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Sexuelle Gewalt in der evangelischen Kirche Deutschlands 2021

2021   2020   2019   bis 2018

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21.6.2021 Ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden wurde zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses mit einer jungen Frau. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Ein kirchliches Disziplinarverfahren steht noch aus.

Quelle: sonntagsblatt


16.6.2021 Zu elf Monaten auf Bewährung wurde ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden, Landeskirche Bayern, verurteilt. Er hat sich im Sommer 2019 an einer jungen Frau im Kontext eines Beratungsverhältnisses vergangen. Ein erstes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil kein ausreichender Tatverdacht bestand. 2020 wurde das Verfahren wieder aufgenommen. Am 22. Dezember 2020 wurde der Beschuldigte seines Dienstes enthoben. Das kirchliche Disziplinarverfahren steht noch aus, sagte Dekan Thomas Guba.

Quelle: evangelisch.de


3.6.2021 Landesbischof Ealf Meister, Hannover, bittet um Entschuldigung für das Versagen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover beim Schutz von Heimkindern vor sexuellem Missbrauch. Im Zuge der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt wurden in der hannoverschen Landeskirche in den letzten Jahren rund 120 Fälle sexualisierter Gewalt seit 1945 bekannt. Über 80 Prozent davon sind Fälle in den Einrichtungen der Diakonie.

Quelle: NDR


26.5.2021 Die Evangelische Landeskirche Bayern bereut, dass sie sich nicht früher von dem Pädophilie-Befürworter und Sozialpädagogen Helmut Kentler distanziert hat. Das berichten der Landeskirchenrat und der Landessynodalausschuss. Kentler war von 1962 bis 1965 pädagogischer Referent des Studienzentrums für evangelische Jugendarbeit in Josefstal am Schliersee. Er befürwortete eine aufgeklärte Sexualpädagogik, setzte sich jedoch zugleich für die Legalisierung von Pädosexualität ein. Kentler war über drei Jahrzehnte Zentrum eines Netzwerkes "quer durch die wissenschaftlichen pädagogischen Einrichtungen" in Berlin. In Berlin vermittelte die Kinder- und Jugendhilfe systematisch Pflegekinder an Pflegeväter mit pädosexuellen Neigungen. Das Land Berlin will nun bundesweit die Arbeit Kentlers durch die Universität Hildesheim untersuchen lassen. Auch das Studienzentrum Josefstal untersucht Kentlers Einfluss auf die Theorie evangelischer Jugendarbeit. Die Evangelische Landeskirche Bayern wird sich an der Untersuchung beteiligen. Das Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit ruft Betroffene auf, sich an die Ansprechstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu wenden.

Quelle: br


25.5.2021 Ein evangelischer Pfarrer aus dem Dekanatsbezirk Weiden ist vorläufig des Dienstes enthoben worden. Ihm wird sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses vorgeworfen. Quelle: BR 


 

21.5.2021 Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover hat ein Disziplinarverfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe eröffnet. Zudem sei Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Weitere Details zu dem Verfahren könnten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt gegeben werden. Sobald sich ein neuer Stand ergebe, werde die EKD die Öffentlichkeit informieren. Ansonsten verweist die EKD auf die "anlaufstelle help/", an die Betroffene sich wenden können.

Quelle: NDR


18.5.2021 Angesichts der Schwierigkeiten bei der Einbindung von Betroffenenbeiräten in beiden Großkirchen empfiehlt der Jesuit Mertes eine vollständig unabhängige, ohne kirchliche Beteiligung eingerichtete Aufarbeitungskommission. Parallel dazu müssten Betroffene dabei unterstützt werden, sich selbst zu organisieren, um so den Kirchen und der unabhängigen Aufarbeitungskommission "gegenüberzutreten". Beim derzeitigen Konzept der Betroffenenbeiräte sieht Mertes die Gefahr der Instrumentalisierung. Quellen: feinschwarz   katholisch.de


