sich von selbst.


12.2.2013 “Das [die Missbrauchsfälle] ist sicher eine ganz große Belastung, und, sagen wir mal, eine einschneidende Erfahrung dieses Pontifikates, aber man muss natürlich auch dazu sehen, dass das ja Dinge sind, die zurückliegen, zum Teil sehr weit zurückliegen, dass der Papst auch an dieser Stelle ein Stück Aufarbeitung von Geschichte von Kirche zu leisten hatte. Das tut er an seiner Stelle mit klaren Prinzipien, mit klaren Anweisungen an die gesamte Weltkirche. Aber dann sozusagen die konkrete Arbeit vor Ort, und das heißt auch, die Hilfe, das heißt, das Zuhören, das Hören auf die Betroffenen, das muss ja vor Ort in den Ortskirchen geleistet werden, wie etwa auch hier bei uns in Deutschland in den Bistümern, in den Ordensgemeinschaften, das kann ja der Papst sozusagen alleine nicht leisten.” Das sagt der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: dradio.de
Kommentar: Bischof Ackermann übersieht einfach immer noch, dass der zurücktretende Papst keine Verantwortung für seinen Anteil an den Vertuschungen übernommen hat, die während seiner Papstzeit und zuvor während seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation geschahen. Bischof Ackermann übersieht auch immer noch die Petitesse, dass für die Kirchenleitung die Erfahrungen von Gewalt durch Menschen/Priester sehr weit zurückliegen mögen – für die Opfer tun sie genau das nicht, denn sie gehören zu deren täglicher und nächtlicher Gegenwart Jahre und Jahrzehnte danach. Und natürlich kann nicht alleine der Papst von Rom aus den Opfern von Klerikern Gerechtigkeit und Anerkennung verschaffen. Verantwortung jedoch hätte er übernehmen können – er hat sie nicht übernommen. Opfer und Kirchenleitungen vor Ort müssten dringend miteinander über diese Wahrnehmungsdifferenzen sprechen – aber ich kann weit und breit keine Gesprächspartner erkennen. Vielleicht mit Ausnahme der Jesuiten. So gesehen, ist die Kritik von MexikanerInnen vermutlich sehr ernst zu nehmen. Nur: Wer ist bereit, sie zu hören?


11.2.2013 Im Stift Kremsmünster kam es zu 38 Missbrauchsfällen. Der Haupttäter soll mit dem pädophilen Kinderpsychiater Wurst “zusammengearbeitet” haben. Quelle: kath.web


11.2.2013 Papst Benedikt XVI. tritt zurück. Kardinal Sodana nannte die Entscheidung einen “Blitz aus heiterem Himmel”. Quelle: Radio Vatikan   Hermann Häring kommentiert.
Mein Kommentar: Für Missbrauchsopfer war der Himmel in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht heiter, denn auch dieser Papst hat die Chance vertan, die Verantwortung für die Vertuschung der Missbrauchsfälle in der weltweiten katholischen Kirche zu übernehmen. 


7.2.2013 Nach wie vor stehen die Opfer im Zentrum der kirchlichen Sorge, sagt der neue vatikanische Missbrauchsbeauftragte Robert Oliver. Quelle: zenit.org


7.2.2013 Dem Erzbistum Los Angeles werfen Missbrauchsopfer vor, in veröffentlichten Akten von Missbrauchstätern Namen Personalverantwortlicher getilgt zu haben und Dokumente über mutmaßlich pädokriminelle Geistliche zurückgehalten zu haben. Der Anwalt des Erzbistums kann sich das Verschwinden der Akten nicht erklären. Quelle: kipa-apic.ch


7.2.2013 Erzbischof Meisner beklagt in einem Schreiben an  Priester und Kirchenmitarbeiter “die Häme und Aggression”, die der Kirche entgegengebracht würden. Die Kirche von Köln habe in den vergangenen Wochen in der öffentlichen Wahrnehmung einen Sturm erlebt, wie Erzbischof Meisner ihn in seinen Jahren als Bischof selten erlebt habe. Er versichert, dass die Studie mit einem anderen Institut als dem KFN fortgesetzt werde. “Das sind und bleiben wir den Opfern schuldig, und hier lassen wir nicht nach, denen Gehör und Gerechtigkeit und alle möglichen Hilfen – auch finanzieller Art – zukommen zu lassen, die so schreckliches Leid erfahren mussten”, schreibt der Erzbischof weiter. Quelle: Spiegel


6.2.2013 Im Vatikan werden jährlich 600 katholische Priester als Sexualstraftäter angezeigt, die Kinder/Jugendliche missbraucht haben. Quelle: Die Zeit


4.2.2013 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, erhält Widerspruch für seine Aussage, in den USA und in Europa gebe es eine Pogromstimmung gegen die kath. Kirche. Quelle: Mittelbayerische
Kommentar: Anders als seine Opferbeschuldigung von 2012 erregt diese Äußerung – zu Recht – Aufsehen. Müllers unflätige Opferbeschimpfung hat im September 2012 niemand zurückgewiesen. Erzbischof Müller hatte im Radio-Vatican-Interview den Opfern und denen, die an einer Aufklärung der Missbrauchsfälle interessiert sind, vorgeworfen, Lynchjustiz auf dem Niveau von Hexenprozessen zu betreiben. Wörtlich: „Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“


2.2.2013 Erzbischof Müller, Chef der Glaubenskongregation, macht vor allem in den USA und in Europa eine Pogromstimmung gegen die katholische Kirche aus und beklagt gezielte Diskreditierungs-Kampagnen gegen die katholische Kirche. Quelle: Spiegel
Kommentar: Die Perspektive der Opfer einnehmen bedeutet nicht, sich erstmal selber zum Opfer zu erklären. Wer über Pogromstimmung spricht, wenn es um die Aufdeckung von Wahrheit geht, hat nicht verstanden, was ein Pogrom ist. Und die Äußerungen von Erzbischof Müller dokumentieren den Realitätsverlust der Kirchenleitung. Nicht die Menschen haben die Kirche verlassen – die Kirche hat die Menschen verlassen. 


