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(Über-)Lebenstexte einer Protestantin

Wo bist Du, Gott?

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Bist Du nicht schon lange weg von mir?

Und immer noch werfe ich alles zu Dir
was Hoffnung heißt in mir.

Immer noch schreie ich,
mit jedem Atemzug, den Du mir gegeben hast.

Meine Bitten sind aufgebraucht, Gott,
aber nicht meine Hoffnung.
Wer bin ich, Gott,
wer bin ich bei Dir?
Du hast mich nicht bewahrt
vor dem Bösen.

Nora, Pfingsten 2013 

Das Wort Missbrauch

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Das Wort Missbrauch

lässt mich erstarrren

greift nach meiner Seele

immer wieder

Ich stehe vor den Buchstaben

als wäre es gestern geschehen

alles Wegsehen

Verharmlosen

Beschwichtigen

greift nach meinem Leben

ruft die alten Ängste auf den Plan

Es gibt viele Worte des Lebens Gott

laute und leise

zärtliche kraftvolle Worte

Die Hoffnung kennt viele Lieder

Das Wort Missbrauch

löscht für Momente alles Andere aus

Lass die Schatten kürzer werden Gott

lass die zärtlichen Worte den Ton angeben

Du Grund meiner Hoffnung

Berühre Du die Menschen

dass Wegsehen und Verharmlosen

eine Ende haben in Deiner Kirche

und mein Leben einen Raum in ihr

Nora, 24.10.2014

Wüstentag

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Gott heute suche ich dich

unter allem Beton der deine Erde begräbt

Ich suche dich

in den Augen der Gejagten in den Einkaufstempeln

Dich suche ich

im Weinen der allein gelassenen Babies im neuesten Kinderwagen

und im Zigarettendunst ihrer einsamen Mütter

Gott, ich suche dich

in meinen Erinnerungsbildern und in meiner Angst vor Hoffnungsverlust

Heute brauche ich deinen Engel Gott

für meinen Weg aus der Wüste

Nora, 19.9.2014     

Begegnung

© Pixabay - Bild von Ylloh© Pixabay - Bild von Ylloh

 

Wie ein Vogeljunges
aus dem Nest gestoßen
sitzt die Kleine
in meiner Seele
Wie ein Sperling
vom Himmel gefallen
direkt vor meine entschlossenen Füße
Ausgerechnet in meiner Seele
setzt Gott sie aus
In ihren Augen
sehe ich meine Angst
In ihrer Stimme
höre ich mein Weinen
Ich sehe ihr Zittern
Wenn ich sie nicht wärme
erstarre auch ich
Ich berge sie an meiner nackten Brust
Angst und Schmerz
fluten durch mich
schutzlos bin ich und preisgegeben
Ich richte mich auf
schließe den Mantel
und suche weiter
nach etwas Frieden

Nora, 8.9.2013   

 

 

Allmächtiger

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wo warst du

als das Kind in mir sich ertränkte

in einem Meer aus Angst und Schmerz

im Haus eines Mannes

der dir zu dienen vorgab

 

Ich werde es Dir ins Gedächtnis rufen

jedes einzelne Gebet

Gottvater

 

Und ich werde dich fragen

wo du gerade warst

als er zu mir kam


 
Wisse Allmächtiger

ich werde dich fragen

nach dem Tod

vor meinem Leben

in meines Vaters Haus
 

Warum

Warum Gott

Du hast mich nicht bewahrt vor dem Bösen

Du hast mich ausgeliefert

preisgegeben

 

Wo warst Du Gott

Wer bin ich Gott

das ich Deinen  Schutz nicht verdient hätte

nachdem Du mich bereitest hattest

im Mutterleib

 

Sie spotten über mich

bis heute   

Selbst Deine Kirche

nehmen sie als ihren Raum

Wo bist Du Gott

Wo ist der Raum

Dich zu suchen
 
Nora

Ein Platz zum Leben

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Sie will ihr Leben
unersättlich schreit sie
nach dem Wasser des Lebens
 
sei endlich still
es ist für die Kinder
nicht für die Hunde
 
sie wäscht ihr Gesicht
sieht sich im Spiegel
zerzaust ist sie
 
vom Überleben
 
die  Schminke zerläuft
immer im falschen Moment
die Hände zittern
der Schrei steckt fest
 
ihre Stimme ist heiser
 
was ist mit dem
das euch unter den Tisch rutscht
das ihr unter den Teppich kehrt
 
gehört das nicht schon immer den Hunden

Nora, 1999

Ungestillt

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Ungestillt ist meine Sehnsucht nach einer Welt ohne Opfer
das Weinen der Kinder sitzt als Knoten in meinem Bauch
erstickten Schreien im Kinderland
antwortet mein zorniger Körper
und ballt seine Zellen zur Faust

