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Presse

1. Quartal 2011

31.3.2011 Die Stiftung Freiheit der Presse wird morgen Anne Klesse, Uta Keseling, Joachim Fahrun, Daniel Müller, Michael Behrendt und Jens Anker  – alle bei der Berliner Morgenpost – mit dem ersten Platz des Wächterpreises auszeichnen. Die Journalisten haben das gesellschaftliche Bewusstsein dafür geschärft, dass Missbrauch und seine Vertuschung unter keinen Umständen hinzunehmen seien. Quelle: tagesspiegel


31.3.2011 Ein Opfer aus Österreich berichtet. Von sich und von zwei anderen Opfern, die gestorben sind. Quelle: Kurier.at


31.3.2011 Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt hat den leitenden Pfarrer des Pastoralverbundes Johannland-Siegtal suspendiert. Dem Geistlichen wird der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Quelle: der westen


29.3.2011 James Dean wurde als Kind von einem Priester missbraucht. Dies berichtete er Liz Tailor, die es jetzt nach ihrem Tod veröffentlichen ließ.  Dean starb mit 24 Jahren bei einem Autounfall. Quelle: Süddeutsche


28.3.2011 Der Einsiedler Abt Martin Werlen kritisiert die katholische Kirche im Zusammenhang mit den vergangenes Jahr laut gewordenen Vorwürfen von sexuellem Missbrauch. Die Kirche habe die Chance nicht gepackt, der Weltöffentlichkeit zu zeigen, was ihr wichtig sei. Sie habe nicht genug getan, um Missstände aufzudecken, sagte Werlen in einem Interview mit der „Aargauer Zeitung“. „Es wäre eine Herausforderung gewesen, zu zeigen, was uns wichtig ist: Sich um die Opfer kümmern, Täter korrekt behandeln, das Schlechte aufarbeiten.“ Quelle: NZZ und Aargauer Zeitung – Interview im Wortlaut


27.3.2011 In Berlin wurde ein kath. Priester beurlaubt. Gegen ihn wird der Verdacht sexuellen Missbrauchs erhoben. Das Opfer habe sich nach Auskunft des Bistums erst jetzt gemeldet. Der mutmaßliche Täter hatte bereits in den 90er Jahren, nach der Tat, den Bischof informiert, durfte aber weiterhin in der Seelsorge arbeiten. Quelle: Abendblatt und Tagesspiegel


26.3.2011 Bischof Müller beklagt sich beim Papst über deutsche Medien. Quelle: Wochenblatt


26.3.2011 Der ehemalige Pfarrer von Riekofen trifft in Regensburg auf Kirchenmitglieder, die ihn kennen. Das Bistum Regensburg hat der ehemaligen Gemeinde keine Informationen über den Freigang des Verurteilten aus der Psychiatrie gegeben. Quelle: Wochenblatt.de


25.3.2011 In den USA zahlen Jesuiten ca 500 Missbrauchsopfern von Klerikern 166.000.000 Dollar (ca 117.535.000 Euro) – das sind im Schnitt 235.000 Euro pro Opfer. Zum Vergleich: Die Jesuiten in Deutschland bieten den Opfern im Schnitt 5000 Euro als “Entschädigung” an. Quelle: Spiegel


25.3.2011 Der im Februar vergangenen Jahres im Zuge des Missbrauchsskandals am Bad Godesberger Aloisiuskolleg (Ako) wegen des Verdachts der Mitwisserschaft als Rektor zurückgetretene Jesuitenpater Theo Schneider wechselt zum 1. April in die Glaubenskommunität St. Michael nach München. Er hat das Vertrauen des Provinzials. Schneider wird in der Münchner City-Kirche in der Abteilung Glaubensorientierung arbeiten. Quelle: Generalanzeiger


25.3.2011 Einem kath. Pfarrer auf Mallorca, Can Picafort, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er soll vor mehr als zehn Jahren zahlreiche minderjährige Mädchen auf Mallorca missbraucht haben. Bereits 1998 erstattete ein Katechismus-Schüler Anzeige, die Ermittlungen wurden mangels Beweisen eingestellt. Auch das Bistum sah keinen Handlungsbedarf. Als ein lokaler Radiosender den Vorfall 2010 wieder aufgriff, meldete sich ein weiteres Opfer. Inzw. hat der Pfarrer Mallorca verlassen, ob er den Strafverfolgungsbehörden übergeben wurde, ist unbekannt. Quelle: Mallorcainfos


25.3.2011 “Wir sind Kirche” bezeichnet das Angebot der Bischöfe an Gewaltopfer von Klerikern als “lächerlich”. Quelle: fnp


25.3.2011 In Österreich wurden 499 Opfer von Klerikern bekannt. Quelle: orf


25.3.2011 Thomas Seiterich bewertet den Dialogprozess, den die Bischofskonferenz den katholischen Gemeinden vorschlägt. Man muss keine unverbesserliche Pessimistin sein, um das Urteil Seiterichs zu teilen. Seiterich kommentiert: “Die große Enttäuschung über das Vorhaben der Bischöfe liegt darin, dass die Themen des Dialogprozesses aus einer rein innerkirchlichen Perspektive formuliert sind, noch dazu in einer Klerikalsprache, die den allermeisten Gläubigen fremd ist. Die Jahresthemen lauten: »2012: Diakonia der Kirche – Unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft; 2013: Liturgia der Kirche – Die Verehrung Gottes heute; 2014: Martyria der Kirche – Den Glauben bezeugen in der Welt von heute.« Das sollen die Themen sein, die die Menschen brennend beschäftigen?” Und Seiterich benennt die Sorge, die ich für völlig realistisch halte: “Düstere Aussichten also für den Dialogprozess! Wenn die brennende Not der zunehmend priesterlosen Pfarreien, die überall zu XXL-Gemeinden fusioniert werden, von den Bischöfen nicht wirklich als Thema zugelassen wird, wird die Dialoginitiative zu einer verlogenen Veranstaltung. Die schon stark ramponierte Glaubwürdigkeit der Kirchenleitung würde noch mehr zerstört.” – So wird es sein. Quelle: Publik Forum


23.3.2011 Ein Beitrag über Vergebung, ihre Möglichkeiten – und ihre Grenzen im wdr  u.a. mit Katharina von Kellenbach


23.3.2011 Bischof Ackermann warnt vor überzogenen Hoffnungen auf den Dialogprozess der kath. Bischöfe. Z.B. dürfe davon nicht erwartet werden, dass das Priestertum von Frauen ergebnisoffen diskutiert werden könne. Quelle: Domradio

Kommentar: Einmal wird eine Zeit kommen, in der Frauen und Männer, ChristInnen und Nicht-ChristInnen, nur noch den Kopf darüber schütteln werden, dass Frauen  in der katholischen Kirche jahrhundertelang NICHT zum Priesteramt zugelassen wurden. Die biblischen Belege sind eindeutig: Gott wurde nicht Mann, er wurde Mensch. Und Gott schuf den Menschen – als Frau und Mann schuf Er/Sie den Menschen. So einfach ist das. Genauso einfach wie die Tatsache, dass der Apostel Paulus die Sklaverei noch akzeptierte, über die wir heute nur noch den Kopf schütteln können.


23.3.2011 Opfer sexuellen Missbrauchs können künftig bis zu 30 Jahre nach der Tat zivilrechtliche Ansprüche stellen. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch einen Gesetzentwurf, mit dem die Rechte von Opfern gestärkt werden sollen. „Oft sind die psychischen Folgen sexualisierter Gewalt so folgenreich, dass erst Jahre nach der Tat zivilrechtliche Schritte eingeleitet werden können“, sagte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Quelle: Domradio


22.3.2011 Hier redet einer – Cornelius Hell – zornigen Klartext über die Fähigkeit von missbrauchenden Priestern, noch dem Verbrechen ein seelsorgliches Mäntelchen umzuhängen und sich einen Dreck zu scheren um das Opfer/die Opfer. Die Wortwahl Hells ist nicht gerade salonfähig – noch weniger salonfähig hingegen ist das Verhalten des Täters und jener Bischöfe, die “wissen nichts, hören nichts und sehen nichts (und zahlen im Notfall für die Kinder), wenn ihnen nur ihre Priester nicht davonlaufen.” Hell kommentiert auch die Opferbeschuldigung des mutmaßlichen Täters: “Hinter der pastoralen Sanftmut kommt allerdings bei Dir gleich der fiese Untergriff: Frau P. hätte durch ihre Erkrankung eine psychische Veränderung durchgemacht und würde sich jetzt Dinge zusammenfantasieren.” Quelle: die Presse


22.3.2011 Pax Christi kritisiert das militärische Eingreifen in Libyen. Quelle: katholisch.de


22.3.2011 Hans Küng: Ist die katholische Kirche noch zu retten? Ein Interview im Deutschlandradio


21.3.2011 Im Bistum Fulda hat ein Pater den sexuellen Missbrauch eines Kindes gestanden, das er im Bistum Würzburg missbrauchte. Der Pater vom Deutschen Orden offenbarte sich dem Missbrauchsbeauftragten des Ordens, Michael Ling, Mainz. Ling sagte: „Im schlimmsten Fall droht ihm bei den Sanktionen die Entfernung aus dem Kleriker-Stand. Das kommt dann einer Vernichtung seiner Existenz gleich. Er hat ja nichts anderes gelernt.” Über die existenzschädigenden bis -vernichtenden Folgen für das Opfer sagte Herr Ling nichts. Er übersah auch, dass nicht das Opfer die Verantwortung für die Folgen trägt, die dem mutmaßlichen Täter aus seinem Verhalten entstehen. Quelle: FR und Spiegel


20.3.2011 Ein Opfer berichtet in infranken.de

 


20.3.2011 Ein Buch über die Aufklärung in der Odenwaldschule. Quelle: ksta


19.3.2011 Behindertenvertreter Klaus Dickneite berichtet in einem Interview, wie schwer es sei, die Belange Behinderter, die Gewalt erlitten haben, in den Runden Tisch einzubringen. (Das ist erstaunlich, denn es müsste sich herumgesprochen haben, dass Behinderte in einem noch größeren Ausmaß als Nicht-Behinderte Gewalt ausgesetzt sind.) Quelle: pressemitteilung.ws


19.3.2011 In Grebenhain sind Opfer enttäuscht von der Reaktion des Bistums Mainz. Dort sprach Prof. Ling, Bistum Mainz, mit den Opfern und belehrte sie über juristische Schritte in einem Missbrauchsfall. Quellen: kreis-anzeiger.de    missbrauch-gelingt-grabosch.webnode.com/


19.3.2011 Ein Kommentator spricht von “plüschigen Formulierungen” der Bischofskonferenz in ihrem Brief an die Gemeinden. Die plüschigen Formulierungen deuteten eben nicht die “Zeichen der Zeit”. Quelle: noz


18.3.2011 Die Liste der Themen, die in der Dialogoffensive der kath. Bischöfe nicht angesprochen werden dürfen, ist lang. Sie umfasst: lehramtlich geklärte Themen wie Zölibat, kirchliche Sexualmoral, Priestertum der Frau, Priesterweihe erprobter verheirateter Männer und Homosexualität. Quelle: Radio Vatikan
Kommentar: Nun ist es an den Laien herauszufinden, welche Themen angesprochen werden dürfen. Die Gespräche über diese Themen sollen in unterschiedlichen Gremien und bei verschiedenen Anlässen, wie z.B. dem Papstbesuch im September, stattfinden. Wie ein Gespräch zwischen Papst und Tausenden Menschen während eines Gottesdienstes möglich sein soll, werden wir im September sehen.