17.5.2021 Annette Zoch kommentiert die Äußerung von Bischof Ackermann über die "Aktivisten", die seiner Ansicht nach nicht mehrheitlich in Betroffenenbeiräten sein sollen: "Seine Aussage und die De-facto-Auflösung des Beirats durch die EKD gegen den Willen der Mehrheit der Betroffenen zeigen, dass das Konzept der Beiräte in ihrer bisherigen Form unter dem Dach der Kirchen problematisch ist. ...Die Kirchen müssen die Aufarbeitung aus der Hand geben. Sie können es nicht alleine. Es ist Zeit für eine unabhängige Wahrheitskommission. Quelle: Süddeutsche


16.5.2021 Die Stimmen, die eine kirchenunabhängige Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD fordern, mehren sich. Nach Einschätzung von Bettina Limperg, Präsidentin des Bundesgerichtshofs, können die Kirchen die Aufarbeitung nicht alleine bewältigen. Katrin Göring-Eckardt, Synodenmitglied der EKD und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, plädiert für die Berufung eines unabhängigen Beauftragten. Quelle: domradio


16.5.2021 Kerstin Claus überlegt, wie die Aufklärung der Missbrauchsfälle in der EKD funktionieren könnte. Quelle: 1.wdr.de  ab min. 19


 16.5.2021 ÖKT-Podium mit dem Thema: Wie glaubwürdig sind die Kirchen? Mit Dr. Christiane Florin, Katrin Göring-Eckardt, Wolfgang Rösch, Generalvikar des Bistums Limburg,
Ulrike Scherf, stellv. Kirchenpräsidentin der Ev. Kirche in Hessen und Nassau. An einer Stelle sagt der Generalvikar: "
Wir merken momentan, wie viele Meldungen über Missbrauch aus Jugendarbeit, aus Kindergärten, aus familiärem Zusammenhang und aus Seelsorgezusammenhang kommen. Vor zehn Jahren hätte sich niemand getraut, das zu melden." (ca Minute 48).


 15.5.2021 Philipp Greifenstein betrachtet die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in beiden Großkirchen. Sein Fazit: "Die Evangelische Kirche muss jetzt mit Aufklärung, Aufarbeitung und Prävention des sexuellen Missbrauchs ernst machen, sonst steht ihr eine Krisen-Dekade bevor, wie sie die Katholiken gerade hinter sich gebracht haben – und es wird immer so weiter gehen." Quelle: eulemagazin


15.5.2021 Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hält die Berufung eines unabhängigen Beauftragten für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche für unabdingbar. Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf sagt, das Thema Missbrauch müsse ernst genommen werden. Der Generalvikar des katholischen Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, berichtet, dass ihm erst durch die Begegnung mit Betroffenen die Augen geöffnet wurden und "wir" [wer genau?] hätten die Erschütterung gebraucht. Christiane Florin kommentiert, dass sie dann erwarte, dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Die Kirchen könnten ihre Verfehlungen nicht selbst aufarbeiten, sagte sie und erinnerte daran, dass der damalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Zollitsch, 2010 von Einzelfällen gesprochen habe, obwohl jeder in Personalverantwortung gewusst habe, dass es viele sind und dass es "akut" ist. Quelle: evangelisch.de


15.5.2021 Eine Stunde zu Kirche und Macht - u.a. mit Katharina Kracht, Johanna Beck und Dr. Barbara Haslbeck.


15.5.2021 Auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag hatten zwei Betroffene sieben Minuten Zeit. Katharina Kracht, die dem aufgelösten Betroffenenbeirat der EKD angehörte, sprach drei Minuten. Sie kritisierte die Auflösung des Betroffenenbeirates und die Pressemitteilung der EKD, die voller Halbwahrheiten gewesen sei. Kracht nannte das Vorgehen der EKD "ein gutes Beispiel für Machtmissbrauch". Sie forderte die evangelische Kirche auf, ihre Deutungshoheit in Frage zu stellen. - Johanna Beck vom Betroffenenbeirat der DBK sagte, dass die Missbrauchs- und Vertuschungsgeschehen der Vergangenheit schonungslos ans Licht gebracht und aufgearbeitet werden müssen und Täter und Vertuscher benannt und belangt werden müssen. Betroffene müssten für all das erlittene Leid angemessen entschädigt werden. Die Kirche müsse aus ihren Fehlern lernen und alles daran setzten, dass die Kirche in Zukunft wieder ein besserer und sichererer Ort für die ihr anvertrauten Kinder, Jugendliche und Erwachsene wird. Quellen: Die Eule   katholisch.de  Videos vom 3. ÖKT   evangelisch.de


