Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Sexueller und Macht-Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften

 

https://pixabay.com/de/cube-muster-w%C3%BCrfel-nahtlose-2485636/https://pixabay.com/de/cube-muster-w%C3%BCrfel-nahtlose-2485636/

Sexuelle Gewalt durch Priester und Bischöfe gegen Nonnen

 1994 berichtete die Ärztin und Ordensschwester Maura O Donohue dem damaligen Vorsitzenden der Ordens-Kongregation Kardinal Edoardo Martinez Somalo von sexuellem Missbrauch. 1998 berichtete Schwester Marie McDonald nach Rom.
In den Berichten werden 23 Länder – darunter nicht nur afrikanische, sondern auch aus den USA, aus Italien und Irland – aufgelistet, in denen von sexuellem Missbrauch an Nonnen durch Priester und Bischöfe, von Vergewaltigung und Abtreibung berichtet wird.

Der Papstsprecher Navarro-Valls sagte, das Problem sei bekannt, sei aber “auf ein begrenztes geografisches Gebiet beschränkt”, d.h. auf Südafrika.
Der Schweizer Religionswissenschaftler Al Imfeld, Frater der Missionsgesellschaft Immensee und Afrikakenner, bestätigt den Skandal um Hunderte von jungen Ordensschwestern, ohne dass der Vatikan etwas dagegen unternimmt. (Nachricht vom 26.3.2001, nicht mehr online)

Quellen

2001, 21.3. tagesspiegel.de
2001, 22.3. Berliner Zeitung 22.3.2001
2001, 26.3. Spiegel
kfd-Brief zum sexuellen Missbrauch von Ordensschwestern in Afrika vom 6.4.2001 (nicht mehr online)

2006, 10.7. Vatikan bestätigt die Vorwürfe

2009 Eine Ordensfrau verlässt ihr Kloster - die Konsequenzen

2010, 21.3. Nonnen wurden von Priestern missbraucht – 4 von 10 Nonnen haben MB-Erfahrung

2015, 2.11. Osservatore Romano: Die existentielle und spirituelle Krise der afrikanischen Ordensfrauen

2016 Vertreterinnen von Missbrauchsopfern überreichen Papst ein Buch über Missbrauch von Ordensschwestern durch Priester, 13.9.2016

2018 Inzwischen berichten auch chilenische Nonnen von Missbrauch

2018 Doris Reisinger (Wagner): Stimmen der Zeit 6/2018: #NunsTooSexueller Missbrauch an Ordensfrauen. Fakten und Fragen

"Das Resümee des hier gesammelten Befundes kann nur aus zwei sehr deutlich und drängend formulierten Fragen bestehen: Wie kommt es, dass Ordensfrauen in einer so erschreckend hohen Zahl Opfer von sexuellem Missbrauch werden konnten (und vermutlich immer noch werden)? Und: Wie kommt es, dass niemand in der Kirche sich diese Frage ernsthaft zu stellen scheint?"

 

 

https://pixabay.com/de/photos/abstrakt/?colors=grayscale&orientation=vertical&pagi=3https://pixabay.com/de/photos/abstrakt/?colors=grayscale&orientation=vertical&pagi=3   Opus Dei

In Spanien beschuldigt ein Opus-Dei-Mitglied 10 spanische Opus-Dei-Priester und 2 Laien des sexuellen Missbrauchs (28.1.2015).

Bischof Livieres Plano, Paraguay, Opus Dei, wurde vom Vatikan abgesetzt. Er hat seinen mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Generalvikar Carlos Urrutigoity geschützt. U.a. wurde ihm sexueller Missbrauch junger Seminaristen in den USA vorgeworfen. Der Bischof hat dem Missbrauchstäter eine steile kirchliche Karriere ermöglicht: Er ernannte ihn zum Jugendvikar, zum Rektor des Priesterseminars der Diözese und schließlich zum Generalvikar. Dem Bischof waren die Missbrauchsvorwürfe bekannt.