18.3.2011 Kommentar in der Süddeutschen zum Dialogprozess der Bischöfe: “Bischöfe unter sich. Wie groß das Elend ist, in dem die katholische Kirche steckt, hat sich bei dieser Frühjahrsversammlung der Bischöfe gezeigt. Sie sinken auf die Knie, um Umkehr, Reue und Buße zu zeigen angesichts der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Mancher Bischof hat sich dafür überwinden müssen, andere hat die Zeremonie sehr berührt. Doch es wirkt nicht, das Zeichen. Es wirkt nicht, weil es Buße nicht als Kompromiss gibt, Reue nicht als fein ziselierte Formulierungskunst, Umkehr nicht als selbstmitleidige Klage. Es lässt die Gläubigen unberührt, es verletzt die Opfer, die draußen vor dem Dom demonstrieren, weil sie wissen: Es ist ein Zeichen für die da drinnen, nicht für uns hier draußen.” (mad) Quelle: WsK


18.3.2011 Ein Buch über dubiose Geldflüsse – u.a. an Kardinal Sodano – hat eine frühere Ordensleiterin der Legionäre Christi geschrieben. Quelle: kath.web


18.3.2011 Ein Pfarrer aus dem Bistum Mainz ist am 8. März gestorben. Ihm wurde sexueller Missbrauch von mehreren Jungen und mindestens einem Mädchen vorgeworfen. Die Verbrechen waren wegen Verjährung nicht mehr justitiabel. Weihbischof Guballa äußerte sein Mitgefühl mit den Opfern und empfahl den Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes. Quellen: kreis-anzeiger, Kreis-Anzeiger 18.3.2011, Oberhessische Zeitung 19.3.2011, Kreis-Anzeiger 19.3.2011


17.3.2011 Wort der DBK an die Gemeinden


17.3.2011 Im Bistum Würzburg gab es 62 Gewalt-Vorwürfe. 24 Priester des Bistums und 6 andere Mitarbeiter der Diözese wurden beschuldigt. Ein Teil der Vorwürfe betraf andere Ordensangehörige oder Priester anderer Bistümer. Ihre Anzahl ist unbekannt. Quelle: tv.touring 17.3.2011


17.3.2011 Im Bistum Trier wurde ein Priester – Mitglied des Priesterrates – beurlaubt. Er hat sich selbst angezeigt. Ihm wird sexueller Missbrauch in Gerolstein vorgeworfen. Zuletzt war er in Dierdorf tätig. Bekannt wurden die Vorwürfe gegen den Priester bei den Ermittlungen gegen einen 26-jährigen Obermessdiener aus der Eifel, den die Trierer Staatsanwaltschaft unlängst wegen mehrfachen Missbrauchs angeklagt hat. Quellen: Bistum Trier    Volksfreund


17.3.2011 Das Urteil gegen den früheren Pfarrer von Schiltbert, Bistum Augsburg, ist rechtskräftig. Schuldeinsicht kennt der Täter nicht. Quelle: Augsburger Allgemeine


16.3.2011 Das Bistum Speyer hat 30 mutmaßliche Opfer über die Möglichkeit, 5000 Euro zu beantragen, informiert. Quelle: Bistum Speyer


16.3.2011 Europol hat den weltweit größten (vermutlich bekannten größten) Kinderpornoring zerschlagen. Der Ring hat 70 000 Mitglieder,. Es gibt 670 Verdächtige und knapp 200 Festnahmen. 230 Kinder wurden vor weiterer Folter gerettet. Quellen: Spiegel    Süddeutsche


16.3.2011 Das Bistum Regensburg gab heute bekannt, dass seit 1945 10 Priester 78 Kinder/Jugendliche missbrauchten. Einer der Täter soll 36 Opfer, ein zweiter 12 Opfer gehabt haben. Alle seien verurteilt worden. Angaben über Gewalt bei den Domspatzen wurden nicht gemacht. Dort soll der einstige Internats-Leiter Georg Z. von 1953 bis 1958 einen “Harem” an minderjährigen Jungen missbraucht haben. Der Bischof hat bisher kein Gespräch mit den Opfern gesucht. Quellen: Wochenblatt 16.3.2011    Regensburg digital 16.3.2011    Dierk Schäfer


16.3.2011 Matthias Katsch sagt: “Ich habe gemerkt, dass das alles nichts mit mir zu tun hat.” Er meint den Bußakt der katholischen Bischöfe in Paderborn und spricht aus, was viele Opfer empfinden. Quelle: Tagesspiegel
Zu den Demonstranten in Paderborn, die vor dem Dom standen, kam kein einziger Bischof. Die Bischöfe baten also Gott “unter Umgehung der Opfer” um Vergebung. Quellen: taz.de    der westen


15.3.2011 Sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Kinder in Irland. 15 000 Opfer haben sich gemeldet. Der irische Staat zahlt. Wer Geld erhalten hat, muss schweigen. Quelle: YouTube


15.3.2010 Erzbischof Zollitsch und die Bischofskonferenz bitten um Vergebung für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch kath. Priester und dafür, dass Verantwortliche allzu oft weggeschaut haben. Wer die wegschauenden Verantwortlichen waren, wird nicht benannt. Erzbischof Zollitsch sagte: “Das Entscheidende ist das Erbarmen mit dem Schuldigen und das Verzeihen.” Erbarmen mit den Tätern ist also angesagt. Dass Opfer Erbarmen – und zuallererst Gerechtigkeit! – brauchen, bleibt unerwähnt. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter berichtet Jesus nichts vom Erbarmen von irgendjemandem mit den Räubern, die den Beraubten halbtot liegen ließen. Jesus berichtet vom Erbarmen mit dem, der unter die Räuber gefallen war. Offensichtlich kennen unsere Bischöfe ihre Bibel nicht – oder nehmen sie nicht ernst.

Erzbischof Zollitsch wörtlich: „Ohne Erbarmen fehlt dem, der in Not ist, die Zukunft. Zweitens ist aber auch dem Erbarmungslosen die Zukunft verschlossen. Auch in diesem Sinn gilt: Es gibt ohne Erbarmen keine Zukunft. Das mag schon im Alltag des Lebens gelten, weil sich der Erbarmungslose abschneidet von den lebendigen Bezügen zu den Menschen. Das Evangelium bekräftigt diesen Zusammenhang für das gesamte Lebensschicksal eines Menschen: Der Erbarmungslose findet sich auf der linken Seite wieder. Der Herr führt nur die in sein ewiges Reich, die Speise und Trank gaben, Unterkunft gewährt, Kleidung gegeben und sich um Kranke und Gefangene gekümmert haben. Wer das nicht tat, hat – so müssen wir zunächst feststellen – seinen Ort zur Linken des Königs und hat seine Zukunft verwirkt. Ohne Erbarmen gibt es keine Zukunft. Alle Zukunft des Menschen hat etwas mit dem Erbarmen zu tun, das er schenkt und das ihm geschenkt wird.“ Quelle: DBK
Kommentar von “Wir sind Kirche”: Ein bisschen Buße.


14.3.2011 Heute beginnt in Paderborn die Frühjahrsvollversammlung der kath. Bischöfe. Geplant sei auch ein Bußgottesdienst, der das bischöfliche Bedauern für die Opfer von Gewalt durch kath. Priester und MitarbeiterInnen zum Ausdruck bringen soll. Zweierlei ist dazu anzumerken: Ich habe gelernt, auf die Taten zu schauen, nicht auf die Worte. Und: Es bleibt abzuwarten, ob in dem Bußgottesdienst auch die Komplizenschaft der Bischöfe und ihrer Mitarbeiter mit den Tätern benannt wird. 


14.3.2011 Handhabung der Missbrauchsfälle in Irland


13.3.2011 Bei den Hiltruper Missionaren – Johanneum – sagen die Opfer: “Niemand will zuständig sein.” Hier ist ein Bericht aus der Sicht der Opfer über den Aufklärungswillen der Hiltruper Missionare im Blick auf die Verbrechen am Johanneum nachzulesen. Quelle: Ehemalige Johanneum


13.3.2011 ‘… doch trotz aller Beteuerungen: Der ehrliche Wille zur schonungslosen Aufklärung lässt sich auch bei viel gutem Willen nur sehr schwer erkennen. Zugegeben wurde vom Orden meist nur, was ohnehin nicht mehr zu leugnen war.’ Das ist der Stand der Diskussion über die Missbrauchsfälle am Johanneum – aus der Sicht der Opfer. Quelle: Saarbrücker Zeitung


13.3.2011 Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, schreibt in der Bistumszeitung: “Es gab jedoch leider schon im vergangenen Jahr ärgerliche Reaktionen einzelner „Opfer”, die wiederholt von den Medien eingeladen worden sind, wenn z. B. gerufen wurde: „Geld will ich endlich sehen, nichts als Geld!” Mich hat tief empört, in was für einer Gesellschaft wir leben, wenn es am Ende wirklich nur ohne Rücksicht auf alle anderen Dinge um das blanke Geld geht”. Quelle: Glaube und Leben


12.3.2011 Michael N. Ebertz, Religionssoziologe, sagt: “Einige Bischöfe haben noch nicht richtig begriffen, was die Stunde geschlagen hat. Viele halten die Angelegenheit für abgehakt und ausgesessen. Man spielt auf Zeit und hofft, dass etwa durch den anstehenden Papstbesuch die schwarzen Wolken am Himmel vertrieben werden. Gleichzeitig trauen viele Katholiken ihrer Kirche nicht mehr die Kraft zu Reformen zu.” Quelle: ksta


12.3.2011 Dem Regensburger Journalisten Aigner – regensburg-digital – wurde vom Landgericht Hamburg verboten zu sagen/zu schreiben,  Geldzahlungen und eine Verschwiegensheitsverpflichtung im Fall des sexuellen Missbrauchs an einem Jungen durch einen katholischen Priester seien Schweigegeld gewesen. Dass der Journalist das nicht mehr denken darf, war m.W. nicht Gegenstand der Verhandlung.
Quelle: Nordbayern.de
Stellungnahme des Bistums Regensburg


11.3.2011 Der Küster einer evangelischen Kirchengemeinde in Wilhelmshafen ist des sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern in 13 Fällen angeklagt.
Quelle: nwzonline


11.3.2011 Ettaler Missbrauchsopfer werfen der kath. Kirche Versagen bei der Aufarbeitung der Verbrechen vor. Niemand greife ein, wenn die Organisationen der Täter sich nicht bewegen wolle. Der Einzelne stünde der Kirche komplett machtlos gegenüber, sagte der Sprecher der Ettaler Opfer, Robert Köhler. Der Kirche fehlten Experten für die Bewältigung der Krise. Köhler machte darauf aufmerksam, dass es sich nicht um Einzeltäter handele, sondern um das Resultat von “jahrzehntelangem Organisationsversagen” und dass die Kirche nicht zum Opfer von “Einzeltätern aus den eigenen Reihen” wurde. Der Anwalt des Opfervereins, Stephan Lang, wies darauf hin, dass zahlreiche frühere Ettaler Schüler die Missbrauchsopfer als Lügner und Nestbeschmutzer beschimpften. Quelle: ORF und Ettaler Opfer

Kommentar: Die kath. Kirche täte gut daran, die Opferperspektive wahrzunehmen und ihren Kritikern aufmerksam zuzuhören – sie könnten die Kirche nämlich auf blinde Flecken hinweisen.