15.5.2021 Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, erwartet von den Betroffenenbeiräten, dass sie die Kirche beraten sollen und nicht immer als Aktivisten Gegenüber zu sein, wie das z.B. Matthias Katsch ist, der Mitglied im Betroffenenbeirat des UBSKM ist. Bischof Ackermann betont, dass die Rolle der Betroffenenbeiräte nicht sein dürfe, kompromisslos die Fehler aufzudecken und zu keiner Kooperation bereit zu werden und immer den Finger in die Wunde zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun. - Auch Bischof Christoph Meyns, Braunschweig, Sprecher des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD mahnte eine Rollenklarheit bei Betroffenenvertretern an: "Hier gibt es Rollenvorstellungen, die mit dem Mandat der EKD für einen Beirat die Rolle sprengen würden." Der Beirat könne als Einrichtung des Rates der EKD nicht unabhängig sein, sagte Bischof Meyns. Quelle: katholisch.de

 Kommentar: Es ist gemeinhin die Aufgabe von Prophet*innen, kompromisslos die Fehler aufzudecken, nicht mit den Ausbeutern zu kooperieren, den Finger in die Wunden zu legen und dies auch politisch öffentlich zu tun.


14.5.2021 Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, will gemeinsam mit Betroffenen schnell neue Wege der Betroffenenbeteiligung finden. Quelle: evangelisch.de


13.5.2021 Die evangelische Kirche muss bei der Aufarbeitung des Missbrauchs in den eigenen Reihen wieder von vorne anfangen. Der Vertrauensverlust ist enorm. Den Schaden hat allein die evangelische Kirche zu verantworten, kommentiert Tilmann Kleinjung. Quelle: BR


13.5.2021 Katharina Kracht, Betroffenenbeirat der EKD, berichtet u.a., dass der Betroffenenbeirat nicht zur Synode 2020 der EKD eingeladen wurde: "Es hieß, man könne uns nicht zumuten, an einer Synode im digitalen Format teilzunehmen. Dabei hätten wir gern selbst eingeschätzt, was wir uns zumuten können und was nicht. Man hat uns aber gar nicht erst gefragt. Und ich hätte mir das durchaus zugemutet. Ich denke: Man wollte uns einfach nicht dabeihaben."

Quelle: Emma


11.5.2021 Katharina Kracht und Henning Stein, Mitglieder des Betroffenenbeirates der EKD, beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Betroffenenbeirat. Christiane Florin erklärt die Institution und kommentiert die Auflösung des Betroffenenbeirates der EKD. Quelle: Zeit


11.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird ausgesetzt. Er war als Gegengewicht zum Beuaftragtenrat bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der EKD berufen worden, allerdings scheinen die Aufgaben und Kompetenzen des Beirats unklar gewesen zu sein. Die im Betroffenenbeirat verbliebene Mitglieder kritisierten, dass sie nicht ausreichend und rechtzeitig über Sachverhalte informiert wurden. Zudem seien die Anforderungen "weit über das Maß eines üblichen Ehrenamts hinausgegangen." Bislang gebe es keine grundlegenden Standards für die Betroffenenbeteiligung und es fehle an Transparenz. Bischof Meyns bietet den Mitgliedern des Beirates an, sich in einer Zwischenzeit  als Einzelpersonen an bestimmten Prozessen zu beteiligen. Katharina Kracht kritisiert, dass sich die Betroffenen dann nicht untereinander austauschen können. 

