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Sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche 2021

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© Pixabay, Bild von falco© Pixabay, Bild von falco

17.6.2021 Ein mutmaßliches Opfer sexuellen Missbrauchs aus dem Bistum Trier kritisiert den früheren Trierer Bischof Marx. Der Betroffene hatte 2006 einen Priester in Freisen, Bistum Trier, wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen Verjährung ein und informierte das Bistum. Die Verantwortlichen hörten den beschuldigten Pfarrer an, verzichteten aber auf weitere Untersuchungen, weil der Pfarrer die Vorwürfe bestritt. Der Pfarrer wurde nach weiteren Jahren im Amt wegen weiterer Missbrauchsvorwürfe beurlaubt. Das mutmaßliche Opfer schrieb vor einem Monat an Kardinal Marx einen Brief, erhielt jedoch bislang keine Antwort. Der Betroffene wirft Marx Vertuschung vor.

Quelle: swr


16.6.2021 Christian Geyer-Hindemith schaut sich an, wie Papst Franziskus in seinem Brief an Kardinal Marx, in dem er dessen Rücktrittsgesuch ablehnt, mit den empirischen Wissenschaften umgeht. Sein Fazit: "Tatsächlich geht es im Fortgang des päpstlichen Briefes darum, die soziologische und psychologische Methodik als solche herabzusetzen, nicht erst deren pervertierende Übersteigerungen in irgendwelchen -ismen. Das sieht man daran, welchen Rang der Papst empirischen Untersuchungen einräumt, wenn es um die Schuldfrage im Umgang mit Missbrauchsfällen geht. Dieser Rang ist kein hoher, sondern ein niedriger, nachgerade nichtiger. „Es sind nicht die Untersuchungen, die uns retten werden“, schreibt Franziskus, wobei Rettung hier im Sinne von religiöser Erlösung gemeint ist – und die steht bei den möglichen empirischen Ermittlungen ja auch gar nicht zur Debatte. Zur Debatte steht, nach welchem Maßstab sich der persönliche Verantwortungsbegriff zu bemessen hat. Und hier gibt der Papst zu erkennen, dass für ihn die Empirik der Schuldfrage hinter deren Spiritualisierung zurückzustehen hat."

Quelle: FAZ


16.6.2021 Die vatikanische Glaubenskongregation hat Marie-Dominique Gouttierre, ein führendes Mitglied der Johanneskongregation, wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs dauerhaft aus dem Priesteramt ausgeschlossen. Auch die Gemeinde selbst hat ihn aus der Versammlung ausgeschlossen. Gouttierre galt als der "geistige Sohn" des Gründers Marie-Dominique Philippe. Goutrierre wurde vorgeworfen, mehrere Brüder und Schwestern der ebenfalls in den Niederlanden tätigen Johanniterfamilie sexuell missbraucht zu haben. Er wurde auch beschuldigt, eine Frau, die er spirituell leitete, sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: nd.nl


16.6.2021 Interview mit Prof. Thomas Schüller über die "Krise der katholischen Kirche: Missbrauchsskandal, Austritte und Protestbewegungen".

Quelle: uni-muenster


16.6.2021 Der argentinische Opferverein "Red Sobreviventes de Abuso Eclesiastico" wirft den Mitgliedern des Exekutivkomitees der argentinischen Bischofskonferenz Amtsmissbrauch und schuldhafte Fahrlässigkeit bei der Aufklärung eines Missbrauchsfalls im "Monasterio del Cristo Orante" in Tupungato, einem Kloster, vor. Das mutmaßliche Opfer Nicolas Bustos zeigte  den Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, den Erzbischof Marcelo Colombo von Mendoza, dessen Weihbischof Marcelo Mazzitelli sowie Bischof Dante Braida von La Rioja wegen Missbrauchsvertuschung an. Die Argentinische Bischofskonferenz sicherte den Bischöfen in einer offiziellen Erklärung "uneingeschränkte Unterstützung" zu und wies die Vertuschungsvorwürfe "nachdrücklich" zurück. Daraufhin hat der Anwalt von Red Sobrevivientes de Abuso Eclesiastico, Carlos Lombardi, auch die Mitglieder des Exekutivkomitees der Bischofskonferenz beim Vatikan angezeigt.

Das mutmaßliche Opfer wirft zwei Mönchen vor, ihn izwischen 20098 und 2015 in dem Monasterio als Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Das Kloster wurde inzwischen geschlossen, einer der beiden Beschuldigten erhielt von der Kirche ein fünfjähriges Berufsverbot.

Quelle: domradio.de


16.6.2021 Zu elf Monaten auf Bewährung wurde ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden, Landeskirche Bayern, verurteilt. Er hat sich im Sommer 2019 an einer jungen Frau im Kontext eines Beratungsverhältnisses vergangen. Ein erstes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestand. 2020 wurde das Verfahren wieder aufgenommen. Am 22. Dezember 2020 wurde der Beschuldigte seines Dienstes enthoben. Das kirchliche Disziplinarverfahren steht noch aus, sagte Dekan Thomas Guba.

Quelle: evangelisch.de


16.6.2021 Der Wiener Fundamentaltheologe Wolfgang Treitler beklagt, dass der Papst nicht erwähnt hat in seinem Schreiben an Kardinal Marx, dess es um den Glauben an einen helfenden Gott und an eine wirklich fühlbare Erlösung im Zusammenhang mit Missbrauch "sehr finster geworden ist". Diese theologische Frage komme an das Fundament. Zwar gebe es Erlösungsreden, aber man nehme kaum wahr, "was an katastrophaler Hilflosigkeit bei vielen Missbrauchten hängengeblieben ist, gerade in religiöser, in gottbezogener Hinsicht."

Quelle: katholisch.de


16.6.2021 Der Strafrechtler Björn Gercke weist Vorwürfe eines "Gefälligkeitsgutachtens" für das Erzbistum Köln zurück: "Wir sind Juristinnen und Juristen und können nur mit einer juristischen Aufarbeitung beauftragt werden. ... Wer uns zu uns nicht zustehenden, moralischen Bewertungen drängen möchte, verlangt unprofessionelles und unseriöses Berufsverhalten", sagte Gercke.

Quellen: katholisch.de  zeit.de


16.6.2021 Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch beim UBSKM fordert mehr Unterstützung für Betroffene, z.B. in der Vernetzung miteinander. Die Probleme in beiden Kirchen belegten, dass die Institutionen einen Aufarbeitungsprozess ohne externe Begleitung kaum bewältigen könnten. Deshalb müssten Mittel für externe Moderation, Mediation und Supervision zur Verfügung stehen.

Quelle: Domradio


16.6.2021 Judith Hahn schaut sich die kirchliche Strafrechtsreform an und stellt fest, das sie den Schutz vor Missbrauch punktuell richtig einordnet, jedoch missbrauchsförderliche systeme Faktoren unberührt lässt.

Quelle: feinschwarz.net


15.6.2021 Papst Franziskus hat die Drei-Monatsfrist zur Annahme der Rücktrittsgesuche von Erzbischof Heße und Weihbischof Schwaderlapp verstreichen lassen. Daher verliere die Rücktrittsgesuche jede Rechtskraft. Beide Bischöfe sind damit de jure wieder so frei wie vor der Veröffentlichung des Gercke-Gutachtens.

Quelle: FAZ


15.6.2021  Auf der Webseite "www.du-auch.de" finden Kinder und Jugendliche ab sofort Hilfe nach einer Gewalterfahrung.

Quelle: evangelisch.de


15.6.2021 Der Berliner Dogmatiker Georg Essen meint, Papst Franziskus hätte den Amtsverzicht annehmen sollen, um Verantwortung für den Missbrauchsskandal der Kirche zu übernehmen: "Die Wucht einer solchen Entscheidung entspräche dem Ausmaß der Katastrophe. Das wär's gewesen!" Der Brief von Papst Franziskus an Kardinal Marx zeige, dass der Papst die Anliegen der Missbrauchsbetroffenen nicht ernst nimmt. Essen wartet auf Zeichen der Deutschen Bischofskonferenz, die signalisieren, "dass der Kirche von Deutschland tatsächlich es ernst ist mit jener schonungslosen Aufarbeitung, von der bereits seit zehn Jahren gesprochen wird". Zum Fall Woelki konstatiert Essen, Woelki besitze nur noch Macht, habe seine Autorität jedoch verspielt.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Der Südliche Baptistenverband in den USA steht vor einer Zerreißprobe. Liberale und Konservative streiten um Rassismus, Frauenordination und Missbrauchsaufklärung. In den letzten 20 Jahren seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es. Von insgesamt 700 Missbrauchsopfern ist die Rede.

Quelle: jesus.de


15.6.2021 In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Abbildungen verbreitet, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. 2019 wurden 681 Delikte registriert, 2020 waren es 1.038 Delikte - eine Steigerung um 52,4 Prozent.

Quelle: swr


15.6.2021 Der Wuppertaler Dogmatiker Michael Böhnke vermisst im Brief von Papst Franziskus an Kardinal Reinhard Marx eine Thematisierung der systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt und ihrer Bewältigung durch Reformen. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) nennt das Ez-16-Zitat des Papstes "das größte Ärgernis an dem Brief". Damit zeige der Papst, dass er die Notwendigkeit der Übernahme institutioneller Verantwortung nicht verstanden oder nicht für gut befunden habe. Er hätte darum bitten müssen, dass die Kirche eben nicht wie der Gott in Ez 16 wird, der der Stadt Jerusalem mit sexualisierter Demütigung droht.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Generalvikar Klaus Pfeffer, Essen, meint, die katholische Kirche müsse sich grundsätzlich erneuern: "Im Moment sieht es so aus, als sei die Talfahrt der Kirche kaum aufzuhalten." Und: "Wer vom Sockel stürzt, kann nicht mehr von oben herab auf die Welt blicken."

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Die beiden Apostolischen Visitatoren, Kardinal Anders Arborelius und Bischof Hans van den Hende, haben ihre Visitation im Erzbistum Köln nach einer Woche beendet.

Quelle: katholisch.de


15.6.2021 Die katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius in Kleinenbroich, Bistum Aachen, stellt bei der Stadt Korschenbroich den Antrag, die Johannes-Wolf-Straße umzubenennen. Hintergrund sind Berichte eines Betroffenen, der Anfang der 1960er Jahre über einen Zeitraum von sechs Monaten massive sexualisierte Gewalttaten durch Pfarrer Johannes Wolf (1945 - 1984 in Korschenbroich) erfahren hat und sich 2009 an das Bistum wandte. Ein zweiter Betroffener wandte sich 2011 an das Bistum. Zudem gibt es Hinweise auf weitere Betroffene.

Quelle: gdg-korschenbroich.de


15.6.2021 Hans Zollner, Kinderschutzexperte, sieht in der Ablehnung des Amtsverzichts von Kardinal Marx durch den Papst die Aufforderung an Kardinal Marx, die Spannungen auszuhalten, die sich aus der Untersuchung der Missbrauchsfälle ergeben werden. Außerdem müssten sich jetzt auch andere Bischöfe mit möglichen persönlichen Konsequenzen auseinandersetzen. Überdies bemerkt Hans Zollner, dass die entscheidenden Begriffe - institutionelles und systemisches Versagen - im kirchlichen Sprachgebrauch angekommen seien. Die Vorstellung einer sündelosen Kirche bezeichnet Zollner als Häresie.

Quelle: Domradio


14.6.2021 Lucy Kalappura, indische Ordensfrau, muss nach einer Entscheidung des obersten Vatikangerichts ihren Orden der Franziskaner-Terziarinnen verlassen. Sie wartet jedoch die Entscheidung eines indischen Gerichts üäber ihr Bleiberecht ab. Der Konflikt begann im August 2019, als die Gemeinschaft die Ordensfrau wegen Ungehorsams und Bruchs ihrer Gelübde entlassen hat. Kalappura sieht ihren Ausschluss aus dem Orden als Reaktion auf ihre gemeinsam mit fünf weiteren Ordensfrauen Kampagne zur Verhaftung von Bischof Franco Mulakkal. Mulakkal steht derzeit wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer ehemaligen Ordensoberin vor Gericht.

Quelle: Domradio


14.6.2021 Nach Angaben der Bild-Zeitung bezeichnete Kardinal Woelki den sexuellen Kontakt eines Priesters am 29.6.2001 mit einem obdachlosen 16-Jährigen als "Dummheit" und "Übersprungshandlung".  Der Sprecher von Kardinal Woelki fragt, woraus sich „eine Zwangslage ergeben soll, wenn ein 16-Jähriger Obdachloser ohne Bezahlung einen freiwilligen sexuellen Kontakt eingeht. Meinen Sie, dass jeder freiwillige sexuelle Kontakt mit einer obdachlosen Person das Ausnutzen einer Zwangslage darstellt? Dürfen Obdachlose also keinen Sex haben bzw. darf man mit diesen nicht sexuelle Kontakte haben?“ Woelki hatte der Zeitung gerichtlich verbieten lassen, den Kontakt des Pfarrers zu einem Minderjährigen als Missbrauch bzw. Straftat zu bezeichnen. Kirchenrechtlich war am 30.4.2001 das Alter Minderjähriger von 16 auf 18 Jahre hochgesetzt worden.

Quelle: bild.de


13.6.2021 Der Historiker Klaus Große Kracht, Münster, geht im Rahmen des vom Bistum Münster geforderten Forschungsprojektes "Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“der Frage nach, ob es spezifische Merkmale eines pastoralen Tätertyps gibt. Dem sexuellen Missbrauch gerade pubertierender oder post-pubertärer Jugendlicher gehe nämlich des Öfteren eine langjährige spirituelle Manipulation durch den Priester voraus. Bestätigt sich diese Annahme, sollten Konsequenzen für das Verständnis des Priesteramtes und die Ausbildung der Geistlichen folgen.

 Quelle: deutschlandfunk.de


13.6.2021 Ein "Netzwerk für eine zukunftsfähige katholische Kirche im Erzbistum München und Freising" fordert Kardinal Marx, die Bischofskonferenz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Teilnehmenden des Synodalen Weges, auf, endlich "die systemischen Ursachen geistlichen und sexualisierten Missbrauchs" anzugehen und Tendenzen , die Ursachen für systemische Fehler auszuklammern und Aufarbeitung des Versagens in den kirchlichen Missbrauchsfällen nicht auf eine Verbesserung der Verwaltung zu reduzieren. Dem Netzwerk gehören an: "Wir sind Kirche", Maria 2.0, Münchner Kreis (ein Zusammenschluss reformorientierter Priester und Diakone), Gemeindeinitiative, Priester im Dialog, Kommission Frauen im Kolping-Verband, Ordens-Frauen für Menschenwürde, Katholischer Deutscher Frauenbund, Initiative Sauerteig aus Garching an der Alz und die Katholische Frauengemeinschaft.

Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Kardinal Marx muss jetzt, da der Papst seinen Rücktritt abgelehnt hat, seiner Verantwortung gerecht werden, meint Bernd Kastner. Er solle sich endlich die Zeit nehmen, den Opfern von geistlichem Missbrauch - so den früheren Angehörigen der Katholischen Integrierten Gemeinde - zuzuhören. Das sei "eine große, vielleicht letzte Chance, etwas gut zu machen". Noch immer mangele es den Bischöfen oft an Fürsorge und Empathie für die Betroffenen. Das beklagen auch viele ehemalige KIG-Mitglieder.

Quelle: Süddeutsche


13.6.2021 Nach der Recherche von Correctiv und Frontal 21 zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche fordern Gemeindemitglieder in Garching an der Alz Aufklärung. Am Sonntag beginnt in der bayerischen Gemeinde die „Garchinger Präventionswoche“ mit Vorträgen und Diskussionen. Es geht um den wegen Kindesmissbrauchs bereits verurteilten Priester H., aus dem Bistum Essen stammend, der 20 Jahre lang  Kinder und Jugendliche missbrauchte. Kardinal Ratzinger, der spätere Papst, wusste in seiner Zeit als Erzbischofr von München um die Verurteilung von H. und setzte ihn trotzdem als Priester in Gemeinden ein. Die Initiative Sauerteig will helfen, alte Wunden in Garching zu heilen und hofft auf die Unterstützung von Kardinal Marx. Rosi Mittermeier, die zu H.s Zeit Kleinkindergottesdienste organisierte, berichtet, dass die Gemeinde erst im Herbst 2020 offiziell vom Ordinariat erfahren habe, dass sich auch in Garching drei Betroffene gemeldet haben. Die Sauerteig-Aktiven sind sicher, dass das Ordinariat Missbrauch hätte verhindern können, wenn es H. früher aus der Seelsorge genommen hätte. Und sie stellen fest, dass der damalige Generalvikar einen Mitarbeiter, der einen Verdacht äußerte, wider besseres Wissen zu einer Entschuldigung drängte und ein früherer Weihbischof gelogen hat. 

Quelle: correctiv.org


13.6.2021 Für den Dekan von Memmingen aus dem Bistum Augsburg, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts sexueller Grenzüberschreitungen gegenüber einer volljährigen Frau ermittelt und gegen den ein kirchenrechtliches Verfahren läuft, gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Daran erinnert der Anwalt des Beschuldigten.

Quelle: katholisch.de


12.6.2021 Im katholischen Seelsorgebereich Odenthal-Altenberg wurde im Gottesdienst öffentlich verkündet, dass Pfarrer Klaus Anders, von 1976 bis zu seinem Tod 2009 Pastor in St. Pankratius Odenthal, schwerer sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen wird. Das Erzbistum Köln bestätigte, dass eine Anzeige vorliegt und ermutigt und bittet Betroffene/ und oder Zeugen ausdrücklich, sich an die Ansprechpersonen zu wenden.

Quelle: ksta.de


11.6.2021 Die vatikanische Behörde für Laien, Familie und Leben begrenzt Amtsdauer und Zahl der Leitungsposten in katholischen Verbänden und Organisationen auf internationaler Ebene, um einen "gesunden Wechsel" sicherzustellen und Veruntreuung sowie Machtmissbrauch vorzubeugen. Diese Regeln gelten jedoch nicht für Priestervereinigungen (!) sowie für Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens. Ebenso können Gründer von Laienorganisationen (!) von den Vorgaben befreit werden.

Quelle: katholisch.de


11.6.2021 Am Samstag, 12.6., wollen Katholik*innen aus dem Erzbistum Köln vor dem Tagungshaus, in dem die beiden Visitatoren untergebracht sind, protestieren. Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln kritisiert die Proteste:  "Die Demonstranten sind Aktivisten, die lautstark alles Mögliche fordern", erklärte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder. Er sieht den Betroffenenbeirat als ein Gremium, das "nicht nur fordert, sondern aktiv echte Arbeit leistet und etwas bewegt". Bringmann-Henselder sieht die Gefahr, dass die kirchlich Betroffenen für andere Interessen benutzt werden, z.B. für die Weihe von Frauen.

Quelle: Domradio

Kommentar: Die Sorge vor der Instrumentalisierung Betroffener für (berechtigte!) kirchenpolitische Zwecke ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird sich jedoch erst noch zeigen, ob sie begründet ist. Maßstab dafür ist, ob die Betroffenen im Umkreis der Protestierenden erleben, dass sie und ihre Belange spürbar (!) in den Blick geraten und sie Zugehörigkeit erleben.


11.6.2021 Johanna Beck, Sprecherin des Betroffenenbeirates der DBK, sieht im Papstschreiben an Kardinal Marx eine schillernde Sprache, die sehr vage bleibe. Die Zukunft erst wird zeigen, wie es weitergeht.-

Quelle: Domradio


11.6.2021 Der Theologe Hans-Joachim Sander interpretiert das Papstschreiben an Kardinal Marx. Er sagt, nun sei keine Flucht mehr möglich vor der Katastrophe des Missbrauchs in der Kirche. Sander ist der Ansicht, dass man die Betroffenen in den Mittelpunkt stellen müsse, da bestehe offenkundig weiterhin Nachholbedarf.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Die Leserin fragt sich, warum die Betroffenen in dem Papstschreiben an Kardinal Marx so gar keine Rolle spielen. Da wäre es gut gewesen, wenn Papst Franziskus mit gutem Beispiel vorangegangen wäre und diejenigen, die die Glaubwürdigkeitskrise der katholischen Kirche unübersehbar gemacht haben, wenigstens erwähnt hätte.


11.6.2021 Dass der Papst die Rücktrittsbitte von Kardinal Marx nicht angenommen hat, stößt auf Zustimmung - aber auch auf Ablehnung, Unverständnis und Sorge. Herrmann Schell, MissBiT Bistum Trier, meint, konkretes Handeln statt großer kirchenpolitischer Gesten sei nötig. Er fürchtet, dass das päpstliche „Weiter so“ im Blick auf Kardinal Marx bedeuten könnte, dass alles bleibt, wie’s war. "Weil 'weiter so' heißt: Lass das erste Gutachten in der Schublade, verschieb das zweite Gutachten und werde nicht konkret an den Punkten, wo du dich schuldig gemacht hast - speziell in deiner Zeit im Bistum Trier."

 Quelle: BR


11.6.2021 Bernd Kastner berichtet über die Katholische Integrierte Gemeinde (KIG). Was Menschen in der KIG erlebten, nennen sie "Gehirnwäsche im Namen Gottes". Sie beklagen zudem, dass das Erzbistum München und Kardinal Marx sich bis jetzt zu wenig oder gar nicht um die Betroffenen kümmert. Wenn der Kardinal "einfach mit den Leuten vor Ort reden würde, wäre schon viel gewonnen. Es wäre der erste Schritt, ein ganz einfacher. Er muss von seinem hohen Ross runter." (Vorsicht: Triggergefahr!)

Quellen: Süddeutsche   Aussagen von Aussteiger*innen aus der KIG


11.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht die Zukunft der Erzbischöfe Woelki, Marx und Heße noch offen. Es könne sein, dass Marx erneut seinen Rücktritt anbieten müsse, wenn ihm Fehler im Umgang mit Missbrauch nachgewiesen werden. Bei Woelki gehe es auch um das Vertrauen, das Priester und Dekane ihm entziehen.werden, so Schüller.

Quelle: Kirche und Leben


11.6.2021  Im Sommer werden die Ergebnisse einer Studie zu Missbrauchsvorwürfen gegen Bischof Janssen erwartet (1957- 1982). Anschließend soll eine weitere externe Studie die Zeit nach 1982 bis heute untersuchen - also die Amtszeiten von Bischof Homeyer und Bischof Trelle und Bischof Wilmer.

Quelle: wolfsburger-nachrichten


11.6.2021 Ein Gespräch zum Thema: "Im Strudel der Skandale - christliche Kirchen am "toten Punkt"? Teilnehmende: Margot Käßmann, Christiane Florin, Johannes-Wilhelm Rörig und Matthias Kopp, Moderation Birgit Kolkmann

Quelle: DLF


11.6.2021 Die Visitatoren im Erzbistum Köln haben heute mit dem in einer Auszeit befindlichen Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße, gesprochen. - Das Mitglied des Betroffenenbeirates, Bringmann-Henselder, sagte, der Betroffenenbeirat sei mit dem Ergebnis des Gercke-Gutachtens sehr zufrieden. "Wir arbeiten mit an den Maßnahmen, die sich aus dem Gutachten ergeben, und fordern die notwendigen Dinge ein." Im Erzbistum gebe es sehr wohl Aufklärung, Ursachenbekämpfung und persönliche Konsequenzen der Verantwortlichen, meinte Bringmann-Henselder.

 Quelle: katholisch.de


11.6.2021 Felix Neumann analysiert das Papstschreiben an Kardinal Marx und stellt fest, dass zwar vom Missbrauch geredet werde, aber unpersönlich: "Die Betroffenen kommen in diesem Brief nicht vor. Viel ist von der Krise der Kirche die Rede, die anzunehmen sei, der man sich auszusetzen habe. Die Krise, in die die Kirche und ihre Verantwortlichen ihre Opfer gezwungen haben, bleibt unausgesprochen." Unklar ist Neumann, was sich nun mit dem Schuldeingeständnis und den offenen Armen des Papstes geändert habe.

Quelle: katholisch.de


 10.6.2021 Florian Breitmeier schätzt die Verweigerung des Rücktrittsangebots von Kardinal Marx ein: "Die Krise wird also ein Stück weit vom Papst personalisiert, und dadurch fehlt ihr ein bisschen diese institutionelle Dynamik, die der Annahme eines Rücktrittsgesuch durchaus innegelegen hätte. ... Aber der Papst nimmt sich damit auch ein Stück weit zurück, denn er wäre ganz anders in der Verantwortung und in Erklärungszwang gewesen, wenn er den Rücktritt angenommen hätte.

Quelle: NDR


10.6.2021 Stimmen zur Verweigerung des Rücktrittsangebots von Kardinal Marx durch Papst Franziskus.

Quelle: Süddeutsche


10.6.2021 Die Opferinitiative Eckiger Tisch kritisiert die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Kardinal Marx durch Papst Franziskus. Sie sagt, der Papst wolle sich damit auch selbst schützen. Marx habe alle Bischöfe, auch den Bischof von Rom, für das System von Missbrauch und seiner Vertuschung verantwortlich gemacht. Diese Einsicht moderiere der Papst jetzt einfach weg. Zudem kritisierte der Eckige Tisch, dass Papst Franziskus die Verantwortung der Bischöfe relativiere. Von einem radikalen Neuanfang sei jetzt wenig geblieben.

Quelle: Süddeutsche


10.6.2021 Im Bistum Essen treffen sich über 40 kirchliche Missbrauchsopfer, um aus ihren Reihen die Mitglieder des Betroffenenbeirates zu wählen. Generalvikar Pfeffer konstatiert, dass noch immer einige Gemeinden und manche Priester bei Missbrauch durch Kleriker von Einzelfällen ausgehen. Da habe der Beirat eine wichtige Aufgabe. Ein ehemaliges Heimkind, Peter Menger, sieht den Beirat kritisch, das Bistum versuche, Opfer für die eigene Sache einzuspannen. In der Kirche werde sich nichts verändern, meint Menger. Er wartet noch immer auf eine Entschädigung.

Quelle: www1.wdr.de


10.6.2021 Die Theologin Doris Reisinger hat in einem neuen Forschungsprojekt Fälle von Übergriffen katholischer Priester weltweit untersucht, die ihre minderjährigen Opfer geschwängert oder zur Abtreibung genötigt haben sollen. Reisinger ist verwundert, dass es zu dieser Form sexualisierter Gewalt, die Reisinger "reproduktive Gewalt" nennt, bislang praktisch keine Forschung gebe. In ihren Quellen aus dem Archiv von Bishop Accountability fand sie "Dutzende solcher Fälle", der älteste Fall datierte von 1949, der jüngste von 2019.Reisinger fordert mehr Forschung.

Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Kardinal Marx nimmt Stellung zum Schreiben von Papst Franziskus. Er sagt, es könne für ihn und für das Erzbistum nicht der Weg sein, einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen.

Quelle: Erzbistum München


10.6.2021 Das Schreiben von Papst Franziskus an Kardinal Marx, in dem er dem Kardinal aufträgt, weiterhin Erzbischof von München zu sein. U.a. schreibt Papst Franziskus: "Es stimmt, dass die geschichtlichen Vorkommnisse mit der Hermeneutik jener Zeit bewertet werden müssen, in der sie geschehen sind."

Quelle: Süddeutsche

Kommentar: In dem Schreiben kommen kirchlich Betroffene überhaupt nicht vor - es geht um die Bischöfe, um "die Kirche". Offensichtlich geht Reform, Umkehr, ... ohne Betroffene, ohne Aufklärung und auch ohne Gerechtigkeit für sie. Und dass geschichtliche Vorkommnisse mit der "Hermeneutik der Zeit", in der sie geschahen, bewertet werden müssen, klingt so, als ob Menschenrechtsverletzungen an Kindern nicht seit jeher Bestandteil der biblischen Botschaft gewesen wären. Mir scheint, dass u.a. Mt 18,6 da sehr  anders, sehr eindeutig ist.


10.6.2021 Papst Franziskus hat den Rücktrittswunsch von Kardinal Marx nicht angenommen.

Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Im Bistum Augsburg wurde ein Priester und Dekan mit sofortiger Wirkung von seinem Amt entbunden und freigestellt. Gegen ihn gibt es einen "sehr ernst" zu nehmenden Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Generalvikar Harald Heinrich hat die zuständige Staatsanwaltschaft über die Anschuldigung informiert. Bischof Maier hat die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom über den Fall informiert und wie vorgeschrieben eine kanonische Voruntersuchung eingeleitet.

Quelle: katholisch.de


10.6.2021 Im Bistum Münster haben sich inzwischen neun Betroffene sexualisierter Gewalt durch einen Priester gemeldet. Der Beschuldigte starb 2007. Er war in den 1950er Jahren als Aushilfe in Goch und Kaplan und Vikar in Gescher, 1958 in Rheine, 1963 Pfarrer der ehemaligen Sankt Konrad-Pfarrei in Rheine-Gellendorf und in den 1980er Jahren bis 2007 in Gronau-Epe. Das Bistum rief weitere mögliche Hinweisgeber auf, die Ansprechpersonen der Diözese zu kontaktieren: Hildegard Frieling-Heipel unter (01 73) 1 64 39 69 oder Bardo Schaffner unter (01 51) 43 81 66 95.-

 Quelle: Domradio   nrz.de 11.6.2021

9.6.2021 Der Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld kritisiert detailliert das Gercke-Gutachten des Erzbistums Köln.

Quelle: hpd


9.6.2021 Die ehemaligen Mitglieder des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln mussten keine Schweigeverpflichtung über die Gespräche mit den beiden Visitatoren im Erzbistum Köln unterschreiben. Die Sprecherin des Rotterdamer Bischofs van den Hende sagte jedoch, die Gespräche seien vertraulich: "Das heißt, die Teilnehmer der Treffen während der Visitation werden gebeten, über die Treffen nicht ausdrücklich zu sprechen."

Quellen: Spiegel  Domradio


9.6.2021 Die Firmung in der Düsseldorfer Gemeinde durch Kardinal Woelki verlief ohne Proteste. Woelki war von ca 140 Gemeindemitgliedern gebeten worden, die Firmung in Sankt Margareta nicht persönlich zu spenden, sondern dafür einen Vertreter zu schicken. Woelki hatte diese Entscheidung, den Firmlingen und ihren Eltern überlassen. Ein Gespräch mit Gemeindemitgliedern im Vorfeld der Firmung habe "die Anwesenden tief erschüttert, die systemischen Ursachen sichtbar gemacht und die Verantwortung der Institution Kirche konkret offenbart".

Quelle: katholisch.de


9.6.2021 Der Schweizer Theologe Arnd Bünker ist der Ansicht, dass alle Bischöfe, die vor 2010 im Amt waren, keine reine Weste haben, "weil die Vertuschungspraxis lange Zeit den kirchlichen Stil im Umgang mit Missbrauch gekennzeichnet hat".

Quelle: kath.ch


9.6.2021 Anna Fries weist darauf hin, dass die Zeit als Bischof von Trier (2002-2008) für Kardinal Marx eine größere Rolle bei seiner Entscheidung, dem Papst seinen Rücktritt als Erzbischof von München anzubieten, gespielt haben könnte.

Quelle: kath.ch


9.6.2021 In kirchlich geführten Heimen in Deutschland kam es immer wieder zu brutalen sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern. Dabei spielten Nonnen allem Anschein nach eine weitaus größere Rolle als bisher bekannt. Dies berichten erstmals vor laufender Kamera Menschen, die als Heimzöglinge furchtbares Leid erdulden mussten. Gabriele Knetsch und Sebastian Kemnitzer habe einige von ihnen begleitet. (Vorsicht Triggergefahr!)

Quelle: ardmediathek

An dieser Stelle einfach mal einen herzlichen Dank an die Journalistinnen und Journalisten, die oft seit vielen Jahren die Menschenrechtsverletzungen an Kindern thematisieren und aufdecken helfen.


9.6.2021 Der Berliner Erzbischof Koch wird von 56 Katholikinnen und Katholiken aufgerufen, das Gutachten der Kanzlei "Redeker Sellner Dahs" vollständig zu veröffentlichen. Bislang sind nur 226 der 669 Seiten veröffentlicht.  Erzbischof Koch sicherte zu, nach der 3. Prüfung der Zulässigkeit der Veröffentlichung das Gutachten "in der verantwortbaren Form" zu veröffentlichen.

Quelle: katholisch.de


9.6.2021 Erstes Gespräch der Visitatoren im Erzbistum Köln mit Opfern sexueller Gewalt

Quelle: DLF


9.6.2021 Papst Franziskus hat die Bischofsstühle von Valparaiso und Rancagua, die seit 2018 vakant waren, mit Jorge Patrivio Vega Velasco (Valparaiso) und Guillermo Patricio Vera Soto (Rancagua) besetzt.

Quelle: Domradio


9.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht das Problem des Vatikans, in Deutschland Kleriker zu finden, denn die katholische Kirche in Deutschland leide unter einem eklatanten Mangel an Klerikern, die überhaupt für das Bischofsamt in Frage kommen.

Quelle: Süddeutsche


8.6.2021 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln hat sich dagegen ausgesprochen, dass Bischöfe und Kardinäle von ihren Ämtern zurücktreten. "Den Betroffenen bringt es wenig, wenn Bischöfe oder Kardinäle, die Verantwortung hatten und haben, jetzt ihren Rücktritt erklären und sich somit der Verantwortung entziehen", teilte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder mit. "Damit lassen sie erneut die Betroffenen im Regen stehen."

Quelle: Zeit

Kommentar: Das stimmt, denn wenn nicht alle, die bisher für Vertuschung verantwortlich waren, durch engagierte und mit Betroffenen solidarische Mitarbeiter*innen ersetzt werden, wird sich auch unter einem neuen (Erz-) Bischof nicht allzuviel ändern.


8.6.2021 Der Generalstaatsanwalt von New Mexiko, Hector Balderas, will sämtliche Dokumente über sexualisierte Gewalt durch Geistliche aus allen drei Diözesen des US-Bundesstaates zu veröffentlichen. Die Diözese Las Cruces erklärte, die Dokumente seien freiwillig und unmittelbar zur Verfügung gestellt worden, nicht erst durch einen Durchsuchungsbefehl. Die Diözese Gallup und die Erzdiözese Santa Fe äußerten sich nicht. Der Generalstaatsanwalt beabsichtigt, Missbrauchspriester in New Mexico, die zuvor in anderen Bundesstaaten tätig waren, zu überprüfen - New Meico war ein "Abladeplatz" für Geistliche, die sich der Gerichtsbarkeit in anderen Staaten entzogen haben.

Quelle: Domradio


8.6.2021 Die Evangelische Landeskirche der Pfalz will Kinder besser vor sexuellem Missbrauch schützen und verlangt von allen Ehrenamtlichen ein erweitertes Führungszeugnis. Vier Presbyter aus Schifferstadt klagen dagegen, weil sie keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben.

Quelle: swr8.6.2021 Papst Franziskus hat eine interne Visitation der Kleruskongregation angeordnet, die für die rund 410.000 katholischen Priester weltweit zuständig ist.

Quelle: katholisch.de


8.6.2021 Kardinal Woelki wird in der Gemeinde in Düsseldorf-Gerresheim die Firmung feiern. Dort waren zwei der Priester tätig, gegen die zuletzt Vorwürfe laut geworden waren. In beiden Fällen wird dem Kardinal vorgeworfen, Fehler gemacht zu haben. Woelki war in der Gemeinde als Praktikant und später auch als Diakon tätig. Die frühere Düsseldorfer Bürgermeisterin und FDP-Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann, kommentiert: "Ich sehe es als großen Fehler an, dass Kardinal Woelki so tut, als ob nichts geschehen wäre."

Quelle: www1.wdr.de


8.6.2021 "Felix Koch" (Pseudonym) berichtet von körperlicher und sexueller Gewalt, die er im Heim der Wickenmayer'schen Kinderpflege in Würzburg in den Jahren 1986 bis 1984 erlebt habe. Seine Betreuerin von den Erlöserschwestern habe ihn missbraucht und körperlich schwer misshandelt. Flora-Nike Göthin (Pseudonym) war Mitte der 70er Jahre neun Monate lang in dem Kinderheim. Sie berichtet von rituellem Missbrauch. Der Traumatherapeut Jörg Jägers hält die Berichte für plausibel, auch Bischof Jung, Bistum Würzburg, glaubt den Betroffenen. Schwester Monika Edinger von der Kongregation der Schwestern des Erlösers hält die Berichte über rituellen Missbrauch für unglaubwürdig und räumt einen einmaligen sexuellen Übergriff durch eine Nonne gegenüber Felix Koch ebenso ein wie körperliche Züchtigung. Das Bistum Würzburg und die Erlöserschwestern haben Aufarbeitungskommissionen angekündigt.haben nun Aufarbeitungskommissionen angekündigt.

Quelle: BR


8.6.2021 Patrick Bauer, ehemaliger Sprecher des Betroffenenbeirates und drei weitere ehemalige Mitglieder des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln haben heute eineinhalb Stunden mit den beiden Visitatoren des Erzbistums gesprochen. Sie haben alles sagen können, was ihnen wichtig ist - u.a. dass die Kirche die Aufklärung nicht leisten kann. Ein Protokoll des Gespräches erhalten sie nicht.

Quelle: Augsburger Allgemeine


8.6.2021 Der kanadische Premierminister Trudeau hatte eine Entschuldigung anlässlich des Fundes von 215 Kinderleichen auf dem Gelände einer der 139 Residential Schools gefordert. Der Erzbischof von Toronto, Thomas Collins, findet die Äußerungen von Trudeau "unfair". Wenn die katholische Kirche in Kanada gemeinsam mit der Regierung und der indigenen Bevölkerung zu einer Einigung gekommen sei, werde sich Franziskus offiziell entschuldigen. Trudeau hatte 2017 Papst Franziskus gebeten, um Verzeihung zu bitten und Akteneinsicht zu gewähren: „Wir stoßen immer noch auf Widerstand“, sagte er. Einzelne Einrichtungen gewähren keine Akteneinsicht, andere, z.B. die Jesuiten, kooperierten. Michelle Good hat ein Buch über die Internate des Schreckens für Indigene geschrieben: "Five Little Indians". Ein Gespräch mit ihr in der Süddeutschen Zeitung.

Quellen: katholisch.de   FAZ


8.6.2021 Der Vatikan hat Vorwürfe gegen den Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Posens Erzbischof Stanislaw Gadecki, zurückgewiesen. Beschuldigungen mutmaßlicher Versäumnisse bezüglich sexuellen Missbrauchs von Kindern durch zwei Priester hätten sich in einer gründlichen Untersuchung als „haltlos“ herausgestellt, teilte die päpstliche Nuntiatur in Polen am Dienstag mit.

Quelle: vaticannews


7.6.2021 Das Erzbistum Köln bekommt einen neuen Kommunikationschef: Christoph Hardt.

Quelle: katholisch.de


7.6.2021 Die Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat eine Kontaktstelle für geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch eröffnet, weil ihr bewusst ist, dass es auch in der Fokolar-Bewegung (und wohl nicht nur in Frankreich) spirituelle Grenzüberschreitungen gab und Menschen im Kontakt mit Mitgliedern der Fokolar-Gemeinschaft verschiedene Formen von geistlichem und Machtmissbrauch gab.

Quelle: katholisch.de


6.6.2021 Hermann Häring schaut auf den Zustand der katholischen Kirche und bezweifelt, dass das Ausmaß der Katastrophe tatsächlich schon verstanden wurde. Er sieht nur eine Handlungsmöglichkeit: "So ist diese Kirche nicht am toten Punkt angelangt, sondern stürzt im freien Fall noch weiter. Wie es jetzt aussieht, können nur Massenaustritte zu einer Besserung führen, weil sie aller gehorsamen Unterordnung den Boden entziehen und eine Neubesinnung in die Wege leiten. Mehr denn je gilt auch hier das Wort von Hannah Arendt: 'Wir haben kein Recht zu gehorchen.'“

Quelle: hjhaering.de


6.6.2021 Heribert Prantl begründet, warum Kardinal Marx nicht der einzige bleiben sollte, der auf sein Amt verzichtet. Er entwickelt, wie das katholische Christentum in Demut einen Neuanfang wagen könnte. Und er stellt fest, dass der Amtsverzicht von Kardinal Marx den Papst zu einer Positionierung im Streit um den deutschen synodalen Reformweg zwingt.

Quelle: Süddeutsche


6.6.2021 Nahe einem katholischen Internat im kanadischen Kamloops wurden 215 Kinderleichen entdeckt. An diesen Schulen waren indigene Kinder Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Raymond Tony Charlie berichtet. (Triggergefahr!)

Quellen: spiegel.de   FR


6.6.2021  Die beiden ehemaligen Sprecher des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln, Betroffene sexualisierter Gewalt durch katholische Kleriker, haben für kommenden Dienstag eine Einladung zum Gespräch mit den Visitatoren bekommen.-

Quelle: www1.wdr.de


6.6.2021 Nach dem Rücktrittsgesuch von Reinhard Marx gibt sich der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki entschlossen, weiterzumachen. Dabei gilt Woelki als deutlich umstrittener.

Quelle: Zeit


6.6.2021 Der frühere Generalvikar des Erzbistums München und Freising, Peter Beer, hält den angebotenen Amtsverzicht von Kardinal Marx für einzig vernünftig und aufrecht.

Die Unabhängige Aufarbeitungskommission im Erzbistum München hat mit Bestürzung und Respekt auf den Amtsverzicht reagiert und Papst Franziskus indirekt gebeten, den Amtsverzicht nicht anzunehmen. Die Kommissions-Vorsitzende Michaela Huber stellte fest, dass Kardinal Marx auch die Notwendigkeit einer tiefergehenden, strukturellen und gesellschaftlich-soziologischen Veränderung der Institution Kirche erkenne - das unterscheide ihn von den meisten seiner Amtsbrüder.

Quelle: katholisch.de


6.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller meint, dass Kardinal Woelki angesichts der dramatischen Lage im Erzbistum Köln und angesichts der Handlungsunfähigkeit des Kardinals nicht zu halten sei. Einen Nachfolger müsse das Kölner Domkapitel wählen, in dem jedoch "mehrheitlich treue Vasallen Woelkis" seien, so dass dieses Domkapitel keine Garantie für Reformen und die Wahl eines reformorientierten neuen Erzbischofs biete.

Quellen: orf  DLF


5.6.2021 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke schaut sich die Apostolische Visitation des Erzbistums Köln an, ordnet sie ein und gibt Hinweise, wie in einer eventuellen Befragung klug gehandelt werden kann.

Quelle: theosalon


5.6.2021 Weitere Stimmen zum Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx im DLF.


4.6.2021 Stefan Kornelius sieht im Rücktrittsangebot von Kardinal Marx eine Kapitulation vor den Zuständen in der katholischen Kirche. In Trier habe Marx keine gute Figur gemacht und der neue Bericht der Kanzlei WSW zum Erzbistum München werde wohl nicht besser als der Kölner Bericht ausfallen. Zudem fragt Kornelius, warum der Papst, der das Rücktrittsangebot seit zwei Wochen kennt, nicht reagiert. Marx hätte als "Gesicht der modernen Kirche" die Last auf sich nehmen müssen und bleiben müssen.

Quelle: Süddeutsche


4.6.2021 Kardinal Woelki nimmt Stellung zum Rücktrittsangebot von Kardinal Marx - und erklärt alles, was er schon unternommen hat und noch unternehmen will.

 Quelle: erzbistum-koeln


4.6.2021 Raoul Löbbert kommentiert das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx und bemerkt, dass endlich ein Bischof persönliche Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal zieht.

Quelle: Zeit


4.6.2021 Bischof Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer massiven Krise und fordert fundamentale Reformen: "Alle, die denken, dass die Kirche aus dieser massiven Krise herauskommen könnte durch ein paar Schönheitsreparaturen äußerlicher Art, juridischer Art, verwaltungsmäßig, die täuschen sich."

Quelle: tagesschau


4.6.2021 Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin will Akten zu Missbrauchstaten durch Kleriker in der Erzdiözese Milwaukee sehen. Erzbischof Listecki hat Bedenken wegen der Rechtmäßigkeit der Untersuchung, weil lediglich die katholische Kirche im Blick sei und weil die Bezirksstaatsanwälte zuständig seien, nicht der Generalstaatsanwalt. In der Vergangenheit seien Fehler gemacht worden, aber inzwischen sei die Kirche ein Vorbild im Umgang mit Missbrauch. Zudem würden hohe Kosten entstehen. Das Bistum ist jedoch bereit, Informationen zu eventuellen aktuellen Vorwürfen bereit zu stellen. In der Erzdiözese Wisconsin wurden 1994 Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Schönstatt-Gründer Kentenich vorgebracht, die sich auf die Jahre 1958 - 1962 beziehen.

Quelle: katholisch.de


4.6.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kommentiert den Amtsverzicht von Kardinal Marx, den dieser dem Papst geschickt hat. Dies sei ein souveräner Schritt, an dem sich andere Bischöfe messen lassen müssen; es sei auch ein frontaler Angriff auf Kardinal Woelki und er testiere der deutschen Kirche und den Bischöfen, dass sie an einem toten Punkt angekommen seien. Der angekündigte Amtsverzicht sei auch ein Signal an Papst Franziskus, endlich Reformen anzustoßen.

Quelle: pnp


4.6.2021 Das Angebot von Kardinal Marx, auf sein Amt als Erzbischof von München und Freising zu verzichten, löst viele Reaktionen und Kommentare aus.

Statement von Kardinal Marx  Reaktion von Bischof Bätzing   ARD

Reaktionen von Bischöfen und Kardinal Woelki   P. Hans Zollner

Christiane Florin   Markus Nolte, Chefredakteur von Kirche und Leben

Florian Breitmeier   Eckiger Tisch


4.6.2021 Kardinal Marx hat dem Papst seinen Amtsverzicht als Erzbischof von München und Freising angeboten: "Ich möchte damit deutlich machen: Ich bin bereit, persönlich Verantwortung zu tragen, nicht nur für eigene Fehler, sondern für die Institution Kirche, die ich seit Jahrzehnten mitgestalte und mitpräge."

Quellen: katholisch.de   Der Brief im Wortlaut  Persönliche Erklärung von Kardinal Marx

Kommentar: Respekt!


4.6.2021 Agnes Wich ist aus dem Betroffenenbeirat des Erzbistums München und Freising nach zwei Sitzungen ausgetreten. Als einzige Frau sei sie nicht ernstgenommen worden, sagt sie. Das Erzbistum kommentiert die Vorwürfe nicht. Missbrauchs-Aufarbeitung ist nicht nur in Köln schwierig, auch in München verzögert sich das Gutachten.

Quelle: DLF


 3.6.2021 Der Präventionsbeauftragte des Bistums Chur, Stefan Loppacher, kritisiert das neue Kirchenrecht: "Der Machtmissbrauch in seelsorgerlichen Abhängigkeitsverhältnissen, gerade auch auf geistlicher Ebene (Stichwort: spiritueller Missbrauch) scheint weiterhin nicht als Kernproblem erkannt zu werden." Echte Bereitschaft, aus der eigenen Vergangenheit zu lernen und Betroffene endlich ernst zu nehmen, sehe anders aus.

Quelle: zhkath.ch


3.6.2021 Zum Vorwurf der Jurist*innen Scheinfeld, Gade und Roßmüller, dass das Gercke-Gutachten die "Geschäftsherrenhaftung" vernachlässigt habe, nimmt die Kanzlei Gercke Stellung. Die Gutsherrenhaftung besagt, dass Manager haften müssten, wenn sie von Straftaten ihrer Mitarbeitenden erfahren und nicht dagegen vorgehen. Komme es danach erneut zu Taten, machten sich die Vorgesetzten wegen Beihilfe durch Unterlassen strafbar, argumentieren Scheinfeld, Gade und Roßmüller und wollen dieses Gesetz auch für Bischöfe anwenden. Gercke hingegen geht vom Grundsatz der Freiverantwortlichkeit aus. Danach ist jeder Kleriker für seine Taten selbst verantwortlich und kann diese unmittelbare Verantwortung nicht auf Bischöfe abwälzen. Eine Haftung hoher Würdenträger für "betriebsbezogene" Straftaten komme nur in Betracht, wenn sich die Tat nicht außerhalb des Betriebs genauso ereignen könnte. Da sich die im Gercke-Report begutachteten Taten typischerweise nicht im kirchlichen Kontext, sondern bei Freizeitveranstaltungen oder privaten Treffen ereignet hätten, müssten Bischöfe nicht für die Verbrechen von Priestern haften.

Quelle: Domradio


3.6.2021 Landesbischof Ralf Meister, Hannover, bittet um Entschuldigung für das Versagen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover beim Schutz von Heimkindern vor sexuellem Missbrauch. Im Zuge der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt wurden in der hannoverschen Landeskirche in den letzten Jahren rund 120 Fälle sexualisierter Gewalt seit 1945 bekannt. Über 80 Prozent davon sind Fälle in den Einrichtungen der Diakonie.

Quelle: NDR


2.6.2021 In einem Essay macht sich Muri Darida Gedanken darüber, warum härtere Strafen für Missbrauchstäter*innen den Betroffenen nicht wirklich helfen. Das größte Problem sieht sie in dem niedrigen Entdeckungsrisiko. Legt man die Dunkelziffer zugrunde, so werden nicht mehr als ein Prozent der Täter*innen bestraft. Zudem lässt das aktuelle Strafsystem das Umfeld außer Acht, das eine elementare Rolle spielt. Notwendig sei, sexuelle Ausbeutung von Frauen, queeren Personen und Kindern als Massenphänomen sehen zu lernen. Daher sei es notwendig, die Wiederherstellung verletzter Beziehungen, die Würde und Autonomie der Tatopfer zu unterstützen. Von solchen restorativen Ansätzen können Tatopfer profitieren. Darida geht davon aus, dass erst dann, wenn Betroffene als Expert*innen von Gewalt gedacht und gehört werden, zielführende Alternativen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt überhaupt vorstellbar werden können.

Quelle: Zeit


2.6.2021 Phoenix-Runde zum Thema "Wie glaubwürdig ist die Kirche noch?" Mit dabei: Anke Plättner, Heribert Prantl, Angelika Streich, Joachim Frank, Martin Lohmann.

Quelle: phoenix


2.6.2021 Der Jurist, Musiker und Katholik Thomas Quast zieht im Blick auf das Erzbistum Köln das Fazit: "Es braucht eine Veränderung. Es braucht Umkehr und vor allem – das sage ich noch mal als Jurist – sich hinter ein solches Gutachten zurückzuziehen, das hat nicht funktioniert, bis jetzt schon nicht. Und es wird zukünftig noch viel weniger funktionieren."

Quelle: DLF


2.6.2021 Evelyn Korkmaz war von 1969 bis 1973 in dem Umerziehungsinternats St. Anne's Indian Residential School in Fort Albany (Kanada, Provinz Ontario). Sie wurde schwer misshandelt. Das Internat wurde 1976 geschlossen. Seither kämpft Korkmaz für eine Aufklärung und Aufarbeitung der Gewalt, die Indigenen an den insgesamt 139 Umerziehungsinternaten angetan wurde. Korkmaz sagt: "Wir sollten zu Christen gemacht werden und dann haben uns diese Christen so misshandelt. Ich kann nur sagen: Schande über sie! Und Kanada sollte den Vatikan auffordern, jene Akten freizugeben, die damals nach Rom geschickt wurden. Da finden sich wichtige Informationen zu möglichen Massengräbern und dem elektrischen Stuhl. Wir wissen, es gab ihn und mit den Dokumenten ließe sich das belegen, denn unsere Missionare haben penibel Buch geführt." (Triggergefahr!)

Quelle: Tagesschau  s. auch Arte-Doku


2.6.2021 Kardinal Woelki hat durch die Kanzlei Höcker (die auch die AfD und Erdogan vertreten hat) vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen zwei Berichte der "Bild"-Zeitung über einen Missbrauchsfall im Erzbistum Köln erwirkt. Die Bild-Zeitung darf nicht mehr verbreiten, dass Woelki bei der Beförderung des Priesters Kenntnis davon gehabt habe, dass dieser den Missbrauch eines Kindes gestanden habe. Woelki habe bei der Beförderung des Priesters zum stellvertretenden Dekan keine Kenntnis von einem angeblichen Kindesmissbrauch des Priesters gehabt. Falsch seien auch die Behauptungen der Bild-Zeitung, "dass es sich bei dem beförderten Priester um einen 'Missbrauchs-Priester' bzw. einen 'Sexualstraftäter' gehandelt habe, sowie dass dieser 'sexuelle Handlungen mit einem Minderjährigen gestanden' habe bzw. gestanden habe, dass er Sex mit einem minderjährigen Prostituierten gehabt habe". Zudem bemängelte die Kanzlei Höcker, dass die Bild-Zeitung Woelki keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hat. - Auch gegen die Behauptung, Woelki habe vor der Ernennung des Priesters zum stellvertretenden Stadtdechanten Kenntnis von einem Schreiben der Polizei gehabt, die vor dem Einsatz des Priesters gewarnt habe, erwirkte die Kanzlei eine einstweilige Verfügung. Woelki habe dieses Schreiben nicht vorliegen gehabt.

Quelle: katholisch.de


2.6.2021 Die Kanzlei Gercke Wollschläger weist die Kritik des Strafrechtsprofessors Jörg Scheinfeld, seiner Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Gade und des Essener Rechtsanwalts Christian Roßmüller zurück, sie hätten die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zur Geschäftsherrenhaftung nicht bzw. nur selektiv berücksichtigt. Dies sei "schlicht falsch". Den Vorwurf, das Gutachten sei ein Gefälligkeitsgutachten, hält die Kanzlei für "geradezu absurd". So sehe der emeritiere Münchner Strafrechtsprofessor Heinz Schöch im strafrechtlichen Teil des Gutachtens "durchweg richtige Ergebnisse". Die rechtliche Prüfung der Pflichtverletzungen entspreche "allen wissenschaftl,ichen Anforderungen".

Quelle: katholisch.de


*2.6.2021 Der Strafrechtsprofessor Jörg Scheinfeld, seine Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Gade und der Essener Rechtsanwalt Christian Roßmüller sehen ihn dem Gercke-Gutachten "schwere Mängel" und sagen, der strafrechtliche Teil des Gutachtens weise "viele Merkmale eines Gefälligkeitsgutachtens" auf. Diese Fehler und Auslassungen wirkten sich zugunsten der kirchlichen Verantwortungsträger aus. Die Rechtsexperten haben Zweifel an der Objektivität der Gutachter. Sie stellen fest, dass Gercke und sein Team die aktuelle Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes nur selektiv herangezogen hätten. Im weltlichen Strafrecht müssen Manager haften (Geschäftsherrenhaftung), wenn sie von Straftaten ihrer Mitarbeitenden erfahren und nicht dagegen vorgehen. Komme es zu weiteren Taten, machen sich die Vorgesetzten wegen Beihilfe durch Unterlassen strafbar. In der kath. Kirche sind die Bischöfe die Vorgesetzten. Wenn z.B. ein Täter nach einer Versetzung übergriffig wird und sich der Betroffene suizidiert, kann einem Bischof fahrlässige Tötung vorgeworfen werden. Das WS-Gutachten berücksichtigt solche Delikte, der Gercke-Report blendet sie aus.-

Quellen: katholisch.de  Zeit: Juristischer Nebel

Zur Erinnerung: 30.10.2020 Das Erzbistum Köln beschäftigt mit den Gutachten mindestens sechs Kanzleien und zwei Juraprofessoren. Es sind die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, die Kanzlei Gercke-Wollschläger (mit fünf Mitarbeiter*innen), die Kanzleien Höcker, Redeker, Raue und Romatka. Die Juraprofessoren sind Prof. Dr. Franz Streng und Prof. Dr. Matthias Jahn. Quelle: juve.de


1.6.2021 Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) fordert eine Überarbeitung des kirchlichen Prozessrechts. Die Reform des kirchlichen Strafrechts führe zu besseren rechtsstaatlichen Standards in der katholischen Kirche; es brauche jedoch Öffentlichkeit in Prozessen zumindest für Medienvertreter*innen und eine transparente Dokumentation der Entscheidungen und ihrer Gründe. Schon jetzt könnten die Bischöfe in Deutschland mehr Transparenz in ihren Gerichten ermöglichen. Joachim Frank, Vorsitzender der GKP, fordert die Bischöfe in Deutschland auf, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Quelle: katholisch.de


1.6.2021 Florian Breitmeier kommentiert die Apostolische Konstitution "Pascite gregem Dei". Kleriker urteilen weiterhin über Kleriker und Betroffene sind immer noch nicht als Nebenkläger*innen zugelassen. Akteneinsicht ist Betroffenen weiterhin nicht möglich.

Quelle: Tagesschau


1.6.2021 Der Catholic Women's Council bewertet die Überarbeitungen des CIC als längst überfällig. Sie weisen jedoch darauf hin, "dass das Streben der Frauen nach der Ordination nichts anderes ist als ein Streben nach der Anerkennung der Gleichheit und Würde der Frauen auf Augenhöhe mit den Männern in der Kirche". Der Vatikan betrachtet es jedoch als ein Vergehen, das die Exkommunikation nach sich zieht. Diese Kriminalisierung sei "beklagenswert, inakzeptabel und verletzend für Frauen. Sie untergrabe die Würde der Frauen." Es werde Zeit, "dass wir aus einer Kultur der männlichen Überlegenheit ausbrechen und zur Gleichberechtigung zurückkehren, die Jesus für Frauen geschaffen hat, als er sie in seinen Dienst einbezog."

Quelle: kath.ch


1.6.2021 Die Apostolische Konstitution "Pascite gregem Dei" regelt das Buch VI des CIC neu. Ausgeweitet wird das Strafrecht auch auf Laien; die bislang "schwerwiegenden Straftaten" und die Wirtschaftsstraftaten werden in das CIC übernommen. Der Würzb urger Kirchenrechtler Heribert Hallermann kommentiert die Neufassung. Papst Fraziskus betont: "Die Nachlässigkeit eines Hirten, wenn es darum geht, das Strafrecht anzuwenden, macht deutlich, dass er seine Aufgabe nicht recht und treu ausübt."

Quelle: katholisch.de


1.6.2021 Heute ab 10 Uhr Livestream: Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veranstaltet in Kooperation mit dem Schwulen Museum Berlin ein digitales Symposium zu Programmatik und Wirken pädosexueller Netzwerke.

Quelle: aufarbeitungskommission


31.5.2021 Vor dem Landgericht Münster hat ein Prozess wegen zum Teil schweren sexuellen Missbrauchs eines Fünfjährigen in mehr als 20 Fällen begonnen. Die Taten liegen vier Jahre zurück. Der Beschuldigte blieb auf freiem Fuß. Das Landgericht Münster riet von einer Therapie ab, um eine mögliche Zeugenaussage nicht zu beeinflussen.

