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Sexuelle Gewalt in der evangelischen Kirche Deutschlands 2020

Dokumentation 2019

Dokumentation bis 2018

© Pixabay, Bild von BUMIPUTRA © Pixabay, Bild von BUMIPUTRA

24.5.2020 Kerstin Claus kritisiert die EKD und stellt fest, dass die geplante Forschung noch keine Aufarbeitung ist, die Betroffenen helfen könnte. Lediglich im geplanten Betroffenenbeirat der EKD auf Bundesebene ist die Teilnahme Betroffener vorgesehen. Die Empfehlung der EKD für die Landeskirchen in der Gewaltschutzrichtlinie sieht eine Betroffenenbeteiligung nicht vor. Ohne Beteiligung Betroffener wurde bereits entschieden, dass Geldleistungen individuell gezahlt werden sollen.

Quelle: Diesseits von Eden, WDR 5, ab min 25


14.5.2020 Bislang gibt es 770 Betroffene sexualisierter Gewalt, die sich bei der evangelischen Kirche gemeldet haben. Der Beauftragtenrat will noch vor der Sommerpause Studien in Auftrag geben, die weniger das Ausmaß von Missbrauch untersuchen, sondern missbrauchsbegünstigende Strukturen untersuchen sollen. Erfasst werden sollen alle kirchlichen Berufsgruppen und neben Missbrauch an Minderjährigen auch Missbrauch von Erwachsenen, Behinderten und anderen Schutzbefohlenen. Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenbeirat der Bundesregierung, kritisiert, dass an der Entscheidung über Entschädigungszahlungen Betroffene nicht beteiligt werden. Die Kommissionen, die über Entschädigungen entscheiden, gehören Mediziner, Psychotherapeuten und Sachverständige an.

Quelle: br


9.5.2020 Die EKD will mit übergreifenden Studien zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ab Oktober beginnen. Untersucht werden sollen etwa Täterstrukturen und Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs auf die Biografie Betroffener. Auch eine Metastudie ist geplant. Die Studien sollen im Oktober 2023 abgeschlossen sein. Die Sprecherin des Beauftragtenrats der EKD, Bischöfin Fehrs plädierte dafür, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen solle. Zwischenergebnisse sollen mit dem noch zu bildenden Betroffenenbeirat diskutiert werden. Derzeit laufen die Auswahlgespräche mit Betroffenen.

Quelle: evangelisch.de


1.3.2020 Eine Frau berichtet von ihrem mehrere Jahre anhaltenden Missbrauch durch einen evangelischen Pfarrer, der mit 17 Jahren begann. Zwei Jahre nach dem Tod des Geistlichen konnte die 46-Jährige über ihre Erlebnisse sprechen. Es dauerte Jahre, bis sie in der Kirche Ansprechpartner fand. In der Hannoverschen Landeskirche erlebte sie, wie unprofessionell mit ihr umgegangen wurde. Den Landesbischof Ralf Meister hatte sie um eine Stellungnahme gebeten - sein Vorzimmer reagierte nach Monaten mit dem Hinweis, der Landesbischof sei zu beschäftigt, sich der Sache anzunehmen. Andere Kirchenleute reagierten jedoch mit Interesse und Empathie.
Quelle: weserkurier


11.2.2020 Ob und wie Missbrauchsopfer in der Evangelischen Kirche in Deutschland finanziell entschädigt werden sollen, ist umstritten. Betroffenenvertreter kritisieren das Verfahren als intransparent und ungerecht. Eine Studie gibt es in der evangelischen Kirche nicht. Derzeit sind 785 Fälle bekannt. Kerstin Claus sagt, dass für die EKD und die Landeskirchen bisher nur Diakonie und Heimkinder im Blick waren. Erst langsam kommen auch Missbrauchsfälle im gemeindlichen Kontext zu Tage.

Quelle: DLF


15.1.2020 In der Evangelischen Kirche des Rheinlands wurden seit 2003 gegen 29 Pfarrer*innen wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Neun Verfahren wurden eingestellt, sechs sind noch anhängig, in 14 Fällen kam es zu einem Urteil. Seit 2012 haben sich bei der Kommission 20 Betroffene gemeldet, die sieben Pfarrer, 13 Jugendmitarbeiter, Dieakone und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen beschuldigten. Die Evangelische Kirche im Rheinland will verbindliche Regeln zum Schutz vor sexualisierter Gewalt festlegen.

Quelle: rp-online.de


14.1.2020 Der Beauftragte der Bundesregierung für sexuellen Missbrauch, Rörig, ermahnt die Kirchen, gegenüber Betroffenen schnell zu Entscheidungen zu kommen. Strukturen für die Aufarbeitung müssten geschaffen werden, Betroffene mit starken Rechten ausgestattet werden und die Frage von Entschädigungen müssten geregelt werden. Verstanden hätten die Kirchen, dass Aufarbeitung ohne die Betroffenen nicht möglich sei. Noch immer gebe es Widerstände und Vertreter in der Kirche, die "den Mantel des Schweigens immer noch nicht in den Mülleimer der Geschichte geworfen haben". Wenn der Ständige Rat der Bischofskonferenz sich Ende Januar mit Entschädigungsfragen beschäftige, müssten die Bischöfe Farbe bekennen. Klaus Mertes lobte die Präventionsarbeit der kath. Kirche. Die Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch" warf der kath. Kirche Verzögerungstaktik vor. Teile der Kirche fingen bereits wieder an, Widerstände zu organisieren.

Quelle: evangelisch.de


6.1.2019 Das Meinungsforschungsinstitut forsa befragte zum Institutionen-Ranking 2.505 Menschen. Dabei sagten 36 %, sie hätten großes Vertrauen in die evangelische Kirche. 14 % der Befragten bekundeten großes Vertrauen in die katholische Kirche.

Quelle: katholisch.de

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