Nora

Karfreitag

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von Menschen geschaffene Hölle

damals in Jerusalem

wie an vielen Orten

zu allen Zeiten

in dieser Welt

mein Gott – warum hast du mich verlassen?

der so zum Himmel schreit

schreit für alle Opfer dieser Welt

der so zum Himmel schreit

schreibt Gott die ins Gedächtnis

von denen die Mächtigen und Satten hoffen

dass sie für immer vergessen sind

der so zum Himmel schreit

fordert den Tod heraus

Nora, Karfreitag 2015

Halte mich Gott

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durch meine Dunkelheit hindurch

halte du mich mit deiner Verheißung der Auferstehung

durch meine Angst hindurch

halte du mich der du für Hoffnung stehst

durch mein Schweigen hindurch

halte mich in deiner Wahrheit

wenn mein Mut nicht ausreichtwahrhaftig zu sein

wenn ich mich wegducke aus Furcht vor den Menschen

dann hilf mir mich aufzurichten hin zu deiner Gegenwart

Nora, 14.3.2016

Mein Schweigen

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Sei ruhig
sagen sie
wirbele keinen Staub auf
der uns ins Gesicht bläst
Lass den Dreck bei dir
mache keinen Ärger
schlage keinen Lärm
sei artig und schweige
Respektiere unsere Grenzen
dann bist du eine von uns

Ich schweige
ich lasse den “Staub”
auf meiner Zunge
schlucke tapfer
bitter schmeckt er
und lässt mich würgen
Ich sauge den “Staub”
in meine Lunge
ringe nach Luft
lächele freundlich
und hoffe
dass sie sich ändern

Nora, August 2012

Straßenkind

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Straßenkind, Wasserkind, Waldkind
barfuß im nassen Gras
feuchter Erde,
trockenem weichem Sand
Barfuß auch auf Asphalt
Beton
selbst auf Scherben
Gehen nicht wenigstens Flip- Flops
frage ich sie
während ich ihre Füße verbinde
Verwundert sieht sie mich an
sieht auf die Scherben
liest sie auf und geht weiter

Nora

Pfingsten

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Kirchturm
Phallus der in den Himmel ragt
der Phallus bröckelt
die Herren der Kirche liegen auf den Knien
und flehen um Viagra zum Himmel

Sie schaut herunter
verwundert sieht sie auf ein Land
wo Milch und Honig fließt
wie oft schon hat sie Wachteln und Manna geschickt
hat es blühen und reifen lassen
für alle
 
Sie blickt weiter auf Blitze und Donner
Wüsten und das alles verschlingende Meer
 
Leise sendet sie ihren Geist
Denen
die von allen guten Geistern verlassen sind

Nora

Gott

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dunkle Vokabel
hilflose Gebete eines Kindes
Bitte um Schutz
Irgend wo her

Wahnsinn in irren Bildern
Ein Ver-rückt-er läuft Amok
im Kinderzimmer

Bitte Gott
Hol mich hier raus
Betet das Kind noch immer

Doch ewig schweigt der Allmächtige
wie Mächtige das so tun

Nora

Reformationstag

 © Pixabay - Bild von plugrafico © Pixabay - Bild von plugrafico

 

Gern erinnern wir uns an den kleinen Mönch
der dem Papst die Stirn bot
Der dastand und sagte
– ich kann nicht anders, Gott helfe mir –
der den Glauben an eine andere Kirche nicht opferte
sondern Kopf und Kragen riskierte

Wie viel ruhiger lebt diese Kirche heute
sitzend am Tisch der reichlich gedeckt ist
für alle Mächtigen auf dieser Welt
Sie kennt die Täter
sie kennt die Opfer
und bietet allen gleichermaßen Raum für Gnade und Vergebung
Mich würgt es in deinen Mauern
Mutter Kirche
Ich sehe zum Altar
und sehe Kain dort stehen – in seiner Kirche
und auch Abel
der zum Himmel schreit
Ich sehe den Gekreuzigten
Und alle deren Seelen Kain
gemordet hat
Ich trete zum Altar
in dieser zerrissenen Kirche
Ich stehe da und kann nicht anders
Gott helfe mir

Nora, 31.10.2012

Engel

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Engel – viel strapaziert
niedlich, pausbäckig
immer ein Halleluja
auf den Lippen
in esoterisches Licht getaucht
Schutzengel im schnellen Wagen
auf der Überholspur

Steh auf und iss –
sagt mein Engel
steh auf – geh los
die altbekannten und neuen Wege
auch durch die Wüste
übersehe die Oasen nicht
sorge für Dich
sorge gut für Deine Träume
 

