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Presse

1. Quartal 2010

31.3.2010 In die Karfreitagsfürbitten der katholischen Kirche soll auch eine Fürbitte für die Opfer von Missbrauch und sonstiger Gewalt und eine Fürbitte für die Täter eingefügt werden, schlug Bischof Ackermann vor. Quelle: Focus.de
Kommentar: Eine Fürbitte, in der Opfer und Täter in einem Atemzug genannt werden, ist für nicht wenige Opfer ein “no go”.


31.3.2010 Ein heute 71-Jähriger, der sexuellen Missbrauch in Amöneburg gestanden hat, war danach als Heimleiter und Erzieher von 1995 bis 2003 im Caritas Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg tätig. In diesem Heim waren misshandelte und missbrauchte Kinder untergekommen, die aus ihren Familien genommen worden waren, um sie vor Gewalt zu schützen. Quelle: nachrichten-lvz


31.3.2010 In der katholischen Kirche in Deutschland gibt es höhere Austrittszahlen als in den letzten Monaten. Quelle: der westen


31.3.2010 Mitte der 60er Jahre soll ein Mitarbeiter des Raphaelshauses Jugendliche systematisch missbraucht haben. Das sagt ein 55-Jähriger, der sich bei Heimleiter Hans Scholten gemeldet hat. Scholten hält ihn für glaubwürdig. Quelle: ngz-online


31.3.2010 Arnsteiner Patres bestätigen, dass es im Internat des Gymnasiums St. Christophorus, Werne, in den 50er, 60er und 70er Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit zu schwerem sexuellem Missbrauch von Jungen gekommen ist.
Außerdem gab das Bistum Münster gemeinsam mit den Arnsteiner Patres bekannt, dass ein Ordenspriester wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch vom Dienst entpflichtet wurde. Mit den früheren Vorgängen am Christophorus-Gymnasium habe dieser Vorgang nichts zu tun.  “Auffällig ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung durch das Bistum Münster und die Arnsteiner Patres. Er könnte im Zusammenhang mit den Recherchen unserer Redaktion stehen”, schreibt die Zeitung. Quelle: Ruhrnachrichten


31.3.2010 Micha Hilgers über die Katholische Kirche: Sexualität unter dem Zeichen der Kasteiung. Quelle: FR


31.3.2010 “Wenn die Opfer sprechen, spricht Gott zu uns” – sagte Kardinal Schönborn bei einem Bußgottesdienst in Wien. Quelle: Stephanscom.at
Kommentar: Oh je, wenn Gott so wenig gehört wurde (wird?) wie die Opfer….


31.3.2010 In der gestern Mittag freigeschalteten Hotline der Bischofskonferenz wurden gestern 162 Gespräche geführt. Ca 1000 AnruferInnen tätigten über 4000 Anrufsversuche.


31.3.2010 Wer Nachrichten aus dem Bistum Regensburg weiterreicht, muss mit einer Abmahnung rechen, wenn eine Interpretation dem Bistum nicht richtig erscheint. Quelle: regensburg-digital.de


31.3.2010 Die Bischöfe in der Schweiz haben Fehler im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche eingeräumt und um Entschuldigung gebeten. “Wir müssen eingestehen, dass wir das Ausmaß der Situation unterschätzt haben”, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz. Quelle: kathweb.at


31.3.2010 Fünf ehemalige Heimkinder erheben in eidesstattlichen Erklärungen schwere Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa: In den siebziger und achtziger Jahren soll er sie mehrmals geschlagen haben. Das Bistum weist die Anschuldigungen als “absurd” zurück.
Quellen: Spiegel    Die Zeit   Süddeutsche

 Inzwischen gibt es sechs eidesstattliche Erklärungen, die Bischof Mixa der Misshandlung beschuldigen. Bischof Mixa lässt dementieren: “In einer Stellungnahme heißt es lediglich: “Der seinerzeitige Stadtpfarrer von Schrobenhausen und spätere Bischof von Eichstätt und Augsburg hat in seinen jeweiligen Wirkungsbereichen zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche angewendet.” Das Bistum Augsburg erklärte noch, es behalte sich “ausdrücklich zivilrechtliche und strafrechtliche Schritte” vor.
Quelle: Augsburger Allgemeine: Vor etwa 21 Jahren habe es in Schrobenhausen ein „Heimtreffen“ gegeben, an dem „bis zu 60 Leute“ teilgenommen hätten, darunter ehemalige Heimkinder mit ihren Partnern sowie Pfarrer Walter Mixa. Der sei von ihnen beiden und „drei oder vier“ weiteren Anwesenden in aller Öffentlichkeit beschuldigt worden, sie im Kinderheim geschlagen zu haben. Mixa habe abgewinkt und gesagt: „Von euch kann das keiner behaupten.“ Quelle: swr.de: Die Deutsche Bischofskonferenz glaubt Bischof Mixa, dass er keine Kinder geschlagen und misshandelt hat.


30.3.2010
Nach einer Grafik des Standard sind in Österreich Missbrauchsmeldungen eingegangen
 14 aus Feldkirch
115 in Innsbruck
 55 in Salzburg
 78 in Linz
 16 in Gurk-Klagenfurt
 63 in Graz-Seckau
 29 in Eisenstadt
174 in Wien
53% sind sicher verjährt, bei 46% ist die Verjährung noch unklar. In 27% der Fälle  handelt es sich um sexualisierte Gewalt, in 26% um sonstige Gewalt, in 47% der Fälle ist die Art des Missbrauchs noch unklar. Quelle: standard.at


30.3.2010 Der im Emsland suspendierte katholische Priester, 49, soll zwischen 1990 und 1993 als Kaplan in Haren eine Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Vergewaltigung verjährt erst nach 20 Jahren. Quelle: ndr


30.3.2010 Erklärung des Bistums Regensburg zu sexualisierter und sonstiger Gewalt. Der größte Teil der Schilderungen im Bereich Körperverletzung konzentrierte sich auf das Grundschulinternat in Etterzhausen und die Anfangsjahre in Pielenhofen, wohin die Einrichtung 1981 umsiedelte. Ähnlich wie die Domspatzen in Regensburg pflegte die Vorschule in Etterzhausen einen musikalischen Schwerpunkt und viele Schüler wechselten von Etterzhausen in die Einrichtungen der Domspatzen nach Regensburg. Die Taten beziehen sich auf den Zeitraum von 1956 bis 1983. Sechs Täter werden beschuldigt, darunter der langjährige Direktor Johann M., drei Lehrer, und zwei studentische Hilfskräfte, bzw. Erzieher. Quellen: bistum-regensburg    Süddeutsche


30.3.2010 Missbrauchsfälle sind in einem Behindertenheim der Barmherzigen Schwestern Zams bekanntgeworden. Eine 1980 im “Soziales Zentrum St. Josef” in Mils bei Innsbruck als Hilfspflegerin tätige Frau hatte die “Erziehungsmethoden” miterlebt und Tagebuch geführt. “Es gab kalte Duschen, Zwangsjacken, Beschimpfungen, Fußtritte und die Insassen wurden stundenlang im Klo eingesperrt”, erzählte die Zeugin. Habe ein Kind erbrochen, habe es das Erbrochene wieder aufessen müssen, schilderte sie. Die damals 22-Jährige habe sich an das Jugendamt und das Land Tirol gewendet, aber niemand habe ihr damals Gehör geschenkt. Sie sei als Lügnerin und Nestbeschmutzerin beschimpft und aufgefordert worden, ihre Aufzeichnungen zu verbrennen. Quelle: standard.at


30.3.2010 Die diözesanen Ombudsstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche  in Österreich werden einen monatlichen gemeinsamen Bericht über den Stand der Meldungen veröffentlichen. Das kündigte der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata, am Dienstag gegenüber der APA an. Die bekanntgewordene Zahl von 566 Meldungen zeige auch, dass die Einrichtungen “Vertrauen genießen und das Angebot angenommen wird”. Quelle: Kleine Zeitung.at


30.3.2010 Das Bistum Chur räumt ein, bei Missbrauchsfällen weggeschaut zu haben. Quelle: Tagesanzeiger


30.3.2010 In den USA haben Opfer, die in einer Gehörlosenschule von einem katholischen Priester  missbraucht wurden, gegen die Reaktion des Vatikan protestiert. Die Vatikanzeitung “L’Osservatore Romano” hatte nach Veröffentlichung  von Dokumenten, die die Kenntnis der Glaubenskongregation belegen, kritisiert, es gebe eine “klare und verabscheuungswürdige Absicht”, Papst Benedikt XVI. “um jeden Preis” anzugreifen. Quelle: ORF


30.3.2010 Missbrauch im Bistum Fulda – osthessennews.de und Vorwürfe gegen das Bistum: osthessen.news


30.3.2010 Das Ende der Scham – das Opfer eines Priesters, des Onkels, berichtet. Quelle: Zeit.de


30.3.2010 Im Bistum Essen würde ein 79-jähriger Priester suspendiert. Der Verdacht sexuellen Missbrauchs muss abgeklärt werden. Quelle: open-report


30.3.2010 In Osthessen, Bistum Fulda, bzw. in Berlin wird derzeit geprüft, ob ein Heimleiter/Erzieher nur an der Stiftsschule St. Johann, Amöneburg, einen Jungen sexuell missbraucht hat oder ob es auch in Berlin Übergriffe gab, wo der Erzieher bei der Caritas arbeitete. Die Caritas Berlin war über die im Bistum Fulda bekannten Vorwürfe nicht informiert. Quelle: tagesspiegel


29.3.2010 Das Erzbistum Freiburg informiert, dass der Leiter einer Seelsorgeeinheit von seinem Dienst freigestellt wurde, bis der Vorwurf sexuell übergriffigen Verhaltens gegenüber einem Jugendlichen im Jahr 1976 geklärt ist. Im April erhebt ein weiterer Mann den Vorwurf, sexuell missbraucht worden zu sein. Der Beschuldigte wird erneut in der Seelsorge – zumindest vertretungsweise an Erntedank 2014 – eingesetzt. Ein Foto zeigt ihn mit Kindern. Quelle: badische-zeitung.de und badische-zeitung.de  hitradio-ohr.de  schwarzwaldradio.com


10.9.2011 bo.de  kath-kappelwindeck.de


29.3.2010 Die Kirche in Irland verliert durch die Vertuschung der Missbrauchsfälle die Kontrolle in Irland und kämpft um ihr Überleben. Quelle: die presse


29.3.2010 Im Bistum Trier wurden/werden 27 Priester des sexuellen Missbrauchs und/oder des Konsums von Kinder-Folter-Fotos beschuldigt.
Quellen: 16vor.de   Bistum Trier


29.3.2010 Von Übergriffen in Sportvereinen berichtet die Referentin des NRW-Sportbundes, Dorota Sahle. Sie vermutet, dass auch hier die ganze Palette von Übergriffen bis Vergewaltigungen vorkommt. Quelle: dradio.de


29.3.2010 Und so klingt das päpstliche Wort vom “Geschwätz der vorherrschenden Meinung” in den Augen und Ohren Gehörloser. Quelle: Taubenschlag.de


29.3.2010 Ein Mann berichtet vom Missbrauch – und kann ihn bis heute nicht so benennen.  “Und wusste die Kirche? Die wusste. Viel später, um 1990 herum, ließ der Personalreferent der zuständigen Erzdiözese Lars über einen Dritten mitteilen, wenn er überdies Psychotherapie bräuchte, könne er sich melden. Der Personalreferent von damals ist heute ein hoher Würdenträger der katholischen Kirche Deutschlands.” Quelle: taz


29.3.2010 “Jäger” von Missbrauchstätern war er. Am liebsten würde er – bis heute! – den Papst vor Gericht bringen. Atheist war er und wurde Christ. Und dann musste er noch erfahren, dass seine eigene Tochter mit 8 Jahren von ihrem Therapeuten, einem ehemaligen Priester, missbraucht wurde.

Wem immer noch nicht klar ist, dass Gewalt ein ubiquitäres Problem ist, kann es vielleicht an diesem Fall sehen – der beileibe kein Einzelfall ist. Quelle: bazonline


29.3.2010 Im Wallfahrtsort Wurmlingen soll es sexuellen Missbrauch gegeben haben. Quelle: swr


29.3.2010 Bei den Steyler Missionaren soll es mehrfach sexuellen Missbrauch gegeben haben. Quelle: op-online


29.3.2010 Im Bistum Rottenburg-Stuttgart hat eine heute 45-Jährige einen inzwischen gestorbenen Pfarrer beschuldigt, sie missbraucht zu haben, als sie 8 Jahre alt war. Die Journalistin hat den Vorwurf bereits 2005 erhoben. Er konnte jedoch nicht verifiziert werden, weil ihre zeitlichen Angaben unzutreffend waren und sich überdies keine weiteren Opfer gemeldet haben. Quelle: Stuttgarter Zeitung


29.3.2010 „Christus führt die Menschen zu einem Leben in Wahrheit; er führt sie zu dem Mut, der sich nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern lässt.” Das sagte der Papst zur Eröffnung der Karwoche bei einer Predigt am Palmsonntag. Quelle: Radio Vatikan


28.3.2010 Im Jahr 2000 soll eine heute 66-jähriger katholischer Pfarrer in Buttstädt eine minderjährige Ministrantin missbraucht haben. In der letzten Woche wurden immer neue Vorwürfe gegen den Priester bekannt. Der Übergriff auf die Ministrantin war wohl nicht der einzige, der zwischen 1997 bis 2004 in Thüringen geschah. Bereits 2004 wurde der Pfarrer von einem Häftling wegen sexueller Nötigung angezeigt. 2006 wurde das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Seither ist der Pfarrer im Ruhestand und lebte wieder in Nordhessen. Inzwischen ist er aus dem Dienst abgezogen. Quelle: Thüringer Allgemeine


28.3.2010 Missbrauch durch Entwicklungshelfer bleibt fast immer unerkannt. Domradio


28.3.2010 “Das Problem, das wir haben sind nicht die Medien. Das Problem, das wir haben ist ein Problem in unseren eigenen Reihen unserer Kirche. Auch wie wir mit Übergriffen in der Vergangenheit umgegangen sind. Und auch wenn das nicht an die Öffentlichkeit gekommen wäre, ist das Problem da. Und diese ganzen Fragen haben unsere Glaubwürdigkeit in den vergangenen Jahrzehnten massiv auch beschädigt, auch wenn es nicht öffentlich war. Es ist eigentlich traurig, dass uns die Medien zu diesem Sprung helfen mussten, dass wir das angehen, aber jetzt sollten wir eigentlich dankbar sein und uns dieser Herausforderung stellen.” Das sagte Abt Werlen bei Radio Vatikan. Er wies auch darauf hin, dass es bei sexueller Gewalt nicht um Sexualität geht, sondern um Macht.


28.3.2010 Manfred Kappeler, Erziehungsexperte (?), weist darauf hin, dass das Schicksal der Heimkinder in der öffentlichen Diskussion nicht vorkommt. Auch die Tatsache, dass Frauen/Nonnen Kinder missbrauchen, wird kaum thematisiert. Vom Runden Tisch erwartet Kappeler sich nicht viel. Seine Begrüdnung: “Nicht, wenn die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann bei der Ernennung schon sagt, ein Ziel des runden Tisches sei die Versöhnung. Es ist eine Unverschämtheit, von den Opfern zu erwarten, dass sie vergeben und sich versöhnen sollen. So wie dieser runde Tisch angelegt ist, soll er im Wesentlichen der Problementschärfung dienen. Aufarbeiten und dann ab damit auf den Müllhaufen der Geschichte. Man kann solches Gewalthandeln nicht aufarbeiten, sondern nur vorbehaltlos aufklären. Aber das setzt den Willen zur Wahrhaftigkeit voraus.” Quelle: taz


28.3.2010 Der Papstsprecher sagt, dass die einzelnen Länder und Bischofskonferenzen in Sachen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle auf einem guten Weg seien. Quelle: Radio Vatikan 


28.3.2010 Bischof Gebhard Fürst über den Missbrauchsskandal und die Rolle der Medien.

„Ich finde, dass es eine Atmosphäre ist, die sehr angespannt ist, voll hoher Erwartungen vieler Medien an die Kirche hinsichtlich sehr intensiver Mitarbeit, Kommunikationsarbeit, Interviews. … Ich erlebe Medien und einzelne Redakteure und Journalisten, die sehr fair mit der Situation umgehen. Ich erlebe aber auch andere, die eine vorgefertigte Meinung haben, die in einer gewissen Ideologie verankert ist, in welche die ganzen Informationen hinein genommen werden. … Wir haben eine große Vertrauenskrise in der katholischen Kirche in Deutschland. Es ist meine große Sorge, dass wir in unserer Verkündigung dadurch ins Leere laufen. Deshalb müssen wir in der Zukunft relativ unaufgeregt, aber mit großer Aufmerksamkeit schauen, wie wir dieses verlorene Vertrauen bei vielen Leuten wieder zurückgewinnen können.” Quelle: Domradio


28.3.2010 Die Normen des Vatikan bei Missbrauchsfällen – einige Erklärungen  Quelle: katholisch.de


28.3.2010 Von den Opfern ist kaum die Rede – die einen diskutieren über den Zölibat, die anderen über den politischen Gegner. Quelle: nachrichten.aol.de


28.3.2010 Kardinal Tarcisio Bertone, der Stellvertreter des Präfekten der Glaubenskongregation,  schrieb nach dem Tode Murphys, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll, an den Erzbischof von Milwaukee: “Wir haben alle Hoffnung, dass der besagte Priester bei der Lösung dieses schmerzlichen Falles mithilft, was dem Heil der Seelen zugute kommt und Skandal vermeiden hilft.” Nach dem Tode des Geistlichen schrieb der Kardinal an den Erzbischof: “Wir empfehlen Father Murphy dem Erbarmen Gottes und teilen mit Euch die Hoffnung, dass der Kirche ungebührliche Publicity durch diese Sache erspart bleibt.” Quelle: welt.de


28.3.2010 In der Odenwaldschule in Heppenheim sind 5 der sieben Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Quelle: Spiegel


28.3.2010 In den USA prüfen Gerichte, ob der Vatikan/der Papst sich einem amerikanischen Gericht stellen muss. Ratzinger hat auf zwei Schreiben von Gehörlosen, die durch den Priester Murphy missbraucht worden, nicht reagiert. Die Opfer hatten sich – ebenfalls vergeblich – auch an staatliche Behörden gewandt. Im Bistum Osnabrück wurde ein Priester suspendiert – ein Opfer hat sich beim Bistum Osnabrück gemeldet. Quelle: Süddeutsche


28.3.2010 Kardinal Kasper fordert “Großreinemachen”. Quelle: rp-online


28.3.2010 Pro Katholizismus – ein Plädoyer von Matthias Matussek im Spiegel


27.3.2010 Hier hat jemand immer noch nicht verstanden, dass Opfer zum “Wir” der Kirche dazugehören. Mal sehen, ob meine Mail weiterhilft. Quelle: kirchensite.de


27.3.2010 Das Erzbistum München zu den Missbrauchsfällen. Quelle: Radio Vatikan


27.3.2010 Die Kirche arbeitet derzeit mehr als 250 Verdachtsfälle auf. Quelle: lauterbacher anzeiger


27.3.2010 Cathrin Kahlweit hat das Problem gut verstanden. Sie erzählt in der Süddeutschen, dass leidende Kinder lästig sind. Missbrauchsopfern wurde lange nicht geglaubt, weil ihre Nöte Mut und Solidarität erfordert hätten. Sie schwiegen – weil sie nur so ihre Würde retten konnten. In wenigen Stichworten skizziert sie die Probleme: Verschwiegen, verdrängt, verjährt – gelitten, geredet, nicht gehört – geschämt, geschwiegen, gestorben – geschwiegen, geschämt, Suizid begangen


27.3.2010 Wie Vertuschung funktioniert, wie Vorgesetzte an Tätern festhalten und Opfer beschuldigen ist auch in einem Sportverein zu beobachten. Quelle: faz-net


27.3.2010 In Weinheim, Bistum Freiburg, setzt sich die katholische Gemeinde mit einem alten Missbrauchsfall auseinander. Ein Gruppenleiter soll vor ca 30 Jahren mindestens zwei Jungen missbraucht haben. Bis heute gibt es Jungen-Fotos im Internet, die dieser Mann einstellt. Quelle: wnoz.de


27.3.2010 Das Erzbistum München erklärt zu den Vorwürfen gegen den damaligen Kardinal Ratzinger: “Die Erzdiözese geht nach wie vor davon aus, dass der damalige Erzbischof die Entscheidung, Priester H. in der Pfarrseelsorge einzusetzen, nicht gekannt hat. Jede anders lautende Darstellung weist sie als reine Spekulation zurück. Der damalige Generalvikar, Prälat Gerhard Gruber, hat für seine eigenmächtige und falsche Entscheidung, H. in der Pfarrseelsorge einzusetzen, die volle Verantwortung übernommen.“


27.3.2010 Sexueller Missbrauch und andere Gewalt gegen Schwache und Abhängige, die derzeit öffentlich diskutiert wird, übersieht folgende Menschengruppen: Behinderte, Alte, Frauen,  weibliche Jugendliche; Gewalt von Jugendlichen gegen Jugendliche und Kinder. 


27.3.2010 Zartbitter zur Anzeigepflicht: Opfer verstummen


27.3.2010 Missbrauchsbilanz in Tirol. Quelle: tirol-orf


27.3.2010 Eine Predigt zum Nachlesen in der Zeitung – gehalten von Georg Koch, Pfarrer in Betzdorf. Quelle: rhein-zeitung


27.3.2010 Im Bistum Trier gibt es überdurchschnittlich viele Kirchenaustritte. Außerdem wurde bekannt, dass in den 80er Jahren ein Religionslehrer im nördlichen Rheinland-Pfalz einen Schüler sexuell missbraucht haben soll. Der Lehrer ist nicht mehr im Schuldienst tätig. Die Strafverfolgungsbehörden seien in Kenntnis gesetzt worden. Quelle: rhein-wied-news


27.3.2010 Die Psychotherapeutin und Psychologin Regula Schwager weist darauf hin, dass Opfer von Kirchenmännern unter einer verschärften Situation zu leiden haben. Neben dem Missbrauch eines Abhängigkeits- und Vertrauensverhältnisses muss das Opfer zur Kenntnis nehmen, dass der Täter Vertreter einer moralischen Instanz ist, die vorgibt, was gut und was böse ist. Damit werden auch die Wertvorstellungen eines Kindes bedroht. Und außerdem stehen die Opfer nicht nur einem Täter gegenüber, sondern zugleich einer als übermächtig erlebten Institution. Quelle: nzz


27.3.2010 In Pforzheim, Bistum Freiburg, erhebt ein heute 64-Jähriger den Vorwurf, ein Pfarrer habe ihn und zwei weitere Jungen in den 50er Jahren sexuell belästigt. Ein Nachweis ist nicht mehr zu führen, da der – sehr beliebte – Pfarrer tot ist.

Im Ordinariat Freiburg liegt die Meldung eines weiteren Opfers vor, die der Missbrauchsbeauftragte als glaubwürdig einstuft. Verbunden damit ist der Vorwurf unterlassener Hilfeleistung gegen den Dekan. Dr. Maier, der Missbrauchsbeauftragte, geht von weiteren Opfern aus, denn “einzelne Opfer sind ungewöhnlich”. Quelle: pz-news


27.3.2010 Im Erzbistum Hamburg werden derzeit drei mutmaßliche Missbrauchsfälle geprüft. In Bad Oldesloe prüft die Staatsanwaltschaft einen sexuellen Übergriff auf einen damals Achtjährigen in einem Kinderheim in Neubörnsen, der sich 1950 oder 1951 ereignet haben soll. 1998 soll eine damals 15-Jährige im Kloster Nütschau zu sexuellen Handlungen genötigt worden sein. Möglicherweise ist dieser Vorwurf nicht verjährt. Quelle: shz


27.3.2010 Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz weist darauf hin, dass die väterliche Rolle, die ein Priester oft hat(te), den Missbrauch durch katholische Geistliche zu einem besonders abscheulichen Verbrechen mache, weil damit der Missbrauch auch etwas Inzestuöses bekommt. Quelle: rp-online


27.3.2010 Französische und englische Bischöfe haben dem Papst ihre Solidarität erklärt. Quelle: Domradio

Kommentar: Im Bistum München hat eine Kirchengemeinde an ihren Bischof geschrieben, dass sie den Bischof in seiner Null-Toleranz-Politik, seiner Sorge um Transparenz und Aufklärung und dem Durchfürhen von Konsequenzen bei den Verantwortlichen  unterstützen. Die Unterstützung ging aber dann doch nicht so weit, eine Bitte um Verlinkung von GottesSuche zu beantworten, geschweige denn zu erfüllen. Offensichtlich schließt Solidarität mit dem Bischof die Solidarität mit Gewaltopfern aus.


26.3.2010 Die Maristenbrüder Deutschland suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Das teilte der Deutschlandbeauftragte des Ordens, Frater Alois Engel, mit. Der Orden erhofft sich von dem Schritt Klarheit über öffentlich erhobene Vorwürfe aus jüngerer Zeit. gegen das Maristenkolleg in Mindelheim. Der leitende Oberstaatsanwalt Dr. Johann Kreuzpointner begrüßte die Erklärung. Er stellte aber klar, dass es derzeit keine neuen Vorwurfsfälle gebe. Quelle: Augsburger Allgemeine


26.3.2010 Ein ehemaliger Homberger Priester, dem sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen wurde, ist weiter in katholischen Gemeinden aktiv. Quelle: hna.de


26.3.2010 In Verona, Italien, will die katholische Kirche mehr als ein halbes Jahr nach Bekanntwerden einer Missbrauchsaffäre an einer Schule für Taubstimme die mutmaßlichen Opfer befragen. Das Bistum Verona erklärte, dies sei nicht früher passiert, weil die mutmaßlichen Opfer beim Bischof keine formelle Beschwerde eingereicht hätten. Die Anschuldigungen betreffen zahlreiche Geistliche, die jahrzehntelang bis in die 80er Jahre gehörlose Schüler missbraucht und misshandelt haben sollen. Bereits 2001 unterzeichneten 67 frühere Schüler eine entsprechende Erklärung. Das Bistum leitete seine Unterlagen im letzten Jahr an den Vatikan weiter. Bis zum 15.2.2010 unternahm der Vatikan nichts. Dann ordnete Levada, Nachfolger Ratzingers, eine BEfragung an, teilte der Bistumssprecher mit. Aber das Bistum wusste nicht, wie die mutmaßlichen Opfer zu erreichen seien. Dass alle Mitglied im Gehörlosenverband von Verona sind, war dem Bistum unbekannt. Ein Vertreter der anklagenden Schüler widersprach der Darstellung des Bistums. Er habe zweimal mit dem Bischof von Verona gesprochen und die Angaben im letzten Jahr bereits an das Bistum gesandt. (Wir dürfen vielleicht annehmen, dass ein Absender angegeben war.) Quelle: nzz

Bei einer Fernsehsendung verweigerten die gehörlosen Männer dem Prälaten Bruno Fasani, dem Sprecher des Bistums, den Handschlag. Einer der Männer sagte, er könne es nicht über sich bringen, dem Kirchenvertreter die Hand zu schütteln. Er wolle nur Gerechtigkeit. Quelle: focus 


26.3.2010 Im Erzbistum Freiburg sind neue Vorwürfe gegen einen Mesner  der Freiburger Dompfarrei aufgetaucht, die geprüft werden. Quelle: Erzbistum Freiburg


26.3.2010 Die Legionäre Christi bitten die Opfer ihres Gründers, Marcial Maciel Degollado, um Vergebung. Erst eine vatikanische Untersuchung habe die Taten (also: die Verbrechen!) ihres 2008 gestorbenen Gründers ans Licht gebracht. Degollado soll zahlreiche minderjährige Seminaristen sexuellmissbraucht haben. Der Orden bittet alle, denen er in der Vergangenheit nicht geglaubt oder die er nicht gehört habe, um Verzeihung.

Quelle: ORF
s. auch: kipa-apic
s. auch: vol.at
s. auch: ikvu.de
Die Vorwürfe beginnen nämlich nicht erst 1998, sondern stammen bereits von 1956 und 1978. Sie umfassen also einen Zeitraum von 5 Jahrzehnten! Wie viele Opfer vermeidbar gewesen wären, wenn Padre Marcial Maciel Degallado nicht geschützt worden wäre, lässt sich vermutlich nicht exakt feststellen. 


30.6.2005 Im Vatikan läuft derzeit eine Untersuchung gegen Padre Marcial Maciel Degallado. Er ist Gründer der mächtigen katholischen Organisation Legionäre Christi. Ende 2004 gab der Präfekt der Glaubenskongregation, Ratzinger, Anweisung, gegen Pfarrer Maciel zu ermitteln. Sieben ehemalige Seminaristen beschuldigen ihn, sich in den 50er und 60er Jahren sexuell an ihnen vergangen zu haben und sie anschließend in der Beichte von allen Vergehen freigesprochen zu haben. D.i. ein Missbrauch, der nach kanonischem Recht nicht verjährt. Weitere 20 ehemalige Seminaristen sind heute bereit, gegen Maciel auszusagen. Die Ankläger sind ehemals hochrangige Legionäre, heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure. Die Klage wurde bereits 1999 im Vatikan eingereicht. Bereits 1978 und 1989 hatte der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben. Eine Antwort erhielt er nicht. Der damalige Papst vertraute wohl auf eine Untersuchung von 1956, in der Maciel verschiedener Vergehen verdächtigt, jedoch freigesprochen wurde.