1.2.2013 Die Bischöfe Gregor Maria Hanke und Ludwig Schick haben eine kirchenkritische Predigtreihe in Nürnberg überraschend gestoppt. U.a. sollten Helmut Schüller, ein Initiator der österreichischen Pfarrer-Initiative, sprechen sowie die Kirchenrechtlerin Sabine Demel. Quelle: Nürnberger Nachrichten
Kommentar: Wer seinen Kritikern nicht aufmerksam zuhört oder sie erst gar nicht zu Wort kommen lässt, steht bald alleine da – und das in Zeiten eines großangelegten “Dialogprozesses”.


1.2.2013 Kardinal Mahoney, früherer Erzbischof von Los Angeles und der heutige Weihbischof von Santa Barbara und ehemalige Personalverantwortliche Thomas Curry, hatten drei Priester polizeilichen Ermittlungen entzogen. Einer der drei Priester wollte 1987 nach Kalifornien zurückkehren, erhielt jedoch keine seelsorgliche Aufgabe mehr, da er keine Medikamente nahm. Dafür versicherte dieser Priester der Kirchenleitung, die Gefahr gerichtlicher Klagen sei gering, denn die etwa 20 Opfer, die ihn wiedererkennen könnten, seien illegale Einwanderer. Nun darf Kardinal Mahoney keine öffentlichen Auftritte mehr absolvieren und keine Verpflichtungen in seiner Diözese mehr haben, bis 2016 jedoch ist er bei einer Papstwahl wahlberechtigt. Der Weihbischof Curry wurde als Regionalbischof von Santa Barbara entpflichtet. Quelle: Radio Vatikan


1.2.2013 „Tausende von Polen wurden vermutlich von pädophilen Priestern missbraucht“, schreibt Ekke Overbeck, ein niederländischer Korrespondent in Polen, in seinem Buch „Lękajcie się“ (dt: Fürchtet euch“) ed. Czarna Owca 2013. Quelle: presseurop


1.2.2013 Der Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez, hat Akten über mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester veröffentlicht. Auf der Internetseite der US-Diözese sind seit Donnerstag die Daten zu Vorwürfen gegen 124 Priester einzusehen. In 82 Fällen geht es um mutmaßlichen Missbrauch. Die Veröffentlichung ist Teil einer Einigung der Kirche und der mutmaßlichen Opfer von 2007. Quelle: FR


31.1.2013 Katholisch? Eine Anfrage von Johannes Röser in CiG


31.1.2013 Hermann Häring zur Lage der katholischen Kirche im Blick auf den Themenbereich Sexualität und Macht. Kardinal Meisner nimmt Stellung zur “Pille danach” und hält sie für die Verhinderung einer Zeugung im Falle einer Vergewaltigung für ethisch vertretbar erklärt.


30.1.2013 Traumatisierte Opfer sexueller Gewalt können auch nach Ablauf der Verjährungsfrist zivilrechtliche Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend machen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte in letzter Instanz eine Entscheidung des Osnabrücker Landgerichts. Quelle: stern


29.1.2013 Bischof Dr. Hofmann weist die Anschuldigung von Christian Pfeiffer zurück. Prof. Laubenthal sagt, Christian Pfeiffer kompensiere mit seinen schweren Vorwürfen gegenüber der Kirche die Frustration über sein persönliches Scheitern als Leiter der Studie. Quelle: Bischöfliches Ordinariat Würzburg


27.1.2013 Dem irischen Redemptoristen Tony Flannery, Mitbegründer der irischen Pfarrer-Initiative, droht die Glaubenskongregation die Exkommunikation und den Ausschluss aus dem Orden an. Der Orden hat sich hinter Flannery gestellt, der sein einjähriges Bußschweigen aufgegeben hat. Flannery tritt u.a. für die Priesterweihe von Frauen in der katholischen Kirche in. Quelle: religion.orf


27.1.2013 Die Mainpost dokumentiert die Auseinandersetzungen zwischen der kath. Kirche und dem KFN: Bischof Hoffmann über die Aufarbeitung in der katholischen Kirche; Pfeiffers Vorwürfe: Kirche fehlen Sachargumente und Pfeiffer bezichtigt Kirchenvertreter der Lüge. Hier ist Prof. Laubenthal im Interview zu hören.


27.1.2013 In Spanien wurden bis in die 90er Jahre Kinder gestohlen. Die Kinder von Kirchengegnern und Regimekritikern wurden mit Hilfe von Priestern und Nonnen in regimetreue Familien gebracht. Quelle: ZDF


27.1.2013 Die Bistümer Fulda, Mainz und Limburg haben über 300 000 Euro für 64 Missbrauchsopfer ausgegeben, berichtet die Welt. Eine Vergleichszahl dazu: mehr als 25 000 000 Euro kostete der Papstbesuch die Kirche. Nicht eingerechnet sind die staatlichen Unkosten.