Nora, Mai 2012

Als die Kinder gegangen waren

 © Pixabay - Bild von Miriam Müller © Pixabay - Bild von Miriam Müller

 

blieb erst einmal alles wie es war
langsam erst wurde deutlich
das kein leises Weinen mehr zu hören war
aber auch kein perlendes Lachen tief aus dem Bauch
kein übermütiges Hüpfen
aber es fiel auch niemand mehr auf die Nase
wozu auch
viel Wut und Angst war weg
genau wie das Staunen und Entdecken
die Vergangenheit war erledigt
und die Zukunft klar verplant
es gab keine kleinen Atemlöcher mehr
zwischen den Eisblumen
und die Sterne sind Lichtjahre entfernt
Als die Kinder gegangen waren
konnte das Leben endlich ohne Bewegung sein

Nora, 12.12. 2005

Lange

© Pixabay - Bild von Gerd Altmann© Pixabay - Bild von Gerd Altmann

 

Lange hat mein Vater mich besessen,
meinen Körper, meine Seele, meinen Geist.
Dieses stille, abgerichtete Kind,
zerrieben von Angst.
Aber tief in mir
im letzten Winkel
der verborgensten Ecke
im tiefen Schlupfwinkel der allerletzen Hoffnung
hat meine Seele sich bewahrt.

Nora, 11.6.2013 

Gethsemane

© Pixabay - Bild von Juha67 © Pixabay - Bild von Juha67

 

Lass sie vorübergehen
diese und alle Nächte
Gott
Lass den Tod keine Macht haben
über mein Leben
Bleibt bei mir Freunde
wacht und betet mit mir
in dieser endlosen Nacht

Was ist die Stimme der Verzweifelten
gegen den festen Schlaf derer
die sich sicher wähnen
Was ist die Todesangst des Menschen
gegen das Schweigen des Himmels
welch irrwitzige Hoffnung
dass Gott durch ihn
unsere Nacht versteht

Nora (am Vorabend des Gründonnerstag 2013)

Wieder gefangen

 © Pixabay - Bild von Gerd Altmann © Pixabay - Bild von Gerd Altmann

 

Da war nichts
sagen sie bis heute
Mein ängstliches Herz flüstert
“Schweig”
Wieder bin ich gefangen
halte den Atem zurück
der mich verraten könnte
Ganz langsam nur
brennen meine Worte auf der Zunge
noch langsamer
öffne ich endlich den Mund

Nora, März 2013

Gott denken © Pixabay - Bild von lmaresz © Pixabay - Bild von lmaresz

 

Wenn ich Gott denke
spüre ich Angst
wenn ich beten sollte
ersticken die Worte
erst wenn ich Hoffnung spüre
lächeln Himmel und Erde mir zu

Nora, März 2013 

Ich träume dich Gott

©Pixabay - Bild von lmaresz ©Pixabay - Bild von lmaresz

 

ich träume dich immer noch
als Mächtigen
der Kinder preis gibt
wenn die Angst mein Herz erreicht
Dann höre ich dein Wort aus dem Mund derer
die Seelen zerbrechen
immer noch
Manchmal aber träume ich dich anders
Gott
höre deine Nähe aus dem Mund derer
die mutig sind
dann träume ich Hoffnung
als einen deiner Namen
Gott

Nora, März 2013

Mein Traum

© Pixabay - Bild von Arifur Rahman Tushar © Pixabay - Bild von Arifur Rahman Tushar

 

Hier stehe ich und kann nicht anders
Gott helfe mir
Angst spüre ich und Schmerz
wie so viele
die geopfert wurden
den Lebenslügen und Götzen dieser Welt
Doch wann werden wir sein wie die Träumenden
Ich träume schon lange
auch ich habe einen Traum
Ich träume von der Kirche die den verkündet
der den glimmenden Docht nicht auslöschen wird
Ich träume von der Kirche
die dem vertraut
der einst alle Tränen abwischen wird
und daraus den Mut schöpft
gegen Unrecht aufzustehen
Ich glaube an Verheißungen
auch an die von dem neuen Himmel und der neuen Erde
in denen die Gerechtigkeit wohnt
Ich träume von der Kirche Jesu Christi
vom Volk Gottes
unterwegs zu dem Land
in dem Gerechtigkeit und Frieden sich küssen
Lass mich nicht aufhören zu träumen
Gott
Lass mich nie ohne Hoffnung sein
16.11.12
Nora    

Kirche

© Pixabay - Bild von SatyaPrem© Pixabay - Bild von SatyaPrem

 

Wer bist Du
Mutter Kirche im Vaterland
zuständig die Täter zu schützen
und die Opfer zum Schweigen zu bringen?