Quellen
Zeit 25.9.2014
wikipedia
tagesspiegel.de 25.9.2014 

 

https://pixabay.com/de/dreieck-muster-wiederholte-2657991/https://pixabay.com/de/dreieck-muster-wiederholte-2657991/Sodalitium Christianae Vitae - Peru

German Doig Klinge starb 2001 mit 44 Jahren. Er gründete – zusammen mit anderen – die internationale Bewegung Sodalicio de Vida Christinao, Kameradschaft des christlichen Lebens. Er sollte selig gesprochen werden. Dann kam das Doppelleben Doigs zutage. Zwischen 1980 und 1990 hatte Doig als “Generalvikar” der Sodalicio-Bewegung bei Besinnungstagen “Nacktmeditationen” veranstaltet und mindestens drei junge Männer sexuell missbraucht.

Weitere Sodalicio-Verantwortliche in Peru sind in einen Skandal um Kinderpornografie im Internet verwickelt, wie ein ehemaliger Sodalicio-Oberer berichtet. Der Zeuge dafür ist inzwischen aus der Sodalitium Christianae Vitae ausgestiegen und lebt in Deutschland, “in Furcht vor der Rache der Ordens-Aktivisten”.
Figari, der  „Sodalicio“-Gründer, ging „aus gesundheitlichen Gründen“ in den Ruhestand nach Rom. In dem Buch „Mitad monjes, mitad soldados“ (Zur Hälfte Mönche, zur Hälfte Soldaten) stellen die renommierten Journalisten Pedro Salinas und Paola Ugaz 30 Zeugenaussagen zusammen, die darauf hindeuten, dass auch der Gründer selbst Mitglieder zumindest in einem Fall sexuell missbraucht hat.
Luis Fernando Figari wurde vom Papst in den Ruhestand geschickt. Ihm wurde ein Leben des Gebets in einem Kloster auferlegt und ein Kontaktverbot mit dem von ihm gegründeten Orden “Sodalitium Christianae Vitae” ausgesprochen.  Ihm wurde von vielen Opfern sexueller und psychischer Missbrauch vorgeworfen. Opfer hatten sich Gerechtigkeit und eine exemplarische Verurteilung erhofft. (Februar 2017)
Quelle: latina-press.comOpfer sexueller Gewalt in der Laienorganisation “Sodalitium Christianae Vitae” hatten bereits 2011 im Bistum Lima, Peru, die Verbrechen und Übergriffe gemeldet. Die Ordenskongregation des Vatikans brauchte 6 Jahre, um den Anschuldigungen nachzugehen. (25.2.2017)

Quellen:

Thomas Seiterich 23.10.2011

Blog von Martin Scheuch

Hildegard Willer 31.10.2014

infostelle-peru.de 26.10.2015

rpp.pe/peru 10.10.2016

latina-press.com 12.2.2017

radiovaticana.va 16.2.2017

https://pixabay.com/de/fischgr%C3%A4ten-tapete-hintergrund-316795/https://pixabay.com/de/fischgr%C3%A4ten-tapete-hintergrund-316795/Gemeinschaft der Seligpreisungen

  • Bruder Pierre-Etienne gab zu, bei etwa fünfzig Kindern (Jungen und Mädchen) sexuell übergriffig geworden zu sein; er wurde inzwischen aus der Kommunität entlassen.
  • Gérard Croissant (Bruder Ephraim), dem Gründer der “Gemeinschaft der Seligpreisungen”, wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er hat sich an einem minderjährigen Mädchen und mehreren Schwestern der Gemeinschaft sexuell vergangen.
  • Diakon Philippe Madre wurde von einem diözesanen Kirchengericht aus dem Klerikerstand ausgeschlossen. Vorgeworfen wird ihm seit dem Jahre 2003 mehrfacher sexueller Mißbrauch.

Quellen

katholisches.info 5.12.2011

la-croix.com 26.5.2011

de.wikipedia.org

https://www.pexels.com/photo/black-ceiling-wall-161043/https://www.pexels.com/photo/black-ceiling-wall-161043/Gemeinschaft Villaregia

Der Gründer der Gemeinschaft Villaregia, der Missionar Pater Luigi Prandin, wird des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Der Papst entfernte ihn aus seinem Amt. Entlassen wurde auch die Mitbegründerin Maria Luigi Corona, die den Missbrauch vertuschte.
ilrestodelcarlino.it

https://www.pexels.com/photo/gray-tunnel-207153/https://www.pexels.com/photo/gray-tunnel-207153/St. Johannes-Gemeinschaft

Ein Mitglied der Johannesgemeinschaft wurde 2010 zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. 2013 tauchten Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft, Pater Philipp, auf. 2016 wurde ein Bruder zu acht Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch verurteilt.