25.1.2013 Die Ergebnisse der am Donnerstag vorgestellten Sinus-Studie zeichnen ein dramatisches Bild der Lage der katholischen Kirche in Deutschland. Michael Ebertz im Interview: Die Kirche in Deutschland könnte kollabieren – durch wachsende Irrelevanz und Selbstbeschädigung. Die Welt spricht vom erschütterten Vertrauen.


25.1.2013 Klaus Mertes stellt im Anschluss an die eigene Schülerzeit im Ako wichtige Fragen: “Heute, nach 2010, frage ich mich aus dieser Erfahrung heraus, ob und wie der Zusammenhang zwischen pädophiler Ästhetik und Praxis einerseits und lautstarker Homophobie andererseits zu verstehen ist.” “Ich glaube, dass das Besondere der Situation am Ako in der Breite der Mitwisserschaft liegt. Wir wurden durch die Dreistigkeit, mit der die Symptome ausgestellt wurden, in das Mitwissen mit hineingenommen, ohne ganz zu begreifen, dass es ein Mitwissen war. Und darüber müssten wir miteinander sprechen – unter Einbeziehung der Opfer, die ja zu uns dazugehören.” “Die Defensive führt in die Dauer-Aggression gegen die Opfer und in die eigene Erschöpfung.” “Alle Untersuchungsberichte, die von außen kommen, werden die Wahrheit nicht aufdecken können, wenn von innen her keine Bereitschaft zum Sprechen über das eigene Mitwissen da ist.” Quelle: generalanzeiger


24.1.2013 Die katholische Kirche hat ihre einstweilige Verfügung gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer zurückgezogen, mit der sie ihm den Vorwurf der Zensur untersagen wollte. Quelle: Rheinzeitung


24.1.2013 Im Prozess gegen das Kloster Mehrerau wurde im Fall von zwei Gewaltopfern gerichtlich festgestellt, dass keine Verjährung vorliegt. Das 58-jährige Opfer gab an, dass ihm erstr 2010 die Übergriffe wieder bewusst geworden seien. Im Fall des 46-jüährigen Klägers wurde die Klage noch vor der 30-jährigen absoluten Verjährungsfrist eingebracht. Nach Angaben des Abtes, Van der Linde, ist der Täter heute schwer depressiv und suizidgefährdet. Wo sich der Mann aufhält, gab der Abt vor Gericht nicht an. Es wird mit einer Berufungsverhandlung gerechnet. Quelle: vol.at


23.1.2013 Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hat am Dienstagabend seine zweitägige Krisensitzung in Würzburg beendet. Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nach dem Zerwürfnis der Bischöfe mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer stand im Mittelpunkt. Das Thema wird die DBK auch in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen. Zum Abschluss des Treffens gab es keine öffentliche Erklärung zur weiteren Vorgehensweise. Quelle: kathweb.at


23.1.2013 Bernhard Rasche schildert, was er vom bisherigen Verhalten der Verantwortlichen in der katholischen Kirche im Umgang mit Opfern sexueller und sonstiger Gewalt – vor allem im Bistum Würzburg – hält: Nichts. Quelle: mainpost


22.1.2013 Ein Turntrainer hat drei Jungen dutzende Male sexuell misshandelt. Er wurde zu 6 Jahren Haft verurteilt, muss jedoch zuvor in die Psychiatrie. Er hat neben seiner Trainertätigkeit als Erzieher in einem Kindergarten gearbeitet. Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexueller-missbrauch-sechs-jahre-haft-fuer-turntrainer-1.1580491


22.1.2013 Christian Pfeiffer im Spiegelinterview. Die Bischöfe, die sich heute in Himmelspforten getroffen haben, um über die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu sprechen, haben keine Informationen an die Öffentlichkeit gegeben.


22.1.2013 “Dem Forschungsprojekt fehlte die gebotene Sensibilität bei der Befragung von Opfern sexuellen Missbrauchs. Das Konzept ließ dieses Einfühlungsvermögen vermissen, wie schon der Kriminologe Professor Dr. Klaus Laubenthal betont hat.” Damit begründet der Bischof von Würzburg u.a. die Kündigung des kirchl. Forschungsauftrages für das KFN. Quelle: Mainpost


22.1.2013 Der Anwalt der katholischen Kirche zog einen Antrag vor dem Hamburger Landgericht gegen Christian Pfeiffer zurück. Pfeiffer sollte sich verpflichten, kritische Aussagen über die Rolle der Kirche bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals zu unterlassen. Die Kirche hat inzwischen einen neuen Antrag mit anderem Inhalt gegen Pfeiffer gestellt. Quelle: Süddeutsche


