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Presse

1. Quartal 2012

30.3.2012 “Wir sind Kirche” wendet sich mit deutlichen Worten eines Offenen Briefes an die Bischöfe, Kardinäle und Weihbischöfe, um einen angemessenen Umgang mit Priestern, die sexuelle Gewalt angewendet haben, anzumahnen. Quelle: wir-sind-kirche


29.3.2012 Wenn Klöster mauern. Der Umgang des Klosters Mehrerau mit Opfern sexueller Gewalt. Quelle: standard 


29.3.2012 In einer Erklärung der Initiative Ehemaliger vom Johanneum Homburg wird berichtet, dass auch im Johanneum ein Hiltruper Missionar ein Opfer gefunden hatte. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt, die jahrelangen Taten gestanden. Dieser Pfarrer wurde von Bischof Ackermann rehabilitiert und ist weiter in seiner Gemeinde tätig. Zu seinem Arbeitsbereich gehört auch eine große Messdienergruppe. Überflüssig zu erwähnen, dass dem Opfer bis heute weder durch das Bistum Trier noch durch die Hiltruper Missionare Unterstützung zuteil wurde. Quelle: initiative-ehemaliger-johanneum-homburg


29.3.2012 Der Spiegel berichtet aus dem Bistum Trier. Zwei Pfarrer, die Missbrauchsfälle durch drei mutmaßliche Täter melden wollten, wurden vom Bistum Trier gehindert. Die Opfer wurden alleine gelassen, die Täter blieben im Dienst und die Meldenden wurden verleumdet als psychisch krank, als Missbrauchstäter; einer der Priester, die dem Bistum die Fälle gemeldet hatten, wurde in die Arbeitslosigkeit entlassen. Quelle: Spiegel

Kommentar: Da gibt es nur folgende Möglichkeiten: Der verantwortliche Bischof Dr. Ackermann – zugleich Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz – tritt zurück. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung richtet eine Meldestelle für Opfer von Klerikern ein, die von der Kirche unabhängig ist und die Opfer bei Anzeigen unterstützt. Von der Kirche haben sie endgültig keine Unterstützung zu erwarten – das müsste nun auch dem Gutgläubigsten klar sein. Wir brauchen – wie schon lange gefordert – eine Verlängerung der Verjährungsfristen bei Missbrauchsdelikten. Mit dem Schaden, der durch die Vertuschung von Verbrechen durch Kirchenleitungen entstanden ist, müssen die Bischöfe alleine zurechtkommen. Ich gehe davon aus, dass sie eines Tages Rechenschaft dafür ablegen müssen, dass sie ihre Glaubwürdigkeit – und damit zugleich die Glaubwürdigkeit des Evangeliums – verspielt haben. Was sonst noch zu sagen ist, sagt der Offene Brief, der von der Gruppe MissBiT, einer gut informierten Opfergruppe, geschrieben wurde.


29.3.2012 In Mexiko traf der Papst Menschen, die in den letzten Jahren im Kontext der Auseinandersetzungen innerhalb der Drogenkartelle zum Opfer von Gewalt wurden. Der Papst thematisierte auch die Bekämpfung des organisierten Verbrechens mit 50 000 Toten, den Klimawandel, den Hunger in der Welt, die Situation von MigrantInnen und die Abrüstung. Die einzigen Menschen, für die der Papst selbst hätte Verantwortung übernehmen können und müssen, kamen auf seiner Reise nicht vor: Die Opfer von katholischen Priestern, unter ihnen die Opfer des Gründers der Legionäre Christi. Quelle: NZZ
Kommentar: Offensichtlich ist der Vatikan noch immer nicht in der Lage, Verantwortung für den eigenen Umgang mit Missbrauchstätern, d.h. mit dem seit Jahrzehnten praktizierten Täterschutz durch die kirchliche Hierarchie zu übernehmen. Wenn der Papst andere Staaten und Gruppierungen zum Schutz des Lebens und zur Wahrung der Menschenrechte aufruft, klingt das hohl.


29.3.2012 Noch immer melden sich täglich 25 Gewalt- und Missbrauchsopfer beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Quelle: welt


28.3.2012 Ein Pädophiler legt ein Geständnis ab. Er gehörte einem internationalen Ring an, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die größte Online-Gemeinde zur Förderung der sexuellen Gewalt gegen (Klein-)Kinder zu sein. Sexuelle Gewalt ist dem Geständigen nicht nachzuweisen. Quelle: Süddeutsche


28.3.2012 Im Bistum Passau ist es kein Kindesmissbrauch, der hinter einem Buch mit Nacktfotos von Jungen steht, das in einem Pfarrhaus gefunden wurde. Der Bischöfliche Beauftragte in Fällen von sexuellem Missbrauch hat die Unterlagen persönlich in Augenschein genommen. Mit Missbrauch hat das Buch seiner Meinung nach eindeutig nichts zu tun. Das hat die eingehende Überprüfung der durchweg über 30 Jahre alten Zeitungsausschnitte und Bilder durch den Beauftragten ergeben. Einem Besitzer ist das Buch nicht zuzuordnen. Quelle: Wochenblatt  s. auch wochenblatt


28.3.2012 Das Bistum Trier setzt weiterhin Priester, die sexuelle Gewalt angewendet haben, als Seelsorger ein. Ausgerechnet ein vor 17 Jahren wegen Dutzender sexueller Übergriffe auf Mädchen zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilter Trierer Bistumspriester hielt einen Gottesdienst, in dem die diesjährigen Kommunionkinder der Kirchengemeinde vorgestellt wurden. Der Sprecher des Bistums Trier äußert Verständnis über die Empörung der Eltern der Kommunionkinder. Quelle: Volksfreund  Auch Le Monde berichtet über den Spiegelartikel.
Kommentar: Mit einiger Sicherheit ist das Bistum Trier nicht das einzige der 27 Bistümer, das Missbrauchstäter im Priestergewand in Altenheimen, Krankenhäusern und halt auch in Gemeinden einsetzt. Mir scheint, die größten Verächter der katholischen Kirche sitzen in ihren Leitungsebenen. Wenn Missbrauchstäter, Priester, nach wie vor im Kontakt mit Kindern eingesetzt werden, ist das unerträglich und nach all den Jahren des Lernens der Kirchenverantwortlichen über Pädophilie und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (seit den 70er und 80er Jahren des 20. Jh., spätestens 2002; dann 2010, 2011….) mit nichts mehr entschuldbar.  Offensichtlich wurde nichts gelernt. Und auch darüber wurde nicht nachgedacht: Was erleben wohl die Millionen Gewaltopfer, die es alleine unter den kath. ChristInnen gibt und die auf der Suche nach einem Seelsorger – z.B. im Altersheim oder in einem Krankenhaus – auf einen Missbrauchstäter stoßen?


28.3.2012 “Schweigen im Schnee” heißt eine Fotoserie des Journalisten Martin Schlüter aus Hannover. Er hat Eskimos, die als Kinder von Kirchenmitarbeitern sexuell missbraucht wurden, fotografiert und die Folgen des Missbrauchs dokumentiert. Dafür erhielt er die Auszeichnung als “CNN Journalist of the Year”. Mehr als 350 Eskimos haben in Alaska in den letzten Jahren die katholische Kirche verklagt. Quelle: newsburger.de


28.3.2012 Daniel Deckers trägt die Verbrechen von Marcial Maciel Degollado zusammen. Die Missbrauchstaten Maciels waren seit 1943 im Vatikan bekannt. Quelle: faz


27.3.2012 Den Interessen der Täter-Organisationen wurden die Unterstützungen für die Heimkinder geopfert, sagt der Sozialpädagoge Manfred Kappeler. Er sprach von einem Versuch der heute Verantwortlichen, den Opfern Entschädigungsleistungen vorzuenthalten. Die jetzt bereitgestellten 120 Millionen Euro für die Heimkinder im Westen und 40 Millionen im Osten seien meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung. Sie bedeuteten auch keine angemessene Rehabilitierung. Quelle: gewalt-im-jhh


27.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Rörig ergeht es wie mutmaßlich allen, die sich für das Gewalt-Thema und die davon Betroffenen einsetzen: Auf jeder Stufe jeglicher Hierarchie gibt es Widerstände. Man spielt auf Zeit, hat kein Geld, Verantwortliche sind nicht auffindbar, Zuständigkeiten nicht geregelt, Termine müssen abgesagt werden, Berichte werden nicht abgeliefert – das Repertoire ist genauso groß wie der Wunsch, mit dem Thema und mit den Betroffenen nichts mehr zu tun haben zu wollen. Quelle: welt.de


27.3.2012 Seit Montag steht in Philadelphia Monsignore William Lynn vor Gericht. Er soll Priester gedeckt haben, die unter Verdacht stehen, Kinder missbraucht zu haben. Der Kirchenmann weist die Vorwürfe zurück. Lynn war früher Personalchef des Bistums. Er hatte Akten durchforstet nach Hinweisen auf sexuelle Gewalt und sie dem Bischof übergeben. Der Bischof ordnete die Vernichtung der Akten an. Lynn soll ein Exemplar aufgehoben haben, das 2006 wieder auftauchte. Wie weit er auf Anweisung von zwei Vorgesetzten, darunter der Bischof, handelte, muss geklärt werden. Beide Vorgesetzte sind inzwischen verstorben. Quelle: Süddeutsche


26.3.2012 Das Bistum Trier sagt, im Fall der Anzeigen, die im Spiegel genannt wurden, sei es gar nicht zuständig. Offensichtlich gehören die mutmaßlichen Täter einer Institution päpstlichen Rechtes an. Das kann dann erfahrungsgemäß schon mal ein paar Jahrzehnte dauern…


26.3.2012 Im Erzbistum Berlin ermittelt die Kirche seit Juli 2009 gegen einen suspendierten kath. Priester. Nun hat sich ein weiteres mutmaßliches Opfer Anfang 2010 beim Erzbistum Berlin gemeldet. Das Opfer war 11 Jahre alt. Das kirchenrechtliche Verfahren dauert ein wenig länger – diesmal war ein Grund, dass der zuständige Kirchenjurist 2011 gestorben ist und ein Nachfolger leider noch nicht gefunden wurde. Quelle: morgenpost


26.3.2012 Opfer und Experten werfen dem Papst in Mexiko vor, die Aufklärung sexueller Gewalt durch den Gründer des Ordens der Legionäre Christi verhindert zu haben. Quelle: n-tv.de


26.3.2012 Die Stiftsleitung Kremsmünster, Benediktiner, schützte einen pädophilen Mitbruder. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wurden 40 mutmaßliche Opfer gehört und gegen 12 Personen ermittelt. 11 Verfahren wurden eingestellt. Ob im Fall des 12. Angezeigten Anklage erhoben wird, ist noch nicht entschieden. Die Stiftsleitung war bereits 1995 über sexuelle Übergriffe und Gewalt im Kloster-Internat informiert. Bis 1996 durfte der geständige 12. mutmaßliche Täter jedoch weiter als Konviktsdirektor tätig sein, bis 1998 war er Lehrer und Leiter des Knabenchors. Im April 2008 outete sich der Beschuldigte als pädophil. Noch immer durfte er weiterhin unbehelligt im Kloster bleiben. Im Frühjahr 2010 erhob ein Opfer Anzeige. Seither ist es nicht mehr möglich, dem Opfer vorzuwerfen, es habe sich alles “nach 30 Jahren schön zusammengereimt”. Quelle: standard


26.3.2012 Menschen mit Behinderungen sind mehr als doppelt so oft Opfer von sexueller Gewalt als Nicht-Behinderte. Doch sie suchen und finden nur selten Hilfe. Quelle: bayern-gegen-gewalt


25.3.2012 “Möge Christus ihre Leben regieren und ihnen dabei helfen, Frieden, Harmonie, Gerechtigkeit und Solidarität kühn zu fordern”, sagte der Papst in Mexiko im Blick auf Kinder, die Gewalt erlitten haben. Quelle: Spiegel
Kommentar: Die kühne Forderung der Gewaltüberlebenden ist das Eine, das Gehört-Werden ist das Andere. Vatikan und Kirchenleitungen sind leider nicht diejenigen, die wirklich hören wollen, was Opfern angetan wurde und wie sie mit der erlittenen Gewalt umgehen. Gemeinhin nennt man die Aufforderung zu sprechen und die gleichzeitige Erfahrung des Nicht-Gehört-Werdens eine Doppelbotschaft: Sprecht – aber wir wollen euch nicht hören. Solche Doppelbotschaften sind Gift für Gewaltüberlebende.