16.5.2019 Der französische Orden der "Brüder vom Heiligen Johannes", der 1986 kirchenrechtlich anerkannt wurde, distanziert sich zum Teil vom Ordensgründer Marie-Dominique Philippe. Ihm wird sexueller Missbrauch mehrerer Ordensfrauen über Jahre hinweg vorgeworfen. Außerdem hat er Geistliche ausgebildet und dabei vermittelt, dass eine innige Freundschaft auch Liebesgefühle impliziere. Der Generalprior Francois-Xavier Cazali sagte, die Einflusslinien, die zu sexuellem Missbrauch führten, gingen auf Philippe zurück. Daher könne er nicht als Vorbild gelten. Sein Platz in der Ordensgemeinschaft werde noch diskutiert.

Gegen mehrere Brüder der Gemeinschaft wurden zivile Strafverfahren angestrengt. Zudem laufen etliche kanonische Verfahren in Rom. Es gibt 32 Beschwerden zu Taten an Erwachsenen. 80 % der Taten fanden im Rahmen geistlicher Begleitung statt.

Dem Orden wurde auch vorgeworfen, moralischen Druck auf Mitglieder ausgeübt zu haben und z.B. den Mitgliedern den Kontakt zu ihren Eltern verboten zu haben.Quelle: katholisch.de
Seite der Gemeinschaft

Gottes missbrauchte Dienerinnen 2019

Pater Denis B., Marchegg, wurde wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt 8.7.2010

Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Johannes-Gemeinschaft, Pater Philipp, 16.5.2013

Vorwürfe von zwei Frauen

Verurteilung eines Bruders der Johannesgemeinschaft zu 8 Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Missbrauch 28.4.2016
religionsphilosophischer-salon.de

 

https://pixabay.com/de/abstrakt-hintergrund-muster-linien-2333086/https://pixabay.com/de/abstrakt-hintergrund-muster-linien-2333086/Das Werk

Doris Wagner (“Nicht mehr ich”) berichtet, dass sie in der Ordensgemeinschaft “Das Werk” sexuell missbraucht wurde (18.11.2014).

In Belgien wurde ein Priester des Werks suspendiert, weil er junge Mädchen sexuell belästigt und missbraucht hat. Das Werk hat sich bislang nicht von dem Täter distanziert. (undatiert)Ein ehemaliger Werkpriester, der nicht namentlich genannt werden will, berichtete von gleich mehreren Missbrauchsfällen (9.11.2014) seiner ehemaligen Mitbrüder an “Werk”- Schwestern. Er bestätigte, dass Frauen, die Anschuldigungen erhoben, stets selbst als Verführerinnen dargestellt worden seien. Der Priester sei danach in der Kurie im Vatikan an eine zentrale Stelle versetzt worden, obwohl er intern den Missbrauch zugegeben haben soll.

Quellen
blick.ch 9.11.2014
zeit.de 20.4.2014
Stellungnahme des Ordens 17.11.2014 (nicht mehr online)

2015 Doris Wagner über ihren Ausstieg

17.5.2019 Der Vatikan hat den Freispruch von Pater Hermann Geißler bestätigt, dem Doris Reisinger vorgeworfen hat, sie im Kontext der Beichte sexuell belästigt zu haben. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass "die Umstände der behaupteten schweren Straftat nicht mit ausreichender moralischer Gewissheit bewiesen" seien. Das Verfahren hatte die Apostolische Signatur übernommen, weil Geißler Abteilungsleiter in der üblicherweise zuständigen Glaubenskongregation war. - Doris Reisinger kritisierte die Gerichtsentscheidung, weil sie in das Verfahren nicht eingebunden war, während der Vorermittlungen nicht angehört worden sei und weil und einer der Richter, Giuseppe Sciacca, in freundschaftlichem Kontakt zum "Werk" stand, dem Geißler angehört. Reisinger hatte eine umfangreiche schriftliche Aussage vorgelegt, der auch die Aussage einer weiteren Betroffen beigefügt war, deren Erfahrungen sich bis ins Detail hinein mit denen von Doris Reisinger deckten.