Nach Ansicht von Florian Breitmeier scheint es viele Unklarheiten zu geben: Was soll das Gremium leisten? Ist es ein politisches Geemium, das die Interessen Betroffener in klarer Abgrenzung zur EKD vertritt oder ist es ein Gremium, das stärker auf Kooperation setzt? Auch die Kontrollfunktionen sind unklar. Gibt es Stimmrecht in den EKD-Geremien? Hat der Betroffenenbeirat ein robustes Mandat? Quellen: NDR   NDR   Zeit  katholisch.de  kathpress.at


11.5.2021 Mehrere Opfervertreter - Katharina Kracht, Henning Stein und Detlev Zander - kritisieren die Auflösung des Betroffenenbeirates der EKD, über die sie nicht informiert wurden. Damit wolle sich die EKD der Kritik von Betroffenen an ihrer mangelhaften Aufarbeitung entziehen. Verschwiegen werde, dass die Mehrheit des Betroffenenbeirates für eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit ausgesprochen habe und nun die EKD den Betroffenen das Scheitern der Zusammenarbeit in die Schuhe zu schieben. Quelle: Zeit.de


10.5.2021 Der Betroffenenbeirat der EKD wird vorläufig ausgesetzt, weil die bisherige Konzeption gescheitert sei. Beiratsmitglieder sind zurückgetreten und es gab interne Konflikte zwischen den Mitgliedern. Außerdem wurde zwischen dem Beauftragtenrat und dem Betroffenenbeirat kein Konsens über das weitere Vorgehen erzielt. Die bisherige Form der Beteiligung sei an Grenzen gestoßen, erklärte Bischof Meyns, Braunschweig. Die Arbeit des Beirats soll extern evaluiert werden, danach sollen neue Formen der Beteiligung mit den ursprünglichen Beiratsmitgliedern diskutiert werden. Quellen: evangelisch.de  Domradio


8.5.2021 Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, plädiert für eine staatliche Mitwirkung an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Er erhofft sich vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Unterstützung und will eine ähnliche Vereinbarung mit ihm treffen, wie sie in der katholischen Kirche getroffen wurde. Quelle: evangelisch.de


8.5.2021 Anna-Nicole Heinrich wurde zur Präses der EKD-Synode gewählt. Wir freuen uns und gratulieren herzlich!


7.5.2021 Die Evangelische Kirche will die Arbeit des Betroffenenbeirates mit sofortiger Wirkung aussetzen. Der Beirat mit 12 Mitgliedern wurde im August 2020 für vier Jahre berufen. Inzwischen sind nur noch sechs namentlich bekannte und ein anonym benanntes Mitglied im Betroffenenbeirat. Die EKD will alle bisherigen Mitglieder zur Evaluation der bisherigen Arbeit einladen. Grund für den Ausstieg von fünf Mitgliedern sind interne Konflikte.

Quellen: Zeit.de   br.de   Eule-Magazin


1.5.2021 Ein Mitglied des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche hat die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der EKD kritisiert. Die öffentlich bekannte Zahl von 900 Fällen sei "nicht einmal die Spitze des Eisbergs", sagte das Mitglied des Betroffenenbeirats Katharina Kracht. Zu Recht stehe die katholische Kirche in der Kritik und die evangelische Kirche stehe zu Unrecht nicht in der Kritik, sagte Kracht. Kracht plädierte für eine unabhängige Ombudsstelle und eine bessere Ausstattung und professionelle juristische Beratung des Betroffenenbeirates.