26.3.2010 In Schleswig-Holstein soll es im inzw. geschlossenen Schullandheim, Neubörnsen im Kreis Herzogtum Lauenburg in den 50er und 60er Jahren sexuellen Missbrauch durch Geistliche gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft prüft den Hinweis. Quelle: geesthacht.org


26.3.2010 Unter dem Titel “Schwarzer Petrus” schaut Joachim Frank, was der Vatikan und was der Papst, als er noch Kardinal Ratzinger war, von Missbrauch wusste. Er kommt zu dem gleichen Schluss wie die Münsteraner Sozialethikerin Marianne Heimbach-Steins: der Vatikan habe den Schutz der Institution Kirche und des Klerus systematisch über die strafrechtliche Verfolgung der Täter und das Wohl der Opfer gestellt. Der jüngst bekanntgewordene Fall aus den USA belege dies eindrucksvoll. Quelle: FR


26.3.2010 Sexueller Missbrauch: Ein Papst ist hilflos – ein Beitrag von Publik Forum


26.3.2010 Pfarrer K.D. war von 1997 bis 2004 Seelsorger in der Herz-Jesu-Gemeinde in Weimar. Zuvor war er 1996 wegen Verdachts des Missbrauchs von seinem Amt in Homburg/Efze entbunden worden. Er war vom Gericht des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 2 Fällen für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe und einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Inzwischen wird ein Fall bekannt, in dem der Pfarrer sich einem damals minderjährigen Mädchen in exhibitionistischer Weise genähert habe. Der Vorfall wurde in der Gemeinde bekannt und dem Bistum Erfurt mitgeteilt. Als Gefängnisseelsorger wurde D. im Frühjahr 2004 von einem damals 20-jährigen Mann der sexuellen Nötigung bezichtigt. Tatort soll die Jugendstrafanstalt Ichtershausen, Zweiganstalt Weimar, gewesen sein. Das nach einer Strafanzeige eingeleitete Verfahren sei im Frühjahr 2006 eingestellt worden.  Bischof Wanke sagte: “Wenn ich im Nachgang die Entscheidung bewerte, Pfarrer D. auf eine Bitte Fuldas hin zu einer begrenzten Tätigkeit in der Gemeinde Weimar zuzulassen, muss ich bekennen, dass ich eine solche Entscheidung heute nicht mehr so fällen würde.” Quelle: tlz.de


26.3.2010 Der Abt Werlen sprach sich für eine schwarze Liste pädokrimineller Priester aus. In Rom solle es eine zentrale Stelle geben. So ließe sich weltweit vermeiden, dass pädokriminelle Priester woanders in der Kirche wieder eine Anstellung finden. Werlen sagte außerdem, einige Bischöfe und auch der Papst hätten den Ernst der Lage nicht erkannt. Quelle: Spiegel


26.3.2010 In Frankreich werden auch Mitwisser pädokrimineller Verbrechen zur Rechenschaft gezogen, z.B. Bischöfe, die kriminelle Priester decken. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Hilfsverbände weisen darauf hin, dass eine Anzeigepflicht für die Opfer auch schädlich sein kann. Ursula Enders, Vorsitzende des Kölner Opferverbandes Zartbitter e.V., ist sich sicher, dass eine Meldepflicht Opfer davon abhalten wird, sich mit dem Erlittenen anderen anzuvertrauen. “Opfer in Institutionen sind öffentliche Opfer. Sie haben keinen Schutz davor, öffentlich noch einmal entblößt zu werden. Ein Mädchen, das einen Lehrer anzeigt, muss davon ausgehen, dass es in der Schule gemobbt werden wird.” Wie Iris Hölling weiß Enders aus der Beratungsarbeit, dass Opfer unter starkem Druck ihre Anschuldigungen häufig zurückziehen. Quelle: Die Zeit


26.3.2010 Ein Missbrauchsopfer aus Ostbevern berichtete dem zuständigen Bischof von Münster, wurde zum Gespräch eingeladen und erlebte das Gespräch “wie ein Verhör”. Das mutmaßliche Opfer weiß, dass sich zwei weitere Opfer aus Ostbevern beim Bistum gemeldet hätten. Eine Bestätigung dafür liegt der Zeitung nicht vor. Quelle: Ahlener Zeitung


26.3.2010 Der Corriere della Sera berichtete von mehreren Missbrauchsfällen in den Diözesen Bozen, Florenz, Ferrara und Rom. Der Bischof von Bozen forderte Betroffene auf, die kirchliche Anlaufstelle im Internet aufzusuchen. Pater Giovanni Franzoni, früherer Abt der röm. Abtei San Paolo fuori le Mura, wies darauf hin, dass Missbrauchsfälle regelmäßig von kirchlichen Autoritäten vertuscht wurden – es habe nur innerkirchliche Ermahnungen und Versetzungen gegeben. – Vor Kurzem wurde ein Buch veröffentlich – “Die verborgene Sünde” -, das bekannte Missbrauchsfälle beschrieb. Die Autoren zogen es vor, anonym zu bleiben. Sie werden ihre Gründe haben. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Überblick über die Handhabung der Missbrauchsfälle in unterschiedlichen Ländern. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Nach Angaben ver Tagesschau waren 1974 (!) sowohl die Erzdiözese Milwaukee als auch zwei Vertreter des Vatikan detailliert über mehrere Missbrauchsfälle des Priesters Murphy informiert, der bis zu 200 taubstumme Jungen missbraucht haben soll. Quellen: Tagesschau   salzburg.com


26.3.2010 Kommentar von Peter Wensiersky zu Papst Benedikt: Herr, vergib ihm seine Geduld. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Der Schulleiter des evangelischen Windsbacher Knabenchors räumt ein, dass Schüler jahrzehntelang misshandelt wurden. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Der Vorsitzende der irischen Bischofskonferenz, Kardinal Sean Brady, hat Transparenz versprochen – und vergessen, dass er 1975 als protokollierender Priester dabei war, wie zwei missbrauchen Kindern ein Schweigegelübde abgenommen wurde. Rücktrittsforderungen wies er zurück. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Der Theaterregisseur und Musiker Franz Wittenbrink, ehemaliger Internatsschüler der Regensburger Domspatzen, schreibt: “Denn hinter dem zur Schau gestellten Aufklärungswillen spürt man ganz deutlich die Abwehrhaltung, doch ja die eigene Institution nicht ins Zwielicht geraten zu lassen.” Das gelte für Kirchen ebenso wie für Schulen reformpädagogischer Tradition. “Die Debatte gerät zum ideologischen Grabenkampf, und die Opfer werden dafür schon wieder benutzt. Man müsste froh sein, dass die vielen Opfer, die immer für sich alleine waren mit ihren Schuldgefühlen, mit der Beschädigung und Zerstörung ihrer Seele, endlich ans Licht der Öffentlichkeit treten. Doch es steht zu befürchten, dass auch das wieder ein Strohfeuer sein wird. Quelle: SZ-Online

Kommentar: Das entspricht meinen Beobachtungen – und meinen Befürchtungen. Eines Besseren lasse ich mich gerne belehren.


26.3.2010 Päpstliche Dokumente über das Wissen des Papstes um Missbrauchsfälle. Quelle: Tagesspiegel


26.3.2010 In Polen ist sexuelle Gewalt von kath. Priestern gegen Kinder und Jugendliche kein Thema. Bekannt wurden bislang nur der Posener Erzbischof, der Seminaristen und Priester belästigt haben soll und 2002 zurücktrat. 2004 wurde ein Priester verurteilt, weil er Kinder missbraucht hat. Und der frühere Beichtvater von Lech Walesa, Prälat Henryk J., wurde suspendiert. 2008 wurde bekannt, dass die Bischöfe 10 Jahre lang den Leiter eines Stettiner Erziehungsheims schützten, obwohl der Kinder missbrauchte. Quelle: Spiegel


26.3.2010 Im Fall des Priesters, der von Essen nach München geschickt wurde, liegt der New York Times die Kopie eines Memos vor, in dem der damalige Kardinal Joseph Ratzinger informiert wurde, dass der wegen Missbrauch von Essen nach München versetzte Priester kurz nach der Bewilligung einer Therapie wieder in der Seelsorge eingesetzt wurde. Gleichgültig, ob Joseph Ratzinger das betreffende Memo gelesen hat oder nicht: Die Recherchen der Times legen nahe, dass in diesem Fall Fakten vom Verantwortlichen der zuständigen Diözese vernachlässigt wurden – zum Schaden von Kindern, denen das Schicksal als Missbrauchsopfer erspart hätte bleiben können. Quellen: tt.com   Die Zeit


26.3.2010 Der Papst ließ durch zwei Beauftragte die Vorfälle in Ettal untersuchen. Quelle: www.welt.de


 

25.3.2010 Was Gewalt in Menschen anrichtet – Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung von Frauen, Kriegseinsätze von Männern. Posttraumatische Belastungsstörung bei Kriegsveteranen. Nicht alle überleben. Quelle: Spiegel


25.3.2010 Im Agnesheim Funckenhausen, das vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) getragen wird, verging sich ein Sozialarbeiter in den 80-er Jahren an sechs Minderjährigen. Der Täter wurde anschließend Benediktiner. Er erstattete Anzeige gegen sich. Anhand der Aussagen geht die Staatsanwaltschaft von 19 Geschädigten aus, 18 davon Jungen. Sechs der Opfer lebten in dem Hinderheim in Hagen. Andere wurden Opfer, als der Täter in Meschede arbeitete. Quelle: der Westen


25.3.2010 Im Bistum Münster wurden zwei Priester von ihren Tätigkeiten entbunden. In einem Fall habe die Staatsanwaltschaft die Diözese informiert. Im anderen Fall habe die Kommission der Diözese Hinweise auf sexuellen Missbrauch eines 14-Jährigen in den 70er Jahren erhalten – der mutmaßliche Täter ist heute 74 J., die Staatsanwaltshaft ist eingeschaltet. Quelle: wdr


25.3.2010 In St. Blasien soll es inzwischen 33 Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs geben. Elf bezögen sich auf Jesuitenpater Wolfgang S., dem sadistische Übergriffe vorgeworfen werden. Vier Opfer gaben an, sie seien von Winfried H. sexuell missbraucht worden. Elf weitere Meldungen geben Hinweise auf die Taten von acht Jesuiten und einen Laienmitarbeiter. Quelle: Kanal 8 und Badische Zeitung


25.3.2010 Das Bistum Fulda teilte mit, dass es Vorwürfe gegen drei Priester aus den 90er Jahren gibt. In einem Verfahren ist ein Laienmitarbeiter wegen Übergriffe in den 70er Jahren betroffen. Aktuell gibt es einen Vorwurf gegen einen Laienmitarbeiter. 2 Altfälle kämen hinzu, die bei den zuständigen Amtsgerichten lägen – da hätten sich neue Vorwürfe ergeben. Zwei Priester, die wegen sexueller Beleidigungen verurteilt wurden, leben im Bistum Fulda. Vier Priester, die zw. 1940 und 1980 übergriffig waren, sind inzw. gestorben. Quelle: nh24

Kommentar: Die vielen, vielen Entschuldigungen allerorten gebe ich hier nicht mehr wieder – die sind erst dann wieder ernst zu nehmen, wenn sich etwas ändert, wirklich ändert – zugunsten der Opfer. Erika Kerstner


25.3.2010 Bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind neue Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut geworden. Es hätten sich Betroffene gemeldet, die zwei weitere Pfarrer beschuldigten, teilte die Kirchenverwaltung am Donnerstag in Darmstadt mit. Einer der Vorwürfe betreffe Vorfälle in den 70er Jahren in Südhessen, der andere beziehe sich auf aktuelle Vorgänge im Westerwald. Quelle: FR


25.3.2010 Die Süddeutsche spricht von “Murphy’s Law” – “das Gesetz besagt: dass die katholische Kirche alles, was unter den Tisch gekehrt werden kann, auch unter den Tisch kehrt. Das ist das katholische Derivat von Murphys Gesetz”


25.3.2010 Der Vatikan nimmt Stellung zu den Vorwürfen der Vertuschung im Fall Murphy, der bis zu 200 gehörlose Kinder missbraucht haben soll.


25.3.2009 Der Papst soll als Kardinal in den 1990er Jahren nichts gegen einen Priester unternommen haben, der Jahre zuvor in den USA bis zu 200 gehörlose Jungen missbrauchte. Mehrere US-Bischöfe hätten den damaligen Kardinal Ratzinger gewarnt, dass diese Angelegenheit die Kirche in eine peinliche Lage bringen könne. (Davon, dass bis zu 200 Kinder in eine unerträgliche Lage kamen, ist nicht die Rede.)

Es handelt sich um den Priester Lawrenve Murphy, der von 1950 bis 1974 in einer Schule für gehörlose Kinder gearbeitet habe. 1974 sei Murphy in aller Stille in eine Diözese im nördlichen Wisconsin versetzt worden. Dort habe er bis zu seinem Tod  1998 weiter in Gemeinden, Schulen und – laut einer Klageschrift – im Jugendstrafvollzug Umgang mit Kindern und Jugendlichen gehabt. Erzbischof Weakland habe die Vorwürfe gegen Murphy 1993 von einem besonders geschulten Sozialarbeiter untersuchen lassen. Murphy habe ausgesagt, dass er etwa 200 Jungen belästigt habe. Er habe aber keine Reue gezeigt. 1996 habe der damalige Erzbischof von Milwaukee, Rembert G. Weakland, einen Brief an Ratzinger geschrieben. Ratzinger habe nicht geantwortet. Acht Monate später habe Kardinal Tarcisio Bertone aus der vatikanischen Glaubenskongregation, die Bischöfe in Wisconsin angewiesen, ein geheimes kircheninternes Verfahren einzuleiten, das zur Entfernung Murphys aus dem Amt führen könne. Bertone stoppte die Prozedur nach Angaben der Zeitung dann aber wieder, nachdem Murphy beim deutschen Kardinal Ratzinger schriftlich dagegen protestiert habe. Murphy argumentierte demnach, er habe bereut, sei krank und der Fall außerdem gemäß der Kirchenregeln bereits verjährt. 1998 starb Murphy.
Vatikansprecher Federico Lombardi nannte es in der Zeitung einen “tragischen Fall”. Der Vatikan habe erst 1996 von den Vorfällen Kenntnis erhalten. Die US-Behörden hätten den Fall untersucht und nicht weiterverfolgt. Quellen: stern.de    FR


25.3.2010 Im Erzbistum München wird zur Zeit abgeklärt, ob der Personalreferent korrekt mit einem Priester umging. Der Priester hatte von September 1993 bis September 1995 in der Pfarrei Sankt Jakob, Freisinger Stadtteil Vötting, als Seelsorger gearbeitet. In dieser Zeit bedrängte er eine Angestellte sexuell. Die Frau erstattete keine Anzeige – eine Delegation der Pfarrgemeinde ließ sich von der Bistumsleitung versprechen, dass der übergriffige Priester die Pfarrei verlassen müsse und aus dem Dienst des Erzbistums München und Freising entlassen werden. Er wurde jedoch trotz dieser Zusage bis Juni 2006 als Seelsorger in der Erzdiözese München eingesetzt. Das Erzbistum prüft, ob die Gemeinde St. Jakob/Freising/Vötting tatsächlich die Zusage der Entlassung aus dem Dienst der Diözese vom Erzbistum erhalten habe oder nicht. Fakt ist, dass der Priester auf eigenen Wunsch 2006 in den Ruhestand versetzt wurde – wegen Zweckentfremdung von Geld. Quelle: Süddeutsche


25.3.2010 Ein Pfarrer findet die Vorfälle erschütternd. Er erzählt von tiefer Betroffenheit und dass das Thema Missbrauch derzeit viel Raum einnehme. „Ich hoffe aber, dass es irgendwann auch wieder ins Normale übergeht. Wir haben ja auch eine Botschaft zu verkünden. Und das wollen wir mit Freude tun“, sagte er. Quelle: Der Westen

Kommentar: Für Missbrauchsopfer sind “das Normale” die Missbrauchsfolgen, mit denen sie täglich zu kämpfen haben. Bedeutet die Aussage des Pfarrers also, dass Missbrauchsopfer nur unter Absehung ihrer Gewalterfahrung Subjekte der frohen Botschaft sein können? Das ist mehr als zynisch. Und es widerspricht eklatant dem Evangelium, das zuallererst den Opfern gilt. Erika Kerstner


25.3.2010 Im Kolleg Sankt Blasien haben inzwischen mehr als 15 Betroffene in den vergangenen Wochen von Missbrauch und Übergriffen durch zwei Jesuitenpatres in den Jahren 1965 bis 1967 sowie 1982 bis 1989 berichtet. Elf weitere Meldungen beziehen sich auf Taten von acht ehemaligen Jesuiten und eines schulischen Mitarbeiters aus den 50er und 60er Jahren, wie Schulleiter Pater Johannes Siebner in einem Brief an die Eltern der Kollegsschüler berichtet. Quelle: Tagesspiegel 25.3.2010 Der suspendierte Priester H., zuletzt Pfarradministrator in Garching, soll nach Angaben des Bistums Essen als Kaplan in Bottrop, St. Cyriakus, ebenfalls Kinder missbraucht haben – bis 1978. Die Vorwürfe seien erst vor kurzem bekannt geworden und nicht in den Bistums-Akten. Quelle: Der Westen


24.3.2010 Ein Opferschicksal in der taz 


24.3.2010 Das Bistum Fulda schweigt zu dem Vorwurf, der damalige Personalreferent und heutige Weihbischof Kapp habe einen Sexualstraftäter gedeckt. Quelle: FR


24.3.2010 Der Innsbrucker Bischof Scheurer sagt: “Dass man über den Zölibat als Lebensform reden muss, auch über die Sexualmoral, das halte ich auch für notwendig. Aber ich halte es nicht für einen angemessenen Umgang mit Opfern, wenn man deren Erfahrungen instrumentalisiert, um den Zölibat abzuschaffen.” Quelle: kathweb.at

Kommentar: Er hat Recht. Derzeit nutzen unterschiedliche Gruppen die Missbrauchsfälle, um eine Kirchenreform anzumahnen. Auch ich halte eine Kirchenreform für überfällig – aber Opfer dürfen dafür nicht instrumentalisiert werden.


24.3.2010 Kardinal Simonis, Niederlande, sagte, die katholische Kirche habe in den 50er bis 70er Jahren Missbrauch verdrängt. Auf Deutsch sagte er: “Wir haben es nicht gewusst.” Für niederländische Ohren bezieht dieser deutsche Satz sich auf Deutsche, die nach der Hitlerzeit angaben, nichts von Nazi-Verbrechen gewusst zu haben. Der Kardinal zeigte sich bestürzt über die vielen Missbrauchsfälle. Inzwischen sind in den Niederlanden nach Angaben der dortigen kirchlichen Meldestelle ca 1.100 Meldungen über mögliche Missbrauchsfälle eingegangen. Quelle: kath.web


24.3.2010 Ein evangelischer Pfarrer, Villach, berichtet, dass er als Junge in Kremsmünster missbraucht wurde. Quelle: ORF


24.3.2010 Die SPD-Politikerin Christine Bergmann ist die erste Regierungsbeauftragte für Missbrauchsfälle. Opferverbände begrüßen diese Entscheidung für eine Frau, die schon lange gegen Gewalt arbeitet. Quelle: taz


24.3.2010 Im Jahr 1998 soll der bereits suspendierte Priester H.  als Pfarradministrator in Garching/Alz erneut einen Minderjährigen missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Der Fall ist noch nicht verjährt. Quelle: Erzbistum München


24.3.2010 Gegen das frühere Erziehungsheim Steyr-Gleink in Oberösterreich werden Vorwürfe erhoben. Ein ehemaliger Zögling berichtet von körperlicher Gewalt der Patres Ende der 60er bzw. Anfang der 70er Jahre. Ein Geistlicher soll wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt worden sein. Die Caritas nimmt die Aussagen ernst. Quelle: nachrichten.at


24.3.2010 Zwei Männer erinnern sich, dass sich in Homburg am früheren Knabenrealgymnasium ein Priester an Jungen vergangen hat. “Der wusste, dass er gedeckt wird, dass wir die Gosch halten”, sagt einer von ihnen über den mutmaßlichen Täter. Quelle: Saarbrücker Zeitung


24.3.2010 Der Südkurier berichtet, dass der Opfer-Selbsthilfeverein “Grauzone” heute weitere Missbrauchsberichte aus dem Raum Donaueschingen darlegen wird. Quelle: Südkurier


24.3.2010 Der Papst hat den Rücktritt des irischen Bischofs von Cloyne, John Magees, angenommen. Magees wird vorgeworfen, dass er Berichten über sexuelle Übergriffe nicht angemessen nachgegangen sei. Dadurch wurden weitere Kinder Gefahren ausgesetzt. Magees war persönlicher Sekretäür von Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II. Vier weitere irische Bischöfe haben ihren Rücktritt angeboten, der Papst nahm den Rücktritt eines Bischofs an. Quelle: focus


24.3.2010 Im ehemaligen Internat der Mariannhillfer Missionare in Reken-Maria Veen sollen Schüler sexuell missbraucht worden sein. Bislang gibt es nur einen anonymen Hinweis. Quelle: orden-online.de


24.3.2010 Das Erzbistum Freiburg erklärt, es sei der Kirche nicht bekannt, dass drei Opfer des Pfarrers von Oberharmersbach 1991 gegenüber dem Nachbarpfarrer ausgesagt hätten. Quelle: Badische Zeitung


24.3.2010 im Jugendhilfeheim Maria in Hüfingen soll es ebenfalls zu Gewalt und sexualisierter Gewalt gekommen sein. Quelle: Südkurier


23.3.2010 Verlorenes Vertrauen: Dem ist nichts hinzuzufügen.


23.3.2010 Der Caritas-Vertreter klingt ehrlich. Und das ist eine Auszeichnung in all diesen derzeit wohlfeilen Äußerungen von Kirchenmännern. Quelle: FR


23.3.2010 Viele Therapeuten vergreifen sich an Klientinnen. Quelle: welt.de


23.3.2010 Nun entschuldigt sich auch Kardinal Wetter bei den Opfern. Zuvor hatte sich bereits der  Generalvikar Gerhard Gruber entschuldigt. Ich frage mich, ob die inflationären Ent-Schuldigungen hilfreich sind – und wem sie hilfreich sind.


23.3.2010 Report Mainz über sexuellen Missbrauch durch einen Priester in Oberharmersbach – und wie der damalige Personalreferent und heutige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz damit umging. Quelle: Report Mainz


24.3.2010 Reaktion des Erzbistums Freiburg: “Von einer Aussage dreier Opfer gegenüber einem Seelsorger einer Nachbargemeinde ist uns nichts bekannt”, sagte der Pressesprecher von Erzbischof Robert Zollitsch. Nach Angaben des Sprechers ist der Diözese auch nicht bekannt, dass es im Ruhestand des Pfarrers weiter zu sexuellem Missbrauch gekommen sein soll. Eberle bestätigte aber, dass es danach noch Besuche von Eltern und deren Kindern bei Pfarrer B. gab. Als die Diözese davon erfahren habe, sei auch dies untersagt worden.


23.3.2010 Die Entwicklung in den USA seit 2002. Quelle: zeit.de


23.3.2010 Missbrauchsnachrichten aus der Schweiz


23.3.2010 Das Bistum Hildesheim hat einen Pfarrer in Göttingen vorerst beurlaubt. R. A. habe vor neun Jahren als Pfarrer von B. einen Jugendlichen missbraucht. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingestellt. Die Medien hatten berichtet. Der Pfarrer wurde danach als Klinikseelsorger in einem Göttinger Krankenhaus eingesetzt. Weitere Missbrauchsfälle von R.A. wurden bislang nicht bekannt.

Ein anderer Priester, W.F., wurde ebenfalls beurlaubt – er hatte im Erzbistum Paderborn als Krankenhausseelsorger gearbeitet. Er hatte sich in den 80er Jahren als Pfarrer in Bad Münder des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. 2005 wurde er von seinem DIenst im Bistum Hilfesheim entbunden und in der Region Paderborn eingesetzt. Da er nun von Paderborn entpflichtet wurde, ist das Bistum Hildesheim wieder zuständig. Weiter Missbrauchsfälle sind nicht bekannt.
Pfarrer S. soll sich ca 1995 an einem Kind außerhalb des Bistums Hildesheim vergriffen haben. 2003 wurde das Bistum informiert. Die Familie des Opfers hatte um Verschwiegenheit gebeten und eine strafrechtl. Verfolgung abgelehnt. Nach einem psychiatrischen Gutachten wurde der Pfarrer wieder in der Seelsorge eingesetzt. 2007 dann sei S. von einem Unbekannten angezeigt worden und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. In den Gemeinden, in denen S. seit 1995 arbeitete, seien keine weiteren Missbrauchsfälle bekannt geworden. Quelle: hna.de


23.3.2010 Die Evangelische Landessynode in Bayern musste am Rande ihres Treffens zwei Missbrauchsfälle aus der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen. In einem Fall spielte sich der Übergriff 1984 ab – die Betroffene war 14 Jahre alt. Der Pfarrer ist als stellvertretender Dekan im Dienst. Quelle: nn-online.de


23.3.2010 Der Verein ehemaliger Heimkinder berichtet von großem Zulauf. Viele Traumatisierte riefen an und berichteten von Missbrauch. Der Vereinssprecher schätzt, dass 70-80% der 500 Vereinsmitglieder sexuell missbraucht wurden. Quelle: Zeit.de


23.3.2010 Der Weiße Ring übt Kritik an den kirchlichen Ombudsstellen – sie seien zu täternah. Die  österreichische Plattform “Betroffene Kirchlicher Gewalt” hat eine Hotline für Missbrauchsopfer eingerichtet: 0699-10369369, 9-12 Uhr. Die Internetseite http://www.betroffen.at/ ist im Aufbau. Quelle: Presse.com


23.3.2010 Im Bistum Fulda wurde ein bereits verurteilter 64-jähriger Missbrauchstäter in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er war in Duisburg in der Altenseelsorge tätig gewesen, nach einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauch im Bistum Fulda. Die Bistümer Fulda und Essen wollen laut Lota nun Gutachten erstellen lassen. Danach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Quelle: FR


23.3.2010 In der Steiermark wurden drei Priester dienstfrei gestellt. Die Gemeinden wurden informiert. Die genaue Abklärung der Vorwürfe steht aus. In allen Fällen liegen die Taten 15 bis 25 Jahre zurück. Der Pfarrer von Graz-Puntigam gestand den Missbrauch ein. Die beiden anderen Priester wurden bereits verurteilt. Spätere Vorfälle sexualisierter Gewalt sind unbekannt, werden aber geprüft. Quelle: steiermark.orf.at


23.3.2010 Im Bistum Linz, Österreich, meldeten sich 50 Menschen, die von Missbrauch (zwei Drittel) und Gewalt in Einrichtungen und Internaten bzw. durch “Einzelpriester” berichteten. 21 der Meldungen stammen vom März 2010. Quelle: nachrichten.at


22.3.2010 Es war 2006, als sich ein Missbrauchsopfer, 53, an das Erzbistum Freiburg wandte. Es sagt, das Erzbistum habe den Fall vertuscht. Der Mann berichtete weiter, das Bistum habe ihm zugesagt, seinen Fall zu prüfen. Seither habe er aus Freiburg nichts mehr gehört. Er jetzt hat das mutmaßliche Opfer versucht, Druck auf den mutmaßlichen Täter auszuüben – und seither ist der Priester vom Dienst in seiner Schweizer Gemeinde freigestellt. Das hätte bereits 2006 geschehen müssen, sagte der Ankläger. Quelle: Bild  s. auch Südkurier


22.3.2010 Radio Vatikan meldet: Der Bischof von Basel hat einen Priester von Aadorf, Kanton Thurgau, dispensiert. Der Geistliche wurden wegen eines möglichen Fehlverhaltens verhaftet. Bis zum Abschluss des Verfahrens wird das Bistum nichts veröffentlichen, um unnötigen Spekulationen und Vorverurteilungen zu entgehen.


22.3.2010 Ein Interview mit der evangelischen Theologin Prof. Susanne Heine. Sie sagt u.a.: “Es ist sehr befremdlich für mich, dass der Papst den Missbrauch vielfach herunterspielt, etwa durch den Vergleich mit dem “heroischen Beitrag” der Katholiken in Irland, die „immer eine Kraft für das Gute“ waren, dem Evangelium treu und Opfer der Protestanten. Als ziemlich zynisch empfinde ich, den Opfern Christus vor Augen zu stellen, der “wie ihr” die Wunden ungerechten Leidens trägt. Sollen die Opfer nun ihr Leid geduldig ertragen wie Christus? Und ist Missbrauch nur ‘ungerecht’?” und: Seine Aufforderung an die Täter, Wiedergutmachung durch Gebet zu leisten, kam bei mir sehr zynisch an. Als wären da keine beschädigten Menschen im Spiel! Der Schaden betrifft auch alle redlichen Amtsträger, die nun unter Generalverdacht fallen.” und: “Es wäre ein unglaublich wichtiges Zeichen, wenn alle Verantwortungsträger, in deren Diözesen das passiert ist, zurücktreten, auch wenn sie selber nicht betroffen und involviert sind.” und “Sicher ist, dass das bei Frauen sehr, sehr selten vorkommt. Dass Frauen allerdings so was verhindern können, bezweifle ich. Da schreiben sich Frauen eine Erlöserrolle zu, mit der sie sich übernehmen würden.” Quelle: kurier.at


22.3.2010 Ein 45-jähriger kath. Priester hat sich wegen einer Beziehung zu einer 17-jährigen Messdienerin selbst angezeigt. Die 17-Jährige wollte keine Anzeige. Quelle: mv-online.de


22.3.2010 Der Focus titelt: Hirtenbrief: Zufriedene Geistliche, enttäuschte Opfer – wenn das so ist – und danach sieht es aus -, dann gibt es ein gravierendes Verständigungsproblem zwischen Papst/Geistlichen einerseits und Opfern andererseits. Wenn das Gebet, das den Hirtenbrief abschließt, ohne Erwähnung der Opfer auskommt, halte nicht nur ich das für ein Alarmsignal. Quelle: focus


15.3.2010 Berichte von Opfern in Kinderheimen – youtube


22.3.2010 Wie im Bistum Fulda ein Missbrauchsfall vertuscht wurde. FR


Die Rolle Ratzingers: Große katholische Vertuschung. Christoph Hitchens in der FR


22.3.2010 Wie ein verurteilter Priester durch den Vatikan wieder freigesprochen wurde. FR


22.3.2010 Die Machtlosigkeit der Opfer. Protokoll eines Missbrauchsskandals in Österreich: Jahrelang schützte die Kirche einen Pfarrer. Als ihn ein Kirchengericht schuldig sprach, hob es der Vatikan wieder auf. Quelle: Zeit


22.3.2010 Stephan Hebel in der FR: Worüber der Papst schweigt


22.3.2010 Anders als der Hirtenbrief des Papstes treibt mir dieser Text die Tränen in die Augen.


22.3.2010 In Thurgau, Schweiz, wurde ein katholischer Pfarrer verhaftet – Verdacht auf sexuelle Handlungen mit einem Kind. Quelle: tagesanzeiger


22.3.2010  Auch im ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt sollen Kinder sexuell missbraucht worden sein. Der Provinzleitung der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz liegen Hinweise auf Missbrauchsfälle am ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt vor. Quelle: rp-Online


22.3.2010 Die Kleine Zeitung aus Österreich berichtet, dass es in Deutschland auch in evangelischen Gemeinden Missbrauchsvorwürfe gibt.