Quelle: kathpress

https://pixabay.com/de/muster-wirbel-spirale-wiederholte-2822810/https://pixabay.com/de/muster-wirbel-spirale-wiederholte-2822810/

Institut des fleischgewordenen Wortes

gegr. in Argentinien, arbeitet in Deutschland in Berlin und in  Neumarkt/Bistum Eichstätt

Das Institut des fleischgewordenen Wortes (Instituto del Verbo Encarnado, IVE) ist ein Institut des geweihten Lebens. Die Ordensgemeinschaft wurde 1984 in Argentinien gegründet. In Deutschland ist der männliche Zweig des Instituts in Berlin (2 Priester) und Eichstätt (3 Priester) vertreten. Der Gründer Carlos Miguel Buela wurde Anfang 2010 wegen Missbrauchsvorwürfen vom Vatikan mit lebenslanger Wirkung abgesetzt. Er erhielt ein Kontaktverbot zu den Gemeinschaften. Das IVE hielt die vatikan. Anweisung intern geheim, hielt sich nicht an die Kontaktsperre und gestattete Buela weiterhin Zutritt zu seinen Niederlassungen. Daher wurde das Institut am 16.12.2015 auf Weisung der vatikan. Ordenskongregation unter Aufsicht gestelle. Das päpstliche Dekret vom 22.1.2010 wurde in der Öffentlichkeit erst im Nov. 2015 bekannt, als Ex-Mitglieder es veröffentlichten.
Quellen:
Seite des Instituts
Berliner Niederlassung
Niederlassung Neumarkt
Aussteiger-Seite
Aussteiger-Seite
wikipedia.org

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Missbrauch in Priesterseminaren

Die Ereignisse um Julius Paetz weisen darauf hin, dass es auch in Priesterseminaren Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Seminaristen und ihren Vorgesetzten gibt - bis hin zum Bischof, der über die Zulassung zur Weihe entscheidet. Und Abhängigkeitsverhältnisse tendieren dazu, missbraucht zu werden. Es ist erstaunlich, dass es bislang so wenig Nachrichten über sexuelle Gewalt aus Priesterseminaren gibt.

Eine Gruppe von meist angehenden Priestern wirft Erzbischof Juliusz Paetz vor, sie sexuell genötigt zu haben. Im Juni 2001 übergab eine Gruppe von Geistlichen einen Brief über die Verfehlungen von Paetz den Delegierten des polnischen Episkopats an Rom. Auch der päpstl. Nuntius in Polen erhielt den Brief. Er erklärte, die Vorwürfe seien ein lokales Problem und übergab den Brief — an Erzbischof Patz. Mit Kirchenstrafen belegt wurden einige der Unterzeichner. Der Erzbischof erhielt Unterstützung durch Geistliche und Laien. Dann war ein Opfer bereit, die Vorwürfe öffentlich und ohne den Schutz der Anonymität, zu erheben. Daraufhin bat Paetz den Papst um die Versetzung in den Ruhestand. 2013 (!) erhielt Paetz die Auflage, öffentliche Gottesdienste nur nach Genehmigung durch den Bischof feiern zu dürfen. Die Teilnahme an größeren Feierlichkeiten wurde ihm untersagt. Noch kurz zuvor hatte Paetz gesagt, er wolle an einem Festgottesdienst anlässlich der Christianisierung Polens im April 2016 teilnehmen. Der zuständige Nuntius erinnerte ihn an das Verbot, an Festgottesdiensten teilzunehmen.