11.3.2011 Ein Salzburger Domprediger legt seine Ämter nieder. Ihm wird sexuelle Gewalt vorgeworfen. Er erklärt sich für unschuldig und die Kirche sieht Handlungsbedarf. Quelle: kath.web


Der kath. Kirche waren die Vorwürfe seit 2009 bekannt – sie hat nichts unternommen, um den Sachverhalt aufzuklären. Erst als die Klägerin an die Öffentlichkeit ging, hat die Kirche reagiert. Die übliche Opferbeschuldigung formuliert der mutmaßliche Missbrauchstäter auch: Er “sagt, die „schwere Erkrankung“ von Frau P. habe wohl eine „tragische, bedauernswerte Wesensänderung herbeigeführt“. Quelle: mein Salzburg


10.3.2011 In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden seit 1945 mindestens 94 Kinder und Jugendliche von kirchl. Mitarbeitern missbraucht.  68 Männer und 26 Frauen meldeten sich als Opfer – 9 Fälle waren nicht eindeutig nachzuweisen. Von 45 Tätern ist die Rede. Quelle: Domradio und Stuttgarter Zeitung


10.3.2011 Michael Tfirst weist auf nach wie vor ungelöste Missbrauchsfälle in Österreich und Deutschland hin. Quelle: newsforpress


10.3.2011 Das US-Bistum Philadelphia hat 21 Priester wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen suspendiert. Bereits 2005 waren bei einer Schöffenanhörung glaubwürdige Beschuldigungen gegen 63 Priester des Bistums bekannt geworden, die Zugang zu Tausenden von Kindern gehabt hatten. Quelle: welt.de


9.3.2011 In den USA wurden 21 Geistliche wegen des Vorwurfes sexueller Gewalt gegen Kinder/Jugendliche vorübergehend ihres Amtes enthoben und 3 weitere beurlaubt. Insgesamt seien 37 Verdachtsfälle verhandelt worden. Die Kritik konzentriert sich auf den 75-jährigen Kardinal Rigale. Der Theologe Leonard Primiano fragt, was der Kardinal gewusst habe und wann. Dem Kardinal wird von Hinauszögern bis Vertuschen alles vorgeworfen. Quellen: stern    die presse


9.3.2011 Der Chef der Salzburger Ombudsstelle für kirchliche Missbrauchsopfer, Prälat Hans Reißmeier, erklärte im ORF, er könne sich den Missbrauch nicht vorstellen. Denn hätte das Opfer sonst den Domprediger als Priester für die eigene Hochzeit und die Taufe der eigenen Kinder gewählt? Und: “Können Sie sich das vorstellen?” Das muss nicht einmal Bösartigkeit sein bzw. der Versuch, eine falsche Aussage des Opfers zu insinuieren. Das kann genauso gut auch erbarmungswürdige Ahnungslosigkeit und Inkompetenz sein. Der Herr Prälat und Chef der Ombudsstelle (die nach kircheninterner Anweisung eher nicht mit Klerikern, sondern mit Laien, vor allem Psychologen besetzt sein sollte) hat offenbar die letzten 20 bis 30 Jahre sozialpsychologischer Erkenntnisse nicht zur Kenntnis genommen. Quelle: der standard


8.3.2011 Kardinal Lehmann verteidigt die Entschädigungszahlungen der Kirche an Opfer sexueller und körperlicher Gewalt. Quelle: welt


8.3.2011 Pro Asyl lanciert Schreiben an Dr. Merkel, Flüchtlinge aus Libyen auch in Deutschland aufzunehmen.


6.3.2011 Die Kirche will zuerst die Täter zu Zahlungen an die Opfer heranziehen. Das könnte kirchenrechtlich jedoch schwierig werden. Quelle: Tagesspiegel


6.3.2011 Ein Opfer scheint es zu geben – aber keinen Täter. Ein Salzburger Domprediger spricht von einer einvernehmlichen Beziehung mit einer erwachsenen Frau. Besagte Frau erhielt neben den Therapiekosten “dem Vernehmen nach”  50.000 Euro von der Klasnic-Kommission zugesprochen. Der Domprediger ist weiterhin im Amt. Quelle: profil.at


6.3.2011 Claudia van Laak bewertet den Umgang der katholischen Kirche mit Gewaltopfern: “Was die Betroffenen brauchen, was sie sich als Ausgleich, als materielle Entschädigung wünschen – die verantwortliche Institution, deren Strukturen den Missbrauch erst möglich machten, sie hat die Opfer bis heute nicht danach gefragt.” Quelle: Deutschlandfunk


5.3.2011  Roman Siebenrock zum TheologInnen-Memorandum


5.3.2011 Interview mit Grünen-Poliltiker Marcus Bocklet zur Odenwaldschule: “Eine Verhöhnung der Opfer”. Quelle: FR

Der Artikel der FR über die Odenwaldschule vom November 1999 ist hier nachzulesen.


5.3.2011 Aufruf zu einer Demonstration in Paderborn, Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe


4.3.2011 Ein Opfer Der Odenwaldschule berichtet von einem Jahr Vergeblichkeit. Quelle: FR


4.3.2011 Gegen drei Klosterbrüder des Klosters Kremsmünster gibt es Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauch, gegen 5 weitere Klosterbrüder und drei weltliche Lehrer gibt es Vorwürfe wegen körperlicher oder seelischer Gewalt. Das sagte der Abt des Klosters Kremsmünster. Er spricht von 45 Betroffenen.Quelle: ORF


4.3.2011 Abt Ambros, Kremsmünster, gesteht Fehler ein. Quelle: der standard


4.3.2011 “Max” beschreibt, wie das Leben mit sexueller Gewalt sich anfühlt. Er beschreibt es so, wie ich es von vielen missbrauchten Menschen kenne. Er erzählt vom Leben, das es ihn gekostet hat und vom Suizid als beständiger Hoffnung.Quelle: taz

Hier stehen die “Bestimmungen” der DBK und hier geht’s zum Antragsformular der Bischofskonferenz auf Entschädigung bis zu 5.000 Euro.
Kommentar: Machen Sie sich auf Fragen gefasst, die triggern können und die davon zeugen, dass die kath. Kirche keine Ahnung von Opferdynamiken, PTBS etc. hat. Sie verharmlost Traumafolgen als “Beeinträchtigungen”. 


4.3.2011 Die taz kommentiert das Entschädigungsangebot der katholischen Kirche als “Flatrate für langjährige Sex-Spiele” und sagt: “Was halt viel darüber aussagt, für wie schwerwiegend die Kirchenoberen Missbrauch nach wie vor halten: für irgendetwas in der Wertklasse eines mäßigen Gebrauchtwagens eben.” Quelle: taz


3.3.2011 Ein italienischer katholischer Priester wurde wegen Kindesmissbrauch von sieben Kindern zu 15 Jahren Haft verurteilt. Quelle: stern


3.3.2011 Der Diakoniedirektor der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, kritisiert, dass der Fokus nur noch auf der Höhe der Entschädigungszahlungen liege. Entscheidender sei die Anerkennung des erlittenen Leides und die angebotene Hilfe. Quelle: evlka

Kommentar: Ich gebe dem Diakoniedirektor Recht. Und ich vermute, dass es genau die fehlende Anerkennung des erlittenen Leides ist, die Opfer auf die Höhe von Entschädigungszahlungen schauen lässt – ersatzweise.


3.3.2011 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, spricht im Blick auf die “Anerkennungszahlungen” der Kirche für die Opfer von Gewalt von “einer Geste”, die von oben herab getan werde. Es gab keine Frage der Kirche an die Opfer, was sie denn brauchen (Mk 10,51). Katsch weist auch darauf hin, dass die Bischöfe nicht verstanden haben, dass sie nicht ersatzweise für die Täter Anerkennungszahlungen leisten sollen, sondern für ihr komplizenhaftes Schweigen, Verheimlichen und Vertuschen. Quelle: Eckiger Tisch


3.3.2011 Der Weiße Ring kritisiert die Entschädigungszahlungen an Opfer von kirchl. Sexualstraftätern als “Verhöhnung der Opfer”. Quelle: Themenportal


3.3.2011 Die Dt. Bischofskonferenz hat beschlossen, Opfern sexueller, sexualisierter und körperlicher Gewalt bis zu 5.000 € als “Symbol”  für die Anerkennung des Leids der Opfer zukommen zu lassen. Jeder Fall werde einzeln geprüft und bewertet. Dies soll eine Koordinierungsstelle bei der Bischofskonferenz aus Juristen, Psychologen und Theologen tun. In besonders schweren Fällen sollen auch „zusätzliche“ Leistungen jenseits der 5000 Euro möglich sein. Zudem können Betroffene Therapien bezahlt bekommen. Die Namen der Mitglieder der Koordinierungsstelle werden aus Angst vor Belästigung nicht bekannt gegeben. Quelle: FR

Kommentar: Die Bereitschaft zur “symbolischen Zahlung” kam ohne Befragung der Betroffenen und ohne Verhandlungen mit ihnen zustande. Die FR kommentiert denn auch, dass die Bischofskonferenz hier “ein Symbol für die Unfähigkeit der Kirche, mit diesem Skandal in ihren Reihen fertig zu werden”, gesetzt hat.


3.3.2011 Opfer von Tätern, die zum Bistum Trier gehören, berichten, dass einer der Täter offiziell 15 Opfer hat, man aber von bis zu 50 Opfern ausgehen müsse. “Wir sind Kirche” schätzt die Opferzahlen in Deutschland auf etwa 1700 Menschen. Quelle: Volksfreund


3.3.2011 Cornelis Sch. (69) wird sexuelle Gewalt gegen einen 14-Jährigen in Ngong, Kenia, vorgeworfen. Sch. ist seit 2002 Bischof von Ngong und gehört den Mill-Hill-Missionaren an. 2009 wurde Sch. das öffentliche Feiern von Messen und seelsorgliche Tätigkeiten untersagt. Die Ordensleitung in Maidenhead, England, gab als Rücktrittsgrund “gesundheitliche Gründe” am. Quelle: radiovaticana.va


2.3.2011 Nach einem Jahr Aktivitäten der Deutschen Bischöfe wird noch immer Aufklärung vermisst. Quelle: Volksfreund Trier


2.3.2011 Ursula Raue, Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenordens, fordert nach Informationen des Eckigen Tisches 50.000 € Entschädigung für sich selbst. Frau Raue war im Januar 2011 vom Tagesspiegel unterstellt worden, dass sie in den Räumen der Rechtsanwaltskanzlei arbeitete, die den Jesuitenorden  g e g e n  die Interessen der Opfer von Jesuiten vertreten. Diese Adresse der Rechtsanwaltskanzlei war im Internetverzeichnis aller Missbrauchsbeauftragten der Dt. Ordensobernkonferenz benannt worden.