25.3.2012 Hier ist ein wenig nachzulesen, warum es zwischen den Kirchen- und Ordensleitungen einerseits, den Opfern von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt durch Priester und Ordensmänner andererseits einen garstig breiten Graben in der Wahrnehmung der Wirklichkeit gibt: Die einen vertuschen nach wie vor und geben nur zu, was nicht mehr zu leugnen ist. Die anderen werden retraumatisiert – und belogen. Manchmal fürchte ich, Kremsmünster ist überall. Aber damit geschieht denen Unrecht, die sich wirklich und ehrlich um die Opfer bemühen – die gibt es nämlich auch. Quelle: der standard


25.3.2012 Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Ackermann, wird von zwei Priestern des Bistums Trier vorgeworfen, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Die beiden Priester hatten 2010 dem Bistum die Missbrauchsfälle gemeldet und waren vom Bistum angewiesen worden, still zu sein und nichts weiter zu unternehmen. Auch das Bistum Trier unternahm nichts weiter. Quelle: Spiegel
Bischof Ackermann sagt, dass die des Missbrauchs verdächtigen Priester in keiner Beziehung zum Bistum Trier stünden. Der frühere Bischof von Trier, Reinhard Marx hatte die Traditionalisten von Köllerbach 2007 in einer Versöhnugnsfeier zurück ins Bistum geholt, als Papst Benedikt den Traditionalisten die Türe geöffnet habe. Quelle: Saarbrücker Zeitung


25.3.2012 Opfer von sexueller Gewalt in Mexiko erheben Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. Sie sagen, er habe als Chef der Glaubenskongregation die Aufklärung der Gewaltvorwürfe gegen den Gründer der Legionäre Christi Marcial Maciel behindert. Opfer beklagen, dass sie über Jahre nicht gehört wurden. Quellen: ntv   bernardobarranco.wordpress.com    „Der Wille, nicht zu wissen“ (La voluntad de no saber) Die Betreiber der website hoffen, dass die Seiten nicht von der Regierung abgeschaltet werden, da die Bindungen zwischen Kirche und Regierung in Mexiko sehr eng seien.
Quelle: katholisch.de
Informationen von Christian Modehn : Marcial Maciel war ein sehr enger Freund von Papst Johannes Paul II., er begleitete ihn z.B. auf den „Pastoral – Reisen“ nach Mexiko und finanzierte auch etliche Aktivitäten dort. Viele vatikanische Behörden wußten von den Verbrechen Maciels, aber sie schwiegen, nicht zuletzt, weil Maciel sehr viel Geld hatte. Jetzt legen einige Autoren ein Buch vor, das in 212 Dokumenten belegt, dass die Klagen gegen die Pädophilie des Ordensgründers der Legionäre Christi „schon seit 1944 in Dokumenten nachweisbar sind”. So José Barba, einer der Autoren, und zwar „in aller Klarheit war dies bekannt“. José Barba hat mehrfach über die Legionäre Christi publiziert, er selbst wurde auch von seinem „Ordensvater“ Maciel sexuell missbraucht.  Die Dokumente stammen aus den Archiven verschiedener vatikanischer Institutionen und umfassen die Jahre von 1944 bis heute!
Der Papst fordert die Erwachsenen in Mexiko zum Schutz Minderjähriger auf. Nichts dürfe das Lachen von Kindern auslöschen, sagte er. Den sexuellen Missbruch durch katholische Priester sprach der Papst nicht an. Quelle: stern.de


25.3.2012 Der Vatikansprecher Lombardi weist die Vorwürfe der Missbrauchsopfer im Fall Marcial Maciel zurück. Weder der heutige Papst Benedikt XVI., noch Johannes Paul II. hätten im Jahr 1998 vom Doppelleben des Ordensgründers gewusst, sagte Lombardi vor Journalisten in León. Es sei ungerecht, Benedikt XVI. als einen Papst zu bezeichnen, der gegen Wahrheit und Transparenz sei. Quelle: Domradio    archivioradiovaticana
Kommentar: Ja, ich weiß, dass meine Stimme nicht gehört wird. Und: Ja, ich weiß, dass die vielen Stimmen von Missbrauchs-Überlebenden, die Opfer von kath. Priestern wurden, nicht gehört werden. Noch nicht. Einmal wird der Tag kommen, an dem sie gehört werden und an dem die Wahrheit auf den Tisch kommt. Davon bin ich überzeugt. Bis es so weit ist, müssen wir zusammenstehen – und dankbar für diejenigen sein, die das Leid der Opfer verstanden haben und sich nicht mehr zum Schweigen bringen lassen.


24.3.2012 Der Papst besucht Mexiko und Kuba. In Mexiko wird er keine Opfer sexueller Gewalt durch kath. Priester treffen. Zur Erinnerung: In Mexiko hat der Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel, Kinder und Jugendliche über Jahrzehnte systematisch missbraucht. Quelle: n-tv


23.3.2012 Die irische Regierung ist mit dem vatikan. Bericht über die irische Kirche weitgehend zufrieden. Außenminister Gilmore sagte, der Bericht sei “im Prinzip eine interne Untersuchung der Kirchenbehörden über die Kirche selbst”. Die irische Regierung könne ihn daher nicht weiter kommentieren. Bei sexuellem Missbrauch handle es sich jedoch um ein Verbrechen; daher sei die harte Kritik der Regierung an der Rolle des Vatikan gerechtfertigt gewesen, so Gilmore. Premierminister Enda Kenny äusserte sich zufrieden, dass die katholische Kirchenleitung in Fragen des Kinderschutzes voll kooperieren wolle. Quelle: kath.ch


22.3.2012 Erzbischöf Schönborn hatte immer gesagt, Verjährung von Missbrauchsfällen stünde für die Kirche nicht zur Debatte. Nun hat ein 57-Jähriger, über Jahre hinweg von einem Mönch des Klosters Mehrerau vergewaltigt, auf Schadenersatz geklagt. Der Rechtsvertreter des Klosters Mehrerau beharrt auf der Verjährung. Das Opfer sagt, ihm sei erst in den letzten zwei Jahren bewusst geworden, was ihm geschehen sei. Ein psychiatrisches Gutachten soll nun klären, ob es möglich ist, dass ein Opfer sich erst so spät erinnert. Erzbischof Schönborn ist bestürzt über die neu hinzugekommenen Anklagen gegen das Kloster Mehrerau. Quelle: Vorarlberg.orf


22.3.2012 Der emeritierte Bischof Mixa erhält einen Beraterposten beim Papst, er wird Mitglied des Päpstlichen Rates für Seelsorge im Krankendienst. Bischof Mixa war wegen Misshandlung von Kindern und wegen Veruntreuung zurückgetreten. Quelle: die presse
Kommentar: Was wohl die geprügelten Kinder von Schrobenhausen von dieser Karriere des Bischofs Mixa halten?


20.3.2012 Selbst der Vatikan hat in einem Rundschreiben vom 3.5.2011 formuliert: “Die Rückkehr eines Klerikers in den öffentlichen Seelsorgsdienst ist auszuschließen, wenn dieser Dienst eine Gefahr für Minderjährige darstellt oder ein Ärgernis in der Gemeinde hervorruft (III,i)”. Im Bistum Trier (und wo noch?) gibt es offensichtlich ein Ärgernis. Quelle: Vatikan


20.3.2012 Matthias Drobinski kommentiert den Umgang des Bistums Trier mit Priestern, die trotz sexueller Gewalt wieder in der Seelsorge eingesetzt werden. Quelle: Süddeutsche


20.3.2012 Nachrichten aus dem Umfeld der niederländischen Jungen, die zuerst von kath. Klerikern missbraucht wurden und dann in kircheneigenen psychiatrischen Kliniken kastriert wurden – um sie von der Homosexualität zu heilen. Quelle: welt.de


20.3.2012 Der Papst ist erschüttert über die Missbrauchsfälle in Irland. Das schrieb er den dortigen Bischöfen. Quelle: krone.at


20.3.2012 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, plädiert erneut für eine Kommission in staatlichem Auftrg, die sexuelle und körperliche Gewalt in der Kirche aufklärt: “Polizisten bewältigen keine Polizei-Skandale und Ärzte klären keinen Ärzte-Pfusch auf. Nur die deutschen Bischöfe sollen ihr Versagen selbst aufdecken und aufarbeiten.” Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig,  will jetzt den Druck erhöhen: Er strebt einen Vertrag mit der Bundesrepublik Deutschland an, in dem die Kirche sich zur Prävention bekennt – und sich endlich einem Monitoring, also unabhängiger Begutachtung öffnet. Bislang zierte sich die Bischofskonferenz, einen solchen Vertrag zu schließen. Quelle: taz
Kommentar: Die Forderung nach einer unabhängigen Begutachtung der Missbrauchsfälle in der kath. Kirche ist alt – und immer noch ungehört. Zur Gefahr, die von Missbrauchstätern ausgeht, ein paar wenige Zahlen: “So wurden 67 Pädosexuelle wegen des Missbrauchs an 136 Opfern verurteilt. In einer vertraulichen Studie wurden sie nach der tatsächlichen Zahl ihrer Opfer befragt – sie gaben sexuelle Kontakte zu 959 Kindern zu. (Zitiert in:Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in Organisationen, Wien2011, S. 45)


20.3.2012 “Kann ein Priester, der Missbrauchstäter geworden ist, glaubwürdig in der Seelsorge auch in beschränkten Bereichen tätig sein?” Diese berechtigte Frage stellt sich der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Ackermann, im Anschluss an die Öffentlichmachung der Tatsache, dass im Bistum Trier 7 Priester, die Kinder und Jugendliche missbrauchten bzw. Kinderpornos benutzten, wieder in der Seelsorge eingesetzt wurden. Quelle: Volksfreund