Quelle: www1.wdr.de


31.5.2021 Bernhard Sven Anuth, Kirchenrechtler in Tübingen, schätzt die Lage im Erzbistum Köln im Gespräch mit Christiane Florin ein und korrigiert Berichte, dass Kardinal Woelki in seiner Vollmacht eingeschränkt sei. Woelki müsse lediglich vollumfänglich mit den Visitatoren zusammenarbeiten.

Quelle: DLF


31.5.2021 Bischof Hans van den Hende und Anders Kardinal Arborelius werden am nächsten Sonntag oder Montag als Visitatoren ins Erzbistum Köln kommen. Die Ergebnisse der Visitation werden ausschließlich dem Papst mitgeteilt, nicht der Öffentlichkeit.

In der Zeit vom 1.6.2021 beschreiben Raoul Löbbert, Georg Löwisch und Reinhard Wolff die beiden Visitatoren.

Quelle: www1.wdr.de


31.5.2021 Joachim Frank hofft, dass die apostolischen Visitatoren im Erzbistum Köln erkennen, dass die "Krise im Erzbistum auch eine Krise der Leitung ist." Und er stellt fest, dass die "wichtigen Hinweise" von außen durch die Visitatoren, was bei der Aufarbeitung "schief gelaufen" ist, dem Kardinal seit Monaten gegeben werden: von Betroffenen sexualisierter Gewalt und von vielen anderen Menschen aus dem Erzbistum - dass sie aber den Kardinal nicht erreichen.

Quelle: katholisch.de


30.5.2021 Kardinal Woelki beabsichtigt nach Angaben des Kölner Stadtanzeigers, die Leitung des Bonner Priesterseminars auszutauschen: der bisherige Leiter (Regens), Pater Romano Christen, soll durch Pfarrer Regamy Thillainathan ersetzt werden. Dieser leitet derzeit die Diözesanstelle "Berufe der Kirche". Christens Stellvertreter Tobias Hopmann soll dem Bericht zufolge durch den bisherigen Studienbegleiter Markus Söhnlein ersetzt werden. Die Stelle von Pfarrer Axel Hammes, der als Spiritual für die geistliche Begleitung der Studenten verantwortlich war, solle Pfarrer Ralf Neukirchen übernehmen, der bisher in Köln-Chorweiler tätig ist. Bislang hat das Erzbistum nicht Stellung bezogen zu den Nachrichten. Inzwischen (31.5.2021) ist die Nachricht bestätigt.

Quelle: katholisch.de 


30.5.2021 Ob Kardinal Woelki am 9. Juni zur Firmung nach Düsseldorf kommt, ist immer noch unklar. Fest steht, dass viele Katholiken in diesen Tagen emotional zerrissen sind - die Basis ist gespalten.-

Quelle: www1.wdr.de


30.5.2021 Gegen einen 2007 verstorbenen Priester des Bistums Münster gibt es den Vorwurf grenzverletzenden sexualisierten Verhaltens. Ein Betroffener hat sich über die Historikerkommission der Universität Münster an den Ingterventionsbeauftragten, Peter Frings, gewandt. Der Betroffene berichtet, dass er von anderen Betroffenen weiß. Tätig war der Beschuldigte in ua. in Goch, St. Maria Magdalena (1950), Gescher (1951-1958?), Rheine, Herz Jesu (1958; Rheine, St. Konrad (1962-1983 ?), Kooperator in Gronau, St. Agatha (1983). Er wurde 1984 emeritiert.

Quelle: bistum-muenster


29.5.2021 Weitere Einschätzungen und Reaktionen auf die Apostolische Visitation im Erzbistum Köln: Domradio   Deutschlandfunk   Annette Zoch/Süddeutsche   Lucas Wiegelmann   Joachim Frank (ab min.7)  dw


29.5.2021 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, schätzt die Situation von Kardinal Woelki angesichts der apostolischen Visitation ein.

Quelle: www1.wdr.de


29.5.2021 Seit 1.1.2021 können Missbrauchsopfer der katholischen Kirche Anträge auf Anerkennung des Leids stellen. Bislang hat die zuständige Kommission 120 der 1040 Anträge bearbeitet. Jens Windel vom Betroffenenbeirat der DBK sieht große Mängel bei dem versprochenen zügigen Verfahren ("Note sechs"). Michael S., ein Betroffener aus dem Erzbistum Paderborn, wartet seit Januar auf die Bearbeitung seines Antrages. Er berichtet, dass jeder Tag, jeder Anruf bei der Kommission oder im Erzbistum ihn spüren lasse, dass er Opfer ist. Jens Windel hört eher, dass Betroffene über die Höhe der Anerkennungszahlungen enttäuscht sind. Opfervereine vermissen Transparenz und echte Dialoge. Sie wollen, dass der Staat mit einer Wahrheitskommission eingreift.-

Quelle: www1.wdr.de


28.5.2021 Kardinal Woelki hat zwei Stunden mit gut 40 Mitgliedern der Düsseldorfer  Kirchengemeinde St. Margareta gesprochen. In dieser Gemeinde haben zwei Missbrauchstäter als Priester gearbeitet. Anschließend äußerte sich einer der Teilnehmer, Peter Barzel, Mitinitiator und Unterzeichner eines Offenen Briefs, enttäuscht über das Auftreten Woelkis. Er spüre das geäußerte Mitgefühl Woelkis nicht. Einen Rücktritt lehnte Woelki ab. Mehr als 100 Gemeindemitglieder empfingen den Kardinal mit einer "roten Karte".

Quelle: sueddeutsche.de


27.5.2021 Johanna Beck, Mitglied des ZdK und des Betroffenenbeirats der DBK, stellt fest, dass es in der Kirche noch immer an der Sensibilität für das Thema Missbrauch mangelt. Sie weist auch auf die hochproblematische Dichotomie von zwei Frauenbildern hin: das Idealbild der dienenden Maria und das Bild der 'normalen Frau' als Sünderin, das sich optimal für Täter-Opfer-Umkehr-Strategien eigne. Hoffnung mache ihr u.a., dass das Schweigen zunehmend gebrochen werde und die zunehmende Vernetzung unter den Frauen, der aufkeimende pastorale Ungehorsam. Beck beobachtet eine "Dynamik, die vieles in Rollen bringen könnte, vielleicht sogar unerwarteter und schneller als gedacht".

Quelle: feinschwarz.net


27.5.2021 Buch-Hinweis: Hans-Joachim Sander: Anders glauben, nicht trotzdem. Sexueller Missbrauch der katholischen Kirche und die theologischen Folgen, Grünewald- Vlg, 2021: "Bisher ist nur klar, was nicht länger geglaubt werden kann: die systemische Unschuld der katholischen Kirche, wem nicht mehr geglaubt werden kann: ihren vertuschenden Entscheidungsträgern, und wie nicht weiter geglaubt werden kann: mit dem schönen Schein eines über hässlichen Missbrauch erhabenen Glaubens. Das löst Angst um die Zukunft des katholischen Glaubens aus. Kann das, was sprachlos macht, überhaupt noch umgekehrt werden? Mit Trotz? Oder mit der Einsicht, anders zu glauben als bisher?"


27.5.2021 Erneut ging eine Anzeige gegen Kardinal Woelki beim Münsteraner Bischof Genn ein. Ihm wird abermals vorgeworfen, in einem Missbrauchsfall gegen das Kirchenrecht verstoßen zu haben. Das Bistum Münster teilt mit, dass Genn die Anzeige bereits an den Vatikan weitergegeben habe. Genauere Informationen zum Inhalt der Anzeige gibt es nicht. Im Erzbistum Köln ist unbekannt, ob es sich um neue oder bereits bekannte Vorwürfe handelt. Die Vorwürfe, die Genn im Dezember 2020 über den Nuntius Eterovic an den Vatikan gemeldet hatte, sind bislang von dort nicht offiziell beantwortet worden. Lediglich hieß es im Umfeld der Kurie, der Vatikan sehe im Fall O. keine Pflichtverletzung Woelkis.

Quellen: katholisch.de  www1.wdr.de 28.5.2021


27.5.2021 Pater Klaus Mertes, SJ, erhält den "Theologischen Preis" der Salzburger Hochschulwochen. Damit wird das theologische Lebenswerk von Mertes gewürdigt.

Quelle: kath.ch


26.5.2021 Jörg Fegert sagt, der alltägliche sexuelle Missbrauch sei der eigentliche Skandal. Notwendig sei endlich ein wirksames Monitoring, um „zu sehen, ob wir hier über die Jahre durch die Präventionsarbeit vorwärtskommen.“ In Lockdown-Zeiten gingen die Meldungen zurück, weil die Kinder keinen Kontakt zu Lehrer*innen und Erzieher*innen hatten.

Quelle: zdf


26.5.2021 Die Jesuitenkongregation in Chile räumt ein, dass zwischen 2005 und 2020 mindestens vierundsechzig Menschen Opfer von sexuellem Missbrauch – davon vierunddreißig Minderjährige – durch elf ihrer Kleriker geworden sind.Der Orden ermittelt selbst. Fünf Jesuiten wird „sexueller Missbrauch“ und „Manipulation des Gewissens“ an dreißig Erwachsenen vorgeworfen. Der ehemalige Gemeindeleiter Renato Poblete hat seit 1960 vier Jahrzehnte lang vier Minderjährige und neunzehn Erwachsene sexuell missbraucht. 2019 ging die erste Beschwerde gegen den 2010 Verstorbenen ein. Poblete arbeitete zwanzig Jahre als Kaplan in der Stiftung "Hogar de Cristo" zur Unterstützung der Armen. Seit 2018 arbeiten die Jesuiten in Chile mit der Justiz zusammen. Von den ursprünglich 17, dann noch elf beschuldigten Priestern sind fünf verstorben, drei sind aus dem Orden ausgetreten, drei weitere stehen unter Aufsicht.

Quelle: latina-press

Kommentar: In dieser Jesuiten-Community war sexueller (und geistlicher) Missbrauch Erwachsener nahezu gleich häufig verbreitet wie der Missbrauch Minderjähriger. Das zeigt noch einmal die Notwendigkeit, (Macht-)Missbrauch gegenüber Erwachsenen zu untersuchen.


26.5.2021 Die Evangelische Landeskirche Bayern bereut, dass sie sich nicht früher von dem Pädophilie-Befürworter und Sozialpädagogen Helmut Kentler distanziert hat. Das berichten der Landeskirchenrat und der Landessynodalausschuss. Kentler war von 1962 bis 1965 pädagogischer Referent des Studienzentrums für evangelische Jugendarbeit in Josefstal am Schliersee. Er befürwortete eine aufgeklärte Sexualpädagogik, setzte sich jedoch zugleich für die Legalisierung von Pädosexualität ein. Kentler war über drei Jahrzehnte Zentrum eines Netzwerkes "quer durch die wissenschaftlichen pädagogischen Einrichtungen" in Berlin. In Berlin vermittelte die Kinder- und Jugendhilfe systematisch Pflegekinder an Pflegeväter mit pädosexuellen Neigungen. Das Land Berlin will nun bundesweit die Arbeit Kentlers durch die Universität Hildesheim untersuchen lassen. Auch das Studienzentrum Josefstal untersucht Kentlers Einfluss auf die Theorie evangelischer Jugendarbeit. Die Evangelische Landeskirche Bayern wird sich an der Untersuchung beteiligen. Das Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit ruft Betroffene auf, sich an die Ansprechstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu wenden.

Quelle: br


26.5.2021 Pater Hans Zollner warnt vor einem Verzeihen von Missbrauchstaten, das ohne die Gerechtigkeit für Betroffene auskommen will. Er erinnert an die katholische Bußpraxis, in der ehrliche und tiefe Reue, ein klares Sündenbekenntnis und eine angemessene Wiedergutmachtung Voraussetzung für Vergebung in der Beichte sind. Da Kernpädophilie nicht heilbar ist, die Rückfallquote bei 50 % liege, und wenn Täter sich selbst als Opfer oder Verführte sehen, sei es notwendig zur Verhinderung weiterer Missbrauchstaten, die Täter wegzusperren und zu überwachen.

Quellen: domradio   Podcast Würde.Leben Folge 7


26.5.2021 Von den 15 Stadt- und Kreisdechanten des Erzbistums Köln haben 14 von ihnen Kardinal Woelki und den Generalvikar Markus Hofmann aufgefordert, "persönliche Konsequenzen" wegen der sich zuspitzenden Krise im Erzbistum Köln gefordert. Woelki hat daraufhin den Dechanten ein Gespräch angeboten.

Quelle: Ruhrnachrichten


26.5.2021 Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet bei den Gewaltdarstellungen an Kindern einen Anstieg um 53 Prozent. 2020 gab es 18.761 Ermittlungen (2019: 12.262 Ermittlungen). Hinweise erhält das BKA meistens aus den USA. Auch die Zahl der Missbrauchsfälle ist von auf 16.921 Fälle gestiegen (2019: 15.936 Fälle). Die Zahlen stammen aus der sog. Ausgangsstatistik, sie spiegeln den Abschluss der Ermittlungen, nicht den Zeitpunkt der Tat(en).Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung nannte die Zahlen "unerträglich".

Quellen: taz   beauftragter-missbrauch


25.5.2021  Christoph Fleischmann schaut unter dem Titel "Wenn Verletzte stören" auf das Scheitern des Betroffenenbeirates der EKD und die Einrichtung von Betroffenenbeiräten in den katholischen Bistümern. Sein Fazit: Den Kirchen fällt es schwer, Betroffene sexualisierter Gewalt als Experten und Gegenüber ernst zu nehmen.

Quelle: Eckiger Tisch


25.5.2021 Ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden ist vorläufig des Dienstes enthoben worden. Ihm wird sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses vorgeworfen.

Quelle: BR


25.5.2021 Der Psychiater Josef Aldenhoff erklärt, woran man Missbrauch in der Kindheit erkennt, warum Täter sich nicht schämen und wieso Männer eine Menge Erziehung brauchen, um gute Menschen zu sein.-

Quelle: Süddeutsche


23.5.2021 Die katholische Pfarrgemeinde St. Margareta in Düsseldorf bittet Kardinal Woelki, nicht - wie vorgesehen - zur Firmung in die Pfarrei zu kommen. In dieser Pfarrei waren die mutmaßlichen/tatsächlichen Priestertäter D. und O. tätig. Die Gemeinde hat das Vertrauen in den Erzbischof von Köln verloren.

Quelle: ksta.de


22.5.2021 Ein Fall von sexueller Belästigung im Bistum Limburg wirft die Frage auf: Wie ernst nimmt es Bischof Georg Bätzing mit der Aufarbeitung?-

Quelle: taz.de


21.5.2021 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover hat ein Disziplinarverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe eröffnet. Zudem sei Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Weitere Details zu dem Verfahren könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt gegeben werden. Sobald sich ein neuer Stand ergebe, werde die EKD die Öffentlichkeit informieren. Ansonsten verweist die EKD auf die "anlaufstelle help/", an die Betroffene sich wenden können.

Quelle: NDR

 

 


21.5.2021 Doris Reisinger beschreibt das Leben der irischen Ordensfrau und Ärztin Maura O’Donohue, die sich weltweit gegen Machtmissbrauch von Priestern engagiert hat. Mit Disziplin und Feingefühl half sie Betroffenen.

Quelle: zeit.de


21.5.2021 Das Bistum Trier arbeitet mit der Beratungsstelle Phoenix in Saarbrücken zusammen. Phoenix gehört zum AWO Landesverband Saarland und steht in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu einem katholischen Rechtsträger.

Quelle: Bistum Trier


21.5.2021 Unter 1.000 befragten Katholik*innen vertrauen 30 Prozent ihrer Kirche "sehr" oder zumindest "eher". 56,5 % halten sie für weniger oder gar nicht vertrauenswürdig. Das ergab eine Analyse des Meinungsforschungsinsitutes Civey im Auftrag des Spiegels.

Quelle: katholisch.de


21.5.2021 Das Preseminario Pio X. soll auf Anweisung des Papstes aus dem Vatikanstaat hinaus  in ein transparenteres Umfeld verlegt werden. Derzeit findet ein Prozess wegen mutmaßlichem Missbrauch in dem Jungenseminar statt. Ein damaliger Obermessdiener und heutiger kath. Priester soll zwischen 2006 und 2012 andere Jungen schikaniert, sexuell belästigt und missbraucht haben. Dem früheren Rektor des Seminars wird der Schutz des mutmaßlichen Täters vorgeworfen. Zudem soll er die spätere Weihe des Beschuldigten gefördert und Ermittlungen behindert haben.

Quelle: katholisch.de


20.5.2021 Argentinische Frauen werfen dem Opus Dei vor, sie in den 1980er 2000er Jahren als Hausangestellte ohne Bezahlung beschäftigt zu haben. Die 43 Frauen sind heute zwischen 40 und 60 Jahre alt.  Das Opus Dei bestätigte, dass es bereits von einem Anwalt kontaktiert worden sei. Die Fälle jedoch seien sehr differenziert zu betrachten.

Quelle: Domradio.de


20.5.2021 Gegen den früheren Erzbischof von Newark, Peter Gerety, der 2016 mit 104 Jahren starb,  gibt es einen Missbrauchsvorwurf. Er soll in den 1970er Haren ein fünfjähiges Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben. Das Erzbistum Newark äußert sich derzeit nicht. Sein Nachfolger in Newark wurde 1984 Theodore McCarrick, der wegen Missbrauchs in den Laienstand versetzt wurde.

Quelle: katholisch.de


20.5.2021 In Mexiko laufen Prozesse, um Netzwerke des Vertuschens aufzudekcen, die den Gründer der Legionäre, Marcial Maciel Degollado geschützt hatten. Dies berichtet der dortige Papstbotschafter Erzbischof Franco Coppola. Seit 2010 wurden in Mexiko insgesamt 271 Kirchenvertreter des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt. 103 Untersuchungen sind abgeschlossen, 123 Fälle laufen noch. In 45 Fällen erfolgte keine Suspendierung des Täters.

Quelle: Domradio


19.5.2021 Im neuesten Bericht der Legionäre Christi ist von 170 Minderjährigen die Rede, die von Priestern der Legionäre Christi sexuell missbraucht wurden. 27 Kleriker wurden von 1941 bis heute beschuldigt. Drei der Täter starben ohne Prozess, zwei wurden verurteilt, 22 nicht vor Gericht gestellt. 16 der 27 Täter sind nach wie vor Priester. Alle Fälle seien der Glaubenskongregation gemeldet worden. Im Jahr 2020 kamen sechs neue Fälle dazu, die sich zwischen 1970 und 2013 ereignet haben sollen.

Quelle: 0abusos.org


19.5.2021 Kardinal Woelki erklärt, was sich im Erzbistum Köln nach dem Gercke-Gutachten ändern wird. Der Interviewer fragt : "Die persönlichste Forderung ist ja die nach einem Rücktritt. Sie sollen moralische Verantwortung für Ihr Versagen in der Zeit als Erzbischof übernehmen. Warum sind Sie dieser Forderung noch nicht nachgekommen?" Der Kardinal antwortet: "Natürlich mache ich mir darüber viele Gedanken und bin darüber auch im Gespräch mit den Betroffenen, um die es ja in erster Linie geht." Kardinal Woelki möchte die Wahrheit ans Licht bringen, sagt er. Der Interviewer stellt fest, dass ihm das nicht geglaubt werde und fragt, wie er sich das erkläre. Woelki anwortet: "Sehen Sie, was hier wieder Verhängnisvolles passiert? Eine Konzentration auf eine Perspektive, eine Engführung. Die Betroffenen geraten aus dem Blickfeld. Was brauchen sie, damit sie mit der Hypothek, die wir auf sie geladen haben, besser leben können? Die Täter geraten aus dem Blickfeld. Was müssen wir tun, damit solche Leute erst gar keine Gelegenheit bekommen. bei uns ihr Unwesen zu treiben? Die Strukturen, die Missbrauch begünstigt haben, geraten aus dem Blickfeld."

Quelle: Domradio

Kommentar: Ich werde nicht wirklich schlau aus diesem Interview. Sind nun die Betroffenen, mit denen der Kardinal spricht, verantwortlich dafür, dass er nicht zurücktritt?


19.5.2021 Gegen Christopher Saunders, Bischof von Broome in Australien, gab es Missbrauchsvorwürfe von zwei jungen Männern. Die Staatsanwaltschaft hat keine Anhaltspunkte gefunden. Kirchlich ermittelt der Vatikan gegen Saunders wegen seines Umgangs mit Mitbrauchsvorwürfen gegen Priester aus dem Bistum Broome. Ergebnisse werden Ende Mai erwartet. Saunders wurde im November 2020 vom Vatikan in eine Auszeit geschickt.

Quelle: katholisch.de


18.5.2021 Johannes Heibel, Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V., hatte am 17.5.2021 ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing. Thema des Gespräches war die Frage, ob die katholische Kirche neben sexueller Gewalt gegen Minderjährige und erwachsene Schutzbefohlene auch über körperliche und psychische Gewalt von Klerikern gegenüber Minderjährigen anschauen will. Bischof Bätzing sagte, körperliche Gewalt an Kindern sei in der Vergangenheit noch kein Straftatbestand gewesen, daher habe die Kirche entschieden, diese Gewaltform nicht aufzuarbeiten und nicht anzuerkennen. Und: "Ich weiß gar nicht,was ich Ihnen darauf antworten soll? Und wenn ich das tue, weiß ich nicht, ob Ihnen das gefallen würde." Der Bischof bat Heibel, nicht so einen Druck zu machen.

Quelle: Presseerklärung der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.


18.5.2021 Das Erzbistum Köln weist Vertuschungsvorwürfe der Bild-Zeitung zurück. Die Zeitung hatte u.a. den Fall des Priesters, der von Erzbischöf Woelki zum stellvertretenden Dechanten ernannt worden war, angeführt. Zum Zeitpunkt der Ernennung 20017 sei lediglich ein nicht strafbarer "Vorfall" aus dem Jahr 2001 bekannt und belegt gewesen, dem Priester sei jedoch uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge durch ein psychologisches Gutachten bescheinigt worden. Erst Ende 2020 hätte es neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf aus dem Jahr 1995 gegeben. Im Gercke-Gutachten wird dem Erzbistum keine Pflichtverletzung bescheinigt, jedoch im WSW-Gutachten.-

Quelle: katholisch.de


18.5.2021 Angesichts der Schwierigkeiten bei der Einbindung von Betroffenenbeiräten in beiden Großkirchen empfiehlt der Jesuit Mertes eine vollständig unabhängige, ohne kirchliche Beteiligung eingerichtete Aufarbeitungskommission. Parallel dazu müssten Betroffene dabei unterstützt werden, sich selbst zu organisieren, um so den Kirchen und der unabhängigen Aufarbeitungskommission "gegenüberzutreten". Beim derzeitigen Konzept der Betroffenenbeiräte sieht Mertes die Gefahr der Instrumentalisierung.

Quellen: feinschwarz   katholisch.de


17.5.2021 Annette Zoch kommentiert die Äußerung von Bischof Ackermann über die "Aktivisten", die seiner Ansicht nach nicht mehrheitlich in Betroffenenbeiräten sein sollen: "Seine Aussage und die De-facto-Auflösung des Beirats durch die EKD gegen den Willen der Mehrheit der Betroffenen zeigen, dass das Konzept der Beiräte in ihrer bisherigen Form unter dem Dach der Kirchen problematisch ist. ...Die Kirchen müssen die Aufarbeitung aus der Hand geben. Sie können es nicht alleine. Es ist Zeit für eine unabhängige Wahrheitskommission.

Quelle: Süddeutsche


17.5.2021 Missbit, Initiative für Missbrauchsopfer im Bistum Trier, fordert Bischof Ackermann zum Rücktritt auf, nachdem er beim ÖKT gesagt hatte, es sei wenig hilfreich, wenn Betroffenenbeiräte mehrheitlich mit "Aktivisten" besetzt seien. Damit habe Bischof Ackermann sich für seine Ämter disqualifiziert, sagt Missbit.

Quelle: sr.de


17.5.2021 Die katholischen Orden Deutschlands haben sich mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, auf Standards geeinigt, wie die Missbrauchsfälle in Ordensschulen, -heimen und -internaten aufzuarbeiten sind. Die Aufarbeitung orientiert sich an den Standards, die die katholischen Bischöfe mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung vereinbart haben, schaut aber auf die speziellen Strukturen und Rahmenbedingungen der Orden. Der einzurichtende "Ausschuss unabhängige Aufarbeitung" soll als gemeinsames Dach über den geplanten Aufarbeitungsprojekten der einzelnen Ordensgemeinschaften Struktur dienen. Matthias Katsch erinnert daran, dass eine solche übergeordnete Struktur bei den Bistümern nicht erreichbar war. Eine Umfrage unter den dt. Orden ergab, dass sich gegen 654 Ordensmitglieder Vorwürfe richteten, die mindestens 1.412 Minderjährige und Schutzbefohlene betrafen.

Quelle: katholisch.de  sueddeutsche.de


16.5.2021 Die Stimmen, die eine kirchenunabhängige Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD fordern, mehren sich. Nach Einschätzung von Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs, können die Kirchen die Aufarbeitung nicht alleine bewältigen. Katrin Göring-Eckardt, Synodenmitglied der EKD und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, plädiert für die Berufung eines unabhängigen Beauftragten.

Quelle: domradio


16.5.2021 Bischof Ackermann bedauert seinen Ausdruck "Aktivisten", von denen er nicht will, dass sie die Betroffenenbeiräte dominieren. Die Theologin Doris Reisinger hatte die Aussage von Bischof Ackermann als skandalös bezeichnet: "Zur Erinnerung: Die Bischöfe tragen die institutionelle Verantwortung für die Gewalt, die die Betroffenen als Kinder erlitten haben. Die Bischöfe stehen in der Schuld der Betroffenen, nicht umgekehrt."

Quelle: katholisch.de


16.5.2021 Doris Reisinger berichtet von Thomas Doyle als einem "Helden der ersten Stunde": "Heute ist Thomas Doyle 76 Jahre alt. Auch wenn einzelne Bischöfe sich geändert und richtig gehandelt hätten, verhalte sich die Hierarchie im Großen und Ganzen 'heute genauso wie 1985', resümiert Doyle nach über 36 Jahren. Es gehe um weit mehr als eine Krise: Dass Gewalt gegen Kinder routinemäßig in Kauf genommen worden sei, offenbare eine sehr dunkle Seite der institutionellen Kirche. Die werde von den Bischöfen nicht in Ordnung gebracht, 'weil sie es nicht können'. Enden wird das alles erst, 'wenn sich das System, das es geschaffen und aufrechterhalten hat, radikal ändert'".

Quelle: Zeit.de


16.5.2021 Kerstin Claus überlegt, wie die Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD funktionieren könnte.

Quelle: 1.wdr.de  ab min. 19


 16.5.2021 ÖKT-Podium mit dem Thema: Wie glaubwürdig sind die Kirchen? Mit Dr. Christiane Florin, Katrin Göring-Eckardt, Wolfgang Rösch, Generalvikar des Bistums Limburg,
Ulrike Scherf, stellv. Kirchenpräsidentin der Ev. Kirche in Hessen und Nassau. An einer Stelle sagt der Generalvikar: "
Wir merken momentan, wie viele Meldungen über Missbrauch aus Jugendarbeit, aus Kindergärten, aus familiärem Zusammenhang und aus Seelsorgezusammenhang kommen. Vor zehn Jahren hätte sich niemand getraut, das zu melden." (ca Minute 48).


15.5.2021 Philipp Greifenstein betrachtet die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in beiden Großkirchen. Sein Fazit: "Die Evangelische Kirche muss jetzt mit Aufklärung, Aufarbeitung und Prävention des sexuellen Missbrauchs ernst machen, sonst steht ihr eine Krisen-Dekade bevor, wie sie die Katholiken gerade hinter sich gebracht haben – und es wird immer so weiter gehen."

Quelle: eulemagazin

Kommentar: Ich bezweifle, dass die katholische Kirche die Krisendekade hinter sich hat. Auch sie wird sich von Skandal zu Skandal weiterschleppen, solange, bis die Verantwortlichen in den Betroffenen ihre Geschwister sehen lernen, die unter die Räuber gefallen sind.


15.5.2021 Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hält die Berufung eines unabhängigen Beauftragten für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche für unabdingbar. Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf sagt, das Thema Missbrauch müsse ernst genommen werden. Der Generalvikar des katholischen Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, berichtet, dass ihm erst durch die Begegnung mit Betroffenen die Augen geöffnet wurden und "wir" [wer genau?] hätten die Erschütterung gebraucht. Christiane Florin kommentiert, dass sie dann erwarte, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Die Kirchen könnten ihre Verfehlungen nicht selbst aufarbeiten, sagte sie und erinnerte daran, dass der damalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Zollitsch, 2010 von Einzelfällen gesprochen habe, obwohl jeder in Personalverantwortung gewusst habe, dass es viele sind und dass es "akut" ist.

Quelle: evangelisch.de


15.5.2021 Eine Stunde zu Kirche und Macht - u.a. mit Katharina Kracht, Johanna Beck und Dr. Barbara Haslbeck.


15.5.2021 Papst Franziskus prangert Vertuschung von Missbrauch und Gewalt gegen Kinder als "psyychologischen Mord" an und konstatiert, dass auch in der katholischen Kirche immer noch vertuscht wird. Er mahnte, gegen die alte Gewohnheit des Verschleierns anzukämpfen.

Quelle: katholisch.de


15.5.2021 Auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag hatten zwei Betroffene sieben Minuten Zeit. Katharina Kracht, die dem aufgelösten Betroffenenbeirat der EKD angehörte, sprach drei Minuten. Sie kritisierte die Auflösung des Betroffenenbeirates und die Pressemitteilung der EKD, die voller Halbwahrheiten gewesen sei. Kracht nannte das Vorgehen der EKD "ein gutes Beispiel für Machtmissbrauch". Sie forderte die evangelische Kirche auf, ihre Deutungshoheit in Frage zu stellen. - Johanna Beck vom Betroffenenbeirat der DBK sagte, dass die Missbrauchs- und Vertuschungsgeschehen der Vergangenheit schonungslos ans Licht gebracht und aufgearbeitet werden müssen und Täter und Vertuscher benannt und belangt werden müssen. Betroffene müssten für all das erlittene Leid angemessen entschädigt werden. Die Kirche müsse aus ihren Fehlern lernen und alles daran setzten, dass die Kirche in Zukunft wieder ein besserer und sichererer Ort für die ihr anvertrauten Kinder, Jugendliche und Erwachsene wird.

Quellen: Die Eule   katholisch.de  Videos vom 3. ÖKT   evangelisch.de


15.5.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, erwartet von den Betroffenenbeiräten, dass sie die Kirche beraten sollen und nicht immer als Aktivisten Gegenüber zu sein, wie das z.B. Matthias Katsch ist, der Mitglied im Betroffenenbeirat des UBSKM ist. Bischof Ackermann betont, dass die Rolle der Betroffenenbeiräte nicht sein dürfe, kompromisslos die Fehler aufzudecken und zu keiner Kooperation bereit zu werden und immer den Finger in die Wunde zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun. - Auch Bischof Christoph Meyns, Braunschweig, Sprecher des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD mahnte eine Rollenklarheit bei Betroffenenvertretern an: "Hier gibt es Rollenvorstellungen, die mit dem Mandat der EKD für einen Beirat die Rolle sprengen würden." Der Beirat könne als Einrichtung des Rates der EKD nicht unabhängig sein, sagte Bischof Meyns. Quelle: katholisch.de

 Kommentar: Es ist gemeinhin die Aufgabe von Prophet*innen, kompromisslos die Fehler aufzudecken, nicht mit den Ausbeutern zu kooperieren, den Finger in die Wunden zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun.


14.5.2021 Der Vatikan plant eine Veränderung der Strafbestimmungen des can. 1395 CIC. Künftig sollen Verbrechen zu Lasten Minderjähriger nicht mehr als Zölibatsverstöße gewertet werden, sondern als 'Verbrechen gegen das Leben, die Würde und die Freiheit von Menschen'.  Die Reform des kirchlichen Strafrechts wurde von der Bischofskonferenz von England und Wales angeregt, nachdem im November 2020 der Bericht der Regierungskommission zur Untersuchung von sexuellem Kindesmissbrauch (IICSA-Report) veröffentlicht wurde. Quelle: katholisch.de


14.5.2021 Missbrauchsbetroffene des Bonner Aloisius-Kollegs stellen fest, dass die Kritik des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung an der mangelnden katholischen Aufarbeitung auch für das Aloisius-Kolleg in Bonn gilt. Sie sprechen von fragwürdigen Schutzkonzepten, Nicht-Öffnen der Archive und mangelnder Rechenschaft des eigenen Systemversagens. Der amtierende AKO-Rektor habe dem Eckigen Tisch Bonn (ETB) gegenüber sein Desinteresse bekundet, die Aufarbeitung der Vergangenheit mit den Betroffenen zu betreiben. Die Jesuiten seien Teil des Problems, nicht der Lösung, stellen die Betroffenen des AKO fest. Quelle: eckiger-tisch-bonn.de


14.5.2021 Im Bistum Regensburg steht die Gründung einer Aufarbeitungskommission unmittelbar bevor. Bislang steht jedoch die Gründung eines Betroffenenbeirats noch aus. Sie soll eine der ersten Aufgaben der Aufarbeitungskommission sein. Das Bistum weist darauf hin, dass es die Beschlüsse der katholischen Deutschen Bischofskonferenz "bereits in den vergangenen Jahren" durchgeführt habe. Es habe zwei Studien bei den Regensburger Domspatzen gemacht und Betroffene an der Diskussion über die Höhe der Anerkennunszahlungen beteiligt. Quelle: evangelisch.de


14.5.2021 Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, will gemeinsam mit Betroffenen schnell neue Wege der Betroffenenbeteiligung finden. Quelle: evangelisch.de


14.5.2021 Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Seelsorge müssten auch gegenüber Erwachsenen verhindert und konsequenter aufgearbeitet werden, fordert der DBK-Betroffenenbeirat.  – und bezieht sich auf den Fall "Ellen Adler". Der Betroffenenbeirat plädiert für eine "Null-Toleranz-Linie" für sexualisierte Nähe in allen Seelsorge-Kontexten. Er kritisiert, dass die geltenden kirchenrechtlichen Vorgaben dieser Missbrauchsproblematik nicht gerecht werden. Es müsse klar sein, dass das allgemeine Strafrecht, das sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung von Beratung-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnissen sanktioniert, auch für den Seelsorgebereich Anwendung finde. Der Beirat fordert die Bischofskonferenz auf, sich für Änderungen des kirchlichen Strafverfahrens im Blick auf sexyualisierte Gewalt gegen Erwachsene in seelsorgerlichen Beziehungen einzusetzen.

Quelle: katholisch.de

Kommentar: Zur Erinnerung: Als der seelsorgerliche Kontakt 2001 zwischen dem damaligen Mainzer Weihbischof Eisenbach und einer Professorin sich zu einem sexuellen Kontakt entwickelt hatte, zeigte die Professorin den Weihbischof an. Das Gericht konnte damals keine Schutzwürdigkeit seelsorgerlicher Kontakte mit Erwachsenen - wie sie für Ärzt*innen, Lehrer*innen und Therapeut*innen selbstverständlich sind - feststellen. U.a. freute sich Kardinal Lehmann damals über das Urteil, denn Eisenbach war sein Schützling. Den Schaden für die Seelsorge sah er damals nicht.


14.5.2021 Erzbischof Koch, Erzbistum Berlin, früher Bischof von Dresden-Meissen (bis 2015), räumt mögliche Versäumnisse im Missbrauchsfall einer Frau ein. Die Frau beschuldigt einen Pallottiner-Novizen und seinen Novizenmeister der Vergewaltigung bzw. der Vertuschung.  Bischof Koch hat zwei Gespräche mit der Frau geführt. Aber erst 2020 wurde der Fall auf Anordnung des heutigen Bischofs von Dresden-Meissen, Timmerevers, untersucht. Timmerevers hat den Beschuldigten seelsorgerliche Tätigkeit im Bistum Dresden-Meissen untersagt. Das Erzbistum Freiburg, in dem die Beschuldigten leben, erlaubt ihnen Seelsorge. Erzbischof Koch hat sich - wie andere Bistümer und Orden auch - der Entscheidung von Bischof Timmerevers angeschlossen. Quellen: badische-zeitung  Tag des Herrn


14.5.2021 Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in den bayerischen Bistümern läuft zäh. Den Sonderweg des Bistums Regensburg beurteilt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung anders als das Bistum Regensburg. Quelle: augsburger-allgemeine


13.5.2021 Einige Eindrücke vom 3. Ökumenischen Kirchentag: Der Prior der Taizé-Kommunität, Frère Alois, ruft zu einer Erneuerung der Kirchen auf, hält Strukturveränderungen für unerlässlich und betont, dass wir auch eine tiefe geistliche Erneuerung brauchen. Der Missbrauch von Schutzbefohlenen in der Kirche habe viel Vertrauen zerstört: "Heilung ist nur möglich, wenn wir zugeben, was geschehen ist", und wenn die Kirchen die Stimmen der Opfer hörten. Quelle: evangelisch.de


13.5.2021 Die evangelische Kirche muss bei der Aufarbeitung des Missbrauchs in den eigenen Reihen wieder von vorne anfangen. Der Vertrauensverlust ist enorm. Den Schaden hat allein die evangelische Kirche zu verantworten, kommentiert Tilmann Kleinjung. Quelle: BR


13.5.2021 Bodo Wartke: Das System


12.5.2021 Doris Reisinger porträtiert Pater Thomas Doyle, der früh das Ausmaß des Missbrauchsskandals in den USA erfasste und schnell, akribisch und unbeirrt handelte. Quelle: eckiger-tisch.de


12.5.2021 Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt von Bischof Jan Tyrawa (72), Bistum Bydgoszcz/Bromberg, Polen, angenommen. Details gab der Vatikan nicht bekannt, sprach jedoch auch von "anderen Fehlern". Tyrawa wurden Fehler im Umgang mit mehreren Missbrauchsfällen durch Priester seines Bistums vorgeworfen. Quelle: kath.ch


12.5.2021 Die Betroffenen-Initiative Süddeutschland wirft dem Erzbistum Freiburg vor, im Fall "Ellen Adler" die Vergewaltigungs- und Vertuschungsvorwürfe nicht transparent aufzuarbeiten. Die Initiative fordert ein Seelsorgeverbot für den Ordensmann, dem die Vergewaltigung vorgeworfen wird und für den Ordensmann, der das Verbrechen gedeckt haben soll. Das Bistum Dresden-Meissen hält die Vorwürfe für plausibel, das Erzbistum Freiburg hält sie nicht für plausibel. Der zuständige Pallottiner-Orden spricht von einvernehmlichem sexuellem Kontakt. Die Betroffenen-Initiative Süddeutschland sagt, es könne nicht sein, dass in einigen Bistümern Schutz vor Gefährdern bestehe, der dann in anderen Bistümern bewusst unterlaufen werde. Wenn ein Bistum Vorwürfe als plausibel erachte, müsse dies auch bundesweit für die anderen Bistümer gelten. Zudem kritisiert die Betroffenen-Initiative, dass die Missbrauchskommission des Erzbistums Freiburg "intransparent, überfordert und keineswegs unabhängig" sei. Quelle: Domradio.de


11.5.2021 Katharina Kracht und Henning Stein, Mitglieder des Betroffenenbeirates der EKD, beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Betroffenenbeirat. Christiane Florin erklärt die Institution und beschreibt ihre Eindrücke von der Aufarbeitung in der Evangelischen Kirche.

Quelle: Zeit


11.5.2021 Regina Oediger-Spinrath, Sprecherin des Verbandes der Pastoralreferent*innen berichtet sehr offen von den Schwierigkeiten in ihrer - und der Gemeindereferent*innen - Arbeit, die sich aus der Situation im Erzbistum Köln ergeben. Quelle: Domradio


11.5.2021 Raoul Löbbert, Chefkorrespondent von Christ & Welt, konstatiert bei der Aufarbeitung in den Bistümern der katholischen Kirche einen Flickenteppich. In dem Fall eines Priesters, der von drei heutigen Bischöfen - Marx, Ackermann, Bätzing - fehlerhaft behandelt wurde, soll das Bistum Trier aufarbeiten. Wann jedoch das Ergebnis vorliegt, ob es öffentlich wird, wie es dann weiter geht, ist unklar. Zudem wurden Rücktrittsforderungen an Bischof Heße und die beiden Weihbischöfe Puff und Schwaderlapp gerichtet, die bei Marx ausblieben. Löbbert wundert sich, dass unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. Der Interviewer konstatiert, dass der "halbe deutsche Episkopat über Rücktrittsforderungen nachdenken" müsse, wenn der Maßstab wie an Heße, Puff und Schwaderlapp angelegt würde. Löbbert stimmt zu: "Die damaligen Verantwortlichen zeigten eine Mischung aus Überforderung, Schlendrian und Verleugnungshaltung und haben eklatante Fehler gemacht. Und das ist etwas, was nicht nur Marx und Heße betrifft, sondern wahrscheinlich alle, die damals Verantwortung getragen haben." Löbbert meint, es wäre besser, "den gesamten Aufarbeitungsprozess einer unabhängigen Instanz zu übergeben, einer Wahrheitskommission, wie das von Opfervertretern schon gefordert wurde." Quelle: Domradio


11.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird ausgesetzt. Er war als Gegengewicht zum Beuaftragtenrat bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der EKD berufen worden, allerdings scheinen die Aufgaben und Kompetenzen des Beirats unklar gewesen zu sein. Die im Betroffenenbeirat verbliebene Mitglieder kritisierten, dass sie nicht ausreichend und rechtzeitig über Sachverhalte informiert wurden. Zudem seien die Anforderungen "weit über das Maß eines üblichen Ehrenamts hinausgegangen." Bislang gebe es keine grundlegenden Standards für die Betroffenenbeteiligung und es fehle an Transparenz. Bischof Meyns bietet den Mitgliedern des Beirates an, sich in einer Zwischenzeit  als Einzelpersonen an bestimmten Prozessen zu beteiligen. Katharina Kracht kritisiert, dass sich die Betroffenen dann nicht untereinander austauschen können. 

Nach Ansicht von Florian Breitmeier scheint es viele Unklarheiten zu geben: Was soll das Gremium leisten? Ist es ein politisches Geemium, das die Interessen Betroffener in klarer Abgrenzung zur EKD vertritt oder ist es ein Gremium, das stärker auf Kooperation setzt? Auch die Kontrollfunktionen sind unklar. Gibt es Stimmrecht in den EKD-Geremien? Hat der Betroffenenbeirat ein robustes Mandat? Quellen: NDR   NDR   Zeit  katholisch.de  kathpress.at


11.5.2021 Mehrere Opfervertreter - Katharina Kracht, Henning Stein und Detlev Zander - kritisieren die Auflösung des Betroffenenbeirates der EKD, über die sie nicht informiert wurden. Damit wolle sich die EKD der Kritik von Betroffenen an ihrer mangelhaften Aufarbeitung entziehen. Verschwiegen werde, dass die Mehrheit des Betroffenenbeirates für eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit ausgesprochen habe und nun die EKD den Betroffenen das Scheitern der Zusammenarbeit in die Schuhe zu schieben.  Quelle: Zeit.de


10.5.2021 Über den Umgang von Kardinal Woelki mit dem Düsseldorfer "Fall D." Quelle: rp-online


10.5.2021 Die erste Sitzung der Aufarbeitungskommission im Erzbistum München und Freising hat stattgefunden. Den Vorsitz haben Michaela Huber, Schulpsychologin. Harald Britze und Manfred Markwardt. Dem Gremium gehören weiter an Franz Joseph Freisleder, Cordula Brechmann und Peter Förster. Zwei Mitglieder benennt der Betroffenenbeirat. Die Kommission soll die Aufarbeitungsprozesse fortführen. Ihre Aufgaben sind quantitative Erhebung des sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese, Untersuchung des Umgangs mit Täter*innen, die Berücksichtigung der Belange Betroffener und die Identifikation missbrauchsbegünstigender Strukturen. Quelle: domradio.de


10.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird vorläufig ausgesetzt, weil die bisherige Konzeption gescheitert sei. Beiratsmitglieder sind zurückgetreten und es gab interne Konflikte zwischen den Mitgliedern. Außerdem wurde zwischen dem Beauftragtenrat und dem Betroffenenbeirat kein Konsens über das weitere Vorgehen erzielt. Die bisherige Form der Beteiligung sei an Grenzen gestoßen, erklärte Bischof Meyns, Braunschweig. Die Arbeit des Beirats soll extern evaluiert werden, danach sollen neue Formen der Beteiligung mit den ursprünglichen Beiratsmitgliedern diskutiert werden. Quellen: evangelisch.de  Domradio


10.5.2021 ARD und Mannheimer Morgen mit dem Redakteur Stephan Alfter berichten heute Abend, 23.05 Uhr, über eine Recherche zum Thema Missbrauch im Speyerer Kinderheim in der Engelsgasse: In Gottes Namen. Das Bistum Speyer bietet dazu verschiedene Kontakt- und Dialogmöglichkeiten an.


9.5.2021 Kardinal Woelki, Köln, räumt mögliche Fehler im Umgang mit dem Fall des Priesters D., die er möglicherweise begangen hat, ein. Der Priester D. hat einen sexuellen Kontakt zu einem 17-jährigen obdachlosen Jungen eingeräumt, Kardinal Woelki hat ihn dennoch zum stellvertretenden Dechanten ernannt. Woelki fragt sich ob er auf Gerüchte hätte hören müssen. Der Priester D. hat alle Gerüchte "vehement abgestritten". Quelle: Domradio


8.5.2021 Die katholischen Bischöfe von Kanada haben eine zweisprachige Online-Seite eingerichtet, auf der durch Bischöfe begangener oder vertuschter sexueller Missbrauch gemeldet werden kann. Damit reagieren sie auf die Forderung von Papst Franziskus, „eine oder mehrere öffentliche, stabile und leicht zugängliche Meldungsmöglichkeiten zu schaffen“. Vorwürfe werden von einem Erzbischof oder Metropoliten geprüft. Sind Erzbischöfe oder Metropoliten die Beschuldigten, werden die Vorwürfe an den päpstlichen Vertreter weitergeleitet. Der Vatikan beauftragt dann einen Bischof zur Untersuchung. Innerhalb von 90 Tagen muss der Bericht des untersuchenden Bischofs vorliegen. Der Vatikan verhängt dann Disziplinarmaßnahmen. Quelle: vaticannews


8.5.2021 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, plädiert für eine staatliche Mitwirkung an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Er erhofft sich vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Unterstützung und will eine ähnliche Vereinbarung mit ihm treffen, wie sie in der katholischen Kirche getroffen wurde. Quelle: evangelisch.de


8.5.2021 Anna-Nicole Heinrich wurde zur Präses der EKD-Synode gewählt. Wir freuen uns und gratulieren herzlich!


7.5.2021 ARD und Mannheimer Morgen mit dem Redakteur Stephan Alfter berichten über eine Recherche zum Thema Missbrauch im Speyerer Kinderheim in der Engelsgasse. Quelle: ARD-Mediathek


7.5.2021 Kindesmissbrauch gilt in Zukunft nicht mehr als Vergehen, sondern immer als Verbrechen. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr Gefängnis. Das hat der Bundesrat beschlossen. Quelle: Zeit


7.5.2021 Jessica Scheiper informiert über die Archive der katholischen Kirche. Das historische Archiv ist in der Regel zugänglich, es sei denn, dass das Wohl der Kirche gefährdet würde. Sind schutzwürdige Belange noch lebender oder in jüngerer Zeit verstorbener Personen betroffen, gilt eine Sperrfrist von 40 Jahren, manchmal von 60 Jahren. Zu wissenschaftlichen Zwecken oder wenn es im kirchlichen Interesse liegt, kann die Sperrfrist verküzt werden. Die Wissenschaftler*innen müssen sich dann jedoch verpflichten, Stillschweigen zu bewahren, wenn Dokumente nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Das Geheimarchiv ist kirchenrechtlich vorgeschrieben, nur der Diözesanbischof hat Zugang - ohne seine Zustimmung und Kenntnis können keine Akten eingesehen werden. Im Geheimarchiv sind u.a. Akten von „Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren“ (c. 489 § 2 CIC) bzw. kirchenrechtliche Voruntersuchungsakten (c. 1719 CIC).  Vorgeschrieben ist, dass Voruntersuchungs- bzw. Prozessakten von Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren zu vernichten sind, wenn die Beschuldigten verstorben sind oder ihre Verurteilung zehn Jahre zurückliegt. Lediglich ein Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils bleibt archiviert. Das Geheimarchiv kann aufklärungshinderlich sein. Jedoch könnten jeder Bischof oder Bischofskonferenzen den Papst um Dispens von der Geheimarchivierungspflicht bitten. Quelle: feinschwarz.net


7.5.2021 Zum Betroffenenbeirat des Bistums Trier gehören Werner Baulig, Dr. Uwe Christoffer, Werner Huffer-Kilian, Prof. Dr. Eric Mührel und Dr. Karl-Horst Wirz. Der Beirat wird sich in Kürze konstituieren. Er wird als Impulsgeber gehört im Vorfeld geplanter Maßnahmen und gibt dazu Hinweise und Vorschläge. Quelle: Domradio


7.5.2021 Die Evangelische Kirche will die Arbeit des Betroffenenbeirates mit sofortiger Wirkung aussetzen. Der Beirat mit 12 Mitgliedern wurde im August 2020 für vier Jahre berufen. Inzwischen sind nur noch sechs namentlich bekannte und ein anonym benanntes Mitglied im Betroffenenbeirat. Die EKD will alle bisherigen Mitglieder zur Evaluation der bisherigen Arbeit einladen. Grund für den Ausstieg von fünf Mitgliedern sind interne Konflikte. Quellen: Zeit.de   br.de   Eule-Magazin


7.5.2021 Im Fall des Priesters M. sind drei Bischöfe involviert: Kardinal Marx und die Bischöfe Ackermann und Bätzing. In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Bischöfe, sie wollten Verantwortung übernehmen und Fehler seien passiert im Umgang mit Betroffenen und in der Bearbeitung des Falles. Christ&Welt hatte erstmals 2016 über den Fall berichtet und inzwischen weitere Details und Zusammenhänge recherchiert. Alle drei Bischöfe plädieren für eine Untersuchung des Falles, die von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Bistums Trier geleistet werden soll. Die Mitglieder der Kommission sind gerade erst benannt worden, von einem Zeitplan ist keine Rede. Ein juristisches Gutachten - wie in Aachen, Berlin, Köln und München - ist bislang nicht in Auftrag gegeben worden. Auch eine historische Untersuchung - wie in Münster - oder ein interdisziplinärer Ansatz - wie in Limburg oder Osnabrück - gibt es aus unbekannten Gründen im Bistum Trier bislang nicht.  Quelle: Zeit.de


6.5.2021 Wolfgang Picken beschreibt die Situation vieler Gläubigen im Erzbistum Köln und fragt, wer die Verantwortung dafür übernimmt, dass Missbrauchstäter in der Kirche Karriere machen konnten. Quelle: wolfgang-picken.podigee.io


6.5.2021 Das Erzbistum Köln hat zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen eine Stabsstelle eingerichtet. Den Vorsitz übernimmt von der Bank, bisheriger Leiter der Abteilung Kommunikationsberatung. Quelle: DLF


6.5.2021 Menschen, die von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche betroffen sind, können bei der neu eingerichteten Unabhängigen Kommission (UKA) einen Antrag auf Anerkennung ihres Leids stellen. Die Kommission tagt ein- bis zweimal im Monat und hofft, dann jeweils 30 Anträge  pro Sitzung bearbeiten zu können. Derzeit liegen ihr fast 1.000 Anträge vor.Zunächst sollen die Anträge  älterer Missbrauchs-Betroffenen behandelt werden. Der Hildesheimer Jens Windel, Mitglied im Betroffenenbeirat der DBK, fordert auch eine Priorisierung besonderer Härtefälle. Windel bedauert, dass die Kriterien für die Höhe der Zahlungen nicht nachvollziehbar seien. Quelle: NDR


5.5.2021 Der Betroffenenbeirat im Bistum Speyer hat sich konstituiert. Sein Sprecher Bernd Held berichtet, mit welchen Widerständen des Ordens der Herz-Jesu-Missionare (Hiltruper Missionare) er seit zehn Jahren zu tun hat. Er "möchte, dass andere Betroffene nicht die gleichen schmerzlichen Erfahrungen der verweigerten Anerkennung erleben und durchstehen müssen." Die Orden unterstehen meistens nicht den Bistümern. 412 Ordensobere sind in Deutschland im Dachverband der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zusammengeschlossen.  92 Orden haben einen Missbrauchsbeauftragten, 40 Orden haben sich inzwischen - einer Empfehlung der DOK folgend - der neuen Verfahrensordnung der DBK zur Anerkennung des Leids angeschlossen. Quelle: Pilger-Speyer


5.5.2021 Rund 29.000 Unterschriften Betroffener sexualisierter Gewalt wurden heute in einer Petition von Vertretern eines Bündnisses von Betroffeneninitiativen den Religionsbeauftragten aller Bundestagsfraktionen (ausgenommen AfD) übergeben. Die Petition sucht Unterstützung bei der "Aufarbeitung, Hilfe und Entschädigung für die Opfer sexueller Gewalt in der Kirche". "Die Aufarbeitung der Verbrechen sexueller Gewalt durch Priester an Kindern und Jugendlichen darf nicht länger nur den Verantwortlichen in der katholischen Kirche überlassen werden", heißt es in der Petition. Die Initiatoren erwarten die Einsetzung einer "Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission", die die Aufarbeitung begleitet. Die Aufarbeitung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Voraussetzung für gelingende Prävention. Außerdem fordern die Betroffenen ein Opfergenesungswerk, das von den Kirchen finanziert werden soll, aber unabhängig von den Kirchen sein soll. Auch die Vernetzung und Beratung Betroffener müsse finanziell unterstützt werden. Zudem solle das Parlament klären, wie "angemessene Entschädigungen" aussehen sollten. Quelle: katholisch.de


4.5.2021 Ronen Steinke weist auf mehrere Möglichkeiten des Staates hin, Kinder vor sexualisierter Gewalt zu schützen: In den USA dürfen Ermittler Seiten im dark net "kapern" und nicht nur die Administratoren, sondern auch die User enttarnen. Wenn es in Deutschland eine Anzeigepflicht bei sexueller Gewalt gäbe, könnten Täter eher gefasst werden. Auch wenn der Staat z.B. in den Kirchen ermitteln würde, könnten mehr Täter gefasst und Opfer verhindert werden. Quelle: Süddeutsche


4.5.2021 Der Betroffenenbeirat des Bistums Würzburg hat sich konstituiert. Nun kann auch die Aufarbeitungskommission ihre Arbeit beginnen. Quelle: Bistum Würzburg


4.5.2021 Kardinal Woelki soll in der Akte des Priesters D., den er nach eingestandenem sexuellen Missbrauch eines 17-jährigen obdachlosen Jungen zum stellvertretenden Dechanten beförderte, die Warnung der Polizei gekannt haben, den Priester mit Minderjährigen arbeiten zu lassen.  Das Erzbistum sagt, Woelki habe 2017 die Akte von D. vor der Ernennung des Priesters nicht gekannt. Die Führung und Bewertung von Personalakten habe in der Personalabteilung gelegen. Quelle: Bild

 4.5.2021 Kardinal Marx hat als Bischof von Trier in einem Missbrauchsfall gegen mehrere "Pflichtenkreise" (Gercke-Gutachten Köln) verstoßen. Nach Einschätzung des Kirchenrechtlers Thomas Schüller kam er seinen Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflichten im Fall M. nicht nach. Sollten sich die Verdachtsmomente bestätigen, „wäre wohl ein Moment gekommen, wo der Kardinal selbst erkennen dürfte, dass er dem Papst seinen Rücktritt anbieten sollte“. Die Maßstäbe für einen Rücktritt ergäben sich aus der päpstlichen Gesetzgebung von 2001, 2010 und 2019. Pflichtverletzungen im "Fall M." seien auch den Bischöfen Bätzing und Ackermann vorzuwerfen. Quelle: Augsburger Allgemeine


4.5.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig fordert in der kommenden Legislaturperiode des Bundestages die Einrichtung einer Enquetekommission zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Kinderschutz und Datenschutz müssten ausbalanciert werden, sagte er. Der Datenschutz dürfe nicht den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch verhindern. Internetprovider müssten gesetzlich verpflichtet werden, Hinweise auf die Darstellung von sexueller Gewalt an Kindern müssten dem BKA gemeldet werden, die Mindestspeicherdauer von IP's verlängert werden. Zuletzt war die Plattform "boystown" mit mehr als 400.000 Mitgliedern gesprengt worden. Drei Administratoren wurden verhaftet, gegen einen Nutzer liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Die Nachfrage nach Kinderpornografie ist in der Corona-Pandemie gestiegen.Quelle: evangelisch.de


4.5.2021 Das Erzbistum Freiburg nimmt Stellung zum Vorwurf sexuellen Missbrauchs durch zwei Ordensleute der Pallottiner. Die Vorwürfe hätten sich nicht erhärten lassen und das Erzbistum Freibiurg sehe daher - wie der Vatikan auch - keine kirchenrechtliche Grundlage für Maßnahmen gegen die beschuldigten Ordensmänner, die im Erzbistum Freiburg leben. Einen Dissenz zwischen Erzbischof Burger und Bischof Timmerevers gebe es nicht. Quelle: Erzbistum Freiburg


4.5.2021 Die Deutsche Region der Jesuiten ist dem seit dem 1. Januar 2021 geltenden Verfahren zur Anerkennung des Leids kirchlicher Missbrauchsopfer beigetreten. Quelle: jesuiten.org


4.5.2021 Der Kölner Katholikenausschuss ist fassungslos wegen der Beförderung eines Geistlichen zum stellvertretenden Dechanten durch Kardinal Woelki, obwohl der Geistliche vor 20 Jahren sexuellen Kontakt zu einem 17 Jahre alten obdachlosen Jungen hatte. Die Bistumsleitung argumentierte, es sei einem Priester nicht verboten, die Prostitution eines minderjährigen Jungen auszunutzen. Dem Katholikenausschuss fehlen die ethisch-moralischen und christlichen Wertmaßstäbe. Er forderte Kardinal Woelki und Generalvikar Hofmann auf zu prüfen, ob sie in der Lage sind, "die selbstangerichteten katastrophalen Probleme und Fehler zu beseitigen". Quelle: katholisch.de