22.3.2010 Ein 64jähriger katholischer Pastor, der bislang in der Pfarrei Liebfrauen tätig war, ist vom Bischof des Bistums Fulda in Absprache mit dem Bischof von Essen in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. In den Sonntagsgottesdiensten wurde die Gemeinde informiert. Der Stadtdechant Lücking berichtete, dass der Priester “offensichtlich sehr leidet”. Ob die Opfer leiden, ist dem Presseartikel nicht zu entnehmen. Quelle: rp-online


22.3.2010 Das Bistum Hildesheim berichtet über zwei bereits bekannte Missbrauchsfälle und einen bislang unbekannten Fall. Quelle: glaube aktuell.net


22.3.2010 Im Bistum Regensburg hat es in den 50er bis 70er Jahren weitere sieben Missbrauchsfälle gegeben. Der aktuellste Fall stammt aus dem Jahr 1975, wie der Pressesprecher des Bistums, Clemens Neck, am Montag auf einer Pressekonferenz in Regensburg mitteilte. Insgesamt seien neue Vorwürfe gegen sechs noch lebende Personen erhoben worden: einen Pfarrer, zwei Ordensgeistliche, einen ehemaligen Ordensmann und zwei Ordensschwestern. Quelle: focus


22.3.2010 Ein Priester aus dem Bistum Fulda, der seit 1996 in Duisburg in der Altenseelsorge arbeitet, wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zuvor war er im Landkreis Fulda gegenüber Messdienern übergriffig geworden. Er wurde von der Kirche nach Kassel versetzt, wurde dort erneut übergriffig und wurde nach Duisburg, Bistum Essen, versetzt. Nun soll in Rom geklärt werden, ob der Pfarrer noch im kirchlichen Dienst arbeiten kann. Quelle: hr-online


21.3.2010 Hans Küng über den Papst: “Es gab keinen einzigen Mann, der so viel wusste über die Missbrauchsfälle, und zwar ex officio, von seinem Amt her.”  Ratzinger habe als Professor in Regensburg, als Erzbischof von München und in 24 Jahren als Präfekt der Glaubenskongregation direkt mit den Missbrauchsfällen zu tun gehabt. In der Glaubenskongregation würden “seit langem alle Missbrauchsfälle zentralisiert, damit sie unter höchster Geheimhaltungsstufe unter der Decke gehalten werden können.” Als ein prominentes Beispiel für die Mitverantwortung des Papstes nannte Küng einen Brief vom Mai 2001, unterzeichnet mit Joseph Ratzinger. In diesem Schreiben habe der heutige Papst sämtliche Bischöfe der Welt aufgefordert, alle Sexualdelikte mit höchster Geheimhaltung nach Rom zu melden. “Dort sind sie archiviert worden und es ist eben nichts geschehen.” Quelle: tagesanzeiger.ch


8.3.2010 Die Wormser Zeitung erinnert an einen früheren Missbrauchsfall bei den Limburger Domsingknaben Mitte der 80er Jahre. Zwei Missbrauchstäter hatten mindestens 10 Jungen (11-18 Jahre) missbraucht. Sie wurden zu 7 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Was danach mit dem Leiter der Domsingknaben, einem Priester, und dem Kantor geschah, ist unbekannt. Quelle: Wormser Zeitung

Zuvor hat es wohl bei den Limburger Domsingknaben bereits sexuellen Missbrauch gegeben: durch Hans B., der 1967 bis 1973 Leiter der Domsingknaben war. Er starb 2002.


21.3.2010 Irische KatholikInnen sind enttäuscht vom Papstbrief zu den Missbrauchsfällen. Sie vermissen die Selbstkritik des Vatikans/Papstes und den Hinweis auf strukturelle Ursachen der sexualisierten Gewalt durch kath. Priester. Quelle: NZZ


21.3.2010 Wie der Papstbrief auf eine Missbrauchte wirkt. – Erst ist es Ekel. Dann ist es Wut. …”Wessen Wunden will der Papst eigentlich heilen? Die der Kinder? Oder geht es um den Imageschaden der Kirche?”… Die Kirche versage. «Mir fehlt das Eingeständnis, dass der massenhafte Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche eine strukturelle Ursache haben muss”, sagt Stefanie Schneider. “Diese Vertuschung hatte System.” Sie will keine Entschuldigung aus Rom, sie würde ihr ohnehin nicht glauben. Quelle: Die Zeit


21.3.2010 So sieht der Regensburger Bischof Müller die Aufklärung. Und so kommentiert der Kölner Stadtanzeiger: Verhöhnung der Opfer. Der KStA hat Recht.


21.3.2010 Der Pädagoge Bueb, Schloss Salem, berichtet von drei oder vier Fällen von Grenzverletzungen durch Lehrer. Die Lehrer mussten die Schule verlassen. Quelle: Süddeutsche


21.3.2010 Ein 69-jähriger Priester, Mönch der Zisterzienerabtei Mehrerau/Bregenz, hat gestanden, im Kloster Birnau einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben. Dem Opfer gegenüber gestand der Priester 2006 den Missbrauch. Aber erst, als das Opfer in diesen Tagen ankündigte, beim Sonntagsgottesdienst die Schweizer Kirchengemeinde zu informieren, meldete sich der Täter im Bistum Chur, in der Abtei Mehrerau und bei der Staatsanwaltschaft Bregenz. Das Opfer berichtet, dass es weitere Opfer im Kloster Mehrerau gebe.

Bereits 2006 habe das Opfer die Abtei Mehrerau und die Erzdiözese Freiburg über das vorliegende Geständnis informiert. Geschehen ist, dass der Freiburger Missbrauchsbeauftragte 2006 den Abt von Mehrerau verständigt habe. Dieser habe zugesichert, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen und das Bistum Chur zu informieren. Das Bistum Chur hingegen weiß nichts von diesem Fall. Auch der neue Abt von Mehrerau erfuhr erst jetzt von dem Missbrauch. Quelle: Südkurier


21.3.2010 Geneviève Appenzeller-Combe, die Leiterin der Klosterschule Disentis, berichtet von Vorwürfen eines ehemaligen Schülers über schweren Missbrauch durch einen Mönch. Sie sagte, wohl jedes Internat habe «Leichen im Keller». Zur aktuellen Situation an der Klosterschulde Disentis sagte sie, dass jede Berührung im Unterricht tabu sei. Selbst wenn ein Zwölfjähriger weinend dastehe, werde er nicht in den Arm genommen. Quelle: tagesanzeiger

Kommentar: Noch einmal: Jeder Erwachsene, der ein Kind berührt, weiß sehr genau, ob der Kontakt sexualisiert ist oder nicht. Jetzt vor jeder Berührung eines Kindes oder Jugendlichen zu warnen, halte ich für ziemlich absurd! Die Äußerung, jedes Internat habe wohl Leichen im Keller, müsste zu Aufklärung führen – andernfalls verharmlost sie.


21.3.2010 Abt M. Werlen, Einsiedeln, sagt: “Ich befürchte, dass die Kirchenleitung in Rom die Situation zu wenig ernst nimmt.” Für ihn geht es um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Er fühle sich mit seinen Stellungnahmen und Forderungen zurzeit aber sehr einsam. Nur wenige Verantwortungsträger schätzten die Situation richtig ein. Auch in der Schweiz gebe es Diözesen, in denen man sehr wachsam sei. Aber es gebe auch andere, in denen man kaum zu merken scheine, in welche schwieriger Situation die Kirche stecke. Quelle: tagesanzeiger


21.3.2010 In der FAZ berichtet ein katholischer Priester, Ordensmann, davon, dass er des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird. Genaueres über die Anklage weiß er nicht; er kennt auch nicht den Zeitraum, auf den sich die Anschuldigungen beziehen (es scheint, als gäbe es da viele mögliche Zeiträume). An diesem Text ist einiges bemerkenswert:

1. Die Aufdeckung wird von einem anderen Kirchenmann kommentiert mit dem Satz: “Die Kampagne läuft…”
2. Der mutmaßliche Täter fürchtet nicht seine Mitbrüder, denn die seien sehr besorgt um ihn.
3. Die Kontakte zu den ihm anvertrauten Jugendlichen beschreibt der mutmaßliche Täter so: “Sie hatten zu mir ein Verhältnis wie zu einem Bruder oder zu einem Vater….Sie machten mir auch laufend Geschenke. Ich habe sie gern gehabt und sie mich in der Regel auch.”
4. Was nun genau passiert ist, bleibt im Dunkeln. Der mutmaßliche Täter berichtet von seinem Alkoholmissbrauch.
5. Den Jungen, der ihm mitteilte, dass die Kinder/Jugendlichen Angst vor ihm haben, misshandelte/missbrauchte er. Auch da ist die Erinnerung schwach.
6. Ein halbes Jahr später ist der suspendierte Priester wieder in der Pfarrseelsorge.
7. Heute sorgt er sich um seine Zukunft, also um sich. Er fragt sich, wie er sich entschuldigen kann. Ich denke, das hätte erst dann Sinn, wenn ihm klar wäre, was er da getan hat und wenn er die Folgen für das Opfer/die Opfer halbwegs erkennen könnte. Aber danach sieht es in diesem Bericht nicht aus.
Weil die Triggergefahr bei diesem Text sehr hoch ist, gebe ich den Link hier weiter.


21.3.2010 Die irische Sängerin Sinéad O’Connor sagte SPIEGEL ONLINE, der Papstbrief sei “eine Studie in der hohen Kunst des Lügens”. Der Papst schiebe alle Schuld auf die Bischöfe ab, dabei sei die Verschleierung des Kindesmissbrauchs in Irland auf direkte Anordnung aus Rom erfolgt. Der Brief sei die “Vertuschung der Vertuschung”, sagte O’Connor.

Garry O’Sullivan, Chefredakteur des “Irish Catholic”, sagte, der bisherige Umgang der Kirche mit dem Skandal sei “absolut erbärmlich”. Wenn die Bischöfe die Aufklärung nicht deutlich beschleunigten, verlören sie auch noch den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit. Sie würden nicht die Aufklärung beschleunigen, weil sie noch immer etwas zu verbergen hätten. O’Sullivan: “Wir haben noch nicht alles gesehen.” Quelle: Spiegel

Kommentar: Es ist davon auszugehen, dass noch lange nicht alles öffentlich ist. Bislang hat die katholische Kirche immer erst unter dem Druck der Öffentlichkeit gehandelt und nur das eingestanden, was bereits öffentlich war. Aufrichtige Umkehr zu den Opfern sieht anders aus. Ich fürchte, die KritikerInnen haben Recht.


21.3.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat zugegeben, dass in der Kirche sexueller Missbrauch bewusst verschleiert wurde. Seit Jahren jedoch fahre die Kirche den entgegengesetzten Kurs. Quelle: bild.de


21.3.2010 Im Arnold-Janssen-Gymnasium der Steyler Missionare, St. Wendel, gab es in den 80er-Jahren einen sexuellen Missbrauch. Das Opfer war 14 Jahre alt, als es zuerst missbraucht wurde. Der Missbrauch zog sich über drei Jahre hin. Der Täter starb 2000.   Unbekannt ist, ob es weitere Opfer gab. Quelle: Steyler.de


20.3.2010 Im Windsbacher Knabenchor, evang., wurde offensichtlich geprügelt – und das nicht zu knapp. Quelle: Spiegel


20.3.2010 In Spandau, im evangelischen Johannesstift, soll es in den 80er- und 90er -Jahren zu vier Missbrauchsfällen und sexueller Nötigung gekommen sein. Zu den Opfern gehört eine 17-Jährige. In der Einrichtung werden Patienten, u.a. in der Alten- und Behindertenpflege, betreut. Quelle: morgenpost    Ein Opfer erzählt


20.3.2010 Nach Angaben von Radio Vatican hat der irische Bischof Seamus Hegarty von Derry eingeräumt, dass die Kirche an einem Stillschweigeabkommen mit einem Opfer sexuellen Missbrauchs beteiligt war. Die Diözese habe den Vorschlag nicht eingebracht – also muss es entweder das Opfer oder der Täter gewesen sein. Quelle: Radio Vatikan


20.3.2010 Im früheren Knabenheim Kemperhof in Bendorf haben Salesianerpatres über Jahrzehnte Kinder sexuell missbraucht. Bundesweit haben sich bislang 38 Betroffene bei den Salesianern gemeldet. 18 von ihnen berichteten von sexuellem Missbrauch. Der Orden sieht keinen Anlass, von systematischem Missbrauch zu sprechen. Quelle: rhein-zeitung


20.3.2010 Überblick des Spiegel über die Missbrauchsfälle in Deutschland


20.3.2010 In den Niederlanden wurden seit Anfang März bereits rund 1100 Hinweise auf Fälle von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch zwischen 1950 und 1970 erfasst. Die Hinweise wurden von der kirchlichen Kommission Hulp en Recht (Hilfe und Recht) gesammelt, die Mitte der 90er Jahre von der Bischofskonferenz zur Unterstützung von Missbrauchsopfern gegründet worden war. Quelle: bild.de


20.3.2010 Nachrichten über Missbrauch aus Brasilien.


20.3.2010 Matthias Drobinski stellt fest, dass die Ursachensuche des Papstes für die sexualisierte Gewalt schwach sei. Er fragt: “Und hilft es tatsächlich, gegen die Verunsicherung in Klerus und Kirchenvolk den heiligen Jean-Marie Vianney im Gebet anzurufen, weil der so schöne Dinge über das Mysterium des Priestertums geschrieben hat? Hier spiritualisiert der Papst, wo er besser konkret geworden wäre…” Quelle: Süddeutsche


20.3.2010 Es gibt einen anonymen Hinweis auf Missbrauch in Reken-Maria Veen, im Internat der Mariannhiller Missionare. Quelle: Borkener Zeitung


20.3.2010 Irische Missbrauchsopfer sind vom Hirtenbrief des Papstes enttäuscht. Statt salbungsvoller Worte erwarten sie Taten. Vertreter der Opfer sagen, der Brief sei weit davon entfernt, die Sorgen der Opfer anzusprechen. Darüber hinaus übernehme der Papst keine Verantwortung für das Handeln des Vatikan. Auch das Oberhaupt der kath. Kirche in Irland, Kardinal Brady, werde nicht zum Rücktritt aufgefordert.

In Österreich erklärt der Betroffene Klaus F.: “Wir wollen endlich von der Kirche Taten sehen. Dazu gehört die Auslieferung aller Täter, Mitwisser und Helfershelfer an staatliche Gerichte ebenso wie eine Enschädigung und Wiedergutmachung, welche diesen Namen auch verdient.”
Quelle: die Presse
Kommentar: Auch mir stellt sich die Frage, wie diejenigen, die soeben noch Verbrechen vertuscht, Täter geschützt und Opfer im Stich gelassen haben, jetzt Aufklärung betreiben sollen.


20.3.2010 Der Hirtenbrief des Papstes zu sexuellem Missbrauch in der Kirche. Vatican

Kommentar: Erneut bringt der Papst ein völlig verdrehtes Priesterbild, wenn er formuliert:  “Der Priester besitzt den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen: Er ist es, der die Tür öffnet; er ist der Haushälter des lieben Gottes; der Verwalter seiner Güter…” Dieser Text stand bereits im Brief des Papstes zum Priesterjahr. Offensichtlich hat der Papst die Proteste gegen dieses völlig antiquierte Priesterbild nicht zur Kenntnis genommen. Er sieht nicht, dass dieses Priesterbild nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist.
Nun habe ich den Hirtenbrief in Ruhe gelesen – und wundere mich, warum er mich nicht erreicht.  


20.3.2010 Im Bistum Aachen sind mittlerweile mehr als 6 Fälle, in denen Priester aus der Diözese in vergangenen Jahrzehnten des sexuellen Missbrauchs von Kindern überführt wurden,  bekannt. Dabei wurden rechtskräftig verurteilte Geistliche nicht nur im Einzelfall nach Verbüßung ihrer Strafe wieder im Pfarrdienst eingesetzt, obwohl das Generalvikariat von den Verbrechen unter dem Deckmantel der Kirche wusste. Quelle: az-web


20.3.2010 Nach SPIEGEL-Informationen hat das Bistum Essen das Bistum München in einem Übergabebrief darüber informiert, dass der Kaplan Peter H. sich sexuell an Kindern seiner Gemeinde vergriffen hätte. Das erklärte das Bistum Essen. Der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger isei also genauer informiert gewesen, als er bislang zu erkennen gegeben habe. Quelle: Spiegel


20.3.2010  Auch in der Stiftsschule Einsiedeln ist es seit den 70er-Jahren mehrmals zu sexuellen Übergriffen an Schülern gekommen. Das bestätigte der Abt des Schweizer Benediktinerklosters. Konkret  wisse er von drei Brüdern, welche sexuelle Übergriffe verübt hätten. Sie würden weiterhin beschäftigt, denn man wolle ihnen eine zweite Chance geben. Die drei Benediktiner hätten eine Therapie gemacht und den Arbeitsbereich gewechselt. Auf eine Anzeige habe man aus Gründen des Opferschutzes verzichtet. Quelle: Radio Vatikan


20.3.2010 Die Staatsanwaltschaft Hanau prüft, ob sie ein Verfahren gegen Weihbischof Kapp, Bistum Fulda, einleitet wegen Strafvereitelung. Quelle: FR


20.3.2010 Die entscheidende Frage lautet: “Was geschah mit den guten Priestern? Warum griffen sie nicht ein?” Mary Raftery, deren Dokumentarfilme über den systematischen Missbrauch von irischen Kindern in katholisch geführten Arbeitsanstalten, Waisenhäusern und anderen Institutionen maßgeblich zur Offenlegung dieser Missstände beitrugen, stellt sie. Quelle: welt.de


20.3.2010 Ein früherer Schüler berichtet von Missbrauch im Tiroler Stift Fiecht. Das Opfer als Lügner. Quelle: orf.at


20.3.2010 Die Machtlosigkeit der Opfer. Protokoll eines Missbrauchsskandals in Österreich: Jahrelang schützte die Kirche einen Pfarrer. Als ihn ein Kirchengericht schuldig sprach, hob es der Vatikan wieder auf. Quelle: Zeit  und 22.3.2010 FR


20.3.2010 Ein Sprecher des Erzbistums Freiburg  wies den von der Badischen Zeitung erhobenen Vorwurf gegenüber dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zurück, im Fall des Priesters von Oberharmersbach 1991 Missbrauch an 17 Jugendlichen vertuscht zu haben.   Er stellte fest: “Zu diesen Fakten gehört die offensichtliche Tabuisierung in früheren Jahrzehnten – Kinder und Jugendliche haben sich offenbar zunächst jahrelang nicht getraut, über den Missbrauch zu sprechen. Erst danach konnte die Erzdiözese den Opfern durch gezielte Kommunikation vor Ort ihre Hilfe anbieten.” Quelle: Spiegel


20.3.2010 Persönliches zwischendurch: Es führt kein Weg an der Aufdeckung von Missbrauchsfällen vorbei. Es führt auch kein Weg daran vorbei, dass die Verantwortlichen in meiner Kirche, die Täter geschützt haben und Opfer alleine gelassen haben, sich wirklich zu den Opfern bekehren. Nur so und nur dann hat die Kirche noch eine Chance, hierzulande Glaubwürdigkeit zu gewinnen.  Ohne Glaubwürdigkeit wird es kein Erzählen der frohen Nachricht geben. Der taz-Kommentator sagt es völlig richtig so: “Die katholische Kirche ist angesichts des Missbrauchsskandals derzeit wie in einem Zeitraffer einem umfassenden Lernprozess ausgesetzt. Dieser Prozess ist schmerzhaft und wird lange dauern. Das Gute aber ist: Die Kirche hat keine Alternative.”

Gesagt sei, dass es keine Freude macht, Chronistin von Täterschutz und Opfer-Einsamkeit zu sein – aber irgendjemand muss diesen Job tun.
Gesagt sei auch: Es ist absolut richtig, dass die überwältigende Mehrheit  der Missbrauchsopfer in ihren Familien und im Nahbereich zum Opfer wird und nur eine statistische Minderheit im kirchlichen Kontext. Aber diese richtige Aussage macht das Leid der Opfer leider nicht kleiner. Sie vernachlässigt auch völlig, dass Missbrauch durch Priester den Opfern zeigt: Der Gott der Täter steht nicht auf der Seite der Opfer. Damit fällt Gott für die Opfer als Appellationsinstanz gegen  himmelschreiendes Unrecht  aus. Und das ist wirklich schlimm. Erika Kerstner


19.3.2010 Die Badische Zeitung berichtet: 1991 wurde der Pfarrer Franz B. aus der Gemeinde Oberharmersbach abberufen. Verantwortlich war der damalige Personalreferent des Erzbistums Freiburg, der heutige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Dem Abberufenen wurde auferlegt, sich von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Vier Jahre später tauchten Missbrauchsvorwürfe auf – aufgrund der Aussage von mindestens einem Betroffenen. Als das Bistum den Angeschuldigten mit der Aussage konfrontierte, sei er zusammengebrochen, habe jedoch weder geleugnet noch gestanden. Der Gemeindechronist Karl-August Lehmann berichtet, dass ein Pfarrgemeinderat und der damalige Bürgermeister Franz B. aufgesucht hätten und der habe “unter Tränen gestanden”.

Nach Aussage des Freiburger Ordinariates wurde dem Geistlichen klar gemacht, dass nun die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bevorstehe. Der Angeschuldigte nahm sich das Leben. Zweieinhalb Monate nach dem Tod des Beschuldigten, am 15. Oktober 1995, informierte der zuständige Dekan Winkler die Gemeinde in einem Gottesdienst, bat um Entschuldigung und darum, dass Opfer sich meldeten. 17 Betroffene meldeten sich. Wer das wollte, wurde vom Ordinariat unterstützt.
In der Bistumszeitung, dem Konradsblatt, stand zwischenzeitlich ein Nachruf, der für manche unerträglich war. Sie meldeten sich bei Herrn Winter, Konradsblatt, und bei dem Dorfchronisten Karl-August Lehmann. Lehmann wandte sich an den Personalreferenten des Bistums. “Was wollen Sie eigentlich, Herr Lehmann?”, soll R. Zollitsch gesagt haben. Pfarrer B. sei tot, und die Staatsanwaltschaft ermittele nicht gegen einen Toten. Höhepunkt und Abschluss des Telefonats soll dann folgende Bemerkung gewesen sein: “Für uns ist die Sache erledigt.”
So die Darstellung von Herrn Lehmann. Das Ordinariat kann sich an ein solches Telefonat 1995 nicht erinnern. Quelle: Badische Zeitung 


19.3.2010 Der Neffe des Diözesanmusikdirektors Georg Z. aus dem Bistum Regensburg beschuldigt seinen Onkel, ihn kurz nach der Erstkommunion zum ersten Mal vergewaltigt zu haben. Weitere Täter folgten, auch Verwandte. der Neffe hat die kirchliche Karriere Z.’s verfolgt. sein Fazit: “Der Täter wurde hofiert, um die Opfer kümmerte sich niemand.” Quelle: Oberpfalznet


19.3.2010 Gerold Becker, ehemals Odenwaldschule, ist geständig und bittet um Entschuldigung. Der Brief an die Schule liegt der FR vor.


19.3.2010 In der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden soll ein Lehrer 1989 vier Schüler missbraucht haben. Die Angaben der ehemaligen Schulleiterin Enja Riegel zur Aufarbeitung dieses Falls seien nicht nachvollziehbar, sagte die hessische Kultusministerin Henzler. Quelle: Kleine Zeitung.at


19.3.2010 Rainer Bucher u.a. zum “pastoralen Supergau” der katholischen Kirche. Dort heißt es u.a.: “Genau in dieser Situation besitzt die Kirche nichts als das Evangelium ihres demonstrativ machtlosen Gründers. Sie hat es anzubieten und sie muss sich zu ihm bekehren. Sie kann dabei nur noch auf jene Orte und Erfahrungen hoffen, wo dieses Evangelium heute machtlos und gerade deshalb wirkungsvoll präsent ist: auf die Orte wirklicher Pastoral in tätiger Nächstenliebe, wirksamer Anwaltschaft für die Schwachen und demütigen Gotteslobs in der Liturgie. Diese Orte gibt es und sie sind die einzige Hoffnung.”


19.3.2010 Die Süddeutsche informiert, dass der Psychiater des Missbrauchstäter, der von Essen ins Bistum München ging, die Kirche mehrfach und eindringlich gewarnt hatte, den Priestern wieder in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen zu bringen. Die Warnungen waren vergeblich, der erwartbare Rückfall geschah. Mehr dazu hier.


19.3.2010 Die Zeit spricht vom “Knabenopfer”


19.3.2010  Jan Schulz-Ojala spricht von einem Kapitalverbrechen an Körper und Seele. Er hat Recht. Quelle: Tagesspiegel


19.3.2010 In Bruchköbel, Bistum Fulda, soll sich Mitte der 90er Jahre ein katholischer Geistlicher an einem Jugendlichen vergangen haben. Er wurde in eine benachbarte Hanauer Gemeinde versetzt. Der 2. Pfarrer in Bruchköbel habe von dem Übergriff gewusst, ihn aber nur kirchenintern zur Anzeige gebracht. Die Eltern des Opfers hatten gebeten, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Auch der damalige Weihbischof Kapp zeigte den mutmaßlichen Täter nicht an und überließ dem Kollegen, Anzeige zu erstatten – oder eben nicht. Es gab also keine Anzeige. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau wurde der katholische Geistliche 1995 nur wenige Kilometer weit nach Hanau in die Gemeinde St. Elisabeth versetzt. Von einem “Folgefall” ist die Rede. Eine weitere Versetzung geschah, diesmal nach Fulda. Quelle: FR


19.3.2010 In der katholischen Kirche in Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit Vorwürfe gegen 5 Geistliche. Ein Priester wurde in den Ruhestand geschickt, ein anderer versetzt. Keiner ist mehr am Leben. In zwei weiteren Verdachtsfällen aus den 50er und 80er Jahren wurden die Staatsanwaltschaften in Schwerin und Rostock eingeschaltet. Quelle: nnn.de


19.3.2010 Ein 69-jähriger Priester hat gestanden, vor Jahrzehnten im Kloster Birnau einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben. Der Zisterzienser-Mönch, angesiedelt in der Abtei Mehrerau/Bregenz hat sich selbst angezeigt. Die Tat räumte er ein, als das Opfer ankündigte, die Gemeinde beim Sonntagsgottesdienst zu informieren. Es gibt offenbar weitere Opfer. Quelle: suedkurier  mehr dazu: vol.at


19.3.2010 Ein Kirchengericht in Österreich hatte einen kath. Priester des sexuellen Missbrauchs an 13 Jungen zwischen 5 und 18 Jahren für schuldig befunden. Das Verfahren ging zur Glaubenskongregation, deren Vorsitz Kardinal Ratzinger hatte. Als die Antwort der Glaubenskongregation in Rom eintraf, war Ratzinger Papst. Die Antwort: Das Urteil des Kirchengerichtes wurde wegen Verjährung kassiert, der Priester durfte weiterhin als Priester arbeiten. Quelle: FR und Falter


19.3.2010 Ein Opfer von Pater Gregor Müller, Mehrerau, berichtete, dass Müller bereits 2006 zugab, ein Kind sexzuell missbraucht zu haben. Das Opfer informierte mit dem Geständnis die Erzdiözese Freiburg. Das Bistum leitete die Anzeige an den Abt von Mehrerau weiter. Dieser wollte Maßnahmen ergreifen und das Bistum Chur informieren. Dort arbeitete der Pater seit 1992.Zwischen 2006 und 2010 wartete das Opfer, nichts geschah. Erst als es 2010 ankündigte, den Pater beim Sonntagsgottesdienst in Schübelbach zu konfrontieren, gestand der Pater beim Churer Bischof. Wo die Anzeige des Opfers von 2006 versickerte, ist unbekannt. Das Bistum Chur versichert, erst vor wenigen Tagen informiert worden zu sein. Quelle: blick.ch


18.3.2010 Ein früherer Schüler der Mehrerau – in der auch Pater Gregor Müller, ehemals Birnau, unterrichtete – berichtet, dass er nicht missbraucht wurde. Hörenswert – und die Kommentare sind lesenswert. Quelle: vol.at


18.3.2010 Im Katholischen Bildungszentrum Berchtesgardener Land findet heute eine Veranstaltung über sexuellen Missbrauch hinter Kirchenmauern statt. Dr. Barbara Haslbeck wird als Referentin mitwirken. Wir sind sicher, dass mit dieser Referentin die Opfer in den Blick geraten.


18.3.2010 In Neuenkirchen, Westfalen, wurde Anfang der 80er Jahre ein damals 14-jähriger Schüler von einem Steyler Missionar missbraucht. Der Täter starb 2000. Quelle: Domradio


18.3.2010 Im Bistum Fulda – darauf weist ein “Noch-Katholik aus dem Bistum Fulda” gegenüber der FR hin – sei in den 80er und 90er Jahren das Tagesgespräch in Kleinlüder und Großenlüder, Landkreis Fulda, gewesen, dass zwei Geistliche sich jahrelang Ministranten unsittlich genähert haben. Beide wurden versetzt. Einer von ihnen hat sich in Kassel erneut an Miessdienern vergangen. Der zweite Geistliche wurde 2001 zu einer Geldstrafe verurteilt und in ein Kloster versetzt. Inzwischen arbeite er in der Altenseelsorge in einer Stadt in NRW. Quelle: FR   NDR-Bericht von 1966


18.3.2010 Im Bistum Speyer wurden zwei weitere Fälle von möglichem sexuellen Missbrauch gemeldet. Die Beschuldigten sind Gemeindepfarrer. Die Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet.