20.3.2012 Die Internetseiten des Vatikan wurden mehrfach von AktivistInnen lahmgelegt. Hintergrund sei die Erfahrung einer Frau, die vor 16 Jahren von einem Geistlichen missbraucht wurde und der die Kirche drohte, dass die Unterstützung der Familie durch die Caritas entzogen würde, wenn die Frau den Fall öffentlich mache. Quelle: kipa


19.3.2012 Gegen das Kloster Mehrerau läuft eine weitere Zivilklage eines der vielen Opfer. Zur Erinnerung: Einer der Patres aus dem Kloster Mehrerau hat auch im Erzbistum Freiburg Kinder missbraucht, wurde aber deswegen nicht zur Rechenschaft gezogen, weil er nur einen sog. Gestellungsvertrag mit dem Erzbistum Freiburg hatte. Quelle: sn


19.3.2012 40 Opfer berichten von jahrelanger Gewalt im Kloster Kremsmünster. Quelle: profil.at


19.3.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, berichtet, dass 5 Bundesministerien bislang nicht in der Lage waren, die vom Runden Tisch Sexueller Missbrauch beschlossene Clearingstelle, die niederschwellige Angebote für Gewaltopfer machen soll, voranzubringen. Rörig äußerte sich zugleich besorgt darüber, dass in der kath. Kirche Missbrauchstäter weiterhin in der Seelsorge eingesetzt werden. Quelle: taz


19.3.2012 Traumatisierung durch Krieg. Quelle: Spiegel


19.3.2012 Über das Tabu sexueller Gewalt durch Frauen. Quelle: Spiegel


19.3.2012 Bischof Ackermann räumt im Anschluss an den Spiegel-Artikel Klärungsbedarf ein, was den Einsatzort von verurteilten Priestern, die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt haben, angeht. Das Bistum Trier will die Pfarrer jedoch weiterhin als Pfarrer – mit Einschränkungen – beschäftigen. Quelle: spiegel


18.3.2012 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof des Bistums Trier, habe 7 Priester in der Seelsorge eingesetzt, die wegen sexueller Gewalt aufgefallen sind. Der Sprecher des Bistums Trier weist die Vorwürfe zurück. Quelle: Spiegel


17.3.2012 Die katholische Kirche der Niederlande soll in der 50er-Jahren mehrere Jugendliche kastrieren lassen, um deren angeblichen homosexuellen Neigungen “zu heilen”. Mindestens 10 solcher Fälle seien bekannt.  Dabei habe es sich um Minderjährige gehandelt, die zuvor in katholischen Schulen und Internaten von Kirchenangehörigen sexuell missbraucht worden seien. Die chirurgischen Eingriffe seien in kirchengeführten psychiatrischen Kliniken vorgenommen und mit dem Ziel begründet worden, die Kinder “von ihrer Krankheit zu befreien”. Quellen: standard.at    uni münster


17.3.2012 Im Bistum Trier wurde eine Gemeinde gespalten, deren beide Pfarrer – einer davon ein Ordensmann – sich für die Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch einen früheren Priester der Gemeinde einsetzten. Betroffen war ein Mädchen. Der Bruder des Mädchens war mutmaßlich Opfer eines anderen Priesters. Als mutmaßlicher weiterer Täter war auch ein Laie der Gemeinde involviert. Das Bistum habe den beiden Pfarrern gesagt, das Bistum solle aus diesen Vorgängen herausgehalten werden. Der zuständige Dechant soll die Vorgänge als “Gerüchte” abgetan haben und erklärt haben, der eine Pfarrer, der Pater, sei psychisch krank. Dieser wurde im Juli 2010 dienstentpflichtet und ist seither ohne Anstellung. In der Gemeinde tauchte das Gerücht auf, der Pfarrer habe sich an einem früheren Dienstort “etwas zu Schulden kommen lassen”. Der Pfarrer wurde gemobbt und verließ Ostern 2011 die Gemeinde, auf die er im November 2011 verzichtete. Der Dechant, der beschuldigt wird, die Gerüchte gestreut zu haben und den Pfarrgemeinderat gegen die Pfarrer mobilisiert zu haben, weist alle Vorwürfe zurück. Quelle: saarbrücker zeitung
Kommentar: Das, was hier an die Öffentlichkeit kommt, ist etwas vom “Innenleben” in einer Gemeinde/einem Bistum, in der Missbrauch aufgedeckt wird. Wenn die Institution sich nicht Hilfe von außen holt, verstrickt sie sich so sehr, dass die Institution (hier: die Gemeinde) auseinanderbricht. Um die Opfer geht es in solchen Fällen gar nicht mehr. Die Institution konzentriert sich auf sich selbst. Gut beschrieben werden diese Vorgänge in: Eglau, Leitner, Scharf: Sexueller Missbrauch in Organisationen, Dom-Verlag Wien 2011 passim. 


15.3.2012 Polens Bischöfe wollen Missbrauch entschiedener als bisher bei staatlichen Stellen anzeigen, sagten sie auf ihrer Vollversammlung, an der auch Bischof Juliusz Paetz teilnahm, der vom Vatikan als Bischof von Posen abgesetzt worden war und Einschränkungen durch die Bischofskongregation unterworfen war (Stand Sommer 2011).  Gründe für die Abberufung wurden nicht genannt, aber es gab mehrere Anschuldigungen wegen sexueller Gewalt gegen Priesteramtsanwärter. Quelle: polen-news

 


15.3.2012 Alle Missbrauchsfälle in der Kirche Luxemburgs sind verjährt. Quelle: wort.lu


14.3.2012 Im Bistum Trier wurde ein wegen sexueller Gewalt verurteilter kath. Priester weiterhin als Seelsorger eingesetzt. Er war wegen Missbrauchs von 15 Mädchen (andere Quellen sprechen von 23 Kindern) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Quelle: Volksfreund


12.3.2012 In Nordenham soll ein 45-jähriger Mitarbeiter der evangelisch-lutherischen Gemeinde mehrere minderjährige Jungen missbraucht haben. Der Mann habe die von der Kriminalpolizei erhobenen Vorwürfe eingeräumt, teilte die evangelische Kirche in Oldenburg mit. Es handele sich um eine kleine Anzahl von Opfern. Quelle: welt


12.3.2012 In einer niederländischen Gemeinde hat ein Mann Minderjährige über 3 Jahrzehnte hinweg missbraucht. Alle wussten es – auch die orthodox-calvinistische Reformierte Gemeinde, die den Täter ausschloss. Alle schauten weg. Quelle: presse.com


12.3.2012 Der irische Primas, Erzbischof Sean Brady, entschuldigt sich bei den Opfern von sexueller Gewalt durch kath. Priester. Brady dankte den Opfern für ihren Mut, ihre Erfahrungen mit ihm zu teilen. Brady hatte Vertreter der Opfergruppe Savia empfangen. Inhalt des Gesprächs war die Einrichtung einer Untersuchungskommission. Die Kommission wird von der nordirischen Regionalregierung vorbereitet. Ihr sollen Vertreter von Staat, Kirche und Opfergruppen angehören. Quelle: kath.ch


12.3.2012 In NRW wurde ein Paar verurteilt. Sie zeugten ein Kind, um es zu missbrauchen. Quelle: Spiegel


10.3.2012 In Nürnberg findet einen kirchliches Disziplinarverfahren gegen einen Diakon statt, dem Misshandlung und Missbrauch von etwa 30 Kindern vorgeworfen wird. Quelle: idea


2.3.2012 Erzbischof Zollitsch lobt die angelaufenen Hilfen für ehemalige misshandelte Heimkinder. Er regte an, auch ehemaligen Heimkindern in Einrichtungen der Behindertenhilfe vergleichbare Angebote zu unterbreiten. “Wir sind froh, dass nun ein Angebot für ehemalige Heimkinder vorhanden ist, das ihre zentralen Anliegen berücksichtigt: das Bedürfnis nach Aussprache, den Wunsch nach Anerkennung, Beratung und therapeutischer Hilfe sowie finanzielle Hilfen”, sagte Zollitsch. Er begrüßte ausdrücklich den zu Jahresbeginn gestarteten Fonds “Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975”, an dem neben Bund und westdeutschen Ländern die beiden Kirchen, ihre Wohlfahrtsverbände und Orden beteiligt sind. Ein Zwischenbericht zeige, dass er von den Betroffenen “überwiegend gut angenommen wird”. In den Anlauf- und Beratungsstellen hätten im Januar insgesamt 1.136 Erstgespräche stattgefunden. Quelle: dierkschaefer.wordpress.com
Kommentar: Aus der Sicht vieler Ex-Heimkinder sehen die angebotenen Hilfen völlig anders aus. Einige erhalten beschämend-niedrige Nachzahlungen in die Rentenkasse – und auch nur dann, wenn ihre Rente zu niedrig ist. Löhne für die geleistete Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Wenn kein anderer Geldgeber gefunden wird – und nur dann -, werden manchmal Hilfen für medizinische und psychologische Behandlungen gezahlt. Schließlich muss jeder, der einen Antrag stellt, dem stattgegeben wird, zuvor eine Verzichtserklärung für alle weiteren Ansprüche unterschreiben. Im Dezember ging durch die Presse, dass etwa 400 Heimkinder den sog. Entschädigungsfonds (der keine Entschädigungen auszahlt, sondern Almosen mit großer Geste und großen Worten verteilt) boykottieren werden. Im Dialog-Prozess, den Erzbischof Zollitsch angestoßen hat, ist immer wieder von der “hörenden Kirche” die Rede. Warum aber wird den Heimkindern nicht zugehört? Warum wird einem Dierk Schäfer und einem Helmut Jacob nicht zugehört, die sich seit vielen Jahren für die Heimkinder einsetzen? Wie glaubwürdig ist es, wenn die katholische Kirche sich permanent ständig selbst bescheinigt, wie gut sie doch mit ihren Opfern umgeht – und viele Opfer etwas ganz anderes als einen guten Umgang erleben? Wie überzeugend ist es, wenn 1.136 Erstgespräche mit Ex-Heimkindern im Januar 2012 stattfanden – bei ca 30.000 Anspruchsberechtigten (das sind 3,7% der Anspruchsberechtigten!)? (s. auch WDR)


2.3.2012 Im Erzbistum München wird eine vor einem Jahr eingerichtete Präventionsstelle, die beim BDKJ angesiedelt war, gestrichen. Die Diözesen wollen sich künftig selbst um die Präventionsarbeit kümmern. Quelle: süddeutsche


1.3.2012 In den Niederlanden können auch Menschen, die als Volljährige Opfer von sexueller Gewalt durch kath. Priester wurden, Entschädigungen erhalten, wenn sie zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig waren oder sich in einem wehrlosen Zustand befunden haben. Sie erhalten bis zu 100 000 Euro. Quelle: archivioradiovaticana


29.2.2012 In einem Brief an Bischof Dr. Ackermann schreibt eine Frau zur Lebensgeschichte ihres Bruders: “Die Hölle muss mein Bruder nicht mehr fürchten – sie ist ihm vertraut seit Etterzhausen und Bonbrück.” Quelle: regensburg digital


29.2.2012 So wird im Bistum Regensburg mit Opfern umgegangen:  Quelle: regensburg digital   regensburg digital – Demütigung in Serie