Quellen
polen-news.de
katholisch.de
religionv1.orf.at 

https://www.pexels.com/photo/time-lapse-photo-of-stars-on-night-924824/https://www.pexels.com/photo/time-lapse-photo-of-stars-on-night-924824/Piusbruderschaft

25.9.2014 Der Priester Carlos Urrutigoity, Mitglied der Pius-Bruderschaft, wird vorgeworfen, in den USA junge Seminaristen missbraucht zu haben. Von Bischof Rogelio Ricardo Livieres Plano, Paraguay, wird er dennoch eingesetzt, zuletzt als Generalvikar.
Über die bekannten und üblichen Strategien von Tätern und Täterschützern und die Chancenlosigkeit der Opfer auf Gerechtigkeit ist hier nachzulesen.
Im Mai 2015 erteilte die Glaubenskongregation dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Fellay, das Recht, über Missbrauchstäter in den eigenen Reihen zu urteilen. Zwar ist die Pius-Bruderschaft nicht von Rom anerkannt, darf aber über “delicta graviora” Recht sprechen.
7.4.2017 Die Piusbrüderschaft soll 4 Missbrauchstäter, die mindestens 12 Jugendliche missbrauchten, geschützt haben und ihnen Seelsorge erlaubt haben. Einer der Täter wurde inzwischen in den USA zu Lebenslänglich verurteilt, 2 haben sich der Gruppe um Williamson angeschlossen. Dem Vatikan sind die Vorwürfe bekannt, er hat aber nur geringen Einfluss auf die Piusbrüder.
Quellen:
Zeit.de
badische-zeitung.de 6.12.2012
deutschlandfunk.de, 28.4.2016
avref.fr – Opfervereinigung
katholisches.info 6.6.2015 
Tagesspiegel 28.4.2010
kath.net 7.4.2017

 

https://www.pexels.com/photo/gray-and-black-marble-slab-1451474/https://www.pexels.com/photo/gray-and-black-marble-slab-1451474/Laienorganisation Lavina - Katholische Kultur- und Umweltvereinigung

 

27.4.2018 Auf Sizilien, im Bereich des Bistums Acireale, gründete der katholische Pater Stefano Cavalli – “spiritueller Sohn” von Padre Pio – die katholische Laienorganisation Lavina, später umbenannt in “Katholische Kultur- und Umweltvereinigung”. Von der Gemeinschaft wurde seit etwa 1976 von abweichenden Lehren und spirituellen Praktiken und von psychologischer Einschüchterung vor allem junger Mädchen berichtet. Die Rede war auch von einem starken Personenkult um den Laienführer Piero Capuana, genannt “Erzengel”. Seit Anfang der 80er Jahre wusste das Bistum auch von einem Roman, den Capuana über Beziehungen mit jungen Mädchen schrieb. Seit mindestens 2010 ist dem Bistum sexueller Missbrauch minderjähriger Mädchen durch Capuana bekannt. Vier Bischöfe behandelten trotz der Hinweise auf problematisches, sektenhaftes Gebaren der Leitung die Laiengemeinschaft als legitime katholische Organisation.
Quelle: cruxnow

25.4.2019 Bischof Antonino Raspanti, Acireale in Süditalien, muss vor Gericht aussagen im Fall des Vorwurfs an den Führer der katholischen Vereinigung "Catholic Culture and Environment Association (ACCA)", Piero Alfio Capuana, sieben minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Die Gruppe glaubt, dass Capuana die Reinkarnation des Erzengels Michael sei und dass er mit der Jungfrau Maria spreche. Gegründet wurde die Vereinigung 1974 durch den katholischen Priester Pater Stefano Cavalli, der sich als spirituellen Sohn von Padre Pio betrachtete. Die katholische Kirche unterstützte - trotz Besorgnis über die hierarchische Struktur - die Gruppe durch Bereitstellung von Räumen in einer katholischen Pfarrei und die Bekanntgabe von Aktivitäten in der offiziellen Diözesanzeitung. Mitglieder der Gruppe durften nur bei bestimmten Priestern beichten. Einer von ihnen, Pater Orazio Caputo, brach vermutlich das Beichtgeheimnis, um ACCA-Mitglieder vor den polizeilichen Ermittlungen zu warnen. Gegen ihn läuft ein ziviler und ein kirchlicher Prozess.