4.5.2021 Das Bistum Osnabrück lässt ein juristisch-historisches Gutachten über den Umgang mit Missbrauchsfällen 1945 - bis heute durch die Universität Osnabrück erstellen. Ziel der Studie ist, die verschiedenen Wahrnehmungen von sexualisierter Gewalt vor dem jeweiligen zeitgenössischen Hintergrund zu untersuchen und typische Missbrauchsmuster im kirchlichen Raum und den Umgang mit den Fällen aufzudecken und zu bewerten. Erste Ergebnisse, besonders zu Pflichtverletzungen der Bistumsleitung, wollen die Forscher 2022 vorlegen. Bei der Veröffentlichung sollen auch Namen von Verantwortlichen genannt werden, soweit dies rechtlich zulässig ist. Die Wissenschaftler*innen erhalten uneingeschränkten Aktenzugang. Betroffene werden beteiligt. Quelle:  Bistum Osnabrück


3.5.2021 Der Kardinal-Hoeffner-Kreis diskutiert, ob er seinen Namen ändern will. Eine Entscheidung traf er noch nicht. Quelle: tagespost


3.5.2021 Der Jesuitenorden hat in Afrika eine Tagung zum Kinderschutz ausgerichtet. Dabei wurden Klerikalismus und Patriarchat als Missbrauch begünstigende Faktoren benannt. Die Dogmatik-Professorin Schwester Josée Ngalula verortete Klerikalismus auch unter Laien. Sie plädierte für ein entpatriarchisiertes Priestertums. Der Jesuit Lawrence Daka stellte fest, dass es in Afrika noch keine Strukturen des Kinderschutzes gebe und das Problembewusstsein bei der Leitung nicht vorhanden sei. Der nigerianische Jesuit Noel Nwadike wies darauf hin, dass der Missbrauch von Ordensschwestern nolch kaum Gehör finde bei den Vorgesetzten. Eine Betroffene konstatierte: "Wie wir Opfer aus dem Trauma herauskommen, ist unsere Sache.“ Das sei die Realität einer großen Zahl von Ordensfrauen, sagte er. Quelle: vaticannews


3.5.2021 Der Kölner Offizial Günter Assenmacher, 69, hat sein Amt in Köln aufgegeben. Nach dem Kölner Gercke-Gutachten war er beurlaubt worden, weil ihm nachgewiesen wurde, in zwei Missbrauchsfällen falsche Rechtsauskünfte gegeben zu haben. Zudem hat er die Kölner Bistumsleitung in mehreren Fällen nicht auf die Verletzung kirchenrechtlicher Normen im Umgang mit Missbrauchsfällen hingewiesen, obwohl er von den Gesetzesübertretungen gewusst habe.Aus seinen Ämtern im Bistum Essen und im Bistum Limburg ist er bereits ausgeschieden. Quelle: Kirche und Leben


3.5.2021 Ein Gespräch mit dem Würzburger Missbrauchsbeauftragten, dem Juristen Alexander Schraml, der in den letzten Wochen Gespräche mit zehn Betroffenen führte, die sich erstmals gemeldet haben. Quelle: mainpost.de


3.5.2021 Ein früherer Bewohner (35) des Kinderheims in der Engelsgasse in Speyer behauptet, im Kinderheim der „Niederbronner Schwestern“ ab 1994 von einer Nonne missbraucht worden zu sein. Die Nonne lebt in einer Ordensgemeinschaft. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft die Verjährung. Filmbeitrag am 10.5., 22.50 Uhr "In Gottes Namen" Quellen: swr   ludwigshafen24.de


3.5.2021 Der frühere katholische, inzwischen altkatholische Priester Michael Schenk berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Erzbistum Köln, als er den an ihm durch drei Priester begangenen Missbrauch anzeigte. Zum Gercke-Gutachten sagt er:  „Was das Gutachten zeigt, wussten alle.“ Quelle: DLF


3.5.2021 Bischof Timmerevers, Dresden-Meißen, hat zwei Pallottinerpatres den Seelsorgedienst in seinem Bistum untersagt. Erzbischof Burger, Erzbistum Freiburg, erlaubt den Patres den Seelsorgedienst - sie wohnen im Erzbistum Freiburg. Dem einen Mönch wird vorgeworfen, 1990 eine damals 22-Jährige missbraucht zu haben. Der andere Mönch soll den Missbrauch gedeckt haben. Timmerevers schätzt die Vorwürge als glaubhaft und wahrscheinlich ein, Burger als "nicht bewiesenoder plausibilisiert". Timmerevers leitete eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ein. Danach verbot er den beiden Patres den Dienst, nicht als Strafe sondern als Präventionsmaßnahme. Das Erzbistum Freiburg sieht im Einvernehmen mit dem Vatikan dafür ki5rchenrechtlich keine Basis. Die Glaubenskongregation hatte die Zuständigkeit von Timmerevers bestätigt, die Kleruskongregation setzte auf Antrag der Beschuldigten den Beschluss außer Vollzug. Strittig ist, ob die Betroffene 1990 schutzbedürftig war und ob der Hauptbeschuldigte, damals Novize, schon zum Orden gehörte und Kleriker war. Das Bistum Dresden berichtete, dass der zuständige Pallottiner-Provinzial, Helmut Scharler, dem Bistum Dresden-Meißen mit einer Verleumdungsklage drohte. Scharler wollte dazu nicht Stellung nehmen. Quelle: Sächsische  Badische Zeitung


2.5.2021 Der Vorsitzende der Gesellschaft Katholischer Publizist*innen Joachim Frank bedauert, dass in der Versöhnung zwischen der Tübinger Theologieprofessorin Johanna Rahner und Bischof Oster, Passau, ein Bekenntnis zur Pressefreiheit ausgeblieben ist. Quelle: GKP


2.5.2021 Aus Protest gegen das vatikanische Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare haben ca 2.000 Personen die Löschung ihres Taufeintrags in den Registern der flämischen Diözesen beantragt., berichtete der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny. Das vatikanische Papier sei theologisch schwach und zeuge von einer "Unfähigkeit, zeitgenössische Entwicklungen in der biblischen, der Sakramenten- und der Moraltheologie" aufzunehmen. Quelle: kathpress


1.5.2021 Ein Mitglied des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche hat die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der EKD kritisiert. Die öffentlich bekannte Zahl von 900 Fällen sei "nicht einmal die Spitze des Eisbergs", sagte das Mitglied des Betroffenenbeirats Katharina Kracht. Zu Recht stehe die katholische Kirche in der Kritik und die evangelische Kirche stehe zu Unrecht nicht in der Kritik, sagte Kracht. Kracht plädierte für eine unabhängige Ombudsstelle und eine bessere Ausstattung und professionelle juristische Beratung des Betroffenenbeirates. Quelle: evangelisch.de


30.4.2021 Der Kirchenrechtler Matthias Pulte weist darauf hin, dass das Kirchenrecht der Lehre folgt. Reformorientierte Initiativen müssten sich daher zuerst auf eine Rezeption theologischer Forschungsergebnisse durch das universale kirchliche Lehramt ausrichten. Dann sei es "nur ein kleiner Schritt, das Recht der Kirche dem Fortschritt in der Lehre anzupassen". Quelle: katholisch.de


30.4.2021 Die Tübinger Theologieprofessorin erwartet von Bischof Oster, Passau, eine Entschuldigung. Bischof Oster  hatte der Theologin vorgeworfen: "Jüngst hat etwa die Tübinger Dogmatik-Professorin Johanna Rahner in der Frage nach der Frauenweihe lehramtstreue Katholikinnen und Katholiken, und damit einschließlich den Papst, zu 'Rassisten' erklärt, zumindest wenn der Wortlaut der KNA-Meldung stimmt, die das Portal katholisch.de aufgegriffen und mit reißerischer Überschrift verarbeitet hat." Tatsächlich hatte Rahner jedoch gesagt: "... wenn wir diese Diskriminierung [von Frauen in der katholischen Kirche] nicht als solche benennen, wird sich daran nichts ändern. Wer aber daran nichts ändern will, ist nichts anderes als ein Rassist." Inzwischen sind die Kontrahenten wieder aufeinander zugegangen. Ihre gemeinsame Erklärung im Wortlaut. Quelle: Zeit.de


30.4.2021 Der frühere Fußballprofi Christoph Metzelder wurde wegen der Weitergabe von Darstellungen gefolterter Kinder zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Metzelder hat sich bei "Roter Keil", einer Kinderschutzorganisation engagiert. Quelle: Domradio


30.4.2021 Im Erzbistum Köln wurde eine vierte Personalstelle in der Interventionsstelle geschaffen, um Missbrauchsfälle schneller zu bearbeiten. Quelle: Domradio


30.4.2021 Im Oktober 2020 waren dem Bistum Aachen 192 Betroffene sexualisierter Gewalt bekannt und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden 94 Priester, Ordensleute, Diakone und Priesteramtskandidaten. In der MHG-Studie war von 86 Betroffenen und 55 Beschuldigten die Rede. Quelle: rp-online


30.4.2021 Der Abschlussbericht zur Aufarbeitung von Gewalt im Gerolsteiner Internat, Bistum Trier, verzögert sich aufgrund der Pandemie um drei Monate und wird im Januar 2022  veröffentlicht. Weiterhin können sich ehemalige Beschäftigte des früheren Bischöflichen Internates melden. Gewalt gehörte für viele damalige Schüler zum Alltag, sagte die Projektleiterin Claudia Bundschuh. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Trier sind wohl alle mutmaßlichen Taten verjährt. Quelle: lokalo


30.4.2021 Der Kardinal-Höffner-Kreis in CDU und CSU debattiert über seinen Namen. Kardinal Höffner waren im Kölner Gercke-Gutachten acht von 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit kirchlichen Tätern und Betroffenen nachgewiesen worden. Der Historiker Thomas Großbölting nennt die Debatte angebracht, denn es sei zu fragen, für welchen Politikstil Kardinal Höffner (1906-1987) stehe. Zudem sage der Name auch etwas über diejenigen aus, die ihn wählen. Zwar sei Höffner gefangen gewesen in der Mentalität seiner Zeit, allerdings müsse ihm klar gewesen sein, dass er die kirchenrechtlichen Regeln zugunsten der Täter sehr gebeugt habe. Quelle: Neues Ruhrwort


29.4.2021 Die Ausschreibungsfrist für den Betroffenenbeirat zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Berlin wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Die (Erz-)Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz sowie die Katholische Militärseelsorge erneuern ihre Bitte an Betroffene, sich zu beteiligen. Quelle: Erzbistum Berlin


29.4.2021 Die Universität Osnabrück wird unter Leitung der Historikerin Siegrid Westpfahl und des Juristen Hans Schulte-Nölke Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück und den Umgang damit untersuchen. Ergebnisse sollen in 2024 vorliegen. Alle Archive und Akten sollen uneingeschränkt zur Verfügung stehen, Verantwortliche für Fehler benannt werden. Quelle: evangelisch.de


29.4.2021 Merkur und t-online berichten, dass laut "Bild"-Zeitung im Jahr 2018 der damalige Missbrauchsermittler des Bistums, Oliver Vogt, zu dem Schluss kam, dass im Fall des Priesters D. aufgrund der Hinweise im Jahr 2010 "weitere Schritte" hätten eingeleitet werden müssen. 2010 habe Woelki die persönliche Warnung eines Gemeindemitglieds erhalten; dort wurde darauf hingewiesen, dass Pfarrer D. in den vergangenen Jahren „kein normales Verhältnis zu Messdienern“ gehabt habe. Woelki hatte bei einer Pressekonferenz im März erklärt, dass er in seiner Zeit als Weihbischof von 2003 bis 2011 mit keinerlei Missbrauchsfällen konfrontiert worden sei. - Zuletzt habe das Erzbistum Ende 2020 neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Pfarrer aus dem Jahr 1995 erlangt. Im Januar 2021 wurde der Fall der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Quellen: t-online  merkur   Süddeutsche   Pressemitteilung des Erzbistums Köln


29.4.2021 Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann hat die Beförderung des Geistlichen D. 2017 zum stellvertretenden Dechanten  verteidigt. 2001 wurde ihm ein sexueller Kontakt zu einem 17jährigen wohnungslosen Jungen vorgeworfen. Der Priester habe gestanden, bereut, eine Abmahnung bekommen und eine Therapie gemacht. Ein Experte habe ihm unbeschränkte Einsetzbarkeit attestiert. Weder nach damaligem kirchlichem, noch nach staatlichem Recht sei dies eine Straftat gewesen. Die weiteren Vorwürfe seien anonym erfolgt, D. habe sie abgestritten: 2010 habe ein Diakon gemeldet, dass Pfarrer D. mit dem minderjährigen Patensohn Pornofilme angeschaut habe und die Sauna besucht habe. D. bestritt die Vorwürfe. Ebenfalls 2010 beschuldigte eine volljährige Person den Priester, ihn sexuell belästigt zu haben. Diesen Vorwurf wies der Geistliche zurück. Auch anonyme Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs in den Jahren 2010 und 2015 wies D. zurück. Nachdem 2015 Altfälle aufgearbeitet wurden, wurde der Verdachtsfall von 2001 erneut geprüft. 2018 wurde der Fall an die Glaubenskongregation geschickt. Generalvikar Hofmann betont, dass Erzbischof Woelki zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befödert habe, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte. Quelle: katholisch.de


29.4.2021 Pater Hans Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana, kommentiert die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle in Deutschland. Er weist darauf hin, dass die Betroffenenperspektive weitgehend fehlt, dass es in den Bistümern keine gemeinsamen Aufarbeitungsstandards gibt, dass eine lediglich juristische Beurteilung zu kurz greift. Wichtig sei, dass die Kirche die Bedingungen der Aufarbeitung nicht schon definiert hat, bevor Betroffene beteiligt werden. Wenn auch viele Gläubige das Missbrauchsthema nicht mehr hören wollen, verfehlen sie ihr Wesen – entsprechend ihrem eigenen Selbstverständnis.

Dass der Vatikan sich nicht an seine eigene Pflicht, 30 Tage nach einer Anfrage wegen Vertuschung zu reagieren, hält, könne dies mit Arbeitsüberlastung erklärt werden, meint Pater Zollner und weist darauf hin, dass der Vatikan alleine aus Polen mehrere solcher Meldungen zu bearbeiten hat. Quelle: kiz-online.de


29.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung ruft auf, dass Betroffene oder Zeug*innen von Gewalt in der Schule sich melden. Quelle: aufarbeitungskommission


29.4.2021 Kardinal Marx wird gelobt dafür, dass er auf das Bundesverdienstkreuz verzichtet. Quelle: Süddeutsche


28.4.2021 Der US-Bundesstaat Wisconsin hat eine Untersuchung über sexuellen Missbrauch in den fünf Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften angekündigt. Jerry Topczewski, Sprecher des Erzbischofs Milwaukee, erklärte, dass die Kirche Bedenken wegen der negativen Auswirkungen, die dies auf Missbrauchsüberlebende haben könnte, habe, wenn die Betroffenen vor der Öffentlichkeit erneut zu Opfern würden. Bislang gibt es 160 bekannte Fälle von Missbrauch durch Priester in Wisconsin. Quelle: Domradio


28.4.2021 Für Kardinal Marx ist inzwischen klar, dass auch "Unwissenheit bei falschem Handeln bzw. Unterlassen" nicht verhindere, "dass Verantwortung und auch Schuld vorliegen und übernommen werden müssen. Eine genauere Untersuchung des gesamten Falls sollte das meines Erachtens klären." Aus heutiger Sicht hätte er veranlassen müssen, dass das Bistum Trier, dessen Bischof Marx im Jahr 2006 war, die Akte der Staatsanwaltschaft anfordern und die Vorwürfe in einer eigenen kirchenrechtlichen Voruntersuchung verfolgen hätte müssen. Er bedauere sein damaliges Verhalten und stelle sich die Frage, ob er weitere Taten hätte verhindern können. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagt Prof. Dreßing, das Kölner Gercke-Gutachten habe nur wenig Erkenntnisgewinn gebracht - wie die meisten Untersuchungen im Nachgang zur MHG-Studie. Das Ergebnis des Gercke-Gutachtens sei trivial, denn es sei klar gewesen, dass vertuscht wurde. Überrascht habe ihn, wie wenig Namen im Gercke-Gutachten genannt wurden, denn ein Bischof oder Generalvikar sei ja nicht im luftleeren Raum tätig. Untersuchungen ohne die Sicht Betroffener seien nicht weiterführend. Dreßing merkt an, dass der Aufarbeitungsprozess "immer noch nicht sonderlich weit" sei. Die Verantwortlichen, die ihren Rücktritt angeboten haben, hätten dies erst nach dem Gutachten gemacht: "Durch einen selbstbestimmten Rücktritt kann ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden, bei einem erzwungenen nicht", kommentiert Dreßing. Sein Fazit: "Nach der Vorstellung der MHG-Studie wurde in der katholischen Kirche die große Chance vertan, wirklich verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umzugehen und mit der gebotenen Dynamik einen Aufarbeitungsprozess einzuleiten." Die "unabhängigen Aufarbeitungskommissionen" nennt Dreßing "sogenannte unabhängige Aufarbeitungskommissionen, weil in ihnen auch Bistumsvertreter sitzen. Notwendig wäre eine überdiözesane, nationale und völlig unabhängige Kommission, die die Aufarbeitung begleitet und vorantreibt. Dreßing beklagt, dass die Politik nicht aktiv genug ist. Auch das Tempo der Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche bemängelt er. Quelle: Augsburger Allgemeine


28.4.2021 Die Sprecher der (Erz-)Bistümer München-Freising, Limburg und Trier, deren heutige Bischöfe beschuldigt werden, in einem Missbrauchsfall im Bistum Trier gegen kirchliche Vorschriften und die Leitlinien gehandelt zu haben, haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben: "Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen." Es seien in diesem Fall Fehler passiert, sowohl in der Handhabung der Bearbeitung als auch im Umgang mit den Betroffenen. Der Fall sei sehr komplex wegen mehrerer staatsanwaltlicher Ermittlungsverfahren, mehreren Betroffenen und zwei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen. 2017 sei die Glaubenskongregation eingeschaltet worden, die das kirchliche Strafverfahren dem Erzbistum Köln übergeben habe. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, daher seien auch noch keine finanziellen Anerkennungsleistungen gezahlt worden. Die Aufarbeitungskommission des Bistums Trier solle sich mit dem Fall befassen. Insgesamt achtmal wurde der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt, blieb aber im Amt. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Die Zeit-Beilage "Christ & Welt" berichtet, Kardinal Reinhard Marx habe als Trierer Diözesanbischof (2002 - 2007) im Umgang mit Missbrauchsfällen Pflichtverletzungen begangen. So habe er 2006 "starke Hinweise" auf Priester M. als Missbrauchstäter erhalten, aber nicht gehandelt. Später seien mit dem Fall M. auch Bischof Ackermann (seit 2009) und der damalige Trierer Generalvikar Bätzing (2012-2016) befasst gewesen. -Die Kirchenrechtler Schüller und Anuth haben den Fall M. nach den Kriterien des Gercke-Gutachtens bewertet und als Ergebnis fest, dass Bischof und Generalvikar damals ihrer Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflicht nicht nachgekommen seien. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das bisherige Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana wird zum 1. September zum "Institut für Anthropologie - Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen" (IADC). Pater Hans Zollner sagt, damit würden auch schutzbefohlene Personen, Ordensfrauen, die missbraucht wurden und geistlicher Missbrauch in den Blick genommen. Auch durch die #MeToo-Bewegung sei deutlich geutlich geworden, dass man den Blick auf die Menschenwürde weiten müsse. Die Aufwertung des CCP als IADC ermögliche auch akademische Kooperationen in Forschung und Lehre. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat einem Bericht der "Bild"-Zeitung widersprochen, wonach Kardinal Rainer Maria Woelki einen geständigen Missbrauchspriester befördert haben soll. Nach heutigem Kenntnisstand habe der Erzbischof zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befördert, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte, teilte die Erzdiözese mit. Quellen: katholisch.de   Tagesspiegel


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat den Düsseldorfer Priester D., früherer stellvertretender Stadtdechant in Düsseldorf, Ende 2020 wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen angezeigt, nachdem die Stabsstelle Intervention neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Geistlichen D. aus dem Jahr 1995 erhalten hatte. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eröffnet, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Da in aktuellen Medienberichten alte Vorwürfe veröffentlicht wurden, sei das Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde beeinträchtigt, daher sei er bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt.  2017 wurde Priester D. auf Empfehlung durch den Stadtdechanten H., der inzwischen nach sexueller Grenzüberschreitung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten sein Amt abgegeben hat, als stellvertretender Dechant eingesetzt. Dabei sei lediglich ein nicht strafbarer Vorfall von 2001 eindeutig belegt gewesen. Ein psychologisches Gutachten habe die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge attestiert. Als 2015 Altfälle im Erzbistum Köln überprüft wurden, wurde auch der Fall D. von 2001 überprüft und dann 2018 an die Glaubenskongregation im Vatikan übermittelt. Quelle: Domradio


27.4.2021 Tilman Kleinjung kommentiert die Ablehnung des Bundesverdienstkreuzes durch Kardinal Marx: "Noch in diesem Jahr soll eine zweite Studie erscheinen, diesmal ungefiltert, mit Namensnennung. Von 1977 bis 1982 war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Erzbischof in München. Und Marx hat deutlich gemacht, dass er bei der Aufarbeitung auch auf mehr oder weniger prominente Vorgänger keine Rücksicht nehmen wird. Das wäre tatsächlich aller Ehren wert: Aufklärung ohne Rücksicht auf die Institution und große Namen. Unabhängig durchgeführt und engagiert vorangetrieben von Bischöfen, denen es nicht um die eigene Ehrenrettung geht, sondern um die Ehre der Überlebenden des Missbrauchs.

Die taz kommentiert: "Marx war also kein unwürdiger Preisträger, aber es hing ein Schatten über dieser Ehrung." Quellen: BR   taz  srv - Interview mit Christiane Florin


29.4.2021 Pater Hans Zollner, Kinderschutzzentrum der Gregoriana, kommentiert die Aufarbeitung kirchlicher Missbrauchsfälle in Deutschland. Er weist darauf hin, dass die Betroffenenperspektive weitgehend fehlt, dass es in den Bistümern keine gemeinsamen Aufarbeitungsstandards gibt, dass eine lediglich juristische Beurteilung zu kurz greift. Wichtig sei, dass die Kirche die Bedingungen der Aufarbeitung nicht schon definiert hat, bevor Betroffene beteiligt werden. Wenn auch viele Gläubige das Missbrauchsthema nicht mehr hören wollen, verfehlen sie ihr Wesen – entsprechend ihrem eigenen Selbstverständnis.

Dass der Vatikan sich nicht an seine eigene Pflicht, 30 Tage nach einer Anfrage wegen Vertuschung zu reagieren, hält, könne dies mit Arbeitsüberlastung erklärt werden, meint Pater Zollner und weist darauf hin, dass der Vatikan alleine aus Polen mehrere solcher Meldungen zu bearbeiten hat. Quelle: kiz-online.de


29.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung ruft auf, dass Betroffene oder Zeug*innen von Gewalt in der Schule sich melden. Quelle: aufarbeitungskommission


29.4.2021 Kardinal Marx wird gelobt dafür, dass er auf das Bundesverdienstkreuz verzichtet. Quelle: Süddeutsche


28.4.2021 Der US-Bundesstaat Wisconsin hat eine Untersuchung über sexuellen Missbrauch in den fünf Diözesen und mehreren Ordensgemeinschaften angekündigt. Jerry Topczewski, Sprecher des Erzbischofs Milwaukee, erklärte, dass die Kirche Bedenken wegen der negativen Auswirkungen, die dies auf Missbrauchsüberlebende haben könnte, habe, wenn die Betroffenen vor der Öffentlichkeit erneut zu Opfern würden. Bislang gibt es 160 bekannte Fälle von Missbrauch durch Priester in Wisconsin. Quelle: Domradio


28.4.2021 Für Kardinal Marx ist inzwischen klar, dass auch "Unwissenheit bei falschem Handeln bzw. Unterlassen" nicht verhindere, "dass Verantwortung und auch Schuld vorliegen und übernommen werden müssen. Eine genauere Untersuchung des gesamten Falls sollte das meines Erachtens klären." Aus heutiger Sicht hätte er veranlassen müssen, dass das Bistum Trier, dessen Bischof Marx im Jahr 2006 war, die Akte der Staatsanwaltschaft anfordern und die Vorwürfe in einer eigenen kirchenrechtlichen Voruntersuchung verfolgen hätte müssen. Er bedauere sein damaliges Verhalten und stelle sich die Frage, ob er weitere Taten hätte verhindern können. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagt Prof. Dreßing, das Kölner Gercke-Gutachten habe nur wenig Erkenntnisgewinn gebracht - wie die meisten Untersuchungen im Nachgang zur MHG-Studie. Das Ergebnis des Gercke-Gutachtens sei trivial, denn es sei klar gewesen, dass vertuscht wurde. Überrascht habe ihn, wie wenig Namen im Gercke-Gutachten genannt wurden, denn ein Bischof oder Generalvikar sei ja nicht im luftleeren Raum tätig. Untersuchungen ohne die Sicht Betroffener seien nicht weiterführend. Dreßing merkt an, dass der Aufarbeitungsprozess "immer noch nicht sonderlich weit" sei. Die Verantwortlichen, die ihren Rücktritt angeboten haben, hätten dies erst nach dem Gutachten gemacht: "Durch einen selbstbestimmten Rücktritt kann ein Stück Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden, bei einem erzwungenen nicht", kommentiert Dreßing. Sein Fazit: "Nach der Vorstellung der MHG-Studie wurde in der katholischen Kirche die große Chance vertan, wirklich verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umzugehen und mit der gebotenen Dynamik einen Aufarbeitungsprozess einzuleiten." Die "unabhängigen Aufarbeitungskommissionen" nennt Dreßing "sogenannte unabhängige Aufarbeitungskommissionen, weil in ihnen auch Bistumsvertreter sitzen. Notwendig wäre eine überdiözesane, nationale und völlig unabhängige Kommission, die die Aufarbeitung begleitet und vorantreibt. Dreßing beklagt, dass die Politik nicht aktiv genug ist. Auch das Tempo der Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche bemängelt er. Quelle: Augsburger Allgemeine


28.4.2021 Die Sprecher der (Erz-)Bistümer München-Freising, Limburg und Trier, deren heutige Bischöfe beschuldigt werden, in einem Missbrauchsfall im Bistum Trier gegen kirchliche Vorschriften und die Leitlinien gehandelt zu haben, haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben: "Die Bischöfe und die anderen an diesem Fall maßgeblich Beteiligten wollen sich ihrer Verantwortung stellen." Es seien in diesem Fall Fehler passiert, sowohl in der Handhabung der Bearbeitung als auch im Umgang mit den Betroffenen. Der Fall sei sehr komplex wegen mehrerer staatsanwaltlicher Ermittlungsverfahren, mehreren Betroffenen und zwei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen. 2017 sei die Glaubenskongregation eingeschaltet worden, die das kirchliche Strafverfahren dem Erzbistum Köln übergeben habe. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, daher seien auch noch keine finanziellen Anerkennungsleistungen gezahlt worden. Die Aufarbeitungskommission des Bistums Trier solle sich mit dem Fall befassen. Insgesamt achtmal wurde der Priester in 15 Jahren wegen Missbrauchs angezeigt, blieb aber im Amt. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Die Zeit-Beilage "Christ & Welt" berichtet, Kardinal Reinhard Marx habe als Trierer Diözesanbischof (2002 - 2007) im Umgang mit Missbrauchsfällen Pflichtverletzungen begangen. So habe er 2006 "starke Hinweise" auf Priester M. als Missbrauchstäter erhalten, aber nicht gehandelt. Später seien mit dem Fall M. auch Bischof Ackermann (seit 2009) und der damalige Trierer Generalvikar Bätzing (2012-2016) befasst gewesen. -Die Kirchenrechtler Schüller und Anuth haben den Fall M. nach den Kriterien des Gercke-Gutachtens bewertet und als Ergebnis fest, dass Bischof und Generalvikar damals ihrer Aufklärungs-, Melde-, Informations- und Verhinderungspflicht nicht nachgekommen seien. Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das bisherige Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana wird zum 1. September zum "Institut für Anthropologie - Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen" (IADC). Pater Hans Zollner sagt, damit würden auch schutzbefohlene Personen, Ordensfrauen, die missbraucht wurden und geistlicher Missbrauch in den Blick genommen. Auch durch die #MeToo-Bewegung sei deutlich geutlich geworden, dass man den Blick auf die Menschenwürde weiten müsse. Die Aufwertung des CCP als IADC ermögliche auch akademische Kooperationen in Forschung und Lehre.Quelle: katholisch.de


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat einem Bericht der "Bild"-Zeitung widersprochen, wonach Kardinal Rainer Maria Woelki einen geständigen Missbrauchspriester befördert haben soll. Nach heutigem Kenntnisstand habe der Erzbischof zu keinem Zeitpunkt einen Geistlichen befördert, der nach damals geltendem Recht mit Kindesmissbrauch zu tun hatte, teilte die Erzdiözese mit. Quellen: katholisch.de   Tagesspiegel


28.4.2021 Das Erzbistum Köln hat den Düsseldorfer Priester D., früherer stellvertretender Stadtdechant in Düsseldorf, Ende 2020 wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen angezeigt, nachdem die Stabsstelle Intervention neue Erkenntnisse zu einem Vorwurf gegen den Geistlichen D. aus dem Jahr 1995 erhalten hatte. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eröffnet, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung eingestellt. Da in aktuellen Medienberichten alte Vorwürfe veröffentlicht wurden, sei das Vertrauensverhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde beeinträchtigt, daher sei er bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt.  2017 wurde Priester D. auf Empfehlung durch den Stadtdechanten H., der inzwischen nach sexueller Grenzüberschreitung gegenüber einem erwachsenen Praktikanten sein Amt abgegeben hat, als stellvertretender Dechant eingesetzt. Dabei sei lediglich ein nicht strafbarer Vorfall von 2001 eindeutig belegt gewesen. Ein psychologisches Gutachten habe die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit in der Seelsorge attestiert. Als 2015 Altfälle im Erzbistum Köln überprüft wurden, wurde auch der Fall D. von 2001 überprüft und dann 2018 an die Glaubenskongregation im Vatikan übermittelt. Quelle: Domradio


27.4.2021 Tilman Kleinjung kommentiert die Ablehnung des Bundesverdienstkreuzes durch Kardinal Marx: "Noch in diesem Jahr soll eine zweite Studie erscheinen, diesmal ungefiltert, mit Namensnennung. Von 1977 bis 1982 war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Erzbischof in München. Und Marx hat deutlich gemacht, dass er bei der Aufarbeitung auch auf mehr oder weniger prominente Vorgänger keine Rücksicht nehmen wird. Das wäre tatsächlich aller Ehren wert: Aufklärung ohne Rücksicht auf die Institution und große Namen. Unabhängig durchgeführt und engagiert vorangetrieben von Bischöfen, denen es nicht um die eigene Ehrenrettung geht, sondern um die Ehre der Überlebenden des Missbrauchs.

Die taz kommentiert: "Marx war also kein unwürdiger Preisträger, aber es hing ein Schatten über dieser Ehrung." Quellen: BR   taz  srv - Interview mit Christiane Florin

27.4.2021 In der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen der katholischen Bistümer waren am 19.4.2021 insgesamt 909 Anträge Betroffener eingegangen. Bisher wurden 67 Fälle entschieden. Von den 909 Anträgen betrafen 73 Orden als Träger von Kinderheimen, Schulen oder anderen Einrichtungen. Bisher beteiligten sich allerdings nur 46 Ordensgemeinschaften an dem Verfahren. Was die übrigen Orden anbelange, habe die UKA keine Entscheidungsbefugnis. Quelle: vaticannews


27.4.2021 Im Bistum Speyer lag "früheren Angaben zufolge" die Zahl Betroffener sexualisierter Gewalt seit 1946 bei 221, die der Beschuldigten bei 112. Von den 82 an die Staatsanwaltschaft gemeldeten Fällen wurden 62 eingestellt; 15 endeten mit einer Verurteilung oder einer Einstellung gegen eine Geldzahlung. Zudem gab es im Januar fünf laufende Verfahren. Seit der MHG-Studie sind 35 Betroffene und 23 Beschuldigte hinzugekommen. Quelle: rnf.de


27.4.2021 Kardinal Marx verzichtet auf die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Seine Begründung: „Ich bin überzeugt, dass das mit Rücksicht auf diejenigen, die offensichtlich an der Auszeichnung Anstoß nehmen, und insbesondere mit Rücksicht auf die Betroffenen, der richtige Schritt ist.“ Er möchte damit auch ein Zeichen setzen, dass ihm die "weitere Aufarbeitung und nach Möglichkeit Heilung im Bereich von sexuellem Missbrauch in Kirche und Gesellschaft ein wichtiges Anliegen bleibt“. - Die Betroffenenvereine Missbit und Eckiger Tisch begrüßen die Entscheidung von Kardinal Marx. Hermann Schell, Missbit, stört, dass der Kardinal auf die Kritik inhaltlich nicht eingeht. Quellen: ErzbistumMünchen  zeit.de


27.4.2021 Das Erzbistum Köln teilt mit: "Die Behauptung in einer Zeitung, der Kardinal habe in Düsseldorf einen Priester befördert, der Kindesmissbrauch gestanden hat, ist falsch. Nach heutigem Kenntnisstand hat der Kardinal zu keinem Zeitpunkt einen Priester befördert, der nach damals geltenden Recht, mit Kindesmissbrauch zu tun hatte. Vielmehr liegt dem Kardinal ausdrücklich an einer fortwährenden Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle und er begrüßt jede Bemühung, Gerechtigkeit für die Betroffenen zu erreichen." Quellen: Erzbistum Köln  Zeit


27.4.2021 Der Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, soll laut Bildzeitung im Jahr 2017 den Düsseldorfer Pfarrer Michael D. zum stellvertretenden Stadtdechanten befördert haben, obwohl Woelki zwei Jahre zuvor erfahren hatte, dass der Pfarrer eingestandermaßen obdachlose minderjährige Jungen missbraucht hatte. Quelle: www1.wdr.de


27.4.2021 Veranstaltung der Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart: "Brüder im Nebel". Der Offizial Domkapitular Thomas Weißhaar nimmt im Gespräch mit Dr. Verena Wodtke-Werner Stellung zu Leistungen und Grenzen des juristischen Gutachtens zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Erzdiözese Köln. youtu.be


26.4.2021 Im Podcast Würde.Leben spricht der Kinderschutzexperte des CCP, Peter Beer über die kirchliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Er meint, die Kirche könnte und sollte schon weiter sein. Der Kirche fehle die geistliche Kraft und Größe, für Abhilfe zu sorgen und den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Aktenführung nannte Beer unprofessionell, sie sei jedoch durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und damit auch Gerechtigkeit ein Teil der Missbrauchsprävention. Quellen: radio.mk-online


26.4.2021 Missbrauch aufklären – wie kann das gelingen? Ein Podcast mit der Historikerin Ulrike Winkler, die über Missbrauch durch Jugendliche im Margaretenhort in Hamburg-Harburg geforscht hat, das der Evangelisch-Lutherischen Kirche unterstand. Hätte sie nur die Akten angeschaut, würde ihr Bild ganz anders aussehen, berichtet sie. Ihre Studie ist veröffentlicht: Kein sicherer Ort. Der Margaretenhort in Hamburg-Harburg in den 1970er und 1980er Jahren, Verlag für Regionalgeschichte, ISBN 978-3-7395-1285-3 3021 Quelle: reflab.ch


26.4.2021 Der Psychiater Manfred Lütz bescheinigt dem Erzbischof von Hamburg, Heße, ihn als "fähigsten Personalchef" des Erzbistums Köln erlebt zu haben, der "vor allem viel Empathie für die Opfer zeigte". Lütz sagt, er sei nie als Gutachter vom Erzbistum Köln eingesetzt worden, er habe in Wahrheit kein einziges Gutachten gemacht. Das Gercke-Gutachten vermerkt in mehreren Aktenvorgängen (10, 12, 16, 18, 23) eine irgendwie geartete Beteiligung von Lütz. Quelle: katholisch.de


26.4.2021 Die Staatsanwaltschat Rottweil hat ein weiteres Missbrauchsverfahren gegen den früheren Pfarrer von Freisen eingestellt, weil der Verdacht auf Missbrauch eines Messdieners 2007 nicht hinreichend bestätigt werden konnte. Die Anwältin hat Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart eingelegt. Bislang sind vier staatsanwaltschaftliche Verfahren gegen den Priester eingestellt worden. Ein kirchenrechtliches Verfahren beim Erzbistum Köln ist noch anhängig. Quelle: sr   saarbruecker-zeitung


25.4.2021 Michael Zeihen, Leiter für Männer-, Väter- und Jungenarbeit beim Sozialdienst Katholischer Männer im Erzbistum Köln, berichtet von den Schwierigkeiten, die viele Männer haben, über Gewalterfahrungen zu sprechen. Quelle: Domradio


25.4.2021 Klaus Mertes spricht über seine Erfahrung und seine Einsichten zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Für ihn ist am Ende klar: "Ich glaube, dazu gehört dann irgendwann auch der Punkt, an dem in Deutschland die Bischöfe sich dazu durchringen müssen, Kontrolle bei der Aufarbeitung aus der Hand zu geben, den Prozess nicht mehr selbst zu kontrollieren, sondern wirklich in eine unabhängige Aufarbeitung der Institution hinein zu geben, die dann auch das Recht hat, Entscheidungen zu treffen." Quelle: Domradio

Kommentar: In seiner Aussage "Man stimmt dem ja gefühlsmäßig zu" bleibt unklar, wer mit "man" gemeint ist. Wenn die Betroffenen gemeint sind, halte ich das für eine falsche Interpretation. Denn die Betroffenen spüren, dass etwas nicht stimmt, ohne es klar benennen zu können.


25.4.2021 Nachdem der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Kardinal Marx wegen dessen Beteiligung an Vertuschung in seiner Amtszeit in Trier protestierte, hält der Bundespräsident an dieser Ehrung für Kardinal Marx fest. Der Betroffenenbeirat erwartet, dass alle, die im Kontext der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt das Bundesverdienstkreuz erhalten haben, dieses zurückgeben, wenn Kardinal Marx geehrt wird. Quelle: katholisch.de


24.4.2021 Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) will die bundesweit aktiven Verbände in die Lage versetzen, die Arbeit der Unabhängigen Ausklärungskommissionen in den Bistümern zu begleiten. Damit sollen die Bischöfe angehalten werden, die Vereinbarungen mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung einzuhalten. Auf der Vollversammlung des ZdK bestärkten vier Mitglieder des Betroffenenbeirates bei der DBK das ZdK, sexuelle Gewalt nicht als Krise des Klerus, sondern als Krise der Kirche zu begreifen und den Co-Klerikalismus in den kirchlichen Strukturen in den Blick zu nehmen. Johannes Norpoth, Gelsenkirchen, schilderte die unter den Betroffenen weitverbreitete Erfahrung, dass Kirchengemeinden das Geschehene oft bis heute nicht wahrhaben wollten. Dort wie in den Verbänden kämen Opfer und Täter oft „aus demselben Umfeld“. Daher müssten auch diese ihre Geschichte aufarbeiten. Die Sprecherin des neuen Arbeitskreises, Birgit Aschmann, sagte, das ZdK sei in einer Doppelrolle - einerseits den Opfern nahe, andererseits Teil des Systems -, das helfe dem ZdK, zwischen Bistumsleitungen und Betroffenen zu vermitteln. Quelle: faz


24.4.2021 Der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln protestiert in einem Offenen Brief bei Bundespräsident Steinmeier gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Kardinal Marx. Der Betroffenenbeirat begründet seine Bitte, Kardinal Marx nicht zu ehren wegen eines Falls aus dem Bistum Trier, der sich in den 1980er und 1990er Jahren ereignet haben sollen. Kardinal Marx habe als damaliger Bischof von Trier den Fall vertuschen wollen. Außerdem habe er das Gutachten von WSW 2010 nicht veröffentlicht. Quelle: Domradio.de


24.4.2021 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen Erika Ganz sagt: "Die Frauenfrage ist in der katholischen Kirche eine, wenn nicht sogar die Nagelprobe, an der sich ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden wird." Das begründet die 50-Jährige in ihrem Buch "Frauen stören". Quelle: katholisch.de


23.4.2021 "In der Phase, in der wir uns gerade befinden, können wir uns nicht sicher sein, ob der Kardinal sein Amt so ausführt, dass eine Perspektive entsteht" - das sagt der Diözesanrat des Erzbistums Köln nach einem Treffen mit Kardinal Woelki. Den pastoralen Zukunftsweg des Erzbistum bezeichnet der Diözesanrat als einen "top down Prozess, bei dem Beteiligung oft nur suggeriert werde. Die Sorgen der Menschen in den Gemeinden und Verbänden würden nicht berücksichtigt. Der Diözesanrat fragt sich: "Will der Erzbischof uns normale Christinnen und Christen noch in den Gemeinden haben?" Quelle: dioezesanrat


23.4.2021 Erstmals (!!!) sprachen Betroffene in der Vollversammlung des Zentralkomitees der Katholiken, unter ihnen Johanna Beck, neues Mitglied im ZdK. Seit November 2020 gibt es im ZdK eine  Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Die Leitung der Arbeitsgruppe haben die Professorin Birgit Aschmann und ZdK-Vizepräsident Wolfgang Klose. Das ZdK will Gespräche mit Betroffenen aufnehmen und am Fortgang des Aufarbeitungsprozesses in der Kirche mitzuwirken. Wolfgang Klose plädierte für die Wahrnehmung, dass Betroffene aus den eigenen Reihen stammen und für die Solidarisierung mit ihnen. Birgit Aschmann wies auf den Entwicklungsprozess im ZdK hin, das bislang die Aufarbeitung als Aufgabe der Bischöfe angesehen habe und erst jetzt realisiere, dass es als Vertretung der Laien selbst Verantwortung habe, denn die Betroffenen seien aus katholischen Familien gekommen. Quelle: ZdK


23.4.2021 Die Aufarbeitungskommission des Bistums Passau hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird Projekte der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Kirche festlegen – und ihre Arbeit später in Form von Berichten, Presseveröffentlichungen, Vorträgen und Informationsveranstaltungen transparent machen. Quelle: Bistum Passau


23.4.2021 Christian Röther stellt die Debatte über die Äußerung der Theologin Johanna Rahner dar. Rahner hatte als "Rassisten" jene Menschen bezeichnet, die nichts an der Diskriminierung von Frauen in der katholischen Kirche ändern wollen. Bischof Oster, Passau, hat ihr die Diffamierung romtreuer Gläubigen vorgeworfen und die Bischöfe an ihre Aufgabe erinnert, Verantwortung zu tragen für die, die Theologie lehren dürfen. - Die ehemalige Bildungsministerin und Vatikan-Botschafterin Annette Schavan verteidigt Johanna Rahner: Eine Theologin sei kein Mitglied des diplomatischen Dienstes, ein Bischof müsse sich provozieren lassen. Quellen: deutschlandfunk.de   DLF


23.4.2021 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, kritisierte die Äußerung der Theologin Johanna Rahner, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei "ein Rassist". Es wäre gut, wenn sie den zugespitzten Satz zurücknehmen könnte. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Zur von Bischof Oster geforderten Einschränkung der Pressefreiheit und der theologischen Forschung an Universitäten äußert sich Bischof Bätzing nicht.


23.4.2021 Bischof Oster, Passau, zeigt sich in der ersten Sitzung der Aufarbeitungskommission, zu der auch zwei Betroffene gehören, überrascht  von der Dimension sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er habe die kirchlich-systemische Dimension des Missbrauchs unterschätzt, sagte er. Das Bistum Passau ruft erneut Betroffene auf, sich zur Mitarbeit in dem zu gründenden Betroffenenbeirat zu melden. Quelle: BR


23.4.2021 Das 2012 gegründete Kinderschutzzentrum CCP an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom soll im September in ein neues "Institut für Anthropologie - Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen" (IADC) überführt werden. Es erhält einen eigenen Lehrkörper und kann dann neben den Abschlüssen Diplom und Lizenziat auch eine Promotion in Anthropologie anbieten. Quelle: Domradio


23.4.2021 Ein Jahr nach der Vereinbarung der Bischofskonferenz mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung über Standards zur Missbrauchsaufklärung gibt es erst in zwei der 27 Bistümer - in Bamberg und Passau - Unabhängige Aufarbeitungskommissionen. Studien wurden bislang von 12 der 27 Bistümer in Auftrag gegeben. Veröffentlicht wurden Studien aus Limburg und Aachen. In Köln wurde eine zweite Studie veröffentlicht, die erste nur kurz einsehbar. In Berlin wurden Teile der Studie veröffentlicht. In Arbeit sind derzeit Gutachten für München, Münster, Essen, Mainz, Freiburg, Padebrorn, Hildesheim und den mecklenburgischen Teil des Erzbistums Hamburg. Die Studien bzw. Gutachten haben unterschiedliche Fragestellungen. Quelle: Domradio


23.4.2021  Im Erzbistum Paderborn ist ein Statut zur grundlegenden Aufgabe und Zusammensetzung der Aufarbeitungskommission in Arbeit. Es gibt Kontakt zu möglichen Mitgliedern. Die Aufarbeitungskommission soll die Jahre 2002 bis in die Gegenwart in den Blick nehmen.  Zudem sei der Interventionsbeauftragte Thomas Wendland dabei, Kontakte zu möglichen Mitgliedern des Betroffenenbeirates aufzunehmen und das Besetzungsverfahren zu planen. Das Forschungsprojekt der Universität Paderborn beschäftigt sich mit den Jahren 1941 bis 2002. Die Forscherinnen haben uneingeschränkten Aktenzugang, führen Gespräche mit Betroffenen und entscheiden über die Veröffentlichung. Das Erzbistum hat keine Weisungsbefugnis. Quelle: Domradio


22.4.2021 Die französischen Bischöfe haben einen Brief an die Katholik*innen Frankreichs geschrieben, in dem sie Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung bzw. deren Fortsetzung ankündigen. Bemerkenswert ist ihre Feststellung, dass ethisch gesehen Missbrauch eine Handlung ist die dem Gebot "Du sollst nicht töten" zuzordnen ist. Sie anerkennen, dass das Evangelium sie dazu verpflichtet, keinen "Kleinen" zu Fall zu bringen und zu schädigen. Die Verantwortung der Bischöfe "als Seelsorger" schließt ein, dass Betroffene auf ihrem Lebensweg begleitet werden. Ebenso gelte dies für die Eltern, Geschwister, Familien, Ehepartner und Kinder Betroffener. Die Bischöfe haben beschlossen, die Arbeit mit Opfern fortzusetzen; Schulungen für "die Aufnahme und die menschliche und geistliche Begleitung von Opfern sexueller Übergriffe in der Kirche anzubieten", finanzielle Unterstützung anzubieten, die ein unabhängiges Gremium entscheidet; Verbesserung der Ausbildung von Priestern und pastoralen Mitarbeiter*innen; Verbesserungen in der Begleitung schuldiger Priester, Schaffung eines Erinnerungsortes; Einrichtung eines jährlichen Gebetstages für die Betroffenen; Einrichtung eines Fonds, in den auch die Bischöfe einzahlen. Die beschlossenen Maßnahmen sollen der CIASE zur Prüfung vorgelegt werden. Quelle: eglise.catholique.fr


21.4.2021 In den Ricklinger Anstalten, einer Einrichtung der Diakonie in Schleswig-Holstein, wurden in den 50er bis 70er Jahren Medikamentenversuche an psychisch kranken Menschen vorgenommen. Landespastor Heiko Naß sagt, die Diakonie und die Kirche stünden zu ihrer Verantwortung. Quelle: NDR


21.4.2021 Norbert Scholl schaut sich die Argumentation von Bischof Oster an und stellt fest, dass ein Glaube, dessen Aussagen nicht weiterentwickelt werden, verkümmert. Quelle: feinschwarz.net


21.4.2021 Die Theologin Johanna Rahner hatte gesagt, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei "ein Rassist". Mehrere katholische Kirchenzeitungen hatten darüber berichtet. Daraufhin schlug Bischof Oster, Passau, vor, über die Finanzierung von Kirchenzeitungen und über die Berechtigung von Theolog*innen, an Universitäten zu lehren, zu diskutieren. Die Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP) reagiert: "Wer die Verbreitung unliebsamer Inhalte zum Anlass nimmt, die Finanzierung kirchlicher Medien infrage zu stellen, offenbart ein vormodernes, autoritäres und dirigistisches Verständnis von Kommunikation." Quelle: Domradio


20.4.2021 Der Diözesanrat des Erzbistums Köln hat eine Diözesansynode gefordert. Ziel der von Laien und Bistumsleitung geführten Synode sollte sein, einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft zu schaffen und die systemischen Ursachen für Missbrauch zu thematisieren. Das Erzbistum lehnte den Vorstoß des Diözesanrates ab und ließ die Absage begründen: Eine derart breite Beteiligung der Gläubigen wie beim diözesanen "Pastoralen Zukunftsweg" sei im kirchenrechtlich vorgesehenen Rahmen einer Bistumssynode nicht möglich. Sehr wohl jedoch könnte jede und jeder, der sich für die Zukunft der Kirche im Erzbistum Köln einsetzen will, dies im Pastoralen Zukunftsweg tun. Der Diözesanrat wiederum hat die Mitarbeit beim Pastoralen Zukunftsweg aufgekündigt - aus Protest am Vorgehen von Kardinal Woelki bei der Missbrauchsaufarbeitung. Quelle: katholisch.de


19.4.2021 Frauen- und Männerorden in Frankreich wollen Reformen zur Missbrauchsbekämpfung in ihren Gemeinschaften abstimmen.Sie wollen nicht auf den Ciase-Bericht warten. In Fragen finanzieller Entschädigung wollen sie sich von Ansätzen inspirieren, wie sie in Südafrika nach der Apartheid oder von Opfern medizinischer Kunstfehler verfolgt wurden. Konkrete Beträge wollen sie erst im Herbst nach den Empfehlungen der Ciase-Kommission angehen. Quelle: Domradio.de


19.4.2021 Der Jesuit Mertes sagt, oberstes Ziel der Missbrauchsaufarbeitung müsse das Streben nach Gerechtigkeit für die Opfer und Betroffenen sein. Die Interessen der Institution müssten dahinter zurückstehen. Zum Streben nach Gerechtigkeit gehöre neben der Anerkennung der Wahrheit von Missbrauch auch ein Täter-Opfer-Ausgleich, der nicht auf Entschädigungszahlungen reduziert werden dürfe: "Geld ist ohne existenzielles Engagement kein Beitrag zum Frieden für die Betroffenen und mit den Betroffenen", sagte Mertes. Er forderte erneut die Einrichtung von vollständig unabhängigen Aufarbeitungs-Kommissionen. Dies sei nur möglich, wenn Bischöfe und Ordensobere Macht und Kontrolle über das Verfahren abgeben. Bislang seien die Aufarbeitungskommissionen nicht unabhängig von den Bischöfen oder Ordensoberen. Zudem müsste Betroffenen ein Klagerecht eingeräumt werden. Sie dürften nicht übergangen oder nur als Zeugen gehört werden, weil ihnen in diesem Falle nur nochmals Ohnmacht vorgeführt werde. Quelle: katholisch.de


18.4.2021 Zwischen 2018 und 2020 galten 18.292 unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche als verschwunden, nachdem sie in staatlicher Obhut waren. In Deutschland betraf dies 7.806 Minderjährige. 7.082 tauchten wieder auf, von 724 fehlt jede Spur. Quelle: kath.ch


18.4.2021 Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln fordert eine Diözesansynode, bei der alle Akteure im Erzbistum beteiligt werden sollen. "Die Diözesansynode solle einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft des Bistums schaffen und die systemischen Ursachen für Missbrauch, welche die MHG-Studie benennt, thematisieren", erklärte der Vorsitzende Tim-O. Kurzbach. Quelle: evangelisch.de


17.4.2021 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing, sieht die katholische Kirche durch ihren Umgang mit Missbrauchsvorwürfen in einer kritischen Lage. Alleine juristische Aufarbeitung bringe das Vertrauen nicht zurück. Die Menschen müssten "spüren, dass sich wirklich etwas verändert". Inzwischen haben 17 Diözesen die Gemeinsame Erklärung zu den Standards der Aufarbeitung unterzeichnet. 10 Bistümer haben die Erklärung noch nicht unterzeichnet. Quelle: katholisch.de


17.4.2021 Die katholische Theologin Johanna Rahner, Tübingen, sagt, wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintrete, sei "ein Rassist". Man könne nicht von der gleichen Würde von Frauen und Männern sprechen, ohne ihnen die gleichen Rechte einzuräumen. Da gebe es "eine Verpflichtung zum Widerstand". Quelle: katholisch.de


17.4.2021 Christiane Florin spricht mit Doris Reisinger und dem Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur Ludwig Ring-Eifel über die Rolle von Joseph Ratzinger im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen. Doris Reisinger hat zusammen mit Christoph Röhl das Buch "Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“ geschrieben. Quelle: DLF


16.4.2021 Interview mit Harald Dreßing: open.spotify.com


16.4.2021 Buchhinweis: Michael Pflaum: Für eine trauma-exitentiale Theologie. Missbrauch und Kirche mit Traumatherapien betrachtet. 2020


15.4.2021 Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz, meint: "Die Frauenfrage ist in der katholischen Kirche eine, wenn nicht sogar die Nagelprobe, an der sich ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden wird." Das begründet sie in ihrem Buch Frauen stören. Quelle: Domradio.de


15.4.2021 Die Karnevalsgesellschaft von Waldbröl hat dem verstorbenen Kardinal Meisner einen 1992 verliehenen Orden posthum aberkannt. Die Entscheidung sei "aufgrund der aktuell bekannt gewordenen grausamen Taten vieler Kleriker und pastoraler Mitarbeiter innerhalb der katholischen Kirche sowie den wohl absichtlichen Vertuschungen und Verleumdungen des ehemaligen Kardinals Joachim Meisner getroffen" worden. Die Karnevalsgesellschaft Waldbröl will sich damit von den Missbrauchsfällen und den Beschuldigten distanzieren. Quelle: katholisch.de


15.4.2021 katholisch.de weist auf die Anlaufstelle für Frauen, die in der Kirche Gewalt erlebt haben hin. Quelle: katholisch.de


14.4.2021  Die Theologin Eva Wawrzyniak, Lic.Theol., verabschiedet sich von ihrer Kirche und nennt ihre Gründe. Quelle: peter-paul-kirche


14.4.2021 In Frankreich wird seit Kurzem eine Debatte um sexuelle Gewalt in der Familie geführt. Den Anstoß gab das Buch von Camille Kouchner "La familia grande", in dem sie ihrem Stiefvater, dem Politologen Olivier Duhamel, vorwarf, seinen Stiefsohn sexuell missbraucht zu haben. Kouchner sagt, dass viele Prominente der Pariser Elite diese und ähnliche Taten stillschweigend gebilligt haben. Duhamel hat inzwischen alle Ämter an der Uni Sciences Po niedergelegt. Unter den Hashtags #Metooinceste und #scienceporcs berichten inzwischen Tausende Franzosen und Französinnen von Missbrauch in der Familie. Quelle: n-tv.de


14.4.2021 Im Bistum Aachen gibt es nach der Veröffentlichung des Missbrauchs-Gutachtens jetzt fünf unabhängige Ansprechpersonen aus unterschiedlichen Regionen, die erste Anlaufstelle für Betroffene, für Angehörige, für Menschen mit Vermutungsmeldungen und weitere Fragen sind. Quelle: Bistum Aachen


14.4.2021 Der Hochschulpfarrer Burkhard Hose stellt in der Diskussion um die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fest, dass es um Gerechtigkeit geht. Die volle Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften heiße, "dass die Würde der Person immer vor der Würde der Institution steht". Das gelte auch für die Anerkennung der Rechte von Frauen und für Betroffene von Missbrauch. In dieser Sicht auf Menschenrecht habe die katholische Kirche Nachholbedarf. Wenn sie ihre Lehre in diesen Punkten nicht ändere, werde sie in der Gesellschaft irrelevant.