28.2.2012 Zwei ehemalige Schüler des Aloisius-Kollegs, Bonn, haben Klage gegen das Kolleg eingereicht. Sie wollen die Schließung der Schule erreichen. Einer der Kläger wurde als Kind/Jugendlicher im AKo missbraucht – ebenso wie seine zwei Brüder. Einer der Brüder hat Selbstmord begangen. Quelle: Generalanzeiger


28.2.2012 Viele Arbeiter von Tepco sind traumatisiert – und werden ausgegrenzt. Quelle: Spiegel


27.2.2012 Viele Heimkinder lehnen eine “Entschädigungszahlung” ab. Wenn sie das Geld aus dem Fond annehmen, müssen sie unterschreiben, dass sie auf alle weiteren Ansprüche verzichten.Tausende früherer Heimkinder hätten Anspruche, aber erst 350 Anträge liegen vor. Derzeit werden noch keine Gelder ausgezahlt, weil sie auf staatliche Unterstützungsleistungen angerechnet würden. Wann es eine Gesetzesänderung geben wird, ist unklar. Manche geraten zwischen alle Stühle: Wenn sie vielleicht wegen Überfüllung der Kinderheime in der Psychiatrie – obwohl gesund – untergebracht wurden, steht ihnen keine Entschädigung aus dem Fond für Heimkinder zu. Die katholische Kirche lehnt jede Verantwortung ab, weil die Klinik schon damals vom Landschaftsverband getragen wurde. Dass es Ordensschwestern waren, die Gewalt ausübten, beeindruckt die Kirche nicht. Quelle: Westfalenblatt


27.2.2012  Der Ende Januar verstorbene Kardinal Anthony Bevilacqua wurde in einem Prozess belastet. Er habe einen früheren Personalverantwortlichen, Lynn, angewiesen, eine Liste mit den Namen von 35 der Pädophilie verdächtigen Priester zu vernichten. Quelle: archivioradiovaticana


25.2.2012 Dr. Döink spricht auf einer Veranstaltung zum Thema sexuelle Gewalt klare Worte. Er äußerte sich erschüttert über die psychische Belastung der Opfer. Schlimm sei es, wenn sich niemand um die Opfer kümmere – das müsse sich ändern. Quelle: wn


23.2.2012 Missbrauchsfälle an der Stiftsschule Amöneburg, Bistum Fulda, sind verjährt. Eine Kommission empfiehlt der Schule, sich bei den betroffenen Frauen stellvertretend zu entschuldigen. Das Bistum Fulda macht auf Nachfrage keine Angaben zur Anzahl der Opfer und zu den Zeiträumen der Missbrauchshandlungen. Quelle: ffh


23.2.2012 In Eudenbach, einem Dorf, in dem ein früherer kath. Pfarrer des Missbrauchs angezeigt wurde, stellt sich die kfd hinter den mutmaßlichen Täter: “Wir glauben nicht, dass Pfarrer W. ein Täter war”, heißt es dazu. kfd-Mitglieder sprechen vom “angeblichen” Opfer. Offensichtlich sind sie auch nicht umzustimmen durch die Tatsache, dass das Opfer sowohl im jetzt amtierenden Pfarrer einen Menschen fand, der ihr glaubt, als auch bei den Kirchenverantwortlichen im Bistum Glauben fand und beim Papst, den sie im Rahmen der Papstreise im September 2011 in Erfurt traf. Quelle: general-anzeiger-bonn.de/

Kommentar: Was dem Opfer hier zugemutet wird, ist die übliche Spaltung einer Gemeinde nach Aufdeckung eines Missbrauchsfalles. Es ist nicht selten, dass eine Gemeinde oder maßgebende Christen in einer Gemeinde sich hinter den Täter und nicht hinter das Opfer stellen. Es bleibt zu hoffen, dass die Pfarrgemeinde lernbereit ist und kundige Hilfe vom Bistum erhält. 


22.2.2012 Die Ombudsfrau der nordirischen Polizei wirft einigen Bischöfen Verzögerung ihrer internen Missbrauchs-Untersuchungen vor. Die irischen Bischöfe weisen den Vorwurf zurück. Als Gründe für die Verzögerung der Untersuchungen nannte sie eine ungenügende Ausstattung der kirchlichen Behörde sowie eine Weigerung mancher Bischöfe, mit den Inspektoren zu kooperieren. Daher übten auch heute noch Priester ihren Dienst aus, gegen die ein begründeter Verdacht auf Kindesmissbrauch bestehe. Quelle: kath.web


21.2.2012  Edgardo Storni, früher katholischer Erzbischof von Santa Fe in Argentinien, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er erlag in der Provinz Cordoba einer schweren Krankheit, wie der TV-Sender “Univision” am Montag berichtete. Storni war Ende 2009 wegen sexuellen Missbrauchs eines Seminaristen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er durfte seine Strafe aber im Hausarrest in einem kirchlichen Gebäude absitzen. Das ist in Argentinien bei Verurteilten über 70 Jahre üblich. Storni hat immer seine Unschuld beteuert. Quelle: kipa   taz


21.2.2012 Die Abtei Mehrerau, die u.a. Ordensmitglieder im Erzbistum Freiburg (Kloster Birnau, Seelsorgeeinheit Birnau mit den Dörfern Nussdorf und Deisendorf) arbeiten ließ, betont, dass die Opfer sich an die Klasnic-Kommission wenden sollen. Ein Opfer hatte geklagt. Abt Anselm von der Linden, Mehrerau, betont, dass er dem klagenden Opfer sogar die Fahrtkosten erstattet habe; fügt jedoch hinzu, dass das Kloster nach & 131 a ABGB nicht für das Verhalten von Ordensangehörigen haftbar gemacht werden kann und die Taten aus juristischer Sicht inzwischen verjährt seien. Quellen: ots.at s.auch den Kommentar und die presse.com


20.2.2012 Das Bistum Trier wartet auf eine Entscheidung Roms über den Fall des ehemaligen Dierdorfer Pfarrers, der sich wegen sexuellen Missbrauchs selbst angezeigt hatte und in einem Altenstift in Rheinböllen eingesetzt war. Dort hatte er gegen die Bistumsauflage verstoßen, keine Kirchenveranstaltungen mit Öffenlichkeit mehr zu leiten. Quelle: nr-kurier.de


 

15.2.2012 Zwei katholische Priester zahlten vier Männern Geld für ihre eigene Ermordung. Sie waren aidskrank. Quelle: youtube.com


15.2.2012 Eine Gruppe kirchlicher MitarbeiterInnen aus dem Bistum Trier fordert ein neues Gespräch mit Bischof Ackermann. Die Frage der sexualisierten Gewalt in der Kirche sei kein Problem unter anderen. “Sie ist eine zentrale Frage, an der sich die Treue zum Evangelium und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche entscheiden”, hieß es.”
Quelle: Saarbrücker Zeitung


15.2.2012 Ein mutmaßliches Opfer sexueller Gewalt im Bistum Regensburg berichtet, wie mit ihm im BIstum Regensburg umgegangen wurde.  Fazit: „Ich habe eben die Quittung dafür bekommen, dass ich es gewagt habe, öffentlich den Mund aufzumachen.“
Quelle: regensburg-digital


14.2.2012 Was am Thema sexuelle Gewalt Interessierte schon lange wissen, wird nun durch die Studie “Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland” bestätigt. Aus der Studie geht hervor, dass sechs Prozent der Frauen mit geistiger Behinderung in Heimen und Werkstätten sexuelle Gewalt erlitten haben. Die Sozialwissenschaftlerin Monika Schröttle, die das Untersuchungsprojekt geleitet hat, geht davon aus, dass „auf jeden Fall mehrere tausend Frauen“ in deutschen Behindertenheimen und –Einrichtungen sexuell missbraucht wurden. Täter sind der Studie zufolge meist Bewohner, aber auch Personal. Quelle: swr


13.2.2012 Georg Maria Roers SJ empfiehlt Pater Hans Zollner SJ, nach Missbrauch in der Gregoriana zu schauen. Dort arbeitet Keith Pecklers, dem ein Mann 2010 sexuellen Missbrauch vorwarf, der sich über 4 Jahre hinzog. Pecklers verteidigte sich vor Gericht damit, dass er zur Tatzeit selbst ein Jugendlicher gewesen sei. Das Opfer spricht davon, dass der Beschuldigte den Missbrauch über dessen 18. Geburtstag hinweg fortsetzte. Heute ist Pater Keith F. Pecklers SJ Professor für Liturgie an der Gregoriana in Rom und Professor für Liturgiegeschichte am päpstlichen Liturgischen Institut von Sant Anselmo, der Universität der Benediktiner in Rom. Als Vizepräsident der Gregoriana ist Pater Zollner der Vorgesetzte von Pecklers. Zugleich ist Pater Zollner Präsident des “Centre for Child Protection der Gregoriana”. Quelle: explizit.net   Stellungnahme von SNAP, David Clohessy   nj.com 12.12.2010


12.2.1012 Bischof Ackermann bezeichnet Bußgottesdienste, bei denen kirchliche Würdenträger um Vergebung bitten, als “Gratwanderung” – nicht etwa, weil dort spiritualisiert wird, was zusammen mit den Opfern zu bearbeiten wäre – sondern weil die Gefahr drohe, dabei die Täter aus dem Blick zu verlieren. Quelle: epd


10.2.2012 Schritt für Schritt
entsteht ein globales katholisches Bewusstsein über das Problemfeld Missbrauch in
der Kirche. Das hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx beobachtet, der an der internationalen
Tagung in Rom teilnahm und dabei viele Gespräche mit Kollegen im Bischofsamt aus aller
Welt führte. Quelle: archivioradiovaticana


10.2.2012 Wunibald Müller fordert das Ende des Pflichtzölibates. Quelle: dradio.de


10.2.2012 In Gelsenkirchen steht ein Vater vor Gericht, der seinen 5Monate alten Säugling missbrauchte. Quelle: kuvi.de


9.2.2012 Häftlinge verhöhnen ihre Opfer via facebook. Quelle: nachrichten.yahoo


9.2.2012 Nach einem Missbrauchsskandal an einer Schule in Los Angeles wird das gesamte Personal ausgetauscht – von Lehrern über Verwaltungskräfte bis zum Hausmeister und Sicherheitsleuten. Mit dieser Entscheidung reagierte die Schulverwaltung der US-Metropole auf Befürchtungen, dass der Missbrauch durch mindestens einen der Lehrer von den Kollegen gedeckt wurde. Diese Vorwürfe werden genährt durch die Tatsache, dass die Polizei mehr als ein Jahr brauchte, bevor sie trotz klarer Hinweise einen 61-jährigen Lehrer festnahm. Das Personal der Schule zählt 150 Mitarbeiter. Quelle: de.nachrichten.yahoo


9.2.2012 Der Vatikanbeauftragte für die Ahndung von Missbrauchsfällen, Charles Scicluna, hat sich scharf gegen Vertuschung von Missbrauch in der Kirche gewandt. Die Kirche müsse endgültig von einer „Kultur des Schweigens“ loskommen, fordert der maltesische Priester und Kirchenrechtler.  Quelle: archivioradiovaticana