Quelle: evangelisch.de


30.3.2021 In den evangelischen Landeskirchen wird sexueller Missbrauch selten öffentlich. In der Nordkirche wurde bisher in 60 Fällen, in Württemberg in 145 Fällen, in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover in 120 Fällen über Zuwendungen entschieden. Eine Betroffene - Katharina Kracht, heute Mitglied des Betroffenenbeirats der EKD - wandte sich gemeinsam mit der Landeskirche Hannovers an die Öffentlichkeit. Danach meldeten sich bislang acht weitere Betroffene, die vom gleichen Täter missbraucht wurden. Oberlandeskirchenrat Rainer Mainusch sagt, dass es vermutlich noch weitere Betroffene gibt, die sich (noch) nicht gemeldet haben. Häufig gebe es in evangelischen Kontexten Mehrfachtäter. In einigen Landeskirchen ist ungeklärt, wie mit möglichen weiteren Missbrauchsfällen umgegangen werden soll, die im Anerkennungsverfahren bekannt bzw. angedeutet wurden. Das begünstigt bis heute Täter. In der Landeskirche Hannovers werden Missbrauchsfälle veröffentlicht - damit verbunden ist die Hoffnung, dass Kolleg*innen, ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter*innen aufmerksam werden. Sie werden auch von der Landeskirche kontaktiert.

Quelle: Eulemagazin


17.3.2021 Die württembergische Landeskirche will Missbrauchsfälle in evangelischen Internaten weiter aufarbeiten. Inzwischen habe sich ca 150 Betroffene an die unabhängige Kommission der württembergischen Landeskirche gewendet. Vor wenigen Jahren gingen zudem nach einem Aufruf knapp 30 Meldungen zu sexuellen Übergriffen an den Seminaren ein. Die meisten Meldungen bezogen sich auf ein und denselben mutmaßlichen Täter. Die Studie der EKD wird heute von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Ulm vorgestellt. Ergebnisse sollen 2023 vorliegen.-

Quelle: t-online


9.3.2021 Katharina Kracht, Mitglied des Betroffenenbeirats der EKD, berichtet aus der Arbeit des Betroffenenbeirates. U.a. weist sie darauf hin, dass in manchen Landeskirchen Betroffene das institutionelle Versagen nachweisen müssen und Gutachten vorlegen sollen.

Quelle: Zeit

Katharina Kracht im Gespräch mit Dr. Christiane Florin


3.3.2021 Mitglieder des Betroffenenbeirats der EKD fühlen sich von der EKD nicht ernst genommen. Sie werfen ihr mangelnde Beteiligung von Opfern bei der Aufarbeitung vor und unzureichende Einbindung in Beratungen Sie beklagen fehlende Information und Partizipation. Die Ausstattung des und die Aufwandsentschädigungen seien mangelhaft. Sie fordern mehr Beteiligung, auch durch Strukturänderungen. An Sitzungen des EKD-Rates wollen sie teilnehmen. Detlev Zander sagte, über Entscheidungen werde der Beirat erst informiert, wenn sie schon gefallen seien. Die EKD widerspricht: "Der Betroffenenbeirat ist selbstverständlich an allen laufenden Entscheidungsprozessen beteiligt."

Quelle: evangelisch.de


26.2.2021 Der Beauftragtenrat der Evangelischen Kirche in Deutschland hatte mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, und mit der Arbeitsgruppe des UBSKM "Aufarbeitung Kirchen" eine Arbeitstagung. Anwesend waren auch zwei Mitglieder des Betroffenenbeirats der EKD. Ergebnis: Die Beteiligten hoffen, noch 2021 eine "Gemeinsame Erklärung" zur Aufarbeitung in der EKD verabschieden zu können. Der NDR berichtet, dass die Gemeinsame Erklärung noch Ende des Sommers 2021 beschlossen werden kann.

Quelle: ekd.de


26.2.2021 Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass ein ehrenamtlicher Jugendbetreuer des CVJM Lüdenscheid-West und der evangelischen Kirchengemeinde Brügge sich mindestens 30 Jahre an Jugendlichen vergangen hat. Das Presbyterium der Gemeinde hat sich nun in einem offenen Brief an die Betroffenen gewandt. Das Presbyterium anerkennt, dass es in seiner Verantwortung versagt hat und schuldig geworden ist. Es bittet aufrichtig um Verzeihung.  Die Gemeindeleitung steht Betroffenen „für einen direkten und persönlichen Austausch gerne zur Verfügung“. - Inzwischen haben sich mehr als 20 Betroffene zu erkennen gegeben.