Ich träume Dich anders
Kirche
Ich träume Dich als Asyl für alle
die ohne Hoffnung sind
Ich träume dich als Heimat derer
die Räume suchen
für Freiheit und Würde

Wo bist Du Kirche
am Tisch der Reichen
der gedeckt ist für alle
die ihnen schmeicheln
oder bist Du der Tisch derer
die teilen was für sie allein kaum reicht

Geteilter Mangel an Hoffnung
wird Hoffnung für viele
habe ich erfahren
in froststarrer DDR

Lasst uns aufwachen
aus erstarrter Scham
lasst uns aufwachen
hinter den Mauern fremder Schuld
Lasst sie uns aufheben
die Steine
die uns treffen sollen
und daraus eine Kirche bauen

Nora, 4.11.2012

Ankommen

© Pixabay - Bild von r1g00© Pixabay - Bild von r1g00

 

ankommen im Sommerregen
ihn spüren
Tropfen für Tropfen
innehalten im nassen Gras
 
die Hoffnung spüren
die fruchtbare Erde birgt
 
Was immer wir bewegen
auf diesem Planeten
Hochhäuser, Schnellstraßen,
Tempel für alles was uns heilig ist
 
ist nichts
gegen diesen dunklen duftenden Krümel Erde
zwischen meinen nackten Zehen
Nora, 2012

Wege

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Meine Wege sind Wurzeln
knorrig, lebendig, voller Kraft
oft verfluche ich sie
wenn ich stolpere
falle
die Nase im Dreck
den Mund voll mit Erde und Blut

 
Dann packt mich der Wunsch
nach schwarzem Asphalt, grauem Beton
doch würden meine Füße bluten
auf solchem Grund
und für Stiefel hat es nie gereicht
 
Meine Wege sind Wurzeln
Ich verliere die Orientierung
irre im Kreis der Verästelungen
auf die zu treten ich nicht wage
 
Embryonen meiner Zukunft
 
Manchmal retten mich meine Träume
auf einen Baum
besuche ich das Nest des Seelenvogels
lasse mich füttern
mit Nektar und Licht
Nora, 1999

Räuberkind

© Pixabay - Bild von Free-Photos © Pixabay - Bild von Free-Photos

 

ein Kind
bewaffnet bis unter die Zähne
sichert sich seinen Weg
in einer zertrümmerten Welt
Überleben ist angesagt
nichts wissen
nichts spüren
steht auf den Wegweisern
Manchmal noch wimmert die verlassene Seele
Im Keller des Vergessens
Leise erzählt sie von der Ironie des Spielzeugs
und der Kindertapete
am Tatort

Nora

Schutz

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Meine Schutzhöhle habe ich gegraben
in gefrorenen Boden
aufgetaut mit meinem nackten Körper

Mein Schutzzelt habe ich gewebt
aus dem Wehen des Windes
eingefangen auf meiner nackten Haut

Meinen Schutzschwur habe ich geschrieben
in den wehenden Sand
festgehalten mit meinen bloßen Händen

Meine Bitte um Schutz habe ich geweint
in Gottes Erinnerung
als sie vorbei kam
im Morgengrauen

Nora, 2010

“Noch in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.” die Bibel

An meine Mutter

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Als das Kind in mir starb –
hast du gesagt, geh zum Vati
Als das Kind in mir schrie –
hast du gesagt, du bist krank
Ich stehe vor dir,
das Kind auf den Armen –
du sagst,
er ist der Mann auf der Kanzel

und gehst mit ihm zum Abendmahl
Ich gehe
leise diesmal
und flehe
zu Gottes Schöpfung

Nora

Hoffnung

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Schwingen aus Morgenlicht
gegen das Dunkel des Todes
das Zschilpen der Spatzen
gegen das Schweigen des Frostes
in den Augen der Trauer
spiegelt sich Gottes Sonne

Nora
Ostern 2012

Embryo im Stachelkleid

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Igelballkind
Dracheneikind
Straußenei
verloren im Sandsturm
Haifischei
verloren im Meer
Dracheneihaut aus Titan
nach dem Bad im Blut der Drachenkönigin
verborgen in der letzten Haut
dem letzten Hemd der Schlange
die Eva erkennen lies
 die Axt an den Wurzeln vom Baum des Lebens

Nora, 2003

Gottvater

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Gottvater –
Wenn ich einst tot bin nach meinem Leben
und dir begegnen werde
dem Allmächtigen
der ohne Sünde ist
 
und du mich fragst nach meinem Leben
mir meine Schuld vorhältst
mein nicht gelebtes Leben
meinen Mangel an Liebe
meinen fehlenden Glauben
mein uraltes Misstrauen
meinen andauernden Hass
 
Dann wisse
ich werde mit meiner Rechnung kommen
mit den Gebeten meiner Kindheit
die ungehört verhallt sind
in einem leeren Kosmos

Nora

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