Zum Vergleich: Die Jesuiten haben 5000 € als “Anerkennungszahlung” für Opfer sexueller, sexualisierter und körperlicher Gewalt durch Jesuiten ins Gespräch gebracht. Quelle: Eckiger Tisch


2.3.2011 Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen Obermessdiener aus der Eifel Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Der 26-Jährige soll sich zwischen 2004 und 2008 in 30 Fällen an Jungen und männlichen Jugendlichen vergangen haben.Quelle: swr.de


2.3.2011 „Beim Papst-Besuch im September wollen die Bischöfe das Thema [sexuelle und sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche] nicht mehr als offene Baustelle haben“, sagt ein hochrangiger Kirchenvertreter. Deshalb wollen sie auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Paderborn die Entschädigungsfrage vom Tisch bringen. (Opfer könnten die angesagte Harmonie stören. E.K.) Quelle: Domradio


2.3.2011 Peter Wensirski spricht im Spiegel von einer “Skandal-Aufarbeitung” und davon, dass den Opfern ein Maulkorb droht. Die Opfer störten, sagt er. “Sie sollten ihr Schweigen brechen, endlich erzählen, was damals passiert ist. Als vor einem Jahr ein Missbrauchsskandal das Bonner Aloisiuskolleg erschütterte, fühlten sich betroffene ehemalige Schüler mit ihren Nöten erstmals ernst genommen. Zwölf Monate später ist die Aufbruchstimmung in Ernüchterung umgeschlagen. “Jetzt ist alles, wie es schon immer war”, sagt einer der vom Missbrauch Betroffenen. Die Bonner Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen gegen einen der mutmaßlichen Täter wegen Verjährung ein. Doch damit nicht genug: Der Beschuldigte ging sogleich per Unterlassungsklage gegen ehemalige Schüler und deren Aussagen vor. Die Opfer sehen sich dadurch gezwungen, weiter zu schweigen.” Mir sind mehrere Fälle bekannt, in denen den mutmaßlichen oder erwiesenen Opfern Klagen auf Unterlassung zugestellt oder angedroht wurden für den Fall, dass sie öffentlich von dem Verbrechen berichten. Quelle: Spiegel


1.3.2011 So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: Ein Missbrauchsopfer – und es ist nicht das einzige – macht dem Erzbistum Bamberg Vorwürfe, dass sein Anliegen “unfreundlich zurückgewiesen worden” sei. Sein Psychotherapeut Fricke berichtet, sein Patient habe sich mehrfach an das Bistum gewandt und um Kostenübernahme der Therapiestunden gebeten. Im Juli 2010 kam die Antwort: “Eine Entschädigung durch die Erzdiözese Bamberg kommt nicht in Betracht.“ Quelle: nordbayern.de


28.2.2011 “Von tätlicher Nächstenliebe versehrt” – ein Heimkind berichtet. Quelle: mittelhessen.de


28.2.2011 Klaus Fischer denkt über den Pflichtzölibat für kath. Priester nach: “Was heute jedoch nicht überzeugt, vermutlich auch in früheren Epochen nicht überzeugt hat, ist eine Haltung, die es in einer äußerst gefährlichen pastoralen Not vorzieht, die Zölibatspflicht mit allen Mitteln festzuschrauben, und die dafür auf andere Arten von Priesterberufen, den Erhalt von Gläubigen und von Gemeinden, die sich im Großverband zu großen Teilen auflösen, aus Gründen des Prinzips verzichtet. Quelle: CiG


28.2.2011 Ein katholischer Priester aus dem Bistum Paderborn ist wegen Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in Brilon angeklagt worden. Er soll in 38 Fällen Kinderpornos über das Internet weitergegeben haben und 14 Videos und 600 Bilder mit Kinderpornografie aus seinem Computer gehabt haben. Quelle: ORF


25.2.2011 Ein deutscher Pater, der monatlich eine Woche in der Schweiz bei einer Familie mit zwei Kindern/Jungen lebte, hat beide Kinder sexuell missbraucht. Er gehörte zeitweise der Piusbruderschaft an. In Deutschland war er einschlägig vorbestraft wegen sexueller Handlungen mit Kindern.  Nach Ablauf der Bewährungszeit beging er die Straftaten in der Schweiz. Er wurde zu 30 Monaten Freiheitsstrafe, unbedingt, verurteilt. Quelle: bernerzeitung


25.2.2011 Gegen den suspendierten Dekan von Fürth lag 2008 bereits eine Anzeige vor, die sich auf eine sexuelle Nötigung im Jahr 1990 bezog. Die Staatsanwaltschaft stellte die Verjährung fest. Das Erzbistum Bamberg war bereits 2001 von dem mutmaßlichen Opfer informiert worden. In diesem Jahr schied der Priester als Kurat der DPSG aus und übernahm drei Fürther Pfarreien. 2005 wurde er Dekan, obwohl der Erzdiözese die Anschuldigung bekannt war.  Bisher hat die Erzdiözese erklärt, es gäbe keine weiteren Anzeigen oder Ermittlungen gegen den Geistlichen. Quelle: Nordbayern


23.2.2011 Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, hat den Niedergang der irischen katholischen Kirche prophezeit. Laut Bericht der Tageszeitung “The Irish Examiner” (Mittwoch-Ausgabe) sagte Martin im Zuge einer Rede an der Universität Cambridge, die irische Kirche müsse sich in Zukunft mit einer Rolle als “Minderheitenkultur” abfinden. “Die Herausforderung ist, sicherzustellen, dass sie dann keine irrelevante Minderheitenkultur sein wird”, betonte der Erzbischof. Die Krise der Kirche gehe über den Missbrauchsskandal hinaus und habe lange davor begonnen. Quelle: kath.web


23.2.2011 in Irland wird nicht mehr gegen einen Priester des Erzbistums Freiburg ermittelt. Warum das Verfahren eingestellt wurde, ist unbekannt. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und die kirchlichen Ermittlungen gehen in Deutschland weiter. Quelle: Südkurier

23.2.2011 Der “Welt” ist es – nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg – untersagt zu behaupten: Kardinal Marx vertuschte Missbrauchsvorwürfe, nach außen hin gab sich Kardinal Marx als Aufklärer. Doch er hielt Informationen über einen Missbrauchsfall zurück, um sie später politisch zu nutzen Das Erzbistum ist in dieser Sache monatelang untätig geblieben. Quelle: Erzbistum München


22.2.2011 Ein Fürther Dekan wird wegen erneuter Missbrauchsvorwürfe suspendiert. Quelle: Abendzeitung Quelle Nordbayern 21.2.2011 Nordbayern 20.2.2011


22.2.2011 Mit einer symbolischen Fußwaschung haben sich Kirchenleute bei Opfern von sexueller Gewalt entschuldigt. Quelle: tt.com


21.2.2011 Die Odenwaldschule vertagt die Entschädigungszahlungen auf unbestimmte Zeit. Den Opfern vermittelt sie, sie – die Opfer – würden der Schule schaden. Quelle: FR


21.2.2011 Ein Ex-Bundeskurat der DPSG ist vom Erzbistum Bamberg wegen Missbrauchsverdacht angezeigt worden und vom Dienst suspendiert.
Quellen: Liborius    nordbayern.de


21.2.2011 Ein Pfarrer im Erzbistum Köln erhielt 2010 einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs. Weder er noch die staatliche Behörde informierten das Erzbistum. Der Priester wurde von seinen Aufgaben entbunden und er wurde gemäß Kirchenrecht in Rom gemeldet. Quelle: Rundschau-online


20.2.2011 Dem früheren Pfarrer von Schmidt, Josef B., wird mehrfacher sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen. B. ist 1984 verstorben. Die Vorfälle sollen sich in den 60er Jahren in Eilendorf, Bistum Aachen, ereignet haben. Quelle: an-online


20.2.2011 Im Erzbistum Bamberg wurde ein kath. Priester suspendiert. Ihm wird vorgeworfen, Mitte der 80er Jahre sexualisierte Gewalt angewandt zu haben. Das Verfahren gegen einen hochrangigen Priester des Erzbistums Bamberg, Münkemer, liegt seit 3 Jahren in Rom. Quelle: kathpress.at


20.2.2011 Gegen den Vogelsberger Priester, der in den achtziger Jahren eine immer noch nicht genau bekannte Zahl von Jungen missbraucht haben soll, ist das kirchliche Strafverfahren eingeleitet worden. Das gab der Justiziar des Bistums Mainz, Prof. Dr. Michael Ling, bei einer Gemeindeversammlung in Grebenhain bekannt. Ling forderte alle Opfer auf, sich beim Bistum zu melden, damit die Kirche ihnen Hilfe anbieten könne. Die Opfer sind außerordentlich enttäuscht, dass es außer juristischen Erläuterungen nichts zu hören gab, was ihnen in ihrer Situation helfen würde. „In der Versammlung sind erschütternde Briefe verlesen worden, auf die Ling überhaupt nicht reagiert hat. Wir sind fassungslos, dass ein hoher Vertreter der Kirche sich so aufführen kann.“ Quelle: Lauterbacher Anzeiger


19.2.2011 Bei der Telefonhotline der Bundesregierung sind 9000 Anrufe eingegangen. Christine Bergmann sagte, das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in Deutschland sei “bei weitem noch nicht auf dem Tisch”. Sie forderte die Kirchenvertreter auf, stärker auf mögliche Missbrauchsopfer zu achten. Quelle: Radio Vatikan


18.2.2011 Der Raue-Bericht über die sexuelle, sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Schüler des St. Blasien-Kollegs ist fertig: 13 mutmaßliche Täter sind namentlich bekannt, mehr als 40 Menschen haben sich gemeldet. Unter den sexualisiert bzw. sexuell Gewalttätigen waren auch zwei Präfekten. 9 der 13 mutmaßlichen Täter handelten exzessiv gewalttätig. Quelle: Badische Zeitung


18.2.2011 Das Kloster Ettal wird bald die Höhe von “Anerkennungsgeldern” für Opfer sexueller und sexualisierter und körperlicher Gewalt nennen. 5000 Euro seien eine Richtschnur. Quelle: Süddeutsche
Kommentar Mathias Drobinski, Süddeutsche


17.2.2011 ” ‘Emotional hat uns das Kloster nicht erreicht.’ Zu tief ist der Abgrund, zu sehr haben die Benediktiner geschwankt zwischen ehrlich betroffener Einsicht, Hilflosigkeit und Abwehr.” Quelle: Süddeutsche und Abendzeitung München
Kommentar: Das sagt ein Ettaler Opfer und bringt damit auf den Punkt, was ich immer wieder höre: An vielen Orten lässt der Umgang mit Gewaltopfern von Patres und Klerikern zu wünschen übrig. Am meisten vermissen viele das Gefühl, es mit einem ehrlichen und berührbaren Gegenüber zu tun zu haben.