Quelle: come-on.de


22.2.2021 Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, ruft die Kirchen auf, Unrecht in den eigenen Reihen beim Namen zu nennen und sich konsequent auf die Seite der Betroffenen zu stellen. Dies sagte er in einer gemeinsamen Passionsandacht mit dem Kölner Erzbischof Woelki und wies auf eine "ökumenische Haftungsgemeinschaft" hin.

Quelle: evangelisch.de


15.2.2021 Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert von der Politik mehr Unterstützung. Er sagte, die Politik mache sich den Kampf gegen sexuellen Missbrauch als vorrangiges Thema bis heute nicht zu eigen. Rörig ist irritiert, dass immer erst nach einem Skandal reagiert wird. Die Länder, die für Polizei, Justiz, Jugend, Bildung und Gesundheit zuständig sind, hätten "den goldenen Schlüssel in der Hand".

In der Aufarbeitung der Kirchen sieht Rörig weiterhin Verbesserungsbedarf. Er empfiehlt allen katholischen und evangelischen Kirchenleuten, "sich einen starken Ruck für die Aufarbeitung zu geben". Im Blick auf das Erzbistum Köln fordert Rörig, "zügig" Transparenz sicherzustellen. Die Kölner Gutachten müssten der künftigen Aufarbeitungskommission uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hofft, auch mit der EKD bald eine Vereinbarung über die Aufarbeitung zu unterzeichnen. Bislang beschäftigen sich die bestehenden Kommissionen der evangelischen Landeskirchen vor allem mit Anerkennungszahlungen. Unabhängige Aufarbeitungskommissionen müssten auch prüfen, wo vertuscht wurde, wer Verantwortung hatte, wo Missbrauch nicht unterbunden wurde und wie mit Betroffenen umgegangen wurde.

Quelle: evangelisch.de   evangelisch.de


12.2.2021 Der BR weist darauf hin, dass die evangelische Kirche noch langsamer als die katholische Kirche in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist. Ein Grund liege darin, dass die evangelische Kirche über Landessysnoden organisiert ist. Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat bei der Bundesregierung, berichtet, dass sich nach den Erfahrungen Betroffener in der evang. Kirche nichts geändert habe. Nach wie vor würden Beschuldigte weiter beschäftigt - anderswo. Auch in den Unabhängigen Kommissionen, die über Anerkennungsleistungen entscheiden, sind kirchliche Mitarbeiter*innen. Noch immer gibt es keine verbindlichen und einheitlichen Standards für eine unabhängige Aufarbeitung. Der Journalist Philipp Greifenstein kritisiert mit Betroffenen, dass Aufarbeitung nicht dadurch stattfinde, dass man in der Zukunft etwas besser machen will. Es müsse geklärt werden, wer Verantwortung trage, was mit den Tätern passiere und wie damals und heute mit den Betroffenen umgegangen werde.

Quelle: br


4.2.2021 Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen im Bereich der rheinischen, westfälischen oder lippischen Landeskirche erlebt haben, erhalten jetzt individuelle Zahlungen. Zuständig ist die Unabhängige Kommission (UK). Das Gremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Lippischen Landeskirche und des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) besteht aus sechs Mitgliedern, die über traumatherapeutische, psychologische, theologisch-seelsorgliche, pädagogische und juristische Qualifikationen verfügen.

Quelle: evangelisch-in-westfalen.de


1.2.2021 Die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat den Rat der Landeskirche beauftragt, ein Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt als gesetzesvertretende Verordnung in Kraft zu setzen.  Seit Ende 2019 gibt es im Bereich der EKKW eine Unterstützungskommission für Opfer sexualisierter Gewalt. Ihr wurden bis Ende 2020 zehn Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet. Die ehrenamtlich tätige Kommission befasst sich mit strafrechtlich verjährten Fällen. Thomas Zippert, Koordinator der Kommission, schätzt die Dunkelziffer auf das zehn- bis zwanzigfache. Einige Betroffene haben selbst auf weitere Opfer hingewiesen, die sich bisher nicht gemeldet haben.

Quelle: ekkw.de

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