Quelle: Cruxnow

19.6.2019 Wegen des Bruchs des Beichtgeheimnisses gibt es ein kirchliches Gerichtsverfahren gegen einen italienischen Priester. Er hatte von der Mutter eines mutmaßlichen Opfers im Beichtgespräch Details von Missbrauch erfahren und sie weitergegeben, um die katholischen Organisation "Katholische Vereinigung für Kultur und Umwelt" (Associazione Cattolica Cultura ed ambiente) über polizeiliche Ermittlungen gegen ihren Anführer, Pater Stefano Cavalli, zu informieren. Die Vereinigung  ist in Acireale beheimatet, wird von den sog. "Zwölf Aposteln" geleitet, die vom Gründer, einem Priester und "spirituellen Sohn" von Padre Pio eingesetzt wurden. Der derzeitige Anführer versteht sich als Reinkarnation des Erzengels Michael. Er soll mindestens zehn Mädchen sexuell missbraucht haben. Im Oktober beginnt ein Strafprozess vor einem staatlichen Gericht gegen ihn. Die Polizei spricht von Taten, die sich über 25 Jahre erstrecken. In der Organisation soll die sexuelle Gewalt als "Beispiel reiner Liebe" und "Liebe von oben" bezeichnet worden sein. Außer den sexuellen Übergriffen wurden die Opfer auch zu Zwangsarbeit verpflichtet.

Quelle: katholisch.de

https://www.pexels.com/photo/grayscale-mosaic-imagery-933152/https://www.pexels.com/photo/grayscale-mosaic-imagery-933152/Bischöfe, die sich als Opfer zu erkennen geben

Bischof Gumbleton, Präsident der US-amerkanischen Sektion von “Pax Christi”, hat ein Auftrittsverbot in kircheneigenen Gebäuden der Diözese Tucson im Bundesstaat Arizona erhalten. Gumbleton war für den 6. Februar als Hauptredner bei der Jahresversammlung der innerkirchlich umstrittenen Bewegung “Call to Action” angekündigt. Thomas Gumbleton war 1968 von Papst Paul VI. zum damals jüngsten Bischof der US-Kirchengeschichte ernannt worden. Der Weihbischof war eine Symbolfigur der weltweiten katholischen Friedensbewegung. Aufsehen erregte der Bischof vor einem Jahr, als er sich als Missbrauchsopfer eines Priesters in seiner Jugendzeit outete.
Quelle: radiovaticana.va

Der australische katholische Bischof von Parramatta, Vincent Long Van Nguyen, sagte im Februar 2017 vor der australischen königlichen Untersuchungskommission, er selbst sei als Erwachsener Opfer von Missbrauch durch einen Geistlichen gewesen. Nguyen war als vietnamesischer Bootsflüchtling nach Australien gekommen. Der Übergriff geschah kurz nach seiner Ankunft.
Quelle: orf  katholisch.de
Kommentar: D.i. ein mutiger Bischof, der sich als Missbrauchsopfer zu erkennen gibt. Man muss davon ausgehen, dass es auch unter Priestern, Bischöfen und Kardinälen Missbrauchsopfer gibt. Aber nur wenige geben sich zu erkennen – sie wissen vermutlich, wie ihre Kollegen über Missbrauchsopfer denken und reden.

https://pixabay.com/de/dekorativ-zier-abstrakt-1781459/https://pixabay.com/de/dekorativ-zier-abstrakt-1781459/

Die Legionäre Christi

 

Der Gründer der Legionäre Christi, Maciel Marciel Degollado, hat über sechs Jahrzehnte Kinder und Jugendliche missbraucht, darunter seine eigenen beiden Söhne. Der Präfekt der Ordenskongregation, Kardinal Bráz de Aviz erklärte 2019, dass dem Vatikan bereits 1943 erste Dokumente über das Missbrauchsverhalten Degollados vorlagen. Aviz macht das vatikanische Staatssekretariat für die „mafiösen Vertuschungsmanöver“ verantwortlich.