Aus den 80er Jahren wurde ein weiterer Missbrauchsfall durch einen Priester an einem Gymnasium im Bistum Trier bekannt. Der Beschuldigte habe zugegeben, dass er zwischen 1985 und 1987 mehrere 17 bis 18 Jahre alte Schüler missbraucht habe. Ermittlungen wurden der Staatsanwaltschaft zufolge nicht eingeleitet, weil die Fälle «allesamt eindeutig verjährt» seien. Quelle: wochenspiegelonline


18.3.2010 Das Bistum Rottenburg-Stuttgart informiert die Öffentlichkeit darüber, dass seit Februar d.J. 14 Priester in den Verdacht geraten sind, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. 4 der 7 Täter, die dem Bistum angehörten, sind bereits tot. 7 andere Beschuldigte sind Ordenspriester. Quelle: Bistum Rottenburg


18.3.2010 In der südniederländischen Ortschaft Grave sollen in den 60er Jahren sechs Mitglieder des katholischen Ordens Fraters von Tilburg blinde Kinder zum Teil über Jahre hinweg sexuell missbraucht und misshandelt haben. Keiner der Beschuldigten ist noch am Leben. Eines der Opfer, Peter D., konfrontierte 1985 die Schulleitung mit den Vorwürfen. Dabei sei deutlich geworden, dass die Taten bekannt waren. Unternommen jedoch hat niemand etwas. – Bei der kirchlichen Organisation “Hilfe und Recht” sind bislang weit mehr als 600 Hinweise auf Kindesmissbrauch in den Niederlanden eingegangen. Quelle: Spiegel


18.3.2010 Der Leiter des Priesterkollegs in Rom, Erwin Gatz, berichtet, dass er die Diskussion in Deutschland verfolge – sie sei ein bisschen hysterisch. Wörtlich fährt er fort: “Das Beunruhigendste an der ganzen Sache ist nicht, dass hie und da mal ein Priester einen Fehltritt macht, was, gemessen an anderen Bevölkerungsgruppen, ja relativ selten vorkommt, sondern, dass die Masse der katholischen Bevölkerung nicht mehr für den Pflichtzölibat ist.” Quelle: Radio Vatikan


18.3.2010 Inzwischen teilten 11 ehemalige Heimkinder des Hofheimer Vincenshauses dem Caritasverband Frankfurt mit, dass sie in dem Kinderheim missbraucht oder misshandelt wurden. Die Vorwürfe betreffen die 50er und 60er Jahre. Quelle: FR


18.3.2010 Der irische Bischof Seamus Hegarty von Derry soll an einem außergerichtlichen Vergleich zwischen einem Opfer und einem Priester, der das Opfer missbraucht hatte, beteiligt gewesen sein. Das Opfer hatte neben einem Entschuldigungsschreiben des Täters Geld erhalten und war zur Verschwiegenheit verpflichtet worden. Quelle: Radio Vatican


18.3.2010 Genau so ist es: Wer sich entschuldigt, kann dies völlig unabhängig von den Opfern tun. Der sich Entschuldigende bleibt auf sich selbst konzentriert, es geht ihm um sich – und um niemanden sonst. Der Kommentator auf radiovatikan.de sieht das ganz richtig.


18.3.2010 Umfrageergebnis des Integral-Instituts bei 300 telefonisch Befragten:

17% der 5,6 österreichischen Katholiken überlegen ihren Kirchenaustritt. Das sind fast 1 Million Menschen.
77% sind für eine rückwirkende Abschaffung der Verjährungsfristen bei Missbrauch.
38% haben ihre Grundeinstellung zur katholischen Kirche negativ verändert.
56% der Bevölkerung kann sich nicht/nicht mehr vorstellen, ihre Kinder in eine Einrichtung der katholischen Kirche zu geben.
69% glauben nicht, dass die Kirche die pädokriminellen Taten in ihrem Umfeld aufklären. Quelle: Salzburger Nachrichten
Kommentar: Ich kann verstehen, wenn Menschen der Kirche den Rücken kehren. Ich kann es wirklich verstehen. Die Frage ist nur, ob man die Kirche jenen überlassen darf, die sie so gründlich in die Krise der Glaubwürdigkeit gefahren haben.


18.3.2010 P. Dr. Udo Fischer im Interview mit ORF


18.3.2010 Im Bistum Fulda hatte Ende der 90er Jahre ein Priester im Bistum Fulda, in Homberg/Efze, sexuelle Übergriffe auf Jugendliche begangen. Er wurde zu einer Geld- und GEfängnisstrafe verurteilt. Die Haft war zur Bewährung ausgesetzt. Nach 1996 war der Priester in Weimar in der Gefängnisseelsorge tätig. Im Frühjahr 2004 wurde ihm sexuelle Nötigung eines jungen Erwachsenen vorgeworfen. 2006 wurde das gerichtliche Verfahren eingestellt.2007 versetzte das Bistum Fulda den Priester in den Ruhestand, gab ihm aber die Möglichkeit, unter strengsten Auflagen in Naumburg und Volkmarsen (Nordhessen) weiterhin Eucharistie zu feiern. Quelle: welt.de s. auch Presseerklärung des Bistums Fulda


18.3.2010 Im Bistum Speyer hat sich ein Mann gemeldet, der in den 60er Jahren von einem Gemeindepfarrer missbraucht worden sei. Außerdem gibt es Ermittlungen gegen zwei Patres, die sich vonr 25 Jahren in Homburg/Saar an Schülern vergangen haben sollen. Quelle: BildZeitung


18.3.2010 Die Caritas Bonn hat Hinweise auf Gewalt in ihrem früheren Kinderheim Schloss Allner in Hennef erhalten. Die Berichte seien alarmierend. Quelle: domradio


18.3.2010 In der katholischen Gemeinde in Barßel wird Alwin B., Kaplan von 1957 bis 1961, verdächtigt, sich in dieser Zeit Messdienern unsittlich genähert zu haben. Quelle: nwzonline 


18.3.2010 Der Pfarradministrator von Schübelbach, Schweiz, ist zurückgetreten. Ein Opfer hat das Bistum informiert. Der Täter gestand die sexuellen Übergriffe gegenüber Bischof Huonder. Die Taten ereigneten sich in den 70er Jahren in Deutschland und Österreich. Quelle: Südostschweiz

Nachtrag am 20.3.2010:  «10vor10» zeigte gestern Abend ein Polizeidokument aus Österreich, welches besagt, dass der Pater Knaben missbrauchte und dass die Ordensvorgesetzten von Anfang an Bescheid wussten – und ihn trotzdem immer wieder Knaben betreuem liessen. Im Polizeidokument heisst es wörtlich: «Pater G. M. soll Ende der 60er-Jahre vom deutschen Kloster Birnau wegen wiederholtem sexuellem Missbrauch ins Gymnasium Mehrerau versetzt worden sein und dort über einen längeren Zeitraum die Missbrauchshandlungen an Schülern fortgesetzt haben.” Das Bistum Basel bezeichne heute die Anstellung «aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung», schreibt Gracia weiter. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Bistumsleitung aber keine Kenntnis davon, dass Pater G. M. während der 16 Jahre seines Einsatzes im Bistum Basel pädophile Übergriffe verübt habe.


18.3.2010 Stars erzählen von ihrer Kindheit und Jugend – und sie erzählen von sexuellem Missbrauch.


18.3.2010 Die Frankfurter Rundschau berichtet von sexuellen Übergriffen im Landheim Schondorf, Ammersee, durch einen Pädagogen. Der ehemalige Internatsleiter Rolf Mantler bestätigte die Information. Quelle: FR


17.3.2010 Der irische Bischof Sean Brady hat vor 35 Jahren eionen Jungen, damals 10, und ein Mädchen, damals 14, schwören lassen, dass sie über den von ihnen erlittenen Missbrauch schweigen. Der Täter war der Priester Brendan Smyth. Der damalige Bischofssekretär erstattete keine Anzeige – auf Anweisung seines Bischofs. Der Täter wurde vom Dienst entfernt. In der Folgezeit hat er weitere Kinder missbrauch. 1994 wurde er verurteilt. Man nimmt an, dass er mindestens 90 Kinder missbraucht hat. Der dafür mit-verantwortliche Bischof lehnt seinen Rücktritt ab. Quelle: sz-online


17.3.2010 Derzeit wird diskutiert, ob Abt und Prior von Ettal zu Unrecht zurückgetreten sind – ihnen sei nichts vorzuwerfen, sagt der Theologe und Mediziner Dr. M. Lütz. Quelle: Merkur


17.3.2010 Offene Geheimnisse um einen pädokriminellen Missbrauchstäter. Quelle: Spiegel


17.3.2010 Der Eichstätter Bischof Hanke hat einen Geistlichen suspendiert. Dem Geistlichen wird vorgeworfen, als studentische Hilfskraft im Internat der Regensburger Domspatzen im Schuljahr 1971/72 einen Minderjährigen missbraucht zu haben. Quelle: Abendzeitung


17.3.2010 Missbrauch verursache nicht nur eine psychische Traumatisierung, sondern auch eine nachhaltige Störung der körpereigenen Schmerzkontrolle, sagte Müller-Schwefe, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) ist. “Die primären Schmerzen, welche die Opfer während einer Misshandlung ertragen müssen, können im Körper unmittelbar Spuren hinterlassen und sich tief in das Schmerzgedächtnis einbrennen”, so Müller-Schwefe mit Blick auf die aktuelle Diskussion um sexuellen Missbrauch. Quelle: Ärztezeitung


17.3.2010 Aufruf zur Demo der ehemaligen Heimkinder in Berlin am 15. April 2010:

“Wir ehemaligen Heimkinder wurden über Jahre hinweg in meist kirchlichen Heimen systematisch gedemütigt und misshandelt, viele von uns auch sexuell missbraucht und als „Arbeitssklaven“ ausgebeutet. Wir waren den Jugendämtern und dem Heimpersonal schutzlos ausgeliefert. Lange Zeit hat man uns zum Schweigen gebracht, doch… JETZT REDEN WIR!!!” mehr


17.3.2010 Im Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt hat es in den 80er Jahren möglicherweise sexuelle Übergriffe auf Kinder gegeben. Der Schulleiter der von den Siebenten-Tags-Adventisten betriebenen Schule erhielt einen Brief, in dem berichtet wird, dass es zu sexualisierter Gewalt gegen Klavierschüler gekommen sei. Quelle: FR


17.3.2010 Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt in einem konkreten Fall: Ein mittlerweile 58-jähriger Mann soll von 1963 bis 1970 von einem Mönch der Benediktiner-Abtei Michaelbeuern (Flachgau) mehrfach sexuell missbraucht, gezüchtigt und geschlagen worden sein. Das Opfer erstattete am 12. März 2010 Anzeige bei der Polizeiinspektion Lenzing (OÖ), teilte die Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger, am Dienstag mit.

Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ist noch ein zweiter Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch anhängig, der erst vergangenen Februar bekanntgeworden war. Ein Ordenspriester in der Erzdiözese Salzburg soll einen siebenjährigen Buben durch Vorzeigen des Geschlechtsteils und Fotos “sittlich gefährdet” haben. Es wird noch ermittelt. Quelle: Die Presse


17.3.2010 Wie die HNA in einem Bericht schreibt, hat sich in den 90er Jahren auch in Homberg ein Fall von sexuellem Missbrauch durch einen katholischen Pfarrer zugetragen. Wie bei solchen Fällen üblich, wurde der Mantel des Schweigens über diese Vorfälle gelegt. Laut HNA teile die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda mit, daß 1996 der seinerzeit tätige katholische Pfarrer “im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs aus seinem Amt abberufen wurde”. Der Pfarrer war in der Zeit von 1986 bis 1996 in der Katholischen Kirchengemeinde Homberg tätig.

Quelle: avaio

17.3.2010 Der Abt von Stift Wilten berichtet, er habe in dieser Woche von Vorfällen im Bereich des Stiftes erfahren. Die Übergriffe liegen schon 50 Jahre zurück. Demnach hat es durch einen Heimleiter Ende der 50er Jahre mehrfach sexuellen Missbrauch gegeben. Betroffen waren laut Abt Raimund Schreier mehrere Schüler in einer Ballnacht. Als Täter wurde der damalige, inzwischen verstorbene Leiter des Lehrlingsheimes genannt. Dem damaligen Heimleiter des kirchlichen Lehrlingsheimes St. Bartlmä sei nach Bekanntwerden der Vorfälle die Leitungsaufgabe entzogen worden, sagte Schreier. Derselbe Täter soll auch Wiltener Sängerknaben sexuell belästigt haben, die in diesem Heim ihre Proben abhielten. Das wurde vor wenigen Tagen bei der Ombudsstelle der Diözese Innsbruck gemeldet. Quelle: tirol.orf 


17.3.2010 Hans Küng über die Aufgaben des Papstes. Quelle: SZ


17.3.2010 Auszug aus einem Artikel “Das belämmerte Schweigen”, von Micha Hilgers: “Dass die Täter schweigen bis sich die Balken biegen, und dann in die für Pädophile üblichen Ausflüchte verfallen, die die Opfer zu den wahren Tätern zu machen versuchen, wundert nicht. Das Trio infernale der pädophilen Rechtfertigungen besteht aus dem Vorwurf an die Opfer, diese hätten in Wirklichkeit den Täter verführt – also einer Verkehrung von Tätern und Opfern. So zum Beispiel der im Alter nicht weiser gewordene sogenannte Reformpädagoge Hartmut von Hentig (84), der sich allenfalls vorstellen kann, dass sein Lebenspartner von Schülern verführt worden wäre. Womit sich jede weitere Debatte über die Qualitäten von Hentigs erübrigt.” Quelle: FR

Kommentar: Wenn nach Kinderheimen, Kirche(n) und Internaten weitere Institutionen genauer angeschaut würden – etwa die Familie -, dann müsste für jeden erkennbar werden, dass sexualisierte und sonstige Gewalt gegen Kinder allüberall ist. Das ist seit den 80er Jahren bekannt.


16.3.2010 Pressemitteilung der Abtei Königsmünster


16.3.2010 Bischof Franz-Josef Bode hat an die Katholiken im Bistum Osnabrück geschrieben. Quelle: Bistum Osnabrück


16.3.2010 Im Schloss Salem soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Die Täter seien sofort entlassen worden. Quelle: Spiegel


 

16.3.2010 Wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche sieht der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper deren Glaubwürdigkeit weithin verspielt. Es werde einige Zeit dauern, bis die Kirche sie wieder zurückgewonnen habe, sagte er am Dienstag in Vallendar. Quelle: kirchensite


16.3.2010 In der FR steht in einem langen Katalog an Fragen der bemerkenswerte Satz, warum Kinder zu wenig und Täter zu sehr geschützt werden: “Es fehlt uns an Empathie.”


16.3.2010 “Da wo kein wirklicher Aufklärungswille vorhanden war und Täter einfach nur versetzt wurden, müssen wir in einer ganzen Reihe von Fällen gestehen, dass vertuscht worden ist“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann der Koblenzer „Rhein-Zeitung“ vom Mittwoch. Die Schuldfrage sieht er dabei weniger bei der Kirche als Institution, als den Tätern und deren direkten Vorgesetzten. Quelle: focus


16.3.2010 Im Kloster Metten soll es zu sexuellem Missbrauch von Jugendlichen gekommen sein. Ein Mann berichtet, dass er 1970 im Knabeninstitut Fürstenstein puren Sadismus erlebt habe und in Metten beobachtete, wie ein Pater seinen pädokriminellen Neigungen öffentlich nachging. Quelle: Passauer Neue Presse


Das Bistum Regensburg nimmt dazu Stellung: „Der Vorwurf sexuellen Missbrauchs an einen Mitbruder und der Vorwurf der Brutalität an einen anderen Mitbruder entsetzen und erschüttern mich sehr. Mir war zwar durchaus bewusst, dass in früheren Jahrzehnten auch harte Strafen in unserer Erziehung zum Einsatz kamen. Ich wusste aber nichts über dieses Ausmaß. Genauso wenig wusste ich, dass Handlungen sexuellen Missbrauchs vorkamen. Nachdem mir nun der Bericht unseres ehemaligen Schülers vorliegt, bin ich entschlossen, alles in Bewegung zu setzen, um für Aufklärung, Transparenz und Hilfe zu sorgen.

N a c h t r a g
6.7.2010  Die Ermittlungen gegen einen Ordensmann des Klosters Metten wegen übermäßiger Gewalt und sexueller Übergriffe wurden eingestellt. Die Taten sind entweder bereits verjährt oder die Vorwürfe seien sehr pauschal und in manchen Fällen läge kein strafbares Verhalten vor. Quelle: idowa.de


16.3.2010 Im Kapuziner-Seminar St. Lorenzheim erheben ehemalige Zöglinge gegen einen früheren Pater den Vorwurf sexuellen Missbrauchs. Die Vorgänge betreffen die Jahre 1960 bis 1967. Ein damals Zehnjähriger wurde von dem Pater nachts unsittlich berührt. Ältere Schüler, die ihm helfen wollten, meldeten ihre Beobachtungen dem Heimleiter, einem Pater. Der versprach, er selbst werde die Vorgänge an den Ordensoberen in Wien melden. Aber es geschah- nichts. Der beschuldigte Pater kennt den Vorwurf, streitet aber alles ab. Er selbst habe vielmehr von einem Missbrauch gehört, aber der Mitbruder sei bereits gestorben. Der Beschuldigte sagt auch noch: “Ein Bub selber wollte einmal so etwas anfangen.” Quelle: Kleine Zeitung


16.3.2010 Dem Bistum Mainz liegen nun weitere Erkenntnisse über das Konvikt in Bensheim vor. Bei weiteren Recherchen ist ein unbeschrifteter Aktenordner aufgetaucht, in dem ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof, Kardinal Hermann Volk, gefunden wurde. In dem Brief, datiert vom 23. Februar 1981, finden sich Schilderungen eines Konviktbewohners über sexuellen Missbrauch an ihm und an anderen Bewohnern durch den Heimleiter, der das Konvikt von 1973 bis 1979 leitete. Zudem existiert ein Antwortschreiben von Domdekan Hermann Berg, der zu dieser Zeit Leiter des Dezernates Schulen und Hochschulen war, der den Verfasser des Briefes zu einem Gespräch einlädt. Dieses Gespräch kam nicht zustande. Über das weitere Geschehen liegt kein Schriftverkehr vor. Der Aktenfund ist der zuständigen Staatsanwaltschaft in Darmstadt übergeben worden. Quelle: Bistum Mainz


16.3.2010 In Friedrichsdorf gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Gemeindepfarrer Dieter F. Er räumte die Vorwürfe teilweise ein. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gab die drei bekannt gewordenen Fälle an die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Quelle: FR


16.3.2010 In Brasilien werden drei Priester, zwei davon höhere Würdenträger (Monsignore), des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.
Quelle: ORF


16.3.2010 Die Diözese Graz-Seckau und der Vatikan sollen nach einem Bericht des “Falter” einen weitreichenden Missbrauchsfall eines steirischen Pfarrers jahrelang  vertuscht haben. In den 1980er Jahren soll der Pfarrer mehr als ein Dutzend Kinder missbraucht haben. Die Eltern der mutmaßlichen Opfer versuchten vergeblich, die Entlassung des Priesters zu erreichen. Die Staatsanwaltschaft befragte zwei mutmaßliche Opfer und drei aktuelle Ministranten. Die weiteren mindestens 70 Ministranten wurden nicht befragt. Die Staatsanwaltschaft rechtfertigte die Einstellung des Verfahrens mit ihrem “Fingerspitzengefühl” – wenn nichts dran wäre, wäre der Mann ruiniert.

Als später das Erzbischöfliche Metropolitan- und Diözesangericht in Salzburg den Pfarrer für schuldig befand, soll direkt aus dem Vatikan die Order gekommen sein, die Sache fallen zu lassen.
Nach einem Urlaubsjahr arbeitete der Priester wieder in der Seelsorge. Dann wurde er verdächtigt, mindestens 13 Jungen zwischen 5 und 18 Jahren wiederholt sexuell und schwer sexuell missbraucht zu haben. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt.
Eltern intervenierten weiter. Es kam zu einem Kirchengerichtsverfahren, das mit einem Schuldspruch endete. Das Urteil wurde 2006 wegen Verjährung aber wieder aufgehoben. Das Verfahren fand statt, als Kardinal Ratzinger an der Spitze der Glaubenskongreggation stand. Es wurde aufgehoben, als Josef Ratzinger bereits Papst war.
Gerhard Holotik, jener Prälat des Erzbischöflichen Metropolitan- und Diözesangerichts in Salzburg, der das Gerichtsverfahren geleitet hatte, erklärte dem FALTER, er habe sich wegen der Verjährung sehr wohl im Vorhinein abgesichert. “Wir haben die Sache ja von Rom zugewiesen bekommen. Sie können sich denken, wie wir empfinden, wenn unser Urteil plötzlich aufgehoben wird. Ich bin nicht glücklich über das Ganze.” Quelle: standard.at und FR vom 19.3.2010  s. auch Falter und Falter


16.3.2010 Ein katholischer Priester, Lehrer, zuletzt an einer Universität in Santiago de Chile, wurde 2009 verhaftet. Er soll von 1992 bis 2005 in Spanien Jugendliche missbraucht haben und die Missbräuche gefilmt haben. Anhand der Videos konnten spanische Ermittler rekonstruieren, an welchen Schulen der Geistliche Kinder missbraucht haben soll. Klagen hatte es von Eltern oder Schülern nie gegeben. Quelle: welt.de


16.3.2010 Im katholischen Kapuzinerorden in Bad Mergentheim soll ein heute 80-jährige Pater zwischen 1967 und 1975 mindestens ein Kind sexuell missbraucht haben. Den Vorgesetzten war den Angaben zufolge bekannt, dass es “Auffälligkeiten” gegeben habe. Eintrage in der Personalakte gäbe es jedoch nicht.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart soll sich ein inzwischen gestorbener Priester in den 50er und 60er Jahren an Jungen vergangenhaben. Der beschuldigte Ireister ist seit 1968 Ehrenbürger der Stadt Rottenburg.
Inzwischen kam auch heraus, dass die Missbrauchsvorwürfe am ehemaligen katholischen Jungen-Internat in Bensheim bereits in den siebziger und achtziger Jahren bekannt waren. Es sei ein Brief an den damaligen Mainzer Bischof vom Februar 1981 aufgetaucht, in dem ein Schüler sexuellen Missbrauch durch den Internatsleiter schildert, teilte das Bistum in Mainz am Dienstag mit. Zu einem daraufhin dem Schüler angebotenen Gespräch sei es aber nie gekommen. Zudem gebe es Hinweise auf Briefe aus den siebziger Jahren, in denen Eltern von sexuellem Missbrauch berichteten. In dem Konvikt soll es bis 1979 Misshandlungen und Missbrauch gegeben haben. Quelle: Spiegel


16.3.2010 Nach Aufdeckung des Missbrauchsskandals am Bad Godesberger Jesuiten-Gymnasium Aloisiuskolleg haben sich nach Informationen der “Kölnischen Rundschau” 30 ehemalige Schüler sowie ein Schüler von heute gemeldet. Quelle: Tageblatt


16.3.2010 In Österreich kursieren Zahlen zu den Kirchenaustritten.


16.3.2010 Auch im oldenburgischen Münsterland ist es offenbar in katholischen Einrichtungen zu sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gekommen. Der Sprecher des Offizialatsbezirks Vechta im Bistum Münster, Peter Waschinski, bestätigte dem epd fünf Fälle in Vechta, Cloppenburg, dem Nordkreis Cloppenburg und Neuenkirchen aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie würden nun untersucht. Insgesamt werden Vorwürfe gegen vier Pfarrer und einen Hilfsarbeiter eines inzwischen geschlossenen Internats erhoben. Quelle: epd


16.3.2010 Opfer werden zu Tätern gemacht:Von Hentig hatte der SZ gesagt, wenn Becker, der frühere Rektor der Odenwaldschule, jemanden missbraucht habe, so könnte vielleicht mal ein Schüler den Lehrer Becker verführt haben. Der Soziologe Oskar Negt kommentiert, dass Hentig die Opfer zu Tätern machen. “Das ist für mich nicht nur eine große persönliche Enttäuschung, sondern einfach unerträglich”, sagte er. Quelle: FR


16.3.2010 Ursula Enders weist darauf hin, dass Missbrauch nicht nur in der Kirche stattfindet. Sie hat Sorge, dass vor lauter Kirche vergessen wird, dass es Missbrauch auch in anderen Institutionen gibt: in Sportvereinen, Kindertagesstätten, in der Jugendhilfe und auf Ferienfreizeiten. Sie fordert eine unabhängige Kommission, die Missbrauchsfälle aufarbeitet – nicht nur in der Kirche, sondern überall. Es sei noch immer leichter, einen übergriffigen Geistlichen aus der Kirche zu bekommen als einen übergriffigen Lehrer aus der Schule. Sie fordert einen gesetzlichen Verhaltenskodex für pädagogische Berufe. Quelle: hna.de


15.3.2010 Am gestrigen Sonntag stand in der Leseordnung der katholischen Kirche als Evangelium das Gleichnis vom barmherzigen Vater. Mich erreichten gestern und heute Mails,  in denen Missbrauchsopfer berichteten, dass katholische Priester vor Ort dieses Gleichnis nutzten, um von der Barmherzigkeit Gottes mit Priestern, die Kinder und Jugendliche missbrauchten,  zu sprechen. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Opfern. Noch bevor die Opfer gehört wurden und ihr Leid auch nur annähernd ermessen wurde; noch bevor weder die Täter noch die sie Beschützenden ermessen haben, welches nicht selten lebenslängliche Leid beide (!) angerichtet haben – ist schon wieder vom Erbarmen mit den Tätern die Rede. Nicht nur ich denke, dass damit wieder einmal die Opfer im Regen stehen gelassen werden. In diesem Denken ist Gott also der Kumpane der Täter. Da ist es möglich, die Vergebung Gottes den Tätern zuzusprechen, ohne dass auch nur ein Opfer gefragt worden wäre. Das ist unerträglich, meine ich und mit mir Frauen, die das Leid der Opfer am eigenen Leib täglich erfahren. Erika Kerstner


15.3.2010 “Den Papst und die gesamte Kirche in die Missbrauchsskandale hineinziehen zu wollen, ist ein Zeichen von Gewalt und Barbarei”, sagte der Sprecher des Papstes, Erzbischof Rino Fisichella. Quelle: Spiegel

Kommentar: Da ist dieser immer wiederkehrende Gedanke, dass die wahren Opfer nicht etwa die misshandelten und missbrauchten Kinder sind – sondern die Kirche oder ihre Repräsentanten!


15.3.2010 Der Deutsche Kinderschutzbund lehnt den geplanten Runden Tisch ab. Der Kinderschutzbund-Präsident Hilgers nannte die Initiative überflüssig. “Wir haben keine Erkenntnisprobleme in Deutschland. Wir haben ein Problem, dass jahrzehntelang nicht gehandelt worden ist”, sagte Hilgers. Übersehen werde in der Diskussion der Vergangenheit, dass Zehntausende Kinder auch 2010 dasselbe Schicksal erleiden werden. Quelle: focus.de

Kommentar: Gehandelt wurde sehr wohl – allerdings im Interesse der Täter und im vermeintlichen Interesse der Institution Kirche! Nur im Interesse der Opfer wurde nicht gehandelt!


15.3.2010 Im Jülicher Internat Haus Overbach, katholisch, sollen in den 1950er Jahren drei Menschen von Ordensleuten sexuell missbraucht worden sein. Das teilte die deutschsprachige Ordensprovinz der Oblaten des heiligen Franz von Sales mit. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wird drei Verdachtsfällen nachgegangen. Quelle: Zeit


15.3.2010 Auch in Italien sind Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester bekanntgeworden. Der ehemalige Erzbischof von Lecce, Cosmo Francesco Ruppi, räumte in einem Interview entsprechende Vergehen durch Kleriker in der Region Apulien ein. Quelle: rp-online


15.3.2010 Eklat im Gottesdienst der katholischen Gemeinde in Bad Tölz: In diese Gemeinde war der Pfarrer versetzt worden, der in Essen Kinder missbraucht hatte. Der Papst hatte als damaliger Erzbischof von München und Freising die Versetzung nach Bayern angeordnet. Er habe jedoch nicht den Einsatz in einer Pfarrei und in der Seelsorge zu verantworten, heißt es. Der Vorsitzende des Pfarrverbandes, zu dem Bad Tölz gehört, zeigte sich der SZ gegenüber schockiert. In seiner Predigt fand er für den Kollegen beschwichtigende Worte. Daraufhin kam es zum Zwischenruf: “Ich kann das nicht hören!…Sie können doch jetzt nicht mehr ablenken!” Quelle: de.news.Yahoo


15.3.2010 Ein Beitrag von GottesSuche auf evangelisch.de über die Erwartungen von Gewaltopfer an Kirchen. Quelle: evangelisch.de


15.3.2010 Ein Priester aus Graz hat vor 20 Jahren einen Jugendlichen auf einer Urlaubsreise missbraucht. Der Geistliche gestand und legte die Leitung seiner Pfarreien nieder. Quelle: Steiermark.orf


15.3.2010 Der Abt des Stiftes Kremsmünster, Ambros Ebhart, hat zwei weitere Patres, gegen die Missbrauchsvorwürfe vorgebracht worden waren, ihrer Ämter enthoben. Damit sind mittlerweile fünf Geistliche des oberösterreichischen Klosters suspendiert. Quelle: Salzburg.com


15.3.2010 Dublin — Trotz des sexuellen Missbrauchs hunderter Kinder durch katholische Geistliche in Irland will das dortige Kirchenoberhaupt Sean Brady nicht zurücktreten. Dies erklärte er, nachdem er zuvor eingestanden hatte, 1975 als einfacher Priester an zwei Treffen mit Missbrauchsopfern teilgenommen zu haben, bei denen diese Schweigegelübde unterzeichneten. Quelle: google.com


15.3.2010 Der Leiter des Seelsorgereferates I im Ordinariat des Erzbistums München, Josef Obermaier, 65, ist zurückgetreten. Er hat die Verantwortung für gravierende Fehler übernommen. Er hat einen wegen sexuellen Missbrauchs seit 1986 vorbestraften Priester in der Seelsorge eingesetzt und wohl nicht überprüft, ob der Vorbestrafte sich an die Auflagen hielt – er hielt sich nicht daran. Quelle: Bild-Zeitung (na ja, muss auch mal sein!)