9.2.2012 Stephen Rosetti, Fachmann für sexuelle Gewalt im kirchlichen Kontext, sagt: “Ich glaube, wenn Bischöfe direkt mit Opfern ins Gespräch kommen und deren Geschichte hören, dann lässt sich etwas in Bewegung setzen. Bischöfe sind mitfühlende Leute – sie brauchen den direkten Kontakt zu Opfern, sie müssen ihre Geschichten anhören.“ Quelle: archivioradiovaticana


9.2.2012 Matthias Katsch, Sprecher der Opfergruppe “Eckiger Tisch” fordert den Vatikan auf, die “Kultur des Schweigens” zu durchbrechen und auch die Beteiligung der Bischöfe, der Orden und des Vatikan an diesem Schweigen zu beenden. Das könnte Charles Scicluna, der die Forderung aufstellte, leicht bewerkstelligen: Er ist der vatikanische Chefankläger für Missbrauchsfälle, er müsste nur die Archive zugänglich machen. Quelle: Deutschlandradio


9.2.2012 „Es gibt aus meiner Sicht sehr wenig spirituelle Hilfe für die Überlebenden. Ich habe das mit Angehörigen der katholischen Hierarchie in Irland diskutiert, und mir scheint, sie betrachten die Opfer als außerhalb der Kirche stehend, als verletzt und zornig und nichts mehr mit der Kirche zu tun haben wollend. Nun, die meisten Missbrauchsopfer kamen aus katholischen Familien, deshalb hatten ja die Priester Zugang zu ihnen. Zu denken, dass die Überlebenden kein Interesse mehr daran haben, den katholischen Glauben zurückzugewinnen, ist – meine ich – falsch.“ Das sagt Frau Collins vor dem Kongress “Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung”. Ich kann ihre Wahrnehmung nur bestätigen. Quelle: archivioradiovaticana


8.2.2012 Experten schätzen, dass die katholische Kirche inzwischen 1,5 Milliarden Euro für “Entschädigungszahlungen” für Missbrauchsopfer von katholischen Priestern ausgegeben hat. Quelle: Spiegel


8.2.2012 Über die Widerstände im italienischen Klerus gegen die Aufklärung von Missbrauchsfällen und die Anzeige bei staatlichen Behörden berichtet die Zeit.


8.2.2012 Statt die ganz irdischen Wege zu den Opfern von jedweder Gewalt zu gehen, flieht der römische Kongress “Heilung und Erneuerung” in die Spiritualisierung der Schuld: Vertreter von Gruppen, die als Lehrer, Bischöfe, Ordensmänner, Eltern in Missbrauch verstrickt sind, baten um Vergebung für ihre Taten. Der Adressat der Vergebungsbitte war Gott; es waren nicht die Opfer. Zugleich äußerten Opfer die Bitte um Gottes Hilfe, damit sie vergeben können. Quelle: domradio   archivioradiovaticana
Kommentar: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese “Versöhnungsgeste im Gottesdienst” schräg und unangemessen ist. Bevor von Versöhnung gesprochen werden kann und darf, müssen die Taten aufgedeckt werden. Sie dürfen nicht vertuscht werden. Sie müssen bereut werden. Wiedergutmachung hat zu geschehen. Mt 5,24 formuliert völlig klar: “Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort erinnerst du dich, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.” Die Bibel umgeht die Opfer nicht und widersteht der Versuchung, Schuld zu spiritualisieren. Dass Opfer die Bitte an Gott richten, vergeben zu können, setzt Opfer, die nicht vergeben, einem massiven moralischen Druck aus. Da die Schwere der Verletzungen durch sexuelle Gewalt von den Kirchenleitungen offensichtlich noch immer nicht wirklich verstanden worden ist, ist ihnen der Gedanke, dass Opfer auch bei gutem Willen außerstande sein können zu vergeben, nicht einsichtig zu machen.


8.2.2012 In Wien und in Tirol wurden bis in die 70er Jahre hinein Heimkinder wegen “sexueller Übererregung” mit tiermedizinischen Medikamenten behandelt. Sie wurden Röntgenbestrahlungen ausgesetzt und Malaria-Medikamente wurden an ihnen getestet. Quelle: diepresse


8.2.2012 Prof. Fegert sagt im Interview: “Als ich vor etwa zehn Jahren schon einmal bei einer Konferenz im Vatikan war, stand die Auseinandersetzung mit den Tätern ganz stark im Vordergrund: Wie kann man sie diagnostizieren und ausschließen, wie kann man den Schaden dadurch verhindern, dass man die Täter im Griff behält. In den letzten zwei Tagen war für mich die ganz klare Botschaft: Der erste Schritt ist es, den Opfern Gehör zu geben und die Schwächsten zu schützen.” Quelle: Radio Vatikan


8.2.2012 Damit eine Heilung möglich ist, müsse die Kirche den Opfern zuhören und glauben, forderte die Irin Collins vor dem Kongress “Heilung und Erneuerung” in Rom. In katholischen Einrichtungen missbrauchte Kinder seien größtenteils kirchlich sozialisiert und bräuchten Gesprächsangebote und spirituelle Hilfestellungen von der Kirche. Quelle: kath.web
Kommentar: Endlich sagt mal jemand anderes, was ich auch sage:-).


7.2.2012 Das Urteil gegen den kath. Priester aus Salzgitter ist rechtskräftig. Quelle: tonkuhle


7.2.2012 Die Irin Collins forderte beim Kongress “Heilung und Erneuerung” die Kirchenleitung auf, Verantwortung für die Skandale der vergangenen Jahre zu übernehmen. „Eine Entschuldigung für den Missbrauch der Priester ist nicht genug“, sagte die 64-Jährige. „Es muss Eingeständnis und Rechenschaft geben für die Verletzungen und Zerstörungen, die dem Leben der Opfer und ihren Familien zugefügt wurden durch die oft gezielte Vertuschung und falsche Handhabung der Fälle durch die Vorgesetzten.“ Quelle: orf.at


7.2.2012 Der Psychiater Jörg Fegert benennt im Interview mit Radio Vatikan ein paar Aufgaben: „Zuerst hat man, als in Amerika Fälle bekannt wurden, gesagt: Das ist ein amerikanisches Problem. Dann war`s plötzlich ein englischsprachiges Problem, weil die Fälle in Irland dazukamen. Dann kamen wir in Deutschland mit dazu, und daraufhin hieß es: Das ist ein Problem der westlichen Welt. Allerdings wurde Kindesmissbrauch dann auch in Afrika mehr thematisiert – und wir wissen aus allen Statistiken: Die Häufigkeiten von sexuellem Missbrauch sind auf der ganzen Welt vergleichbar. Es gibt kein System, das ausgenommen ist, und auch keine Bevölkerungsschicht, denn das kommt nicht nur bei Armen vor, sondern überall. Wichtig ist aber auch: Missbrauch durch Geistliche ist ein schlimmes Problem, und die Kirche muss damit umgehen! Gleichzeitig muss aber die Kirche die Geistlichen, Menschen im kirchlichen Ehrenamt, Diakone usw. auch dazu ausbilden, dass man für Kindern, die in anderen Bereichen missbraucht werden, eine schützende Situation herstellen kann.“ Quellen: paterberndhagenkord   archivioradiovaticana


7.2.2012 Der Spiegel kritisiert, dass der Kongress “Heilung und Erneuerung” den Pflichtzölibat nicht in die Überlegungen über die Ursachen der sexuellen Gewalt durch kath. Priester einbezieht. Quelle: Spiegel
Kommentar: Dass der Kongress von “Heilung” spricht, könnte daran liegen, dass sich noch nicht rumgesprochen hat, dass Heilung nur selten möglich ist. Linderung ist oft erreichbar. Die meisten Opfern lernen, mit den anhaltenden Gewaltfolgen zu leben. Von “Heilung” können viele nur träumen…


7.2.2012 Der Vatikan spricht von einem dramatischen Anstieg der gemeldeten Missbrauchsfälle. 4000 Fälle von Missbrauch gab es in den letzten 10 Jahren. Dass die Irin Marie Collins als einziges Missbrauchsopfer an dem Kongress “Heilung und Erneuerung” teilnimmt, wird von Opfer-Verbänden kritisiert. Roberto Marabile, “La Caramella Buona”, eine italienische Opfervereinigung, war nach seiner Akkreditierung wieder ausgeladen worden.
Quelle: baz online


7.2.2012 „Und auch die belastende, längst nicht abgeschlossene Auseinandersetzung mit den Vergehen sexualisierter Gewalt durch Priester, Ordensleute und andere Mitarbeiter der Kirche trägt – so schmerzlich sie ist – zur reinigenden Erneuerung des kirchlichen Auftrags bei. In diesem Sinne haben wir diese schmerzliche Aufgabe bereitwillig anzunehmen.“ Das sagt der Missbrauchsbeauftragte der DBK. Dass er verharmlosend von Vergehen spricht und die Verbrechen einfach unterschlägt, ist bezeichnend. Quelle: Domradio


7.2.2012 Die Sorge um Missbrauchsopfer muss ein Hauptanliegen der katholischen Kirche sein. Das hat Papst Benedikt XVI. in einem Grußwort zur Eröffnung des internationalen Kongresses der Päpstlichen Universität Gregoriana über Missbrauch unterstrichen. Quelle: archivioradiovaticana


6.2.2012 Ein Interview mit Pater Hans Zollner, dem Vizerektor der Jesuiten-Uni Gregoriana in Rom, die einen Kongress über sexuellen Missbrauch in der kath. Kirche ausrichtet. Zollner erklärt: “Wir haben die Opfer missachtet.” Und: “Die Kirche ist bis in die obersten Ebenen hinein bereit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.” Und:  “…Wie kann man besser und vor allem rechtzeitig auf die Opfer hören? Was kann man ihnen an Hilfe und Unterstützung anbieten? Für manche, die Furchtbares erlebt haben, muss das wie ein Hohn klingen. Es geht uns aber auch um den bereits geschehenen Missbrauch: Der muss aufgeklärt werden, bis auf den Grund.” Quelle: FR


5.2.2012 In einer Köllerbacher Kirche im Bistum Trier haben zwei Priester in der Sonntagspredigt richtig gestellt, dass in ihrer Gemeinde tatsächlich 3 Männer – ein Laie und zwei Priester – Jugendliche missbraucht haben. Die Klarstellung erfolgte nach einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung. Die Taten wurden von einem Priester ordnungsgemäß dem Bistum Trier mitgeteilt. Das Bistum erstattete keine Anzeige bei der Polizei. Pfarrer Ittmann, der das Bistum informiert hatte, spricht davon, dass er aufgrund seiner Meldung die “psychologische Form der Mitarbeiterunterdrückung” des Bistums Trier zu spüren bekommen habe. Er nennt die Vorgänge eine “Hetz- und Rufmordkampagne”. Der Pressesprecher des Bistums wies die Aussagen zurück. Quelle: missBiT


4.2.2012 Bei dem Kongress zu sexueller Gewalt durch katholische Priester in Rom werden am Dienstagabend in einem Gottesdienst je sieben Missbrauchsopfer und -täter (!) teilnehmen. Die Täter sollen dabei für ihre Taten um Vergebung bitten. (Von Vertuschern ist in keiner Pressemeldung die Rede.) Quelle: ots.at