Im Blick auf eine mögliche Spaltung der katholischen Kirche sagt Hose: "Ich glaube, man muss sich bei der Frage nach einem Konzil auch fragen, was eine Spaltung bedeuten könnte: Um welchen Preis erhalte ich die Einheit aufrecht? Dieser Preis kann für mich nicht heißen: Abstriche von Menschenrechten." Quelle: katholisch.de


14.4.2021 Das französische Kassationsgericht hat die gegen Kardinal Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung eingelegte Berufung abgewiesen. Barbarin war 2020 im Strafverfahren wegen der Nicht-Anzeige von Missbrauch durch den katholischen Priester Preynat frei gesprochen worden. Das Gericht begründet die Zurückweisung der Berufung damit, dass Barbarins Verpflichtung zur Anzeige der Übergriffe zu dem Zeitpunkt entfallen sei, zu dem die Opfer selbst volljährig geworden waren und Anzeige hätten erstatten können. An Barbarin können nun auch keine Schadenersatzforderungen gerichtet werden. Quelle: Kirche und Leben


13.4.2021 Das Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck sucht ehemalige Heimkinder, Verwandte oder Mitarbeiter, die aus den Heimen Martinsbühel, Scharnitz, das von Benediktinerinnen geleitet wurde, aus dem Josefinum/Volders, Bubenburg/Fügen, St. Josef/Mils, Thurnfeld/Hall und Elisabethinum/Axams berichten können. Zeitzeugen können sich für ein Forschungsprojekt telefonisch (0512/507-44 016) oder per E-Mail bei den Projekt-Mitarbeitern melden: friedrich.stepanek@uibk.ac.at; ina.friedmann@uibk.ac.at. Quelle: vaticannews


13.4.2021 Der Vatikan hat Segnungsfeiern für homosexuelle Paare mit Verweis auf das Alte Testament abgelehnt. (Nicht nur) Der Bonner Alttestamentler Ulrich Berges informiert, dass das Alte Testament und die altorientalische Welt keine homosexuellen Beziehungen im Sinne gleichberechtigter und rechtlich anerkannter Lebenspartnerschaften gekannt haben. ReadSpeaker webReader: Vorlesen Die zitierte Bibelstelle Lev 18,22 ("Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel") beschreibe keine einvernehmliche sexuelle Handlung, sondern eine Vergewaltigung. Das habe bereits 2019 die Päpstliche Bibelkommission festgestellt. Auch auf "die Idee, sexuelle Handlungen gleichgeschlechtlicher Partner würden die gottgewollte Differenz zwischen Mann und Frau widerlegen oder bedrohen", seien die Autoren der Bibel nicht gekommen. Quelle: katholisch.de


13.4.2021 Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt von Bischof Michael Hoeppner (71), Crookston, angenommen. Gründe für den Rücktritt wurden nicht genannt. US-Medien berichten, dass gegen Noeppner Untersuchungen laufen wegen der möglichen Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs. Quelle: Domradio


13.4.2021 Zur Aufarbeitungskommission im Bistum Augsburg gehören Dr. Bernhard Koloczek, Richter am Bundessozialgericht i. R., Prof. Dr. Michele Noterdaeme, Chefärztin der Kinder-/ Jugendpsychiatrie und –therapie am Josefinum Augsburg, Hubert Paul, Präsident des Sozialgerichts Augsburg, Manfred Prexl, Vors. Richter am OLG München i. R., Prof. Dr. Gerda Riedl, Theologin (Mitarbeiterin der Diözese Augsburg). Die beiden Mitglieder aus dem Betroffenenbeirat fehlen noch. Der Betroffenenbeirat wird von der Aufarbeitungskommission gewählt. Acht Bewerbungen für die fünf Mitglieder des Betroffenenbeirats sind eingegangen. Quelle: Bistum Augsburg


13.4.2021 Martin Braun ist in den 1990er Jahren von einem Potsdamer Kaplan missbraucht worden. Bis heute ist der Täter im Dienst der Kirche. Der Fall zeigt: Nicht nur im Erzbistum Köln wurde die konsequente Verfolgung von Tätern verfehlt. (Paywall) Quelle: maz-online


12.4.2021 Das Erzbistum Köln dementiert einen Bericht der "Bild"-Zeitung, die behauptet hatte, Kardinal Woelki könne als damaliger Geheimsekretär von Kardinal Joachim Meisner von Missbrauchshandlungen durch Priester erfahren haben. Die Zeitung bezieht sich auf die Fälle 11 und 12 im Gercke-Gutachten. Das Erzbistum Köln schreibt: "Es bleibt dabei, dass Kardinal Woelki als Geheimsekretär keine Kenntnis von Vertuschung hatte." Quelle: katholisch.de


12.4.2021 Die französische Journalistin Céline Hoyeau hat in französischen Geistlichen Gemeinschaften die Gründerpersonen angeschaut, die des Missbrauchs schuldig wurden: u.a. die Brüder Marie-Dominique und Thomas Philippe, André-Marie von der Borght, Ephraim, Thierry de Roucy und Jean Vanier. Die von ihnen gegründeten Neuen Geistlichen Bewegungen entstanden in einer Krisenzeit, in der große Hoffnungen auf eine katholische Erneuerung bestanden und es zugleich keine Kontrolle gab. Gemeinsam war den Gründern eine charismatische Persönlichkeit und ein Talent zum Predigen. Da ihre Taten so lange unentdeckt blieben, ist dies auch ein Versagen des Systems, wie Hoyeau in ihren Buch "La Trahison des pères" ("Der Verrat der Väter") konstatiert. Nur ein kleiner Teil der Gründer seien "echte Perverse" gewesen, der Großteil hatte starke narzisstische Veranlagungen. Quelle: katholisch.de


12.4.2021 In Australien hat ein Missbrauchsopfer umgerechnet 960.000 Euro Entschädigung vom Schulorden der Christian Brothers und dem Bistum Ballarat zugesichert bekommen. Der 58-Jährige war von Ordensleuten missbraucht worden. Quelle: katholisch.de


12.4.2021 Der vierten Pressemitteilung der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vom 24.3.2021 zum Verhalten der Verantwortlichen des Erzbistums Köln im Zusammenhang mit dem WSW-Gutachten zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum kritisieren die Autor*innen die Nicht-Veröffentlichung des Gutachtens durch das Erzbistum Köln. Sie weisen darauf hin, dass es keine äußerungsrechtliche Bedenken gegen ihr Gutachten gibt und dass das Gercke-Gutachten ein Gutachten von "Recht ohne Moral" sei.  Sie missbilligen die begrenzten Möglichkeiten der Einsichtnahme in ihr Gutachten und bieten erneut seine Veröffentlichung an. Quelle: westpfahl-spilker.de


11.4.2021 Im Fall Woelki gibt es laut Bild-Zeitung Hinweise im Gercke-Gutachten auf Mitwisserschaft Woelkis. Quelle: Bild


11.4.2021 Interview mit Luna Born zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Quelle: www1.wdr


11.4.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Rörig, ist optimistisch, dass eine "Gemeinsame Erklärung" zu den Aufarbeitungsstandards mit der Evangelischen Kirche noch im Mai 2021 unterschrieben wird. Vermutlich werden dort vier bis sechs Aufarbeitungskommissionen festgeschrieben. Vorgesehen sind Siebener-Kommissionen: Zwei Betroffene, zwei externe, von der jeweiligen Landesregierung benannte Experten und maximal drei Kirchenleute.  Quelle: Zeit


10.4.2021 Bis 2020 hat Bischof Michel Dubost das Bistum Lyon verwaltet. Nun soll er als Apostolischer Administrator der Kirche in der Diözese Cayenne, Französisch-Guyana, helfen, Vorwürfe der sexuellen Vorteilsnahme gegen dessen emeritierten Bischof Emmanuel Lafont (75) aufzuklären. Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen und eine kanonische Untersuchung ist eingeleitet. Quelle: Domradio


10.4.2021 Carola Moosbach's Bücher (Lobet die Eine, Gottflamme Du Schöne und Himmelsspuren) sind seit langem vergriffen. Nun ist eine Sammlung ihrer Gottespoesie erschienen: Ins leuchtende Du. Eine Leseprobe ist hier zu finden.


9.4.2021 Nach Informationen der Mainpost geht die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg nach. Sie hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Der Anzeigeerstatter sei besorgt, dass die Aufklärung ebenso lange dauere wie im Fall eines Priesters im Landkreis Bad Kissingen. Damals waren erste Hinweise 2011 ergangen, das Urteil gegen den Priester aus Bad Bocklet erging jedoch erst im August 2020. Sowohl Bischof Jung, Würzburg, als auch Kardinal Marx als Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz wurden informiert. Quelle: BR


9.4.2021 Der Theologe Georg Essen beklagt, dass der Kontakt zwischen der wissenschaftlichen Universitätstheologie und der Lehramtstheologie „nahezu abgebrochen“ sei. Katholische Theologinnen und Theologen führten „weithin Sonderdebatten, an denen wir uns berauschen und mit denen wir vielleicht auch Leute auf Gemeindeebene begeistern können“, so Essen. „Aber das römische Lehramt interessiert das nicht.“ Essen weist darauf hin, dass der Synodale Weg sich außerhalb des geltenden Kirchenrechts bewege und die Beschlüsse daher keine Bindungswirkung haben. Quelle: neuesruhrwort.de


8.4.2021 Gegen den französischen Philosophen Michel Foucault erhebt der Autor Guy Sormann den Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Der 1984 verstorbene Philosoph und Historiker soll in Tunesien kleinen Jungen Geld für Sex angeboten und sie vergewaltigt haben. Belege dafür scheint es nicht zu geben. Quellen: Deutschlandfunk Kultur   FR 11.4.2021


8.4.2021 Thomas Großbölting über Missbrauch im Bistum Münster


8.4.2021 Thomas Großbölting, Historiker, der derzeit für das Bistum Münster eine unabhängige Missbrauchsstudie erstellt, kritisiert, dass Kardinal Woelki nicht zurücktritt. Im katholischen Bischofskollegium scheine es keine Schuldkultur zu geben. Ein Rücktritt Woelkis sei tatsächlich nur ein Symbol - auch die strukturellen Probleme müssten angegangen werden. Weltweit träten pro Woche zwei bis drei Bischöfe wegen ihres Umgangs mit sexuellem Missbrauch zurück, nur in Deutschland funktioniere das nicht. Großbölting kritisiert auch den  Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Die 2020 beschlossenen Standards der Aufarbeitung hätten nicht in Verhandlungen mit den Bischöfen entstehen dürfen. Vielmehr hätten die Bischöfe lediglich ihre Zusammenarbeit anbieten dürfen, Mittel zur Verfügung stellen sollen und die Akten öffnen sollen. Damit hätten sich die Bischöfe "entmächtigt" und die Aufarbeitung in die Hände von unabhängigen Experten und Betroffenen geben sollen. Quelle: neuesruhrwort


8.4.2021 Klaus Mertes und Matthias Katsch haben heute das Bundesverdienstkreuz für ihren jahrelangen Kampf gegen sexuellen Missbrauch erhalten. Bundespräsident Steinmeier sagte: "Sie beide haben sich in der Tat große und vor allem auch bleibende Verdienste um unser Gemeinwesen erworben. Sie haben sich mit viel Mut und großer Beharrlichkeit für die Aufdeckung und Aufklärung abscheulicher Verbrechen in unserer Gesellschaft engagiert. Sie sind eingetreten für die Schwächsten unter uns, für an Leib und Seele tief verletzte Kinder und Jugendliche, für lange Zeit Vergessene oder Verschwiegene." Herzlichen Glückwunsch! Quelle: katholisch.de


8.4.2021 Hermann Häring schaut sich das Verhalten Kardinal Woelkis und seine Hintergründe an: "Die Nebel einer unmoralischen Amtsführung". Er stell u.a. fest: "So wirft er [Woelki] mit keinem Satz die Frage auf, was genau den Opfern geschadet hat, ob den juristischen Verfehlungen nicht ein entscheidendes moralisches Versagen voranging und welche Genugtuung dafür fällig ist. Somit handelt Woelki moral-los, also amoralisch im klassischen Wortsinn. Seine Exilierung von Moral disqualifiziert ihn als Christen ebenso wie als Theologen." Härings Fazit: "Im Jahr 1985 belegte Johannes Paul II. – in einem Anfall von päpstlicher Überheblichkeit – den brasilianischen Theologen Leonardo Boff mit einem Bußschweigen. Ein Jahr solle er sich zurückziehen und über seine Irrlehren nachdenken. Kirchendienern, die der Kirche so sehr schaden wie Sie, verehrter Herr Kardinal, sollte ein Bußschweigen von mindestens einem Jahrzehnt auferlegt werden. Dem Gottesvolk sei aber gewünscht, in unserer Periode amtskirchlicher Selbstzerstörung möge es einen wohlbedachten eigenverantwortlichen Weg finden. Nicht das Gottesvolk trennt sich von Leuten wie Woelki, denn er hat sich zuvor vom Gottesvolk getrennt." Quelle: hjhaering.de


8.4.2021 Heute beginnt eine dreitägige internationale Online-Konferenz der Päpstlichen Kinderschutzkommission zum Thema Missbrauch. Bei dem Symposium soll geschaut werden, welche Rolle verschiedene Glaubensgemeinschaften bei der Prävention von sexuellem Missbrauch Minderjähriger spielen können und wie sie Opfern bei der Heilung des Traumas helfen können. Quellen: vaticannews   hfh.fas.harvard.edu


7.4.2021 Weil es noch immer nicht verstanden ist, muss es wieder und wieder gesagt werden: "Es geht um die Betroffenen und es geht um die Gerechtigkeit für die Betroffenen. Wenn man immer wieder die Eigeninteressen der Institution in den Vordergrund stellt, auch die eigene Angst davor, weitere Mitglieder zu verlieren, dann wird man in der Aufarbeitung nicht weiterkommen" , sagt Pater Mertes, der morgen zusammen mit Matthias Katsch das Bundesverdienstkreuz bekommt. Quelle: Domradio


6.4.2021 Hans Küng ist tot. Unvergessen die Gespräche 1970 über "„Unfehlbar? Eine Anfrage“. Nachruf von


6.4.2021 In Kolumbien hat Erzbischof Oscar Urbina eine kirchliche Voruntersuchung gegen zehn Priester der Erzdiözese Villavicencio eingeleitet. Sie wurden suspendiert und stehen im Verdacht, zu einem Netzwerk zu gehören, das Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Quelle: domradio.de


Ostern ist das Fest, an dem die Traurigen sich freuen dürfen, die Weinenden lachen lernen, die Ausgegrenzten dazugehören - und der Tod seinen Schrecken verlieren kann. Er wird nicht das letzte Wort haben. In dieser Hoffnung wünsche ich allen, die hier vorbeischauen "Frohe Ostern!"

 


3.4.2021 Allein in Frankreich beläuft sich laut Schätzungen die Zahl der in ihrer Kindheit durch sexuelle Gewalt Betroffenen auf 3,5 Millionen – Väter, Brüder, Familienbekannte, Trainer, Priester oder Lehrer sind die Täter. Quelle: vaticannews.va


3.4.2021 Vielen Christen bleibt dieses Jahr ihr Halleluja in der FFP2-Maske stecken. Soll man noch glauben, inmitten von Missbrauchsskandalen, Korruption und der Musealisierung des Christentums? Dabei könnte gerade die christliche Hoffnung auf Erlösung durch die Pandemie helfen. Quelle: Süddeutsche


2.4.2021 In der Karfreitagspredigt klagt Bischof Jung, Würzburg, dass "die Sensibilität für die Betroffenen" aus dem Blick geraten sei. Bischof Overbeck, Essen, sagte, "viele glauben nicht mehr daran, dass wir als Kirche im Missbrauchsskandal wirklich die Opfer redlich um Entschuldigung bitten und Konsequenzen ziehen, weil wir all die geschehenen Gewalttaten, das Verurteilen und Verleugnen verabscheuen und zutiefst bereuen." Missbrauchsgutachten drohten hohl zu werden, "wenn nicht alle systemischen Zusammenhänge und die moralische Verantwortung, die damit einhergeht, benannt werden". Quelle: Tagesschau


2.4.2021 Karfreitag: Große Fürbitten. Ohne Kommentar.


2.4.2021 Magdalena Hürten konstatiert, dass Frauen, die in der katholischen Kirche mit zwei Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn sie Erfahrungen von Missbrauch deuten und sich mit anderen darüber austauschen wollen. Zum einen werden ihre Erfahrungen oft nicht verstanden bzw. missverstanden. Diese "Zeugnisungerechtigkeit" wird erweitert durch "hermeneutische Ungerechtigkeit: Ihre Bewertung einer Erfahrung als Missbrauch wird nicht anerkannt, denn Frauen sind aus dem Prozess, in dem die Bedeutung sozialer Erfahrungen ausgehandelt wird, aufgrund ihres Frauseins ausgeschlossen. Betroffene müssen "erleben, dass nach der Verletzung von Selbstbestimmung, Körper und Seele auch ihre Fähigkeit, als Subjekt von Wissen zu agieren, übergangen wird. Die Tatsache, dass ihnen zwei der alltäglichsten epistemischen Praktiken – das Deuten der eigenen Erfahrungen und der Wissensaustausch – verweigert werden, kann eine weitere Demütigung bedeuten." Quelle: feinschwarz.net


1.4.2021 Guido Sprügel, Jungle world, erwähnt GottesSuche: "Während derzeit die katholische Kirche Schlagzeilen macht, weist die ­ökumenische Selbsthilfegruppe »Gottessuche – Glaube nach Gewalterfahrungen« darauf hin, dass sexuelle Übergriffe in allen christlichen Kirchen ­vorkommen. Und während sich die derzeitige Debatte vor allem um Übergriffe auf Jungen dreht, berichtet Barbara Haslbeck, die für den Verein [der Verein ist erst im Werden:-)]tätig ist, davon, dass auch viele Frauen von solchem Missbrauch betroffen seien. 'An uns wenden sich Frauen aus den beiden großen christlichen Kirchen, aber auch aus Freikirchen. Hier finden ebenso viele Übergriffe statt und die Frauen erzählen genauso, dass sie ­keinen Ort haben, um den Missbrauch ­anzusprechen.'" Quelle: jungle.world


1.4.2021 Jahrelang wurden in der katholischen Kirche Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder nur zögerlich aufgearbeitet. Dabei besonders im Fokus: Das Erzbistum Köln. Das will jetzt aufklären – aber vielen Gläubigen reicht das nicht. Die Zahl der Kirchenaustritte steigt. Quelle: DLF


1.4.2021 Christiane Florin kommentiert die Vorgänge im Erzbistum Köln: "Lassen Sie uns bitte sachlich bleiben! Von Schafott, Kreuz und Kreisen" Quelle: Weiberaufstand


31.3.2021 Als die Münchner Diözese 1987 einen Priester nach Garching an der Alz schickt, verschweigt sie, dass er Missbrauchstäter ist. Die Initiative "Sauerteig" will alte Wunden heilen und hofft auf Hilfe durch den Kardinal. Bernd Kastner, Süddeutsche Zeitung, berichtet. Quelle: eckiger-tisch.de


31.3.2021 Missbrauch: Kardinal kämpft um Deutungshoheit Quelle: NDR


30.3.2021 I "Pfarrer G." lebte von 1994 bis zu seinem Tod 2015 im emsländischen Werlte-Wieste. Anfänglich war er nolch in der Seelsorge tätig. 2011 wurde das Bistum Dresden-Meißen von Verwandten über Missbrauchsvorwürfe informiert. Anfang 2012 wurde das Bistum Osnabrück um Amtshilfe gebeten. Der Beschuldigte wies alle Anschuldigungen zurück. Die Staatsanwaltschaft stellte 2012 das Ermittlungsverfahren wegen Verjährung ein. In einem kirchenrechtlichen Verfahren verweigerte der Beschuldigte alle weiteren Gespräche. Dem Bistum Osnabrück lagen zum Zeitpunkt des Zuzugs von G. nach Wieste und auch in den Folgejahren bis zur Kontaktaufnahme durch das Bistum Dresden-Meißen 2011 keinerlei Hinweise auf Übergriffe durch G. oder Informationen über entsprechende Anschuldigungen vor. Quelle: bistum.net


30.3.2021 Johanna Beck spricht vom Betroffenenbeirat bei der DBK und sieht eine Chance für den Beirat, wenn die Mitglieder "Respekt und die Solidarität bewahren" und ihre "Vielseitigkeit als Stärke sehen". Quellen: katholisch.de   open.spotify


30.3.2021 In den evangelischen Landeskirchen wird sexueller Missbrauch selten öffentlich. In der Nordkirche wurde bisher in 60 Fällen, in Württemberg in 145 Fällen, in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover in 120 Fällen über Zuwendungen entschieden. Eine Betroffene - Katharina Kracht, heute Mitglied des Betroffenenbeirats der EKD - wandte sich gemeinsam mit der Landeskirche Hannovers an die Öffentlichkeit. Danach meldeten sich bislang acht weitere Betroffene, die vom gleichen Täter missbraucht wurden. Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch sagt, dass es vermutlich noch weitere Betroffene gibt, die sich (noch) nicht gemeldet haben. Häufig gebe es in evangelischen Kontexten Mehrfachtäter. In einigen Landeskirchen ist ungeklärt, wie mit möglichen weiteren Missbrauchsfällen umgegangen werden soll, die im Anerkennungsverfahren bekannt bzw. angedeutet wurden. Das begünstigt bis heute Täter. In der Landeskirche Hannovers werden Missbrauchsfälle veröffentlicht - damit verbunden ist die Hoffnung, dass Kolleg*innen, ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter*innen aufmerksam werden. Sie werden auch von der Landeskirche kontaktiert. Quelle: Eulemagazin


30.3.2021 Der Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert das Gercke-Gutachten, weil es systemische Ursachen des Missbrauchs nicht in den Blick genommen hat. Die Engführung von Aufarbeitung auf eine rein strafrechtliche Betrachtung lasse Zweifel am kirchlichen Willen zu einer umfassenden und grundlegenden Aufarbeitung aufkommen. Wenn den betroffenen Menschen Gerechtigkeit widerfahren solle und wenn die Kirche zu einer neuen Glaubwürdigkeit finden wolle, dürfe die moralische-ethische Ebene nicht unberücksichtigt bleiben. Würden die problematischen Strukturen nicht reformiert, werde dieses System immer wieder neue Opfer hervorbringen. Als "besonders problematisch" wertet der Betroffenenbeirat den Ausschluss von Betroffenen an der Erstellung des Gutachtens. Auch in anderen Bistümern erkennt der Betroffenenbeirat noch keine breite Bereitschaft, Verantwortung für die Auswirkungen auf das heutige Leben der betroffenen Kinder und Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen zu übernehmen. Quelle: katholisch.de


30.3.2021 Die ehemalige Kölner Ermittlungsrichterin Erika Nagel ist nun Mitglied des Beraterstabs des Erzbistums Köln zur weiteren Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Der Beraterstab begleitet die Umsetzung erster Maßnahmen, bis die unabhängige Aufarbeitungskommission eingerichtet ist. Quelle: Domradio


30.3.2021 Joachim Frank kommentiert vatikanische Aussagen, die die Machtlosigkeit z.B. im Blick auf die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften behaupten: "Stattdessen gerät die Pose kirchlicher Selbstentmächtigung faktisch zur Machtdemonstration par excellence: Wir müssen noch nicht einmal nicht wollen, wir brauchen nur nicht zu können. Das ist beim Thema Weiheamt genauso augenfällig wie jetzt beim Segnungsverbot. Vollmacht wird zur machtvollen Totalverweigerung: des Hörens, des Lernens und – vor allem – des Dienens." Quelle: katholisch.de


29.3.2021 Christian Linker, ehemaliger BDKJ-Diözesanvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrates im Erzbistum Köln, hat das WSW-Gutachten gelesen. In den Stellungnahmen der Kirchenverantwortlichen, denen Fehler vorgeworfen wurden, findet er einen "Mix aus fehlendem Erinnerungsvermögen, verneinter Zuständigkeit und unverhohlener Drohung mit juristischen Schritten." Linker kommentiert: "Es liegt eine unsagbar traurige Erbärmlichkeit in diesen von etlichen Anwälten*innen (mit)-verfassten Erklärungsversuchen ranghöchster Kölner Kleriker." Rückgrat der Verantwortlichen findet Linker lediglich bei einem inzwischen freigestellten Weihbischof, der teilweise eigene Fehler einräumt und in der Fähigkeit aller Beteiligten, die vatikanische Pflicht zur Meldung verdächtiger Kleriker zu ignorieren. Zudem beobachtet Linker, dass unter "Kirche" noch immer zuerst der Klerus gemeint ist - die Betroffenen bleiben die anderen. Quelle: Theosalon


29.3.2021 Der Vatikan hat gegen den früheren Danziger Erzbischof Slawoj Leszek Glodz (75) und den zunächst suspendierten, dann zurückgetretenen Bischof von Kalisch, Edward Janiak (68) Disziplinarstrafen verhängt. Ihnen wurde die Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten und weltlichen Zusammenkünften in ihren früheren Diözesen untersagt. Beide müssen außerhalb ihres Bistums wohnen und eine "angemessene Summe" an die Sankt-Josef-Stiftung zahlen, die Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt fördert und Missbrauchsbetroffenen hilft.

Vorgeworfen werden den Bischöfen Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen und in der Verwaltung der Bistümer. Der Danziger Bischof Leszek Glodz sagt, er habe sich an die Vorschriften gehalten und bei Verfahren gegen Kleriker "keine Langsamkeit" an den Tag gelegt. Quelle: katholisch.de


29.3.2021 Der nur noch vierköpfige Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln fordert eine bessere Opfernachbetreuung, eine unabhängige Ombudsstelle, juristische Begleitung  für Betroffene, ein zentrales Verfahrensregister und Reformen im Kirchenrecht und bezüglich des Selbstverständnisses der Kirche. Die Kritik am WSW-Gutachten teilt der Betroffenenbeirat. Das Gutachten sei sprachlich emotionaler als das Gercke-Gutachten, Emotionalität sei im juristischen Sinn jedoch kein Kritierium für eine haltbare Aussage. Quelle: Domradio

Kommentar: Ich wiederum verstehe nicht, dass in einem Gutachten über Vertuschung von Verbrechen Emotionen nicht benannt werden. Denn auf Betroffenenseite geht es um Verrat, vielfältige Schmerzen, Einsamkeit, Isolation, Ausgrenzung, Nicht-Zugehörigkeit, Ausbeutung, Vernachlässigung, Nicht-Gehört-Werden u.s.w. Und auf Seiten der Kirchenverantwortlichen müsste es darum gehen, im anderen Menschen, zumal dem leidenden, Jesus selbst zu begegnen. Ein Gutachten, das sowohl das Selbstverständnis der Kirche als auch das Leid der Betroffenen ausblendet, wiederholt die Empathielosigkeit, die kirchlich Betroffenen begegnete.

29.3.2021 Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße nicht angenommen und ihm stattdessen eine "Auszeit" gewährt. Was genau "Auszeit" bedeutet, wird von informierten Kirchenkreisen interpretiert als eine Zeit, in der ein langwieriges Prüfverfahren durch den Vatikan stattfinde. Für den Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht es so aus, dass sowohl Erzbischof Heße als auch die Weihbischöfe Schwaderlapp und Puff von Franziskus im Amt gehalten werden - Franziskus wolle offenbar erst einmal Zeit gewinnen. - Das Kölner Gercke-Gutachten hat Heße elf Pflichtverletzungen gegen Aufklärungspflicht und Meldepflicht vorgeworfen. Heße hat sein Rücktrittsgesuch begründet: Er wolle Schaden vom Erzbistum abwenden. Fehler gestehe er ein, aber er bestreite die Beteiligung an Vertuschung.

Schüller kritisierte den Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, der im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sagte, die Kritik an Kardinal Woelki habe „kampagnenhafte Züge“ getragen. Schüller kommentierte: „Hier wird so getan, als wäre es doch im Wesentlichen eine Kampagne der bösen Medien gewesen.“ Quelle: welt.de


29.3.2021 "Wenn jetzt so viele Menschen in der Kirche für die Segensfeiern gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eintreten, dann darf es nicht darum gehen, künftig die Gotteshäuser mit queeren Paaren zu bevölkern oder sich selbst in dieser Kirche besser zu fühlen. Es geht vielmehr um die Achtung der Individualität, der Identität und der Integrität von Menschen, denen die Kirche diese Achtung bisher schuldig geblieben ist. Es ist dieses Thema, das sich augenblicklich wie ein roter Faden durch die Kirche zieht. Die Erscheinungsform von Kirche, die sich schwer damit tut, die Integrität von Überlebenden des Missbrauchs, von Frauen oder queeren Menschen ohne Wenn und Aber anzuerkennen, wird untergehen. Und wo der Katechismus dieser Anerkennung noch im Wege steht, muss er neu geschrieben werden. An dieser Stelle wird sich mitentscheiden, ob die Kirche in ihrer derzeitigen Gestalt fortbestehen wird." Das schreibt Burkhard Hose, Hochschulpfarrer in Würzburg. Quelle: katholisch.de


29.3.2021 Interview mit Bischof Ackermann und dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung: Das Gutachten ist noch keine Aufarbeitung. Quelle: Süddeutsche


28.3.2021 Ein schwuler Mann stellt einem katholischem Pfarrer Fragen. Quelle: youtube.com


27.3.2021 So wurde im Bistum Limburg mit einem Diakon umgegangen, dessen Privatleben nicht mit den offiziellen Normen der Kirche übereinstimmte. Der Diakon formuliert: "Ich war für Sie eine Chance, barmherzig zu handeln. Sie haben sie nicht genutzt." Quelle: hessenschau.de


27.3.2021 Die katholischen Bischöfe Frankreichs wollen in Lourdes einen nationalen Erinnerungsort für kirchliche Missbrauchsbetroffene schaffen und einen jährlichen Gebetstag am dritten Freitag der Fastenzeit einrichten. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort von Reims, bat die Opfer erneut um Vergebung für ein Versagen der Kirche. Betroffene sollen eine personalisierte Entschädigungssumme erhalten zur Deckung der für die Genesung erforderlichen Kosten. Quelle: Domradio


27.3.2021 Die französische katholische Bischofskonferenz bittet kirchliche Missbrauchsbetroffene um Verzeihung. Sie erklärte, die Kirche wolle einen "finanziellen Beitrag" leisten, der weder eine Entschädigung noch eine Wiedergutmachung ist. Derzeit untersucht eine unabhängige Missbrauchskommission Missbrauchsfälle gegen Minderjährige seit 1950. Die Kommission geht von mindestens 10.000 Opfern aus. Quelle: ORF


27.3.2021 Anlässlich des Todes der ersten Theologieprofessorin Uta Ranke-Heinemann wird ein  Interview mit ihr von 2013 gesendet: "Im Vatikan kommst du als Frau nur mit dem Staubsauger nach oben". 1987 wurde ihr die Lehrerlaubnis entzogen, weil sie an der Jungfrauengeburt zweifelte. Quelle: podcast-mp3.dradio.de


27.3.2021 Von einem "System der Unzuständigkeit, der fehlenden Rechtsklarheit, der fehlenden Kontrollmöglichkeiten und der Intransparenz" spricht das Gercke-Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln. Exemplarisch dafür ist der Fall des Pfarrers U., den die Staatsanwaltschaft angeklagt hat. Quelle: katholisch.de


26.3.2021 Bislang wurde Kardinal Woelki noch nicht vom Vatikan entlastet vom Vorwurf, 2015 einen Missbrauchsfall nicht nach Rom gemeldet zu haben. Nach den von Papst Franziskus eingesetzten Vorschriften hätte spätestens nach 30 Tagen eine Entscheidung Roms vorliegen müssen, denn im Dezember 2020 hatte Bischof Genn den Fall gemeldet. Quelle: Neues Ruhrwort


26.3.2021  Karl Haucke, ehemaliges Mitglied des Kölner Betroffenenbeirates schreibt: "Mir ist deutlich geworden, warum das Erzbistum dieses Gutachten in der Schublade halten will: Es ist zu gut. Zu opferorientiert. Es hat sich – im Gegensatz zu dem der Kanzlei Gercke-Wollschläger – nicht mit ariel-klinisch-sauberen Rechtspositionen zufrieden gegeben." Und: "Beide Gutachten berichten über ein System der Eiseskälte. Die Ergebnisse des Gercke-Gutachtens und des WSW-Gutachtens laufen auf das Gleiche hinaus: Täterschutz geht vor Opferschutz. Außerdem herrscht absolute Empathielosigkeit für die Opfer vor. Das WSW-Gutachten traut sich aber, den juristischen Jargon zu verlassen und wenigstens auf einigen Seiten den moralischen Anspruch zurückzugeben, den Kirche immer vor sich her trägt." Die Position Woelkis beurteilt Haucke so: "Insofern ist die Systematik, moralische Einschätzungen völlig außen vor zu lassen, sehr fragwürdig. Aber sie ermöglicht Herrn Woelki eine umfassende Distanzierung von moralischer Verantwortung." Quelle: hpd


26.3.2021 "Der übermäßige Fokus auf juristische Gutachten droht, die moralische Verantwortung und vor allem auch systemische Bezüge in den Hintergrund treten zu lassen und die Gutachten damit ihres eigentlichen Zweckes zu berauben: die Betroffenen und nicht die Beschuldigten in den Mittelpunkt zu stellen." Das schreibt Dr. Johannes Ludwig im Blick auf juristische und kirchenrechtliche Gutachten, die nur auf Symptome einer Fehlentwicklung abzielen und damit die Auseinandersetzung mit dem grundsätzlichen Problem klerikaler Macht verhindern. Quelle: feinschwarz.net


26.3.2021 Die Internationale Union von Ordensoberinnen (UISG), die mehr als 500.000 Ordensfrauen vertritt, startet eine Online-Kampagne mit dem Titel "Sisters Empowering Women", die sich mit der Enzyklika "Fratelli tutti" auseinandersetzen will. Damit sollen Wege für Emanzipation und Hoffnung geöffnet werden. Quelle: Domradio


26.3.2021 Bischof Niemeyer, Erfurt, bittet Betroffene von sexuellem Missbrauch im Bistum Erfurt um Mitarbeit in einer unabhängigen Kommission, die diese Fälle in seinem Bistum untersuchen soll. Quelle: Tag des Herrn


26.3.2021 Die Vorwürfe gegen Pfarrer Georg Meyer, Markhausen - Bistum Münster, erhärten sich. Inzwischen ist von sieben Betroffenen die Rede, die als Messdiener missbraucht wurden. Quelle: nwzonline


25.3.2021 Der Chefredakteur des Domradios plädiert dafür, das WSW-Gutachten in den Aussagen, die nicht Personen betreffen, ins Internet gestellt werden. Quelle: Domradio


25.3.2021 Patrick Bauer, ehemaliger Sprecher des Kölner Betroffenenbeirats und Mitglied im Betroffenenbeirat der DBK, bemerkt, dass im Gercke-Gutachten den beschuldigten Kirchenleitungen zu Gute gehalten werde, dass sie die Normen nicht kannten. Im WSW-Gutachten werde ihnen die Unkenntnis der Vorschriften vorgeworfen. Bauer plädiert für die Veröffentlichung des WSW-Gutachtens, weil das veröffentlichte Gercke-Gutachten sich lediglich mit den Akten beschäftige, das WSW-Gutachten Aktenlücken durch Gespräche mit Zeitzeugen ergänze. Außerdem habe das WSW-Gutachten auch das kirchliche Selbstverständnis im Blick. Quelle: Tagesschau


25.3.2021 Die Maßnahmen zur Umsetzung der MHG-Projektergebnisse im Bistum Limburg sind hier nachzulesen. Quelle: bistumlimburg


25.23.2021 Der Bundestag hat ein Gesetz zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschlossen. Die Taten werden künftig grundsätzlich als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug geahndet. Das gilt auch für den Besitz und die Verbreitung von Bildern und Filmen. Bisher konnten Täter unter Umständen mit Geldstrafen davonkommen. Quelle: evangelisch.de


25.3.2021 Die beiden Initiatorinnen der Kirchenreformbewegung "Maria 2.0", Elisabeth Kötter und Andrea Voß-Frick aus Münster, wollen nicht mehr Mitglied "der öffentlich-rechtlichen Institution römisch-katholische Kirche" sein. Andrea Voß-Fricke erklärte, dass sie habe einsehen müssen, dass es unmöglich sei, die Hierarchien und Machtstrukturen in der katholischen Kirche zu ändern. Elisabeth Kötter formuliert, dass "sich der Komplizenschaft schuldig" mache, wer weiter Teil dieses Systems bleibe. Sie wollen sich weiter in ihrer Heimatgemeinde in Münster engagieren und in den interreligösen Dialog in der Region einbringen. Auch bei Maria 2.0 wollen sie weiterhin mitarbeiten. Quelle: katholisch.de   Kirche und Leben


25.3.2021 Der kfd-Bundesverband diskutiert den "Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche"-


25.3.2021 Der Theologe, Psychiater und Buchautor Manfred Lütz fordert eine unabhängige staatliche Untersuchung für Missbrauch in der katholischen und evangelischen Kirche. Die Bischöfe seien mit der Selbstaufklärung überfordert. Das Kölner WSW-Gutachten kritisiert er im Vergleich zum Gercke-Gutachten als "schlecht", weil es  "nur allgemeine ziemlich freihändige Beurteilungen der einzelnen Personen im Stil von Arbeitszeugnissen und trendige Kirchenkritik" enthalte. Einen Hinweis ülber einen Zusammenhang von Missbrauch und Zölibat sieht Lütz nicht. Quelle: rp-online.de


25.3.2021 Die evangelische Kirche in Hamburg hat den jahrelangen Missbrauch im Kinderheim Margaretenhort in Harburg aufgearbeitet. Die Wissenschaftlerin Ulrike Winkler ("Kein sicherer Ort") stellte die Ergebnisse vor. Den Kindern und Jugendlichen wurde nicht geglaubt, wenn sie von sexueller Gewalt durch Jugendliche, die ebenfalls in dem Heim lebten, erzählten. Insgesamt betroffen waren mindestens zehn Mädchen zwischen zwei und 16 Jahren und ein kleiner Junge. Quelle: ndr.de


25.3.2021 Christiane Florin ist nicht überzeugt von Rainer Maria Woelkis Selbstinszenierung als Aufklärer der Vorwürfe sexualisierter Gewalt in seinem Bistum. Quelle: deutschlandfunk


25.3.2021 Dem WDR liegt ein Ausschnitt des nicht-öffentlichen WSW-Gutachtens vor, der erklären könnte, warum Kardinal Woelki dieses Gutachten nicht veröffentlichte. Danach sei "eine Bereitschaft vor allem der kirchlichen Hierarchie diese [...] Frage nach einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen Pflichtzölibat und sexuellem Missbrauch [...] kritisch und ergebnisoffen zu untersuchen, nur vereinzelt erkennbar, gleichwohl aber dringend geboten." Die Münchner Anwälte kommentieren, dass die Kirchenverantwortlichen ihrer besonderen Fürsorgepflicht nicht gerecht werden, "wenn mehr oder minder gleichgültig darauf verwiesen wird, dass es sexuellen Missbrauch auch außerhalb der katholischen Kirche gibt." - Für den Kirchenrechtler Bernhard Anuth könnte das Zitat die Vermutung bestätigen, dass der eigentliche Grund für die Nicht-Veröffentlichung des WSW-Gutachtens die HInweise auf systemische Ursachen sexuellen Missbrauchs seien. Diese würden in der Kirche nicht gerne gehört oder von vorneherein ausgeschlossen. - Auch Matthias Katsch spricht davon, dass der Missbrauch und die Verheimlichung, der Täterschutz und die Opfermissachtung System hatten. Dies werde im geheim gehaltenen Gutachten benannt. - Der Würzburger Theologie-Professor Matthias Remenyi sieht in dem Zitat aus dem WSW-Gutachten die Problematik des Gercke-Gutachtens benannt: Es beachte das moralische Verhalten Einzelner angesichts des kirchlichen Selbstverständnisses nicht und systemische und strukturelle tieferliegende Ursachen des Missbrauchs und seiner Vertuschung blieben unberücksichtigt. Remenyi fürchtet, dass das Gercke-Gutachten de facto systemstabilisierende Verwendung findet und daher erneut missbräuchlich wäre. Der Kirchenrechtler hält den Schaden, der durch die In-Dienstnahme des Betroffenenbeirates des Erzbistums Köln noch im Herbst 2020 geschah, für irreparabel.

Einer der Gutachter, der das WSW-Gutachten bewerten sollte - Professor Matthias Jahn - kannte den Auftrag des Erzbistums an die Kanzlei WSW nicht. Er wusste nicht, dass die Kanzlei WSW auch das Handeln der Verantwortlichen vor dem kirchlichen Selbstverständnis moralisch und ethisch beurteilen sollte. Das zeigen WDR-Recherchen. Quelle: www1.wdr.de

Kommentar: Nun geht der notwendige (!) Streit um das Gercke-Gutachten und das WSW-Gutachten weiter. Da ist viel aufzudecken, zu klären und zu diskutieren. Die Rolle der Verantwortlichen steht zur Diskussion ebenso wie die Berücksichtigung systemischer Ursachen für den sexuellen Missbrauch durch Kleriker. Gelder wurden und werden in diesem Streit eingesetzt, Ressourcen gebunden, .... Nur um eine Gruppe geht es immer noch nicht: um die Betroffenen.


24.3.2021 Der vierten Pressemitteilung der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zum Verhalten der Verantwortlichen des Erzbistums Köln im Zusammenhang mit dem WSW-Gutachten zu sexuellemMissbrauch im Erzbistum kritisieren die Autor*innen die Nicht-Veröffentlichung des Gutachtens durch das Erzbistum Köln. Sie weisen darauf hin, dass es keine äußerungsrechtliche Bedenken gegen ihr Gutachten gibt und dass das Gercke-Gutachten ein Gutachten von "Recht ohne Moral" sei.  Sie missbilligen die begrenzten Möglichkeiten der Einsichtnahme in ihr Gutachten und bieten erneut seine Veröffentlichung an. Quelle: westpfahl-spilker.de


24.3.2021 Interview von Evelyn Finger mit Kardinal Woelki. Quelle: zeit.de  Eckiger Tisch


24.3.2021 Michael Schenk, Missbrauchsbetroffener eines katholischen Priesters, dessen "Fall" im Gercke-Gutachten als „Aktenvorgang 223“ dargestellt wird, kritisiert die Darstellung: "Die Eiseskälte und die Ablehnung, die mir von Kardinal Meisner entgegenschlugen, findet sich im Gutachten auch nicht ansatzweise wieder. Das war aber seine Art, auf das Thema Missbrauch zu reagieren. Er konnte damit einfach nicht umgehen." Quelle: theworldnews.net


24.3.2021 In den Kinderheimen "Haus Maffei", Feldafing und im Hänsel-und-Gretel-Heim, Oberammergau, kam es in den 60er- und 70er-Jahren zu schwerem Missbrauch. Das "Haus Maffei" wurde bis 1972 vom Paritätischen Wohlfahrtsverband betrieben. Annette Eberle, Professorin für Pädagogik in der Sozialen Arbeit, untersucht die Vorwürfe. Im Gemeindearchiv ist sie inzwischen fündig geworden. Nun sucht sie Betroffene oder Bürger, die sich an Vorfälle im "Haus Maffei" erinnern. Quelle: sueddeutsche.de


24.3.2021 Im Gercke-Gutachten wird auch der "Fall U." genannt. Er zeigt exemplarisch das "System der Unzuständigkeit, der fehlenden Rechtsklarheit, der fehlenden Kontrollmöglichkeiten und der Intransparenz" im Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln. Quelle: Domradio


24.3.2021 Der Alttestamentler Ulrich Berges weist darauf hin, dass in der Bibel wie in der gesamten Antike keine Rede von einer freien Lebensbeziehung zwischen gleichen Partnern die Rede ist. Solche homosexuellen Beziehungen waren schlicht unbekannt, ihr Verbot oder das Verbot ihrer Segnung kann also heute nicht biblisch abgeleitet werden. So ist in Lev 18,22 ("Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.") von einer Demütigung die Rede, die häufig im Kontext eines Krieges dem gegnerischen Soldaten angetan wurde - nicht von einer gleichberechtigten liebevollen Beziehung. Quelle: Domradio


24.3.2021 Jean Carlos Cruz, Journalist, Missbrauchsbetroffener des chilenischen Priesters/Serientäters Karadima, wurde zum Mitglied der päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen ernannt. Er gehört zu den Betroffenen, die die Vertuschungen durch Bischöfe in Chile aufdeckten. Die Amtszeit der Kommission wurde um ein Jahr verlängert. Der Kommission gehören aus Deutschland Hans Zollner, Psychologe und Myriam Wijlens, Erfurter Kirchenrechtlerin, an. Quelle: religion orf


24.3.2021 Kai Moritz, Mitglied des Betroffenenbeirats der DBK stellt sich der Frage, ob das Kölner Gutachten Inszenierung oder aufrichtige Aufarbeitung ist. Quelle: srv.deutschlandradio


24.3.2021 Interview mit Matthias Katsch. Quelle: www1.wdr.de


24.3.2021 Hans Zollner beurteilt das Kölner Gercke-Gutachten als handwerklich gut gemacht für den Bereich, den es behandeln will. Allerdings sei der Teil des Auftrags, der das Handeln der Verantwortlichen am kirchlichen Selbstverständnis messen sollte, nicht erfüllt. Das Allerwichtigste jedoch fehle vollständig: "... dass es keine Opferperspektive gibt. Im ganzen Dokument wird nur auf vier Seiten auf die Fürsorge für die Betroffenen eingegangen." Es fehle der Kontakt zu den Präventions- bzw. Interventionsbeauftragten, die in Kontakt mit den Betroffenen waren. Für problematisch und wissenschaftlich ungenügend hält Zollner auch die Aussage der Gutachter, sie agierten im wertfreien Raum. Das Gutachten beleuchte nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was Aufarbeitung meint. Mit der Fokussierung auf strafrechtliche und kirchenrechtliche Beurteilung gehe eine Selbstbeschränkung einher, die vieles wegfallen lasse, was zentral für das kirchliche Selbstverständnis ist. Zollner bedauert, dass es in Deutschland kein parlamentarisches oder rechtliches Instrumentarium gibt, eine staatliche unabhängige Wahrheitskommissionen oder Royal Commission einzurichten.  Seine Gespräche mit Parlamentariern im September 2020 blieben bislang ohne Resonanz. Quelle: katholisch.de   open.spotify: Podcast mit Hans Zollner, SJ


23.3.2021 Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" kritisierte, es falle schwer zu glauben, dass Woelki, der so lange Kaplan und Weihbischof unter Meisner gewesen sei, nichts von der systembedingten Vertuschung mitbekommen haben wolle. Woelki versuche, sich als «erster Aufklärer Deutschlands» zu inszenieren, doch die von ihm angekündigten Maßnahmen seien im Grunde Selbstverständlichkeiten. Quelle: badische-zeitung


23.3.2021 Auf der Pressekonferenz sagte Kardinal Woelki, er sei als Geheimsekretär von Kardinal Meisner und als Kölner Weihbischof "nur wenig" mit dem Thema Missbrauch konfrontiert worden. Als Weihbischof habe er zwar zur Personalkonferenz gehört, aber dort seien die Fälle nur "eher verklausuliert" besprochen worden. Kein Fall sei konkret vorgestellt und diskutiert worden. Quelle: kirche-und-leben


23.3.2021 In einer Pressekonferenz kündigte Kardinal Woelki weitere Konsequenzen im Anschluss an das Gercke-Gutachten an. Er habe - gegen das geltende Kirchenrecht - angeordnet, dass die übliche Aktenvernichtung nach 10 Jahren nicht mehr stattfinden solle. Außerdem sollen die Widersprüche zwischen den DBK-Leitlinien und dem Kirchenrecht beseitigt werden. Der kirchenrechtliche Grundsatz, dass sexueller Missbrauch als Verstoß gegen das Zölibatsversprechen  eingeordnet werde, solle verändert werden. In Zukunft soll Führungspersonal geschult werden. Ein Hinweisgebersystem, das auch anonyme Hinweise aufnehme, soll eingerichtet werden. In Zukunft soll die Perspektive der Betroffenen handlungsleitend sein. Der Erzbischof steht zum Gespräch mit Betroffenen zur Verfügung. Künftig soll der Leitsatz gelten "Lieber eine Wahrheit, die wehtut, als eine Lüge, die tröstet‘. Zu den an ihn gerichteten Rücktrittsforderungen sagte Woelki: "Die moralische Verantwortung einfach mitnehmen und gehen – zum Schutz des Ansehens von Bischofsamt und Kirche – das ist mir zu einfach und in meinen Augen ist es falsch. Ich werde moralische Verantwortung annehmen und wahrnehmen. Ich werde hier und heute und in Zukunft alles dafür tun, dass keine solchen Fehler mehr passieren." Zuvor hatte er Schuld eingestanden: "Aber es geht nicht nur darum, das Richtige zu tun, sondern alles Menschenmögliche zu tun. Und das habe ich nicht getan." Seinen Rücktritt hatte er angekündigt für den Fall, dass das Gercke-Gutachten ihm eine Beteiligung an Vertuschung nachweisen könne. Quelle: Domradio   s.auch rtl  FR   zeit.de


23.3.2021 Der Kirchenrechtsprofessor Thomas Schüller, Münster, fasst das Kölner Gercke-Gutachten zusammen und ordnet es ein. Quelle: feinschwarz.net  s.auch: deutschlandfunk.de


23.3.2021 Sowohl das Kölner Gercke-Gutachten als auch das Münsteraner Gutachten des Historikers Großbölting sehen als Ursache für den fehlerhaften Umgang mit Missbrauchsfällen ein "System der Unzuständigkeit, der fehlenden Rechtsklarheit, der fehlenden Kontrollmöglichkeiten und der Intransparenz". Regeln widersprachen sich oder waren gänzlich unbekannt. Die Amtsträger hätten nicht gewusst, dass sie Regeln auch wirklich einhalten und durchsetzen müssen. Weil die Bischöfe für die Priester "zugleich Personalverantwortliche, Richter, geistliche Begleiter und manchmal auch alte Studienkollegen" waren, kam es zu einer Nicht-Differenziertheit von Rollen. Quelle: domradio.de

Kommentar: Bischöfe sind die wahren Opfer: Sie können einfach Gesetze weder kennen noch anwenden - beim besten Willen nicht. Und ihre Heilige Schrift scheinen sie auch nicht zu kennen.


22.3.22.3.2021 Im Vinzenz-Pallotti-Kolleg, Rheinbach bei Bonn, einem privaten katholischen Jungengymnasium hat der für die Aufarbeitung zuständige Pallotiner-Pater Norbert Possmann insgesamt zehn Täter und 39 Opfer identifiziert, die sexuelle Übergriffe und brutale Schläge erlitten. Eoinige Betroffene wurden entschädigt, bestraft wurde niemand. Quelle: Generalanzeiger


22.3.2021 Der Bonner Katholikenrat äußert sich empört über die Erkenntnisse aus dem Kölner Missbrauchsgutachten. Er fordert eine systematische und transparente Aufarbeitung der Missbrauchsfälle mit allen Konsequenzen für Verantwortliche ohne Rücksicht auf Ämter und Würden. Quelle: ga


22.3.2021 Der Hildesheimer Bischof Wilmer ruft anlässlich des Hildesheimer Friedenstages auf, für unsere jüdischen Mitbürger*innen aufzustehen. Es dürfe in Deutschland keinen Antisemitismus geben. Es sei unsäglich, dass Juden in Quer-Denker-Demonstrationen für die Pandemie verantwortlich gemacht würden. Quelle: Domradio


22.3.2021 Hier gibt es Stimmen Betroffener, die im Gercke-Gutachten keine Rolle spielten. Quelle: youtube.com


22.3.2021 Kardinal Woelki antwortet auf die Frage, ob er sein Amt zur Verfügung stellen werde: "Nein! Was wäre mit einem Rücktritt gewonnen? Das wäre der einfachere Weg. Indem ich im Amt bleibe, übernehme ich Verantwortung für das, was ich in Köln begonnen habe: die schonungslose Aufklärung." Ganz an den Staat abgeben könne er die Missbrauchsaufarbeitung aber nicht. Sie müsse vom Bistum umgesetzt werden. Quelle: Zeit


22.3.2021 Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisieren die Regularien des Erzbistums Köln, die zur EInsichtnahme in das WSE-Gutachten vorgesehen sind: Fotografien, Scans und Abschriften sind verboten. "Diese Verbote greifen in das Grundrecht auf freie Information ein und bauen völlig ohne Not juristische Risiken für die Berichterstattung auf. Auf Art und Umfang persönlicher Notizen der Journalistinnen und Journalisten Einfluss nehmen zu wollen, ist ein nicht hinnehmbarer Eingriff in die Pressefreit, argumentieren GKP und DJV. Quelle: gkp.de


22.3.2021 Professorin Julia Knop nimmt Stellung zum vatikanischen Nein zur Segnung von Beziehungen Homosexueller. Christiane Florin stellt in diesem Interview die Frage, die auch mich beschäftigt: "Warum gibt es eine breite Solidarisierung von Katholik*innen mit homosexuellen Paaren, aber nicht mit Missbrauchsbetroffenen?" Quelle: DLF


22.3.2021 Die Soldarisierung mit homosexuellen Paaren gegen das vatikanische Nein zur Segnung geht weiter. Inzwischen haben über 200 Professor*innen Stellung genommen: "Der 'Erläuternden Note' zum Responsum und dem zeitgleich veröffentlichten 'Kommentar' mangelt es an theologischer Tiefe, an hermeneutischem Verständnis sowie an argumentativer Stringenz. Werden wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und nicht rezipiert, wie es in dem Dokument der Fall ist, untergräbt das Lehramt seine eigene Autorität. Der Text ist von einem paternalistischen Gestus der Überlegenheit geprägt und diskriminiert homosexuelle Menschen und ihre Lebensentwürfe. Von dieser Position distanzieren wir uns entschieden. " Quelle: uni-muenster.de


21.3.2021 Heribert Prantl schaut auf den Zustand der katholischen Kirche und erinnert an Meisners Predigt im Requiem für Kardinal Groer am 5.4.2003. Meisner sagte: "Die Geschehnisse in seiner letzten Zeit als Erzbischof von Wien", so sagte Meisner und gemeint war die Aufdeckung der sexuellen Straftaten, hätten Groër "tief verwundet, ja stigmatisiert." Prantl ordnet diese Aussage so ein: "Blasphemischer, perverser und ekliger geht es kaum." Quelle: Süddeutsche


21.3.2021 Nach der Veröffentlichung des Gercke-Gutachtens sagt Kardinal Woelki, die Studie markiere keinen Abschluss, sondern einen Neubeginn. Quelle: katholisch.de

Im "Wort des Bischofs" sieht es so aus, als habe der Kardinal seine Bibel gelesen - im Gutachten ist das an keiner Stelle zu erkennen.


21.3.2021 Christoph Fleischmann im NDR - Glaubenssachen: Warum die Kirchen den Opfern von Missbrauch nicht gerecht werden, heute 8:40 - 9:00 Uhr. Quellen: ndr-Audio   Manuskript

Höre auch das Hörspiel von Christoph Fleischmann: "Der ehrliche Bischof. Eine Erzählung zur Missbrauchsaufarbeitung in der Kirche" mit Wolf Aniol, Regie Helga Matthea.


20.3.2021 Häusliche Gewalt gegen Männer - noch immer ein Tabu-Thema. Quelle: NDR


20.3.2021 Bernd Kastner und Rainer Stadler berichten vom Leben von Martha Koch, die das Hänsel-und-Gretel-Heim in Oberammergau und das "Haus Maffei" des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Feldafing am Starnberger See überlebte. Die Geschichte einer Frau, der es gelungen ist, anderen zu geben, was ihr selbst fehlte. Die Beschreibung des Verhaltens der Niederbronner Schwestern kann triggern! Quelle: Süddeutsche


20.3.2021 Dem Kölner Offizial Assenmacher ist im Gercke-Gutachten vorgeworfen worden, zwei Mal unzutreffende Rechtsauskünfte erteilt zu haben und seine Rolle lediglich als reaktiv verstanden zu haben. Er wurde durch Kardinal Wölki von seinen Aufgaben vorläufig freigestellt. Im Bistum Limburg ist er weiterhin als Offizial tätig. Bischof Bätzing sieht keinen Handlungsbedarf, da er in Limburg nur mit Eherechtsfällen befasst ist. Im Bistum Essen wurde er seit 2019 nicht mehr als Offizial eingesetzt. Quelle: katholisch.de


20.3.2021 "Die Opfer sexualisierter Gewalt kommen nicht in den Blick. Gerade mal auf vier Seiten  wird über Opferfürsorge nachgedacht. Die, um die es geht und denen schlimmstes Unrecht angetan wurde, bleiben im Dunklen, sind den Gutachtern kein Wort wert." So urteilt der Kirchenrechtler Thomas Schüller. Schüller vermisst den Blick auf das Selbstverständnis der Kirche. Falsche Behauptungen im Gutachten werden zu Persilscheinen für die Vertuscher. Dass die Rolle der Weihbischöfe ausgeblendet wurde, führt dazu, dass auch Woelkis Rolle als Weihbischof von Köln unbeachtet blieb, führt dazu, dass seine aktive Mitwisserschaft übersehen wird. Woelki müsste klären, ob er Kardinal Meisner bei dessen Vertuschung unterstützt hat. Quelle: epages.ksta

Kommentar: Es lohnt, das Gutachten zu lesen, um die dahinterstehende Denkweise der Verantwortlichen und die Absicht des Gutachtens zu verstehen.  


20.3.2021 Papst Franziskus hat den Verzicht des Bischofs Marcela Cuenca (66) auf das Bistum Alto Valle del Rio Negro angenommen. Cuenca wird vorgeworfen, einen Priester als Gast aufgenommen zu haben, der in einem anderen Bistum wegen Missbrauchs kirchlich sanktioniert worden war. Außerdem habe er Einzelheiten zu einem wegen Missbrauchs staatlich verurteilten Priester nicht veröffentlicht. Quelle: Domradio


20.3.2021 Die langjährige Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes spricht sich für eine Umbenennung des Kölner Kardinal-Höffner-Platzes aus. Höffner hat nach dem Gercke-Gutachten sechs Mal gegen seine Aufklärungspflicht und zwei Mal gegen die Opferfürsorge verstoßen. Quelle: Domradio


20.3.2021 Der Kölner Domkapitular Bosbach legte das heutige Evangelium Joh 7,40-53 aus, in dem Nikodemus den Hohen Rat an einer Verurteilung Jesu mit den Worten hinderte:  "Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut?" Zuvor berichtet der Evangelist, dass Jesu wegen eine Spaltung in der Menge entstand. Bosbach parallelisiert die drohende Verurteilung und die wegen Jesus entstandene Spaltung mit den Reaktionen auf den Umgang Kardinal Woelkis mit Missbrauchsfällen: "Nein, wer sich heute zu Jesus bekennt, der muss mit Anfeindungen rechnen. Wer sich zur Kirche bekennt, der ist nicht sicher davor, dass er auch verspottet wird. Der kann nicht mit Applaus rechnen." Quelle: Domradio


19.3.2021  Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht in dem am Donnerstag präsentierten Rechtsgutachten zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs im Erzbistum in weiten Teilen eine "gut inszenierte Verteidigung" des Auftraggebers, des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki. Weder kämen die Opfer noch das kirchliche Selbstverständnis als Maßstab ins Spiel. Schüller wirft dem Gercke-Gutachten methodische Mängel bei der Auswahl der befragten Verantwortungsträger und falsche Behauptungen etwa über kirchenrechtliche Strafnormen vor, die "zu Persilscheinen für die Vertuscher" würden. So sei u.a. Woelkis Rolle als Weihbischof in Köln fälschlich heruntergespielt worden. Woelki war Teil des engsten Beraterkreises von Kardinal Meisner und damit wohl auch aktiver Mitwisser. Er müsste die Frage beantworten, ob er Kardinal Meisner bei dessen Vertuschung unterstützt hat. Quelle: news.feed-reader


19.3.2021 Betroffene(nvertreter) kommentierten das Kölner Gercke-Gutachten. Matthias Katsch findet den kirchenrechtlichen Freispruch Kardinal Woelkis "nicht befriedigend". Das Gutachten sei ein begrenztes Auftragsgutachten nach Aktenlage, das alsAufarbeitungsprojekt inszeniert werde. Die Anwälte hätten einen guten Job gemacht, weil sie ihrem Mandanten einen Freispruch erkämpften. Die Politik forderte Katsch auf, elf Jahre nach der Aufdeckung des Missbrauchsskandals dafür zu sorgen, dass die Aufarbeitung in Gang komme. Jens Windel vom Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz berichtet, dass ihn die "sehr freundliche Studie" triggere. Patrick Bauer, zurückgetretener Sprecher des Betroffenenbeirats des Erzbistums Köln und Mitglied des Betroffenenbeirates der DBK ist erfreut über die von Woelki angeordneten Suspendierungen, bedauert jedoch, dass das Gercke-Gutachten keinerlei moral-ethische Bewertung enthalte. Quelle: hpd


19.3.2021 Prof. Elmar Güthoff, Kirchenrechtler, kommentiert das Gercke-Gutachten: "Die Bewertungen erfolgen rein juristisch und sind gut begründet. Es gibt keine moralischen Verurteilungen und das alles macht einen sehr seriösen Eindruck." Im Fall O. sieht Güthoff den entscheidenden Fehler 2011, als der Beschuldigte noch hätte befragt werden können. Damals war Woelki Weihbischof und nicht zuständig für die Bearbeitung von Missbrauchsfällen. 2015, als Woelki zuständig war, habe es keine rechtlich eindeutige Verpflichtung gegeben, einen Verdachtsfall an die Glaubenskongregation zu melden, wenn keine Voruntersuchung erfolgte. Quellen: Domradio   katholisch.de


19.3.2021 Die Vorsitzende der kfd im Erzbistum Köln, Elisabeth Bungartz begründet die Mahnwache vor dem Kölner Dom damit, dass sie Betroffenheit und Trauer ausdrücken wollen, dass den Betroffenen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Nun gehe es darum, moralische und ethische Verantwortung zu übernehmen. Quelle: Domradio


19.3.2021 Julia Knop bezeichnete am 27.2.2021 auf der Tagung "Was und wie? Wenn ohne Gott?" die Kirche als Hindernis des Gottesglaubens. Quellen: lebendig-akademisch.podigee.io   Hanns Dieter Hüsch, 1988


19.3.2021 Zwischen 1947 und Anfang März 2021 wurden im Bistum Rottenburg-Stuttgart 168 beschuldigte kirchliche Mitarbeiter*innen ausfindig gemacht, die in sexuellen Missbrauch verwickelt gewesen sein sollen. Unter ihnen sind 97 Priester, Diakone und männliche Ordensleute. - Frühere Informationen lauteten: Am 30.3.2019 war von rund 150 Vorwürfen die Rede. Am 5.7.2019 wurde von 181 Taten und Beschuldigungen gegen Geistliche seit 1949 gesprochen. Laut KsM-Bericht von 2013 waren es 110 Beschuldigte. Quelle: rtl

Kommentar: Die Zeiträume sind unterschiedlich angesetzt, mal werden Laien als Täter*innen mitgezählt, mal nicht. M.a.W.: Die Angaben des Bistums Rottenburg-Stuttgart sind intransparent.