15.3.2010 Die Entschuldigung der Kapuziner in Österreich


15.3.2010 Erfahrungen aus dem Kinderheim in Altdöbern. Quelle: Lausitzer Rundschau


14.3.2010 Buchhinweis: Zedlitz, Markus: Zerrbilder- Stimme eines Opfers, htpp://www.heimdall-verlag.de, ISBN 978-3-939935-31-5


14.3.2010 Immer wieder wird das Elend von Erwachsenen benannt, die kein Kind mehr tröstend in den Arm nehmen können, weil sie sonst Gefahr laufen, des Missbrauchs verdächtigt zu werden. Diese Argumentation halte ich für unrealistisch. Jeder Erwachsene weiß ganz genau, mit welchen Motiven und Gefühlen er ein Kind tröstet und berührt. Und jedes Kind spürt genau, ob die Motive des Erwachsenen in Ordnung sind oder nicht. Ich glaube auch nicht, dass das Risiko einer falschen Beschuldigung hoch ist – niemand, der halbwegs bei Verstand ist, wird für sich eine Biographie “erfinden”, in der sexualisierte Gewalt vorkommt.


14.3.2010 Hier erzählt ein Psychotherapeut ein wenig von dem, was den Opfern von sexualisierter Gewalt geschieht.


14.3.2010 Der Prozess gegen den katholischen Priester Georg K., 51, hat in Südafrika begonnen. Der Priester muss sich vor einem Gericht in Johannesburg verantworten, weil er drei Jungen sexuell genötigt haben soll. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Seine Anwälte haben versucht, den Prozessauftakt hinauszuzögern. Auch in Krefeld liegt eine Strafanzeige vor. Quelle: wz-newsline


14.3.2010 Im Bistum Münster wurde ein katholischer Priester entpflichtet, weil er sich an frühere sexuelle Vorfälle mit Jugendlichen erinnerte. Quelle: Der Spiegel 


14.3.2010 Die “Initiative Kirche von unten” bezieht  – nach dem Gespräch des Papstes mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz – Stellung zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.


14.3.2010 Die katholische Kirche hat in der Öffentlichkeit und in den eigenen Reihen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Einer Emnid-Umfrage zufolge geben 67 Prozent der deutschen Katholiken an, dass die katholische Kirche durch die jüngsten Aufdeckungen von Missbrauchsfällen an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat, in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 71 Prozent. Quelle: SZ


14.3.2010 in einem britischen Inzestfall sind die Behörden 25 Jahre lang nicht eingeschritten, obwohl sie die Verbrechen ahnten. Quelle: FR


14.3.2010 Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff, 61, wurde als 12-jähriger Schüler 1960 im evangelischen Internat Gaienhofen am Bodensee von einem Lehrer wiederholt missbraucht. “Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden.” Ihm seien, so Kirchhoff, “Doktorspiele, Ferkeleien, unausgegorener Sex” widerfahren. Quelle: Spiegel


14.3.2010 Im Oldenburger Land hat es in katholischen Einrichtungen in den 50er und 60er Jahren sexuellen Missbrauch gegeben. Das bestätigte das Bischöfliche Offizialat in Vechta. Es bittet mögliche Opfer, sich zu melden. Bislang liegen vier Verdachtsfälle vor, in 3 Fällen geht es um sexuelle Übergriffe. Angezeigt wurden drei Priester und ein Kirchenmitarbeiter. Die mutmaßlichen Täter sind verstorben. Quelle: ov-online


14.3.2010 Ein Mann erzählt, was er in einem evangelischen Heim erlebt hat. Triggergefahr. Quelle: faz


13.3.2010 Das Erzbistum München-Freising hat zugegeben, dass unter Leitung des damaligen Erzbischofs und späteren Papstes Benedikt XVI. „schwere Fehler“ im Umgang mit einem pädophilen Priester begangen wurden. Die Arbeitsgruppe zur Überprüfung von Altfällen stellte fest, dass ein aus der Diözese Essen stammender Priester trotz Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und trotz einer Verurteilung vom damaligen Generalvikar Gerhard Gruber wiederholt in der Pfarrseelsorge eingesetzt wurde. Gruber übernimmt für die falschen Entscheidungen die volle Verantwortung. Quelle: Hamburger Abendblatt


13.3.2010 Wie das Vertuschen funktioniert – am Beispiel der Odenwaldschule. Quelle: FR


13.3.2010 Gewalt im Maristen-Internat in Mindelheim – ein Opfer berichtet: Meine Kindheit ist verloren gegangen. Quelle: Augsburger Allgemeine


13.3.2010 Radio Vatikan schreibt im Link und in der Artikelüberschrift von 300 und nicht von 3000 Anzeigen gegen Priester wegen sexueller Gewalt. Die Zahl 3000 dürfte die richtige sein, denn bereits 2008 hat die Presse von 1000 Fällen nur aus den USA berichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es 10 Verurteilungen, d.i. 1%.


13.3.2010 Der Vatikan gibt Zahlen bekannt: Ihm liegen 3000 Anzeigen gegen Priester vor, die in den letzten 50 Jahren des Missbrauchs verdächtigt wurden. 10% betrafen Minderjährige, 60% betrafen gleichgeschlechtliche Kontakte, 30% heterosexuelle Kontakte.

Von 3000 Anzeigen, die beim Vatikan wegen sexuellem Fehlverhalten von Priestern und Ordensmännern eingingen, wurden 300 Anzeigen wegen pädophiler Verbrechen erstattet.
“Zwischen 1975 und 1985 ist meines Wissens kein einziger Hinweis auf Fälle von Pädophilie bei Klerikern zur Kenntnis unserer Kongregation gelangt.” Das sagt Monsignor Charles J. Scicluna, der „Anwalt der Gerechtigkeit” der Kongregation für die Glaubenslehre. Dem widerspricht alllerdings eine Information von salzburg.com, die berichtet, dass  sich mindestens der Erzbischof Rembert G. Weakland auf Beschwerden von Opfern des Pater Murphy hin an den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Ratzinger wandte, allerdings keine Antwort erhielt. Murphy soll 200 taubstumme Kinder missbraucht haben. Eine Antwort jedoch erhielt Pater Murphy, als er Rom darum bat, seine letzte Lebensfrist mit seiner Würde des Priestertums erleben zu dürfen: der damals Zuständige Kardinal Tarcisio Bertone stellte das nochnicht begonnene Verfahren ein.
Quelle: 20 min.ch und Vatikan-Chronik
Kommentar: Mit anderen Worten: Anzeige im Vatikan (oder auf dem Weg über die Diözesen an den Vatikan) werden in der Regel nur Menschen erstatten, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Menschen, die einvernehmliche sexuelle Kontakte haben – egal, ob homosexuell oder heterosexuell -,  werden üblicherweise keine Anzeige erstatten. Was wir also im Moment in Deutschland (und den Niederlanden, in Österreich und der Schweiz) erleben, betrifft nur die 10% der Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige. Darüber hinaus gibt es dann – wenn die Zahlen des Vatikans halbwegs repräsentativ sind – 90%, also 2700 Fälle, in denen es sexualisierte Gewalt gab, die von Priestern ausging und Erwachsene betraf. Da scheint es ein großes Dunkelfeld zu geben.
In 10% der Fälle, die dem Vatikan vorlagen, wurde den Priestern das Recht entzogen, Sakramente (wie die Beichte) zu spenden. Weitere 10% hätten selbst darum gebeten. Gegen 60% der Betroffenen gab es nur disziplinarische Verfahren – angesichts des fortgeschrittenen Alters der Beschuldigten. Es gilt also nach wie vor: Sexueller Missbrauch ist eines der am meisten sicheren Verbrechen.


13.3.2010 In der vergangenen Woche ist die Zahl der Meldungen über Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche in den Niederlanden um 250 auf jetzt 450 gestiegen, berichtet das NRC Handelsblad.


 

München. Das Erzbistum München und Freising, das Joseph Ratzinger – der heutige Papst Benedikt XVI. – in den 80er Jahren als Erzbischof leitete, hat „schwere Fehler“ im Umgang mit einem pädophilen Priester im fraglichen Zeitraum zugegeben.

„Bei der Überprüfung möglicher Missbrauchsfälle früherer Jahrzehnte ist das Erzbischöfliche Ordinariat auf schwere Fehler im Umgang mit einer Priesterpersonalie in den 80er Jahren gestoßen. Auf Hinweise der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag, 11. März, hat die von Generalvikar Prälat Peter Beer eingesetzte Arbeitsgruppe zur Überprüfung von Altfällen festgestellt, dass ein aus der Diözese Essen stammender Priester trotz Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und trotz einer Verurteilung vom damaligen Generalvikar Gerhard Gruber wiederholt in der Pfarrseelsorge eingesetzt wurde. Gruber übernimmt für die falschen Entscheidungen die volle Verantwortung.

Nach den Recherchen der Arbeitsgruppe des Ordinariats stellt sich der Fall bislang wie folgt dar:

Als Kaplan wurde H. auf Bitten des Bistums Essen im Januar 1980 in der Erzdiözese München und Freising aufgenommen. Er sollte in München eine Therapie machen. Aufgrund der Aktenlage muss die Arbeitsgruppe des Ordinariates davon ausgehen, dass damals bekannt war, dass er diese Therapie vermutlich wegen sexueller Beziehungen zu Jungen machen sollte. 1980 wurde beschlossen, H. Unterkunft in einem Pfarrhaus zu gewähren, damit er die Therapie wahrnehmen könne. Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst. Abweichend von diesem Beschluss, wurde H. dann jedoch vom damaligen Generalvikar uneingeschränkt zur Seelsorgemithilfe in einer Münchner Pfarrei angewiesen.

Aus dieser Zeit (1. Februar 1980 bis 31. August 1982) liegen keine Beschwerden oder Vorwürfe über H. vor.

Von September 1982 bis Anfang 1985 war H. dann zur Seelsorgemithilfe in Grafing tätig. Nach Bekanntwerden von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und der Aufnahme polizeilicher Ermittlungen wurde er mit Schreiben vom 29. Januar 1985 vom Dienst entpflichtet. Im Juni 1986 wurde Kaplan H. vom Amtsgericht Ebersberg wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 4000 Mark verurteilt. Die Bewährungszeit wurde auf fünf Jahre festgesetzt. Der Verurteilte wurde angewiesen, sich in eine Psychotherapie zu begeben.

Ab November 1986 bis Oktober 1987 wurde H. als Kurat in einem Altenheim eingesetzt. Abschließend war er bis September 2008 in Garching/Alz in einer Gemeinde tätig, zunächst als Kurat, später als Pfarradministrator. Für den erneuten Einsatz in der Pfarrseelsorge waren offenbar die relativ milde Strafe des Amtsgerichts Ebersberg und die Ausführungen des behandelnden Psychologen ausschlaggebend.

Seit dem Gerichtsurteil im Jahr 1986 wurden dem Ordinariat keine weiteren Vorfälle mehr bekannt.

Am 6. Mai 2008 wurde H. von seinen Aufgaben als Pfarradministrator in Garching entpflichtet und ab Oktober 2008 als Kur- und Tourismusseelsorger eingesetzt. Ihm wurde zur Auflage gemacht, dass er keine Kinder-, Jugend- und Ministrantenarbeit mehr machen dürfe. Ein auf Wunsch des neuen Erzbischofs Reinhard Marx erstelltes forensisches Gutachten rechtfertigte aus Sicht des Ordinariats nicht den Verbleib von H. in der Pfarrseelsorge.

Der frühere Generalvikar Gerhard Gruber erklärt dazu: „Der wiederholte Einsatz von H. in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler. Ich übernehme dafür die volle Verantwortung. Ich bedauere zutiefst, dass es durch diese Entscheidung zu dem Vergehen mit Jugendlichen kommen konnte und entschuldige mich bei allen, denen Schaden zugefügt wurde.“


13.3.2010 In einem katholischen Internat in Cloppenburg sollen drei Priester, die inzwischen gestorben sind, und ein Laie sich an Kindern vergangen haben. In der Schweiz sind rund 60 mutmaßliche Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche gemeldet worden. Ob hinter den Meldungen tatsächlich 60 Übergriffe stünden, müsse geprüft werden.

Der Vatikan sieht Papst Benedikt XVI. unterdessen als Opfer einer Kampagne im Skandal um sexuelle Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland. “In den letzten Tagen gab es einige, die mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und in München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchs-Fragen mit hineinzuziehen”, kritisierte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag in Rom. Diese Versuche seien jedoch “gescheitert”. Quelle: Spiegel
Kommentar: Merke: Das wahre Opfer dieser Missbrauchsserie sind nicht die Missbrauchten – das wahre Opfer ist die Kirche – und allen voran der Vatikan und der Papst.


13.3.2010 Eine Information aus dem Bistum Passau, die ich im Moment nicht einordnen kann. Quelle: Bistum Passau

Nachtrag vom 11.7.2010: Im Bürgerblick Nr. 34, April 2010, S. 23-24 werden die Hintergründe ein wenig deutlicher. Unter dem Titel “Er wirkte unter Erzbischof Ratzinger in München und Bischof Schraml in Passau. Benediktiner und Bubenschänder – 40 Jahre lang stoppte ihn keiner” wird berichtet, wie der im Februar verstorbene Pater Berthold mehr als 40 Jahre lang ungehindert Kinder missbrauchen konnte.


13.3.2010 Aus dem Internat des Klosters im bayerischen Plankstetten, Bistum Eichstätt, werden Übergriffe von Benediktinern auf Schüler berichtet. Ein 58-Jähriger berichtet von Übergriffen in den 60er Jahren. Der Abt bestätigte, dass 1967 ein Bruder des Klosters verwiesen wurde. Bei dem Hauptverantwortlichen für die sexuellen Übergriffen von 1965 bis 1967 handle es sich um einen etwa 35 jährigen Ordensmann, erzählt der Informant der Mittelbayerischen Zeitung. Er weist darauf hin, dass er von weiteren 5 bis 6 Jungen wisse, die ebenfalls die Übergriffe erdulden mussten. Quelle: news-adhoc


13.3.2010 Neue Betroffene haben sich gemeldet, darunter einer, der bei den Regensburger Domspatzen bis in die 90er Jahre sexuelle Gewalt erlebt hätte.  Thomas Mayer berichtete, er habe sexuelle und körperliche Gewalt bis zum Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt. Er sei im Internat von älteren Schülern vergewaltigt worden, berichtete er. Auch in der Wohnung eines Präfekten sei es zu Analverkehr zwischen Schülern gekommen. Die hätten den Druck eines totalitären Systems weitergegeben, sagt Thomas Mayer. Das Bistum Regensburg wollte sich nicht äußern. Quelle: Spiegel

Kommentar: Wenn es in so vielen katholischen – und nicht-christlichen – Internaten Gewalt und sexuelle Gewalt von Vorgesetzten an Untergebenen und von Gleichgestellten untereinander gab, dann stellt sich mir die Frage, ob es solche Vorgänge nicht auch in den Priesterseminaren gab – und immer noch gibt. Aber dort ist mit einer noch ausgeprägteren Loyalität mit der Institution zu rechnen als sie ohnehin üblich ist. Da werden wir vermutlich den nächsten Skandal abwarten müssen. Und der wird unweigerlich kommen, wenn die katholische Kirche  sich nicht wirklich zu den Opfern bekehrt. Ich bin skeptisch – aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.


13.3.2010 Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es in den 50er und und 60er Jahren Fälle von Kindesmissbrauch. Nach Informationen des Schweriner Weihbischofs Werbs sind die Täter inzwischen gestorben. Im Erzbistum Hamburg wurde in einem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, weil  ein damals 12-14 Jahre alter Junge zwischen 1953 und 1955 von einem Priester missbraucht worden sei. Quelle: Ostsee-Zeitung


13.3.2010 Demontage eines Denkmals – Hartmut von Hentig


13.3.2010 Im Donaukurier berichten Opfer, die in Ingolstadt, Diözese Eichstätt, in kirchlichen Studienseminaren Gewalt erlebten. Quelle: Donaukurier


13.3.2010 Der Onkel als Vergewaltiger – ein Opfer berichtet von einem Täter, der bei den Regensburger Domspatzen arbeitete. Quelle: ovb-online


12.3.2010 Im Klosterinternat St. Ottilien durfte ein prügelnder Pater bis 2006 unterrichten. Quelle: br-online


12.3.2010 Mit Wissen des heutigen Papstes kam in den achtziger Jahren ein einschlägig belasteter Pfarrer von Essen nach München. Dort missbrauchte er erneut Jugendliche – und arbeitet noch heute als Seelsorger in Oberbayern. Der heutige Papst habe als damaliger Erzbischof von München der Versetzung zugestimmt. Die Verantwortung für den erneuten Einsatz des pädokriminellen Priesters übernahm der damals zuständige Generalvikar Gerhard Gruber. “Der wiederholte Einsatz des Mannes in der Pfarrseelsorge war ein schwerer Fehler”, sagte der 81-Jährige der Zeitung. “Ich übernehme dafür die volle Verantwortung. Ich bedauere zutiefst, dass es durch diese Entscheidung zu dem Vergehen mit Jugendlichen kommen konnte und entschuldige mich bei allen, denen Schaden zugefügt wurde.” Quelle: Süddeutsche und Spiegel und Erzbistum München und Vatikan

Kommentar: Was soll man dazu noch sagen? Der größte Feind der Kirche ist die Kirche selbst. Und sie ist  es, die dafür sorgt, dass Gott in den Herzen der Missbrauchten keine Chance mehr zu haben scheint. Rainer Bucher hat immer mehr Recht, wenn er von der “Niederlage Gottes in seiner Kirche” schreibt. Selbst die wohlwollendsten ChristInnen müssen sich da fragen, wie ernst es dem Papst mit seiner großen Erschütterung und seiner großen Betroffenheit ist.


12.3.2010 Bei den Regensburger Domspatzen gingen die gewalttätigen “Erziehungsmethoden” möglicherweise bis 2001. Quelle: Domradio


12.3.2010 In den 70er Jahren soll es im Bad Honnefer Internat Schloss Hagerhof Fälle sexueller Gewalt gegeben haben. Ein 50-Jähriger berichtete der Schulleitung, dass er als 12-Jähriger von einem Erzieher missbraucht wurde. Dem Lehrer sei 1976 wegen eines anderen Falles fristlos gekündigt worden, sagte die jetzige Schulleiterin. Der Erzieher ist inzwischen gestorben. Quelle: wdr


12.3.2010 Ein früherer Domkapitular des Bistums Essen wurde wegen sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen verurteilt. Der über 16-Jährige wurde für Sex bezahlt. Der Gewalttäter muss 14.000 Euro Strafe zahlen, eine öffentliche Verhandlung gibt es nicht. Er gilt als vorbestraft. Quelle: Spiegel


12.3.2010 Papst Benedikt XVI. hat „mit großer Betroffenheit und tiefer Erschütterung“ auf die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen in Deutschland reagiert. Das erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, am Freitag nach einer Audienz im Vatikan. Der Papst habe ihn ermutigt, die Fälle rückhaltlos aufzuklären und den Opfern beizustehen. Quelle: focus.de


12.3.2010 Der Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, SPD, fordert den Papst auf, sich bei den Opfern zu entschuldigen. – Das mag ja gut gemeint sein – aber es gibt schon seit Jahren so viele folgenlose Entschuldigungen und Betroffenheitsäußerungen. Quelle: google.com 


12.3.2010 Das hätte ich ja nicht gedacht, dass ein Bischof merkt, wie peinlich das Selbstmitleid der Kirche ist – Mitleid mit sich. Kardinal Schönborn stellt ganz richtig fest: “Es muss uns zuerst um das Leid der Opfer und nicht um die eigene Befindlichkeit gehen”- Kardinal Christoph Schönborn hält angesichts der Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche Selbstmitleid für “unangebracht”. Auch wenn es schmerzlich sei, müssten die Mitglieder der Kirche in diesen Tagen Anfeindungen aushalten. Übersehen hat er, dass auch die Opfer Mitglieder der Kirche sein können. In seiner Optik gehören also die Opfer nicht zu den “eigenen Leuten”. Quelle: der standard


12.3.2010 Der 64-jährige Reinhard Gutmann sagt, er sei vor mehr als 50 Jahren im Stift Wilhering, Österreich, missbraucht worden. Der heutige Abt Hemmelmayr zeigt sich betroffen und will das Opfer treffen. Quelle: die presse 


12.3.20010 Erste Zahlen deuten darauf hin, dass die katholische Kirche mit einer Austrittswelle rechnen muss. Das moralische Desaster könnte zu einem finanziellen Fiasko werden. Quelle: Süddeutsche


12.3.2010 Nach Ansicht des Regensburger Bischofs Müller braucht die Kirche in Deutschland keine päpstliche Hilfe, um mit den Missbrauchsfällen fertig zu werden. Die Kirche werde den Opfern von Gewalt Beratung anbieten, die meisten Fälle lägen jedoch weit zurück, sagte er. Quelle: reuters

Kommentar: Nur für eine Gruppe liegen die Fälle nicht weit zurück. Sie bedrücken und bedrängen die Opfer als sei die Gewalt eben erst passiert. Das ist für Traumaüberlebende Alltag. Der Bischof sollte das erfahren und sich kundig machen.


12.3.2010 Bis in die 80er Jahre hinein sollen Steyler Missionare Schüler des Studienkollegs St. Johann sexuell missbraucht haben. Das teilte Pater Bernd Werle, Oberhaupt der Steyler Missionare in Deutschland, mit. Werle war in einer Mail informiert worden. Weder Täter- noch Opfernamen wurden ihm genannt. Er recherchierte und stieß auf drei mutmaßliche Täter aus den 60er Jahren, um das Jahr 1974 und 1981. Alle drei mutmaßlichen Täter sind tot. Der zuständige Bischof von Rottenburg-Stuttgart wurde informiert. Einer der Täter wurde rechtskräftig verurteilt, die anderen beiden versetzt. Quelle: Schwäbische


11.3.2010 Kontraste berichtet über Aufklärung von sexuellem Missbrauch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Quelle: rbb-online


11.3.2010 Eine Seltenheit: Die Direktorin der Odenwaldschule weint, als sie von der sexuellen Gewalt gegen Schüler und Schülerinnen berichtet. Schon einmal hat jemand geweint: Es waren Bischöfe der nordamerikanischen Bischofskonferenz.


11.3.2010 Ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule korrigierte die jetzige Schulleiterin. Er sagte, dass nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Rektor Gerold B. die Schule das Thema damals eben nicht entsprechend aufgearbeitet. Der Nachfolger des beschuldigten Schulleiters habe gesagt, falls diese Vorwürfe öffentlich würden, werde die Schule geschlossen.

Der Pädagoge und Autor Bernhard Bueb, der 2 Jahre Lehrer an der Odenwaldschule war, sagte dem „Stern“, er könne die Vorwürfe gegen Gerold B. „nicht in Einklang mit der Person bringen, die ich ausschließlich als Freund und fürsorglichen Pädagogen kenne.“ Obwohl er Gerold B. nach den ersten Vorwürfen und Gerüchten über Missbrauch noch oft begegnet sei, habe er ihn nie auf das Thema angesprochen. Das sei eine Frage von Takt und Respekt gewesen. Quelle: roeser-presse
Kommentar: Herr Bueb spricht von “Takt und Respekt” – Takt und Respekt gegenüber dem Täter, nicht gegenüber den Opfern. Der Begriff der “Kumpanei” oder des Täterschutzes wäre vermutlich korrekt.
Dass der Nachfolger des beschuldigten Schulleiters der Odenwaldschule die Loyalität der Schüler mit der Institution einforderte, ist bezeichnend. 


11.3.2010 Im Fall der Regensburger Domspatzen hat ein mutmaßliches Opfer berichtet, dass brutale Erziehungsmethoden auch 2001 noch praktiziert wurden. Internatsschüler in Pielenhofen, die die Nachtruhe störten, hätten zur Strafe stundenlang und meist barfuß in einem dunklen Waschraum ausharren müssen. Quelle: roeser-presse


11.3.2010 Der Standard berichtet, dass es bei den Wiener Sängerknaben nach Aussagen von zwei ehemaligen Chormitgliedern in den 1960er und 1980er Jahren zu sexuellen Übergriffen kam. Quelle: der standard.at


11.3.2010 Im Bistum Osnabrück gab es am ehemaligen Internat des Maristenklosters in Meppen Ende der 60-er Jahre sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen. Das gab der Justiziar des Ordens bekannt. Der beschuldigte Pater war zu dieser Zeit Präfekt im Internat. Er starb vor zwei Jahren. Zwei ehemalige Schüler haben sich gemeldet. Quelle: abendblatt.de 


11.3.2010 Nach Angaben der Direktorin der Odenwaldschule haben sich weitere Opfer gemeldet, insgesamt 33. Die Anzahl er beschuldigten Lehrer hat sich von drei auf 8 erhöht. 40% der mutmaßlichen Missbrauchsopfer seinen ehemalige Schülerinnen. Quelle: Spiegel


11.3.2010 Im oberschwäbischen Attenweiler, Kreis Biberach, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexueller Gewalt im ehemaligen Kinderheim der kirchl. Stiftung Piuspflege. Zuständig ist das Bistum Rottenburg-Stuttgart. Der mutmaßliche Täter ist der ehemalige Pfarrer des Kinderheims. Quelle: Stuttgarter Zeitung


11.3.2010 An der evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen, Bodensee, wurden Kinder und Jugendliche in sechs Fällen sexuell missbraucht. Quelle: Stuttgarter Zeitung 


11.3.2010 Die eine oder andere Nachricht kann ich hier nicht verlinken, weil das Medium, die Zeitung etwa, gleichzeitig mit einer neuen Meldung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche Frauen als Sex-Objekte “anbietet”.


11.3.2010 Man mag es gar nicht mehr hören von Kirchenmännern: Dass es auch anderswo sexuellen Missbrauch gäbe. Als ob dadurch der sexuelle Missbrauch durch katholische Priester auch nur einen Deut weniger schlimm würde! Rainer Bucher hat vor einigen Jahren den Sachverhalt zutreffend beschrieben als “Niederlage Gottes in seiner Kirche”.

11.3.2010 Bistum Limburg: Ein Pfarrer, 48, aus dem Hochtaunuskreis hat gestanden, dass er Anfang der 90er Jahre in einer Pfarrei im Westerwald Sexualkontakte mit Jugendlichen und Heranwachsenden hatte. Einvernehmlich seien sie gewesen, sagt der Pfarrer. Das Ermittlungsverfahren, das das Bistum Limburg veranlasst hatte, wurde eingestellt, weil die Übergriffe verjährt sind. Quelle: FR


11.3.2010 Zwischenbericht zum Aloisius-Kolleg in Bonn


11.3.2010 Heidi Kastner, Chefärztin für forensische Psychiatrie in Linz, wiest darauf hin, dass Missbrauch vor allem Missbrauch eines Autortätsverhältnisses ist. Missbrauch gedeiht dort umso leichter, wo die Bedingungen ihn fördern, so sich der Täter in Sicherheit vor Aufdeckung wiegen kann und wo die Gefahr gering ist, öffentliche Konsequenzen des eigenen Fehlverhaltens ziehen zu müssen. Bei fortgesetztem Missbrauch brauche es immer ein System, das ihn trägt und begünstigt. Es braucht Leute, die wegschauen, das Opfer für unglaubwürdig erklären, ihm eine Mitschuld geben und Geheimhaltung einfordern. Zu ergänzen wäre noch, dass in der katholischen Kirche die Identifikation des Opfers mit der Institution fatale Konsequenzen hat. Quelle: nachrichten.at


11.3.2010 Ein früherer Schüler im Gymnasium des Vorarlberger Klosters Mehrerau sagte dem ORF-Radio, ein Drittel seiner Klassenkameraden sei in den 1960er Jahren von einem Pater missbraucht worden. Der Geistliche sei zuvor wegen eines sexuellen Übergriffs aus Deutschland nach Österreich versetzt worden. Die Opfer und deren MItschüler seien vom Abt zum Stillschweigen verdonnert worden. Quelle: de.reuters.com


11.3.2010 ORF-Club 2-Diskussion: Sexskandale ohne Ende – wie scheinheilig ist die katholische Kirche?v11.3.2010 Bischof Laun, Österreich, wurde von Sandra Maischberger gefragt, ab wann Missbrauchs-Verdachtsfälle kirchenintern als “kriminell” eingestuft würden. Bischof Laun versuchte daraufhin zwischen Pornographie-Konsum am Computer und realen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen zu unterscheiden. Dabei erwähnte er den Fall eines Therapeuten, der beim Sichten von Pornographie “in die Falle gegangen” sei. Quelle: süddeutsche


11.3.2010 Im Erzbistum Bamberg gingen drei Mails ein, die von sexuellem Missbrauch in einem Internat berichten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Bistum wollte nicht bestätigen, dass es sich um das Aufseianum-Internat handelt. Die Vorwürfe beziehen sich auf die 1960er und 1970er Jahre. Zu dieser Zeit wurde das Internat von katholischen Priestern geführt. Quelle: br-online


11.3.2010 Der Erzdiözese Freiburg sind in den vergangenen Wochen mehrere Fälle sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen gemeldet worden. Es handelt sich um Vorfälle aus den Jahren 1950 bis 1980. Quelle: Badische Zeitung


11.3.2010 HR-Online berichtet über Missbrauchsverdacht bei den Limburger Domsingknaben. Ein ehemaliges Chormitglied habe dem Bischof von Übergriffen des damaligen Dirigenten zwischen 1967 und 1973 berichtet. Der beschuldigte Domkapellmeister und Priester starb 2002. Das Bistum Limburg hat den Verdacht bestätigt. Quelle: hr-online


11.3.2010 Die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda, Anne Schmitz, weist darauf hin, dass es den Tätern – wie den Opfern auch – derzeit nicht besonders gut gehe. “Ich habe bislang noch keinen erlebt, der nicht auch in seinen Grundfesten erschüttert war”, berichtete Schmitz. Es sei für die Täter Zeit, sich den dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit zu stellen. “Eine Erklärung dafür haben die meisten aber nicht.” Der Imageverlust der Kirche ist derzeit groß, bestätigt auch der Fuldaer Generalvikar Gerhard Stanke. Doch das Problem des sexuellen Missbrauchs sei nicht allein auf die Kirche bezogen. Er behauptet: “Überall, wo Menschen pädagogisch einander näher kommen, kann es zu Übergriffen kommen.” Quelle: welt.de 

Kommentar: Diese Struktur der Argumentation begegnet sehr häufig: Nach dem pflichtgemäß geäußerten Mitgefühl für die Opfer folgt der Hinweis auf die leidenden Täter. Anschließend wird der Blick auf den Schaden gerichtet, der der Kirche entstanden ist. Der oft lebenslängliche Schaden der Opfer und ihr Leid gerät zuerst an den Rand und dann ganz aus dem Blickfeld.