3.2.2012 Im Vatikan findet ein Kongress zu sexuellem Missbrauch durch katholische Priester statt. Charles Scicluna, der in der Glaubenskongregation für kanonische Prozesse zuständig ist, sagte: “Es ist bedeutsam, dass der erste Beitrag von jemandem kommt, der selbst von dieser traurigen Wirklichkeit betroffen ist, von einem Opfer. Gleichzeitig ist es aber auch pastoral wichtig, an alle zu denken, die mit dieser Realität zu tun haben, also auch an die Kleriker, die anderen dieses Leid zugefügt haben.“ Quelle: archivioradiovaticana
Kommentar: Solange Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, wissen Opfer aus Erfahrung, dass die Perspektive der Täter den Vorrang hat – und Opfer auf der Strecke bleiben. Aber das ist ja nichts Neues. Neu wäre gewesen, wenn die Tagung die Option für die, die unter die Räuber gefallen sind, treffen würde. Nicht einmal der barmherzige Samariter, der dem half, der unter die Räuber gefallen war, beachtet die Räuber. Und der Autor des Gleichnisses – Jesus – fragt nicht danach, warum die Räuber den Armen überfallen haben; welche Kindheit die Räuber hatten, dass sie gar nichts anderes als Rauben und Verletzen tun konnten; Jesus fragt auch nicht, wie es den Räubern denn nun nach ihrer Tat ergeht, wie sie in die Gemeinschaft integriert werden könnten usw. …. Jesus richtet den Blick konsequent auf den Überfallenen und auf den, der ihm hilft. Die Verantwortlichen in der katholischen Kirche haben noch viel zu lernen, wenn sie glaubwürdig werden wollen. So geht das jedenfalls nicht. Erika Kerstner


2.2.2012 Mehr als 550 Personen haben wegen sexuellen Missbrauchs Entschädigungsforderungen gegen das insolvente katholische Erzbistum Milwaukee eingereicht. Es handle sich um die höchste Zahl von Forderungen unter den bislang acht zahlungsunfähigen US-Bistümern, berichtet die Regionalzeitung “Journal Sentinel”. Quelle: kath.ch


2.2.2012 Ein evangelischer Bischof beschuldigt 4 katholische Priester – unter ihnen den heutigen Bischof von Valparaiso -, ihn als Kind in einem katholischen Internat missbraucht zu haben. Er habe sein Schweigen gebrochen, um nicht zum Komplizen der Täter zu werden. Quelle: kath.web


2.2.2012 In einer Gemeinde im Bistum Trier brodelt es. Ob die dortigen Konflikte in Zusammenhang mit der Aufdeckung von Missbrauchsfällen durch zwei Pfarrer stehen, ist für Außenstehende nicht erkennbar. Allerdings weiß ich von Priestern, die Missbrauchsfälle bei ihren Vorgesetzten anzeigten und kein Gehör fanden. Quelle: saarbrücker zeitung


2.2.2012 Der ehemalige Salzburger Domprediger Hofer wurde von der Glaubenskongregation des Vatikan vom Vorwurf sexuellen Missbrauchs entlastet. Eine Frau hatte ihm vorgeworfen, sie vor ihrer Volljährigkeit vergewaltigt zu haben. Hofer hatte eine sexuelle Beziehung zugegeben, jedoch jeden Gewalt-Vorwurf zurückgewiesen. Die Glaubenskongregation kam ohne Anhörung der Frau und ohne Gutachten über die Frau zu ihrem den Domprediger entlastenden Ergebnis. Quelle: salzburg.orf  


1.2.2012 Das Collegium Josephinum, Bonner Eliteschule, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nun haben Eltern Anzeige wegen Missbrauch erstattet. Im Sommer 2010 war die Rede von drei Fällen in den 50er und 60er Jahren. Vor wenigen Wochen mussten die Angaben korrigiert werden. Nun war von 28 ehemaligen Internatsschülern die Rede, die Opfer sexueller Gewalt wurden – zuletzt 1968. Jetzt ist von 2 Patres die Rede, die in den letzten 3 Jahren Schülern Zäpfchen verabreicht haben. Bekannt wurde dies, weil ein Aushilfslehrer das Vertrauen der Schüler bekam. Quelle: Spiegel


1.2.2012 William Lynn, Personalverantwortlicher der Erzdiözese Philadalphia, steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, 27 mutmaßlich pädophile Priester über Jahre hinweg gedeckt zu haben. Der emeritierte Erzbischof, Kardinal Anthony Bevilacqua, sollte im März 2012 vor Gericht aussagen. Er starb Anfang dieser Woche. Quelle: religionv1.orf


1.2.2012 Das Bistum Trier räumt wieder einen Fehler ein – diesmal im Fall eines Priesters, der ein Zelebrationsverbot hatte, jedoch kein Verbot, mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen. An das Zelebrationsverbot hielt er sich nicht. Quelle: missbit

Kommentar: Solange die Kirche meint, die Missbrauchsfälle selbst aufklären zu können, solange wird es die Nachrichten geben, dass Fehler gemacht wurden, Täter weiterhin in der Seelsorge eingesetzt wurden, Verbote nicht kontrolliert werden usw.


1.2.2012 Röhrig, der Beauftragte der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch, hat mit Opfergruppen gesprochen. Mathias Bubel, Eckiger Tisch, sagt: “Niemand hätte sich vorstellen können, dass die Täterorganisationen die öffentliche Debatte an sich reißen werden.” Was an den Berichten der Betroffenen auffällt, ist, dass sich die einzelnen Institutionen, an denen die sexuelle Gewalt stattfand, wieder einigeln – trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit. Der Ahrensburger Kohn berichtet, dass die Betroffenen der schleswig-holsteinischen Stadt von der evangelischen Kirche nur als Zeugen in Disziplinarverfahren benutzt werden – “und dann dürfen wir wieder gehen. Mir fehlt das Verantwortungsbewusstsein der Kirche für die Seelen vor Ort.” Bubel, der gequälte Schüler aus dem Canisius-Kolleg, fordert eine unabhängige Untersuchungskommission für die katholische Kirche. Quelle: taz


1.2.2012 Das Collegium Josephinum in Bonn wird durch ein Gutachten der Uniklinik Hamburg für die Praxis von 2 Patres, Kindern und Jugendlichen Zäpfchen zu verabreichen, kritisiert. Im echten Notfall wären Zäpfchen unwirksam. Die Politik wirft dem CoJoBo vor, nicht genügend zur Aufklärung beizutragen. Quelle: Spiegel


1.2.2012 Skydaddy kommentiert den Einsatz des Priesters, der unter Missbrauchsverdacht steht und in einem Heim für geistig und psychisch Kranke eingesetzt war. Nicht umsonst stellt sogar der Vatikan widerstandsunfähige Personen als Menschen, “deren Vernunftgebrauch habituell eingeschränkt ist, Minderjährigen gleich.


31.1.2012 Eine Gemeinde im Bistum Trier war nicht informiert, dass ein Priester, dem sexuelle Gewalt vorgeworfen wird, ein Zelebrationsverbot hatte – und warum. Quelle: Volksfreund


31.1.2012 In Würzburg beginnt der Prozess gegen einen katholischen Ordenspriester, der angeklagt ist, den Sohn seiner Haushälterin missbraucht zu haben. Quelle: augsburger-allgemeine


31.1.2012 Der katholischen Kirche in Österreich droht eine Klagewelle. Quelle: Kurier.at


31.1.2012 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Erika Kerstner


30.1.2012 Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, hat einen Priester, gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren wegen des Verdachts auf sexualisierte Gewalt läuft, in einem besonders sensiblen Arbeitsbereich – bei behinderten Menschen – eingesetzt und das ausgesprochene Zelebrationsverbot nicht kontrolliert. Die Gemeinde war über den Sachverhalt nicht informiert.
Quelle: skydaddy und Rheinzeitung und Rheinzeitung


30.1.2012 Der US-Bischof Robert Finn, Kansas-City, muss ich wegen einer unterlassenen Anzeige eines Priesters vor Gericht verantworten. Der Geistliche war im  Mai 2011 wegen des Besitzes von Kinderpornografie festgenommen worden. Finn plädiert auf nicht schuldig. Quelle: kath.ch


30.1.2012 An der Klasnic-Kommission in Österreich wird heftige Kritik geübt. Quelle: oe1.orf


29.1.2012 Opfer katholischer Priester fühlen sich von Politik und Gesellschaft mit ihrer Täterinstitution alleine gelassen. Sie fordern eine unabhängige Stelle, an die Opfer sich wenden können und sie fordern, dass die sog. Entschädigungssummen überdacht und geändert werden müssten. Quelle: generalanzeiger


29.1.2012 Ein von Missbrauch durch Priester Betroffener berichtet von seiner Enttäuschung über die Kirche und davon, wie schwer es ist, mit den Gewaltfolgen zu leben. Quelle: Süddeutsche


29.1.2012 Intverview mit Pater Mertes. Zu Recht merkt er an: “Es ist schwierig, sich als Vertreter der Kirche hier selbstzufrieden zu äußern.” Er fordert auf, genau hinzuhören, auf das, was die Opfer über die Kirche sagen und sich weiter mit dem systemischen Kontext der Missbrauchserfahrungen zu beschäftigen. Er fragt: “Was müssen wir bei uns ändern, um besser zuhören zu können, wenn Opfer sprechen. Denn die eigentlich entscheidende, bis heute quälende Frage ist doch: Was ist eigentlich geschehen, dass wir die Missbrauchstaten und das Leid der Opfer nicht gesehen und nicht begriffen haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig diese Frage bis heute öffentlich angegangen ist.” Quelle: Domradio


28.1.2012 Der Polizeipsychologe Adolf Gallwitz ist der Ansicht, dass sexueller Missbrauch “entkirchlicht” werden müsse. Man müsse sehen, dass sexueller Missbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. Die meisten Übergriffe geschähen im familiären Umfeld. Quelle: kath.ch


28.1.2012 Ein katholischer Priester, dem das Bistum Trier wegen sexuellen Missbrauchs von Messdienern untersagt hatte, öffentlich die heilige Messe zu feiern, hat seit November jeden Mittwoch in der Marienkapelle des Puricelli-Stiftes in Rheinböllen die Messe gelesen. Quelle: Rheinzeitung


28.1.2012 Ein Missbrauchsopfer berichtet von seiner Unzufriedenheit über die Entschädigung. Quelle: welt.de


28.1.2012 Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer, geht aufgrund neuester Forschungsergebnisse davon aus, dass der sexuelle Missbrauch durch katholische Pfarrer in Deutschland rückläufig ist. Quelle: nwz online
Kommentar: Dieses Untersuchungsergebnis entsteht, wenn man Gruppen von Menschen aus der Befragung ausklammert, die von sexueller Gewalt berichten könnten.  Katholiken und Katholikinnen sind unterrepräsentiert, psychisch Kranke und traumatisierte Menschen wurden erst gar nicht gefragt – da wäre das Risiko hoch gewesen, dass von sexueller Gewalt berichtet wurde. Auch die heute 40-60 Jährigen, die vor 20 Jahren noch als 20-40Jährige befragt wurden, waren diesmal ausgeklammert. Da viele Opfer sich erst in und jenseits der Lebensmitte erinnern können, wäre das Risiko, dass diese Menschen von Gewalt berichten, zu hoch gewesen und hätte die gute Nachricht “es gibt weniger Opfer” gefährdet.