22.1.2013 Kardinal Mahoney, früherer Erzbischof von Los Angeles und der heutige Weihbischof von Santa Barbara, Thomas Curry, haben drei Priester polizeilichen Ermittlungen entzogen. Die drei Priester hatten sexuelle Gewalt an Kindern den kirchl. Vorgesetzten gestanden. Ihnen rieten Mahoney und Curry, keine Therapie zu machen aus Angst, die Therapeuten würden die Verbrechen anzeigen. Außerdem wurden die Priester außerhalb von Kalifornien eingesetzt, um die Strafverfolgung zu verhindern. Einer der drei Priester wollte 1987 nach Kalifornien zurückkehren, erhielt jedoch keine seelsorgliche Aufgabe mehr, da er keine Medikamente nahm. Dafür versicherte dieser Priester der Kirchenleitung, die Gefahr gerichtlicher Klagen sei gering, denn die etwa 20 Opfer, die ihn wiedererkennen könnten, seien illegale Einwanderer. Mahoney entschuldigte sich, erzählte von seinen Treffen mit Missbrauchsopfern und sagte, er bete täglich für sie. Weihbischof Curry war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Quelle: kath.web und welt.de


20.1.2013  Sonntags – TV fürs Leben – ZDF ein kurzer Beitrag über die Inititative GottesSuche


19.1.2013 Während die einen längst zur Tagesordnung übergegangen sind, haben andere in der Kirche gemerkt, dass die Wahrnehmung der Opfer durch Kirchenverantwortliche noch ganz am Anfang steht – Jesuiten in Berlin zum Beispiel. Quelle: Tagesspiegel

18.1.2013 Das Bistum Osnabrück zahlte an 10 anerkannte Opfer 46 000 € in Anerkennung ihres Leides. Quelle: noz.de


18.1.2013 “Ein Mensch liegt hilflos und verletzt auf der Straße, misshandelt und halb tot. Da kommt ein Priester, doch er geht an dem Opfer vorbei. Auch ein Tempeldiener ignoriert den Verletzten, weil er um seine rituelle Reinheit fürchtet. Christen kennen die Geschichte als Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Doch dasselbe geschah diese Woche in Köln.” Zwei katholische Krankenhäuser verweigern einem 25jährigen Vergewaltigungsopfer die nötige Hilfe und weisen sie ab. Hintergrund: Die kath. Morallehre verbietet nicht nur Abtreibungen, auch die Pille danach, die eine Schwangerschaft verhindert, darf nicht verabreicht werden. Und weil das so ist, wurde dem Vergewaltigungsopfer erst gar nicht geholfen. Eva Baumann-Lerch sagt das Nötige dazu. Quelle: Publik Forum


18.1.2013 Interview vom Katholikentag 2012 über GottesSuche


 18.1.2013 Diskussion bei Beckmann: Pola Kinski, Huckele, Christian Pfeiffer, P. H. Langendörfer SJ: Das lange Schweigen der Opfer
s. auch FR


 17.1.2013 Opfer berichten.


 17.1.2013 Eines der Opfer, das in Erfurt mit dem Papst gesprochen hatte, berichtet von seinen Erfahrungen. Er sagt, die Kirche habe auch seinen
Fall nicht aufgearbeitet, die Kirchenleitung habe sich ihm gegenüber nie geäußert, lediglich kommentarlos 5000 Euro “Entschädigung” überwiesen.
Quelle: stern

 
17.1.2013 Link zur Bischofskonferenz, die heute den Abschlussbericht der Hotline vorstellte. Bischof Ackermann spricht von einer Spiritualisierung der Verbrechen.
Weitere Presseartikel:
“Besonders erschreckend dabei ist, dass eher wenige “leichte oder minderschwere Delikte” berichtet wurden, sondern es “im Regelfall um schwere und schwerste Delikte über längere Zeit durch enge Vertrauenspersonen” ging. Die FR vermutet, dass es Hinweise auf pädophile Netzwerke gibt. Sexuelle Gewalt war meistens geplant. Süddeutsche.
Vgl. hierzu die Äußerung von Prof. Leygraf bei der Vorstellung seiner
Studie: “Es ist vor allem auch ein Problem von Nähe. Die Priester hatten
nun einmal einen sehr engen Kontakt zu Messdienern, Jugendführern und
ähnlichen. Da hat die Gelegenheit es eben ergeben, dass sexuelle Übergriffe stattfanden.
Stellungnahme von Wir sind Kirche
WDR
Der Mut der Bischöfe wurde überschätzt. FR


 17.1.2013 Daniel Deckers, FAZ, berichtet von den Schwierigkeiten der kath. Kirche, das Studienprojekt mit dem KFN so durchzuführen, dass keine Persönlichkeitsrechte und kein Datenschutz verletzt werden. Quelle: faz

Kommentar: Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen und die Persönlichkeitsrechte sind ja auch in der angekündigten Studie der Bischofskonferenz, die mit
einem anderen Vertragspartner fortgeführt werden soll, nicht ausgeräumt. Vermutlich bleibt es dann bei der Münchner Studie, die in einer Kurzfassung veröffentlicht wurde. Die umfangreiche Studie hingegen bleibt verschlossen im Geheimarchiv des Erzbistums München.  


16.1.2013 In einer Forsa-Umfrage wurden Mitte Januar 2013 1.009 Bundesbürger befragt. 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Kirche wolle eine vollständige Aufklärung verhindern. Nur 17 Prozent der Befragten glaubten, dass die katholische Kirche die Fälle sexuellen Missbrauchs, an denen Geistliche beteiligt sind, wirklich aufarbeiten will. Für 35% hat sich durch die Kündigung des Forschungsvertrages mit dem KFN das Bild der Institution verschlechtert. 16% der befragten KatholikInnen erwägen einen Austritt – unter den 45- bis 59-Jährigen sind es sogar 26%. Quelle: Domradio


 16.1.2013 Hier spricht ein Kirchenrechtler (Zentrum für Religion und Gesellschaft, Universität Bonn) Klartext – sehr hilfreich nach den Statements von Bischof Dr. Ackermann und anderen, die die Wahrnehmung der Menschen/KatholikInnen mit falschen oder halbwahren Aussagen vernebeln wollen, wie heute im Domradio.