15.2.2011 Heute wurde der Abschlussbericht über sexuelle, sexualisierte und körperliche Gewalt gegen Schüler im Aloisiuskolleg, Bonn, vorgestellt. Es ist die Rede von 18 Jesuiten und 5 weltl. Lehrern als Täter. Mehr als die Hälfte der Berichte (31 von 58) beziehen sich auf einen Täter, der von 1968 bis 2008 in leitender Stellung am Aloisius-Kolleg war. Quelle: Jesuiten.org
Ausführlicher Abschlussbericht
s. auch Eckiger Tisch zum Tode von Pater Georg, bei dessen Beerdigung beklagt wurde, dass ihm von den Opfern nicht genug verziehen worden sei. Wörtlich: “Er hat darunter gelitten, weil Vergebung ihm letztlich nicht genügend gegeben worden ist.”
Die Zeit: Der Ruf des Internates war wichtiger als die Kinder


14.2.2011 Der Papst-Ermittler in Irland zieht eine verheerende Bilanz der Missbrauchsfälle in Irland. Die Kirche habe nur noch 5-10 Jahre Zeit, eine Situation wie in Mitteleuropa zu vermeiden, in der die Religion nur noch eine marginale Rolle spiele. Quelle: Domradio


13.2.2011 In Genf hat sich ein des Missbrauchs beschuldigter Priester umgebracht. Quelle: Radio Vatikan


12.2.2011 Heimkinder-Schicksale. Quelle: Regensburger Nachrichten


12.2.2011 Michael Ebertz, Freiburger Religionssoziologe im Horizonte-Gespräch, fürchtet ein “Lernversagen” der kath. Kirche. Quelle: hr (ab ca 20. Minute)


12.2.2011 Peter Seewald hat in kath.net ein Interview gegeben, das keine Frage offen lässt. “Der Aufstand der Theologen ist eine Rebellion im Altenheim. Jetzt sind vor allem die deutschen Bischöfe gefordert. Der Papst weiß, dass die größten Angriffe auf die Kirche aus der Kirche selbst kommen.” Quelle: kath.net
Kommentar: Der zitierte Papst-Satz wurde im Kontext der aufgedeckten Fälle von sexueller Gewalt genannt. Für Seewald sind also die ProfessorInnen, die Diskussionspunkte für den längst überfälligen Dialog in der Kirche benennen, mit Priestern vergleichbar, die Kinder und Jugendliche missbrauchen und vergewaltigen. Die kritischen TheologInnen werden von Seewald zu Feinden der Kirche erklärt. Natürlich kann man so “argumentieren” – und Seewald kann nicht nur, er tut es auch.  Der Dialog scheint schon abgebrochen zu sein, bevor er auch nur begann. Offensichtlich ist der dramatische Verlust an Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche überhaupt nicht wahrgenommen worden.


11.2.2011 In der Öffentlichkeit hat Erzbischof Marx, München, den Eindruck erweckt, seit Mai 2010 jeden Verdachtsfall sexueller Gewalt sofort an die Staatsanwaltschaft zu übergeben. Im Fall eines des Missbrauchs verdächtigen Erziehers aus dem Kloster Ettal wurde das Kloster aber erst drei Monate nach Bekanntwerden informiert. Dies sei auf Bitten des Opfers geschehen. Quelle: welt


11.2.2011 Kardinal Kasper äußert sich zum Memorandum der deutschsprachigen Theologen. Quelle: Radio Vatikan


11.2.2011 Sexuelle Gewalt in 121 Fällen wird einem Passauer Priester, 48, vorgeworfen. Die mutmaßlichen Opfer waren drei Mädchen zw. 7 und 12 Jahren. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Bereits 2006 wurde der Geistliche wegen “Vorkommnissen in seiner Pfarrei” befragt – ein eindeutiger und direkter Zusammenhang mit sexueller Gewalt habe sich damals nicht ergeben. Quelle: Süddeutsche


10.2.2011 Im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg wurden die sexuellen Gewalttaten von zwei mutmaßlichen Missbrauchstätern, kath. Priester, aufgedeckt. In dem einen Fall sind die Taten verjährt, der “Fall” liegt in Rom. Quelle: 20min.ch


10.2.2011 Kardinal Simonis, Niederlande, gibt inzwischen zu, dass er in der Zeit als Erzbischof einen pädokriminellen Priester deckte. Im März 2010 hatte er noch gesagt, er habe nichts gewusst. Quellen: tazblog   rnw.nl
Der Priester soll nach seiner Versetzung in die Gemeinde von Amersfoort dutzende Kinder missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von sechs Opfern zwischen 1987 und 2008. Quelle: rp-online


9.2.2011 Hier geht’s zur Unterschriftenliste des TheologInnen-Memorandums: Kirche 2011 – ein notwendiger Aufbruch. Ein Interview mit Georg Steins finden Sie hier.


9.2.2011 In einem Fall aus dem Jahr 2010 soll der Erzbischof von München Hinweise auf sexuelle Gewalt drei Monate lang vertuscht haben. Das belege ein Papier des Münchner Ordinariats, das der „Welt“ vorliege. Durch Marx’ Verhalten habe ein möglicherweise pädophiler Mann unbehelligt als Erzieher weiterarbeiten können, und Jugendliche womöglich in Gefahr gebracht, berichtet die Welt. Quelle: welt
Das Erzbistum München hat Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt.


9.2.2011 Jens Schmitz fragt sich anlässlich des TheologInnen-Memorandums zur Kirchenreform  und des Widerspruchs, den das Memorandum erfährt,  was denn katholisch sei. Er stellt gut-biblisch fest, dass es nicht nur um Liturgie, Sakramente, Beichte etc geht, sondern ebenso um den Nächsten. “Der geplante Dialog wird sich, wenn er zustande kommt, nicht nur um einzelne Sachthemen drehen können. Er wird auch ein Ringen um die Kultur in dieser Kirche werden – um die Ernsthaftigkeit, mit der sie sich für ihre Grundlagen interessiert.” Quelle: Badische Zeitung


9.2.2011 Die Ermittlungen gegen einen katholischen Pfarrer aus Munderkingen wegen sexueller Gewalt wurden mangels Beweisen eingestellt. Die  ihm vorgeworfenen Taten aus den 80er Jahren sind verjährt. Die jüngeren Vorwürfe aus den Jahren 2005 bis 2008 ergaben keine Beweise. Quelle: Schwäbische


8.2.2011  Das seien “nur beschwichtigende Formeln, die in Sonntagsreden angesprochen werden, denen aber im Grunde keine Taten folgen…. aber es ist jetzt wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, noch einmal einen wirklichen Aufbruch zu wagen, bevor die Institution implodiert.” – So urteilt Professor Wolfgang Langer, emeritierter Professor für Religionspädagogik an der Uni Wien. Und der Interviewer/die Interviewerin spricht von einer “Imagepolitur”, die die kath. Kirche nach den 2010 öffentlich gewordenen sexuellen und körperlichen Gewaltverbrechen betrieben habe. Quelle: ORF


8.2.2011 „Die Schule [die Odenwaldschule] hat sich bis heute nicht um die Opfer gekümmert, die sich gemeldet haben. Und sie hat kein einziges Mal gefragt: Was wollt ihr eigentlich?“ Das sagen Gewaltopfer über ihre ehemalige Schule – und sie sprechen von einem “Jahr voller Absichtserklärungen”. – Es ist das, was Michael Albus katholischerseits mit der “Ankündigungskirche” benennt. Auch da wurden die Opfer nicht gefragt, was sie brauchen. Und auch da warten die Opfer, dass die vielen Ankündigungen und Erklärungen guten Willens bei den Opfern auch ankommen – bei vielen tun sie das nämlich nicht. Quelle: FR


8.2.2011 Die Deutsche Bischofskonferenz gibt eine Handreichung der Jugendkommission zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Bereich Jugendpastoral heraus.


8.2.2011 Nach wie vor scheint es Täter zu geben, die geschützt werden und Opfer, die abgewimmelt werden. Ein Bericht von Fakt.


7.2.2011 Michael Albus äußert sich zur “Ankündigungskirche”, der es nicht gelungen ist, im Blick auf Opfer von Gewalt durch Kleriker und Kirchenmitarbeiter zu handeln. Dass die angekündigte “Dialogoffensive” nicht vorankomme, liege an den deutschen Bischöfen, die Angst vor Rom hätten. Quelle: wir sind kirche


7.2.2011 Schmerzensgeld in Höhe von 7 500 Euro hat ein Landgericht einem jungen Mann zugesprochen – nach einem sexuellen Missbrauch, der 19 Jahre zurück liegt. Der heute 34-Jährige hatte fast 2 Jahrzehnte den Missbrauch “vergessen” (psychogene Amnesie). Obwohl die Verbrechen verjährt waren, bekam der Kläger aufgrund der Amnesie Recht. Das Urteil dürfte für nicht wenige Opfer interessant sein. Quelle: ndr


3.2.2011 Schon 144 TheologInnen haben sich zusammengetan und ein Memorandum zur Kirchenreform vorgelegt. Neues wird nicht angesprochen. Aber es ist das erste Mal seit über 20 Jahren (Kölner Erklärung), dass TheologInnen sich öffentlich gemeinsam äußern. Quelle: Süddeutsche


3.2.2011 Lesenswert ist das Buch von Manfred Kappeler, Anvertraut und ausgeliefert. Sexuelle Gewalt in pädagogischen Einrichtungen, Berlin 2011. Ein Auszug daraus beschreibt, wie mit Opfern umgegangen wird, die keine Beweise haben. Manfred Kappeler, Anvertraut und ausgeliefert, 2011, S. 28:
“Eine Frau, die während ihrer ganzen Kindheit und Jugend in katholischen Kinder- und Erziehungsheimen leben musste und dort von Nonnen körperlich schwer “gezüchtigt” (was für ein Wort!) und durch sexuelle Gewalt für ihr Leben traumatisiert wurde, berichtete darüber in einer bundesweit ausgestrahlten Fernsehsendung, nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, den Orden zu einer Anerkennung dieses Unrechts und seiner Folgen zu bewegen. Daraufhin wurde sie durch einen sogenannten “externen Ermittler”, einen Rechtsanwalt, aufgefordert, in einem Gespräch mit der Ordensleitung und deren Anwalt zu den von ihr erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen, und zwar in den Diensträumen der Ordensoberin. Die Frau schlug ein Gespräch an einem neutralen Ort vor, ohne Rechtsanwälte und in Begleitung einer Freundin, ihres Mannes und eines therapeutisch qualifizierten Wissenschaftlers, der sie seit einiger Zeit begleitet und zu dem sie Vertrauen hat. Dieser Vorschlag wurde von einer detailliert begründeten Stellungnaheme des sie behandelnden Psychotherapeuten unterstützt, in der auch auf die Gefahr einer starken posttraumatischen Reaktion hingewiesen wurde, die provoziert werden könnte durch eine verhörartige Gesprächssituation unter Bedingungen, die der für das Geschehene verantwortliche Orden diktiert. Der Vorschlag wurde von der Ordensleitung abgelehnt. Nachdem die Frau die vom Orden für ein Gespräch gestellten Bedingungen, die den Charakter einer Vorladung hatten, zurückgewiesen hatte, wurde gegen sie bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Verleumdung eingereicht. Nun ist die Frau mit einem Vordruck der Justizbehörde zur “Vernehmung” mit verbindlicher Terminsetzung “vorgeladen” worden.”
Dies ist nicht der einzige mir bekannte Fall, in dem Opfer zu Tätern und Täterinnen gemacht werden und von den Tätern angezeigt  oder von einem Weihbischof mit Anzeige bedroht werden. Jedes Opfer, das keine Beweise hat und dem keine anderen Opfer des gleichen Täters bekannt sind, tut gut daran, sich bedeckt zu halten. Erika Kerstner


3.2.2011 Die katholischen Bischöfe wissen inzwischen, mit welcher Summe sie Opfer sexueller, sexualisierter und sonstiger Gewalt “entschädigen” wollen. Aber sie sagen es erst im März 2011. Quelle: FR