11.3.2010 Ein ehemaliger Internats-Zögling aus dem Stift Kremsmünster beschuldigt drei Patres, in den 1980er Jahren Schüler geschlagen und sexuell missbraucht zu haben. Der Hauptbeschuldigte dementierte. Die Diözese will die Vorfälle untersuchen. Quelle: news.at


11.3.2010 Im Jahr 1982 war ein Zisterzienser-Priester nach sexuellem Missbrauch nach Tirol versetzt worden. Zugegeben hatte der Pfarrer vor seiner Versetzung einen Fall. Er soll jedoch zehn Jugendliche  zwischen 13 und 15 Jahren missbraucht haben. Eine entsprechende Anzeige ging 2004 bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch ein. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die Vorwürfe beziehen sich auf die 1970er Jahre bis 1982. Quelle: tirol.orf


10.3.2010 Die Passauer Neue Presse berichtet über einen Ruhestandspriester, der in Altötting lebte und jahrzehntelang Kinder missbrauchte. Er wurde Mitte der 70er Jahre als Ordenspriester suspendiert, leistete aber in Altötting von 2002 bis 2010 priesterliche Dienste. Der dortige Prälat Ludwig Limbrunner, u.a. Missbrauchsbeauftragter des Bistums Passau, sagte: “Ich kann das alles gar nicht glauben.”


10.3.2010 Auf der Internetseite des Bistums Passau beteuert das Bistum, nichts gewusst zu haben.


10.3.2010 In Hofheim/Taunus soll es im Kinderheim Vincenzhaus zu sexuellen Übergriffen und Misshandlungen gekommen sein. Die Vorwürfe stammen von drei früheren Heimkindern und betreffen die 50er und 60er Jahre. Quelle: newsblogger.de


10.3.2010 In den Niederlanden haben sich innerhalb von 14 Tagen 350  mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch bei der kath. Kirche gemeldet. Vor allem ehemalige Internatsschüler meldeten sich bei Hulp en Recht, das Mitte der 90er Jahre von der Bischofskonferenz zur Unterstützung von Missbrauchsopfern gegründet wurde. Quelle: Göttinger Tageblatt


10.3.2010 Auch in einem DDR-Kinderheim in Sachsen soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Quelle: mdr


10.3.2010 Über eine Fernsehsendung: Wie Kirche es nicht machen sollte, wenn sie glaubwürdig werden will. Es nützt nichts, wenn Kirchenleute darauf hinweisen, dass auch andere missbrauchen – nicht nur katholische Priester. Es nützt auch nichts, wenn der Bischof dem Opfer über den Mund fährt. Quelle: Spiegel


10.3.2010 André Heller war Jesuitenzögling und bekam als Zeuge sexuellen Missbrauch mit: “Wir waren mit unserer Verstörung allein”, beschreibt er das Erlebte. Quelle: ORF


10.3.2010 Der Theologe und Psychotherapeut Richard Pickert sieht im Ende des Schweigens von Missbrauchsopfern eine Chance für die katholische Kirche und ist zugleich skeptisch, ob sich wirklich etwas ändern wird. U.a. berichtet Pickert: „Ich war mit den Jesuiten am Traunsee. Da hat mich ein Pater alleine im Schlafsaal erwischt und gefragt, ob ich schon geschlechtliche Lust kenne – ein klassischer Anmachspruch. Mich hat das damals kalt gelassen. Aber es gibt halt viele, die das nicht kalt lässt.“ Quelle: nachrichten.at


10.3.2010 Die Odenwald-Schule geht inzwischen von 27 Opfern aus. Quelle: welt.de


10.3.2010 Im Bistum Mainz gibt es Misshandlungs- und Missbrauchsvorwürfe, die das frühere Konvikt Bensheim Ende der 70er Jahre betreffen. Es handle sich um 2 Täter. Der sexuelle Missbrauchsverdacht richtet sich gegen einen 1979 aus den Diensten des Bistums ausgeschiedenen Heimleiter. Die Staatsanwaltschaft ist informiert. Quelle: Radio Vatikan


10.3.2010 “Alle haben es gewusst” – ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule berichtet. Er erzählt davon, dass alle es wussten, auch Lehrer, dass der Schulleiter “auf kleine Jungs steht”. Er erzählt auch, wie das spätere Verhalten der Verantwortlichen der Odenwaldschule bei ihm angekommen ist.  Ihm wurde gesagt, dass die Schule zumachen würde, wenn das öffentlich würde. Die Opfer wurden also zu denjenigen gemacht, die die Existenz der Institution in Gefahr brachten. Es waren nicht die Täter, die durch ihr Verhalten die Institution beschädigten. Quelle: FR

Kommentar: Dass der Schutz der Institution wichtiger als der Schutz von Menschen ist, wurde (wird?) in der katholischen Kirche ähnlich gehandhabt.


9.3.2010 Missbrauchsverdacht in Eilenburger Heim . Quelle: lvz-online


9.3.2010 Im Bistum Graz-Seckau wurde bekannt, dass ein Priester in den späten 1970er und -80-er Jahren bis zu zwanzig Jungen und Mädchen sexuell missbraucht oder belästigt hat. Der Priester – heute in einer Gemeinde im Burgenland tätig, bestätigte in der Wochenzeitung “Falter” diese Aussage. Die Missbräuche seien verjährt. Der Geistliche spricht on sieben oder acht Fällen, die Opfer deuten bis zu zwanzig Fälle an. In den 80er Jahren unterrichtete der Pfarrer Religion und wurde gegenüber einem Mädchen aufdringlich. Er sei sofort aus dem Schuldienst der höheren Schule genommen worden, an einer Haupt- und einer Volksschule jedoch habe er weiter utnerrichtet. Bis 2001 war er an Pflichtschulen tätig. Quelle: der standard


9.3.2010 Das Bistum Regensburg nimmt Stellung zu einem Artikel in der Süddeutschen “Mein Mut ist dahin”.


9.3.2010 Im Internat des Gymnasiums Johanneum auf Schloss Loburg in Ostbevern, Kreis Warendorf soll es ebenfalls zwischen 1966 und Sommer 1968 zu regelmäßigem sexuellen Missbrauch eines Jungen durch einen Angehörigen der Canisianer-Brüdergemeinschaft gekommen sein. Quelle: nw-news


9.3.2010 Das Bistum Limburg bestätigt Gewalt minder schwerer Art bei den Domsingknaben in Limburg. Quelle: fnp


9.3.2010 Ein zweiter ehemaliger Schüler der Stiftsschule Amöneburg hat sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gemeldet, wie das Bistum Fulda auf Anfrage mitteilte. Das mutmaßliche Opfer sei von einem Laienmitarbeiter missbraucht worden.

Das Bistum Limburg bestätigte inzwischen den Verdachtsfall auf Missbrauch bei den Domsingknaben. In den 70er Jahren habe es eine Ermittlung gegen den damaligen Leiter des Musischen Internates Hadamar gegeben. Es habe keine strafrechte Verurteilung gegeben, der Beschuldigte sei 2002 gestorben. Quelle: Faz


9.3.2010 In Österreich wurde ein heute 53-Jähriger Opfer des Erzabtes des Stiftes St. Peter, Salzburg. Der Täter entschuldigte sich beim Opfer für den 40 Jahre zurück liegenden Missbrauch. Das Opfer wurde außerdem von zwei anderen Patres der Benediktiner-Abtei 6 Jahre lang missbraucht. Einer der Täter ist inzwischen gestorben. Er wurde 2005 in Marokko wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen festgenommen. Einer der Täter (der andere?) wurde wegen Missbrauch auch in Österreich verurteilt.

Auch im Internat eines Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters wurde in den 1980er Jahren mindestens ein Schüler sexuell missbraucht. Die Tat wurde von der Schule jahrelang vertuscht. Wie Abt Anselm van der Linde den “Vorarlberger Nachrichten” sagte, war der Täter geständig. Die Schule habe den zuständigen Bischof informiert und den heute 74-Jährigen nach Tirol versetzt, wo er heute noch als Priester arbeite. Er habe auch eine Therapie gemacht. Der Vater des Jugendlichen habe damals auf eine Anzeige verzichtet. Quelle: google


9.3.2010 Manfred v.H.65 J., ist ehemaliger Regensburger Domspatz. Er wurde über Jahre hinweg vom früheren Internatsleiter Friedrich Z. sexuell missbraucht. 1958 wurde der Täter zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und später in einem Mädchengymnasium in der Schweiz eingesetzt. Das Opfer berichtet, dass er nie als Zeuge befragt wurde. Das Opfer prüft, ob es Schadenersatzforderungen an das Bistum Regensburg oder die Domspatzen stellen will. Für die Deutsche Bischofskonferenz sind Entschädigungszahlungen kein Thema. Der Regensburger Bistumssprecher C. Neck sagte, ob es noch andere Opfer gebe, wisse man nicht.

Ein anonym bleiben wollender ehemaliger Schüler der Regensburger Domspatzen schilderte “Welt Kompakt”, dass es bis in die 70er Jahre unter dem Nachfolger von Friedrich Z. als Internatsleiter zu Übergriffen kam. Ab 1964 war der Bruder des derzeitigen Papstes, Georg Ratzinger, Domkapellmeister . Prälat Heinrich Wachter aus der Umgebung von Georg Ratzinger kritisierte die jetzige Berichterstattung:
“Natürlich war das schlimm, was damals passiert ist”, aber es ist jetzt richtig Mode geworden, die Domspatzen durch den Kakao zu ziehen, nur weil der Papstbruder dort tätig war.” Der Regensburger Bischof Müller sieht in der Berichterstattung eine “Verletzung der Menschenwürde aller katholischen Priester und Ordensleute.” Quelle: Die Welt


9.3.2010 In einer diakonischen Schule sollen autistische Kinder misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen 17 ehemalige Mitarbeiter eines Tochterunternehmens der Graf-Recke-Stiftung. Es gehe um Misshandlung Schutzbefohlener, Freiheitsberaubung und Nötigung. Quelle: Süddeutsche


9.3.2010 Gegenüber der Abendzeitung hat sich der Miniterialdirigent Toni Schmid, der von 1958 bis 1967 bei den Regensburger Domspatzen war, zu Wort gemeldet. Er war in der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen und berichtete von regelmäßigen Prügeln durch die dortigen Priester. Schmid bezeichnete die Prüger als pädagogischer “State of the Art”. Ein anderes Opfer hingegen sprach von Nacktprügeln und Vergewaltigungen. Quelle: Regensburg digital


9.3.2010 Im Bonner Aloisius-Kolleg geht man davon aus, dass zwischen 1946 und 2005 sechs Jesuitenpatres 30 Opfer hatten. Einer ist inzw. gestoreben. Er arbeitete von 1946 bis 1962 dort. Der andere was bis 2008 40 Jahre lang in Bonn tätig – die meiste Zeit als Internatis- und Schulleiter. Ein heutiger Internatsschüler berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Bonn gegen den Pater wegen eines Falles von 2005 ermittelt.

Nebenbei: Die Zeitung spricht von der Missbrauchsbeauftragten und nennt sie “Berliner Misstrauensbeauftragte des Ordens”. Quelle: domradio


9.3.2010 In den Niederlanden werden neben etlichen Priestern jetzt auch Nonnen beschuldigt, sich an kleinen Jungen vergangen zu haben. Mehr als 200 mutmaßliche Opfer von sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche der Niederlande haben bislang bei Behörden und Hilfsorganisationen entsprechende Beschwerden eingelegt. Quelle: Die Zeit und ORF


8.3.2010 Mindestens zehn Jungen im Alter zwischen elf und 18 Jahren wurden im Zeitraum 1976 – 82 vom Leiter des Domchors, einem damals 50-jährigen Priester, und seinem Stellvertreter, einem 35-jährigen Kantor, sexuell missbraucht. Quelle: Wormser Zeitung


8.3.2010 Der Salzburger Erzabt des Benediktinerstiftes St. Peter tritt wegen Missbrauch zurück. Als 24-Jähriger hat er einen einmaligen sexuellen Übergriff gegenüber einem Minderjährigen begangen. Unmittelbar nach der Tat habe er sich bei dem Betroffenen aufrichtig entschuldigt. Er bedauert auch heute noch diesen Vorfall aufs Tiefste und bittet um Verzeihung. Quelle: ORF


8.3.2010 Gegen einen Priester im Bistum Limburg wurde ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von der Staatsanwaltschaft Koblenz eingestellt. Er soll in den vergangenen 15-20 Jahren mehrfach Kinder missbraucht haben. Die Taten sind verjährt. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, dass es Anfang der 90er Jahre in einer Pfarrei im Westerwald “zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen mit Jugendlichen und Heranwachsenden gekommen” sei. Quelle: FR

Kommentar: Zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen gibt es keine “einvernehmlichen sexuelle Handlungen”, weil ein Abhängigkeitsverhältnis besteht und weil zumindest Kinder nicht etwas zustimmen können, das sie nicht überschauen. Die Verantwortung trägt in jedem Fall der Erwachsene.


8.3.2010 Die Presse berichtet, dass Absolventen des Vorarlberger Privatgymnasiums der Zisterzienser in Bregenz dem Spiegel von sadistischen Patres berichten –  von Schlägen mit den Handknöcheln auf den Kopf, Schlagen mit Rohrstöcken und von sexuellen Handlungen. Der Abt von Mehrerau, Anselm Linde, stritt gegenüber dem „Spiegel“ die Vorwürfe nicht ab. „Wir machen uns große Sorgen und schämen uns.“ Er wolle Schülern bei der Aufklärung zu helfen. Allerdings seien alle Patres, die zur Zeit der inkriminierten Vorfälle in den 60ern gelebt hätten, bereits gestorben.


8.3.2010 Im Bistum Augsburg wurde einem Pfarrer nahegelegt, sich selbst anzuzeigen. Der Verdacht stammt von 1999. Die Eltern, die das Bistum über ein “moralisch fragwürdiges” Verhalten des Pfarrers informierten, hatten von einer Strafanzeige abgesehen, das Bistum jedoch um disziplinarische Maßnahmen gebeten. Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe, wurde jedoch mit einer Aufgabe betraut, bei der er keinen Kontakt mehr mit Kindern und Jugendlichen hatte – so das Bistum. Nun gäbe es jedoch aktuelle Hinweise, die das Bistum veranlassten, den Vorgang erneut aufzugreifen. Der Priester wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entpflichtet. Quelle: Augsburger Allgemeine


8.3.2010 Der irische Bischof Walsh wünscht sich ein Treffen kirchlicher Missbrauchsopfer mit dem Papst. Dieser Wunsch sei jedoch beim Treffen im Vatikan Mitte Februar nicht besprochen worden. Bischof Walsh ist der Ansicht, dass die Kirche Entschädigungen für die Opfer zahlen solle, nicht jedoch deshalb die Öffentlichkeit um Spenden zu bitten. Es könnten Anlagen und Häuser der Kirche verkauft werden. Bischof Brennan hatte seine Gemeindemitglieder um Spenden für die Opferentschädigung gebeten. Quelle: domradio


8.3.2010 Dem Morgenweb gegenüber sprachen ehemalige Schüler des früheren bischöflichen Konvikts in Bensheim davon, dass Ende der 70er Jahre unter Schülern regelmäßig von sexuellen Übergriffen durch einen Betreuer gemunkelt wurde. Der damalige Konviktleiter hat 1979 das Haus verlassen. Er wurde vom Bischöflichen Ordinariat nach Südamerika versetzt.

Kommentar: Gegenüber Gerüchten bin ich üblicherweise sehr zurückhaltend. Aber bei sexuellem Missbrauch weiß ich inzwischen, dass die Opfer eher viel zu wenig erzählen als dass sie falsche Anschuldigungen erheben oder Erfahrungen dramatisieren.


8.3.2010 Das Abendblatt denkt darüber nach, dass in den jetzt öffentlich werdenden Missbrauchsfällen von Einzelfällen nicht mehr gesprochen werden kann. Und es erkennt, dass die Opfer erst jetzt mit ihren Klagen auf offene Ohren treffen. Quelle: Abendblatt


8.3.2010 Der vom Dienst suspendierte Wolfsburger Priester räumte eine Verfehlung ein, habe aber keinen sexuellen Missbrauch begangen – sagt er. Die Tragweite des Vorfalls sei ihm nicht bewusst gewesen. Er habe sich dem Jugendlichen nicht gegen dessen Willen genähert. Mit dem damals Minderjährigen habe ihn eine “Art Partnerschaft” verbunden. Quelle: Spiegel


8.3.2010 Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, hat 30 Jahre lang die Regensburger Domspatzen geleitet, von 1964 bis 1994. Nach eigener Aussage sind ihm keinerlei Fälle von Missbrauch bekannt. Er sieht hingegen “eine gewisse Feindseligkeit der Kirche gegenüber.” Quelle: der standard


7.3.2010 “Dabei wäre eine Wertegemeinschaft wie die katholische Kirche in einer Zeit, in der alles beliebig und alles machbar erscheint, dringend nötig. Doch um mit ihren Mahnungen durchzudringen, bräuchte die Kirche Autorität. Sie müsste Teil der Gesellschaft sein, die sie kritisiert. Doch die Kirche verschanzt sich. So gewinnt sie nicht Autorität, sie verliert sie.” So endet ein Kommentar von Annette Ramelsberger , dem nichts hinzuzufügen ist. 


7.3.2010 “Mona Lisa” interviewt eine Frau und einen Mann – beide mutmaßliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch Ordensschwestern. Quelle: Morgenpost


7.3.2010 “Wir sind Kirche” weist darauf hin, dass die Missbrauchsfälle in Bayern zu einer Zeit stattfanden, als der jetzige Papst Erzbischof in München war und fragt, was der damalige Erzbischof wusste. Quelle: Süddeutsche


7.3.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch formulierte im Vorfeld seines Vatikan-Besuchs am kommenden Freitag: “Ich bin überzeugt, dass das, was wir beschlossen haben, in die richtige Richtung weist und dass wir ganz klar sagen, dass das ein furchtbares Verbrechen ist. Da sind wir uns mit dem Heiligen Vater einig.” Quelle: Radio Vatikan


7.3.2010 Ein Marburger Blogger hatte eine Nachricht des Handelsblattes über sexuellen Missbrauch im Bistum Regensburg in seinem Blog wiederholt. Daraufhin soll er nach eigene Aussage vom Bistum Regensburg eine Abmahnung erhalten habe. Das Handelsblatt erhielt keine Abmahnung. Quelle: heise s. auch der standard.at


6.3.2010 Das Bistum Hildesheim hat einen Pfarrer aus Wolfsburg suspendiert. Er hatte gestanden, vor mehr als 30 Jahren einen minderjährigen Jugendlichen sexuell missbraucht zu haben. Quelle: Bistum Hildesheim


6.3.2010 Um 1960 soll es im Kinderheim des Klosters Lehmen in Rheinland-Pfalz zu Misshandlungen von Kindern gekommen sein. Die Oberin des Ordens der Karmelitinnen kann es nicht glauben. Der Kölner Anwalt Thomas Jembrek hat ca 20 ehemalige Heimkinder gefunden, die die Angaben zumindest teilweise bestätigen. Unterlagen existieren nicht mehr. Quelle: swp


6.3.2010 In der FR ist nachzulesen, wie langjähriges Vertuschen funktioniert. Als Beispiel dient die Odenwald-Schule. So oder so ähnlich laufen diese Vorgänge vermutlich in allen Institutionen, denen der Ruf der Institution wichtiger als das Wohl von Kindern und Jugendlichen ist.


6.3.2010 Ein Mann, der bei den Regensburger Domspatzen war, berichtete dem Spiegel von grausamen Ritualen im Internat Etterzhausen, einer Vorschule für jüngere Schüler, aus dem sich die Domspatzen in Regensburg rekrutierten. Dort habe Ende der fünfziger Jahre der Direktor M., ein katholischer Priester, härteste Bestrafungen exerziert: Häufig habe er auch in seinen Privaträumen ein “Nacktprügeln” betrieben, bei dem sich die acht- bis neunjährigen Kinder entblößen mussten und Schläge mit der Hand bekamen. In einigen Fällen, so das Opfer, sei es zu Penetrationen gekommen. “Warum der Papstbruder Georg Ratzinger, der seit 1964 Domkapellmeister war, davon nichts mitbekommen haben soll, ist mir unerklärlich”, fügte der Regisseur hinzu. In seinem Jahrgang habe ein Mitschüler kurz vor dem Abitur Selbstmord begangen.  Quelle: Spiegel


6.3.2010 Die Fuldaer Zeitung berichtet, dass 18 von 27 Bistümern mit Fällen von sexuellem Missbrauch – meist aus zurückliegenden Jahren – konfrontiert sind. 


6.3.2010 An der Odenwaldschule in Südhessen soll es in den 70er Jahren regelmäßigen sexuellen Missbrauch gegeben haben. Im Prinzip wurden die Vorwürfe bereits vor 10 Jahren öffentlich. Seinerzeit berichteten Altschüler von massiven Übergriffen des damaligen Rektors Becker gegen 13-Jährige, bis hin zum erzwungenen Oralverkehr. Die Vorwürfe wurden von der Schule jedoch nur halbherzig aufgegriffen. – Die ehemaligen Schüler – fast alle Männer – berichten, wie sie als 13-, 14-Jährige von ihren Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als „sexuelle Dienstleister“ für ganze Wochenenden eingeteilt, und sie zu Oralverkehr gezwungen wurden. Einige Lehrer hätten ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen. Lehrkräfte haben demnach Schutzbefohlene geschlagen, mit Drogen und Alkohol versorgt oder beim gemeinschaftlichen Missbrauch eines Mädchens nicht eingegriffen. „Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat“, sagt Kaufmann, die seit 2007 im Amt ist. Sie selbst sei im vergangenen Jahr erneut von Ehemaligen angesprochen worden, die fürchteten, die Schule werde sich auch bei der 100-Jahr-Feier im April 2010 wieder ihrer Verantwortung entziehen. Daraufhin habe sie etliche Gespräche mit Ex-Schülern geführt und dabei erst „das wahre Ausmaß“ des Skandals erahnt. Kaufmann geht von mindestens drei Lehrern aus, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben sollen. Zeugen hätten 20 Opfer genannt. Juristisch gesehen gelten alle diese Fälle als verjährt. Die betroffenen Ex-Schüler gehen von 50 bis 100 Missbrauchsopfern aus. Namentlich nennen sie neun Lehrer, denen sie Gewalt gegen Schüler und sexualisierte Gewalt vorwerfen. Quelle: ksta


6.3.2010 Der Kriminalpsychiater Kröber vermutet, dass es manchen Anklägern der Kirche darum gehe, die Kirche zu verurteilen. Was Kröber wirklich ärgere, sei, dass hier “verstaubte Geschichten aus den 70er Jahren hervorgezerrt” würden und mit ihnen vor allem von einem Thema abgelenkt werde. Die Frage des sexuellen Missbrauchs interessiere eigentlich niemanden so richtig. Doch da müsse angesetzt werden. Und nicht nur ein Blick auf die Kirche helfe weiter. Kröber: “Man muss nur einmal zum Deutschen Fußballbund gehen, die haben viele kleine Jungs.” Quelle: heute.de 

Kommentar: Der Kriminalpsychiater Kröber weiß nicht, dass die Verbrechen für die Opfer alles andere als “verstaubte Geschichten” sind – sie sind oft brutale Gegenwart.


6.3.2010 Vor ca 50 Jahren soll ein Kind im katholischen Vinzenzwerk in Münster missbraucht worden sein. Das mutmaßliche Opfer berichtete von sexuellem Missbrauch durch einen Priesteramtsanwärter und von gewalttätigen Übergriffen durch Ordensschwestern. Die Kommission des Bistums kündigte an, dem Fall nachzugehen. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer kam später in ein Jungenheim nach Hövelhof bei Paderborn. Seine Akte ging ebenfalls dorthin. Dem Vinzenzwerk verweigert das Salvator-Kolleg in Hövelhof die Herausgabe der Akten. Quelle: Die Glocke.de


6.3.2010 ORF berichtet, die Schüler von Ettal wollten schweigen, um – wie es heiße – nicht “noch mehr Schaden anzurichten.”

Kommentar: Genau so geschieht die Ent-Solidarisierung mit den Opfern. Der Schaden für die Opfer ist ja längst angerichtet. Nur der Schaden für die Institution scheint durch Schweigen verhindert zu werden. Nicht die Opfer, sind bei dieser Position im Blick, sondern die Institution. Dass die Institution tatsächlich durch das Schweigen geschützt wird, halte ich für einen Irrtum. Es dauert dann nur ein wenig länger, bis die Dinge auf den Tisch kommen – in einigen Jahren, im nächsten Skandal dann.


6.3.2010 Der Wiener Kardinal Schönborn formulierte: ” Leider wurden zu Unrecht in der Vergangenheit in der Kirche die Täter oft mehr geschützt als die Opfer.” Und weiter: Mit Scham und Trauer stellen die Bischöfe fest, dass sich erst in den letzten Jahren in der Kirche in Österreich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass bei Missbrauchsvorwürfen nichts anderes zählt als die Wahrheit, die allein frei macht.” Die Bischöfe zollen in ihrer Erklärung all jenen großen Respekt, “die bereit sind, über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld zu sprechen”. Es sei nur zu erahnen, “wie viel Überwindung und Mut es braucht, die Erinnerung an erlittenen Missbrauch in Worte zu fassen”. Nur so ist die Begegnung mit der befreienden Wahrheit möglich. Die Bischöfe zeigen zugleich auch Verständnis für all jene, “deren Schmerz, Angst oder Wut noch zu groß sind, um sich über den Missbrauch zu äußern”. Quelle: ORF


6.3.2010 Im Erzbistum Freiburg erhebt ein Mann den Vorwurf, während einer der traditionellen mittelbadischen Wallfahrten von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Jugendarbeit missbraucht worden zu sein. Das Erzbistum Freiburg fordert belastbare Hinweise. Der Missbrauchsbeauftragte sagt, von so etwas habe er noch nie gehört. Quelle: Tagblatt


5.3.2010 Die Mainpost berichtet:

“Die Flucht nach vorne hat der Kapuzinerorden mit seiner Erklärung zu sexuellen Übergriffen im eigenen Internat angetreten. Zu groß war der öffentliche Druck, auch 25 Jahre nach den Vorfällen weiter den Mantel des Schweigens darüberzulegen – obwohl zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft ermittelt hatte und dem beschuldigten Pater kirchenintern Auflagen gemacht wurden, die er wohl eingehalten hat. So traumatisch seine Übergriffe damals für die Heranwachsenden gewesen sein müssen – auch für den in Würzburg geschätzten Seelsorger bricht mit dem aktuellen Bekanntwerden des dunklen Flecks seiner Vergangenheit eine Welt zusammen. Das hat die Redaktion am Donnerstag im persönlichen Gespräch mit ihm gespürt, ebenso die Unsicherheit des Ordens im Umgang mit dem Thema – genauso wie die Erschütterung eines damaligen Schülers.” Quelle: Mainpost
Kommentar: Dass für den in Würzburg geschätzten Seelsorger eine Welt zusammen bricht, hat er selbst zu verantworten. Niemand hat ihn gezwungen, Kinder zu missbrauchen. Der Zusammenbruch seiner Welt ist eine Folge seiner Tat.  


5.3.2010 Der Manager der Domspatzen, Christof Hartmann, reagierte auf die Informationen des Bistums zu Missbrauchsfällen bei den Regensburger Domspatzen reserviert. “Natürlich ist jeder Missbrauchsfall zu verurteilen”, sagte er der SZ. Wie aus der Mitteilung des Bistums zu entnehmen sei, hätten diese Fälle aber mit der heutigen Wirklichkeit des Chores nichts zu tun. “Das war vor 50, 60 Jahren.” Dennoch seien solche Vorfälle “ein Schaden für die Institution”. Quelle: Süddeutsche

Kommentar: Das ist es, was vielen Kirchenleuten immer zuerst einfällt: Der Schaden für die Kirche. Der oft lebenslängliche Schaden für die Kinder und Jugendlichen wird dabei völlig vergessen.


5.3.2013 Im Kloster Ettal wurde möglicherweise auch ein Pater von seinen Mitbrüdern sexuell missbraucht. Quelle: Spiegel


4.3.2010 Gegen den früheren Direktor des Vincenz-Stiftes in Rüdesheim werden schwere Vorwürfe erhoben. Quelle: Wiesbadener Tagblatt


4.3.2010 Der Gründer der “Legionäre Christi”, Pater Marcial Maviel Degollado (1920 – 2008) hat nach Aussagen einer ehemaligen Lebensgefährtin mit ihr 2 Kinder. Die mutmaßlichen Söhne beschuldigten ihren Vater, dass er auch sie sexuell missbraucht habe. Quelle: ORF 


4.3.2010 Im Bistum Regensburg gibt es Missbrauchsfälle aus den Jahren 1958 bis 1973. Laut ORF sind die Regensburger Domspatzen betroffen. Von 1924 bis 1963 war Theobald Schrems Domkapellmeister in Regensburg. Von 1964 bis 1994 leitete der Bruder von Papst Benedikt XVI., Georg Ratzinger, die Regensburger Domspatzen. 


4.3.2010 Der Direktor eines Studienseminars der Kapuziner in Burghausen/Oberbayern soll sich 1984/1985 an mehreren Seminaristen/Jugendlichen vergangen haben. 1991 wurden die Fälle juristisch verfolgt, waren jedoch – wie üblich – bereits verjährt. Der Direktor wurde an ein Münchner Krankenhaus versetzt, danach war er als Wallfahrtsseelsorger in Würzburg eingesetzt. 2009 wurde er von allen priesterlichen Aufgaben entbunden. Die involvierten Bistümer seien ebenso wie der Papst informiert gewesen.  «Der Schritt an die Öffentlichkeit geschieht aus Respekt und tiefer Achtung vor den Opfern», sagte Pater Mittermaier. Quelle: nz-online

Kommentar: Die kath. Kirche benötigte also 18 Jahre, um die Konsequenzen aus “schwer wiegenden” sexuellen Missbräuchen zu ziehen. Genauso lange brauchte sie, um sich des Respektes und der tiefen Achtung vor den Opfern zu erinnern.