28.1.2012 “Gegen einen Lehrer der Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard liegt bei der Staatsanwaltschaft in Koblenz eine Strafanzeige wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer ehemaligen Schülerin vor. Das Bistum Trier, als Arbeitgeber des beschuldigten Lehrers, hat den Beschuldigten bis zum Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von seinen Dienstpflichten freigestellt.” Quelle: rhein-zeitung


27.1.2012 Wir sind Kirche zieht eine Bilanz im Blick auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Quelle: wir-sind-kirche.de


26.1.2012 Ein Opfer klagt gegen das Kloster Mehrerau in Österreich. Mehrerau ist die Abtei, die einen Ordensmann in Birnau arbeiten ließ, der – eingestandenermaßen – Jungen missbrauchte und nie zur Rechenschaft gezogen wurde. Quelle: diepresse


26.1.2012 Der Pfarrer aus Salzgitter wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat drei Jungen missbraucht. Quelle: Spiegel  


25.1.2012 Im Bistum Münster wurde ein Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen einen kath. Priester eingestellt, weil in einem jüngeren Fall Aussage gegen Aussage steht und ältere Anklagen strafrechtlich verjährt sind. Die Kirche ermittelt jedoch weiterhin, weil kirchliche Verjährungsfristen andere als staatliche sind. Der Beschuldigte beteuert seine Unschuld. Er erhielt als Auflage, in der Öffentlichkeit nicht mit seelsorglichem Handeln aufzutreten. An diese Auflagen hat er sich nicht gehalten. Quelle: Münstersche Zeitung


24.1.2012 Die belgische Justiz hat ca 30 Ordensgemeinschaften durchsucht. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Vertuschungvorwürfen bei Kindesmissbrauch. Sie seien ergebnislos verlaufen. Quelle: religionv1.orf


24.1.2012 Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den von einem sexuellen Missbrauch einer 14-Jährigen freigesprochenen Lehrer erneut aufgenommen. Zu den Gründen liegt keine Auskunft vor. Quelle: Rheinzeitung


24.1.2012 In Rheinböllen, Bistum Trier, wird ein Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, in öffentlichen Gottesdiensten eingesetzt, ohne dass die Gemeinde informiert wurde. Das strafrechtliche Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Das Ergebnis eines kirchlichen Verfahrens ist unbekannt. Quelle: missbit


23.1.2012 Pater Mertes möchte das Missbrauchsthema in der Kirche noch nicht ad acta legen. Eine zentrale Aufgabe müsse sein, genau hinzuhören, was Opfer über Kirche zu sagen haben. „Denn die eigentlich entscheidende, bis heute quälende Frage ist doch: Was ist eigentlich geschehen, dass wir die Missbrauchstaten und das Leid der Opfer nicht gesehen und nicht begriffen haben? Ich bin immer wieder befremdet, wie wenig diese Frage bis heute öffentlich angegangen ist“, sagte der Jesuit.” Quelle: Domradio


23.1.2012 Der Berliner Verein Tauwetter – einer von 5 in Deutschland -, der sich um männliche Missbrauchsopfer kümmert, steht vor dem finanziellen Aus. Die Aufdeckung vieler Fälle, in denen Jungen zum Opfer wurden, hat dem Verein zwar Zulauf, aber keine Gelder beschert. Quelle: taz


21.1.2012 Buchhinweis: “Sexueller Missbrauch in Organisationen. Erkennen – Verstehen – Handeln” – Uwe Eglau, Elisabeth Leitner, Johannes Leitner und Michael Scharf, Wiener Domverlag ,13,90 Euro. Die AutorInnen haben Erfahrungen mit dem Umgang mit Missbrauch in christlichen Organisationen, die einer spezifischen Gefährdung ausgeliefert sind. Quelle: katholisch.at


 20.1.2012 Im Prozess gegen den kath. Priester aus Salzgitter sagte die Staatsanwältin: “Angekommen ist bei mir nichts von ehrlicher Reue.” Während der Verhandlung habe der Pfarrer seine Übergriffe stets zu beschönigen und zu bagatellisieren versucht. Der Verteidiger betonte, der Priester habe sich durch seine Taten selbst zum Opfer gemacht. Der Angeklagte sei “noch nicht einmal eine halbe Stunde” in der Untersuchungshaft gewesen, da sei er bereits von Mithäftlingen verprügelt worden. “Hier sitzt kein Monster, sondern ein Mensch”, sagte der Verteidiger Andreas Zott. Sein Mandant habe die Taten gestanden und darauf komme es an. Quelle:  Spiegel


19.1.2012 Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) aus dem Ausland zurückkehren, hat seit 2004 um das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729. Quelle: zeit.de


18.1.2012 Heute wurden die Ordinariate in Tournai und Namur, Belgien, durch Ermittler durchsucht. Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch. Quelle: katholisch.de


18.1.2012 Zwei britische Soldaten sollen 2 Kinder in Afghanistan missbraucht haben. Quelle: Spiegel


18.1.2012 Seit Juni 2011 haben sich bei der Ombudsstelle der kath. Kirche in Salzburg 24 weitere Opfer sexueller Gewalt oder anderer Gewalt gemeldet. In 11 Fällen geht es um sexuellen Missbrauch. Die meisten Taten sind verjährt. Die Ombudsstelle rechnet damit, dass der “kontinuierliche Strom” an Meldungen nicht abbrechen wird. Quelle: orf


17.1.2012 In Belgien hat die Justiz bei den Diözesen Brügge und Gent Durchsuchungen vorgenommen. Belgische Medien berichteten, es würde wegen Vertuschungsvorwürfen bei Kindesmissbrauch ermittelt. In den Diözesen Antwerpen, Hasselt und Mechelen gab es bereits Durchsuchungen. Der Untersuchungsrichter Wim de Troy hat sie angeordnet. Bereits im Juni 2010 hat de Troy Durchsuchungen bei Bischöfen angeordnet, die später als ungesetzlich eingestuft wurden. Sprecher der durchsuchten Bistümer äußerten ihre Verwunderung über die Aktion und betonten, man habe nichts zu verbergen. Ihr Rechtsbeistand erklärte indessen, es sei durchaus möglich, dass auch die erneuten Durchsuchungen nicht rechtsgültig seien. Quelle:  BRF


17.1.2012 Acht Anwälte fordern in der Times eine offizielle Untersuchung zum Umgang der Kirchen mit Missbrauchsfällen. Sie appellierten an die Regierung, die katholische Kirche zur Offenlegung ihrer Geheimarchive zu bewegen. Die Kirchen in England und Wales seien außerstande, sich selbst zu überwachen – es gebe Beweise für weitere Vertuschungen von Missbrauch. Quelle: kathweb


19.1.2012 Die Vorsitzende der katholischen Kinderschutzkommission in Großbritannien, Julia Cumberlege, hat Vertuschungsvorwürfe zurückgewiesen. In der Tageszeitung “The Times” verteidigte sie am Donnerstag die Maßnahmen der Kirche gegen Kindesmissbrauch und wies die Forderung nach einer offiziellen Untersuchung zurück. Quelle: kath.web    gloria


17.1.2012 Im Collegium Josephinum, Bonn, und einem weiteren Internat des Redemptoristenordens wurden 28 Schüler zwischen 1949 und 1968, zum Teil bis in die 80er Jahre missbraucht. 16 Patres wurden körperliche Übergriffe vorgeworfen, 9 von ihnen verübten sexuelle Gewalt an den Schülern. Die Taten sind juristisch verjährt, die meisten Täter gestorben. Quelle: rp-online


17.1.2012 Im Prozess gegen den kath. Priester, der in Salzgitter des Missbrauchs von 3 Jungen angeklagt ist, wird geschildert, wie der geständige Täter seine Umgebung manipulierte. Ermittler sind überzeugt, dass die bislang bekannten Opfer nicht die einzigen sind – die vorliegenden Beweise reichten jedoch nicht aus. Quelle: Tagesspiegel


17.1.2012 In Wien wird ein Pfarrer, dem drei Männer Missbrauch vorwerfen, pensioniert und zugleich im Stephansdom mit dem Beichtdienst betraut.
Quelle: Standard


15.1.2012 Wurden im Bistum Hildesheim nach der Verabschiedung der Leitlinien der DBK im September 2002 weiterhin Täter in der Seelsorge eingesetzt? Und wurden die Leitlinien der DBK von 2002 bis zum 17. Februar bzw. 1. Januar 2010 erst gar nicht vom Bistum Hildesheim übernommen? Und wurde demgemäß auch nicht danach gehandelt? Quelle: skydaddy


13.1.2012 Mit den Vorgängen im Bistum Hildesheim beschäftigt sich “skydaddy”: Wissentlicher Einsatz von Sexualtätern 1993 – 2009  und Schöne, leere Worte. Skydaddy bringt mein Unbehagen auf den Punkt: 2002 hieß es landauf landab in den Bistümern, man habe gelernt. 2010 gab es erneute Versicherungen, man lerne dazu und Ende 2011/Anfang 2012 heißt es nun wieder, man lerne dazu. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es entweder mit dem Lernwillen oder mit der Lernfähigkeit oder mit beidem nicht weit her sein kann, wenn Verantwortliche in den Kirchen Jahr um Jahr brauchen – und immer noch Straftäter mit Wissen der Kirchenleitung in der Seelsorge eingesetzt werden. Was fehlt, ist die Bekehrung zu den Opfern. Das Gleichnis vom Samariter, der sich um die kümmert, der unter die Räuber gefallen ist – diese Steilvorlage -, scheint immer noch nicht verstanden zu sein.


13.1.2012 Der Strafrechtsprofessor Hans-Heiner Kühne hat kritisiert, dass Bischof Ackermann im Gespräch über Missbrauch im Blick auf Priester-Täter sagte: “Wir können ja nicht sagen, es gibt noch ein Guantánomo auch für kirchliche Täter”. Kühne sagte, der Bischof erwecke damit den Eindruck, dass er die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen für unschuldig halte, denn in Guantánamo würden Menschen ohne jegliche Rechte, unter Missachtung der Unschuldsvermutung festgehalten. Der Bistumssprecher erklärte, der Bischof habe sagen wollen, dass man die Priester-Täter ja nicht einfach wegsperren könne. Quelle: Volksfreund
Kommentar: Den Kirchenleitungen muss spätestens seit 2002 bewusst sein, dass es unter den Priestern Täter gibt, die nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen dürfen. Es ist schon verwunderlich, dass es in diesen vielen Jahren nicht möglich war, Fachleute hinzuziehen und mit ihnen zu beraten, wo und wie diese Täter eingesetzt werden können.