2.2.2011 Zwei evangelische Geistliche werden wegen sexualisierter Gewalt von ihrer Kirche verurteilt. Quelle: Nürnberger Nachrichten


1.2.2011 Eine Kommission aus externen Fachleuten und Ordensmitgliedern soll sich künftig mit den Schadensersatzansprüchen von Opfern sexualisierter Gewalt gegenüber dem Gründer des Ordens “Legionäre Christi”, dem 2008 verstorbenen mexikanischen Priester Marcial Maciel Degollado, befassen. Quelle: ORF


1.2.2011 Ein Täter, Sozialtherapeut und 114 Opfer in 29 Jahren – darunter auch Heimbewohner aus einem Heim in Süddeutschland. Quelle: berner zeitung


1.2.2011 Den Beratungsstellen für Menschen mit (sexualisierter) Gewalterfahrung fehlt Geld. Die Versprechen der Politik, alles zu tun, um Betroffenen zu helfen, sind bislang bei den Betroffenen und den Beratungsstellen nicht angekommen. Quelle: Süddeutsche


30.1.2011 Der Kölner Stadtanzeiger hat 1000 Personen repräsentativ befragen lassen (Omnisquest). 68% der Befragten sind der Meinung, die katholische Kirche trage nicht konstruktiv zur Aufklärung sexualisierter Gewalt bei. Auch 63 % der KatholikInnen vertreten diese Ansicht. Quelle: Perspektive


30.1.2011 Was sind das für “Hirten, die die Herde lieber hungern lassen”?, fragt Theo Dierkes, WDR, angesichts der Zurückweisung des Vorstoßes von Politikern, die auf die pastorale Not priesterloser Gemeinden hinweisen. Der Kommentator sagt: “Es zählt nicht die Gemeinde, nicht das Recht der Katholikinnen und Katholiken an sich. Die katholische Kirche denkt ausschließlich vom Priester her.” Kardinal Brandmüller hatte die C-Politiker gefragt, was sie als Politiker legitimiere, zu einem innerkirchlichen Thema Stellung zu beziehen, das sie weder von Amts wegen noch persönlich betrifft. So viel zur Dialogoffensive der Bischofskonferenz. Quelle: Deutschlandradio


29.1.2011 Wunibald Müller sagt im Interview: “Wir laufen Gefahr, uns unglaubwürdig zu machen.” Und er hat Sorge, dass man riskiert, “dass Opferverbände den Papst bei seinem Besuch im September mit dieser offenen Frage konfrontieren” könne. Quelle: Domradio
Kommentar: Vielleicht ist es nötig, den Papst im September mit den offenen Fragen – auch an ihn als Präfekten der Glaubenskongregation und als Münchner Kardinal – zu konfrontieren.


29.1.2011 Das “Aktionsbündnis der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit)” hat einen “Entschädigungsbetrag” von 5000 Euro als zu gering abgelehnt. “Das würden wir als Faustschlag ins Gesicht empfinden”, sagte ein Sprecher des Bündnisses, das 16 Opfer vertritt. Quelle: Volksfreund


28.1.2011 “Der Ablehnung des „Eckigen Tisches“ schließen wir uns an und fordern zudem, dass die Opfer der exzessiven körperlichen und psychischen Gewalt ebenfalls entschädigt werden. Aus unserer Sicht wird versucht das jahrzehntelange Organisationsversagen mit Geld aus der Portokasse wegzuwaschen. Das Vorgehen der Kirche in Österreich, die im Schnitt 15.000 € auszahlt und ein Verfahren zur Beurteilung entwickelt hat, muss auch in Deutschland als Minimum übernommen werden. Zum Vergleich: Ein Brief an jeden der 24 Mio. deutschen Katholiken würde in Summe über 13 Mio € Porto kosten.” Quelle: Ettaler Missbrauchsopfer


28.1.2011 Wer gehofft hatte, dass das Thema sexualisierte Gewalt jetzt “erledigt” ist, sieht sich getäuscht. 40% der bislang 606 Opfer von sexueller Gewalt, die sich gemeldet haben, sind mit der Aufklärung unzufrieden. Das berichtet Dr. Andreas Zimmer, Leiter der Missbrauchshotline der katholischen Kirche. Zimmer geht aber davon aus, dass die Zahl bei der Vorlage des Schlussberichts der Hotline im Herbst deutlich höher sein wird. Derzeit fragten auch immer mehr Anrufer nach einer Entschädigung. Auch dies sei ein Indiz dafür, dass die katholische Kirche unter Zugzwang gerät. Vor allem wird aber zunehmend deutlich, wie weitreichend der sexuelle Missbrauch gewesen sein muss. 70 Prozent der Anrufer wurden mehrfach, weitere 14 Prozent andauernd missbraucht. Und die Zahl dieser Anrufer wächst. Zimmer hält es für dringend nötig, die Kultur der Achtsamkeit gegenüber den Opfern glaubhaft umzusetzen.
Für „Wir sind Kirche“ ist zentrales Problem, dass die Kirche zwar einen Dialog mit der Basis angekündigt hat, diesen aber nicht führe. Außerdem gebe es immer noch viele selbst verordnete Denkverbote. Quelle: Rheinzeitung


28.1.2011 Die Missbrauchshotline der kath. Deutschen Bischofskonferenz verzeichnet inzwischen 4 375 Beratungen. Die Hotline ist eine erste Anlaufstelle für Menschen, die im Raum der kath. Kirche Opfer von sexualisierter Gewalt wurden. Quelle: europeonline


28.1.2011 Thomas Weiner, Mitglied des “Eckigen Tisches”, spricht in der FR davon, dass die Bischöfe den Wunsch äußerten, die Krise möge die Kirche stärken und dieser Wunsch ihn erschrecke. Er halte ihn für “arrogant und kaltschnäuzig”. Quelle: FR


28.1.2011 Miguel Abrantes, ehem. AKO Bonn, bezeichnet das Angebot der Jesuiten als “einfach nur enttäuschend” und weist darauf hin, dass er bislang keinen Brief der Jesuiten bekam, alles unausgesprochen geblieben sei und Täter nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Stattdessen wird ein Opfer vom mutmaßlichen Täter wegen angeblich falscher Anschuldigungen auf Schadenersatz verklagt. (Anm.: Diese Erfahrung müssen auch andere Opfer machen. Statt Unterstützung durch Kirche/Orden zu erhalten, erhalten sie Schadenersatzforderungen oder Anzeigen wegen Rufschädigung. Quelle: Rundschau-online


27.1.2011 “Versöhnung erfordert Eingeständnis der Schuld, dann muss Buße und Wiedergutmachung, soweit möglich, folgen. Das müssen die Täter leisten und auch die Institutionen, in denen Missbrauch geschehen ist. Alle Beteiligten müssen alles tun, damit Versöhnung geschieht. Als Christen dürfen wir dabei auf Gott setzen, der Versöhnung schenkt.” Quelle: katholisch.de
Kommentar: Dies sagt der Bamberger Bischof Schick im Kontext des 70. Todestages von Maximilian Kolbe. Er realisiert, dass der Dreiklang von Schuld, Buße und Wiedergutmachung auch im Blick auf Täter und Opfer sexualisierter Gewalt gilt. Neu ist die Erkenntnis, dass von den Tätern und den Täterschützern das Eingeständnis der Schuld, die Buße und die Wiedergutmachung zu fordern ist, bevor Versöhnung geschehen kann.


27.1.2011 Die Reaktion des “Eckigen Tisches” auf das Angebot der Jesuiten, jedem Opfer 5 000 € Anerkennungszahlungen zu geben, ist zornig. Die Zahlung ist “ein Zeichen dafür, dass Kirche und Orden immer noch nicht verstanden haben, was sie als Institution insgesamt und ihre Vertreter als konkrete Täter an gravierenden Lebensschäden bei den Betroffenen angerichtet haben….Dieser Betrag folgt damit jedoch der Logik, nicht danach zu fragen, was die Opfer brauchen, sondern was die Täterorganisation sich leisten will.” Quellen: Eckiger Tisch    Badische Zeitung

27.1.2011 Von “Strukturen der Sünde” spricht Prof. Stephan Goertz, Mainz, die die katholische Kirche in den Blick nehmen und ändern muss, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit wiedererlangen will. “Sie trösten sich womöglich mit dem Abebben der (medien-)öffentlichen Erregungswelle. In Wahrheit geht es aber nicht um das Bild der Kirche in den Medien, sondern um ihren Wesenskern: das glaubwürdige Zeugnis ihrer Botschaft. Daran müsste sie auch dann arbeiten, wenn sich die Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr für das Thema Missbrauch interessierte.”
Quelle: FR


27.1.2011 Im Kloster Einsiedeln und den ihm angeschlossenen Institutionen haben sich in den letzten 60 Jahren 15 Mönche eines sexuellen Übergriffes schuldig gemacht. Die Zahl der Opfer dürfte sich auf rund 40 belaufen. Dies teilte die unabhängige Untersuchungskommission heute mit, die im Auftrag von Abt Martin Werlen die Vorkommnisse aufgearbeitet hat. Neun Mönche vergingen sich an Minderjährigen. Der grösste Teil dieser Übergriffe entfällt auf die 60er- und 70er-Jahre und geht zu Lasten von drei Mönchen. Quelle: Tagesanzeiger.ch


27.1.2011 Stefan Kiechle, Provinzial der Jesuiten, weist Entschädigungszahlungen von bis zu 80.000 Euro für Missbrauchsopfer von Jesuiten zurück und will vermeiden, dass sich „da ganz viele Trittbrettfahrer ‚draufschwingen‘ und auch Geld haben wollen.“ Quelle: domradio

Kommentar: Von ganz vielen Trittbrettfahrern kann wohl keine Rede sein. Es wird umgekehrt so sein, dass viele Betroffene sich erst gar nicht beim Jesuitenorden melden werden. Vertrauenerweckend ist die Rede von Trittbrettfahrern für Betroffene nicht.


26.1.2011 Die deutschen Jesuiten haben Opfern von Gewalt nun offiziell Anerkennungszahlungen angeboten. Bis zu 5000€ für jedes der ca 200 Opfer.
Quelle: Radio Vatikan


25.1.2011 So kommentiert Dierk Schäfer, was Heimkinder erleb(t)en: “Es hat offensichtlich zwei Phasen der Mißhandlungen gegeben, einmal die Mißhandlungen der Heimkinder damals und dann den heutigen Umgang mit ehemaligen Heimkindern. den ich in manchen Fällen nur als weitere Mißhandlung sehen kann. Soweit es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kirchlichen Stellen betrifft: Anscheinend glauben sie nicht an Gott, sonst würden sie sich anders verhalten.” Quelle: Dierk Schäfer


25.1.2011 Die Jesuiten machen Gewaltopfern ein Angebot – Gewaltopfer sind nicht zufrieden. Quelle: standard.at


23.1.2011 Christine Bergmann sagt in der Badischen Zeitung: “Schöne Leitlinien reichen nicht.”


23.1.2011 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, sagt: Worte sind zu wenig.