Weitere Anschuldigungen gab es im Vatikan 1956. U.a. hatten fünf mexikanische Bischöfe sich Ende August 1956 an den Vatikan gewandt und beklagt, Maciel würde Sodomie mit jungen Ordensangehörigen praktizieren. Es kam damals zu einem kirchlichen Gerichtsverfahren, u.a. wegen Drogenmissbrauch Degollados. Der Angeklagte wurde frei gesprochen.
1978 und 1989 hat der amerikan. Psychologieprofessor Juan Vaca, früher selbst Präsident der Legionäre Christi, an Papst Johannes Paul II. geschrieben und von seinem Missbrauch berichtet. Eine Antwort erhielt er nicht.
Eine weitere Klage wurde 1999 (oder 1997?) im Vatikan eingereicht von 20 ehemaligen Seminaristen, die früher hochrangige Legionäre waren und heute angesehene Anwälte, Hochschullehrer, Ingenieure sind. Die von Kardinal Ratzinger eingeleitete Untersuchung wurde 2002 wieder abgebrochen.
Erst im Sommer 2005 wurden  die Vorwürfe aufgegriffen - 50 Jahre nach den ersten Anzeigen. Weder Papst Johannes Paul II. noch Kardinal Ratzinger  als Chef der Glaubenskongregation hatten ein Interesse daran, die Verbrechen des Ordensgründers der Legionäre Christi aufzudecken. Sie warteten, bis sie auf den fragilen Gesundheitszustand des Beschuldigten hinweisen konnten und 2010 eine "Strafe" verhängten: Ein Leben in Zurückgezogenheit.

Quellen: imprimatur

Tagesanzeiger.ch

Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon

Papst Benedikt: "I am not so informed"

 

https://www.pexels.com/photo/multi-floor-stairs-grayscale-photo-1044302/https://www.pexels.com/photo/multi-floor-stairs-grayscale-photo-1044302/Ein Opfer wird Priester - und gibt sich zu erkennen

Der Direktor des Franz-Sales-Hauses in Essen missbrauchte einen Jungen, der später selbst Priester wurde. Das ist eine der seltenen Nachrichten, die davon berichten, dass auch unter katholischen Priestern Missbrauchsopfer sind. Die Forschung geht davon aus, dass 5-15% aller Jungen Missbrauchsopfer sind. Bei ca 14.400 Priestern und Ordensmännern müssen wir rein rechnerisch von 720 – 2160 Opfern unter den männlichen Klerikern in Deutschland ausgehen.
Quelle: kirchensite.de

Prof. Becker, Opfer des Direktors Otto K. im Erzbischöflichen Collegium Josephinum, trifft im Krankenhaus auf einen Seelsorger, der ebenfalls dort missbraucht wurde.
Quelle: berliner-zeitung.de (28.1.2015)

Totus Tuus

29.5.2019 Ehemalige Mitglieder der katholischen Gemeinschaft "Totus Tuus" erheben den Vorwurf, dass es in der Gruppe sektenartige Strukturen und geistlichen Missbrauchs gebe. Im Bistum Münster ist "Totus Tuus" als kirchliche Gruppe anerkannt. Seit 2017 werden die Vorwürfe in einer bischöflichen Visitation untersucht. Ehemalige Mitglieder werfen dem Bistum vor, die Aufarbeitung zu verschleppen und keine unabhängigen Personen mit der Visitation beauftragt zu haben. Das Bistum Münster weist die Vorwürfe zurück, der Visitator Jochen Reidegeld habe keine besondere Verbindung zu "Totus Tuus", außerdem gebe es mit Schwester Birgitte Herrmann eine zweite gleichberechtigte Visitatorin. Reidegeld ist stellvertretender Generalvikar. Die Visitation soll 2020 abgeschlossen sein. Derzeit erkenne das Bistum "Ansatzpunkte" dafür, dass die Gemeinschaft sich mit den Vorwürfen auseinandersetzen wolle. Das Bistum bestätigte, dass Weihbischof Christoph Hegge, früherer geistlicher Beirat von „Totus Tuus“, 2017 in einer internen Mail von „Leistungsdruck“, „Redeverboten“ und dem Einfordern von „blindem Gehorsam“ berichtet habe und beobachtet habe, dass die Mitglieder sich „in ihrer freien Entwicklung beeinträchtigt, insbesondere im Bereich Sexualität, Ehe und Berufung“ fühlten.

 
4.6.2019 Die katholische Gemeinschaft Totus Tuus weist die Vorwürfe zurück, in ihr gäbe es geistlichen Missbrauch, gibt jedoch zu, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht worden seien.

Quelle: katholisch.de

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?