13.1.2012 Das Erzbistum Freiburg und die Deutsche Bischofskonferenz stellt sich im Blick auf Missbrauchsfälle ihrer Verantwortung, sagt Erzbischof Zollitsch. Quelle: Erzbistum Freiburg


12.1.2012 Belgiens Bischöfe haben sich für den sexuellen Missbrauch durch kath. Priester entschuldigt. Das anfängliche Schweigen nach Bekanntwerden zahlreicher Fälle 2010 habe “nichts mit Gleichgültigkeit zu tun gehabt” oder mit dem Willen zur Vertuschung, heißt es in einem 52 Seiten umfassenden Papier zum künftigen Umgang mit dem Problem: “Es offenbarte unsere Sprachlosigkeit; wir haben unsere Köpfe gebeugt und uns gefragt, wie all das passieren konnte.” Quelle: kath.ch


13.1.2012 “Es geht um Hilfestellung für die Opfer, aber es geht auch um einen spirituellen Weg und um die Frage, wie man ausgehend vom Glauben in solch schwierigen und schrecklichen Situationen gemeinsam Fortschritte machen kann. Damit wollen wir den Opfern, die ihren Glauben nicht verloren haben, zeigen, dass sie im Evangelium Kraft finden können, um dieser Situation zu begegnen. Doch diesen Schritt haben wir noch nicht getan.” Quelle: archivioradiovaticana
Kommentar: Die – ich weiß nicht wie vielte – Entschuldigung der belgischen Bischöfe wäre nicht der Rede wert, wenn es da nicht die Erkenntnis gäbe, dass sie wissen, dass es um einen spirituellen Weg geht, der gemeinsam mit Opfern gefunden werden muss. Das ist ein beachtenswerter und neuer Gesichtspunkt (der von GottesSuche seit 12 Jahren eingebracht wird:-).


12.1.2012 Heute begann in Braunschweig der Prozess gegen einen katholischen
Priester, der 280fachen sexuellen Missbrauch an drei Jungen, die 9-15
Jahre alt waren, weitgehend gestanden hat. Das zuständige Bistum
Hildesheim hatte 2006 Kenntnis von “distanzlosem Verhalten”. Nach den
damals geltenden eigenen Richtlinien hätte das Bistum ein Gutachten
einholen müssen. Das geschah nicht und der geständige Täter hatte zwei
weitere Opfer. Dem angeklagten Pfarrer aus Salzgitter, der vor Gericht steht, kam es nicht in den Sinn, dass sexueller Missbrauch dem Opfer schaden könne. Er meinte auch, dass ein Neunjähriger eine sexuelle Beziehung wolle. – Da fragt man sich, ob an diesem Täter jegliche Diskussion vorbeigegangen ist. Quellen: Spiegel   humanistischer Pressedienst


12.1.2012 Scharf kritisiert hat das Bildungsministerium in Mainz den Freispruch des Lehrers aus dem Kreis Neuwied. Dieser war wegen sexuellen Missbrauchs einer 14-jährigen Schülerin angeklagt. Dass das OLG hier kein dauerhaftes Obhutsverhältnis sieht, “werde der schulischen Realität nicht gerecht”, so das Ministerium. Quelle: Rheinzeitung


12.1.2012 Der Trierer Bischof Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, hatte gestern ein Gespräch mit Kritikern. Er gestand erneut Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein, lehnte jedoch einen Rücktritt ab.  Bischof Ackermann kann keinen Zusammenhang zwischen den Machtstrukturen der Kirche und der Vertuschung von Missbräuchen erkennen.  Was mit Missbrauchs-Priestern geschehen soll, weiß Bischof Ackermann noch nicht. Kritiker wiesen ihn darauf hin, dass der Einsatz von Tätern in der Krankenseelsorge ein verheerendes Bild von diesem Seelsorgebereich abgibt. Bischof Ackermann betonte: “Wir stehen auf der Seite der Opfer” und: “Wir stehen in einem Lernprozess”. Quelle: Volksfreund
Kommentar: Ich frage mich, was ich empfinden würde, wenn mir in der Klinik plötzlich ein Täter gegenübersteht? Ob ich dann nicht besser jeglichen Kontakt zu einem kath. Priester in der Krankenhausseelsorge ablehnen würde? Vermutlich schon.- Und wenn Bischof Ackermann betont, er stehe auf der Seite der Opfer, dann frage ich mich, woher all die Opfer kommen, die berichten, dass ihnen der Umgang der Kirche mit ihnen erneut Verletzungen zufügt. Dass ein Täter 10 Monate lang unbehelligt blieb und mit allen Ehren – ausgenommen dem Dank des Bischofs – verabschiedet wurde, spricht nicht dafür, dass der bisherige Lernprozess, der spätestens seit 2002 und noch einmal 2010 hätte einsetzen müssen, erfolgreich war. Die Strukturen, die Missbrauch in der kath. Kirche begünstigen, dürfen nach Bischof Ackermann nicht – wie 2010 versprochen – überprüft werden. Das zeigt, dass der Lernprozess von vornherein eine wesentliche Ursache ausklammert. – Dass ein Missbrauchsbeauftragter zugleich für Täter und Opfer verantwortlich sein soll, halte ich für ein Problem, weil der Rollenkonflikt bereits im Auftrag steckt.


10.1.2012 Über den Freispruch eines Lehrers, der mit einer 14-Jährigen Geschlechtsverkehr hatte, empören sich – ganz zu Recht – die Eltern und der Rektor der Schule. Freigesprochen wurde der Pädagoge, der u.a. kath. Religion unterrichtete, weil er nur Vertretungslehrer war und es kein sog. Obhutsverhältnis gegeben habe. Ein Einspruch gegen dieses Urteil ist nicht mehr möglich. Quelle: Rheinzeitung
Kommentar: Wenn dieses Urteil Schule macht, kommt es einem Freibrief für sexuelle Beziehungen mit oder sexuelle Gewalt von Lehrern gegen Schülerinnen gleich. Die Lehrer müssen dann nur darauf achten, dass sie nicht Klassen- oder Fachlehrer sind.


10.1.2012 In der Türkei wird Gewalt gegen Mädchen und Frauen wieder vermehrt geduldet. Statistisch gesehen wird in der Türkei fast jeden zweiten Tag eine Frau innerhalb ihrer Familie ermordet. Frauen, die sich an die Polizei wenden, werden nur in den seltensten Fällen wirksam geschützt. Quelle: Spiegel


10.1.2012  Ein Lehrer, der mit einer 14-jährigen Schülerin mehrfach Geschlechtsverkehr hatte, ist vom Oberlandesgericht Koblenz vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen freigesprochen worden. Begründung: Weil er “nur” Vertretungslehrer bei ihr war, habe es kein Obhutsverhältnis gegeben. In den Vorinstanzen war der 37-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Quelle: Rheinzeitung


6.1.2012 Die Opfer der Odenwaldschule erhalten pauschal 1000 €. Quelle: Die Zeit


6.1.2012 Der Erzbischof von Boston berichtet, dass seine Diözese seit 2003 etwa 7 000 000 Dollar für medizinisch-therapeutische Begleitung und Beratung der Opfer ausgegeben habe. Quelle: Radio Vatikan


5.1.2012 Ein Missbrauchsopfer wirft dem früheren Vorsitzenden der belgischen Bischofskonferenz, Simonis, Meineid vor und hat ihn angezeigt. Simonis soll gegen besseres Wissen ausgesagt haben, ihm sei von Missbrauch durch einen Geistlichen nichts bekannt gewesen. Der Kläger führte an, laut einem im Dezember 2011 veröffentlichten Untersuchungsbericht habe Simonis sehr wohl vom betreffenden Fall gewusst. Quelle: kath.web


4.1.2012 Der neu aufgestellte Verein Ako-pro-Seminar (Aloisius-Kolleg Bonn) hat sich angesichts des Skandals um seine ehemalige Leitung zu einem offensiven Aufklärungsschritt entschieden: Er schrieb, wie von mutmaßlichen Missbrauchsopfern gefordert, am Montag 1140 ermittelte ehemalige Pfadfinder mit einem Hilfsangebot direkt an. Quelle: Generalanzeiger und Generalanzeiger vom 29.12.2011


4.1.2012 Ein kanadischer Bischof ist wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden. Da ihm die U-Haft doppelt angerechnet wird, verließ er das Gericht als freier Mann. Er bedauerte sein Verhalten. Quelle: kath.web   s. auch Kirchenbote


3.1.2012 Etwa 400 Heimkinder wollen den “Entschädigungsfond” (O-Ton Domradio) boykottieren. Quelle: Domradio
Kommentar: Die Sprachreglung, die von Entschädigung für Heimkinder spricht, setzt sich in der Presse durch. Eine Entschädigung ist ein finanzieller Ausgleich, der für Erlittenes gezahlt wird. Die Heimkinder erhalten keine Entschädigung. Einige erhalten Nachzahlungen in die Rentenkasse, vorausgesetzt, ihre Rente ist zu niedrig. Löhne für Kinderarbeit werden nicht nachgezahlt. Manche erhalten Hilfen für medizinische und psycholog. Behandlungen, solange kein anderer Geldgeber gefunden wird. Ob die Gelder auf bislang gezahlte Unterstützungen (Hartz IV z.B.) angerechnet werden, ist m.W. noch nicht entschieden. Wenn einem Antrag stattgegeben wird, muss zuvor eine Verzichtserklärung für alle weiteren Ansprüche unterschrieben werden. Mehr im WDR 


1.1.2012 Das sagte der Bischof von Trier, zugleich Missbrauchsbeauftragter der DBK, am Neujahrstag: „Deshalb wird es für uns in den kommenden Jahren darum gehen, dass wir uns im Bistum gemeinsam unseres Christseins und Kircheseins neu vergewissern“. Es gelte, glaubwürdig Zeugnis von der Botschaft Jesu Christi zu geben, so dass insbesondere auch junge Menschen wieder neugierig auf sie würden. Wichtig sei zudem auch, dass „die Feier des Glaubens und das Hören auf Gottes Wort in unseren Gemeinden wieder den zentralen Stellenwert bekommen, der ihnen eigentlich zukommt.“ Und es gelte, sich nicht zu sehr mit binnenkirchlichen Problemen zu beschäftigen, sondern sich auch für den Nächsten in sozial-caritativem und gesellschaftlichem Engagement einzusetzen. Quelle: Bistum Trier
Kommentar: Da bringt der Bischof von Trier etwas durcheinander. Recht hat er, wenn er die Selbstvergewisserung des Christ- und Kirche-Seins und die Zuwendung zu den Nächsten für wichtig hält. Unrecht hat er, wenn er sagt, man solle sich nicht so sehr mit binnenkirchlichen Problemen beschäftigen, sich vielmehr für den Nächsten einzusetzen. Bischof Ackermann hat noch nicht verstanden, dass der Einsatz für die Nächsten zuallererst der Einsatz für diejenigen ist, die IN der Kirche Priestern, Mönchen, MitarbeiterInnen zum Opfern fielen. Daran hängt die Glaubwürdigkeit der Kirche. Sie mag sich noch so sehr für “die Nächsten” einsetzen (wie derzeit in der diesjährigen Sternsingeraktion für die Kinder Nicaraguas/der Welt), solange sie die Opfer der eigenen Pastoral ausklammert (und das tut sie derzeit noch, denn nach wie vor wird vertuscht und nach wie vor werden die Opfer weitgehend alleine gelassen), ist sie unglaubwürdig. Erst wenn die Opfer sagen: In der Kirche wird man gehört; in dieser Kirche wird einem  geholfen; wird sie glaubwürdig. Opfer sagen derzeit etwas ganz anderes.


1/2012 Warum viele Opfer sich nicht melden: „Mir haben Leute gesagt: Wir sind keine Huren, wir wollen nicht bezahlt werden.“ Quelle: Christ und Welt

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