19.3.2021 Annette Zoch ist zuversichtlich: "Diese römische Scheinheiligkeit, den Gläubigen einerseits bis unter die Bettdecke Vorschriften zu machen und andererseits kollektiv wegzuschauen bei dem, was der eigene Klerus so Furchtbares unter so vielen Bettdecken angerichtet hat - die funktioniert im Jahr 2021 nicht mehr." Im Blick auf Laien sagt Zoch: "Endlich gestehen sich auch Laien zunehmend ein, was unter dem Dach ihrer Kirche jahrzehntelang Kindern und Jugendlichen angetan wurde. Lange haben auch Laien weggeschaut, doch das ist wohl auch vorbei." Quelle: sueddeutsche


19.3.2021 Astrid Mayer, Journalistin und Mitglied sowohl im "Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen", als auch in der Betroffeneninitiative Sueddeutschland fehlt im Gercke-Gutachten die Frage, was den Betroffenen nutzt und was man für sie machen könne. Sie berichtet, dass Betroffene sich weiterhin nicht melden, weil sie befürchten, diskreditiert und retraumatisiert zu werden. Dem Erzbistum Freiburg bescheinigt Mayer, dass in den ausgegliederten Anlaufstellen relativ professionell gearbeitet werde. Wenn es allerdings um die Anerkennung gehe, würden Aussagen erneut angezweifelt. Zudem gebe es immer noch Priester-Täter, die weiter Messen lesen und seelsorgerisch tätig seien.Im süddeutschen Erzbistum München steht das Gutachten noch aus - der Betroffeneninitiative Süddeutschland sind Fälle bekannt, in denen Kardinal Marx falsch gehandelt hat. In Rottenburg-Stuttgart gibt es keinen Betroffenenbeirat. - Das "Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen" fordert eine unabhängige Untersuchungskommission, die nicht von denen bezahlt wird, die Gegenstand der Untersuchung sind. Damit werde auch vermieden, dass Akteure eingesetzt werden, die sich bereits durch Diskreditierung von Opfern hervorgetan haben. Zudem brauche es unabhängige Anlaufstellen. Meyer weist außerdem auf Missbrauchsbetroffene unter Kirchenangestellten hin. Quelle: Domradio


19.3.2021 Der Kirchenrechtler Bernhard Anuth bezweifelt, dass mit dem Gercke-Gutachten alle Vorgänge im Erzbistum Köln aufgedeckt und alle Verantwortlichen benannt seien. Das Gutachten beruhe nur auf den Akten, die das Bistum zur Verfügung stellte und einigen nachgereichten Akten. Die unvollständige Aktenlage konstatieren die Gutachter. Hätte das Gutachten unabhängig und vollständig sein sollen, hätte man Wissenschaftlern den Zugang zu kirchlichen Archiven ermöglichen müssen und sie selbst entscheiden lassen müssen, welches Material sie für relevant halten. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ habe Kardinal Rainer Maria Woelki in seiner Zeit als Kölner Weihbischof Kenntnis über Vorwürfe zu sexueller Gewalt gehabt, sagt der Kirchenrechtler Anuth. Quelle: DLF


19.3.2021 In der sachlichen Juristensprache des Gutachtens zum Umgang mit sexueller Gewalt im Erzbistum Köln werde ein System sichtbar, das moralisch verkommen sei, sagt Christiane Florin. Es reiche nicht aus, dass sich Kleriker auf rechtliche Pflichten beschränkten – und moralische ausblenden. Florin weist darauf hin, dass Weihbischöfe im Gutachten nicht im Blick sind, weil sie keine Personalverantwortung hatten. Sie stellt fest, dass das Gutachten auch den Auftrag hatte, die Handlungen der Verantwortlichen am kirchlichen Selbstverständnis zu messen, aber "diese Passage fällt in den knapp 900 Seiten schmallippig aus. Kirchliches Selbstverständnis wird reduziert auf den Katechismus und auf die Leitlinien der Bischofskonferenz. ... Der moralische Anspruch, den Kirche hat, wird in diesem Gutachten ausgeblendet." (Grundsätzliches zum kirchlichen Selbstverständnis im Gutachten S. 222-224) Florin nimmt an, dass das WSW-Gutachten für das Erzbistum Köln ähnlich wie im veröffentlichten Gutachten für das Bistum Aachen auch Empfehlungen zur Diskussion über Machtverhältnisse, Priesterbild, Männerbünde enthalte. Diese Diskussion wolle Kardinal Woelki wohl vermeiden. Quelle: DLF


19.3.2021 Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff kommt im Gercke-Gutachten als ehemaliger Personalchef vor, der zwischen 2012 und 2013 gegen seine Aufklärungspflicht verstoßen hat. Nun hat er Kardinal Woelki um Beurlaubung von seinen Aufgaben gebeten. Woelki ist der Bitte nachgekommen. Quelle: www1.wdr.de


19.3.2021 Felix Neumann stellt zu den Vorgängen im Erzbistum Köln fest: "Dabei sollte Gewissenserforschung doch zur Kernkompetenz der Geistlichkeit gehören: Schuld und Sühne, Vergebung und Versöhnung, Beichte und Lossprechung – der Umgang damit steht gewissermaßen in der Stellenbeschreibung für Priester. Und doch brauchte es erst ein trockenes juristisches Gutachen als Beichtspiegel, bevor es zu Konsequenzen kam." Dem WSW-Gutachten war zu viel Moral vorgeworfen worden - das Gercke Gutachten hingegen habe zu wenig Sensibilität für den Anspruch der Kirche, sagt Neumann. Als Maßstab kirchlichen Selbstverständnisses gelte im Gercke-Gutachten die Missbrauchsordnung der Bischofskonferenz - das sei "kirchliches Selbstverständnis eingedampft auf eine Verwaltungsvorschrift". Neumann fordert: "Die Kirche sollte sich höhere Ziele stecken als eine 'Rechtmäßigkeitskontrolle'. 'Kirchliches Selbstverständnis' muss mehr sein als ein Abgleich mit einer Verwaltungsverordnung der Deutschen Bischofskonferenz."Quelle: katholisch.de


18.3.2021 Daniel Deckers beschreibt die Rolle katholischer Laien im Umgang mit kirchlichen Msissbrauchsfällen: "Vor dem ansonsten um keine Stellungnahme verlegenen Zentralkomitee der deutschen Katholiken mussten die Bischöfe sich nicht fürchten. Dessen Präsident Thomas Sternberg wollte sogar jüngst von Aufklärungskommissionen ebenso wenig etwas wissen wie die Bischöfe immer schon. Klerikalismus ist kein Privileg geweihter Männer. Laien, die die Parole 'Loyal an der Seite der Bischofskonferenz' ausgeben, sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems." Deckers empfiehlt den katholischen Bischöfen Deutschlands den Blick nach Chile: "Diese haben dem Papst vor zwei Jahren kollektiv den Rücktritt angeboten, auf dass es in ihrer missbrauchsverseuchten Kirche einen Neuanfang gebe. Aber Chile ist geographisch ungefähr so entfernt wie gefühlt das Schicksal vieler tausend Betroffener." In der Evangelischen Kirche gibt es bislang nicht einmal unabhängige Gutachten, die zurückgehalten werden könnten. Quelle: FAZ


18.3.2021 Stephan-Andreas Casdorff empfiehlt dem gesamten deutschen Episkopat, Rom seine Demission anzubieten "um einen kompletten Neuanfang zu ermöglichen und den Gottgläubigen die Chance zu geben, an die Wandlungsfähigkeit ihrer Kirche zu glauben. Daran, dass sie sich nicht überlebt hat, sondern, wie es in der Bibel steht, die Zeichen der Zeit erkennt." Quelle: Tagesspiegel


18.3.2021 "Das Problem des Gercke-Gutachtens ... liegt in der Selbstbegrenzung auf die Perspektive der Institution: Wo wurden die jeweils geltenden Regeln verletzt? Gab es keine Regeln, gab es auch nichts zu verletzen. Das ist der Unterschied zu der Untersuchung in Aachen, wo die Münchner Kanzlei WSW fragte: Was hätte aus Sicht der Betroffenen und Gefährdeten passieren müssen?" Das sagt Matthias Drobinski und schlussfolgert: "Zu viel Vertrauen ist kaputt, zu viel Frust hat sich selbst bei treuen Gläubigen festgefressen. Nach Heßes Rücktritt dürfte auch dem Kardinal kaum eine andere Möglichkeit bleiben." Quelle: Süddeutsche


18.3.2021 Kardinal Woelki hat den Offizial des Erzbistums Köln Günter Assenmacher beurlaubt. Nun bietet Assenmacher seinen Rücktritt an. Der Offizial des Erzbistums Köln ist als Zweitinstanz auch für die Bistümer Münster, Essen, Limburg, Aachen und Trier zuständig. Im Bistum Limburg ist Assenmacher weiterhin als Offizial im Amt. Bischof Bätzing entscheidet erst, wenn er das Gercke-Gutachten gelesen hat. Das Gutachten wirft Assenmacher unzutreffende Rechtsauskünfte in zwei Fällen vor. Zudem habe der Rechtsexperte die Kölner Bistumsleitung in mehreren Fällen nicht darauf hingewiesen, dass kirchenrechtliche Normen im Umgang mit Missbrauchsfällen verletzt wurden, obwohl er von diesen Gesetzesübertretungen gewusst habe. Quelle: Domradio


18.3.2021 Der frühere Generalvikar Feldhoff (1975 - 2004), dem im Gercke-Gutachten dreizehn mal Fehlverhalten/Vertuschung vorgeworfen wird, hat seinen Rücktritt aus dem Priesterrat erklärt. Feldhoff hat laut Gutachten nicht zur Aufklärung beigetragen und sich in seiner Amtszeit nur in zwei Fällen um die Opfer gekümmert. Quelle: Domradio


18.3.2021 Georg Löwisch fordert unter dem Titel "Das Aussitzen hat ein Ende": "Die Arbeit der Gutachter des Kölner Strafrechtlers Björn Gercke und der Strafrechtlerin Kerstin Stirner stand unter starker Beobachtung. Das war gut. Und es ist gut, dass die mehr als 900 Seiten in den nächsten Tagen gründlich durchgesehen werden. Sie müssen zudem mit dem Gutachten der Münchner Anwälte um Ulrich Wastl verglichen werden dürfen. Deren Arbeit muss auf den Tisch. Und nicht nur wie angekündigt in einer Art Transparenzsprechstunde für Einzelne, sondern als Veröffentlichung im Netz." Quelle: Zeit


18.3.2021 Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, hat die Berufung einer unabhängigen Kommission zur weiteren Aufklärung der Fälle sexualisierter Gewalt in seinem Erzbistum angekündigt. Quelle: evangelisch.de


18.3.2021 Tilman Kleinjung nennt zwei Gründe, warum die Kölner Aufarbeitung scheitert: Auftraggeber der Studie ist Kardinal Woelki, dessen Verhalten die Studie untersucht. Und die Gutachter waren auf die Quellen angewiesen, die ihnen die Kirche zur Verfügung stellte. "Verloren haben wieder einmal die Betroffenen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch. Viele fühlten sich durch die Vorgehensweise Woelkis instrumentalisiert, wieder missbraucht." Kleinjung bringt die Perspektive Betroffener ein: "Bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals darf sich die Kirche nicht mehr auf ihr eigenes Archiv verlassen. Sie muss die Perspektive der Betroffenen einnehmen und deren Fragen stellen: Wer hat mir nicht geglaubt? Wer hat mich wieder weggeschickt? Wer hat sich mehr um die Nebelmänner gekümmert als um deren Opfer?" Quelle: Tagesschau


18.3.2021 Markus Nolte, der Chefredakteur von "Kirche und Leben", der Münsteraner Kirchenzeitung, kommentiert das vatikanische Nein zur Segnung homosexuell liebender Paare und das Gercke-Gutachten des Erzbistums Köln: "Die moralische Frage von Verantwortung wegen Wissens um Missbrauch und Vertuschung, definitiv eine sehr klare Dimension des Evangeliums, zählt nicht in dieser klassischen Juristen-Rechnung.... Das obers­te Gesetz muss in der Kirche immer das Heil der Seelen sein. Davon ist allemal in diesen Tagen nichts zu spüren." Quelle: Kirche und Leben


18.3.2021 Im Erzbistum Köln wurden von 1975 bis 2018 als externe Sachverständige in die Bearbeitung von Missbrauchsfällen u.a. die Herren Prof. Dr. Norbert Leygraf und Dr. Manfred Lütz einbezogen. Quelle: Gercke-Gutachten


18.3.2021 Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg, will dem Papst seinen Amtsverzicht anbieten. Er sagte, er habe sich nie an Vertuschungen beteiligt, werde aber seinen Teil der Verantwortung für das Geschehen tragen. In seinen Ämtern habe er stets "nach bestem Wissen und Gewissen" gehandelt. Eberhard Kügler, NDR-Religionsredaktion, kommentiert, dass Heße bisher immer nur häppchenweise eingestanden habe, was nicht mehr zu leugnen war. Im Blick auf Kardinal Woelki bemerkt Kügler, dass seine Zeit als Weihbischof und als Geheimer Rat von Kardinal Meisner nicht untersucht wurde. Seine Entlastung durch das Gercke-Gutachten sei eine Entlastung 2. Klasse. Dies sei das Gegenteil eines Neuanfangs. - Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat am 19.3.2021 angekündigt, die Zusammenarbeit mit Heße als Geistlichem Assistent des ZdK zu beenden. Quelle: NDR


18.3.2021 Im Interview mit Kirche und Leben sagt Thomas Schüller, dass die Darstellung des Falls "Priester O." im Gercke-Gutachten eine politische Auslegung sei. Kardinal Woelki ist der Ansicht, er hätte den Fall wegen der schweren Erkrankung des Priesters nicht nach Rom melden müssen. Schüller und alle Kirchenrechtler hingegen sind sich einig, dass Woelki es hätte melden müssen. Schüller weist darauf hin, dass Woelki das WSE-Gutachten nicht veröffentlicht habe, "weil ihm dessen Empfehlungen zu einer veränderten Sexualmoral und einer anderen Priesterausbildung nicht passten. Da bleibt er bei seinen stockkonservativen Positionen. Jetzt hat er ein rein abstraktes juristisches Gutachten, das diese Themen gar nicht aufgreift. Der Auftrag war allerdings ein anderer, es sollte nämlich vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses der Kirche geprüft werden. Bei dieser moralisch-ethischen Dimension hat der Kardinal noch Hausaufgaben zu erledigen." Quelle: Kirche und Leben


18.3.2021 Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagt, die Ausführungen des Gercke-Gutachtens wirkten wie eine Verteidigungsrede, weil die Handelnden keine Rechtskenntnis besäßen. Die Rechtsunkenntnis sei nicht überzeugend, damit würden die Vertuscher exkulpiert. Die Unübersichtlichkeit der kirchlichen Strukturen sei keine Entschuldigung für Fehlverhalten. Schüller fordert, dass der Hamburger Erzbischof Stefan Heße dem Papst den Rücktritt anbieten müsse, ebenso wie der Offizial Günter Assemacher, dem Rechtsbeugung nachgewiesen wurde. Weihbischof Schwaderlapp hat seinen Rücktritt angeboten. Quelle: t-online 


18.3.2021 Hans Zollner, vatikanischer Experte für Missbrauchsprävention bezeichnet die im Erzbistum Köln bisher getroffenen Maßnahmen als einen viel zu kleinen Schritt. Aus Sicht der Opfer genüge die rein juristische Sichtweise nicht. Betroffene und Präventionsbeauftragte hätten in die Untersuchungen einbezogen werden müssen. Quelle: ORF


18.3.2021 Das Kölner Gercke-Gutachten ist online. Die Kurzfassung: Die Gutachter fanden insgesamt 75 Pflichtverletzungen durch acht Personen. Unter ihnen waren Kardinal Hoeffner und Kardinal Meisner, dem ein Drittel aller Pflichtverletzungen zugeschrieben wurden. Aber davon hat er "nichts geahnt!", also gelogen. Bei Kardinal Woelki konnten die Gutachter keine Pflichtverletzung finden. In der Pressekonferenz sagte Prof. Gercke, es habe im Erzbistum Köln keine Vertuschungsabsicht bestanden und keine Vertuschungsanweisung von oben gegeben, vielmehr Unzuständigkeit und fehlende Rechtssicherheit, Unkenntnis der Rechtslage, eine desaströse Aktenlage und Überforderung. Man könne nicht von systematischer Vertuschung sprechen, eher von "systeminhärenter Vertuschung", sagte Gercke.

Kardinal Woelki hat als Konsequenz Weihbischof Schwaderlapp und und den Offizial Assenmacher von ihren Aufgaben entbunden. Schwaderlapp räumte inzwischen Versagen ein - er habe Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten.

Thomas Schüller, Kirchenrechtler stellt fest, es sei zwar gut, dass einige Verantwortliche, die Pflichtverletzungen begangen hätten, in der Untersuchung identifiziert würden. Doch gleichzeitig gelte: „In weiten Teilen wirken die Ausführungen eher wie eine Verteidigungsrede, weil mit nicht überzeugender Rechtsunkenntnis operiert wird und somit Vertuscher exkulpiert werden“, sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur. KFD, KDFB und Maria 2.0 bewerten das Gutachten als unzureichend.

Der ehemalige Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln, Karl Haucke, formulierte: „Nach dieser Showveranstaltung von eben bin ich der Meinung, die theologischen Fakultäten in Deutschland können ihren Laden schließen.“ Die Kirche brauche keine Moral, weil auch die „Kirchenfürsten“ keine Moral hätten.

Kommentar: Nun dürfen wir gespannt sein, ob die Kölner Verantwortlichen die Betroffenen aufsuchen und sich von ihnen erzählen lassen, was ihnen - den Betroffenen - geschah, als ihrer Anzeige nicht nachgegangen wurde, als sie abgewehrt, nicht gehört, als unglaubwürdig hingestellt wurden und Tätern weiterhin als Seelsorger begegneten....


18.3.2021 Das neue Missbrauchsgutachten entstand mit Hilfe eines Anwalts, der fast nur beschuldigte Priester vertritt - und durch fragwürdige Methoden auffiel. Quelle: Süddeutsche


18.3.2021 Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tisches, bezweifelt die Täter- und Opferzahlen des Kölner Gercke-Gutachtens, weil sie nur zeigen, was in den Personalakten dokumentiert ist. Wirkliche Aufarbeitung würde bei den Opfern beginnen, würde Menschen einladen zu sprechen, sich mitzuteilen und nicht nur nach Aktenlage die Dinge beurteilen. Quelle: neues-deutschland


18.3.2021 Der Speyerer Generalvikar Andreas Sturm und die Provinzoberin der Niederbronner Schwestern, Barbara Geißinger, wollen Missbrauchsvorwürfe im Zusammenhang mit einem Kinderheim gemeinsam aufarbeiten. Interview mit der Provinzoberin Barbara Geißinger Quelle: katholisch.de


18.3.2021 Im Bistum Erfurt wurden in der MHG-Studie 10 Beschuldigte und 12 Opfer bekannt. Inzwischen sind 54 Opfer und 41 Täter - unter ihnen 20 Priester bekannt. Quelle: mdr


18.3.2021 Das Bistum Erfurt gibt heute bekannt, wer zur Aufarbeitungskommission gehört und was die Kommission leisten soll. Quelle: mdr


17.3.2021 In der Pfarrei in Bocklet, Bistum Würzburg, ist auch ein Gemeindereferent, der namentlich nicht genannt werden möchte, überzeugt, dass keiner in der Gemeinde an einen Missbrauch glaube. In der Gemeinde kursieren zwei Unterschriftenlisten, die sich für einen wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten katholischen Priester einsetzen. Bischof Jung hat die Aktion als "bizarr" und "skandalös" verurteilt. Quelle: rtl


17.3.2021 Professorin Sabine Andresen formuliert Erwartungen kirchlich Betroffener und sagt: "Aber die entscheidende Frage ist: Wie lange können Betroffene noch warten?"  Quelle: Domradio


17.3.2021 Seit 2002 lässt das Thema Missbrauch die katholische Kirche in Deutschland nicht mehr los. Und nicht nur die Kirche nicht. Eine Chronik. Quelle: FAZ


17.3.2021 Das Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit sexuellem Missbrauch liegt nach Angaben des beauftragten Strafrechtlers Björn Gercke bereits bei der Staatsanwaltschaft. Quelle: KStA


17.3.2021 Knapp ein Jahr nach der von der katholischen Kirche mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung geschlossenen Vereinbarung über verbindliche Aufarbeitungs-Kriterien haben erst 16 von 27 Bistümern die entsprechende Selbstverpflichtung unterzeichnet. Heute hat Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, die Vereinbarung unterzeichnet. Quelle: katholisch.de


17.3.2021 Maria Mesrian, Theologin und Sprecherin von Maria 2.0, sagt am Vorabend der Veröffentlichung des Gercke-Gutachtens im Erzbistum Köln, "vom unabhängigen Gutachten der Kanzlei Gercke zum Missbrauch im Erzbistum erwarte sie keine Veränderung für die Opfer. Für diese sei das Schweigen der Verantwortlichen schlicht "unerträglich". Sie beschreibt ein "Klima der Angst" im Erzbistum Köln. Quelle: Zeit


17.3.2021 Gotthard Fuchs: "Gott finden in allen Dingen? Christliche Mystik in Krisenzeiten"


17.3.2021 Klaus Mertes und Matthias Katsch erhalten für ihren "herausragenden Einsatz bei der Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche"das Bundesverdienstkreuz. Mertes erinnert sich: "Man hat wissentlich vertuscht, was als schwere Straftaten erkennbar war. Wie brutal da der Täterschutz über den Opferschutz gestellt wurde, das hat mich umgehauen." Er fordert eine unabhängige Instanz für die Aufklärung des innerkirchlichen Missbrauchs. Die Bischofskonferenz möge die Bundeskanzlerin bitten, "eine Institution zu schaffen, die das Recht bekommt, in alle Akten zu schauen, Führungsversagen festzustellen, Entschädigungen zu bestimmen." Quelle: katholisch.de


17.3.2021 Nachdem in der Pfarreiengemeinschaft "Heiliges Kreuz Bad Bocklet", Bistum Würzburg, zwei Unterschriftenlisten für einen wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verurteilten katholischen Priester kursierten und Bischof Jung diese Aktion als "bizarr" und "skandalös" bezeichnete, kritisiert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung die Unterstützung für den Täter ebenso wie der Sprecher der Betroffeneninitiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch. "Wildwasser Würzburg" weist darauf hin, dass die Betroffene plötzlich am Pranger steht. - Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Bernd-Theo Hansen, hat bereits 200 und mehr Unterschriften gesammelt von Menschen, die sich dafür einsetzen, dass der Priester-Täter weiterhin als Seelsorger arbeiten darf: "Nicht bei uns, aber woanders." - Und Ulla Dempsey, die die Verurteilung für ein Fehlurteil hält, hat zwischen 400 und 500 Unterschriften gesammelt. Quelle: katholisch.de   be

Kommentar: Das Engagement der Katholik*innen für einen wegen sexuellen Missbrauch verurteilten Priester wirft ein Licht in eine christliche Gemeinde und die dort von Betroffenen zu erwartende Solidarität ihrer Mitchrist*innen mit den Betroffenen. Es dürfte nicht die einzige Gemeinde sein, die so denkt.


17.3.2021 „Wir sind Kirche“ fordert von den deutschen Bischöfen,  eine Ehrenerklärung abzugeben. Bundessprecher Christian Weisner sagte: „Seit 2002 gibt es von den Bischöfen selber beschlossene Regeln zum Umgang mit Missbrauchsverbrechen. Diejenigen in den Kirchenleitungen, die diese Regeln nicht beachtet haben, müssen nicht warten, bis solche Gutachten da sind – sie können jetzt handeln und sollten sich jetzt zu ihrem Fehlverhalten bekennen. Das gilt nicht nur für Köln.“ Quelle: rundschau online


17.3.2021 Daniel Deckers erinnert an einen Missbrauchsfall im Erzbistum Köln. Der beschuldigte Priester soll drei Mädchen missbraucht haben. Die Akten zeigen, wie zwei heutige Bischöfe gegen geltende Leitlinien verstießen. Quelle: faz


17.3.2021 Prälat Peter Beer, Professor am päpstlichen Kinderschutzzentrum in Rom, bedauert das bisherige Fehlen von Rücktritten bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln: „Leider ist keiner der Verantwortlichen trotz ausgelöster erheblicher Schäden für Leib und Seele von Kindern und Jugendlichen bisher zu so einem Schritt bereit“, sagte der frühere Generalvikar des Erzbistums München und Freising. Beer fordert von den Bischöfen: „Wer Glauben verkünden will, muss glaubwürdig sein. Diese Glaubwürdigkeit hängt sehr stark daran, dass das, was man sagt oder ankündigt, mit dem übereinstimmt, was man dann tut.“ Quelle: Neues Ruhrwort


17.3.2021 Die württembergische Landeskirche will Missbrauchsfälle in evangelischen Internaten weiter aufarbeiten. Inzwischen habe sich ca 150 Betroffene an die unabhängige Kommission der württembergischen Landeskirche gewendet. Vor wenigen Jahren gingen zudem nach einem Aufruf knapp 30 Meldungen zu sexuellen Übergriffen an den Seminaren ein. Die meisten Meldungen bezogen sich auf ein und denselben mutmaßlichen Täter. Die Studie der EKD wird heute von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Ulm vorgestellt. Ergebnisse sollen 2023 vorliegen. Quelle: t-online


16.3.2021 Der Vatikan lehnt die Segnung homosexueller Paare ab (nicht jedoch die Segnung eines Gitters), weil das der göttlichen Schöpfungsordnung widerspreche. Die Theologen Stephan Goertz und Magnus Striet sehen darin ein Feshalten an der Morallehre der 1950er-Jahre – und prognostizieren eine Beschleunigung des Autoritätsverlusts der Kirche. Der Theologe Jens Ehebrecht-Zumsande kommentiert: "Die Glaubenskongregation behauptet hier zu wissen, was Gottes Plan und Wille ist. Sie ignoriert dabei aber vollkommen die Gegenwart Gottes, wie sie sich in dem Bund der vielen gleichgeschlechtlichen Paare realisiert. Liebesbeziehungen sind immer „Fundstellen der Gegenwart Gottes“. Die Kirche könnte hier von den Paaren viel über Gott lernen. Dieser Chance hat sich die Kirche erneut beraubt." Dem ist nichts hinzuzufügen. Quellen: katholisch.de   Kirche und Leben   dw

Kommentar: In den Folgetagen solidarisieren sich sehr viele Katholik*innen mit und ohne Amt mit Homosexuellen. Das ist richtig, wichtig und uneingeschränkt gut. Allerdings frage ich mich: Warum gibt es keine vergleichbare Solidarisierung mit kirchlichen (und außerkirchlichen! Missbrauchsbetroffenen?


16.3.2021 Die Diözese Augsburg hat eine Aufarbeitungskommission eingerichtet. Ihr gehören an:  Dr. Bernhard Koloczek, Richter am Bundessozialgericht i. R.; Prof. Dr. Michele Noterdaeme, Chefärztin der Kinder-/ Jugendpsychiatrie und –therapie am Josefinum Augsburg; Hubert Paul, Präsident des Sozialgerichts Augsburg; Manfred Prexl, Vors. Richter am OLG München i. R. und  Prof. Dr. Gerda Riedl, Theologin (Mitarbeiterin der Diözese Augsburg). Das Bistum wird alle ion seinem Besitz befindlichen Akten, die die Aufarbeitungskommission für ihre Arbeit als relevant erachtet, zur Verfügung stellen. Anders als in der MHG-Studie werden alle kirchlichen Einrichtungen und deren Mitarbeitende - also nicht nur Priester, Diakone und Ordensmänner - untersucht werden.Quelle: Bistum Augsburg


15.3.2021 Überblick über einige Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln. Quelle: ksta.de


15.3.2021 Der Betroffenenrat beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung fordert ein Recht auf Aufklärung für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der eigenen Familie. Familiär Betroffene haben keine Institution, von der sie Aufarbeitung fordern können. Quelle: evangelisch.de


15.3.2021 In dem am 18.3.2021 zu veröffentlichenden Gercke-Gutachten zu Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln werden namentlich nur jene Kirchenverantwortlichen benannt, die eine "herausragende Position" innehatten. Wer nicht zu den "Personen der Zeitgeschichte" gehört, wird nicht namentlich, aber nach seinen Funktionen benannt. Professor Gercke beschreibt das Vorgehen des Gutachtens: "Wir haben uns zunächst die juristisch üblichen Fragen gestellt: Wer ist verantwortlich, wie sind die Pflichtenkreise, hat jemand seinen Pflichtenkreis verletzt? Wenn ja, gibt es einen Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund, zum Beispiel einen unvermeidbaren Verbotsirrtum – eine ähnliche Norm wie § 17 Strafgesetzbuch gibt es auch im kirchlichen Recht." Das WSW-Gutachten wird nicht im Internet veröffentlicht. Es kann aber vor Ort in Köln gelesen werden. Fotos oder Protokolle dürfen nicht angefertigt werden. Quelle: lto


15.3.2021 Im Bistum Würzburg wurde ein katholischer Priester wegen sexuellen Missbrauchs einer anfänglich 12-Jährigen verurteilt. In seiner bisherigen Pfarreiengemeinschaft "Heiliges Kreuz Bad Bocklet" wurden zwei Unterschriftenlisten gestartet. In der einen Unterschriftenliste wird trotz der strafrechtlichen Verurteilung von der Unschuld des Priesters ausgegangen, die zweite Unterschriftenliste fordert, dass der Priester sich weiterhin kirchlich engagieren dürfe.

Nun hat Bischof Jung reagiert. Er distanziert sich von den Unterschriftenlisten und fordert die Organisatoren und Unterzeichner auf, das Urteil und das Leid der Betroffenen zu akzeptieren und Tatsachen nicht zu verdrehen. Die Unterschriftenlisten konterkarierten in bizarrer und skandalöser Weise das Bemühen um Aufarbeitung und verursachten "schwersten Schaden für Pfarrei, Bistum und Kirche insgesamt". Bischof Jung stellt fest, was Betroffen wissen: Dass "offensichtlich in Teilen der innerkirchlichen Öffentlichkeit noch immer nicht angekommen ist, dass sexueller Missbrauch ein Verbrechen ist".

Der Theologie-Professor Michael Schüßler bezeichnet das Verhalten der Gemeinde als Co-Klerikalismus. Wunibald Müllerkommentiert: "Ein Klerikersystem kann nur dann bestehen, wenn es unterstützt wird von Menschen, die klerikal denken und dem Priester die Vorrangstellung zugestehen." Quellen: Bistum Würzburg  domradio.de


15.3.2021 Den Herbert-Haag-Preis 2020, der erst jetzt wegen der Pandemie verliehen wurde, erhielten: Hedwig Porsch aus Coburg, Pierre Stutz aus Osnabrück, Ondrej Prostredník aus Bratislava und die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK). Die Preisträger*innen haben die Menschen im Blick. Prof. Dr. Demel kommentiert die Preisverleihung: " Die Stiftung zeichnet Dr. Hedwig Porsch aus, denn sie tritt für die Freiheit in der Kirche am heikelsten Punkt des Mensch- und Christseins ein. Sie ist dadurch eine Anwältin für die Freiheit in der Kirche auf die eigene Sexualität, auf das eigene Körperempfinden, auf das eigenständige Recht der sexuellen Lust als Gottes gute Gabe geworden und es auch bis heute geblieben." Quelle: herberthaag-stiftung.ch


15.3.2021 Elf Jahre nach der öffentlichen Bekanntwerdung sexueller Gewalt in katholischen Einrichtungen gibt es dort immer noch nicht flächendeckend ein Schutzkonzept. Die Bistümer sind unterschiedlich engagiert. Schutzkonzepte haben im Bistum Magdeburg 43 von 44 Pfarreien; in Essen 38 von 42; in Köln 455 von 525; in Paderborn 173 von 458, in Hildesheim 72 von 119; in Dresden-Meißen 21 von 37; in Erfurt 10 von 33; in Görlitz ca 8 von 16, in Hamburg 3 von 28; Berlin 15 von 75 Pfarreien. ein Trier weiß nicht, wie viele Gemeinden Schutzkonzepte haben. Mainz und München-Freising bleiben in ihren Angaben vage. In Bamberg sind ca 5 von 35 Pfarreien dabei, ein Schutzkonzept zu erstellen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung kommentiert: "Allerdings sind auch aus meiner Sicht zehn Jahre eine Zeit, in der alle Pfarreien den Weg zur Entwicklung und Implementierung eines Schutzkonzeptes gegen sexuelle Gewalt hätten gehen können und nach der Rahmenordnung Prävention im Übrigen hätten gehen müssen", so Rörig. "Wer noch nicht einmal die ersten Schritte dieses Wegs gegangen ist, hat diese Vorgaben missachtet und ist seiner Verantwortung nicht gerecht geworden." Quelle: domradio.de


14.3.2021 Matthias Drobinski, Christian Wernicke und Annette Zoch schildern Stimmungen im Erzbistum Köln. Quelle: Süddeutsche


14.3.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes Wilhelm Rörig, sieht die katholische Kirche im Hinblick auf eine strukturierte unabhängige Aufarbeitung in einer Vorreiterrolle. Das werde durch die "Kölner Tragödie" verdeckt. Spätestens im Spätsommer gibt es nach Rörigs Einschätzung in allen 27 Bistümern unabhängige Aufarbeitungskommissionen. Die Aufarbeitungskommissionen seien maximal unabhängig, eine Wahrheitskommission daher nicht nötig. Derzeit verhandelt Rörig mit der evangelischen Kirche über eine Vereinbarung, wie sie mit der kath. Kirche getroffen wurde. In Deutschland gebe es großen Nachholbedarf in der Aufarbeitung in den Bereichen Sport, Schulen und Familie. Politik und Gesellschaft hätten den Kampf gegen Missbrauch und für die Aufarbeitung noch nicht zu einer prioritären Aufgabe gemacht. Quelle: katholisch.de


14.3.2021 Der Berliner Diözesanrat bittet Betroffene sexueller Gewalt in der Kirche um Verzeihung und stellt eine Mit-Verantwortung auch von Laien fest. Er fordert u.a. eine transparente, unvoreingenommene und schonungslose Aufarbeitung. An der vom Erzbistum Berlin einberufenen Kommission mit jeweils drei gewählten Vertretern von Diözesan- und Priesterrat übten Diözesanratsmitglieder Kritik: es handle sich um eine interne, jedoch keine unabhängige Kommission. Zudem forderten einige Ratsmitglieder eine unabhängige Leitung der Kommission und eine zusätzliche Beteiligung Betroffener. Die Kommission hat das Recht, das vollständige Gutachten der Kanzlei Redeker Sellner Dahs zu lesen - da wurden 440 Seiten des Gutachtens der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Quellen:  dioezesanrat-berlin.de  katholisch.de


14.3.2021 Daniel Deckers schildert den Umgang des Erzbistums Köln mit dem "Fall U." Quelle: fas


14.3.2021 Bischof Bätzing, Limburg, sagt im Fernsehgottesdienst: "Eine echte Katastrophe ist dagegen der jahrzehntelange institutionell vertuschte Missbrauch von Kindern. Der hat Menschen für ihr Leben gezeichnet. Er hat massenhaft Vertrauen zerstört und vielen die gute Ressource des Glaubens versperrt. Jetzt ist die Zeit für Ehrlichkeit  us.w., u.s.w.... " Quelle: katholisch.de


13.3.2021 Das Erzbistum München und Freising geht davon aus, dass das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl im Sommer 2021 veröffentlicht wird. Quelle: Süddeutsche


13.3.2021 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke erneuert seine Kritik am Umgang von Kardinal Woelki mit dem "Missbrauchsfall O." und an der Aussage der Glaubenskongregation, der Fall habe nach dem 2015 geltenden Recht nicht nach Rom gemeldet werden müsse, weil es eine bedingungslose Meldepflicht 2015 nicht gegeben habe. Diese bedingungslose Meldepflicht und die Pflicht zur Voruntersuchung sei 2001 von Papst Johannes Paul II. entschieden worden und auch die Neufassung der Normen von 2010 halte daran fest, sagt Lüdecke. Mit einem Rechtsverständnis, wie Kardinal Woelki und die Glaubenskongregation es vertreten, wäre "die angeblich so konsequente Missbrauchsbekämpfung durch Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus als Mythos und Fake entlarvt", meint Lüdecke. Dass die deutschen Bischöfe in ihren eigenen Leitlinien (2002, 20102013) "gegen den Wortlaut der Norm nur dann Meldebedarf sehen, falls die Voruntersuchung den Verdacht bestätigte", sei Kirchenrechtlern bekannt gewesen. So wie Woelki und die Glaubenskongregation die rechtlichen Normen interpretieren, gaukeln sie Kontrolle vor, praktizieren sie jedoch nicht: "Damit wäre der Gesamtzweck der päpstlichen Sondernormen unterlaufen und das Prinzip Kirchenschutz vor Kinderschutz hinterhältig weitergeführt und im konkreten Fall die kirchliche Ständejustiz für das Prinzip Kardinalsschutz vor Kinderschutz genutzt worden." Quelle: katholisch.de


13.3.2021 Katholische Frauenorganisationen weltweit haben einen offenen Brief an Papst Franziskus geschickt. Darin fordert die Weltunion katholischer Frauenorganisationen (WUCWO) mehr Mitwirkung und mehr Rechte für Frauen in der Kirche.  Quelle: vaticannews


12.3.2021 Er wurde erniedrigt, geschlagen und vergewaltigt. Was Peter Vogt als Junge in einem Heim der Niederbronner Schwestern ertragen musste, zerstört auch sein Leben als Mann. Jetzt will er Gerechtigkeit. Quelle: sueddeutsche.de


12.3.2021 Die Aufklärung der Prostitutionsvorwürfe gegen Niederbronner Schwestern ist schwierig. Den Niederbronner Schwestern wird vorgeworfen, Priestern Heimkinder aus einem Kinderheim in Speyer  gegen Geld zum Missbrauch überlassen zu haben. Erörtert wird auch die Möglichkeit eines pädophilen Netzwerks, in das das frühere Hänsel-und-Gretel-Heim der Stadt München in Oberammergau, das Haus Maffei in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Feldafing am Starnberger See, Kloster Ettal und das Salesianum in München involviert gewesen sein könnten. Niederbronner Schwestern waren im Hänsel- und-Gretel-Heim in Oberammergau tätig. Auch von Spuren einer Vernetzung zwischen den Niederbronner Schwester und den aus ihnen hervorgegangenen Erlöserschwestern, die vor allem im Bistum Würzburg tätig waren, ist die Rede. Die österreichische Stiftung Opferstiftung weiß von zwei Gewaltfällen im Umkreis der Niederbronner Schwestern. Eine strafrechtliche Verfolgung ist nicht mehr möglich, sehr wohl jedoch eine wissenschaftlich interdisziplinäre und unabhängige Aufarbeitung. Einem Betroffenen wurde anonym ein Schriftstück zugestellt, das sich als Fälschung erwiesen hat, allerdings von viel Insiderwissen, z.B. Namen, zeugt. Quelle: Domradio


12.3.2021 Der Psychiater Manfred Lütz, Mitglied des vatikanischen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, äußerte die Ansicht, dass kirchlichen Verantwortungsträgern bis etwa 1990 kein Vorwurf gemacht werden könne, wenn sie Missbrauchstäter versetzten und die Gemeinden nicht informierten. Pater Hans Zollner widerspricht: Schon aufgrund der klassischen Moraltheologie hätten Missbrauchstäter scharf bestraft werden müssen: "Wer Kinder, Jugendliche und andere Schutzbefohlene sexuell oder anderweitig missbraucht, hat zu allen Zeiten und an allen Orten ein schweres Verbrechen verübt." Verleugnung und Vertuschung von Missbrauch durch Bischöfe, Äbte und Provinziäle sei "über Jahrzehnte und Jahrhunderte" nachzuweisen, sagt Zollner. Quelle: katholisch.de


12.3.2021 Die Vertuschung der Missbrauchsfälle - ein Skandal. Quelle: rbb


12.3.2021 Kardinal Woelki will die Philosophisch-Theologische Hochschule Sank Augustin zur Kölner Hochschule für Katholische Theologie machen. Nach Einschätzung von Christoph Fleischmann will Woelki dort sehr lehramtstreue Positionen vertreten wissen mit dem Ziel, einen traditionell kirchenfrommen und nicht einen kritischen, reformorientierten Klerus auszubilden. Nun hat Woelki den bisherigen Churer Philosophie-Professor Dominikus Kraschl, Franziskaner, auf den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie berufen. Kraschl gehört zu denen, die für die Ursachen der Missbrauchskrise vor allem homosexuelle Priester und die sexuelle Revolution ausmachen. Quelle: kath.ch


12.3.2021 Das Bistum Erfurt will eine Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche und kirchliche Mitarbeiter einsetzen. Bischof Ulrich Neymeyr will nächste Woche über die Zusammensetzung des Gremiums informieren. Quelle: Domradio


12.3.2021 Der Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth erklärt im Gespräch mit Christiane Florin, welche Pflichten Bischöfe haben und warum Missbrauch bloß als Zölibatsverstoß gilt. U.a. weist er darauf hin, dass Vertuschung im Kirchenrecht keine Strafttat, sondern lediglich ein Vergehen ist, das auf der Disziplinarebene verfolgbar ist. Sexueller Missbrauch wird im Kirchenrecht nach wie vor nicht als schwere Straftat, sondern als Zölibatsverstoß und als Straftatbestand gegen die Sitten verstanden - obwohl das Kirchenrecht Verstöße gegen Freiheit und das Leben der Menschen (z.B. Tötung, Verstümelung, Abtreibung) durchaus kennt, aber sexualisierte Gewalt dort nicht einordnet. Hinzu kommt, dass sexueller Missbrauch kirchenrechtlich auch nur dann als Straftatbestand gegen die Sitten behandelt wird, wenn er von einem Kleriker begangen wird, nicht jedoch, wenn ein Nicht-Kleriker (z.B. Ordensbruder, Ordensschwester...) ihn begeht. Quelle: DLF


Liste der Ordensgemeinschaften, die sich am "Verfahren zur Anerkennung des Leids" beteiligen


11.3.2021 Eine ehemalige Schülerin des Gymnasiums Leoninum, Handrup, wirft dem damaligen Schulleiter, Bischof Wilmer, unangemessene Reaktion auf Vowürfe sexueller Belästigung vor. Wilmer hat mit den Eltern der Schülerin abgesprochen, mit dem beschuldigten Lehrer ein Disziplinargespräch zu führen. Er mahnte ihn ab und informierte ihn, dass er unter strenger Beobachtung durch den Schulleiter und dessen Stellvertreter stehe. Der Lehrer wurde nicht mehr in einer Klasse dieser Schülerin eingesetzt. Wilmer beurteilte sein damaliges Vorgehen so: "Aus heutiger Sicht hätte ich die damalige Schülerin, trotz des Gespräches mit den Eltern und der schulrechtlich korrekten Disziplinarmaßnahmen gegenüber dem Lehrer, zusätzlich mit einer Vertrauenslehrerin oder einer Pädagogin aus dem Team der Schulseelsorge in Kontakt gebracht. Innerhalb des Schulbereichs hätte ich eine psychologische oder seelsorgliche Betreuung veranlasst oder zumindest vorgeschlagen. Das ist damals nicht geschehen. Das bedauere ich." Quelle: Bistum Hildesheim


11.3.2021 Bei der polnischen Beratungshotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gingen in den ersten zwei Jahren 289 Anrufe ein. Die Laieninitiative "Verwundete in der Kirche" teilte mit, dass Psychotherapeuten rechtliche, psychologische und seelsorgliche Hilfe in der Hotline anbieten.Quelle: Domradio


11.3.2021 Der ehemalige Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, ist aus der katholischen Kirche ausgetreten: "Ich komme nicht mehr klar damit, dass führende Kirchenvertreter nicht bereit sind, moralisch Verantwortung für die Geschehnisse, an denen sie persönlich beteiligt waren, zu übernehmen", sagte er. Quelle: Zeit


11.3.2021 Ein katholischer Priester des Bistums Würzburg wurde rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs einer anfänglich 12-Jährigen zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs wurde mangels Tatnachweis fallen gelassen. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet. Nun gibt es zwei Unterschriftenlisten in der Pfarreiengemeinschaft "Heiliges Kreuz Bad Bocklet". Die Initiatorin der einen Unterschriftenliste hält den Pfarrer für unschuldig und das Urteil für ein Fehlurteil. Sie erwartet vom Bischof, dass der Priester in die Gemeinde zurückkehren darf. Die zweite Unterschriftenliste stammt vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden. Dort wird das Urteil des Gerichts respektiert, aber gesagt, dass die Taten des Priesters nicht mit den Vergehen anderer Missbrauchstäter in der Kirche verglichen werden dürfen. Der Bischof wird gebeten, dies im kirchlichen Verfahren zu beherzigen. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende möchte, dass der Priester sich wieder kirchlich engagieren darf, z.B. bei der Caritas oder als Notfallseelsorger. Quelle: BR


11.3.2021 Nachdem das Bistum Aachen sein Missbrauchsgutachten veröffentlicht hat, werden derzeit Gespräche mit der NRW-Landesregierung Gespräche über die Einrichtung einer unabhängigen Aufarbeitungskommsion geführt. Über die Einrichtung eines Betroffenenbeirats wird nachgedacht. Quelle: Domradio


11.3.2021 Die polnische staatliche Aufarbeitungskommission für sexuellen Kindesmissbrauch hat den Krakauer Kardinal Staislaw Dziwisz, Bischof Roman Pindel von Bielsko-Zywiec, den ehemaligen Bischof von Bielsko-Zywiec Tadeusz Rakoczy und den Weihbischof von Bielsko-Zywiec Piotr Greger angezeigt. Sie wirft den Bischöfen vor, die gesetzliche Mitteilungspflicht von Sexualstraftaten missachtet zu haben. Die Anzeige geht auf Janusz Szymik zurück, der von fünf Jahre andauerndem sexuellen Missbrauch durch einen Priester des Bistums Bielsko-Zywiec berichtete. Er habe den Täter beim damaligen Bischof Rakozy angezeigt und später - mit Unterstützung des Priesters Tadeusz Isakowicz-Zaleski - auch beim damaligen Krakauer Erzbischof Dziwisz. Beide Bischöfe hätten nicht die notwendigen Schritte eingeleitet. Die beschuldigten Bischöfe weisen die Anschuldigungen zurück. - Die staatliche Aufarbeitungskommission hat seit ihrer Einsetzung im November 2020 190 Fälle in den Bereichen Bildung, Kulrut, Freizeit und Sport behandelt. 53 Fälle betrafen 53 Geistliche.Quelle: katholisch.de


10.3.2021 Bis zum 31.12.2020 hat das Bistum Regensburg an 566 Betroffene körperlicher und sexueller Gewalt 10.406.550 Euro gezahlt. 118 Personen waren Betroffene sexuellen Missbrauchs, sexueller Übergriffe und sexualbezogener Grenzverletzungen. 486 Personen waren Betroffene von Körperverletzung. Manche waren Betroffene sowohl von körperlicher als auch von sexualisierter Gewalt. 377 Personen waren ehemalige Domspatzen. - Die anstehenden Aufarbeitungsschritte wurden im Dezember 2020 mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung abgesprochen. Welche es sind, ist unbekannt. Quelle: Bistum Regensburg


10.3.2021 Georg Löwisch gibt in der Zeit einen Überblick über den Stand der Gutachten in den Erzbistümern. Das Kölner Gercke-Gutachten wird am 18.3.21 öffentlich vorgestellt. Ab 25.3. können Interessierte das bislang zurückgehaltene Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl einsehen. In Berlin wurde im Januar ein Gutachten vorgestellt, bei dem mehr als 440 Seiten mit den Namen Verantwortlicher fehlten. München und Freising will noch 2021 ein (zweites) Gutachten von Westpfahl, Spilker, Wastl vorstellen, in dem Fehler den Verantwortlichen zugeordnet werden. In Freiburg untersuchen pensionierte Jusriten und Kriminalhauptkommissate exemplarische Fälle. Erst nach einer äußerungsrechtlichen Prüfung wird entschieden, ob Namen veröffentlicht werden. Im Hamburg wurde ein Ream der Uni Ulm beauftraft - Namen sollen verschlüsselt benannt werden. Zudem sei das Erzbistum Hamburg an einem Projekt mit dem Bistum Osnabrück beteiligt - Hamburg ging 1995 aus Osnabrück hervor. Ob es weitere Untersuchungen geben wird, entscheidet die unabhängige Komission der Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück. In Paderborn wurde die Uni beauftragt, die Vorgänge von 1941 bis 2002 - also bis zum Amtsantritt des derzeitigen Erzbischofs Becker - zu untersuchen. In Bamberg wird die noch zu bildende unabhängige Aufarbeitungskommission entscheiden, ob eine externe Studie in Auftrag gegeben wird. Aus den Bistümern, die nicht Erzbistümer sind, gibt es Untersuchungen in Aachen (Nov. 2020 -Westpfahl Spilker Wastl), in Limburg (Juni 2020 - Fallbeschreibungen sind im Ordinariat einsehbar). In Münster gibt es erste Zwischenergebnisse, im Abschlussbericht werden Namen Verantwortlicher genannt. In Trier - dem Bistum des Missbrauchsbeauftragten der DBK - gibt es bislang lediglich einen Zwischenbericht zum Internat Albertinum in Gerolstein. Geplant ist bislang kein weiteres Gutachten. Quelle: Die Zeit - Eckiger Tisch


10.3.2021 Ein Dokument, das die Bezahlung der Niederbronner Schwestern für das Prostituieren von Heimkindern belegen soll, ist in einer gutachterlichen Stellungnahme des Mannheimer Schrift- und Urkundenlabors M.S.U. mit hoher Sicherheit als Fälschung erwiesen worden. Quelle: katholisch.de


10.3.2021 Erzbischof Heße, Hamburg, früherer Personalverantwortlicher im Erzbistum Köln, wurde im Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl kritisiert: Heße habe in Köln "regelmäßig wiederkehrende, durchgängig festzustellende Mängel in der Sachbehandlung von Missbrauchsfällen" gezeigt. Erzbischof Heße nahm Stellung zu den Vorwürfen: "Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, dass ich meine Verantwortung wahrgenommen und nicht vertuscht habe." Nun wird im Fall 3/Fall F. (von sechs Fällen) bekannt, dass Heße der Aussage des Beschuldigten, nicht der Aussage des mutmaßlichen Opfers Glauben schenkte und die Akte schloss. Der Anwalt des Betroffenen zog in Absprache und zum Schutz des Betroffenen vor weiterer Traumatisierung den Antrag auf Entschädigung zurück. Die damalige Missbrauchsbeauftragte Christa Pesch, die dem Betroffenen geglaubt hatte, empfahl 2011 die weitere Klärung der Vorwürfe mittels eines Glaubwürdigkeitsgutachtens - das Bistum ließ kein Glaubwürdigkeitsgutachten anfertigen und Heße leitete keine kirchenrechtliche Untersuchung ein. Er habe den Erzbischof Meisner über die Vorwürfe gegen F.   informiert, sagte Heße in einer Stellungnahme an die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. Wie diese Information aussah und ob Heße eine Handlungsempfehlung gab, ist unbekannt. Offen ist auch, wie der Fall 3 im Gercke-Gutachten bewertet wird. Ein Gespräch der neuen Gutachter mit der damaligen Missbrauchsbeauftragten oder dem Anwalt des Opfers fand nicht statt. Quelle: zeit.de

Kommentar: Hier wird sehr anschaulich beschrieben, woher das Gefühl so vieler Betroffener stammt, die seit vielen Jahren berichten, in der Kirche immer wieder auf  Mauern gestoßen zu sein.


10.3.2021 Im Fall Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Bewegung, wurde ein weiterer Vorwurf aus der Zeit Kentenichs in Milwaukee bekannt. Ein amerikanischer Bürger zeigte 1994 in der Erzdiözese Milwaukee an, dass er von 1958-1962 von Kentenich sexuell missbraucht wurde. Die Prüfung der Diözese ergab, dass kein Anlass bestand, die Anschuldigungen weiter zu verfolgen. -Der zuständige Trierer Bischof Ackermann lässt von der neuen Kommission aus Historikern, Psychologen und Pädagogen auch den Milwaukee-Fall erneut prüfen, da das Wissen um Missbrauch seit 1994 zugenommen hat. Zudem dürfen - anders als bei einer Historikerkommission im Seligsprechungsverfahren - in der neuen Kommission Zwischenergebnisse verglichen und diskutiert werden und ein offenes Umgehen mit den Ergebnissen ist erlaubt. - Im Seligsprechungsverfahren lagen die Vorwürfe des amerikanischen Bürgers vor. Die erste Kommission hat die Untersuchung der Erzdiözese Milwaukee als stimmig und abschließend bewertet. Quellen: Paulinus   katholisch.de


9.3.2021 Die Opfervereinigung im Bistum Trier, Missbit, kritisiert Bischof Bätzing, den Vorsitzenden der DBK. Im "Fall Weißenfels" hatte Bätzing von einer "Beziehung" gesprochen, die "zwischen Erwachsenen" stattgefunden habe. Damit leugnete Bätzing die Gewalt und die Abhängigkeit. Außerdem sprach er von "Schuldverstrickung", ein Begriff, der die Mitschuld der Betroffenen nahelege. Quelle: saarbruecker-zeitung

Kommentar: Wie gut, dass missbit diese Opferdiskriminierung bemerkt und öffentlich macht!


9.3.2021 Katharina Kracht, Mitglied des Betroffenenbeirats der EKD, berichtet aus der Arbeit des Betroffenenbeirates. U.a. weist sie darauf hin, dass in manchen Landeskirchen Betroffene das institutionelle Versagen nachweisen müssen und Gutachten vorlegen sollen. Quelle: Zeit

Katharina Kracht im Gespräch mit Dr. Christiane Florin


9.3.2021 Der Kölner Priester "Pfarrer A." war in Köln, in Münster und in Essen als Priester eingesetzt. Nun teilt die Schönstatt-Bewegung mit, dass er auch für sie tätig war – und räumt Versäumnisse ein. So begleitete Pfarrer A. nach seinen Verurteilungen 1972 und 1988 in den 1990er Jahren Familienfreizeiten der Bewegung, nahm an Angeboten der Schönstatt-Priesterbewegung teil und übernahm priesterliche Aufgaben bei Angeboten für alleinstehende Frauen. Die Veranstalter und Organisatoren dieser Treffen seien über den Hintergrund des Priesters nicht informiert worden, allerdings wussten mindestens zwei Schönstatt-Priester von den Verurteilungen. Quelle: katholisch.de


9.3.2021 Kardinal Woelki hat angekündigt, die im Gercke-Gutachten genannten Personen- wenn es nötig ist - vorläufig von ihren Aufgaben entbinden". Der Kirchenrechtler Klaus Lüdicke erklärte, es komme darauf an, was mit Aufgabe gemeint sei. Ein Bischof kann den Generalvikar, den Personalchef und den Leiter des Kirchengerichts aus ihren Ämtern entfernen. Weihbischöfe kann er nicht suspendieren. Dass die im Vatikan zuständige Behörde wegen möglicher Vertuschung gegen einen Weihbischof entscheidet, hält Lüdicke für sehr unwahrscheinlich, weil das Vertuschen von Missbrauch laut Kirchenrecht nur eine Pflichtwidrigkeit (seit 2019) ist, keine Straftat. Ein Bischof kann nicht zurücktreten, er kann lediglich dem Papst seinen Amtsverzicht anbieten. Darüber entscheidet der Papst. Quelle: Domradio


9.3.2021 Nachdem über mehrere Strafanzeigen gegen den Kölner Erzbischof berichtet wurde, stellt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn klar, dass diesen Anzeigen nachgegangen, aber keine Ermittlungen aufgenommen wurden. Der Staatsanwaltschaft lag das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vor. Quelle: Domradio


9.3.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung sagt, der Kampf gegen Missbrauch sei noch nicht gewonnen. Die Bekämpfung müsse in der Politik in Bund und Ländern als nationale Aufgabe mit hoher Priorität verstanden werden. In einem Forschungsprojekt wurden 229 Briefe und E-Mails an Christine Bergmann und Rörig von Jörg Fegert und Barbara Kavemann ausgewertet, um Tatkontexte besser verstehen zu können. Zwei Drittel der Briefeschreiber und - schreiberinnen waren weiblich und ebenfalls zwei Drittel erlebten sexuelle Gewalt in der Kindheit, die meist bis zu zehn Jahre (88 Prozent) oder länger dauerte. Die Hälfte der beschriebenen Missbrauchsfälle fand in Familien statt, ein Drittel in Institutionen (Heime, Internate). Es zeigte sich, dass Auswirkungen des Missbrauchs auch nach stabilen Jahren wieder aufbrechen können. Rörig wies darauf hin, wie enttäuschend und zermürbend es sei, wenn Erwartungen geschürt und dann enttäuscht würden. Quelle: Domradio


9.3.2021 Heute Abend, Frontal 21, 21 Uhr: Ulrich Wastl im Interview:  Wastl spricht davon, dass im Erzbistum Köln nach wie vor der Schutz der Institution, der Täter und der Verantwortlichen über alles gestellt werde. Oliver Vogt, ehemaliger Missbrauchsbeauftragter im Erzbistum Köln sagt, der Umgang mit den Betroffenen sei nicht im Blick gewesen und eine wirkliche Verantwortungsülbernahme sei in Köln nicht erkennbar gewesen.