23.1.2011 Interview mit P. Mertes im Deutschlandradio


22.1.2011 Der frühere Caritas-Präsident  und Generalvikar in Wien, Schüller, sagt, er habe Kadinal Schönborn von vielen Missbrauchsfällen in Kenntnis gesetzt. Die Kirchenleitung habe jedoch zu langsam reagiert. Nach 10 Jahren als Missbrauchsbeauftragter habe Schüller sich seelisch-psychisch ausgelaugt gefühlt und sich als “Feigenblatt” behandelt gesehen, da Grundsätzliches nicht gestimmt habe.
Quellen: profil    news.at


22.1.2011 Einer der Gründer der taz hat in der Odenwaldschule Kinder missbraucht. Quelle: taz


22.1.2011 Der Freiburger Religionssoziologe Ebertz geht von 200 000 bis 250 000 Kirchenaustritten im Jahr 2010 aus. Das sind 80% mehr als 2009. Quelle: Liborius


21.1.2010 Michael Stahl und der emeritierte Bischof Mixa wollen gemeinsam auf Vortrags-Tournee gehen. Michael Stahl ist eng mit dem Missionswerk Karlsruhe verbunden. Na dann…


25.1.2011 Der Donaukurier berichtet, dass der frühere Bischof Mixa nun doch nicht auf Tournee geht.


21.1.2011 Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen Pater G., Kloster Ettal, erhoben. Sie hält es für erwiesen, dass Pater G. vor Jahren sexuelle Handlungen an Personen vorgenommen hat, die zur Tatzeit Kinder waren. Der Bericht der faz berichtet einige Hintergründe. Quelle: faz

tz-online spricht von mehr als 15 verdächtigen Priestern und von mehreren hundert Opfer. “Im Abschlussbericht schreibt Sonderermittler Pfister von wahrscheinlich mehreren hundert Opfern und nun mehr als 15 verdächtigen Patres und drei weltlichen Erziehern. Ins Visier gerät sogar ein früherer Abt, der gestand, Köpfe von Schülern auf Pulte geschlagen zu haben.”



21.1.2011 Ein ehemaliger Leiter eines Maristenkollegs in Mindelheim wurde in Landshut wegen Missbrauch eines minderjährigen Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Angehörige des katholischen Maristen-Ordens hatte vor Gericht gestanden, bei einer Jugendfreizeit im Jahr 2004 einen 13-jährigen Schüler belästigt zu haben. Bereits vor zweieinhalb Jahren war der Mann wegen einer ähnlichen Tat verurteilt worden. Das Gericht fasste die beiden Urteile zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 18 Monaten zusammen, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Quelle: Süddeutsche


21.1.2011 Das Landgericht Hamburg hat heute entschieden, dass der Spiegel nicht behaupten oder den Eindruck erwecken dürfe, dass das Bistum Regensburg einem Opfer Geld zahlte, um einen Missbrauchsfall zu vertuschen. Quelle: Bistum Regensburg und wochenblatt.de


21.1.2011 Christine Bergmann im Interview. Sie hat den “doppelten Verrat” verstanden. Quelle: südkurier


21.1.2011 Fall Georg K., Bistum Aachen. Quelle: wz-newsline


20.1.2011 Die Staatsanwaltschaft München hat gegen einen Mönch des Benediktinerklosters Ettal Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Benediktinerpater, der 2005 von Bayern nach Sachsen versetzt worden war. Zuvor war der Geistliche, der auch an dem Klostergymnasium unterrichtete, in den Verdacht sexueller Verfehlungen geraten. Diese bestätigten sich in einer internen Untersuchung angeblich nicht. Der Erzbischof von München hat daraufhin Abt und Schulleiter entlassen, die vom Vatikan wieder eingesetzt wurden. Quelle: faz


20.1.2011 Ursula Raue, die Beauftragte des Jesuitenordens, die sexualisierte Gewalt im Canisius-Kolleg untersuchte,  arbeitete in der gleichen  Kanzlei wie die Anwälte, die den Jesuitenorden gegenüber den Opfern vertreten. Sie sei jedoch nicht Angehörige der Kanzlei gewesen, heißt es. Quellen: Tagesspiegel (nicht mehr online: 21.1.2011)   de.news    Tagesspiegel: Richtigstellung der Behauptungen vom 20.1.2011 am 26.1.2011: Frau Raue
arbeitete zu keiner Zeit mit der Kanzlei zusammen, die den Jesuitenorden gegenüber den Opfern vertritt.


20.1.2011 Interview mit Richard Sipe, einem auf Kindesmissbrauch durch Geistliche spezialisierten Fachmann. Er sagt u.a.: “Es kann mit vernünftiger
Sicherheit festgestellt werden, dass unter katholischen Priestern ein höherer Anteil Minderjährige missbraucht als unter Gruppen von Männern mit vergleichbarem Alter, Bildung und Beruf (Einkommen). …Die meisten Opfer klerikalen Missbrauchs brauchen im Durchschnitt 32 Jahre, bevor sie ihren erlittenen Fall melden können. .. Die sexuelle Aktivität (vergangen oder gegenwärtig) von Bischöfen und Vorgesetzten ist eines der mächtigsten Elemente, das die Vertuschung der Verbrechen ihrer Untergebenen bedingt. Sie müssen selbst keine Kinder missbraucht haben, aber ihre sexuelle Aktivität könnte auffliegen, wenn das Netz der Verheimlichung reißt. … Historische Dokumente, Archive und Studien enthüllen eine lange Tradition von Geheimhaltung und sogar Verniedlichung sexueller Übergriffe des Klerus. Die Erhaltung des Bildes einer reinen und perfekten Priesterschaft war von vitalem Interesse für die klerikale Machtstruktur. Skandal untergräbt die Steuerung und Glaubwürdigkeit. …Jeder von uns in den Vereinigten Staaten, der mit zivilen oder strafrechtlichen Fällen von Missbrauch durch Priester befasst war, hat die Unterschrift von Ratzinger auf Dokumenten gesehen, die belegen, dass er die Fakten der Missbrauchsvorwürfe kannte. Niemand im Vatikan hat mehr Information über sexuellen Missbrauch durch Priester als Ratzinger (jetzt Papst Benedikt XVI.) … Obwohl gute Dinge in Entwicklung sind, dürfen wir uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wurzeln des Problems und notwendige Reformen noch nicht einmal an die Oberfläche gekommen sind.” Quelle: aha Luxemburg


19.1.2011 Prof. Dr. Kappeler über den RTH und der offizielle Abschlussbericht


19.1.2011 Literaturhinweis: Raphaela M. Schaner: Kleine Herzen brechen leise. Bete und verzeihe! Aber… schweig! Link


19.1.2011 Das Bistum Augsburg legte seine Missbrauchszahlen offen und spricht von 34 Fällen. Darunter seien vor allem Schläge von Lehrern, Priestern und Nonnen. Der kirchl. Ermittler Kocherscheidt ist überrascht, dass auch einige Nonnen sadistische Neigungen auslebten. In 30 Fällen konnte der Missbrauchs-Beauftragte in mühsamer Kleinarbeit die Beschuldigten ausfindig machen, unter ihnen sechs Geistliche. 20 der mutmaßlichen Täter sind bereits verstorben. Jedes Opfer erhält einen Bericht, was aus seinem Fall geworden ist. Quelle: br-online


19.1.2011 Der Vatikan sagt, sein Schreiben von 1997 sei missverstanden worden. Der Vatikan habe in dem Schreiben auf eine strikte Beachtung der
kirchlichen Rechtsnormen bei Missbrauchsfällen gedrängt, um entsprechenden Geistlichen keine Handhabe zu bieten, sich kirchlichen Strafen zu entziehen. Daher seien die Bischöfe aufgefordert worden, die entsprechenden kanonischen Vorschriften genau zu beachten. Quellen: ORF    presse vom 24.1.2011


19.1.2011 Der langjährige frühere Leiter des Maristeninternats in Mindelheim, Frater G., wurde von einem Schöffengericht in Landshut wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen Jungen zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Tatzeitraum lag im Februar 2004. Der Frater war bereits vorbestraft. Am 26.8.2008 war er wegen sexueller Gewalt vom Amtsgericht Memmingen zu einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten verurteilt worden. Die Verbrechen lagen im Jahr 2004. Quelle: Augsburger Allgemeine


18.1.2011 Vergewaltigte Frauen vor Gericht. (Vorsicht – Triggergefahr!) FR


18.1.2011 Drei ehemalige Zöglinge von Heimen und Pflegeeltern der Salzburger Jugendwohlfahrt sind offenbar nicht nur dort, sondern danach auch in
kirchlichen Betreuungseinrichten missbraucht worden. Mit diesen erschütternden Berichten von Betroffenen wurde die Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg konfrontiert. Quelle: Der standard


17.1.2011 Im Landkreis Cham missbrauchte ein Frater der Barmherzigen Brüder mindestens drei Bewohner einer Behinderteneinrichtung. Der Staatsanwalt ermittelt. Quelle: Mittelbayerische


17.1.2011 Kardinal Marx sagt, die Kirche gehe vorbildlich mit den Missbrauchsfällen um. Quelle: Weserkurier


17.1.2011 Eine irische TV-Dokumentation berichtet, “der Vatikan” bzw. “Rom” habe irische Bischöfe unter Druck gesetzt, priesterliche Missbrauchstäter
nicht der Polizei auszuliefern. Eine entsprechende Anweisung sei in einem Brief des Vatikans aus dem Jahr 1997 gegeben worden. Der öffentliche Rundfunk RTE erwähnt, dass “Rom” ankündigte, sich auf die Seite der Angeklagten zu stellen, falls die Bischöfe ihre Kinderschutzrichtlinien von 1996 durchsetzten und sich ein betroffener Priester an den Vatikan wende. Der Irish Examiner berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass der Vatikan sich mindestens 2mal direkt in die bischöflichen Untersuchungen eingeschaltet und Versuche unterbunden habe, Missbrauchstäter aus dem Amt zu entfernen. Der Vorsitzende von “Voice of the Faithful”, B. Maguire, sagte: “Der Brief taucht die Reaktion der Bischöfe sicher in ein ganz anderes Licht
als zuvor und legt die Schuld direkt vor die Türen des Vatikan.” Es gehe nicht mehr nur um pädophile Priester und Bischöfe, die sie deckten, “sondern um ein ganzes System, das die Taten dieser Priester und Bischöfe möglich machte”, so der Sprecher. Quelle: ORF


16.1.2011 Prof. Müllner über sexuelle Gewalt in der Bibel. Sie wundert sich – zu Recht -, dass Kirche so überrascht ist, dass sexuelle Gewalt auch in der
Kirche vorkommt. Quelle: hna


15.1.2011 Und so sieht “Wir sind Kirche” die geplante Seligsprechung des Papstes. Quelle: Glaube aktuell


14.1.2011 “Neueste Erhebungen in den deutschen Bistümern und Ordensgemeinschaften nennen eine Gesamtzahl von 900 Tätern und etwa doppelt so vielen bekannten Opfern.” Und: “Wie sagt der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann? ‘Nichts trifft die Glaubwürdigkeit der Kirche härter als der Vorwurf der Verlogenheit und Scheinheiligkeit.’ Stimmt. EK Quelle: FR


14.1.2011 Johannes Paul II. soll am 1. Mai 2011 selig gesprochen werden. Er scheint alle Bedingungen für eine Seligsprechung zu erfüllen. Davon,
dass er den Gründer der Legionäre Christi in Schutz nahm, wird nicht mehr gesprochen. Die Zeit der Scham und der Demut scheint vorbei zu sein.


14.1.2011 Rund 60 Prozent der (derzeitigen) Heimkinder in Deutschland sind psychisch auffällig. Das sagt der Traumapädagoge Martin Kühn im epd.