3.3.2010 Denis Brennan, Bischof von Ferns in Irland, bittet die Gemeinden seiner Diözese, sich an den Kosten für die Entschädigung kirchlicher Missbrauchsopfer zu beteiligen. Das Bistum muss mehr als 10,5 Millionen Euro für Zivilklagen, Anwälte  und die Behandlung der Täter zahlen. 21 Priester sollen in mehr als 100 Fällen Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Quelle: Radio Vatikan


3.3.2010 Der Comic-Autor Olivier Ka wurde als Kind missbraucht. Von einem Priester.  Er hat im Zeichnen einen Weg zum Verarbeiten des Missbrauchs gefunden – so gut das möglich ist. Quelle: br-online


3.3.2010 Im Bistum Fulda hat die Missbrauchsbeauftragte auf Anfrage der Osthessen-News folgende Erklärung gegeben: “Die Diözese Fulda hat derzeit Kenntnis von zwei Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Priester bzw. kirchliche Mitarbeiter, die schon länger zurückliegen und hat sich an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das Bistum ist schockiert und bedauert jeden einzelnen Verdachtsfall. Die Verantwortlichen stehen in Gesprächen mit den Betroffenen und hoffen auf eine rasche Aufklärung. Den Opfern gilt die erste Sorge der Kirche.” Quelle: Osthessen-News


3.3.2010 Die Elisabeth-Schwestern, die früher im Franz Sales Haus, Essen, tätig haben, haben Verfehlungen von Ordensangehörigen in den 50er und 60er Jahren des 20.Jh. eingeräumt. Ehemalige Heimbewohner hatten öffentlich gesagt, dass sie dort misshandelt und teils auch missbraucht worden waren. Quelle: Domradio


3.3.2010 In den Niederlanden gingen nach einem Aufruf letzten Samstag, Missbrauch zu melden, 34 Meldungen ein. Es gingen Nachrichten von persönlichen Missbrauchserfahrungen ebenso ein wie Schilderungen von Gehörtem. Quelle: Radio Vatikan


3.3.2010 Im Bistum Osnabrück gab es zwischen 2002 und Februar 2010 vier Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs. Drei wurden mangels Beweisen von der Staatsanwaltschaft eingestellt, in einem Fall kam es zur Zahlung einer Geldauflage. Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung


3.3.2010 Das Bistum Limburg prüft mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen einige Priester. Es gibt einen Verdachtsfall gegen einen inzw. verstorbenen Priester, der in die 1940er Jahre zurückreicht. Ein zweiter Verdachtsfall stammt aus den 1960er Jahren. Auch dieser mutmaßliche Täter ist tot. Außerdem gibt es Vorwürfe von Taten, die vor einigen Jahren begangen worden sind.

Das Bistum Limburg gehörte zu den drei Bistümern, die dem Spiegel keine Informationen über Missbrauchsfälle gegeben hatten. Quelle: Domradio


3.3.2010 Der Maristenorden hat verschwiegen, dass der Internatsleiter  vor 2 Jahren versetzt wurde, weil er wegen sexuellen Missbrauchs von zwei  Schülern rechtskräftig verurteilt wurde. Quelle: Süddeutsche


2.3.2010 Der Mainzer Bischof Karl Lehmann, früherer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat sich gegen den Vorwurf mangelnder Aufklärung oder gar Vertuschung seitens der Kirche gewandt. Es sei “barer Unsinn” zu behaupten, die katholische Kirche habe keinen überzeugenden Willen zur Aufklärung, schrieb er. Quelle: news-adhoc


2.3.2010 Im bayerischen Mindelheim ist der ehemalige Leiter im Jahr 2004 unter Missbrauchsverdacht geraten. Er sei im August 2007 nach Anzeigen zweier Internatsschüler versetzt worden. Die Staatsanwaltschaft Memmingen bestätigte den Fall – der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung verurteilt. Quelle: Die Presse


2.3.2010 Bemerkenswert: Prof. Bordt SJ, München, hat bereits 2008 ein Buch geschrieben: “Was in der Krise zählt”. Dort berichtet er, er selbst habe aus der Krise gelernt „radikal die Opfer in den Mittelpunkt zu stellen.“ Es dürfe keine Rücksicht auf finanzielle Einbußen oder einen gewaltigen Rufschaden geben. Bordt betonte, dass jedem Opfer Recht widerfahren und es in der Öffentlichkeit gehört werden müsse. Quelle: domradio


2.3.2010 Drei Patres, die aus Ettal kamen, sind von ihren Aufgaben entbunden: die Benediktiner Pater Georg und Pater Gabriel sowie ein dritter Pater. Die Ettaler Kloster-Sprecherin machte keine Angabe über die Gründe, verwies jedoch auf Berichte zum Rücktritt des Ettaler Abtes. Quelle: freie presse


2.3.2010 Nach Recherchen der Berliner Zeitung muss von höheren Opferzahlen und mehr Tätern ausgegangen werden als bisher bekannt ist. Die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. berichtet, dass sich – ausgelöst durch den Skandal um die Jesuitenschulen – täglich bei ihr weitere Betroffene melden. Ursula Raue sprach zuletzt von 150 Opfern und 12 mutmaßlichen Tätern. Quelle: Berliner Zeitung


2.3.2010 In s’Heerenberg, Niederlande, sollen Salesianer in den 60er und 70er Jahren drei Kinder missbraucht haben. Einer der tatverdächtigen Mönche ist heute 98 Jahre alt. Mindestens zwei andere Mönche sollen sich an Kindern vergangen haben. Opfer berichten, dass die Verbrechen damals angeblich schon bekannt waren und von der Kirche verheimlicht wurden. Der Bischof von Rotterdam hat inzwischen geschockt auf diese Verdachtsfälle reagiert. Er war damals oberster Chef der Salesianer in den Niederlanden. Quelle: rp-online


2.3.2010 Ein Franziskaner der Franziskaner-Minoriten im Bereich des Bistums Würzburg wird sexueller Übergriffe an Kindern oder Jugendlichen verdächtigt. Er wies alle Vorwürfe als absurd zurück. Diözese und Orden hingegen verweisen auf unabhängig voneinander eingegangen Vorwürfe, die erst zu nehmen sein.

Der Sportbund Deutsche Jugendkraft (DJK) Würzburg hatte seinen langjähirgen Geistlichen Beirat verteidit und angekündigt, juristisch gegen die Vorwürfe gegen den Pater vorgehen zu wollen. Bistum und Ordensgemeinschaft kritisierten dieses Vorgehen als einen “nicht statthaften Versuch, die Betroffenen einzuschüchtern. Quelle: News – adhoc


1.3.2010 Missbrauchsfall auch in München/Aubing: Ein Pater hat in München eine 13-Jährige missbraucht. Der Pater wurde nach Fürstenfeldbruck versetzt. Auch als er verurteilt war, erfuhr die dortige Gemeinde nichts. Der Orden des Paters wurde hingegen informiert. Es gab keine Nachfragen, ob der Pater sich in Fürstenfeldbruck etwas zuschulden hat kommen lassen. Ende letzter Woche meldeten sich zwei Familien beim Brucker Pfarrer. Der Vorwurf: Missbrauch von zwei minderjährigen Mädchen. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.  Quelle: Merkur-online


1.3.2010 Im ehemaligen Kinderheim in Oggelsbeuren, Kreis Biberach, verdichten sich die Missbrauchs-Vorwürfe gegen den ehemaligen Pfarrer. Es soll drei mutmaßliche Opfer geben. Sie werden Ende der Woche vom Diözesanrichter gehört. Quelle: kanal 8


1.3.2010 Auch im Kloster Schäftlarn, Benediktiner, wird ein mutmaßlich pädokrimineller Pater bekannt. Quelle: Abendzeitung


1.3.2010 Pater Damian geht an die Öffentlichkeit. Er wird beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein und weist die Anschuldigung zurück.Quelle: Mainpost


1.3.2010 Zwei Ordensbrüder aus dem Bistum Speyer wollen sich selbst anzeigen, um die Vorwürfe gegen sie aufzuklären. Zuerst muss die Verjährung geprüft werden. Quelle: swr


1.3.2010 M.Z. ist ein Opfer aus dem Canisius-Kolleg in Berlin. Der gläubige Katholik berichtet im Tagesspiegel: „Seit vier Wochen laufen in ganz Deutschland Hunderte Betroffene herum, denen es so geht wie mir.“ Sie stehen unter extremer, nervlicher Anspannung, was aber kein Wunder sei, wenn nach so langer Zeit der Deckel vom Topf genommen werde und alles wieder da sei…..

….Er und viele andere seien jetzt vor allem wütend darüber, mit welcher Leichtigkeit den Bischöfen das Wort von der Verzeihung über die Lippen ginge, ohne dass sie darüber nachdenken würden, wie sie den Opfern helfen könnten.
….„Was ist mit uns, mit denen, die jetzt auf die Bühne getreten sind und mit den Folgen leben? Das Verhalten der Kirche zeigt mir, dass sie immer noch nicht begriffen hat, was Missbrauch mit Kindern, die erwachsen werden, anrichtet. Das braucht es aber, damit sich etwas ändern kann.“ Quelle: Tagesspiegel
Kommentar: Der anonyme M.Z. weist auf etwas Wichtiges hin: Dass die Opfer von Missbrauch mit den Folgen leben müssen. Diese Gruppe wird üblicherweise in der Kirche übersehen. Jedenfalls muss ich das von der “Initiative GottesSuche” nach einem Jahrzehnt durchgängig und immer noch so bestätigen. 


1.3.2010 In der Klosterschule Ettal hat der derzeitige Elternbeirat das Vorgehen der Erzdiözese München und die Rücktritte des Priors und des Abtes kritisiert. Prior und Abt hatten – entgegen den Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen – Fälle nicht an das Bistum gemeldet. Der Elternbeirat warf dem Ordinariat vor, nur Sündenböcke zu suchen. Er behauptete, das Vorgehen des Klosters sei stets offen und korrekt gewesen und die Öffentlichkeit schade dem Ruf der Schule. Quelle: FR

Kommentar: Dass der Ruf der Schule zuerst beschädigt wurde durch die Verbrechen und dann durch das Vertuschen, ist dem Elternbeirat entgangen. Entgangen ist dem Elternbeirat auch, dass die Opfer bisher im Stich gelassen wurden. An diesem Vorgang ist zu sehen, wie Eltern ihre Kinder im Stich lassen können und wie Opfer alleine gelassen werden von denen, die sie schützen sollten.


28.2.2010 “Uns ist die Hilfe für das Opfer wichtiger als die Strafe des Täters”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: welt.de


27.2.2010 Im Salesianer-Orden richten sich Anschuldigen wegen Missbrauchs gegen 17 Personen. 7 beschuldigte Ordensangehörige sind inzw. verstorben, fünf noch am Leben. 4 hätten den Orden in den 1060er und 1070er Jahren verlassen, ein Angestellter sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe “verschwunden”. Quelle: Liborius.de


27.2.2010 Der Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Berlin hat gebeten, ihn von diesem Amt zu entbinden, denn ihm fehle die nötige Distanz. Quelle: Morgenpost


27.2.2010 30,3 Prozent der Deutschen halten die katholische Kirche für ehrlich. Für lebensnah halten sie 29,9 % und für glaubwürdig 32,8%. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Omniquest”, den der KStA in Auftrag gegeben hat. Nicht repräsentativ ist das Teilergebnis für die Katholiken: Nur weniger als die Hälfte der Katholiken halten ihre Kirche für ehrlich und lebensnah. Quelle: markus arlt


26.2.2010 Kritik an den Beschlüssen der dt. Bischöfe zum Umgang mit Missbrauchsfällen kommt u.a. von Frau Raue, der Beauftragten der Jesuiten. Sie sagt: “Wer eingebunden ist in dieses System, hat andere Loyalitäten und muss Rücksichten nehmen, ist unter Umständen berichtspflichtig.” Quelle: FR


26.2.2010 In der Schule der Benediktiner im Kloster Ettal ist derzeit von 20 Opfern und 4 Tätern die Rede. Ein Täter ist bereits gestorben. Der Abt Barnabas Bögle und der Prior der Abtei und Leiter der Klosterschule, P. M. Kraß, traten zurück. Bögle, oberster BEnediktiner in Bayern, hatte einen massiven Verdachtsfall sexuellen Missbrauchs durch einen Mitbruder nicht gemeldet. Quelle: Spiegel


Und noch mehr Missbrauch – die SZ berichtet


25.2.2010 Gegen einen Missionsbenediktiner in St. Ottilien gibt es einen anonymen Hinweis auf sexualisierte Gewalt. Quelle: Süddeutsche Quelle: http://www.erzabtei.de/html/Aktuelles/Presse/2010/2/05-25022010presseanfragen.pdf


 

25.2.2010 Wortlaut des neuen Vier-Punkte-Plans der deutschen Bischöfe zum Missbrauch. Quelle: ORF


25.2.2010 Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist zentraler Ansprechpartner für  minderjährige Missbrauchsopfer von Priestern und Kirchenangestellten. Außerdem wird im Sekretariat der Bischofskonferenz, Bonn, ein zentrales Büro eingerichtet. Ackermann und das Büro sollen Kontakt zu zivilgesellschaftlichen Initiativen und staatlichen Aktivitäten halten. Zudem wird eine bundesweite Hotline eingerichtet. Quelle: Domradio

Kommentar: Ob die katholische Kirche nach all den Jahren des Hinhaltens, Vertuschens und Schweigens bei den Opfern noch glaubwürdig ist, bezweifle ich sehr. Und nicht nur bei den Opfer ist der Schaden, den die Kirche angerichtet hat, immens. Es wäre gut, wenn sie Missbrauchsbeauftragte beauftragen würde, die in völliger Unabhängigkeit von der Kirche arbeiten können und die Interessen der Opfer wahrnehmen und nicht die Interessen der Kirche.
Dass nicht bereits 2002 sondern erst jetzt viele Opfer an die Öffentlichkeit gehen, dürfte eine klare Sprache sprechen – sie trauen der kath. Kirche nicht. Wie sonst ist zu erklären, dass sich beim Zypresse-Notruf ca 300 Opfer von ca 150 Tätern gemeldet haben?


25.2.2010 Im Kloster Ettal haben sich 8 ehemalige Internatsschüler gemeldet und angegeben, von Missbrauch und sexueller Belästigung betroffen gewesen zu sein. Drei Personen werden als missbrauchend identifiziert. Quelle: merkur online


25.2.2010 Ursprünglich stand hier eine Meldung, die eine Opferbeschuldigung des Bistums Magdeburg gegenüber Herrn Denef in der Sendung “hart aber fair” zitierte. Inzwischen korrigiert der Sender die Nachricht und stellt richtig, dass die Opferbeschuldigung nicht vom Bistum Magdeburg ausging, sondern von einem Zuschauer. Die gute Nachricht ist also: Die Opferbeschuldigung ging nicht von der Kirche aus. – Die schlechte Nachricht ist: Sie kam von einem Zuschauer. Sie lautete sinngemäß: Der Moderator möge Herrn Denef in der Sendung fragen, ob es ihm um Aufklärung gehe oder ob Denef aus der Sache mit dem sexuellen Missbrauch Profit ziehen möchte oder die Kirche beschädigen wolle.

Kommentar: Offensichtlich wirft die Öffentlichkeit Zölibat und Kindesmissbrauch in einen Topf. Eigentlich sollte sich so langsam rumsprechen, dass beides vermutlich nichts miteinander zu tun hat – zumindest gibt es keine Untersuchung darüber, die den Verdacht bestätigen könnte. Und bekannt sollte auch so langsam sein, dass sexueller Missbrauch mit Gewalt zu tun – nichts mit Sexualität.


25.2.2010 In der Steiermark wurde ein Fall von mutmaßlich mehrfachem sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer aus den 1970er Jahren bekannt. Die Diözese Graz-Seckau wusste davon. Ein der Diözese bekanntes Opfer habe keine Schmerzensgeld, sondern eine Schweigegeldforderung über 1 Million  Euro gestellt. Dies habe die Diözese abgelehnt.

Die Psychotherapeutin Posch-Keller, die mit Missbrauchsfällen in der Diözese betraut ist, sagte, es sei zu hoffen, dass sich die aktuelle Situation verbessert habe,  „die Hand ins Feuer legen“ würde sie dafür aber nicht. Das Thema sei noch immer gesellschaftlich tabuisiert und der Widerstand, mit denen redende Opfer zu rechnen hätten, auch in kirchlichen Gemeinden groß.  Quelle: nachrichten.at


24.2.2010 Im Bistum Trier soll es weitere Missbrauchsfälle geben. Ich verliere inzw. den Überblick – Lesen Sie selbst. Quelle: Volksfreund


24.2.2010 Der Abt des Klosters Ettal ist zurückgetreten. Damit übernimmt er die Verantwortung dafür, dass – entgegen den bischöflichen Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche – ein Verdacht dem Erzbistum München nicht gemeldet wurde.  Quelle: focus.de 


24.2.2010 Auch in der Steiermark soll sich ein inzwischen verstorbener Gemeindepfarrer, ein Ordensangehöriger, Pater aus dem Stift Admont,an mehreren männlichen Jugendlichen vergangen haben. Quelle: Kleine Zeitung.at


24.2.2010 Im Bistum Münster wurde ein Ordensgeistlicher der Hiltruper Missionare wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Ihm werden Übergriffe vorgeworfen, die er vor 20 Jahren im Johanneum in Homburg begangen haben soll. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle in Münster mit.

Auch aus der Region Trier werden Missbrauchsfälle gemeldet. In den 60er Jahren verging sich in Trier und im Vulkaneifelkreis ein Kaplan offenbar an mehereren Messdienern. Und im ehemaligen kirchlichen Internat in Biesdorf gab es wohl nicht nur einen Missbrauchsfall. Quelle: Saarbrücker Zeitung


23.2.2010 Ein ehemaliger Dechant aus dem Bistum Hildesheim (Celle) wird von mehreren Personen unabhängig voneinander sexueller Übergriffe verdächtigt. Bestätigt werden damit Hinweise eines Opfers, das sich bereits vor Jahren beim Bistum Hildesheim gemeldet hat. Der mutmaßliche Täter arbeitete in den 50er bis Ende der 70er Jahre in Celle. Er starb 1991. Quelle: katholisch.de


23.2.2010 Annemarie Laakmann vom Zypresse-Notruf berichtet, dass sich seit der Gründung des Notrufs etwa 300 Opfer gemeldet haben und dass von etwa 150 Tätern ausgegangen werden muss. Auch Täter hätten sich beim Notruf gemeldet. “Was uns überrascht hat war, dass das Schuldbewusstsein fehlte”, sagte Laakmann. Quelle: nn-opnline


22.2.2010 Die Berliner Umschau berichtet aus einem Kinderheim in Wannsee. Vorsicht – der Artikel kann triggern.


22.2.2010 Ein Franziskaner-Minorit wurde von seiner Tätigkeit in der Diözese Würzburg beurlaubt. Er hatte sich 1970 selbst angezeigt. Ein strafrechtlich relevantes Vergehen wurde nicht festgestellt. Nach neuen Vorwürfen in Medienberichten beurlaubte der Bischof den Pater nun.

In einem Benediktiner-Internat in Ettal werden im Moment alte Vorwürfe erneut diskutiert. Z.wischen 1950 und 1990 wurden drei Lehrer aus dem Schuldienst entfernt, einer wurde verurteilt und kam ins Gefängnis. Der letzte Fall datiert von 2002. Im Nachlass einer Psychotherapeutin waren Schilderungen eines Opfers gefunden waren. Zu dieser Zeit war der Beschuldigte noch im Schuldienst, wurde aber trotz Verjährung entlassen.
Eine weitere Nachricht besagt, dass die Missbrauchsfälle möglicherweise durch den Nachlass eines am Missbrauchbeteiligten Ordensgeistlichen Anfang d.Jahres bekannt wurden – er legte eine Art Geständnis ab. Quellen: ad hoc news und Süddeutsche 


22.2.2010 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, sagte, sexueller Missbrauch sei immer ein abscheuliches Verbrechen. Wörtlich fuhr er fort: „Ich entschuldige mich im Namen der Kirche in Deutschland bei allen, die Opfer eines solchen Verbrechens wurden.” (Wie das gehen soll, dass einer sich selbst entschuldigt, sich selbst also die Schuld wegnimmt, weiß ich nicht. Die Zukunft wird zeigen, ob die katholische Kirche es dieses Mal ernst meint.) Quelle: Badische Zeitung


22.2.2010 In der FR ist ein Artikel von Wunibald Müller, der seit Jahren mit missbrauchenden Priestern arbeitet. Der Artikel trägt den Titel “Keine falsche Stärke vortäuschen” und den Untertitel: “Ein Essay über Täter und Opfer und die Fehler im System”. Der Untertitel ist irreführend, denn von den ca 3110 Wörtern des Essays betreffen genau 130 Wörter die Opfer, das entspricht 4%. Opfer kommen nur in einem Abschnitt vor – dort werden sie als Objekte kirchlicher Fürsorge beschrieben. Das Leid der Opfer wird nicht erwähnt. Erwähnt wird jedoch, dass ein Priester, der Minderjährige missbraucht hat, den “sozialen Tod” erleidet.

Genau da liegt m.E. das Problem: Kirche schaut in erster Linie – immer noch! – auf die Täter und nicht auf die Opfer. Eine wirkliche Veränderung der Situation ist – vor allen notwendigen Änderungen in den Strukturen! – erst dann zu erwarten, wenn die Verantwortlichen in etwa ermessen können, welches oft lebenslängliche Leid den Opfern zugefügt wurde. – Das Alte und das Neue Testament kennen dafür ein Wort: Compassion im Spanischen, Mit-Leid im Deutschen. Weil jemand Mitleid hatte, wird einem Menschen geholfen. Die ägyptische Prinzessin hat Mitleid mit dem Kind im Binsenkorb. Jesus hat Mitleid mit den Hungernden; mit der Witwe, deren einziger Sohn gestorben war… Würden die Verantwortlichen in der Kirche mit den Opfern mitleiden, wäre Entscheidendes gewonnen.


22.2.2010 In einem Interview äußert Christian Weisner, WsK, dass es eine “kopernikanische Wende” in der katholischen Kirche braucht. Wörtlich weiter: “Es braucht wirkliche Buße und Umkehr. Entschuldigungen sind zu wenig. Wichtig ist auch, den Opfern Glauben und Gehör zu schenken. Und wir brauchen Therapieangebote, damit die Opfer mit dem Schaden leben können, der ihrer Seele zugefügt worden ist.” Quelle: Stuttgarter Zeitung


22.2.2010 Im Bistum Chur, Schweiz, wurde von einem mutmaßlichen Opfer und dem Bistum Anzeige gegen eine Person erstattet. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Verfahren eingeleitet werden soll. Derzeit untersucht das Bistum Chur in zwei anderen Fällen, ob es weitere Anzeigen einreichen will. Quelle: Südostschweiz


22.2.2010 Wären die bisherigen Leitlinien der Bischofskonferenz tatsächlich ausreichend gewesen, so wären die jetzigen Anschuldigungen bereits 2002 erfolgt. Offensichtlich kam bisher der Anspruch der Bischofskonferenz, dass alle Fürsorge den Opfern gelte, bei den Opfern nicht an. Dann ist es Zeit, nach den Gründen zu schauen. Es rächt sich nun, was Kenner der Szene schon lange sagen: Solange die Kirche sich eher den Tätern als den Opfern verpflichtet weiß und solange sie nicht die Option für die Opfer ernst nimmt, solange werden sich die Skandale wiederholen. Der Schaden für die Kirche – und damit auch für das Evangelium – ist verheerend, solange nicht der Schaden für die Opfer realisiert wird.

Nun alle katholischen Geistlichen unter einen Generalverdacht zu stellen, ist unangemessen. Die katholische Kirche, soweit sie bislang Täter geschützt und Opfer im Regen hat stehen lassen, zur Umkehr zu den Opfern aufzufordern, ist angemessen. Erika Kerstner


22.2.2010 Ein früherer Bewohner des Don Bosco Schülerheims in Herrenbach beschuldigt einen Ordensmann, ihn in den 60er Jahren sexuell genötigt zu haben. Er spricht von weiteren sechs Mitschülern, die genötigt worden seien. Zwei von ihnen sind namentlich voll bekannt. Quelle: Augsburger Allgemeine


22.2.2010 Im ehemaligen Kinderheim des Ordens der Salesianer Don Bosco in Berlin – Wannsee sollen Patres in den 50er bis 70er Jahren Kinder geschlagen und in einigen Fällen auch vergewaltigt haben. Es handelt sich um sechs Geistliche, die verdächtigt werden. Drei sind inzwischen tot, einer hat die Salesianer verlassen, zwei Beschuldigte gehören noch heute dem Orden an. Diese beiden wiesen die Vorwürfe zurück. Bislang gibt es keine Beweise für die Vorwürfe. Quelle: Tagesspiegel


22.2.2010 Ein ehemaliger Mitarbeiter des Franz Sales Haus in Essen ist in Verdacht geraten, einen Bewohner der Behinderten-Einrichtung sexuell missbraucht zu haben. Nach Einschätzung des jetzigen Leiters ist der frühere Angestellte seit mindestens 30 Jahren nicht mehr im Franz Sales Haus tätig. Möglicherweise sei er tot. Bereits 2002 trat der damalige Leiter , ein kath. Pfarrer, zurück,weil er über Jahre hinweg “ein sexuelles Verhältnis” zu einem Kind seiner Gemeinde gehabt habe. Quelle: Der Westen

Kommentar: Wer den Missbrauch eines Kindes als “sexuelles Verhältnis” bezeichnet, weiß nicht, was sexueller Missbrauch ist.


22.2.2010 Inteview mit der Psychologin Peterle, die Täter und Opfer therapiert. Quelle: wdr


21.2.2010 Beim Zypresse-Notruf von “Wir sind Kirche” haben sich seit 2002 Hunderte von Opfern gemeldet. Deren Schilderungen ließen auf etwa 150 Täter schließen. Eine der Beraterinnen des anonymen Notrufes weist darauf hin, dass derzeit männliche Opfer im Fokus stünden. Die Katholische Kirche unterschätze, wie hoch die Zahl der Mädchen sei, die Opfer von priesterlichem sexuellem Missbrauch wurden. Quelle: mona lisa zdf

Kommentar: Wenn amerikan. Zahlen auch für Deutschland repräsentativ sind, dann muss von ca 4 % der Priester ausgegangen werden, die Täter sind. Für Deutschland bei ca 15 000 Welt- und Ordenspriestern müsste also von ca 600 Tätern ausgegangen werden. E. Kerstner 


21.2.2010 In der Schweiz gab es in den letzten 15 Jahren 60 Opfer sexueller Übergriffe in der Pastoral. 8mal waren Priester die Täter, einmal eine Lehrerin. In einem weiteren Fall lud ein Kirchenmann Kinderpornografie aus dem Internet herunter. Opfer sind 3 Mädchen, 2 heranwachsende Frauen, 2 erwachsene Frauen, ein Junge und ein heranwachsender Junge. Quelle: baz-online


20.2.2010 Auch aus zwei ehemaligen Heimen der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin wird gemeldet, dass drei Geistliche und ein Mitarbeiter Minderjährige missbraucht haben sollen. Ein ehemaliges Kinderheim der Vinzentinerinnen in Oggelsbeuren sei ebenfalls betroffen. Ebenso wie das Maristen-Internat in Mindelheim und das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg. Massive Missbrauchsvorwürfe gibt es auch gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderten- Einrichtung. Quelle: Spiegel


20.2.2010 Ideale der Hitlerzeit: Auch bei den Franziskaner-Minoriten soll es mindestens einen Missbrauch und Drangsalierung von Schülern gegeben haben. Quelle: FR


19.2.2010 Auch bei den Pallottinern gab es sexuellen Missbrauch. Bislang wurden drei Missbrauchsfälle  in Rheinbach/Bonn bekannt. Der Beschuldigte sei in den 1960er Jahren aus dem Orden ausgeschieden.  Ein weiteres Vergehen geschah in einem Internat in Rheinberg. Der Beschuldigte sei aus dem Dienst genommen worden und habe in die Altenarbeit im Ausland gewechselt. Quelle: Radio Vaticanund Generalanzeiger


19.2.2010 In Italien wurde nach Auskunft des Pfarrers Di Noto, der seit langem gegen Kindesmissbrauch kämpft, in den letzten 10 Jahren gegen mindestens 80 katholische Priester wegen Pädokriminalität ermittelt. Quelle: tt.com


19.2.2010 Das Leiden der Jungen. Ein Opfer erinnert sich. Quelle: Die Zeit


19.2.2010 Mitte der 1960er Jahre wurde in einem ehemaligen Internat der Missionare von der Heiligen Familie in Biesdorf ein damals 13-15 Jahre alter Jugendlicher von einem Ordensmann sexuell missbraucht. Das Opfer hatte 2007 den Beauftragten des Bistums Trier für Missbrauchsfälle darüber informiert. Der Täter hat gegenüber der eingesetzten unabhängigen Kommission die Taten gestanden. Er starb im Laufe der Voruntersuchungen. Quelle: swr.de


19.2.2010 Helmut Mangold, der Vorsitzende des Diözesanrats Augsburg, äußerte sich im Rahmen der Auseinandersetzung  um die Schuldzuweisung von Bischof Mixa an die sog. sexuelle Revolution. Er berichtet aber auch aus seiner Jugendzeit in den fünfziger Jahren. Damals wurde getuschelt über einen Augsburger Kleriker, der mit “Ministranten rummache”. Aufklärung gab es nicht, der Mann wurde nach Rom versetzt. Der pädophile Priester aus Helmut Mangolds Jugendzeit zog im Rentenalter wieder nach Augsburg. – in Ehren, sagte Mangold. Quelle: Süddeutsche.de vom 19.2.2010


18.2.2010 Die Reaktionen der irischen Öffentlichkeit auf das Treffen der irischen Bischöfe mit dem Papst wegen der Missbrauchsfälle in Irland ist hier nachzulesen. Die Irish Times geht davon aus, dass der sexuelle Missbrauch durch Geistliche in weiten Teilen der Gesellschaft zu einer Schwächung des Glaubens beigetragen habe. Der Papst geht umgekehrt davon aus, dass die Schwächung des Glaubens den sexuellen Missbrauch gefördert habe.