8.3.2021 Johanna Beck, Mitglied des Betroffenenbeirates der DBK und eine seiner Sprecher*innen berichtet im Interview von ihrer Geschiche, ihren heutigen Erfahrungen mit ihrer Kirchengemeinde und mit dem Werdegang des Täters, eines Ordensmannes. Quelle: kath-kirche-stuttgart.de


8.3.2021 Das Erzbistum Köln erklärt die im Vergleich zur MHG-Studie hohen Täterzahlen damit, dass auch Zölibatsvergehen ("sexuelle Beziehungen von Priestern zu hetero- oder homosexuellen Partnern") in das neue Gutachten eingeflossen seien. Der Gutachter Gercke sagt, Zölibatsvergehen seien nicht in das Gutachten eingeflossen. Nach Aussage des früheren Präventions- und Interventionsbeauftragten Oliver Vogt wurde er zweimal von der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl befragt, nicht jedoch von den neuen Gutachtern. Auch die frühere Missbrauchsbeauftragte Christa Pesch wurde nicht befragt. Der Gutachter Gercke erklärte, er habe keine Fragen gehabt, "die nicht schon anderweitig geklärt werden konnten". Der Kirchenrechtler Thomas Schüller nennt diese Nicht-Befragung einen "kapitalen Fehler". Das Problem der Aufarbeitung liege ja nicht zuletzt in Defiziten der Aktenführung. Außerdem zeige sich ein nach kirchlichem Selbstverständnis verwerfliches Verhalten der Verantwortlichen oftmals  nicht in den Akten, sondern in Berichten von Augen- und Ohrenzeugen. Quelle: Presseportal


8.3.2021 Am heutigen Weltfrauentag mahnen Hilfsorganisationen und Verbände mehr Geschlechtergerechtigkeit an.Bis zur Gleichberechtigung der Geschlechter ist es noch weit, stellen sie einmütig fest. Das katholische Hilfswerk missio Aachen und die Initiative Voices of Faith machen sich für die Rechte von Ordensfrauen in der Kirche stark. Dazu starteten sie eine Social Media-Kampagne #sisterwhatdoyousay (auf Deutsch: #schwesterwirhoerendich) Quelle: Domradio.de


8.3.2021 Im November 2020 bereits hatten die Schönstätter Marienschwestern der Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach eine Abmahnung durch die Kölner Kanzlei Höcker zukommen lassen. Nun haben sie einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach ("Vater darf das") gestellt. Die Kirchenhistorikerin sieht darin die Freiheit der Wissenschaft gravierend beeinträchtigt, wenn schon eine einfache Quellenedition zu einem gerichtlichen Verfahren führe. Sie hat kein Vertrauen in den Aufklärungswillen der Marienschwestern. Die Marienschwestern hätten zugesagt, der Trierer Kommission "alle dafür relevanten Archivdokumente" zur Verfügung zu stellen. Welche Dokumente jedoch relevant seien, beurteilen die Marienschwestern, befürchtet Alexandra von Teuffenbach. Ihr ist unverständlich, warum die Schönstattbewegung die ihr zur Verfügung stehenden Quellen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen den Gründer, Pater Kentenich, noch nicht ediert haben, obwohl sie laut Aussage des Schönstattpräsidiums vom 1.7.2020 alle bekannt gewesen seien und im Seligsprechungsverfahren untersucht worden seien.  Quelle: katholisch.de


8.3.2021 Max Ciolek, 61, Mitglied des Betroffenenrates beim UBSKM, der selbst als Kind und Jugendlicher über acht Jahre von einem katholischen Priester missbraucht wurde, wirft beiden Großkirchen eine verschleiernde und unehrliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle vor.Ciolek stört, dass jedes Bistum einen eigenen Weg bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gehe: "Es machen alle irgendwie etwas, weil sie den Druck der Öffentlichkeit spüren... Man hat den Eindruck, wenn sie irgendwie können, versuchen sie immer, auf die Bremse zu treten." So sei im Bistum Trier der Betroffenenbeirat von einem Auswahlgremium gegründet worden, in dem ausschließlich Kirchenvertreter und kein einziger Betroffener war. In Berlin werde das 600-seitige Gutachten vollständig nur von einer Kommission gelesen, in der fast nur Kirchenvertreter sitzen. Ca 400 Seiten wurden nicht veröffentlicht. Quelle: evangelisch.de


8.3.2021 Johanna Beck, eine der Sprecher*innen des Betroffenenbeirates der DBK, kritisiert die immer noch sehlende Sensibilität für Betroffene sexualisierter Gewalt. Viele Verantwortliche bringen den Tätern und der Institution immer noch mehr Empathie entgegen als den Betroffenen.  Beck berichtet, dass sie vor einem Jahr eine Zeugenaussage bei der Missbrauchskommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart gemacht habe - und noch immer auf eine Mitteilung warte. Der beschuldigte Ordensmann arbeite heute im Bistum Salzburg in einem Haus, in dem Firmgruppen übernachten und in dem Familien Skifreizeiten angeboten werden. Wegen ihrer Zeugenaussage dürfe er in der Diözese Rottenburg lediglich keine Exerzitien mehr anbieten. Johanna Beck kritisiert, dass das kirchenrechtliche Verfahren sie lediglich als Zeugin höre und Missbrauch nicht als Verstoß gegen die Würde und die sexuelle Selbstbestimmung werte, sondern als Verstoß gegen den Zölibat. Akteneinsicht habe sie nicht. Beck hat sich der Kirche wieder angenähert: "Die Kirche hat mich verletzt und sie heilt, heute überwiegt für mich das Heilende", sagt sie. Quelle: katholisch.de


8.3.2021 Der Kölner Stadtanzeiger berichtet, dass Christi Pesch, frühere Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Köln, von dem Gutachter Gercke nicht zu ihrer Tätigkeit befragt wurde. Sie vermutet, dass sich dessen Arbeit auf die Aktenlage fokussiere. Die jedoch ist nach Aussage des Bistums dürftig. Pesch sagt, damit gerade alles aus dem Blick, was nicht aktenkundig sei. Quelle: Peter Otten auf Twitter


7.3.2021 Die katholische Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen hat inzwischen 565 Anträge kirchlicher Betroffener erhalten - die "weitaus größte" Zahl sind Folgeanträge. Im Januar wurden 22 Anträge entschieden.

Quelle: Aachener Zeitung


7.3.2021 Kardinal Woelki, Erzbistum Köln, beabsichtigt, die im Gutachten genannten Personen, wenn nötig, vorläufig von ihren Aufgaben entbinden. „Sofern es mich betrifft, habe ich bereits erklärt, dass ich mich den Ergebnissen der Untersuchung stellen werde“, kündigte er an.  Quelle: FAZ


7.3.2021 Die Schönstätter Marienschwestern haben rechtliche Schritte gegen die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach ("Vater darf das") und den Traugott-Bautz-Verlag eingeleitet. Beide wurden aufgefordert, Beschuldigungen gegen den Gründer Josef Kentenich zu unterlassen, seien dem aber nicht nachgekommen. Nun habe man einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, über den noch nicht entschieden wurde. Quelle: katholisch.de


7.3.2021 Presseclub München: Missbrauchsskandale und Austrittswelle – Katholische Kirche in der Krise


6.3.2021 Im Erzbistum Bamberg gab es zwischen 2018 und 2021 zwei Meldungen zur Nähe-Distanz-Problematik und Grenzverletzungen unterhalb der strafrechtlichen Ebene und eine unbekannte Anzahl von Meldungen, die Jahrzehnte zurückliegen. Auch aus Kindergärten wurden Vorwürfe von körperlicher Gewalt (z.B. Zwangsfütterung) gemeldet. Ein Bamberger Psychotherapeut berichtet, dass geistlich-spirituell missbrauchte Frauen die „Hauptfälle“ in seiner Praxis ausmachen. Quelle: Mainpost


5.3.2021 Wolfsburg-Podcast: Bleiben oder gehen? Wenn engagierte Christ:innen innerlich kündigen. U.a. mit Julia Knop, Generalvikar Pfeffer, Essen, u.a. Reihe: Christsein in der Zeitenwende


5.3.2021 Die Katholische Akademie Freiburg bietet eine Online-Veranstaltung mit Gotthard Fuchs an: "Gott in allen Dingen finden? Christliche Mystik in Krisenzeiten", 11.3. 20 Uhr.


5.3.2021 BDKJ, Bischöfliche Akademie, Diözesanrat Aachen und das Forum Mönchengladbach-Heinsberg bieten im Anschluss an das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zwei Online-Veranstaltungen an:  am Freitag, 19.3., 18.30-21 Uhr zum Thema "Kirche und Sexualität" und am 25.3., 19-21 Uhr zum Thema "Klerikalismus". Quelle: bistum-aachen.de


5.3.2021 Der Betroffenenbeirat der DBK weist Kritik an der Verknüpfung der MHG-Studie mit dem Synodalen Weg zurück. Die Erfahrungen kirchlicher Opfer zeigten, dass der Synodale Weg die richtigen Themen bespreche. Der Betroffenenbeirat beabsichtigt, zu den Foren des Synodalen Wegs "vertiefende Beiträge" zu leisten. U.a. betont er das Recht, dass die Folgen von Traumatisierung durch Priester mitbedacht werden, "wenn über den Ausschluss von Frauen von geweihten Ämtern beraten wird". In der Stellungnahme des Beirats heißt es: "Anscheinend hat es dieser Menschen mit Namen und Gesicht bedurft, um sichtbar zu machen, dass wir Betroffene von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche Deutschlands kein Phantom sind, nicht irgendwelche Leute im Irgendwo, sondern dass wir real sind, dass wir viele sind, dass wir zum Teil nach wie vor Mitglieder dieser Kirche sind, dass man uns immer alltäglich begegnen kann. Das Erstaunen, das diese Erkenntnis ausgelöst hat, auch insbesondere unter den Vertreterinnen und Vertretern der Laienverbände, löst Erstaunen unsererseits aus!" Quelle: katholisch.de


5.3.2021 Im Seligsprechungsverfahren des Schönstatt-Gründers Pater Josef Kentenich wird statt der im Sommer 2020 beschlossenen Historiker-Kommission eine Experten-Kommission: ein Pallottiner; zwei Mitglieder der Schönstatt-Bewegung, Kirchenhistoriker, Vertreter von Pastoraltheologie und Religionspädagogik. Die Namen der Kommissions-Mitglieder sind nicht bekannt. Speaker webReader: Vorlesen Die Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach ("Vater darf das"), deren Recherchen und Veröffentlichungen zur Einsetzung der Gruppe geführt hatte, ist nicht beteiligt. Aufgabe der Experten sei es, den durch Teuffenbach vorgelegten Vorwürfen geistlichen, emotionalen und körperlich-sexuellen Missbrauchs nachzugehen. Wann Ergebnisse zu erwarten sind, ist unbekannt. Quelle: katholisch.de


5.3.2021 Das Erzbistum Köln beabsichtigt, am 18.3., 10 Uhr in einer live übertragenen Pressekonferenz  das Gercke-Gutachten vorzustellen, direkt anschließend erhalten die Mitglieder des Betroffenenbeirates Einblick, danach wird das Gutachten auf der Website des Erzbistums veröffentlicht. Am 23.3. werden in einer Pressekonferenz die ersten Konsequenzen vorgestellt. Ab dem 25.3. liegt das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) zur Einsichtnahme im Kölner Maternushaus aus. Quelle: katholisch.de


4.3.2021 Buchhinweis: Jochen Sautermeister, Andreas Odenthal (Hg.): Ohnmacht. Macht. Missbrauch. Theologische Analysen eines systemischen Problems. Leseprobe


4.3.2021 "Die Katholische Kirche in Deutschland kann nicht auf Barmherzigkeit hoffen, ohne dass Gerechtigkeit entsteht." Das sagt der Alttestamentler Till Magnus Steiner. Quelle: Dei verbum


3.3.2021 In den 90er-Jahren wurde ein Pfarrer aus dem Erzbistum Köln, der in den Jahren 1991 und 2002 wegen Missbrauchs Minderjähriger aufgefallen war, in die St. Laurentius-Kirche in Wuppertal versetzt. Die Gemeinde wurde nicht informiert. Der zuständige Stadtdechant wurde 2014 über die Vergangenheit des Pfarrers informiert. Quelle: t-online.de


3.3.2021 Bericht von der Tagung "Macht, Partizipation und Gewaltenteilung in der Diskussion" - zum Synodalen Weg und zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Quelle: Bistum Essen


3.3.2021 Der Religionssoziologen Detlef Pollack, Münster, sieht die Existenz der katholischen Kirche durch den Missbrauchsskandal in Frage gestellt, mit dem Skandal stehe das Ganze der katholischen Kirche auf dem Spiel:  "Wenn die Repräsentanten dieser sich als heilig verstehenden Institution sündigen und straffällig werden, dann können sie die Herrlichkeit Gottes nicht mehr zum Leuchten bringen, dann verdunkeln sie Gott, dann stehen sie Gott im Wege." Pollack sieht keinen anderen Weg für die Kirche, als "Buße zu tun, umzukehren und die Schuld, die man auf sich geladen hat, einzugestehen". Quelle: katholisch.de


3.3.2021 Die Vollversammlung des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn fordert eine Ausweitung der Aufarbeitungsstudie über das Jahr 2002 hinaus. Bisher werden nur die Amtszeiten der Erzbischöfe Lorenz Jaeger (1941- 1973) und Johannes Joachim Degenhardt (1974 - 2002), nicht jedoch die Amtszeit des derzeitigen Bischofs Hans-Josef Becker (seit 28. September 2003 im Amt) untersucht. Das Diözesankomitee forderte außerdem, auf Diözesan-Ebene eine Aufarbeitungskommission einzurichten, wie sie in der gemeinsamen Erklärung der deutschen Bischöfe mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung verabredet wurde. Neben historischen sollten auch psychologische oder soziologische Sichtweisen einbezogen werden, um Veränderungsbedarfe zu erkennen.Quelle: evangelisch.de   katholisch.de 4.3.2021

3.3.2021 Das Erzbistum Köln nimmt Stellung zu verschiedenen Medienberichten, die Kardinal Woelki Vertuschung vorwerfen: "Die Überprüfung auf strafrechtlich relevante Tatbestände und Anfangsverdachtsfälle war und ist laut Auftrag von Anfang an Bestandteil der unabhängigen Untersuchung gewesen." Beide Kanzleien (Westpfahl und Gercke)  soll(t)en prüfen, ob ein strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht den staatlichen Strafverfolgungsbehörden angezeigt wurde. Prof. Gercke habe parallel zur Gutachten-Erstellung Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen und sie "über sämtliche, sich aus den 236 Aktenvorgängen ergebenden Sachverhalte in Kenntnis gesetzt". Damit habe Kardinal Woelki explizit dafür Sorge getragen, dass sämtliche 236 Aktenvorgänge der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gelangen. Quelle: Domradio


3.3.2021 Der Unabhängigen Kommission für sexuellen Missbrauch in der Kirche (CIASE) in Frankreich liegen 6.500 Zeugnisse vor, die mindestens 3.000 verschiedene Opfer katholischer Priester betreffen. Jean-Marc Sauvé, der Präsident der CIASE, schätzt, dass die Zahl der Betroffenen auf 10.000 anwachsen könne. Der Abschlussbericht der CIASE wird voraussichtlich im Herbst 2021 vorgelegt. Quelle: presseraum.at


2.3.2021 Ulla Stollenwerk, Diözesanstelle pastorale Begleitung im Erzbistum Köln, berichtet von ihrer Arbeit mit Kirchengemeinden, in denen dem Pfarrer sexualisierte Gewalt vorgeworfen wird. Quelle: Domradio


2.3.2021 Gegen Kardinal Woelki liegen Anzeigen wegen Strafvereitelung bei der Staatsanwaltschaft vor. Wenn sie einen Anfangsverdacht hat, leitet sie ein Ermittlungsverfahren ein. Es wurden in früheren Jahren mehrfach Prüfverfahren eingeleitet, die wieder eingestellt wurden.  Quelle: www1.wdr.de


1.3.2021 Das Gercke-Gutachten des Erzbistums Köln stoße bei einigen Verantwortlichen bereits vor der Veröffentlichung auf Widerspruch, sagte der Gutachter Gercke. Bisher habe das Gutachten "schonungslos die Tatsachen erhoben." Jetzt (!) werde noch äußerungsrechtlich geprüft, was davon auch öffentlich gemacht werden könne. Quelle: katholisch.de


1.3.2021 In der Diözese Würzburg wird einem katholischen Priester sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Priester wurde suspendiert, die Pfarreiengemeinschaft informiert, eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Quelle: Frankenpost


1.3.2021 Vortrag von Inge Tempelmann in der Reihe der Domberg-Akademie Freising "Umkehr! Kirche sein angesichts des Missbrauchsskandals". Fromme Gewalt- Spiritueller Missbrauch, Hintergründe und Auswege. Quelle: youtube.com


1.3.2021 Der Soziologe Hans Joas plädiert für klare Führungs- und Kontrollstrukturen auf allen Ebenen der katholischen Kirche. Wenn es um grundlegende Glaubenslehren gehe, sei Zentralität sinnvoll. Gleichzeitig brauche es eine Fülle dezentralen Spielräume in kulturell unterschiedlichen Gebieten. Thomas Söding, Neutestamentler, beklagt, dass teilweise Menschenrechtsdefizite theologisch überhöht würden - das sei "schlechte Theologie".  Entscheidend sei, nicht von den Rechten und Pflichten der Kleriker her zu denken, sondern von den Rechten und Pflichten der Laien. - Norbert Köster, Kirchenhistoriker, empfiehlt eine Trennung von Rechtshoheit und Weiheamt, die vor dem 19. Jahrhundert selbstverständlich gewesen sei und erst im Zweite Vatikanischen Konzil (1962-1965) geändert wurde. - Johanna Rahner, Dogmatikerin, sagt, es gehe um die Frage der Demokratie- und Modernefähigkeit der Kirche. Quelle: katholisch.de


1.3.2021 Doris Reisinger spricht im Interview über ihr Buch "Nur die Wahrheit rettet". Quelle: 3sat.de


1.3.2021 Der Strafrechtler Gercke betont, kein moralisch-ehtisches Gutachten für das Erzbistum Köln zu erstellen, sondern ein juristisches. Er berichtet, dass das Gutachten bereits vor Veröffentlichung bei einigen Verantwortlichen auf Widerspruch stoße. Nicht immer sei es ihnen aber gelungen, die ihnen vorgeworfenen Pflichtverletzungen auszuräumen. Der Strafrechtler teilte nicht mit, ob es sich um amtierende oder bereits im Ruhestand befindliche Personen handelt. Quelle: katholisch.de  www1.wdr.de


1.3.2021 Im Interview sagt Doris Reisinger im Anschluss an ihr neuestes Buch (Reisinger/Röhl: Nur die Wahrheit rettet) im Blick auf die Missbrauchsaufarbeitung in Deutschland: "Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels. Ich sehe vor allem zwei Dinge: eine lange Liste an Mini-Schritten, die die Institution geht - aber mit dem Schwerpunkt auf der Öffentlichkeitsarbeit." Quelle: rnd.de


1.3.2021 Das Bistum Essen hat eine Unternehmensberatung untersuchen lassen, wie die Personalarbeit dort abläuft – die Ergebnisse haben Generalvikar Klaus Pfeffer erschreckt: Intransparent, unklare Hierarchien, eine ungeklärte Rolle des Bischofs. Quelle: katholisch.de


28.2.2021 Anja Röhl, Autorin und Sonderpädagogin, geht dem Schicksal von Verschickungskindern nach. Das Konzept der Heime der Nachkriegszeit war ein "unethisches, brutales und menschenverachtendes System, das im Nationalsozialismus entwickelt worden war und auch nach 1945 seine Fortsetzung fand, jahrzehntelang. Die Opfer waren Kinder, viele von ihnen nicht einmal fünf Jahre alt", schreibt sie. Die Erholungsheime waren oft Orte der Gewalt, manchmal tödlicher Gewalt - manchmal wurden nicht zugelassene Medikamente an den Kindern getestet. Die "Initiative Verschickungskinder" vernetzt Betroffene. Quelle: Süddeutsche


26.2.2021 Die Verzögerungen bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln und das Verhalten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki schaden nach Ansicht der Theologin Margot Käßmann auch der evangelischen Kirche in Deutschland. Quelle: evangelisch.de


26.2.2021 Der Beauftragtenrat der Evangelischen Kirche in Deutschland hatte mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, und mit der Arbeitsgruppe des UBSKM "Aufarbeitung Kirchen" eine Arbeitstagung. Anwesend waren auch zwei Mitglieder des Betroffenenbeirats der EKD. Ergebnis: Die Beteiligten hoffen, noch 2021 eine "Gemeinsame Erklärung" zur Aufarbeitung in der EKD verabschieden zu können. Der NDR berichtet, dass die Gemeinsame Erklärung noch Ende des Sommers 2021 beschlossen werden kann. Quelle: ekd.de


26.2.2021 Interview mit Matthias Katsch, der feststellt, dass es der katholischen Kirche und Kölns Erzbischof im Missbrauchsskandal immer noch an Aufklärungswillen mangelt, dass aber nun endlich Öffentlichkeit und Menschen in der Politik die Geduld mit der katholischen Kirche verlieren. Quelle: taz.de


26.2.2021 Der Leiter der Abteilung Pastoral im Bistum Hildesheim, Christian Hennecke, ist der Ansicht, dass die Austrittszahlen lediglich Indikator für etwas Tieferes seien. Er legt stattdessen drei Überlegungen vor, die anzustellen sind: "Wie können wir heute aus dem Evangelium leben? Wie können wir heute Gott entdecken, der reichlich vorhanden ist und nah?... Wie können wir das bezeugen und mit den Menschen Leben teilen?" Quelle: Domradio.de


26.2.2021 Die Deutsche Bischofskonferenz hat nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ bei ihrer dreitägigen Frühjahrsvollversammlung überhaupt nicht über die Krise im Erzbistum Köln geredet. Ein Sprecher der Bischofskonferenz sage, er bestätige den Bericht nicht. Quelle: Aachener Zeitung


26.2.2021 Derzeit verhandelt der Vatikan Missbrauchsvorwürfe im vatikanischen Konvikt „Preseminario San Pio X“. Dort wird dem 2017 zum Priester für die Diözese Como geweihte Gabriele Martinelli vorgeworfen, „zwischen September 2006 und Juni 2012 sexuell unangemessene Praktiken" gegenüber einem Mit-Seminaristen ausgeübt zu haben.Martinelli weist die Vorwürfe zurück. Der frühere Rektor des Preseminario, Enrico Radice, wird beschuldigt, er habe die Ermittlungen behindert. Bereits 2013 war der Vatikan dem Verdacht nachgegangen, im Präseminar sei es zu Missbrauch an Knaben gekommen. Damals waren keine Anhaltspunkte  gefunden worden. Quelle: vaticannews

Am vergangenen Samstag wurde Kardinal Angelo Comastri von Papst Franziskus seines Amtes als Erzpriester des Petersdoms enthoben. Am Mittwoch sagten drei Zeugen vor dem vatikanischen Gericht aus, Kardinal Comastri oder seine Helfer hätten von den Vorwürfen im Preseminario gewusst und nichts unternommen. John Allen Jr. kommentiert, dass im Fall, dass das Gericht handelt, davon ausgegangen werden könne, dass endlich eine echte Reform stattfinde. Andernfalls müsse man davon ausgehen, dass nach wie vor hochrangige Kleriker vor Aufdeckung geschützt würden. Drei der vier Zeugen behaupten am Mittwoch, dass Kardinal Comastri von Bedenken über die Atmosphäre im Preseminario wusste (Klatsch, Intrigen, homosexuellen-feindliche Bemerkungen....), sein Stellvertreter Monsignore Vittorio Lanzani wusste von den sexualisierten Übergriffen. Unklar scheint, welche Verantwortung Kardinal Comastri tatsächlich im Preseminario hatte. Quelle: cruxnow


26.2.2021 Mary Hallay-Witte ist neue Leiterin des Instituts für Prävention und Aufarbeitung (IPA).  Das Institut soll Praxiserfahrungen in der Präventionsarbeit der 27 Bistümer in Verbindung zu Wissenschaft und Gesellschaft setzen. Initiiert wurde es vom Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: Bistum Trier webReader: Vorlesen


26.2.2021 Der vom Priesterrat des Erzbistums Berlin in die Aufarbeitungskommission entsandte Domvikar Matthias Goy ist noch vor der konstituierenden Sitzung der Kommission zurückgetreten. Beim ersten Treffen am 29. Januar erhielten die Kommissionsmitglieder das vollständige Gutachten der Kanzlei Redeker Sellner Dahs, vom dem 440 Seiten nicht öffentlich sind. Im unveröffentlichten Teil des Gutachtens wird Goy als Teilnehmer eines Gesprächs mit einem Betroffenen aufgeführt. Laienvertreter:innen im Gremium hatten die Besorgnis geäußert, dass Goy nun wohl nicht unvoreingenommen an der Kommissionsarbeit mitwirken könne. Sie baten um eine Stellungnahme. Goy begründete daraufhin seinen Rücktritt damit, dass „der Kommission durch seine Mitarbeit keine von Außenstehenden und der Öffentlichkeit befürchtete Beeinflussung vorgeworfen werden" könne. - Der Pressesprecher Stefan Förner sagte, dass er nicht zusagen könne, die Namen derer, die im Umgang mit Missbrauchsfällen ihre Dienstpflichten verletzt haben, noch vor der Sommerpause zu veröffentlichen. Quelle: tagesspiegel.de


26.2.2021 Judith Klaiber, Daniela Ordowski, Philippa Haase und Johanna Beck denken über die Zukunft der katholischen Kirche nach. Quelle: Zeit.de


26.2.2021 Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat angesichts von Forderungen nach Reformen in der Kirche zu mehr Geduld aufgerufen. "Ganz schnelle Entscheidungen" seien für alle Seiten eine Überforderung. Quelle: katholisch.de

Kommentar:  Seit 1971, dem Beginn der Würzburger Synode, warten heute 70-Jährige auf Entscheidungen. Für sie dauert das Warten bereits ihr ganzes Erwachsenenleben lang. Sie sind eher vom Warten denn von "schnellen Entscheidungen" überfordert.


26.2.2021 Podcast der Zeit mit Georg Löwisch, dem Chefredakteur von Christ & Welt. Quelle: zeit.de


25.2.2021 Ein Betroffener aus dem Don-Bosco-Heim in Berlin-Wannsee berichtet. Triggergefahr! Quelle: Eckiger Tisch


25.2.2021 Kommentar von Matthias Drobinski zur Situation der katholischen Kirche: "Die katholische Kirche wird noch lange durch ein tiefes Tal gehen müssen, nichts ist mühsamer wieder aufzubauen als zerstörtes Vertrauen. Es werden Bischöfe zurücktreten müssen, es wird Untersuchungen mit bitteren Ergebnissen brauchen, und die Schlangen der Austrittswilligen werden trotzdem erst einmal nicht kürzer werden. Es wird bitter werden für viele Gläubige, die in ihren Gemeinden menschendienlich wirken, die das Misstrauen und die Häme ungerechterweise trifft. Aber was wäre die Alternative? Die Panzerung, der Rückzug auf von Rechtsanwälten scharf verteidigte Linien? Es wäre die Verteidigung der Heilsanstalt, bis durch deren Ruine der kalte Wind weht." Quelle: Süddeutsche


25.2.2021 Christiane Florin kommentiert mit bitteren Worten die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Sie sagt u.a.: "Der Botschafter des Vatikans, Nuntius genannt, hat den Brüdern in Deutschland ein Grußwort geschickt. Konflikt sei für die Kirche besonders schädlich, es brauche Vergebung und Barmherzigkeit. Das klingt sanft. Hart ist es nur für die diejenigen, die nach Gerechtigkeit dürsten, weil sie das mit der Gerechtigkeit mal im Evangelium gelesen haben." Florins Fazit: "Ehrliche Aufarbeitung würde diese Institution zusammenkrachen lassen. Deshalb bleibt man rücksichtsvoll und  rücktrittsfrei. Die Botschaft dieser Vollversammlung war: Die Opfer, die Leidtragenden, die Verletzten dieser Kirche sind den Streit nicht wert." Quelle: DLF


25.2.2021 Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun, beklagt die zerstückelte Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der kath. Kirche. Jede Diözese mache ihre eigene Aufarbeitung, zwischen den Diözesen gebe es keine Vergleichbarkeit. Podschun olädiert für eine staatlich unabhängige Aufklärungskommission. Er weist auf den BDKJ hin: "Bei uns herrscht Gleichberechtigung zwischen allen Geschlechtern, bei uns herrschen demokratische Strukturen, und wir sind trotzdem Kirche." Quelle: DLFKultur


25.2.2021 "Wir brauchen mehr Liebe zur Wirklichkeit." So beschreibt Bischof Bätzing eine Erkenntnis der Bischöfe in diesen Tagen der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Bemerkenswert: Die Bischöfe sprachen auch über spirituellen Missbrauch. Der Bischofskonferenzvorsitzende Bätzing lobte den an ihn gerichteten Offenen Brief von Betroffenen als "echten konstruktiven Beitrag" zu dem Thema. Quellen: dw   sueddeutsche.de

Zur Abschlusspressekonferenz der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz


25.2.2021 Thomas Schüller, Kirchenrechtler, stellt fest, dass eine größere Gruppe von Bischöfen aktiv die Aufklärung von Missbrauch vorantreibe. "Aber: Unter dem medialen Fokus auf die desaströse Nichtaufklärung von Missbrauch durch den Kardinal von Köln konnte eine Reihe von Bischöfen unter dem Radar der Wahrnehmung bleiben." Ausdrücklich nennt er den Bischof Ackermann, Trier, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, der in seinem Bistum mit der Aufklärung erst am Anfang stehe. Quelle: Zeit.de


25.2.2021 In Polen werden Kirchenaustritte, die vor dem Ortspfarrer erklärt werden müssen, nicht gezählt. Nun hat eine Initiative eine Zählung im Internet gestartet. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Gadecki, Posen, bittet die Gläubigen um Gebet und Fasten für die Ausgetretenen, "die ihren Fortgang von Gott und Kirche erklärt haben". Oft teilten Ausgetretene die christlichen Normen nicht, empörten sich aber gleichzeitig über die Sünden von Kirchenleuten. Einige seien durch kirchenfeindliche Propaganda in die Irre geführt worden. Es könne aber auch sein, dass ein Grund für die Austritte in einem "Mangel an verständlichen Zeugnissen des Glaubens unsererseits" seien. Quelle: Domradio


25.2.2021 Der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Erzbistums Bamberg gehören zwei Missbrauchsopfer, zwei Mitarbeiter des Erzbistums Bamberg, ein Richter eines staatlichen Gerichts, eine freiberufliche Diplom-Psychologin und ein Moraltheologe an. Das Erzbistum will ihre Namen nicht nennen. Betroffene sollen unter bestimmten Voraussetzungen (Schweigepflicht?) auch "Zugang zu den sie betreffenden Informationen und Unterlagen" bekommen. Quelle: BR


25.2.2021  Hinweis: Iris Hax, Sven Reiß: VorstudieProgrammatik und Wirken pädosexueller Netzwerke in Berlin - eine Recherche (Triggergefahr!) Quelle: aufarbeitungskommission.de


25.2.2021 Das Erzbistum Berlin, die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz und die Katholische Militärseelsorge bitten Betroffene kirchlichen sexuellen Missbrauchs um ihre Mitarbeit im gemeinsamen Betroffenenbeirat. Quelle: tag-des-herrn


25.2.2021 Der Berliner Domvikar und Regens Matthias Goy hat sich aus der neu gegründeten Kommission, die das Missbrauchsgutachten des Erzbistums Berlin bewerten soll, zurückgezogen, weil er im nicht-veröffentlichten Teil des Gutachtens "am Rand" erwähnt werde. Er wolle damit dem Eindruck von Beeinflussung, der entstehen könne, entgegentreten. Was Inhalt der Erwähnung ist, wird nicht mitgeteilt. Quelle: katholisch.de


25.2.2021 Der Kriminologe Christian Pfeiffer hält die Kritik an Kardinal Woelki für verlogen, denn auch der ehemalige Vorsitzende der DBK, Kardinal Marx, habe sich jahrelang unabhängigen Untersuchungen im Erzbistum München widersetzt - aus Angst, dass Vertuschungen durch den früheren Kardinal Joseph Ratzinger, später Papst Benedikt XVI., herauskommen könnten. Quelle: n-tv.de


24.2.2021 In einigen Bistümern, darunter Passau, Bamberg und Eichstätt, gibt es nicht genügend Bewerber*innen für die vorgesehenen Betroffenenbeiräte. Manchmal wollen sich Betroffene nicht einem Bewerbungsverfahren aussetzen, das sie erneut zu Bittstellern degradiert, die bei der Institution anklopfen müssen. - In vielen katholischen Bistümern hakt es mit der Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Interessant ist zu lesen, dass der Betroffenenbeirat des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung ursprünglich die Vernetzung der Betroffenen vorgesehen hatte. Doch dieser Paragraf wurde gestrichen. Wenn Betroffene ihren Beirat wählen könnten, hätte der Beirat ein Mandat und wäre an die Betroffenen rückgebunden. Quelle: Süddeutsche


24.2.2021 Der Dresdner Bischof Timmerevers sagt zum Missbrauchsfall Herbert Jungnitsch, der in Heidenau mehrere Kinder schwer sexuell missbrauchte, es seien bei der Aufarbeitung Fehler passiert. Wessen Fehler der Bischof einräumt, sagt er nicht. Er sagt auch nicht, wer unter den Fehlern zu leiden hatte. Der Fall ist dem Bistum seit 2010 bekannt. Nun soll die Aufarbeitung gemeinsam mit Betroffenen und der Gemeinde beginnen. Quelle: katholisch.de


24.2.2021 Der Psychiater Manfred Lütz ruft zur Beachtung der historischen Perspektive auf, wenn das Handeln von Bischöfen im Umgang mit Missbrauch bewertet wird. Es könne keinem kirchlichen Verantwortungsträger bis 1990 zur Last gelegt werden, wenn er damals einen Täter versetzt habe, ohne die Gemeinde vor Ort über das Geschehen zu informieren. Als Begründung führt der Psychiater Aussagen von Wissenschaftlern an: Eberhard Schorsch habe 1970 Sexualkontakte zwischen Erwachsenen und Kindern für unschädlich gehalten und noch 1989 sei in dem Buch "Klinische Sexologie" die Ansicht vertreten worden, dass die Untersuchungen und Verhöre mehr Schaden anrichten als die Handlung selbst. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Nicht jeder Bischof wird die Synode um 300 in Spanien mit ihren Regelungen zur sexuellen Unmoral von Bischöfen, Presbytern und Diakonen und zum sexuellen Missbrauch (von Jungen) kennen. Aber von Bischöfen - die zudem sehr genau Bescheid wissen/wussten über die sexuellen Sünden der Gläubigen - ist zu erwarten, dass sie ihre Bibel kennen:  z.B. Mt 18,6;  1 Kor 6,9. Zudem sind die katholischen Bischöfe der 60er-, 70er- und 80er-Jahre gewiss nicht die Speerspitze der sexuellen Revolution gewesen.


24.2.2021 Felix Neumann diagnostiziert: Der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken sucht den Schulterschluss – nicht mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt, sondern mit den Bischöfen. Auf die Stimme der Betroffenen hört die Stimme der Laien viel zu wenig: "Prophetisch oder wenigstens solidarisch ist dieser Kurs nicht." Quelle: katholisch.de


23.2.2021 Nach Recherchen von t-online hat es fast ein Jahr gedauert, bis die Staatsanwaltschaft Köln vom Erzbistum Köln die Akten im Fall des Pfarrvikars U. aus dem Kreisdekanat Euskirchen, dem seine Nichten sexuellen Missbrauch vorwerfen, erhalten hat. Die Betroffenen haben sich im April 2019 an die Behörde gewandt. Die Akten erhielt die Staatsanwaltschaft Anfang April 2020.

 Im Anschluss an die MHG-Studie hatte das Erzbistum Köln Akten zu einigen Fällen an die Staatsanwaltschaft übergeben: "Damit sind nun komplett alle bekannten Fälle aus der Vergangenheit zur Prüfung und weiteren Ermittlung übergeben", teilte das Erzbistum im Dezember 2018 mit. Die Staatsanwaltschaften stellten in allen Fällen entweder Verjährung oder strafrechtliche Irrelevanz fest. Der "Fall U.", der zu dieser Zeit noch nicht verjährt war, war nicht bei den an die Staatsanwaltschaften übergebenen Akten, er verblieb im Erzbistum Köln und wurde an die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl übergeben. Im Fall U. sollte ein Sondergutachten der Kanzlei ermitteln, welche Versäumnisse es 2010-2011 gegeben habe. Zu diesem Zeitpunkt hatten die betroffenen Nichten Anzeige bei der Kriminalpolizei erstattet, die sie später zurückzogen. Daraufhin wurde das Verfahren eingestellt, der Pfarrer verblieb im Dienst, der Fall U. wurde nicht nach Rom gemeldet. Das Sondergutachten nannte diesen Sachverhalt "pflichtwidrig". Zuständig war 2010-2011 der heutige Hamburger Erzbischof und damalige Personalverantwortliche Stefan Heße. In die von der Kanzlei Westphal Spilker Wastl angefertigten Sondergutachten erhalten die Verantwortlichen des Erzbistums Köln - anders als in das Gesamt-Gutachten - Einblick. 

Auch in das Sondergutachten zum Fall des Priesters A. hat das Erzbistum Köln Einblick. Dort wird Kardinal Meisner und dem damaligen Generalvikar Norbert Feldhoff vorgeworfen, pflichtwidrig auf Sanktionen und Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger verzichtet zu haben. Auch der "Fall F."  und der "Fall O." werden öffentlich.  Quelle: t-online


23.2.2021 Bischof Kohlgraf, Mainz, sagt, die katholische Kirche müsse "positiv werbend" in die Öffentlichkeit gehen für das, was Kirche ausmache. "Wir sind nicht nur Missbrauch", meint er. Quelle: Domradio

Kommentar: Es ist richtig: die katholische Kirche ist weit mehr als Missbrauch. Aber solange die Kirche den Missbrauchsbetroffenen das menschlich mögliche Maß an Gerechtigkeit verweigert, solange bleibt ihre Botschaft und ihr gutes Tun fragwürdig.


23.2.2021 Endlich wundert sich noch jemand, dass die nur rudimentäre Veröffentlichung des Gutachtens des Erzbistums Berlin von der Öffentlichkeit kommentarlos hingenommen wird - anders als das Kölner nicht-veröffentlichte Gutachten: FAZ-Redakteur Christian Geyer.  Quelle: Domradio


23.2.2021 Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte bei der Auftaktpressekonferenz der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz: "Ich glaube Kardinal Woelki, dass sein Aufklärungswille wirklich deutlich und klar ist." Er habe mit Kardinal Woelki gesprochen, aber an dessen Kurs habe sich nichts geändert. Bätzing meint, "wir" müssten bis zum 18. März warten und sollten keine Vorverurteilungen vornehmen. Quelle: dbk.de


23.2.2021 Der Aachener Diözesanrat fordert von der DBK, dass die bisherige Vertuschungspraxis aufhören müsse. Er kritisierte, dass viele Themen seit Jahren ohne Ergebnis diskutiert werden. Gläubige im Bistum erwarteten die Einhaltung fundamentaler Menschenrechte in der katholischen Kirche. Quelle: www1.wdr.de


23.2.2021 Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken warnt davor, dass das Missbrauchsthema die Kirche auf Jahre hinaus belasten könne. Die in den Bistümern in Auftrag gegebenen Gutachten würden Monat für Monat, Jahr für Jahr veröffentlicht, so dass ein Skandal dem anderen folge. Bischöfe und andere Verantwortliche müssten von sich aus ihr Gewissen befragen und proaktiv handeln, bevor sie von Gutachten oder einer kritischen Öffentlichkeit dazu gezwungen würden. Quelle: mainpost.de


23.2.2021 Betroffene spiritualisierter Gewalt in kirchlich anerkannten Gemeinschaften in Deutschland und das Netzwerk gegen geistlichen Missbrauch (NGM) schreiben einen offenen Brief an Bischof Timmerevers und Bischof Bätzing. Sie wünschen, dass die Bischöfe ein abgestimmtes Umgehen mit dem Problem des Geistlichen Missbrauchs beraten und beschließen, denn "es ist dringend notwendig". Quelle: feinschwarz.net


23.2.2021 Karin Weißenfels*, Mitarbeiterin des Bistums Trier, erwartet ein Kind von einem Priester – und treibt es ab. Der Pfarrer und ein mit ihm befreundeter Geistlicher haben dazu geraten. Die Konsequenzen für die Priester sind milde, die Folgen für die Frau hart. Mit dem Fall befasst sind die Bischöfe Reinhard Marx und Stephan Ackermann. Triggergefahr! Quelle: DLF


23.2.2021 Das Erzbistum Köln wies Darstellungen von Medien zurück, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki habe Rom nicht über den Fall des Priesters E. informiert. Anfang 2017 habe ein ehemaliger Schüler des Collegiums Josephinum einen Übergriff durch Pfarrer E. geschildert. E. sei angehört worden, am 1.9. 2017 in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Der Fall sei an die Glaubenskongregation geschickt worden, die im Oktober 2017 entschied, kein Strafverfahren durchzuführen.Als sich im Oktober 2017 weitere Betroffene meldeten, konnte eine Anhörung von Pfarrer E. wegen Krankheit nicht stattfinden. Im Oktober 2018 seiten die weiteren Verdachtsmomente an die Staatsanwaltschaft übermittelt worden, die das Verfahren wegen Verjährung einstellte. Nach Anhörung des Beschuldigten im November 2018 wurden die Erkenntnisse im November 2019 nach Rom gemeldet. Im Februar 2020 habe die Glaubenskongregation entschieden, von der Verjährung abzusehen und ein Strafverfahren zu eröffnen mit dem Ziel der Entlassung aus dem Klerikerstand.

Die Information des Erzbistums Köln geht nicht auf die in den Medien erwähnte Suspendierung von 1982 und den Übergriff auf ein Mädchen und die anschließende Aufgabe einer Pfarrstelle 2002 ein. Quelle: katholisch.de


23.2.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, weist auf die "schwere Belastung" insbesondere für Missbrauchsbetroffene durch die Vorgänge um die Aufklärung im Erzbistum Köln hin. Trägern wichtiger Ämter empfiehlt Rörig, "sich sehr selbstkritisch zu befragen: Was waren die Folgen meines Handelns? Welche Schäden sind dadurch entstanden? Die Entscheidung, unbedingt an einem Amt zu kleben, ist in jedem Fall die falsche." Die "Kölner Wirren" störten auch die Aufarbeitung in anderen Bistümern, sagte Rörig. Quelle: Zeit.de


22.2.2021 „Justiz und Politik in Land und Bund müssen ihrer Verantwortung im Kampf gegen Sexualstraftäter endlich nachkommen und können die Ahndung krimineller Gewalttaten nicht der Täterorganisation überlassen“, erklärte die Bundessprecherin derSäkularen Sozis, Lale Akgün, in einer gemeinsamenErklärung mit dem Landesprecher Johannes Schwill. Quelle: saekulare-sozis.de


22.2.2021 In NRW wurde der Leiter einer Außenstelle des Weißen Rings abberufen wegen des Verdachts sexuellen Missbrauchs an einem Kriminalitätsopfer. Bereits Anfang 2019 gab es Vorwürfe, die wegen widersprüchlicher Aussagen des Opfers nicht erhärtet werden konnten. Quelle: rp-online.de


22.2.2021 In Deutschland wurden bis in die 1990er-Jahre etwa acht Millionen Kinder in Kinderkurheime geschickt, wo sie Schläge, Missbrauch oder Essenszwang erlebten. Erst langsam kommen die Erfahrungen dieser Kinder in den Blick. Die Initiative Verschickungsheime vernetzt Betroffene. Betrieben wurden Heime teils von Privatleuten, teils von den Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden, z.B. der AWO. In Bayern gab es 215 Kindererholungsheime, das sind ein Viertel aller Heime deutschlandweit. Die bayerische SPD fordert eine Studie zur systematischen Aufarbeitung. Zudem gibt es Pläne der Jugend- und Familienministerkonferenz für eine bundesweite Studie. Allerdings sind viele Akten vernichtet. Quelle: br.de


22.2.2021 Das Bistum Trier hat die Untersuchungsergebnisse über einen Ruhestandspriester, dem sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen wird, an den Vatikan weitergegeben. Der Priester bestreitet die Vorwürfe. In einem zweiten Fall wird einem Priester versuchter sexueller Missbrauch vorgeworfen. Der Priester wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt und darf erst wieder als Priester arbeiten, wenn er eine Therapie gemacht hat. In einem dritten Fall aus dem Raum Merzig, Saarland, haben sich Vorwürfe als unbegründet herausgestellt. Ein staatsanwaltliches Verfahren wurde eingestellt. Der Pfarrer war nicht beurlaubt worden.

Von 2010 bis Ende 2020 hat das Bistum Trier an 138 Betroffene 640.500 Euro als Anerkennungszahlungen geleistet. Quelle: swr.de


22.2.2021 Annette Zoch schaut im Vorfeld der morgen beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz unter dem Titel "Zeit des Zorns" auf den Zustand der katholischen Kirche. Maria Mesrian, Maria 2.0, stellt fest, dass es nicht nur um Köln gehe, sondern um ein ganzes System, das zur Disposition steht: "Ein System der unkontrollierten Macht, das Missbrauch und Vertuschung ermöglicht hat. Mit einem einzelnen Rücktritt ist deshalb auch nichts gewonnen." Auch Doris Reisinger, katholische Theologin an der Frankfurter Jesuiten-Hochschule St. Georgen stellt fest: "Viel wichtiger finde ich, wie es jetzt weitergeht: Es muss dieses Münchner Gutachten veröffentlicht und es muss das klare Signal gesetzt werden, wir wollen wirklich aufarbeiten. Wir wollen diesen Gestus der fortlaufenden Machtdemonstration und unseren Anspruch auf Deutungshoheit nicht fortsetzen." Quelle: Süddeutsche


22.2.2021 Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, ruft die Kirchen auf, Unrecht in den eigenen Reihen beim Namen zu nennen und sich konsequent auf die Seite der Betroffenen zu stellen. Dies sagte er in einer gemeinsamen Passionsandacht mit dem Kölner Erzbischof Woelki und wies auf eine "ökumenische Haftungsgemeinschaft" hin. Quelle: evangelisch.de


22.2.2021 Die französischen Bischöfe beraten in einer außerordentlichen Vollversammlung über ihre persönliche und institutionelle Verantwortung für sexuellen Missbrauch in der Kirche. Dabei gehe es vor allem um die theologische und seelsorgliche Dimension der kirchlichen Verantwortung und über die Art der Anerkennung des Leids der Opfer. Die Diskussion soll in der Frühjahrsvollversammlung im April vorgestellt werden. Quelle: Domradio


22.2.2021 In Polen möchten 58,7 %, dass die gesamte Bischofskonferenz angesichts der Enthüllung von Missbrauchs-Skandalen zurücktreten solle. 33,9 % lehnen das ab. Unter den 30- bis 39-Jährigen waren 87 Prozent dafür, dass die Oberhirten ihre Ämter niederlegen. Quelle: katholisch.de


22.2.2021 Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, bezweifelt die Notwendigkeit einer staatlichen Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung. Die katholische Kirche sei alles in allem auf einem guten Weg: "Ich glaube, die Aufarbeitungsarbeit vieler katholischer Bistümer in Deutschland muss sich nicht verstecken." Quelle: katholisch.de

Kommentar: Thomas Sternberg (und das ZdK?) hat auch bislang wenig Interesse an kirchlich Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren Belangen gezeigt. Schade.


22.2.2021 Ein Ruhestandsgeistlicher des Erzbistums Köln hat Sebstmord begangen. Das Erzbistum hatte ihn vier Tage zuvor von seinen Aufgaben entbunden und den Kontakt zu Kindern und minderjährigen Jugendlichen untersagt. Gegen ihn gab es einen Missbrauchsverdacht, den er an einem Minderjährigen in den 90er Jahren begangen haben soll. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde eingeleitet, die Staatsanwaltschaft informiert. Am kommenden Sonntag sollen die Gemeinden, in denen der Pfarrer tätig war, informiert werden. Betroffene sollen sich beim Erzbistum melden. Quelle: Erzbistum Köln

Kommentar: Es ist schrecklich, wenn ein Mensch ein Kind/einen Jugendlichen sexuell missbraucht. Aber es ist auch schrecklich, wenn er nach der Konfrontation mit der Beschuldigung/seinem Verbrechen keinen anderen Weg als den Suizid sehen kann.


22.2.2021 Klaus Mertes rechnet in den kommenden zehn Jahren immer wieder mit dem Scheitern der Aufarbeitungsprozesse in der katholischen, vielleicht auch in der evangelischen Kirche. Solange es der Kirche um die Wiedergewinnung von Glaubwürdigkeit gehe, sei dies der falsche "Notenschlüssel" - es müsse um Gerechtigkeit für die Betroffenen gehen. Mertes warnt vor der Instrumentalisierung Betroffener, die bislang lediglich die Rolle von Zeugen hätten. Nötig sei, die Rolle der Betroffenen im Sinne rechtsstaatlicher Verfahren zu stärken und ihnen den Status von Anklägern zu geben. In der Zeugen-Rolle werde Betroffenen einmal mehr ihre Ohnmacht vor Augen geführt. Er bringt die Gründung von Kommissionen ins Gespräch, die sowohl von der Kirche als auch von Betroffenenverbänden unabhängig seien, vergleichbar der österreichischen Klasnic-Kommission. Quelle: vaticannews   katholisch.de


22.2.2021 Anlässlich der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 23. bis 25. Februar 2021 richtet die kfd gemeinsam mit dem KDFB, Betroffenengruppen und Reforminitiativen einen eindringlichen Appell an die deutschen Bischöfe: "Verspielen Sie die letzte Chance nicht!" Im Blick auf kirchlich Betroffene sexualisierter Gewalt formuliert die kfd: "Nehmen Sie die Betroffenen ernst - anstatt sich selbst als Opfer darzustellen! Sexualisierte Gewalt und das erfahrene Leid sind nicht wiedergutzumachen. Deshalb ist es das Mindeste, die Taten aufzuklären und aufzuarbeiten, die Verantwortlichen für mögliche Vertuschungen zu benennen und die Betroffenen angemessen zu entschädigen." Quelle: kfd-bundesverband


22.2.2021 Der BDKJ Hamburg fordert Erzbischof Heße auf, sein Amt ruhen zu lassen, bis die Vorwürfe gegen ihn aus seiner Kölner Zeit als Personalverantwortlicher geklärt sind. Quelle: BDKJ Hamburg


22.2.2021 Ein lange vertuschter Missbrauchsskandal erschüttert Polens katholische Kirche – schon wieder. Anlass dafür ist der Skandal um den Priester Andrzej Dymer, dessen pädophile Übergriffe 25 Jahre lang vertuscht wurden. Marcin Mogielski, Dominikaner, der sich seit langem für die Opfer Dymers engagiert, sagt: "... es geht darum, zu erfahren, was hier jahrelang gelaufen ist: dass die Opfer nicht nur keine Gerechtigkeit, sondern auch keine Unterstützung oder Entschädigung bekommen haben. Mehr noch, sie sind sogar verfolgt worden.“ Er plädiert für eine „richtige Untersuchungskommission“. Inzwischen hat sich eine Gruppe aus Laien und Priestern - Der Kongress - gebildet, die die Themen „Jugendseelsorge, Transparenz in der Kirche, Frauen in der Kirche, Ehe und Partnerschaften, Sorge um die soziale Ordnung, Schöpfung und Ökologie sowie das Staat-Kirchen-Verhältnis“ angehen will. Quelle: faz

Kommentar: Offensichtlich sind die katholischen Kirchen nicht in der Lage, voneinander zu lernen. Sie wiederholen Land für Land die Fehler der anderen - auf dem Rücken der Betroffenen.


22.2.2021 Der Priester Michael E. soll in den 1980er-Jahren einen Internatsschüler des Collegiums Josephinum, Bad Münstereifel, sexuell missbraucht haben. 1982 wurde er kurzzeitig suspendiert, die Staatsanwaltschaft wurde nicht informiert. Nach der Suspendierung wurde er wieder als Kaplan und in der Jugendarbeit eingesetzt. Später soll er sich übergriffig gegenüber einem minderjährigen Mädchen verhalten haben. 2002 musste er daher seine Pfarrstelle aufgeben. Nach Rom wurde der Fall nicht gemeldet. E. war anschließend als Krankenhausseelsorger tätig. 2016 überreichte er Papst Franziskus eine Narrenkappe und wurde vom Papst gesegnet. 2017 wurde E. in den Ruhestand versetzt - kurz vor der Veröffentlichung des Berichtes über das Collegium JosephinumQuelle: Bild


22.2.2021 In Köln treten zurzeit massenhaft Katholiken aus der Kirche aus. Das hat nicht nur mit dem Skandal um Kardinal Woelki zu tun. Vielmehr setzt sich ein Trend fort - und das europaweit, speziell in katholischen Hochburgen: Italien, Spanien, Polen, Irland. Quelle: dw


21.2.2021 Über die Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Thomas Schüller, Kirchenrechtler, weist auf die Verbindung von Thron und Altar hin, die den Staat hindert, einzugreifen. Quelle: zdf.de ab min 15


20.2.2021 Frauen von Maria 2.0 und KFD haben am Hauptportal des Aachener Doms 7 Thesen angeschlagen. Sie fordern die Abkehr von Sonderrechten für Männer und den Zugang von Frauen zu allen Ämtern in der Kirche und kritisieren, dass die katholische Kirche den in der Verfassung garantierten Grundsatz gleicher Rechte für alle Menschen ignoriere und Informationen über Verbrechen sexualisierter Gewalt zurückhalte. Quelle: aachener-zeitung.de


20.2.2021 Harald Dreßing - MHG-Forscher - bewertet die Aufklärungsbemühungen der katholischen Kirche als "ungenügend und ungeschickt". Angesichts der Ereignisse im Erzbistum Köln und im Bistum Speyer fordert Dreßing die Beteiligung des Staates an der Aufklärungsarbeit.  Für problematisch hält er, dass bisher niemand Verantwortung für Vertuschung übernommen habe. Auch in der personellen Besetzung der Aufarbeitungskommissionen haben die Bischöfe das Sagen, kritisiert er. Quelle: morgenweb.de


20.2.2021 Kardinal Woelki bittet im Fastenhirtenbrief um Entschuldigung.


20.2.2021 Im Bistum Dresden-Meißen haben bislang 16 von 37 Pfarreien noch kein vorzeigbares Schutzkonzept. Es hätte bis zum 30. Juni 2016 dem Präventionsbeauftragten des Bistums vorgelegt werden sollen. Quelle: Domradio


20.2.2021 Maria 2.0: Bleiben oder gehen?


19.2.2021 Drei Pfarrer werden gefragt, ob die kirchlichen Missbrauchsfälle in ihren Gemeinden und bei Kirchenaustritten eine Rolle spielen. Einer sagt, dass als Austrittsgründe  nicht die Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche im Vordergrund ständen. Ein zweiter meint, die Ereignisse im Erzbistum Köln seien kein Thema, das die Leute beschäftige. Ein dritter Pfarrer nimmt wahr, dass Zweifel am Aufklärungswillen der Kirchenoberen eher seitens der Medien gehegt werde, bei den Leuten vor Ort sei das kein großes Gesprächsthema. Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

Kommentar: Die Aussagen der Interviewten zeigen sehr anschaulich den Mangel an Solidarität von Kirchengemeinden mit Missbrauchsbetroffenen.


19.2.2021 In der MHG-Studie wurden im Erzbistum Köln 135 Betroffene und 87 beschuldigte Geistliche im Zeitraum von 1946 bis 2015 benannt. Das neue Gercke-Gutachten spricht von über 300 Verdachtsmeldungen und 236 Aktenvorgängen seit 1975. Ob auch benannt wird, wer Missbrauchsfälle vertuschte, wird nicht mitgeteilt. In einem Fall wurde ein Priester in den 1980er Jahren in einem Internat des Erzbistums Köln  des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Später wurde er als Pastor und Jugendseelsorger eingesetzt. 2002 soll der Priester sexuell übergriffig gegenüber einer Schülerin geworden sein. 2017 wurde er von Kardinal Woelki in den Ruhestand verabschiedet. Das Erzbistum will sich nicht zu dem Fall äußern. - Der Spiegel spricht laut KStA von rund 200 beschuldigten Klerikern und rund 300 Opfern. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Am 2.11.2020 sprach Gercke von 243 Beschuldigten, 312 Verdachtsmeldungen (?)  und 386 Betroffenen. Der Untersuchungszeitraum des Gercke-Gutachtens liegt zwischen 1975 und 2000, umfasst also 45 Jahre. Die MHG-Studie umfasste im Erzbistum Köln den Zeitraum von 1946 bis 2014/2015, also 69 Jahre und damit einen um 1/3 größeren Untersuchungszeitraum im Vergleich zum Gercke-Gutachten. Die MHG-Studie fand 135 Betroffene und 87 Täter.  Diese Diskrepanz in den Täter- und Betroffenenzahlen dürfte darauf hindeuten, dass die Forscher*innen der MHG-Studie nur einen Teil der Akten erhalten haben.