 15.1.2013 In der evangelischen Kirche im Rheinland wurden in den letzten zwei Jahren 61 Fälle sexuellen Missbrauchs gemeldet. Fast ein Drittel davon stammt aus den vergangenen drei Jahren. “41 Opfer hätten sich offenbart, aber auch zwei Täter, berichtete Claudia Paul, die eine eigens eingerichtete Stelle für diese Fälle leitet. Die übrigen Fälle seien von Vorgesetzten oder Mitarbeitern berichtet worden. Meist seien die Opfer zur Tatzeit Kinder und Jugendliche gewesen. 23 Fälle seien verjährt, 19 Fälle stammten aus den vergangenen drei Jahren. 47 Männer und 9 Frauen wurden als TäterInnen genannt. 43 der Beschuldigten seien zur Tatzeit bei der Kirche oder ihrer Diakonie beschäftigt gewesen. Nur ein Dutzend Fälle stamme aus dem Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Quelle: Spiegel


 15.1.2013 “Es gab mit Herrn Professor Leygraf ein weiteres unabhängiges Forschungsprojekt zum sexuellen Missbrauch und zu Täterprofilen. Da haben wir solche Schwierigkeiten [wie mit Christian Pfeiffer] nicht gehabt.” Sagt Bischof Ackermann. Schaut man sich diesen Hinweis genauer an, dann wird klar, warum Prof. Leygraf und die Kirche keine Schwierigkeiten miteinander hatten: Er und seine Kollegen haben insgesamt 78 Gutachten ausgewertet. Vorliegende Gutachten dürften öffentlich und gerichtsbekannt gewesen sein. 75 davon haben Prof. Leygraf und seine beiden Kollegen selbst erstellt. 18 weitere wurden den Forschern von 21 (der 27) Bistümern zur Verfügung gestelllt. 15 der 18 Gutachten waren unbrauchbar. Nur 3, deren Herkunft unbekannt ist, sind also neu hinzugekommen. Kein Wunder also, wenn die Kirchenleitung mit Prof. Leygraf keine solchen  Schwierigkeiten hatte! Dieses Argument von Bischof Ackermann trägt also nicht weit. Weiter sagt Bischof Ackermann: Wo es zu Strafverfahren gekommen ist, müssen die Unterlagen nach Kirchenrecht aufgehoben werden. Er führt nicht aus, dass diese Unterlagen ins Geheimarchiv der Bischöfe müssen und nicht herausgegeben werden dürfen (CiC can. 489 §3). Er führt auch nicht aus, dass nach 10 Jahren resp. nach dem Tod eines Täters alle Aktenteile, die über eine kurze Information der Tat und das Urteil hinausgehen, vernichtet werden müssen. Er informiert also nicht, dass die mit Christian Pfeiffer geplante Langzeitstudie in 9 Bistümern von 1945 bis 2000 lediglich Fallzahlen der Verurteilten hätte liefern können, wenn die Bischöfe das Geheimarchiv öffneten. Alle anderen Forschungsziele wären unerreichbar gewesen – selbst wenn die Bischöfe ihre Geheimarchive öffnen würden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Fälle, die den Bistümern bekannt waren, ohne gerichtlich verfolgt worden zu sein, inzwischen längst aus allen Akten entfernt wurden. Der immer wieder betonte “Aufklärungswillen” klingt noch  unglaubwürdiger als zu Beginn der nun gescheiterten Studie. Bezeichnend vielleicht, dass der erste und durchgezogene Widerstand gegen das Forschungsprojekt aus München kam. Der zuständige Generalvikar Beer wollte durchsetzen, dass die Forschungsergebnisse auch nicht veröffentlicht werden dürfen, wenn die Kirche nicht einverstanden ist. Beer kennt vermutlich die Ergebnisse der Münchner Untersuchung durch Frau Westphal, die nicht veröffentlicht wurde. Lediglich eine Kurzfassung wurde öffentlich gemacht. Beer weiß also, was auch aus dem Erzbistum München-Freising öffentlich würde, wenn Pfeiffer oder andere ungehindert forschen dürfen.


 14.1.2013 “Es ging um Zugriff auf Akten von Menschen, die noch leben und nicht um ihr Einverständnis gefragt werden – das ist sehr sensibel.” Das sagt Bischof Ackermann im Gespräch mit dem SpiegelVerstehe ich das richtig: Die Täter entscheiden letztendlich, ob – vorausgesetzt der Bischof öffnet die Geheimarchive, in denen alle neueren und alten Akten über Sittlichkeitsverbrechen oder einen fragwürdigen Lebenswandel laut  Kirchenrecht hin müssen – ob die Akten mit geschwärzten Namen den Forschern zugänglich gemacht werden sollen? Bischof Ackermann vergisst zu sagen, was es bedeutet, wenn in Akten, die älter als 10 Jahre sind bzw. nach dem Tod eines Priesters nur noch der Tatbestand und das Urteil in Sittlichkeitsverfahren aufzubewahren sind. Das heißt, die Längsschnittstudie, die Herr Pfeiffer in 9 Bistümern durchführen sollte, hätten lediglich die Zahlen der Verurteilten und bestenfalls ein paar Angaben zu den Taten und der Anzahl der (bekannten) Opfer hergeben können. Folgende 5 Punkte wurden jedoch als Ziele des Forschungsprojekts benannt: 