12.1.2010 Beratungsangebot für männliche Missbrauchsopfer in Nürnberg – ein Interview. Quelle: nordbayern.de


12.1.2011 Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat das wegen Missbrauchvorwürfen eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Geistliche  und Erzieher des
Bregenzer Klosters Mehrerau eingestellt. Die Staatsanwaltschaft gab an, dass Anschuldigungen gegen insgesamt 16 Personen. vorgelegen haben. Da
die Taten überwiegend in den 1960 und 1970er Jahren begangen wurden, sind sie verjährt. Wie viele der 16 angezeigten Personen Geistliche waren, ist unbekannt. Bereits im Oktober 2010 waren die Ermittlungen gegen einen Pater, der sich zwischen 1970 und 1982 im Internat des Klosters an zehn Jugendlichen vergangenen haben soll, wegen Verjährung eingestellt worden. Quelle: vol.at


14.1.2011 Die Badische Zeitung berichtet, dass das Kloster Mehrerau ein Opfer (in der BZ “P.” genannt)ersucht, mit dem Anwalt des Paters wegen “Entschädigung” und wegeneines Gesprächs mit dem Täter Kontakt aufzunehmen und eventuelle Forderungen in Österreich bei der unabhängigen Opferschutzkommission geltend zu machen. Quelle: Badische Zeitung
Kommentar: Diesem Opfer wird also weder vom Erzbistum Freiburg, das das Kloster Mehrerau zum Tatzeitpunkt mit der Seelsorge im Erzbistum Freiburg (Birnau und Nussdorf) beauftragt hatte (sog. Gestellungsvertrag), noch vom Kloster Mehrerau Unterstützung gewährt. Mir ist nicht verständlich zu machen, wie sich in diesem Fall die “Sorge für die Opfer” zeigt, wenn weder Erzbistum noch Orden sich zuständig wissen. In den Leitlinien von 2010 heißt es: “Der Diözesanbischof ist zuständig in Fällen von Ordensangehörigen, die in bischöflichem Auftrag tätig sind, unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen. In anderen Fällen liegt die Zuständigkeit bei den jeweiligen Ordensoberen. Ihnen wird dringend nahegelegt, den örtlich betroffenen Diözesanbischof über Fälle sexuellen Missbrauchs oder Verdachtsfälle in ihrem Verantwortungsbereich sowie über die eingeleiteten Schritte zu informieren.” Weitere Regelungen sind
nicht vorgesehen. Diese Ungeregeltheit ermöglicht es Ordensmännern, die Kinder/Jugendliche missbrauchen, in einer Grauzone zwischen Orden und Bistum zu agieren. Ein ähnlicher Fall beschreibt Blaichinger in seinem Buch Pater B.: “Pater B. wandelte zwischen Klostermauern und Pfarrhöfen und war als beurlaubter Mönch weder für den Erzabt St. Peter noch für die Linzer Bischof richtig greifbar.” Es sind die Opfer, die auf der Strecke bleiben, obwohl Erzbischof Zollitsch einen besseren Austausch mit den Orden geplant hatte (s. swp vom 12.8.2010).


12.1.2011 Belgische Medien berichten, dass die kath. Kirche am 11.1.2011 zugab, dass ihr 134 Fälle bekannt seien, in denen Priester seit 1960
Minderjährige sexuall missbraucht haben. Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz sagte, die Hauptaufgabe der Kirche sei, den Opfern
zuzuhören. 90 der mutmaßlichen Straftäter sind noch am Leben. 22 Priester wurden suspendiert, 21 kamen vor ein Zivilgericht. Im Bistum von Lüttich beispielsweise sind 17 Fälle bekannt, aber nicht ein einziger wurde suspendiert noch verurteilt. Quelle: Tageblatt


11.1.2011 Auch Nonnen sollen Kinder missbraucht haben. Quelle: orf


11.1.2011 Der Regensburger Journalist Aigner steht in Hamburg vor Gericht. Er hat über den Regensburger Missbrauchsfall (Riekofen) in einer Art
berichtet, die dem Bistum nicht angenehm war. Das Bistum Regensburg klagte. Die Entscheidung des Hamburger Gerichtes wird am 25.2.2011 erwartet. Quelle: br-online


11.1.2011 „Anrufen, anrufen hieß es immer. Dann durfte man sich kurz ausheulen, aber getan wurde nichts“, sagt ein Gewaltopfer aus dem Bistum Regensburg (Domspatzen). Das Bistum habe ihn nur ausgehorcht, ergänzt das Opfer. Und: Die versprochene Pressekonferenz im September hat es nie gegeben, ein Ergebnisbericht fehlt bis heute. Quelle: MIttelbayerische


11.1.2011 In Österreich sind 87 393 KatholikInnen im Jahr 2010 aus der Kirche ausgetreten. Quelle: kurier.at


11.1.2011 Die Hotline der katholischen Kirche in Luxemburg wurde gestern eingestellt. Künftig soll die Theologin und Familientherapeutin Yvonne
Lanners für entsprechende Anfragen zur Verfügung stehen. Quelle: kathweb


11.1.2011 Das Oberpfalznetz berichtet von einem weiteren möglichen Missbrauchsfall im Bistum Regensburg.


10.1.2011 “Es muss sich in der Kirche was ändern”, sagt der Missbrauchsbeauftragte von Münster. Quelle: katholisch.de


10.1.2011 Vom Leiden und Schweigen der (Dom-)Spatzen. Quelle: Mittelbayerische


9.1.2011 Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen einen prominenten Kirchenmann in Belgien erhoben worden. Der Jesuitenpater Luc Versteylen (83) soll in einem von ihm gegründeten Studienhaus in den 1970er Jahren Minderjährige missbraucht haben, berichteten belgische Medien am Wochenende. Das Grenzecho erwähnt, dass Versteylen sich im Kampf gegen Pädokriminalität einen Namen gemacht habe. Quellen: rp-online   Grenzecho


8.1.2011 Ein Opfer berichtet. Quelle: Lauterbacher Anzeiger


7.1.2011 Zwei der drei Benediktinermönche des Klosters Wechselburg, die Ende Februar von ihren Aufgaben als Jugendseelsorger beziehungsweise Pfarrer zweier katholischer Kirchgemeinden enthoben worden waren,  dürfen nach einer Entscheidung der vatikanischen Glaubenskongregation in Rom wieder seelsorgerisch tätig sein. Quelle: freie presse


7.1.2011 Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, stellte beim Neujahrsempfang die berechtigte Frage: “Wer ist öffentlicher Anwalt der Opfer, deren
Missbrauch außerhalb der Kirche geschehen ist?“ Quelle: tagblatt
Kommentar: Seit die Kirchenleitungen zur Kenntnis nehmen mussten, dass in ihren eigenen Reihen Missbrauchstäter sind, da geraten dann auch die Menschen
in den Blick, die in ihren Familien oder im Nahbereich Opfer von (sexualisierter) Gewalt wurden und werden. Bislang war das – trotz der Dekade gegen Gewalt, der sich auch katholische Gruppierungen anschlossen – kein Thema. Es bleibt zu hoffen, dass die Kirchenleitungen hinter den Erkenntnisstand, dass (sexualisierte) Gewalt allerorten stattfindet, nicht mehr zurückfallen. 


6.1.2011 „Ich hatte keine Kindheit – nur Angst“, sagt Heinz Laumen. Kindheit und Jugend verbrachte er in verschiedenen Kinderheimen – darunter auch Fichtenhain. Quelle: wz-newsline


6.1.2011 Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen Priester und Mitarbeiter des Jesuitenkollegs St. Blasien eingestellt. Die möglichen Delikte wie sexueller Missbrauch, Misshandlungen und Körperverletzungen seien verjährt. Quelle: liborius


5.1.2011 Die belgische Staatsanwaltschaft in Kortrijk hat – nach der Klage eines Mannes wegen sexualisierter Gewalt durch Klosterschwestern – eine
weitere Klage einer Frau wegen sexualisierter Gewalt durch Klosterschwestern entgegengenommen. Quelle: bfr


5.1.2011 Neue Erkenntnisse zum sexuellen Missbrauch von Kindern und zu möglichen Gegenstrategien soll eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen bringen. Bis Ende April werden bundesweit rund 11.000 Menschen befragt, ob sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Nach Angaben des Institutsdirektors Christian Pfeiffer handelt es sich um die größte Studie, die es jemals zu dem Thema in Deutschland gegeben hat. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorgelegt werden. Quelle: waz


5.1.2011 Die Erzdiözese Milwaukee hat Insolvenz angemeldet. Sie kann die “Entschädigungen” von Missbrauchsopfern nicht mehr zahlen. Quelle: die presse


4.1.2011 In Belgien haben nur noch 8 von 100 Menschen Vertrauen in die Kirche. Ursache seien die sexualisierte Gewalt und wie Kirchenleitungen damit umgegangen sind. Etwas weniger dramatisch war der Vertrauensverlust in Medien, Polizei, Justiz und Banken. Quelle: brf


3.1.2011 In Belgien beschuldigt ein Mann Ordensschwestern eines Kinderheimes des sexuellen Missbrauchs. Quelle: brf


3.1.2011 Warten eines ehemaligen Heimkindes auf “Entschädigung”. Quelle: Westfälischer Anzeiger


3.1.2011 Wieder einmal sind es die Opfer, die die Mechanismen des Bagatellisierens, Abwiegelns, Verharmlosens, der Entschuldigungen der Institution, die alle zu Lasten der Opfer gehen, offenlegen. Diesmal sind es 5 Opfer aus der Helene-Lange-Schule, Wiesbaden, die dieser Aufgabe nachkommen. Es sind nicht die selbsternannten Helfer… Quelle: FR


2.1.2011 Die Mainpost berichtet über den Fall des Paters Damian M., der viele Unterstützer hat.


1.1.2011 Hier ist eine glaubwürdige Predigt zu finden. Danke!


1.1.2011 “Darum gibt es letztlich keinen gerechten Grund zwischen Himmel und Erde, sich von der sichtbaren Kirche, der „Arche des Heils“ zu trennen,
mag auch die Enttäuschung über das Versagen einzelner Brüder und Schwestern – selbst wenn es die höchsten Repräsentanten der Kirche wären
– noch so groß sein.” Das sagt der Regensburger Bischof in seiner Silvester-Predigt. Quelle: Bistum Regensburg
Kommentar: Hätte der Bischof verstanden, was sexualisierte und körperliche Gewalt bei Kindern und Jugendlichen anrichten kann, würde er nicht so fahrlässig predigen und jenen Opfern, die die Kirche verlassen haben, ihre “gerechten Gründe” absprechen. Es gibt sie nämlich, die gerechten Gründe.


1.1.2011 Kardinal Meisner spricht von “einem schrecklichen Jahr für die Kirche”. Die Opfer von Menschengewalt hatten ebenfalls ein schreckliches Jahr.
Aber das sagt er nicht. Er weiß es vermutlich nicht. Quelle: Tagesschau


1.1.2011 Der Aachener Bischof bittet in seiner Silvesterpredigt die Opfer von sexualisierter Gewalt um Verzeihung. Dass er sich um die Aufklärung im
Fall Pfarrer Georg K. bemüht, bezweifelt hingegen Johannes Heibel in den Grenzlandnachrichten. Quelle: an-online