19.2.2021 Im Bistum Osnabrück hat ein späterer katholischer Diakon eine Jugendliche über drei Jahre sexuell genötigt und missbraucht. Die Betroffene meldete den Missbrauch im Januar 2020 einer unabhängigen Ansprechperson der Diözese. Der Beschuldigte hat gestanden und wurde aus dem Dienst genommen. Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren eingestellt, weil die Taten zur damaligen Zeit nicht strafbar waren. Die Betroffene teilt mit, dass die Gemeinde oder Gremien der Gemeinde den Grund für das Ausscheiden des Diakons nicht erfahren haben. Das Bistum teilte mit, nach Einstellung der staatlichen Ermittlungen auf eine Information der Gemeinde verzichtet zu haben. Die Betroffene sagt, sie wisse von mindestens einem weiteren Opfer des Beschuldigten. Beim Bistum hat sich keine weitere Betroffene gemeldet. Quelle: katholisch.de


19.2.2021 Die kfd unterstützt die Betroffenen-Initiative in der Forderung nach unabhängiger Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle. Quelle: katholisch.de


19.2.2021 Im Bistum Passau gibt es bislang nur zwei kirchlich Betroffene, die im Betroffenenbeirat mitarbeiten wollen; auch im Bistum Bamberg fehlen Bewerber*innen. Dort wurden die zwei Betroffenenvertreter für die Aufarbeitungskommission in Absprache mit der Missbrauchsbeauftragten benannt, so dass die Bamberger Aufarbeitungskommission am 25.2.2021 starten kann. Im Erzbistum München uznd Freising sind bislang nicht genügend Bewerber*innen für den Betroffenenbeirat gefunden worden. Bis Ende April soll der Beirat sich konstituiert haben. - Im Bistum Eichstätt lädt Generalvikar Michael Huber Betroffene noch einmal ausdrücklich zur Mitarbeit in Beirat und Aufarbeitungskommission ein. Im BIstum Augsburg haben sich acht Betroffene für den Beirat gemeldet. - In Würzburg gab es eine Betroffenengruppe, die als Beirat weitermachen wollte. Andere Betroffene widersprachen. Nun gibt es eine Ausschreibung für den Beirat. Im Bistum Regensburg stehen Gespräche mit dem Missbrauchsbeauftragten des Bundes an, um zu prüfen, ob und wie bestehende Strukturen an die verabredeten Standards angepasst werden sollen. Quelle: Domradio


19.2.2021 Daniel Deckers schaut auf das Erzbistum Köln. Quelle: faz


19.2.2021 Kirche muss besser lernen, über Machtmissbrauch gegen Männer zu sprechen - er ist immer noch ein Tabuthema, sagt der Jesuit Stefan Kiechle. Heute findet eine digitale Tagung der  Kirchlichen Arbeitsstelle Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema Machtmissbrauch in der Kirche gegen Männer statt. Quelle: katholisch.de


19.2.2021 In Polen gedenkt die katholische Kirche der kirchlichen Missbrauchsopfer unter dem Motto "Gemeinschaft mit den Verwundeten".  Der Kinderschutzbeauftragte der Bischofskonferenz, Primas Erzbischof Wojciech Polak, bat alle Pfarreien um "demütige Gebete und aufrichtige Buße". Quelle: Domradio


18.2.2021 Der polnische Vizeregierungschef Jaroslw Gowin kritisiert die katholische Kirche wegen einer ausgebliebenen Bestrafung des Priesters Andrzej Dymer, dem sexueller Kindesmissbrauch von vier Jungen eines Erziehungsheims vorgeworfen wird. Die Vorgesetzten wussten seit 1995 davon, sollen aber Dymer gedeckt haben. Dymer starb vor wenigen Tagen. Polens Kinderschutzbeauftragter der Bischofskonferenz, Primas Erzbischof Wojciech Polak, sagte: "Die unerhörte Langwierigkeit der kirchlichen Verfahren im Fall des Pfarrers Andrzej Dymer und das Fehlen einer angemessenen Behandlung der Geschädigten in vielen Stadien dieser Verfahren sind nicht zu rechtfertigen." Robert Fidura, Führungsmitglied der Warschauer Kirchenstiftung für Betroffene sexueller Gewalt, trat aus Protest gegen das Verhalten von Bischöfen gegenüber Missbrauchsüberlebenden trat zurück und warf den Bischöfen "Heuchelei" vor: "Auf der einen Seite spenden sie an die Stiftung, auf der anderen Seite sind ihre Schränke voll mit Leichen."Quelle: katholisch.de


18.2.2021 Im Bistum Dresen-Meißen hat sich die Zahl der Beschuldigten von 15 auf 21, die Zahl der Betroffenen von 28 auf 30 erhöht. Eine Anzeige gegen mutmaßliche Täter oder Komplizen des Heidenauer Pfarrers Jungnitsch ist inzwischen eingegangen. Pfarrer Jungnitsch soll vier Kinder missbraucht haben und von Helfern unterstützt worden sein. Die Gemeinde will gemeinsam mit Betroffenen die Missbrauchsfälle aufarbeiten und im Zuge der Aufarbeitung entscheiden, was mit dem Grab des Täters geschehen soll. Das Bistum Dresden-Meißen hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Quelle: mdr


18.2.2021 Das Buch von Doris Reisinger und Christoph Röhl: Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger, Piper-Verlag, ist erschienen.


18.2.2021 Die Päpstliche Kinderschutzkommission befasst sich im Dezember 2019 mit der Rolle des katholischen Beichtgeheimnisses im Kampf gegen Missbrauch. Geprüft wird auch, welche Möglichkeiten Beichtväter haben, Opfern und Tätern zu helfen, Hilfe zu finden, ohne das Beichtgeheimnis zu verletzen. Quellen: Kirche und Leben   Interview mit der Erfurter Kirchenrechtlerin Wijlens


18.2.2021 Das Urteil - Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung - gegen einen Priester des Bistums Würzburg wegen sexuellen Missbrauchs einer 12-jährigen Ministrantin ist rechtskräftig. Sowohl der Geistliche als auch der Verurteilte zogen ihre Berufung zurück.Das kirchenrechtliche Verfahren läuft noch. Quelle: katholisch.de


18.2.2021 Matthias Katsch, Eckiger Tisch, hatte Kritik an den Vertreter*innen des Betroffenenbeirates der DBK geübt und gesagt, dass man dort offenbar nur Betroffene hören wolle, die sich dort einbringen. Einer der Sprecher des Betroffenenbeirates der DBK, Kai Moritz, warnte kirchlich Betroffene davor, sich auseinanderdividieren zu lassen. Er bekannte sich zu einer konstruktiven produktiven Zusammenarbeit mit dem Synodalen Weg. Zugleich übte er Kritik an der Neuregelung der "Anerkennungszahlungen", weil der Entscheidungsprozess erneut ohne die Beteiligung Betroffener stattgefunden habe. Moritz kritisierte ebenfalls Kardinal Woelki: "Ich unterstelle Herrn Woelki immer noch, dass er sich feiern lässt für seine wiederholten Worte des Bedauerns und sich gefällt, dass er jetzt etwas tut. Das macht es schwer", sagte Moritz. Die Entschuldigungen Woelkis reichten nicht aus; sie hätten zuerst die Opfer in den Blick nehmen müssen. Quelle: katholisch.de


18.2.2021 Die Petition an den Deutschen Bundestag und an die religionspolitischen Sprecher:innen Lars Castellucci (SPD), Hermann Gröhe (CDU/CSU), Konstantin von Notz (Grüne​), Benjamin Strasser (FDP), und Christine Buchholz (Linke) zu "Aufarbeitung, Hilfe und Entschädigung für die Opfer sexueller Gewalt in der Kirche!" ist online unter WeAct.  Quelle: weact.campact.de

Interview mit Matthias Katsch.


17.2.2021 In Italien werden Priester der Legionäre Christi und ihre Anwälte beschuldigt, Opfern und ihren Familien nahegelegt zu haben, die Staatsanwälte über Missbrauchsfälle anzulügen. Der Bestechungsversuch geschah 2013, zu einer Zeit, als der Legionärs-Orden vom Vatikan einer Untersuchung unterzogen wurde. Die Staatsanwaltschaft behauptet, die Legionshierarchie in Italien und ihre Anwälte hätten der Familie des Opfers im Oktober 2013 15.000 Euro angeboten, wenn der Sohn sagen würde, er sei nicht von dem Legionärspriester Resendiz missbraucht worden und könne sich auch sonst nicht erinnern. Auch die Familie, die den Missbrauch angezeigt hatte, solle den Missbrauch nun leugnen. Die Familie verweigerte die Unterschrift. Daraufhin schlugen die Legionäre der Familie vor, sie könnten den Missbrauch anerkennen, müssten aber das Doppelte von 15.000 Euro zahlen, wenn sie die Vertraulichkeitsvereinbarung verletzen würde. Die Staatsanwaltschaft wertet das Vorgehen der Legionäre als Erpressungsversuch und Behinderung der Justiz. Die Skandale haben die Reform des Ordens  in Frage gestellt, weil auch der zuständige päpstliche Delegierte an den Vertuschungen beteiligt war. Quelle: NCR


17.2.2021 Ein früherer Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer Zwölfjährigen zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten Berufung ein. Nun wird neu verhandelt. Quelle: t-online


17.2.2021 Der Untersekretär im Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte, Markus Graulich, beschreibt Benedikt XVI. als "Mitarbeiter der Wahrheit". Benedikts Arbeit habe zu den Meilensteinen in der Missbrauchsaufarbeitung der Kirche geführt. Quelle: katholisch.de

Kommentar: So entstehen Mythen. Wir dürfen gespannt sein auf das Buch von Doris Reisinger und Christoph Röhl: Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger, das am 1.3.2021 im Piper-Verlagerscheint.


17.2.2021 Der Kommunikationsverantwortliche des Bistums Basel, Hansruedi Huber, erklärt den unbürokratischen Zugang kirchlich Betroffener zu den Akten des Priesters, der sie missbraucht hat. Zur Erinnerung! Quelle: swr.de


17.2.2021 Nachdem die Nordwest Zeitung über Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Pfarrer von Markhausen, Georg Mayer, berichtet hatte, haben sich zwei weitere noch lebende Betroffene beim Bistum Münster gemeldet. Quelle: Bistum Münster


17.2.2021 Das Erzbistum Köln hatte längst entschieden, das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl nicht zu veröffentlichen und die Akten an den neuen Gutachter gegeben, als der Betroffenenbeirat um seine Zustimmung gefragt wurde. Patrick Bauer sagt dazu: "„Und das ist für mich ganz klar ein erneuter Missbrauch von Betroffenen. Das ist eine Instrumentalisierung, um die eigenen Bedürfnisse durchzudrücken. Das ist das, was jemand tut, der ein Kind, einen Jugendlichen missbraucht. Der macht nämlich genau das: Ihm sind die Bedürfnisse des Kindes völlig egal.“ Quelle: deutschlandfunkkultur.de


17.2.2021 Zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz fordern Betroffene kirchlichen Missbrauchs - Patrick Bauer, Karl Hauke und Matthias Katsch - in einem Offenen Brief das Eingreifen des Staates, weil sie in der Institution kaum Gerechtigkeit erfahren. Die Unterzeichner appellieren an die Öffentlichkeit, ab Freitag den Offenen Brief auf der Online-Petitionsplattform WeAct zu unterstützen. Quelle: Zeit.de


17.2.2021 Stimmung unter Katholik*innen im Erzbistum Köln und Erfahrungen mit ihrer Kirche. Quelle: das erste


16.2.2021 Die Niederbronner Schwestern können sich eine Beteiligung an der Aufarbeitung systematischer Menschenrechtsverletzungen in Kinderheimen nach dem Zweiten Weltkrieg vorstellen. Quelle: Domradio.de

Kommentar: Die ersten mir bekannten Nachrichten über Gewalt im Kinderheim Hänsel und Gretel in Oberammergau gingen bereits 2014, 2017, 2018 und öfter durch die Presse.


16.2.2021 Im Schweizer Bistum Lugano wurde ein katholischer Priester zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hat sein Patenkind als 18-Jährige vergewaltigt. Die Betroffene beging mit 22 Jahren Selbstmord. Quelle: kath.ch


16.2.2021 Ein deutscher Priester beschuldigt einen hochrangigen Prälaten, ihn sexuell bedrängt zu haben. Gewusst hätten das viele - und doch die Augen verschlossen. Quelle: Süddeutsche


16.2.2021 Der Katholikenrat von Düsseldorf fordert zusammen mit dem Vertretergremium der Pfarrgemeinderäte das Erzbistum Köln auf, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs transparent zu gestalten und die Offenlegung aller Sachverhalte. Das sei die Mindestanforderung an Aufklärung: "Ziehen Sie deshalb jetzt die Konsequenzen, übernehmen Sie Verantwortung und verzögern Sie die Entscheidung darüber nicht länger auf die Klärung juristischer Fragestellungen nach Aktenlage. Warten Sie nicht, bis Rom entscheidet oder bis Rechtsgutachter Ihnen sagen, was Sie falsch gemacht haben." Quelle: report-d.de


16.2.2021 Das Grab eines katholischen Priesters, der 1971 starb und offensichtlich verbrecherische Handlungen an Mädchen begangen hat, soll in Heidenau, Bistum Dresden-Meißen, eingebnet werden. Das sei Teil des Aufarbeitungsprozesses, teilte die Pfarrei mit. Parallel zur Einebnung des Grabes soll gemeinsam „mit Betroffenen, dem Bistum sowie weiteren fachlich kompetenten Akteuren“ eine Abendveranstaltung durchgeführt werden. An den Taten seien weitere Männer aus der Gemeinde und dem Kirchendienst beteiligt, berichten Betroffene. Dem Bistum sei die Verwicklung weiterer Männer nicht bekannt. Quellen: katholisch.de   bistum-dresden-meissen.de, 17.2.2021


15.2.2021 Im Bistum Eichstätt beginnt die Aufarbeitungskommission zum sexuellen Missbrauch ihre Arbeit. Das Bistum lädt Betroffene ein, sich an der Aufarbeitungskommission zu beteiligen. Außerdem bittet das Bistum um Mitwirkung bei der Einrichtung eines Betroffenenbeirates. Quelle: Bistum Eichstätt


15.2.2021 Gespräch zum Thema: Kontrovers: warum bleibt das Vertuschen in der katholischen Kirche folgenlos? U.a. mit Christiane Florin, Stadtdekan Wolfgang Picken, Bonn, Claudia Lücking-Michel. Quelle: ondemand-mp3.dradio.de


15.2.2021 Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert von der Politik mehr Unterstützung. Er sagte, die Politik mache sich den Kampf gegen sexuellen Missbrauch als vorrangiges Thema bis heute nicht zu eigen. Rörig ist irritiert, dass immer erst nach einem Skandal reagiert wird. Die Länder, die für Polizei, Justiz, Jugend, Bildung und Gesundheit zuständig sind, hätten "den goldenen Schlüssel in der Hand".

In der Aufarbeitung der Kirchen sieht Rörig weiterhin Verbesserungsbedarf. Er empfiehlt allen katholischen und evangelischen Kirchenleuten, "sich einen starken Ruck für die Aufarbeitung zu geben". Im Blick auf das Erzbistum Köln fordert Rörig, "zügig" Transparenz sicherzustellen. Die Kölner Gutachten müssten der künftigen Aufarbeitungskommission uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hofft, auch mit der EKD bald eine Vereinbarung über die Aufarbeitung zu unterzeichnen. Bislang beschäftigen sich die bestehenden Kommissionen der evangelischen Landeskirchen vor allem mit Anerkennungszahlungen. Unabhängige Aufarbeitungskommissionen müssten auch prüfen, wo vertuscht wurde, wer Verantwortung hatte, wo Missbrauch nicht unterbunden wurde und wie mit Betroffenen umgegangen wurde. Quelle: evangelisch.de   evangelisch.de


15.2.2021 Die Täter- und Opfer-Zahlen aus dem Erzbistum Köln sind verwirrend. 2018 war im Anschluss an die MHG-Studie von 87 Beschuldigten und 119 "Fällen" die Rede. rp-online berichtete kurz nach der Veröffentlichung der MHG-Studie von 86 Opfern. Der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl wurden 236 "Fälle" vorgelegt. Der Strafrechtsexperte Gercke erhielt Unterlagen von 243 Beschuldigten und von 386 von sexueller Gewalt Betroffenen. Hat sich also zwischen 2014 - dem Ende des Zeitraums, den die MHG-Studie erfasste - und 2020 im Vergleich zur MHG-Studie die Zahl der Betroffenen  um 300 erhöht und die Zahl der beschuldigten Priester und Diakone um 156?

Die Erfurter Theologin Julia Knop nennt die Lage im Erzbistum Köln eine „Groteske“. „Es ist grotesk, wie sich alle untereinander blockieren“, sagt sie. Geradezu entlarvend sei, dass sich der Streit um Rechtssicherheit drehe und nicht um Moral und Aufklärung. Quelle: Berliner Zeitung


15.2.2021 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs kritisiert die Vorgänge rund um die Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln. Nach jahrzehntelanger Vertuschung und Verweigerung der Verantwortungsübernahme zeige sich, dass die Aufarbeitungsprozesse unabhängig gestaltet werden müssen. Der Aufarbeitungsprozess im Erzbistum Köln sei mittlerweile schwer beschädigt. Von außen betrachtet sei "der Eindruck von Vertuschung beim Vorgehen im Erzbistum Köln stärker als das Vertrauen auf einen echten Aufarbeitungswillen". Die Nichtveröffentlichung des WSW-Gutachtens wecke "erhebliche Zweifel an dem Willen einer ehrlichen Aufarbeitung". Quellen: aufarbeitungskommission.de   


15.2.2021 Mit großer Sorge blickt das Präsidium der Diözesanversammlung des Bistums Limburg auf die Vorgänge im Erzbistum Köln, auf den dort um sich greifenden Vertrauensverlust und die zunehmende Schwierigkeit der Ausübung des Amtes durch Rainer Maria Kardinal Woelki. Zwar konzentriere sich die öffentliche Aufmerksamkeit derzeit auf die Kölner Vorgänge, es dürfe aber nicht vergessen werden, dass längst noch nicht alle deutschen Diözesen eigene Missbrauchsstudien vorgelegt hätten. Quelle: bistumlimburg.de


14.2.2021 Vor 50 Jahren starb Herbert Jungnitsch, bis 1971 Pfarrer von Heidenau. Der katholische Priester missbrauchte mindestens vier Kinder - bis hin zu bis hin zu schwerem sexuellen Missbrauch. Aufgearbeitet hat die Kirche im Bistum Dresden-Meißen den Fall bis heute nicht. Quelle: saechsische.de


14.2.2021 Die Diplomsoziologin Helga Dill beschäftigt sich mit dem Leid ehemaliger Heimkinder in Bayern in den 1960er- und 1970er-Jahre und konstatiert das Versagen aller Jugendämter.Da viele Akten vernichtet wurden, sei es nötig, Zeitzeugen und Betroffene zu befragen. Zu oft werde jedoch abgewiegelt. Betroffene leiden bis heute unter den Folgen, jedes dritte Heimkind wurde auch sexuell missbraucht. Im Alter haben Betroffene Angst, erneut ins Heim zu kommen. Besonders verletzend seien Zahlungen, die als Sachleistung gewährt wurden. Dill weist darauf hin, dass unter allen Missbrauchsbetroffenen die Heimkinder am wenigsten Gehör gefunden haben, obwohl sie bereits 2006 auf sich aufmerksam machten. Im Missbrauchskomplex der Heime in Oberammergau und Feldafing sind katholische Orden, das Bistum Augsburg, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Stadt München verantwortlich für die Heime gewesen. Der Staat hält sich aus der Aufklärung und Verantwortung raus und überlässt die Aufklärung den Institutionen. Diese beauftragen Fachleute, etwa das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP). Das IPP nimmt einen Auftrag nur entgegen, wenn die Unabhängigkeit garantiert ist und die Ergebnisse auch veröffentlichen darf. Notwendig wäre eine Institution, die den Anfang macht und mit den anderen Verantwortlichen gemeinsam aufarbeitet. Quelle: sueddeutsche.de


14.2.2021 Daniel Deckers konstatiert angesichts der "Kölner Wirren: "Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ist in der Weigerung, Verantwortung zu übernehmen, nur einer von vielen. Die Bischöfe haben allesamt die Zukunft der Kirche in Deutschlands aufs Spiel gesetzt." Quelle: eckiger-tisch.de


13.2.2021 Lisa Kötter, Maria 2.0, sagt, im Skandal um Kardinal Woelki zeige sich, dass es um Macht, Geld und Einfluss gehe: Ein Neuanfang bei Aufarbeitung könne nur durch die Erschütterung des ganzen Systems gelingen. Die katholische Kirche sei ein autoritäres System, das sich nicht in der Begründungspflicht sehe. Schweigen sei eine mächtige Waffe der Kirche, mit dem Ziel, Gras über die Sache wachsen zu lassen. Quelle: DLF


13.2.2021 Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Psychologe und Supervisor, kommentiert den Vertrauensverlust der Katholik*innen in den Erzbischof von Köln. Dabei schaut er auf das endemische Vorkommen sexualisierter Gewalt in allen Kontexten und formuliert im Blick auf die kirchlich Betroffenen: "So müssen die Betroffenen als erstes den Missbrauch irgendwie verdrängen bzw. verarbeiten und Jahre später noch einmal eine kräftige Portion Missachtung über sich ergehen lassen. Der würdelose Umgang unterschiedlichster Würden-Träger mit Missbrauchs-Opfern in einem wirkmächtigen Vertuschungs-System macht sprachlos. Wenn jedoch der Machterhalt höher bewertet wird, als die Übernahme von Verantwortung gegenüber Missbrauchs-Opfern, hat ein solches System aktiver Missachtung keine Zukunft." Quelle: The European


12.2.2021 Der BR weist darauf hin, dass die evangelische Kirche noch langsamer als die katholische Kirche in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist. Ein Grund liege darin, dass die evangelische Kirche über Landessysnoden organisiert ist. Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat bei der Bundesregierung, berichtet, dass sich nach den Erfahrungen Betroffener in der evang. Kirche nichts geändert habe. Nach wie vor würden Beschuldigte weiter beschäftigt - anderswo. Auch in den Unabhängigen Kommissionen, die über Anerkennungsleistungen entscheiden, sind kirchliche Mitarbeiter*innen. Noch immer gibt es keine verbindlichen und einheitlichen Standards für eine unabhängige Aufarbeitung. Der Journalist Philipp Greifenstein kritisiert mit Betroffenen, dass Aufarbeitung nicht dadurch stattfinde, dass man in der Zukunft etwas besser machen will. Es müsse geklärt werden, wer Verantwortung trage, was mit den Tätern passiere und wie damals und heute mit den Betroffenen umgegangen werde. Quelle: br


12.2.2021 Der Katholikenrat im Bistum Mainz erklärt sich im Blick auf die Aufarbeitung von kirchlichen Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln solidarisch mit dem Diözesanrat des Erzbistums Köln. Quelle: Bistum Mainz.de


12.2.2021 Dem populären Pater Werenfried van Straaten, genannt "Speckpater", wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Der frühere Erzbischof von Köln, Joachim Meisner, schrieb in einem Vortrag, van Straaten sei zu einer "Offenbarung Jesu Christi" geworden. Teile der Kirche wussten wohl von den Vorwürfen. Eine Seligsprechung sei niemals Thema gewesen, teilte der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Mauro Piacenza, mit. Quelle: Zeit.de


12.2.2021 Über das Leid von Kindersoldatinnen. Triggergefahr! Quelle: Domradio


12.2.2021 Die Staatsanwaltschaft München II lässt nach einem SZ-Bericht die Vorwürfe von früheren Heimkindern prüfen. In zwei Heimen in Feldafing und Oberammergau sollen in den 60-er und 70-er Jahren Kinder systematisch missbraucht worden sein. Das frühere Hänsel-und-Gretel-Heim, Oberammergau, gehört der Stadt München und wurde vom katholischen Frauenorden der Niederbronner Schwestern geleitet; das "Haus Maffei", Feldafing, wurde bis 1972 vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern betrieben, auch dorthin wurden Münchner Kinder geschickt. Quelle: sueddeutsche.de


12.2.2021 Der frühere Bundesrichter Thomas Fischer sieht in der Diskussion um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln eine Hysterisierung. Wichtig sei, "die Verhältnisse richtig zu sehen und dem anderen eine Chance zu geben". Man könne doch froh sein, "wenn jemand plausibel versichert: Ich habe das wirklich vor und ich tue es nach besten Kräften und Willen. Und da wird nichts verschwiegen oder vertuscht - erst recht nicht meine eigene Schuld. Warum soll man dem nicht mal zunächst glauben und auch seinen Handlungen vertrauen?" Quelle: Domradio

Kommentar: Die katholische Kirche hatte - mindestens! - 11 Jahre Zeit, Chancen zu nutzen. Die Gläubigen haben lange vertraut - und wurden jahrelang belogen. Vertrauen muss Grundlagen in der Erfahrung von Menschen haben.


12.2.2021  John Brungardt, Bischof von Dodge City in Kansas muss sich einer vom Vatikan angeordneten Untersuchung stellen. Ihm wird vorgeworfen, einen Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Die kanonische Voruntersuchung wird vom Metropoliten, Erzbischof Joseph Naumann, Kansas City, durchgeführt. Die staatliche Ermittlung geschieht durch das  Kansas Bureau of Investigation. Quelle: catholicnewsagency.com


11.2.2021 Doris Reisinger im Gespräch des BDKJ-Podcasts zum Synodalen Weg: Woran scheitert eine Kirchenreform? Quelle: open.spotify.com


11.2.2021 Warum Missbrauch in der Kirche systemimmanent ist - die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirchen sind nicht nur auf das Fehlverhalten Einzelner zurückzuführen, sondern auf bestehende Machtstrukturen. Dabei ist Macht an sich erst mal nicht unbedingt etwas Schlechtes. Quelle: BR


11.2.2021 Katholische Akademie Schwerte: Gestaltwandel des Priesterlichen. Verortung des Leitungsdienstes in einer sich wandelnden Kirche - u.a. mit Prof.‘in Dr. Julia Knop, Erfurt; - Sr. Marie Bernadette Steinmetz; Prälat Prof. DDr. Tomáš Halík, Prag und vielen anderen Männern. Quelle: gestaltwandeldespriesterlichen.de


11.2.2021 Der Schönstattpater Eduardo Aguirre, Postulator im Seligsprechungsverfahren des Schönstatt-Gründers Josef Kentenich, bestreitet alle Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen den Gründer von Schönstatt. Er wirft der Kirchenhistorikerin Alexandra von Teuffenbach vor, sie habe Quellen manipuliert und aus dem Zusammenhang gerissen. Von Teuffenbach hatte ihre Vorwürfe mit Archivdokumenten belegt. Aguierre legte keine Beispiele für seine Vorwürfe vor und geht auch nicht auf die von der Kirchenhistorikerin angeführten Zeugenaussagen ein, die zu den Akten des diözesanen Verfahrens gehören und sich unter anderem im Archiv der Pallottiner in Limburg befinden. In den Archiven der Glaubenskongregation hat Aguirre "keine Anschuldigungen gegen Pater Kentenich zu sexuellem Missbrauch, Gewalttaten oder unmoralischem Verhalten" gefunden. Man könne "sicher" sein, dass derartige Anschuldigungen ernst genommen und dokumentiert worden wären und das Offizium "diese Art von Fehlverhalten nicht vertuscht oder 'ein Auge zugedrückt'" hätte, sagte Aguirre. Im Auftrag des zuständigen Bischofs von Trier soll seit Juli 2020 eine neue Historikerkommission eingerichtet werden, die auch die neu aufgetauchten Dokumente prüfe. Die Kommission ist noch nicht offiziell ernannt - unter ihren sechs Mitgliedern sollen auch zwei Mitglieder der Schönstattbewegung sein. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der Postulator versichert, man könne "sicher" sein, dass derartige Anschuldigungen ernst genommen und dokumentiert worden wären und das Offizium "diese Art von Fehlverhalten nicht vertuscht oder 'ein Auge zugedrückt'" hätte. Nanu? Langjährige Erfahrung lehrt anderes - angefangen vom Nicht-Ernst-Nehmen, über die miserable Qualität der Dokumentation bis hin zum Vertuschen.


11.2.2021 Der Historiker Martin Kaufhold sieht die katholische Kirche in Deutschland angesichts nicht abreißender Skandale in ihrer Existenz bedroht. Quellen:   Augsburger Allgemeine   DLF


10.2.2021 Raoul Löbbert plädiert dafür, dass der Staat nicht länger den Missbrauchsfällen und ihrer Vertuschung in der katholischen Kirche tatenlos zuschauen darf. Quelle: Zeit.de


10.2.2021 Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken sagt voraus, dass nach dem ersten Rücktritt eines Bischofs weitere folgen werden. Für Picken stellt sich die Frage, ob einem Bischof Vertuschung nachgewiesen wurde. Dann stelle sich die Frage nach den Konsequenzen. Kardinal Woelki sei - anders als dem emeritierten Bischof von Aachen, Mussinghoff - noch keine Vertuschung nachgewiesen worden. Picken versteht nicht, warum Priester und Bischöfe sich nicht mit ihren Fehlern zu Wort melden, bevor sie ihnen nachgewiesen werden. Er weist darauf hin, dass der Verdacht entstehen könne, dass reformorientierte Bischöfe, die am Synodalen Weg mitarbeiten, geschont werden könnten. Als Beispiele nennt er die Bischöfe Overbeck, Essen, und Bode, Osnabrück. Beiden sei nachgewiesen worden, dass sie Priester-Täter wieder in der Seelsorge eingesetzt haben - Konsequenzen hätten sie aber nicht gezogen. Zu sagen, man lerne daraus, sei zu wenig. Picken fordert, so schnell wie möglich reinen Tisch zu machen - andernfalls werde die katholische Kirche dieses Thema immer mit sich ziehen. Quelle: Domradio  bonner-muenster.de


10.2.2021 Die Bistümer Fulda, Mainz und Limburg rufen kirchlich Betroffene auf, sich für einen gemeinsamen Betroffenenbeirat zu melden. Quelle: bistum-fulda.de


10.2.2021 In einer Stellungnahmezum Fall M. weist das Erzbistum Köln Medienberichte zurück, Kardinal Woelki habe erst mit vierjähriger Verzögerung einen katholischen Priester, der unter Missbrauchsverdacht stand, bei der Justiz angezeigt. Woelki sei zu keiner Zeit in die strafrechtliche Aufarbeitung eingebunden gewesen. Zudem seien bereits 2014 alle Straftaten des Priesters strafrechtlich verjährt gewesen. Quelle: katholisch.de


10.2.2021 Werenfried van Straaten, genannt "Speckpater", Gründer von "Kirche in Not" und Prämonstratenser wurde  in einer apostolischen Visitation 2009 massives Fehlverhalten nachgewiesen. Der Visitator, der Paderborner WeihbischofManfred Grothe, schrieb im November 2010 an den damaligen Präfekten der Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza und berichtete von Verstößen in vier Bereichen der katholischen Moral- und Sittenlehre: Versuch der sexuellen Vergewaltigung, Maßlosigkeiten in der Lebensführung, erhebliche Defizite in der Personalführung und  Anfälligkeiten für faschistoide Ideen. Piacenza ordnete Geheimhaltung an, um ein "falsches Bild vom Gründer " zu vermeiden. Kardinal Meisner und der damamlige Vorsitzende der DBK, Zollitsch, wurden informiert. Mit der Nicht-Veröffentlichung sollte ein "Reputationsschaden von der Institution" abgewendet und die Projektarbeit nicht beeinträchtigt werden. "Kirche in Not"ist 10 Jahre nach Bekanntwerden der Vergewaltigungsvorwürfe bestürzt und verpflichtet sich "zu einer offenen und vollständigen Aufklärung". Eine Anfälligkeit van Stratens für faschistoides Denken weist die Organisation zurück. Quellen: katholisch.de   Erklärung von "Kirche in Not"   Zeit.de 


9.2.2021 Schon seit 2001 und nicht erst seit 2020 waren Ortsbischöfe verpflichtet, Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs durch Kleriker unabhängig vom Ergebnis der Voruntersuchung nach Rom zu melden. Es nun anders darzustellen entlarvt die angeblich so konsequente Missbrauchsbekämpfung durch Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus als Mythos und Fake. Norbert Lüdecke beschreibt, was von der vatikanischen Rechtssicherheit zu halten ist. Und er weist darauf hin, dass die deutschen Leitlinien von 2002, 20102013 und in der neugefassten „Ordnung“ von 2019 nur dann Meldebedarf nach Rom sehen, wenn die Voruntersuchung den Verdacht bestätigte. Das war der Versuch der Bischöfe Deutschlands, sich der Kontrolle des Vatikans zu entziehen.  Quelle: theosalon.blogspot.com


9.2.2012 Der Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kann die Entscheidung der Glaubenskongregation über den Umgang von Kardinal Woelki mit dem Fall des Pfarrers O. nicht nachvollziehen: "Der Wortlaut [des kirchl. Gesetzes von 2020, von 2010 und von 2001] sagt, es ist ausnahmslos zu melden – auch bei Verjährung, auch bei Demenz des Täters. Nur die Kongregation hat es offensichtlich nicht so ernst genommen." Lüdecke geht davon aus, dass die Glaubenskongregation sich nicht in der Pflicht sieht, eine Entscheidung zu begründen, ihr genüge ihre formale Autorität. Im katholischen Kirchenrecht spiele Rechtssicherheit nur eine sehr untergeordnete Rolle. Quelle: katholisch.de


9.2.2021 Die kirchenrechtliche Voruntersuchung gegen einen Pfarrer aus Steinfurt, Bistum Münster, ergaben, dass keine kirchenrechtlichen Verstöße vorliegen. Das Bistum bedauerte, dass der Pfarrer insbesondere durch Schädigung seines guten Rufes belastet worden sei. Quelle: Kirche und Leben


9.2.2021  Zuerst berichtete die Bild von einem weiteren Fall im Erzbistum Köln. Der beschuldigte und sowohl 2014 als auch 2017 geständige Täter, Priester M. wurde von Kardinal Woelki am 29. Oktober 2018 angezeigt. Gestanden hatte der Priester M. Verbechen an Kindern und Jugendlichen in den Jahren 1971, 1972, 1974, 1977 bis 1980 und 1996. Im April 2014 hatte ein Priester, der als Jugendlicher von Pfarrer M. missbraucht worden sein soll, den Fall beim Erzbistum angezeigt. Woelki verhängte als Strafe eine Beteiligung an Entschädigungs- und Therapiekosten in Höhe von 5500 Euro. Den Priester informierte er in einem Brief darüber.Woelki teilte Priester M. mit, dass er "nach Rücksprache mit der Glaubenskongregation" auf öffentliche Gottesdienste und den Kontakt mit Kindern verzichten müsse. Die Reaktion des Pfarrers M. auf den Brief des Erzbischofs soll Erleichterung gewesen sein.

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Peter Schnatenberg sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die Feststellung der Verjährung Sache staatlicher Ermittler sei. Als Erzbischof Woelki den Fall bei der Staatsanwaltschaft anzeigte, lagen die Akten bei der Rechtsanwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl. Joachim Frank vermutet, dass die Anzeige auf einen Rechtsanwalt der Kanzlei zurückgehe. Die Staatsanwaltschaft stellte Verjährung fest.

Der Fall des Serientäters Pfarrer M. gehört zu den 15 exemplarischen Fällen, die in dem nicht veröffentlichten Gutachen der Kanzlei WSW dargelegt werden. "Die Brisanz und Folgenschwere des Falls insbesondere für die Opfer war der Bistumsleitung augenscheinlich bewusst", vermutet J. Frank. Quelle: KStA


8.2.2021 Angesichts der mehrheitlich männlichen Opfer müsse man davon ausgehen, dass Missbrauch in der Kirche zumindest anteilig auf homosexuellem Begehren beruhe: Diese Aussage von Dorothea Schmidt, einer "Maria 1.0"-Vertreterin beim Synodalen Weg kritisiert die kfd: "Die Ursachen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche liegen in klerikalen Machtstrukturen. Diese müssen aufgelöst werden." Quelle: katholisch.de


8.2.2021 Über Missbrauch und Zuhälterei bei den Niederbronner Schwestern: Kinder sollen von den sie betreuenden Nonnen missbraucht und für sexuelle Dienste an Geistliche verkauft worden sein. Der Missbrauchsskandal bei den Niederbronner Schwestern, die auch ein Kinderheim in Oberammergau betrieben, weitet sich aus. Quelle: br.de


 Montag, 8.2.2021, 21.05 - 22 Uhr: Missbrauch und kein Ende?    Bayern 2


8.2.2021 Kardinal Woelki dachte an den Beschuldigten, Pfarrer O., und begründete sein Vorgehen mit der damals schon weit fortgeschrittenen Demenz des ehemaligen Pfarrers. Quelle: Domradio

Kommentar: An den Betroffenen dachte der Kardinal nicht.


8.2.2021 Kirchenrechtler Thomas Schüller, Münster, kritisiert die Entscheidung des Vatikans, auf die Untersuchung eines Vertuschungsvorwurfs gegen den Kölner Kardinal Rainer Woelki zu verzichten, scharf: „Die Glaubenskongregation ignoriert auf groteske Weise die im Jahr 2010 von Papst Benedikt XVI. festgelegten Rechtsnormen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. ...Um Woelki zu retten, wird der frühere Papst [Papst Benedikt XVI.] geopfert, seine Gesetzgebung ad absurdum geführt. Das ist Willkürjustiz, die den Namen ‚Recht‘ nicht mehr verdient.“ Schüller sagt, die Vorschrift von Papst Benedikt von 2010 sei kategorisch, es gebe keinen Ermessensspielraum (Artikel 16 der Normae de gravioribus delictis). Die vatikanischen Behörden hingegen verwiesen auf die erst seit 2020 bestehende strenge Meldepflicht. Woelki habe demnach keine Pflichtwidrigkeit begangen, als er den fraglichen Fall 2015 nicht nach Rom weitergab. „Ob es klug war“, den Fall nicht zu melden, sei „allerdings eine andere Frage“, hieß es dazu aus der römischen Kurie. Quelle: ksta.de


8.2.2021 Die "Welt" berichtet, dass Rom in Sachen Woelki entschieden habe: Rechtlich habe er sich korrekt verhalten. Das Erzbistum Köln teilte mit, noch keine Antwort aus Rom erhalten zu haben. Quellen: welt.de   katholisch.de   Kirche und Leben


8.2.2021 Daniel Wirsching fasst zusammen, was Kardinal Woelki als eigene Fehler ausmachte: die falsche Kanzlei beauftragt zu haben und nicht gut kommuniziert zu haben. Als "Gipfel der Perfidie" bezeichnet Wirsching die Aussage Woelkis: "Ich tue das für die Betroffenen, damit sie ein Stück Gerechtigkeit erfahren. Meine Person interessiert da nicht." Versagen und Schuld Woelkis lasse sich nicht in den Kategorien des Straf- und Kirchenrechtes bemessen, sie liegen im Anspruch der Opfer, Gewissheit zu erhalten über ihre Peiniger und das System des Missbrauchs, das dahinter stand. Und - so Wirsching - sie liegen in den hohen moralischen Ansprüchen der katholischen Kirche, denen Woelki nicht gerecht werde. Quelle: Augsburger Allgemeine


8.2.2021 Annette Zoch, Süddeutsche, meint, dass die mangelhafte Aufklärung nicht bloß der Fehler Einzelner ist, sondern im System der katholischen Kirche liegt: "Missbrauch und Vertuschung wurden und werden vor allem durch absolute und unkontrollierte Macht möglich." Quelle: Süddeutsche


8.2.2021 Der von Missbrauch betroffene Mark Apuron hat aus seiner Klageschrift, den Staat der Vatikanstadt ("Heiliger Stuhl") und deren Vertreter entfernen lassen. Der Beklagte, Erzbischof von Agaña, Anthony Apuron, ist kirchenrechtlich bereits wegen des Missbrauchs seines damals 15 bis 16-jährigen Neffen verurteilt. Der Vatikan hatte sich im Juli 2020 geweigert, die Gerichtsdokumente entgegenzunehmen. Quelle: katholisch.de


7.2.2021 In Bad Tölz/Garching hat sich eine Gruppe "Sauerteig" gebildet, die die Geschehnisse um Pfarrer H. in Garching aufzuarbeiten versucht. Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Pfarrer H. war 1987 nach Garching versetzt worden. Dort arbeitete er über 20 Jahre, u.a. mit Kindern. 2008 wurden seine Vergangenheit und neue Fälle ruchbar, die Kirche versetzte ihn 2008 nach Bad Tölz als Kurseelsorger. 2010 wurde er von seinen Pflichten entbunden. Heute lebt er in seinem Heimatbistum Essen. - Ein Sprecher der Initiative, Thomas Maier, berichtet vom Engagement der heutigen Pfarrers Hans Speckbacher. Der habe nach seinem Amtsantritt vor wenigen Jahren die Risse im Pfarrverband zwischen „Verherrlichern und Verteuflern“ von Pfarrer H. deutlich zu spüren bekommen und beschlossen, etwas zu tun. Quelle: merkur.de


7.2.2021 Simon Lukas kommentiert die Sichtweise einiger Bischöfe auf die Pressefreiheit: "Wer bei jedem sich bietenden Anlass allgemeine Medienschelte betreibt, untergräbt das Vertrauen in einen der Grundpfeiler unserer freien Gesellschaft. Wir leben eben nicht in einem Propaganda-Staat wie zu NS-Zeiten, sondern haben objektive Stellen, die entscheiden, was journalistisch zu weit geht. Wenn Bischöfe konkrete Probleme mit der Berichterstattung haben, können sie sich gern an den Presserat wenden. Das dürfte auch deutlich mehr bringen, als von der Kanzel oder in YouTube-Videos von den nebulösen 'Lügengebäuden der Medien' zu schwadronieren. Quelle: CiG


7.2.2021 Kardinal Woelki stellt sich den Vertuschungsvorwürfen und bittet um Geduld: "Glauben Sie mir: mir allen voran fällt das Warten darauf schwer.....Ich – ich werde bei meinem Versprechen, das ich den Betroffenen selbst gegeben habe, bleiben." Quelle: domradio.de


7.2.2021 Kardinal Marx, Erzbistum München, beschreibt die Wirkung der Nicht-Veröffentlichung des Gutachtens der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl  über den Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln als "für uns alle außerordentlich negativ". Marx sicherte zu, dass das Gutachten für das Erzbistum München im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten Verantwortliche benennen werde. Er könne und werde nicht eingreifen und das Gutachten nicht beeinflussen. Quelle: sueddeutsche.de


7.2.2021 "Sonntags" zu Missbrauch in der katholischen Kirche und zum Synodalen Weg. Quelle: zdf.de


6.2.2021 Bayerische Bistümer zahlten ca 12 Mio Euro Anerkennungsleistungen an katholische  Missbrauchsbetroffene. Augsburg zahlte etwa eine Million Euro, die Erzdiözese München und Freising zahlte 300.000 Euro, Bamberg 233.500 Euro inklusive Therapiekosten. In der Diözese Würzburg waren es 132.000 Euro, im Bistum Eichstätt 50.000 Euro und im Bistum Passau 28.000 Euro. Regensburg zahlte knapp 10 Millionen Euro. Quelle: BR


6.2.2021 Im Bistum Mainz gingen bis Ende 2020 73 Anträge auf Anerkennungszahlungen ein. Im Bistum Speyer waren es 58 Anträge und im Bistum Limburg 40 Anträge. Ca 29 Anträge gab es im Bistum Fulda. Die genannten Bistümer zahlten 1,3 Millionen Euro für kirchlich Betroffene. Quelle: swr.de


6.2.2021 Das Bistum Dresden-Meißen zahlte 114.500 Euro an kirchlich Betroffene sexualisierter Gewalt. Bis Ende 2020 seien 23 Anträge eingegangen, drei davon waren neue Anträge. Im Bistum Görlitz wurde ein Antrag auf Anerkennungszahlung gestellt. Quelle: mdr


6.2.2021 "Ich habe mein Gewissen geprüft und bin persönlich der Überzeugung, dass ich mich korrekt verhalten habe." Das sagte Kardinal Woelkiam 4.2.2021. Am 6.2.2021 antwortete er  auf die Frage, ob er als Erzbischof zurücktrete, wenn ihm das Gutachten des Juristen Gercke ein pflichtwidriges Verhalten attestiere: "Die Übernahme von Verantwortung, die ich von allen anderen verlange, werde ich auch mir abverlangen." Woelki verteidigte erneut die Nicht-Veröffentlichung des Gutachtens der Kanzulei Westpfahl Spilker Wastl, weil es wegen möglicher Verstöße gegen das Persönlichkeits- und Äußerungsrechtes angreifbar sei und schon vor der Veröffentlichung weggeklagt werde. Ob er Pflichtverletzungen in seiner Berliner Zeit begangen habe, sagte der Erzbischof nicht. Quelle: katholisch.de


6.2.2021 Die Bistümer in Deutschland haben an mehr als 2.600 Betroffene sexualisierter Gewalt mehr als 19 Millionen Euro Anerkennungsleistungen gezahlt. Die höchste Zahlung - 9,6 Millionen Euro - zahlte die Diözese Regensburg aufgrund der hohen Fallzahl bei den Domspatzen. In den (Erz-)Bistümern Magdeburg, Hamburg und Hildesheim kam das Geld aus Kirchensteuermitteln. In Mainz und Münster wurde diese Praxis inzwischen aufgegeben. Die Deutsche Ordensoberenkonferenz teilte mit, dass die Orden - zum Teil mit übergeordneten Gremien im Ausland - ihre Teilnahme je einzeln abstimmen müssen. Das könne dauern. Quelle: katholisch.de


5.2.2021 Karl Haucke, ehemaliges Mitglied des Kölner Betroffenenbeirates, schildert seine Erfahrung mit Kardinal Woelki . Sein Fazit: "Ich glaube Kardinal Woelki nicht mehr." Er widerspricht Woelki's Darstellung der Zustimmung zur Nicht-Veröffentlichung des Westpfahl Spilker Wastl-Gutachtens und der Beauftragung von Gercke. Der Betroffenenbeirat habe mitnichten dem Kardinal seine Zustimmung angeboten. Vielmehr habe der Kardinal dewn Betroffenenbeirat überrumpelt. Quelle: DLF


5.2.2021 Christoph Ullrich kommentiert den Streit um das Missbrauchsgutachten im Erzbistum Köln und das beredte Schweigen in der Politik. Er weist auf Untersuchungen hin, die zeigten, wie wichtig der Einfluss der Kirchen zur Stabilisierung der europäischen Demokratien ist: "Wer aus der Politik dazu [zum Streit um das Missbrauchsgutachten] schweigt, ignoriert daher den gesellschaftspolitischen Sprengstoff, der sich da im Kölner Dom ansammelt. Oder er deckt einen Kardinal, der eigentlich nicht mehr haltbar ist." Quelle: 1.wdr.de


5.2.2021 Christiane Florin nennt die Aussagen des Kardinals eine "Reue-Simulation". Noch immer sei nicht aufgeklärt, was tatsächlich geschah: "Dass dies so ist, hat nicht nur mit geweihten Häuptern zu tun. Schon gar nicht allein mit Woelki. Mitverantwortlich sind die Ungeweihten, die Gut-Meinenden, die Fröhlich-Nach-Vorn-Schauenwollenden. Das Thema sexualisierte Gewalt stört den Unterwegssein-Aufbruch-Brückenbau-Singsang, die Stimmen der Missbrauchten sind Stimmungskiller." Quelle: DLF


5.2.2021 Das globale Netzwerk katholischer Frauenorganisationen Catholic WomensCouncil kritisiert die - bislang ungeklärte - Befassung des Vatikans mit Maria2.0. Dass die Frauen von Maria2.0 Gegenstand einer Untersuchung durch die römische Glaubenskongregation werden sollten, sei "unverständlich", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme des CWC. Auch CatholicWomen Speak schließt sich an. Quelle: katholisch.de


4.2.2021 Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen im Bereich der rheinischen, westfälischen oder lippischen Landeskirche erlebt haben, erhalten jetzt individuelle Zahlungen. Zuständig ist die Unabhängige Kommission (UK). Das Gremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Lippischen Landeskirche und des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) besteht aus sechs Mitgliedern, die über traumatherapeutische, psychologische, theologisch-seelsorgliche, pädagogische und juristische Qualifikationen verfügen. Quelle: evangelisch-in-westfalen.de


4.2.2021 Am 1. Online-Treffen des Synodalen Weges wurde deutlich, dass der Anlass für den Synodalen Weg zwar die Missbrauchskrise war, dass der Synodale Weg jedoch zugleich bis heute  ohne Betroffene auskam. Nun waren drei Mitglieder des Betroffenenbeirates der DBK dabei. Johanna Beck vom Betroffenenbeirat bringt das Thema auf den Punkt: "Missbrauch ist eine Pervertierung des Evangeliums, seine Aufklärung deshalb Dienst am Evangelium. Dafür müssen wir aber auch theologische Komfortzonen verlassen." Ihre Statements sind hier nachzulesen.

Kardinal Woelki sagte: "Vertrauen ist bei uns verloren gegangen, darüber bin ich mir schmerzlich bewusst. Wir gehörten zu den ersten, die Aufarbeitung begonnen haben. Wir und ich haben Fehler gemacht, wir haben nicht gut kommuniziert, dafür trage ich die Verantwortung. Wir wollen Aufklärung und Aufarbeitung für die Betroffenen."

Das Präsidium des Synodalen Weges nahm unter dem Titel "Transparenz und Verantwortung" Stellung zur Aufarbeitung von Missbrauch.

Einzelne Statements sind hier nachzulesen.


4.2.2021 Das Präsidium des Synodalen Wegs kritisiert die Vorgänge um das zurückgehaltene Gutachten im Erzbistum Köln: "Rechtsverstöße, pflichtwidriges Verhalten und Verfahrensfehler müssen überall rechtskonform und ohne Ansehen der Person geahndet werden", heißt es im Schreiben "Transparenz und Verantwortung".  Das Schreiben fordert auch die Aufdeckung und Beseitigung der  Strukturen, die Vertuschung möglich machten und die Namensnennung Verantwortlicher. Zudem müssten die Ergebnisse der Untersuchungen öffentlich gemacht werden. [Ob das auch für das Erzbistum Berlin gilt, wird nicht gesagt.] Alle Leitungsverantwortlichen in der Kirche seien zu einer „umfassenden juristischen, historischen, ethischen und theologischen Aufarbeitung“ der Missbrauchsfälle verpflichtet. Das Präsidium des Synodalen Wegs will Betroffenen-Vertreter*innen aus dem Betroffenenbeirat der DBK strukturell in den Reformdialog einbinden. Kardinal Woelki hat eine Stellungnahme abgegeben: "Als einer der ersten, die einen Betroffenenbeirat eingerichtet haben und eine unabhängige Untersuchung mit Namensnennung in Auftrag gegeben haben, haben wir, habe ich Fehler gemacht." Heute Morgen noch sagte der Kardinal, er habe sein Gewissen geprüft und er sei der persönlichen Überzeugung, dass er sich korrekt verhalten habe.  Quellen: Kirche und Leben   katholisch.de


4.2.2021 Im Interview mit der Kölnischen Rundschau benannte Kardinal Woelki in folgender Reihenfolge drei Fehler: 1. dass er den Zusagen der Münchener Kanzlei vertraut haben, eine rechtssichere Aufarbeitung vorzulegen; 2. dass den Journalisten für ein Hintergrundgespräch eine Verschwiegenheitserklärung abverlangt wurde; 3. wie mit den Betroffenen umgegangen wurde. Quelle: FAZ


4.2.2021 Erzbischof Heße, Hamburg, hat wegen des Vorwurfs von Fehlern im Umgang mit Missbrauchsfällen über einen Rückzug aus dem Amt nachgedacht. Quelle: rundschau-online  


4.2.2021 Bislang gibt es keine Entscheidung des Vatikans, ob eine Untersuchung der Vertuschungen von Kardinal Woelki eingeleitet werden soll. Das vatikanische Schreiben "Vos estis lux mundi" sieht eine Entscheidung innerhalb von 30 Tagen vor. Diese Zeit ist vorbei. Die Nuntiatur kommentiert die Verstreichung der Frist nicht. "Dem Vernehmen nach" sollen die Ereignisse im Erzbistum Köln mehrere Kongregationen und Papst Franziskus beschäftigen. Das Motu proprio "Come una madre amorevole" sieht vor, dass ein Bischof abgesetzt werden kann, wenn er Schaden an Personen oder "der Gemeinschaft als Ganzer" verursacht hat. Quelle: Kirche und Leben


4.2.2021 Kardinal Woelki äußert sich zu den Vertuschungsvorwürfen: "Ich habe mein Gewissen geprüft, und ich bin persönlich der Überzeugung, dass ich mich korrekt verhalten habe." Zugleich sagt Woelki: "Wir haben Fehler gemacht, wir haben Vertrauen verspielt, ich verstehe die Ungeduld." Quellen: express.de   t-online


3.2.2021 Das Bistum Osnabrück verhandelt derzeit mit Wissenschaftlern, um den sexuellen Missbrauch und den Umgang des Bistums mit den Missbrauchsfällen aufarbeiten zu lassen. Zwei Kommissionen sind in Vorbereitung, die die Präventionsarbeit ergänzen sollen. Quelle: kirchenbote.de


3.2.2021 Die Entwicklung Irlands angesichts der "grenzenlosen Verantwortungslosigkeit" gegenüber so vielen Opfern: "Wie die Iren ein erbarmungsloses Regime abschüttelten" Quelle: DLF


3.2.2021 Die Glaubenskongregation beschäftigt sich mit Maria 2.0. Nach Informationen der FAZ steht der Vorgang im Zusammenhang mit dem Protest katholischer Frauenrechtlerinnen gegen die Weigerung des Kölner Erzbischofs Woelki, ein von ihm in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten zu veröffentlichen. Ein Sprecher Woelkis sagte, Woelki habe Maria 2.0 nicht angezeigt. Jedoch ist in dieser Sache Post im Vatikan eingegangen.  Quelle: FAZ


3.2.2021 Bischof Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, beobachtet die Ereignisse im Erzbistum Köln mit "großer Besorgnis". Die Debatte um das nicht veröffentlichte Gutachten des Erzbistums Köln schüre Zweifel der Menschen am ehrlichen Aufarbeitungswillen der dt. Bistümer.

Ackermann sagte, im Bistum Trier werde die Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch Zugang zu allen angefragten Informationen erhalten. Die Kommission entscheide selbst, in welchem Umfang sie Namen nenne. Er gehe davon aus, dass Verantwortliche mit Namen genannt würden. Dem Bistum fehlen noch zwei Betroffene in der Aufarbeitungskommission, fünf Mitglieder (Petra Hank, Psychologin; Monika Sinderhauf, Direktorin des Trierer Bistumsarchiv; Herber Heyd, bisher Abteilungsleiter im saarländischen Sozialministerium; Ordinarius Lutz Raphael, Historiker und Gerhard Robbers, Ex-Justizminister von Rheinland-Pfalz) stehen fest. Quellen:  DLF  katholisch.de


3.2.2021 Ulrich Wastl, Rechtsanwalt der Kanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl, wehrt sich gegen den Vorwurf anderer Juristen und des Erzbistums Köln, sein Gutachten weise methodische Mängel auf. Vor allem den Vorwurf des Erzbistums (nicht: der Betroffenen!), das Gutachten werde dem "Anspruch der Betroffenen" nicht gerecht, weist Wastl zurück. Er behält sich vor, das Gutachten auf der Homepage seiner Kanzlei zu veröffentlichenund werde für die Veröffentlichung kämpfen. Aus vielen Gesprächen mit Betroffenen habe er die Überzeugung gewonnen, dass viele nur durch die Nennung von Verantwortlichen Ruhe finden könnten. Quellen: eckiger-tisch.de   katholisch.de


3.2.2021 Betroffene können sich bis zum 10. März um eine Mitarbeit im Betroffenenbeirat des Bistums Würzburg bewerben. Die Aufarbeitungskommission, in die zwei Betroffene vom Betroffenenbeirat geschickt werden sollen, besteht aus vier Experten aus Wissenschaft, medizinischer Fachpraxis, Justiz und öffentlicher Verwaltung und einem Vertreter der Diözese. Die Kommission soll mit der Universität Würzburg zusammenarbeiten. Ziel der Aufarbeitung sei es, Strukturen, die Missbrauch begünstigten, offenzulegen und Verantwortliche beim Namen zu nennen. Quelle: katholisch.de


3.2.2021 Erzbischof Koch und Generalvikar Kollig nehmen Stellung zur Kritik am Missbrauchs-Gutachten im Erzbistum Berlin: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es im Umgang mit Missbrauchsfällen in der Vergangenheit zahlreiche Versäumnisse gegeben hat und wir die Opfer und ihr Leid viel zu lange vernachlässigt haben. Das muss nun endlich Konsequenzen haben." U.a. wollen sie der Frage nachgehen, warum erst seit 2018 alle Missbrauchsvorwürfe an die Staatsanwaltschaften übergeben werden. Quelle: katholisch.de


3.2.2021 Die Vizepräsidentin des Zentralkommittees der Katholiken, Claudia Lücking-Michel, mahnt die sofortige Veröffentlichung des Kölner Missbrauchsgutachtens an. Quelle: katholisch.de


3.2.2021 Die Erzbischöfe von Los Angeles und San Francisco, Jose Gomez und Salvatore Cordileone, und sieben weitere kalifornische Bischöfe fechten das Gesetz an, das die Verjährungsfrist bei sexualisierter Gewalt seit 2020 verlängert. Bis dahin waren zivilrechtliche Ansprüche von Opfern nur bis zum Alter von 26 Jahren möglich. Seither können Betroffene bis zum 40. Lebensjahr oder bis fünf Jahre nach Bewusstwerden der Tat(en) Zivilklage nach dem "Assembly Bill 218" einreichen. Die Bischöfe halten das Gesetz für verfassungswidrig und sorgen sich, dass die Rechte der Angeklagten eingeschränkt würden, weil Zeugen verstorben sind, Erinnerungen verblasst und Dokumente verloren gegangen sein können. Die Diözesen San Diego und San Bernardino haben sich dem Antrag nicht angeschlossen. Kaliforn. Bistümer zahlten bislang mehr als eine Milliarde US-Dollar Entschädigungen. Quelle: domradio.de


3.2.2021 Die Gemeinde St. Peter, Köln, stellt fest, dass die Kirche in Köln ihre Aufgabe nicht erfüllt. Im Erzbistum Köln werde "in einem beispiellosen Prozess zögerlicher Verweigerung von Transparenz das Grundkapital jeglicher kirchlichen Arbeit verspielt: Glaubwürdigkeit." Die Kirchenverantwortlichen haben seit 2010 das Signal der „kopernikanischen Wende“ nicht hören und nicht verstehen wollen: Opfer zuerst! Die Gemeinde "erbittet" wegen erwiesener Unfähigkeit zur Selbstreform eine externe Begutachtung, eine Apostolische Visitation und die Beteiligung von Laien und Betroffenen an der Prüfung. Quelle: sankt-peter-koeln.de


2.2.2021 Das Internat der Benediktiner im Kloster Ettal wird zum Ende des Schuljahres 2023/2024 schließen. U.a. durch das Bekanntwerden der sexualisierten Gewalt durch Benediktiner gegen Internatsschüler sind die Schülerzahlen zurückgegangen. Quelle: katholisch.de


2.2.2021 Der Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, Gregor Stiels, weiß nicht, ob die Kölner Kirchenleitung realisiert, wie dramatisch die Lage ist. Stiels sieht keine Zeichen und Keine Impulse, wie die Bistumsleitung des Erzbistums Köln aus dieser massiven Krise herauskolmmen will. Der Katholikenausschuss erwartet Hilfe von Rom. Auch die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) sieht Handlungsbedarf. Sie fordert Woelki auf, die Studie von WSW umgehend zu veröffentlichen. Quelle: aachener-zeitung.de


2.2.2021 Ein neues Buch offenbart, wie viel Leid es für Frauen bedeuten kann, dass im katholischen Gottesdienst für sie nur eine Nebenrolle vorgesehen ist. Dies soll nun auch auf der Konferenz des Synodalen Wegs diskutiert werden - es geht um die Zukunft der Kirche.