“a) Die Untersuchung soll erstens belastbare Zahlen zum sexuellen Missbrauch durch Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige erbringen – und dies einerseits im Hinblick auf die Längsschnittentwicklung seit 1945 und andererseits als Querschnittsanalyse zur aktuellen Situation der Jahre seit der Jahrtausendwende.

b) Zum zweiten geht es darum, die Entstehung und den Verlauf des Missbrauchsgeschehens aus der Sicht der Opfer nachzuvollziehen und zu klären, welche Folgen die Taten bei ihnen ausgelöst haben.
c) Ein zentrales Anliegen ist es ferner, das Handeln der Täter zu analysieren und die Bedeutung der Einflussfaktoren zu erfassen, die ihre Taten gefördert haben.
d) Viertens soll die Untersuchung klären, wie sich die Katholische Kirche gegenüber Tätern und Opfern verhalten hat.
e) Schließlich geht es darum, gestützt auf die Untersuchungsergebnisse das bisherige Präventionskonzept1 der Kirche zu überprüfen und falls nötig ergänzende Vorschläge zu erarbeiten.”
Zumindest für die Längsschnittuntersuchung 1945-2000 dürften die Akten keine Ergebnisse der Ziele b) – e) liefern, selbst wenn die Akten der Geheimarchive geöffnet würden. Die Frage stellt sich, ob die gesamte Studie nicht eine Imagepflege-Aktion der Bischofskonferenz war, frei nach dem Motto von Erzbischof Müller, Rom: “„Wie immer sind wir an der Spitze: Es muss immer und überall um die Menschen gehen, die Opfer solcher furchtbaren Übergriffe geworden sind. Es muss auch um die Täter gehen, um vorbeugend – soweit das überhaupt möglich ist – tätig zu sein. Trotzdem muss auch die Würde des Täters gewahrt werden. Was in der Öffentlichkeit im Sinne von Lynchjustiz gefordert wird, das ist eine Rechtsvorstellung, die auf dem Niveau von
Hexenprozessen stehen geblieben ist. In Sachen Missbrauch gehen unsere Glaubenskongregation und in vielen Ländern die einzelnen Bistümer sehr konsequent vor, und hier sind wir, wie ich glaube, beispielhaft.“
Der Forscher muss nicht das Kirchenrecht, das die Ablage der Akten, die Inhalte, das Löschen von Aktenteilen, den Zugang zu den Akten, … betrifft, kennen – aber die Bischöfe kennen ihr Kirchenrecht und wissen, dass nach 10 Jahren nur noch rudimentäre Angaben in den Akten zu finden sind. Ach ja, und außer dem Papst kann ihnen niemand befehlen, das Geheimarchiv zu öffnen. Auch ein Bischof Ackermann kann das nicht.


14.1.2013 Eine Diskussionssendung zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche im Bayerischen Rundfunk.


10.1.2013 Eine Diskussionssendung “Bedingt aufklärungsbereit” – Forumsdiskussion im SWR 2  Ende der Aufklärung? ARD


 13.1.2013 “Was bleibt von anderthalb Jahren Aufklärung?”, fragt die FAZ im Fall des gekündigten Forschungsauftrags des Verbandes Deutscher  Diözesen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Ihre Antwort: “Lauter Fragen, Gerüchte, Vorwürfe. Also nichts.” Quelle: faz


 13.1.2013 Hier einige  Anmerkungen zum Scheitern des Forschungsprojektes des VDD mit dem KFN, Christian Pfeiffer


 12.1.2013 Prof. Fegert, am Präventionsprojekt beteiligt, das von der Gregoriana, dem Erzbistum München-Freising und der Universität Ulm  verantwortet wird, berichtet, dass die Kirche auf seine Arbeit keinen Einfluss nimmt. Quelle: tagblatt.de


 12.1.2013 Bischof Ackermann sagt, der katholischen Kirche geschehe Unrecht. Quelle: Welt


 11.1.2013 Der Abschlussbericht über die Verbrechen von Jimmy Savile, BBC London, liegt vor. Quelle: FR


 11.1.2013 Pater Mertes weist darauf hin, dass durch die Kündigung des Forschungsvertrags des Verbandes der Diözesen Deutschlands mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen das Vertrauen in den innerkirchlichen Aufklärungswillen erschüttert sei und dies ein großer Schaden sei, sowohl für die betroffenen Opfer als auch für diejenigen, die konkret vor Ort die Arbeit machen. Quelle: badische-zeitung.de