Offensichtlich hat der Vatikan noch nicht verstanden, wie groß der Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche nicht nur in Irland ist. Und Glaubwürdigkeit ist das Kapital der Kirche. 


18.2.2010 Die Erklärung des Jesuitenordens nach dem Zwischenbericht der Anwältin, Frau Raue, ist hier nachzulesen.


18.2.2010 Die Anwältin Frau Raue, Missbrauchsbeauftragte der Jesuiten, hat einen Zwischenbericht vorgelegt zu den Missbrauchsfällen nicht nur in Jesuiten-Kollegs in Deutschland. Sie spricht von 115 Opfern und davon, dass unter den ca 12 Beschuldigten auch Frauen sind. Die Opfer berichten von Manipulationen an ihren Genitalien und von zudringlichen Zärtlichkeiten. Sie wisse von Opfern, die sich das Leben genommen hätten. In den Personalakten der Jesuiten sei es an keiner Stelle um das Seelenleben der Kinder gegangen. Quelle: rbb


18.2.2010 ORF-Sendung vom 17.2.2010 Missbrauch im Internat – hat die Kirche nichts gelernt? Quelle: ORF – Club 2


17.2.2010 Der Opernregisseur Calixto Bieitos berichtet davon, dass er im Jesuitenkolleg von Miranda de Ebro in Burgos missbraucht wurde. Quelle: FR


17.2.2010 Nach Informationen des Pressesprechers der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gab es 2009 in der Erzdiözese Wien acht Fälle, in den Diözesen Graz, St. Pölten und Innsbruck jeweils zwei, in Linz, Salzburg und Eisenstadt jeweils einen Fall. Quelle: Kleine Zeitung

Kommentar: Gestern war von 8 Opfern die Rede. Der Sprachgebrauch ist undruchsichtig. 


17.2.2010 Unter dem Titel “Gequält, missbraucht – und vertuscht” berichtet die FR über die Übergriffe des Jesuiten Peter R.


16.2.2010 Missbrauchsvorwürfe gegen einen israelischen Rabbi werfen ein Licht darauf, wie auch in jüdischen Gemeinden mit Opfern und (mutmaßlichen) Tätern umgegangen wird. Quelle: ntv


16.2.2010 Der Papst wirft den irischen Bischöfe nach dem sexuellen Missbrauch  hunderter1 Kinder vor, sie hätten versagt und jahrelang nichts gegen die Übergriffe auf junge Menschen durch Geistliche unternommen. Er forderte “konkrete Maßnahmen”, um die Wunden der Opfer zu heilen. Welche konkreten Maßnahmen gemeint sind, ist nicht bekannt.

Der Augsburger Bischof Mixa sieht die Ursache für den gestiegenen(?) Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der sexuellen Revolution der vergangenen Jahrzehnte.
1Im September 2004 gingen Kirche und Regierung in Irland von ca 11.000 mutmaßlichen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitarbeiter aus.

15.2.2010 Die mit der Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe beauftragte Rechtsanwältin Ursula Raue berichtet von mehr als 100 Missbrauchsopfern, die sich bei ihr bzw. im Canisius-Kolleg gemeldet hätten. Nicht alle Opfer hätten das Berliner Canisius-Kolleg besucht. Quelle: ORF


15.2.2010 Eine evangelische Gemeinde suspendiert einen Kantor wegen des Verdachts, ein Kind missbraucht zu haben. Quelle: spiegel


15.2.2010 Das Bistum Hildesheim geht nach einem Aufruf von Bischof N. Trelle weiteren Missbrauchsmeldungen nach. Quelle: glaube aktuell


15.2.2010 Die bayerische Justizministerin B. Merk ist für eine Verlängerung der Verjährungsfristen auf 30 Jahre für sexuellen Missbrauch. Quelle: SZ


15.2.2010 Die Zahl der Missbrauchsopfer ist möglicherweise dreistellig, sagte der Rektor des Canisius-Collegs in Berlin der BZ.


15.2.2010 In Österreich wurden 8 Fälle von Missbrauch bekannt. Zwei Verfahren sind noch anhängig, sechs Fälle verjährt. Quelle: ORF


15.2.2010 Im Aloisiuskolleg sind mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt geworden. Fünf beziehen sich auf die 60er Jahre und einen Pater, der inzwischen gestorben ist. Andere Fälle datieren zwischen 1967 und 2004 und werden einem inzwischen 82-jährigen Pater zugeschrieben. Dieser mutmaßliche Täter lebt heute in einem Pflegeheim und war 26 Jahre in leitender Funktion als Internats- und Schulleiter tätig. Quelle: Domradio


14.2.2010 Interview mit dem Jesuiten P. Mertes in der FR


12.2.2010 Ursula Raue, vom Jesuitenorden beauftragte Sachbearbeiterin, gibt dem Radio Vatikan ein Interview. Sie weist darauf hin, dass sich immer neu zeigt, dass die Autorität der Täter von großer und einschüchternder Bedeutung war, dass sich die Opfer nicht trauten, etwas zu sagen. Quelle: Radio Vatikan


12.2.2010 In Niederösterreich wird ein kath. Priester verdächtigt, Kinderpornografie zu besitzen und verbreitet zu haben. Der Mutmaßliche Täter wurde suspendiert. Generalvikar Schsuter sagte: “Wir wollen vor allem den Opfern helfen. Aber auch die Täter dürfen nicht alleingelassen werden. Auch ihnen soll psychologische und pastorale Hilfe zuteilwerden.” Quelle: Die Presse


12.2.2010 Missbrauchsfall in einem Werler katholischen Jungen-Internat. Das zuständige Bistum Paderborn wusste davon, hat aber bislang geschwiegen, weil das mutmaßliche Opfer den Gang in die Öffentlichkeit oder eine Anzeige nicht gewünscht habe. Quelle: Der Westen und FR


12.2.2010 Bischof Dr. Stephan Ackermann, Trier, plädiert für lückenlose Aufklärung und Bischof Hanke, Eichstätt, hält – zu Recht ? – die Vermengung der Zölibatsdiskusstion mit der Missbrauchsproblematik für eine Instrumentalisierung der Opfer für eigene kirchenpolitische Ziele.


12.2.2010 Das Bistum Aachen untersucht neue Verdächtigungen gegen Geistliche. Genauere Informationen wurden nicht gegeben. Quelle: az-web


11.2.2010 In der Erzdiözese Wien wird gegen einen Priester ermittelt, der kinderpornografische Datenträger besaß und weitergegeben hat. Er wurde von seinen Ämtern als Priester, Dechant, Religionslehrer und Wallfahrtsdirektor dienstfrei gestellt. Quelle: der standard


11.2.2010 Im Bistum Essen wird einem Domkapitular sexueller Missbrauch eines 16-Jährigen vorgeworfen. Die Schuldfrage sei geklärt, lediglich die Höhe der Strafe müsse noch bestimmt werden, sagte der Pressesprecher des Essener Amtsgerichtes. Quelle: Der Westen


10.2.2010 Die Aachener Staatsanwaltschaft ist irritiert, von einer kirchlichen Kommission zur Untersuchung von Missbrauchsverdachtsfällen im Bistum Aachen zu erfahren, weil es “dem Gesetz nach verpflichtend ist, bei solchen Verdachtsfällen die Strafverfolgungsbehörden” einzuschalten. Quelle: an-online.de


10.2.2010 Missbrauchsskandal in den USA: Kardinal Roger Mahoney deckte jahrzehntelang Missbrauchsfälle im Bistum von Los Angeles. Quelle: spiegel.de


9.2.2010 Die Kirche hat einen Panzer gebildet – Solange die Kirche die Täter schützt, kann sie nicht für die Opfer optieren. Spiegel


9.2.2010 Der Papst verurteilt Kindesmissbrauch. Quelle: rp-online

Kommentar: Na ja, befürworten wird er ihn kaum können.


9.2.2010 Im Bistum Münster gibt es derzeit 2 Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche. Quelle: OV


9.2.2010 Der Rektor des Aloisiuskollegs in Bonn ist zurückgetreten. So will er zu einer Klärung aller Vorwürfe – auch des Vorwurfs seiner Mitwisserschaft – beitragen. Quelle: Der Spiegel


8.2.2010 Die Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg sind verjährt. Quelle: ORF


8.2.2010 Der Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber wies darauf hin, dass sexueller Missbrauch bei Geistlichen der katholischen Kirche sehr viel seltener vorkomme als bei anderen erwachsenen Männern. Nicht-zölibatär lebende Männer würden mit einer 36fach höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester. Quelle: rp-online


8.2.2010 Er kenne nicht wenige Priester, die Täter seien, sagte der Regionaldechant Probst Martin Tenge in Hannover. “Ich kenne persönlich auch Opfer. Teilweise kenne ich die Kombination des Priesters als Täter und Opfer”, sagte der Propst. Quelle: Spiegel

Kommentar: Der Regionaldechant kennt nicht wenige Priester, die Täter sind. Vermutlich trifft das für alle Kirchenleute zu. Sie sind Täter, Opfer oder Zuschauer. So könnte es zu erklären sein, dass Kirche einen großen Abstand zur Initiative GottesSuche hält und die Hälfte meiner Mails (d.h. ca 125 von 250) mit der Bitte um einen Link zwischen 2002 und 2007 erst gar nicht beantwortet hat. Je größer der Abstand zwischen Kirche und Missbrauchsopfern ist – gleichgültig ob diese Frauen in ihren Familien, im Nahbereich, in der Kirche missbraucht wurden -, umso besser – so scheint “man” in der Institution Kirche zu denken – von Ausnahmen abgesehen. – Wie ernst die derzeitigen Entschuldigungen von Kirchenleuten zu nehmen sind, wird sich zeigen.


7.2.2010 Die Anwältin Groll will drei Missbrauchsopfer mit einer Klage gegen den Jesuitenorden vertreten. Zwei davon wollen sich der Klage des Dritten anschließen. Es handle sich, so der Anwalt, um Menschen in exponierten Positionen. Wenn von ihnen bekannt würde, dass sie missbraucht wurden, wäre das schädlich. Quelle: Tagesspiegel


6.2.2010 Eine Umfrage des Spiegel bei allen 27 Bistümern in Deutschland ergab, dass seit 1995 mindestens 94 Kleriker und kirchliche Laien unter Missbrauchsverdacht gerieten. 30 von ihnen wurden verurteilt. Viele Fälle waren zum Zeitpunkt ihres Bekanntwerdens bereits verjährt. Derzeit stehen den Angaben zufolge mindestens 10 Kirchenmitarbeiter unter Missbrauchsverdacht. Die Bistümer Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen verweigerten dem Spiegel eine Auskunft. Quelle: Spiegel


5.2.2010 Im Bistum Hildesheim soll 2002 ein zweiter Priester Kinder missbraucht haben. Quelle: OS-Radio


5.2.2010 Pater Eberhard von Gemmingen, SJ, bis vor Kurzem Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, hat in der Heilbronner Stimme nach Angaben des Spiegels und der SZ die Situation des Jesuitenordens, in dessen Schutz sexueller Missbrauch stattgefunden hat und der derzeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, mit der Situation der Juden in der Hitlerzeit verglichen. Wörtlich: “Es ist fatal, nun den ganzen Orden schlechtzumachen. Ich muss einen Vergleich ziehen: Mit den Juden ist es so losgegangen, dass vielleicht der ein oder andere Jude Unrecht getan hat. Dann aber hat man schlimmerweise alle angeklagt und ausrotten wollen. Man darf nicht von einzelnen Missetaten ausgehen und eine ganze Gruppe verurteilen. Und die Gefahr, dass das passiert, ist groß.”

Kommentar: Dieser Vergleich ist unerträglich.
19 Uhr: Zum Glück gibt es inzwischen eine scharfe Distanzierung des Jesuitenprovinzials. Und Herr von Gemmingen hat seinen Vergleich zurückgezogen.
Der Vergleich lässt ein wenig sichtbar werden, wie eben AUCH in der kath. Kirche gedacht wird: Es gibt Kirchenleute, die sich und ihre Kirche als Opfer einer ungerechten Verfolgung wahrnehmen, wenn Verbrechen  von Kollegen zur Sprache kommen.


4.2.2010 Der Gründer und langjährige Generalsekretär der “Ärzte für die 3. Welt”, der Jesuit Bernhard E., hat gestanden, in den 70er Jahren drei Kinder sexuell missbraucht zu haben. Quelle: FR


 

4.2.2010 Laut ORF hat Kardinal Georg Sterzinsky, Berlin, den Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch durch Geistliche nachdrücklich verurteilt. –
Bereits am 2.2.2010 hat  laut ORF der Vatikan-Sprecher die Missbrauchsfälle an deutschen Jesuiten-Gymnasien verurteilt und betont, der Vatikan sei in völliger Übereinstimmung mit der Bitte um Entschuldigung des Jesuiten-Chefs Stefan Dartmann.
Kommentar: Es war – nach Angaben der BZ – 1981, als 7 ehemalige Schüler einen Brief  an ihre Schule UND an das bischöfliche Ordinariat in Berlin geschrieben haben, in dem sie von dem Pater und seinen Taten berichteten. Eine Reaktion sei nie gekommen. Wenn diese Angaben stimmen, dann müsste der Brief der 7 ehemaligen Schüler noch in den Akten des Bischöflichen Ordinariates in Berlin aufzufinden sein. Das Ordinariat unterstand zu dieser Zeit Kardinal Meisner und untersteht heute Kardinal Georg Sterzinsky. Gleiches gilt für die Verurteilung der Missbrauchsfälle durch den Vatikan. Wenn sie ernst
gemeint ist, müsste jemand im Vatikan das Schreiben des geständigen Paters suchen und finden, das dieser 1991 laut
SZ an den Vatikan schickte. Und schließlich müsste dann auch der Brief des Papstes (deutsche Version) anlässlich des Priesterjahres noch einmal korrigiert werden. Dort wurde im Sommer 2009 aufgefordert, die “Schwächen” der Priester nicht aufzudecken.


3.2.2010 Ein 62-jähriger ehemaliger Schüler des Bonner Aloisiuskollegs – Träger: Jesuiten – sagte der SZ er sei Anfang der 60er Jahre von einem Pater missbraucht worden. Das Opfer wolle anonym blieben. Er habe aus Angst nie gesprochen. Der Pater ist inzw. verstorben.


3.2.2010 Der Pastoraltheologe Hanspeter Heinz mahnt strukturelle Reformen in der katholischen Kirche an, empfiehlt – wie andere vor ihm – von der Kirche unabhängige Missbrauchsbeauftragte, kritisiert – zu Recht – den Umgang der Kirche mit Homosexualität und die Ansicht der Kirchenleitung, Homosexualität stünde mit Kindesmissbrauch in Verbindung und fordert mehr Psychologen und Therapeuten in den Priesterseminaren. Quelle: FR


3.2.2010 Die FR berichtet von einem 3. Jesuiten-Täter, der  eingestandenermaßen drei Kinder missbraucht hat. Der Superior des geständigen Täters formuliert: “Er hat Tränen in den Augen, es beschämt ihn tief”. Für den Superior bleibt der Täter E. aber “ein absolut respektabler Mann”. Er müsse auch weiter dem Orden angehören dürfen: “Er ist einer von uns – wir stehen zu ihm!” E. darf ab sofort keine Gottesdienste mehr zelebrieren, “das trifft ihn tief”. Aber, so versichert der oberste Frankfurter Jesuit: “Wir exkommunizieren ihn nicht.” Für den Superior sind die Täter Einzeltäter. Nach fast fünf Jahrzehnten im Orden könne er grundsätzlich sagen: “Bei uns gab es nichts desgleichen.”

Kommentar: “Das gibt es bei uns nicht” – eine solche Aussage ist geeignet, Opfern den Mund zu verbieten. Dass es in den letzten 50 Jahren immer nur Einzeltäter waren, die Kinder und Jugendliche missbrauchten, ist ein frommer Wunsch. In den USA hat der Jesuitenorden im Februar 2009 jedenfalls als
Reaktion auf Dutzende Klagen Gläubigerschutz beantragt. Zu diesem Zeitpunkt standen noch 200 Klagen an. 2007 hat die Ordensprovinz der Jesuiten in Alaska 110 Opfer von 15 Jesuiten “entschädigt”. Die Taten fielen in die Jahre 1961 bis 1987. Einzelfälle? Einzeltäter? Eher unwahrscheinlich. Leider.


2.2.2010 Hermann Häring über Körper und Korpsgeist.


2.2.2010 Der Rektor der Jesuitenschule in St. Blasien/Schwarzwald sprach heute von “mehreren” Opfern, die sich gemeldet hätten und von “erheblichen Übergriffigkeiten” berichteten. Die Übergriffe hätten sich über die zwei Jahre erstreckt, in denen der Priester W.S. an der Schule gewesen sei. Quelle: berlin-online


25.3.2010 Im Kolleg Sankt Blasien haben inzwischen mehr als 15 Betroffene in den vergangenen Wochen von Missbrauch und Übergriffen durch zwei Jesuitenpatres in den Jahren 1965 bis 1967 sowie 1982 bis 1989 berichtet. Elf weitere Meldungen beziehen sich auf Taten von acht ehemaligen Jesuiten und eines schulischen Mitarbeiters aus den 50er und 60er Jahren, wie Schulleiter Pater Johannes Siebner in einem Brief an die Eltern der Kollegsschüler berichtet. Quelle: Tagesspiegel


2.2.2010 Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Stefan Dartmann, informiert im Domradio über einen weiteren Missbrauchstäter. Der bis heute amtierende und seit heute suspendierte Jesuit wurde mit den Aussagen von drei Opfern konfrontiert. In einem Fall bekannte der Täter sich schuldig. Der Aufforderung, Anzeige gegen sich selbst zu erstatten, kam der Jesuit nach. Er war 1970-1971 in Berlin am Canisius Kolleg Religionslehrer, 1971 – 1975 Jugendseelsorger in Hannover, 1976 – 1981 in der Jugendarbeit in Berlin und danach Lehrer und Jugendseelsorger in Hamburg von 1981 – 1983. Danach war er über 20 Jahre lang Projektleiter eines Hilfswerkes. Quelle: Domradio


1.2.2010 Berichterstattung zu den Missbrauchsfällen in Schulen von Jesuiten

Tagesspiegel: Ursachensuche
NDR
Weitere Opfer soll es in Göttingen und Hildesheim gegeben haben. welt.de Es werden weitere Täternamen genannt. Morgenpost
Das Bistum Hildesheim bestätigt, dass ein Missbrauchsopfer der Canisius -Schule in Berlin 1986 einen Mordanschlag auf Pater P.R. verübte. Freunde sprachen vom Motiv der Rache. Kurz danach beging der Angreifer Selbstmord. Der mutmaßliche Missbrauchstäter Pater R. war in der von Jesuiten geführten Göttinger Gemeinde St. Michael in der Jugendarbeit tätig.


1.2.2010 Der Provinzial der Deutschen Provinz der Jesuiten, Dartmann, sagte in Berlin, dass sich in Hamburg drei weitere Opfer eines der beiden Priester und zwei aus Sankt Blasien im Südschwarzwald gemeldet haben. Außerdem gebe es Hinweise, dass sich der mutmaßliche Täter W.S. bis 1990 auch in Chile und in Spanien des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht habe. Quelle: berlin-online


1.2.2010 Auch in der Hamburger Sankt-Ansgar-Schule sind vor rund 30 Jahren offenbar Schüler sexuell missbraucht worden. Am Montag sollen sich laut dom-radio drei ehemalige Schüler beziehungsweise eine Mutter gemeldet haben. Das erklärte der heutige Direktor Friedrich Stolze der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Am Kolleg Sankt Blasien/Schwarzwald soll es nach Auskunft des ehemaligen Direktors, Pater Hans Joachim Martin, “ganz schwere Vorkommnisse” gegeben haben. Sie seien unter den Tisch gekehrt worden. Bereits in den 1970er Jahren hätten sich Schüler an ihn gewandt, weil sie von drei Erziehern des Internats sexuell missbraucht worden sein. Diese Ordensmitglieder habe der Direktor entlassen. Quelle: domradio Lesenswert: Das Interview mit dem Rektor der Berliner Canisius-Schule auf domradio: Ich bin überwältigt von Scham.


1.2.2010 In Landau/Pfalz wird seit Dezember 2009 gegen einen Pater ermittelt, der Gemeindepfarrer war. Ermittelt wird wegen sexuellen Missbrauchs von einem Jugendlichen. Der Bischöfliche Beauftragte für Missbrauchsfälle im zuständigen Bistum Speyer möchte nicht namentlich genannt werden – zum Schutz der ihm anvertrauten Jugendlichen. Quelle: Rheinpfalz


1.2.2010 Im Juli 2009 wurde der Pfarrer der Hohenschönhausener Gemeinde von seinem Amt entbunden. Ihm wird sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen. Die Vorwürfe hatte er zunächst gestanden, später widerrufen. Die Gemeinde wurde von ihrem Bistum über “gesundheitliche Gründe” informiert. Aus der Presse erfuhren die Gemeindemitglieder schließelich von den Vorwürfen. Und am 31.1.2010, ein halbes Jahr später, informierte nun auch der Beauftragte für sexuellen Missbrauch die Gemeinde über die Hintergründe des Rückzugs ihres Pfarrers aus der Gemeinde. Quelle: bz-berlin


1.2.2010 Derzeit wird erneut über die Homophobie in der katholischen Kirche diskutiert. Anlass sind die Missbrauchsfälle in einer Berliner Jesuiten-Schule. In dieser Diskussion wird übersehen, dass sexueller Missbrauch mit Homosexualität so viel zu tun hat wie sexueller Missbrauch mit Heterosexualität zu tun hat.  Pädophilie/Ephebophilie sind nicht an eine sexuelle Orientierung gebunden. 


31.1.2010 Der Pfarrer aus dem Bistum Aachen, dem in Südafrika sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, soll auch in Viersen, wo er vorher tätig war, Ministranten sexuell missbraucht haben. Das Bistum kündigte Untersuchungen an.


31.1.2010 Helmut Schüller im Interview. Schüller war lange Jahre Ombudsmann für Betroffene von sexuellem Missbrauch durch Kleriker in Wien.


30.1.2010 Der deutsche Zweig des Jesuiten-Ordens sei 1991 durch einen der beiden (mutmaßlichen) Täter über seine verbrecherische Vergangenheit in der Berliner Schule informiert worden, sagte der Täter. Der heutige Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Stefan Dartmann, bestätigte diese Information. Die SZ ergänzt, dass der geständige Täter 1991 auch den Vatikan informiert habe.  (Offensichtlich sahen weder der Vatikan noch der Orden Handlungsbedarf. Auch 2002 nicht, als die deutschen Bischöfe Richtlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch beschlossen.) Quelle: short-news

Die FR berichtet, dass ein mutmaßliches Opfer (in der BZ mit dem geänderten Namen Hartmut Walter zitiert) von einem der mutmaßlichen Täter im Keller der Schule zwischen 1975 und 1979 misshandelt wurde. 1981 hätten er und sieben ehemalige Mitschüler einen Brief an ihre Schule und das
bischöfliche Ordinariat Berlin geschrieben, in dem sie von dem Pater und seinen Taten erzählten. Eine Reaktion sei nie gekommen.  Der Rektor der
Schule spricht inzwischen von 22 Opfern, die die bislang genannten zwei mutmaßlichen Täter benannten. Die Missbrauchsbeauftragte des Ordens,
Ursula Raue, wies darauf hin, dass auch andere Namen genannt wurden. Die Stuttgarter Nachrichten stellen die Frage, ob es auch im Schwarzwälder St. Blasien zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gekommen sei, denn einer der mutmaßlichen Täter sei von 1982 bis 1984 an einer Jesuitenschule in Sankt Blasien tätig gewesen.


29.1.2010 In Berlin wurde ein katholischer Gemeindepfarrer wegen des Verdachts auf Missbrauch eines Jugendlichen bereits Anfang Juli 2009 suspendiert. Das Opfer wurde von der Kirchenleitung aufgefordert, Anzeige zu erstatten. Die Ermittlungen dauern an. Das Verfahren ist in Rom anhängig. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2001. Laut n-tv entschloss sich das Bistum Berlin, angesichts der Missbrauchsfälle im Canisius-Kolleg an die Öffentlichkeit zu gehen. Am katholischen Canisius-Kolleg in Berlin haben sich unterdessen rund 15 weitere Missbrauchsopfer gemeldet. Das teilte der Rektor der Privatschule, Pater Klaus Mertes, mit. Quelle: Tagesspiegel

Kommentar: In der Regel haben Missbrauchstäter mehr als ein Opfer. Und in der Regel schweigen die Opfer aus zwei Gründen: Ein Grund ist, dass sie erstmal – und das dauert Jahre und Jahrzehnte – mit ihrer Geschichte und den Traumafolgen zurecht kommen müssen. Nicht selten sind die Verbrechen dann auch schon verjährt. Das dürfte auch bei den Verbrechen am Canisius-Kolleg in Berlin so sein. Ein zweiter Grund ist, dass Opfer, die im kirchlichen Kontext missbraucht wurden, nur ausnahmsweise mit der Solidarität der Kirche(n) rechnen können. Eine Ärztin, Gynäkologin, Psychiaterin und Psychotherapeutin, schrieb in der neuesten Ausgabe des “Anzeigers für die Seelsorge” (2/2010) folgenden bemerkenswerten Leserbrief: „Ich arbeite als Frauenärztin und Psychiaterin und Psychosomatik. Inzwischen habe ich auch selbst Erfahrungen mit dem Thema „Missbrauch in der Seelsorge gemacht und kennen gelernt, wie die Kirche damit umgeht. Es ist glaube ich egal welche Konfession, und ich kann niemanden mehr raten, sich Hilfe zu holen bei der Kirche, erst recht kann ich nicht mehr empfehlen eine Anzeige zu erstatten. Das habe ich früher nur als „Professionelle“ und nicht auch Betroffene völlig anders gesehen. Die Dienstaufsicht und die Konsequenzen bei Fehlern opfern die Opfer ein zweites Mal.” 


29.1.2010 Das Bistum Essen beurlaubt einen Priester, Domkapitular, dem sexueller Missbrauch eines 16-jährigen Jugendlichen  vorgeworfen wird. Quelle: Der Westen


28.1.2010 In einer Berliner Jesuitenschule sollen sich zwei ehemalige Lehrer, Patres, an Schülern vergangen haben. Der jetzige Rektor, P. Mertes, hatte sich an etwa 600 ehemalige SchülerInnen gewandt. Er sprach von entsetzlichen, nicht nur vereinzelten, sondern systematischen und jahrelangen Übergriffen. Bekannt seinen bislang sieben Fälle. Mertes geht davon aus, dass es eine größere Dunkelziffer gebe. Bereits früher seien Einzelfälle bekannt geworden, die Betroffenen haben sich aber nicht offenbaren wollen. Die Justiz geht davon aus, dass die Taten der 70er Jahre verjährt sind, nicht unbedingt jedoch die Taten der 80er Jahre. Auch Mitglieder der Gemeinschaft christlichen Lebens, die in der Schule Freizeitaktivitäten anbietet, sollen Übergriffe getätigt haben. Quelle: Der Spiegel


21.1.2010 Der Schauspieler Gabriel Byrne berichtete in einer irischen Fernsehshow, dass er mit 11 Jahren Priester hatte werden wollen. Er lebte vier Jahre lang in einem Priesterseminar der “Christian Brothers” in England und sei dort sexuell missbraucht worden. Quelle: Spiegel


20.1.2010 Der Papst hat die irischen Bischöfe zu einem Krisentreffen in den Vatikan eingeladen. Thema: Sexueller Missbrauch. Quelle: ORF


14.1.2010 Laut standard.at sagte Kardinal Hummes, Rom, dass das Verhalten pädophiler Priester “das Herz der Kirche verletze”. Der Vatikan sprach sich für Gerichtsverfahren gegen pädophile Priester aus, wenn es objektive Beweise für deren Verantwortung gäbe.

Kommentar: Es ist immer dasselbe: Die Kirche stellt den Schaden fest, der IHR entstanden ist. Der Schaden, den die Opfer erlitten, ist nachrangig und/oder muss gar nicht benannt werden. Die Opfer sind offensichtlich in der Wahrnehmung der Amtskirche “nicht Kirche”.


11.1.2010 Die katholische Kirche richtet eine Hotline für ehemalige Heimkinder ein. Die Hotline-Nummer 0180 4100 400, Kosten: 20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, ist montags, mittwochs und freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Weitere Informationen im Internet: heimkinder-hotline.de. Quelle: orf


 8.1.2010 Eine Frau hat das Bistum Yarmouth in Neuschottland/Kanada wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs verklagt. Die Klägerin wurde nach
eigenen Angaben 10 Jahre lang von einem römisch-katholischen Priester sexuell missbraucht. Der mutmaßliche Missbrauch begann, als sie 12 Jahre
alt war. Der mutmaßliche Täter starb in den 80er Jahren. Quelle: yahoo


2.1.2010 Der emeritierte Bischof Edgardo Storni, der zu 8 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs eines Seminaristen verurteilt wurde, galt lange Zeit als drittmächtigster Würdenträger der argentinischen Katholiken. Bereits 1994 hatte eine vom Vatikan angeordnete Untersuchung gegen Edgardo Storni wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs stattgefunden. Papst Johannes Paul II. hatte ihn jedoch in seinem Amt bestätigt. Im Jahr 2002 war Storni dann von dem Seminaristen Rubén Descalzo bei einer richterlichen Anhörung erneut beschuldigt worden. Als die daraus folgende Anzeige gegen Storni öffentlich bekannt wurde, trat er im Oktober 2002 auf Anweisung des Vatikans von seinem Amt zurück. In einem Brief an Papst Johannes Paul II. beteuerte Storni damals seine Unschuld, an der er bis heute festhält. Laut Anklage fanden die sexuellen Missbräuche bereits 1992 das erste Mal statt (also über 10 Jahre!) und zwar an 47 jungen abhängigen Männern des Priesterseminars. Die Veröffentlichung des Buches “Nuestra Santa Madre. Historia Pública y Privada de la Iglesia Católica Argentina” der Journalistin Olga Wornat im Jahr 2003, führte zur Anklage. Wornat kommentierte das Urteil: “Die Strafe ist für einen der Jungen, aber damit hat sich ein Fenster geöffnet für weitere Anklagen und Zeugenaussagen, denn es war nicht nur ein Seminarist, sondern es waren einige, die missbraucht wurden.” Quelle: taz