Philippa Rath: "... weil Gott es so will": Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin Quelle: sueddeutsche.de


1.2.2021 Die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat den Rat der Landeskirche beauftragt, ein Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt als gesetzesvertretende Verordnung in Kraft zu setzen.  Seit Ende 2019 gibt es im Bereich der EKKW eine Unterstützungskommission für Opfer sexualisierter Gewalt. Ihr wurden bis Ende 2020 zehn Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet. Die ehrenamtlich tätige Kommission befasst sich mit strafrechtlich verjährten Fällen. Thomas Zippert, Koordinator der Kommission, schätzt die Dunkelziffer auf das zehn- bis zwanzigfache. Einige Betroffene haben selbst auf weitere Opfer hingewiesen, die sich bisher nicht gemeldet haben. Quelle: ekkw.de


1.2.2021 Robert Kleine, Stadtdechant von Köln, appelliert an die Verantwortlichen im Erzbistum Köln, vor Erscheinen des neuen Missbrauchsgutachtens Verantwortung zu übernehmen und zu ihren Fehlern zu stehen. Quelle: Domradio


1.2.2021 In Mexiko wurde ein katholischer Priester aus der Diözese Irapauto, Bundesstaat Guanajuato, zu 65 Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs eines 12jährigen Mädchens verurteilt. Quelle: domradio.de


1.2.2021 Elf Jahre sind seit dem Öffentlich-Werden der sexualisierten Gewalt an Schülern des Canisius-Kollegs vergangen. Nun legt das Erzbistum Berlin ein Gutachten vor: "Ohne Verantwortliche zu identifizieren, ohne Täter zu benennen, ohne mit Opfern zu sprechen." Die Anwälte, die in Köln und Berlin die Gutachten erstellen, dienen ihrer Auftraggeberin, der Kirche. Sie dienen nicht der Öffentlichkeit und nicht den Betroffenen. Wissenschaftliche Studien über die Gewalt im Jesuitenorden oder in anderen Ordensgemeinschaften fehlen noch immer. Bei den sog. "Anerkennungsleistungen" sind die Betroffenen aus Orden außen vor. "Die ersten dieser Ordensgemeinschaften haben bereits ihr Geschäft in Deutschland eingestellt und lassen von ihren Niederlassungen im Ausland mitteilen, dass sie leider für die Hinterlassenschaft ihres Wirkens in Deutschland keinerlei Verantwortung mehr zu tragen bereit sind." Der Eckige Tisch fordert, dass die Betroffenen sich an die Bischöfe wenden können müssen, unabhängig davon, ob die Orden Verantwortung für die Betroffenen übernehmen oder nicht. Quelle: hpd.de


31.1.2021 Nicht nur irisch-katholische, auch schottisch-staatliche Heimkinder sind betroffen. Triggergefahr! Quelle: n-tv.de


31.1.2021 Das Erzistum München-Freising fragt nach weiteren Betroffenen aus dem Pfarrverband St. Maria und St. Nikolaus in Dachau-Mitterndorf. Dort wurde ein Priester, der aushilfsweise zwischen 1989 und 1991 in der Pfarrei tätig war, gegen Jugendliche übergriffig. Quelle: pv-dachau-st-jakob


30.1.2021 Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann nimmt aus gesundheitlichen Gründen eine zweimonatige Auszeit. Quelle: swr


30.1.2021 Daniel Deckers stellt fest, dass fast sechs Wochen vergangen sind und der Vatikan noch immer keine Anweisung an Bischof Genn gegeben hat, den Fall Woelki zu untersuchen. Vorgeschrieben ist eine vatikanische Reaktion innerhalb von 30 Tagen (Vos estis lux mundi § 2). Interessant: Deckers weist auch auf die Anwaltskanzleien im Hintergrund der katholischen Missbrauchsstudien und der Missbrauchsaufarbeitung hin. Quelle: eckiger-tisch.de


29.1.2021 Der Kirchenrechtler Georg Bier schreibt, wie katholische Bischöfe entlassen werden können. Quelle: Herderkorrespondenz 2/2021


29.1.2021 Für Vladimir Kadavy geht die Aufklärung sexualisierter Gewalt in bayerischen Kinderheimen zu schleppend voran. Also fängt er an, selbst zu recherchieren. Triggergefahr! Das Domradio bemerkt: "Außer den Aussagen der ehemaligen Heimkinder und ihres Umfelds präsentiert die SZ keine Belege." Nun, die Täter werden selten aktenkundig und bestätigen nie ihre Verbrechen per Unterschrift. Quelle: projekte.sueddeutsche   domradio


29.1.2021 Helmut Ortner spricht vom Kniefall des Rechtsstaats vor der katholischen Kirche. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Rörig kritisiert Kardinal Woelki: "Alle Personen, die zur Vertuschung von sexualisierter Gewalt in der Kirche beigetragen hätten, müssten benannt werden." Quellen : FR   DLF


29.1.2021 Daniel Deckers, FAZ, weist darauf hin, dass die Anwälte, die das Berliner Gutachten erstellten, lediglich 61 Akten vom Erzbistum Berlin erhielten, auf die sie ihr Gutachten gründen. Er stellt fest: "Daher ist es auf Basis der veröffentlichten Teile des Gutachtens – große Teile blieben unter Verschluss – weder möglich, die systemischen Defizite oder persönlichen Versäumnisse etwa der verstorbenen Berliner Erzbischöfe Alfred Bengsch und Joachim Meisner zu beurteilen, noch die mutmaßlichen Veränderungen wie die fortbestehenden Defizite in der jüngeren Vergangenheit, etwa während der Amtszeit des heutigen Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki."

Matthias Drobinski kommentiert: "61 Beschuldigte haben die Anwälte gefunden, es dürften längst nicht alle sein. 121 Betroffene haben sie identifiziert, doch schon in den Akten finden sich zahlreiche Hinweise auf zum Teil namentlich genannte Opfer. Nur 17 kirchliche Strafverfahren wurden eingeleitet, sieben endeten mit einer Strafe. Elf weltliche Prozesse gab es. Viele Fragen drängen sich auf: Wie ging der verstorbene Kardinal Joachim Meisner mit solchen Fällen um, wie Kardinal Georg Sterzinsky, wie dessen Nachfolger Rainer Maria Woelki, der heute Kardinal und Erzbischof in Köln ist?" Die Betroffenengruppe Eckiger Tisch, Canisius-Kolleg Berlin, ist empört:  Ein Gutachten zu veröffentlichen, "ohne Verantwortliche zu identifizieren, ohne Täter zu benennen, ohne mit Opfern zu sprechen", das führe "das Bemühen um Aufklärung und Aufarbeitung ad absurdum".

Annette Zoch nennt es "beschämend, wie wenig viele Bistümer in all den Jahren gelernt haben." Quellen: sueddeutsche.de   FAZ   SZ


29.1.2021 Pressekonferenz Erzbistum Berlin: Vorstellung des Gutachtens „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946

DAS GUTACHTEN ist veröffentlicht. Allerdings ist Teil C ausgenommen:  "Zusammenfassender Inhalt der Personalakten beschuldigter Kleriker im (Erz-)Bistum Berlin seit 1946 in zeitlicher Reihenfolge der Zeiträume der Beschuldigungen". In Teil C, S. 43 - 485 stehen die Namen der Täter und der Verantwortlichen für Vertuschung.

Laut Gutachter der Kanzlei Redeker Sellner Dahs (RSD), die auch Erzbischof Woelki beriet, gab es keine äußerungsrechtlichen Bedenken gegen die Veröffentlichung von Teil C. Aus Rücksicht auf die Opfer habe Bischof Koch jedoch entschieden, diesen Teil des Gutachtens nicht zu veröffentlichen. Teil C darf von der neu gegründeten Gutachten-Kommission gelesen werden, die in ihrer Arbeit frei ist und lediglich der Vertraulichkeit im Sinne des Datenschutzes verpflichtet ist. "Dies schließt auch eine Weitergabe der personenbezogenen Daten an Mitglieder des entsendenden Gremiums (Diözesanrat und Priesterrat) aus. Aufgabe dieser Kommission ist es, zu bewerten, wo im Rahmen der Bearbeitung der Fälle nachlässig bzw. nicht ordnungsgemäß gehandelt oder gar bewusst verschleppt oder vertuscht wurde, und mögliche Konsequenzen zu benennen."  Quelle: Erzbistum Berlin.de

Kommentar:  erübrigt sich. Alles wie gehabt.


29.1.2021 Am 31.12.2020 lagen im Erzbistum Berlin 101 Meldungen (seit 2002) über Missbrauchsvorwürfe oder sexuelle Übergriffe an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker, Ordensangehörige und Mitarbeiter*innen im kirchlichen Dienst vor. Ein staatsanwaltliches Verfahren läuft. 2019 gab es acht, 2020 neun Meldungen. Insgesamt wurden 36 Anträge auf Anerkennungsleistungen gestellt. Quelle: Erzbistum Berlin.de


29.1.2021 Eine argentinische Klostervorsteherin hat ihre Mitschwestern gezwungen, sich selbst zu geißeln, und sie in ihren Zellen eingesperrt. Nun muss die Karmelitin drei Jahre ins Gefängnis. Quelle: katholisch.de


29.1.2021 Der Diözesanrat im Erzbistum Köln verweigert die weitere Zusammenarbeit mit Kardinal Woelki im Blick auf den "Pastoralen Zukunftsweg". Wegen der "ungeklärten Missbrauchsaufarbeitung" sei für den "Pastoralen Zukunftsweg" "keine hinreichende Akzeptanz vorhanden" - so der fast einstimmige Beschluss. Zudem fordert der Diözesanrat Kardinal Woelki und alle amtierenden und ehemaligen leitenden GEistlichen mit Personalverantwortung auf, persönliche Konsequenzen auf möglichen Verfehlungen im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs zu ziehen.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken erklärt sich solidarisch mit der Stellungnahme des Diözesanrates Köln zur aktuellen Situation der Missbrauchsaufklärung im Erzbistum Köln. Quelle: Zeit


29.1.2021 Dierk Schäfer berichtet von einem Netzwerk weltlicher und klerikaler Pädokriminalität. Der Staat hat sich bis heute nicht zu einem Ermittlungsausschuss mit staatsanwalt­lichen Vollmachten durchringen können. Eine private Recherchegruppe, hat das getan, was der Staat gescheut hat. Sie lieferte die Fallstudie eines organisierten Verbrechens. Als Beteiligte werden benannt: Kloster Ettal, Stadtjugendamt München, Häsel- und Gretelheim und Rotkäppchenhaus in Oberarmmergau, Villa Maffai in Feldafing, Pfarrei in Feldafing/Pfr. Otto Öhler, Salesianum München/Pater Kaindl/Pater Koch, u.a.; Regensburger Domspatzen, Kinderheim Engelsgasse Speyer, bischöfliches Ordinariat Spever, Zentrale des Bayerischen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes 1952 bis 1972 und darüber hinaus; Kolping-Haiem Vilshofen/Pater Kaiser, Pater Limmerick; Jugendwerk Birkeneck der Herz-Jesu-Missionare. Quelle: dierkschaefer.wordpress.com


28.1.2021 Angesichts der Konflikte um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln haben 34 Kölner Pfarrer in einem Schreiben von der Bistumsleitung die Übernahme persönlicher Verantwortung gefordert. Die Pfarrer schildern ihre "immer stärkere innere Distanzierung" von der Bistumsleitung und sehen sich in einem Loyalitätskonflikt. Sie weisen auf die Distanzierung der Gläubigen und die Erschwerung der Arbeit der Jugendseelsorger hin, weil ihnen kein Vertrauen mehr geschenkt werde. Sie wollen dieser Entwicklung nicht still resignierend zuschauen. Quelle: Kirche und Leben


28.1.2021 In der katholischen Kirche Australiens werden die beiden bisherigen Standardverfahren „Towards Healing“ und „Melbourne Response“ Ende 2021 abgelöst. Sie wurden „wegen ihrer inkonsequenten oder unvollständigen Anwendung viel kritisiert“, sagte Erzbischof Coleridge. Nun wird ein neues Verfahren mit einem "traumainformierten Ansatz" eingeführt, um diejenigen zu unterstützen, die "durch die kirchlichen Rahmenbedingungen betrogen wurden.“ Quelle: vaticannews


27.1.2021 Magnus Striet kommentiert den Widerstand von Weihbischof Puff, Erzbistum Köln, gegen kritische Medienberichte und nennt ihn deplatziert, inakzeptabel, denunzierend.Es sei "Zeit für einen Rücktritt". Quelle: Zeit


27.1.2021 Bischof Wiesemann, Speyer, kündigt die Einrichtung eines Betroffenenbeirats und einer unabhängigen Aufarbeitungskommission für das Bistum an. Weitere 15 Betroffene und Zeugen der Übergriffe/Verbrechen im Kinderheim der Niederbronner Schwestern in Speyer in den 1960er- und 1970er Jahre haben sich im Anschluss an das Interview des Bischofs beim Bistum Speyer gemeldet. Mehrere Betroffene haben sich bereits gemeldet, um ihre Erfahrungen einzubringen.  Quelle: katholisch.de


27.1.2021 Heute ist Holocaust-Gedenktag: "Es geht nicht weg", sagt die 93-jährige Therapeutin Giselle Cycowicz.


26.1.2021 Der Vatikan hat den früheren US-Bischof Joseph Hart, Cheyenne, gemaßregelt. Im strafrechtlichen Sinn sei ihm Schuld an sexuellem Missbrauch nicht zweifelsfrei nachzuweisen. Er habe es aber als Priester und Bischof an Umsicht  im Umgang mit Minderjährigen mangeln lassen. Zudem habe er das Verbot öffentlicher Auftritte während des laufenden kirchenrechtlichen Verfahrens missachtet.

Zwei der insgesamt 13 Fälle betrafen Jungen, die 16 und 17 Jahre alt waren. Zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs wurden sie von der katholischen Kirche nicht als Minderjährige angesehen, wurden also auch nicht strafrechtlich verfolgt. Bischof Steven Biegler, Harts Nachfolger, wies darauf hin, dass die Ergebnisse des Vatikans nicht bedeuten, dass Hart unschuldig sei; vielmehr bedeuteten sie, dass keine ausreichenden Beweise vorliegen. Der diözesane Untersuchungsausschuss - bestehend aus Strafverfolgungsbehörden, Schulverwaltung, ein Doktor der Psychologie; ein Kinderarzt; ein Psychotherapeut, der sexuell missbrauchte Kinder behandelt; und ein Richter, der 13 Jahre lang als Staatsanwalt mit Verbrechen gegen Kinder, hauptsächlich mit sexuellem Kindesmissbrauch, zu tun hatte -  hatte sechs Vorwürfe als glaubwürdig eingestuft. Die vatikanischen Urteile werden von Priestern, bischöflichen Kirchenrechtlern und dem Papst gefällt. Quelle: katholisch.de   ncronline.org


26.1.2021 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs fordert mehr Aufmerksamkeit für die Familie als Haupttatort. Betroffene aus Familien blieben meist alleine mit ihren Erfahrungen und den Folgen. 2.500 Betroffene haben sich inzwischen bei der Kommission gemeldet, mehr als 1.000 berichteten von Übergriffen in der eigenen Familie.Quelle: evangelisch.de


25.1.2021 Das Bistum Hildesheim geht Hinweise auf sexualisierte Gewalt durch den Priester Georg M., der 2019 starb, nach. Er soll 2015 sexualisierte Gewalt gegen einen Jungen ausgeübt haben. Es gibt Hinweise auf eine pädosexuelle Veranlagung des Beschuldigten. Eine Arbeitsgruppe unter dem früheren Vorsitzenden Landgerichts-Richter W. Rosenbusch soll die gesamt Priesterlaufbahn von Georg M. untersuchen. Der Beschuldigte war nach seiner Priesterweihe  1969 in Bad Gandersheim, Cuxhaven, Groß Ilsede, Lehre, Ronnenberg, Salzgitter-Gebhardshagen und -Bad sowie Uelzen und im Ruhestand in Wolfenbüttel tätig. Quellen: evangelisch.de   neues deutschland 29.1.2021


25.1.2021 Der Sexualwissenschaftler Peer Briken, Hamburg, sieht keinen Kausalzusammenhang zwischen dem Zölibat und Sexualstraftaten. Bekannt sei jedoch das Phänomen, dass labiles Selbstwerterleben durch sexuelles Handeln ausgeglichen werde. Die bisherigen Bemühungen der Kirche zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen bewertete er als unzureichend. Ein echter Wendepunkt sei bisher nicht ausreichend erkennbar. Offenbar gebe es erhebliche Widerstände gegen die Aufklärung. Es brauche eine dauerhafte Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt. Briken empfiehlt der Kirche ein "aktives Zugehen" auf Betroffene. Betroffene müssten partizipativ in Entscheidungen einbezogen werden. Der Sexualwissenschaftler mahne "eine konsequente Umsetzung" der Vereinbarung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zur Missbrauchsaufarbeitung an. Quelle: katholisch.de


25.1.2021 Der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier konstatiert, dass das von der Deutschen Bischofskonferenz vorgesehene Vorgehen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch nicht in allen Punkten dem Kirchenrecht entspreche. Als "eklatanten Verstoß gegen universalkirchliches Recht" wertet Bier die Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch", die 2019 vom Ständigen Rat der Bischofskonferenz beschlossen wurde. Nach kirchlicher Rechtslage müssten Diözesanbischöfe bereits bei Verdacht auf Sexualdelikte oder Vertuschungsversuche Meldung nach Rom machen und gleichzeitig eine kirchenrechtliche Voruntersuchung beginnen. Die Meldepflicht bestehe unabhängig vom Ausgang der Voruntersuchung. Die im Kirchenrecht vorgesehenen Normen, die Rücktritte oder Amtsenthebungen regeln, sind Absetzung oder Amtsenthebung. Absetzung wird als Strafe verstanden, Amtsenthebung ist eine Disziplinarmaßnahme. Absetzung kommt bei vorsätzlich verursachtem, Amtsenthebung bei fahrlässig verursachtem Schaden in Frage. Beim Amtsenthebungsverfahren erhalten die Bischöfe bis zum Schluss die Möglichkeit, auf das Amt zu verzichten. Bier kommentiert: "Wo Bischöfe für ihr eigenes Versagen im Umgang mit Sexualstraftaten oft nur dürre Pauschalentschuldigungen vorbringen und jede Empathie mit den Opfern vermissen lassen, könnte solche Rücksichtnahme aus Sicht Betroffener ein nur schwer erträgliches Zeichen sein."  Missbrauchs- oder Vertuschungstätern die Übernahme von Verantwortung samt sanktionierender Konsequenzen zu ersparen, sei "verweigerte Gerechtigkeit".  Quelle: katholisch.de


25.1.2021 Die Reforminitiative Maria 2.0 hat in einem Brief vom 16.1.2021 den Papst um eine Visitation des Erzbistums Köln gebeten: "Die Ereignisse im Erzbistum Köln haben die Gemeinden und die dort wirkenden Seelsorgerinnen und Seelsorger und viele Gläubige in eine Krise gestürzt." Maria 2.0 wirft Kardinal Woelki vor, mit der Nichtveröffentlichung des Erstgutachtens Täter und Vertuscher von sexualisierter Gewalt schützen zu wollen. Der Kardinal wiederspricht.Zudem - so Maria 2.0 - wünschten sich viele Menschen neben anwaltlichen Gutachten ein moralisches Schuldeingeständnis der kirchlichen Amtsträger: "Wir Gläubigen fragen uns, warum es unseren Hirten so schwer fällt, ihr Gewissen zu befragen und glaubwürdige Schritte der Reue und Einsicht in ihr Verhalten zu zeigen." Quelle: katholisch.de


25.1.2021 Thomas Großbölting, Leiter der Historikerkommission an der Uni Münster, der den Umgang mit Missbrauch im Bistum Münster untersucht, stellt fest, dass es der Kirche zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Veränderungswillen fehle. Es fehle an klaren Standards und Zielen, die Zusammenarbeit mit Betroffenen müsse anders organisiert werden und straf- und kirchenrechtliche Aufarbeitung reiche nicht aus.Viele Bischöfe hielten sich bei der Aufarbeitung "auffallend zurück. Und die Vorgänge im Erzbistum Köln hätten den Anspruch auf transparente und unabhängige Aufarbeitung "völlig desavouiert". Großbölting fordert, dass kirchliche Missbrauchsbetroffene selbt entscheiden müssten, wie sie mit der Kirche bei der Aufarbeitung zusammenarbeiten wollten. Die Betroffenenbeiräte seien nur die zweitbeste Alternative. Quelle: Kirche und Leben


24.1.2021 Zu den Vorwürfen gegen den verstorbenen Generalvikar Motzenbäcker, Bistum Speyer, der Kinder in einem Kinderheim in Speyer missbraucht haben soll, meldeten sich weitere "rund zehn" Betroffene und weitere Zeitzeugen. Quelle: Rheinpfalz


24.1.2021 WDR-Fernsehen, heute, 19.30 Uhr. U.a. zum Erzbistum Köln: Mauern statt Aufklären. "Um weiteren Schaden von ihrer Kirche abzuwenden, macht die Basis deshalb inzwischen direkt im Vatikan gegen ihre mauernde Bistumsspitze mobil ." Die Gruppe Maria 2.0 hat in einem Schreiben den Vatikan um eine Visitation des Erzbistums Köln und des Kardinals Woelki gebeten. Quelle: www1.wdr.de


23.1.2021 Die pensionierte Kölner Richterin Margarete Reske wurde zur Vorsitzenden der UKA (Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen) gewählt. Ihr Stellvertreter ist Ernst Hauck, ehemaliger Vorsitzender des 1. Senats des Bundessozialgerichts. Anträge auf Anerkennungszahlungen können  Missbrauchsbetroffene der katholischen Kirche stellen. Quelle: evangelisch.de


23.1.2021 Der Jesuitenorden in Spanien entschuldigt sich für sexuellen Missbrauch von 96 Ordensangehörigen. Sie missbrauchten seit 1927 mindestens 81 Minderjährige und 37 Erwachsene. 71 der Beschuldigten sind inzwischen verstorben. Die Übergriffe geschahen überwiegend im Umfeld von Schulen. Namen der Täter werden nicht veröffentlicht - es gehe um die richtige Balance zwischen einer "Hexenjagd" und dem ehrlichen Bemühen um Aufklärung und Transparenz, sagte Antonio Espana, Provinzial der Jesuiten in Spanien. - Die Mehrheit der Betroffenen forderte eine Veröffentlichung der Täternamen. "Infancia Robada" (Geraubte Kindheit), die Vereinigung von Missbrauchsopfern nannte die Untersuchung der Jesuiten "unzulänglich", die genannten Zahlen seien "lächerlich" gering. Quellen: vaticannews   katholisch.de


22.1.2021 Der Priester Tadeusz Isakowicz-Zaleski beschuldigt den Stettiner Erzbischof Andrzej Dziega (68), dass er 2006 als damaliger Bischof von Sandomierz über sexuelle Belästigung eines Ministranten durch einen Priester informiert worden sei, aber kein kirchliches Verfahren eingeleitet habe. Stattdessen sei der Täter versetzt worden und habe fortan an einer Grundschule Religion unterrichtet. Isakowicz-Zaleski berichtet, dass Akten verschwunden seien. Der Kinderschutzbeauftrgate der Bischofskonferenz, Primas Erzbischof Wojciech Polak, sei seit September 2020 darüber informiert.

Die vatikan. Bischofskongregation hat den Lubliner Erzbischof Stanislaw Budzik mit der Untersuchung beauftragt.

Der beschuldigte Priester Jozef G. weist die Vorwürfe zurück. Erzbischod Dziega sagt, es habe keine Anzeige eines solchen Falles gegeben. Die Presse berichtet, dass die Vatikanbotschaft in Warschau über drei weitere Fälle von Vertuschung durch Erzbischof Dziega informiert wurde.  Quelle: katholisch.de


22.1.2021 Voices of faith veröffentlicht einen Artikel von Edward Augustyn über sexualisierte Gewalt an Ordensfrauen in Polen: Das perfekte Opfer. Quelle: voicesoffaith.org


22.1.2021 Die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl hält die Veröffentlichung des Kölner Gutachtens für "zwingend geboten". Sie schlägt dem Erzbistum Köln vor, die Veröffentlichung ausschließlich auf der Homepage der Kanzlei vorzunehmen, "so dass nach unserer Einschätzung für das Erzbistum Köln keinerlei Haftungstisiken bestehen". Die Einwände gegen das Gutachten, vor allem die des Frankfurter Strafrechtlers Matthias Jahn, hält die Kanzlei nicht für stichhaltig und begründet dies. Das Jahn-Gutachten selbst leide "an methodischen und anderen schwerwiegenden Fehlern." Zudem bestehe ein öffentliches Interesse an dem Gutachten der Kanzlei. Die Kanzlei sagte, sie sei zum Jahn-Gutachten nicht gehört worden und habe im Rahmen entsprechender Veranstaltungen die zahlreichen tatsächlichen und methodischen Fehler des Jahn-Gutachtens nicht darlegen können. Diese Fehler bestünden in der selektiven und unvollständigen Darstellung des Aufrags an die Kanzlei, in einer Verkennung der besonderen Anforderungen zum Schutz der Betroffenen und in schweren Mängeln bei der Darlegung der kirchlichen Rechtslage.

Kardinal Woelki lehnte das Angebot der Kanzlei Westpfahl ab. Der „Veröffentlichung eines rechtswidrigen Gutachtens“ durch Westpfahl Spilker Wastl könne man nicht zustimmen, teilte die Pressestelle des Erzbistums Köln mit. Das Gutachten sei schon wegen seiner handwerklichen Mängel „untauglich“. Quellen: westpfahl-spilker.de   Aachener Zeitung   FAZ   katholisch.de   augsburger-allgemeine   Süddeutsche


22.1.2021 Im Bistum Münster wurden vier bisher nicht verzeichnete Akten von Priestern bei Uräumarbeiten gefunden. Eine der Akten betreffe den ehemaligen Priester Nikolaus A.. Er arbeitete trotz zweifacher Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern jahrzehntelang als Priester im Erzbistum Köln, von 1973 - 1988 im Bistum Münster und im Bistum Essen. Im Dezember 2020 wurde er aus dem Klerikerstand entlassen. Das Bistum Münster hat die neu gefundene Akte dem Erzbistum Köln geschickt, das als Heimatbistum die Aufklärung übernommen hat. Quelle: kirche-und-leben.de


22.1.2021 Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, nennt den Vergleich von Weihbischof Puff, in dem er die legitime Berichterstattung professioneller Medien mit Goebbels in eine Linie stelle, ein "Zündeln an der Pressefreiheit und an der Akzeptanz des professionellen Journalismus in der Gesellschaft“. Quelle: DLF


22.1.2021 Weihbischof Puff, Erzbistum Köln, stellt im Blick auf seinen Impuls vom 21.2.2021 klar, dass er für kritischen Journalismus dankbar sei. Er habe Journalisten nicht mit Goebbels vergleichen wollen. Zum "angeblichen Fehlverhalten von Bischöfen" sagte der Weihbischof nichts. Quelle: Domradio


21.1.2021 Fachtagung "Sexualität und Psyche". Beitrag Dr. Wunibald Müller - Podiumsdiskussion - Katholische Akademie Die Wolfsburg


21.1.2021 Weihbischof Puff, Erzbistum Köln,  spricht im täglichen Impuls über Fake news und nennt als Beispiel die Behauptung des amerikan. Ex-Präsidenten Trump, ihm sei die Wahl gestohlen worden. Trump habe dabei Wiederholungen als Werkzeug der Desinformation benutzt. Der Weihbischof schlussfolgert: "Wiederholungen alleine machen eine Aussage nicht automatisch wahr, auch nicht, wenn es um das angebliche Fehlverhalten von Bischöfen geht." Quellen: Domradio  Domradio

Kommentar: Zwischen den Fake News von Trump und den Berichten von Journalist*innen über wirkliches - nicht nur angebliches (!) - Fehlverhalten von Bischöfen im Umgang mit kirchlichen Missbrauchsfällen gibt es einen Unterschied: Die Berichte der Journalist*innen sind in der Regel wahr.


21.1.2021 Die Staatsanwaltschaft Krakau hat Ermittlungen gegen den früheren Krakauer Erzbischof und Papstsekretär Kardinal Stanislaw Dziwisz eingestellt. Ihm war vorgeworfen worden, zwischen 2006 und 2012 Missbrauchsfälle nicht an die Justiz gemeldet zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass eine Meldung in diesen Jahren keine Pflicht gewesen sei.

Der Vatikan soll Vorwürfe prüfen, dass Dziwisz zwischen 1978 bis 2005 während der Amtszeit von Johannes Paul II. Anschuldigungen aus der ganzen Welt unter den Tisch fallen ließ, weil er gegenüber Beschuldigten loyal war oder weil sie hohe Geldsummen zahlten. - Ob der Vatikan tatsächlich eine Untersuchungskommission eingerichtet hat, ist unbekannt. Quelle: katholisch.de


20.1.2021 Die Integrierte Gemeinde galt als Reformprojekt in der katholischen Kirche. Doch viele ehemalige Mitglieder berichten über ein totalitäres System in der lange kirchlich anerkannten Gemeinschaft. Sie fordern Aufarbeitung. Quelle: br


19.1.2021 Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums in Rom, erwartet von kirchlichen Führungspersonen, dass sie persönlich Verantwortung übernehmen. Wenn sie Schuld auf sich geladen haben, müssten sie dafür grade stehen. Karrieren seien ihnen jedoch wichtiger als die Übernahme von Verantwortung: "Wir geben die Schuld nicht zu - sondern es muss uns jedes Schuldbekenntnis abgerungen werden; wir bereuen nicht - sondern verteidigen Täter und Vertuscher. Wir übernehmen keine Verantwortung - sondern drucksen rum und setzen unsere Karrieren und Reputation an die erste Stelle." Zollner fragt: "Wenn wir hier nicht tun, was wir sagen, wie sollen die Leute dann glauben, was wir über Jesus, die Erlösung, die Sakramente sagen?" Quelle: kathpress.at


19.1.2021 In GRoßbritannien stieg zwischen 2015 und 2019 die Zahl der Anzeigen wegen Kindesmissbrauch durch Frauen um 84 Prozent auf knapp 2300 jährlich.  Der Anstieg könne darauf zurückgeführt werden, dass sich mehr Opfer trauten, Anzeige zu erstatten. Quelle: Zeit


19.1.2021 Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam der Kölner Pfarrei St. Severin üben scharfe Kritik an der Kölner Bistumsleitung – wegen des Umgangs mit Missbrauch und Strukturreformen. Quelle: gemeinden.erzbistum-koeln.de


18.1.2021 Pfarrer Koltermann, Erzbistum Köln, kritisierte Kardinal Woelki.  Daraufhin wurde ihm ein Dienstaufsichtsverfahren angedroht, das später zurückgenommen wurde. Bei Pfarrer Koltermann haben sich drei weitere mutmaßlich Betroffene gemeldet. Quelle: eckiger-tisch.de


18.1.2021 Der zweifach wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Priester, Nikolaus A., durfte nach WDR Recherchen Anfang der 90er Jahre ungehindert als Seelsorger mit auf Familienfreizeiten mit der katholischen Schönstatt Bewegung fahren. In KölnWeiden hielt er aushilfsweise Gottesdienste, an denen auch Messdiener teilnahmen. Karl Haucke und andere Betroffene fordern,  dass der damalige Generalvikar, Norbert Feldhoff, in diesem Fall die Verantwortung übernehmen müsse. Weder das Erzbistum Köln noch Norbert Feldhoff kommentierten die WDR-Recherchen nicht. Quelle: www1.wdr.de


18.1.2021 Impulsreferat von Pater Mertesanlässlich der Veranstaltung "Sicherer Ort Kirche - eine Initiative für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und hilfebedürftigen Erwachsenen" im Bistum Speyer. Quelle: wochenblatt-reporter


18.1.2021 Nach Enthüllungen der Juristin Camille Kouchner über mutmaßlichen sexuellen Missbrauch ist in Frankreich eine Debatte über sexualisierte Gewalt in Familien entbrannt. Zahlreiche Menschen teilen unter dem Hashtag #metooinceste ihre Erfahrungen mit Übergriffen innerhalb der eigenen Familie. Quelle: Spiegel


18.1.2021 Verschwörungsmythen machen auch vor der katholischen Kirche nicht Halt. Nach Erzbischof Vigano und Kardinal Müller spricht nun auch der mexikanische Kardinal Juan Sandoval Íñiguez von der Corona-Krise, die eine neue Weltordnung begründe.  Quelle: katholisch.de


18.1.2021 Der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Köln ist weiterhin vom Erzbistum Köln untersagt, das bei der ESG Köln veröffentlichte Positionspapier "Wir wollen glaubwürdig bleiben" zu veröffentlichen. Von dienstrechtlichen Maßregelungen sieht das Erzbistum inzwischen ab. Gespräche finden statt. Quelle: katholisch.de


16.1.2021 Die gemeinsame Aufarbeitungs-Kommission der (Erz-)Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück wird ihre Arbeit bald aufnehmen. Sie wird aus drei Betroffenen, drei unabhängigen Fachleuten und drei Bistumsvertreter*innen bestehen. Gesucht werden sechs Mitglieder für den Betroffenenbeirat. Ein öffentlicher Aufruf erfolgt demnächst. Quelle: Domradio


15.1.2021 Ein Opfer des Priesters Nikolaus A. erzählt. Triggergefahr! Quelle: www1.wdr.de


14.1.2021 Der Adlhochplatz in Frankfurt-Sachsenhausen wird wohl umbenannt. Bislang heißt er nach Walter Adlhoch, der von 1965 bis 1982 Stadtpfarrer und Stadtdekan von Frankfurt war. Er soll 1979 ein Mädchen vergewaltigt haben. Das steht im Abschlussbericht zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt des Bistums Limburg. Quelle: fnp


14.1.2021 Im Rahmen eines Prozesses gegen einen Großvater, der des schweren Missbrauchs angeklagt ist, hatte dieser ausgesagt, als Jugendlicher im Piusheim der katholischen Kirche in Baiern von mehreren Männern schwer missbraucht worden zu sein. Er berichtete von Sexparties und Prostitution und davon, dass ein Mitschüler sich in dem Heim das Leben nahm. Zehn Betroffene haben sich bei den Ermittlern gemeldet, in der Erzdiözese München-Freising meldeten sich elf Betroffene. Der Münchner Sozialpsychologe Heiner Keupp sagt: "Der ganze Heimbereich ist nach wie vor unterbelichtet und darum ist Piusheim so wichtig." Bewältigen müsse diese Aufgabe das Münchner Erzbistum. Quelle: Süddeutsche


14.1.2021 Eine Analyse sexualisierter Gewalt durch katholische Kleriker in Polen zeigt, dass die Dauer der Taten bei durchschnittlich zweieinhalb Jahren lag. Die Hälfte der Täter war zwischen 30 und 40 Jahre alt. Vor 1990 waren die Opfer überwiegend männlich, seit 2010 sind ebenso viele Jungen wie Mädchen betroffen.  Seit 2011 waren 37 % der 111 Betroffenen unter 15 Jahre alt. Der kirchliche Kinderschutzkoordinator Pater Adam Zak weist darauf hin, dass die Täter meistens nicht pädophil, sondern psychosexuell unreif sind. - 2019 hatte die polnische Bischofskonferenz erstmals Angaben zum Ausmaß sexualisierter Gewalt durch Kleriker gemacht. Danach fanden sich in den Akten von Januar 1990 bis Juni 2018 - teilweise bis in die 1960er Jahre zurückgehend - Angaben über 382 Priester/Ordensmänner, die 625 Opfer hatten. Eine Studie, die Missbrauch von Mitte 2018 bis Ende 2020 untersuchen soll, hat die Bischofskonferenz beschlossen. Quelle: katholisch.de   s. auch ncronline.org


13.1.2021 Der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Speyer berichtet von vielen neuen Anzeigen, nachdem bekannt wurde, dass Kinder in Kinderheimen vielfältige Gewalt erleben mussten. Quelle: Morgenweb


13.1.2021 Die Frankfurter Rundschau und Buzzfeed recherchieren zu Missbrauchsfällen im Medizinbetrieb. Sie rufen zur Mithilfe auf. Quelle: FR


13.1.2021 In irischen Mutter-Kind-Heimen für unverheiratete Frauen starben im 20. Jahrhundert ca 9000 Kinder. Die Frauen wurden von der Gesellschaft verachtet. Oft waren sie durch Vergewaltigungen schwanger geworden oder hatten gesundheitliche oder psychische Probleme.  Die Heime wurden von der Regierung kontrolliert (oder auch nicht) und von religiösen Organisationen geleitet. Quelle: Spiegel   The Journal   Zum Report


12.1.2021 Das Bistum Essen stellt seine detaillierten Überlegungen zu den Konsequenzen aus der MHG-Studie vor. U.a. wird an die Initiierung von Selbsthilfegruppen gedacht. Quelle: Bistum Essen


11.1.2021 Christian Meier berichtet, dass die Kanzlei, die Kardinal Woelki berät, u.a. Mandate für den türkischen Staatspräsidenten Erdogan und die AfD übernommen hat und auf ihrer Website mit dem Versprechen wirbt: „Mit ,Zuckerbrot und Peitsche‘ vermeiden wir negative Berichterstattung schon im Vorfeld. Sollten wir sie nicht ganz verhindern können, mildern wir sie zumindest ab.“ Meier fragt: "Nun, Herr Erzbischof Woelki, lässt sich die Frage stellen, was Sie eigentlich wollen: eine schonungslose Aufklärung von Missbrauchsfällen, zu denen sich das Erzbistum bekennen und Schuldige zur Verantwortung ziehen muss? Oder eine Verhinderung oder Abmilderung negativer Berichterstattung, bei denen Sie selbst und Ihnen nahestehende Personen in einem denkbar schlechten Licht dastehen könnten? Was sagen Ihnen Ihre Berater – und was sagt Ihnen Ihr Gewissen? Quelle: welt.de


11.1.2021 Hermann Schell vom Betroffenen-Verein MissBiT, Bistum Trier, wirft Bischof Ackermann vor, weil die Arbeit der Aufarbeitungskommission nicht im Januar, sondern frühestens im Spätsommer 2021 beginne. Unbekannt seien immer noch die Mitglieder der Kommission, die die Mitglieder des Betroffenen-Beirates auswählen.  Quelle: Saarbrücker Zeitung   Volksfreund 13.1.2021


11.1.2021 Nachdem der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann Kardinal Woelki öffentlich kritisiert hatte, kündigte das Erzbistum Köln dienstrechtliche Konsequenzen wegen seines öffentlichen Eintretens "gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln und dessen Amtsträger". Dies sei nicht mit den "Loyalitätspflichten im Seelsorgedienst" vereinbar. Weil Koltermann seinen Standpunkt ausführlich erläutert habe, bestünden nun keine Nachfragen mehr, teilte das Erzbistum mit. Damit sei der Vorgang abgeschlossen, Konsequenzen gäbe es keine. Quelle: WDR


11.1.2021 Benjamin Leven sieht die katholische Kirche im Blick auf Missbrauchsfälle als "Sündenbock der Gesellschaft". Er sieht den Staat in der Verantwortung, "alle Teile der Kirche wie der Gesellschaft gleichermaßen" in den Blick zu nehmen, um die Ungleichverteilung der Aufmerksamkeit zu beenden. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Der  Begriff "Sündenbock" suggeriert Unschuld - unschuldig hingegen ist die katholische Kirche eingestandenermaßen nicht. Und: Ohne die Aufmerksamkeit der Medien und ohne deren Engagement an der Seite kirchlich Betroffener würden die noch immer weitgehend ganz alleine dastehen. Richtig ist: Kirchlich Betroffene warten schon lange - bislang vergeblich - auf die Unterstützung durch den Staat.


10.1.2021 Christoph Strack kommentiert die Ereignisse im Erzbistum Köln und spricht vom "hässlichen Gesicht von Kirche im Fokus". Strack empfiehlt Wölki, von der Aufarbeitung in Boston zu lernen. Quelle: dw


10.1.2021 Kardinal Woelki hält nicht die Fälle von Missbrauch und ihre Vertuschung für einen Skandal, sondern die Medien. Das Erzbistum Köln sollte bei der Aufarbeitung aus Boston lernen, meint Christoph Strack.

Christoph Fleischmann kommentiert: "Das heißt, genauer gesagt muss Woelki nicht lernen, sondern umlernen unter dem Druck der Öffentlichkeit. Das Schicksal teilt er mit vielen, wenn nicht allen, amtierenden Kirchenfürsten. Vielleicht wäre es besser, das Leitungsamt denen überlassen, die nicht erst umschulen müssen, sondern bereits mehr Kompetenz und Sensibilität beim Umgang mit Missbrauch und Macht bewiesen haben. Von einer Führungskraft könnte man doch erwarten, dass sie die geforderten Kompetenzen bereits mitbringt und nicht erst on the job lernen muss. Und nochwas: Nur der kann doch glaubwürdig gegen den Missbrauch von Macht vorgehen, der bereit ist, Macht auf mehreren Schultern zu verteilen, damit sie hinfort nicht mehr so leicht missbraucht werden kann. Aber auch dies hat der Kölner Kardinal – so ist zu vermuten – noch nicht gelernt." Quelle: DW  christoph-fleischmann.de


10.1.2021 Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche Deutschlands bleibt nach Einschätzung von Bischof Stephan Ackermann eine Aufgabe noch für Jahre. Die Aufarbeitung werde ein schmerzlicher Prozess werden. Bischof Kohlgraf meint: "Das Wegsehen hilft nicht, und das Vertuschen ist katastrophal."  Im Bistum Mainz ist eine unabhängige Aufarbeitungskommission eingerichtet. Die Beteiligung von Betroffenen an der Aufarbeitung solle konkretisiert werden. - Das Bistum Speyer richtet aktuell einen Betroffenenbeirat und eine unabhängige Aufarbeitungskommission ein. Quelle: rp-online   sueddeutsche.de


9.1.2021 Stephan Alfter fragt: "Und vor allem: Wer öffnet endlich die Archive in den Bistumskellern – zumindest für die Opfer dieser Kirche?" Quelle: Morgenweb Mannheim


9.1.2021 Aus dem Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln sei ein Aufarbeitungsskandal geworden, kommentiert Georg Löwisch, Chefredakteur von „Zeit Christ & Welt“. Quelle: DLF


8.1.2021 "Ich dachte eigentlich, dass Seminaristen erwachsene Menschen sind und sich nicht missbrauchen lassen, wenn sie das nicht wollen." Diese Aussage tätigte eine Frau bei facebook als Kommentar zur Nachricht, dass vier ehemalige Seminaristen Erzbischof Alberto Taveira Correa sexuellen Missbrauch vorwerfen. Martin Schmitz kommentiert: "Es ist kein alleiniges Problem des Klerus – wenngleich ein Problem des Klerikalismus....Bei vielen steht nach wie vor der Schutz der Täter vor dem Wohl der Betroffenen. Und zwar nicht nur bei Geistlichen." Quelle: Kirche und Leben


8.1.2021 Die Psychologin Katharina Anna Fuchs fordert strengere Kontrollmaßnahmen insbesondere bei der Gründung und Anerkennung Geistlicher Gemeinschaften, um spirituellen Missbrauch zu verhindern. Fuchs weist darauf hin, dass Betroffene zum Sprechen ermutigt werden, wenn das Problem Geistlichen Missbrauchs anerkannt werde und Aufmerksamkeit erhalte. Quelle: katholisch.de


8.1.2021  Der Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann hatte Kritik an Kardinal Rainer Woelki geübt und ihm vorgeworfen, jede Glaubwürdigkeit verspielt zu haben mit seiner Entschuldigung in der Christmette im Kölner Dom. Woelki hatte nicht für eigene Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen um Verzeihung gebeten, sondern für die an ihm geübte Kritik. Nun droht das Erzbistum Köln dem Geistlichen mit dienstrechtlichen Konsequenzen. Quellen: KStA   rp-online.de   WDR


7.1.2021 Glaube schützt nicht vor dem Glauben an Verschwörungstheorien. Bischof  Overbeck, Essen, sagt, Corona-Leugner befänden sich auf einem "gefährlichen Irrweg" und handelten "verantwortungslos". Quellen: FAZ   katholisch.de


7.1.2021 Im Erzbistum München-Freising und im Bistum Augsburg werden noch kirchlich Betroffene gesucht, die bereit sind, in den Aufarbeitungskommissionen mitzuarbeiten. Quelle: br.de


7.1.2021 Dr. Doris Reisinger macht sich Gedanken über das, was eine annehmbare Entschuldigung ist - und was keine Entschuldigung ist: "Jenseits des Erziehungskontexts dankt man für Entschuldigungen eigentlich nicht, man nimmt sie an – oder auch nicht. Und das wiederum steht niemandem als den unmittelbar Betroffenen zu. Wer sich als Dritter einmischt und sich an ihrer Stelle äußert, hat nicht nur nicht begriffen, was eine Entschuldigung ist, sondern fährt den Geschädigten gewissermaßen über den Mund." Quelle: Eckiger Tisch - Zeit


7.1.2021 Die Sprecher der Selbsthilfegruppen Rhede und Münster, Antonius Kock und Martin Schmitz, weisen darauf hin, dass ein Teil der kirchlich Betroffenen im Bistum Münster von der Mitarbeit bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen ausgeschlossen bleibt, wenn das Bistum nur die an einer Mitarbeit Interessierten einlädt - und die Einladung lediglich über die Medien erfolgt. Zudem sei es in "hohem Maße übergriffig", wenn Betroffene das Bistum bei der Aufarbeitung der Verbrechen lediglich „begleiten sollten“ und nicht eigene Interessen vertreten dürften.

Das Bistum Münster betont, dass das Bistum nie gesagt habe, man wolle bistumsseitig einen Betroffenenbeirat (s. Rahmenordnung zum Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren sowie zur Aufwandsentschädigung für die strukturelle Beteiligung von Betroffenen) bilden. Quelle: wn.de


6.1.2021 Zwei Betroffenengruppen sexualisierter Gewalt durch kath. Kleriker aus dem Bistum Münster haben ihre Zusammenarbeit mit dem Bistum beendet. Dissenz entstand, weil das Bistum sich nicht an Vereinbarungen hielt. Vereinbart war, dass alle dem Bistum bekannten Missbrauchsopfer zu einem ersten Vernetzungstreffen schriftlich eingeladen würden. Das Bistum jedoch habe entschieden, nur noch diejenigen einzuladen, die auch beim zu gründenden Betroffenenbeirat mitmachen wollen. Zudem sollte es keine persönlichen Anschreiben, sondern nur einen allgemeinen Aufruf in den Medien geben. Der Sprecher der Münsteraner Gruppe, Antonius Kock, kritisiert, dass es kein Mandat für alle Betroffenen gibt, wenn nur die eingeladen werden, die Interesse haben. Die Adressen der bekannten Betroffenen liegen nur dem Bistum vor. Der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, wies darauf hin, dass es Betroffene gebe, die keine Post vom Bistum erhalten wollen. Das Bistum wolle eine "breite, selbstorganisierte und unabhängige Beteiligung von Betroffenen", die sich „völlig unabhängig“ von der Diözese organisieren. Das Bistum habe auch nie gesagt, dass ein Betroffenenbeirat gegründet werden müsse und zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung sei lediglich eine öffentliche Ausschreibung verbindlich festgeschrieben worden.

Eine ausführlichere Beschreibung der Vorgänge aus der Perspektive der Betroffenengruppe Rhede finden Sie auf der Internetseite Gruppe. Die Stellungnahme des Bistums hier. Quellen: rp-online   Kirche und Leben 


6.1.2021 Felix Neumann konstatiert die Erfolglosigkeit kirchlicher Aufklärung und plädiert für staatliche Aufklärung kirchlicher Missbrauchsfälle: "Es braucht eine staatliche Aufklärung auf Grundlage allgemeiner Gesetze, ohne Proporz für Kirchenvertreter, mit dem Mandat, die Wahrheit ans Licht zu bringen – wenn schon nicht über das Strafrecht Gerechtigkeit geschaffen werden kann, dann wenigstens durch schonungslose Ehrlichkeit." Quelle: katholisch.de


6.1.2021 Im Dezember 2020 rief das Bistum Essen Betroffene aus der Gemeinde St. Johannes in Wattenscheid-Leithe, auf, sexualisierte Gewalt durch einen Priester in den 1970-er und 1980-er Jahren zu melden. Inzwischen hat sich ein Betroffener gemeldet. Der Priester war jahrelang in der Gemeinde St. Joseph tätig, obwohl er wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zuvor mehrfach rechtskräftig verurteilt worden war. Quelle: waz.de


6.1.2020 Der Landesvorsitzende der Journalistengewerkschaft DJV in Nordrhein-Westfalen, Frank Stach,  kritisiert das Erzbistum Köln für seinen Umgang mit Medienvertretern. Nicht hinnehmbar sei, dass die Journalist*innen vor dem Pressegespräch mit dem Erzbistum Köln eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen sollten. Stach bezeichnete das Verhalten des Erzbistums am vergangenen Dienstag als „Maulkorb“. Er sagte: „Wenn allerdings Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnet werden sollen, die berechtigte Berichterstattung unmöglich machen, muss der Eindruck entstehen, man wolle etwas verschleiern.“ Quelle: DLF


6.1.2021 Das Erzbistum Köln lädt ausgesuchte Journalisten zu einer Pressekonferenz , erwartet eine Verschwiegenheitserklärung und erwartet, dass die Journalisten lediglich berichten, was das Erzbistum ihnen zu berichten vorlegt: die Kritik am geschwärzten Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. 20 Minuten lang soll den Journalisten Zeit zum Lesen des Gutachtens gegeben werden. Das Vertauen zwischen den Medien und Kardinal Rainer Maria Woelki ist zerstört, konstatieren Matthias Drobinski und Christian Wernicke. Quelle: sueddeutsche.de


5.1.2021 Das Erzbistum Köln gibt Journalisten, die zuvor eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen müssen, die Gelegenheit, das Gutachten der Münchener Kanzlei einzusehen, um sich ein eigenes, unabhängiges Urteil zu bilden.  Im Fokus des Gesprächs steht die Methodik des Münchener Gutachtens. Prof. Jahn, der das Münchener Gutachten begutachtet hat, wird erläutern, warum es methodische Mängel hat. Dass Vertreter der Münchener Kanzlei eingeladen seien, wird nicht berichtet. Auch von einer Einladung an den Betroffenenbeirat ist nicht die Rede.

Der WDR berichtet um 18.33 Uhr, dass das geplante Journalistengespräch zum Thema Missbrauch  abgebrochen wurde, weil alle anwesenden Reporter nicht bereit waren, eine von der Kirche geforderte Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben. Schweigen sollten die Journalisten über die Tathergänge und über die im Münchener Gutachten benannten Verantwortungsträger. Bis zur nächsten Woche will das Erzbistum prüfen, ob "unter anderen Bedingungen den Journalisten doch noch einen Einblick in das Gutachten über Sexualstraftäter im Kölner Erzbistum und deren Mitwisser" ermöglicht werden kann. Quellen: domradio.de   www1.wdr.de


4.1.2021 Entgegen anderslautender Meldungen wurde das Verfahren wegen Grenzverletzung und sexuellen Missbrauchs gegen den Stadtpfarrer von Bühl, Erzbistum Freiburg, nicht mangels Tatverdacht von der Staatsanwaltschaft eingestellt, sondern weil die Ermittlungen "keine Anhaltspunkte für heute noch verfolgbare strafbare Handlungen ergeben" haben. Weil Verjährung eingetreten ist, wurden die Vorwürfe unabhängig davon, ob sie zutrafen oder nicht, nicht mehr geprüft. Quelle: BNN


4.1.2021 Vier ehemalige Seminaristen werfen dem Erzbischof von Belem/Brasilien, Alberto Taveira Correa vor, sie zwischen 2010 und 2014 sexuell missbraucht zu haben. Die mutmaßlich Betroffenen waren zwischen 15 und 20 Jahre alt. Der Erzbischof ließ die Anschuldigungen durch seinen Anwalt bestreiten und sagen, die Seminaristen wollten dem Erzbischof schaden. Die brasilianische Polizei ermittelt seit August 2020, auch der Vatikan hat eine Untersuchung eingeleitet. Quelle: katholisch.de


4.1.2021 Pater Stefan Kiechle wägt Für und Wider von Rücktritten in der Kirche in Deutschland ab. Gegen einen Rücktritt führt er u.a. das Argument an, dass ein Rücktritt "den Rachedurst der Betroffenen des Fehltritts oder den einer sensationslüsternen Öffentlichkeit befriedigen" könne. Er fragt, ob das moralisch richtig ist. Quelle: katholisch.de

Kommentar: Es könnte ja sein, dass es den Betroffenen des "Fehltritts" nicht um Rache geht, sondern um ein Stück Gerechtigkeit! Leser*innen entnehmen: Betroffene sind rachsüchtig.


3.1.2021 Weil er Angst um seine Zukunft als Priester hatte, unterzog sich Wolfgang Rothe 2005 einem "Schwulentest". Angeordnet wurde der Test von Bischof Küng, St. Pölten - es stand kein Vorwurf im Raum, dass Rothe pädophil sei, sexualisierte Gewalt ausgeübt, kinderpornografische Fotos konsumiert oder verbreitet habe. Durchgeführt wurde der Test von dem Gerichtsgutachter Norbert Leygraf und einem Diplom-Psychologen. Sie sollten herausfinden, ob bei Rothe eine homosexuelle Orientierung vorliege, die seine zukünftigen Einsatzmöglichkeiten einschränken könnten, können jedoch keine fundierten Aussagen darüber treffen. Harald Dreßing nennt den Test "ungeheuerlich", die Fragestellung sei "abwegig" und "diskriminierend". Einen Auftrag für ein solches Gutachten hätte Dreßing nicht übernommen.  Auch der Psychotherapeut Michael Wunder hält die Annahme eines solchen Auftrags für "ethisch nicht vertretbar". Quelle: www.sueddeutsche.de


1.1.2021 Wolfgang Rothe, Pfarrvikar in München, aus dem Bistum St. Pölten stammend, wirft Alt-Bischof Klaus Küng einen sexuellen Übergriff im Dezember 2004 vor. Der Vatikan stuft den Vorwurf als haltlos ein und schließt das Verfahren ab. Alt-Bischof Küng bestreitet jeden Übergriff. Im April 2019 wird Rothe von der Münchner Kripo befragt, später auch von der österreichischen. Strafrechtlich wird der Vorwurf gegen den Bischof nicht geklärt, die Staatsanwaltschaft St. Pölten stellt im Mai 2019 das Verfahren wegen Verjährung ein. Von der Kirche wird Rothe nicht befragt. Eine transparente kirchliche Ermittlung gibt es nicht. Der aktuelle Bischof Schwarz spricht eine kirchenrechtliche Verwarnung gegen Rothe aus. Rothe fragt sich, warum Doris Reisinger geglaubt wurde und ihm nicht. Auch im Fall Reisinger stand Aussage gegen Aussage. Die Kirche wirft Rothe de facto Rufmord vor, strengt aber kein formales Verfahren gegen ihn an. Quelle: sueddeutsche.de


1.1.2021 Harald Dreßing kritisiert die Neuregelung der Entschädigungszahlungen der katholischen Kirche an kirchliche Missbrauchsbetroffene. Sie sei "viel zu spät und völlig unzureichend". Ohne von der Kirche vollkommen unabhängige Strukturen sei es der kath. Kirche nicht möglich, ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Betroffenen wiederzugewinnen. Im von 2011 bis 2020 geltenden Verfahren seien die Kriterien, auf deren Basis dieZahlungsempfehlungen an die Bistümer ermittelt wurden,  nicht öffentlich gemacht worden, genauso wenig wie die Personen und deren jeweilige Qualifikation, die über die einzelnen Fälle entschieden haben. Unter ihnen war auch ein Partner der Bonner Kanzlei Redeke, die am Kölner Gutachten mitarbeitet. Das Verfahren sei intransparent gewesen, habe in einigen Bistümern fast immer eine Anerkennungszahlung zur Folge gehabt, während in anderen Bistümern weniger als zehn Prozent der Fälle positiv beschieden wurden. Die neue Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung (UKA) habe keine Ermittlungsbefugnis und sei weiterhin auf die Vorarbeit der Bistümer angewiesen. Dreßing kritisiert, dass es für Betroffene noch immer keine staatlichen Ansprechpartner gebe, die gegenüber der Kirche tätig werden könnten. Dabei handele es sich um ein „Versagen des Staates, der nichts Alternatives anzubieten hat“. 

Die Bischofskonferenz wies die Kritik Dreßings zurück. Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistung (UKA) sei unabhängig, sagte der Pressesprecher der DBK, Kopp. Die Kommissionsmitglieder dürften sich ohne Einschränkungen an die Öffentlichkeit wenden und müssten jährlich einen schriftlichen Tätigkeitsbericht erstellen, der auch veröffentlicht werde. Quelle: Zeit.de   FAZ

Kommentar: Die Mitglieder des UKA wurden von Bischof Bätzing ausgesucht und ernannt. Die die UKA unterstützende Geschäftsstelle wird von einer kirchlichen Mitarbeiterin geleitet. Betroffene müssen sich für eine Antragstellung immer noch an das jeweils zuständige Bistum wenden. Von den katholischen Orden und deren Opfern ist bislang überhaupt keine Rede, wenn man von Absichtserklärungen absieht.

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