 11.1.2013 Die Kritik des Kriminologen und Missbrauchsbeauftragten des Bistums WürzburgLaubenthal, an der Pfeiffer-Studie scheint nicht korrekt zu sein. Laubenthal hat Pfeiffer vorgeworfen, die Belange der Opfer nicht berücksichtigt zu haben. Im Forschungsauftrag waren die Opferbelange durchaus präsent: Dort heißt es: “Die Fragebogenerhebung muss methodisch so realisiert werden, dass weder die datenschutzrechtlichen noch die sonstigen Interessen des Opfers verletzt werden. Wir sehen hier folgenden Weg als geeignetes Verfahren an: Die kirchliche Institution, bei der sich das Opfer ursprünglich gemeldet hat, bitten wir darum, schriftlich bei ihm anzufragen, ob es mit der Zusendung des Fragebogens einverstanden wäre oder ob es selber Kontakt zum KFN aufnehmen möchte. Hiergegen ließe sich zwar einwenden, Familienmitglieder könnten unbefugt das Schreiben der Kirche öffnen und dadurch zum ersten Mal von dem Missbrauch Kenntnis erhalten. Dies erscheint uns allerdings nur in extremen Ausnahmefällen als realistische Gefahr. Ein Opfer, das den Mut gehabt hat, sich an die Kirche zu wenden, wird dies in aller Regel mit den Familienmitgliedern besprochen haben, mit denen es zusammenlebt. Im Übrigen werden die kirchlichen Stellen selber diesen Weg der brieflichen Kommunikation mit Missbrauchsopfern gehen müssen, wenn sie beispielsweise Fragen der  Schadenswiedergutmachung klären möchten.” Außerdem war – anders als der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Würzburg es darstellt – geplant, die Missbrauchsbeauftragten der Bistümer zu befragen. Im Forschungsauftrag heißt es: “Ergänzend zu der direkten Anfrage beim Opfer wäre es aus unserer Sicht hilfreich, das Forschungsanliegen des KFN im Rahmen der Pressekonferenz öffentlich bekannt zu machen, in der die Katholische Kirche das hier skizzierte Forschungsvorhaben über die Medien bekannt gibt. Bei dieser Gelegenheit könnten die Opfer bundesweit dazu aufgerufen werden, sich per Brief oder per Email direkt beim KFN zu melden, sofern sie dazu bereit sind, sich als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen. Ergänzend käme hier ferner die Meldung bei den Missbrauchsbeauftragten der Diözesen bzw. Ordensgemeinschaften in Betracht.” (Den Hinweis verdanke ich skydaddy.)


 11.1.2013 Das Kloster Ettal wird voraussichtlich im März 2013 eine Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Kloster vorstellen. Der Pressemeldung ist zu entnehmen, dass es “kein einfacher Weg” war, dass das Kloster jedoch erkannt habe, “dass nur die konsequente  Aufarbeitung auch den Opfern gerecht wird”. Der Zugang zu den Quellen und der Umgang mit den Ergebnissen der Forschung waren ohne Konflikte (!) möglich. Quelle: Augsburger Allgemeine

Kommentar: Wer eine ungefähre Ahnung davon hat, was es die Opfer kostet, mit der Täterinstitution und einer lange Täter schützenden Institution im Gespräch zu bleiben und wer eine Ahnung davon hat, wie schwer es für schuldig Gewordene ist, die eigenen Abgründe anzuschauen, kann diesem Vorgehen seinen/ihren Respekt nicht verweigern. Warum es in Ettal dem Forschungsinstitut möglich war, die Quellen anzuschauen und warum dies in den katholischen Bistümern Deutschlands nicht möglich sein soll, wäre einen genauen Blick wert. Im Hintergrund steht auch eine Information des Ettaler Opfervereins, dass eines der Ettaler Opfer sich am 4.10.2012 das Leben nahm, weil es auch durch das Öffentlichwerden mit einer Retraumatisierung leben musste – und nach allem anderen nicht mehr leben konnte.


 11.1.2013 Der Anwalt der Kirche wirft dem Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen vor, mit “forschen Briefwechseln das Verhältnis [zur kath. Kirche] zerrüttet zu haben”. Der forsche Briefwechsel bestand darin, dass Christian Pfeiffer alle 27 katholischen Bischöfe in Deutschland fragte, ob sie Akten vernichtet haben (wie es das Kirchenrecht vorschreibt). Er erhielt von keinem Bischof eine Antwort. Quelle: sueddeutsche.de


 11.1.2013 Bischof Dr. Ackermann sagt: “Auch der Vorwurf der Aktenvernichtung ist nicht korrekt: Das Kirchenrecht sieht vor, dass bei Sittlichkeitsverfahren – in den ­Fällen, die strafrechtlich anhängig waren – ein Tatbestandsbericht und der Wortlaut des Endurteils auf Dauer aufbewahrt werden. Insofern lassen sich keine Straftaten vertuschen und Fallzahlen manipulieren. Es ist also falsch und irreführend, den Eindruck zu erwecken, es gebe eine vom kirchlichen Recht her geforderte Akten­vernichtung, die das Forschungsprojekt behindern würde.” Quelle: der westen


 10.1.2013 Im Deutschlandfunk macht Pater Langendörfer, Sprecher des Verbandes der Diözesen Deutschlands, Angaben über die Hintergründe der Vertragskündigung mit dem Kriminologischen Forschungsprojekt Niedersachsen. Die Bischofskonferenz hat eine strafbewehrte Unterlassungserklärung erwirkt, die Christian Pfeiffer verbietet, von Zensur der Forschungsarbeit durch die kath. Kirche und von der Vernichtung von Akten zu sprechen.


 10.1.2013 Drobinski, Süddeutsche, bringt die Dinge auf den Punkt: Die Kirche steckt in der Narzissmusfalle, sie kann den Blick nicht von sich selber abwenden. Und: Opfer spielen nur eine Nebenrolle. Drobinski schreibt: “Aber erst, wenn die Kirche diese Abgründe sieht, wird sie den Blick vom Spiegelbild abwenden können: zunächst hin zu den Opfern, die in diesem ganzen Streit höchstens eine Nebenrolle spielen. Und dann zu den Menschen, um derentwillen die Kirche wieder glaubwürdig werden sollte.” Quelle: Süddeutsche


 10.1.2013 Der Kriminologe Laubenthal, zugleich Missbrauchsbeauftragter im Bistum Würzburg, kritisiert an der Pfeiffer-Studie mangelnden Opferschutz. Er bemängelte am Vorhaben von Pfeiffers Institut, die allein aus Akten hervorgehenden Missbrauchsopfer anzuschreiben. Damit wären sie ungefragt erneut mit den zum Teil Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen konfrontiert worden.” Außerdem kritisierte Laubenthal, dass die Missbrauchsbeauftragten der Kirche nicht in die Studie einbezogen worden seien. Ihnen seien nämlich auch Opfer bekannt, die sich nicht bei den Diözesen oder Orden gemeldet haben. Quelle: abendblatt


 10.1.2013 Matthias Katsch, Eckiger Tischfordert Aufklärung über die Missbrauchsfälle, die unabhängig von der Kirche vorgenommen wird. Er sagt: “Wir haben doch erlebt, oft über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, wie man uns hinhält, vertröstet und notfalls auch einfach niedermacht, wenn wir von unserem Leid erzählen wollen.” Quelle: taz


 9.1.2013 Ein Beitrag in “Fokus Beratung. Informationen der Evangelischen Konferenz für Familien- und Lebensberatung e.V. ,Fachverband für Psychologische Beratung und Supervision”, 21. Ausgabe/November 2012, S. 41, in dem auch auf GottesSuche hingewiesen wird. 


9.1.2013 Den Bischöfen hätte vor Abschluss des Vertrages mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachen das Kirchenrecht
bekannt sein müssen. In can. 489, §2 heißt es: “Jährlich sind die Akten der Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren, deren Angeklagte verstorben sind oder die seit einem Jahrzehnt durch Verurteilung abgeschlossen sind, zu vernichten; ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist
aufzubewahren.” Wie die Bischöfe dennoch medienwirksam versprechen konnten, in 9 Bistümern Untersuchungen des KFN zu ermöglichen, die den
Zeitraum von 1945 bis heute umfassen sollten, bleibt schleierhaft.


 9.1.2013 Die Aufklärung in der katholischen Kirche spaltet: Die Bischöfe, den Forscher Christian Pfeiffer und die Deutsche Bischofskonferenz. Hier ein Interview mit Bischof Ackermann und ein Interview mit Christian Pfeiffer.


 8.1.2013 Das zweite Forschungsprojekt, das der Verband Deutscher Diözesen beim Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Auftrag gegeben hatte, scheint zu scheitern. Der Institutsleiter Christian Pfeiffer wirft den Diözesen vor, das Projekt sei “an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert”. Die Kirche beharre darauf, über die Auswahl der beteiligten Forscher und über die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse zu bestimmen. Pfeiffer berichtete außerdem, es habe in mehreren Diözesen Vernichtungen von Akten von Sexualstraftätern gegeben. Der  Pressesprecher der Bischofskonferenz weiß davon nichts. Das Projekt sei am Datenschutz gescheitert. Wegen der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sei die Kirche kompromissbereit gewesen. Inzwischen sei das Verhältnis zwischen der Kirche und Christian Pfeiffer jedoch zerrüttet. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Diese Entwicklung war seit langem absehbar. Das Interesse an wirklicher Aufklärung in der Kirche scheinen nur noch die Opfer zu haben – die
Kirchenleitungen sind nicht daran interessiert. So viel zum Thema “rückhaltlose Aufklärung”. 2010 und 2011 noch war von dieser rückhaltlosen Aufklärung, die “frei von falscher Rücksichtnahm” sein müsse, die Rede gewesen. Es sah so aus, als hätte die kath. Kirche verstanden, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht. Jetzt steht sie nicht mehr auf dem Spiel – sie ist verloren. Da helfen dann auch keine Jahre des Glaubens, Weltjugendtage, Papstbesuche und andere
events. 
4.1.2013


 8.1.2013 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart wurden einem kath. Priester, der in den 1960er Jahren Kinder sexuell misshandelt hatte, für 3 Jahre die Bezüge um 20% gekürzt, da eine Bestrafung wegen der (derzeitigen) Verjährungsfrist nicht mehr möglich war. Der Priester hatte vor dem VGH geklagt. Quelle: Radio Vatikan


 4.1.2013 Die österreichische Studie “Psychotraumatologische Fragestellungen zu Gewalt und Missbrauch in der Katholischen Kirche” – Projektleitung hatte Ass-Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster – wurde veröffentlicht. Quelle: Uni Wien


 4.1.2013 In sieben Ländern wurden 245 mutmaßliche Pädokriminelle festgenommen und 123 Kinder – 70 Jungen und 53 Mädchen – im Alter von 2-12 Jahren als Opfer erkannt. 44 der Kinder lebten bei den Tätern. Der Chef der US-Einwanderungsbehörde, John Morton, sagte: “Die traurige Realität ist, dass Ausbeutung von Kindern ein Teil des modernen Lebens ist und auf der ganzen Welt in großem Stil vorkommt.” Teilweise werde Kindesmissbrauch live im Internet gestreamt. Quelle: Spiegel